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Leistungsprofil Stellwerk – was nun? Differenzierte Lernförderung in

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Amt für Volksschule
Leistungsprofil Stellwerk –
was nun? Differenzierte
Lernförderung in der Praxis
1
Amt für Volksschule
Eine Vorstellung von Schule?
Sit down!
Face front!
Listen carefully to the instructions…
…and turn off your mobile devices!
2
Bild Wikipedia
Amt für Volksschule
Herausforderungen für Schule und Bildung
•
•
•
Herausforderung 1: Von der Wissens- zur Informationsgesellschaft
Herausforderung 2: Die kognitive Wende
Herausforderung 3: Heterogenität und Bildungsaspiration
3
Amt für Volksschule
Herausforderung 1: Von der Wissens- zur
Informationsgesellschaft
Im 20. Jahrhundert:
• Übergang von der Industrie-, zur
Wissens- und zur
Informationsgesellschaft
• Zuwachs an ICT-Nutzung
4
Amt für Volksschule
Herausforderung 2: Die „kognitive Wende“
Konstruktivistisches Denken lässt die
Idee der einen und der einzigen
Wahrheit und der vorgefundenen
Wirklichkeit hinter sich und verfolgt statt
dessen den Gedanken einer kognitiven
und sozialen Erzeugung von
Wirklichkeit(en).
Quellen: www.brainworker.ch/Wissen/KonstruktivismusII.htm
Und: www.elba.ethz.ch/services/cmap/szenarien
5
Amt für Volksschule
Herausforderung 2: Ein konstruktivistisches
Lernverständnis
Wissen…
•
•
•
•
•
…als Konstruktion / Rekonstruktion des
menschlichen Geistes,
…als bereichsspezifischer Strukturaufbau,
aufgrund des Vorwissens
…ist am ehesten auf neue Situationen
übertragbar, wenn über
Problemlöseprozesse eingeführt und durch
Übungsphasen gefestigt wird,
…wie etwas zu lernen ist (Lernkompetenzen)
kann nur in fachlichen Kontexten ausgebildet
werden,
…ist nicht einfach ein übertragbares Gut,
sondern wird in individuellen oder sozialen
Prozessen erarbeitet.
(Reusser, 2006)
6
Amt für Volksschule
Herausforderung 3: Heterogenität und
Bildungsbestreben
7
Amt für Volksschule
Herausforderung 3: Heterogenität
und Bildungsaspiration
PISA Lesen:
Nicht nur bedeutsame Unterschiede
im Vergleich zu den Ländern mit den
besten Ergebnissen, sondern auch
ein grosser Anteil Lernender auf den
beiden tiefsten Niveaus!
Quelle:
http://www.pisa.admin.ch/bfs/pisa/de/index/hidden_folder/publications.Document.99370.pdf
8
Amt für Volksschule
Entwicklungen im Schweizer Bildungssystem
9
Amt für Volksschule
Modell zur Erfassung von Schulentwicklung
Mesoebene
(Schule)
Mikroebene
(Unterricht)
Intrapersonale Ebene
(Individuum)
Individuum
Schulische Prozessfaktoren
Fachliche undl überfachl.
