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Diabetes – und es bewegt sich was! - St. Vincenz Krankenhaus

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02|2007
2 > VIA > Editorial
UNSER WEG
M e n s c h - M e d i z i n - Te c h n i k
ST.
VINCENZ und ST. ANNA
D A S K L I N I K M A G A Z I N D E R K R A N K E N H A U S G E S E L L S C H A F T S T. V I N C E N Z m b H
Diabetes – und es bewegt sich was!
2. Limburger Diabetestag war ein Riesenerfolg
> Seite 04
Pionierprojekt für Hüfte und Knie
Neues Therapiekonzept in der Orthopädie
des St. Vincenz
> Seite 06
Erhöhte Gefahr von Borreliose!
Infektionen durch Zeckenbisse in Hessen
> Seite 20
KRANKENHAUSGESELLSCHAFT
ST. VINCENZ mbH
2 > VIA > Editorial
INHALT
Neue medizinische Führungsspitze
Diabetes – und es bewegt sich was:
Zweiter Limburger Diabetestag
war ein Riesenerfolg!
Pionierprojekt für Hüfte und Knie:
Neues Therapiekonzept in der
Orthopädie des St. Vincenz
3
4
6
St. Vincenz ist das zehnte zertifizierte
Brustzentrum in Hessen
10
Lebensqualität trotz Brustkrebs:
11
Lifestyle, Kosmetik und Hilfe zur Selbsthilfe
KRANKENHAUSGESELLSCHAFT
ST. VINCENZ mbH
Liebe Leserinnen und Leser,
Bewegung – dies ist ein Schlüsselwort, das sich durch die gesamte
Ausgabe dieser VIA zieht.
„Es bewegt sich was“ – nicht nur für den zweiten Limburger Diabetestag hat sich
dieses Motto bewahrheitet; es zieht sich vielmehr wie ein roter Faden durch alle
Arbeitsbereiche innerhalb der Krankenhausgesellschaft. Dies dokumentiert das vielschichtige Themenspektrum dieser VIA sehr eindrucksvoll. Und legt ein beredtes
Zeugnis davon ab, warum unsere neuen Ärztlichen Direktoren den Menschen der
Region guten Gewissens eine durchaus selbstbewusste Botschaft übermitteln können: „Bestmögliche Medizin ohne jedes Wenn und Aber“, ist im Antrittsinterview
auf den Seiten 20 bis 23 zu lesen. Das ganz persönliche Fazit des neuen medizinischen Führungsteams: Die Menschen können auf die Expertise der Mediziner der
Krankenhausgesellschaft vertrauen, das St. Vincenz hat die Leistungsfähigkeit eines
großen Klinikums!
So lesen Sie in dieser Ausgabe beispielsweise über unser Pionierprojekt für
Hüfte und Knie: Traditionell hat gerade die Orthopädie des St. Vincenz richtungsweisende Standards vorzuweisen, jetzt machte die Abteilung unter PD Dr. Joachim
Hillmeier Schlagzeilen mit dem sogenannten Joint Care® Programm: als erste Klinik
in Hessen setzen Mediziner, Pflegekräfte und Physiotherapeuten auf ein ganzheitliches Konzept, das die Patienten deutlich schneller mobil macht. Von der Aufnahme
bis zu Entlassung und Rehabilitation wird das Behandlungskonzept gemeinsam mit
den externen Partnern gezielt durchgeplant, die Einbeziehung von Angehörigen und
Vertrauenspersonen ist ausdrücklich erwünscht – Netzwerkarbeit im besten Sinne!
Herausragende Beispiele für neue Wege und neue Konzepte für die
Patienten sind in diesem Zusammenhang insbesondere auch das jüngst zertifizierte Brustzentrum am St. Vincenz unter Chefarzt Dr. Peter Scheler wie auch die in
der Abteilung für Anästhesie etablierten innovativen Schmerzkonzepte, die Professor Dr. Dorothee Bremerich, die erste Chefärztin in der 157-jährigen Geschichte des
St. Vincenz, hier etabliert hat.
Ganz zu schweigen von dem Bravourstück, das Chefarzt PD Dr. Siegel, seine Oberärztin Margot Siebein und ihr Team und in enger Kooperation mit den niedergelassenen Fachärzten mit dem eingangs zitierten Diabetestag auf die Beine gestellt
haben: Engagement und Initiative angesichts einer Volkskrankheit, die angesichts
ihres epidemieartig grassierenden Auftretens und ihren ungeheuren Folgekosten
unser angeschlagenes Gesundheitswesen vollends zum Kollaps zu bringen droht.
Agieren statt Reagieren – dies ist schon seit jeher ein probates Mittel, Krisenzeiten erfolgreich, wenn nicht sogar gestärkt zu überstehen. Wenn dann noch oben
zitierte Netzwerkarbeit hinzukommt, braucht einem um die Gesundheitsversorgung
der Region im Allgemeinen und die Leistungsfähigkeit der Krankenhausgesellschaft
im Besonderen nicht bange zu sein: „Wer allein arbeitet addiert, wer zusammen
arbeitet multipliziert.“ Wie Sie auf den folgenden Seiten lesen können, wird dies an
der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH überzeugend praktiziert!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen entspannten Sommer
und eine schöne Ferienzeit, herzlichst
Klaus-Werner Szesik
Geschäftsführer
der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
Auszeichnung:
Limburger Chefärztin wird
außerplanmäßige Professorin
der Frankfurter Universität
12
Wissenschaftliches Update
zur Geburtshilfe
13
„Mit Power auf den Gipfel“
Offizielle Amtseinführung von
Frau Professor Dr. Bremerich
Geburt erleben:
Sanft, sicher und so
schmerzarm wie möglich
Die Tradition geht weiter:
Ur-ur-ur-urgroßnichte des Gründers
im St. Vincenz geboren
Besonderer Einsatz für die Seelsorge:
Die Taufe Emilia Sophie Kaltwasser
Geburtshilfe aus einer Hand:
„Gemeinsam sind wir stark!“
Erhöhte Gefahr:
Borreliose-Infektionen durch Zeckenbisse
14
16
17
17
18
20
Interview mit den Ärztlichen Direktoren: 22
Bestmögliche Medizin ohne jedes
„Wenn und Aber“
Dank für den „Ä.D. a.D.” Dr. Schalk:
„Eine wichtige Stimme in einer
einschneidenden Umbruchphase“
25
Girls`Day:
„Es geht um die Qualifikation,
nicht um`s Geschlecht“
26
Großzügige Spenden:
Lions Club Limburg-Mittellahn
unterstützt psychologische Betreuung
von Krebspatienten am St. Vincenz
1300 Euro für die Onkologischen
Patienten des St. Vincenz
28
29
Umweltforum am St. Vincenz:
15 Umweltmanagementbeauftragte
diskutierten ökologische Aspekte im
Krankenhauswesen
30
Umweltschutz auf allen Ebenen:
Zweite Re-Validierung des Standortes
31
Pflegende Angehörige im Mittelpunkt:
Bundesweites Projekt „Pflegebegleiter"
Erlebnis Krankenhaus:
Kindergartenbesuch im St. Vincenz
31
Kunst im Krankenhaus:
Impressionen einer Vernissage
und einer Finissage
Personalnachrichten & In Kürze
32
34
36-38
IMPRESSUM
HERAUSGEBER: Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
Auf dem Schafsberg, 65549 Limburg
Tel.: (06431) 292-0, Fax: (06431) 292-4118
Tel.: (06433) 87-0, Fax: (06433) 87-6344
E-Mail: info@st-vincenz.de, E-Mail: info@anna-kh.de
www.st-vincenz.de, www.anna-kh.de
REDAKTION: Nicola von Spee, Ulrich Haßler,
Petra Hoffmann, Anna-Team-Ansprechpartnerin:
Renate Sietzke, V.i.S.d.P Klaus-Werner Szesik
Konzept & Layout: Natascha Schäfer
S!DESIGNMENT KÖLN, www.s-designment.net
Bilder: Archiv KH St. Vincenz & KH St. Anna
Auflage: 3.500
Die Beiträge geben die Meinungen der jeweiligen Verfasser wieder.
St. Vincenz < VIA < 3
Von links:
Chefarzt PD Dr. Christoph Oberwittler
Chefarzt PD Dr. Udo A. Heuschen
Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik
Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH steht unter neuer ärztlicher Führung:
Neue medizinische Führungsspitze
>> Privatdozent (PD) Dr. Udo A. Heuschen, Chefarzt der Abteilung Allgemein-, Gefäß- und Visceralchirurgie wurde jetzt auf Vorschlag der
Chefarztkonferenz vom Verwaltungsrat zum neuen Ärztlichen Direktor ernannt; zu seinem Stellvertreter wurde der Chefarzt der Abteilung
für Neurologie, Dr. Christoph Oberwittler, berufen. PD Dr. Heuschen,
bisher stellvertretender Ärztlicher Direktor, tritt in dieser Funktion die
Nachfolge von Dr. Klaus-Peter Schalk an, dem Krankenhausleitung und
Verwaltungsrat für seinen engagierten Einsatz ausdrücklich dankten.
Im Zuge der weiteren Etablierung des Feststellungsbescheides der Hessischen Landesregierung ist das neue ärztliche Direktorenteam für beide
Betriebsstätten der Krankenhausgesellschaft verantwortlich.
Mit Privatdozent Dr. Udo A. Heuschen tritt ein international renommierter Chirurg
an die medizinische Spitze der Krankenhausgesellschaft. Der 46jährige ist seit 2002
als Chefarzt an der Limburger Klinik tätig. Seine wissenschaftliche und medizinische Ausbildung absolvierte er an der Universitätsklinik Heidelberg, wo er langjähriger Oberarzt der Chirurgischen Klinik war. Diverse Stipendien, wissenschaftliche Preise und Forschungsförderungen zeugen von hervorragender klinischer und
akademischer Arbeit. Internationalen Ruf hat sich der gebürtige Aachener in der
rekonstruktiven Chirurgie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus
Crohn, Colitis ulcerosa) sowie anderen Darm- und Enddarmerkrankungen erworben.
Eine schonende Dick- und Enddarmchirurgie mit Erhalt des Schließmuskels nimmt
einen hohen Stellenwert in der Arbeit seiner Abteilung an der Limburger Klinik ein,
wo er eine moderne visceralchirurgische Abteilung etablierte, die nach modernsten
chirurgischen Therapieprinzipien und internationalen Standards arbeitet. Auch in
Bezug auf die Komplexität der Erkrankungen der behandelten Patienten arbeitet das
chirurgische Team auf universitärem Niveau.
Der Schwerpunkt der Abteilung besteht heute in der Therapie von gut- und bösartigen Tumoren im Bauchraum (Magen, Darm, Leber, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse)
sowie neuroendokriner Organe wie der Schilddrüse, Nebenschilddrüse und Nebenniere. Die schonenden Verfahren der minimal-invasiven Chirurgie nehmen einen
hohen Stellenwert ein und sind hier klinische Routine. Auch die Gefäßchirurgie und
die Proktologie erfuhren unter Heuschens Ägide eine deutliche Stärkung.
Dr. Christoph Oberwittler ist seit der Umwandlung der neurologischen Belegabteilung in eine Hauptabteilung im
Jahr 1998 Chefarzt der Neurologie des St. VincenzKrankenhauses. Seine fachärztliche Ausbildung
und wissenschaftliche Tätigkeit hat Oberwittler nach einem Studium in Münster, Heidelberg
und London an der Universitätsklinik Münster
absolviert, wo er zuletzt mehrere Jahre als Oberarzt tätig war. Seit Beginn seiner Tätigkeit in
Limburg widmet er sich konsequent dem weiteren Ausbau der diagnostischen und therapeutischen Neurologie mit einem breiten Spektrum
in der Akutversorgung neurologischer Erkrankungen. Schwerpunkt seiner medizinischen
Tätigkeit sind die cerebrovaskulären Erkrankungen (TIA, Schlaganfall). Die von Oberwittler
in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der
Kardiologie geführte Stroke unit (Schlaganfallakutstation) wurde im Herbst vergangenen Jahres
von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert. Besonderes medizinisches Augenmerk
widmet Dr. Oberwittler ferner den neurologischen
Bewegungsstörungen und deren Behandlung mit
Botulinum Toxin. Hierzu richtete er eine SpezialAmbulanz mit überregionalem Einzugsgebiet
ein. Im Rahmen der Funktion des St. Vincenz
als Akademischem Lehrkrankenhaus der JustusLiebig-Universität engagiert sich der Neurologe
in der Ausbildung des medizinischen Nachwuchses, zudem hat er einen Lehrauftrag an der
Europa Fachhochschule Fresenius in Idstein und
fungiert als ärztlicher Leiter der Krankenpflegeschule der Krankenhausgesellschaft. Sowohl
Dr. Oberwittler, als auch Privatdozent Dr. Heuschen sind Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Fachgesellschaften.
Die Ärztlichen Direktoren freuen sich auf die
Aufgabe, in den nächsten Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer, KlausWerner Szesik, die Krankenhausgesellschaft
St. Vincenz auf hohem medizinischen Niveau
wirtschaftlich weiter zu entwickeln.
4 > VIA > St. Vincenz
Diabetes
– und es bewegt sich was!
2. Limburger Diabetestag war ein Riesenerfolg: Gratis-Checks und viel Aufklärung rund
um die Volkskrankheit Nummer eins
>> „Diabetes – und es bewegt sich was“ – das
Sie engagierten sich beim Diabetestag:
• Dr. Klaus Fischer, diabetologische Schwerpunktpraxis St. Anna-Krankenhaus
(Moderne Therapie ohne Insulin bei Typ 2-Diabetes)
• Dr. Gorazd Kerum, Diez
(Wann ist welches Insulin sinnvoll?)
• Dr. Gerd Scheurer, Diez
(Diabetes und Auge - Sehkraft ok)
• Dr. Stephan Walter, Chefarzt Nephrologie St. Vincenz
(Diabetes und Bluthochdurck - das geht an die Nieren)
• Dr. Klaus Bormann
(Sei gut zum Fuß – wie schütze ich meine Füße?)
• Melanie Offer, Diabetesberaterin Diez
(Genuss ohne Reue)
• Michaela Knuth, Diabetesassistentin Bad Homburg
(Übergewicht bei Kindern - ein modernes Problem?)
Motto für den 2. Limburger Diabetestag der
Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH
war bestens gewählt. Denn zum einen ging
es darum, Bürgerinnen und Bürger, Kinder
und Jugendliche auf das explosionsartig
grassierende Krankheitsbild Diabetes mellitus aufmerksam zu machen, zum anderen
um Bewegung im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren, um der neuen Volkskrankheit
Diabetes vorzubeugen. Und dass sich etwas
bewegt, das machte der Diabetestag mehr
als deutlich: Mehr als 2000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich rund um das Thema
Diabetes zu informieren: In Vorträgen und
Workshops mit einem breit gefächerten Themenspektrum sowie an den Ständen zahlreicher Fachaussteller, vor allem aber auch
bei zahlreichen Zusatzangeboten, die Spaß
an der Bewegung vermittelten. „Die großartige Frequentierung des Diabetestages hat
unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“,
konstatierte Chefarzt PD Dr. Erhard G. Siegel, der gemeinsam mit Oberärztin Margot
Siebein und in enger Zusammenarbeit mit
niedergelassenen Fachärzten den 2. Limburger Diabetestag organisiert hatte.
Insbesondere auch die Kinder hatten PD Dr. Siegel
und Margot Siebein ins Visier genommen: „Kinder sind die Patienten von morgen“, konstatierten
die Mediziner. Auch Mütter und Väter wollten sie
mit dem breitgefächerten Themenspektrum rund
um den Diabetes dazu motivieren, frühzeitig auf
einen präventiven Ansatz zu achten: Schließlich
sind schon jetzt jedes fünfte Kind und jeder dritte
Jugendliche übergewichtig. „Eine Erkrankung, die
wir in diesem Ausmaß vor fünf Jahren so noch gar nicht kannten“, wie
der Chefarzt der Medizinischen Klinik
des St. Vincenz feststellte. In der EU
ist gerade Deutschland ein „Vorreiter“
in Sachen Übergewicht, ergänzt Oberärztin Siebein. Jeder zweite Deutsche
bringe zu viele Kilos auf die Waage.
Generationsübergreifendes Übergewicht – die Zeitbombe Nummer eins
für eine Diabeteserkrankung. Grund
genug also, im Teamwork mit den
niedergelassenen Kollegen Aufklärungsarbeit zu leisten: Sensibilisierung für eine epidemieartige Erkrankung, die mit ihren 30 Milliarden
Behandlungskosten einen Kollaps für
das gesamte Gesundheitswesen befürchten lässt, wird nicht irgendwann
Einhalt geboten: Durch Prävention
jedes Einzelnen, vor allem mit viel
Bewegung und richtiger Ernährung,
aber auch mit öffentlicher Wahrnehmung für Ursachen und Symptome,
Behandlung und Komplikationen des
Diabetes.
„Die Situation ist ernst, insbesondere auch hier im Landkreis LimburgWeilburg,“ konstatiert PD Dr. Siegel.
Derzeit gibt es hier rund 15.000 Diabetiker, allerdings gehen Experten
von einer erheblichen Dunkelziffer
der noch nicht erkannten Erkrankungen aus. PD Dr. Siegel engagiert sich
mit seinem Team schon seit seinem
Amtsantritt als Chefarzt in Limburg
im Jahr 2001 ganz besonders für
den Aufbau therapeutischer Strukturen zur Bekämpfung des Diabetes:
„Wir müssen diesem gesellschaftspolitischen Problem unbedingt Rechnung tragen.
Die Quote der Diabeteserkrankungen wird auch weiterhin dramatisch zunehmen.“
Rund 25.000 Fuß- und Beinamputationen jährlich,
7000 Erblindungen und ca. 30.000 Herzinfarkte als
Folge von Diabetes – diese Zahlen bestätigen die Thesen des Mediziners mehr als eindrucksvoll.
Das Plädoyer für einen vernünftigen Ausgleich zwischen Ernährung und Bewegung, respektive ganz
grundsätzlich auch der ausreichenden Bewegung,
ist eines der Eckdaten der Überzeugungsarbeit,
das Team des Diabetes- und Stoffwechselzentrums
am St. Vincenz-Krankenhaus tagtäglich leistet.
