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Ileitis: Was gibt es Neues? - Novartis Tiergesundheit Deutschland

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Ileitis: Was gibt es Neues?
Ein Leitfaden für Schweineproduzenten und Tierärzte
Lawsonia intracellularis im infizierten Ileum
Ileitis und die Folgen
den Dünndarm befällt und meist
subklinische Erkrankungen
hervorruft, aber auch ein akutes
Durchfallgeschehen auslösen kann.
Die Ileitis wird durch das Bakterium
Lawsonia intracellularis verursacht.
Die Infektion wirkt sich weltweit
äußerst nachteilig auf die
Produktivität und Rentabilität der
Schweineproduktion aus.
Die Folgen einer subklinischen Ileitis
sind häufig Leistungsminderung
der Tiere mit verminderten Tageszunahmen. Dies führt innerhalb der
Bei Lawsonia handelt es sich um
einen Erreger, der hauptsächlich
Gruppe zum Auseinanderwachsen der
Tiere.
Eine Ileitis sollte aus Kostengründen
unbedingt vermieden werden, da so
die Leistungsfähigkeit der Schweine
gesteigert und Tierverluste reduziert
werden! Die negativen Auswirkungen
der Ileitis betreffen vor allem Mastschweine.
Eine globale Herausforderung
Studien zur weltweiten Verbreitung
der Ileitis zeigen, dass die Erkrankung
in den meisten landwirtschaftlichen
Betrieben in Europa, Asien sowie
Nord- und Südamerika auftritt und
damit ein globales Problem darstellt
(siehe Tabelle 1).
In all diesen Schlüsselländern
der Schweineproduktion haben
eingehende Untersuchungen anhand
von Blut- und Kotproben gezeigt,
dass nur 4 bis 5% der Produktionsbetriebe heute frei von dieser
Erkrankung sind, was bedeutet,
dass in 94 bis 95% der Betriebe
Lawsonia-positive Schweine die
Krankheit täglich über ihren infizierten
Kot verbreiten.
Tabelle 1: Globale Verbreitung der Lawsonia intracellularis-Infektionen 1
Jahr
2000
% Betriebe
2000
% Schweine
2008
% Betriebe
2008
% Schweine
Frankreich
77
35
96
85
England
95
62
93
64
Spanien
73
38
98
71
Italien
67
31
100
100
Deutschland
73
31
96
83
Belgien
81
38
85
67
Niederlande
84
33
88
83
Dänemark
94
30
100
95
Polen
65
23
100
83
Portugal
57
31
100
63
USA
96
60
96
55
Kanada
95
60
93
55
Mexico
97
44
95
54
Argentinien
68
20
85
35
Brasilien
96
22
95
33
Venezuela
91
31
92
43
Japan
68
34
85
35
Korea
96
54
95
55
China
80
71
71
67
Thailand
99
38
100
43
Philippinen
86
42
100
45
Land
Die Daten zur Verbreitung des Erregers
belegen, dass die Ileitis keineswegs auf
dem Rückzug ist; de facto wurde in
vielen Ländern sogar eine Zunahme
der Infektionsrate beobachtet, was sich
auf strengere Einschränkungen der
Antibiotika-Anwendung als Leistungsförderer zurückführen lässt.
Ileitis und Schweineproduktion
Die meisten Vermehrungsbetriebe
weisen eine hohe Anzahl an Lawsoniapositiven Sauen und Ebern auf. Bis
heute gelang es keinem Vermehrungsbetrieb den Status «frei von Lawsonia»
im Rahmen einer Gesundheitszertifizierung zu gewährleisten.
Hingegen gibt es gelegentlich die
Garantie, Schweine einzukaufen,
welche frei von Dysenterie und
Mykoplasmen sind, eine solche
Garantie existiert für Ileitis nicht!
Die Eradikation von Lawsonia
intracellularis auf einem Betrieb ist
äußerst schwierig. Betriebe auf
welchen keine Lawsonia-Infektionen
nachgewiesen werden können,
liegen meist in schweinearmen
Regionen und haben keine
angeschlossene Mast.
Ileitis und Mischinfektionen
Neuere Erkenntnisse zur Untersuchung zum gemeinsamen Vorkommen von Lawsonia intracellularis,
Brachyspira hyodysenteriae und
Brachyspira pilosicoli auf einem
Schweinebetrieb zeigen, dass
Mischinfektionen in Deutschland
weit verbreitet sind. 2
Insgesamt wurden für diese
Untersuchung 1176 individuelle
Kotproben von 95 Herden (mit
insgesamt 33 000 Sauen, 64 000
Ferkeln und 145 000 Mastschweinen)
zwischen 2007 und 2009 untersucht.
68,4 % aller untersuchten Herden
waren mit mindestens zwei der drei
Erreger infiziert.
