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Ich sehe was, was du nicht siehst - Amazon Web Services

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Tages-Anzeiger – Montag, 22. März 2010
Digital
Ich sehe was, was du nicht siehst
Wenn das Handy mehr zeigt, als das Auge wahrnimmt, dann ist Augmented Reality im Spiel. Noch steckt die erweiterte Realität
in den Kinderschuhen, doch künftige Anwendungsmöglichkeiten sind vielversprechend.
Von Roger Zedi
Wer stand nicht schon einmal vor einem Monument und hätte gerne mehr
darüber erfahren, als die knapp gehaltene Inschrift verrät? Was, beispielsweise, hat Ludwik Lejzer Zamenhof,
dessen Büste im ostpolnischen Bialystok steht, vollbracht? Man könnte sich
den Namen merken und später nachschlagen. Oder man hält einfach die Kamera seines Handys auf dessen Büste,
bekommt nach ein paar Sekunden eingeblendet, dass er der Erfinder von Esperanto war. Links auf dem Display verweisen ausserdem auf den zugehörigen
Wikipedia-Eintrag. Und schon ist man
wieder etwas schlauer geworden.
Was nach Zukunftsmusik tönt, ist
technisch bereits machbar und in Ansätzen sogar für jedermann verfügbar.
Augmented Reality (kurz AR, zu
Deutsch Erweiterte Realität) heisst das
Zauberwort. Es bedeutet die Überlagerung von passenden Informationen auf
ein Livebild der realen Welt. Entsprechende Konzepte gibt es schon seit den
frühen 90ern; lange Zeit stellte man
sich aufwendige Brillen vor, durch die
man die mit Zusatzinformationen etikettierte Welt betrachten würde.
Diese Aufgabe übernimmt heute allerdings das Smartphone. Was dessen
Kamera sieht, lässt sich via Internet mit
Informationen anreichern. So lassen
sich Restaurants im Blickfeld beschriften, Geldautomaten werden hervorgehoben, die Richtung zur nächsten Apotheke angezeigt oder andere Points of
Interest (POI) markiert. Fürs iPhone, für
Android-Handys wie das Nexus One
(selbst für Symbian- und Windows-Mobile-Telefone) gibt es diverse Anwendungen (siehe Box).
Eine Karte bleibt hilfreicher
Die meisten dieser Apps nutzen das
GPS-Modul plus den Kompass der
Smartphones. Anhand der eigenen Position und der Richtung, in die das
Handy blickt, sowie Angaben über die
Lage von POI in der Umgebung lässt sich
annäherungsweise einblenden, in welcher Richtung was liegt.
In der Praxis zeigen alle diese Apps
jedoch noch grosses Verbesserungspotenzial. So sind die Informationen
meist unvollständig, teilweise rudimentär, weil nun einmal auch bei Google
oder bei Wikipedia (wovon viele ARApps ihre POI-Information beziehen)
Wie das Smartphone die Realität erweitert
Apps fürs iPhone und Android-Handys
Layar zeigt lokale Informationen an, anhand
von GPS und Kompass. Blendet u.a. passende YouTube-Videos, Wikipedia-Einträge,
Twitter-Meldungen, die in der Nähe abgesetzt wurden oder Infos zu Bauprojekten in
der Umgebung ein. Enthält u.a. auch die
SwissPeaks (siehe unten). Nebst Wikitude
(siehe unten) eine der ausgereifteren Apps
in diesem Bereich. Kostenlos für iPhone und
Android.
Robotvision zeigt lokale Informationen an,
anhand von GPS und Kompass. Blendet u.a.
Wikipedia–Einträge, Twitter-Meldungen
oder Flikr-Fotos ein, funktioniert ausserdem
mit Bing statt Google. 1.10 Franken für
iPhone.
Pimp my reality – Layar weist die Richtung zu Cafés. Foto: Doris Fanconi
längst nicht alles erfasst ist, was einen
interessieren könnte. Und was genau
nützt es, wenn man am Zürcher Bellevue steht und das Handy zeigt, in welcher Richtung das Landesmuseum liegt
– aber nur, wenn man mit dem Telefon
auch gerade in jene Richtung zielt? Da
hilft eine gewöhnliche Karte, ja selbst
eine simple Liste von nahe gelegenen
POI schneller weiter.