„Wir essen garantiert zu viel und bewegen uns
selten oder nie“, spitzt Dr. Siegel die Problematik
!
zu. „Allein durch mehr Bewegung und gesundes Essen
kann das Risiko der Erkrankung
mehr als halbiert werden.“ Nicht von
ungefähr also, dass auch die Bewegung
ihren festen Platz beim Diabetestag einnahm: Der
Nordic-Walking-Schnupperkurs beispielsweise, der Kinder-Fit-Parcours oder das Bobbycar-Rennen. Fit statt Fett,
Fit und aktiv – dies waren die Schlagworte der physiotherapeutischen Aktionen, die mit viel Phantasie und Kreativität die Kinder aus der Reserve lockten: Mäusesprung
und Tiger-Twist, Giraffentreffen und Balanceübungen
fanden großen Anklang bei den Kids. Tolle Tipps für
einen aktiven Familienalltag, die sich mit wenig Aufwand
realisieren lassen.
Und alles in allem ein Diabetestag, an dem sich definitiv
viel bewegt hat ...
INFO
Alle 90 Minuten erblindet ein Mensch, alle 60 Minuten wird ein Mensch dialysepflichtig, alle 19 Minuten
ereignet sich ein Herzinfarkt oder eine Amputation: Alles in Folge von Diabetes. Weltweit gibt es mehr als 170
Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Vor allem ungesundes Essen und Mangel an körperlicher
Aktivität werden Expertenmeinungen zufolge bis zum Jahr 2025 dafür sorgen, dass diese Zahl auf 300 Millionen
ansteigt. In den industrialisierten Ländern ist Diabetes die führende Todesursache aufgrund kardio-vaskulärer
Krankheiten (Herzinfarkt und Schlaganfall). Dies gilt ebenfalls für Erblindung und Sehbehinderungen bei Erwachsenen, Amputationen (soweit sie nicht von einem Unfall herrühren) sowie für Nierenversagen. Weltweit
gibt es so viele Diabetes-Tote wie durch Aids. Damit liegt Diabetes auf Rang fünf der weltweiten Todesursachen
(nach Infektionserkrankungen, koronarer Herzkrankheit, Krebs und Unfällen). In Deutschland gibt es rund sechs
Millionen Diabetiker, die Dunkelziffer beträgt fünf Millionen.
Auch wenn Diabetes besonders im Alter stark zunimmt: Er ist keine Alterskrankheit und auch kein unabwendbares Schicksal. Wird Diabetes mellitus rechtzeitig erkannt und optimal behandelt, können sich die Betroffenen
gute Lebensqualität erarbeiten. Wird er aber nicht frühzeitig und konsequent therapiert, kommt es meist zu
schweren Folgeerkrankungen. Auf konsequente, zielorientierte Therapie setzt auch das Diabetes- und Stoffwechselzentrum am St. Vincenz-Krankenhaus. Ziel des Zentrums ist die integrierte ambulant-stationäre Behandlung und Information von Diabetikern unter Einbeziehung ihres sozialen Umfelds.
6 > VIA > St. Vincenz
Pionierprojekt für Hüfte und Knie:
Neues Therapiekonzept
in der Orthopädie des St. Vincenz
Umfassend und ganzheitlich: Mit Joint Care® kommen Patienten deutlic
Aktuell < VIA < 7
„Unsere Patienten wissen schon rund eine Woche vor der Operation
genau, wie ihre Behandlung aussehen wird. Sie werden im Vorfeld
intensiv geschult und ausführlichst aufgeklärt, lernen ihre Mitpatienten kennen und können sich untereinander austauschen.”
lich schneller wieder auf die Beine
>> Als erste Klinik in Hessen startet das St. Vincenz-Krankenhaus
Limburg mit einem Pionierprojekt
bei der Implantation von Hüftund Kniegelenken: Joint Care®
heißt das Schlüsselwort, gemeinsam gesund werden ist die eigentliche Zauberformel. Denn bei
diesem Programm macht sich die
Abteilung für Unfallchirurgie und
Orthopädie unter Chefarzt PD Dr.
Joachim Hillmeier insbesondere
gruppendynamische Prozesse zugute. Ohnehin setzt der Chefarzt
in der klinischen Routine auf richtungsweisende Standards: operiert
wird wenn möglich nach hochmodernen, in den USA entwickelten
minimalinvasiven Verfahren, die
den Patienten deutlich weniger
belasten als konventionelle Operationsformen. Joint Care® ist in
diesem Zusammenhang das Tüpfelchen auf dem I: Die Patienten
verlassen die Klinik schon nach
acht Tagen, „normal“ Operierte
bleiben oft doppelt so lange im
Krankenhaus …
„Unsere Patienten wissen schon rund eine Woche
vor der Operation genau, wie ihre Behandlung aussehen wird. Sie werden im Vorfeld intensiv geschult
und ausführlichst aufgeklärt, lernen ihre Mitpatienten
kennen und können sich untereinander austauschen“,
erläutert Chefarzt PD Dr. Joachim Hillmeier. Optimale
Aufklärung soll Ängste reduzieren und dazu beitragen, bestmögliche Behandlungsresultate zu erzielen. So
stellen sich in einer vierstündigen Informationsveranstaltung vor der OP alle beteiligten Berufsgruppen den
künftigen Patienten vor; die behandelnden Chirurgen
und Anästhesisten informieren über den Eingriff und
stehen intensiv Rede und Antwort. Außerdem lernen
sie bei dieser Gelegenheit ihre ganz persönliche Joint
Care® Betreuerin kennen: Susanne Knapp, stellvertetende Stationsleiterin der unfallchirurgischen Station,
die während des gesamten Behandlungsprozesses als
Ansprechpartnerin für die pflegerische Betreuung, wie
auch als Koordinatorin für den therapeutischen Ablauf
fungieren wird.
Zudem lernen die Patienten im Rahmen dieser intensiven Vorbereitung beispielsweise bereits im Vorfeld, an
Unterarm-Stützen zu gehen. Physiotherapeuten demonstrieren unterstützende krankengymnastische Übungen,
die den Patienten nach der OP von Nutzen sein werden.
Nach den vorstationären Untersuchungen werden dann
die Mitglieder einer Gruppe (vier bis sechs Personen)
alle am gleichen Tag operiert und in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht. Ab dem zweiten Tag halten sich
Patienten im sogenannten Joint Care Wohnzimmer mit
bequemen Sesseln auf und üben dort auch miteinander
unter Anleitung eines Krankengymnasten. „Die Gruppe
geht gemeinsam durch den gesamten Prozess und bildet eine Übungsgemeinschaft“, erklärt PD Dr. Hillmeier. Gegenseitige Motivation und Unterstützung seien
da ganz automatisch garantiert. Neben den operativen
Fortschritten tragen insbesondere die neuen schmerztherapeutischen Konzepte, die unter der Chefärztin der
Anästhesie, Professor Dr. Dorothee Bremerich, am St.
Vincenz Einzug gehalten haben, entscheidend dazu bei,
dass die Patienten die ersten postoperativen Tage nach
dem Einbau ihres neuen Gelenkes nahezu schmerzfrei
verbringen können.
Sowohl bei der vorbereitenden Veranstaltung, als auch
während des gesamten Behandlungsprozesses ist die
Betreuung und Unterstützung durch Angehörige oder
andere Vertrauenspersonen ausdrücklich erwünscht.
8 > VIA > St. Vincenz
Neues Therapiekonzept in der Orthopädie des St. Vincenz Mit Joint Care® kommen Patienten d
Alle Therapieschritte werden im Vorfeld genau geplant und aufeinander
abgestimmt. Voraussetzung ist ein perfektes Zusammenspiel der betroffenen
Abteilungen: Unfallchirurgen und Anästhesisten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Sozialarbeiterinnen arbeiten bei Joint Care® Hand in Hand. Die
gezielte Planung von der Aufnahme bis
zur Entlassung inclusive der Reha-Nachbehandlung soll den Patienten trotz der
sinkenden finanziellen Ressourcen im
Gesundheitswesen zu noch mehr Qualität in der Behandlung verhelfen. Wichtig
ist der Klinik dabei vor allem die ganzheitliche Sichtweise: „Die Betreuung
und Pflege eines Patienten sollte nicht
an der Krankenhauspforte enden“, konstatiert Chefarzt PD Dr. Hillmeier. „Joint
Care® nimmt die Bedürfnisse des Patienten vor, während und nach dem
Das OP-Team
unter Leitung von PD Dr. Joachim Hillmeier
Klinikaufenthalt ins Visier. Das hat uns
an diesem Programm ganz besonders
überzeugt.“ Basierend auf intensiver Vernetzung der Klinik mit den niedergelassenen Ärzten sowie den ambulanten oder
stationären Rehabilitationszentren könne
man nun im St. Vincenz den gesamten
Ablauf vorplanen: „Wir können dem Patienten einen umfassenden Service anbieten: einen einheitlicher Behandlungspfad,
bei dem sich der Patient organisatorisch
um nichts zu kümmern braucht. Dies
nehmen ihm die Joint Care® Betreuerin
und der Sozialdienst komplett ab“, freut
sich der Orthopäde.
Kernstück ist jedoch die Einbeziehung des
Patienten in den therapeutischen Prozeß,
seine aktive Mitwirkung an der Genesung. Damit die jeweiligen „Schicksalsgenossen“ sich gegenseitig aufmuntern
und anspornen können, wurde eigens ein
Joint Care® Wohnzimmer eingerichtet.
Hier sollen die Patienten schon am zwei-
„Gerade auf dem Gebiet
dieser orthopädischen
Erkrankungen hat sich
die Abteilung PD Dr.
Hillmeiers mittlerweile
einen ausgezeichneten
Ruf erarbeitet:
Die endoprothetische
Versorgung aller großen
Gelenke stellt mit rund
400 Implantationen pro
Jahr einen besonderen
Schwerpunkt der Abteilung dar. ”
ten Tag nach der OP zu Mittag essen und
ihre Mitpatienten wiedertreffen, die sie
bereits am Schulungstag kennengelernt
haben. Dort sollen sie auch den größten
Teil des Tages verbringen. Hierzu stehen
bequeme orthopädische Sessel bereit, in
bequemer Freizeitkleidung sollen hier
auch mehrmals täglich die krankengymnastischen Übungseinheiten stattfinden
– sowohl in der Gruppe, als auch in individuellen Übungseinheiten. Schlafanzüge oder Nachthemden sind tabu: „Sie
sind nicht krank“, lautet die Joint Care®
Philosophie, „Sie haben nur ein Problem
mit ihrem Hüft- oder eben Kniegelenk…“.
Gerade auf dem Gebiet dieser orthopädischen Erkrankungen hat sich die Abteilung PD Dr. Hillmeiers mittlerweile einen
Aktuell < VIA < 9
n deutlich schneller wieder auf die Beine
Das Joint Care® Team
der Station 4 Ost am St. Vincenz-Krankenhaus unter Leitung von Susanne Knapp
Die Joint Care® Betreuerin
Susanne Knapp ist sowohl in
Ihrer pflegerischen Betreuung
auf Station, als auch gleichzeitig als Ansprechpartnerin
und Koordinatorin während
Ihres gesamten Behandlungsprozesses tätig.
ausgezeichneten Ruf erarbeitet: Die endoprothetische Versorgung aller großen Gelenke stellt mit rund 400 Implantationen pro Jahr einen besonderen Schwerpunkt
der Abteilung dar. Insbesondere dank der minimalinvasiven Operationstechniken,
welche unter Hillmeiers Regie praktiziert werden, profitieren die Patienten von
deutlich früherer Mobilisation und geringeren postoperativen Schmerzen. Da dies
innerhalb Deutschlands bisher nur in wenigen Zentren angewandt wird, hospitieren Ärzte anderer Krankenhäuser im Limburger St. Vincenz und erlernen hier
die innovative Technik. Nur ein Zeugnis umfassenden Engagements für die Patienten, das nun durch das ganzheitliche Betreuungskonzept Joint Care® vollends
abgerundet wird.
!
INFO
In Deutschland werden momentan jährlich etwa 100.000
künstliche Hüftgelenke und
80.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Die meisten
Patienten leiden unter chronischen, arthrosebedingten Gelenkschmerzen, die sie in ihren
Alltagsaktivitäten und sportlicher
Betätigung massiv einschränken.
Durch die Implantation ausgeklügelter künstlicher Gelenke gelingt
es bei den meisten Patienten, die
starken Schmerzen zu beseitigen
und die Mobilität deutlich zu
verbessern.
Das Team der Physiotherapie
unter Leitung von Patricia Heckelmann.
10 > VIA > St. Vincenz
as Brustzentrum am St. VincenzKrankenhaus ist das zehnte zertifizierte Brustzentrum Hessens: Gestern (Dienstag, 5. Juni 2007) haben
die beiden Gutachter der unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft Onkozert nach intensivem Check-up in allen Bereichen der Klinik beschlossen,
die Aufnahme der Frauenklinik des
St. Vincenz in den kleinen Kreis der
zertifizierten Brustzentren zu empfehlen. Prof. Dr. Manfred Schönfelder
und Prof. Dr. Peter Kirschbaum, die
im Auftrag von Onkozert die Abteilung von Chefarzt Dr. Peter Scheler
zwei Tage lang unter die Lupe genommen hatten, bescheinigen dem Team
damit professionelle, kompetente und
nach den neuesten wissenschaftlichen
Standards orientierte Arbeit für die
Patientinnen. „Dass die Abteilung in
so kurzer Zeit auf diesen Level gekommen ist, verdient höchste Anerkennung“, lautete das Fazit der beiden Auditoren.
Eine ganzheitliche Versorgung von Patienten
wie sie von den onkologischen Fachgesellschaften gefordert wird, ist nur durch ein
Netzwerk von Spezialisten unterschiedlicher
medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen möglich. So gilt die externe Anerkennung nicht nur den Mitarbeitern der
Frauenklinik, sondern auch den Radiologen,
Nuklearmedizinern und Strahlentherapeuten,
den Onkologen, Anästhesisten und Pathologen des St. Vincenz. Auch der Sozialdienst,
die Physiotherapeuten und Psychoonkologen
sind an der Limburger Klinik in die Behandlung eingebunden. Nicht nur das VincenzTeam, sondern auch die Kooperationspartner des Hauses seien äußerst engagiert – ein
Einsatz, der sich auch an den Fallzahlen der
Abteilung ablesen lasse, wie Prof. Dr. Schönfelder konstatierte. Besondere Anerkennung
zollten die Gutachter auch dem Algorhythmus der Schmerzbekämpfung, der über die
Chefärztin der Anästhesie, Professor Dr. Dorothee Bremerich, in die Behandlung der Patienten am St. Vincenz integriert worden war.
Auch die seitens der Geschäftsführung veranlassten medizintechnischen und baulichen
Verbesserungen in der Abteilung fanden das
Wohlwollen der Gutachter: Die Ausstattung
der Abteilung sei in technischer Hinsicht up
to date, die Räumlichkeiten in angenehmer
Atmosphäre gestaltet.
Ganz generell habe man am St. Vincenz in
allen Bereichen eine Offenheit erfahren, die
nicht eben selbstverständlich sei. Insbesondere bescheinigten die Auditoren dem Team
der Frauenklinik „eine tolle Leistung auf der
St. Vincenz ist das zehnte
zertifizierte Brustzentrum
in Hessen
Hohe Anerkennung für eine bemerkenswerte Leistung:
Externes Gütesiegel für die Frauenklinik
Personalstrecke“. Dr. Scheler müsse bei seinem Start in Limburg insbesondere im Blick auf den
Mitarbeiterstamm ganz offensichtlich gute Vorraussetzungen vorgefunden haben, auf dem
er so excellent habe aufbauen können: „An diesem Haus weht ein guter Geist“, konstatierte
Prof. Kirschbaum. Dies machte der gynäkologische Experte vor allem am profunden Wissen
des Teams fest: „Das war nicht auswendig, das war inwendig“, stellte er fest. Das zur Zertifizierung erforderliche Fachwissen könne unmöglich erst kurz zuvor `eingetrichtert` worden
sein: „Diese Mitarbeiter wissen, worum es geht.“
Die erfolgreiche Zertifizierung des Brustzentrums wird dennoch keine einmalige Aktion bleiben. Chefarzt Dr. Peter Scheler: „Wir müssen unsere Arbeit immer wieder überprüfen. Denn
wir wollen die Heilungschancen und die Lebensqualität unserer Patientinnen auch in Zukunft
immer weiter verbessern.“ Dies bedeute sowohl im Blick auf die Ausstattung, als auch auf
die inhaltliche und fachliche Arbeit ein kontinuierliches Engagement, das permanent weiter
ausgebaut werden müsse.
Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Klaus-Werner Szesik, sicherte dem Gynäkologen hierbei die Unterstützung der Krankenhausleitung zu. Sein Respekt galt dem gesamten
medizinischen Team, allen Mitarbeitern und Kooperationspartnern für eine bemerkenswerte
Leistung. Den beiden Gutachtern dankte er für die zwar kritische, aber besonders konstruktive
und wohlwollende Beratung. Chefarzt Dr. Peter Scheler dankte „allen Mitstreitern der Zertifzierung, vor allem für den guten Teamgeist.“
!
INFO OnkoZert
OnkoZert ist
ein unabhängiges Zertifizierungsinstitut, das im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft die Umsetzung der fachlichen Anforderungen an onkologische Zentren überprüft. Um in den kleinen Kreis der zertifizierten
Brustzentren aufgenommen zu werden, bedarf es nicht nur umfangreicher Qualifikationen bei den behandelnden Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten, sondern auch ständig trainierter, interdisziplinärer klinischer Routine. Absichtserklärungen allein reichen den unabhängigen Experten von Onkozert dabei nicht. So muss jedes Brustzentrum seine
Arbeitsweise auch regelmäßig extern kontrollieren und auswerten lassen. Zu den fachlichen Anforderungen für den
Erhalt des Zertifikats gehören neben enger interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer modernen Geräteausstattung
auch bestimmte Mindestfallzahlen für Chemotherapien und Operationen. So muß ein Brustzentrum beispielsweise 150
operierende Mammakarzinome pro Jahr nachweisen können.
