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Eine Handvoll Drachenfeuer »Hast Du Angst?« fragte die

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6 / 2014 Oktober/November
▪
Berichte
So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das
Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der
Lippen, die seinen Namen bekennen.
Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst
nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.
Hebräer 13, 15.16
Liebe Geschwister,
Ich muss gestehen mit Opfer und opfern habe ich so meine Schwierigkeiten.
Es gibt so viele unnötige Opfer: Verkehrsopfer, Kriegsopfer, Hungeropfer,
Gewaltopfer, Misshandlungsopfer.
In meiner Kindheit sprach man vom Opfer, wenn die Kollekte zusammengelegt wurde.
Braucht es Opfer? Braucht es Opfer, um Gott wohlgefällig zu stimmen, um
dahin zu kommen, dass Gott etwas tut?
Der Hebräerbrief spricht viel von Opfer, aber die Grundbewegung des Hebräerbriefes ist Dank und Tun des Guten. Die Opfer, von denen er spricht,
sind keine Opfer, die Gott dazu bringen sollen, wohlgefällig zu sein und etwas zu tun. Opfer drücken hier Dankbarkeit dafür aus, dass Gott seinen
Menschen so viel Gutes getan hat, auch weil Jesus Christus sich hingibt für
uns. Der Tod Jesu zeigt gerade, dass Gott keine Menschenopfer will, dass
Menschen nicht leiden sollen an Gewalt und Not.
Die Verse am Ende des Hebräerbriefes leiten uns zu anderen Opfern. Bringt
Lobopfer. Wir sagen manchmal „Nichts gesagt ist genug gelobt“. Wir brauchen sicherlich, wie die Menschen damals, die Ermunterung zum Loben und
Danken. Lob darzubringen ist wohltuend und verändert unseren Blick auf
das Leben, auch wenn wir es untereinander üben. Über unseren Glauben
sprechen und bekennen ist Lobopfer, auch dazu ermuntert dieser Text.
Und dann bindet er Gotteslob und Menschendienst zusammen. Das Tun des
Guten ist Ausdruck der Dankbarkeit. Es ist kein „muss“, damit wir gute Menschen sind. Weil Gott uns so reich beschenkt, wir gut leben können, dürfen
wir Danke sagen im Tun und Teilen. Im Teilen unserer Fülle wird diese mehr.
Gott gefällt, wenn wir menschlich fürsorgend und teilend miteinander leben.
Noch immer ist der Ausdruck Opfer für mich schwierig, aber zu Lob und
dankbarem Handeln will ich mich gerne ermuntern lassen.
Ich wünsche uns wohltuende Erfahrungen, Gotteserfahrungen, Lebenserfahrungen mit Loben und dankbarem Handeln.
Geschwisterliche Grüße
Doris Hege
2
▪
Berichte
Der Klügere …
Wenn du dich änderst, änderst du mehr als dich.
Herbsttagung süddeutscher Mennonitengemeinden
Sonntag 21. September 2014, Limburgerhof
sprach Madeleine Bähler aus der
Schweiz. Auch für die Leitung und
Moderation waren gute Leute gefunden worden aus der jüngeren Generation. Herzlichen Dank.
Im zweiten Teil wurden neue Mitarbeitende in Gemeinden und Werken vorgestellt und mit einem Segensgebet für ihren Dienst gestärkt.
Der Saal auf dem Limburgerhof war
gut gefüllt, viele Kinder und Jugendliche sind dabei. Beim Freizeitrückblick hört man am Applaus, wie viele
Teilis und Mitis der jeweiligen Freizeit
hier sind.
Als die Kinder und Teens den Raum
verlassen ist er immer noch gut gefüllt, anders als in den vergangenen
Jahren. Ich kam mir nicht so verlassen vor, wie ich das in den letzten
Jahren empfunden habe.
Durch gemeinsame Planungen von
JuWe (Jugendwerk süddt.