Was sehe ich da?
Das obige Beispiel mit der ZamenhofBüste bedingt eine ganz andere Technologie: Bilderkennung. Dabei wird das
von der Kamera aufgenommene Bild
mit einer Reihe zuvor erfasster
Bilder verglichen – eine alles andere als
triviale Aufgabe für einen Computer,
die die Rechenleistung eines Smartphones übersteigt. Dazu muss das Bild an
einen zentralen Dienst mit dem entspre-
Digital im Internet
www.digital.tagesanzeiger.ch
Was bringt der Internet Explorer 9?
IT-Riesen: Die Apple-, Google- und MicrosoftDossiers
Internet: Die verrücktesten Videos, Websites
und Bilder im Dossier «Wild Wild Web»
Täglich News aus den Bereichen Computer,
Software, Mobil und Internet
chenden Knowhow übermittelt werden, der die Analyse vornimmt und
die Antwort aufs Telefon zurückschickt. Wenn die Handykamera dereinst auf diesem Weg «erkennt», was sie
sieht, werden die AR-Anwendungen um
einiges spannender.
Die junge Zürcher Firma Kooaba ist
auf solche Anwendungen spezialisiert.
Ihre iPhone-App erkennt bisher vor allem Bücher, CDs und DVDs auf Fotos
und liefert dazu passende Zusatzinformationen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie das Fraumünster oder den
Eiffelturm zu erkennen, ist in greifbarer
Nähe, wie Mitbegründer Herbert Bay
bestätigt. Voraussetzung dafür ist, dass
ein Objekt bereits oft fotografiert und
korrekt beschriftet worden ist, weshalb
man noch lange nicht einfach alles erkennen können wird. Selbst der grosse
Konkurrent Google schafft es beispielsweise nicht, Möbel auf Bildern korrekt
als solche zu erkennen, geschweige
denn einen Eames-Chair von einem LeCorbusier-Sessel zu unterscheiden. Das
liegt nicht an fehlender Rechenleistung;
vielmehr hat noch niemand eine
brauchbare Methode dazu gefunden.
«Wir haben quasi gerade erst das Flugzeug erfunden. Bis wir zum Mond fliegen können, dauert es noch eine
Weile», sagt Bay dazu. Doch sicher ist:
Unsere Sicht der Welt wird über kurz
oder lang erweitert.
Wikitude zeigt lokale Informationen an, anhand von GPS und Kompass, vorwiegend
buUuk zeigt Restaurants an - leider
noch nicht in der Schweiz.
buUuk gilt als gelungener Restaurant-Führer
und City-Guide, der u.a. anzeigt, wo gerade
Happy Hour ist. Man kann ausserdem direkt
ins Facebook publizieren, wo man gerade
ist. Das funktioniert in zahlreichen Städten,
leider nicht in der Schweiz. Gratis für
iPhone und Android.
LondonTube Der Londoner U-Bahn-Fahrplan
fürs iPhone kann u.a. auf der Kamera im ARModus zeigen, in welcher Richtung die
nächste Tube-Station liegt. 1.10 Franken für
iPhone.
Der Überkompass Spyglass sorgt für
erweiterte Orientierung. Screens: TA
Wikipedia-Einträge. aber auch YouTube, Google Local Search oder Panoramio und mehr.
Gratis für iPhone und Android.
Spyglass ist ein «erweiterter Kompass». Spyglass kann Winkel messen, sich GPS-Koordinaten merken und finden. 2.20 Franken für
iPhone. Eine ähnliche App für iPhone ist
Theodolite, 4.40 Franken.
Kooaba Diese App blendet nicht direkt Infos
ein, dafür arbeitet sie mit richtiger Bilderekennung. Derzeit für Bücher, CDs, DVDs sowie Artikel in einzelnen Zeitschriften und
Zeitungen. Eine künftige Version wird auch
AR-Funktionen aufweisen. Gratis für iPhone
und Android.