Kompetenzen
der Schüer/innen
Makroebene
Output
Prozess
Input
Ausserschulischer Erfahrungskontext
(Maag Merki, 2006; in Anlehnung an Scheerens & Bosker, 1997, Fend, 1998, Ditton, 2000)
10
Amt für Volksschule
Outputsteuerung: Der standardisierte
Leistungsmessungstest als Kernelement
INPUT
PROZESS
OUTPUT
Materiale und personale
Schulkultur, Praktiken
Lernergebnisse, (über-)
Ressourcen, Lehrpläne,
von Lehren und Lernen,
fachliche Leistungs- und
Stundentafeln,
Lerngelegenheiten und
Wirkungsprofile
Regelungen
ihre Nutzung
KONTEXT
Lp-(Fort-)bildung, Schulpolitik,
familiale und Peer-bezogene
(Schüler) Unterstützungssysteme
11
Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Lehrplan 21 (2014)
Hintergrund: Schweizerische
Vielfalt und Harmonisierung
 nationale Bildungsstandards
•
sprachregionale Lehrpläne
(unter Berücksichtigung didaktischer
und kultureller Traditionen)
•
Festlegung gemeinsamer
grundlegender Kenntnisse und
Fertigkeiten für alle Schülerinnen und
Schüler in der Schweiz
PER (2010)
Lehrpläne TI
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Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Bildungsstandards: Grundlage Kompetenzkonzept
Kompetenz…
„…kann als ein Bündel von körperlichen und geistigen Fähigkeiten
bezeichnet werden, die jemand benötigt, um anstehende Aufgaben
oder Probleme zielorientiert und verantwortungsvoll zu lösen, die
Lösungen zu reflektieren und zu bewerten und das eigene Repertoire
an Handlungsmustern weiter zu entwickeln.“
(Frey, 2006, S. 31)
13
Amt für Volksschule
Prämissen
• Der standardisierte Leistungsmessungstest als Kernelement einer
Orientierung am Outcome
• Konstruktivistischer Ansatz der Wissensvermittlung…
• …und damit verbunden ist der Rollenwechsel der LP vom
Wissensvermittler hin zum Lerncoach
• Reflexion des eigenen Unterrichts aufgrund der Leistungen der
Schülerinnen und Schüler
• Nutzen des Potenzials adaptiver Leistungsmessungstests
14
Bild flickr
Amt für Volksschule
Nutzen des Potenzials adaptiver
Leistungsmessungstests
Stellwerk 8: Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch
(obligatorisch)
Einige Feststellungen aus der Evaluation (2009, Goetze):
• objektives Instrument zur Beurteilung des Leistungsstandes
• aus Sicht LP kaum negative Auswirkungen der Tests, aber auch nur
20-25% stellen positive Auswirkungen fest
• Jugendliche hätten gerne vertiefte Besprechung der Ergebnisse mit
Eltern und Lehrperson, sowie anschliessende Förderplanung
• lediglich 45% der Lehrpersonen fühlen sich unterstützt, aufgrund
Stellwerk die Förderplanung vorzunehmen
15
Amt für Volksschule
Konkret: das Fünf-Schritte-Modell
Ziel:
Sicherung und Steigerung der Unterrichtsqualität
Tresch, Sarah (2007): Potenzial
Leistungstest. Bern: hep
16
Amt für Volksschule
Testergebnisse analysieren
Nach der Beschreibung der Diagnose folgen zwei Teilprozesse:
1. Ergebnisse in Bezug setzen zu Referenzgrössen und vergleichen
(bei Stellwerk: Interpretationshilfe und Referenzrahmen) 
2. Ergebnisse erklären: Vergleich mit eigenen Erwartungen, Ursachen
und Begründungen suchen
im eigenen
Unterricht
ausserhalb des eigenen
Handlungsfeldes
17
Amt für Volksschule
18

Amt für Volksschule
Testergebnisse analysieren
• Online-Leitfäden 
• Diskussion mit Lehrerkollegen, innerhalb der Fachgremien 
• Erfahrungsaustausch über die Schule hinaus
• Beizug eines externen Beraters, Weiterbildungen
19
Amt für Volksschule
Testergebnisse kommunizieren
20
Amt für Volksschule
Unterrichtsziele festlegen
• Die kriteriale (und soziale) Vergleichsnorm helfen,
die Lernziele abzuleiten
– Lernziel-Formulierungen folgen den SMART Regeln
Selbsteinschätzung
SuS

Einschätzung Fachlehrperson
Klassenlehrperson

• Fachinhalte oder fächerübergreifende Kompetenzen
• allgemeine Unterrichtsmassnahmen
21
Amt für Volksschule
Unterrichtsziele festlegen
Ebene SuS/Eltern
• 1. Teil Dossier Standortgespräch: Vorbereitung 
• 2. Teil Dossier Standortgespräch:
Gespräch mit Eltern/Jugendliche Ende 8. Klasse
– Fremdeinschätzung
– Zielvereinbarungen 3. Sek., ev. Lernkontrakt 
•
Atelierunterricht Zielvereinbarung / 
Ebene Lehrperson/Team
•
Planung Atelierunterricht 
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Amt für Volksschule
Massnahmen planen
Als lernförderlich gelten die folgenden
didaktischen Strategien:
– eigenständige Planung und Durchführung der Lehr-Lernprozesse
– dem Unterricht Strukturen geben: transparente
Leistungserwartungen, Überblick über Unterrichtsabschnitte,
Zielerreichung aufzeigen und Lektionsschluss
– Veranschaulichung der Unterrichtsinhalte
– Differenzierung als Antwort auf die Heterogenität einer Lerngruppe
– Wahlfreiheit und Eigenverantwortlichkeit beim Lernen achten
(durch offene Unterrichtsformen)
Borchert (1996)
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Amt für Volksschule
Massnahmen planen
• Massnahmen planen:
– stärkere Differenzierung (innere wie äussere) 
– individuelle Fördermassnahmen 
– Unterstützungsmassnahmen 
• Das Vernetzen und die nachdrückliche Realisation der Massnahmen
erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit
• Kooperative Formen im Kollegium unterstützen die LP 
24
Amt für Volksschule
Massnahmen umsetzen
• Neue Rolle: Lehrpersonen sind
…Lernberater
…Gestalter von Lernumgebungen
…Fachpersonen für das Lernen 
• Geduld und Beharrlichkeit in der Umsetzung der Massnahmen,
möglicherweise Erweiterung des methodisch-didaktischen
Repertoires
• Laufend Anpassungen der Massnahmen 
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Amt für Volksschule
Wirkung überprüfen
• Bewertung der umgesetzten Massnahmen:
– gegriffen und Wirkung erzielt?
– Wer hat profitiert? Bewährte Massnahmen? Nachhaltigkeit der
Wirkung? 
• summative Überprüfung der Lernfortschritte (schriftl. Prüfungen,
Abfragen, Wiederholung Stellwerk in einzelnen Fachbereichen usw.)
• formative Überprüfung der Lernfortschritte (Portfolios, systematische
Beobachtungen usw.)
 Individuelle Vergleichsnorm 
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Amt für Volksschule
Rollen
Förderorientiertes Arbeiten verändert die pädagogischen
Grundhaltungen und damit die Rollen aller Beteiligter:
Jugendliche
Verantwortliche und Gestaltende im Lernprozess
Lehrpersonen
Fachpersonen fürs Lernen, Coach, Teamplayer
Schulleitung
förderliche Rahmenbedingungen, Change Manager
Behörde
Ideelle und finanzielle Unterstützung
Eltern
in die Verantwortung mit einbezogen
27
Amt für Volksschule
Fragen, Anliegen, Diskussion
Amt für Volksschule
Lernzyklus organisationalen Lernens
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Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Festlegung der Niveaus für
Basisstandards
•
mehr als 2/3 der Schüler
erreichen es heute
• empirische Überprüfung,
wo möglich (Erfolg im Test
/Item: meist zwischen 80 und
90%, über 65% sowieso)
• einige Standards sind
didaktisch begründet und
(noch) nicht durch Tests validiert
Test im Frühling 2007: Mathematik 11. Klasse, 5704 Schüler, 84 % erreichen die Basisstandards
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Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Bildungsstandards: Grundlage Kompetenzkonzept
Kompetez als…
•
„...die bei Individuen verfügbaren oder
durch sie erlernbaren kognitiven
Fähigkeiten und Fertigkeiten, um
bestimmte Probleme zu lösen, sowie
die damit verbundenen motivationalen,
volationalen und sozialen
Bereitschaften und Fähigkeiten, um die
Problemlösungen in variablen
Situationen erfolgreich und
verantwortungsvoll nutzen zu können“
(Weinert, 2001, 27)
•
„…ein Bündel von körperlichen und
geistigen Fähigkeiten bezeichnet (Anm.
Verf.: verstanden werden kann), die
jemand benötigt, um anstehende
Aufgaben oder Probleme zielorientiert
und verantwortungsvoll zu lösen, die
Lösungen zu reflektieren und zu
bewerten und das eigene Repertoire
an Handlungsmustern
weiterzuentwickeln“ (Frey, 2006, S.
31).
