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2005, was für ein Jahr. Better processing solutions for good - Bühler

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2005,
was für ein
Jahr.
Better processing solutions
for good food and high tech materials.
Geschäftsbericht
Bühler ist der weltweite Spezialist für Anlagenbau und Services zur Wandlung
von nachwachsenden Rohstoffen und synthetischen Materialien in hochwertige
funktionale Produkte und Wertstoffe. Unsere Kerntechnologien liegen im Bereich
Geschäftsbericht 2005
der mechanischen und thermischen Verfahrenstechnik, die wir in den Anwendungs-
Wir wollen unseren Kunden überragende Lösungen bieten, die ihre Leistungsfähigkeit verbessern. Wir bemühen uns, dies durch enge Zusammenarbeit mit
unseren Kunden während des gesamten Lebenszyklus der Anlagen zu gewährleisten, indem wir innovative Ideen hervorbringen, eine hohe Qualität sicherstellen
Bühler AG
Bühler AG
CH-9240 Uzwil, Schweiz
T +41 71 955 11 11
F +41 71 955 33 79
www.buhlergroup.com
bereichen Nahrungsmittel, Beschichtungen und Druckguss einsetzen.
und unsere Kunden global unterstützen.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Inhaltsverzeichnis.
Inhalt
02
Technologischer Fortschritt in aller Welt,
dank Bühler
Lösungen für unsere Kunden
36
Vorwort
Verwaltungsratspräsident und CEO
38
Divisionen
Grain Processing
Engineered Products
Die Casting
44
Corporate Information
Auf allen Märkten der Welt
Human Resources
Qualität, Umwelt und Sicherheit
Aufsichts- und Kontrollinstrumente
Konzernleitung und Verwaltungsrat
50
Jahresabschluss/Finanzteil
Wirtschaftliche Entwicklung
Konzern-Abschluss
Anhang Bühler Holding AG
Konzern-Gesellschaften
1
2
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
Technologischer Fortschritt
in aller Welt, dank Bühler.
Bühler hat Kunden auf der ganzen Welt, und so gross die Vielfalt der Länder ist, so gross ist auch die Zahl
der Herausforderungen, die die Kunden an uns stellen. Die Kunden sollen mit Bühler sichtbare Vorteile in ihren Märkten
erreichen, das haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Daher haben wir für die speziellen Herausforderungen der Kunden
und Märkte die jeweils beste Lösung gefunden und realisiert.
Auf den folgenden Seiten möchten wir einige der rund tausend Projekte darstellen und zeigen, welche Lösungen
beispielhaft sind. Wir danken diesen Kunden, dass sie uns ihre Daten zur Verfügung gestellt haben. Wir haben Projekte in
über 140 Ländern der Welt und in vielen unterschiedlichen Branchen, aber überall gilt dasselbe: mit innovativen Ideen und
technologischem Fortschritt liefern wir unseren Beitrag für den Erfolg der Kunden.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
3
Futtermitteltechnologie
Buchenbach, Deutschland
Seite 26
Müllerei und Grain Handling
Ulm, Deutschland
Seite 34
Extrusion Systems
Lahr, Deutschland
Seite 4
Mälzerei/Brauerei und Grain
Handling
Eemshaven, Holland
Seite 8
Druckguss
Ansan, Korea
Seite 10
Grinding & Dispersion
Siilinjärvi, Finnland
Seite 14
Schokolade & Kakao
USA
Seite 25
Teigwaren
Karthoum, Sudan
Seite 24
Vertrieb
Vertrieb und Fabrikation
Müllerei (Peeling)
Fukuoka, Japan
Seite 30
Reismüllerei
Vohidiala, Madagaskar
Seite 22
Reismüllerei
Korat, Thailand
Seite 16
4
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Die neue Extrusionsanlage der Rubin Mühle – kompakt auf engstem Raum.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
5
Von vielseitigen Kundenbedürfnissen
zu anspruchsvollen Produkten,
dank Bühler.
Die Rubinmühle in Lahr (Deutschland) ist ein mittelständischer Betrieb, der erfolgreich neue Zusatzprodukte entwickelt. Während sich die Veredelung von Mühlenprodukten mittels Extrusion erfolgreich zeigt, sind, ausser der Spezialmüllerei,
die Müllerei-Aktivitäten heute von eher untergeordneter Bedeutung. Die Firma Rubin investiert regelmässig in neue Ausrüstung
und hat in diesem Jahr eine völlig neue Extrusionslinie in Betrieb genommen, die vor allem auch Produkte für multinationale
Kunden herstellt.
Der Ursprung der Rubinmühle liegt 320 Jahre zurück. Dabei galt es schon immer, sich den Gegebenheiten des Marktes
anzupassen. Um bestehen bleiben zu können, hat man sich für Nischenprodukte entschieden. So kamen immer wieder neue
Spezialmehle hinzu. Diese zusätzliche Wertschöpfung allein reichte für das erfolgreiche Fortbestehen nicht mehr aus. Anfang der
80er-Jahre trug man den Markttrends Rechnung und beschloss, sich immer mehr auf Mehrwert-Produkte wie Heimtiernahrung
oder Müeslimischungen zu spezialisieren. Die Lösung war, neben Weizen-, Roggen-, Hafer- und Futtermühle in Extrusionsanlagen
zu investieren, mit der sich die Rubinmühle in der Mischung und Form der Produkte genau auf den Kunden einstellen kann.
Mittlerweile sind sechs Extrusionsanlagen in Betrieb. Die neueste Anlage ist gerade ein halbes Jahr alt. Die Anforderungen waren
hoch. Die Anlage musste sehr flexibel sein und einen schnellen und problemlosen Produktwechsel zulassen. Und vor allem war
eine extreme Kompaktheit der Anlage eine Herausforderung, da nur wenig Platz zur Verfügung stand. Bühler lieferte eine schlüsselfertige Anlage und half bei ersten Produktentwicklungen.
Eine Extrusionsanlage ist normalerweise für einige wenige Produkte ausgelegt. Die Bühler Anlage in der Rubinmühle
produziert schon jetzt über 25, teilweise sehr anspruchsvolle Produkte unterschiedlichster Art. Einen grossen Vorteil sieht der
langjährige Bühler Kunde in den Synergien: Transport, Reinigen, Mahlen, Sichten, Flockieren, Trocknen sowie Extrudieren,
alle Technologien sind im Bühler Angebot enthalten. Viele Komponenten können ausgetauscht werden, Steuerungen sind einheitlich und das Zusammenspiel der verschiedenen Anlagen läuft optimal. Gute Voraussetzungen, um weiter wachsen zu können.
EXTRUDIEREN
Extrudieren ist eine Schlüsseltechnologie, mit der eine Vielzahl von Produkten hergestellt werden kann, z.B. Spaghetti, Tierfutter,
Cornflakes und Schokoriegel, Kunstfasern, Gummi oder Brennmaterial.
Mittels einer oder mehrerer Wellen wird das Material durch lange Hohlzylinder gepresst, in denen dann unterschiedliche, bisweilen sehr hohe
Drücke, hohe Temperaturen und Scherkräfte herrschen. Eingefüllt in den
Trichter des Extruders, werden die Rohmaterialien von der Schraube erfasst, in den Hohlzylinder gezogen und dort dosiert, gemischt, geknetet,
homogenisiert, unter Druck gesetzt und erwärmt, gekocht oder gekühlt.
Das extrudierte Material wird somit in einen spezifischen Zustand versetzt und erfährt chemische wie auch physikalische Modifikationen. Am
Ende des Hohlzylinders wird das Material durch definierte Öffnungen
(Düsen) in die unterschiedlichsten Formen gepresst und geschnitten.
» Pasta wird geformt und geschnitten.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Anspruchsvolle Extrudertechnologie aus Edelstahl.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Bertrand Erhard – stolzer Operator der neuen Anlage.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
Vom Schiff aufs Schiff, dank Bühler.
In Eemshaven (Niederlande) an der Nordsee entstand von 2004 bis 2005 eine der grössten und modernsten
Mälzereien der Welt. Direkt vor dem Gerstenanbaugebiet Hollands errichtete Bühler für Holland Malt, ein Konsortium aus
Agrifirm und Bavaria Bierbrouwerij, eine Mälzerei mit 140 000 Tonnen Malzproduktion pro Jahr. Es ist die erste Mälzerei,
die komplett aus rostfreiem Stahl hergestellt wurde. Täglich verarbeitet sie 440 Tonnen Gerste.
Der Kunde stellte höchste Qualitätsansprüche an seine Investition: Die Anlage sollte beste Malzqualität unter
Einhaltung höchster Hygienestandards zu tiefstmöglichen Kosten produzieren können. Zahlreiche neue Bühler Entwicklungen
wurden hier erstmals verwirklicht. So zum Beispiel das neue Weichsystem EcoSteep. Damit wird der Wasserverbrauch
gegenüber einer herkömmlichen Flachbodenweiche um 35 Prozent reduziert und auch der elektrische Energieverbrauch
wird dadurch verringert. Ein anderes Beispiel ist die neue Luftführung der Keimeinheiten im Mittenturm, die kurze Luftwege
für alle Klimatisierungsansprüche ermöglicht. Ebenso neu ist die Innenführung der Drehhorden um den 12 Meter breiten
Innenturm mit Kugel-Schwenklagern.
Die Anlage wurde in idealer Zusammenarbeit der beiden Geschäftsbereiche Brauerei/Mälzerei und Grain Handling
gefertigt. So konnte Bühler sämtliche Maschinen liefern und abstimmen, um das Prinzip «Vom Schiff zum Schiff» auf beste
Weise zu realisieren. Hier wird das Getreide aus dem Schiff mit gross dimensionierten Schiffsentladeanlagen (Grain Handling)
oder vom LKW angenommen und im Gerstenlager eingelagert. Von dort wird es bei Bedarf in die Mälzerei transportiert,
wo aus Gerste innerhalb von fünf bis sechs Tagen Malz hergestellt wird. Als fertiges Malz geht es ins Malzsilo und dann
wieder auf LKWs oder auf Schiffe – alles aufeinander zugeschnitten und alles mit Bühler Equipment.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
MÄLZEN
Mälzen ist ein kontrollierter Keimvorgang, bei dem aus Getreide Malz entsteht. Gereinigtes Getreide (z.B. Braugerste oder Brauweizen) wird ein bis zwei Tage in Wasser eingeweicht und danach im
Keimkasten bei rund 15 °C konstant befeuchtet, gelüftet und gewendet.
Im Mehlkörper werden dadurch diverse Enzyme gebildet und der Keimling beginnt zu keimen. Nach fünf bis sieben Tagen wird die Keimung
durch schonendes Trocknen (in der Darre bei 80 °C) beendet und der
herausgewachsene Keimling entfernt (wird als Futtermittel genutzt).
Das Malz ist jetzt lagerfähig und wird für die Weiterverwendung in der
Brauerei geschrotet oder vermahlen.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Fabrikhalle mit der Evolution B im Zentrum.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
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Einen Schritt weiter
als der Wettbewerb, dank Bühler.
Woo Sung Die Casting Corp. ist einer der innovativsten Druckgiesser Koreas und stellt mit Bühler Druckgiessmaschinen sehr anspruchsvolle Rahmen für Plasma-Flachbildschirme her. Die Herausforderung für die Anlage bestand darin,
einen neuen Markt für Druckguss-Teile mit grossen Oberflächen zu entwickeln. Voraussetzungen dafür waren die sehr hohe
Präzision, grosse Volumina und eine gleich bleibend hohe Qualität der Teile. «Einen Schritt weiter als der Wettbewerb»,
das ist der Leitsatz von Woo Sung.
Bühler hat die Anforderungen erfüllt: Gleich ab dem ersten Schuss wurde die hohe Qualität erreicht, die Flexibilität
der Anlage erlaubt auch die Produktion von ganz anderen Teilen, der Kunde war beeindruckt von der Geschwindigkeit und
der Präzision der Maschine, und Woo Sung erhielt gleich weitere Aufträge von seinem Kunden. Das Erfolgskonzept von Woo
Sung ging also auf, der Markt ist gewachsen und das Unternehmen produziert heute eine ganze Reihe verschiedener Leichtmetallteile. Dieses Wachstum nutzt auch Bühler, denn Woo Sung bestellt weiter Bühler Maschinen.
DRUCKGIESSVERFAHREN
Im Druckgiessverfahren werden die unterschiedlichsten
Teile aus Leichtmetall (z.B. Aluminium, Magnesium) hergestellt. Die
Schmelze wird dabei unter hohem Druck und hoher Geschwindigkeit
in eine meist zweiteilige Dauerform gepresst. Durch das Verfahren
können dünnwandige, grossflächige und geometrisch sehr komplexe
Werkstücke in hohen Stückzahlen hergestellt werden. Das Druckgiessen wurde 1920 in den USA entwickelt. Die Entwicklungsschwerpunkte
des Verfahrens liegen heute beim Giessen von Verbundbauteilen und
beim Herstellen von duktilen, schweissbaren Strukturbauteilen. Druckgussteile werden vor allem im Automobilbau eingesetzt (z.B. Lenkräder,
Getriebegehäuse, Motorblöcke und -teile), aber auch bei elektronischen
Geräten wie Handys oder Laptops sowie im Flugzeugbau wird das
Druckgiessverfahren vermehrt verwendet.
» Leichtmetallrahmen für Plasmabildschirme.
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» Die Druckgiess-Maschine Evolution B in der Phase des Formsprühens. Ein Trennmittel wird auf die Formteile gesprüht, damit das Aluminium
beim nächsten Giessvorgang nicht anklebt.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Der Geschäftsleiter der Woo Sung Diecasting Corp., Jae-Man Kim, vor einigen der produzierten Gussteile.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
Vom reinen Gips
zum samtigen Papier, dank Bühler.
Wenn Phosphorsäure produziert wird, fällt Gips als Abfallprodukt an. In der Nähe der finnischen Stadt Siilinjärvi wird
sehr viel davon zu einem riesigen Berg angehäuft. Diesen ganz besonders reinen und weissen Gips verarbeitet die Firma Kemira
Pulp & Paper weiter. Kemira ist ein Global Player für Additive im Papiergeschäft. Sie hat Produktionsanlagen in 30 Ländern und
beliefert Papier- und Zellstoffhersteller. Das Erfolgsgeheimnis ist ein einzigartiges Produkt: das Vergüten des Papiers durch besondere Pigmente und Füllstoffe. Bei Kemira werden die Gipskristalle in wässriger Suspension bis auf einen Mikrometer (ein
Tausendstel Millimeter) Korngrösse vermahlen. Diese Suspension wird dann für besonderes Qualitätspapier verwendet. Das mit
Gips hergestellte Papier besitzt eine ausgezeichnete Opazität (Lichtundurchlässigkeit), hat einen besonderen Weissegrad und spezielle Eigenschaften, die sich beim Bedrucken zeigen. Das Papier erhält eine einzigartig samtige Oberfläche und einen schönen
Farbton. Bühler liefert die Rührwerksmühlen für die Gipsvermahlung.
Schon seit dem Start der Fabrik im Jahre 1985 nutzt Kemira diese Bühler Technologie. Die Maschinen laufen 24 Stunden
jeden Tag im Jahr, und das vollautomatisch. Neben den sehr guten Vermahlresultaten ist vor allem die Haltbarkeit der Maschinen
ein wesentlicher Faktor. Die Maschinen (Typ PM 1000-TEX) von 1985 laufen immer noch, 2003 wurden drei weitere Bühler
Maschinen (Typ PM Supertex 1200) installiert und Anfang 2006 wurden wiederum drei Supertex-Mühlen in Betrieb genommen.
Der Kunde hat Vertrauen in die Bühler Technologie.
NASSVERMAHLUNG
Bei der Vermahlung von Pigmenten werden Rührwerksmühlen eingesetzt, in deren Mahlkammern sich kleine Keramikkugeln (Ø 1–2
mm) befinden. Eine Suspension, bestehend aus Feststoff und einer Trägerflüssigkeit, wird in die Mahlkammer geleitet und durch ein Rührwerk
bewegt. Der Feststoff (z.B. Gipskristalle) wird dadurch zwischen den sich
bewegenden Mahlkörpern vermahlen. Durch die kleinen Durchmesser
und die hohe Anzahl der Mahlkugeln ergibt sich eine sehr grosse Mahloberfläche, die eine sehr feine Vermahlung erlaubt. Eine Filterpatrone
am Ende der Mahlkammer lässt die gemahlene Suspension passieren,
hält jedoch die Keramikkugeln in der Mahlkammer zurück. In mehreren
Prozessdurchläufen erhält so die Suspension ihre gewünschten Eigenschaften. Grosse Rührwerksmühlen haben ein Volumen von bis zu 1200
Litern mit 1,5 bis 1,9 Tonnen Keramikkugeln als Mahlkörper.
» Keramikkugeln (vergrössert).
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Oben: Der Rohgips wird über ein drei Kilometer langes Förderband zu einem künstlichen Gipsberg transportiert – auch im tiefsten Winter.
» Unten: Die drei neu in Betrieb genommenen PM Supertex 1200.
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» Die Anlage von Chia Meng Co. Ltd. Für den Reisanbau wird viel Wasser benötigt.
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Mit Technologie-Know-how zum
seidigen Reis, dank Bühler.
Dem Bereich Reis bei Bühler ist es gelungen, durch Prozessoptimierung und Umsetzung von Erkenntnissen aus der
eigenen Grundlagenforschung und Entwicklung die Oberflächenbeschaffenheit eines einzelnen Reiskorns intensiv zu beeinflussen, so dass sie transparent, glatt und seidig wird. Die einzelnen Reiskörner werden dabei poliert. In der Regel wird der
frisch gemahlene Reis (von Rohreis zu Weissreis) über Monate gelagert, bevor er durch die Polieranlage laufen kann. Die Herausforderung lag darin, hoch qualitativen, polierten Reis direkt vom Rohreis ohne Lagerung herstellen zu können.
Anspruchsvollste Kundenerwartungen im thailändischen Markt, wo man hauptsächlich von Silkiness und Smoothness
spricht, können heute mit dem Bühler Prozess bei hoher Leistung produziert werden. Bühler hat viel in diese Technologie investiert,
um diese Kundenerwartungen erfüllen zu können. Chia Meng Co. Ltd. in Korat (Thailand), ein massgebender erfolgreicher Reisproduzent und Reisexporteur in Thailand, setzt auf diese Bühler Technologie, da er in der industriellen Reisverarbeitung marktführend ist und bleiben möchte. Der Kundennutzen besteht darin, dass Chia Meng jetzt ganzjährig und ohne lange Lagerzeiten
den Markt mit qualitativ hochwertigem, poliertem Reis beliefern kann.
REISLAND THAILAND
Das Königreich Thailand ist aktuell ein Reiseland für Tou-
8 Millionen Tonnen verschifftem Reis ist das Land der grösste Reisex-
risten geworden. Vor allem aber ist es ein Reisland. Und wie in vielen
porteur der Welt. Das wird zumindest auch in den nächsten zehn Jahren
Ländern Asiens ist Reis in Thailand mehr als ein Lebensmittel. Er ist
so bleiben, denn das Land hat beim Reisanbau sowohl quantitativ als
zugleich nationales Kulturgut, Nahrungsgrundlage und Exportschlager.
auch qualitativ noch erhebliche Reserven. Das Land ist wasserreich,
Das Wort «Khaao» steht gleichermassen für Reis und für Essen. Mehr
und das ist die Voraussetzung, denn pro Kilogramm Reis werden in
als fünf Millionen Kleinbauern pflanzen in Thailand Reis an. Der grösste
den Tropen rund 5000 Liter Wasser verbraucht. Das Interesse ist gross,
Teil der Ernte ist für den eigenen Verzehr bestimmt. Nur fünf Prozent
auch hohe Reisqualität hervorzubringen. Hier gilt es, durch Schleifen und
der globalen Reisproduktion kommen auf den internationalen Markt.
Polieren des Reiskorns eine ganz besondere Oberfläche zu generieren
Für Thailand spielt der Export dennoch eine wichtige Rolle. Mit jährlich
und zu garantieren.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Die Steuerungszentrale der Reismühle – dank der neuen Steuerung genügt eine Person zur Überwachung der Anlage.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Automatisierte Reispoliermaschinen in der Anlage von
Chia Meng Co. Ltd.
» Sortex-Sortiermaschinen lassen nur rein weisse Reiskörner passieren –
mit einer Geschwindigkeit von bis zu einer Million Körner pro Sekunde
wird jedes Korn geprüft.
SCHLEIFEN UND POLIEREN
Die im Handel erhältlichen Reissorten sind fast alle geschliffen und poliert. Beim Prozessabschnitt «Schleifen» werden die
Aleuron-Schicht (äussere Kornschicht) und der Keim entfernt. Anschliessend wird durch die dosierte Wasserzugabe beim «Polieren» die
Reibung erhöht und somit die Reisoberfläche veredelt, um höchste Produktqualität zu erzielen. Das Endprodukt wird «Weissreis» oder auch
«polierter Reis» genannt. Ausser Wildreis werden alle Reissorten geschliffen. Geschliffener Reis kann lange gelagert werden, und Geruch
sowie Geschmack werden dabei intensiviert.
» Polierter und unpolierter Reis.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Der Reismüller ist stolz auf die Reis-Schleifmaschinen, die einwandfreien Reis produzieren.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Mitten im Reisgebiet entsteht aus dem Nichts eine der modernsten Reismühlen.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
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Aus dem Nichts
eine moderne Anlage, dank Bühler.
Die Tiko Group hat in Vohidiala (Madagaskar) durch Bühler eine hochmoderne Reisverarbeitung unter extremen
Bedingungen entstehen lassen. Die Aufgabe war, in einem Reisanbaugebiet 300 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt
Antananarivo ohne Infrastruktur eine Anlage zu installieren, die den Reis aus der Umgebung verarbeiten soll. Keine Strassen,
kein Wasser und kein Strom waren die Randbedingungen. Zunächst wurden auf notdürftig angelegten Sandpisten Hunderte
von Kisten und Containern per LKW an die Stelle transportiert, wo später einmal die Anlage stehen sollte. Das Wichtigste
war dann die Installation der beiden Generatoren zur Stromversorgung und ein Bohrloch brachte das notwendige Wasser.
Das Ergebnis ist eine hochmoderne, computergesteuerte Anlage auf dem letzten Stand der Technik, zu der eine komplette
Siloanlage mit Fördertechnik, eine Paddyannahme und die dazugehörige komplette Reisverarbeitungsanlage (Mühle) mit
zwei Bearbeitungssystemen bis hin zur Verpackung des Fertigproduktes Reis gehören.