Goggles ist die visuelle Suchmaschine von
Google. Sie erkennt auf Bildern bekannte
Sehenswürdigkeiten, Bücher, Visitenkarten
u.a. Gratis für Android.
SwissPeaks ist eine AR-App, die an der ETH
Zürich entstanden ist. Sie zeigt einem Berggipfel an mitsamt Höhe über Meer. SwissPeaks ist gratis, WorldPeaks, die App mit weltweiten Daten, gibt es für 2.20 Franken für
iPhone.
Panoramascope zeigt und beschriftet ebenfalls Berggipfel sowie ein digitales Geländemodell der Umgebung. 6.60 Franken für
iPhone.
Wie heisst denn dieser Berg da hinten?
Die Antwort weiss SwissPeaks.
Kummerbox
Matthias Schüssler
beantwortet Fragen
zu Windows und Mac,
Sicherheit und Internet,
E-Mail und Multimedia.
Excel
Vorauseilender Gehorsam
Ich arbeite in Excel an einer Tabelle,
bei der ich zwei Zahlen, getrennt
durch Bindestrich, eintragen will.
Nun interpretiert Excel das als Datum. Was kann ich tun?
Waltraud Oberhänsli, Zürich
In vorauseilendem Gehorsam interpretiert Excel eine Eingabe wie «9-3» als Datum und zeigt sie als «22. März». Damit
ist die Tabellenkalkulation hierzulande,
wo Datumsangaben nicht mit Bindestrich erfolgen, auf dem Holzweg.
Sie können Excel diese automatische
Formatierung nicht abgewöhnen, aber
Sie haben folgende Möglichkeiten, unerwünschte Datierungen zu vermeiden:
1) Sie verwenden ein anderes Trennzeichen als den Bindestrich, zum Beispiel den senkrechten Strich (|), den Sie
mit der Tastenkombination «Alt Gr» +
«7» einfügen.
2) Sie setzen einen Apostroph vor die
Eingabe. Er veranlasst Excel, Ihre Eingabe unverändert zu übernehmen. Der
Apostroph selbst wird nicht angezeigt.
3) Sie setzen die Zahlen in zwei verschiedene Zellen und konstruieren in
der dritten Zelle die Angabe über eine
Formel. Dieser Weg ist zwar etwas komplizierter, hat aber den Vorteil, dass Sie
mit den beiden Werten normal Berechnungen anstellen können. Wenn die
beiden Zahlen in den Zellen A1 und B1
stehen, verwenden Sie in der Zelle C1
die folgende Formel: =A1&’’-’’&B1
4) Sie formatieren die Eingabe mit
dem Zahlenformat «Text». Dieses Format bewirkt, dass Ihre Eingabe nicht
verändert wird.
Das Zahlenformat wählen Sie in Excel 2003 und älter über «Format > Zellen». Im Reiter «Zahlen» selektieren Sie
bei «Kategorie» den Eintrag «Text». Bei
Excel 2007 finden Sie es in der Multifunktionsleiste in der Rubrik «Start» bei
«Zahl» im Dropdownmenü.
Projektplanung
Outlook für Strategen
Gerne möchte ich Pendenzen z. B.
aus einem Massnahmenplan in Excel
in die Aufgabenliste in Outlook übertragen, inkl. Zuordnung an einen
Mitarbeiter. Geht so etwas?
Ariano Nijsen, Lenzburg
Ich würde davon abraten, zu diesem
Zweck Excel zu nutzen und vielmehr
auf den Business Contact Manager
(BCM) hinweisen. Diese Erweiterung für
Outlook ist bei neueren Versionen von
Office mit dabei. Bei Office 2007 ist sie
in den Versionen Small Business, Professional und Ultimate enthalten und
zwar auf der zweiten Office-Setup-CD.
Der BCM ist dazu da, Kundendaten,
Marketing- und Projektaufgaben zu planen und zu verwalten. Damit zeigt der
BCM Ansätze einer Customer-RelationManagement-Software, wie sie in gros-
sen Unternehmen zum Einsatz kommt.
Für die Projektplanung, die über das
Verwalten und Zuweisen von Aufgaben
hinausgeht, ist der Einsatz einer Projektverwaltungssoftware zu erwägen.
