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Gibt es einen Klimawandel? Was kommt auf uns zu?

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Europa-Universität Viadrina
Frankfurt (Oder)
Wirtschaftwissenschaftliche Fakultät
Peter Senoner
Essay
Gibt es einen Klimawandel? Was kommt auf uns zu?
Ernergiewirtschaft
BA-Vertiefung IBWL
Prof. Dr. Friedel Bolle
Peter Senoner
Mat.nr: 18849
e-mail: pjotero@gmx.net
Betrachtet man das Erdklima über mehrere Millionen Jahre hinweg, erscheint einem die Frage nach der
Existenz eines Klimawandels eigenartig. Folgt man dem Graphen der Weltdurchschnittstemperatur über
zig Jahrtausende, entsteht zunächst ein Gefühl der Bedeutungslosigkeit der menschlichen Existenz sowie
der Beliebigkeit des Status Quo.
Das Klima ist ein komplexes System, dem Statik fremd ist und dessen immanenter Bestandteil das
ineinander greifen von wechselseitig wirkenden Prozessen ist, welches sich auf Gleichgewichte
einpendelt.
Als sich in den 1980’er Jahren die Hinweise auf eine Klimaerwärmung mehrten, sah die sowjetische
Regierung dies durchaus als positiv an. Im Laufe der Zeit, mit breiterer Datenbasis, ist jedoch bei vielen
Menschen wenig Vorfreude auf die kommenden warmen Zeiten verblieben.
Über die Frage, ob der weltweit gemessene Temperaturanstieg überhaupt ein von Menschen verursachter
Effekt ist, wurde unter Wissenschaftlern lange diskutiert.
Doch die Zeit dieser Grundsatzdiskussion ist vorbei. Um heute noch solche Stimmen zu hören, muss man
schon sehr genau suchen oder sich fernab nach Jakutsk begeben, um auf Wissenschafter wie Wiktor
Schepeljow zu treffen, welcher die Erderwärmung immer noch als ein normales geozyklisches Phänomen
betrachtet und den Treibhauseffekt als westliche Panikmache abtut.1
Das Argument, die Erde befinde sich zwischen zwei Eiszeiten und die momentane Erderwärmung sei ein
normales zyklisches Anpassungsphänomen, war die meist verbreitete These unter den Skeptikern des
anthropogenen Klimawandels. Andere sahen in einer verstärkten Sonneneinwirkung die Ursache für den
Temperaturanstieg.
Doch zu rasch geht der Temperaturanstieg von statten, als dass man ihn dem oben beschriebenen
zyklischen Anpassungsprozess zuschreiben könnte.2 Auch die, nachgewiesener Weise, verstärkte
Sonnenaktivität wäre immer noch zu schwach, um den diagnostizierten globalen Temperaturanstieg auf
den Höchststand innerhalb der letzten 1300 Jahren zu erklären.3
Daher konnten diese Thesen sich, als alleinige Verantwortliche der Welterwärmung, auf die Dauer nicht
behaupten.
Die Klimaerwärmung als größtenteils anthropogenes Phänomen wird heute von der überwältigenden
Mehrheit der Wissenschaftler geteilt.
Dies zeigt auch eine Studie4, in welcher Artikel aus der Fachpresse ausgewertet wurden. In der Dekade
vor 2004 gab es keine einzige Arbeit mehr, welcher der These der menschengemachten Klimaerwärmung
widersprach.
Kritik gibt es an einzelnen Aspekten der wissenschaftlichen Debatte. Zweifler fragen sich beispielsweise
inwieweit der Mensch der Hauptverantwortliche für den Co2-Anstieg ist.5 Von einer „geschlossenen
Opposition“6 kann aber keine Rede sein, denn viele der einzelnen Kritiken gehen untereinander nicht
Konform.
Doch trotz dieser schon seit längerer Zeit gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse, hat sich der
Prozess des Umdenkens als ein sehr langsamer und träger erwiesen.