31
Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Kompetenzmodell Mathematik eaus
v
i
n
z
n
e
et
p
m
Ko
Wissen,
Erkennen
und Beschreiben
Operieren
und
Berechnen
Instrumente und
Werkzeuge verwenden
Darstellen
und Formulieren
Mathemati
sieren und
Modellieren
Argumenti
eren und
Begründen
Interpretier
en und
Reflektieren der
Resultate
Erforschen
und Explorieren
Handlungsaspekte
Kompetenzbereiche
Zahl und
Variable
Form und Raum
Grössen und
Masse
Funktionale
Zusammenhänge
Daten und Zufall
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Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Basisstandards Naturwissenschaften: Fragen und Untersuchen
Ende 4. Schuljahr (Ende 2. Klasse)
33
Amt für Volksschule
Makroebene: Outputsteuerung
Basisstandards
Ende 4. Schuljahr
Schulsprache
Kiga
Mathematik
Kiga
Naturwissenschaften
Kiga
Fremdsprachen Kiga
Basisstandards zu drei Zeitpunkten
Basisstandards
Ende 8. Schuljahr
Basisstandards
Ende 11. Schuljahr
2. FS
1. Fremdsprache
Unterschiedliche Vergleichbare
Standards
Standards
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Amt für Volksschule
Mesoebene: geleitete Schulen
Einzelschule als Gestaltungseinheit
• Die Fähigkeit, schulische Ziele
gemeinsam zu erreichen
• Als Voraussetzung für
schulische Veränderung
„In der Blütezeit der neueren
Bildungsreform bezogen sich Theorien
und Indikatoren der Schulentwicklung
nahezu ausschliesslich auf das
Gesamtsystem. Diese Perspektive hat
sich seit den achtziger Jahren geradezu
in ihr Gegenteil verkehrt. Die Theorien
und Indikatoren beziehen sich nun auf die
Einzelschule“ (Rolff, 1991, 865).
1. Fragmentierte Schule
2. Projektschule
3. Lernende Schule
Quelle: Rolff/IFS 2000
35
Amt für Volksschule
Mesoebene: geleitete Schulen
«Lehrerzimmer»
Vom «Ich und meine Klasse»…
Lehrer A
mit Klasse
Lehrerin B
mit Klasse
Lehrerin C
mit Klasse
Lehrerin D
mit Klasse
Lehrer E
mit Klasse
Lehrer F
mit Klasse
Generalunternehmerinnen und -unternehmer mit gemeinsamer Infrastruktur
→ Gemeinsames beschränkt sich auf Verwaltungsaufgaben
→ Jede/jeder ist ihre/seine eigene Schulleitung
36
Amt für Volksschule
Mesoebene: geleitete Schulen
... vermehrt hin zu «Wir und unsere Schule»
Klasse A
Klasse B
Klasse C
Lehrerinnen
und Lehrer
→ Klarer Rahmen (klare
Grenzen) für alle
Schülerinnen und Schüler
eines Schulhauses
SL
→ Klare Rahmenbedingungen für Lehrpersonen und
Eltern
zuständig und
verantwortlich für
die ganze Schule
Klasse D
→ Koordinierende Leitung
Klasse E
Klasse F
→ Pädagogischer Grundkonsens (muss angesichts des aktuellen
Wertepluralismus
erarbeitet werden, jedoch
keine Gleichschaltung)
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Amt für Volksschule
Mikroebene: Professionalisierung von Lehrpersonen
Qualität des Bildungsangebots
Qualität des Nutzungsangebots
Angebotsbezogene Stützsysteme
System
Systemarchitektur:
Lehrplan und
pädagogische
Traditionen
Schule,
Familie
Klasse,
Individuum
Lehrerbildung,
Aus- und
Fortbildung der
Lehrpersonen
Nutzungsbezogene
Stützsysteme
Soziokultureller
Kontext
Peers, Familie,
oekonomisches,
soziales und
kulturelles Kapital
Merkmale der Einzelschule:
Organisation, Ressourcen,
Schulleitung, Leitbild, Standards,
Kollegium
Lehrermerkmale:
•Professionelles Wissen,
Einstellungen,
Überzeugungen
•Biografie
Klassenkontext, Normen, Klima, Beziehungen, Lehrmittel
Qualität und
Quantität des
Lehrangebots
Unterricht
Qualität der
Nutzung des
Angebots
Schülermerkmale:
kognitive, motivationale
und soziale Fähigkeiten
und Dispositionen
MEHRDIMENSIONALE BILDUNGSWIRKUNGEN:
Fachliche Leistungen und Kompetenzen, motivationale
Orientierungen, Lernstrategien, Fachinteresse, Einstellungen,
generalisierbare Fähigkeiten
38
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Bildung
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