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cellident: Positionsbestimmung im Mobilfunknetz, was bringt uns die

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PIPELINE
designing the space in between / das Magazin von Andreas Boebel
cellident: Positionsbestimmung im Mobilfunknetz, was bringt uns die Zukunft ?
airdome: eine Kuppel aus Luft
front-line modular: für den richtigen Büroschlaf
Wasser für Waffen: Rohstoff und Kriegsgrund
nomadic living: wie nomadisch ist das Design ?
Inhaltsverzeichnis
Vermischtes
Editorial
Architektur
das Video Kois und
watching trains
Leben
Zukunft
Office
front-line modular
Wer schläft nicht gerne
im Büro, front-line
modular ist die Lösung
für unseren erholsamen
Büroschlaf
ehrenwert.com
ein Klassiker unter den
Taschen stellt sich vor
Games
Space Empire
erobern Sie die Raumherrschaft
Mobilitoi
Ab in die Ecke. Parties
bekommen neue Klos
verordnet.
Wasser für Waffen
Wasser, Rohstoff und
Kriegsgrund, eine
Vision beschreibt ein
Szenario der Zukunft
Architektur
Technik
Fashion
Airdome
eine Kuppel aus Mopedschläuchen geht
auf Wanderschaft
Was bringt uns die
Zukunft. Das Cellident
Projekt zeigt uns,
welche Möglichkeiten
uns das Mobilfunknetz
ausser dem Telefonieren sonst noch bietet
eine Positionsbestimmung im Netz
Park in
Monotonie gehört der
Vergangenheit an, der
Rastplatz auf der Autobahn verändert sich
Designgeschichte
Nomadic Living
Wie nomadisch sind
wir?
Editorial
Die Welt steckt voller Gegensätze,
visionärer Ideen und erschreckender
Entwicklungen.
Diese Ausgabe des Magazins Pipeline soll
Ihnen einen Überblick über meine während
der Studienzeit im Fachbereich Produktdesign an der Hochschule für Gestaltung
in Karlsruhe entstandenen Arbeiten geben.
Dabei entwickelte sich ein vielschichtiges
Spektrum an Projekten, die verschiedenste
Aspekte des Lebens behandeln oder
technologische Entwicklungen wie beim
Cellident Projekt aufgreifen. Elementare
Bedürfnisse wie das Wasser werden ebenso
analysiert.
Gestalterische Lösungskonzepte alltäglicher
Probleme bilden neben den Texten zu den
Themen den Schwerpunkt.
Dieses Magazin soll ihnen einiges zeigen,
womit ich mich in den letzten Jahren beschäftigt habe und wie ich die Welt für Sie
gesehen habe und meine produktorientierten Lösungen hierzu.
Viel Spass beim Lesen.
Andreas Boebel
Praktikum bei Revo Mikroluftschiffe
Office
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Projektvideo abspielen (klicken)
Über das Schlafen im Büro
Arbeiten bis zum Umfallen aber dann
schlafen Sie gut !
Schlafen im Büro war ein Tabu und ist noch immer eines,
auch wenn wir uns im Internetzeitalter befinden und das
T-Shirt längst das glatt gebügelte Hemd und den Anzug im
Büro verdrängt hat .
In den Kreativschmieden zeigt sich die Tendenz. Dort
widmen sich die jungen Helden des Informations- und
Softwarezeitalters mit ihrer ganzen Kraft und Zeit dem
Job, um ihre Firma voller Elan mit aufzubauen und sie
nach oben zu katapultieren.
Mit welchen Mitteln ist die eigene Leistungsfähigkeit
über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten ohne sich
selbst zu ruinieren?
Der Besuch des Fitnesscenters auf Kosten der Firma ist dabei bereits ein legitimes Mittel.
Und Kaffee, Zigaretten und die Nacht zum Tage
machen wäre auch eine Lösung, um die Leistung
während eines Projektes nach oben zu schrauben
und es ist eindeutig Raubbau am Körper.
Der Erholung kommt daher eine besondere Bedeutung zu.Denn nur wer ausreichend schläft,
der kann auch Leistung bringen.
In einer globalen Welt von heute, in der nie die
Sonne untergeht, in der Aufträge durchs Internet
am Tage und in einer Nacht rund um die Welt
wandern muß auch über das Schlafen im Büro
neu nachgedacht werden, denn wenn bei uns die
Ruhe einkehrt, dann laufen die Amerikaner zur
Höchstleistung auf.
Wie aber die Zwischenräume füllen, bis die
nächste e-mail kommt? Am besten schlafen.
Wie aber schlafen?
Die Frage, wie schlafen ist eine sehr schwierige
Frage bei der uns die Ergonomie genauso wie
der soziale und psychologische Aspekt interessieren muß.
Was wäre, wenn Sie eine Luftmatratze ins Büro
bringen? Man würde sie wahrscheinlich auslachen und ein angenehmer Liegekomfort wäre es
wohl auch nicht. Sie müßten die Matratze irgendwo im Schrank verstecken, damit Sie nicht von
ihren Kollegen verspottet werden und Sie müßten diese jedesmal erneut aufblasen. Ein harter
Blow-job, den Sie sich nicht vor jedem
Schlafen zumuten wollen. Nach spätestens zwei Nächten würden Sie die Matratze wieder einstecken oder aus dem
Fenster werfen und wieder zuhause
schlafen.
Und wenn Sie ihr Bett aufzustellen
schickt sie ihr Chef sofort unbefristet
nach Hause. Also dann doch lieber auf
der Couch im Eingangsbereich neben
der Sekretärin, wo sonst die Gäste
warten? Unvorstellbar. Denken Sie nur
an den nächsten Morgen. Man würde
meinen sie wären der Hausmeister, der
ein Nickerchen hält.
Hier zeigt sich schon die Schwierigkeit
des Büroschlafes. Und sie zeigt sich in
der Art des Gegenstandes.
Unser Schlafmittel muß ein multifunktionales Möbel sein, das bei Bedarf ausgeklappt oder verändert werden kann
und einen angenehmen Schlaf garantiert. Und diesem Möbel darf man im
normalen Büroalltag nicht ansehen, daß
darauf geschlafen wird.
Auch wenn ihre Kollegen Schlafen im
Büro längst akzeptieren, weil sie sich
selbst die Nächte mit Projekten um die
Ohren schlagen, muß es zumindest
unauffällig sein, denn das Büro ist ein
öffentlicher Raum. Wenn Geschäftsbesuch kommt, oder die InvestmentBanker anklopfen muß alles in Ordnung
sein. Denn der Besuch sieht sofort was
los ist. Die schlafen da, werden diese
unaufgeklärten Geister sagen und die
Kreditzusage widerrufen. Denn wer will
schon mit einem Haufen Pennern Geschäfte machen ?
Also doch die Couch oder etwas völlig
Neues?
Wir müssen wohl die Unterscheidung
treffen zwischen zwei Arten von Schlaf,
dem Kurzzeitschlaf in der Mittagspause
und dem Langzeitschlaf. Für das eine
genügt ein unterstützendes Produkt,
das den Arbeitsplatz schnell umfunktioniert, beim Langzeitschlaf spielt der
Komfort eine größere Rolle als die
Schnelligkeit. Man sollte beides berücksichtigen.
Was also machen , wenn die Projekte
drücken und die Zeit davonläuft. Auf
Schlaf verzichten? Kurzfristig möglich,
aber nach 3 Tagen sind sie k.o. Leistungsabfall. Projektverzug. Ende.
Wir brauchen also einen Gegenstand,
der schnell aufgebaut ist und schnell
wieder verschwinden kann, oder der
besser noch so getarnt ist, daß er in
der Bürolandschaft nicht auffällt und vor
allem einen gesunden Schlaf zuläßt.
Außerdem muß das Ding komfortabel
sein, akzeptabel und wenn mehrere
Menschen an einem Projekt arbeiten
sollte es auch für mehrere geeignet
sein und zu einer entspannenden Liegewiese ausgebaut werden können.
Arbeiten bis zum umfallen und dann
schlafen sie gut, alles gemeinsam und
im Einvernehmen. Mit der front-line
modular ist das möglich.Durch
unzählige Selbstversuche konnten wir
die front-Line modular soweit ergonomisch verbessern, daß Sie selbst nach
einem längerem Büroschlaf nicht gerädert aufstehen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen
Büroschlaf !
Video abspielen
Projektvideo Kulturzeit
Fashion - ehrenwert.com
Franka Potente brachte als Kaiserin Sissi die
record bag von ehrenwert.com in die Kinos. Dort
konnte man die Tasche an ihrer Schulter im Film
„der Krieger und die Kaiserin“ bewundern.
Auf die Idee, Taschen aus Plane herzustellen,
kam ich während eines Englandaufenthaltes Ende
der Achzigerjahre. Mir fielen die vielen Fahrradkuriere in London auf, die mit ihren robusten
Taschen ihre Aufträge ausfuhren. Ich griff diesen
Klassiker auf, telefonierte mit der Produktion in
England und begann Taschen zu verkaufen.
Die Taschen wurden in Kooperation mit einem
Workshop für „Handicaped people“ in dem auch
Blinde arbeiten weiterentwickelt.
Mit der Zeit brachte ich neue Typen und Farben
auf den Markt.
Das ehrenwert.com Label gibt es seit dem Jahre
2000, vorher betrieb ich das Taschengeschäft seit
1996 in Berlin unter dem Namen Projector.
ehrenwert.com steht dabei für die Arbeiterinnen
und Arbeiter, die auch mit ihrem Handicap der
Blindheit oder anderer körperlicher Einschränkungen ehrenwerte Arbeit leisten. Über
die letzten Jahre hat sich ehrenwert.com zu einer
international akzepierten Marke entwickelt, die sich
in Österreich, der Schweiz und in Deutschland
durchgesetzt hat.
Games - Space Empire
Space Empire, der Name spricht für sich. Das Brettspiel
entstand bei Prof Hannes Wettstein, einem bekannten
Schweizer Designer. Ziel des Strategiespiels für zwei bis vier
Teilnehmer ist das Erringen der absoluten Raumherrschaft.
Mithilfe von Raumstationen, die von Raumschiffen transportiert werden werden Planeten erobert, die gegen allerlei
Gefahren und den Gegner verteidigt werden müssen. Die
Stationen und Raumschiffe können mit Kampfkraft und Panzerungsmodulen ausgerüstet werden, was beim Zweikampf
einen entscheidenden Vorteil bringt.
Raumschiff mit
Raumstattion
(Transport)
Raumstation
Träger für Module
Panzerung, Abwehrmodul
Kampfkraft, Angriffsmodul
Raumschiff
Vermischtes - Videos
Video abspielen
Projektvideo (klicken)
Kraftstoff wurde mit anderen Taschenprojekten in
der Hochschule für Gestaltung mit einer Modenschau dem Publikum vorgestellt. Dabei orientierte
sich das Kraftstoff Projekt an starken leicht transparenten Planenmaterial, diese Kraft und
Dauerhaftigkeit sollte das Label transportieren.
Video abspielen
Projektvideo (klicken)
Watching Trains entstand im Sommer 2004 und war
eine Anspielung auf die Setzkästen der Eisenbahnfreunde, die Ihre Spielzeugeisenbahnen gerne in
Vitrinen anordnen.
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Projektvideo (klicken)
Koi Meditation ist ein Entspannungsvideo. Es
wurde für das Seminar „West goes East“ gedreht,
bei dem es darum ging asiatische Gewohnheiten
und Lebensweisen in einen westlichen Kontext zu
bringen.
Gedreht wurde im Kölle Zoo in Karlsruhe mit Kois.
Das Video wurde später in einer Installation umgesetzt.
Zukunft - Wasser für Waffen
der Text entstand auf dem nomadischen
digitalen Camp von Michael Saup im
Sommer 2003 in Karlsruhe, mithilfe von
Europaletten und Bierkisten wurde ein
Lebensraum geschaffen, Arbeiten und
Leben stand im Mittelpunkt dieser gemeinsamen Aktion
Wir bauten das Camp auf. Es folgte
eine schwere Schlepperei des Materials
vom Laster.
Wasser für Waffen
Die Arme wurden schwach und der
Schweiss perlte über den Körper. UnDer Platz war steinig, der Platz war
ter dem Auto im Schatten stand das
staubtrocken und die Hitze brachte die
Wasser. Es war nicht kalt, aber es war
Luft zum Flimmern.
trinkbar. Ein ganzer Kasten MineralwasAuf diesem Gelände gab es kaum
ser. Der Kasten leerte sich. Arbeiten
Schatten, etwas weiter hinten standen
und trinken, das war die Aufgabe. Der
ein paar Bäume. Kein Wind bewegte
die Blätter und an Erholung war nicht zu Kasten war durch die durstigen Kehlen
in der Mittagshitze zu einer einzigen
denken.
Flasche geschmolzen. Zu einer heißen
Flasche mit einem warmen Inhalt, der
ungewohnt ölig schmeckte, aber es war
Wasser.
Aus der ganzen Flasche wurden dann
Schlücke, später Tropfen. Und die Sonne brannte weiter. Das Zelt musste als
Schutz über unserem Kopf entstehen
und es musste sofort entstehen.
Wie schön wäre es jetzt an der Quelle
dachte ich, wie schön zu trinken. Die
anderen waren auf dem Weg dorthin,
um uns das Wasser zu bringen. Wir
waren hier, ohne Wasser. Warum nur
waren wir zum Teufel hier auf diesem
Steinhaufen, um gerade hier unser
Lager aufzuschlagen?
Wir setzten uns unter das erste Laken
das auf dem Boden den Schatten verbreitete. Quälten uns
hin und wieder weiter, schwitzten und
dursteten. Es ging nicht mehr, die Sonne hatte unsere Körper verbrannt, die
Kräfte ließen mit dem Wasser nach.
Dann saßen wir nur noch da und
warteten auf die anderen, eigentlich
mehr auf das Wasser als auf die Bringer.
Ich döste und dachte. Wie wichtig doch
das Wasser ist. Wie mag es wohl kommen?
Es gab Zeiten da wurde für Öl
gekämpft, Blut gegen Öl, Öl gegen
Geld. Geld gegen Waffen,
Waffen für Öl. Das war am Anfang des
neuen Jahrtausends.
Als der Klimawandel einsetzte, der
dann Mitte des 21ten Jahrhunderts bereits zum Abschmelzen
der Polkappen führte, wurde versucht,
diese riesige Menge abschmelzendes
Frischwasser
mit Techniken, die aus dem Abbau von
Braunkohle über Tage bekannt waren,
dieses feste polare Eis zu gewinnen
und vor dem Meer und der Versalzung
zu retten.
Exxon hatte seinen Schwerpunkt verlagert. Riesige Schaufelbagger
beförderten das Eis auf Bänder,
Zerkleinerungsmaschinen hackten das
Eis und es wurde dann erhitzt oder unter Druck gesetzt so dass das flüssige
Gold zum Vorschein kam, das Wasser.
Exxon löste das Problem mit seiner
Tankerflotte, die bei weitem nicht mehr
benötigt wurde wie früher, da das meiste Öl längst zu Tage gebracht war und
so wurden die Schiffe für den Transport
des polaren Frischwassers eingesetzt.
Die Wasserstofftechnik und die Brennstoffzellen führten sinnvollerweise dazu,
dass das restliche Öl, welches einen
enormen Preis auf den Rohstoffmärkten
erziele, nur noch für chemische
Erzeugnisse genutzt wurde.
Die Exxon Tankerflotte brachte das
Wasser dann dorthin, wo es benötigt
wurde, besonders nach Europa und
Amerika. Afrika ging natürlich leer aus,
da sie kein Geld für Wasser hatten. Das
Projekt Polarwasser war ein Wettlauf
mit der Zeit. Je wärmer es wurde, um
so schneller zeronn das kostbare Gut
zwischen den Händen oder unter den
Schaufeln der Bagger.
Saudi-Arabien hatte sich schon sehr
früh durch seine Ölvorräte autak
gemacht. Hier lagerten noch genügend
Ölvorräte und hier gab es Wasser,
genügend Wasser.
Die Entsalzungsanlage machte es
möglich und das Wasser führte zur
Gründung von Plantagen in der Wüste.
Saudi-Arabien war die große Oase in
der ewigen Wüste geworden. Luxus,
dekadent und verschwenderisch. Kein
Mensch außer dort würde sein Auto
noch mit frischem Wasser waschen,
und gerade diese Bilder, die nun öfter
bei Dokumentationen über das Land
gezeigt wurden, führten hier in Europa
zu Unverständnis und Ablehnung. Denn
selbst den Deutschen war es verboten,
ihr Auto mit Frischwasser zu waschen.