1
Vgl.: Voswinkel, Johannes: Einsackende Altbauten, In: Die Zeit, 03.05.2007, Nr. 19, S. 44;
Vgl.: http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/antworten_des_uba.htm, Themenkomplex 2,
Zugriff:04.06.2007, 13:43 Uhr;
3
Von 1750 bis heute werden von der Wissenschaft die Werte für den anthropogenen Treibhauseffekt auf 2,2 - 2,7 Wm-2, für
die Auswirkungen der Veränderungen der Erdoberfläche auf 0 - 0,4 Wm-2, für die Sonnenaktivität zwischen 0,1 - 0,5 Wm-2
geschätzt. Vgl.: http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/skeptiker.htm#7, Zugriff: 07.06.07,
11.30 Uhr;
Das IPCC spricht von der globalen mittleren Temperatur der letzen 50 Jahre, als dem Höchststand der Temperatur seit 1300
Jahren. Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Klimakritiker#_note-11, Zugriff :02.06.2007, 11.22 Uhr;
4
Oreskes, Naomi: The Scientific Consensus on Climate Change, In: Science Vol. 306, 4.12.2004;
5
Deutsche Vertreter sind Ulrich Berner und Hansjörg Streif von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.
6
http://de.wikipedia.org/wiki/Klimakritiker, Zugriff: 31.05.07, 22:16 Uhr;
2
2
Auf der Politikebene wurde in den 1990’er Jahren begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. So
kam es zur Konferenz von Rio und zum Protokoll von Kyoto, in welchen sich die Unterzeichnerstaaten zu
einer Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen (THG) verpflichteten.
Trotz des Kyoto-Protokolls geht der Co2-Ausstoß7 ungehindert weiter. Einer der prominenten
Kohlendioxidproduzenten, die USA, hat das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert. Andere, wie Kanada oder
Österreich haben das Vertragswerk zwar ratifiziert, auf weitere Anstrengungen zur Senkung des Co2Ausstoßes wurde aber verzichtet.
Es gibt allerdings auch Erfolge. Deutschland konnte bis heute seinen Co2-Ausstoß, im Bezug zu 1990, um
18% senken. Auch auf die gesamte EU bezogen gab es einen Rückgang. Dieser ist allerdings mit 3%8
noch weit von dem für 2012 gesteckten ehrgeizigen Ziel von 8% entfernt!
Global betrachtet ist jedoch von einem Rückgang der Co2-Emissionen wenig zu spüren. Laut dem Bericht
des Intergovernmental Panel on Climate Change9 (IPCC) stieg der Co2-Ausstoß zwischen 1990 und 2004
weltweit um 24% an, zwischen 2000 und 2005 sogar stärker als in den 1990’er Jahren.
Dies hat einerseits mit dem enormen Energiehunger der aufstrebenden Volkswirtschaften allen voran
China und Indien zu tun. Andererseits wird aber auch der Energieverbrauch der Industriestaaten, welche
für 46% der Co2-Emissionen verantwortlich sind, nicht geringer.10 (s. Abb. 4, S. 6) Einer Projektion der
Organisation for Economic Cooperation and Development11 (OECD) zufolge, würde, ohne Trendwende in
der Energiepolitik, der Ausstoß an Kohlendioxid von 26 Mrd. Tonnen im Jahr 2004 auf 40 Mrd. Tonnen
im Jahr 2030 ansteigen. Das entspräche einer Steigerung von 55%.
Was geschieht aber, wenn es uns nicht gelingt, unser Verhalten zu ändern? Wie sieht unsere oder unserer
Kinder Zukunft aus, wenn wir es nicht schaffen, die Erderwärmung unter 2 bis 2,4 C°12 zu halten, und so,
den von den IPCC-Forschern als Klimakipp-Punkt wichtiger Ökosysteme angesehenen Wert,
überschreiten?
Kurz zu den Fakten: Laut dem dritten Teilbericht des IPCC liegt die momentane Co2-Konzentration der
Atmosphäre bei 383 Anteilen pro einer Million Luftmoleküle (ppm).13 Ein Wert der deutlich über dem
Niveau der letzten 650.000 Jahre liegt.14 Zu Beginn der Industrialisierung, um 1750, lag der Wert noch bei
280 ppm. (s. Abb. 1, S. 6)
Der Co2-Gehalt der Atmosphäre sollte maximal auf einem Niveau von 420 ppm stabilisiert werden, um
die globale Erwärmung noch unter Kontrolle, das heißt unter dem kritischen Wert von 2 bis 2,4 C° zu
halten. Aktuell steigt die Co2-Konzentration jedoch um 2,5 ppm pro Jahr, Tendenz steigend.