REISVERARBEITUNG
Der angelieferte Reis wird zunächst vorgereinigt, getrocknet
macht so aus dem Rohreis den Weissreis. Jetzt kann der Reis poliert
und gelagert. Aus den Silos geht es dann nochmals zum Reinigen,
werden, um die Oberfläche seidig zu machen. Nur ganz weisser Reis
wo auch die letzten Steinchen und andere Körner herausgefiltert wer-
ist wertvoll, daher suchen Bühler Farbsortierer (Sortex) nach unreinen
den. Anschliessend wird der Reis geschält: Über Gummiwalzen wird
Reiskörnern und prüfen dabei jedes einzelne Korn (bis zu 1 Million Kör-
dabei die recht harte Reisschale abgeschält. Der nachfolgende Schleif-
ner pro Sekunde). Abschliessend wird der Reis noch nach Korngrössen
prozess mahlt die letzten Überreste der Schale vom Reiskorn ab und
sortiert und verpackt.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
Die ideale Ergänzung zum
bestehenden Betrieb, dank Bühler.
Die Firma Sayga Flour Mills in Karthoum, Sudan, ist bereits seit über 10 Jahren Kunde bei Bühler. Sayga ist einer
der grössten Müllereibetriebe im Sudan, die im Jahre 2006 eine gesamte, von Bühler installierte Mahlleistung von 3170 Tonnen
pro Tag haben wird. Ausserdem besitzt sie eine grosse Schiffsentladeanlage von Bühler und eine Siloanlage für über 45 000
Tonnen Getreide in Port Sudan, dem Umschlaghafen Sudans. Bühler ist aber nicht nur Lieferant, sondern auch Berater.
So konnte Bühler seinen Kunden überzeugen, dass eine Teigwarenfabrik die ideale Ergänzung wäre, um das Tätigkeitsfeld
auszubauen. Im Mai 2005 hat Sayga die erste Teigwarenlinie im Sudan in Betrieb genommen und produziert Kurzteigwaren.
Dabei kommt das Rohmaterial Semolina aus der eigenen Mühle, was ein grosser Vorteil ist und einen zusätzlichen Mehrwert
für den Kunden darstellt. Obwohl das Land noch keine grosse Pastakultur hat, konnte Sayga mit den Teigwaren schnell Fuss
fassen. Jetzt ist die Firma daran interessiert, die Anlage weiter auszubauen und langfristig die Produkte auch zu exportieren.
» Bühler Teigwarenlinie für Kurzwaren mit einer Leistung von 2000 kg/h.
SUDAN
Im Sudan teilen sich ca. 30 Millionen Menschen, die 570
Stämmen angehören, das Staatsgebiet. In den nördlichen und zentralen
Landesteilen prägen die arabisch-islamischen Stämme die Kultur, während im Süden die schwarzafrikanische Bevölkerung lebt, die vorwiegend christlich oder animistisch orientiert ist. Diese unterschiedlichen
Kulturen, Traditionen und Ethnien nähren seit Jahrzehnten einen Konflikt, der schon viele Menschenleben gekostet hat. Dieser Konflikt und
regelmässige Dürreperioden verhindern für die Menschen einen hohen
Lebensstandard.
» Getreideanbau im Sudan.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
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Sweet is the future,
dank Bühler.
Die Hauptherstellerländer für Schokolade und Kakaoprodukte sind einerseits seit jeher die Industrienationen in
Europa und Nordamerika und andererseits die neuen Märkte in den Regionen mit steigendem Bruttosozialprodukt. Das Geschäft im weltgrössten Süsswarenmarkt, den USA, hat sich im vergangenen Jahr weiterhin sehr gut entwickelt. Bekannte
innovative Schokoladeproduzenten haben 2005 in Nordamerika modernste Bühler Bindler-Linien erfolgreich in Produktion
genommen und stellen damit jede Stunde mehr als 3 Millionen neue Schokoladeartikel her. Diese Erfolge bestätigen den
weltweiten Konsumenten-Trend vom herkömmlichen Schokolade-«Naschen» zum bewussten «Geniessen» von innovativen
Leckerbissen mit besonderen Rezepturen. Bühler Technologie kommt im gesamten Herstellungsprozess der Schokoladeartikel
zum Einsatz – vom Kakao über die Schokolademasse und das Conchieren (siehe Factbox) zum Formen oder Giessen, deshalb
setzen fast alle Schokoladenhersteller auf dieses Know-how.
CONCHIEREN
Im Dezember 1879 gelang dem Schweizer Schokoladen-
mehrere Stunden dauernden Conchierung die flüssige Schokolade.
hersteller Rodolphe Lindt (Bern) durch seine Erfindung der Conche (von
Eine moderne Conche fasst 1 bis 12 Tonnen Schokolade. Jährlich
span. «concha» = Muschel) eine entscheidende Verbesserung: Die bis
werden in der gesamten weltweiten Schokoladeproduktion 6 Millionen
dahin übliche brüchig-sandige Konsistenz der handelsüblichen Scho-
Tonnen produziert – mit steigender Tendenz.
koladen, bitter im Geschmack und keinesfalls auf der Zunge schmelzend, erhielt die heute geschätzte feincremige Struktur. In der Conche
wird die Schokoladenmasse bei 60 bis 90 Grad lange und gleichmässig
gerührt und geknetet. Aus dem pulverigen Walzgut wird so bei der
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Stahlbau mit den verarbeitenden Maschinen wie Vermahlung, Pelletierung und Kühlung.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
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Vom Sägemehl zur verbesserten
Ökobilanz, dank Bühler.
Die Dold Holzwerke GmbH in Buchenbach (Deutschland) sägt aus Baumstämmen Balken und Bretter, wobei eine
grosse Menge an Sägemehl anfällt. Dieses Sägemehl sinnvoll und ökologisch weiter zu nutzen, war die Herausforderung. Seit
dem Sommer 2005 wird nun direkt auf dem Gelände der Dold Holzwerke das Sägemehl zu Holzpellets verarbeitet, die dann mit
verschiedenen Vorteilen als Heizmaterial von Hausbesitzern und Kleinverbrauchern genutzt werden. Das Holz stammt aus einheimischen Wäldern, stellt einen nachwachsenden Rohstoff dar und verringert die Abhängigkeit vom Erdöl. Ausserdem haben
Holzheizungen einen tieferen Kohlendioxid-Austoss und der Verzicht auf jegliche Additive macht aus dem Holz endgültig «BioPellets».
Das Verfahren dazu stammt aus der Bühler Futtermitteltechnologie. Das feuchte Sägemehl wird über eine Trocknungsanlage in einer Hammermühle zu einheitlicher Grösse zerkleinert, dann mit Dampf speziell aufbereitet und anschliessend in einer
Presse zu Pellets gepresst – alles vollautomatisch gesteuert. Die Anforderungen an die Spezialisten von Bühler waren dabei,
die Anlage in ein bestehendes Gebäude zu integrieren und gleichzeitig die optimale Verfügbarkeit der Lagersilos für Späne
und der Verladeanlage für die fertigen Pellets sicher zu stellen. Für Deutschland ist die Anlage beispielhaft. Die Dold Holzwerke
konnten so ihre Ökobilanz deutlich verbessern und dabei noch einen neuen und zunehmenden Markt erschliessen.
HOLZPELLETS
Durch Dampfzugabe wird beim Pelletierungsprozess das im
Holz vorhandene Lignin freigesetzt. Es wirkt als natürliches Bindemittel
und verleiht den Pellets nach dem Pressvorgang die notwendige Stabilität.
Auf chemisch-synthetische Bindemittel kann somit völlig verzichtet werden. Das Gewicht eines Kubikmeters Hobel- und Sägespäne steigt bei
der Pelletierung von 100 auf 650 Kilogramm. Der Heizwert der Holzpellets
ist hoch und liegt bei ca. 4,9 Kilowattstunden pro Kilogramm, was dem
Heizwert von einem halben Liter Heizöl entspricht. Vor allem sind die Pellets CO2-neutral: Bei der Verbrennung von Holzpellets wird in etwa nur
so viel CO2 freigesetzt, wie vorher beim Wachstum der Pflanzen aus der
Erdatmosphäre aufgenommen wurde. Zudem ist diese Bioenergie kostengünstig, die Preise liegen zurzeit zwischen 160 und 220 Euro pro Tonne
Holzpellets. Bei steigenden Ölpreisen ist das eine gute Alternative.
» Holzpellets mit 1
Durchmesser.
Øcm
1 cm.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Matrize mit 6-mm-Lochung zur Herstellung von Ö-Norm-
resp. DIN+-Qualitätspellets.
» Rund um die Uhr können aus den beiden Silos Holzpellets
verladen werden.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Bühler Projektleiter Andreas Schultz präsentiert die installierte Holzpelletspresse RWPR 900.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Die Ansicht zeigt die grossen Mehlsilozellen, die Loseverladung und das Bürogebäude der Firma Tayo Seifun.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
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Durch geschälten Weizen zum
reinen Mehl, dank Bühler.
Die Konsumenten in Japan stellen höchste Anforderungen an absolut reine Nahrungsmittel. Gerade beim Mehl ist
das besonders wichtig. Nicht nur, dass das Mehl als reines Weiss erscheinen muss, es muss auch frei von Schadstoffen wie
Mikroorganismen, Pilzen oder Schwermetallen sein, die sich auf dem Getreidekorn befinden. Bei dem Peeling-Vorgang durch
Bühler Anlagen wird die oberste, kontaminierte Schicht des Korns abgeschält, vermahlt wird danach Getreide, das um 90 Prozent
von Verunreinigungen befreit ist. Beim Kunden Taiyo Seifun wurde das erste Weizen-Peeling-System in Japan installiert.
Der Kunde konnte im vergangenen Jahr diese Anlage testen. Der Vorteil war so eindrücklich, dass er mit den Produkten aus
dem Peeling-Prozess gleich ein neues Marketingkonzept aufgebaut und erfolgreich umgesetzt hat.
PEELING
Das Weizenkorn besteht aus drei wesentlichen Teilen: der
Schale, dem Keimling und dem Mehlkörper. Die äussere Schale (Epidermis) enthält Verunreinigungen, die mit einer «normalen» Reinigung
nicht entfernt werden können. Das Korn muss geschält werden. Durch
das schonende Zusammenwirken eines Rotors, der Auflagefläche und
der Schälwalzen wird die äussere Schale des Korns entfernt, wobei der
Schälgrad problemlos einstellbar ist. Die Schalen werden durch einen
gelochten Siebmantel abgesaugt und der geschälte Weizen verlässt die
Maschine. 90 Prozent der Sandpartikel, der Mikroorganismen und der
Schwermetalle gelangen somit gar nicht erst in den Vermahlungsprozess.
» Geschältes Weizenkorn.
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BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Die Peeling-Maschine im Einsatz (MHXL-W DC-Peeler).
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Lösungen für unsere Kunden.
» Gute Kommunikation zwischen Büro und Produktion. Shiori Yasukawa (Büroangestellte) beim Besuch in der Mühle.
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» Auch nachts ist die Höhe des Silos eindrucksvoll.
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Von der Idee zum höchsten Getreidesilo der Welt, dank Bühler.
Im Frühjahr 2005 wurde in Ulm (Deutschland) der mit 115 Metern höchste Getreidesilo der Welt eingeweiht. Der neue
Silo kann bis zu 8000 Tonnen Getreide aufnehmen und gehört zur Schapfenmühle der Firma Karl Künkele. Die Schapfenmühle
gibt es seit über 550 Jahren und am heutigen Standort arbeitet die Anlage auch schon seit 20 Jahren. Da das Firmengelände
begrenzt ist, waren die Expansionsmöglichkeiten erschöpft. Ein sehr kühnes Projekt war die Lösung: es wurde nach oben
gebaut. Dabei gab es keine vergleichbaren Vorbilder. Das Transportsystem, das das Getreide in einer langen Reihe von Förderbechern über 100 Höhenmeter transportiert, musste in zwei Stufen konstruiert werden. Hier überwacht ein automatisches
Messsystem permanent, ob das Fördergut gleichmässig verteilt ist. Von oben wird dann das Getreide über Rohre in neun
Silozellen von je 90 Metern Höhe geleitet. Bei so hohen Anlagen ist neben der mechanischen Ausrüstung und einer einwandfreien Prozessautomation auch der Explosionsschutz von grosser Bedeutung. So ist mit Bühler ein technisch wie städtebaulich sehr markantes Gebäude am höchsten Punkt der Stadt entstanden.
MAHLEN
Das Mahlen in der modernen Mühle umfasst zwei Verarbeitungsgänge, die sich mehrfach wiederholen: Zerkleinern und Sieben. Der
Walzenstuhl verrichtet das Mahlen. Hierbei wird der Mehlkern in mehreren
Arbeitsgängen von den Schalenteilen gelöst. Das dabei entstehende Gemenge wird zur Trennung auf einen Plansichter (Siebmaschine) geleitet.
Die groben Teilchen, die noch kein Mehl sind, werden durch eine Pneumatik wieder auf den Walzenstuhl geleitet. Beim «Schroten» werden die
Körner durch Riffelwalzen aufgebrochen, beim «Auflösen» (durch Glattwalzen) die Mehl- und Schalenteile voneinander getrennt und beim «Ausmahlen» werden die letzten Mehlteilchen von der Schale abgelöst. Das
Korn durchläuft, je nach Mühlen-Diagramm, acht bis zwölf Durchgänge,
bevor das Mehl von der Schale gelöst ist.
» Modernste Bühler Walzenstühle im Einsatz.
36
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Vorwort.
Nachhaltiges Wachstum als Ziel.
Sehr geehrte Damen und Herren. Bühler hat sich zu nach- viele Projekte bearbeitet. Nach der Konsolidierung im Farbenhaltigem Wachstum verpflichtet. Mit einer Steigerung des Um- markt konnten wir mit unseren modernen Technologien auch in
satzes von 3 Prozent auf über 1,5 Milliarden Franken hat sich neue Anwendungsbereiche wie Beschichtungen für Flachbilddieses Wachstum auch im Geschäftsjahr 2005 fortgesetzt. Das schirme und die Herstellung feinster Inkjet-Tinten eintreten. Im
ist umso erfreulicher, als dass wir nach einem schwachen Start Bereich Druckguss haben wir mit dem Structural-Verfahren in der
erst im zweiten Semester auf allen Ebenen aufholen konnten. Herstellung von Motoren-Komponenten grosse Erfolge verbucht.
Das operative Ergebnis blieb mit rund 80 Millionen Franken auf Was wir zusammen mit Ingenieuren der Automobilindustrie entdem guten Vorjahresniveau, aber unter unseren Erwartungen. wickelt haben, können wir jetzt vervielfältigt einsetzen. So haben
Wir konnten zwar die Produktivität verbessern, doch die im Jah- wir in Europa, Asien und Nordamerika wichtige Referenzkunden
resverlauf sehr unterschiedliche Auslastung unserer Werke und gewonnen. Mit diesen Entwicklungen und Anwendungen in unhöhere Rohstoffpreise verhinderten eine zur Umsatzsteigerung seren Märkten differenzieren wir uns sehr deutlich von den heutiproportionale EBIT-Steigerung. Zudem haben wir unsere Inves- gen Konkurrenten im Anlagenbau.
titionen in Forschung und Entwicklung erhöht, um den Weg für
künftiges Wachstum zu sichern.
Verlagerung in Wachstumsmärkte. Unsere Wachstumsmärkte liegen vermehrt auch im Osten. Mit unseren Produkten
Strategische Ausrichtung beibehalten. Wir werden die bei den Grundnahrungsmitteln sind wir vom Wirtschaftswachsbisherige Geschäftsstrategie auch künftig beibehalten, denn tum in diesen Ländern auch immer sehr früh betroffen. Die
unsere angestammten Märkte Grundnahrungsmittel, Beschich- speziellen, von unseren traditionellen Märkten abweichenden
tungstechnologie und Druckguss bieten nach wie vor genügend Anforderungen verlangen vermehrt eine lokale Produktion. Wir
Potenzial für weiteres Wachstum. In allen Bereichen zeigen sich sind diesen Trends gefolgt und haben unsere Fabriken in Indien,
neue Anwendungen mit Erfolgsmöglichkeiten. Wir haben auf China und Brasilien ausgebaut. Die Produktion in Bangalore
diese Herausforderungen reagiert und unsere Entwicklungsan- (Indien) wurde um 50 Prozent auf 6000 m2 erweitert. In Shenzen
strengungen gezielt verstärkt. Das Zusammenspiel von Gesund- im Westen von China wurde eine neue Fabrik für Sortieranlagen
heit und Ernährung ist ein immer stärker diskutiertes Thema. und Müllereimaschinen erstellt. In unserem Werk in der Nähe
Die Wissenschaft liefert laufend neue Resultate, die von den von Shanghai (Wuxi) haben wir unser Produktionsprogramm
Lebensmittelherstellern umgehend genutzt werden. Die «Low ausgeweitet. In den Industrienationen wollen wir uns im oberen
Carb»-Welle in den USA hat sich zwar schnell verflacht und ist Marktbereich als Qualitätsführer weitere Marktanteile sichern.
von einer «Whole Grain»-Welle abgelöst worden, aber in Europa In den Mittelpreismärkten weiten wir unser Angebot jedoch
werden diese Entwicklungen etwas langsamer und dabei nach- stärker aus, um in den asiatischen Ländern wie in den Schwelhaltiger aufgenommen. In Asien reagieren die neuen Märkte da- lenländern Afrikas und Lateinamerikas die Marktchancen zu
gegen ebenfalls sehr schnell auf die Gesundheitstrends, da hier nutzen.
ein traditioneller Bezug von Nahrung zu Gesundheit vorhanden
ist. Natürliche, gesunde Lebensmittel, Einbezug der gesunden Steigerung der Innovationsrate. Eine intensive ForschungsFaseranteile, Eliminierung der giftigen oder Krankheiten verursa- und Entwicklungsarbeit gehört nach wie vor zu den Erfolgsfaktoren
chenden Stoffe und Nutzung der speziellen, gesundheitsfördern- unseres Konzerns. Entsprechend haben wir den Forschungsaufden natürlichen Wirkstoffe sind die neuen Stossrichtungen.
wand im Jahr 2005 um 14 Prozent erhöht und insgesamt 63 Millionen Franken investiert – das sind über 4 Prozent des Umsatzes.
Neue Trends mit neuen Möglichkeiten. Die Verwertung Allein 72 neue Patente haben wir im Berichtsjahr registrieren lasvon «Abfallprodukten» aus der Lebensmittelherstellung wie z.B. sen. Den Marktentwicklungen folgend, haben wir aus den Trends
hochwertige Weizen- oder Reiskleie, Kakaoschalen, aber auch Innovationen entwickelt und mit neuen oder weiterentwickelten
die Verarbeitung von bisher wenig genutzten Pflanzen sowie von Produkten im abgelaufenen Jahr mehr als einen Drittel unseres
Restprodukten aus der Bioenergieproduktion (Ethanol) sind Quel- Umsatzes erzielt. Auf der Liste unserer Innovations-Erfolge stelen für neue Produkte. Unsere Kernkompetenzen in der Getreide- hen die Inbetriebnahme einer ersten Anlage zur Gewinnung von
verarbeitung bilden eine gute Basis, um die neuen Erkenntnisse Leuron, der Konsum von Dreamfield-Pasta für 13,5 Millionen Dolund Trends aufzunehmen. Aber auch bei den technischen Mate- lar in den USA (Minderheitsbeteiligung) oder der Verkauf von 12
rialien ergeben sich für uns gute neue Möglichkeiten. Für die Na- Tonnen des Brot-Vorteigs Panatura. Zudem wurden in Kanada
notechnologie (Feinstvermahlung von Materialien zur Erreichung und Dubai zwei Projekte für «Golden Balance» (Soja) gestartet.
neuartiger Eigenschaften) haben wir 2005 mit der Bühler PARTEC Und beim «angereicherten Reis» wurde eine Zusammenarbeit mit
eigens eine neue Gesellschaft gegründet, die bereits erfreulich einer globalen Nahrungsmittelfirma in China lanciert.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Vorwort.
» U rs Bühler Verwaltungsratspräsident
37
» Calvin Grieder Chief Executive Officer
Produktivität weiter verbessert. Der operative Gewinn Gelingt es uns, das hohe Auftragsvolumen bis Ende 2006 zu
wurde durch verschiedene äussere Einflüsse beeinträchtigt. sichern, können wir wiederum mit einer guten wirtschaftlichen
Wir konnten jedoch unsere Produktivität und Effizienz weiter Entwicklung rechnen.
steigern und den EBIT dadurch auf dem Vorjahresniveau halten.
Durch das Projekt «ProcessView» in den Bereichen Schokola- Ohne den grossen, unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeitede und Teigwaren, mit der «Engineering Platform» in der Division rinnen und Mitarbeiter weltweit, ohne ihre Motivation und KomGrain Processing, durch die weltweite Einführung des SAP-One- petenz könnten wir im Wettbewerb nicht bestehen. Wir danken
Client-Systems oder durch die Nutzung neuster CAD-Systeme ihnen ausdrücklich für die vorbildlichen Leistungen. Wir danken
haben wir unsere Prozesse verbessert. Auch durch die Zusam- aber auch unseren Partnern und vor allem unseren Kunden für
menlegung von Produktionsbereichen und eine verstärkte Spe- ihr Vertrauen und für die angenehme und konstruktive Zusamzialisierung einzelner Werke konnten wir die Effizienz steigern. menarbeit. Und wir freuen uns auf eine erfolgreiche gemeinsame
Zudem haben wir mit der Standardisierung unsere Komplexität Zukunft.
gesenkt. Und wir nutzen in mehr als der Hälfte unserer Niederlassungen bereits die Offertenerstellung über das zeitsparende
System Navigator.
Aussichten. Wir wollen unsere Wachstumsstrategie auch in
Zukunft weiter vorantreiben. Das Customer-Service-Geschäft
wird konsequent ausgebaut und trägt schon jetzt substanziell zur
positiven Ertragskraft unseres Unternehmens bei. Wir sind mit
einem überdurchschnittlichen Auftragsbestand in das laufende
Jahr gestartet und alle Bereiche sind sehr gut ausgelastet. In verschiedenen Technologien erwarten wir eine steigende Nachfrage
nach speziellen Kundenlösungen. Wir verfügen über eine sehr
gesunde Finanzlage mit einer starken Eigenkapitalquote, hohen
Liquiditätsreserven und einer sehr geringen Verschuldung.
Urs Bühler
Verwaltungsratspräsident
Calvin Grieder
Chief Executive Officer
38
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Divisionen.
847,1
GESAMTUMSATZ NACH
GESCHÄFTSBEREICHEN (IN %)
GESAMTUMSATZ NACH
GESCHÄFTSBEREICHEN (IN MIO. CHF)
2005
2004
2003
59,0%
Müllerei
499,4
487,3
476,9
12,6%
Futtermittel/Öl
106,7
116,8
128,7
9,4%
Sortex
79,9
81,9
62,0
7,8%
Grain Handling
66,2
55,2
50,9
6,6%
Brauerei/Mälzerei
55,7
53,9
46,9
4,6%
Reismüllerei
39,2
26,5
35,4
847,1
821,6
800,7
Gesamtumsatz
2005
2004
2003
GESAMTUMSATZ
GRAIN PROCESSING 2005
(IN MIO. CHF)
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Divisionen.
39
Grain Processing
China als grösster Wachstumstreiber.