Menn.gem.) ASM (Arbeitsgemeinschaft südwestdt Menn.gem.) und
VdM (Verband dt Menn.gem.) sollte
das Erwachsenenprogramm auf der
Herbsttagung ein neues Schwergewicht bekommen. Die Beteiligung ist
sicher weiter ausbaubar, zumal VdM
und ASM andere
Veranstaltungen
zugunsten der
Herbsttagung ausfallen lassen. Ein
gutes Programm
war mit Thema und
Referentin gelungen. Zum Thema:
„Der Klügere…Wenn du dich
änderst, änderst du
mehr als dich“
Das Ehepaar Jennifer Otto (Kanada)
und Gregory Rabus (USA), sie sind
seit 4 Jahren in Deutschland. Nach
Abschluss ihrer Studienzeit und
einem einjährigen Gemeindepraktikum in Backnang sind sie nun nach
Mannheim gezogen, um dort Gemeinde zu bauen. Ihre Zielgruppe
sind junge Familien, Studierende und
Migranten. Sie sind dort im Auftrag
von VDM und Missionskomitee,
3
Band, Deutschhof, Wolfgang Krauß
▪
Berichte
unterstützt von Mennoniten in Kanada. Daniela Kern ist die neue Büroleitung im JuWe. Wolfgang Seibel, allen
bekannt, hat im Hilfswerk gewechselt. Er war lange im Vorstand und
hat nun in Teilzeitarbeit die Geschäftsführung übernommen.
zu unseren Überzeugungen zu stehen.
Ein Beziehungsgefüge ist wie ein
Mobile. Bewegt sich ein Teil, kommen alle in Bewegung. Wird ein Teil
entfernt, wird alles durcheinandergewirbelt. Was spiele ich für eine Rolle?
Was kann ich in Eigenverantwortung
vor Gott tun? Wo kann ich aufhören,
im Destruktiven mitzuschwingen? In
einer gelassenen Haltung können wir
Destruktives anschauen.
Beispiele:
Emotionales Beziehungsdreieck:
Wenn zwei sich streiten, dann sucht
man sich einen Dritten, bei dem man
alles ablädt. Das ist im ersten Moment eine Entlastung. Hilfreicher ist
es, angespannte Situationen direkt
anzugehen und nicht den Dritten als
Handelnden einsetzen. Als Drittperson, bei der alles abgeladen wird,
kann es hilfreich sein zurückfragen:
Hast du schon mal mit dieser Person
gesprochen? Sich nicht zum stillen
Mitwisser zu machen.
Über- oder Unterfunktion: Wenn eine
Person gerne vieles oder alles übernimmt, nimmt sich die andere Person
immer weiter zurück. Überfunktionierende explodieren irgendwann (das
ist ein häufiges Muster bei Ehepaaren). Wer steigt zuerst aus, aus dem
Teufelskreis in einen Engelskreis?
Das Mobile geht zurück auf seine
Ausgangsposition, wenn der Wind
aufhört. Für Veränderung braucht es
eine gewisse Bewegung. Wenn ich
mein Verhalten ändere, verändere
ich auch andere. Die Beziehung zu
Jesus kann uns Hilfe sein. Jesus hat
gewagt, Ärger zu machen. Er hat den
Gedanken aus dem Vortrag von
Madeleine Bähler:
Wenn ich nachgebe, bin ich der/die
Klügere, auch wenn ich zurückstecke, und der andere ist der Esel.
Stimmt das so? Darin liegen viele
Fallen, die unsere Kommunikation
stören oder behindern. Oft ist uns
nicht klar, was wir wirklich wollen
oder wir geben nach, bevor wir Wünsche formuliert haben. Wir sprechen
indirekt, sozusagen durch die Blume.
Zwei Dinge sind wenig hilfreich für
eine gelingende Kommunikation:
Selber nicht wissen, was wir möchten, nur zu wissen, dass es nicht
bleiben darf, wie es ist.
Diplomatie und so allgemein bleiben,
dass wir es so jederzeit sagen könnten: So habe ich es nicht gemeint.
Die Angst, etwas falsch zu sagen,
lässt uns schweigen.
Wenn ich möchte, dass der andere
mich versteht, muss ich bei mir anfangen. Ich muss mir klar werden,
was ich will. Das braucht Übung.
Hilfreich ist, wenn ich sagen kann
was ich will und nicht nur was ich
nicht will. Jesus fragt oft: Was willst
du? Was ist deine tiefe Sehnsucht?
Selbstreflektion ist bedeutend. Bei
Gott können wir Offenheit einüben.
Und dann können wir auch wagen,
4
▪
Berichte
anderen Freiheit gegeben und das
eigene Handeln bewusst gestaltet.
Wenn wir uns auf den Weg machen,
braucht das Zeit und Geduld und das
Vertrauen, dass es funktioniert. Es
braucht Spiellust und Mut zum Ausprobieren. Sicher gibt es Rückschläge, Schmerz und Trauer und manchmal auch das Gefühl, der Klügere
gibt nach und der Esel bleibt stehen.