Dies besagt, dass wir nicht viel Zeit haben, um Maßnahmen zu ergreifen. Innerhalb der nächsten 15 Jahre
muss die Trendwende eintreten, also der Co2-Ausstoß rückläufig werden. Bis 2050 muss es uns gelungen
sein, die Co2-Emission um 40 % des Niveaus von 1990 zu verringern.
Gelingt uns dies, wird die Klimaerwärmung sich auf einem Niveau entwickeln, welches für den Menschen
handhabbar und deren Anpassungskosten tragbar sind.
Doch was genau geschehen wird, ist schwer zu sagen. Was im Moment schon zu beobachten ist, ist ein
häufigeres Auftreten extremer Wetterereignisse, das Abschmelzen der Landeismassen, mit dem damit
7
Behandelt wird hier nur Co2, da es volumenmäßig das bedeutendste THG ist. Weitere THG sind z.B. Lachgas und Methan.
Vgl.: EU-Kommission, Fortschritte bei der Umsetzung der Ziele von Kyoto, In: http://eurlex.
europa.eu/LexUriServ/site/de/com/2006/com2006_0658de01.pdf, S. 3, Zugriff: 13.06.07, 20.34 Uhr;
9
Vgl.: Deutsche Koordinationsstelle IPCC, In: Verminderung des Klimawandels - Teil III, 02.02.07, S.1;
10
Vgl.: Deutsche Koordinationsstelle IPCC, In: Verminderung des Klimawandels - Teil III, 02.02.07, S.2;
11
OECD, Weltenergieausblick 2006, In: http://www.parisoecd.
diplo.de/Vertretung/parisoecd/de/Download__IEA__2006,property=Daten.pdf, S. 6; Zugriff: 29.05.07, 9.34 Uhr;
12
Vgl.: Deutsche Koordinationsstelle, In: Verminderung des Klimawandels - Teil III, 02.02.07, S.3;
13
Vgl.: http://www.zeit.de/online/2007/09/klimawandel, Zugriff: 27.05.07, 23:02 Uhr;
14
Vgl.: Deutsche Koordinationsstelle IPCC, In: Verminderung des Klimawandels - Teil I, 02.02.07, S.1;
8
3
verbundenen Anschwellen der von ihnen gespeisten Flüsse (Folge erhöhte Überschwemmungsgefahr),
Verringerung des antarktischen Eises, sowie eine tendenziell höhere Grönlandschmelze. Dies bewirkt
schon heute ein Ansteigen des Meeresspiegels um 3 mm pro Jahr.
Auch verändert sich das Verbreitungsgebiet vieler Tier- und Pflanzenarten bzw. die Vegetationszonen.
Die Fauna und Flora zieht sich in Richtung Pole bzw. in höhere Lagen zurück. Doch werden nicht alle
Arten dieses Rückzugsgefecht überleben. Es wird erwartet, dass 20 – 30% der Pflanzen- und
Tiergattungen aussterben werden. Dies hätte beispielsweise Auswirkungen auf die Nahrungsmittelkette
sowie auf das Funktionieren von Ökosystemen.
Auch wird die Klimaerwärmung gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Neben dem erhöhten Auftreten
von Herz-Kreislauf- sowie Atemwegserkrankungen, bedrohen vor allem die Ausbreitung von
Infektionskrankheiten wie Cholera und Typhus die Weltgesundheit. Die Verschiebung der
Vegetationszonen kann auch krankheitsübertragenden Wirttieren einen weiteren Aktionsradius gewähren.
Diese Tendenz kann man heute schon anhand der Zecken und der von ihr übertragenen Krankheit wie
Borilliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkennen.
Jedoch stechen bei den Prognosen des IPCC zwei Veränderungen besonders hervor. Zum einen
prognostiziert das IPCC den Anstieg des Wasserspiegels der Meere auf 25 – 88 cm für 2100.15 Dies erhöht
die Anfälligkeit der Küsten für Sturmfluten sehr stark. Dieser Effekt würde durch den Ausfall von
küstenschützenden Ökosystemen, wie z.B. Mangrovenwälder und Korallenriffe weiter verstärkt werden.