Vorraussetzung für eine Zertifizierung als Brustzentrum ist es auch, dass nicht ein einzelner Arzt allein Therapieentscheidungen trifft, sondern diese im interdisziplinären Fachteam diskutiert werden. Die Therapie wird damit auf eine breite
Grundlage gestellt, die Meinung vieler Spezialisten ist dabei berücksichtigt. Diese Diskussionen im Expertenteam in Verbindung mit hohen Standards in der bildgebenden Diagnostik (z.B. Mammographie, Kernspintomographie, Stereotaxie)
führen somit zu einer ganzheitlichen und individuell auf die persönlichen Bedürfnisse der Patientin zugeschnittenen
Therapie. Die Einbindung der niedergelassenen Frauenärzte in die Arbeit des Brustzentrums ist ausdrücklich erwünscht
und wird aktiv gefördert.
Aktuell < VIA < 11
Neue Termine in der Veranstaltungsreihe
des Brustzentrums am St. Vincenz
Lebensqualität trotz Brustkrebs:
Lifestyle, Kosmetik
und Hilfe zur Selbsthilfe
!
>> „Ändert sich das Aussehen des Körpers“, sagt der griechische Philosoph Aristoteles, „ändert dies zugleich auch den
Zustand der Seele.“ Diese Erkenntnis nutzend hat das Team der Frauenklinik ein
Programm aufgestellt, das Brustkrebspatientinnen insbesondere in der alltäglichen Bewältigung der Krankheit zur Seite
stehen soll. Konkrete Schminktipps und
andere praktische Informationen in den
monatlichen Informationsveranstaltungen
sollen den Frauen helfen, ihr Leben trotz
Brustkrebs individuell zu gestalten und
das oft angeschlagene Selbstwertgefühl
wieder aufzubauen.
Ganz allgemein geht es um Tipps, die man im klinischen Alltag normalerweise gar nicht bespricht:
„Es gibt Probleme, unter denen sehr viele Patientinnen leiden. Trotzdem werden sie im Gespräch
mit den behandelnden Ärzten kaum zur Sprache
gebracht,“ sagt Heike BäckerDasbach,
Study-Nurse*
in der Frauenklinik des
St. Vincenz. Auswirkungen von Krankheit
und Behandlung, die
eben nicht unbedingt
zu den „richtigen“
Krankheitssymptomen
zählen und keine
„harten“ medizinischen
Fakten sind.
NEUE TERMINE
Die nächsten Termine der Veranstaltungsreihe für Patientinnen
mit Brustkrebs jeweils Mittwochs
(respektive Dienstags) um 15 Uhr
im Konferenzraum St. Hildegardis,
St. Vincenz-Krankenhaus Limburg
sind:
So leiden die betroffenen Frauen meist besonders unter den unmittelbaren äußeren
Folgen der Chemo- oder Strahlentherapie.
Haarausfall, Augenbrauen- oder Wimpernverlust, aber auch Hautveränderungen beeinträchtigten das Selbstwertgefühl ganz
entscheidend. Grund genug für das Team
des Brustzentrums, ganz konkrete Lifestyle-Tipps zu geben. Kosmetik-, Tücherund Kopfschmuckberatung soll vielen
Frauen zu einer positiveren Lebenseinstellung verhelfen. Mehr Selbstsicherheit und
mehr Wohlbefinden tragen ganz entscheidend dazu bei, die Krankheit zu besiegen“,
davon sind Chefarzt Dr. Peter Scheler und
sein Team überzeugt.
*Study Nurse: Krankenschwester, die Patienten, welche
an einer wissenschaftlichen Studie teilnehmen, betreut
und die Dokumentation der Studie überwacht
04. Juli 2007:
Hilfe zur Selbsthilfe nach Krebs:
Der Sozialdienst informiert
10. Juli 2007: Kosmetikseminar
14. August 2007: Kosmetikseminar
29. August 2007: Früherkennung
und Tumornachsorge
05. September: Kosmetikseminar
16. Oktober: Kosmetikseminar
24. Oktober: Lifestyletipps:
Haare, Tücher, Prothetik
!
INFO
Weitere Informationen
sowie Anmeldungen unter
St. Vincenz-Frauenklinik,
Christine Neu-Reusch,
Telefon 06431 / 292-4449
oder 292-4451
oder auch im Internet unter
www.st-vincenz.de/abteilungen/
frauenklinik/index.php
12 > VIA > St. Vincenz
Große Auszeichnung für Prof. Dr. Dorothee Bremerich
Limburger Chefärztin
wird außerplanmäßige Professorin
der Frankfurter Universität
Die Chefärztin der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin des
Limburger St. Vincenz-Krankenhauses, Dr. Dorothee Bremerich, ist zur
außerplanmäßigen Professorin der
Johann Wolfgang Goethe Universität
Frankfurt ernannt worden. Die Mutter
zweier Kinder – Sohn Friedrich ist viereinhalb Jahre und Tochter Charlotte
zwei Jahre alt – ist die erste Chefärztin
am St. Vincenz-Krankenhaus und
auch bundesweit eine von wenigen
Medizinerinnen in ähnlich verantwortungsvoller Position.
>> Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik gratulierte der Chefärztin zu dieser großen Auszeichnung
und begrüßte die damit garantierte kontinuierliche
Vernetzung des St. Vincenz mit aktuellen medizinischen Standards: „Zusätzlich zu unserer Funktion
als Akademischem Lehrkrankenhaus forciert und
stabilisiert diese Berufung unseren Anschluß an die
modernste wissenschaftliche Forschung“, freute sich
Szesik. Künftig wird die 43jährige Anästhesistin
28 Stunden pro Semester am Fachbereich Medizin
der Frankfurter Universität lehren, außerdem unterrichtet sie die Studenten im Praktischen Jahr am
St. Vincenz-Krankenhaus, das zudem Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Gießen ist.
Bereits für ihre Habilitation musste Prof. Bremerich
sich mit 14 Publikationen in hochrangigen nationalen wie internationalen Fachzeitschriften qualifizieren. Um zur Professorin berufen werden zu können,
mussten erneut wissenschaftliche Nachweise diesen
Umfangs geleistet und gegenüber dem Fachbereich
Medizin und dem Senat der Universität dokumentiert
werden. Dieser Leistungsnachweis umfasste zudem
über 200 Vorträge auf nationalen und internationalen
wissenschaftlichen Kongressen und Symposien sowie
Geschäftsführer
Klaus-Werner Szesik
gratuliert Chefärztin
PD Dr. Dorothee Bremerich
zur Professur
über 40 von Experten überprüfte wissenschaftliche Publikationen. Bereits
während ihres dreijährigen Forschungsaufenthalts an der renommierten
Mayo Clinic in Rochester (USA) war die gebürtige Rheinland-Pfälzerin
durch ein Stipendium der Adolf-Messer-Stiftung sowie durch ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet worden.
Im Jahr 2003 war Bremerich für ihr klinisches und wissenschaftliches
Engagement im Bereich der postoperativen Schmerztherapie am Universitätsklinikum mit dem Theodor-Stern-Preis der Johann Wolfgang
Goethe-Universität ausgezeichnet worden.
Seit dem Beginn ihrer medizinischen Tätigkeit widmet sich Prof. Dr. Bremerich insbesondere der Analgesie und der Anästhesie in der Geburtshilfe sowie der postoperativen Schmerztherapie. Dieses klinische und
wissenschaftliche Engagement hat sie auch am St. Vincenz-Krankenhaus
sofort umgesetzt: in der Geburtshilfe etablierte sie modernste regionalanästhesiologische Methoden zur Schmerzlinderung; in der postoperativen
Schmerztherapie richtete sie auch hier mit Hilfe innovativer schmerztherapeutischer Verfahren einen 24-Stunden-Akutschmerzdienst ein.
Auch weiterhin wird der Limburger Chefärztin die Organisation und die
wissenschaftliche Leitung der „Frankfurter Geburtshilflichen Symposien“
des Universitätsklinikums obliegen. Die diesjährige Veranstaltung des
alljährlichen interdisziplinären medizinischen Forums, dem in Fachkreisen große Anerkennung gezollt wird, war gerade in Frankfurt zu Ende
gegangen. Kurz vor ihrer Berufung hatten sich unter Bremerichs Leitung
rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland mit dem anästhesiologischen
Management von Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft beschäftigt, die sich aufgrund des immer höheren Alters werdender Mütter in
signifikanter Weise häufen. Breiten Raum hatten hierbei innovative
schmerztherapeutische Konzepte sowie die immer feiner differenzierten
Wirkstoffkombinationen der modernen Anästhesiologie eingenommen.
Einer der aktuell diskutierten neuen Aspekte bei den Bemühungen um
möglichst schmerzarme Geburten ist nach Aussage Professor Bremerichs
die Berücksichtigung des weiblichen Biorhythmus: „Da unsere Lebensweise immer häufiger unserer `biologischen Uhr`zu wider läuft, wird die
chronobiologische Forschung in der Pharmakologie immer wichtiger.“
Würden die schmerztherapeutischen Maßnahmen hierauf abgestimmt,
habe dies positive Auswirkungen auf die Schmerzintensität der Mutter,
ohne das Neugeborene zu gefährden. Resümee Prof. Bremerichs: „Wir
sind den Schwangeren, die sich in unsere Obhut begeben, solche regelmäßigen wissenschaftlichen Updates ganz einfach schuldig!“
St. Vincenz < VIA < 13
„Da unsere Lebensweise immer häufiger
unserer `biologischen Uhr` zuwider läuft,
wird die chronobiologische Forschung
in der Pharmakologie immer wichtiger.”
Chefärztin
PD Dr. Dorothee Bremerich
Wissenschaftliches Update
zur Geburtshilfe
Limburger Chefärztin leitete wissenschaftliches
Symposium der Uniklinik Frankfurt
>> Gute Hoffnung hat nicht immer ein gutes Ende: schwere Erkrankungen in der
Schwangerschaft werden immer häufiger. Mütter über 35, Mehrlingsschwangerschaften, aber auch Teenager-Mütter führen zu einer deutlichen Erhöhung der Risikofaktoren einer Schwangerschaft, so die aktuellen Erfahrungswerte der medizinischen Forschung. Erkenntnisse, die klare Antworten im therapeutischen Alltag erfordern. Die
Chefärztin der Abteilung Anästhesie und operative Intensivmedizin des Limburger
St. Vincenz-Krankenhauses, Professor Dr. Dorothee Bremerich, war jetzt aufgrund
ihrer wissenschaftlichen Expertise federführend an der Organisation des achten
Frankfurter Geburtshilflichen Anästhesiesymposiums beteiligt, das sie gemeinsam
mit ihren Kollegen des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt ausrichtete. „Eine eklatante Häufung der klassischen schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen und zunehmende Begleiterkrankungen der Mütter waren
nach unserer Überzeugung Anlass genug für ein wissenschaftliches Update und
interdisziplinären fachlichen Meinungsaustausch“, resümiert Professor Bremerich,
die seit Jahren die wissenschaftliche Leitung des Symposiums innehat.
Erkrankungen des Herzens, eine Zunahme von thromboembolischen Ereignissen und
schwangerschaftsassoziierte Bluthochdruckerkrankungen wie die Präeklampsie werden immer häufiger diagnostiziert und können für Mutter und Kind lebensbedrohlich
sein. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland beschäftigten sich nun auf Einladung Bremerichs mit dem anästhesiologischen Management von Begleiterkrankungen
in der Schwangerschaft, das eine große Herausforderung für die interdisziplinäre und
interprofessionelle Zusammenarbeit in der Geburtshilfe darstellt. Schleichend, so konstatierten die Experten aus Geburtshilfe und Anästhesie übereinstimmend, seien auch
die Übergänge zwischen normalen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder
Erbrechen und schwerwiegenden, dringend behandlungsbedürftigen Erkrankungen.
So könne eine frühe Präeklampsie unter Umständen gar eine Entbindung ab der
24. Woche bedingen – keine Frage also, dass in Frankfurt neben den neurologischen
oder kardiologischen Begleiterkrankungen für die Schwangeren auch die Neugeborenen-Reanimation bzw. der Umgang mit Komplikationen bei Frühgeborenen
diskutiert wurde.
Aufgrund der aktuellen medizinischen Datenlage, insbesondere aber auch aufgrund
der persönlichen Erfahrungen der jeweiligen Referenten – alle namhafte Anästhesisten aus bundesdeutschen Universitätskliniken – befassten sich die Teilnehmer unter
den verschiedensten Fragestellungen mit den notwendigen Schlußfolgerungen für das
therapeutische Regime in der klinischen Praxis.
Breiten Raum nahmen hierbei innovative
schmerztherapeutische Konzepte und immer feiner differenzierte Wirkstoffkombinationen der modernen Anästhesiologie
ein. Ein besonders interessanter Aspekt,
so Professor Bremerich, war auch die Berücksichtigung des Biorhythmus bei den
Bemühungen um möglichst schmerzarme Geburten: „Da unsere Lebensweise
immer häufiger unserer `biologischen
Uhr`zuwider läuft, wird die chronobiologische Forschung in der Pharmakologie
immer wichtiger.“ Würden die schmerztherapeutischen Maßnahmen hierauf abgestimmt, habe dies positive Auswirkungen auf die Schmerzintensität der Mutter,
ohne das Neugeborene zu gefährden.
„Auch in den kommenden Jahren werde ich dieses geburtshilfliche Anästhesiesymposium zusammen mit der Klinik
für Anästhesiologie, Intensivmedizin
und Schmerztherapie des Klinikums der
Johann Wolfgang Goethe- Universität
Frankfurt veranstalten“, resümiert PD Dr.
Bremerich. „Dieses Symposium ist ein
interdisziplinäres und etabliertes Forum,
die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die klinische Praxis umzusetzen.
Das sind wir den Schwangeren, die sich
in unsere Obhut begeben schuldig!“
Nur ein Grund von vielen, warum die
Anästhesie des St. Vincenz auch weiterhin in engem Kontakt mit der Frankfurter
Universitätsklinik bleiben wird …
14 > VIA > St. Vincenz
Medizinische Fachkompetenz unter sich:
Professor Dr. Dorothee Bremerich im Kreis ihrer medizinischen Lehrer
und Weggefährten, v.l.n.r.: Prof. Dr. Paul Kessler,
Prof. Dr. Manfred Kaufmann und Prof. Dr. Bernhard Zwißler.
Offizielle Amtseinführung von Frau Professor Dr. Bremerich
als Chefärztin der Anästhesie und operativen Intensivmedizin
„Mit Power auf den Gipfel“
Elan, Tempo, Energie – dies waren prägende
Schlüsselwörter für die offizielle Amtseinführung der Chefärztin für Anästhesie und operative Intensivmedizin des St. Vincenz-Krankenhauses, Professor Dr. Dorothee Bremerich.
Eine Veranstaltung, die für einen „sicheren Eintrag in die Annalen der Stadt Limburg im allgemeinen und des St. Vincenz-Krankenhauses
im Besonderen“ führen wird, so jedenfalls die
Einschätzung von Professor Dr. Bernhard Zwißler, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Johann
Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und
als ehemaliger Vorgesetzter von Frau Professor
Bremerich der Hauptlaudator des Abends. Eine
Einführungsveranstaltung, die ebenso historisch wie aktuell war. Historisch deshalb, weil
Professor Bremerich in der 157jährigen Geschichte des St. Vincenz die erste Frau in einer
Chefarztposition ist, aktuell deshalb, weil das
Thema Vereinbarkeit von Frau und Beruf, Frau
und Führungsposition, kurzum Chancengleichheit derzeit brandaktuell diskutiert wird.
>> „Mit Power auf den Gipfel“ lautete
beispielsweise das Eingangsstatement
des Geschäftsführers der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH,
Klaus-Werner Szesik sowohl auf die
eindrucksvolle Vita der Anästhesistin,
als auch auf die zeitgleich stattfindende Anschlussveranstaltung zum
G-8-Gipfel, die Weltfrauenkonferenz
in Berlin anspielend. Doch auch in
den Statements der medizinischen
Weggefährten fand sich die Problematik wieder. „In Blick auf Chancengleichheit ist Deutschland immer
noch Entwicklungsland“, konstatierte beispielsweise Professor Dr. Paul
Kessler, Chefarzt Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin der Orthopädischen Universitätsklinik Frankfurt /
Stiftung Friedrichsheim. Seiner Überzeugung nach ist Professor Bremerich
jedoch „bestes Beispiel“ dafür, dass
das Thema Frau, Karriere, Kinder sehr
wohl und sehr gut zu vereinbaren ist.
Kessler, Bremerichs Vorgänger im
Amt des leitenden Oberarztes an der
Universitätsklinik Frankfurt, sprach
von besonderer wissenschaftlicher
Spezialisierung, welche die Anästhesistin insbesondere auch durch ihren
Blickwinkel als Frau eingeschlagen
habe: beispielsweise bei der Entwicklung neuer, schonenderer Substanzen
für die Prämedikation von Kindern,
die seinerzeit auch Thema der Doktorarbeit der neuen Chefärztin war.
Charakterisierte Professor Dr. Dorothee Bremerich
als ungewöhnlich dynamische, organisationsfreudige
und im besten Sinne neugierige Persönlichkeit:
Professor Dr. Bernhard Zwistler
Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Kaufmann, Direktor der Klinik für Gynäkologie
und Geburtshilfe der Johann Wolfgang
Goethe-Universität Frankfurt, hob in diesem Zusammenhang die wegweisende
wissenschaftliche Expertise Bremerichs
hervor: „Ihr wissenschaftliches Engagement hat Standards gesetzt“, bekräftigte
der Gynäkologe. So habe sie beispielsweise
entscheidenden Anteil an der Entwicklung
der sogenannten Walking epidural: einer
innovativen schmerztherapeutischen Methode in der Geburtshilfe, mit deren Hilfe
Gebärende ihre Schmerzmittel nach ihrem
individuellen Empfinden selbst abrufen
können und die es ihnen dadurch sogar
noch ermöglicht, mobil zu bleiben. Auch
Bremerichs außerordentlichem Engagement in den weit über die Grenzen Hessens
hinaus anerkannten Frankfurter Geburtshilflichen Symposien zollte der erfahrende
Gynäkologe besonderen Respekt.