Zum Schluss lädt Madeleine
uns zur Selbstreflektion ein:
Was möchte ich in nächster
Zeit wagen, wo mich anders
zu verhalten und wer oder
was könnt mir dabei helfen?
Und sie ermuntert uns nach
einer Zeit der Stille innerhalb
der nächsten 24-48 Stunden damit
zu beginnen. Vielleicht nur jemand
sagen: Ich habe mir vorgenommen
etwas zu ändern, bete für mich. Und
dann erzählt sie, dass sie dann auch
so eindringliche Freunde hat, die
nachfragen: Hast du jetzt schon oder
muss ich noch weiter für dich beten?
Doris Hege
Rücktritt
Wolfgang Krauß
Theda Mirwald ist als Gemeindevorsitzende und Vorstandsmitglied
zurückgetreten. Mit den folgenden Worten hat sie am Sonntag 28.
September ihre Entscheidung begründet.
Liebe Geschwister, ich habe zuerst
eine private Mitteilung:
In den kommenden Wochen und
Monaten werde ich einen neuen
Platz in der Gemeinde suchen, denn
ich gebe meinen Sitz im Vorstand ab
wie auch den Vorsitz. Ich möchte
Euch erklären warum:
Nachdem in der MV 2013, als ich
mich als Vorsitzende zur Wahl gestellt hatte, der Vorstand weniger
entlastet wurde als in all den Jahren
zuvor, wurde er in der MV 2014, also
in diesem Jahr, gerade mal mit sieben Stimmen entlastet.
Ich bin im kommenden Jahr 20 Jahre
hier in der Gemeinde - so eine Ent-
lastung habe ich in den fast 15 Jahren, die ich im Vorstand mitarbeite,
nicht erlebt.
Dazu kam als Thema die gesammelten Unzufriedenheiten, die als Papier
im Januar 2014 dem VS vorgelegt
wurden. Wir wollten in den Gemeindegesprächen Lösungen finden, und
unsere erste Antwort vom VS aus
war die Liste, in der die Aktivitäten
der Gemeinde dargestellt wurden.
Wie viele Aktivitäten mit rund 25 Aktiven bei einer Gemeindegröße von
50 Mitgliedern vorhanden sind. Leider ergab sich daraus kein weiterer
gemeinsamer Weg – wir konnten ihn
nicht herstellen, denn wir reden nicht
5
▪
Berichte
miteinander – wir reden aneinander
vorbei.
Nach wie vor bin ich überzeugt, dass
wir mit einer professionellen Begleitung vielleicht nicht alles, aber zumindest das eine oder andere Problem schon gelöst hätten.
Aber - die Gemeinde hat sich dafür
ausgesprochen, dass keine Begleitung notwendig ist – und das ist nicht
mein Weg.
Gerade in einer Kirchengemeinde hat
keiner das Recht, den Anderen klein
zu machen und in die Defensive zu
drängen. Nach dem Gemeindegespräch am 14. September ich wollte
eine Entscheidung treffen - Ihr habt
gehört, wie sie ausgefallen ist.
Nun werde ich versuchen, für mich
hier in der Gemeinde einen Weg zu
finden.
Turnusmäßig könnten wir die Wahlen
ein Jahr vorziehen und das im Gemeindeboten Dezember/Januar ver-
öffentlichen.
Gottes Geist weht, wo er will – ich
wünsche ihn Euch und mir.
Gemeinde im Gespräch:
Bei unserem letzten
Gespräch im September haben wir
vereinbart, dass wir
uns zukünftig nicht
mehr am Sonntag zu diesen Gesprächen treffen wollen. Wir wollen uns
lieber an einem Samstag zusammensetzten, damit wir mehr Zeit haben und der Sonntag nicht so belastet ist. Wir haben keinen gemeinsamen Termin vereinbart.
In der Vorstandssitzung am 14. Oktober werden wir, auch dem Hintergrund von Thedas Rücktritt, beraten
wann und wie wir weitergehen und
alle per E-Mail darüber informieren.
Das Evangelium und der Terror
Alice Su schloss 2013 ihr Studium in Nah-Ost-Studien in Princeton ab und
lebt seither in Aman, Jordanien, wo sie mit Flüchtlingen arbeitet und als freie
Journalistin tätig ist. Sie bezeichnet sich als großen Jesus-Fan und sagt,
dass sie langsam lernt, wie sie das in einem interreligiösen und internationalen Kontext leben kann.