Auf den Warenterminmärkten wurde
Wasser gehandelt, es gab einen H2OFuture, der neben Schweinebäuchen
ein Indikator der Welt geworden war.
Wasser, Ursprung allen Lebens auf der
Erde, hatte nach langer Zeit des unbegrenzten Konsums und der
Verschwendung in Industrie- und Entwicklungsländern eine Knappheit erreicht, die nur mit
einem Verdurstenden in der Wüste vergleichbar war. Es war ein Schritt zurück,
zu den Anfängen des Siedelns und Vordringens, als Wasser noch kostbar war.
Zeiten in denen Wasser über weite
Entfernungen und Reisen mitge-
nommen wurde, um sich selbst am
Leben zu halten und um das Leben zu
erhalten.
weniger Nahrung. Vom Butterberg und
Überproduktion war längst keine Rede
mehr. Und das Abschmelzen der Polkappen hatte einen weiteren Effekt. Der
Als die Polkappen dann endgültig abGolfstrom strömte nicht mehr nach Eurschmolzen waren und das süße Leben opa . Dies bedeutete kalte Winter, frosim Salz des Meeres unterging, war nicht tige trockene Winter. Die Niederlanden
nur die Tierwelt und der ganze Zyklus
bauten riesige Dämme um den Anstieg
des Meeres durcheinander geraten.
des Meeresspiegels Herr zu werden,
Der Future und die Optionen auf Waswas enorme Kosten verursachte.
ser schossen in die Höhe. Nicht mehr
Durch die intensive Landwirtschaft bis
die Chipfirmen und Informationsfirmen
zur Mitte des 21 Jahrhunderts und das
waren die Börsenstars, die Firmen, die Absinken von Schadstoffen aus Landam Anfang des Jahrhunderts in Wasser wirtschaft, Industrie und vor allem durch
investiert hatten wie Eon und Vivendi
die Verseuchung des Trinkwassers
schossen in die Höhe. Besonders Endurch Hormonpräparate wie die Pille,
ergiefirmen begannen riesige Meerewurde eine Verweiblichung der Welt
sentsalzungsanlagen zu bauen, die mit eingeleitet. So wie in den Sümpfen vor
Energie Salzwasser zu Süßwasser um- Florida die Fische Ihre Männlichkeit
wandelten. Und gerade die Verwüstung verloren, so verloren die Männer der
Europas hatte dramatische Folgen. We- Industrieländer Ihre Männlichkeit. Nach
niger Wasser, weniger Landwirtschaft,
einer Zeit in der das Androgyne zur
Mode wurde, und Männer sich Frauen
in Ihrer Art annäherten, so stand jetzt
wieder das Männliche im Vordergrund.
Und wer Wasser, gutes Wasser wollte,
der musste bezahlen, viel bezahlen.
Trinken aus dem Wasserhahn war nicht
mehr zu empfehlen, aber welche Chance hatte man schon, wenn man kein
Geld hatte. Männlichkeit verriet gutes
Wasser und Reichtum.
Regionale Protestbewegungen formierten sich. Gerade im revolutionär geprägten Frankreich
brachen Unruhen aus.
Vor allem Wassertransporte der großen
Mineralwasserquellen wurden sabotiert,
die Reifen der LKWs aufgeschlitzt oder
es wurden andere Gegenaktionen betrieben. Diese Protestler forderten, dass
das Wasser national oder lokal genutzt
werden sollte und kein Export des Wassers in andere Länder.
Die Forderung „Unser Wasser für uns“
gewann auch in der Masse der Bevöl-
kerung an enormen Einfluss.
Auch die Quelle, als Ursprung des Lebens und als Ort der Geburt hatte in
den Industrieländern eine neue Magie
bekommen, eine unglaubliche Magie.
Ferntourismus zu exotischen Quellen
und Heilquellen konnten sich nur die
Reichsten leisten. Dort standen sie
dann in einer Schlange und warteten
Stunden um das Ritual des Trinkens
an der Quelle, des Trinkens eines sauberen und guten Wassers für ein paar
bezahlte Minuten zu genießen.
Es gab Freudentänze in verdörrten
Regionen Europas, wenn sich ein
Schwall des Himmels über
Ihnen abregnete und den Boden tränkte.Wer eine Wahl gewinnen wollte,
der musste die Interessen und die
Nutzung an Wasser am Besten erklären können, der musste sowohl in der
Innenpolitik, aber auch in der weltweiten Außenpolitik seinen Einfluss auf
die verbliebenen Ressourcen deutlich
machen und zeigen dass er derjenige
ist, mit dem man die Wasserhähne aufdrehen konnte.
Gerade durch die Erwärmung der am
stärksten betroffenen Gebiete brachen
in Afrika unzählige Bürgerkriege um das
kostbare Gut aus, und internationale
Friedenstruppen sicherten Staudämme
und Wasservorkommen.
Das Bohren von eigenen Brunnen wurde von diktatorischen Machthabern
unter Todesstrafe verboten und eine
staatlich organisierte Wasservergabe
der Diktatoren, wie dem berüchtigten
ugandischen Warlord, der sich Idi Amin
junior nannte, führte zur Knechtung
eines ganzen Volkes. Wer spitzelte, der
bekam Wasser, wer folterte, der bekam
noch mehr Wasser und wer korrupt im
Sinne des Diktators war und dessen
Macht und Konten in der Schweiz füllte,
der bekam dann täglich einen Wagen
Wasser vor den Hof oder durfte einen
privaten Brunnen bohren, um sein Feld
zu bewässern und die existenzielle Not
zu lindern. Wasser wurde Macht und
Ohnmacht zugleich. Dieser Wassernotstand und die Knechtung des Volkes
führte unweigerlich zum Krieg.
Die Gewinnung der regionalen Wassermacht führte zu einem Angriff von
Uganda auf den Viktoriasee, der längst
zu einer kleinen Pfütze verdunstet war.
Die Armee des Diktators baute schnell
einen Verteidigungsring um den See
auf.Nach dem Raubbau am See wurden durch Bohrungen die Grundwasserreserven geplündert. Mit dem dortigen Wasser kaufte Idi Amin junior mehr
Waffen und Söldner und griff in einem
Feldzug durch Tanzania die BP gehörende Entsalzungsanlage bei Mombasa
in Kenia an, um seine Macht und sein
Wasserkapital weiter auszubauen.
Viele verdursteten während der wochenlangen anhaltenden Kämpfe, da
die Entsalzungsanlage die Nabelschnur
der Stadt war. Durch die brutalen
Kämpfe dort wurde die Anlage außer
Betrieb gesetzt. Eine ganze Stadt begann zu verdursten. Und Kenia vertrocknete ebenso
Die Gasvorräte waren nach einer Wo-
che verbraucht, mit dem Einzelne
versuchten, Salzwasser selbst umzuwandeln. Es war fast nicht möglich
innerhalb des Kampfgebietes bis zum
Stand zu kommen, um dort das Salzwasser mit einem Eimer zu schöpfen.
Der Strand war eine Todesfalle.
Lang, offen, flach. Unzählige Opfer des
Krieges hatten hier Ihr Leben verloren,
unzählige Leichen lagen hier, zerschossene Eimer lagen zerstreut und leere
bunte Plastiktüten flatterten im Wind.
Das Wort D-Day nahm die Runde. Es
sah aus wie an der Küste der Normandie, nur hier versuchte man nicht vom
Wasser aus ein Land einzunehmen,
hier hatten viele versucht von Land aus,
an das Wasser zu kommen. D-Day, desert-day. Und keine Wolken und Regen
in Sicht.
Als endlich die UN eine Mission auf die
Beine stellte, es dauerte sehr lange,
bis die UN in New York überhaupt aktiv
wurde, um die Ordnung in Kenia wieder herzustellen, sah es nicht gut aus.
Die Fallschirmspringer der Unotruppen
lieferten sich eine Tage dauernde blutige Schlacht um die Entsalzungsanlage. Das war das vorrangigste Ziel, um
die Versorgung von Mombasa wieder
herzustellen. Als endlich die ersten UN
Truppen die Innenstadt erreichten, war
nicht mehr viel zu retten. Nach 6 Wochen hatte die Stadt aufgehört zu existieren. 65% der Menschen hatten ihr
Leben verloren, waren verdurstet, oder
lagen erschlagen überall verteilt, da sie
sich gegenseitig für ein paar Tropfen
Wasser ermordet hatten.
Eine Welt ohne sauberes, trinkbares
Wasser für jeden war eine verdorrte
sterbende Welt geworden.
Technik - Cellident (Vordiplom)
Wir nutzen das uns mittlerweile überall
umgebende Mobilfunknetz ohne darüber nachzudenken, wie diese Technologie funktioniert und was dahinter steckt.
Beim Cellident Projekt wollte ich den
Dingen auf den Grund gehen. Cellident
sollte die Möglichkeiten des Netzes nutzen, dass wir überall durch unser Handy zu orten sind. Denn soll das Telefon
funktionieren, muß es im Netz eingebucht sein. Dies geschieht dadurch,
dass das Handy ständig im Dialog mit
den umgebenden
Funkmasten steht und sich den
nächsten Mast als Ansprechpartner
heraussucht. Da wir wissen, wo dieser
aktive Sendemast steht, können wir
auch recht genau sagen, wo sich das
Handy befindet. Im innerstädtischen Bereich sind diese Funkzellen recht klein,
die Netzdichte ist in den letzten Jahren
stark gewachsen. Etwa alle 100 Meter
finden wir einen neuen Sendemast. Die-
ser strahlt meist durch 3 einzelne Sender jeweils im Winkel von 120 Grad ab.
Dadurch ergeben sich Funkzellen, die
der Struktur von Bienenwaben ähneln.
Neben der Ortung durch den Mast, mit
dem wir ständig in Verbindung stehen
wird dadurch eine weitere Positionsbestimmung möglich – die Triangulation.
Dazu werden 3 Masten in unserem Umkreis aktiv, jeder dieser Masten ermittelt
die Entfernung zum Handy durch die
Laufzeit der Funkwellen vom Masten
zum Handy und zurück. Dadurch ergibt
sich die Entfernung zwischen Mast und
Handy. Durch 3 dieser Entfernungen
kann der Standort des Nutzers bis auf
wenige Meter genau festgelegt werden.
Ziel des Cellident Projektes war es,
mithilfe eines einzelnen Sendemastes
die Postion zu bestimmen. Das gelang
im O2 Netz recht einfach, denn jeder
Sendemast sendet in diesem Netz
seine Position in sogenannten Krüger
Gauss Format unaufgefordert auf einer
bestimmten Fequenz an das Telefon.
Aktiviert man die Funktion Cell Broadcast an dem Gerät, so ist diese
Krüger Gauss Zahl auf dem Display ersichtlich. Diese Zahl, eine mehrstellige
Koordinate wird in der Geowissenschaft
ebenso verwendet. Sie bezeichnet
einen geografischen Punkt im Weltkoordinatennetz und kann problemlos mit
der richtigen Software auf Landkarten
übertragen werden und auch sichtbar
bemacht werden. Wenn das geschieht
sehen wir den Standort des Sendemastes auf der Landkarte. Eine eindeutige
Bestimmung des Ortes.
Nutzen wir diese Möglichkeit, so können wir nicht exakt sehen, wo wir uns
mit unserem Handy befinden, aber
durch die Koordinate des Sendemastes
kann der geografische Aufenthaltsort
schon sehr genau festgelegt werden.
Wie bereits erwähnt liegt die Genauigkeit im innerstädtischen Bereich bei
rund 100 Meter, da die Masten in ländlichen Gebieten bis zu mehrern Kilometern auseinander liegen, ist dort die
Bestimmung des Standortes auch ungenauer.
Innerhalb des cellident Projektes wurden Testläufe über die Netzbeschaffenheit und die Möglichkeit der Ortung
durchgeführt. Hierzu wurde ein Palm
mit einer Software zur Erfassung der
Krüger Gauss Koordinaten genutzt. Der
Palm zeichnete die Koordinaten, die
wurden.
Gehen wir von einer permanenten Miniatusierung von Technik aus und vergleichen wir dies mit dem Taschenrechner
und seiner Entwicklung so sind alle cellident Produkte in absehbarer Zeit produzierbar. Waren die Taschenrechner
in den 70er Jahren noch schwere Tisch
füllende Klötze, so entwickelten sie sich
bis heute zu Scheckkarten großen Miniaturrechnern.
Bei cellident Produkten kann es ähnlich
verlaufen. Auch die Handys sind in den
das daneben liegende Handy empfing, letzten Jahren immer kleiner geworauf. Diese konnten später mit einer
den, wären da nicht die Tasten, die ja
geografischen Software auf Landkarten noch zu bedienen sind, wären sie noch
übertragen werden. So ergab sich die
kleiner. Tastaturen fallen bei cellident
Bewegung des verschickten TestpäckProdukten fast gänzlich weg, ebenso
chens auf dem Weg von Karlsruhe nach der Lautsprecher, das Mikrofon und das
Stuttgart und konnte auf dem BildDisplay. Was übrig bleibt ist eine Platine
schrim sehr gut nachvollzogen werden. mit seinem Chip, die Antenne und der
Die gewonnenen Daten dienten dann
Akku. Zusätzlich haben einige Geräte
als Grundlage für neue Produkte im
eine Solarzelle für das Laden des AkMobilfunkbereich, deren Ziel nicht das
kus.
Telefonieren, sondern die Bestimmung
Zwei gängige Technologien konkurdes Aufenthaltsortes war. Verschiederieren mit cellident. Das globale GPS
ne Einsatzmöglichkeiten bedeuteten
System und die neuen RFID Chips.
auch verschiedene Designs, die auf die GPS hat sich in den letzten Jahren
Funktion des Gerätes abgestimmt
enorm verbreitet. Nicht nur Logistik-
unternehmen, das Militär, Autofahrer
sondern auch Hobbysportler nutzen
das satellitengestützte Navigationssystem. Bei diesem System arbeiten die
mobilen Endgeräte mit den zahlreichen
Satelliten zusammen, die mithilfe von
Atomuhren die genaue Position an das
Gerät weitergeben. Es handelt sich
um ein passives System. Dem Satelliten ist es dabei nicht möglich Kontakt
zum GPS Gerät herzustellen und der
Aufenthaltsort wird nicht an das Gerät
weitergegeben. Um die Position eines
Empfängers zu übertragen wird weiterhin ein Mobilfunktelefon benötigt, das
die Daten an eine dritte Stelle weiterzugeben. Ohne eine Übertragungsmöglichkeit bleiben die Daten auf dem GPS
Handgerät und sind nicht übertragbar.
Dies spielt eine Rolle bei der Ortung
von Waren oder LKWs, die von einer
Zentrale überwacht werden sollen. Es
sind also 2 Geräte notwendig, das zu
bewerkstelligen, ein Mobiltelefon und
ein GPS. Dies bedeutet gegenüber
einer Ortung über ein Mobiltelefon erheblich mehr Kosten und Aufwand.
Cellident hat einen weiteren Vorteil, da
Handywellen auch durch Gebäude
dringen können und so ein Empfang
auch in geschlossenen Räumen möglich ist. GPS hingegen erfordert den
Sichtkontakt zum Orbit und ist daher
nur unter freiem Himmel möglich. Innerhalb von Gebäuden ist eine Ortung
nicht möglich. Daher ist die Ausrüstung
von Paketen oder Paletten, die auf geschlossenen LKWs transportiert werden
nicht möglich.
Bei der RFID Technologie senden kleine Chips den Aufenthaltsort an eine
Funkstation. Die Reichweite dieser
Technologie ist auf kleine Distanzen
beschränkt. Eine Feststellung des Ortes
ist nicht auf größere Entfernungen möglich. Zwar sind die RFID Chips sehr
klein und günstig, aber eben kleben sie
auf Produkten die zu bestimmen sind,
nur über kürze Entfernungen bis zu 50
Metern bestimmbar. Für Aufgaben der
Lokalisierung im städitischen oder ländlichen Umgebung sind sie nicht geeignet.
Cellident Produkte eignen sich hierfür.
Für die unterschiedlichen Aufgaben,
die sie zu erfüllen haben wurden auch
unterschiedliche Produkte entwickelt.