Dass sich die Krankenhausgesellschaft mit
dieser Chefarzt-Wahl für einen innovativen
Start in die Zukunft entschieden habe, daran ließ keiner der Professoren der Frankfurter Universitätskliniken einen Zweifel:
„Mit Frau Professor Bremerich haben Sie
eine außerordentlich verdiente Klinikerin
und gleichzeitig auch eine ausgezeichnete Pädagogin gewonnen“, bescheinigte
Prof. Dr. Zwißler dem Verwaltungsrat des
St. Vincenz. Die Anästhesistin sei dafür
bekannt, Probleme nicht nur anzupacken,
sondern diese auch dezidiert zu analysieren und konsequent zu lösen. Zwißler
charakterisierte sie als ungewöhnlich dynamische, organisationsfreudige, im besten Sinne neugierige Persönlichkeit. Von
daher habe das St. Vincenz langfristig und
strategisch eine besonders excellente Wahl
getroffen.
Hohe Professionalität gepaart mit Elan und Eleganz:
Professor Dr. Dorothee Bremerich, Chefärztin der Abteilung Anästhesie und operative Intensivmedizin des
St. Vincenz-Krankenhauses, hier mit ihrer Familie.
Dass dies auch Geschäftsführung und
Verwaltungsrat so sehen machten für den
Verwaltungsrat dessen stellvertretender
Vorsitzender Hans Beresko sowie Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik deutlich. Bremerich stehe für „bestmögliche
Medizin ohne Wenn und Aber“ stellte
Beresko fest. Eine Philosophie, die durch
den Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft nach Kräften unterstützte werde.
Beresko, der den terminlich verhinderten
Vorsitzenden Erwin Reuhl vertrat, bekräftigte, dass diese Ausrichtung an ebenso innovativer wie hochprofessioneller Medizin
„hauspolitisch“ ausdrücklich erwünscht sei
– im Gegenzug zu den bundespolitischen
Restriktionen, die solche Profilierung
zugunsten der Patienten nicht eben begünstige.
Zollte seiner Chefarztkollegin besonderen Dank für
ihr konsequent umgesetztes, klares Konzept, welches
der Abteilung Prof. Bremerichs die Zusammenarbeit
mit den zahlreichen Schnittstellen hochkomplexer
Medizin, die am St. Vincenz geleistet werde, deutlich
erleichtere: Dr. Christoph Oberwittler, stellvertretender
Ärztlicher Direktor der Krankenhausgesellschaft. Im
Hintergrund der Landrat des Kreises Limburg-Weilburg, Manfred Michel.
Klaus-Werner Szesik nutzte die Veranstaltung für einen ausgesprochen frauenfreundlichen Appell: so sei diese Chefarztbesetzung eine Entscheidung, welche
der Krankenhausleitung durchaus auch
ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiterinnen bewusst mache. Im Zuge
der Schlagzeilen um die erste Chefärztin
des St. Vincenz seien gleichzeitig auch
Überlegungen wieder angestoßen worden,
die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf
für die weiblichen Mitarbeiter der Klinik
leichter zu gestalten, versprach Szesik.
Denn es ist die „feste Überzeugung“ des
Krankenhausmanagers, dass die deutsche
Wirtschaft künftig noch mehr als bisher
auf das kreative Potential gut qualifizierte
Frauen angewiesen ist.
Außerordentlichen Dank
wurde selbstredend auch dem
Vorgänger der hochgelobten
Chefärztin zuteil:
Dr. Wolfgang Meister (Mitte), dem Professor Bremerich
für eine bestens aufgestellte
Abteilung und sehr gute Voraussetzungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit an
den zahlreichen Schnittstellen
hochkomplexer Medizin am
St. Vincenz dankte.
Freude über eine hochqualifizierte Chefärztin und
zur Abwechslung einmal ein Gruppenbild mit zwei
Damen: V.l.n.r.: Prof. Dr. Paul Kessler, Prof. Dr. Manfred Kaufmann und Prof. Dr. Bernhard Zwißler, Hans
Beresko, Klaus-Werner Szesik, Prof. Dr. Bremerich,
Landrat Michel, Irmgard Busch.
Richtete den Focus auf die Leistungsdaten, die Professor Bremerich am St. Vincenz mit Elan und ungeheurem Tempo vorangetrieben hatte: Der Leitende
Oberarzt der Abteilung Anästhesie und operative
Intensivmedizin, Dr. Armin Wahler. Im Besonderen
skizzierte Wahler drei Schwerpunkte: Die Erweiterung
der Intensivstation auf zehn Betten, die perioperative
Schmerztherapie und den Akutschmerzdienst.
16 > VIA > St. Vincenz
Individuelle Betreuung vor während und nach der Geburt:
Team der Frauenklinik informierte am Tag der offenen Tür
Geburt erleben:
Sanft, sicher und so schmerzarm wie möglich
>> „Geburt erleben – sanft, sicher
und so schmerzarm wie möglich“
– unter diesem Tenor stand der Tag
der offenen Tür, den das Team der
Frauenklinik am Samstag, 31. März
2007, im St. Vincenz-Krankenhaus
Limburg veranstaltete. Rund 200
Besucher nutzten über den Tag hinweg die Möglichkeit, das umfassende Informations- und Kursangebot
des Teams sowie die schön gestalteten und gerade medizintechnisch
neu „aufgerüsteten“ Möglichkeiten
im Kreißsaal kennenzulernen.
Den Spagat zwischen der Sicherheit moderner Medizintechnik und individueller,
familienorientierter Geburtshilfe wolle man
zur größtmöglichen Zufriedenheit der werdenden Mütter bewerkstelligen, so hatte
die leitende Hebamme Barbara Martin die
Philosophie der Betreuung in der Geburtshilfe des St. Vincenz zu Beginn des Tages
formuliert. Dazu gehöre eine umfassende
Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt, und zwar vor, während und nach
der Geburt. Hebammen und Ärzte sowie
Krankenschwestern und Kinderkrankenschwestern hatten sich alle Mühe gegeben,
den werdenden Eltern das Rund-um-Paket
des St. Vincenz zum Thema Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett in zahlreichen individuellen Gesprächen und vielen
Präsentationen nahe zu bringen.
Spannende Ergänzung hierzu waren die
Fachvorträge zu Beginn des Tages, insbesondere der Vortrag von Prof. Dr. Dorothee
Bremerich, Chefärztin der Abteilung für
Anästhesie und operative Intensivpflege
des St. Vincenz, die interessierte werdende Eltern über die sog. „Walking Epidural“ informierte. Dies ist eine innovative
schmerztherapeutische Methode, welche
es den Schwangeren ermöglicht, die
Schmerzmittel nach ihrem individuellen
Empfinden selbst abzurufen und es dabei
sogar noch ermöglicht, mobil zu bleiben.
Zudem konnte man sich über diverse andere schwangerschaftsspezifischen Themen
informieren, beispielsweise zum Thema
„Kaiserschnitt – Pro und Contra“, Diabetes in der Schwangerschaft, Ernährung,
aber auch zur Fragestellung notwendiger
Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder.
Dass dabei auch das „kleine Ein-Mal-eins
der Babypflege“ sowie die wichtigsten
Tipps zum erfolgreichen Stillen nicht zu
kurz kamen, versteht sich von selbst. Eltern werden kann man nämlich lernen, so
hatte es schon auf dem Plakat zum Tag der
offenen Tür geheißen…
Kinder waren beim Tag der offenen Tür auf
dem Schafsberg ausdrücklich erwünscht: Denn
für lustige Betreuung seitens Dr. Peppinos war
eigens gesorgt, auch Kinderschminken gab
es im Angebot. So dass zum Abschluß nicht
nur gut informierte werdende Eltern die Klinik verließen, sondern auch viele kleine bunte
Schmetterlinge und Blumenkinder fröhlich in
die laue Frühlingsluft flatterten …
News < VIA < 17
Geburt von
Jule Charlotte Antonia
Taufe von
Emilia Sophie Kaltwasser
Die Tradition
geht weiter …
Besonderer Einsatz
Jule Charlotte Antonia ist eine Ur-, Ur-, Ur- Urgroßnichte des Gründers der Stiftung St. Vincenz-Hospital,
Dr. Anton Busch. Das Foto zeigt Jule mit ihren Éltern
Stephanie und Dirk Opel vor dem Porträt ihres verdienstvollen Ahnen im Foyer des St. Vincenz-Kankenhauses. Großmutter Irmgard Busch setzt sich seit
25 Jahren im Verwaltungsrat des Hauses aktiv für die
weitere konstruktive Entwicklung der Klinik ein, um
eine engagierte Fortsetzung dieser Tradition braucht
man sich also nicht zu sorgen …
Die kleine Jule wurde am 23. März um sieben Uhr
im St. Vincenz geboren und maß 3030 Gramm und
52 Zentimeter. Die junge Familie fühlte sich in der
Abteilung von Dr. Scheler „sehr wohl und gut betreut“
und bedankt sich sehr herzlich bei allen Mitarbeitern
des Kreißsaals wie auf der Station.
!
ZUR ERINNERUNG ...
... aus aktuellem Anlaß:
Dr. Anton Busch (1791 – 1861) war Stifter und
– gemeinsam mit Stadtpfarrer Prof. Dr. Dr. Johann Baptist Diehl - Gründer unserer Limburger
Klinik. Er war der geistige Urheber sowie lebenslang „Sponsor“ des Unternehmens St. Vincenz-Krankenhaus. Schon lange Jahre um die
„Erlangung einer geordneten Krankenpflege“ in
Limburg bemüht, erreichte der Mediziner, dass
am 10. Oktober 1850 zwei Vincentinerinnen in
das Krankenhaus am Rossmarkt einzogen. An
diesem Tag wurde das St. Vincentius-Hospital
offiziell eröffnet.
... in der Krankenhauskapelle!
In der Kapelle des St. Vincenz-Krankenhauses wurde jetzt die
kleine Emilia Sophie Kaltwasser vom katholischen Krankenhausseelsorger, Pater Josef da Via, getauft. In seinen 16 Jahren als
Seelsorger an der Limburger Klinik war es erst das zweite Baby,
das angelehnt an frühere Traditionen unmittelbar im Anschluß
an die Geburt in der Kapelle des Krankenhauses getauft wurde.
Das kleine Mädchen mit dem schönen Namen kam am 23. März
um 3.30 Uhr Morgens zur Welt. Es freuten sich nicht nur Mutter
Manuela Kaltwasser und Vater Mirko Schulz, Großeltern Hedi
und Klaus Kaltwasser sowie die Taufpaten Jörg Kaltwasser und
Beate Muck, sondern auch die Mitarbeiter aus Geburtshilfe und
Wochenbettstation.
Emilias Eltern dankten dem Team unter Chefarzt Dr. Peter Scheler, ihnen
die ersten Tage als junge Familie so angenehm und wohlbehütet gestaltet
zu haben. Hebamme Yvonne Schank, Oberarzt Waldemar Schmidt und
Assistenzärztin Andrea Wolf hatten dem 3.210 Gramm schweren Baby
geholfen, das Licht der Welt zu entdecken. Die Taufe fand fünf Tage später,
am letzten Tag des Krankenhausaufenthalts statt: Auf besonderen Wunsch
von Mutter Manuela, die am 8. April vor 39 Jahren auch in dieser Kapelle
getauft worden war! Die Mitarbeiter und Mtarbeiterinnen der Frauenklinik
wünschten der jungen Familie Glück und gaben der kleinen Emilia die
besten Wünsche für ihren Start ins Leben mit auf den Weg nach Hause ins
heimische Hünfelden-Ohren!
18 > VIA > Interview
Große Anerkennung und hoher Respekt
Ab Juli 2007 wird es die Geburtshilfe innerhalb der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH nur noch am Limburger St. VincenzKrankenhaus geben. Damit geht in Hadamar eine Epoche der geburtshilflichen Versorgung zuende. Hierzu ein Auszug aus einer
Presseerklärung von Verwaltungsrat und Geschäftsführung:
„Mit großer Anerkennung und hohem Respekt für die bisher in der
Geburtshilfe des St. Anna-Krankenhauses geleistete Arbeit sind alle
Beteiligten davon überzeugt, dass die neue und bislang einmalige
Kooperation ein Erfolg wird. Die Verantwortlichen in Hadamar haben
für ihre Patientinnen unter hohem persönlichen Einsatz hervorragende Arbeit geleistet. Wir danken ausdrücklich Herrn Dr. Bremer, der als
Geburtshelfer in Hadamar eine „Institution“ ist und über Jahrzehnte
hinweg erfolgreich die Geburtshilfe in Hadamar betreut hat.“
Geburtshilfe aus einer Hand:
„Gemeinsam sind wir stark!“
Neue Kooperation mit intensivem Betreuungsnetz für
die Schwangeren: Hadamarer Beleghebammen fest
am St. Vincenz integriert
>> „Wir wollen eine Erfolgsgeschichte schreiben!“ Die Vorgabe ist
eindeutig und ein guter Anfang ist bereits gemacht: Am 1. Juli fällt
der offizielle Startschuß für ein Projekt, das in dieser Konzeption
bundesweit einmalig ist. Denn der erste Juli bedeutet nicht allein
das Ende der Geburtshilfe am St. Anna-Krankenhaus in Hadamar,
es bedeutet auch Neubeginn - nur unter anderen Vorzeichen: Sechs
der bislang in Hadamar tätigen Geburtshelferinnen kooperieren ab
Juli mit der Geburtshilfe des St. Vincenz-Krankenhauses.
Hebammen, die ab Juli mit der St. Vincenz-Frauenklinik kooperieren:
Rebekka Traut, Katja Mausolf, Felicitas Scholl (nicht im Bild), Antje Graeff, Sabrina Meuer,
Nadja Paul, Sabine Röhrig und Sandra Hasse, hier im Bild mit Chefarzt Dr. Peter Scheler
und dem Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Klaus-Werner Szesik.
Dort sind die Beleghebammen direkt in einem gemeinsamen Dienstplan mit den fest
angestellten Hebammen der Frauenklinik
des St. Vincenz-Krankenhauses integriert.
Gemeinsam wollen sie den Kreißsaal des
St. Vincenz zu einer Insel im High-TechBetrieb Krankenhaus machen: zu einer Insel
mit ganz viel Menschlichkeit, zu einem geschützten Raum für die Frauen der Region,
der aber gleichzeitig auch die Sicherheit und
die Schützenhilfe bietet, welche die Errungenschaften der modernen Medizin werdenden Müttern heute zugute kommen lassen
kann. „Das St. Vincenz wird nie die Atmosphäre eines Geburtshauses haben können“,
konstatieren die Hebammen. „Aber es bietet
eben größtmögliche Sicherheit bei gleichzeitig größtmöglichem Bemühen aller Beteiligten, die Geburt zu einem individuellen, einzigartigen Erlebnis zu machen.“ Hierzu seien
gerade unter Chefarzt Dr. Peter Scheler beste
Ansätze umgesetzt worden. Über Ziele und
Inhalte des neuen Modellprojekts sprachen
wir mit den neuen Vincenz-Beleghebammen
Antje Graeff, die nunmehr auch stellvertretende Leiterin des Vincenz-Kreißsaalteams
und gleichzeitig auch Vorsitzende des Kreises Limburg-Weilburg des Bundes deutscher
Hebammen ist, ihrer Stellvertreterin Nadja
Paul sowie ihren Praxiskolleginnen Sabrina
Meuer und Felicitas Scholl.
Die Schließung der Geburtshilfe am St. Anna-Haus bedeutet keines falls das Aus für
die Frauen, die diese besonders familiäre
Form der geburtshilflichen Betreuung dort
geschätzt haben: Es geht weiter….
Interview < VIA < 19
Graeff: … nur eben an einem anderen Standort, räumlich auf Limburg konzentriert. Natürlich ist die Atmosphäre in einem so großen
Haus eine andere als in St. Anna. Aber inhaltlich wollen wir viel von dem umsetzen, was wir
am Anna-Haus praktiziert haben und werden
dies in Zusammenarbeit mit den festangestellten Hebammen sogar noch weiterentwickeln.
Paul: Den atmosphärischen Unterschied von
einem Haus der Grundversorgung zu einem
Haus der Schwerpunktversorgung kann man
einfach nicht wegdiskutieren. Aber unsere Vorstellungen von Geburtshilfe können wir auch
hier sehr gut umsetzen. Außerdem sorgen wir
ganz einfach für Entlastung und Unterstützung
für das festangestellte Hebammenteam, auf das
ja künftig durch das Ende der Geburtshilfe in
Hadamar auch mehr Arbeit zukommen wird.
Das heißt wir Freiberufler mit der besonderen
St.-Anna-Erfahrung sind im Hintergrund da,
bieten sozusagen einen Rückhalt. Bei mehr als
einer Geburt werden hierdurch künftig immer
zwei Hebammen vor Ort sein können.
Was ist denn der besondere Benefit des „Limburger Modells“ für die Schwangeren bzw.
die werdenden Eltern?
Meuer: Das ist ganz klar die intensivere Betreuung. Wenn beispielsweise jetzt zwei Frauen
im Kreißsaal sind, wird gleich eine von uns dazu gerufen. Die Schwangeren werden in Zukunft im Grunde eine 1 : 1 Betreuung haben.
Also ganz viel Individualität. Es ist nicht mehr
so, dass eine Kollegin allein für mehrere Kreißsäale zuständig ist. Das ist schon etwas Besonderes. Und das wird in dieser Form in anderen
Kliniken nicht gewährleistet.
Graeff: … auch, weil eine solch intensives
Betreuungsnetz über Festanstellungen nicht
zu finanzieren ist. Bei einer Geburtenzahl von
knapp 600 Babys haben Kliniken ganz einfach
nur einen Stellenplan von sechs Hebammen.
Nach unserem Modell gibt es künftig einen klar
festgelegten Rufdienst, den wir im Rahmen von
Zwölf-Stunden-Schichten untereinander abstimmen.
Scholl: Das wiederum bedeutet im Gegensatz
zu den normalen achteinhalb-Stunden-Schich-
ten wiederum auch deutlich weniger Wechsel in der Betreuung während einer Geburt: auch ein
positiver Aspekt für die Schwangeren!
Paul: Dieses Modell ist eine ideale Ergänzung zur bisherigen Praxis.
Was gehört denn da zusätzlich zu Ihrem Geburtshilfe-Service, den es in Limburg so bisher
nicht gab?
Paul: Das ist beispielsweise die Wochenbettbetreuung auf der Station. Jeden Tag ist eine Hebamme präsent. Diese familiäre Betreuung, welche die Frauen aus Hadamar gewohnt waren,
können wir durch diese Vernetzung weiterführen.
Die „Versuchsphase“ dieser Zusammenarbeit läuft bereits seit Januar – wie würden Sie ihre
ersten Erfahrungen kommentieren?