Betroffen von Überflutungen wäre eine Fläche von ca. 4 Mio. km2.16 Darunter würden auch die großen
Deltagebiete in Afrika und Asien, beispielsweise Bangladesch fallen. Insgesamt wäre der Lebensraum von
ca. 300 Mio. Menschen bedroht.17 (s. Abb. 6, S. 6)
Langfristig verschärft würde der Meeresspiegelanstieg, durch ein Abschmelzen des Grönlandeises. Nach
jetzigem Stand des Wissens, würde eine Erderwärmung von 3 C° zu einem unumkehrbaren Prozess des
Abschmelzens des Grönlandeises führen, ein Prozess der mehrere Jahrhunderte bzw. Jahrtausende dauern
und den Meeresspiegel jedoch im Endeffekt um weitere 7 m erhöhen würde.
Zum anderen, werde die Verfügbarkeit von Wasser tendenziell zurückgehen. Zwar wird die kumulierte
Niederschlagsmenge eher steigen. Es ändert sich aber die zeitliche Verteilung des Niederschlags über das
Jahr hinweg, sowie die Geschwindigkeit des Wasserabflusses.
Dies ist anhand der Prognosen für Nordeuropa gut darstellbar: Es regnet sehr viel in den Wintermonaten.
Anhand der erhöhten Temperaturen, kommt es jedoch nicht zur Schneebildung. Das Wasser wird nicht
gespeichert, sondern fließt sofort ab, was eine erhöhte Hochwasser- und Erosionsgefahr zur Folge hat.
Dafür bleiben die Niederschläge im Sommer eher gering. Es kommt zu großen Hitzewellen, mit schweren
gesundheitlichen, land- und forstwirtschaftlichen Folgen.18
Die Struktur der Niederschläge verändert sich jedoch nicht nur bezüglich ihrer temporären Verteilung.
Auch bezüglich der geografischen Verteilung wird es zu einschneidenden Veränderungen kommen. (s.
Abb. 3, S. 6) Tendenziell wird es zu einer Erhöhung der Niederschlagsmenge in der nördlichen
Hemisphäre und zu einer Verringerung von Niederschlägen in den mittleren Breiten kommen.
Dies wird vor allem die unterentwickelten Gesellschaften im südlichen Afrika sowie in Lateinamerika und
in Asien treffen. Die Subsistenz-Landwirtschaft wird besonders bedroht sein und damit die
Lebensmittelversorgung großer Bevölkerungsschichten in diesen Regionen.
Für Indien und China kann sich die Wasserversorgungssituation nach dem für 2050 prognostizierten völlig
gletscherfreien Himalaya weiter verschärfen, da von den dort entspringenden Flüssen fast eine Milliarde
Menschen abhängig ist.
15
Laut einer neuen Trendprojektion könnte der Meeresanstieg auch zwischen 50-140 cm liegen. Vgl.: S. Rahmstorf: A SemiEmpirical Approach to Projecting Future Sea-Level Rise, Science (express) 10.1126/science.1135456, 14 Dec. 2006.
Bzw.: http://www.pik-potsdam.de/news-1/press-releases/faster-sea-level-rise?set_language=de, Zugriff: 04.06.2007, 12.33 Uhr;
16
Vgl.: WGBU, In: Energiewende zur Nachhaltigkeit, 2006, S. 117;
17
Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Stern-Report, Zugriff: 12.06.2007, 22.40 Uhr;
18
Einen ersten Eindruck davon bot das Jahr 2003, mit vielen Hitzetoten und großen Ernteausfällen.
4
In einer Studie des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderung
(WBGU) in welcher Unweltkonflikte der Vergangenheit untersucht wurden, prognostizieren Forscher für
die Zukunft, dass der Klimawandel den Problemdruck besonders in jenen unterentwickelten Regionen
verstärken werde, die schon in der Vergangenheit mit Problemen wie z.B. Wassermangel, Dürre und
Bodendegradation zu kämpfen hatten.19
Große Gebiete Afrikas, Lateinamerikas und Asiens, welche selbst das Klimaproblem nicht verursacht
haben, werden am meisten unter den Veränderungen zu leiden haben. Sie werden aber auch nicht über die
Ressourcen verfügen, sich adäquat an die Veränderung anzupassen. Welche Probleme dadurch in der
Verteilung der zukünftig vom Klimawandel verursachten Kosten entstehen werden, kann man sich schwer
vorstellen, welche Wut sich in den betroffenen Gebieten entwickeln könnte, will man sich besser nicht
vorstellen.