Geschäftsentwicklung. Das Geschäft unserer gröss- logie-Know-how und Image haben wir gute Aussichten, in der
ten Division, Grain Processing, blieb 2005 auf dem hohen Niveau Zukunft einen substanziellen Marktanteil zu realisieren.
des Vorjahres und der Umsatz wurde sogar nochmals um 3,1% Die Medium-Markt-Strategie in der Division trägt erste Früchte
auf CHF 847 Mio. gesteigert. Das Jahr startete jedoch mit einem und es wurden neben Asien auch in Afrika und Südamerika mit
Bestellungsbestand unter den Erwartungen und blieb bis zum neuen, den regionalen Bedürfnissen angepassten Lösungen AufJuni verhalten. Erst im zweiten Semester konnte die Lücke ge- träge gewonnen. Insgesamt hat sich das negative Investitionsschlossen werden. Die Müllerei als stärkster Geschäftsbereich klima leicht verbessert. In den Industrieländern sind substanzielle
hat sich in schwierigem Umfeld erfolgreich behauptet, steigerte Investitionen durch die Einhaltung gesetzlicher Auflagen bezügden Umsatz um 3% auf CHF 499 Mio. und zeigte sich auch mit lich der Hygiene und Sicherheit zu verzeichnen. Hier entwickelten
einem sehr guten Ertrag. Am stärksten zugelegt hat der Bereich sich Möglichkeiten, durch Neu- und Umbauten, Beratungen und
Reismüllerei. Der Umsatz kletterte hier um 48% auf CHF 39 Mio. Lösungen von Produkten mit einem Mehrwert für den Kunden
Auch im Resultat gab es eine Steigerung, die jedoch durch die Marktanteile zu gewinnen.
sinkende Preisqualität nicht mit der Volumenzunahme mithalten
konnte. Der Bereich Grain Handling ist dagegen nicht nur im Um-
Innovationen und Entwicklungen. In der Mülle-
satz um 20% gewachsen, sondern hat das Resultat um mehr rei wurden verschiedene Produkte für die «Safe Food»-Strategie
als 60% verbessert. Sortex (Sortieranlagen) hielt den Umsatz entwickelt, so z.B. ein neuer Getreidereinigungsprozess zur Reauf dem Rekordniveau vom Vorjahr, musste aber, bedingt durch duktion von Kontaminationen durch Bakterien und Mykotoxine.
den Marktaufbau in China, ein tieferes Ergebnis akzeptieren. Für höchste Getreidereinigung sorgt auch die neueste FarbausDer Brauerei-/Mälzerei-Bereich erhöhte den Umsatz um 3% auf lesetechnologie (hell/dunkel) von Sortex. In der Reistechnologie
CHF 56 Mio. Leider führten grössere Nachlaufkosten in den Mäl- wurden im Berichtsjahr erstmals theoretische Erkenntnisse über
zereiprojekten zu einem negativen Ertrag. Der Bereich Futtermit- den Reispolierprozess in die Praxis umgesetzt, womit jetzt ein
tel/Ölsaaten konnte den Umsatz des Vorjahres nicht halten und «High silky»-Reis produziert wird, der dem höchst anspruchshat sich auch im Ergebnis verschlechtert. Nachdem der Kunden- vollen Langkornreismarkt in Thailand entspricht. Neue Rostfreidienst in den Vorjahren regelmässig ein zweistelliges Wachstum Ausführungen in der Müllerei und Mälzerei wurden vom Markt
realisierte, stagnierte er 2005 mit leicht höherer Preisqualität auf sehr gut angenommen. Gleichzeitig entstand in Eemshaven (Holdem Niveau von 2004.
land) die weltweit erste Mälzereianlage mit Ecosteep, die 40%
Der Auftragseingang der Division entwickelte sich um 13% auf weniger Wasser verbraucht.
CHF 909 Mio. sehr positiv. Hier zeigten die traditionellen Bereiche
Müllerei, Futtermittel und Grain Handling zweistellige Zuwachsra-
Ausblick. Mit einem ausgezeichneten Auftragsbe-
ten. Einzig die Reismüllerei verlor beim Auftragseingang deutlich, stand sind wir gut in das laufende Jahr gestartet und die Prowas durch einen Mangel an Grossprojekten verursacht wurde. jektpipeline sieht für das erste Semester ebenfalls sehr gut aus.
Resultierend aus den in der zweiten Jahreshälfte stark zuneh- Die grossen Investitionen der Bereiche Müllerei, Sortieranlagen
menden Bestellungen übertraf der Auftragsbestand zum Jahres- und Futtermittel in China werden uns beim weiteren Marktaufbau
ende mit CHF 61 Mio. den Vorjahreswert um markante 17%.
nützen. Mit zunehmender Investitionsneigung weltweit und den
steigenden Anforderungen an hygienisches Futter sowie sichere
Marktentwicklung. Für alle Bereiche der Division Nahrungsmittel sehen wir die Aussichten für Grain Processing
Grain Processing ist Asien, vor allem China, Indien und Südost- positiv.
asien, der grösste Wachstumsmarkt und die grösste Herausforderung, da Preise und Margen in diesen Regionen durch lokale
Konkurrenten stark unter Druck geraten sind. Nur ein marktorientiertes Verkaufsprogramm mit lokaler Produktion und Supply
Chain wird in dieser Region den Kunden einen wirklichen Nutzen
bringen und damit erfolgreich sein.
Sortex (Sortieranlagen) hat im Berichtsjahr ihre Fabrikation in
Shenzen eröffnet. Für den Marktaufbau Futtermittel in China
wurde 2006 ein Jointventure mit Baolong eingegangen. Mit Baolong konnten wir einen kompetenten Partner im Anlagenbau gewinnen, der den chinesischen Futtermarkt kennt und auch den
direkten Kundenzugang hat. Zusammen mit unserem Techno-
40
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Divisionen.
Engineered Products
Positiver Trend hält an.
Geschäftsentwicklung. Die Division Engineered
Marktentwicklung. Schokolade & Kakao hat zu-
Products hat das Geschäftsjahr erneut positiv gemeistert und sätzliche Marktanteile gewinnen können und seine hervorragenden Umsatz um 6% auf CHF 463 Mio. gesteigert. Dank gehal- de Position im Weltmarkt weiter ausgebaut. Der Markt für Pastener Preisqualität und einem sehr straffen Kostenmanagement ta-Produktionsanlagen hat sich erfreulich entwickelt, wobei ein
hat die Division das Ergebnis weiter deutlich verbessert. Die Wachstum insbesondere in Schwellenländern zu verzeichnen
Auftragseingänge entsprechen den Erwartungen und liegen um ist. Der Bereich Extrusion hat sich auf sein erfolgreich betrie3% unter dem sehr hohen Vorjahresniveau.
benes Kerngeschäft der Food&Feed-Extrusion fokussiert und
Spitzenreiter im Divisionsportefeuille war der Geschäftsbereich seine Geschäftstätigkeiten im Bereich synthetischer Rohstoffe
Schokolade & Kakao, der mit annähernd unverändertem Perso- aufgegeben. Bei Grinding & Dispersion hat sich im vierten Quarnalbestand ein im Vorjahresvergleich um 20% höheres Volumen tal eine Belebung des Marktes abgezeichnet, so dass die Vorvon CHF 180 Mio. umgesetzt und auch ein hervorragendes Er- zeichen für das neue Geschäftsjahr positiv sind. Thermal Progebnis erwirtschaftet hat. Der Geschäftsbereich Teigwaren hat cesses hat sich – bei geringerem Bedarf für Neuanlagen – eine
den Umsatz um 23% auf CHF 103 Mio. steigern können und erhöhte Nachfrage für Revamping- und Debottlenecking-Pro– bei ebenfalls stark verbesserter Produktivität – den im Vorjahr jekte entwickelt, die dank hervorragendem Prozess-Know-how
erreichten Turnaround bestätigt. Die fortschreitende Konzentra- des Geschäftsbereiches rezipiert werden konnte.
tion der Industrie im Marktsegment Druckfarben und die durch
massiv gestiegene Erdölpreise negativ beeinflusste Investitions-
Innovationen.
In
einzelnen
Geschäftsbereichen
bereitschaft einzelner Kunden verhinderten im Geschäftsbereich konnten wiederum Fortschritte in der Entwicklung neuer VerGrinding & Dispersion die Erreichung der gesetzten Ziele. Der fahren und Anwendungen sowie in der Markteinführung neuer
Geschäftsbereich Extrusion Systems hat sich in seiner ange- Produkte erzielt werden. Der Bereich Schokolade & Kakao prästammten Geschäftstätigkeit zufriedenstellend entwickelt; das sentierte an der Messe Achema 05 ein neues Giessverfahren
Marktpotenzial der 2003 aufgenommenen Tätigkeit bei der Ex- sowie eine von Grund auf neu entwickelte Verarbeitungslinie.
trusion synthetischer Rohstoffe hat unsere Erwartungen jedoch Das neu im Markt eingeführte ECOtwin-Konzept stiess auf
nicht erfüllt. Gesamthaft hat der Geschäftsbereich deshalb die grosses Interesse vor allem in der industriellen Fischzucht. Im
gesetzten Umsatzziele verfehlt und ein negatives Ergebnis aus- Venturebereich Nanotechnologie konnten Entwicklungsprojekte
gewiesen. Beeindruckend war die Performance des Geschäfts- mit namhaften Industrien gewonnen werden. Der Bereich Grinbereiches Thermal Products: Im Trend mit den globalen, ausge- ding & Dispersion konzentrierte sich in Zusammenarbeit mit der
prägt schwankenden Investitionszyklen wurde das (verglichen Nanotechnologie auf die Entwicklung von Verfahren im Bereich
mit dem Vorjahr) tiefere Umsatzbudget erreicht; dank hohem Micro Media. Der Bereich Thermal Processing arbeitet an einer
Standardisierungsgrad, einheitlicher und effizienter Geschäfts- neuen Prozesstechnologie.
prozesse sowie einer sehr schlanken Organisation hat der Geschäftsbereich auch mit tieferem Umsatz ein hervorragendes
Ausblick. Die Aussichten für eine auch im 2006 po-
Geschäftsergebnis erzielt. Erfreulich entwickelte sich der Cus- sitive Geschäftsentwicklung der Division Engineered Products
tomer Service, der mit insgesamt 20% des Gesamtumsatzes sind gut. Der gesamthaft erfreuliche Auftragsbestand, neue Probereits erheblich zum Divisionsergebnis beigetragen hat.
dukte, eine durchwegs gute Positionierung der Geschäftsbereiche sowie dynamische Marktentwicklung bilden die Grundlage
für weiteres Wachstum. Per 1. April 2006 werden die beiden
Bereiche Teigwaren und Extrusion Systems zusammengelegt, mit dem Ziel einer flächendeckenden Marktbearbeitung
mit modernen Produkten. Die bereits im Vorjahr eingeleiteten
Massnahmen, die Produktivität der Geschäftsbereiche mit einer
Verbesserung der internen Prozesse und einem rigiden Kostenmanagement zu steigern, zeigen ihre Früchte und werden konsequent weitergeführt.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Divisionen.
41
463,4
GESAMTUMSATZ NACH
GESCHÄFTSBEREICHEN (IN %)
GESAMTUMSATZ NACH
GESCHÄFTSBEREICHEN (IN MIO. CHF)
2005
2004
2003
38,8%
Schokolade & Kakao
179,9
149,9
126,7
22,3%
Teigwaren
103,4
83,8
73,8
15,6%
Grinding&Dispersion
72,3
85,1
62,8
12,8%
Extrusion
59,1
60,5
35,8
10,4%
Thermal Processes
48,1
58,6
68,1
0,1%
Übrige
0,6
0,0
8,9
463,4
437,9
376,2
Gesamtumsatz
2005
2004
2003
GESAMTUMSATZ
ENGINEERED PRODUCTS 2005
(IN MIO. CHF)
42
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Divisionen.
177,3
GESAMTUMSATZ NACH
GESCHÄFTSBEREICHEN (IN MIO. CHF)
Gesamtumsatz
2005
2004
2003
177,3
178,4
138,2
GESAMTUMSATZ
DIE CASTING 2005
(IN MIO. CHF)
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Divisionen.
43
Die Casting
Produktivitätssteigerung im Fokus.
Geschäftsentwicklung. Im Geschäftsjahr 2005 hat
Innovationen und Entwicklungen. Als Neuent-
die Division Die Casting den Umsatz mit CHF 177 Mio. (–0,6%) wicklung wurde unseren Kunden im Herbst die Werkzeugauf dem Rekordniveau des Vorjahres gehalten. Das härtere Temperiereinrichtung «Buhltemp» vorgestellt. Die Innovation
Wettbewerbsumfeld und die schwächere Gesamtverfassung des beinhaltet ein auf Wasser basierendes Heiz-/Kühlsystem. Sehr
Marktes waren dabei jedoch deutlich zu spüren. Der Auftrags- intensiv haben wir uns mit der Entwicklung bei der Herstellung
eingang erreichte den sehr hohen Vorjahreswert nicht, sondern von V-Kurbelgehäusen in der Motorenproduktion befasst. In
ging um rund 14% auf CHF 167 Mio. zurück. Die Ertragslage sechs Monaten wurde eine Lösung erarbeitet, die einige für die
wurde jedoch nochmals verbessert. Die gegenüber dem Vorjahr Kunden bestechende wirtschaftliche und technische Vorteile
stabile Preisqualität, Kostensenkungen in der Schweizer Pro- aufweist.
duktion und die Verlagerung von Teilproduktionen nach China Darüber hinaus hatten die Entwicklungsaktivitäten die Produkwaren hierbei ausschlaggebend.
tivitätssteigerung des Druckgiessverfahrens im Fokus. Unsere
neue, voll integrierte Datanet-Steuerung erhöht die Verfügbar-
Marktentwicklung. Insbesondere die Region West- keit der gesamten Druckgiesszelle.
europa, vor allem Frankreich, Italien, Deutschland und Skandinavien, haben sich unterdurchschnittlich entwickelt. Die gesam-
Ausblick. Alles deutet darauf hin, dass 2006 die
te Druckguss-Branche, die zu 90% von der Automobilindustrie Druckgussindustrie stagnieren wird. Die Situation im Druckabhängig ist, befindet sich bis auf wenige Ausnahmen im Kon- gussmarkt wird sich 2006 nicht ändern, denn die Lage in der
solidierungsprozess. Viele kleine und mittlere Anbieter sind nicht Automobilindustrie bleibt angespannt. Wir gehen davon aus,
mehr in dem Markt. Bühler profitiert hier von seiner Marktstel- dass notwendige Investitionen hinausgezögert werden, was
lung und der Grösse, gerade auch, weil Grossmaschinen (mehr die bereits erwähnte Konsolidierung im Markt noch verstärken
als 1000 Tonnen Schliesskraft) weiter im Vormarsch sind.
wird. Erst im zweiten Halbjahr kann mit einer wieder anziehen-
Gut entwickeln sich nach wie vor die osteuropäischen Märk- den Nachfrage gerechnet werden. Von den Maschinenlieferante. Viele westeuropäische Giessereien verlagern ihre Produk- ten wird erwartet, dass sie öfter in Vorleistung gehen und einen
tion nach Osten oder wachsen zumindest dort. In Nordamerika Beitrag zur Finanzierung leisten müssen. Das können nur die
zeigt sich eine schwierige Automobil-Konjunktur. Die zum Teil kapitalstarken Unternehmen, zu denen Bühler gehört. Die Nachunerfreuliche Situation einiger US-Automobilhersteller konnte in frage nach Anwendungen im Motorblock-Bereich wird weiter
verschiedenen Fällen durch die in Nordamerika produzierenden ansteigen. Unsere zukunftsweisenden Ideen und Konzepte auf
Europäer und Japaner kompensiert werden. Unsere Kunden ge- diesem Gebiet werden wir im laufenden Jahr weiter im Markt
wannen Marktanteile, was uns in dieser Region ein überdurch- platzieren können.
schnittliches Wachstum brachte. Asien bleibt aber der grösste
Wachstumsmotor. Die südkoreanische Autoindustrie hat mit
unserem Kunden Hyundai einen der weltweit am stärksten
wachsenden Autohersteller. Auch China wächst immer noch
erheblich, jedoch herrscht hier bereits in der Automobilindustrie Überkapazität und die chinesischen Autowerke sind durchschnittlich nur zu 60% ausgelastet. Indien ist die nach China am
zweitstärksten wachsende Volkswirtschaft und hier steigt der
Bedarf an Qualitätsdruckguss und somit an Bühler Maschinen.
44
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Corporate Information.
Auf allen Märkten der Welt.
Globale Ausrichtung mit Tradition. Die Bühler
Veränderungen in Asien. In Indien wachsen unse-
Gruppe ist mit 40 Gesellschaften, weiteren Verkaufsbüros und re Marktgebiete. Deshalb wurden in unserem Werk in Bangalozahlreichen Agenturen in rund 140 Ländern der Welt vertreten. re Ende 2005 die Bauarbeiten für die Erweiterung der dortigen
Diese globale Ausrichtung hat Tradition. In Frankreich ist Bühler Produktionsfläche um 2000 m2 auf insgesamt 6000 m2 eingeleiseit 115 Jahren, in Spanien seit 110 und in Südamerika seit tet. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2006 geplant. Ebenfalls sehr
75 vor Ort präsent. Und auch in Asien ist Bühler schon lange grosse Veränderungen gab es in den chinesischen Produktionsvertreten: seit 60 Jahren in Japan und seit 25 Jahren in Chi- stätten. In Shenzen nahe Hongkong wurde im November eine
na. Im Verlauf der Jahre haben wir unsere Fabriken ebenfalls in neue Fabrik in Betrieb genommen. Das Werk montiert einige der
unsere wichtigsten Absatzmärkte verlagert. Neben der Schweiz erfolgreichen optischen Sortiergeräte des Bereichs Sortex (Sorund Deutschland betreiben wir mittlerweile Fabrikationsstätten tieranlagen) für den chinesischen Markt und fertigt Waagen und
in Spanien, den USA, Südafrika, Brasilien, Indien und China.
Magnetabscheider für den Bereich Müllerei. Nur sechs Monate
Unsere Kunden müssen den Marktchancen folgen. So expan- nach der Standortwahl war das gesamte Werk schon voll bedieren zum Beispiel viele deutsche Betriebe nach Osteuropa. triebsfähig mit Einrichtarbeiten, Dienstleistungen und ausgebilFirmen aus Hongkong oder Singapur nutzen den gesamten detem Personal, das nach den strengen Bühler Qualitätsnormen
südostasiatischen Raum oder Unternehmen aus Lateiname- arbeitet.
rika bearbeiten den ganzen Kontinent. Diese kundenseitigen In Wuxi, unserem grössten Werk in China, wurde Anfang 2005
Veränderungen waren für uns der Grund, unsere Verkaufs- und die erste in China gefertigte Druckgussmaschine präsentiert.
Serviceorganisation ebenfalls neu auszurichten und zu verstär- Damit kann auch der Bereich Druckguss die dortigen Resken. Im Jahr 2005 haben wir deshalb unsere zahlreichen vielen sourcen für die Produktion von Maschinen nutzen, die für den
Einzelgesellschaften in elf Regionen eingeteilt, um unsere loka- asiatischen Markt bestimmt sind. Im Werk Wuxi wird ebenfalls
len Expertisen zu verstärken. Durch Konzentration können wir nach den Bühler Qualitätsnormen gearbeitet. Wir bringen aber
neben Verkauf und Service wichtige Funktionen wie zum Bei- nicht nur unser technologisches Know-how ein und verfügen
spiel Engineering, Technologie, Beschaffung, Logistik in die Ab- über qualifiziertes Personal. Wir haben dort im August 2005 das
satzmärkte verschieben. Die Definition der Regionen orientiert Schweizer Ausbildungsmodell eingeführt, um auch künftig mit
sich an ähnlichen räumlichen, wirtschaftlichen und kulturellen gut ausgebildeten Schweissern, CNC-Mechanikern oder ProBedingungen.
duktionsplanern arbeiten zu können. Das Joint-Venture Bühler
Teheran im Iran wird seit 2005 konsolidiert. Die Eingliederung
Steigerung der Effizienz. Auch in unserer Pro- in die Bühler Arbeitsabläufe ist erfolgreich vollzogen, was ein
duktion wird stetig an der Steigerung der Effizienz gearbeitet. gemeinsames Grossprojekt der Bereiche Teigwaren und Müllerei
Im Juli 2005 wurde das Werk Amriswil (Schweiz) mit den 175 eindrücklich zeigt.
Mitarbeitenden gesamthaft in das Uzwiler Hauptwerk verlagert.
Diese Standortzusammenlegung vereinfacht die Zusammenarbeit mit den Engineeringabteilungen, ermöglicht die notwendige
Reduktion der Kosten und längerfristig somit auch die Erhaltung der Arbeitsplätze. Im Bereich Logistik wurde im Oktober
der neue Containerterminal am Hauptsitz in Betrieb genommen.
Eine Investition, mit der die Verpackungs- und Transportkosten
im Werk Uzwil um mindestens 25% reduziert werden können.
Gleichzeitig wurden auch die Logistik-Prozesse angepasst und
vereinfacht.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Corporate Information.
45
Human Resources Unsere Mitarbeiter
als Schlüssel zum Erfolg.
Aufbau in Asien. Am 31. Dezember 2005 waren
Beteiligung am Unternehmenserfolg. Im Be-
bei Bühler insgesamt 6266 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter be- richtsjahr wurde erstmals der «On-Top-Bonus» wirksam, mit
schäftigt. Das sind 219 mehr als im Vorjahr (ohne Teilzeitkräfte). dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am UnternehmensZum einen wurde Bühler Teheran mit 156 Mitarbeitenden erst- erfolg beteiligt werden können. Die individuelle Leistungsbeurmalig konsolidiert, zum anderen nahm die Mitarbeiterzahl bei teilung, die in den jährlichen Mitarbeiter-Gesprächen zwischen
Bühler in Indien und in China zu. Im gleichen Zeitraum wurde Führungskraft und Mitarbeitenden vorgenommen wird, bildet
die Mitarbeiterzahl an einigen Standorten in Westeuropa leicht zusammen mit der Budgeterreichung des Unternehmens die
verringert. Auch weiterhin besteht die Tendenz, dass mehr Ar- Grundlage für diese Zuwendung. Mit dem sehr erfolgreichen
beitsplätze in Asien entstehen, während die Zahl der Mitarbei- Vorjahr hatten wir die Möglichkeit, den Mitarbeitenden einen ertenden in Westeuropa zurückgeht. Das liegt zum grossen Teil freulichen Bonus auszahlen zu können.
daran, dass die Wertschöpfung vermehrt dort entstehen muss,
wo unsere Kunden sind. Know-how-intensive Arbeitsplätze, wie
Umstellung der Pensionskasse. Mit Ablauf des
sie in der Forschung & Entwicklung sowie in der Fertigung von Berichtsjahres wurde die Bühler Pensionskasse für die Schweisehr komplexen Produkten benötigt werden, halten wir in Euro- zer Mitarbeitenden vom Leistungs- zum Beitragsprimat umgepa stabil.
stellt. Dieses neue System ist transparenter. Ihm liegt ein individuelles Sparmodell zugrunde. Beim bisherigen Leistungsprimat
Breit gefächertes Kursprogramm. Mit über 80 wurde die Altersrente als Prozentsatz des letzten Lohnes de-
verschiedenen Kursen konnte Bühler den Mitarbeiterinnen und finiert. Beim neu geltenden Beitragsprimat ergeben die einbeMitarbeitern auch 2005 ein sehr breit gefächertes Kurspro- zahlten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge, verzinst und
gramm anbieten. Es wurde von rund 1100 Personen genutzt.
multipliziert mit dem versicherungsmathematisch festgelegten
Zur Weiterbildung gehörten auch die Schulungen zum Bühler Umwandlungssatz, die Altersrente. Die sich durch den SystemProject Management, ein Tool zur Verfolgung und Begleitung wechsel ergebende Lücke bei Leistungen wurde von Bühler mit
von Kundenprojekten. Darin sind Angaben über Lieferumfang, einem Zuschuss von rund 16 Mio. Franken geschlossen.