Bikesecure für die Sicherung von Fahr-
rädern, Petty als umhängbares Gerät
zum Auffinden von verschwundenen
Haustieren, Mautsys ist ein Mobilfunktool zum Orten von Fahrzeugen
auf gebührenpflichtigen Strassen, der
Paceltracker ermittelt die Position von
Parketen und Paletten und Safe Produkt wird an Produkte in Kaufhäusern
geheftet und dient der Absicherung von
Waren. Alle Geräte werden einfach über
das Mobilfunknetz geortet.
Palm IIIx
Mobiltelefon
mit Loopkarte
Transportverpackung
die Spio Sonde ist ein Mobiltelefon gekoppelt
mit einem Palm, der die Zellpositionen des
Mobiltelefons aufzeichnet und die später mit
der entsprechenden Software ausgewertet werden konnten
31.1.2003 21:22:14 POS 380129,582814 380187,582758 Q
31.1.2003 22:35:28 POS 380142,582726 380153,582782 Q
31.1.2003 22:35:52 POS 380200,582842 380178,582780 Q
31.1.2003 22:36:14 POS 380142,582726 380173,582778 Q
31.1.2003 22:36:35 POS 380200,582842 380175,582780 Q
31.1.2003 22:37:05 POS 380129,582814 380190,582778 Q
31.1.2003 22:38:15 POS 380200,582842 380186,582788 Q
31.1.2003 22:39:20 POS 380129,582814 380197,582777 Q
31.1.2003 22:39:41 POS 380200,582842 380197,582777 Q
31.1.2003 22:41:35 POS 380129,582814 380132,582779 Q
31.1.2003 22:42:07 POS 380121,582814 380129,582788 Q
31.1.2003 22:42:30 POS 380142,582726 380117,582760 Q
31.1.2003 22:42:52 POS 380121,582814 380062,582765 Q
31.1.2003 22:43:12 POS 380070,582721 380071,582757 Q
31.1.2003 22:44:05 POS 379998,582753 380039,582761 Q
31.1.2003 23:05:22 POS 380001,582972 380001,582972 Q
31.1.2003 23:15:05 POS 379946,583051 379946,583051 Q
1.2.2003 12:08:52 POS 380048,582628 380048,582632 Q
1.2.2003 12:09:06 POS 380048,582636 380048,582636 Q
1.2.2003 12:10:21 POS 379936,582649 379880,582663 Q
1.2.2003 12:11:13 POS 379787,582689 379787,582689 Q
1.2.2003 12:40:34 POS 378605,582104 378605,582104 Q
1.2.2003 12:41:23 POS 378505,581951 378505,581951 Q
1.2.2003 14:10:47 POS 372324,570914 372324,570914 Q
1.2.2003 15:30:20 POS 370016,557485 370016,557485 Q
1.2.2003 15:32:17 POS 369962,557131 369962,557131 Q
1.2.2003 15:33:29 POS 369959,557121 369959,557121 Q
1.2.2003 15:34:35 POS 369793,556738 369856,556885 Q
1.2.2003 15:36:07 POS 369982,556523 369877,556642 Q
1.2.2003 15:36:21 POS 369793,556738 369865,556904 Q
1.2.2003 15:46:23 POS 369105,554802 369105,554802 Q
2.2.2003 11:55:11 POS 345821,543065 345823,543067 Q
bike secure XL
ist ein aktives Navigationsgerät. Es wurde für den sportlichen Fahrradliebhaber konstruiert und bietet ihm eine lang andauernde Stromversorgung
die ganze Fahrradsaison hindurch. Es wird in den Rahmen eingesetzt.
Die XL Version besticht durch die Fähigkeit selbst zu triangulieren und
speichert gefahrene Strecken ab. Diese können später am Rechner
ausgewertet werden. Der Diebstahlschutz des Fahrrades ist selbstverständlich
oberste Priorität.
Wird das Fahrrad in Abwesenheit des Eigentümers bewegt, erhält dieser eine
SMS auf sein Handy. Der Standort wird fortlaufend ermittelt und an Palm
oder Handy weitergegeben.
Aktivierung durch Anruf
Sendet SMS Position bei Bewegung
Sendet SMS wenn Akku leer
Aufbau bikesecure
Antennenstopfen
Netzempfang
Chipebene
Leuchtdiode
- Power On
Batterie
Einschaltknopf
Darstellung von unten
Maximum 830 Meter ü.M.
Minimum 420 Meter ü.M.
72 km total
Der Standort wird bei der XL Version
per sms weitergegeben, und im Speicher
des Gerätes für Trainingsauswertungen
gesichert.
Bei der city Version wird die Position
über den Vorgang des Einloggens
in die Funkzelle (Zellidentifikation) und
zusätzlicher Triangulation durch das
Netz bestimmt.
Auswertung bei der XL-Version: Trainingsdaten visualisieren - hier Höhenmodell der gefahrenen Strecke
Mautsys
Das Mautsystem Mautsys besticht durch
seine Schlichtheit und schlägt die
Konkurrenten ETC und Maut.de
um Längen.
Mautsys basiert auf der vorhandenen
Struktur eines der Mobilfunknetze.
Große neue Investitionen in das Mautsystem sind bei Mautsys nicht
erforderlich, denn es wird hauptsächlich
die hervorragend ausgebaute Zellstruktur entlang der Autobahn benutzt.
Teure zusätzliche Geräte für die
LKWs, die aus Mobilfunktelefon und
GPS Empfänger bestehen,
fallen vollkommen weg.
An seine Stelle tritt eine einfache
Plakette, die sich im Funknetz
ein und ausbucht, sobald sie eine
der Mikrozellen passiert, die an allen
Ein- und Ausfahrten der Autobahn
plaziert sind.
das Display
dient der Anzeige von gefahrenen
Kilometern und Preis
Vorderseite
Befestigung für Saugnapf
Sender
Rückseite
Saugnapf
Mobilfunknummer
des Tools
Hauptplatine
Solarpanel
lädt Akku
Akkuleistung überdauert
mindestens eine Nacht
cellident-Automaten an Tankstellen dienen dem
Vertrieb des Tools.
Bei 24 Stunden Öffnungszeit der Tankstelle
verfolgt die Ausgabe über die normale Kasse.
Mikrozelle 2
Sicherheitszelle
bei Ausfall von
Zelle 1
Mikrozelle 1
Micro- oder Pikozellen sind
Kleinstzellen, die nur einen
kleinen Bereich mobilfunkmäßig versorgen.
Zur Systemsicherheit von
cellident werden zwei gleiche
solcher Zellen in Reihe gestellt,
um das System am Leben zu erhalten, falls eine von Ihnen
ausfällt.
Der Abstrahlwinkel wird
bei diesen Zellen so gewählt,
daß keine Fahrzeuge auf der
Autobahn selbst durch die
Funkwellen erreicht werden
können.
Mikrozellen übernehmen
den Ein- und Ausbuchungsvorgang bei der Mautverbuchung.
Datenweitergabe
Richtfunknetz
die Abbildung zeigt zwei Mikrozellen, die sowohl
die Ausfahrten als auch die Einfahrten abdecken
SMS
Funkzelle, in der
das Tool eingebucht
ist, wird ermittelt
SM
S
SM
S
0179-5150491
auf der Website die
Telefonnummer
des Tools eingeben
Zellkoordinate
wird mit
Mappingprogramm
visuell dargestellt
wo?
hier
SMS wird dem Tool
zugestellt.Tool
ermittelt die Zellkoordinate und schickt
SMS mit Position zurück
Anzahl der
Positionsbestimmungen
Mobilfunknummer
Oberfläche
Das Schaubild zeigt die Funktionsweise des parceltrackers.Wird ein
parceltracker gesucht wird die Telefonnummer des Tools und die
zugehörige Pinnummer in den Internetrechner eingegeben .
Das System erstellt eine SMS und schickt diese über das
Mobilfunknetz an das Tool. Der parceltracker erhält die SMS,
generiert automatisch eine SMS mit seiner Zellkoordinate und
schickt diese zurück.
Die Position kann nun auf einer Landkarte dargestellt werden.
Chipebene
Akkuebene
parceltracker transeurope
hier mit 30 prepaid trackings für europaweite
Sendungen, verstärkte Sendeleistung und Akku
Dualband D- und E-Netze
parceltracker Deutschland
hier mit 10 pretaid trackings für e-Netz
das Powertool, parceltracker global voyager
Tri-Band für globale Sendeleistung
Akkuleistung bis zu 3 Wochen, sehr starker Sender
50 Trackings prepaid
parceltracker solaris,
Abbuchung über das Konto. Solarzellen dienen
dem Aufladen des Akkus, wenn er wieder verwendet
werden soll, unbegrenzte Trackings
D- und E-Netze
gegenüber dem herkömmlichen Scanning, wie es
im Kuriergewerbe betrieben wird und bei dem die
Ware bei allen Umladestationen gescannt wird,
kann beim Cellident-Verfahren der Aufenthaltsort
der Ware permanent bestimmt werden.
So kann auch die Geschwindigkeit der Ware ermittelt werden. Somit kann auch die vorraussichtliche
Ankunftszeit berechnet werden.Verzögert sich die Ankunft
der Ware , so sendet das System eine SMS an den
Empfänger
permanente Aufenthaltsbestimmung der Ware
Versender
Postzentrum, Eingangs & Ausgangsscan
Postzentrum 2, Eingangs & Ausgangsscan
Autobahn
Stau
Geschwindigkeit
parceltracker
Voraussichtliche
Ankunft 15.23 Uhr
Weg/Koordinate
SMS Zeitliche Verzögerung
beim Eintreffen der Ware
Voraussichtliche
Ankunft 17.45 Uhr
Empfänger
elastisches Halsband
Mobilfunk-Antenne
Netzanzeige (aktiv/nicht aktiv) LED
Power on/off Anzeige LED
Einschaltknopf
Hauptkörper mit Akku
Chip und Platine
Homezone
NoGo Zones
Bestimmen Sie die Homezone Ihres Haustieres.
Umliegende Zellen werden als NoGo Areas
definiert und Sie erhalten die Position Ihres
Tieres beim Verlassen der Homezone
problemlos auf Ihren Internetrechner
oder über andere Gateways.
hunters dog
polar
pussy cat
pitbull
desert cowboy
Antenne
Chip und Elektronik
Safe Product wird an die zu
sichernde Ware angehängt. Wird
die Ware gestohlen, aktiviert sich
Safe Product beim Durchschreiten der Schranke am Ausgang
des Geschäftes. Im aktiven
Zustand kann das Tool durch
das Mobilfunknetz überall geortet werden, der Diebstahlschutz
geht also über den Bereich des
Geschäftes hinaus. Gegen ein
Entfernen von Safe Product hat
dieses eine Farbkartusche in
sich, die platzt, wenn mit Gewalt
das Tool vom Produkt entfernt
wird.
Außenhülle
optionale Farbkartusche
(Entfernungssicherung)
Batterie
Aktivierung durch Schranke
safe product
Senden der Position
Antenne von oben
mit geprägtem Logo
Architektur - Airdome
Es stellte sich aber als sehr schwierig
heraus, mit Kreisen oder hier Mopedschläuchen eine modulare Struktur zu
entwickeln, die sich selbst trägt. Sehen
Sie auf den nächsten Seiten, wie sich
das Projekt entwickelte.
Die Aufgabe dieses Design-Projektes
war es, mit einfachen Mitteln einen
Dome zu bauen.
Die Art und Wahl der Mittel blieb den
Teilnehmern selbst überlassen. Das
Projekt wurde von Prof. Werner Aisslinger betreut.
Ich war von Mopedschläuchen begeistert, da ich in ihnen ein ideales Verhältnis zwischen Stabilität und Struktur,
sowie Leichtigkeit und Anpassungsfähigkeit sah.
Fuller zu sehen.
Sein bekanntestes Gebäude wurde die
Kugel des US-Pavillons auf der Weltausstellung 1967 in Montreal, deren
Plastikhülle bei Reparaturarbeiten 1976
Feuer fing und verbrannte.
Diese klassische Form wurde beim
Hintergrund:
neuzeitlichen Dom häufig aufgegriffen.
Der Dom fasziniert als Zufluchts- und
Eine Halbkugel bietet nun einfach die
Versammlungsraum seit Jahrbeste Stabilität und das größte Voluhunderten.
men.
Denken wir an die großen christlichen
Damit hatten seine Pläne, ganze StadtKuppelhallen, wie den Aachener
teile mit solchen Kuppeln zu überspanDom, die den Gläubigen durch architek- nen, kaum noch Chancen auf Verwirklitonische Meisterleistungen Platz biechung.
ten und Ihnen gleichzeitig den Himmel
Die Tensile-lntegrity Structures, für die
öffnen.
Fuller 1962 ein Patent erhielt,
Die Konstruktion von „Domes“ im 20ten wurden 1973 durch den Entwurf einer
Jahrhundert wurde vom Architekten und asymmetrischen Tragwerkstruktur
Konstrukteur Fuller geprägt. Fuller beergänzt, die bis heute allerdings nur als
fasste sich unter anderem mit systema- Modell existiert. Fuller war nicht nur Artischen Untersuchungen
chitekt, sondern ein umfassender Denräumlicher Tragwerkkonstruktionen,
ker und Erfinder,
mit denen sich schnell, kostengünstig
der nach komplexen Lösungen zur Beund mit möglichst geringer Oberfläche
wältigung von Umweltproblemen suchein größtmöglicher Raum überspannen te.
ließ. So entwickelte er die auf regelmä- Als Denker und Vordenker spielte Fulßigen Vielflächen basierenden geoler sicher neben Timothy Leary für eine
dätischen Kuppeln.Auch auf der ameri- junge protestgeprägte Generation Ende
kanischen Ausstellung 1959 in Moskau der 60er und Anfang der 70er Jahre
war ein geodätischer Kuppelbau von
eine leitende Rolle, sodass der Dome
zu einer Hippie geprägten neuen Lebensform wurde. Links können Sie einen solchen Dome auf dem legendären
Burning Man Festival in den USA beim
Aufbau sehen
Domes aus Schlamm und Holz und
ettliche Abarten finden sich auf unzähligen Webseiten - gerade in Amerika ist
der Dome zum Kultobjekt geworden.
Bauanleitungen zum Eigenbau können
gekauft werden.
erste Tests mit
Mopdeschläuchen
ein Klarsichtmodul
Konstuktion des Domes
die Module werden
genäht
Zusammensetzen der Module zu
Metamodulen
kurz vor dem Aufbau
Aufbau
der Dome steht
(von oben)
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prototype "partytoi"
by folding out
by folding together
the circled option for
3, 5 or 6 urinals
the 60 degrees zigzag solution
90 degrees corner
solution
mobilitoi.com
Nachdem grundlegende Überlegungen zum Urinieren abgeschlossen
waren, wie wie man mehr Pinkelnde
unterbringt und wie Urinalumgebungen aussehen können wurde der erste
Prototyp konstruiert.
Das Mobilitoi Projekt beschäftigt sich
mit Urinalen für Großveranstaltungen
und private Partys.
Dabei kristallisierte sich eine unisex
Form heraus, die sowohl senkrecht für
Männer als auch waagrecht für
Frauen einsetzbar ist.
Im privaten Partygebrauch
bietet die Partytoi für Män
ner eine rechte Innovation.
Sie ist schnell zusammen
zubauen, besteht aus
einer Basis, die sowohl als
Ständer dient, aber auch
den Urin aufnimmt und
abkoppelbaren Einheiten
aus Schutzschild und Urinal. Sie
können in beliebiger Menge auf den
Veranstaltungen aufgebaut werden.
Den Damen steht somit alleine das
gut gehütete WC des Gastge
bers zur Verfügung, während die
Männer im Treppenhaus oder
auf dem Hof ihr Geschäft verrichten
Architektur - Park in
Wer macht nicht gerne eine Pause auf der
Autobahn, um sich etwas vom Stress der
Reise zu erholen. Doch zeigen sich beim
Besuch unbewirtschafteter Raststätten in
Deutschland oft Mängel und meist auch
ästhetische Schwierigkeiten, die auf einfache Weise besser gelöst werden können.
Die ganze Form der Anlage zeigte sich als
ein quadratisch angeordnetes Gebilde,
das Klohäuschen war quadratisch und
auch die Wege ,die einzelne Bereiche der
Anlage miteinander verbanden waren
rechtwinkling angelegt, niemand benutzte
diese Wege wirklich, da man leichter
über den Rasen gehen konnte. Das Klohäuschen konnte von der Rückseite
erreicht werden, sodass Fäkalienreste
hinter dem Haus auf Benutzung der freien Wildbahn hinwiesen. Ein Grund dafür
ist sicher, dass nicht wenige Besucher die
freie Natur vorziehen und sich im Schutze
der Dunkelheit hinter dem Häuschen zu
schaffen machen und ihre Notdurft dort
skrupellos erledigen. Trucker pinkeln hingegen gerne direkt an ihren Autoreifen,
um sich unnötige Laufereien zu ersparen.
