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Dichtheitsprüfung: Was kommt noch?

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Samstag
21. Januar 2012
Dichtheitsprüfung: Was kommt noch?
Wolfram Krautheim, Rechtsanwalt bei der Prange-Gruppe, gibt einen aktuellen Überblick zum Thema
PLETTENBERG ½ Wolfram
Krautheim, Rechtsanwalt bei
der Plettenberger PrangeGruppe, gibt Informationen
zu den aktuellen Entwicklungen bei der Dichtheitsprüfung
für Abwasserleitungen in
NRW und Plettenberg.
Der Anwalt teilt in einer Information für die Leser der
Heimatzeitung mit: „In § 61 a
NRW
Landeswassergesetz
(NRW LWG) ist geregelt, dass
Abwasserleitungen auch von
privaten Grundstückseigentümern auf ihre Dichtheit zu
prüfen und ggf. zu sanieren
sind. Die aktuelle Regelung
sieht eine Dichtheitsprüfung
Umtausch auch
bei reduzierter
Ware möglich
Das gilt z.B. bei Mängeln
PLETTENBERG ½ Der Hinweis „Vom Umtausch
ausgeschlossen bei reduzierter Ware“ gilt nur
dann, wenn die Ware
einwandfrei ist. Wenn
dem Käufer z.B. zu Hause
die Farbe der gekauften
Hose nicht mehr gefällt
oder er den gleichen Artikel bei einem Konkurrenzunternehmen billiger sieht, so sind dies
keine Umtauschgründe.
Die meisten Verkäufer
nehmen die Artikel jedoch freiwillig aus Kulanz zurück.
Anders sieht es aber
aus, wenn die reduzierte
Ware einen Mangel aufweist: Dann kann sie genauso reklamiert werden
wie nicht reduzierte Ware. Ein Umtauschausschluss wäre in diesem
Fall unwirksam. Lediglich wenn vor dem Kauf
ausdrücklich auf die Fehlerhaftigkeit der Ware
(Schönheitsfehler, zweite Wahl, u. a.) hingewiesen wurde, ist in diesen
Fällen eine Reklamation
ausgeschlossen.
bis spätestens zum 31. Dezember 2015 und danach
mindestens alle 20 Jahre vor.“
Die Kosten für diese Überprüfung und die Beseitigung
von Schäden, sind vom
Grundstückseigentümer
selbst zu tragen.
Dazu sagt Anwalt der Prange-Gruppe: „Viele Bürger sind
sehr verunsichert und befürchten erhebliche Kosten
für Prüfung und für eine notwendige Sanierung. Es hat
sich daher erheblicher politischer Widerstand gegen die
mit der Regelung einhergehende Belastung der Bürger
entwickelt.
Die
Landtagsfraktionen
von CDU und FDP haben im
Dezember 2011 einen Gesetzentwurf zur Neuregelung des
§ 61 a NRW LWG vorgelegt,
nach dem von einer generellen
Überprüfungspflicht
gänzlich abgesehen und verbindliche Fristenregelungen
ersatzlos gestrichen werden
sollen. Nur bei einer bedeutenden Änderung oder begründetem Verdacht einer
Boden- bzw. Grundwasserverschmutzung soll eine Dichtheitsprüfung Pflicht sein.“
Die Möglichkeit, für Gemeinden abweichende Zeiträume zur Überprüfung festzulegen, ist darin nicht vorgesehen, sagt Krautheim.
Die rot-grüne Landeregierung geht nicht ganz so weit
und hat einen eigenen Änderungsentwurf dazu erstellt,
mit dem sie auf den massiven
Widerstand von Bürgern und
Opposition reagiert. Sie will
von der bisherigen Prüfpflicht zwar nicht generell absehen, diese aber zumindest
einschränken.
Nach ihrem Willen soll die
Pflicht zur Dichtheitsprüfung
wie bisher bestehen für Gebäude in Wasserschutzgebieten, gewerbliche Anlagen sowie bei Gebäuden mit einem
Wasserverbrauch von mehr
als 200 m3 pro Jahr. Soweit
Hinweise auf Schäden bestehen, soll die Prüfpflicht auch
bei einem Wasserverbrauch
von weniger als 200 m3 sowie
einem Leitungsalter von
mehr als 60 Jahren bestehen.
Lediglich
Bagatellschäden
müssen weiterhin nicht behoben werden.