Mit Open Workbench existiert eine kostenlose Open-Source-Projektplanungssoftware: www.openworkbench.org
Microsoft Office
Mehrere Büros im PC
Ich verwende Office 2003. Nun überlege ich mir, auf Office 2007 zu wechseln. Liege ich richtig in der Annahme, dass beim Wechsel auf Office
2007 die Office-Version 2003 zuerst
deinstalliert werden muss?
Heinz Frei, Oberengstringen
Nein. Sie können Office-Versionen parallel betreiben, falls Sie das möchten –
beispielsweise, um sich schrittweise an
die stark veränderte Benutzeroberfläche in Office 2007 zu gewöhnen. Wichtig ist, dass Sie immer zuerst die ältere,
und dann die neuere Version installieren – was auf einem PC mit vorhandener
alter Office-Version automatisch so erfolgt. Bei der Installation dürfen Sie
keine Aktualisierung durchführen, da
dadurch die alte Version ersetzt wird.
Beachten Sie auch folgende Dinge:
● Outlook kann nur in einer Version installiert sein; hier wird die ältere Version in jedem Fall ersetzt.
● Wenn Sie eine der Office-Installationen entfernen, müssen Sie wahrscheinlich die verbleibende Version neu installieren, da auch gemeinsame Komponenten entfernt werden.
● Und was es sonst noch zu bedenken
gibt, lesen Sie bei Microsoft nach:
http://support.microsoft.com/
kb/928091/de
Textverarbeitung
Bitte ankreuzen!
Ich möchte in OpenOffice einen
Kurzbrief mit vorgefertigten Floskeln wie «Bitte um Rückruf» oder
«Für Ihre Unterlagen» erstellen. Diesen Floskeln soll ein viereckiges Kästchen vorangestellt sein, welches ich
nur mit einem «X» versehen muss.
Wie sollte ich hier verfahren?
Freimut Riemer, Zürich
Das Kästchen nennt sich bei OpenOffice
Markierfeld und findet wie folgt seinen
Weg in Ihr Dokument: Blenden Sie als
erstes über «Ansicht > Symbolleisten»
die «Formular-Steuerelemente»-Leiste
ein. Schalten Sie über die Schaltfläche
«Entwurfsmodus an/aus» den Entwurfsmodus ein und ziehen Sie die ge-
Senden Sie uns Ihre Fragen an:
kummerbox@tagesanzeiger.ch
wünschten Steuerelemente ins Dokument. Nebst den Kästchen, die oft auch
unter dem englischen Begriff «Checkbox» figurieren, finden Sie auch Options-, Text- und Menüfelder vor. Das
Markierfeld erkennen Sie am Symbol
mit dem Häkchen. Indem Sie auf das
Steuerelement im Dokument doppelklicken, erscheint die Palette «Eigenschaften», bei der Sie unter «Titel» den Text
eintragen, der mit dem Steuerelement
erscheinen soll.
Nach vollendeter Bearbeitung des
Formulars klicken Sie noch einmal auf
Schnell erstellt: Kurzbrief in Word mit
Kästchen zum Ankreuzen. Screen: TA
die Schaltfläche «Entwurfsmodus an/
aus» und können das Formular danach
benutzen.
Formulare bei Memos oder Umfragebögen sind auch in Microsoft Word
möglich. Es geht ganz ähnlich: Die Symbolleiste mit den Controls finden Sie unter «Ansicht > Symbolleisten > Steuerelement-Toolbox». Auch hier schalten
Sie erst den Entwurfsmodus ein und
platzieren die Elemente. Um bei Word
das Kästchen zu beschriften, klicken Sie
es mit der rechten Maustaste an und
wählen «Eigenschaften» aus dem Kontextmenü. Die Beschriftung vergeben
Sie im Feld «Caption».
Bei Word 2007 finden Sie die Controls in der Multifunktionsleiste unter
«Entwicklertools». Diese blenden Sie
ein, indem Sie auf die Office-Schaltfläche und auf «Word-Optionen» klicken
und bei «Häufig verwendet» die Option
«Entwicklerregisterkarte in der Multifunktionsleiste anzeigen» anklicken.
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