Da wir alle das Böse im Menschen vermuten, auch wenn es manchmal nicht so sein
sollte setzt man sich nicht gerne auf diese
unbewirtschafteten Rastplätze, auch wenn
„Park in“ von oben. Erholung zwischen den Büschen
der Ort zum Verweilen einlädt.
Es könnte ja eine verschmutzte Fläche
sein. Die Klos sehen heruntergekommen
aus, denn die Reinigung erfolgt nur gelegentlich.
Ein weiteres Problem beim Besuch der
Anlagen, dass man gerne etwas Sport machen würde und sich bewegen
möchte, die Anlagen befinden sich häufig
aber mitten im Nirgendwo und sind noch
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durch einen hohen Zaun von der Aussenwelt abgetrennt.
Also bleibt einem nichts anderes übrig,
als sich neben die Strasse zu stellen, um
vielleicht ein Bein auf eine der standardisierten Bänke abzustellen und mit seinen
Dehn-übungen zu beginnen.
Hier zeigt sich das eingeschränkte
Angebot und das Eingeengtsein auf einem
Rastplatz, der dem Besucher mehr bieten
könnte.
Die aufgestellten Bänke aus Beton führen
zwar dazu, dass wir uns uns gleich mit der
Situation vertraut machen können, in der
wir uns beim Besuch des Rastplatzes befinden, doch sind sie monoton und ermüdend.
Zwischen Hamburg, Karlsruhe und Basel
stoßen wir immer wieder auf die gleichen
Beton-Sitzbänke und Tische, ohne dass
wir ahnen können, wo wir uns gerade
befinden. Es kann überall sein. Daher wäre
es wünschenswert, die Individualität verschiedener Anlagen zu verbessern, auch
dem immer gleichförmigen Ritual des
Stoppens eine Inszenierung des Raumes
zu machen, der je nach Platz verschieden
aussehen könnte.„Park in“ ist ein Beispiel
für ein solches Konzept.„Park in“ versucht,
die organische runde Form in die Monotonie der Gleichartigkeit und Rechtwinklig-
internationale Kennzeichen sorgen für Orientierung
keit zu bringen und sorgt so für Abwechslung und Entspannung.„Park in“, wie der
Name bereits verdeutlicht, sieht den Park
als zenrales Element der Entspannung auf
der Reise vor. Dieser Park wird so angelegt,
dass eine Verschmutzung durch Fäkalien
vermieden wird. Dies geschieht durch
Schutzwälle, kleine Hügel, die den Park zu
allen Seiten hin eingrenzen. Es erfordert
Kraft und Mühe, den Berg zu erklimmen.
Urinierende Autofahrer scheuen diese
Anstrengung.
Sie werden sich eher vor ihren Wagen oder
an den Strassenrand stellen, um sich ihrer Zwänge zu entledigen, nicht aber erst
einen Berg besteigen. Ein psychologischer
Trick. Nur wer rasten und entspannen will,
der wird den Weg auf sich nehmen und
ihn erwartet neben einem wunderschönen Blick über die Landschaft auf dem
Gipfel der Hügel ein sanfter Abstieg in die
Park und Liegezone, die frei und hygienisch sein wird. Sanftes Gras sorgt für eine
ausgeglichene Situation und lädt zum
Verweilen ein.
Im Park sind beschirmte Inseln mit Tischen
zu finden, die einen Blick auf die Landschaft zulassen, während das Picknick
eingenommen wird. Durch ihre Lage sind
sie weit genug vom Verkehr entfernt.
Ein Rundweg, der durch den Park führt
kann beschritten werden. Es bleibt dem
Besucher überlassen, ob er die Runde
mehrmals geht, oder die weiterführenden
Schilder betrachtet und den Anschluss an
das lokale Wegenetz nutzt. Wo bei normalen Raststädten ein Zaun einer Wanderung
im Wege steht, findet sich hier Freiraum für
einen ausgedehnten Spaziergang. Der runde Carport bietet ausreichend Stellplätze
für die Fahrzeuge der Besucher, sodass
einem längeren Aufenthalt in der Umgebung der Anlage nichts im Wege steht..
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Zugänge von allen Seiten, die Parkplätze sind ebenfalls um die Insel angeornet
Das lokale Wegenetz ist ausgeschildert
und bietet Touren unterschiedlicher Länge
an. Damit Tiere aus dem äußeren Bereich
nicht auf die Autobahn gelangen können
findet sich eine Schleuse am Ausgang der
Anlage.
Ein Biotop mit angrenzender Terrasse
sorgt für eine natürliche Umgebung.
Neben dem zentralen Ver- und Entsorgungshäuschen bietet eine Plaza, die gegenüber dem Autoverkehr erhöht wurde,
ausreichend Gelegenheit zum Verweilen.
Durch eben diesen Höhenunterschied
dringen die Abgase und der Lärm der Autos nicht direkt vor. Die Plaza ist von allen
Seiten über Treppen erreichbar, an zentraler Stelle befindet sich eine Rampe für
Rollstuhlfahrer und behinderte Menschen.
Bäume schützen ebenfalls vor Umwelteinflüssen und rahmen den Platz ein.
Der Ver und Entsorgungsbau ist der zentrale Bestandteil der Anlage. Ein leicht
geschwungenes Dach bietet Schutz vor
Nässe und Regen, Toiletten sind integriert,
wobei die Ausgänge nach aussen zeigen
und so der zentrale Bereich mit seinen
Automaten durch Gerüche nicht beeinträchtigt wird.
Die Reinigung der Anlage und die Versorgung der Automaten übernimmt der
Betreiber. Aus dem Bereich der Stadtwerbung können wir erkennen, dass dieses
Konzept erfolgreich sein kann. Dort betreibt die Wall AG zahlreiche öffentlich
zugängliche städtische Immobilien wie
Reklametafeln, Wartehäuschen und öffentliche Toiletten, die der Stadt kostenlos zur
Verfügung gestellt werden, die montiert
und gewartet werden. Im Gegenzug erhält
die Firma die Möglichkeit Werbung auf
diesen Flächen anzubringen.
Hier beim „Park in“ Projekt wird eben dieser Weg gegangen. Der Betreiber sichert
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ringförmige Struktur der Anlage
sich nicht nur die Einnahmen aus dem Verkauf von Reisebedarf aus den Automaten,
er sorgt auch für saubere Toiletten, die in
regelmäßigen Abständen geputzt werden.
Im Gegenzug erhält er Werbeflächen auf
der Anlage.
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Kernbestandteil der Plaza sind Sitzmöbel
aus Beton mit Holzauflage, die ein warmes
heimisches Gefühl schaffen sollen. Sie sind
wie ein Wohnzimmer gruppiert und mit
einer halbtransparenten Stehlampe versehen und erinnern auch sonst an ein
heimisches Wohnzimmer.
Die runde Plaza ist von einem Gehweg
umgeben, an dem sich die Parkplätze für
PKWs anschliessen. Die Plaza wird durch
die Anordnung eben dieser Parkplätze
zum zentralen Punkt der Anlage. Etwas
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abseits befinden sich weitere LKW Parkplätze. Die Anlage
wirkt durch ihre runde Struktur sehr kompakt und ermöglicht
doch durch den angrenzenden Park mit seinen Möglichkeiten
vielfältige Formen der Ruhe und Besinnung. Spielelemente
für Kinder sind ebenfalls vorgesehen. „Park in“ ist durch all
diese Elemente ein kleiner Naherholungspark, der mit wenig
Mitteln geschaffen werden kann. Der Aushub, der durch den
Bau des Biotops entsteht, dient gleichzeitig als Material für die
Anhäufung der Hügel. Es ist abzuwarten, ob sich dieses Biotop
trotz seiner verkehrsintensiven Lage entwickelt, aber es ist
durch die Versorgung mit Sauerstoff durch einen Springbrunnen möglich, Fische einzusetzen, die ebenfalls die Natürlichkeit dieser Umgebung hervorheben. Wer schaut nicht gerne
ein paar Fischen zu, während sie behäbig durchs Wasser gleiten.
Es ist eine Frage des Standortes, aber „Park in“ Anlagen werden nur an ausgesprochen attraktiven Plätzn gebaut, an
denen das Wegenetz und das natürliche Umfeld zu Wanderungen genutzt werden kann.
Rundweg
Laufen & Wandern
Anschluss an das lokale Wegenetz
Designgeschichte - Nomadic Living
über das Nomadische
„ Wir sind vom Glück begünstigt - wie ein Vogel,
der Flügel hat. Wir können dahin fliegen, wo es uns
gefällt. Wenn die Stätte, an der wir unsere Häuser
gebaut haben, schmutzig, sumpfig oder gefährlich
wird und man dort nicht mehr leben kann, ziehen
wir einfach weiter. So ist es immer gewesen. Wenn
wir unterwegs sind und gerne Halt machen wollen,
bleiben wir ein, zwei oder auch drei Tage an einem
Ort. Wenn wir Lust haben weiterzuziehen, brechen
wir auf...Wir sind ständig unterwegs, ständig auf der
Suche nach einem Ort, an dem es uns gefällt und an
dem wir glücklich sein können...einem Ort, wo es
viele Tiere gibt und die Sagopalme. Und wir suchen
nach einer Stelle in der Nähe eines Flusses mit gutem Wasser. Deshalb ziehen wir ständig weiter.“
Lejeng Kusin, Penan, Borneo
Die nomadische Lebensweise fasziniert uns durch
ihre Andersartigkeit, durch ihre Usprünglichkeit
und damit verbundene Freiheit. Doch wird diese
Lebensweise von der sich ausbreitenden industriellen Welt immer weiter zurück gedrängt. Auf der
anderen Seite betrachten wir uns selbst gerne als
umherziehende Stadtnomaden auf der Suche nach
dem Sinn des Lebens. Mobilität ist dabei unser Antrieb, die mobile Kommunikation unser Werkzeug.
Doch wird diese luxuriöse Art des modernen
Nomadentums von der Schattenseite der Gesellschaft auf eine andere Art gelebt. Nicht Sesshafte,
Obdachlose und Wanderarbeiter, als Inbegriff der
wandernden Armut suchen ihre Nische am Rande
unserer Megacitys oder in den Strassenschluchten
unsrer Großstädte. Architektur wird zunehmend
Bajo-Seenomade in den
Gewässern vor Flores,
Indonesien 1997
mobil und variabel. Leichtigkeit und die Fähigkeit
zum Transport zeichnet sie aus, gleiche Entwicklungen sehen wir im Design. Dieser Text soll Ihnen
einen Einblick in die nomadische Lebensweise
geben, soll ihnen anhand von zahlreichen Beispielen aus unterschiedlichen Bereichen Probleme und
Zusammenhänge aufzeigen und das Nomadische in
unserem Tun unter die Lupe nehmen.
Jäger und Sammler
Viele hunderte Generationen lang waren unsere
Vorfahren umherziehende Jäger und Sammler.
Folglich ist die nomadische Lebensweise ein prägender Bestandteil unseres Menschseins.
Nomaden, das bedeutet „Weideplatz“ und kommt
aus dem Griechischen. Nomaden sind wandernde
Völker, die von betriebener Viehzucht und aus der
Natur leben, oder wie die Seenomaden Südostasiens
von der Fischerei.
Viele der ursprünglichen Naturvölker wie die
Tuareg leben seit Urzeiten nomadisch, aber was
heisst nomadisches Leben. Nomadisches Leben ist
das Leben des nicht sesshaften Umherziehens, des
Wanderns auf der Suche nach der Lebensgrundlage
Wasser und Nahrung. Nomadisches Leben bedeutet
aber nicht das bloße Umherzuziehen, wie wir es
gerne verklärt sehen, wie ein Zirkus, der mal hier
und dort seine Zelte aufschlägt, sondern jeder Weg
und jeder Aufbruch hat ein bestimmtes Ziel und
auch das Bleiben an einem Ort, das Ausschöpfen
der Ressourcen und dann das notwendige Weiterziehen, wenn dieser Ort nicht mehr für die Ernährung
ausreicht. Somit bedeutet dies ein größeres Einzugsgebiet für sich nutzbar zu machen, ein Gebiet
das vielleicht viel karger ist als eine Natur bedingt
wohlhabende Region, jedoch ist es für eine Versorgung durch eben den Wechsel des Aufenthaltes
dennoch ergiebig und ausreichend und der besuchte
Platz hat die Möglichkeit sich zu erholen.
Nomaden haben nicht nur wenige Besitztümer,
sie produzieren auch wenig und verbrauchen nur
wenig Ressourcen dieser Welt. In der Vergangenheit
bezogen sie beinahe alles, was sie zum Überleben brauchten - Nahrung, Unterschlupf, Medizin,
Kleidung aus ihrer natürlichen Umwelt. Sie waren
anspruchslos und nutzten die vorhandenen Mittel
mit großem Geschick.
In den Landschaften, die Nomaden bewohnen
- den Halbwüsten, Wäldern und dem arktischen Eis
würden Sesshafte nicht überleben. Die Nomaden
behaupten sich, indem sie sich die Natur so gut wie
möglich zunutze machen und sich ihrer Umgebung
anpassen. Sie jagen und sammeln oder weiden ihre
Rinder-, Kamel-, Rentier-, Schaf- und Ziegenherden.
Alles was sie benötigen, tragen sie mit sich oder es
wird von ihren Herden stets nachgeliefert, Hütten,
Zelte, Jurten, Werkzeuge, Möbel, Geschirr sind
leicht, flexibel und vielseitig verwendbar.
Die meisten dieser Völker kennen keine Hierarchien und zwischen Frauen und Männern herrscht ein
hohes Maß an Gleichheit. Gegenüber Kindern gibt
es kein Überlegenheitsgefühl der Älteren und die
Kinder werden von keinem Lebensbereich ausgeschlossen. Sie lernen durch Beobachten und Ausprobieren. Sobald ein Kind zu erkennen gibt, dass
es selbstständig etwas machen möchte, wird es dazu
ermuntert.
Beispiele für nomadische Völker sind um nur die
schwarzafrikanische Gefangene, im Gegensatz zu
den hellhäutigen Tuareg. Allerdings löst sich diese
traditionelle Gesellschaftsaufteilung zunehmend
auf.
Inuit beim Bau seines Iglus, Northwest Territories,
Kanada, Ende 20. Jhdt.
Bekanntesten zu nennen die Beduinen in Israel,die
Massai and Sumburu in Kenia, die Tuareg in der
Sahara, die Mongolen der Mongolei, die Aborigines
Australiens , wovon nur noch wenige
als Nomaden leben.
Auch Grönlands Inuit und die Samen in Norwegen,
Schweden und Finnland leben als Nomaden, wobei
viele bereits diese Form aufgegeben haben. Daneben gibt es aber noch zahlreiche andere nomadische
Völker.
Das Wort Tuareg bedeutet von Gott Verstoßene, sie
selbst bezeichnen sich als Imazhigen/Imaheren (die
Freien). Sie sind ein Volk, das in der Wüste Sahara lebt. Die Tuareg stammen von den Berbern ab.
Die meisten Tuareg sind nomadische Viehzüchter,
daneben gibt es traditionell noch Schmiede, Kamelzüchter, Karawanenführer.
Die Tuareg gehören mehrheitlich dem Islam an.
Die Gesellschaft ist hierarchisch aufgebaut. Es
gibt Adlige und Vasallen, früher auch Sklaven, oft
Die Inuit, die Eskimos ist das einzige Volk, dass in
der Wüste aus Eis, in der Arktis, dauerhaft überleben kann.
Dieser unwirtliche Ort, an dem die Temperatur im
Juni, Juli und August nur bis an den Gefrierpunkt
ansteigt und die Sonne im tiefsten Winter mehrere
Wochen lang nicht über den Horizont kommt, verlangt von den Eskimos alles ab.
