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Hier: Jemenitisch / deutsches Namensrecht Was ist ein „Aus

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Hier:
Jemenitisch / deutsches Namensrecht
Was ist ein „Aus mehreren Wörtern zusammengesetzter Name?
Eine Standesbeamtin wendet sich mit folgender Frage an den Fachverband:
Ein jemenitischer Staatsangehöriger mit Namen Al-Agbri und eine Deutsche
haben vor dem hiesigen St. Amt geheiratet und keine Erklärung zum
Namensführung abgegeben. Der Wunsch der Ehefrau war es, eigentlich, ihren
derzeitigen Familiennamen Kuhl dem Ehenamen (wäre der Geburtsname des
Mannes gewesen) voranzustellen. Diese Erklärung habe ich abgelehnt, da es dann
zu einer dreigliedrigen Namenskette gekommen wäre: Kuhl-Al-Agbri.
Laut Pass heißt der Mann Esmat Mohammad Mahboob Al-Agbri. Der Name AlAgbri ist im Pass eindeutig als Surname ausgewiesen.
Vor einigen Tagen war Herr Al-Agbri noch mal hier und fragte an, warum diese
Namenserklärung bei uns nicht möglich sei. Er legte in diesem Zusammenhang
eine Namensbescheinigung, ausgestellt von einem deutschen St.Amt, von einem
befreundeten Paar vor (auch jemenitsch/deutsch), wo genau diese
Namenskonstellation bescheinigt war.
Habe ich da was falsch gemacht?
Rechtsgrundlage:
§ 1355 Abs. 4 BGB
(4) Ein Ehegatte, dessen Name nicht Ehename wird, kann durch Erklärung
gegenüber dem Standesbeamten dem Ehenamen seinen Geburtsnamen oder
den zur Zeit der Erklärung über die Bestimmung des Ehenamens geführten
Namen voranstellen oder anfügen. Dies gilt nicht, wenn der Ehename aus
mehreren Namen besteht. Besteht der Name eines Ehegatten aus mehreren
Namen, so kann nur einer dieser Namen hinzugefügt werden. .............
§ 369 Abs. 1 DA a.F.
Ein Ehegatte, dessen Name nicht Ehename geworden ist, kann durch Erklärung
dem Ehenamen seinen Geburtsnamen oder den zur Zeit der Erklärung über die
Bestimmung des Ehenamens geführten Namen voranstellen oder anfügen; die
Voranstellung oder Anfügung des einen Namens schließt die Voranstellung oder
Anfügung des anderen Namens aus. Satz 1 gilt nicht, wenn der Ehename aus
mehreren Namen besteht. Besteht der Name eines Ehegatten aus mehreren
Namen, so kann nur einer dieser Namen hinzugefügt werden. Ein aus mehreren
Wörtern zusammengesetzter Name, der herkömmlich als Einheit empfunden
wird (z.B. Name mit früherer Adelsbezeichnung), gilt als Einzelname.
Lösung:
Gem. § 1355 Abs. 4 BGB in Verbindung mit § 369 Abs. 1 DA ist eine
Voranstellung oder Anfügung eines Namens an einen Ehenamen nicht möglich,
VORSITZENDER: JÜRGEN RAST, STEIMEL 1, 34246 VELLMAR, TEL.:0561-822235
GERHARD BANGERT, SÄLZERSTR. 48, 63619 BAD ORB, TEL.: 06052–1776,
E-MAIL: GERHARD.BANGERT@T-ONLINE.DE
wenn der Ehename aus mehreren Namen besteht. Im obigen Fall besteht der
Ehename aus „zwei Namen“ und lautet Al-Agbri.
Eine Voranstellung oder Anfügung wäre dennoch möglich, wenn der Ehename
Al-Agbri herkömmlich als Einheit empfunden wird (§ 369 Abs. 1 DA).
Hierzu Henrich/Wagenitz/Bornhofen: Deutsches Namensrecht; Kommentar
Randnummer 65 zu § 1355 BGB
...... So sind etwa mehrgliedrige Namen, deren Bestandteile durch Präpositionen
verbunden sind, einem Begleitnamen zugänglich. Dasselbe gilt für adlige Namen.
..... Im Einzelnen wird die Abgrenzung der Rechtspraxis Schwierigkeiten
bereiten. Dem Standesbeamten wird im Zweifelsfall eine gegenüber dem
Gestaltungswillen der Ehegatten aufgeschlossenen Handhabung empfohlen.
Zu klären wäre also die Frage, ob der Familienname Al-Agbri herkömmlich als
Einheit empfunden wird. Laut Wikipedia wird der Artikel al mit Bindestrich ans
folgende Wort angeschlossen, das Substantiv Al wird groß und ohne Bindestrich
geschrieben und taucht mitunter in Dynastie-Bezeichnungen auf.
Weitere Nachforschungen haben zu keinem Ergebnis geführt.
Nach Auffassung des Berichterstatters sollte der Ehename Al-Agbri als Einheit
empfunden werden. Demnach wäre dann auch eine Voranstellung oder Anfügung
gem. § 1355 Abs. 4 BGB möglich.
-2-
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Kategorie
Seele and Geist
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