Am 3. September schrieb sie in einem Blog:
http://gospelworldview.wordpress.com/2014/09/03/1-john-isis-and-thegospel-versus-terror/
1. Jo 3,11-12, 14-15
Gen 4,6-8
In der letzten Zeit war ich sehr verängstigt. Ich denke oft an den Tod
von James Foley, Steven Sotloff und
vieler anderer Journalisten und Millionen von Kindern, Frauen, Vätern,
guten Freunden, Onkeln und Nachbarn in Syrien, Gaza, Irak, Ägypten,
Sudan und sonst wo. Ich werde das
6
▪
Berichte
Gefühl nicht los, dass um die Ecke
der Tod lauert, an der Haustür von
Journalisten, der Zivilbevölkerung,
bei zu vielen Leuten die mir lieb geworden sind wie auch bei Tausenden, denen ich noch nicht begegnet
bin.
Alle die ich kenne sind gezeichnet.
Einige bluten. Hass und Angst liegen
in der Luft und es wird immer
schlimmer.
Wie reagieren Christen auf den Terrorismus? Meine Kirche schwankt in
ihrer Antwort. "Liebe deine Feinde
und bete für die, die dich verfolgen."
OK! Wirklich?
Was wenn ich Iraki, Syrer oder Palästinenser wäre? Was wenn ein
Islamischer Staat meinen Vater kreuzigen würde? Was wenn eine israelische Bombe meine Familie in Stücke
reißen würde? Was wenn alle die ich
liebe von einer chemischen Waffe
getroffen würden? Ich treffe eine
Person nach der anderen, die so
etwas wirklich erlebt hat. Was soll ich
ihnen denn sagen? Ich schreibe ihre
Geschichte auf. Ich weine. Ich könnte
kotzen. Ich wende mich an Gott.
Vor ein paar Wochen berichtete ich
aus dem Libanon. Ich lief durch palästinensische und syrische Flüchtlingslager, wo Menschen wie Hunde
behandelt werden, trank dort Tee mit
den würdevollsten und mutigsten
Familien, die mir je begegnet sind
und fürchte, sie werden den nächsten Monat nicht überleben. Ich hörte
die Geschichte von Menschen, die
sie in den letzen Jahren, Monaten
und Tagen verloren haben und füllte
mein Notizbuch mit Kummer. Zuhau-
se angekommen betete ich voller
Zorn, weil ich mir so winzig vorkam.
Die Welt ist so dunkel und ich kann
nichts dagegen tun. Warum kann ich
meine Freunde nicht retten? Was
kann ich ihnen denn geben?
"Liebes, du hast das Evangelium",
kam mir in den Sinn. Ich: "Wofür soll
das gut sein?"
Liebe Freunde, helft mir es herauszufinden. Was ist das Evangelium?
Wofür ist es gut? Was bedeutet es,
meinen Freunden gegenüber Jesus
Christus zu bezeugen, wenn seine
Botschaft nicht verspricht die realen
Verhältnisse zu verändern? Hier ist
Jesus. Aber du bist immer noch ein
Flüchtling. Dein Land brennt weiterhin. Deine Tochter ist immer noch
krank. Du hast kein Geld für die medizinische Behandlung. Sie wird sterben. Dein Vater ist schon gestorben.
Und morgen wirst du selbst vielleicht
umgebracht. Hier ist Jesus. Was
verspricht er? Wer ist er? Was tut er?
Je mehr ich in der Bibel lese, desto
radikaler erscheint sie mir. Sie sagt:
Gott hat die Welt geschaffen und
liebt seine Kinder, aber die haben
sich gegen ihn gewandt. … So kam
Gott in die Welt. Jesus war ein von
Gott gestalteter Mensch, der ein lebendiges Beispiel gab, um uns vor
uns selbst zu retten. Er starb. Er gab
sein Leben hin, obwohl er unschuldig
war, und bezahlte, damit die ganze
Menschheit ewiges Leben finde. So
zu leben bedeutet mit Gott zu leben,
und das bringt eine totale Veränderung mit sich, weil es bedeutet in
Liebe statt in Hass und Angst zu
leben.
7
▪
Berichte
Liebe: das ist Selbsthingabe, an andere mehr zu denken als an sich
selbst, seine Lebenskraft und sein
Leben hinzugeben für das Wohlergehen derer, die uns nach dem
Leben trachten.