Graeff: Wir praktizieren hier ein Pionierprojekt für alle Beteiligten. Unser Konzept ist in
Deutschland einzigartig, es gibt keinerlei Erfahrungswerte. Es gibt zwar Mischsysteme, in denen Frauen mit ihren Wunschhebammen in die Klinik kommen können. Aber ein System mit
Beleghebammen als Unterstützung im Hintergrund, das gibt es so nicht. Es ist ein Projekt, das
falls notwendig noch der praktischen Erfahrung angepasst und weiterentwickelt werden muss.
Wir müssen noch vieles gut durchdenken und absprechen. Aber dass dies gelingen wird, davon bin ich überzeugt: Denn wir sind hier sehr freundlich und sehr kooperativ aufgenommen
worden und freuen uns über die offene Kommunikation!
Welches Entscheidungsmodell gab es für Sie ganz persönlich, sich für das St. Vincenz-Krankenhaus zu entscheiden und sich nicht etwa einer anderen Klinik zuzuwenden?
Graeff: Durch den Chefarztwechsel hat sich hier am St. Vincenz sehr viel sehr positiv verändert. Wir machen uns jetzt mit den festangestellten Hebammen an die Arbeit, eine familienorientierte, warmherzige Atmosphäre für die werdenden Mütter (Eltern) zu schaffen. Es gibt hier
unglaublich viel Potential, viel Gestaltungsmöglichkeit – eine ganz spannende Umbruchsituation eben. Wir werden gemeinsam ganz viel machen aus dem ganzen geburtshilflichen Umfeld,
der Arbeit mit Schwangeren ganz allgemein.
Paul: Für mich persönlich war das Ausschlaggebende: Ich sehe hier ganz einfach die Möglichkeit, so richtig schön als Hebamme zu arbeiten!
Ein wunderbares Schlusswort, vielen Dank für das Gespräch!
!
INFO
Das sind die freiberuflichen Hebammen, die ab Juli
mit der St. Vincenz-Frauenklinik kooperieren:
Die Hebammen Graeff, Meuer, Paul und Scholl betreiben eine gemeinsame Praxis
in Limburg und sind dort in der Grabenstraße 61 (Telefon 28 40 40) oder unter
www.hebammen-limburg.de zu finden.
Die anderen ehemaligen Hadamarer Beleghebammen, die nun mit der St. VincenzFrauenklinik kooperieren, sind: Sandra Hasse (Heilberscheid), Katja Mausolf (Berzhahn), Sabine Röhrig (Waldbrunn) und Rebekka Traut (Rennerod).
20 > VIA > Aktuell
Dr. Ulrich Stahl
Erhöhte Gefahr
von Borreliose-Infektionen durch Zeckenbisse
Borreliose Selbsthilfegruppe Mittelhessen e.V. besuchte die
Überregionale Gemeinschaftspraxis für Pathologie (ÜGP)
Limburg/Wetzlar/Giessen
Auf Mittel- und Oberhessen kommt in diesem
Frühjahr eine erhebliche Zeckenplage zu.
!
>> Grund hierfür ist der milde Winter mit
seinen deutlich höheren Temperaturen im
Vergleich zu den Vorjahren. So konnten
mehr Zecken als gewöhnlich den Winter
unbeschadet überstehen. Damit steigt die
Gefahr einer Infektion mit Viren oder Borreliose-Bakterien, die durch einen Zeckenbiss übertragen werden. Um sich über die
neuesten Untersuchungsmethoden dieser
folgeschweren Infektion zu informieren,
besuchte jetzt die BorrelioseSelbsthilfegruppe Mittelhessen die Überregionale
Gemeinschaftspraxis für Pathologie (ÜGP).
Dr. Ulrich Stahl informierte die Besucher
über moderne Methoden der Pathologie.
Es sind oft schwere Leidensgeschichten,
von denen die in Dillenburg lebende Irmtraud Hartmann und die anderen Mitglieder
der Borreliose-Selbsthilfegruppe berichten:
Plötzlich auftretende Schmerzattacken in
Gelenken, Unkonzentriertheit, ein Gefühl
der Niedergeschlagenheit. Ausgelöst wurde
all dies durch einen Zeckenbiss. In diesem
Falle aber übertrug die Zecke nicht die unter
dem Kürzel „FSME“ bekannte FrühsommerMeningo-Enzephalitis, sondern sogenannte
Borrelien, die Verursacher der Borreliose.
Aktuell < VIA < 21
„Plötzlich auftretende Schmerzattacken in Gelenken, Unkonzentriertheit, ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Ausgelöst
wurde all dies durch einen Zeckenbiss.“
Impfschutz
nur gegen FSME möglich
Eine Borreliose kann schwere Spätfolgen
haben. Reizbarkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit oder
eine unerklärbare Müdigkeit lassen oft an
eine psychische Erkrankung denken. Da
die Krankheitserreger in diesem Fall Bakterien sind, ist eine Infektion im Anfangsstadium mit Antibiotika behandelbar. Die
wahre Ursache, nämlich ein Zeckenbiss,
wird häufig immer noch zu spät erkannt.
Die Betroffenen berichteten auch, dass aus
ihrer Sicht eine Borreliose-Therapie oft an
dem zu geringen Budget der niedergelassenen Ärzte scheitere.
Haben sich die Bakterien erst einmal im
Körper ausgebreitet, lassen sie sich oft
nur noch schwer vertreiben. Die Behandlungsmöglichkeiten beschränken
sich dann lediglich auf die Linderung der
Folgen, eine vollständige Heilung aber ist
kaum noch möglich. Entscheidend ist deshalb, dass die Infektion früh erkannt wird
und die Behandlung rechtzeitig beginnt.
Es sind die veränderten Lebensbedingungen, die eine Ausbreitung der Zecken begünstigen. Zeckenträger wie Füchse und
Rehwild kommen immer dichter an Städte
und Dörfer heran und tragen so die Zekken zu den Menschen. In Verbindung mit
einer höheren Durchschnittstemperatur in
Deutschland ergeben sich damit für die
Zecken ideale Voraussetzungen, um zu
überleben.
Dr. Stahl zufolge ist ein Impfschutz nur
gegen FSME möglich. Eine Impfung aber,
die vor ei-nem Zeckenbiss selbst schützt,
gebe es nicht. Auch gegen die Borreliose ist derzeit keine Impfung möglich.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Wetzlarer Pathologie zeigten den Besuchern, mit welchen Methoden eine Untersuchung von Zecken vorgenommen und
damit der Nachweis geführt werden kann,
ob eine Zecke das Borreliose-Bakterium
in sich trägt. Ist dies der Fall, besteht ein
erhöhtes Infektionsrisiko. Gegebenenfalls
kann eine frühzeitige Antibiotika-Therapie
Folgeerkrankungen verhindern. Die Überregionale Gemeinschaftspraxis sehe sich
als Bindeglied zwischen den Patienten und
der Ärzteschaft, um eine frühestmögliche
Diagnose zu ermöglichen. „Wir nehmen
die Zusammenarbeit mit den Patienten
gerne wahr“, so Dr. Stahl. Man habe sich
daher entschlossen, zum Selbstkostenpreis
Zecken auf einen Borrelien-Befall hin zu
untersuchen. Dies trage dazu bei, verschleppte Diagnosen bei einem Zeckenbiss
zu vermeiden. Dabei können die Patienten
die Zecken in eine der Niederlassungen der
ÜGP nach Wetzlar, Gießen, Limburg oder
Bad Nauheim bringen. Nähere Information sind bei der Überregionalen Gemeinschaftspraxis für Pathologie jederzeit zu
erhalten.
Als sehr wünschenswert und wichtig bezeichnete Dr. Stahl ein Verzeichnis in
Form einer Landkarte für die Region Mittelhessen, auf der flächendeckend die Gefährdungsgebiete für Borrelienbefallene
Zecken ausgewiesen werden. Mittelfristig
sei dies ein wichtiges Projekt, das in Zusammenarbeit mit den betreffenden Landkreisen umgesetzt werden soll.
!
INFO
Für den Fall, dass man den Verdacht
hat, von einer Zecke gebissen worden zu sein, rät Dr. Stahl darauf zu
achten, ob um sich die Bissstelle
herum eine Rötung entwickelt.
Wenn dies der Fall sei, sollte schnell
der Hausarzt aufgesucht werden,
es bestünden dann sehr gute Heilungschancen. Daher sei es in den
nächsten Monaten besonders wichtig, dass Eltern ihre Kinder, wenn
diese im Freien, insbesondere der
Nähe von Wäldern gespielt haben,
am ganzen Körper auf Zecken hin
untersuchen.
22 > VIA > Interview
„Bestmögliche Medizin
ohne jedes Wenn und Aber“
Mehr Kommunikation, mehr Kooperation, mehr
Vernetzung: Flexiblere Navigationsstrukturen für
die Krankenhausgesellschaft – ein Interview mit
dem neuen Leitungsteam
>> Gute Versorgung für
die Menschen der Region: „St. Vincenz hat die
Leistungsfähigkeit eines
großen Klinikums“
Das Gesundheitswesen von heute ist kein
einfaches Terrain. Reißerisch aufgemachte
Headlines nicht nur in den Boulevardzeitungen sorgen allenthalben für Verunsicherung. Von zu viel Geschäftstüchtigkeit
ist die Rede, Patienten fürchten, nicht
mehr adäquat versorgt zu werden. Das
neue Leitungsteam der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH stand uns
hierzu Rede und Antwort: Privatdozent
Dr. Udo A. Heuschen als neuer Ärztlicher Direktor, sein Stellvertreter in dieser Funktion, Dr. Christoph Oberwittler,
sowie Klaus-Werner Szesik, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft. Ihr
Fazit: Hippokrates hat in der klinischen
Praxis von heute nicht nur eine Chance, sondern bleibt allen wirtschaftlichen
Restriktionen zum Trotz unverzichtbarer
Bestandteil im Gesamtkonzept der Limburger Klinikallianz. Im Gegenwind der
gesundheitspolitischen Erschwernisse soll
dies auch durch neue Kooperationsformen
Geschäftsführer
Klaus-Werner Szesik
Chefarzt
PD Dr. Christoph Oberwittler
Chefarzt
PD Dr. Udo A. Heuschen
im Krankenhausmanagement gesichert werden. Denn das
Resümee der Leitungsebene der Krankenhausgesellschaft
St. Vincenz mbH ist einhellig: „Eine menschliche und patientenorientierte Medizin und eine erfolgreiche betriebswirtschaftliche Entwicklung sind unverzichtbare Seiten
derselben Medaille.“
„Die derzeitige Umbruchphase erfordert auch
vom Ärztlichen Direktorium eine größere Aktivität. Ein wichtiges Schlüsselwort ist uns in
diesem Zusammenhang die Kommunikation.“
Ihre Berufung als neue Ärztliche Direktoren fällt in
eine besonders schwierige Phase innerhalb des Gesundheitswesens im Allgemeinen und des Krankenhauswesens im Besonderen. Ergeben sich aus diesem
Kontext heraus besondere Konsequenzen für Ihre
Amtsführung?
des Gesundheitswesens der Krankenhausgesellschaft intern
zu einem besonders innovativen Konzept der Unternehmensführung?
Dr. Oberwittler: Die derzeitige Umbruchphase erfordert
auch vom Ärztlichen Direktorium eine größere Aktivität.
Ein wichtiges Schlüsselwort ist uns in diesem Zusammenhang die Kommunikation. Frühzeitig Probleme aufgreifen,
Projekte konsequent und zeitnah umsetzen – dies haben
sich PD Dr. Heuschen und ich gemeinsam mit der Geschäftsführung zum Ziel gesetzt. Zur besseren Vorbereitung und Durchsetzung von Entscheidungen innerhalb
des Hauses sollen die Chefärzte mehr in diese Prozesse
einbezogen werden. Dazu wird die Chefarztkonferenz
öfter und regelmäßiger stattfinden als bisher.
Also ein forciertes Miteinander, mehr Kooperation auf
der Kommandobrücke?
GF Szesik: Genau das ist unsere Philosophie: Wir setzen
nicht mehr auf den „Primus inter pares“, vielmehr sollen
die Schlüsselpositionen des Hauses stärker eingebunden
werden in die positive Fortentwicklung des Krankenhauses. Hierzu haben wir eine besondere Kommunikationsform entwickelt: Regelmäßige, wöchentliche Besprechungen zwischen Ärztlicher Direktion und Geschäftsführung
inklusive gezielter Ergebnisdokumentation.
Dr. Oberwittler: Wir erhoffen uns davon zudem mehr
Transparenz. Wenn die Entscheidungen der Krankenhausleitung nicht in die Abteilungen übertragen werden,
funktioniert das Ganze nicht. Wenn umgekehrt die Spitze
nicht weiß, was die Abteilungen denken, kommen wir ebenfalls nicht voran. Von daher bauen wir auf diese neue
Form von Kooperation und Vernetzung, die uns dazu verhelfen soll, Probleme und Schwerpunkte noch schneller zu
erkennen als bisher.
Also verhilft die von außen beschworene Apokalypse
GF Szesik: Es ist ganz einfach erforderlich, dass wir insbesondere unsere Entscheidungsprozesse flexibler und transparenter
gestalten. Ich bin davon überzeugt: dieser kontinuierliche Meinungsaustausch wird uns helfen, wesentliche unternehmerische
Entscheidungen besser vorzubereiten wie auch die unternehmerischen Ziele klarer zu definieren bzw. schneller den vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmenbedingungen anzupassen, als dies
bisher möglich war.
Die Krankenhausgesellschaft ist mit ihren 1033 Mitarbeiter ein
Flaggschiff der medizinischen Versorgung in der Region. Die
neue Kommunikationsform soll ihr die großen „Frachtern“ eigene Trägheit nehmen und eine gewisse Wendigkeit verleihen. Wir
setzen sozusagen auf ein Navigationssystem mit einer flexibleren
Anpassung an die Gezeiten.
Die Betriebsstätte St. Anna stellt Ihnen in diesem Kontext
nach wie vor besondere Aufgaben. Was lässt sich derzeit zu
einer langfristigen Struktursicherung von St. Anna sagen?
GF Szesik: Wir habe hier ein Strukturproblem zu lösen, dessen
Ursache mit den Veränderungen im Gesundheitssystem zusammenhängt. Ich werde dem Verwaltungsrat deswegen eine mittelfristige Erfolgsrechnung zur Entscheidung vorlegen, die eine
Perspektive für den Standort sein kann.
Entscheidend für die Beibehaltung des Krankenhausstandortes
ist die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den niedergelassenen Ärzten. Wir glauben, dass wir mit dem Konzept einer klaren
strukturellen Ausrichtung und medizinischer Excellenz Erfolg
haben können.
Dr. Oberwittler: Aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen der
Krankenhausfinanzierung und den steigenden Anforderungen
der Qualitätskriterien waren Strukturänderungen im St. AnnaKrankenhaus unausweichlich. Die Lösungen müssen sowohl
medizinisch als auch wirtschaftlich auf Dauer tragfähig sein.
Unsere Aufgabe ist es, die Entscheidungsträger dabei nach bestem Wissen zu beraten.
24 > VIA > Interview
Dennoch bringt dies unsere Grundsätze
nicht ins Wanken. Denn wenn wir keine
professionelle medizinische Versorgung
leisten, werden wir zwangsläufig auch
nicht wirtschaftlich bleiben können.
Droht das Primat der Wirtschaft das
Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt
und Patient nicht nachhaltig zu stören?
Zurück zu den ganz konkreten Ängsten
der Patienten von heute: im Blick auf
den Eid des Hippokrates haben Sie als
Mediziner letztlich einen unbezahlbaren
Anspruch. Mit gutem Geist allein lässt
sich Medizin jedoch nicht betreiben.
Treibt dieser Konflikt Anspruch und
Wirklichkeit nicht letztlich vollends
auseinander?
PD Dr. Heuschen: Die Auswirkungen des
neuen Abrechnungssystems der DRG`s
sind viel gravierender, als sich dies ein Laie
überhaupt vorstellen kann. Jeder medizinische Einzelfall ist reglementiert und von
daher wirtschaftlich messbar geworden.
Das Perfide aus unserer Sicht ist die zentrale Reglementierung und die pauschale
Festlegung der Finanzierung, die gleichzeitig mit einer enormen Unwägbarkeit
des Gesetzgebers einhergeht. Wir bewegen
uns hier auf einem ganz schmalen Grat.
„Wir haben einen klaren medizinischen Versorgungsauftrag
in der Region. Wir können und
wollen genau das nicht, was
jeder Geschäftsmann praktizieren würde: Sich auf lukrative Einzelleistungen zu spezialisieren und gleichzeitig sog.
„unrentable“ Fälle abzulehnen
steht für uns ganz einfach
nicht zur Diskussion.“
PD Dr. Heuschen: Wir haben einen klaren
medizinischen Versorgungsauftrag in der
Region. Wir können und wollen genau das
nicht, was jeder Geschäftsmann praktizieren würde: Sich auf lukrative Einzelleistungen zu spezialisieren und gleichzeitig
sog. „unrentable“ Fälle abzulehnen steht
für uns ganz einfach nicht zur Diskussion.
Wir wollen und wir müssen jeden Patienten medizinisch behandeln. Insofern sind
wir keineswegs als „Geschäftsleute“ tätig.
Allerdings müssen wir unsere Leistung
sinnvoll einsetzen: exakt geplant, genau
definiert und engmaschig kontrolliert.
Dr. Oberwittler: Dieser Versorgungsauftrag des Landes Hessen für diese Region
ist für uns die entscheidende Orientierung
in der Aufstellung des medizinischen Leistungsspektrums. Deshalb werden Sie im
St. Vincenz auch definitiv keine Nische für
eventuell lukrative Schönheitsoperationen
finden. Sondern zu diesem Auftrag gehört
sehr wohl die Behandlung schwerstkranker und multimorbider Patienten.
Müssen denn nicht gerade diese Patienten in DRG-Zeiten Angst haben, aus
Kostengründen nicht adäquat versorgt
zu werden? Schließlich sind schwerkranke Patienten ja auch pauschal teurer als andere Fälle…
PD Dr. Heuschen: Da wird definitiv überhaupt nicht nach Kosten geschaut, Punkt.
So einfach ist das. Der Patient kommt zu
uns, ist krank. Und nach rein medizinischen Kriterien wird das therapeutische
Regime festgelegt. Ohne Wenn und Aber.