Terminplan, Kostenüberwachung, Aufwandberechnung, aktueller Fortschritt und weitere wichtige Informationen vereint. Ne-
Vereinbarung mit dem Europäischen Arbeit-
ben dieser Schulung wurden kaufmännische Kurse, Problemlö- nehmerrat. Ende 2005 wurde eine neue Vereinbarung zwischen
sungs- und Kommunikationsseminare oder Kurse für Englisch, Bühler und dem Europäischen Arbeitnehmerrat (EAR) bezüglich
Informatik und Fachtechnik durchgeführt. Bühler engagiert sich «Information und Konsultation» getroffen. Diese Vereinbarung
sehr, damit die Mitarbeitenden sich fachlich wie persönlich wei- beinhaltet, dass bei grenzüberschreitenden Angelegenheiten,
terentwickeln können.
welche die Arbeitnehmer betreffen (Fusionen, Restrukturierungen, Liquidationen usw.) der EAR vorgängig informiert, respekti-
Motivation durch Förderung. Das im Jahr 2004 ve konsultiert werden muss. Ein detaillierter Katalog wurde dazu
konzipierte und eingerichtete Förderprojekt für Führungskräfte entworfen und ist Teil der Vereinbarung.
«Bühler Lead» läuft sehr erfolgreich. Es dient der internen Förderung von Nachwuchsführungskräften und damit der Sicherung
unserer hohen Führungsqualität. Die im Vorjahr ausgewählten
ersten acht Kandidaten durchliefen im Berichtsjahr erfolgreich PERSONAL NACH REGIONEN IN %
das Assessment (Interview/Business Case). Einige der Absolventen konnten auch schon in wichtigen Positionen als neuer
Standortleiter, neuer Bereichsleiter oder als Leiter Controlling
platziert werden.
2005
2004
Schweiz
44,8
49,3
Übriges Europa
26,2
26,8
Asien
17,1
15,4
Nordamerika
3,4
3,7
Lateinamerika
2,9
2,4
Afrika
3,0
2,4
Mittlerer Osten
2,6
0,0
46
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Corporate Information.
Qualität, Umwelt und Sicherheit:
Massnahmen mit zählbarem Nutzen.
Top-Qualität. Hohe Qualität ist für Bühler eine Vor- Auf der betriebseigenen Abwasserreinigungsanlage werden die
aussetzung für die langfristige Sicherung des Erfolgs. Deshalb industriellen Abwässer aus der Oberflächenbehandlung, der
gilt unser hoher Qualitätsanspruch auch auf der ganzen Welt Malerei sowie den Labors aufgearbeitet und anschliessend über
und für alle Produkte und Dienstleistungen. Aber nicht nur in die Kanalisation der kommunalen Kläranlage zugeführt. Aber
kundennahen Prozessen verbessern und sichern wir die Qua- auch unsere Produkte selbst orientieren sich am Umweltgelität. Wir sehen auch in der Personalplanung, in der Organisa- danken und tragen ihren Teil zum bewussten Umgang mit den
tionsentwicklung oder im Supply Management die Notwendig- Ressourcen bei: Die qualitativ verbesserte Leistung reduziert
keit der permanenten Qualitätssteigerung.
beispielsweise Ausschuss und vermindert damit den Abfall; das
Das interne Projekt «5-Stern-Qualität», in dessen Rahmen bei Recycling von PET-Flaschen wird mit Bühler Technologie erst
Bühler seit 2004 kontinuierlich nach Verbesserungen gesucht möglich oder die Brotherstellung ohne chemikalische Zusätze
wird, hat auch im Berichtsjahr wieder viele Erfolge gebracht. wurde durch Bühler initiiert. Bühler Maschinen und Anlagen spaDass Qualität von unseren Mitarbeitern auch dieses Jahr als ren zudem durch moderne Technologie in der Regel viel Energie
ein zunehmend bedeutender Bestandteil der Arbeit verstanden und Rohstoffe. So können zum Beispiel in der Mälzerei mit dem
wird, bestätigen die erreichten Resultate. Allein in der Schweizer «Ecosteep» bis zu 40% Wasser gespart werden.
Fabrikation wurden fast 10‘000 Verbesserungsvorschläge eingebracht, von denen der grösste Teil direkt umgesetzt werden
Verbesserung der Arbeitssicherheit. Die Si-
konnte. Die Aktivitäten in anderen Bereichen lagen schwerge- cherheit für das Personal ist gerade im Maschinen- und Anlawichtig auf den Teilprojekten «Garantiekosteneinsparungen» genbau ein äusserst wichtiges Thema. Bühler unternimmt seit
und «konsequente Verfolgung von Garantiekosten im Projekt- Jahren viele Anstrengungen, um Arbeitsunfälle zu verhindern
management». Mit der Erarbeitung von über 100 Massnahmen oder zumindest deren Schwere zu reduzieren. Im Jahr 2005
wurde hier eine effektive Prozessverbesserung zur allgemeinen konnte durch eine Vielzahl von Massnahmen eine deutlich tieGarantiekostenreduktion erarbeitet.
fere durchschnittliche Unfallschwere festgestellt werden. Von
97 sicherheitswidrigen Zuständen wurden 56 durch technische
Ernsthafter Umweltschutz. Die Anliegen des Um- Verbesserungen eliminiert, 33 durch organisatorische Lösunweltschutzes stellen für Bühler ein sehr wichtiges Thema dar. gen und acht durch pädagogische Massnahmen. Anfang 2005
Nicht nur dem sparsamen Verbrauch von Ressourcen wird dabei wurde ein Sicherheitsparcours in Betrieb genommen, auf dem
Beachtung geschenkt, sondern auch der Eliminierung von Alt- das Bühler Personal wie auch Mitarbeiter anderer Unternehmen
lasten. Unsere Fabriken in Uzwil und in Braunschweig haben die in sicherheitsrelevanten Themen eingehend geschult werden.
Rezertifizierung nach der Norm ISO 14001/2004 im Dezember Im abgelaufenen Jahr haben 1950 Bühler Mitarbeitende den
2005 erfolgreich bestanden. Wegen einer möglichen Bodenkon- Parcours durchlaufen. Zudem haben 134 Sicherheitsfachleute
tamination durch chlorierte Kohlenwasserstoffe wurden auf dem fremder Unternehmen diese Möglichkeit der SicherheitsschuFabrikareal in Uzwil im Rahmen der Rezertifizierung Messungen lung genutzt. Unser Wunsch ist es, dass kein Mitarbeitender
der Porenluftbelastung durchgeführt. Das Analysenergebnis ist mehr durch seine Arbeit zu Schaden kommt. Dafür werden wir
sehr erfreulich. Weiter wurde der Betrieb des Zink-Beizbades in auch künftig nach Verbesserungen suchen und diese schnell
der Lackiererei den neusten Erkenntnissen des Umweltschut- realisieren.
zes angepasst. Neu wird ein gleichwertiger Korrosionsschutz
für eine nachfolgend schwermetallfreie Grundierung und den
Decklack eingesetzt. Mit der alten Phosphatierung war ein wirkungsvoller Korrosionsschutz nur mit einem schwermetallhaltigen Grundieranstrich möglich.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Corporate Information.
47
Aufsichts- und Kontrollinstrumente
Internal Audit Group. Bei Bühler rapportiert die so Risk Management. Neben der im Jahre 2003 eingeführten
genannte «Internal Audit Group» direkt an den Ausschuss des Treasury Politik, welche die Prozesse im Bereich Zins- und WähVerwaltungsrates. Im Geschäftsjahr 2005 wurden die Auditakti- rungsmanagement festlegt, sind im Jahr 2005 vom Verwaltungsvitäten noch einmal intensiviert. Im Rahmen einer einmal jährlich rat Grundsätze zum Thema Steuern erarbeitet worden. In der
durchgeführten Risikoanalyse, die dem Verwaltungsrat präsen- neu formulierten Steuerpolitik werden die wesentlichen Themen
tiert wird, werden die durchzuführenden Audits festgelegt. Für direkte Steuer, Mehrwertsteuer, Transferpreise und Compliance
die Durchführung der Audits zieht der Leiter der Internal Au- abgedeckt. Im Weiteren verfügt Bühler über ein Operational Risk
dit Group je nach Bedarf interne oder externe Spezialisten bei. Diagram (ORD), in welchem die finanzielle Steuerung für die AbDie Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Konklusionen und wicklung der Anlagebauprojekte vorgegeben ist. Die Einführung
Massnahmen werden mit der operativen Leitung der geprüften des ORD vor einigen Jahren hat wesentlich dazu beigetragen,
Einheit besprochen. Die schriftliche und mündliche Berichter- dass die Debitorenausfälle drastisch reduziert werden konnten,
stattung erfolgt direkt an den Ausschuss des Verwaltungsrates obwohl Bühler in teilweise sehr schwierigen Märkten mit entmit Kopie an die Konzernleitung. Neben verschiedenen Audits in sprechend hohen finanziellen Risiken tätig ist. 2005 ist auch der
ausländischen Konzerngesellschaften lag im 2005 der Fokus vor Aufbau eines gesamtheitlichen Business Risk Managements als
allem bei zwei Untersuchungen am Hauptsitz in den Bereichen Teil der strategischen Planung weiter vorangetrieben worden. Es
«Betriebliches Rechnungswesen» in der Division Produktion und wird Bühler künftig Simulationen von internen und externen EinLogistik und bei Berechtigungen in den IT-Systemen.
flussfaktoren auf das operative Konzernergebnis ermöglichen.
Die daraus folgenden Schlüsse erlauben das sofortige Ergreifen
Swiss Code of Best Practice for Corporate Go- entsprechender Korrekturmassnahmen.
vernance. Bühler arbeitet bezüglich Corporate Governance
nach den Grundsätzen des Swiss Code of Best Practice, obwohl
dies für nicht börsenkotierte Unternehmen nicht obligatorisch
ist. Der Swiss Code ist ein nützliches Instrument, um die internen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten klar abzugrenzen
und das Zusammenwirken von Verwaltungsrat, Management
und interner Kontrolle optimal zu gestalten. Bühler hat als einzige nicht kotierte Firma vor drei Jahren auch bei der Erarbeitung
des Swiss Code of Best Practice mitgewirkt.
Unsere Haltung. Die Corporate Governance hat für
Bühler einen hohen Stellenwert – und zwar nicht erst, seit Missmanagement im In- und Ausland den Begriff in die Schlagzeilen
gebracht hat. Für Bühler sind die Leitlinien der Corporate Governance nicht einfach Bewertungskriterien für Analysten und
Investoren, sondern eine Haltung, welche die Unternehmensführung in ihrer Gesamtheit prägt. Dazu gehört unter anderem
eine nachhaltige, ethischen Grundsätzen verpflichtete Unternehmensstrategie.
48
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Corporate Information.
» Die Konzernleitung, v.l.n.r.
› Beat Häni Corporate Development, 1943 in Winterthur (CH) › Calvin Grieder Chief Executive Officer, 1955 in Washington
geboren. Nach seinem Maschinenbau-Studium und der Tätigkeit D.C. (USA) geboren. Im Rahmen leitender Tätigkeiten bei verin einem Forschungsbetrieb der Flugzeug-Industrie kam er 1973 schiedenen Unternehmen aus den Bereichen Automation und
als Leiter des Bereichs Grundlagentechnik zu Bühler. Seit 1992 Anlagenbau hat der diplomierte Verfahrensingenieur seine Komist er Mitglied der Konzernleitung und seit 1997 leitet er den Be- petenz beim Auf- und Ausbau von Geschäftsfeldern im In- und
reich Corporate Development.
Ausland bewiesen. Seit 2001 steht er dem Bühler Konzern als
CEO vor.
› Achim Klotz Druckguss, 1960 in Schönau (D) geboren. Neben
einem Maschinenbau-Studium absolvierte er ein Aufbaustudium › Ulrich Baur Engineered Products, 1942 in Olten (CH) geboMarketing & Betriebswirtschaft an einer renommierten Business ren. Der studierte Betriebsökonom sammelte Erfahrungen als
School. Umfassende Vertriebs- und Geschäftsleitungs-Erfahrun- Controller und Finanzchef in verschiedenen Schweizer Unternehmen
gen sammelte er in einem internationalen Unternehmen der Be- und als Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Mergers &
schichtungs-Industrie. Seit 1998 leitet er die Division.
Acquisitions. Seit 2000 ist Ulrich Baur Mitglied der Bühler Konzernleitung und führt seit 2002 die Division.
› Stefan Scheiber Sales & Service, 1965 in Uzwil (CH) geboren. Der studierte Betriebsökonom startete 1986 seine Laufbahn › Hans Peter Kunz Manufacturing & Logistics, 1945 in Zürich
bei Bühler und hatte einige internationale Führungspositionen (Schweiz) geboren. Vor seinem Eintritt bei Bühler 2001 bekleidete
inne. Zuletzt leitete er die grösste Bühler Tochtergesellschaft in der Diplom-Ingenieur fast 30 Jahre lang leitende Positionen in
Braunschweig (D) und brachte sie wieder auf die Erfolgsstrasse. namhaften Unternehmen der Maschinenbau-Branche und lernte
Seit 2005 führt er die weltweiten Tochtergesellschaften des Kon- besonders die asiatischen Märkte sehr gut kennen. Seit 2002 leizerns.
tet er die weltweite Produktion und Logistik.
› Andreas R. Herzog Chief Financial Officer, 1957 in Winterthur › Bruno Mendler Grain Processing, 1954 in Neuhausen (CH)
(CH) geboren. Nach seinem Studium als Betriebsökonom, ver- geboren. Der diplomierte Maschinenbau-Ingenieur mit MBA-Titel
schiedenen Aufbaustudiengängen im Marketing-Management in war lange Jahre in verschiedenen Führungspositionen eines reKanada und im Finanz-Management in Frankreich bekleidete er nommierten Technologiekonzerns tätig und kam 2003 zu Bühler.
verschiedene leitende Positionen im Finanz- und Controlling-Be- Seit Beginn 2004 leitet er die Division.
reich namhafter Unternehmen. Seit 2002 hat er die Position des
Finanzchefs bei Bühler inne.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Corporate Information.
49
Konzernleitung und Verwaltungsrat.
Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat der Bühler AG
und der Bühler Holding AG setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen. Die Mitglieder sind für eine Amtsdauer von drei Jahren gewählt, die Altersgrenze ist auf 70 festgelegt. Der Verwaltungsrat hat 2005 seine Geschäfte an vier Sitzungstagen
behandelt. Hauptthemen waren dabei die Überprüfung der
langfristigen Strategie, die Verfolgung der laufenden erfolgreichen Strategieumsetzung und der Akquisitionsentscheide sowie die mittelfristige Planung der Geschäftsentwicklung. Ferner
wurde der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat bei der
Pensionskasse beschlossen. Der Verwaltungsratsausschuss,
der sich aus zwei Mitgliedern zusammensetzt, hat sieben Mal
getagt und dabei speziell die internen Audits und die Kaderplanung besprochen.
Die Konzernleitung war an zwei Verwaltungsratssitzungen anwesend, an denen Besprechungen zur Mittelfristplanung, zur
strategischen Ausrichtung und zum Budget stattfanden.
› Urs Bühler * (1943), Präsident,
Schweizer Staatsbürger, wohnhaft in Uzwil (CH),
im Verwaltungsrat seit 1981.
› Dr. Benno Schneider * (1942), Vizepräsident,
Schweizer Staatsbürger, wohnhaft in St.Gallen (CH),
im Verwaltungsrat seit 1992.
› Dr. Erwin Schurtenberger (1940),
Schweizer Staatsbürger, wohnhaft in Minusio (CH),
im Verwaltungsrat seit 1995.
› Calvin Grieder (1955),
Schweizer und amerikanischer Staatsbürger,
wohnhaft in Stein am Rhein (CH),
im Verwaltungsrat seit 2002.
› Hans Jörg Löliger (1943),
Schweizer Staatsbürger,
wohnhaft in Basel (CH), im Verwaltungsrat seit 2004.
› Dr. Hans-Ulrich Doerig (1940),
Schweizer Staatsbürger, wohnhaft in Zumikon (CH),
im Verwaltungsrat seit 2004.
* Verwaltungsratsausschuss
50
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Finanzteil
Finanzteil
Inhalt
51
53
Wirtschaftliche Entwicklung
Konzern-Abschluss
Konzern-Bilanz
Konzern-Erfolgsrechnung
Konzern-Mittelflussrechnung
Eigenkapitalspiegel
Konsolidierungsgrundsätze
Konzern-Anhang
Bericht des Konzernprüfers
79
Abschluss Bühler Holding AG
Bilanz Bühler Holding AG
Erfolgsrechnung Bühler Holding AG
Anhang Bühler Holding AG
Bericht der Revisionsstelle
84
Konzern-Gesellschaften
der Bühler Holding AG
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Wirtschaftliche Entwicklung
51
Wirtschaftliche Entwicklung
KOMMENTAR ZUR VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
Wirtschaftliches Umfeld. Das Geschäftsjahr 2005 verzeichnete
Weiter verbessertes Finanzergebnis. Das Finanzergebnis hat sich
einen eher schwachen Bestellungseingang im ersten Quartal mit ent-
gegenüber dem Vorjahr nochmals substanziell um 16,4% auf CHF 21,3
sprechender Unterauslastung in der Produktion. Im Laufe des zweiten
Mio. (Vorjahr: CHF 18,3 Mio.) verbessert. Während sich das Finanzer-
Quartals konnte Bühler eine Reihe von Grossprojekten, insbesondere
gebnis im Vorjahr vor allem durch Währungsgewinne positiv entwickelte,
aus Märkten des Mittleren Ostens und Afrikas, zum Vertragsabschluss
ist das nochmals erhöhte Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr haupt-
bringen. Auch das dritte und vierte Quartal verzeichneten einen hohen
sächlich dank eines höheren Zinsergebnisses entstanden. Die positive
Bestellungseingang bei Grossprojekten und ermöglichten einen im Ver-
Finanzmarktentwicklung hat zudem entsprechend höhere Marktbewer-
gleich zum Vorjahr um 5% höheren Auftragsbestand zum Jahresende.
tungen der Finanzanlagen zur Folge gehabt. Bühler betreibt eine aktive
Bewirtschaftung der nicht betriebsnotwendigen Liquidität im Rahmen
Stabiles operatives Resultat. Die freigegebenen Bestellungen ha-
der Treasury-Politik.
ben sich 2005 um CHF 56,7 Mio. oder 3,8% auf CHF 1534,6 (Vorjahr: 1477,9 Mio.) erhöht. Die Gesamtleistung des Konzerns beläuft
Konzernergebnis leicht über Vorjahr. Das Konzernergebnis hat
sich auf CHF 1546,3 (Vorjahr: 1511,6 Mio.). Die Umsatzerlöse liegen
sich im Berichtszeitraum von CHF 71,2 Mio. unwesentlich um CHF 0,9
mit CHF 1502,4 Mio. um 3,2% oder CHF 47,1 Mio. über dem vorange-
Mio. oder 1,3% auf CHF 72,1 Mio. erhöht. Die Ertragssteuern von CHF
gangenen Geschäftsjahr (CHF 1455,3 Mio.). Diese Entwicklung ist fast
27,5 Mio. oder 27,6% des Ergebnisses vor Steuern bewegen sich auf
ausschliesslich auf ein organisches Wachstum zurückzuführen, wobei
dem Niveau des Vorjahres (CHF 26,1 Mio. oder 26,8% des Ergebnisses
vor allem die Divisionen Grain Processing und Engineered Products
vor Steuern).
zugelegt haben, während die Division Druckguss ein eher schwieriges
Geschäftsjahr mit einem sehr schwachen europäischen Markt hinter
Weiter erhöhte Eigenkapitalbasis und Nettoliquidität. Mit einer
sich hat. Von der Gesamtleistung sind CHF 1024,8 Mio. oder 66,3%
Eigenkapitalquote von 46,0% (Vorjahr: 43,8%) verfügt Bühler über eine
(Vorjahr: CHF 964,8 Mio. oder 63,8%) nach der POC-Methode (Percen-
überaus starke Eigenkapitalbasis. Die Gründe dafür liegen in einer stabi-
tage-of-Completion) ermittelt worden. Sowohl der EBITDA (CHF 109,2
len Gewinnentwicklung in den vergangenen Jahren und dem Umstand,
Mio.) als auch der EBIT (CHF 78,3 Mio.) liegen absolut und relativ auf
dass die Ausschüttung der Dividenden sehr zurückhaltend erfolgt.
Vorjahreshöhe (CHF 110,5 Mio. respektive CHF 79,0 Mio.). Neben hö-
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben auch die Währungseffekte aus
heren Stahlpreisen und Logistikkosten hat auch die unausgeglichene
der Umrechnung der lokalen Abschlüsse in Schweizer Franken zur wei-
Kapazitätsauslastung mit Mehrkosten durch Fremdvergabe in der Pro-
teren Verstärkung der Eigenkapitalbasis geführt. Die Eigenkapitalrendi-
duktion die um CHF 47,1 Mio. höheren Umsatzerlöse im operativen
te beträgt 10,2% (Vorjahr 11,4%).
Ergebnis mehr als neutralisiert. Dank Produktivitäts- und Effizienzverbesserungen in den betrieblichen Abläufen konnten diese Kostenposi-
Der Konzern verfügt über hohe Liquiditätsreserven von CHF 392,7 Mio.
tionen aber aufgefangen werden.
(Vorjahr: CHF 305,2 Mio.) im kurzfristigen Bereich und CHF 27,9 Mio.