Liebe: das ist sich dem Hass zu verweigern. Niemanden und nichts zu
fürchten außer Gott. Nach Gerechtigkeit schreien, sie aber Gottes
Händen überlassen. …
Ich denke an Kain und Abel. Ich denke an Jesus. Ich denke, Christsein
bedeutet ich sollte mein Leben für
diesen vermummten Mann lassen.
Ich denke, das ist doch sinnlos. Ich
lese weiter in der Bibel. (Lukas
22:29-51)
Jesus starb für Kain und Abel, Adam
und Eva, Isaak und Ismael, David
und Saul, Journalisten und Extremisten, Christen und Muslime, Juden
und Heiden, für die Kranken und die
völlig Kranken, für alle.
Das Evangelium empfinde ich in der
letzten Zeit als schockierende und
verrückte Botschaft. Wenn du Christus beim Wort nimmst sagt er: "Gib
dein Leben hin für deinen Bruder.
Leg dein Leben dem hin, der dich
töten will. Kämpfe nicht gegen ihn.
Lauf nicht weg. Segne, diene und
gib".
Jesus zufolge ist das der Weg zum
ewigen Leben. "Aber ich könnte sterben", denke ich. "Ja - gib dein Leben
hin und werde wiedergeboren", sagt
Christus. Ich: "Nein, aber wie, ich
könnte wirklich sterben." Christus:
"Sterben wirst du sowieso. Es ist
OK." Ich: "Nein! Das werde ich nicht.
Wer sagt, dass ich sterben werde?
Wer sagt, dass der Tod Fakt ist?"
Christus: "Schau dich um."
Während ich bete wächst in mir die
Überzeugung: Gott ist für uns und
nicht gegen uns. Die Welt brennt,
aber nur weil wir gegen uns selbst
sind. …
Wenn Gott wichtiger ist als mein
Leben, dann sterbe ich. Ich gebe
mein ganzes Leben wie er es getan
hat. Er gab es nicht als Krieger, sondern als Lamm. Er bekämpfte niemand. Wir sollen niemanden bekämpfen. Wir sollen unser ganzes
Leben für die Brüder und Schwestern
hingeben, damit sie sich nicht allein
gelassen fühlen, damit sie Hoffnung
schöpfen.
So gehen wir beharrlich in die Dunkelheit hinein, um Menschen an die
Hand zu nehmen und ihnen zu sagen
"Wir haben einen Vater. Der liebt
uns. Der ist gut." Ich würde das für
völlig verrückt halten, wäre ich hier
nicht Christen begegnet die das leben - unerschütterlich fest und ohne
Angst und in Demut. Ich sitze zusammen mit Brüdern und Schwestern aus dem Sudan, Syrien, dem
Irak. Um sie herum brach alles zusammen und ihre Familien attackierten sie, als sie sich entschieden
Christus nachzufolgen. Und ich wundere mich, warum sie nicht weglaufen. "Gott sei Dank, ich werde wieder
zurück gehen", sagen sie.
Ich bin so schnell verängstigt. Gefahren machen mir Angst. Ich fürchte zu
sterben. Ich habe Angst verfolgt zu
werden, weil ich Amerikanerin, Christin oder Journalistin bin. Ich habe
Angst vor dem Terror.
8
▪
Berichte
Meine Brüder und Schwestern strahlen und sind voller Frieden. Ich
möchte sie zurück halten. Ich habe
Angst um sie, sie könnten heute,
morgen oder übermorgen verletzt
oder getötet werden. Sie aber lachen
und legen mir die Hand auf die
Schulter: "Schwester, meine Familie
braucht Hoffnung." "Wie bitte, deine
Familie - die dich töten will?"
"Schwester, meine Leute sitzen in
der Falle. Sie können nicht weg. Sie
brauchen Hoffnung, und wir haben
die einzig wahre Hoffnung. Wir müssen hingehen und ihnen dienen." …
Ich überlege, warum ich so zögerlich
bin, im Namen Jesu zu reden.
Auf der einen Seite sorge ich mich zu
viel um meinen Ruf. Ich möchte nicht
mit engstirnigen Christen und den
Institutionen in Verbindung gebracht
werden, die Jahrhunderte hindurch
so viel Hass und Scheinheiligkeit
verbreitet haben. Ich möchte nicht
verurteilt werden. Ich fürchte um
mein Image, meine Karriere, und
meine angebliche Objektivität. Andererseits denke ich zu viel an mich
selbst und nicht genug an Christus.
Wenn ich wirklich an ihn denke, dann
sagt er "Schau mich an".
Und ich sehe hin. Ich blinzle. Schier
geblendet bin ich. Ich bin ergriffen.