Dies geschieht sowohl unter dem Aspekt
der berufsethischen Verpflichtung – eben
bestmöglicher Versorgung unter Einbeziehung der Erkenntnisse der aktuellen
medizinischen Forschung -, als auch nach
bestem Wissen und Gewissen in Verantwortung gegenüber sich selbst wie auch
vor dem christlichen Hintergrund der
Krankenhausgesellschaft.
Dennoch ist vielfach von Standardisierung und einheitlichen Behandlungspfaden die Rede – hat der Patient
demnach nicht eine Behandlung nach
Schema F zu erwarten?
PD Dr. Heuschen: Im Gegenteil. Strukturierte Behandlungspfade bedeuten für
den Patienten vor allem mehr Sicherheit.
Behandlungspfade bedeuten nicht etwa
Schablone, sondern allenfalls mehr Transparenz für den Patienten. Und keinesfalls
verhindert dies individuelles Agieren im
Einzelfall.
Also keine Kollision zwischen Ethik
und Monetik?
Dr. Oberwittler: Nein. Denn würden Sie
als Mediziner ethische Prinzipien außer
Acht lassen, stießen Sie ganz schnell an
Ihre ganz persönlichen Grenzen. Ohne
gewisse Grundüberzeugungen lässt sich
Medizin gar nicht betreiben.
Wo geht Medizin im St. Vincenz langfristig hin, wie sehen Sie die medizinische Ausrichtung der Zukunft für die
Krankenhausgesellschaft?
PD Dr. Heuschen: Von der Grundstruktur
bietet das St. Vincenz sehr viel mehr als
ein klassisches Kreiskrankenhaus. Wir haben ganz eindeutig die medizinische Leistungsfähigkeit eines großen Klinikums.
Interdisziplinäre Vernetzung ist unser
ganz großes Plus. Wir können dem Patienten zeitnah Beratungsgespräche in den
verschie-densten Disziplinen bieten - eine
sehr viel umfassendere Behandlung als in
Häusern vergleichbarer Größenordnung.
Spezialisten in Diabetologie oder Nephrologie, Neurologie oder Kardiologie (um
Interview < VIA < 25
„Von der Grundstruktur bietet das St. Vincenz
sehr viel mehr als ein klassisches Kreiskrankenhaus. Wir haben ganz eindeutig die medizinische Leistungsfähigkeit eines großen Klinikums. Interdisziplinäre Vernetzung ist unser
ganz großes Plus.“
nur einige zu nennen) sind bei weitem nicht in jeder Klinik so
konzentriert etabliert.
Dr. Oberwittler: Auch für die Mediziner selbst sind unkomplizierte Konsile mit anderen Fachbereichen eine wichtige Stütze
in der täglichen Arbeit. Diese Zusammenarbeit der einzelnen
Spezialgebiete gilt es in der Zukunft trotz der immer mehr zunehmenden Arbeitsdichte in den eigenen Abteilungen zu erhalten und noch besser umzusetzen.
GF Szesik: Ganz wesentlich verdanken wir diese breit spezialisierte Kompetenz jedoch der Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter, die uns auf diesem Weg begleiten und sich auch in der
Vergangenheit diesen Anforderungen angepasst haben. Ansonsten wäre diese Entwicklung so gar nicht möglich gewesen.
„Ganz wesentlich verdanken wir diese breit spezialisierte Kompetenz jedoch der Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter ...“
Vor dem Hintergrund der Problematik in Fulda noch ein
Wort zur Hygiene-Sicherheit im St. Vincenz?
GF Szesik: Das ist bei uns kein Problem. Wir haben sowohl
durch interne Verfahrensanweisungen, entsprechende ärztliche und hygienische Kompetenz, als auch durch kontinuierlich
externe Beratung (BZH, Beratungszentrum für Hygiene der
Uniklinik Freiburg) einen Hygienestandard, der bestmöglichen
Schutz vor Infektionen bewirkt.
Gesundheitsministerin Schmidt bittet zum Gespräch, Jeder
von Ihnen darf einen Wunsch äußern…
Dr. Oberwittler / PD Dr. Heuschen: Als dringlichster Wunsch:
Abbau von Bürokratie, aber zumindest radikale Vereinfachung
in allen Bereichen, im Krankenhaus und in den Praxen, denn
wir verbringen alle damit zuviel Zeit.
GF Szesik: Lassen Sie uns das DRG System weiterentwickeln.
Richten Sie eine jährliche nationale DRG-Konferenz ein (wie in
Australien), die unter medizinischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten Leistungen definiert und festlegt. Ich würde gerne
drei Aspekte in diesem System berücksichtigt haben:
> Leistungsgerechtigkeit
> Wirtschaftlichkeit
> Medizinischer Fortschritt
„Eine wichtige Stimme in einer
einschneidenden Umbruchphase“
>> „Alles ist `neu` geworden in Ihrer Zeit“ – der Verwaltungs-
ratsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Erwin Reuhl,
brachte das entscheidende Charakteristikum der Amtszeit von
Dr. Klaus-Peter Schalk als Ärztlichem Direktor des St. Vincenz-Krankenhauses auf den Punkt: Bewegte Zeiten im Zuge
des Paradigmenwechsels im Gesundheitswesens; tiefgreifende
gesundheitspolitische Veränderungen begleitet von einschneidenden hausinternen Umbrüchen kennzeichneten die Amtszeit
des scheidenden Ärztlichen Direktors.
Dr. Klaus-Peter Schalk, der sich nun wieder voll und ganz seiner Chefarzttätigkeit in der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie widmen
kann, wurde im Rahmen einer internen Feierstunde von Vertretern des Verwaltungsrates, Chefazrtkollegen und Abteilungsleitern feierlich aus diesem
Amt verabschiedet. Reuhl dankte für die „lange, gute Zusammenarbeit“ und
verband dies mit „guten Wünschen für das, was kommt“ – für das Engagement der beiden neuen Ärztlichen Direktoren nämlich, Privatdozent Dr. Udo
A. Heuschen und Dr. Christoph Oberwittler, denen er die volle Unterstützung
seitens des Trägers zusicherte.
Besonders hob der Verwaltungsrat den guten Rat des scheidenden Ärztlichen Direktors im Blick auf die Auswahl der neuen Chefarztriege des St.
Vincenz-Krankenhauses hervor. Die so hervorragende Positionierung sei ohne dessen Mithilfe bei der Auswahl nicht denkbar gewesen. Zusätzlich zu
diesem fast vollständigen Generationenwechsel bei seinen Chefarztkollegen
habe Schalk gleich drei Geschäftsführer begleitet – in Zeiten des Umbruchs
im Abrechnungswesen, der Umstellung von Pflegesatz auf DRG`s sei diese
Im Bild von links nach rechts: Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik,
Hans Beresko als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender,
Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl, Verwaltungsratsmitglied Irmgard
Busch, PD Dr. Udo A. Heuschen, der neue Ärztliche Direktor der Krankenhausgesellschaft, sein Vorgänger Dr. Klaus-Peter Schalk und Dr. Christoph
Oberwittler, der neue Stellvertreter des Ärztlichen Direktors.
Bindegliedfunktion eine nicht eben leichte Position gewesen.
„Ohne Ihre Zustimmung wurde hier keine wesentliche Entscheidung getroffen, bekräftigte Reuhl. Dass dieses Votum
Dr. Schalks bei dem Bemühen um eine zeitgerechte Synthese
zwischen Humanität und Fortschritt immer gleichzeitig auch
zugunsten unverbrüchlicher medizinischethischer Positionen
ausfiel, auch diese besondere Eigenschaft Dr. Schalks sparte
Reuhl in seiner Laudatio nicht aus.
Auch Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik, der Dr. Schalk als
Ärztlichen Direktor erst seit einem halben Jahr begleitet, bescheinigte dem Onkologen, bewegte Jahre souverän bewältigt zu haben. Sehr differenziert habe Schalk die Interessen
der Krankenhausgesellschaft wahrgenommen, von intensiver, fruchtbarer Zusammenarbeit sprach auch Szesik. Dass
Schalk sein Amt als Hygienebeauftragter der Krankenhausgesellschaft behalten werde, gewährleiste auch für die Zukunft
hohen hygienischen Standard und sei gerade in Anbetracht
der aktuellen Diskussionen von großer Bedeutung.
26 > VIA > St. Vincenz
„Es geht um die Qualifikation,
nicht um`s Geschlecht!“
Immer mehr Mädchen entdecken mit Girls' Day ihre
Zukunft: In diesem Jahr erstmals auch im St. Vincenz!
>> Mit immer besseren Qualifika-
tionen haben Frauen in den letzten Jahren die Arbeitswelt erobert.
Trotz ihres hohen Frauenanteils
sind Krankenhäuser hierfür nicht
unbedingt das beste Beispiel: Chefund Oberärztinnen sind nach wie
vor selten. Grund genug für die
Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH, Mädchen im Rahmen
des sog. Girls`Day* Einblick speziell
in die medizinischen Fachbereiche
des Hauses zu bieten. Eine ganz
besondere Herausforderung, vorzugsweise im europäischen Jahr der
Chancengleichheit. 23 Schülerinnen machten von diesem Angebot
Gebrauch – Premiere also für den
ersten Mädchen-Zukunftstag am
St. Vincenz-Krankenhaus!
„Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung betont: "Im spannenden Feld von Technik und Naturwissenschaften
brauchen wir in Deutschland alle Talente. Hier gibt es reizvolle Berufe
und sehr gute Karrierechancen. Mit dem Girls'Day wollen wir Mädchen dazu ermutigen, sich für technische Fragen zu öffnen.“
„Wir haben den ersten Schrei eines Babys gehört“ – fassungloses Staunen geht
durch die Reihen der 22 Girls, die sich am
Girls`Day für das St. Vincenz entschieden
haben. Denn obwohl der Girls`Day eine
phantasievolle Kreation im Kampf gegen geschlechtsspezifische Sozialisation
ist: Babys haben ganz einfach nach wie
vor ihre ganz eigene Faszination für die
Schülerinnen. Doch dass ein Krankenhaus
„Der Girls'Day bietet den Mädchen die Chance, ihre individuellen
Interessen und Fähigkeiten zu erproben und das ganze Spektrum
an beruflichen Möglichkeiten zu erkennen, ohne sich von Rollenklischees den Blick verstellen zu lassen", sagt die Bundesministerin
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen.“
auch in ganz anderer Hinsicht Spannendes zu bieten hat,
das konnten auch andere beteiligten Fachabteilungen eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Für die 16jährige Najma Rahimi war es besonders das
Teamwork, das sie hier begeistert hat. Sie will später auch
einmal Medizin studieren, dass wusste sie schon vor ihrem
Besuch im St. Vincenz. Der Besuch in der Neurologischen
Abteilung, die Visite mit Chefarzt Dr. Oberwittler und seinem Team, das Gefühl „die verstehen sich sehr gut und
arbeiten Hand in Hand“ – dies alles hat sie in diesem Berufswunsch bestärkt. Sinja, Marie-Claire und Tabea haben
gleich drei Operationen miterleben können. Hannah und
Theresa waren in der Gastroenterologie, haben Magenund Darmendoskopien und Ultraschalluntersuchungen
erlebt. Julia und Carolin wurde demonstriert, wie sich bei
vollem Bewusstsein die Nerven selektiv ausschalten lassen. Und Galina wurde bei ihrer Visite in der Abteilung für
Strahlentherapie und Radioonkologie in die Geheimnisse
der Medizinphysik eingeweiht: „Das war total spannend.
Aber jetzt qualmt mir der Kopf, so viel war das…“
Vorbilder und Praxisbeispiele aus den unterschiedlichsten
medizinischen Disziplinen also. Insbesondere natürlich in
der Anästhesie, wo die erste Chefärztin in der Geschichte
des St. Vincenz, Prof. Dr. Dorothee Bremerich, „ihre“ Girls
in die vier Säulen ihres Fachbereichs einführte: Anästhesie,
Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin.
64 Prozent der frisch examinierten Medizinstudenten sind
Frauen, nur vier Prozent davon finden sich später in den
Führungsebenen der bundesdeutschen Kliniken wieder.
Höchste Zeit also, dass diese Verhältnismäßigkeit sich in
der klinischen Routine anders abbildet. Und ein bißchen
unfair fanden es die Mädchen bei der abschließenden Abschlussbesprechung durchaus, dass „hier so viele Frauen
arbeiten und so wenige in den Führungspositionen vertreten sind.“
Die Cheforganisatorin des Girls` Day:
Ivonne Gros, die Assistentin der Geschäftsführung.
Es geht um die Qualifikation, nicht ums Geschlecht, darüber
waren sich alle einig: Sowohl im Plenum, als auch auf dem
Podium mit Professor Dr. Dorothee Bremerich, der Bereichsleiterin Pflege Bärbel Müllner, Qualitätsmanagementbeauftragten Martina Weich und der Assistentin der Geschäftsführung, Ivonne Gros, in deren Händen Planung und Logistik
des Girls Day lag. „Es kann nicht darum gehen, ob man Frau
oder Mann ist,“ brachte Julia Schäfer eigentlich Selbstverständliches auf den Punkt. Und nicht nur die Diskussion über
männliche Hebammen schärfte in der Diskussion ein wenig
den Blick für die Notwendigkeit daran zu arbeiten, dass Rollenklischees in der Zukunft immer weniger den Blick für den
Weg in der Berufswahl, insbesondere aber auch für den Weg
in Führungspositionen verstellen.
Dass wirkliche Gleichberechtigung jedoch selbst im Jahr der
Chancengleichheit nicht so leicht auf einen Nenner zu bringen ist, das zeigte dann das Pro und Contra auf die Frage, ob
die Boys die Girls nicht begleiten, sprich: der Girls`Day nicht
auch ganz allgemein ein Jouth-Day sein dürfe. Ein Tag eben,
an dem die männlichen Schulkameraden definitiv ebenso eine
Chance hätten, Berufe im Krankenhaus näher unter die Lupe nehmen zu dürfen. Die Chefärztin der Anästhesie brachte
das Problem auf den Punkt: „Bildung und Qualifikation sind
hier nicht mehr die Frage. Aber Gleichberechtigung tatsächlich partnerschaftlich zu leben, das wird die Aufgabe eurer
Generation sein“.
!
MEHR ZUM GIRLS`DAY
Der Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bun-desministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. An
diesem bundesweiten, jährlich stattfindenden Aktionstag können Mädchen
Berufsbereiche in Technik, Handwerk, Naturwissenschaften und Informationstechnologie für sich entdecken. Der Tag zielt darauf ab, eine Trendwende
in der Berufsorientierung von Mädchen einzuleiten. Er soll dazu beitragen,
den Beschäftigungsanteil von Frauen in zukunftsträchtigen Berufsbildern
anzuheben. Gleichzeitig sollen die Mädchen ermutigt werden, Führungspositionen in Wirtschaft und Gesellschaft anzustreben.
27 > VIA > Aktuell
Von Dieter Fluck
Lions Club Limburg-Mittellahn
unterstützt psychologische Betreuung
von Krebspatienten am St. Vincenz
Der Lions Club Limburg-Mittellahn und die Stephan-Schmidt-KG haben
der Dehrner Krebsnothilfe 10.000 Euro zur Unterstützung der psychoonkologischen Betreuung von Krebskranken in der Region gespendet.
„Das ist die höchste Zuwendung, die wir jemals erhalten haben“, dankte
der Vorsitzende Hans-Joachim Kiefer. Mehr noch: Die Sponsoren haben
dem gemeinnützigen Verein eine weitere Spende in gleicher Höhe für
das kommende Jahr zugesagt.
>> Vertreter der Lions um ihren Präsidenten Horst
Christian Bracht wiesen bei der Übergabe des Schecks
auf die Bedeutung der Betreuung von Menschen hin,
die zumeist aus heiterem Himmel mit der Diagnose
Krebs konfrontiert werden. Für ihre Betreuung finanziert der seit elf Jahren bestehende Verein „Dehrner
Krebsnothilfe“ mit Peter Behrla einen spezialisierten
Diplom-Psychologen. Obwohl diese Aufgabe ebenso
wichtig ist wie die medizinische Versorgung, stehen
im Limburger St. Vincenz-Krankenhaus dafür weder
eine Planstelle noch Finanzmittel zur Verfügung:
lediglich im Rahmen der Zertifizierung des Brustzentrums kann das St. Vincenz finanzielle Mittel für die
psychologische Betreuung der Patientinnen bereit
stellen. Hier werden Peter Behrla und Dr. Antonie
Reichwein-Vinh zur psychologischen Betreuung hinzugezogen. Ansonsten ist im Rahmen der Budgetierung der Kassen gerade für diesen elementar wichtigen Bereich keinerlei Finanzierung vorgesehen. So
kann Peter Behrla für die übrigen Krebspatienten des
Hauses nur in dem Umfang eingesetzt werden, wie
der Verein die notwendigen Mittel bereitstellt.
Dieses Mal stellte der Lions Club 5.000 Euro, die StephanSchmidt-KG über ihr Mitglied, den geschäftsführenden
Gesellschafter Günther Schmidt (zugleich Präsident der
Industrie- und Handelskammer Limburg) weitere 5.000
Euro zur Verfügung. Das in Dornburg-Langendernbach
ansässige Unternehmen hatte an Weihnachten 2006 zugunsten der Krebsnothilfe auf Geschenke für GeschäftsNahm die Ausstellung im Foyer des St. Vincenz im Rahmen der Vernissage
verzichtet.
persönlich freunde
in Augenschein:
Der Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, Karl-Winfried Seif. Neben ihm der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft,
Klaus-Werner
Szesik,und
der ehemalige
Geschäftsführer
Horst
Hans-Joachim
Kiefer
Vorstandsmitglied
Monika
Schneider sowie Verwaltungsratsmitglied Pfarrer Aloys Staudt.
Schneider von der Krebsnothilfe freuen sich, in dem Li-
Bei der Spendenübergabe. Erste Reihe, von links: Günther Schmidt, Monika Schneider und HansJoachim Kiefer von der Krebsnothilfe, Horst Christian Bracht. Dahinter Stefan Wagner, in der
Mitte Bernhard Nitschke, dahinter Ludwig Zeus sowie Diplom-Psychologe Peter Behrla, rechts.
ons Club Limburg-Mittellahn großzügige Sponsoren gefunden zu haben. „Kaum
eine Krankheit löst bei Betroffenen eine so große Angst aus wie Krebs, der als
eine existenzielle Bedrohung des Lebens empfunden wird. Viele Menschen befinden sich nach dem Schock der Diagnose in großer psychischer Not. Da ist es
äußerst wichtig, Betroffenen bei der Bewältigung von Gefühlen der Verzweiflung,
Hilf- und Hoffnungslosigkeit beizustehen und sie zu stabilisieren“, erklärte Kiefer.