Um in diesen Gegenden überleben zu können,
müssen die Menschen wissen, wie sie sich die
Kälte zunutze machen können, wo und wie sie jagen
müssen und welches Eis trägt. In einem baumlosen
Land, in dem auch sonst kaum etwas wächst, stellt
die Aufgabe, ein Heim zu schaffen, eine besondere Herausforderung dar. In alten Zeiten kamen
die Eskimos im Winter zusammen und lebten von
Gefrierkost, die sie im Laufe des Jahres in Proviantlagern gespeichert hatten. Der Iglu ließ sich von
einem einzigen Mann mit einiger Übung in einer
Stunde aus großen Blöcken kompakten Schnees
errichten. Geheizt werden Iglus mit Seehundtranlampen oder Brennöfen, wobei die aufsteigende
warme Luft den Deckenschnee schmelzen lässt, der
dann an den Innenwänden herunter rinnt und dabei
wieder gefriert. Sitzgelegenheit ist eine mit Moos
gepolsterte Schneebank, die auch als Bett dient, aufgrund der Wärme der Tranlampenflammen und der
Körperwärme der Bewohner kann die Innentemperatur 15 Grad erreichen, während draußen – 40
Grad herrschen. Gelegentlich wird ein Fenster
aus lichtdurchlässigem Seehunddarm eingefügt. Der
Iglu ist ein höchst anpassungsfähiges Wohnhaus,
an dem mühelos weitere Iglus angebaut werden
können, z.B Speisekammern oder Durchgänge zu
den Schneehäusern weiterer Familien. Iglus wurden
noch bis in die 1960er Jahre verwendet, heute sind
sie jedoch selten geworden und werden nur noch als
Jagdgütten gebaut. Die meisten Inuit wohnen heute
in festen Häusern mit Zentralheizung, fließendem
Wasser und Strom, sind also zum großen Teil auch
Sesshaft geworden.
Die Wahljagd war schon immer ein ungleicher
Kampf, bei dem die Inuit nicht wie die Wahlfänger
in ihren großen Schiffen dem Wal überlegen waren, sondern sie jagten die Wale in zerbrechlichen
Kajaks aus Robbenfell oder auch mit robusteren
Booten, umiaks genannt. Sie benutzen selbst hergestellte Harpunen mit einer Spitze aus Elfenbein oder
Walrosszähnen, um die gewichtigen Wale zu fangen, die in die Tiefe hinabtauchten, um urplötzlich
an die Oberfläche zu schießen und ihre Verfolger
mit der Wucht ihrer Schwanzflosse in lebensgefährliche Situationen brachten, ein Schlag nur genügte
um einen Mann zu töten.
Bei den Inuit Alaskas liegt der sozialen Gleichheit
aller Generationen die Überzeugung zugrunde, dass
der Geist eines Großvaters oder einer Großmutter in
einem Enkel wiedergeboren werden kann, der dann
dessen Namen erhält. In diesem Fall wird ein Kind
doppelt geliebt, einmal um seiner selbst willen und
außerdem als Verkörperung seines Großvaters oder
seiner Großmutter. Es muss im selben Masse geachtet werden wie diese. Das Kind bekommt die besten
Leckerbissen der Jagdbeute und darf nicht zu etwas
gezwungen werden.
Konflikte mit der „modernen“ Zivilisation
Die industrialisierte Welt besteht seit nicht mehr als
250 Jahren, eine kleine Episode verglichen mit der
gesamten Geschichte der Menschheit. Landwirtschaft, die Vorraussetzung für eine sesshafte Lebensweise wird seit 10000 Jahren betrieben. In den
Millionen Jahren, seit es Menschen gibt, leben die
meisten von ihnen als Nomaden und ernährten sich
von dem, was die Natur ihnen bot.
Durch den Ackerbau wurden die Menschen in
der Jungsteinzeit sesshaft. Das Viehnomadentum
entstand als Ergebnis von Ackerbau und Viehzucht.
Die mobile Tierhaltung konnte sich erst herausbilden, nachdem das Wissen zur Zähmung und Züchtung entstanden war. Fortan existierten Sesshaftigkeit und Nomadentum parallel. Waren die Jäger und
Sammler auf das Finden angewiesen, also auf den
Zufall, so war das Hirtentum, das Umherziehen mit
den Tieren zwischen saisonalen Weideplätzen die
nächste Stufe der Entwicklung.
Mit der zunehmenden Industrialisierung schrumpfte
der Lebensraum der Nomaden, ein Prozess der bis
heute andauert. Umweltverschmutzung, die totale
Ausbeutung der Natur, die eben nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und die Verschmutzung des
Wassers rauben den Nomaden ihre Existenzgrundlage.
Die Nomaden leben an der Peripherie der so genannten realen Welt und werden von den Sesshaften
oft kaum wahrgenommen. Und dennoch übt das
Nomadensein auf Sesshafte eine grosse Faszination
aus, gerade deshalb, weil es eine uralte, der Sesshaftigkeit grundlegend fremde Daseinsweise ist. Das
Wanderleben kündet von einem Leben im Einklang
mit der Natur und von der spirituellen Seite unseres
Lebens.
Das Nomadische steht somit im Gegensatz zur urbanen Siedlungsform, das sich fest binden an einen
Ort und seine Erschöpfung bis nichts mehr geht.
Abgrenzung und Konflikt herrschen im Ungang
miteinander vor, Versuche der Beherrschung und
Prozesse der Durchdringung haben das Verhältnis von festen, oft urbanen Siedlungsformen und
nomadischen Bevölkerungen bestimmt. Diese
wechselvolle Koexistenz hat die Zivilisationen in
weiten Teilen der Welt und über lange Zeiträume
geprägt und ist noch heute ein aktueller Zustand
im Leben miteinander. Eine Reihe gegenwärtiger
Kulturen weisen in nomadische Traditionen zurück,
der Anteil der nomadischen Lebensweise in den
Industrieländern geht jedoch stark zurück, übrig
geblieben sind wenige, in Europa z.B. die Zigeuner,
die weiterhin mit ihren Wohnwagen auf der Strasse
leben. Viele dieser nomadischen Völker sind heute
in ihrer Existenz oder zumindest in ihrer Lebensweise stark bedroht, da sie ihre Landnutzungsrechte
nur schlecht gegen ihre sesshaften Nachbarn durchsetzen können.
Die ursprünglich verankerte Bewegung der Sippe als
nützliche hilfreiche soziale Gemeinschaft ging durch
die Zivilisation verloren.
Noch zeigen sich noch die nomadischen Prinzipen in
gemeinsamen und ritualisierten Jagden, die weiterhin zusammen durchgeführt werden, gegenüber dem
Verbot der Wahlfangjagd konnten sie sich die Inuit
traditionell bedingte Sonderfangquoten sichern. In
einer Konferenz, der Circumpolar Conference (ICC)
unter Teilnahme der nördlichen Regionen und ihrer
Ureinwohner aus Kanada, Alaska, Grönland und
Russland konnten die Inuit für ein besseres Verständnis für ihre Kultur und mehr politische und kulturelle Selbstbestimmung kämpfen. Im Jahre 1979
errangen die Inuit Grönlands das regionale Selbstbestimmungsrecht (Home Rule) das als beispielhaft
gilt. Mit der Schaffung von Nunavut („Unser Land“)
als weiträumigen autonomen Territorium in der östlichen Arktis Kanadas errangen im Jahr 1999 auch die
kanadischen Inuit einen entscheidenden Sieg gegenüber dem Nationalstaat.2
Die moderne Welt hat in den entlegensten Gebieten
Einzug erhalten, ob durch die Ausbeutung der Erdölreserven anderer Rohstoffe und die damit verbundene Zerstörung der Natur. Das führte wie bei den
Aborigines zum Konflikt mit der sesshaften Bevölkerung und Lebensweise, verbunden mit Alkoholproblemen und Arbeitslosigkeit. Dennoch die Anstrengungen die eignen Traditionen, Bräuche und das
Wissen über die Dinge zu wahren, was durch starke
Bestrebung der Inuit auch mit Hilfe des Internets und
in Ausstellungen und durch die mündliche Überlieferung versucht wird. Die Inuit versuchen den Spagat
zwischen der Moderne, verkörpert durch den Motorschlitten und ihrem alten Wissen und versuchen es
so zu bewahren.
Nomaden hatten keine schriftlich überlieferte Geschichte, sie leben ausschließlich in der Gegenwart.
Es ist die mündliche Überlieferung, durch die sie
sich und ihre Welt immer neu definieren. Traumpfade. Abgesehen von historischen Felsmalereien haben
sie auf dieser Welt kaum Zeugnisse hinterlassen. Regen und Wind verwischen ihre Fußspuren. Mythen,
Geschichten, Gebete und Lieder zeugen jedoch von
ihrer langen Tradition, ein virtuelles Erbe das bewahrt werden will. Das nicht sichtbare Netzwerk aus
Traumpfaden oder „Songlines“ finden wir nur bei
den Aborigines.
Dennoch hat es für sie eine große Bedeutung. Es ist
eine mentale Landkarte aus Liedern, in denen die
Topographie des australischen Kontinents aufgezeichnet ist. Ganze Liederzyklen mit Tausenden
von Strophen beschreiben, wie geheimnisvolle
mythische Schöpferwesen in der „Traumzeit“ diesen
Pfaden folgten und dabei die Welt erschufen. Besonders wichtige Orte entlang dieser Wege, so genannte
Djang-Stätten, an denen die Schöpferwesen erstmalig auf der Erde erschienen, sich zur Ruhe legten,
oder wo sie große Schöpfungsakte vollbrachten,
gelten den Aborigines
als heilige, Energie geladene Quellen einer Urlebenskraft. Die Songlines bilden eine Art transkontinentales Kommunikationsnetz. Ein kultureller
Austausch zwischen den Stämmen wird notwendig,
da kein Clan eine vollständige Songline besitzt,
sondern immer nur die Lieder eines Teilabschnittes,
was den kulturellen Austausch unentbehrlich macht.
Denn die Aborigines glauben, dass die Welt nur so
lange existiert, wie sie, ohne auch nur eine Strophe
auszulassen, die kompletten Liederzyklen immer
wieder rezitieren und damit die Welt gleichsam in
die Existenz singen.
Die nach alter Überlieferung von den nomadischen
Völkern errichteten Behausungen im volkstümlichen Stil gelten zwar als handwerklich qualitätsvoll
und schön, aber auch als „ungeplant“ und immer
gleich gleibend. Man geht davon aus, dass sie von
Handwerkern ohne Baupläne gefertigt und gebaut
wurden und dass ihre Grundform seit Jahrtausenden unverändert geblieben ist. Diese Bauten sind
vielseitig, wandlungsfähig und der Natur, in der
sie stehen extrem angepasst. Das wird an keinem
Beispiel so deutlich wie an den Zelten und anderen mobilen Behausungen der Nomadenvölker. Sie
bestehen aus Holz, textilen Materialien oder aus
Tierhäuten. Sie halten extremen Temperaturen und
Wetterverhältnissen stand und werden von ihren
Bewohnern über große Entfernungen mitgenommen. Die urzeitlichen Behausungen der Jäger und
Sammler waren Vorstufen der noch immer gültigen
unterschiedlichen Typen, oder sie lebten in Höhlen.
Erst als die Menschen sehr viel später als Hirtennomaden lebten, haben sich differnzierte transportable
Behausungen durchgesetzt.
Das Zelt kann als Wohnung beschrieben werden,
deren Hülle sich von einem demontierbaren Gerüst
abnehmen läßt. Beide Bestandteile sind transportierbar. Derartige Konstruktionen bilden die „Eigenheime“ der Völker, die entweder als Jäger und
Sammler oder als Hirtennomaden leben: Von den
Eskimos in der Arktis und den Indianern Nordamerikas bis zu den Beduinen und Berbern Nordafrikas
sowie den zentralasiatischen Nomadenstämmen.
Unter den vielen Varianten des Nomadenzeltes gibt
es drei „klassische“ Formen; das Tipi, das Schwarzzelt und die zentralasiatische Jurte.
Sesshaftigkeit
Obwohl die Entwicklung vom mobilen zum sesshaften Menschen nicht gleichermaßen für alle Kulturen
der Erde gilt, stellt sie fast überall eine feststellbare
Tendenz dar.
Gebäude wurden nicht mehr für einen kurzen Zeitraum errichtet, sondern an Nachkommen weitergegeben, um die Kontinuität einer Sippe oder Familie
zu wahren. Durch die Nachkommenschaft oder
besonders gute wirtschaftliche Bedingungen
entstanden innerhalb eines kleinen Gebietes immer
mehr Behausungen. Aus Rationalisierungs- und
Verteidigungsgründen entstanden so erste, dorfähnliche Siedlungen.
Diese Siedlungen wuchsen durch Zuzug und innerem Wachstum an und wurden aus wehrtechnischen Gründen befestigt, um aus diesem Kern
weiteres Wachstum durch Kriege zu erzielen oder
den blühenden Handel vor feindlichen Übergriffen
zu schützen. Ein statisches Gebilde, das dennoch
Wachstum auf unterschiedliche Weise ermöglichte.
Dennoch ist es ein statisches Gebilde, das nur dann
Bestand hat, wenn von außen oder innerhalb der
Grenzen der Ansammlung ausreichend Nahrung
erzeugt und zugeführt werden kann. Der Ausbau
des Strassen- und Wegenetzes war eine notwendige
Folge dieses Sesshaftwerdens. In mittelalterlichen
Zeiten war das Reisen gefährlich, daher wurde die
Mobilität einer ausführenden Gruppe übertragen.
Fuhrknechte, Flößer, Händler, reitende Boten und
Krieger wickelten den Transport von Information
und Waren ab und der kaufmännische Wechsel
ersetzte den aufwendigen und gefährlichen materiellen Transport und der Bezahlung mit Gold.
Das massive, Generationen überdauernde Bauen,
wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals seit
unzähligen Generationen wieder in Frage gestellt.
Durch die ökonomischen- und kulturellen Umwälzungen der vorangegangenen Jahrzehnte, die die
industrielle Revolution mit sich brachte, sah man
den Aufbruch in eine neue Zeit. Man wollte aus den
dunklen, schweren Mauern der Vergangenheit heraus, und Freiheit, Licht und Luft wurden zur Forderung und Grundlage einer neuen Bewegung, die
sich nicht nur in Sport und Freikörperkultur zeigte.
Gerade das Bauhaus mit seiner lichtdurchlässigen
und der industriellen Veränderungsarchitektur und
seinem industriell produzierbaren Design prägte
diesen Neubeginn. Dabei begann sich auch die
häusliche Umgebung zu dynamisieren. Multifunktionale Einrichtungen lösten die oft starre schwere
Möbelierung ab und untermauerten die ebenfalls
mobiler und unabhängiger werdende Lebensgestaltung.
Stadtnomadentum
Die Stadt zeigt sich in der heutigen Zeit als Spielwiese für unterschiedlichste Bedürfnisse und Angebote. Somit ergeben sich auch für den
Stadtnomaden nahezu unbegrenzte Möglichkeiten
Freizeit, Weg Shopping und Arbeit miteinander
zu verknüpfen und die Zwischenräume zwischen
einzelnen Tätigkeiten zu füllen. Die vielfältigen
Möglichkeiten führten zu einer Pluraliserung von
Lebensstilen, die nebeneinander nun existieren die
nur durch das Übergreifen von Trends und Moden
im Gruppenverhalten auf andere Mitglieder der Gesellschaft einen gemeinsamen Nenner bekommen.
Immer auf der Suche, im permanenten Umherziehen, im Orts und Richtungswechsel suchen wir nach
dem Sinn des Lebens, treffen Freunde, plaudern mit
ihnen oder nutzen unsere nomadischen Werkzeuge
wie Mobiltelefon, Laptop und Walkman in Cafe
oder auf Plätzen. Lebenslanges Wandertum und
Sinnsuche sind Ausdruck unserer Gesellschaft, in
der nicht mehr feste Grenzen zwischen einzelnen
Ständen gelten und die Freiheit zwanghafte normierte Verhaltensweisen überwunden hat.
Und auch die Arbeitsgesellschaft ist im Wandel
begriffen.
Das hierarchische Büro weicht einer ästhetischen
Bürolandschaft, in der unterschiedliche Menschen
das gemeinsame Arbeiten so leicht wie möglich
fällt. Teamarbeit und Kommunikation stehen im
Vordergrund, und innovative Unternehmen reagieren längst weltweit darauf. „Narrativ, nachbarschaftlich und nomadisch“ lauten die vier Trends für das
Büro des 21. Jahrhunderts. Ausgemacht haben sie
die britischen Office-Forscher Jeremy Myers und
Philip Ross in ihrem Buch „bürodesign heute“. Das
nomadische Büro ist dank Internet und drahtloser
Technologie allgegenwärtig: daheim, im Park oder
am Flughafen. Dabei kommt den Lounges an den
Knotenpunkten dieser Welt eine besondere Rolle zu
- als Meeting Point für Kollegen und Geschäftspartner.