Der Personalaufwand hat sich um CHF 12,2 Mio. auf CHF 527,7 Mio.
schriften im Abschluss 2005 eine Umgliederung von lang- auf kurzfris-
erhöht und beträgt wie im Vorjahr 34,1% der Gesamtleistung. Rund
tig vorgenommen wurde. Gesamthaft sind die kurz- und langfristigen
50% der Erhöhung des Personalaufwands resultiert aus der Zunahme
Liquiditätsreserven um CHF 52,1 Mio. gestiegen. Die Nettoliquidität hat
des Mitarbeiterbestandes im asiatischen Raum. Weitere Gründe für die
sich bedingt durch weiter reduzierte Finanzverbindlichkeiten nochmals
(Vorjahr: CHF 63,3 Mio.) im langfristigen Bereich, wobei bei den Wert-
Zunahme sind Währungseffekte und die Veränderung des Konsolidie-
um CHF 41,6 Mio. auf CHF 263,5 Mio. (Vorjahr: CHF 221,9 Mio.) erhöht.
rungskreises. Der Personalaufwand pro Mitarbeiter hat sich aufgrund
Die Nettoposition Fertigungsaufträge weist am Jahresende mit CHF
der erweiterten Verlagerung der Produktion in Niedriglohnländer um rund
26,9 Mio. gegenüber dem Vorjahr einen um CHF 17,4 Mio. reduzierten
2,4% reduziert.Die anderen betrieblichen Aufwendungen von CHF 276,4
Passivüberhang (Vorjahr: CHF 44,3 Mio.) aus. Die Gründe dafür liegen
Mio. belaufen sich auf 17,9% der Gesamtleistung (Vorjahr CHF 260,2 Mio.
in den etwas tieferen Kundenanzahlungen in den Grossprojekten vor
oder 17,2% der Gesamtleistung). Dabei haben vor allem die Frachtkos-
allem in den Märkten Afrikas und des Mittleren Ostens. Bühler ist prak-
ten um CHF 11,7 Mio. auf CHF 48,0 Mio. zugenommen. Die Hauptgründe
tisch schuldenfrei. Die kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten
für die höheren Frachtkosten liegen bei der Zunahme der transportierten
über CHF 20,1 Mio. (Vorjahr: CHF 29,2 Mio.) beziehen sich auf «Bridge
Volumen und bei zusätzlichen Aufwendungen für Spezialtransporte.
Financing» einzelner Konzerngesellschaften sowie auf Hypothekarkredite am Hauptsitz. Die kurz- und langfristigen Rückstellungen über CHF
77,6 Mio. (Vorjahr: 81,5 Mio.) haben sich bedingt durch tiefere Garantieleistungen dank Qualitätsverbesserungen in den Kundenprojekten um
CHF 3,9 Mio. leicht reduziert.
52
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Wirtschaftliche Entwicklung
Höherer Free Cash-Flow. Der Free Cash-Flow liegt mit CHF 38,8 Mio.
um CHF 26,1 Mio. über dem Vorjahr (CHF 12,7 Mio.). Ein wesentlicher
Mittelabfluss im abgelaufenen Geschäftsjahr von CHF 16,4 Mio. bezieht
sich auf die Sonderzahlungen an die Bühler Pensionskassen in der
Schweiz zur Finanzierung des Wechsels vom Leistungs- zum Beitragsprimat. Der Mittelabfluss für Investitionen in Sachanlagen hat sich um
CHF 13,5 Mio. auf CHF 31,2 Mio. verringert.
Markant erhöhte Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung, welche im Gestehungsjahr direkt der Erfolgsrechnung belastet werden, haben sich um CHF 7,3
Mio. oder 13,3% auf CHF 62,9 Mio. (Vorjahr: CHF 55,6 Mio.) oder 4,2%
der Umsatzerlöse (Vorjahr: 3,8%) erhöht. Der wesentliche Standort für
die Forschung und Entwicklung befindet sich am Hauptsitz in der Schweiz.
Die Erhöhung der Investitionen ist vor allem auf die Divisionen Grain
Processing (Müllerei und Sortex) und Engineered Products (Schokolade,
Grinding & Dispersion und Thermische Prozesse) zurückzuführen.
Zunahme des Mitarbeiterbestandes in Asien. Der Personalbestand ist um 219 Mitarbeiter auf 6266 (ohne Temporärmitarbeiter) erhöht
worden. Die Erhöhung ist einerseits darauf zurückzuführen, dass die
iranische Konzerngesellschaft mit 156 Mitarbeitern und Sitz in Teheran
(Hauptsitz) und Astara am Kaspischen Meer (Produktion) zum ersten
Mal konsolidiert wurde. Bühler ist mit 75% an der Gesellschaft beteiligt.
Andererseits sind in Indien und China die Ausbauaktivitäten vor allem in
den Geschäftsbereichen Sortex und Müllerei weiter intensiviert worden.
In diesen Märkten beschäftigte Bühler am Jahresende 93 Mitarbeiter
mehr als Ende 2004. In den europäischen Märkten und Nordamerika
hat sich der Mitarbeiterbestand reduziert.
Ausblick. Mit 3,2% höheren Umsatzerlösen und einem um 1,3% höheren Konzernergebnis als im Vorjahr gibt sich die Konzernleitung nicht
zufrieden. Dass der Auftragsbestand per Jahresende 2005 bereits
rund 45% der gesetzten Umsatzziele für das Geschäftsjahr 2006 abdeckt, stimmt optimistisch. Um das operative Konzernergebnis nachhaltig zu verbessern, gilt es nun, die angestrebten Prozessoptimierungen in den operativen Bereichen konsequent zu verfolgen. Sorge
bereiten allerdings auch die politischen Entwicklungen im Nahen und
Mittleren Osten, insbesondere in den für Bühler wichtigen Märkten Iran
und Syrien.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Konzernbilanz
53
Konzern-Bilanz
PER 31.12.2005
Anmerkungen
31.12.2005
31.12.2004
siehe Anhang
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Sachanlagen
1
312,5
317,3
Renditeliegenschaften
1
36,9
31,6
Immaterielle Anlagen
2
5,7
6,8
Langfristige Finanzanlagen
3
27,9
63,3
Latente Steuerguthaben
4
8,5
8,8
391,5
427,8
AKTIVEN
ANLAGEVERMÖGEN
Vorräte
5
195,1
182,6
Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen
8
152,7
133,1
Forderungen aus Lieferungen & Leistungen
6
344,7
324,5
Andere Forderungen und aktive Rechnungsabgrenzungen
7
60,4
48,7
Steuerforderungen aus laufenden Steuern
1,5
5,3
Wertschriften
109,1
54,1
Flüssige Mittel
283,6
251,1
1 147,1
999,4
UMLAUFVERMÖGEN
Zum Verkauf gehaltenes Anlagevermögen
9
TOTAL AKTIVEN
4.0
0.0
1 542,6
1 427,2
PASSIVEN
Aktienkapital
10
Kapitalreserven
Übrige Reserven
11
ANTEIL EIGENKAPITAL DER AKTIONÄRE BÜHLER HOLDING AG
MINDERHEITSANTEILE
Latente Steuerschulden
15,0
185,1
493,4
413,8
693,5
613,9
16,2
11,4
709,7
625,3
12
13,5
13,9
4
138,3
132,5
EIGENKAPITAL
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
15,0
185,1
Langfristige Personalvorsorgeverpflichtungen
13
62,8
81,9
Langfristige Rückstellungen
14
25,2
24,3
239,8
252,6
LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
12
6,6
15,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen
15
141,6
103,5
Nettoverbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen
8
179,6
177,4
14
52,4
57,2
16
203,1
182,2
9,8
13,7
Kurzfristige Rückstellungen
Andere Verbindlichkeiten und passive
Rechnungsabgrenzungen
Steuerverbindlichkeiten aus laufenden Steuern
KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
593,1
549,3
FREMDKAPITAL
832,9
801,9
1 542,6
1 427,2
TOTAL PASSIVEN
54
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Konzern-Erfolgsrechung
Konzern-Erfolgsrechnung
Umsatzerlöse
Anmerkungen
2005
2004
siehe Anhang
in Mio. CHF
in Mio. CHF
17
1 502,4
1 455,3
– 4,8
– 1,5
Bestandesänderungen Halb- und Fertigfabrikate
Andere betriebliche Erträge
48,7
57,8
GESAMTLEISTUNG
1 546,3
1 511,6
Materialaufwand
– 633,0
– 625,4
18
Personalaufwand
19
– 527,7
– 515,5
Andere betriebliche Aufwendungen
20
– 276,4
– 260,2
109,2
110,5
Abschreibungen und Amortisation
1/2
– 30.4
– 30,2
Wertminderungen
1/2
– 0,5
– 1,3
78,3
79,0
BETRIEBSERGEBNIS VOR ZINSEN,
STEUERN UND ABSCHREIBUNGEN (EBITDA)
BETRIEBSERGEBNIS VOR ZINSEN
UND STEUERN (EBIT)
Finanzertrag
21
34,6
29,0
Finanzaufwand
22
– 13,3
– 10,7
99,6
97,3
– 27,5
– 26,1
72,1
71,2
69,6
69,2
2,5
2,0
ERGEBNIS VOR STEUERN
Ertragssteuern
KONZERNERGEBNIS
23
Zuordnung des Konzernergebnisses
› Aktionäre der Bühler Holding AG
› Minderheitsanteile
Im Geschäftsjahr erfolgte teilweise eine neue Zuordnung in
folgenden Positionen: Umsatz, Materialaufwand und andere
betriebliche Aufwendungen. Das Vorjahr wurde zu Vergleichszwecken angepasst.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Konzern-Mittelflussrechnung
55
Konzern-Mittelflussrechnung
Anmerkungen
2005
2004
siehe Anhang
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Ergebnis vor Minderheitsanteilen
Abschreibungen und Amortisationen
1/2
Wertminderungen
1/2
72,1
71,2
30,4
30,2
0,5
1,3
Übrige nicht liquiditätswirksame Erträge (Aufwendungen)
– 12,6
2,2
Veränderung Rückstellungen
– 23,5
0,5
Veränderung Forderungen aus Lieferungen & Leistungen
– 12,3
– 33,3
Veränderung Vorräte
– 1,3
– 9,6
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen
36,2
– 7,6
– 18,0
0,7
8,9
29,0
– 13,8
– 6,9
66,6
77,7
Zugänge Sachanlagen
– 31,2
– 44,7
Abgänge Sachanlagen
22,1
17,9
Zugänge nicht konsolidierte Beteiligungen
– 0,3
– 2,8
Abgänge nicht konsolidierte Beteiligungen
0,2
0,4
– 17,7
0,0
– 0,7
– 34,9
Veränderung Nettoguthaben/-verbindlichkeiten aus Fertigungsaufträgen
Veränderung übriges Nettoumlaufvermögen
Gewinne/Verluste aus Abgang Anlagevermögen
MITTELFLUSS AUS BETRIEBLICHER TÄTIGKEIT
Zugänge Wertschriften
Zugänge langfristige Finanzanlagen
Abgänge langfristige Finanzanlagen
0,6
1,6
– 1,3
– 1,0
0,5
– 0,5
0,0
– 1,0
MITTELFLUSS AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT
– 27,8
– 65,0
Veränderung Finanzverbindlichkeiten
– 10,7
– 0,7
– 4,3
– 4,7
– 15,0
– 5,4
Zugänge immaterielle Anlagen
Mittelfluss aus Veränderungen Konsolidierungskreis
Mittelfluss aus Veränderung Beteiligungsquote
Bezahlte Dividenden
MITTELFLUSS AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Umrechnungsdifferenzen
26
8,7
– 2,5
32,5
4,8
Anfangsbestand flüssige Mittel
251,1
246,3
Endbestand flüssige Mittel
283,6
251,1
Bezahlte Ertragssteuern
– 17,4
– 16,9
Bezahlte Zinsen
– 1,8
– 2,2
Erhaltene Zinsen
11,5
10,8
0,8
1,8
VERÄNDERUNG FLÜSSIGE MITTEL
Erhaltene Dividenden
Die Veränderung der Rückstellungen beinhaltet Veränderungen
der kurz- und langfristigen Rückstellungen, der langfristigen
Personalvorsorgeverpflichtungen und der latenten Steuern.
56
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Eigenkapitalspiegel
Eigenkapitalspiegel
Eigenkapital
Anteilseigner
EIGENKAPITALNACHWEIS
Stand per 01.01.2004 vor Restatement
Kapital-
Übrige
Bühler
Minderheits-
Total
Aktienkapital
reserven
Reserven
Holding AG
anteile
Eigenkapital
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
15,0
185,1
361,3
561,4
14,5
575,9
– 4,6
– 4,6
356,7
556,8
Restatement
Stand per 01.01.2004 nach Restatement
15,0
185,1
– 4,6
14,5
571,3
Konzernergebnis
69,2
69,2
2,0
71,2
Dividenden
– 4,3
– 4,3
– 0,4
– 4,7
Umrechnungsdifferenzen
– 7,6
– 7,6
– 1,1
– 8,7
Unrealisierte Gewinne/Verluste
– 0,2
– 0,2
0,0
– 0,2
– 3,6
– 3,6
STAND PER 31.12.2004
Veränderung Minderheitsanteile
15,0
185,1
413,8
613,9
11,4
625,3
Stand per 01.01.2005
15,0
185,1
413,8
613,9
11,4
625,3
Konzernergebnis
69,6
69,6
2,5
72,1
Dividenden
– 4,2
– 4,2
– 0,1
– 4,3
Umrechnungsdifferenzen
14,9
14,9
2,2
17,1
Unrealisierte Gewinne/Verluste
– 0,7
– 0,7
0,0
– 0,7
0,2
0,2
493,4
693,5
16,2
709,7
Veränderung Minderheitsanteile
STAND PER 31.12.2005
15,0
Ergänzung zu den «Übrigen Reserven» siehe Anmerkung 11.
185,1
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
57
Konsolidierungsgrundsätze
ANHANG ZUR JAHRESRECHNUNG
Grundlagen der Rechnungslegung. Die konsolidierte Jahres-
› IFRS 5 regelt die Darstellung des Anlagevermögens, welches inner-
rechnung des Bühler Konzerns wird in Übereinstimmung mit den
halb der nächsten 12 Monate veräussert wird, und die Darstellung
International Financial Reporting Standards (IFRS) und den anwend-
und Offenlegung von nicht weitergeführten Aktivitäten.
baren Interpretationen erstellt und entspricht den gesetzlichen Be-
› IAS 39 (überarbeitet 2004) führt zu einer Neuzuordnung der Finanz-
stimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts. Die Konsoli-
instrumente im Zusammenhang mit der Klassifizierung der Finanz-
dierung erfolgt auf Basis der geprüften und nach einheitlichen Richtlinien
erstellten Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften. Die konsolidierte
Jahresrechnung ist nach dem Anschaffungswertprinzip erstellt. Aus-
instrumente als «Financial assets at fair value through profit and loss».
› IFRIC 1 wird auf Bewertungsänderungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- oder ähnlichen Verpflichtungen angewendet.
nahmen davon werden in den nachfolgenden Rechnungslegungs-
Die Änderung der Rechnungslegungsgrundsätze erfolgt gemäss den in
grundsätzen beschrieben. Die Erstellung der konsolidierten Jahresrech-
den einzelnen Standards aufgeführten Übergangsbestimmungen. Die
nung in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Grundsätzen
geänderten und neuen Standards werden mit Ausnahme von IFRS 3
der Rechnungslegung erfordert die Anwendung von Annahmen und
retrospektiv angewendet. Die Bühler Gruppe wendet die Möglichkeit
Schätzungen. Diese Schätzwerte werden nach bestem Wissen über
nicht an, verabschiedete Standards und Standardänderungen vor de-
die aktuellen Ereignisse und mögliche zukünftige Massnahmen ermit-
ren Inkrafttreten anzuwenden. Es werden keine wesentlichen Auswir-
telt, können jedoch von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen.
kungen auf die konsolidierten Jahresrechnungen aufgrund der neuen
bzw. geänderten Standards erwartet.
Auswirkungen neuer bzw. geänderter Standards. Das International Accounting Standards Board (IASB) hat in 2003 und 2004 eine
Weitere
Vielzahl überarbeiteter und neuer Standards und Interpretationen ver-
Im Berichtsjahr hat die Bühler Gruppe die Fertigungsaufträge neu
öffentlicht, welche bei der Bühler Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2005
segmentiert. Die überarbeitete Darstellung stellt den wirtschaftlichen
angewendet werden. Nachstehend sind die wesentlichen Änderungen
Sachverhalt besser dar. Die Neusegmentierung hat Auswirkungen auf
Änderungen
von
Rechnungslegungsgrundsätzen.
aufgeführt, welche für die Bühler Gruppe im konsolidierten Abschluss
die Ermittlung des anteiligen Umsatzes bei langfristigen Fertigungs-
2005 relevant sind:
aufträgen. Das Vorjahr wurde mit folgenden Effekten entsprechend
› IAS 1 (überarbeitet 2003) und IAS 27 (überarbeitet 2003) haben
angepasst.
insbesondere Auswirkung auf die Darstellung der Minderheitsanteile.
› IAS 24 (überarbeitet 2003) erweitert den Kreis der «Nahestehenden
Personen/Gesellschaften» und führt zu zusätzlichen Offenlegungen.
› IFRS 3, IAS 36 (überarbeitet 2004) und IAS 38 (überarbeitet 2004)
führt zu einer Änderung der Behandlung von Goodwill.
› Ab dem 1. Januar 2005 wird Goodwill nicht mehr planmässig
abgeschrieben.
› Die kumulierte Wertberichtigung per 31. Dezember 2004 wurde
mit dem ursprünglichen Anschaffungswert verrechnet.
› Ab dem Geschäftsjahr 2005 erfolgt ein jährlicher WerthaltigkeitsTest für Goodwill.
Nach
Vor
Effekt aus
Restatement
Restatement
Restatement
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Eigenkapital per 1.1.2004
571,3
575,9
– 4,6
Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen per 31.12.04
133,1
136,2
– 3,1
Nettoschuld aus Fertigungsaufträgen per 31.12.2004
177,4
172,7
4,7
Latente Steuerschulden per 31.12.2004
132,5
134,7
– 2,2
Eigenkapital per 31.12.2004
625,3
630,9
– 5,6
79,0
80,5
– 1,5
Ertragssteuern
– 26,1
– 26,6
0,5
Konzerngewinn
71,2
72,2
– 1,0
EBIT
58
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
Konsolidierungskreis und -methoden. Die konsolidierte Jahres-
Wesentliche Grundannahmen für Schätzungen und Ermes-
rechnung umfasst die Bühler Holding AG mit Sitz in Uzwil (Schweiz)
sensentscheide. Die Bühler Gruppe macht Schätzungen und trifft
und alle in- und ausländischen Gesellschaften, an denen die Konzern-
Annahmen, welche zukünftige Ereignisse betreffen. Sie basieren auf
Holding direkt oder indirekt mit mehr als 50% der Stimmrechte beteiligt
historischen Erfahrungswerten und zukünftigen Erwartungen. Die ge-
ist. Die Konsolidierung erfolgt nach der Methode der Vollkonsolidie-
troffenen Annahmen können von den effektiven Ergebnissen abwei-
rung. Danach werden Aktiven und Passiven sowie Aufwand und Er-
chen. Unten aufgeführt sind die Schätzungen und Annahmen, welche
trag zu 100% in die konsolidierte Jahresrechnung übernommen, alle
einen wesentlichen Einfluss auf die Jahresrechnung des Folgejahres
konzerninternen Beziehungen (Forderungen und Verbindlichkeiten,
haben könnten.
Aufwendungen und Erträge) eliminiert und die Anteile von Minder-
Langfristige
heitsaktionären bzw. -gesellschaftern am Eigenkapital und am Ergeb-
schritt (Percentage-of-Completion-Methode) bilanziert. Dabei wird
nis separat ausgewiesen. Aus konzerninternen Lieferungen herrüh-
der Umsatz (inkl. eines vorsichtig geschätzten Gewinnanteils) ent-
Fertigungsaufträge
werden
nach
dem
Auftragsfort-
rende nicht realisierte Zwischengewinne werden ergebniswirksam eli-
sprechend dem Fertigstellungsgrad realisiert. Der Fertigstellungs-
miniert. Akquirierte Gesellschaften werden gemäss der Erwerbsme-
grad wird mittels Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die Percentage-
thode (Purchase-Methode) konsolidiert. Die Kosten einer Akquisition
of-Completion-Methode basiert auf Schätzungen und Erwartungen
entsprechen der Summe des beizulegenden Zeitwertes der an den
bezüglich zukünftiger Aufwendungen, die effektiven Aufwendungen kön-
Verkäufer zu entrichtenden Vermögenswerte und der eingegangenen
nen von den Schätzungen abweichen. Die Erwartungsrechnungen wer-
oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Transaktion
den laufend überprüft und wenn nötig angepasst. Diese Anpassungen
inklusive der direkt zurechenbaren Kosten. Erworbene Vermögenswer-
beeinflussen die Kosten, den Fertigstellungsgrad, die realisierten und
te, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden zum bei-
die zukünftigen Gewinne. Allfällige Änderungen von Schätzungen wer-
zulegenden Wert im Zeitpunkt der Akquisition in der Bilanz angesetzt.
den in den Perioden verbucht, in denen sie auftreten. Identifizierte Verlus-
Kosten der Akquisition, welche das Nettovermögen übersteigen, wer-
te auf langfristigen Fertigungsaufträgen werden sofort erfolgswirksam
den als Goodwill bilanziert. Erworbene oder verkaufte Gesellschaften
verbucht. Verluste auf langfristigen Fertigungsaufträgen entstehen,
sind ab dem Datum des Erwerbs beziehungsweise bis zum Datum
wenn die erwarteten Herstellungskosten höher sind als die erwarteten
des Verkaufs im konsolidierten Abschluss enthalten. Gesellschaften,
Umsätze.
auf die der Bühler Konzern einen wesentlichen Einfluss ausübt (i.d.R.
Erwartete Garantiekosten werden bei der Ermittlung des Fertig-
durch einen Stimmrechtsanteil von 20% bis 50%), werden nach der
stellungsgrads
Equity-Methode (Kapitalzurechnungsmethode) erfasst und unter den
zogenen Risiken berücksichtigt. Bei Abschluss des Projekts werden
Beteiligungen ausgewiesen. Bei der Equity-Methode werden Eigenka-
die zu erwartenden Garantiekosten für jedes Projekt geschätzt und
pital und Ergebnis anteilsmässig in die konsolidierte Jahresrechnung
entsprechend zurückgestellt. Die effektiv anfallenden Garantiekosten
miteinbezogen. Beteiligungen von weniger als 20% oder nicht konsoli-
können von den zurückgestellten Kosten abweichen und somit zu-
dierte Mehrheitsbeteiligungen mit eingeschränkter Verfügungsgewalt
künftige Ergebnisse beeinflussen.
(fehlende Beherrschung) werden zu Marktwerten (Fair Value) bewertet
und unter den langfristigen Finanzanlagen ausgewiesen. Marktwertveränderungen werden direkt im Eigenkapital erfasst.
Veränderungen im Konsolidierungskreis. Im Berichtsjahr hat sich
der Konsolidierungskreis wie folgt verändert:
Zugänge.
› Buhler (Private Joint Stock Co.), Teheran
› Buhler (Shanghai) Trading Co., Ltd, Shanghai (Gründung)
› Buhler Real Estate, Shenzen, Shenzen (Gründung)
› Buhler Xi’an, Xi’an (Gründung)
Abgänge.