Ich falle auf meine Knie.
Ich denke: das ist zu strahlend hell
um wahr zu sein, das ist zu viel um
es zu fassen, zu tief und zu glutvoll ich bin völlig außer mir.
Ich schaue. Er sagt: "Jeder Mensch
ist dein Bruder. Liebe sie. Gib dein
Leben für sie hin. So wie ich es getan
habe. Ich liebe dich so sehr. Ich bin
für dich da, ich bin nicht gegen dich.
Dein Leben ist in meinen Händen."
Ich glaube. Allen Widrigkeiten zum
Trotz glaube ich. Meine Schwestern
und Brüder sehe ich vorwärts gehen
und ich bete "Herr, gib mir das Vertrauen um sie zu begleiten." Ich sehe
sie vorwärts gehen wie Schafe zur
Schlachtbank. Ich bete "Herr gib mir
die Gnade und den Mut, genauso zu
handeln."
Das Evangelium enthält eine Einladung zum Sterben - nicht um jemand
zu Boden zu zwingen, sondern um
aufzurichten. Um unser Leben in
Frieden aufopferungsvoll und in geschwisterlicher Liebe hinzugeben.
Das ist nicht normal. Es ist äußerst
gefährlich und es durchkreuzt alle
meine selbstgerechten Neigungen.
Aber so ist Christus. Und wir lieben
ihn so, weil er uns zuerst geliebt hat.
Wenn wir das sehen und begreifen
und schmecken, dann gehen wir
voller Freude vorwärts. Wir gehen in
dem Strom lebendigen Wassers, der
von ihm in und durch uns fließt. Zu
allen Jahreszeiten wachsen da Bäume mit Früchten zur Heilung der
Völker.
Wir sind so lebendig! Selbst wenn wir
morgen sterben würden. Wir leben
im Licht. Wir haben keine Angst.
9
▪
Termine
Hauskreise
Friedenswanderkerze
Im Gottesdienst, am
Hauskreis Ost
19. Oktober wird die
am 2. Freitag im Monat um 19.30 Uhr
Friedenswanderkerze bei
bei Familie Willer in Rodgau
uns leuchten. Der GottesKontakt: Familie Willer, Tel.
dienst
wird
das Thema aufnehmen:
06106/72226
Gott gab uns Atem, damit wir leHauskreis Frankfurt
ben…“Gedenken an die Opfer cheam 4. Mittwoch im Monat, 20:00 Uhr mischer Waffen 1914-2012.
bei Familie Martens in Bad Vilbel
Kontakt: Familie Martens, Tel.
Kreis junger Erwachsener
06101-128426
Zum nächsten Treffen im Oktober hat
♫♪
„Kommt lasset uns singen,
die Stimmen erklingen... “
♫♫♪ ♫♪♫
Ein kleiner Kreis trifft sich monatlich
mittwochs, 19:30 Uhr, zum Singen.
Es macht Spaß, Vierstimmiges zu
üben und auch Bekanntes zu singen.
Wir freuen uns, wenn andere dazukommen. Wir werden geleitet von
Kirchenmusikerin Kritsel Neitsov.
In der Regel singen wir am 3. Sonntag im Monat nach dem Gottesdienst
bekannte Lieder und Wunschlieder.
Nächste Termine: Mittwoch 1. Oktober und 5. November. Sonntag 19.
Oktober und am 16. November.
Hallo Kinder,
Der Kindergottesdienst im Oktober
fällt wegen der Herbstferien aus. Der
nächste Kindergottesdienst ist am
16. November. Da wird auch Natascha Widmer wieder da sein und sie
freut sich schon auf euch.
uns Christoph Schmutz zu sich nach
Heusenstamm eingeladen. Wir treffen uns diesmal am Sonntag 19.
Oktober, 19.00 Uhr. Schön, wenn
viele dabei sind. Wir wollen unter
anderm auch Themen sammeln, für
die nächsten Treffen.
Familiennachmittag,
Sonntag, 23. November, 15.00 Uhr
Herzliche Einladung an Familien
oder Väter oder
Mütter mit ihren
Kindern.
Wir wollen Zeit haben miteinander Kaffee zu trinken,
miteinander zu reden, Zeit zum Spielen. Gemeinsam werden wir singen,
Geschichten hören und basteln.
Adventsfeier, 1. Advent
Wir wollen uns wieder mit der
Adventsfeier in die Advents- und
Weihnachtszeit einstimmen und laden ganz herzlich ein zur Adventsfeier 30. November, 15.00 Uhr.