Doch wie kann ein Büro nomadischer sein als ein
anderes? Hier ist es die Kostenersparnis durch
Raumreduktion, die ein Büro nomadisch macht. Die
erste Stufe ist sicher durch eben knappe Ressourcen
bedingtes Wandern des Mitarbeiters auf der Suche
nach einem Raum an dem er arbeiten kann. Arbeitsplätze werden geteilt. Die nächste Stufe beinhaltet
das Schaffen von Rollcontainern und ebenfalls
mobilen Arbeitsgeräten, die es erst ermöglichen,
dass der Mitarbeiter, mit allem was er zum Arbeiten
benötigt, seinen Arbeitsplatz sucht und vom Sesshaften zum Nomaden wird.
Gerade die Arbeit in kurzfristigen Teams auf Zeit
und innerhalb von genau definierten Projekten
führen zu einer permanenten Bewegung innerhalb
des Unternehmens. Und eben da wird das mobile
Büro, der Rollcontainer und das Umherziehen zur
Notwendigkeit.
Aber auch die heutige schnelllebige Zeit mit ihrem permanenten Wechsel von Arbeitsstätten und
Wohnorten führen uns zurück zu den Ursprüngen
Auto als Wohnung, die Sitze lassen sich umklappen
des Nomadentums, zwar hier nicht für Nahrung
und Wasser, sondern für Arbeit und somit sekundär
nach Nahrung.
Gerade die Entwicklung der Informationstechnologie mit seinen Aspekten der Mobilisierung und
Entkabelung führt zum Erleben von Vertrautheit
und sich zuhause fühlen im öffentlichen Raum und
in der Fremde. Gespräche mit Freunden in einem
öffentlichen und sogar in einem fremden Umfeld
sind fast immer möglich, allzeitig und überall verfügbare Informationsmedien wie das Internet, die
Aufnahme und Abgabe von Informationen und der
dadurch verbundene Dialog führen an jedem noch
so urbanen Ort zum erlebten Zuhause, ganz im
Gegensatz zum bewussten Rückzug in die eigene
Wohnung, dem cocooning, dem Abschaltung alles
Öffentlichen, um dadurch neue Kraft zu schöpfen.
Wir werden zu Stadtnomaden, zwar beschränkt
durch die Einsamkeit des Einzelnen in der Masse,
mit der damit verbundenen Möglichkeit der Entfremdung und des Verlorenseins durch die Größe
der Stadt und ihre Struktur, aber auch der permanente Kontakt zu Freunden durch die Allgegenwart
des Mobiltelefons wird möglich. Überall bin ich,
überall sind die anderen müsste man sagen, egal wo
wir sind und was wir tun.
Das heutige urbane Leben bedeutet die ständige
Konfrontation mit veränderten Bedingungen, ob im
Büro, der wechselnden Arbeit und im Privaten, auf
die wir reagieren müssen.
Der häufige Ort und Wohnungswechsel führt zum
damit verbundenen Wunsch nach Leichtigkeit beim
Verstauen, Transportieren und Ab- und Aufbauen
von Gebrauchsgegenständen und führt folglich zu
leichtem Design. Das wuchtige Heim als Burg
weicht der Leichtigkeit der permanenten Bewegung.
Mobilität
Die Mobilisierung der Massen, ihr Bezug zum Auto
als das moderne Kamel führen zum mobilen Zuhause. Dabei müssen wir uns fragen, ob ein Sportwagen weniger nomadisch ist ale ein Campingmobil, können uns aber auch die Frage stellen ob ein
Lastenkamel nomadischer ist als ein Rennkamel.
Sicher ist ein Campingmobil mit seinem Ziel ein
autakes Reiseobjekt zu sein ein weitaus umfassenderes und ganzheitlicheres Gebilde als ein Sportwagen. Sehen wir allerdings nur die Mobilität und den
persönlichen Raum, den das Auto überhaupt bietet,
so ist auch ein Sportwagen mit seiner Möglichkeit
Persönliches zu transportieren und
sein persönliches Umfeld überall hinzubewegen ein
nomadischer Gegenstand.
Das Auto wird zur Fortsetzung der privaten vier
Wände, als Fortsetzung der Wohnung im öffentlichem Raum und sichert so Geborgenheit und
Rückzugspunkt.
Ruhe und Bewegung sind als dialektisches Gegensatzpaar seit Urzeiten Motor der Entwicklung. Mit
der Unruhe des Menschen und mit den „Spuren“
seiner Mobilität, die ihn zu Völkerwanderungen,
Entdeckungen, Eroberungen und Handel trieb, ging
auch immer die Sesshaftigkeit des Menschen und
damit das Bauen und Befestigen einher. „Spuren
und Verorten“ Die Fortbewegung des Menschen
aus eigener Kraft, auf dem Rücken der Pferde und
Kamele, als Fahrgast in Kutschen und Wagen, als
motorisierter Fahrer, brachten auch entsprechende
Bedürfnisse und Bauaufgaben hervor, eine Erweiterung des Netzwerkes Strasse zwischen den Punkten
der Sesshaftigkeit.
Mit den Fortbewegungsmitteln haben sich auch
unsere Raum- und Zeiterfahrungen und die Überwindung der Distanz im Raum verändert, mit
zunehmender Geschwindigkeit der Verkehrsmittel
und ihrer größeren Reichweite reduzierte sich die
Bedeutung des Weges und um so mehr verschwand
der dazwischenliegende Raum. „Schnelligkeit geht
einher mit dem Verlust an Raum“ (Paul Virilio).
Diese Beschleunigung der Welt bietet uns zwar die
Möglichkeit schnell von einem Punkt zum nächsten
zu gelangen und all das schneller zu tun, für das wir
vorher Tage und Wochen oder gar Monate brauchten, doch verschwindet durch diese Beschleunigung
die Reise selbst, das Rasten und Krafttanken für die
Reise an Orten der Besinnung . Das Nomadische
dagegen ist die permanente Reise und das Verweilen an Plätzen der Kraft oder der Weg wird zum
Traumpfad, auf dem sich die Sagen und Geschich
legendärer Airstream Wohnanhänger
Penthouse Pickup Camper, Anfang der 1960er Jahre
ten abspielen. Der Weg ist der Sinn steht konträr
gegenüber dem möglichst schnellem Erreichen des
Ziels.
Der Münchner Architekt Peter Haimerl stellte
erstmals in Berlin sein urbanes Projekt „zoomtown“
vor. Es spiegelt ein Verständnis von Stadt als Kulturraum, der sich vor allem anhand seiner durchfließenden Bewegungsströme netzartig ausbildet.
„zoomtown“ definiert die Zentren einzelner Städte
hinsichtlich der gesteigerten Mobilität ihrer Bewohner um und fördert durch ein Angebot an neuen
Verkehrsmitteln die Vernetzung der Metropolen
insgesamt.
Triebkraft seiner Vision ist es, „unsere Chancen und
unsere Ressourcen genau im nichtstatischen Raum
zu entdecken, mit dem effektiver umgegangen werden kann ... eine Vorstellung von Raum, der durch
Tore gesendet wird, die in verschiedene Richtungen
gedreht werden können.
„zoomtown“ ist ein Abschied von manifesten,
soliden Innen- und Außenräumen, die die Moderne
bereits aufgebrochen hatte. Dem zeitgenössischen
Menschen als nomadisch agierendem Zugvogel
bietet „zoomtown“ in Nutzbarkeit und Schönheit ein
neues Fundament.
Das Nomadische beschränkt sich auf das was man
mitführen kann, ob am Körper oder mit einem
Hilfsmittel wie einem Kamel, um ein Beispiel zu
nennen. Somit reduziert sich der Bedarf durch die
Fragestellung des Transportes selbst. Dies führt zu
einer Reduktion des Lebenswichtigen und zu einer
Entlastung. In ihrer Schlichtheit und Reduziertheit
liegt ihre Stärke. Sie haben an keinem Ort etwas
angehäuft, zu dem sie auf jedem Fall zurückkehren
müssen.
High-Technomaden ziehen mit schwerem Gerät
von Ort zu Ort. Der Jeep und GPS bedeuten das
Schaffen eines industrialisierten Standards im abge-
legensten Umfeld. Das innerliche Schweifen in die
Fremde und die Klarheit durch Schlichtheit, eben
das Nomadische in diesem Tun, bei gleichzeitiger
Nutzung der letzten technischen Möglichkeiten, Besinnung und Expansion in gleichen Teilen oder das
Besetzen von fremden Land und Kultur bei gleichzeitigem Rückzug vom industriellen und urbanen
Ausgangsort.
Erst möglich macht diese Form des Nomadierens
der Treibstoff, die industriellen Schmierstoffe und
das Vorhandensein des Gerätes. Folglich ist diese
Freiheit eine sehr abhängige.
Das frei gewählte Nomadische beim Camping ist
der Ausschluss des Sesshaften für eine kurze Zeit
für eben diese Zeitspanne. Doch findet hier eine
Verwässerung statt.
Hier geht es nur um Urlaub, um das Ausspannen
und nicht um die Nahrungssuche und auch das
Trinkwasser ist unbegrenzt vorhanden, ganz im
Gegensatz zur Ressourcenknappheit, die oft bei
den nomadischen Völkern herrscht und die sie zu
Nomaden macht, umherzuziehen wie eine Herde
Schafe und nach neuen Plätzen mit neuem Angebot
zu suchen.
Beim Camping in der vorstädtischen Natur spielt
die Nahrungsbeschaffung nur eine untergeordnete Rolle, schließlich gibt es Supermärkte für den
Beutefang. Erst wo der Mensch den suburbanen
Raum verlässt oder sich vollends von Zwängen
befreit, mit dem Rucksack in entlegenste Gebiete
ohne Infrastruktur zieht und sich mit dem begnügt
was er bei sich trägt und was er auf dem Weg
erbeuten kann tritt das Nomadische wieder in den
Vordergrund. Sehen wir uns die Ursprünge dieser
Bewegung zurück zur Natur, also ein Leben im
Einklang mit der Natur an, so müssen wir uns auch
mit Geschichte der Naturfreunde mit ihrer langen
Tradition beschäftigen.
Ein Picknick hingegen ist ein nur kurzes Entspannen in der Natur. Es nutzt die Infrastruktur der
Stadt und dient als Ausflucht mit natürlichen Ambiente. Auch das Picknick können wir daher als nicht
nomadisch ansehen, die einzige Mobilität in diesem
Tun liegt darin, das mitzubringen, was man für das
kurzfristige Verweilen an einem Ort und für die
Nahrungsaufnahme benötigt.
Sehen an den Rand unserer Gesellschaft und erkennen die Wagenburgen als nomadisch, Camping
nicht mehr auf Zeit sondern für die Ewigkeit, so
müssen wir uns hier auch um das Statische dieses
Handelns Gedanken machen.
Zwar gibt es durch die Motorisierung des Wagens
noch die Möglichkeit des Wandels und Umherziehens, man müsste nur den Motor anmachen, aber
gleichzeitig gilt die Stabilität der Burg und Festung,
uneinnehmbar und fest verhaftetet, die die Wagenburg nicht zu einem nomadischen Verweilen
auf Zeit macht, sondern eher zu einer konstanten
Installation an einem Ort unter Gleichgesinnten. Die
Mobilie ist immobil geworden, nicht zuletzt durch
den Anschluss von Wasser und Strom. Das gleiche
können wir bei den Langzeitcampern sehen, die
sicher einmal mit dem Wohnwagen ausgezogen sind
um Neues zu sehen und zu erforschen. Aber dann
sind sie an einem Ort gestrandet und sind wieder
Sesshaft geworden.
Der Wohnwagen wurde zur Burg und die gepflanzte Hecke, die wir häufig auch auf Campingplätzen
vorfinden ersetzt den mittelalterlichen Burggraben.
Die ersten Wohnwagen waren nach Maß gefertigte Reisewagen für begüterte Weltenbummler.
Airstreams legendäre silver bullet wurde bereits
1935 eingeführt. Das blasenförmige Gebilde war
aerodynamisch, leichtgewichtig und pflegeleicht.
Sein Design war vom Flugzeugbau beeinflußt. In
den 20er Jahren wurden die Camping Anhänger
leichter, schmaler und aerodynamischer. In den
USA stiegen daraufhin die Absatzzahlen. 1936
wurden wegen des populären Trailercampings durch
immer bessere Fahrzeuge und Autobahnen in den
wäremeren südlichen Staaten Gesetze verhängt,
die die Stellplätze beschränkten. Ebenso wurde
reglementiert, wie lange man dort verweilen durfte. Durch den zweiten Weltkrieg bildeten sich um
große Werften und Industrien zur Herstellung von
Kriegsgerät Trailerparks, die die vielen Arbeiter
aufnahmen.
Moderne Wohnwagen bieten Erweiterungen ausklappbarer Klappmöbel, wie Betten und Stühle, den
Platz im Innern besser nutzen als die vorangegangenen Modelle.
Im amerikanischen Airstream zeigt sich die amerikanische Lebensweise des „going west“ der ersten
Siedler. Aus dieser Lebensweise entstanden die
Millionenstädte aus Campingmobilen in Arizona,
Nevada und Florida, wo Senioren in temporären
Siedlungen ihren Lebensabend genießen.
Und auch die Arbeitsnomaden mit festen Wohnsitz,
an dem sie aber nur selten anzutreffen sind, aber mit
Laptops zeigen uns die Mobilisierung der Masse bei
der Bewältigung ihrer Arbeit in Internetcafes.
wandernde Armut
Auch die Wanderarbeiter, auf der Suche nach Arbeit
und Wohlstand drängen in die Stadt und unterbieten
sich mit ihrer Arbeitskraft. Wandernde nomadische
Arbeiter, die rastlos und ohne feste Bindung auf die
bessere Zukunft bauen.
Das Megawachstum der Städte führt zu gravierenden Problemen, denn durch die Stadt werden
auch Glücksritter und die Ärmsten angezogen, in
der Hoffnung dort bessere Chancen vorfinden zu
können, die sie auf dem Land oft durch Abhängigkeiten von Großgrundbesitzern nicht finden
können. Häufig ist aber auch der soziale Abstieg
Schuld am neuen Nomadentum der nicht sesshaften Stadtbevölkerung. Die Unüberschaubarkeit der
Großstadt mit ihrer sozialen Kälte und Abgrenzung
und fehlenden familiären Strukturen bereiten den
Abstieg in die Obdachlosigkeit vor. Nomadisch im
modernen Sinne ist die Slumbevölkerung und die
Obdachlosen, die mit ihrem Aufenthaltsort ebenfalls nicht verwurzelt sind, wie die Bevölkerung mit
festem Wohnsitz.
Obdachlose in der Stadt verkörpern durch ihre
Mobilität der Einkaufswägen den Typ des überlebensfähigen Stadtnomaden durch die Bewegungsfä-
die sie ausstrahlen bei gleichzeitiger Immobilität
durch das Gefangensein in ihrer Situation.
Nomadisch das Leben von der Hand in den Mund,
wie es bei den Nomaden üblich ist ohne Kühlschrank, Fernseher und Kommunikationsmedien.
Somit das Wiederherstellung des Nomadischen
durch finanzielle Zwänge, Flucht oder Vertreibung.
Das Suchen von Verwertbaren im Abfall der Anderen zur eigenen Sicherung der Existenz, das Entdecken von Wellblech oder Pappe im Müll zum Bau
von Behausungen für das eigene Überleben.
In Istanbul besetzen aus der Provinz Zugewanderte Land und errichten darauf ihre Häuser. Später
werden diese „gecekondu“ genannten Siedlungen
von der Stadtverwaltung legalisiert. Zwei Drittel des
städtischen Raumes entstehen auf diese Weise. Diese Art der Inbesitznahme spielt sich auf den leeren
brachliegenden Flächen, an den schwarzen Löchern
der Stadt ab, denn die nicht vorhandene Kontrolle
dieser Orte führen zur Inbesitznahme.
Slums, Favelas und ähnliche Marginalsiedlungen entstehen oft an den Nichtorten der Stadt, an
Durchgangsstrassen oder gar unter Brücken, sogar
über Wasser, wo sich die Fledermausmenschen mit
Stangen und Latten Konstruktionen bauen, um in
ihnen schlafen zu können. Geduldet zwar im beschränkten Masse, aber immer auch hier die Angst
vertrieben zu werden und nie mit der Hoffnung den
Aufstieg in andere soziale Schichten zu schaffen.