› Buhler Real Estate Co., Ltd, Yokohama (Liquidation)
Weitere Anmerkungen.
› Die Buhler Holding GmbH Braunschweig wurde in
Buhler PARTEC GmbH Saarbrücken umbenannt.
basierend
auf
Erfahrungswerten
und
projektbe-
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
59
Währungsumrechnung. Die Jahresrechnungen der ausländischen
Konzerngesellschaften werden in lokaler Währung erstellt und für die
Konsolidierung in Schweizer Franken umgerechnet. Für die Bilanzen
gelten Jahresend- und für die Erfolgsrechnungen Jahresdurchschnittskurse. Die Konzernmittelflussrechnung wird ebenfalls zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Differenzen, die sich aus der Anwendung
der oben erwähnten unterschiedlichen Umrechnungskurse von Bilanzund Erfolgsrechnung sowie aus Eigenkapital-Transaktionen ergeben,
werden erfolgsneutral mit dem konsolidierten Eigenkapital verrechnet.
Umrechnungsdifferenzen von Konzerndarlehen in fremden Währungen
mit Beteiligungscharakter werden erfolgsneutral direkt mit dem Eigenkapital verrechnet.
Für die Fremdwährungsumrechnung wurden im Bühler Konzern die folgenden Kurse angewandt:
Durchschnittskurse
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Stichtagskurse
2005
2004
2005
2004
CHF
CHF
CHF
CHF
Europa
1 EUR
1,548000
1,544800
1,555000
1,545000
Grossbritannien
1 GBP
2,263300
2,273500
2,270000
2,180000
USA
1 USD
1,245500
1,246000
1,317500
1,132500
Kanada
1 CAD
1,029200
0,955900
1,130000
0,937500
Brasilien
1 BRL
0,515526
0,425360
0,566900
0,427250
Argentinien
1 ARS
0,425834
0,423934
0,434850
0,380500
Japan
1JPY
0,011321
0,011517
0,011180
0,010980
Indien
1 INR
0,028263
0,027504
0,029200
0,026000
China
1 CNY
0,152091
0,150569
0,163000
0,137000
Mexiko
1 MXN
0,114289
0,110125
0,123900
0,101100
Schweden
1 SEK
0,166831
0,169203
0,165600
0,171300
Südafrika
1 ZAR
0,195700
0,193300
0,208200
0,199600
Iran
1 IRR
0,000140
n/a
0,000145
n/a
60
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
Bewertungsgrundsätze
Sachanlagen. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Her-
Wertminderung des Anlagevermögens (Impairment). Die Wert-
stellkosten abzüglich der planmässigen Abschreibungen und Wertbe-
haltigkeit der Aktiven wird immer dann überprüft, wenn aufgrund verän-
richtigungen für nachhaltige Wertminderungen bilanziert. Die Abschrei-
derter Umstände oder Ereignisse eine Überbewertung der Buchwerte
bungen erfolgen linear über die geschätzte Nutzungsdauer, das heisst
möglich erscheint. Übersteigt der Buchwert den realisierbaren Wert
für:
(der höhere der beiden Beträge aus Nettoveräusserungspreis und
Nutzungswert), erfolgt eine Minderung auf den realisierbaren Wert. Die
Gebäude
Maschinen und technische Anlagen
25 – 50 Jahre
8 – 20 Jahre
EDV-Hardware
2 – 4 Jahre
übrige Sachanlagen
3 – 7 Jahre
Werthaltigkeit des Goodwills wird jährlich getestet (Impairment-Tests).
Finanzielle Vermögenswerte. Es werden die folgenden vier Kategorien unterschieden:
› Finanzaktiven «erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet»
(At fair value through profit or loss) werden grundsätzlich mit der
Die Renditeliegenschaften werden ebenfalls zu Anschaffungskosten
abzüglich der planmässigen Abschreibungen und Wertberichtigungen
für nachhaltige Wertminderung bilanziert. Die Abschreibungen erfolgen
linear über die geschätzte Nutzungsdauer für Gebäude 25 – 50 Jahre.
Der im Anhang separat ausgewiesene Verkehrswert dieser Liegenschaften basiert hauptsächlich auf internen Berechnungen (Vergleiche
mit Werten ähnlicher Objekte).
Reparatur- und Unterhaltskosten werden direkt der Erfolgsrechnung belastet. Nur wertvermehrende Kosten werden aktiviert und über die ent-
Absicht zur Erzielung von Gewinn aus kurzfristigen Preisschwankungen erworben.
› «Bis zur Endfälligkeit zu haltende» Finanzinvestitionen sind Anlagen
mit einer festen Laufzeit, die der Bühler Konzern bis zu deren
Endfälligkeit halten will und kann.
› Kredite und Forderungen» beinhalten gewährte Darlehen und langfristige Forderungen.
› Die anderen finanziellen Aktiven werden den «zur Veräusserung
verfügbaren» finanziellen Vermögenswerten zugeordnet.
sprechende Restnutzungsdauer der Anlage abgeschrieben.
Die finanziellen Vermögenswerte «At fair value through profit or loss»
Leasing. Durch langfristige Finanzierungsleasingverträge finanzierte
werden beim Erwerb zu ihren Anschaffungswerten und danach zum
Sachanlagen werden wie die übrigen Anlagen aktiviert und abgeschrie-
Marktwert bilanziert, wobei die Marktwertveränderungen im Finanzer-
ben. Die entsprechenden Verpflichtungen sind je nach Fälligkeit in den
gebnis erfasst werden. Die «bis zur Endfälligkeit gehaltenen» finanziellen
kurz- oder langfristigen Finanzverbindlichkeiten passiviert. Vermögens-
Vermögenswerte werden nach der Methode der abgezinsten Kosten
gegenstände aus einem Operating Leasingverhältnis werden nicht bilan-
(Effective-Interest-Methode) bewertet. Die «zur Veräusserung verfüg-
ziert. Der Aufwand wird direkt der Erfolgsrechnung belastet. Vermögens-
baren» finanziellen Vermögenswerte werden nach der erstmaligen
werte aus einem Finanzierungsleasingverhältnis, bei dem der Bühler
Erfassung zu Verkehrswerten bewertet, wobei die nicht realisier-
Konzern als Leasinggeber auftritt, werden als Forderungen in der Höhe
ten Gewinne und Verluste bis zur Veräusserung in den Gewinnre-
des Nettoinvestitionswertes erfasst. Die mit dem rechtlichen Eigentum
serven erfasst und ausgewiesen werden; bei Veräusserung werden
verbundenen Chancen und Risiken werden an den Leasingnehmer
diese im Finanzergebnis erfasst. Dauernde Wertbeinträchtigungen (Im-
übertragen.
pairment) werden nicht über das Eigenkapital, sondern direkt über die
Immaterielle Anlagen. Das immaterielle Anlagevermögen umfasst
Erwerb zu Anschaffungswerten und danach zum Marktwert (Wiederbe-
Erfolgsrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente werden beim
Software, Patente, Lizenzen, Marken und ähnliche Rechte. Sie werden
schaffungswert) bilanziert. Mit Ausnahme von Finanzinstrumenten, welche
über die erwartete Nutzungsdauer, längstens über 10 Jahre, linear ab-
die Anforderungen eines «Cash-Flow Hedges» erfüllen, werden die Markt-
geschrieben. Beim Erwerb eines Unternehmens entsteht Goodwill als
wertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente im Finanzergebnis
Differenz zwischen dem Marktwert (Fair Value) der übernommenen Net-
erfasst. Die Erfassung von Käufen und Verkäufen erfolgt per Abschluss-
toaktiven und dem Kaufpreis. Goodwill hat eine unbegrenzte Nutzungs-
datum und nicht per Lieferdatum. Die Verkehrswerte von finanziellen
dauer und wird zu Anschaffungswerten abzüglich kumulierten Wertbe-
Vermögenswerten, welche in einem aktiven Markt gehandelt werden,
einträchtigungen (Impairment) bilanziert.
basieren auf den Marktpreisen per Bilanzstichtag. Die Verkehrswerte
von finanziellen Vermögenswerten, welche nicht an einem aktiven Markt
gehandelt werden, werden mittels Bewertungsmethoden ermittelt.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
61
Vorräte. Gekaufte Vorräte werden zu Anschaffungskosten, selbst her-
(Korridor) überschreiten. Per Bilanzstichtag werden die sich daraus
gestellte Vorräte zu Herstellkosten bewertet. Falls der realisierbare Netto-
ergebenden Verpflichtungen zurückgestellt. Vorausbezahlte Beiträge
verkaufswert tiefer ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Die
(Arbeitgeberbeitragsreserven) werden unter den langfristigen Finanz-
Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit der
anlagen ausgewiesen. Andere Überdeckungen aus Personalvorsorge
Durchschnittsmethode ermittelt. Die unfertigen Erzeugnisse, Fertiger-
werden nur aktiviert, wenn für den Bühler Konzern eine tatsächliche
zeugnisse und Aufträge in Arbeit werden zu Standardkosten (Basis
Verfügbarkeit in Form von zukünftigen Beitragsrückzahlungen oder
Normalauslastung; ohne Einbezug von Fremdkapitalzinsen) bewertet.
-reduktionen gewährleistet ist.
Unkurante Bestände und Artikel mit geringem Lagerumschlag werden
wertberichtigt. Die Vorräte beinhalten neben den Inventarbeständen
Rückstellungen. Rückstellungen werden dann gebildet, wenn aus
auch an Lieferanten geleistete Anzahlungen.
einem Ereignis in der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung
besteht, ein Mittelabfluss wahrscheinlich ist und eine zuverlässige
Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der Barwert der
die anderen Forderungen werden zum Nominalwert abzüglich der not-
Rückstellungen für Jubiläums- oder Dienstaltersgeschenke wird analog
wendigen Wertberichtigungen ausgewiesen.
IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode ermittelt.
Wertschriften. Die Wertschriften im Umlaufvermögen beinhalten zu
Fremdkapital.
Handelszwecken gehaltene marktgängige Wertschriften ohne Beteili-
bindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
gungscharakter. Wertschriften im Anlagevermögen werden als zur Ver-
bezeichnet.
äusserung verfügbare Vermögenswerte gehalten.
geführten Anschaffungskosten bilanziert. Als kurzfristiges Fremdkapital
Die
werden
Als langfristiges Fremdkapital werden alle Verlangfristigen
alle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
werden
bezeichnet,
zu
die
fortinner-
Flüssige Mittel. Die flüssigen Mittel beinhalten Kassa-, Post- und Bank-
halb Jahresfrist fällig sind. Dazu zählen auch die innerhalb eines
bestände und werden zum Nominalwert bilanziert.
Jahres fällig werdenden Anteile der langfristigen Verbindlichkeiten. Die
kurzfristigen Verbindlichkeiten werden zum Nominalwert bewertet.
Personalvorsorge. Neben den gesetzlich geregelten Sozialversicherungen bestehen bei zahlreichen Konzerngesellschaften unabhängige
Personalvorsorgeeinrichtungen. Form und Vorsorgedeckung dieser Einrichtungen, die teils beitragsorientiert und teils leistungsorientiert
ausgestaltet sind, richten sich nach den jeweiligen länderspezifischen
Gegebenheiten. Die Finanzierung erfolgt in der Regel durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge. Bei Vorsorgeeinrichtungen mit beitragsorientierten Plänen werden die geleisteten bzw. geschuldeten Arbeitgeberbeiträge erfolgswirksam erfasst. Bei Vorsorgeeinrichtungen mit
leistungsorientierten Plänen wird der Barwert der erwarteten Ansprüche
nach der Projected-Unit-Credit-Methode unter Abzug von allfälligem
Planvermögen ermittelt. Danach werden Vorsorgekosten, die mit der
Arbeitsleistung der Berichtsperiode zusammenhängen, erfolgswirksam
erfasst. Vorsorgekosten, welche vergangene Arbeitsleistungen betreffen
und auf neue oder verbesserte Vorsorgeleistungen zurückzuführen
sind, werden linear bis zum Zeitpunkt der Anspruchsberechtigung über
den Personalvorsorgeaufwand erfasst. Versicherungsmathematische
Neuberechnungen durch unabhängige Experten werden periodisch
oder bei wesentlichen Veränderungen durchgeführt. Dazwischen erfolgt
eine Fortschreibung. Die versicherungsmathematischen Gewinne und
Verluste aus den periodischen Neuberechnungen werden linear über
die durchschnittliche Restdienstzeit erfolgswirksam erfasst, soweit sie
10% des höheren Betrags von Vermögen und Vorsorgeverpflichtung
Fremdkapitalzinsen werden erfolgswirksam erfasst.
62
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
Steuern. Die Ertragssteuern umfassen den Steueraufwand für alle ver-
Wechselkursrisiken. Durch die weltweite Geschäftstätigkeit ist der
buchten und ausgewiesenen Gewinne des Berichtsjahres. Sie enthalten
Bühler Konzern Wechselkursänderungen ausgesetzt, welche Auswir-
geschuldete
kungen auf die in CHF dargestellte Vermögens- und Ertragslage ha-
und
latente
Ertragssteuern.
Geschuldete
Ertrags-
steuern werden auf dem steuerbaren Ergebnis berechnet. Die Rück-
ben können. Die Fakturierungswährungen innerhalb des Konzerns be-
stellungen für latente Steuern werden nach der Liability-Methode be-
schränken sich auf USD, EUR, GBP und CHF. Netting-Möglichkeiten
rechnet. Die Steuern auf den temporären Bewertungsunterschieden
werden bestmöglich ausgeschöpft. Zur Absicherung von Währungs-
zwischen Konzern- und Steuerwerten werden unter Einbezug von tat-
risiken werden extern Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte
sächlichen oder zu erwartenden lokalen Steuersätzen zurückgestellt.
mit erstklassigen Bankinstituten getätigt. Hedge Accounting wird für so
Die Veränderungen in den Beständen der latenten Steuern werden
genannte «Cash-Flow Hedges» angewendet. Dabei werden zukünftige,
im Steueraufwand erfasst. Latente Steuerguthaben aus temporären
mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Mittelflüsse abgesichert. Das
Bewertungsdifferenzen und aus steuerlich anrechenbaren Verlustvor-
Sicherungsinstrument wird zum Marktwert bilanziert und die Wert-
trägen werden nur soweit aktiviert, als die Realisierung in absehbarer
veränderungen werden im Eigenkapital erfasst. Die im Eigenkapital
Zukunft als wahrscheinlich erscheint.
kumulierten Wertveränderungen werden in jenem Zeitpunkt in der
Erfolgsrechnung erfasst, in dem die vorgesehene Transaktion erfolgs-
Forschung und Entwicklung. Forschungskosten werden in der
wirksam wird. Umrechnungsdifferenzen entstehen bei der Konsolidie-
selben Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungs-
rung der in Fremdwährung erstellten lokalen Abschlüsse und werden
kosten werden nur und soweit aktiviert, als die Kriterien nach IFRS erfüllt
im Eigenkapital des Konzerns ausgewiesen. Nettoinvestitionen in aus-
sind und der Barwert der erwarteten Rückflüsse mit hoher Wahr-
ländischen Konzerngesellschaften sind nicht abgesichert.
scheinlichkeit die Entwicklungskosten übertrifft. Aktivierte Entwicklungskosten werden systematisch über die erwartete Periode, in der die
Rückflüsse eintreffen, abgeschrieben.
Zinsrisiken. Zinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die
Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage des Bühler Konzerns
haben könnten. Zur Optimierung der Finanzmittel im Konzern werden
Fertigungsaufträge, Umsatz- und Gewinnrealisierung. Faktu-
nicht benötigte Liquidität sowie Kreditbedürfnisse der Gruppengesell-
rierungen für Lieferungen und Leistungen werden als Bruttoumsatz
schaften zentral überwacht, abgewickelt und wenn möglich intern abge-
bei Leistungserbringung verbucht. Der Bruttoumsatz ist ohne Umsatz-
sichert. Der wesentliche Teil der langfristigen Finanzierungen ist zurzeit
und Mehrwertsteuern und nach Abzug von Rabatten und Retouren
festverzinslich. Die liquiden Mittel werden vor allem im Geldmarkt an-
ausgewiesen. Langfristige Fertigungsaufträge werden nach Auftrags-
gelegt. Nicht operativ benötigte Liquidität wird teilweise in Aktien und
fortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) bewertet. Der Arbeits-
Obligationen in CHF und Fremdwährungen angelegt.
fortschritt wird mit der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Die konsolidierte Erfolgsrechnung enthält den anteiligen Umsatz einschliesslich
Kreditrisiken. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
eines vorsichtig geschätzten Gewinnanteils und die konsolidierte Bi-
erfolgt eine laufende Überwachung im Rahmen der Berichterstattung
lanz die entsprechenden Guthaben oder Schulden nach Anrechnung
an die Konzernzentrale. Durch die Gruppengesellschaften werden not-
der geleisteten Anzahlungen.
wendige Wertberichtigungen basierend auf einheitlichen Konzernrichtlinien vorgenommen. Es bestehen keine Klumpenrisiken.
Finanzielles Risikomanagement. Für die Überwachung und Handhabung der finanziellen Risiken bestehen konzernweite Richtlinien.
Derivative Finanzinstrumente und Wertschriften werden aufgrund der
am Bilanzstichtag geltenden Marktwerte bewertet.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
63
Konzern-Anhang
PER 31.12.2005
Maschinen und
Rendite-
1 ENTWICKLUNG
DER SACHANLAGEN
Grundstücke
technische
Übrige
Anlagen
im Bau
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
65,4
381,4
192,7
104,0
7,2
750,7
759,4
Zugänge
0,8
8,9
9,2
10,0
8,1
37,0
46,0
Abgänge
– 8,4
– 8,4
– 10,5
– 7,9
0,0
– 35,2
– 42,8
0,0
0,7
1,0
0,2
0,1
2,0
– 5,6
14,0
– 18,2
6,8
0,1
– 7,3
– 4,6
0,0
0,2
3,8
2,8
2,4
0,0
9,2
– 6,3
72,0
368,2
202,0
108,8
8,1
759,1
750,7
– 33,8
– 155,1
– 135,2
– 77,7
0,0
– 401,8
– 411,3
Zugänge
– 0,4
– 5,9
– 11,4
– 10,1
0,0
– 27,8
– 26,6
Abgänge
5,4
3,2
9,2
6,7
0,0
24,5
31,8
Veränderungen Konsolidierungskreis
0,0
– 0,2
– 0,5
0,1
0,0
– 0,6
2,6
Wertminderungen
0,0
0,0
– 0,4
0,0
0,0
– 0,4
– 1,3
– 6,1
6,7
0,4
0,0
0,0
1,0
0,0
liegenschaften und Gebäude
Anlagen Sachanlagen
ANSCHAFFUNGSWERTE
Bestand 01.01.
Veränderungen Konsolidierungskreis
Umgliederungen
Umrechnungsdifferenzen
BESTAND 31.12.
ABSCHREIBUNGEN
Bestand 01.01.
Umgliederungen
Umrechnungsdifferenzen
– 0,2
– 0,9
– 1,8
– 1,7
0,0
– 4,6
3,0
– 35,1
– 152,2
– 139,7
– 82,7
0,0
– 409,7
– 401,8
Bestand 01.01.
31,6
226,3
57,5
26,3
7,2
348,9
348,1
Bestand 31.12.
36,9
216,0
62,3
26,1
8,1
349,4
348,9
BESTAND 31.12.
BUCHWERTE
Die Mieteinnahmen der Renditeliegenschaften belaufen sich im
Die kumulierten Abschreibungen per 31.12.2005 beinhalten Im-
Berichtsjahr auf CHF 0,4 Mio. (Vorjahr CHF 0,4 Mio.) und der Be-
pairment-Wertberichtigungen in der Höhe von CHF 29,4 Mio. (Vor-
triebsaufwand der Liegenschaften mit Mieteinnahmen auf CHF 0,3
jahr CHF 32,4 Mio.) bei den Renditeliegenschaften und CHF 51,4
Mio. (Vorjahr CHF 0,2 Mio.). Betriebsaufwand bei Liegenschaften
Mio. (Vorjahr CHF 53,1 Mio.) bei den Grundstücken und Gebäuden
ohne Mieteinnahmen ist im Berichtsjahr wie im Vorjahr keiner an-
beziehungsweise bei Maschinen. Die Veränderungen zum Vorjahr
gefallen. Die Verkehrswerte der Renditeliegenschaften betragen
basieren auf zusätzlichen Impairment-Wertberichtigungen von
im Berichtsjahr CHF 54,5 Mio. (Vorjahr CHF 44,2 Mio.). Bei den
CHF 0,4 Mio. bei Maschinen und Abgängen (v.a. Renditeliegen-
Renditeliegenschaften handelt es sich zu einem grossen Teil um
schaften) von CHF 5,4 Mio. Zusätzlich wurden kumulierte Wert-
Grundstücke. Die Ermittlung der Verkehrswerte der Renditeliegen-
beeinträchtigungen von CHF 2,1 Mio. von den Grundstücken und
schaften erfolgte vor allem durch interne Liegenschaftenexperten.
Gebäuden in die Kategorie Renditeliegenschaften umgegliedert.
Die Buchwerte der geleasten Sachanlagen betragen im Berichts-
Die nicht bilanzierten Verpflichtungen für Investitionen in Sachan-
jahr CHF 0,5 Mio. (Vorjahr CHF 0,1 Mio.). Die Brandversiche-
lagen und immaterielle Anlagen betragen CHF 4,2 Mio. (Vorjahr
rungswerte (in der Regel Neuwerte) der Sachanlagen betragen per
CHF 2,1 Mio.).
31.12.2005 CHF 1016,5 Mio. (Vorjahr CHF 957,5 Mio.). Der Netto-Gewinn aus Verkauf von Sachanlagen beträgt CHF 13,8 Mio.
(Vorjahr CHF 6,9 Mio.) und resultiert vorwiegend aus dem Verkauf
von Liegenschaften in der Schweiz und in England.
64
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
Übrige immateGoodwill
rielle Anlagen
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Bestand 01.01.
2,5
22,0
24,5
24,7
Zugänge
0,0
1,3
1,3
1,0
Abgänge
0,0
– 0,6
– 0,6
– 0,6
Veränderungen Konsolidierungskreis
0,0
0,2
0,2
0,0
Umgliederungen
– 1,2
– 0,1
– 1,3
0,0
Umrechnungsdifferenzen
– 0,1
1,2
1,1
– 0,6
1,2
24,0
25,2
24,5
– 1,2
– 16,5
– 17,7
– 15,4
Zugänge
0,0
– 2,6
– 2,6
– 3,6
Abgänge
0,0
0,6
0,6
0,6
Veränderungen Konsolidierungskreis
0,0
0,0
0,0
0,0
– 0,1
0,0
– 0,1
0,0
1,2
0,0
1,2
0,0
2 ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN ANLAGEN
ANSCHAFFUNGSWERTE
BESTAND 31.12.
AMORTISATION
Bestand 01.01.
Wertminderungen
Umgliederungen
Umrechnungsdifferenzen
0,1
– 1,0
– 0,9
0,7
BESTAND 31.12.