Tabelle 2: Verbreitung der Erreger und Vorkommen von Mischinfektionen in Deutschland2
Erreger
Nachweis in der Einzelprobe
Nachweis auf dem Betrieb
12,7 %
48,4 %
Brachyspira hyodysenteriae
8,3 %
24,2 %
Brachyspira pilosicoli
3,2 %
31,6 %
29,8 %
68,4 %
Lawsonia intracellularis
Mischinfektionen
Behandlung und Bekämpfung der Ileitis
In den letzten 15 Jahren erlangte die
Wissenschaft wichtige Erkenntnisse
zur Wirksamkeit verschiedener
Antibiotika gegenu
̈ ber Lawsonia
intracellularis. Eine neuere
Untersuchung zur Wirksamkeit von
Tylosin, Lincomycin, Tetracyclin
und Tiamulin gegenüber Lawsonia
intracellularis konnte zeigen, dass
Tiamulin die höchste Wirksamkeit
gegenüber Lawsonia intracellularis
besitzt.
Messung von MHK-Werten im Labor (Minimale Hemmkonzentration)
Tylosin und alle anderen Wirkstoffe
hingegen bewiesen sich als nicht so
wirksam. 3
Diese Tatsache konnte in zahlreichen
Studien sowohl im Labor als auch im
Feld weltweit belegt werden.
Optimierung des Behandlungszeitraums
Wir verstehen die Ileitis-Ausbrüche
in Schweinebetrieben heutzutage
besser. Studien zum Nachweis des
Erregers haben gezeigt, dass sich
die Ileitis in den meisten europäischen
und asiatischen Zuchtbetrieben in
einem Alter von ca. 6 bis 9 Wochen
verbreitet. Im Gegensatz hierzu wird
in den meisten amerikanischen
Betrieben eine spätere Infektion mit
Lawsonia, nämlich im Alter ab 12
bis 16 Wochen beobachtet.
Aufgrund der Kenntnisse bezüglich
des Zeitfensters der höchsten
Infektionsgefahr können Tierärzte
und Landwirte gemeinsam eine
Bekämpfungsstrategie erarbeiten
und so eine zielgerichtete Kontrolle
über die Erkrankung erreichen:
Ein hochwirksames Antibiotikum wie
Tiamulin sollte 1 bis 2 Wochen nach
Immunität entwickeln, ohne dass sich
die Krankheit im Bestand ausbreitet.
Eine stabile Immunität bedeutet, dass
die Krankheit in der Herde während
des gesamten Produktionszyklus nicht
ausbricht.
dem Infektionszeitpunkt verabreicht
werden um eine bestmögliche und
lang anhaltende Wirkung zu erzielen.
Durch den Beginn der AntibiotikaTherapie nach dem Erregerkontakt
können die Schweine eine natürliche
Abbildung 1: Typischer Verlauf einer Infektion mit Lawsonia
intracellularis in einem Mastdurchgang (europäische/asiatische Schweinebetriebe)
Die Abbildung 1 links
zeigt den typischen Verlauf
eines Ileitis-Ausbruchs in
europäischen und asiatischen
Betrieben.
90
80
70
Wurde Tiamulin bei 9 bis
12 Wochen alten Ferkeln
eingesetzt, konnten die
klinischen und subklinischen
Ileitis-Symptome erfolgreich
reduziert werden.
Die Gesamtleistung der Tiere
verbesserte sich. 4
60
50
Absetzen
% der Tiere positiv für Antikörper gegen L. intracellularis
100
40
30
Typische
Behandlungsphase
Absetzphase
A
▼
20
10
0
kel
e
och
.W
fer
g
au
S
1
2
e
e
e
och
.W
och
.W
4
och
.W
6
e
8
och
.W
e
e
10
och
.W
och
.W
12
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e
och
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14
ch
Wo
6.
1
Dieser Bericht wurde unter Mitwirkung von
Professor Steven McOrist (BVSc, PhD, MACVSc, DipECPHM) erstellt.
Referenzen:
1. McOrist S, Barcellos DE, Wilson RJ. 2003. Global patterns of porcine proliferative enteropathy.
Pig Journal 51,26–35. (Updated data on file).
3. Wattanaphansak S, Singer RS, Gebhart CJ. 2009. In vitro antimicrobial activities against 10 North American
and European Lawsonia intracellularis isolates. Veterinary Microbiology 134, 305 – 310
4. Cefusa Farm Veterinary Group (data on file).
Novartis Tiergesundheit GmbH, Zielstattstrasse 40, 81379 München.
© 2010 Novartis Animal Health Inc.
001-11/10-01
2. Reiner G, Kixmöller M, Willems H. 2010. Mixed infections with L. intracellularis, B. hyodysenteriae, B. pilosicoli
in faecal field samples from German pig herds, simultaneously detected and quantified by realtime multiplex PCR.
Proceedings of the 21th IPVS Congress, Canada, P.389.
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Gesundheitswesen
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