Durch gezieltes und entschlossenes Handeln besteht noch die Möglichkeit den Erderwärmungsprozess so
zu beeinflussen, dass sich die schlimmsten Folgen für die Menschheit abwenden lassen. Zwar scheint sich
auf der politischen Bühne etwas zu bewegen, doch muss vor allem auch den Bürgern der westlichen
Hemisphäre klar werden, dass ein verschwenderischer Lebensstil, wie er sich in den letzten 30 – 40 Jahren
eingebürgert hat, nicht weiter tragbar ist. Ganz ohne Verzicht wird es eine klimakorrekte Zukunft nicht
geben. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, zu einer präindustriellen Lebensform zurückkehren
zu müssen. Die Diskrepanz zwischen dem Heute und dem besseren Morgen beträgt dennoch 8 Tonnen.
Denn zurzeit verbraucht jeder Westeuropäer im Durchschnitt 11 Tonnen Co2. Ein klimaverträglicher Co2Ausstoß dürfte jedoch 3 Tonnen nicht überschreiten.
Dies ist durchaus möglich. Mit dem flächendeckenden Einsatz von zurzeit bereits vorhandenen
Technologien, Umdenken in unseren Köpfen und einwenig Verzicht können wir die Wende hin zur
klimaneutralen Gesellschaft schaffen!
Geht die industrialisierte Welt diesen Weg kohärent, werden wir auch die moralische Position besitzen,
andere von der Notwendigkeit und Realisierbarkeit der Umstrukturierung zu überzeugen.
Doch der schwierigste Prozess wird sein, uns selbst soweit zu bringen, anders zu handeln und somit einen
anderen Entwicklungspfad einzuschlagen. Denn mit der Sparlampe allein, werden wir dem Klimawandel
nicht entgegenwirken.
Gelingt uns dies jedoch nicht, kann sich die Menschheit, nach dem jetzigen Stand des Wissens, auf eine
turbulente Zukunft einstellen. Diese könnte durchaus den Ereignissen des 4. - 6. Jh. n. C. ähneln, als,
wahrscheinlich von einer natürlichen Klimaveränderung angetrieben, die Völker sich auf die Suche nach
einer neuen, sie ernährenden Heimat machten und so eine über ein halbes Jahrtausend bestehende
Weltordnung zum Einsturz brachten.20
19
Vgl.: WBGU, In: Weltkarte zu Umweltkonflikten – Ansätze zur Typologisierung, 2004, S. 46;
Vgl.: Interview mit Heinrich Miller, In:
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/bild_film_ton/audio/interviews/miller_3112007_klimawandel/,
Zugriff: 06.06.07, 15:21 Uhr;
20
5
Grafiken zur Klimaproblematik:21
Abb. 1: Co2-Konzentration der Atmosphäre in
den letzten 440.000 Jahren.
Abb. 2: Variation der Erdoberflächentemperatur ab dem Jahr 1000.
Abb. 3: Trend der Veränderung der jährlichen
Niederschlagsmenge in Prozent von 1900 bis 2000.
Abb. 4: Entwicklung des industriellen
Energieverbrauchs von 1971 – 1996.
Abb. 5: Trägheit der Ökosysteme: Notwendiger
Zeitraum für das Einpendeln von Temperatur, Co2Gehalt der Atmosphäre und des Meeresspiegelanstieg
auf eine neues Gleichgewicht.
Abb. 6: Anzahl der Menschen die von
Überflutungen betroffen wären, bei
einem Anstieg des Meeresspiegels um
40 cm, jeweils mit und ohne erweiterte
Schutzmaßnahmen.
21
IPCC: http://www.ipcc.ch/present/graphics.htm, Zugriff: 16.07.07, 11:21 Uhr;
.
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