0,0
– 19,5
– 19,5
– 17,7
Bestand 01.01.
1,3
5,5
6,8
9,3
Bestand 31.12.
1,2
4,5
5,7
6,8
BUCHWERTE
Die Veränderung der übrigen immateriellen Anlagen sind vor allem
Zugänge bei Patenten.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
65
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
2,1
35,1
Überschüsse aus Personalvorsorge
14,0
14,0
Übrige langfristige Finanzanlagen
11,8
14,2
TOTAL
27,9
63,3
3 LANGFRISTIGE FINANZANLAGEN
Wertschriften
Die Abnahme bei den Wertschriften ist auf die Umgliederung der
schliesslich aus an der Börse gehandelten Wertpapieren. Die übri-
Finanzaktiven, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeit-
gen langfristigen Finanzanlagen enthalten Investitionen in nicht
wert bewertet werden, in die kurzfristigen Wertschriften zurückzu-
kotierte Firmen und langfristige Darlehen. Per 31.12.2005 bestan-
führen.
vor
den die langfristigen Finanzanlagen aus folgenden Währungen:
allem aufgrund der Veränderung des Konsolidierungskreises um
70% in CHF; 11% in EUR; 6% in USD; 6% in JPY; 4% in GBP und
CHF 2,4 Mio. abgenommen. Die Wertschriften bestehen aus-
3% in anderen Währungen.
Die
übrigen
langfristigen
Finanzanlagen
haben
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
– 49,4
– 51,3
5,5
9,3
– 2,8
– 3,7
– 88,3
– 84,2
5,2
6,2
TOTAL NETTOBUCHWERT
– 129,8
– 123,7
Davon in der Bilanz ausgewiesen als latente Steuerschulden
– 138,3
– 132,5
Davon in der Bilanz ausgewiesen als latente Steuerguthaben
8,5
8,8
4 LATENTE STEUERGUTHABEN UND -SCHULDEN
NETTOBUCHWERTE
Sachanlagen
Personalvorsorge
Rückstellungen
Übrige Positionen
Verlustvorträge
Latente Steuerguthaben und -schulden werden dann verrechnet,
gleiche Veranlagungsbehörde beziehen. Es werden keine wesent-
wenn ein begründetes Recht dazu besteht, diese zu verrechnen
lichen zusätzlichen Steuerverpflichtungen aufgrund von Ausschüt-
und wenn sich die laufenden Ertragssteuerberechnungen auf die
tungen von Konzerngesellschaften erwartet.
WertBruttowert
berichtigung
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
81,0
– 13,2
67,8
60,3
Unfertige Erzeugnisse
62,1
– 7,2
54,9
69,6
Fertigerzeugnisse und Waren
35,1
– 7,3
27,8
26,0
Aufträge in Arbeit
28,4
– 1,3
27,1
16,7
Lieferantenanzahlungen
17,5
17,5
10,0
195,1
182,6
5 VORRÄTE
TOTAL
Die im Vorjahr von den Vorratsbeständen in Abzug gebrachten
Wertberichtigungen betragen CHF – 29,5 Mio. Im Berichtsjahr
wurden keine wesentlichen Wertberichtigungen aus dem Vorjahr
aufgelöst.
224,1
– 29,0
66
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
6 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
353,2
333,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
› gegenüber Dritten
› gegenüber nicht konsolidierten Gesellschaften
0,6
2,1
› gegenüber nahestehenden Personen/Gesellschaften
0,0
0,1
– 9,1
– 10,7
344,7
324,5
Delkredere
TOTAL
Davon sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten im Betrage von CHF 30,5 Mio. (Vorjahr CHF 31,1
Mio.) nicht innerhalb der nächsten 12 Monate fällig.
7 ANDERE FORDERUNGEN UND AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGEN
Mehrwertsteuerguthaben
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
19,5
14,1
31,8
27,5
Andere Forderungen
› gegenüber Dritten
› gegenüber nicht konsolidierten Gesellschaften
0,2
0,6
› gegenüber nahestehenden Personen/Gesellschaften
0,0
0,1
Aktive Rechnungsabgrenzungen
8,9
6,4
60,4
48,7
TOTAL
8 FERTIGUNGSAUFTRÄGE
Fertigungsaufträge in Arbeit
Anzahlungen von Kunden
NETTOGUTHABEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN
Fertigungsaufträge in Arbeit
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
252,9
226,1
– 100,2
– 93,0
152,7
133,1
83,6
45,1
Anzahlungen von Kunden
– 263,2
– 222,5
NETTOVERBINDLICHKEITEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN
– 179,6
– 177,4
AUFGELAUFENE KOSTEN UND REALISIERTE GEWINNE
1’072,6
915,6
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
67
2005
9 ZUM VERKAUF GEHALTENES ANLAGEVERMÖGEN
in Mio. CHF
Umgliederung aus Sachanlagen
3,7
Umrechnungsdifferenzen
0,3
ZUM VERKAUF GEHALTENES ANLAGEVERMÖGEN
4,0
Bei dem zum Verkauf gehaltenen Anlagevermögen handelt es
sich um eine Liegenschaft (Buchwert CHF 3,1 Mio.) und um
Land (Buchwert CHF 0,9 Mio.) in Mexiko. Der Verkauf wird in
der ersten Hälfte das Geschäftsjahres 2006 erwartet.
10 AKTIENKAPITAL
Das Aktienkapital beträgt per 31.12.2005 CHF 15,0 Mio. (Vorjahr CHF 15,0 Mio.) und besteht aus 150 000 (Vorjahr 150 000)
Namenaktien zu nominal CHF 100 (Vorjahr CHF 100).
Zur Veräusserung
Gewinn-
Hedge-
verfügbare finan-
Reserven
Reserven
zielle Aktiven
differenz
Total
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Stand 1.1.2004
368,6
0,0
1,1
– 13,0
356,7
Konzernergebnis
69,2
Dividenden
– 4,3
11 ÜBRIGE RESERVEN
Umrechnungs-
69,2
– 4,3
Umrechnungsdifferenzen
– 7,6
– 7,6
Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Aktiven:
› Unrealisierter Gewinn/Verlust
› Steuern auf unrealisiertem Gewinn/Verlust
– 0,3
– 0,3
0,1
0,1
Cash-Flow Hedge:
› Unrealisierter Gewinn/Verlust
0,0
0,0
› Steuern auf unrealisiertem Gewinn/Verlust
0,0
0,0
STAND 31.12.2004
433,5
0,0
0,9
– 20,6
413,8
Stand 1.1.2005
433,5
0,0
0,9
– 20,6
413,8
Konzernergebnis
69,6
69,6
Dividenden
– 4,2
– 4,2
Umrechnungsdifferenzen
14,9
14,9
Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Aktiven:
› Unrealisierter Gewinn/Verlust
0,0
0,0
› Steuern auf unrealisiertem Gewinn/Verlust
0,0
0,0
Cash-Flow Hedge:
› Unrealisierter Gewinn/Verlust
› Steuern auf unrealisiertem Gewinn/Verlust
STAND 31.12.2005
498,9
– 1,0
– 1,0
0,3
0,3
– 0,7
0,9
– 5,7
493,4
68
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
Fälligkeit
12 KURZ- UND LANGFRISTIGE
FINANZVERBINDLICHKEITEN
bis 1 Jahr
2 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Bankdarlehen
0,4
0,0
0,0
0,4
0,8
Hypotheken
0,7
0,3
0,0
1,0
12,3
Darlehen
2,5
12,7
0,3
15,5
12,4
Bankschulden
0,0
0,0
0,0
0,0
1,8
Andere
3,0
0,2
0,0
3,2
1,9
TOTAL
6,6
13,2
0,3
20,1
29,2
Davon kurzfristig
6,6
15,3
Davon langfristig
13,5
13,9
Die Darlehen beinhalten langfristige Positionen gegenüber nahe-
fristige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Gesell-
stehenden Personen/Gesellschaften im Betrag von CHF 9,5 Mio.
schaften im Betrag von CHF 0,2 Mio. (Vorjahr CHF 0,6 Mio.).
(Vorjahr CHF 7,1 Mio.) und kurzfristige Positionen von CHF 0,9
Vgl. dazu auch Anmerkung 31. 96% der Finanzverbindlichkei-
Mio. (Vorjahr CHF 0,0 Mio.). Die Hypotheken beinhalten kurz-
ten (Vorjahr 94%) bestehen in Schweizer Franken.
13 PERSONALVORSORGE
13.1 ZUSAMMENFASSUNG DER BILANZIERTEN ÜBER- UND UNTERDECKUNGEN
Vorsorgeverpflichtung mit ausgesondertem Vermögen
Vorsorgevermögen
ÜBER- /UNTERDECKUNG
Vorsorgeverpflichtung ohne Vorsorgevermögen
Noch nicht amortisierte Planänderungskosten
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
– 1’057,7
– 1’106,9
1’112,9
1’005,9
55,2
– 101,0
– 58,1
– 59,3
0,2
0,2
Noch nicht amortisierte Gewinne (–)/Verluste (+)
– 32,7
98,0
Nicht erfasste Vorauszahlungen
– 13,4
– 5,8
NETTO BILANZIERTE VORSORGEVERPFLICHTUNG
– 48,8
– 67,9
14,0
14,0
› als langfristige Personalvorsorgeverpflichtung
– 62,8
– 81,9
TOTAL
– 48,8
– 67,9
IN DER BILANZ WIE FOLGT AUSGEWIESEN:
› als Finanzanlagen (Überschüsse aus Personalvorsorge)
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Kosten für erworbene Vorsorgeansprüche
– 14,8
– 20,5
Zinsaufwand für die Vorsorgeverpflichtung
– 45,7
– 44,3
13.2 ZUSAMMENSETZUNG DES AUFWANDES FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Erwarteter Ertrag auf dem Vermögen
46,6
44,9
Umbewertung von nicht erfassten Beträgen
– 7,6
– 2,4
Auswirkung von Planänderungskosten und Restrukturierungen
– 0,7
– 0,6
– 22,2
– 22,9
AUFWAND FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Der effektive Vermögensertrag beträgt CHF 92,3 Mio (Vorjahr
CHF 43,7 Mio). Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne beträgt CHF 2,0 Mio (Vorjahr CHF 1,7 Mio).
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
69
13.3 VERÄNDERUNG DER IN DER BILANZ ERFASSTEN ÜBER-/UNTERDECKUNG
Per 01.01. in der Bilanz netto erfasster Betrag
Umgliederung in (+) / aus (–) Rückstellungen für Personalkosten
Aufwand für leistungsorientierte Pläne
Arbeitgeberbeiträge
Abgang Konsolidierungskreis
Umrechnungsdifferenzen
In der Bilanz per 31.12. netto erfasster Betrag
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
– 67,9
– 73,6
0,2
1,0
– 22,2
– 22,9
42,1
26,3
0,0
0,2
– 1,0
1,1
– 48,8
– 67,9
Die erhöhten Arbeitgeberbeiträge sind auf Planänderungen
nach Schweizer Recht bei den Bühler Pensionskassen in der
Schweiz zurückzuführen.
13.4 VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE GRUNDLAGE
2005
2004
in%
in%
Gewichtete Durchschnittszahlen:
Jährlicher Diskontierungszinssatz
3,9%
4,2%
Langfristige jährliche Rendite
4,6%
4,6%
Rentenentwicklung
1,1%
1,0%
Lohnentwicklung
1,6%
1,6%
14 KURZ- UND LANGFRISTIGE
RÜCKSTELLUNGEN
Rückstel-
Restruktu-
Garantie-
lungen für
rierungs-
rück-
Personal-
rück-
Rück-
stellungen
kosten
stellungen
stellungen
Übrige
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Bestand 01.01.
49,3
15,3
0,1
16,8
81,5
81,4
Bildung
34,4
2,4
0,0
11,6
48,4
51,6
Verwendung
– 19,2
– 1,2
– 0,1
– 3,8
– 24,3
– 31,8
Auflösung
– 21,8
– 0,6
0,0
– 7,0
– 29,4
– 20,2
Veränderungen Konsolidierungskreis
0,2
0,2
0,0
0,0
0,4
0,0
Umgliederung
0,0
0,2
0,0
– 0,4
– 0,2
1,0
Barwertanpassung
0,0
0,0
0,0
0,2
0,2
0,0
0,7
0,0
0,0
0,3
1,0
– 0,5
BESTAND 31.12.
Umrechnungsdifferenzen
43,6
16,3
0,0
17,7
77,6
81,5
davon kurzfristig
38,8
2,4
0,0
11,2
52,4
57,2
davon langfristig
4,8
13,9
0,0
6,5
25,2
24,3
Die Rückstellungen für Personalkosten beinhalten im wesentlichen Leistungen mit Langzeitcharakter zugunsten von Mitarbeitern wie z.B. Diensttreueprämien, Altersteilzeit und Jubiläumsgelder. Die Zahlungsabflüsse der langfristigen Rückstellungen werden etwa zu einem Drittel innerhalb der nächsten
zwei Jahre erwartet.
70
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
15 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
139,9
102,2
1,7
1,3
141,6
103,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
› gegenüber Dritten
› gegenüber nicht konsolidierten Gesellschaften
TOTAL
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
7,6
6,8
30,1
33,7
39,1
32,9
› nicht konsolidierten Gesellschaften
1,1
0,5
› nahestehenden Personen/Gesellschaften
0,3
1,0
16 ANDERE VERBINDLICHKEITEN UND PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNGEN
Mehrwertsteuerschulden
Vorauszahlungen
Andere Verbindlichkeiten gegenüber
› Dritten
Ferien und Überzeit
29,5
27,3
Andere passive Rechnungsabgrenzungen
95,4
80,0
203,1
182,2
TOTAL
17 UMSATZERLÖSE
Von der Gesamtleistung wurden im Berichtsjahr insgesamt CHF
1024,8 Mio. (Vorjahr CHF 964,8 Mio.) mit der «Percentage-ofCompletion»-Methode ermittelt.
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Andere betriebliche Erträge mit Nahestehenden
0,5
0,2
Aktivierte Eigenleistungen
1,2
1,3
18 ANDERE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Mietertrag
2,2
1,8
Gewinn aus Verkauf von Sachanlagen
14,5
8,2
Übrige
30,3
46,3
TOTAL
48,7
57,8
Die Position Übrige enthält v.a. Erlöse aus Konsortialgeschäften,
Auflösung von Rückstellungen und sonstige Erlöse Dritter, welche
nicht das Kerngeschäft betreffen.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
71
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
423,3
423,9
Sozialversicherungs- und Vorsorgeaufwand
83,0
77,8
Übriger Personalaufwand
21,4
13,8
527,7
515,5
19 PERSONALAUFWAND
Löhne und Gehälter
TOTAL
20 ANDERE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Administration
63,6
68,6
Mieten, Gebühren, Abgaben
20,0
20,3
Energie, Unterhalt, Reparaturen
22,8
24,4
Reisekosten
48,5
46,0
Frachtkosten
48,0
36,3
8,6
6,7
64,9
57,9
276,4
260,2
Beratung
Übrige
TOTAL
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Zins- und Wertschriftenerträge
7,0
5,0
Übrige Erträge aus Finanzanlagen
5,4
6,7
Marktwertanpassungen
7,5
0,7
14,1
16,6
0,6
0,0
34,6
29,0
21 FINANZERTRAG
Währungsgewinne
Zinserträge von nahestehenden Personen/Gesellschaften
TOTAL
Die Währungsgewinne resultieren vor allem aus der positiven
Entwicklung der Fremdwährungsabsicherungen. Die Position
Marktwertanpassungen beinhaltet Marktwertanpassungen von
Finanzaktiven welche als Financial assets at fair value through
profit or loss gehalten werden.
72
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Zins- und ähnlicher Aufwand
2,8
2,6
Marktwertanpassungen
4,6
0,7
Währungsverluste
5,0
6,8
Zinsaufwand gegenüber nahestehenden Personen/Gesellschaften
0,9
0,6
13,3
10,7
22 FINANZAUFWAND
TOTAL
Der Finanzaufwand hat sich vor allem aufgrund der Entwicklung
sicherung von Fremdwährungsrisiken, Wertbeeinträchtigungen
der negativen Marktwertanpassungen erhöht. Diese Position be
auf Finanzanlagen, die als Available for sale gehalten werden,
inhaltet negative Marktwertanpassungen auf Derivaten zur Ab-
und Wertbeeinträchtigungen auf Darlehen.
23 STEUERN
23.1 ERTRAGSSTEUERN
Angefallene Ertragssteuern der Berichtsperiode
Angefallene Ertragssteuern aus früheren Perioden
Latente Steuern aus temporären Differenzen
Latente Steuern aus Steuersatzänderungen
TOTAL ERTRAGSSTEUERN
Total im Eigenkapital direkt erfasste latente Steuern
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
– 21,3
– 18,4
0,7
– 0,2
– 6,9
– 7,3
0,0
– 0,2
– 27,5
– 26,1
0,3
0,1
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
99,6
97,3
– 29,1
– 28,3
Steueraufwand aus früheren Perioden
0,7
– 0,2
Latente Steuern aus Steuersatzänderungen
0,0
– 0,2
Einfluss von steuerlichen Verlustvorträgen
4,2
3,1
– 1,5
– 0,4
23.2 ANALYSE DER STEUERBELASTUNG
Ergebnis vor Steuern
Komponenten des Steueraufwandes:
Ertragssteuern zum erwarteten Steuersatz
Einfluss nicht aktivierter Steuern auf Verlusten
Andere Effekte netto
Ausgewiesene Ertragssteuern (tatsächlich und latent)
TOTAL ERTRAGSSTEUERN IN % DES ERGEBNISSES VOR STEUERN
– 1,8
– 0,1
– 27,5
– 26,1
27,6
26,8
Die Position Andere Effekte netto enthält vor allem die Steuer-
(Vorjahr 29,1%) und setzt sich aus dem gewichteten Durchschnitt
effekte aus steuerlich unwirksamen Aufwänden und Erträgen
der zur Anwendung gelangenden lokalen Steuersätze zusammen.
von CHF – 2,1 Mio. Der erwartete Steuersatz beträgt rund 29,3%
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
73
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
22,1
22,5
in mehr als 5 Jahren
4,7
5,6
in 2 bis 5 Jahren
0,8
6,1
innerhalb 1 Jahres
0,0
0,1
TOTAL VERLUSTVORTRÄGE
27,6
34,3
Davon in den latenten Steuern berücksichtigte Verlustvorträge
13,1
15,6
5,0
6,3
24 STEUERLICHE VERLUSTVORTRÄGE
Verfall
unbeschränkt
Steuereffekt auf unberücksichtigten Verlustvorträgen
25 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
25.1 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE FÜR WÄHRUNGSRISIKEN
Zur Absicherung der Währungsrisiken werden Termingeschäfte,
Swaps und Optionsgeschäfte mit Banken abgeschlossen. Per
Bilanzstichtag bestanden die folgenden offenen Positionen:
Wiederbeschaffungswert
Kontraktwert
2005
2005
2004
2004
Positiv
Negativ
Positiv
Negativ
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
in Mio. CHF
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Terminkontrakte
0,2
2,5
1,1
0,2
105,2
62,7
Optionskontrakte
0,1
0,3
2,4
1,3
77,0
114,5
TOTAL
0,3
2,8
3,5
1,5
182,2
177,2
Positive Wiederbeschaffungswerte sind in den Wertschriften, negative Wiederbeschaffungswerte in den Finanzverbindlichkeiten
enthalten.
25.2 CASH-FLOW HEDGES
Per 31.12.2005 bestanden Devisentermingeschäfte für insgesamt
fen abgeschlossen wurden. Die Termingeschäfte wurden zu fol-
USD 20,6 Mio., welche zur Absicherung von zukünftigen Verkäu-
genden Bedingungen abgeschlossen:
Kontraktwert
Verfall
Kurs
Terminkontrakt
1,3
31.05.07
CHF / USD 1,2046
Terminkontrakt
6,5
29.06.07
CHF / USD 1,2017
Terminkontrakt
5,2
31.07.07
CHF / USD 1,1987
Terminkontrakt
3,9
31.08.07
CHF / USD 1,1956
Terminkontrakt
3,9
28.09.07
CHF / USD 1,1929
Terminkontrakt
1,3
31.10.07
CHF / USD 1,1899
Terminkontrakt
1,3
30.11.07
CHF / USD 1,1871
2,4
29.05.09
CHF / USD 1,1402
Terminkontrakt
TOTAL
25,8
Die Beurteilung des Cash Flow-Hedge auf den zukünftigen Ver-
latente Steuern von CHF 0,3 Mio. auf den Termingeschäften direkt
käufen in USD hat ergeben, dass die Hedge-Effizienz gegeben ist.
im Eigenkapital verbucht worden.
Per 31.12.2005 sind unrealisierte Verluste von CHF 1,0 Mio. und
74
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
26 ZU- UND ABGANG VON KONZERNGESELLSCHAFTEN
Detailangaben zu den Zugängen/Abgängen Konsolidierungskreis sind in den Konsolidierungsgrundsätzen im Abschnitt
«Veränderung im Konsolidierungskreis» aufgeführt.
Umlaufvermögen
Anlagevermögen
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Langfristige Verbindlichkeiten
VERÄNDERUNG NETTOAKTIVEN
2005
in Mio. CHF
2004
in Mio. CHF
7,2
– 5,5
1,7
– 3,0
– 5,4
2,7
–
0,8
3,5
– 5,0
Minderheitenanteil
– 0,2
2,5
Umgliederung in (+) / aus (–) Finanzanlagen
– 1,9
1,7
Umgliederung aus Umlaufvermögen
– 1,4
–
–
– 0,8
TOTAL ZU- (+) / ABGANG (–) KONZERN
Erhaltener (+) / bezahlter (–) Kaufpreis
ABGEGANGENE (+) / EINGEBRACHTE (–) FLÜSSIGE MITTEL
MITTELFLUSS AUS VERÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS
–
0,3
– 0,5
0,8
0,5
– 0,5
2005
2004
Die Gesellschaft Bühler (Private Joint Stock Co.) Teheran wur-
Beim Abgang handelt es sich um die Gesellschaft B.Vi.R. Spa.
de im Geschäftsjahr 2005 erstmals konsolidiert. Sie trug CHF
Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2004 einen Drittumsatz
6,4 Mio. zum Umsatz und CHF 0,9 Mio. zum Konzernergebnis
von rund CHF 2,6 Mio.
bei. Die Gesellschaft wurde per 1.1.2005 konsolidiert.
27 EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Die Eventualverbindlichkeiten gegenüber Dritten setzen sich wie
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Diskontierte Wechsel
4,8
4,8
Bürgschaften, Garantien und andere Verpflichtungen
5,3
5,9
10,1
10,7
folgt zusammen:
TOTAL
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
75
28 NICHT BILANZIERTE VERPFLICHTUNGEN
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Leasingverpflichtung bis 1 Jahr
2,1
1,4
Leasingverpflichtung 2 bis 5 Jahre
2,4
2,7
TOTAL
4,5
4,1
28.1 NICHT BILANZIERTE VERPFLICHTUNGEN AUS OPERATING LEASING
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Verpflichtung bis 1 Jahr
0,7
0,7
Verpflichtung 2 bis 5 Jahre
2,6
2,6
Verpflichtung über 5 Jahre
2,2
6,7
TOTAL
5,5
10,0
28.2 NICHT BILANZIERTE VERPFLICHTUNGEN AUS MIETVERTRÄGEN
Diese Position beinhaltet im Wesentlichen Verpflichtungen aus
langfristigen Mietverträgen in Grossbritannien.