Die Gettoisierung einer neuen städtischen Unterklasse führt zu Konflikten mit den Sesshaften, die
sich alleine durch den Anblick bedroht fühlen.
Dem ist das Idealbild der europäischen Stadt entgegenzuhalten. Dieser ist es bis zu einem gewissen
Grade gelungen, die soziale Integration der unterschiedlichen Klassen zu gewährleisten. Die räum-
liche Durchmischung und der Austausch zwischen
den verschiedenen Milieus hätten zudem für kulturelle Lebendigkeit gesorgt.
Nomadisches Leben in der Großstadt wurde in New
York durch die „Anti-Homeless Laws“, die illegales Campen verboten und unter Strafe gestellt. Es
verbietet illegales Campen, Konstruktionen mit dem
Aussehen eines Zeltes sind in Parks und auf Strassen verboten. In England regelte der crime justice
and public oder act (1994) die Belange. Er wurde
eingeführt um nächtliche Rave Partys zu unterbinden und Campansiedelungen dieser Gruppe, aber es
schug vor allem auf die Zigeuner und andere nomadisch Reisende durch.
militärische Schwärme
Wie überall tritt das Militär auch im Nomadischen
auf, durch die Kriegsführung im urbanen Umfeld.
Der größte Teil der Forschung zum städtischen
Raum“, meinte der Architekt und Kurator Eyal
Weizman, werde heute „von Leuten in Uniform
vorangetrieben“. Weltweit bereiten sich Militärs
auf Kriege in Städten vor, gründeten urbanistische
Forschungsinstitute und planten „Netzwerktaktiken“ oder das Vorgehen in „Schwärmen“. Die
Ausbildungsbücher des israelischen Militärs läsen
sich bereits jetzt wie Kommentare zu postmoderner
Philosophie, voller Vokabeln wie „nichtlinearem
Denken“, „flachen Hierarchien“ und „nomadisches
Umherschweifen“, die den Erfolg auf urbanen
Kriegsschauplätzen sichern sollen
variable Architektur
Betrachten wir Architektur als etwas statisches
auf ein Fundament gestelltes festes und nur durch
Abriss mobilisierbares Gebäude, so müssen wir all
das als nomadische Architektur ansehen, was transportabel und somit mobil ist, mit dem Ziel eben
diesen Innenraum an verschiedenen Stellen nutzen
zu können.
Begonnen hat diese Form der variablen und transportablen Architektur mit der Baracke im 18.
Jahrhundert. Vom Militär entwickelt, um auch
hinter dem Schlachtfeld die Verwundeten zu versorgen, wird das Zelt nicht mehr benötigt. Auch in
den Kolonien, wo nicht genügend Baumaterial und
Handwerker vorhanden waren setzte sich die Baracke durch. Dabei galten folgende Anforderungen.
Es sollte aus möglichst leichten Konstruktionsweisen und Bauteilen bestehen, so dass es als kleiner,
kompakter Bausatz transportiert werden konnte. Die
Erstellung der Gebäude sollte einfach sein, dass sie
von jedermann durchgeführt werden konnte. Somit
ergibt sich eine kurze Bauzeit, die Baracke ist zerlegbar und wieder aufbaufähig.
Die Dynamisierung des Transportwesens zeigt sich
in der Erfindung des Containers
Er ist daher im besonderen nomadisch, das genormte Maß neben der Europalette, das den Transport optimiert hat, nomadisch deshalb weil es das
Umherziehen unterstützt und der Container als
mobiler Behälter das beinhaltet, was bewegt werden
soll. Der standardisierte Container, oder Gebilde,
die etwas beinhalten und ebenfalls mobil sind. Es
ist alleine die veränderte Form der Verpackung und
deren unterschiedliche Nutzung, ob in der Kunst,
der Architektur und im Messebau verwendet, die
analysiert werden muss.
Für die Ausstellung „Ashes and Snow” des Fotokünstlers Gregory Colbert hat Shigeru Ban aus Tokio ein nomadisches Museum in New York gebaut.
Am Pier 54 am Hudson River, Höhe 13th Street,
wurde das 4.500 Quadratmeter große Ausstellungshaus aus 148 Containern zusammengebaut.
Das Projekt hat eine denkwürdige Vorgeschichte:
Colbert hatte auf der Kunstbiennale in Venedig
2002 als erster Künstler überhaupt im Arsenal eine
Einzelausstellung seiner Fotos, die Menschen und
Tiere zeigen, veranstalten dürfen. Der Präsident der
Uhrenfirma Rolex kaufte Colbert daraufhin alle
Werke ab und ermutigte den Künstler, den überraschenden Geldsegen dazu zu nutzen, seine Kunst
auch in anderen Städten zu zeigen. Colbert bat daraufhin Ban, das nomadische Museum zu entwerfen.
Nach dem Ausstellungsende in New York am
6. Juni 2005 wird die Schau in 14 der Container
verpackt und nach Los Angeles, Peking und Paris
verschickt.
Über dem selbsttragenden Gitter aus Containern
und in den Zwischenräumen hat Ban Stoff gespannt.
Besucher betreten das Museum durch die Ruine des
alten Pierzugangs der Cunard/White Star Line.
Auf einem hölzernen Steg führt der Weg zu Colberts aufgehängten Fotos, die zwischen riesigen
Pappstützen aufgespannt sind und zu schweben
scheinen. Die Ausstellung, die Bilder und die Container bilden eine Einheit und wenn alles vorbei ist,
werden die Bilder in den Containern verpackt und
verschifft
Einen ähnlichen Ansatz zeigt auch das Projekt nomadisches Museum
Nachdem die Ausstellungsräume im Martin-Gropius-Bau nicht mehr bespielt werden können, entwickelte das Werkbundarchiv - Museum der Dinge
seine Aktivitäten 2003 als Nomadisches Museum
an verschiedenen Orten in und um Berlin. Das
Programm basiert auf schnellen, kurzfristig erarbeiteten Installationen des Museums in anderen Insti-
tutionen und im Stadtraum.
Zur Erhaltung seiner Präsenz im öffentlichen
Bewusstsein und im Kontext des eigenen Selbstverständnisses hat das Museum ab 2003 unter dem
Titel „nomadisches Museum“ Aktivitäten außerhalb
des eigenen musealen Raums entwickelt, unter anderem auch Gastinstallationen in anderen Museen.
Eine wandernde Ausstellung.
Das Museum als Gebäude, als Architektur und als
„Behältnis“ für die Sammlungen wird nicht mehr
so wichtig, was zählt ist die Sammlung, die sich nomadisch verhält, durch die Stadt zieht und wandert
und nicht nur in der Abgeschiedenheit des musealen
Innenraums beherbergt wird, sondern an einem
öffentlichen Ort.
Das Museum der Dinge zeigt als nomadisches
Museum die ersten „Museums-Schaufenster“ und
experimentiert in einigen Geschäften auf der KarlMarx-Allee mit einem durch die Stadt wandernden
Museums- Schaufenster. Die Gestaltungskonzeption
wurde im Rahmen eines interdisziplinären studentischen Workshops entwickelt. Inhaltlich setzt sich
die Präsentation mit dem Thema der Warenkultur
auseinander, fokussiert das, was sich der Warenzirkulation verweigert: den Laden(be)hüter. Die
Gastinstallation etabliert eine Tauschbeziehung
zwischen Museum und den jeweiligen Geschäften
(Kultur- Wert gegen Waren-Wert). Das Projekt
wurde von der FH Potsdam/FB Design, der UDK
Berlin und dem Förderverein Karl-Marx-Allee e.V.
unterstützt.
Es geht um die Suche nach alternativen Orten für
zeitgenössische Kunst und die Erkenntnis das jeder
Ort zum Museum werden kann. Dabei sollte die Vision vom Museum der Zukunft entwickelt werden.
Mit diesen Aktionen wurde ausgelotet, inwieweit
sich ein Museum zum nomadisieren eignet, welchen festen Bezugsrahmen es braucht und inwieweit
sich das „nomadische Museum“ programmatisch
von der Nutzung alternativer Ausstellungsfläche
unterscheidet.
Schauen wir uns die Architektur des 20. Jahrhunderts an, so können wir viele verschiedene Ansätze
für mobiles Bauen erkennen.
Ein besonders früher und futuristischer Designer ist
Fuller, der mit dem Dymaxion Haus ein transportierbares Fertighaus erschaffen hat. Buckminster
Fuller gilt als Wegbereiter der Moderne, das Multitalent schuf mit Dymaxion ein ganzheitliches Konzept, dabei stand Dymaxion auf für ein neuartiges
Schlafkonzept, bei dem alle 6 Stunden 30 Minuten
geschlafen wurde. Dymaxion ist ein Kunstwort und
steht dabei für Dynamik und Maximierung.
Das Dymaxion-Haus bildete eine autake Einheit
und wurde aus Einzelteilen zusammen gebaut, zur
Baustelle transportiert und dort montiert, es war
sicher gegen Tornados und Erdbeben, voll möbliert und mit Geräten wie Radio und Fernseher, der
gerade erst entwickelt wurde, ausgestattet. Seine
Eigenständigkeit erhielt es durch einen Strom erzeugenden Generator, Sickergrube für die Fekalien und
eine Dymaxion Wasserflugzeug/Automobil-Transporteinheit. Die aufziehende Weltwirtschaftskrise
Ende der 20er Jahre verhinderte eine Realisierung
des Projektes.
Mit Sicherheit kannte Buckminster Fuller die ersten
Entwürfe des Airstream Wohnwagens, als er den
„Medical Wing“ entwarf, einen Wohnanbau auf
Rädern mit Waschgelegenheit, Kochstelle und Heizung, der sich an jedes einfache Haus anschließen
ließ.
Der Schweizer Albert Frey entwarf 1930 das Aluminaire House, aus vorgefertigten Teilen, 10 Tage
waren für den Aufbau eingeplant, 6 Tage für die
Demontage. Es war mit aufblasbaren Möbeln ausgestattet.
Kriegszerstörung von Wohnraum führten dann nach
dem zweiten Weltkrieg zum Temporary Housing
Programme in England, bei dem es um den schnellen Bau von temporären Wohnraum ging und eine
Chance für das mobiles Bauen bot und
zum Neuaufbau von 130.000 Wohneinheiten in 5
Jahren führte.
Ein anderes Haus, das Monsanto-Haus aus Kunststoff entstand bereits 1957 und war ein erstzunehmender fortschrittlicher Prototyp, der allerdings nur
einmal gebaut wurde und in Disney-World gezeigt
wurde. Das Monsanto-Haus war ein aufwendiges
zukunftsweisendes Konzept für modernes Wohnen.
Um ein Kernhaus, das die installationsintensiven
Bereiche wie Küche, Bäder und Technikräume
aufnahm, sind die Wohn und Schlafräume sternförmig gruppiert, so dass Eckbereiche mit großzügigen
Verglasungen zur Belichtung dienen können. Das
Gebäude war komplett aus glasfaserverstärktem
Kunststoff gefertigt. Der Entwurf wurde für die
Serienfertigung optimiert und ist so ausgelegt, dass
die einzelnen Raumteile problemlos auf Strassen
transportiert und in kurzer Zeit auf dem Grundstück
zusammen gesetzt werden können.
Später beschäftigte sich Buckminster Fuller mit
Domes, Kuppelbauten und entwickelte dabei die
geodätische Kuppel. Mehrere dieser Domes wurden
auch vom Militär genutzt, wenn es darum ging ein
leichtes Bauwerk zur Verfügung zu haben, welches
in kurzer Zeit aufgebaut werden konnte.
Das „ Now House“ entstand 1975/76 und wurde auf
der United Nation Habitat Exhibition 1976 ausgestellt.
Das kompakte und transportabel ausgelegte Gebäude gliederte sich in drei miteinander verbundene
Funktionsbereiche: Wohnbereich, Küche und Sanitärbereich. Es sollte eine einfache Notbehausung für
Katastrophengebiete sein.
Nomadisches Design
Doch reicht uns die Definition etwas ist nomadisch,
wenn es mobil ist. Sicher ist Mobilität ein wichtiger
Faktor beim Eingrenzen des Nomadischen in Architektur und Design, aber auch die Zweckmäßigkeit
und der Einsatz der Mittel, nomadisches Design
zeichnet sich Effizienz im Umgang mit Material
und Ergebnis aus und wird durch den leichten Auf
und Abbau erst zu etwas Nomadischen.
Nomaden müssen, auch wenn wir sie oft als rückständig durch ihre Viehhaltung und ihren Lebensrhythmus ansehen, effizient sein, denn wären sie es
nicht wären sie in den Gebieten in denen sie leben,
oft sind das die extremsten Klimazonen dieser Erde,
nicht mehr am Leben. Sie haben mehr oder minder
selbst die Industrialisierung überlebt, die größte und
umfassenste Veränderung der Natur, die ein Volk
David Green „inflatable suit“, 1968
überleben kann. Nomadisches Design kann deshalb
kein Luxusdesign sein, kein verschnörkeltes Design,
sondern es ist den Aufgaben, die es erfüllen muss
angepasst in der Wahl ihrer Materialen und in der
Art ihrer Umsetzung. Es ist daher ein existenzielles Design, basierend auf den Notwendigkeiten des
einfachen Lebens, auf den Grundsätzen Essen, Wasser, Schlaf und Transport. Der Transport und die
Transportierbarkeit führen wiederum zu Gewichtsreduktion und Schlichtheit. Materialien wie Pappe
als leichtes und variables Material, sowie aufblasbares, als maximale Größe bei kleinstem Gewicht und
Raum sollten unsere Eingliederung in nomadisches
Design erhalten. Platz sparendes Falten kommt
ebenso vor und zeigt uns andere Möglichkeiten,
als die Fähigkeit der Demontage. Dinge aufzurollen
ist neben dem Aufblasen eine weitere Möglichkeit
etwas klein zu machen.
Rollen symbolisieren die Transportierbarkeit und
machen Gegenstände erst beweglich.
All diese Methoden der Komprimierung finden wir
augrund des Platzmangels in japanischen Großstädten vor. Jede japanische Familie hat in ihrer
Wohnung mindestens einen Tatami-Raum, der
ausschließlich mit leicht verrückbaren Möbeln und
Gegenständen ausgestattet ist. So kann man in ein
und demselben Zimmer Gäste bewirten, meditieren oder schlafen. Man sitzt auf Bodenkissen, die
gelegentlich Rücken- oder auch Armlehnen haben.
An niedrigen Tischen lässt sich arbeiten oder essen.
Ausgerollte Futons verwandeln den Raum in ein
Schlafzimmer. Verrückbare Schrank-Treppen bieten
Stauraum. Es entsteht ein variables Haus, das je
nach Aufgabe verwandelbar wird und das konträr
gegenüber einem statischen Haus in Europa mit
festen und schweren Einbauten funktioniert. Die japanischen Bodenmatten,tatami, sind gleichsam das
Symbol des japanischen Hauses, „tatami“ heißt falten und weist auf die Mobilität der ursprünglichen
Matten hin, die je nach Bedarf zum sitzen oder zum
schlafen gebraucht werden. Die Schlafmatte ist das
grundlegende Flächenmaß in der japanischen Architektur. Die gesamte Gebäudearchitektur Japans
ist darauf ausgelegt.
Möbel (von lat.mobilis), also bewegliche Einrichtungsgegenstände im ursprünglichen Sinn des Wortes gehören zum Allgemeingut der Menschheit und
sind keineswegs auf mobile Gesellschaften oder
Nomaden beschränkt.
Die Ursprünge der transportablen Raumausstattung
reichen bis in die Zeit der alten Ägypter zurück.
Von der nomadischen Kultur der Wüstenbewohner
geprägt, waren kleine tragbare Tische, Faltstühle
aus gekreuzten Beinen mit dazwischen gespannten
Leder als Sitzfläche und tragbare Truhen vorhanden.
Auch Betten die zusammengefaltet als Sitz dienen
konnten waren bereits entwickelt. Die Menschen,
die nicht einer wohlhabenden Schicht angehörten,
lagerten ihre Habseligkeiten in einfachen Körben
und Kisten und saßen und lagen auf dem Boden
ihrer Hütten oder auf Matten, die sie nach Bedarf
dort ausrollten, wo sie gebraucht wurden.
Im alten Rom kamen zum Klappstuhl, der sich in
vielen Varianten über die Jahrtausende bis heute
erhalten hat Tische, die aus abnehmbaren Tabletts
auf faltbaren Füßen stehen. Natürlich gehörten viele
Formen von klappbaren Betten, Tischen und Sitzgelegenheiten ebenso wie Truhen und transportable
Feldküchen auch damals schon zur Einrichtung der
mobilen Truppenunterkünfte des Militärs, heutige
Faltbetten stammen davon ab.