Ein gestärkter Lebensmut und Lebenswille beeinflussten das zur Bekämpfung der
Krankheit so wichtige Immunsystem nachweisbar positiv, was sich auch auf Therapien günstig auswirke und die Lebensqualität verbessere, betonte der Vorsitzende.
Diese 10.000 Euro ermöglichten die notwendige Verdoppelung der psychoonkologischen Betreuung. Die Dehrner Krebsnothilfe habe im vergangenen Jahr allein für
die Betreuung durch ihren Diplom-Psychologen 23.000 Euro aufgewandt. Stationär
und ambulant seien insgesamt 140 Krebspatienten durch 391 hilfreiche Gespräche
mit Krebspatienten unterstützt worden. Der Bedarf sei eindeutig steigend.
St. Vincenz < VIA < 28
Großzügige Spende
von einer Krankenschwester aus Leidenschaft:
Sie ist Krankenschwester mit
Leib und Seele. Und deshalb
läßt das Vincenz sie auch im
Ruhestand nicht ganz los:
Christa Adler aus Niederbrechen hat anlässlich ihres
60. Geburtstages auf persönliche Geschenke verzichtet und
um Spenden für die Onkologische Abteilung der Klinik
gebeten – „einfach eine Herzenssache“, wie sie sagt. Doch
der Wunsch kam offensichtlich auch bei ihren Freunden,
Bekannten und Verwandten
gut an.
Denn stolze 1300 Euro wurden
auf Christa Adlers Konto eingezahlt – eine große Summe,
die sie jetzt gemeinsam mit
Ehemann Siegfried dem Chefarzt der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie, Dr. Klaus-Peter Schalk,
übergab.
Dr. Klaus-Peter Schalk und Christa Adler
>> Durchaus ein bewegender Moment und
psychologisch gesehen vielleicht auch der
eigentliche Abschluß eines engagierten
Arbeitslebens. Denn gerade die onkologischen Patienten, berichtet Christa Adler,
hätten ihr immer besonders am Herzen
gelegen. 33 Jahre arbeitete sie auf der Urologischen Station im Nachtdienst: „Gerade
dann kommen schwer kranken Menschen
viele Gedanken“, sagt die Krankenschwester aus Leidenschaft. „Die Nacht ist lang,
da bleibt viel Zeit für Gespräche.“ Gelacht,
geweint und auch gebetet habe sie mit
„ihren“ Patienten, Anteil genommen an so
manchem schweren Schicksal.
So ist es unbedingt eine alte Verbundenheit, die nun zu dieser großzügigen Spende führte, aber auch Dankbarkeit: „Wir
haben gesunde Kinder und gesunde Enkel,
dafür sind wir einfach dankbar!“ Doch
auch wenn Christa Adler seit 2004 aus
gesundheitlichen Gründen nicht mehr in
„ihr“ St. Vincenz-Krankenhaus kommen
kann: Es ist nicht nur die Spende, die ihre
Verbundenheit zur Klinik hier weiterleben
läßt: Seit 1990 arbeitet auch Tochter Miri-
Die Zeiten ändern sich: Das Examensfoto von Christa Adler
aus dem Jahre 1968. Heute kann Christa Adler auf 30 Jahre in
der Krankenpflege am St. Vincenz zurückblicken. Die Spendenübergabe markiert nun einen psychologischen Abschluß dieser
Lebensphase.
am hier als Krankenschwester. Keine Frage,
wer da auf deren elfjährigen Sohn Niklas
aufpasst. Und so ist Christa Adler zumindest
indirekt letztlich immer noch ein wenig in
den Dienstplan des St. Vincenz eingebaut…
„Die Nacht ist lang, da bleibt viel
Zeit für Gespräche.“ Gelacht,
geweint und auch gebetet habe
sie mit „ihren“ Patienten, Anteil genommen an so manchem
schweren Schicksal. “
30 > VIA > St. Vincenz
Das Krankenhaus im Grünen:
Auch durch seine Lage im engen Kontext
mit ökologischem Lebensraum und im besonderem Bewusstsein umweltpolitischer
Verantwortung.
15 Umweltmanagementbeauftragte diskutierten
ökologische Aspekte im Krankenhauswesen
Umweltforum am St. Vincenz
>> Umweltschutz – vor Jahren noch Nische für ökologische
Querdenker, ist mittlerweile zum Markenzeichen avanciert.
Auch immer mehr Krankenhäuser entdecken den Umweltschutz. Das Limburger St. Vincenz-Krankenhaus zählt zu den
Pionieren der Branche: Bereits seit 2001 darf sich die Klinik
mit dem begehrten EMAS-Logo schmücken, das Partnerkrankenhaus St. Anna in Hadamar zog im vergangenen Jahr mit
der erfolgreichen EMAS-Zertifizierung nach. Jetzt trafen sich
15 Umweltmanagementbeauftragte aus ganz ganz Deutschland
in Limburg, um den ökologischen Fingerabdruck des Unternehmens genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie finde ich
noch sinnvolle und bezahlbare Umweltziele? Unter diesem
Tenor stand das zweitägige Umweltforum am St. Vincenz, das
vor allem im Zeichen pragmatischen Erfahrungsaustauschs
unter ökologischen Aspekten stand.
nicht nur zur Einhaltung von einschlägigen Umweltschutzvorschriften,
sondern auch zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes,“
heißt es in der Umwelterklärung der Klinik, die in diesem Jahr ihre zweite
erfolgreiche Re-Validierung anstrebt.
Als Umweltmanagementbeauftrager der Krankenhausgesellschaft
zeichnete Ulrich Hassler in Zusammenarbeit mit dem Team des
Umweltmanagements ein eindrucksvolles Szenario der umfassenden und ganzheitlichen Durchorganisation der Klinik nach
umweltpolitischen Gesichtspunkten. Konkret wurde dies beispielsweise in der Präsentation des erfolgreichen Energiekonzept des
Hauses oder auch denDokumentationen zum Umwelt-, Arbeitsund Brandschutz des St. Vincenz.
Zu den Umweltschutzmaßnahmen im Sinne des Ökoaudits gehören nicht
nur Energieeinsparungen, Luftreinhaltung und Abfallvermeidung, sondern
auch der Gesundheitssschutz und die Arbeitssicherheit. Das Engagement
des Hauses kommt somit den Patienten, dem Umfeld der Klinik, aber auch
den Mitarbeitern gleichermaßen zugute. Ulrich Haßler: „Es gilt, die Betroffenen zu Beteiligten zu machen. Nur so läßt sich Umweltschutz realitätsnah und umsetzbar planen, nur so können wir die umweltpolitischen
Veränderungen sichern.“
Übereinstimmend konstatierten die Teilnehmer, dass man im Bemühen um das Leben gerade am Arbeitsplatz Krankenhaus in besonderer Weise zum Erhalt ökologischer und ökonomischer Ressourcen verpflichtet sei. Gesundheit und Umweltschutz gehörten
systemimmanent zusammen: Wem die Gesundheit der Menschen
etwas wert sei, der müsse sich ganz zwangsläufig für die Umwelt
engagieren.
Fazit der Veranstaltung: Der schonende Umgang mit den öffentlichen Gütern Wasser, Luft, Boden, Flora, Fauna und Elektrizität
muß strukturell mit marktwirtschaftlichen Instrumenten gesichert
werden. Dass solches Engagement zudem noch positive Impulse im
Blick auf die wirtschaftlichen Ergebnisse mit sich bringt, mag die
Implementierung solcher Aktivitäten in die Unternehmensstrategie
noch forcieren. Denn die Aspekte des Umweltschutzes gehen eine
für Unternehmen nicht unliebsame Symbiose mit wirtschaftlichen
Effekten ein.
Am St. Vincenz-Krankenhaus ist das Umweltmanagement elementarer Bestandteil der Unternehmensführung: „Wir verpflichten uns
Diskutierten über sinnvolle und bezahlbare Umweltziele: 15 Umweltmanagementbeauftragte aus den verschiedensten bundesdeutschen Kliniken.
!
INFO
Die wichtigsten Eckdaten des umweltpolitischen Engagements des Hauses:
> Fassaden-Sanierung durch Thermo-Fassaden
und Ausstattung der Klinik mit Wärmeschutzglas
> Erichtung eines Blockheizkraftwerks
> Errichtung des Parkhauses zur Milderung des akuten
Parkplatzmangels und des damit verbundenen Such-Verkehrs,
Einrichtung von Stellplätzen für Kraft- und Fahrrädern
> Beachtung eines Höchstmaßes an Umweltverträglichkeit
und biologischer Abbaubarkeit sowie sparsamem Verbrauch
beim Einkauf von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.
> Ständige Überprüfung und Kontrolle der Strahlenschutzkommission zur Sicherstellung der niedrigsten Abgabestufe
an Emissionen
> Abfalltrennung in Abfallarten A bis E und Wertstoffe
> umweltgerechter Umgang mit Gefahrstoffen
> exakte Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionspläne
zur Reduzierung der Gefahr von Krankenhausinfektionen
News < VIA < 31
Von Petra Hoffmann
Zweite Re-Validierung des Standortes Limburg
im Umweltmanagementsystem
Umweltschutz auf allen Ebenen!
Erfolgreich haben die Umweltverantwortlichen der Krankenhausgesellschaft die zweite Revalidierung des Umweltmanagementsystems für den Standort Limburg sowie die
erste Folgeprüfung für den Standort Hadamar bewältigt.
>> Seit der Einführung des Umweltmanagementsystems im
Jahr 2001 werden in regelmäßigen internen und externen
Audits die betrieblichen Abläufe zum Umwelt-, Arbeits- und
Brandschutz und zur Hygiene ganzheitlich betrachtet, analysiert und wenn nötig auch verbessert.
Bei der diesjährigen Überprüfung durch den externen Gutachter
hat sich wieder gezeigt, dass sich das Umweltmanagementsystem
in unserem Haus bewährt hat.
Neben der Überprüfung allgemeiner Komponenten wie der Bewertung von Umweltaspekten, der Aktualität des Rechtsverzeichnisses, der konkreten Umsetzung der Umweltziele aus dem
Programm 2006 sowie der Prüfung der Schulungen und Auditprotokolle wurden auch direkt vor Ort durch Interviews mit den
Mitarbeitern in verschiedensten Abteilungen der aktuelle Stand
des Systems geprüft.
In diesem Jahr besuchte der Gutachter die Station 2 West (Allgemeinchirurgie), Zentrale Notaufnahme, Nuklearmedizin, Apotheke, Dialyse, Bettenzentrale, Technische Abteilung und Medizintechnik. Besonders positiv wurden seitens des Gutachters die
Gespräche mit den Mitarbeitern der verschiedenen Berufsgruppen bewertet. In Hadamar wurden die Station 1 (Innere Medizin)
und der OP – Bereich begutachtet.
Der vorgelegte Entwurf der Umwelterklärung 2007 wurde geprüft, bis auf wenige Ergänzungen erfüllte sie die Anforderungen
gemäß der EMAS – Verordnung.
Im Abschlussgespräch mit Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik
als Umweltmanagementvertreter der Krankenhausgesellschaft
sowie mehreren Mitgliedern des Arbeitskreises Umwelt wurde
nochmals betont, das der Umweltschutz ein wichtiger Bestandteil
der Unternehmensführung der Krankenhausgesellschaft ist und
weiterhin auf allen Ebenen durch konkrete Ziele und Verhaltensregeln umgesetzt wird.
Pflegende Angehörige stehen im Mittelpunkt:
Bundesweites Projekt "Pflegebegleiter" der Pflegekassen
Kennen Sie den größten Pflegedienst in Deutschland? Richtig - die
Familie! Ob als Ehepartner, Eltern oder als Kind, die meisten kommen von jetzt auf gleich in die Situation, dass ein naher Angehörigen hilfebedürftig aus dem Krankenhaus entlassen wird. Für viele
Angehörige bedeutet dies, viel Unbekanntes zu meistern. Tipps und
Unterstützung geben das Pflegepersonal und der Sozialdienst des
Krankenhauses bereits vor der Entlassung. Organisiert werden sowohl Hilfsmittel, als auch Hilfsdienste. Daheim stehen die Angehörigen oft dennoch vor einem Berg ungeklärter Fragen, die sich mit einer nicht "amtlichen" Person oft besser besprechen lassen. Hier kann
auf Wunsch ein sogenannter Pflegebegleiter tätig werden. Deshalb
starten die Pflegekassen nun ein bundesweites Projekt, in dem solche
Pflegebegleiter entsprechend ausgebildet werden. Eine Initiative zur
Stärkung ehrenamtlichen Engagements, die von der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH ausdrücklich unterstützt wird.
Pflegebegleiter engagieren sich ganz bewusst und vor allem freiwillig
dafür, die pflegenden Angehörigen zu Hause zu unterstützen und zu
stärken. Sie sind Ansprechpartner, haben Zeit, hören zu, helfen dabei,
Kontakte zu Einrichtungen, pflegerischen Diensten und Behörden
aufzunehmen. Auch möchten sie diese Menschen ermutigen, sich
selbst und die eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen.
Pflegebegleiter werden in 60 Unterrichtseinheiten und zwei Exkursionen auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Bearbeitet werden Themen wie
Kommunikation in der Familie, eigene Bedürfnisse, Streßbewältigung, Krankheitsbilder, Leiderfahrung sowie Informationen zu Pflegediensten, -einrichtungen und -hilfsmitteln u.v.m.
Der nächste Kurs zum Pflegebegleiter
beginnt am 26. September 2007 um 18 Uhr.
!
Die Teilnahmegebühr übernehmen die Pflegekassen.
Weitere Auskünfte und Anmeldung beim Malteser Hilfsdienst
Tel. 0 64 31/94 88 0 oder beim Info-Abend am 5. September 2007
um 18 Uhr im Malteserhaus Blumenröder Straße 33 in Limburg.
32 > VIA > St. Vincenz
Erlebnis Krankenhaus:
Kindergartenbesuch im St. Vincenz
Krankenhaus – für die meisten Kinder ist dies
ein reichlich abstrakter Begriff. Krankenhaus
– das kennt man aus dem Fernsehen, aus
dem Malbuch oder speziell das Limburger
Krankenhaus vom Vorbeifahren auf der Autobahn. Was sich aber wirklich dahinter verbirgt, dass sich hier die unterschiedlichsten
Menschen auf unterschiedliche Weise für
andere Menschen engagieren, kurzum: dass
„unser“ Krankenhaus letztlich eine faszinierende Stadt in der Stadt ist, das wissen die
wenigsten. Deshalb besuchen immer wieder
Gruppen der verschiedensten Kindergärten
und Grundschulen das St. Vincenz-Krankenhaus – natürlich auch, um den Kindern ein
wenig die Angst zu nehmen für den Fall, dass
sie selbst einmal (und dann ja zumeist unfreiwillig) die Dienste eines Krankenhauses
in Anspruch nehmen müssen. Stellvertretend
für diese regelmäßigen Besuche zeigen wir
auf diesen Seiten Fotos von den Besuchen
des Kindersgartens Wallmerod und des Kindergartens der Limburger Staatsanwaltschaft. Und ein stolzer Vater, unser Mitarbeiter Uli Kamps, liefert den dazugehörigen
Erlebnisbericht…
News < VIA < 33
Klinik kindgerecht präsentiert:
Kinder nahmen die Klinik intensiv
unter die Lupe…
Weiter ging es zur Liegendeinfahrt. Zum Bedauern der Kinder war kein Krankenwagen vor Ort. Notarzt Dr. Strauch
schaltete zum Trost eigens für die Kinder das Blaulicht seines Notarztwagens an. Frank Ludwig-Pistor, Stationsleiter
derAmbulanz, legte Anna-Sophie einen Unterarmgips an
und erklärte der Gruppe dabei, wie man mit Verbandsschere und Gipssäge umgeht. Die Kinder waren fasziniert
ob der Tatsache, dass sich der Gips mit einer Säge aufschneiden läßt, ohne die Haut zu verletzen.
>> Wie viele andere Kindergärten auch
bietet der KIGA – Wallmerod den Kindern im Jahr vor der Einschulung viele
verschiedene Projekte an. Im Rahmen des
Projektes „Gesund und fit“ gehörte ein
Besuch im Krankenhaus natürlich zum
Pflichtprogramm! Die Kinder freuten sich
bereits Tage vorher auf den Besuch in der
Klinik.
Nach dem Motto: wer viel erleben will – muss
gut gestärkt sein; starteten die Kinder den Tag
mit einem gesunden Frühstück in der Krankenhaus-Cafeteria. Danach übernahm Petra Hoffmann, die stellvertretende Pflegedirektorin der
Klinik, das „Kommando“. Zunächst führte der
Weg in die physikalische Therapie. Das sogenannte Bewegungsbad hätten die Kinder natürlich am liebsten gleich direkt ausprobiert.
Auf dem weiteren Weg durch das Krankenhaus
besichtigten die Kinder die Bettenzentrale. Sie
konnten dort sehen, wie die Betten mechanisch
gereinigt werden und welche interessanten
Funktionen die Betten besitzen, um sowohl dem
Pflege-Personal, als auch dem Patienten selbst
den Aufenthalt zu erleichtern.
In der Großküche wartete bereits der Gastronomieleiter Dietmar Kempf und zeigte den Kindern die große Spülanlage. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie die überdimensional
großen Töpfe und Küchengeräte sahen. Julian,
einer der größten der Gruppe, musste feststellen, dass im St. Vincenz ein Schneebesen noch
größer ist, als er selbst!
Auf dem Weg zu einem weiteren Höhepunkt, dem
Kreißsaal, erklärte eine Krankenschwester den Kindern
die Rohrpostanlage. Die Kinder konnten sehen, wie der
Transport der Blutröhrchen zum Labor funktioniert. Auf
der Neugeborenen-Station angelangt bestaunten sie den
kleinen Finn, der gerade einen Tag alt war. Danach stand
ein kleiner Fußmarsch bis in den siebten Stock an: Die
Besichtigung der kindgerecht gestalteten Kinderfachabteilung mit den zahlreichen phantasievollen Spielgeräten
war ein besonderes Highlight. Dominik, Patrick und Antonio wollten gar nicht weiter: Sie hatten sich bereits im
Spielzimmer niedergelassen ...