76
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
29 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung, welcher im Geschäftsjahr direkt der Erfolgsrechnung belastet wurde, belief
sich auf CHF 62,9 Mio. (Vorjahr 55,6 Mio.). Der wesentliche
Standort für Forschung und Entwicklung ist am Hauptsitz in
Uzwil angesiedelt.
30 ZUR SICHERUNG EIGENER VERPFLICHTUNGEN
VERPFÄNDETE ODER ABGETRETENE AKTIVEN
Zur Sicherung der Hypotheken wurden Schuldbriefe in folgen-
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Bilanzwert der Liegenschaften
7,2
99,8
Nominelle Beanspruchung
1,1
28,7
Effektive Beanspruchung
1,0
12,3
dem Umfang erstellt:
Die tiefere nominelle Beanspruchung der verpfändeten Aktiven
entstand aufgrund der Amortisation von Hypothekardarlehen
von CHF 11,3 Mio. Zusätzlich zu den in der Tabelle aufgeführten
Positionen sind weitere Aktiven von CHF 0,4 Mio. (Vorjahr CHF
0,3 Mio.) zur Sicherung eigener Verpflichtungen eingeschränkt
verfügbar.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Konzern
77
31 NAHESTEHENDE PERSONEN/GESELLSCHAFTEN
33 ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
31.1 VERBINDUNGEN MIT NAHESTEHENDEN
wendungen werden mit diesen verrechnet. Durch Zuwendun-
Gegenüber nahestehenden Personen bestehen Passivdarlehen
gen finanzierte Vermögenswerte werden mit den erhaltenen
Zuwendungen der öffentlichen Hand für bereits angefallene Auf-
von CHF 9,5 Mio. (Vorjahr CHF 7,1 Mio.). Zusätzlich bestehen
Zuschüssen verrechnet. Aufgrund der Olympischen Spiele 2012
gegenüber nahestehenden Gesellschaften Hypotheken in der
in London ist eine Gesellschaft gezwungen, ihren Geschäftssitz
Höhe von CHF 0,2 Mio. (Vorjahr CHF 0,6 Mio.), Darlehen von
zu verlegen. Der Land-Lease für den neuen Geschäftssitz im
CHF 0,9 Mio. (Vorjahr CHF 0,0 Mio.) und Verbindlichkeiten von
Wert von CHF 12,2 Mio. wird durch die öffentliche Hand getra-
CHF 0,8 Mio. (Vorjahr CHF 2,3 Mio.). Darin enthalten sind Ver-
gen.
bindlichkeiten gegenüber Vorsorgeeinrichtungen von CHF 1,7
Gesellschaften werden in den Anmerkungen separat aufge-
34 FREIGABE DES KONZERNABSCHLUSSES
ZUR VERÖFFENTLICHUNG
führt. Transaktionen mit nahestehenden Personen oder Gesell-
Der Konzernabschluss wurde vom Verwaltungsrat der Bühler
schaften werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Im
Holding AG am 23. März 2006 zur Veröffentlichung freigegeben.
Mio. Forderungen gegenüber nahestehenden Personen und
Geschäftsjahr wurde eine Liegenschaft zu CHF 4,8 Mio. an eine nahestehende Gesellschaft verkauft. Im Vorjahr wurde eine
Liegenschaft im Wert von CHF 2,5 Mio. von einer nahestehenden Person an die Bühler Gruppe verkauft.
35 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Ausser der unten aufgeführten Akquisition sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag aufgetreten. Im
31.2 VERGÜTUNG AN VERWALTUNGSRAT UND
KONZERNLEITUNG
Februar 2006 erwarb die Bühler Holding 80% des Kapitals der
Die Vergütung betrug im Geschäftsjahr CHF 10,5 Mio. (Vorjahr
China. Der Kaufpreis beträgt zirka CHF 2,5 Mio.
CHF 11,1 Mio.).
32 ANTRAG DES VERWALTUNGSRATS
Der Verwaltungsrat beantragt an der Generalversammlung für
das Geschäftsjahr 2005 eine Dividende von insgesamt CHF 1,5
Mio. (Vorjahr CHF 4,0 Mio.) oder CHF 10,00 (Vorjahr CHF 26,67)
je Namenaktie auszuschütten. Die bezahlte Dividende an die
Aktionäre der Bühler Holding betrug im Geschäftsjahr 2005 CHF
4,0 Mio. (Vorjahr 4,0 Mio.) oder CHF 26,67 (Vorjahr 26,67) je Namenaktie.
Firma Jiangsu Baolong Agro Machinery Co., Ltd., Changzou,
78
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Bühler Holding AG
Bericht des Konzernprüfers
AN DIE GENERALVERSAMMLUNG DER BÜHLER HOLDING AG
St.Gallen, 23. März 2006
Als Konzernprüfer haben wir die konsolidierte Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung, Mittelflussrechnung, Nachweis des Konzerneigenkapitals und Anhang (Seiten 53 bis 77 und Seiten 84 bis 85) der
Bühler Holding AG für das am 31. Dezember 2005 abgeschlossene
Geschäftsjahr geprüft.
Für die konsolidierte Jahresrechnung ist der Verwaltungsrat verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, diese zu prüfen und
zu beurteilen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen
hinsichtlich Befähigung und Unabhängigkeit erfüllen.
Unsere Prüfung erfolgte nach den Schweizer Prüfungsstandards sowie
den International Standards on Auditing (ISA), wonach eine Prüfung
so zu planen und durchzuführen ist, dass wesentliche Fehlaussagen
in der konsolidierten Jahresrechnung mit angemessener Sicherheit erkannt werden. Wir prüften die Posten und Angaben der konsolidierten
Jahresrechnung mittels Analysen und Erhebungen auf der Basis von
Stichproben. Ferner beurteilten wir die Anwendung der massgebenden
Rechnungslegungsgrundsätze, die wesentlichen Bewertungsentscheide sowie die Darstellung der konsolidierten Jahresrechnung als Ganzes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine ausreichende
Grundlage für unser Urteil bildet.
Gemäss unserer Beurteilung vermittelt die konsolidierte Jahresrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und entspricht dem
schweizerischen Gesetz.
Wir empfehlen, die vorliegende konsolidierte Jahresrechnung zu genehmigen.
Ernst & Young AG
Thomas Stenz
Michael Schawalder
dipl. Wirtschaftsprüfer
dipl. Wirtschaftsprüfer
(Mandatsleiter)
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Bühler Holding AG
79
Bilanz der Bühler Holding AG
PER 31.12.2005
Anmerkungen
31.12.2005
31.12.2004
siehe Anhang
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Beteiligungen
2
437,2
413,9
Darlehen gegenüber Konzerngesellschaften
3
45,0
44,7
482,2
458,6
53,6
23,0
0,0
0,5
12,3
0,7
AKTIVEN
ANLAGEVERMÖGEN
Forderungen gegenüber Konzerngesellschaften
4
Andere Forderungen
Flüssige Mittel
UMLAUFVERMÖGEN
TOTAL AKTIVEN
65,9
24,2
548,1
482,8
15,0
15,0
7,5
7,5
275,6
275,6
43,8
28,9
PASSIVEN
Aktienkapital
Allgemeine gesetzliche Reserve
Freie Reserve
Vortrag aus dem Vorjahr
Jahresgewinn
EIGENKAPITAL
53,9
18,9
395,9
345,9
Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften
5
148,2
135,4
Kurzfristige Rückstellungen
6
2,6
1,0
1,4
0,5
KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Passive Rechnungsabgrenzungen
152,2
136,9
FREMDKAPITAL
152,2
136,9
TOTAL PASSIVEN
548,1
482,8
80
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Bühler Holding AG
Erfolgsrechnung Bühler Holding AG
PER 31.12.2005
Anmerkungen
2005
2004
siehe Anhang
in Mio. CHF
in Mio. CHF
Beteiligungsertrag
7
39,9
14,5
Finanzertrag
8
4,0
3,2
2,5
0,8
9
13,0
5,2
59,4
23,7
– 3,8
– 3,4
Übriger Aufwand
– 0,4
– 0,5
Steuern
– 1,3
– 0,9
JAHRESGEWINN
53,9
18,9
Übriger Ertrag
Wertaufholung
TOTAL ERTRAG
Finanzaufwand
10
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Bühler Holding AG
81
Bühler Holding AG
ANHANG ZUR JAHRESRECHNUNG
1 ALLGEMEINE ANGABEN
Der Jahresabschluss der Bühler Holding AG wurde nach den
5 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KONZERNGESELLSCHAFTEN
Vorschriften des Schweizerischen Aktienrechts erstellt. Juris-
Diese Verbindlichkeiten bestehen hauptsächlich gegenüber der
tisch sind die Aktionäre an der Bühler Holding AG beteiligt,
Bühler AG, Uzwil.
deren Bilanz und Erfolgsrechnung vorstehend aufgeführt sind.
Wirtschaftlich sind für die Aktionäre der Bühler Holding AG die
6 RÜCKSTELLUNGEN
konsolidierten Zahlen der Konzernrechnung massgebend. Die
In dieser Position sind vorwiegend Rückstellungen für Wechsel-
Bilanz und Erfolgsrechnung der Bühler Holding AG sind als Er-
kursrisiken auf Darlehen und Forderungen an Beteiligungsge-
gänzung zur Konzernrechnung zu verstehen. Abgesehen von
sellschaften enthalten.
den nachstehenden Anmerkungen bestehen keine ausweis-
7 BETEILIGUNGSERTRAG
pflichtigen Tatbestände gemäss Art. 663 b OR.
Unter dieser Position werden hauptsächlich Dividendenerträge
2 BETEILIGUNGEN
von Beteiligungsgesellschaften und weitere Beteiligungserträge
Die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten abzüglich der
ausgewiesen.
betriebswirtschaftlich notwendigen Wertberichtigungen bilanziert. Die wesentlichen Beteiligungen, welche durch die Bühler
8 FINANZERTRAG
Holding AG direkt oder indirekt gehalten werden, sind aus der
Im Finanzertrag werden vorwiegend Zinserträge aus Darlehen
Erläuterung «Konzerngesellschaften der Bühler Holding» er-
an Konzerngesellschaften ausgewiesen.
sichtlich.
9 WERTAUFHOLUNG
3 DARLEHEN AN KONZERNGESELLSCHAFTEN
Aufgrund der Verbesserung von wirtschaftlichen, politischen
Darlehen an Konzerngesellschaften werden zu marktüblichen
und währungsbedingten Risiken bei Beteiligungsinvestitionen
Konditionen und in der Regel langfristig (länger als 1 Jahr) ge-
wurden im Berichtsjahr Wertberichtigungen aus den Vorjahren
währt.
wieder rückgängig gemacht.
4 FORDERUNGEN GEGENÜBER KONZERNGESELLSCHAFTEN
10 FINANZAUFWAND
Die Forderungen gegenüber Konzerngesellschaften beinhalten
Der Finanzaufwand beinhaltet im Wesentlichen Zinsaufwendun-
vorwiegend kurzfristige Darlehen an Konzerngesellschaften
gen gegenüber Konzerngesellschaften und insbesondere ge-
zum
genüber der Bühler AG, Uzwil.
Zweck
der
Finanzierung
Rahmen des Cash Managements.
des
Umlaufsvermögens
im
82
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Anhang Bühler Holding AG
11 BÜRGSCHAFTEN UND GARANTIEVERPFLICHTUNGEN
Bürgschaften und Garantieverpflichtungen zugunsten von Konzerngesellschaften
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
301,3
295,4
12 BEDEUTENDE AKTIONÄRE
Urs Bühler, Uzwil: 100% der Stimmrechte
13 ANTRAG DES VERWALTUNGSRATS ZUR VERWENDUNG DES BILANZGEWINNES
Jahresergebnis
2005
2004
in Mio. CHF
in Mio. CHF
53,9
18,9
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
43,8
28,9
Bilanzgewinn zur Verfügung der Generalversammlung
97,7
47,8
1,5
4,0
96,2
43,8
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung:
› Ausschüttung einer Dividende
› Vortrag auf neue Rechnung
Auf die gesetzliche Pflicht der Reservezuweisung wird verzichtet,
da die gesetzliche Reserve 50% des einbezahlten Aktienkapitals beträgt.
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Bühler Holding AG
Bericht der Revisionsstelle
AN DIE GENERALVERSAMMLUNG DER BÜHLER HOLDING AG, UZWIL
St.Gallen, 23. März 2006
Als Revisionsstelle haben wir die Buchführung und die Jahresrechnung
(Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang, Seiten 79 bis 82 und Seiten 84
bis 85) der Bühler Holding AG für das am 31. Dezember 2005 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.
Für die Jahresrechnung ist der Verwaltungsrat verantwortlich, während
unsere Aufgabe darin besteht, diese zu prüfen und zu beurteilen. Wir
bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Befähigung und Unabhängigkeit erfüllen.
Unsere Prüfung erfolgte nach den Schweizer Prüfungsstandards sowie
den International Standards on Auditing (ISA), wonach eine Prüfung so
zu planen und durchzuführen ist, dass wesentliche Fehlaussagen in
der Jahresrechnung mit angemessener Sicherheit erkannt werden. Wir
prüften die Posten und Angaben der Jahresrechnung mittels Analysen
und Erhebungen auf der Basis von Stichproben. Ferner beurteilten wir
die Anwendung der massgebenden Rechnungslegungsgrundsätze, die
wesentlichen Bewertungsentscheide sowie die Darstellung der Jahresrechnung als Ganzes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung
eine ausreichende Grundlage für unser Urteil bildet.
Gemäss unserer Beurteilung entsprechen die Buchführung und die
Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem schweizerischen Gesetz und den Statuten.
Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.
Ernst & Young AG
Thomas Stenz
Michael Schawalder
dipl. Wirtschaftsprüfer
dipl. Wirtschaftsprüfer
(Mandatsleiter)
83
84
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005
Konzern-Gesellschaften der Bühler Holding AG
Stand per 31.12.2005. Sämtliche aufgeführten Gesellschaften werden voll konsolidiert.
Fabrikation
Engineering
Name der Gesellschaft
Land
Grundkapital
in lokaler
Währung in Mio.
Beteiligungsquote
Vertrieb
Dienstleistung/
Finanzierung
Zugehörigkeit
Konsolidierung
SCHWEIZ
Bühler Holding AG, Uzwil
CH
CHF
15,00
Bühler AG, Uzwil
CH
CHF
30,00
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Bühler Druckguss AG, Uzwil
CH
CHF
7,8
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
UZE AG, Uzwil
CH
CHF
0,1
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
ASE Bühler AG, Uzwil
CH
CHF
0,5
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Bühler-Immo AG, Uzwil
CH
CHF
5,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Veripan Ingredients AG, Uzwil
CH
CHF
0,5
51,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
K
EUROPA
Bühler Bindler GmbH, Bergneustadt
DE
EUR
0,275
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Bühler GmbH, Braunschweig
DE
EUR
12,629
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Bühler PARTEC GmbH,
Saarbrücken
DE
EUR
0,125
86,0 %
Bühler AG, Uzwil
K
Bühler Druckgiesssysteme GmbH,
Frankfurt
DE
EUR
0,767
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Richard Frisse GmbH,
Bad Salzuflen
DE
EUR
1,023
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.p.A., Milano
IT
EUR
2,6
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A., Madrid
ES
EUR
2,176
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
K
Bühler AB, Malmö
SE
SEK
10,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
Buhler S.à.r.l., Paris
FR
EUR
2,55
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler UK Holdings Ltd., London
GB
GBP
3,6
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler Ltd., London
GB
GBP
1,0
100,0 %
Bühler UK Holdings Ltd., London K
Sortex Ltd., London
GB
GBP
1,25
100,0 %
Bühler UK Holdings Ltd., London K
Control Design & Development Ltd.,
Peterborough
GB
GBP
0,0001
100,0 %
Bühler UK Holdings Ltd., London K
Nordamerika
Buhler Inc., Minneapolis
US
USD
3,2
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler (Canada) Inc., Toronto
CA
CAD
0,25
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Sortex Inc., Newark
US
USD
1,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A., Buenos Aires
AR
ARS
1,1
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A., São Paulo
BR
BRL
20,685
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A. de C.V., Toluca
MX
MXN
50,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler (Pty) Ltd., Johannesburg
ZA
ZAR
11,37
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler Properties (Pty) Ltd.
ZA
ZAR
0,0001
100,0 %
Bühler (Pty) Ltd., Johannesburg
K
ZA
ZAR
0,004
100,0 %
Bühler (Pty) Ltd., Johannesburg
K
LATEINAMERIKA
AFRIKA
Rand Steel Engineering (Pty) Ltd.,
Johannesburg
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005
85
Fabrikation
Engineering
Name der Gesellschaft
Land
Grundkapital
in lokaler
Währung in Mio.
Beteiligungsquote
Vertrieb
Dienstleistung/
Finanzierung
Zugehörigkeit
Konsolidierung
NORDAMERIKA
Buhler Inc., Minneapolis
US
USD
3,2
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler (Canada) Inc., Toronto
CA
CAD
0,25
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Sortex Inc., Newark
US
USD
1,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A., Buenos Aires
AR
ARS
1,1
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A., São Paulo
BR
BRL
20,685
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler S.A. de C.V., Toluca
MX
MXN
50,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler (Pty) Ltd., Johannesburg
ZA
ZAR
11,37
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler Properties (Pty) Ltd.
ZA
ZAR
0,0001
100,0 %
Bühler (Pty) Ltd., Johannesburg
K
ZA
ZAR
0,004
100,0 %
Bühler (Pty) Ltd., Johannesburg
K
IN
INR
100,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
LATEINAMERIKA
AFRIKA
Rand Steel Engineering (Pty) Ltd.,
Johannesburg
ASIEN
Buhler (India) Ltd., Bangalore
Buhler (Private Joint Stock Co.),
Teheran
IR
IRR
5 000
75,0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler K.K., Yokohama
JP
JPY
250,0
100,0 %
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler Equipment
Engineering Co. Ltd., Wuxi
CN
CNY
10,764
100,0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Shenzhen Buhler
Industrial Co. Ltd., Shenzhen
CN
CNY
4,857
100,0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Wuxi Buhler Machinery
Manufacturing Co. Ltd., Wuxi
CN
CNY
82,0
51,0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler (Shanghai) Trading Co., Ltd.,
Shanghai
CN
CNY
1,654
100.0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Ltd, Xi’an
CN
CNY
19,000
100.0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler Real Estate, Shenzen
CN
CNY
16,289
100.0%
Bühler Holding AG, Uzwil
K
Buhler Equipment (Xi’an) Co.,
86
BÜHLER GESCHÄFTSBERICHT 2005 » Impressum
Herausgeber
Bühler AG, 9240 Uzwil (CH)
Konzept/Gestaltung
New Identity Ltd., Basel (CH)
Text
Bühler AG
Corporate Communications, Uzwil (CH)
Fotografie
Raffael Waldner (Cover; Seiten 16,18, 19,20, 21);
Peter Tillessen (Seiten 10, 12, 13, 30, 32, 33, 37, 48);
Guiseppe Micchiché/Oliver Henzi (Seiten 4, 6, 7,15,
26, 28, 29, 34); übrige: Bühler AG
Lithografie
Roger Bahcic, Zürich (CH)
Druck
Druckerei Flawil AG, Flawil (CH)
GRAIN
PROCESSING
KENNZAHLEN
ENGINEERED
PRODUCTS
DIE CASTING
KENNZAHLEN
Veränderung
in Mio. CHF
1)
2005
in %
2004
Umsatz
1502,4
3,2
1455,3
Umsatz
Bestellungseingang
1534,6
3,8
1477,9
Anteil Konzernumsatz in %
689,6
4,5
659,6
78,3
- 0,9
79,0
Bestellungsbestand 31.12.
EBIT
EBIT-Marge (in %)
EBITDA
Jahresergebnis
5,4
5,2
109,2
- 1,2
110,5
72,1
1,3
71,2
in Mio. CHF
2005
2004
2005
2004
2005
2004
847,1
821,6
463,4
437,9
177,3
178,4
56,4
56,5
30,8
30,1
11,8
12,3
Bestellungseingang
909,1
807,0
444,0
459,6
167,3
194,1
Bestellungsbestand bis 31.12.
431,3
370,2
178,7
195,5
78,3
92,3
33,0
29,4
21,1
18,5
8,4
7,7
F & E-Aufwand
Investitionen in Sach-
Geschäftsbereiche:
Geschäftsbereiche:
Geschäftsbereiche:
› Müllerei
› Schokolade & Kakao
› Druckguss
› Futtermittel/Ölmüllerei
› Teigwaren
› Thermal Processes (PET)
und immaterielle Anlagen
38,3
- 18,5
47,0
› Sortieranlagen (Sortex)
› Brauerei / Mälzerei
› Grinding & Dispersion
F & E-Aufwand
62,9
13,1
55,6
› Grain Handling
› Extrusion
Bilanzsumme
1542,6
8,1
1427,2
Eigenkapitalquote (in %)
46,0
43,8
Return on Equity (in %)
10,2
11,4
Beschäftigte zum 31.12.
(ohne Temporärstellen)
6266
3,6
› Reismüllerei
6047
› Produktionssysteme für die Getrei-
› Zukunftsweisende Anlagen,
› Druckgiessmaschinen und
deverarbeitung. Modernste Prozess-
Maschinen und weltweite Service-
-anlagen für Druckgussteile aus
technologie und innovatives Enginee-
leistungen für die Herstellung von
Aluminium und Magnesium.
ring für Gesamtanlagen
Nahrungsmitteln, modernen
Neueste Technologie für die Auto-
Beschichtungen, PET-Herstellung.
und Elektronikindustrie und überall
Silotechnik,
Reinigung,
inklusive
Sortierung
und Prozesssteuerung. Starke Ver-
dort, wo leichte, komplexe
ankerung in der weltweiten Grund-
Leichtmetallteile eingesetzt werden.
nahrungskette.
1502,4
56, 4 30, 8 11, 8
UMSATZAUFTEILUNG
NACH DIVISIONEN IN %
ANTEIL KONZERNUMSATZ
KONZERNUMSATZ 2005
UMSATZAUFTEILUNG NACH REGIONEN IN %
1) Im Berichtsjahr hat die Bühler Gruppe die Fertigungsaufträge neu segmentiert.
Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.
Europa
Amerika
Asien
Afrika
Mittlerer Osten
2005
2004
40,5
18,2
19,3
15,9
6,1
41,9
15,7
24,3
14,1
4,0
ANTEIL KONZERNUMSATZ
ANTEIL KONZERNUMSATZ
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Automobil
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