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Dr. Anke Kühl
ATR Fachberatung Pflanzenschutz
Mobil: +49 (0)163 2870 109
28.10.2014
Aktuelles im Pflanzenschutz Nr. 21
Warmer Oktober fördert das Pflanzenwachstum
Der ungewöhnlich warme Herbst läßt die Bestände wachsen und wachsen. Das Getreide bildet Nebentriebe und
hat z.T. sehr lange Blätter, die aufgrund des weichen Gewebes bereits „lagern“. Krankheiten, wie Mehltau, Rost
und in der Gerste auch Netzflecken, sind vielerorts zu finden.
Vermehrt wird beim Getreide diskutiert, was jetzt zu tun ist. Im Raps haben wir im Herbst die Möglichkeit, über
Fungizide/Wachstumsregler die Bestände zu kontrollieren. Bei Getreide ist die Situation etwas anders.
Wachstumsregler im Getreide sind für den Frühjahrseinsatz gedacht. Die Zulassung der meisten Produkte
startet mit Schossbeginn, CCC ist ab BBCH 21 zugelassen. Grundsätzlich ist damit aber die Frühjahrsanwendung
gemeint, zumal die Produkte nur einmal in der Kultur, bzw. Jahr angewendet werden dürfen. Soviel zum
Zulassungsgesichtspunkt. Zum pflanzenbaulichen Aspekt ist folgendes anzumerken:
Das Getreide bildet im Moment lange Blätter und Nebentriebe, aber aufgrund der Tageslänge und des bisher
fehlenden Kältereizes (Vernalisation) wird das Getreide in diesem Jahr nicht mehr anfangen zu Schossen, d.h.
es werden auch keine Knoten gebildet.
Wintergetreidearten in Regionen mit ausgeprägten unterschieden zwischen Winter- und Sommerbedingungen
schossen und blühen erst, nachdem die eine andauernde Periode mit niedrigen Temperaturen durchlebt haben.
Das verhindert den Beginn der generativen Phase in der für die Pflanze ungünstigen zeit vor Wintereinbruch.
Der Einsatz von Moddus, Medax Top u.a. schließt sich somit unabhängig von der Jahreszeit durch den
Zulassungszeitraum (ab Schossbeginn) aus. CCC wäre zwar eventuell machbar, aber folgendes ist zu
berücksichtigen: CCC führt im Weizen dazu, dass die apikale Dominanz des Haupttriebes gebrochen wird und die
Seitentriebe gefördert werden. Das, was man im zeitigen Frühjahr mit der Anregung der Bestockung und dem
sog. „Glattziehen“ der bestände bezweckt, wäre im Moment kontraproduktiv, denn die Bestockung soll ja jetzt
nicht noch zusätzlich angeregt werden.
Aus pflanzenbaulicher Sicht ist unabhängig von der Zulassung, die das eh nicht erlaubt, von einem Einsatz von
Wachstumsreglern im Getreide zum jetzigen Zeitpunkt abzuraten.
Was kann also jetzt noch getan werden?
Entscheidend ist, dass Getreide gut über den Winter zu bringen. Voraussetzungen dafür sind gesunde Wurzeln
und kräftige Triebe. Der Einsatz von Fungiziden im Herbst ist nicht erlaubt. Eine Möglichkeit, dem Getreide jetzt
noch etwas gutes zu tun, ist der Einsatz von Kupfer (z.B. Kupfer-Questuran fl.) plus Mangan und Zink.
Vorteile von Kupfer:
 Bessere Halmstabilität: Kupfer fördert die Bildung und Einlagerung von Lignin in die Zellen,
 erhöhte Frostresistenz: Kupfer fördert die Wurzelbildung und verbessert die Überwinterungsleistung
 gesteigerte Widerstandsfähigkeit gegen pilzliche Schaderreger: Kupfer hat einen vorbeugen Effekt auf
Pilzkrankheiten
Fazit:
Da im Herbst keine Fungizide und geeigneten Wachstumsregler zur Bestandesführung im Getreide zugelassen
sind, ist eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen für die Förderung der Winterfestigkeit wichtig.
Kupfer kann darüber hinaus einen guten Beitrag zur Gesunderhaltung, Winterfestigkeit und Standfestigkeit der
Pflanzen beitragen.
Empfehlung für Getreide:
ATR-Listenpreis
0,6 l/ha Kupfer-Questuran fl.
7,32 €/ha
Für die Absicherung der Mikronährstoffversorgung sollte noch Zink (z.B. 0,5 l/ha Zinkuran ) und Mangan (z.B. 0,5
kg/ha Mangansulfat), sofern noch nicht geschehen, hinzugefügt werden.
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Bildung
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