Die Stadt Plettenberg hat
die Dichtheitsprüfung mittels
Satzung geregelt und die Fristen zur gesetzlichen Dichtheitsprüfung an den Rhythmus der städtischen Abwasserkanalprüfungen
angepasst. Eine Überprüfung erfolgt hiernach für die ersten
Stadtgebiete bereits ab dem
Jahr 2013. Die Überprüfung
ist für das gesamte Stadtgebiet bis 2023 abzuschließen.
Nach Abschluss der erforderlichen Sanierungsarbeiten
ist eine erneute Dichtheitsprüfung nötig.
Angesichts der ungewissen
politischen
Entwicklung
steht derzeit nur fest, dass eine Änderung der bisherigen
Regelung zur Dichtheitsprüfung bevorsteht. Wie konkret, hängt jedoch von den
Mehrheitsverhältnissen im
Landtag ab, über deren Entwicklung man nur spekulieren kann, sagt der Anwalt.
Nach den derzeitigen Gesetzesentwürfen ist offen, ob
weiterhin an einer starren
Fristenregelung festgehalten
wird und ob die bisherige generelle Prüfpflicht Bestand
hat. Auch ist unsicher, ob die
von der Stadt Plettenberg vorgesehene Planung zur Dichtheitsprüfung in den einzelnen Stadtteilen nach der Neuregelung weiterhin zulässig
ist. Schließlich wird auch die
rechtliche Zulässigkeit der
bisherigen Regelung des § 61
a LWG teilweise angezweifelt.
Die weitere Rechtsentwicklung bleibt abzuwarten, da
erst dann gesagt werden
kann, inwieweit sich der betroffene Privateigentümer gegen die angeordnete Prüfpflicht wehren kann, äußert
sich Rechtsanwalt Wolfram
Krautheim von der PrangeGruppe abschließend.
So langsam wie man will? Irrtum: Überweisungen
Auf den Straßen gilt eine Mindestgeschwindigkeit Nicht innerhalb von sechs Wochen zurückbuchen
PLETTENBERG ½ Es gibt eine
vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit auf bestimmten deutschen Straßen. So
gibt es für bestimmte Straßenarten eine Vorgabe, wie
schnell ein Fahrzeug mindestens fahren muss, um diese
Straßen benutzen zu dürfen.
Auf Autobahnen dürfen
Fahrzeuge nur fahren, wenn
deren
Höchstgeschwindigkeit über 60 km / h liegt. Daher dürfen Mofas (25 km/h),
Mopeds (40 oder 50 km/h),
Traktoren (25 oder 40 km/h)
eine Autobahn auch dann
nicht benutzen, wenn aufgrund der Verkehrsdichte die
gefahrene Geschwindigkeit
in einem Bereich läge, der
auch einem langsameren
Fahrzeug möglich wäre.
Grundsätzlich gilt, dass
man durch unangemessen
langsames Fahren den übrigen Verkehr nicht behindern
darf (§ 3 StVO).
Straßen-, Verkehrs, Sichtoder Wetterverhältnisse können dazu verpflichten, langsamer zu fahren (§ 41 StVO).
PLETTENBERG ½ Überweisungen können nicht zurückgebucht werden. Wer bei seiner
Bank eine Überweisung in
Auftrag gibt, schließt mit der
Bank einen Überweisungsvertrag. Diesen Vertrag kann
man nur dann kündigen, bevor der Überweisungsbetrag
beim Kreditinstitut des Überweisungsempfängers eingegangen ist und zur Gutschrift
auf das Konto des Empfängers bereitsteht.
Anders sieht es aus bei der
Abbuchung per Einzugser-
mächtigung. Die meisten
Banken haben festgelegt, dass
die Rückgabe einer Lastschrift bis zu sechs Wochen
nach Zugang des Rechnungsabschlusses möglich ist.
Das bedeutet also, wenn
man selber von seinem Konto
überweist, muss man schnell
handeln, um diesen Schritt
wieder rückgängig zu machen. Wenn der Zahlungsempfänger das Geld per Einzugsermächtigung abgebucht
hat, haben Sie bis zu sechs
Wochen Zeit. anwaltseiten24.de
Neu: Das zentrale Testamentsregister
Der Fachanwalt für Erbrecht Joachim Schade informiert über die Neuregelung
PLETTENBERG ½ Zum 1. Januar 2012 ist das Gesetz zur Errichtung des zentralen Testamentsregisters (ZTR) bei der
Bundesnotarkammer in Kraft
getreten. Die Notare sind
nunmehr verpflichtet, von ihnen errichtete erbfolgerelevanten Urkunden – insbesondere Testamente und Erbverträge - zum ZTR zu melden.
Darüber informiert der Plettenberger Rechtsanwalt und
Notar Joachim Schade.