Zu guter Letzt durften es sich die Kinder in den bequemen
Sessel der Eigenblutspende gemütlich machen. Mara, Jana
und Sophie ließen sich den Sauerstoffgehalt des Blutes
messen. Dann ging ein schöner, spannender Vormittag für
die Kinder zu Ende. Mit einem Päckchen Kinderpflaster
bewaffnet, vor allem aber mit vielen spannenden Eindrükken verließen die Kinder die Klinik. Ein besonderer Dank
galt Petra Hoffmann und dem gesamten Team des St. Vincenz Krankenhauses!
34 > VIA > Kunst
Kunst im Krankenhaus:
Herbert Ristl zeigt im St. Vincenz eine eigenwillige Verbindung von Fotographie und Malerei
Zwischen
Poesie und Realismus
Wie gemalt – diese Charakterisierung ist die
spontane Assoziation zu den kunstvollen fotographischen Werken von Herbert Ristl,
die derzeit im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst im Krankenhaus“ im Foyer des
St. Vincenz-Krankenhauses zu sehen sind.
Aufnahmen zwischen Poesie und Realismus,
wie es Laudator Lothar Schmidt in Worte fasste, die sich insbesondere auf Motive in und
rund um Limburg konzentrieren. „Ansichten
aus der Nähe“ eben, worauf schon der Titel der
Ausstellung durchaus doppeldeutig hinweist.
Denn Perspektiven und Aufnahmetechniken
sind nicht gerade dem „normalen“ Blickwinkel
angepaßt.
Eigenwillige Verbindung zwischen Fotographie und Malerei:
Fotograph Herbert Ristl, eingerahmt von Hans-Joachim Kraemer
vom Förderverein Bildende Kunst, und dem Geschäftsführer der
Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH, Klaus-Werner Szesik.
Die Veranstaltungsreihe „Kunst im Krankenhaus“ wird vom
Förderverein Bildende Kunst Limburg und dem Verwaltungsrats
der Krankenhausgesellschaft organisiert.
>> Ristl verfremdet durch geschickten Umgang mit Licht
und Schatten, bricht mit gewohnten Sehweisen. Ein Autodidakt, der eigentlich immer auf Motivsuche sei, wie
ihn sein Freund und künstlerischer Weggefährte Lothar
Schmidt charakterisierte. Und ein Fotograph mit künstlerischem Auge und Blick für`s Detail: „Herbert Ristl
sammelt an einer Stelle mehr Eindrücke als andere bei
mehrstündigen Spaziergängen …“
Von „nebligen Bildern mit angehauchtem Objektiv“ sprach Schmidt,
der aus Anlaß der Vernissage auch einen Kurzabriß zum Lebensweg Ristl`s offerierte - Momentaufnahmen aus 40 Jahren Fotographie. Schmidts Fazit hierzu: „Ristl hat immer schon Experimente
gemacht…“. Das Ergebnis sind fotographische Abenteuer, die ihre
eigene geschichte erzählen: Der Limburger Lokschuppen zum Beispiel, einmal mit Dom, einmal mit Graffiti und einmal mit Bagger
– ein dezenter Hinweis auf etwaige konstruktive Perspektiven für
das leerstehende Bahnhofsgelände?
Gewitter über Limburg, Nepomuk mit Dom, die Lahn kurz hinter
Limburg mit Schafsberg – immer sind es unge-wöhnliche Ein- und
Ausblicke, teils mit Acryl nachgearbeitet, die dem entsprechen, was
Ristl sich als Leitmotiv für seine Ausstellung im St. Vincenz ausgesucht hat: „Am schwersten fällt es uns, das zu sehen, was wir
vor Augen haben (Johann Wolfgang Goethe).“ Herbert Ristl, Gründungsmitglied der Künstlervereinigung LahnArtists hilft uns dabei
– im St. Vincenz noch bis zum 30. Juli, rund um die Uhr ...
Kunst < VIA < 35
Freude über eine gelungene Präsentation in den Raumen
des Kreißsaals der St. Vincenz-Frauenklinik:
Chefarzt Dr. Peter Scheler, Initiatorin Hebamme Daniela
Pangan, Brunhilde Butzbach, als Gast der Vorsitzende
der Dehrner Krebsnothilfe, Hans-Joachim Kiefer,
und der Maler und Bildhauser Hermann-Josef Maibach,
der auch die Laudatio hielt.
Brunhilde Butzbach stellte im
Kreißsaal des St. Vincenz aus
Von Gundula Stegemann
Am Puls des Lebens:
Bilder mit besonderer Seele
>> In Limburg und Umgebung ist sie
längst keine Unbekannte mehr. Manch
einer kennt die Bilder von Brunhilde
Butzbach aus den verschiedensten Ausstellungen der Vergangenheit. Für einige Wochen hatte sie ihre sensiblen Werke in den Räumen der Geburtshilfe des
St. Vincenz-Krankenhauses ausgestellt.
Initiatorin dieser einfühlsamen Präsentation war Hebamme Daniela Pangan.
Jetzt wurden die Künstlerin und ihre
Werke in einer Finissage noch einmal
ausgiebig gewürdigt.
Brunhilde Butzbachs Themen sind vielseitig, ihre Techniken auch, darunter Kohlezeichnungen,
Radierungen und Gemälde in Acryl. Und doch
verbindet sie alle ein so genannter roter Faden:
Sie zeigen das Leben in seinen zahlreichen Facetten und Nuancen.
„Sie zeichnet und malt das Lebendige schlechthin“, sagt der Künstler Hermann-Josef Maibach
aus dem Rheingau über sie. Sie zeichnet, malt
Pflanzen und ihre wichtigsten Organe, die Blätter. Sie zeichnet und malt Tiere – von Insekten
bis zu Pferden. Sie zeichnet und malt Menschen. Dabei zeigt sie auch Menschen, die am
Beginn neuen Lebens stehen: Kinder und Mütter. Sie zeigt Menschen, die lieben, die leiden.
„Sie zeigt Seele in ihren Bildern“, wie Maibach
es beschreibt. Und sie bringt es auf den Punkt,
schweift nicht aus, verheddert sich nicht in den
Unendlichkeiten dieser Welt. Was sie sagen will,
malt sie, zeichnet sie – nicht mehr und nicht weniger. Will sie eine bestimmte Aussage treffen
oder eine Problematik andeuten, bedient sie sich
meist der Zeichnung. Will sie Beziehungen darstellen oder Gefühle, greift sie zur Farbe.
Mal vereinfacht sie die Figuren in ihren Bildern,
mal abstrahiert sie. Nur schemenhaft deutet
sie in einem Bild zwei Figuren an, zwei Frauengestalten, umgeben von warmen Farbtönen,
die ein Gefühl von Heimat, von Vertrauen und
Geborgenheit vermitteln. Ein andermal vergrößert
sie das Objekt wie unter einem Mikroskop und geht
in ihrer Darstellung bis ins Detail, zeigt Libellen in
Überlebensgröße. Durch Technik und Farbwahl wirkt
das Insekt wie in einem üppigen Dschungel. Immer
wieder präsentiert sie eine große Vielfältigkeit und
Vielseitigkeit in ihren Werken. Ein Bild als Lebensspender, als wahre Energiequelle ist ihr „Baum des
Lebens“, eine Mischtechnik auf Seide. Dieses Bild
gibt Kraft, vermittelt Lebensfreude, ohne aufdringlich zu sein. Es ist ein Werk der Stille – der Zauber
der Natur.
Brunhilde Butzbach lebt und arbeitet in Hünfelden.
Angefangen hat alles mit einem Kurs für Seidenmalerei, wie sie erzählt. Die Arbeiten fanden außerhalb
des Kurses großen Gefallen, wurden daraufhin in
Ausstellungen gezeigt. Nach einer gewissen Zeit habe sie jedoch auch mit anderen Materialien arbeiten
wollen. Sie belegte Kurse bei verschiedenen Malern
im Raum Mainz, Wiesbaden und im Rheingau, bei
Renate Kuby in Limburg, nahm teil an den Kunstwochen in Naurod und Notgottes. Prägend waren für
sie in den letzten Jahren insbesondere die Kurse bei
Volker Altrichter, Dozent der Kunstakademie in Düsseldorf, sowie die Kurse in Malerei und Bildhauerei
bei Hermann-Josef Maibach aus St. Goarshausen im
Rheingau. Viele neue Anregungen sammelte sie vor
Kurzem bei Carlo Catoni, einem Künstler aus Rom,
auf Lanzarote. „Er malt im Stil der alten Meister“,
schwärmt sie: „Das hat mich begeistert.“
Brunhilde Butzbach ist Mitglied bei den LahnArtists
sowie bei den Künstlern in der Amthofgalerie Bad
Camberg. Als außergewöhnliches Erlebnis schildert
sie die jedes Jahr im Sommer stattfindende Ausstellung der LahnArtists am Lahnufer: „Im vergangenen
Jahr habe ich zum ersten Mal mitgemacht und es
war toll, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen.“
Inzwischen ist sie mit ihren nächsten Projekten und
Ausstellungen beschäftigt: Im September werden
ihre Bilder im Bürgerhaus Neesbach gezeigt, für
das Frühjahr 2008 ist eine Ausstellung gemeinsam
mit Künstlerkollegen Hermann-Josef Maibach im
Schloss Hadamar geplant.
36 > VIA > Personalnachrichten
Personalnachrichten
KRANKENHAUSGESELLSCHAFT ST. VINCENZ mbH
Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Giessen
St. Vincenz Krankenhaus Limburg
Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
NAME
Heimann, Beate
Hühn, Julia
Rajic-Cuvalo, Vesna
Wallendorf, Ingrid
Dr. Wasmuth, Dirk
Dörr, Samuel
Lampe, Verena
Schmidt, Susanne
Ollenborger, Alexander
Yüce, Meral
Dr. Roth, Bernadette
Baginski, Larisa
EINSATZORT
EINTRITT
Ernährungsteam
Unfallchirurgie
Physikalische Therapie
Anästhesie
Allgemeinchirurgie
Anästhesie
Krankenpflegeschule
Patientenservicecenter
Anästhesie
Ambulanz
Radiologie
Onkologie
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
15.04.2007
15.04.2007
07.05.2007
15.05.2007
27.05.2007
01.06.2007
01.06.2007
Jubiläen April bis Juni 2007:
NAME
ABTEILUNG
DATUM
Köhler, Barbara
Di Blasio, Franco
Thörner, Alexandra
Jochum, Daniela
Rahner, Brigitte
Clemens, Alexander
Fachinger, Gerlinde
Van der Zalm-Pressler, Isa
Gabb, Susanne
Becker, Erich
Thieme, Gabriele
Hölzer, Susanne
Brühl, Karin
Pabst, Thomas
Lindt, Claudia
Schwellnus-Proft, Yvonne
Tängler, Beate
Barthel, Doris
Aumüller, Katja
Ludwig-Pistor, Frank
Brenner-Sticher, Carmen
Kessler, Karin
Heinz, Angelika
Deppisch, Bernd
Dr. Neumann, Heinz-Helmut
Tremper, Sigrid
Zehetner, Renate
Dasbach, Marianne
Heep, Klaus-Dieter
Dr. Wahler, Armin
Wilhelm, Gabriele
Rechnungswesen
Station E Ost
Station 3 Ost
Station 1 West
Strahlentherapie
Hauswirtschaft
Onkologie
Kreißsaal
Küche
Textilversorgung
Station E Ost
Station 6 Ost
Anästhesieabt.
Station IDI
Station 4 Ost
Station E Ost
Station 4 West
Station 1 Ost Intensiv
Station 6 Ost
Ambulanz
Apotheke
Nephrologie
Apotheke
Telefonzentrale/Pforte
Strahlentherapie
Labor
Labor
Station 1 Ost Intensiv
Anästhesieabt.
Anästhesie
Radiologie
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.05.2007
15.05.2007
01.06.2007
16.06.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.05.2007
29.06.2007
05.04.2007
01.06.2007
01.05.2007
01.05.2007
01.05.2007
01.04.2007
01.04.2007
01.05.2007
01.06.2007
JAHRE
10
10
10
10
10
10
10
10
10
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
20
25
25
30
30
30
35
35
35
35
Ruhestand:
NAME
ABTEILUNG
AUSTRITT
Kessler, Fritz
Technik
30.06.2007
Personalnachrichten < VIA < 37
St. Anna Krankenhaus Hadamar
Jubiläen April bis Juni 2007:
NAME
ABTEILUNG
DATUM
Hehl, Birgit
Station 1
01.04.2007
JAHRE
Magroun, Angelika
Station 3
01.04.2007
10
Kolega, Nenad
Station 1
01.06.2007
10
Schmidt-Farda, Ursula
Station 3
01.04.2007
35
10
Aktionswoche zum Start in den Frühling
Frühlingsfrisch auf den Tisch – unter diesem Motto stand die
Aktionswoche der Vincenz-Küche, die mit besonders leichten Gerichten
mit mediterranem Akzent Gäste, Mitarbeiter und Patienten gesund in den Frühling
begleiten wollte. Hühnerbrustfilet, Ziegenkäse und Basmatireis, Fenchelragout, Lachssteak und Salatteller sowie diverse Quark- und Obstdesserts standen im Rahmen der
Aktionswoche auf dem Speiseplan – deutlich mehr Essensteilnehmer als sonst goutierten den Einsatz des Vincenz-Küchenteams unter Leitung von Dietmar Kempf und der
Cafeteria-Crew unter Führung von Brigitte Wiesner. I-Tüpfelchen der Aktionswoche
war eine Verlosung unter den Mitarbeitern der Klinik. Zu gewinnen gab es Accecoires,
die gleichfalls zum Fitneß-Training animieren sollten. Christine Kaufmann, Schülerin
an der Krankenpflegeschule, gewann den ersten Preis: Eine Pulsuhr, Peter Hahmann,
Mitarbeiter des Hol- und Bringedienstes gewann einen Sport-Rucksack und Margarete
Piegza einen Fitnessball. Begleitet wurde die Aktionswoche von der AOK, die auch die
Preise gestiftet hatte.
Im Bild von links nach rechts: Küchenchef Dietmar
Kempf, Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik, die
Leiterin der Cafeteria, Brigitte Wiesner, HBD-Mitarbeiter
Peter Hahmann, die Key-Account-Managerin der AOK,
Dorothee Rueßbült und Christine Kaufmann.
J VIA-Kinder
Herzliche Glückwünsche von der Krankenhausleitung
der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz:
Mathis ist der Sohn von Anke Kranz, Fachkrankenschwester
auf der Interdisziplinären Intensivstation des St. Vincenz. Er
wurde am 8. April geboren, wo 3.210 Gramm und war 50
Centimeter groß. Ihm folgte am 12. April der kleine Nils,
Sohn von Liane Reuter, Krankenschwester auf der Station
3 West des St. Vincenz. Seine Maße: 3130 Gramm und 51
Centimeter. Am 18. April blickte Henri das Licht der Welt,
seine Mutter ist Meike Schneider, Krankenschwester der En-
doskopie-Abteilung des St. Vincenz. Bis zum 1. Juni dauerte es, bis Nele das männliche Übergewicht der VIA-Kinder
durchbrach: Sie wog stolze 4140 Gramm und maß stattliche
55 Centimeter! Ihre Mutter ist Tanja Trocha, Krankenschwester
der Vincenz-Ambulanz.
Allen Kindern und ihren Eltern
wünschen wir von Herzen alles Gute!
38 > VIA > In Kürze
Erfolgreicher Flohmarkt
für die Rumänienhilfe
>> Die Rumänienhilfe St. Nikolaus veranstaltete jetzt in Selters einen ersten Flohmarkt. Das
Hilfsprojekt mit Sitz in Selters, das unter der Schirmherrschaft der Krankenhäuser DierdorfSelters und St. Vincenz Limburg steht, konnte eine stattliche Anzahl an Ständen vorweisen.
Die Besucher auf dem Selterser Festplatz hatten die Wahl zwischen Sammeltassen, Kleidungsstücken, Gemälden, Kunsthandwerk und vielen weiteren Angeboten. Die Rumänienhilfe hofft, mit dem Erlös von rund 1000 Euro den Transport der Hilfsgüter finanzieren zu
können, die bereits in den Krankenhäusern oder bei den Vereinsmitgliedern lagern.
Helmut Petri als einer der Verantwortlichen war mit der Resonanz auf den ersten Flohmarkt
zufrieden genug, um eine Wiederholung im nächsten Jahr anzukündigen. Weitere „Ständler“ sind dazu herzlich eingeladen. „Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Privatleute,
nicht an professionelle Flohmarkthändler.“
Petri macht auch darauf aufmerksam, dass die Unterstützung der rumänischen Bevölkerung mit dem EU-Beitritt des Staats noch längst nicht obsolet ist. „Gerade auf dem Land
herrschen noch Zustände, die man sich hierzulande kaum vorstellen kann. Besonders die
medizinische Versorgung ist katastrophal.“
Daher setzt die Rumänienhilfe auch in diesem Bereich an. So werden unter anderem ein
Krankenhaus unterstützt und ein medizinisches Zentrum eingerichtet. Auch einem jungen
Mann, der auf Dauerbeatmung angewiesen ist, wurde mit einem entsprechenden Gerät
geholfen.
Auskünfte über die Rumänienhilfe St. Nikolaus gibt es
unter Telefon 02626/762-1118 oder 06431/292-4200.
Anzeigen < VIA < 39
Werbung wirkt!
Günstig werben
bereits ab 140.- Euro,
zzgl. Mwst.
Möchten auch Sie
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in diesem Magazin schalten?
✆
> Mehr Informationen:
Telefon: 0 64 31- 292 413
40 > VIA > Anzeigen
Anzeigen < VIA < 41
42 > VIA > Anzeigen
Werbung wirkt – Günstig werben bereits ab 140.- Euro zzgl. Mwst.
Möchten auch Sie Ihre Anzeige in diesem Magazin schalten?
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>>>
Mehr Informationen: Telefon: 0 64 31 - 29 24 13 <<<
✆
Anzeigen < VIA < 43
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Seele and Geist
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