Ebenso übernommen wurde die textile Hängematte
der Indianer Südamerikas. Sie diente auf Schiffen
als platzsparende Alternative zu Matten, die auch
bei Wellengang die schwankenden Bewegungen des
Bootes ausglich.
In Amerika kam später die tragbare Feldtruhe für
Soldaten und Offiziere in Mode, die bei einem Volumen von nur 60 x 60 x 70 cm bot es Stauraum für
Kleidung, Schreibzeug, Kocher und Geschirr und
gernerierte Platz für einen Stuhl und eine Liege.
Hier wie auch bei zivilen Möbeln, die man unterwegs verwendete setzte man trickreiche Mechanismen zum Ausziehen, Zusammenfalten, Demontieren und Mobilisieren ein.
Der beginnende Massentourismus führte zum
Schrankkoffer und Feldstühle wurden zu einem der
gebräuchlichsten Massenartikel.
Leichtes Design, transportabel und mobil, ob im
Innendesign für den häufig umziehenden, der den
Ort seines Aufenthaltes wechselt und nicht mehr
sein Leben lang an einem Ort lebt, ob als Alltagsgegenstände wie dem Schweizer Offiziersmesser mit
zahlreichen Funktionen oder andere Gegenstände
wie der Rucksack und die Cargohose, die ausreichend Stauraum für zu transportierende Utensilien
bieten. Die Zeltjacke ist Zelt und Jacke in einem
und beinhaltet bereits den Regenschutz und Unterschlupf, sie ist ein multifunktionaler Gegenstand,
der zwei sich ähnelnde Funktionen verbindet. Multifunktionales reduziert mehrere Gegenstände auf
ein Objekt und lässt uns somit Platz und Ressourcen
sparen.
Inspiriert von den Raumfahrtanzügen und Überlebenskapseln der Nasa schuf Mike Webb 1966 sein
Cushide“ einen tragbaren „Ein Personen-Wohnraum-Anzug, der es dem Bewohner und Träger
erlauben würde, sich in aller Bequemlichkeit des
eigenen Wohnkomforts von Ort zu Ort zu begeben.
Mit dem Suitaloon (1968) entwickelte Webb diese Idee noch weiter und schuf ein pneumatisches
Heim, das sich zunächst wie ein Anzug tragen, aber
auch bei Bedarf zum Wohnraum aufblasen ließ,
den man auch an einem Motor auf Rädern anschließen und als Personenkraftwagen benutzen konnte.
Raumfahrt und Filme wie „space odyssey“führten
zu Weltraum orientiertem Design.
1967 entwarf Jean-Paul Jungmann das „Dyodon“,
ein mehrstöckiges Versuchshaus aus Luftkissenpaneelen, ausgestattet mit luftgefüllten „Einbaumöbeln“. Im folgenden Jahr schufen Coop
Himmelb(l)au ihre in einem Koffer transportierbare
pneumatische „Villa Rosa“mit eingebautem Luftmatratzenbett, die sich mit weiteren, für Wohngemein
schaften geeigneten Räumen zusammenschließen
ließ.
Das Büro Future Systems kreierte eine Reihe technisch inspirierter hypothetischer Wohnentwürfe,
angefangen mit „Cabin 380“(1975), einem mobilen
Basishaus für jeden nur denkbaren Standort, das
Gestaltungselemente aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau verwendete. Sie schufen in den darauffolgenden 15 Jahren eine ganze Reihe von Hausentwürfen, während sie parallel dazu für die NASA an
bewohnbaren Raumstationen arbeiteten.
Der Sitzsack Sacco, den Piero Gatti, Carlo Paolini
und Franco Teodoro 1968 entwarfen, ein Nachfahre
orientalischer Sitzkissen, hatte seinen durchschlagenden Erfolg nicht zuletzt als angewandte Kunst
im Stile der „soft sculptures“ von Oldenburg. Das
gleiche gilt für die aufblasbaren Sessel, Betten,
Lampen und Trennwände, die Quasar in Paris
vorstellte oder für den im Wohnzimmer genauso
wie im Swimming Pool beliebten Sessel „blow“ der
Italiener de Pas, dÙrbino und Lomazzi. Studenten
inprovisierten mit Luftmatratzen und Reifenschläuchen.
Richard Horden entwarf eine Berghütte, die per
Helikopter transportiert wird und für 2 Personen
ausgelegt ist. Er orientierte sich an dem schwersten
Gegenstand, der von der Bergwacht per Luft transportiert werden konnte, einer Kuh. Die Hütte diente
dann als Basis für die zwei Skifahrer.
Richard Harden, transportabeles „Skihaus“, 1990
Michael Hönes, ein Stuttgarter Student des Maschinenbaus, begann mit seinen Entwicklungen 1991,
als er Süd Afrika besuchte. Von Kinderspielzeugen
aus Dosen inspiriert, entwarf er einen Kamin aus
Dosen, dann einen passenden Tisch und Stuhl. Seine Nachbarn bestellten bei Ihm dann Hundehütten
aus Dosen. Die Dosen werden durch Draht zusammengehalten und bilden eine wasserdichte, isolierende Wand, die mit Antirostschutzfarbe lackiert
wird. Bei der Expo 2000 stellte Hönes ein ganzes
kleines Dorf aus Dosen aus.
Richard J.L. Martin beschäftigt sich bei seiner
Arbeit „Global peace containers“ mit der Raumnot
in der dritten Welt. Arbeiter bauen aus Transport
Containern ihre eigenen Unterkünfte. Diese schlichten und schmucklosen Container erhalten durch ihr
Beleben eine neue Aufgabe und machen sie erst
zum Heim.
Jean-Michel Ducanelle schuf mit „Aquaspere“ ein
Hausboot für den Ökotourismus.
Im Stile einer fliegenden Untertasse bietet „Aquaspere“ ein kompaktes Innenleben mit dem Komfort
eines Luxusappartements mit Cocktailbar, Küche,
Klimaanlage und Home-Entertainment System. Die
Aussentanks sind füllbar und die ganze Konstruktion damit absenkbar, ein 360 Grad Fenster bietet
einen uneingeschränkten Rundumblick und im Boden ist Glas eingelassen, um das Unterwasserleben
sehen zu können. „Aquashere“ ist die Weiterung
einer kleinen Insel.
AWG (Alles wird Gut) visionäres Wohnraumexperiment „turn on urban sushi“ basiert auf einen
Trägerfahrzeug, darauf montiert, ergeben mehrere
Segmente, die in jeder beliebigen Reihenfolge und
Anzahl zusammen gesetzt werden können, einen
kürzeren oder längeren Zylinder.
Vergleichbar mit der Schwerelosigkeit im Weltraum
ist jeder Platz dieser Rolle vom Benutzer durch ein-
faches Drehen der Rolle erreichbar. Im Rad wohnen
lautet hier die Nutzungsregel. Die Module werden
dabei auf magnetischen Rädern bewegt. Die Designer nutzen die Technologie einer personalisierten
Serienfertigung, wie etwa beim Smart Auto, bei
dem austauschbare Teile in verschiedenen Farben
dem Kunden zur Wahl stehen. Sie orientieren sich
an der Automobil Industrie und deren Vorfabrikation und Massenproduktion und auch bei AWG kann
aus einer Vielfalt von Materialien wie Metall, Holz,
Glasfaser und Gummi das Modul zusammengestellt
werden.
Lucy Orta von Studio Orta arbeitet an Überlebenssystemen für Obdachlose.
Ihre „buildings to wear“ und „clothes to live in“
sind eine Mischung aus Architektur und Mode.
Anzüg, die zu Zelten werden werden mit Reisverschlüssen und Klett miteinander verbunden. Architektur ist hier als Expansion des Körpers zu sehen.
Sie spielt dabei auf die Anzüge gegen chemische
Angriffe des Militärs an, modulare Architektur erweitert das System und führt zu Gruppenkonstruktionen, die sich miteinander kombinieren lassen.
Valeska Peschke aus Berlin schuf mit ihrem „instant home“ einen privaten Raum im öffentlichen
Umfeld. Sie reiste mit einem Pick-up Truck durch
die USA und baute ihr Haus dort auf wo sie es
benötigte. Das aufblasbare Haus aus Kunststoff
ist die Parodie eines echten Hauses und ist in 2
Minuten aufgeblasen. Es beinhaltet alles, was ein
Mittelklasse Bungalow zu bieten hat, Sofa, Lampe,
Kaffeetisch, Fernseher und sieht dabei aus wie eine
Kinderhüpfburg.
„Parasites“ von Michael Rakowitz ist ein gelungener
Versuch die Bestimmungen gegen Obdachlose in
New York auszuhebeln.Alles was über 3,5 feet hoch
ist und die Form eines Zeltes hat, wird als illegales
Camping angesehen, so umgeht die Konstruktion
durch ihre Art die geltenden Gesetze. Die aufblasbaren Zellen für Obdachlose sind aus Plastiktaschen
und Tapeband hergestellt.
Somit wird der Preis von nur 5$ pro Stück erzielt.
Die Konstruktion hängt an Gebäuden und saugt an
ihnen den Luftstrom ab, der durch die Ventilatoren
der Klimaanlagen erzeugt wird.
Mit diesem Strom bläst sich die Zelle auf und wird
zusätzlich durch ihn gewärmt.
Der erste schwarze Prototyp wurde von einem
Obdachlosen abgelehnt, weil der Bewohner durch
die Farbe nicht sichtbar wurde. Es war bei den Obdachlosen aus Gründen der eigenen Sicherheit der
Bedarf vorhanden, sehen zu können und auch gesehen zu werden. Gesehen zu werden ist nach Ansicht
Rakowitz der halbe Weg akzeptiert zu sein.
„Parasites“ ist einem überdimensionalen Schlafsack ähnlich und kann als body extension gesehen
werden, als Erweiterung des Körpers.
Krzyszof Wodiczko beschäftigt sich ebenso mit den
speziellen Bedürfnissen für Obdachlosen. Er baute
für New Yorker Flaschensammler 4 Prototypen,
diese mobilen Festungen bieten Platz zum Schlafen und auch genügend Stauraum, um persönliche
Dinge mitzunehmen, auch Platz für die Flaschen ist
vorhanden. Sie sind sicher, leicht fahrbar und sind
mit Wasch und Kochgelegenheit ausgestattet.
Wie ein Rucksack am Haus hängt das Rucksack
Haus an der Fassade. Stefan Eberstadt entwarf das
Objekt, das am Fenster einer Einraumwohnung
hängt und zusätzlich Platz bietet. Ein Aluminiumrahmen trägt die Konstruktion aus Holz, Fenster
aus Plexiglas werfen Tageslicht in die Kiste.
Zieht der Bewohner um, kann das Rucksack Haus
problemlos mitgenommen werden.
Martin Ruiz de Azura schuf einen quadratischen
Raum aus Folie, die auch für den Bau von Satelliten
Verwendung findet. Die goldene Oberfläche nimmt
die Wärme auf und wirkt isolierend. Mit leichtem
Windzug wird die Folie aufgeblasen und der Nut-
zer kann durch eine kreisrunde Öffnung am Boden
einsteigen. Während des Tages bleibt der Raum
durch die Hitze aufgeblasen, das Objekt ist sehr
klein zusammenfaltbar, einfach und dennoch schön
anzuschauen.
Das Snail Shell System von N55 ist ein rollbarer
bewohnbarer Behälter, der aus einem preisgünstigen
Polyäthylenzylinder hergestellt wird. Er ist auch im
Wasser nutzbar, kann aber auch eingegraben werden. Jede darin integrierte Komponente hat mindestens 2 Funktionen, damit der begrenzte Raum
maximal nutzbar wird. 2 abnehmbare Raupenketten
aus Gummi gewährleisten Schutz beim rollen, die
ihn auch beim Anlegen im Wasser schützen. Ein
Paddel liegt bei. Der Körper wird komplett mit
Zubehörbox geliefert, darin finden sich eine Wasserpumpe, die auch als Staubsauger und Dusche
funktioniert, Schläuche für die Pumpe, ein Küchentopf, ein Kochkessel und ein Alkoholbrenner, sowie
faltbare Wasserbehälter, die für Ballast sorgen oder
als Teile der Dusche dienen. Ausserdem kann die
Zubehörbox unter Zuhilfenahme einer Plastiktüte als Toilette benutzt werden. Durch Solarpanele
erhält das Snail Shell System seine eigene Strom
versorgung.
Michael Saup ist ein international bekannter Künstler, der mit digitalen Medien arbeitet. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen, Internetprojekten und Büchern vertreten, er gestaltete ein
elftägiges nomadisches Lager, das im August 2003
in Karlsruhe veranstaltet wurde. Ziel war es mit
beschränkten vorgegebenen Mitteln mit Bierkisten
und Europaletten ein Camp zu bauen, in dem dann
11 Tage gelebt, gearbeitet und geschlafen wurde.
Frisches Quellwasser wurde herangebracht, Hühner
wurden gehalten und geschlachtet. Ziel war ein
Austtausch der Teilnehmer untereinander und das
Lernen in einer Art Großfamilie.
11 Euro war ebenfalls ein Saup Projekt. Die materielle Begrenzung hat das Thema für den Kubus von
Clemens Anders „11 Euro“ vorgegeben: Ein „Haus“
aus Kunststoffplanen aufgeblasen von VentilatorLuft. Dieser hauchdünne Cocoon kann als Optimum zwischen Rauminhalt und Preis gelten und
lässt sich sogar betreten.
Wir sehen, wie viele unterschiedliche nomadische
Gegenstände und Designprojekte unser Umfeld
bestimmen, die ohne die Vorstellungskraft und
Umsetzung durch heutige Künstler nicht zustande gekommen wären. Das Nomadische zeigt sich
also nicht nur in vergangenen Epochen, oder im
Leben nomadischer Völker, sondern hat neben
der Sesshaftigkeit weiterhin Bedeutung für unser
Leben als Stadtnomaden und moderne Menschen.
Transportierbarkeit spielt neben der Leichtigkeit des
Körpers eine tragende Rolle. Sehen wir das Design
als Aushängeschild unserer Gesellschaft und unseres Lebensstils so hat eben das Variable und
die Schwerelosigkeit gegenüber dem Statischen
und Ortsverbundenen die Führung übernommen. Eine ähnliche Entwicklung sehen wir in
der Architektur, bei der sich der Container als
bewegliches Element gegenüber dem auf Fundamenten basierenden Bauen nicht nur bei der
Veranstaltungsarchitektur durchsetzt. Dies alles
vollzieht sich vor dem Hintergrund einer sich
verändernden Welt, die mobil geworden ist, ob
es sich um die Stadt und ihre Bewohner handelt, die ruhelos zwischen verschiedenen Jobs
und Aufgaben pendeln, immer mit dem Handy
am Ohr und dem Laptop im Rucksack und der
Dynamisierung der Gesellschaft durch ihre
wachsende Mobilität und der Geschwindigkeit,
mit der sie unterwegs ist . Daneben die Schicht
der wandernden Armut, ausgegrenzt und ohne
Hoffnung auf Besserung der Situation, ohne
Arbeit und abgeschnitten von der allgegenwärtigen Kommunikation und ohne die Fähigkeit
zur schnellen Bewegung. Wie anmutend wirkt
in dieser Zeit das echte Nomadentum einfacher Völker, die seit Jahrhunderten kaum einen
Wandel erfahren haben, oder sich ihm mit Entschlossenheit und Verzweiflung entgegenstellen,
um ihre Traditionen und ihre damit verbundene
Lebensweise zu erhalten.
Literatur zum Thema:
Hrsg. Mathias Schwarz-Claus/ Alexander von Vegesack, Living in motion, Design und Architektur für
felxibles Wohnen, Weil am Rhein 2002
Matthias Ludwig, Mobile Architektur, Geschichte und Entwicklung transportabler und modularer
Bauten, Stuttgart 1998
Courtenay Smith und Sean Topham, Xtreme
Houses, , München; Berlin, London, New York
Sean Topham, Move House, München, Berlin, London, New York
Frederica de Cesco, Tuareg, Nomaden der Sahara,
Berlin, 1971
Anthony Swift und Ann Perry, Nomaden, Auf den
Spuren der Tuareg, Inuit und Aborigines, München
2001
Thomas Jeier, die Eskimos, Geschichte und Schicksal der Jäger im hohen Norden, Düsseldorf, Wien
1977
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Seele and Geist
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