10
Termine
▪
In diesem Jahr wird es ein musikalisch-meditatives Programm geben
mit Jürgen und Simone Willer, Marianne und Wolf Düllberg und Doris
Hege.
Zum Kaffeetrinken sind alle eingeladen, die ersten selbst gebackenen
Plätzchen oder Kuchen mitzubringen.
Wer möchte den Raum adventlich
schmücken, einschließlich der KafJubiläumsfeier:
feetische? (Meldet euch bei Doris
8. 11. 2014, 11 Uhr, Hoffnungskirche,
Hege).
Feuerbachstr. 4, Heidelberg
Festvortrag: Dr. Astrid von Schlachta,
Gottesdienst halten –
Universität Regensburg, Vorsitzende
Gottesdienst gestalten
des Menn. Geschichtsvereins
Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft
Seminar mit Andrea Lange
Südwestdeutscher MennonitengeSamstag, 24. Januar 2015,
meinden (ASM), Verband deutscher
14:00-17:00 Uhr
Mennonitengemeinden (VdM), MenNach einer Einführung zur Grundbe- nonitischer Geschichtsverein (MGV).
wegung eines Gottesdienstes arbeiKoordination: Wolfgang Krauß
ten wir mit mitgebrachten Beispielen.
Alte Hasen geben einander Rückmeldung. Neue Leute werden ermutigt, es einmal zu probieren.
Anmeldung bis 17. Januar an:
Doris Hege, siehe Gemeindeanschrift
Jetzt schon vormerken:
Gemeindefreizeit 2015
Das Wochenende 11. -13. September 2015 ist für unsere Gemeindefreizeit gebucht.
11
▪
Termine
12
▪
Kollekten
Sonntag, 5. Oktober,
Kollekte für Haus
Metanoia
Haus Metanoia ist Teil
der Drogenhilfe Lebenswende. Sie
versteht sich als diakonische Suchthilfe und arbeitet mit verschiedenen
christl. Gemeinden zusammen.
Suchtabhängige Menschen zwischen
18 und 45 finden mit Hilfe zurück ein
sinnvolles Leben zu führen. Die Drogenhilfe umfasst die Begleitung des
klinischen Entzugs, Resozialisierung
durch Therapie, betreutes Wohnen
und Nachsorge.
Sie trägt sich ausschließlich von
Spenden.
www.lebenswende-drogenhilfe.de
Kollekte für Haus Metanoia
Mehrere Evangelische Landeskirchen und eine Schweizer Kirche
tragen in der Stadt Chachamal (circa
50 Kilometer von Halabja entfernt)
gemeinsam das Projekt »Ein Garten
für Halabja«. Hier wird seit Sommer
2010 ein Zentrum für durch den Giftgasangriff und seine Folgen traumatisierte Kinder und Jugendliche aufgebaut. Diese erhalten in einem heiltherapeutischen Garten, einem geschützten Raum, die Möglichkeit, ihre
traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten und wieder Selbstvertrauen
zu entwickeln.
Nähere Informationen unter
http://www.wings-ofhope.de/spenden/konfi rmandenspende/Flyer-Halabja.pdf
Sonntag 19. Oktober,
Sonntag, 26. Oktober
Kollekte:
„House of One“,
Berlin, interreligiöses Bet- und
Lehrhaus,
Halabja –
Die Idee kommt von der evangelieine Stadt voller Opfer. 1988 nutzten schen Petrigemeinde in Berlin. Sie
irakische Regierungstruppen unter
beschäftigte sich mit der Frage, ob
anderem das von deutschen Unterder Petriplatz, an dem begann, was
nehmen gelieferte Know-how und die heute Berlin heißt und Metropole ist,
ebenfalls von deutschen Unternehneu mit Leben gefüllt werden kann.
men gelieferten Grundstoffe für einen Juden, Christen und Muslime wollen
menschenverachtenden Giftgasannun dort, wo die älteste Kirche Bergriff auf die Kleinstadt Halabja. In
lins stand, gemeinsam ein Haus
dieser in der Region Kurdistan im
bauen, unter dessen Dach sich eine
Norden Iraks gelegenen Stadt leiden Synagoge, eine Kirche und eine Monoch heute zahlreiche Menschen
schee befinden.
unter schweren körperlichen und
Es geht dabei nicht um Vermischung
seelischen Folgen dieses Angriffs.
von allem, sondern um Verständi5.000 Menschen wurden seinerzeit
gung. Es entstehen drei sakrale
direkt getötet.
Kollekte:
Garten für
Halabja,
Nordirak
13
▪
K
Kollekten
Räume, der drei Religionen. In der
Mitte entsteht ein Kuppelraum das
interreligiöse Lehrhaus, ein Ort zur
Begegnung, ein Lernort, ein Friedensraum, ein Ort des Dialogs und
der Verständigung.
Das House of One soll allen Menschen offen stehen – unabhängig
von Religion, Nationalität oder Hautfarbe
Träger des Sakralbauprojekts sind
die Jüdische Gemeinde zu Berlin,
das Abraham Geiger Kolleg, das
Forum für Interkulturellen Dialog e.
V., als muslimischer Partner und die
Evangelische Kirchengemeinde St.
Petri – St. Marien. Sie arbeiten zusammen im Verein "Bet- und Lehrhaus Petriplatz“.
Weitere Infos unter www.house-ofone.org/de
Sonntag 9. November,
Kollekte Menn.
Geschichtsverein
Der Verein
unterstützt die
Erforschung der
täuferischmennonitischen Geschichte und veröffentlicht die Forschungsergebnisse.
In der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof werden relevante
Bücher, Zeitschriften und Dokumente
gesammelt und aufbewahrt, sowie
private Nachlässe. Die Forschungsstelle ist Anlaufstation für Forscher
und für eine stetig wachsende Zahl
von Besuchergruppen aus aller Welt.
www. mennonitischergeschichtsverein.de
Sonntag, 23. November,
Kollekte für die Diggerstiftung
Weltweit sind
Menschen in
mehr als siebzig Ländern jeden Tag dem Übel der
Minen ausgesetzt. Die direkten Opfer, die getötet oder verstümmelt
werden, werden auf 10‘000 bis
15‘000 geschätzt. Die Zahl der indirekten Opfer ist schwieriger einzuschätzen. Sie liegt in einer Größenordnung von Millionen.
Den wichtigsten Teil der Minenräumung leisten immer noch Frauen und
Männer, die das Gebiet von Hand mit
einem Stab und einer Gartenschere
entminen. Das geht nur langsam und
ist äußerst gefährlich.
Die Stiftung Digger fördert technologische Hilfsprojekte im Bereich der
humanitären Minenräumung. Sie
entwickelt, realisiert und vertreibt sie
Minenräumgeräte. Infos unter:
www.foundation.digger.ch/de
An den anderen Sonntagen ist die
Kollekte für unsere Gemeinde bestimmt. Die Gemeinde ist immer wieder
auch auf die finanzielle Unterstützung
von uns allen, Mitgliedern und Freunden
angewiesen.
Die
Gemeindebeiträge
allein reichen für die Finanzierung nicht
aus.
Wer nicht zum Gottesdienst kommen
kann, sich aber an den Kollekten beteiligen will, kann dies gerne tun; per
Überweisung auf das Gemeindekonto
mit dem entsprechenden Hinweis.
Kontonummer siehe Rückseite des
Gemeindebriefes
14
▪
.
Herbstausflug
Fredderick und Martina gehen Drachen steigen.
"Huuiii!“, ruft Fredderick. "Schau mal, mein Drachen fliegt am höchsten!"
Martina mag das gar nicht hören! "Von wegen!" entgegnet sie, "Mein
Drache ist viel weiter oben als deiner!!"
Da schaltet sich Papa ein! "Hört zu ihr zwei!“, sagt er. "Es ist doch gar
nicht so wichtig, wessen Drache am höchsten fliegt. Außerdem ist das
da ganz oben Meiner!"
"Stimmt ja gar nicht!!!“, rufen Martina und Fredderick im Chor.
Kannst du helfen?
Wer lässt welchen
Drachen steigen?
Und welcher fliegt
am höchsten?
Anne und Florian
15
▪
Herausgeberin: Mennonitengemeinde Frankfurt e. V.
60322 Frankfurt am Main, Eysseneckstr.54
Tel. 069 / 590 228 - Fax 069 / 59 674 987
mail: info@mennoniten-frankfurt.de
www.mennoniten-frankfurt.de
Konto: EKK Frankfurt (BLZ: 520 604 10) Nr: 41 024 79
IBAN: DE24520604100004102479; BIC: GENODEF1EK1
Verantwortlich für Inhalt, Gestaltung: Doris Hege. Versand: Renate Bürcky
16
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Seele and Geist
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