Das Register umfasst aber
nicht nur die ab dem 1. Januar 2012 gemeldeten Urkunden; es werden auch die
Vorgänge aus der Vergangenheit, die bisher bei den
Standesämtern gesammelt
wurden, in das ZTR eingearbeitet. Im Sterbefall benachrichtigt die Bundesnotarkammer von Amts wegen
die jeweilige Verwahrstelle
Umtausch ist nicht immer bei einer registrierten Urkunde
und das zuständige Nachden Artikeln möglich.
lassgericht.
Manchmal aus Kulanz, bei
Das Register kann darüSchäden sollte aber auf
jeden Fall reklamiert werden. ber hinaus auch von Nota-
Testamente werden zentral registriert.
ren und Gerichten im Einzelfall abgefragt werden.
Das ZTR umfasst nur solche
Testamente und Erbverträge, die entweder von einem
Notar beurkundet oder in
amtliche Verwahrung genommen worden sind. Letzterer Fall betrifft insbesondere eigenhändige, privatschriftliche Testamente, die
beim Amtsgericht in die besondere amtliche Verwah-
½ Foto: Postbank
rung gegeben wurden.
Nicht ins Register aufgenommen werden privat verwahrte, eigenhändige Testamente. Sämtliche inländische Standesämter melden
die Sterbefälle an die Bundesnotarkammer. Die Bundesnotarkammer prüft sodann auf der Grundlage dieser Sterbemitteilungen, ob
im ZTR Verwahrangaben
vorliegen.
Das ZTR benachrichtigt
sodann die Verwahrstelle eines gefundenen Testamentes oder Erbvertrages. Auch
das örtlich zuständige Nachlassgericht wird über den
Sterbefall und dessen Bearbeitung durch das ZTR elektronisch informiert.
Die Bundesnotarkammer
erhebt für Eintragungen in
das zentrale Testamentsregister Gebühren in Höhe
von 15,00 Euro je Registrierung. Die Registrierungsgebühr wird einmalig erhoben und deckt sämtliche
Kosten der Registrierung,
evtl. Berichtigungen, Ergänzungen und Folgeregistrierungen sowie der Benachrichtigung im Sterbefall ab.
Rücknahmen aus der amtlichen Verwahrung werden
gebührenfrei registriert.
Weitere Informationen
der
Bundesnotarkammer
gibt es unter www.testamentsregister.de, teilt Joachim Schade in seiner für
die Heimatzeitung verfassten Information mit.
RECHTSANWÄLTE & NOTAR
Brentano und Bernauer-Botorek
Rechtsanwalt & Notar Johannes Brentano
Tätigkeitsschwerpunkte: Verkehrsrecht,
Arbeitsrecht, Sozialrecht
Rechtsanwältin Klaudia Bernauer-Botorek
Tätigkeitsschwerpunkt: Familienrecht
Am Obertor 6, 58840 Plettenberg
RAeBrentano.Partner˱t-online.de
ట
3083
3084
JOACHIM SCHADE
RECHTSANWALT · NOTAR
FACHANWALT FÜR ARBEITSRECHT
FACHANWALT FÜR ERBRECHT
& TEAM
ZIMMERSTRASSE 4
58840 PLETTENBERG
TELEFON: 02391/3031 + 3032
TELEFAX: 02391/4441
E-MAIL: Sekretariat˱RA-Schade.de
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Samstag
21. Januar 2012
Ein Anwalt kostet weniger als keiner
Denn ohne Anwalt muss meistens viel mehr Geld gezahlt werden oder wird Vermögen verschenkt
PLETTENBERG ½ Wenn es darum geht, sein gutes Recht einzufordern, kann man sich nicht
immer darauf verlassen, dass
man es selbst, alleine und ohne fremde Hilfe schafft. Im
Gegenteil: oftmals scheitert
genau dieser Versuch an mangelnder Kenntnis der Rechtslage oder Irrtümern. Wenn juristischer Ärger droht, ist der
beste Schritt der Gang zum
Rechtsanwalt. Auf dieser Sonderseite stellen sich die Anwälte vor, die Ihnen in Streitfragen und als Rechtsbeistand
zur Seite stehen.
Wer ein medizinisches Problem hat, geht zum Arzt, wer
ein Rechtsproblem hat geht
zum Anwalt – jedenfalls
dann, wenn er mit seiner „juristischen
Hausapotheke“,
den Rechtstipps, nicht mehr
weiterkommt bzw. wenn der
Anwalt erforderlich wird.
Eine erneute Mieterhöhung, eine wiederholte Versetzung am Arbeitsplatz oder
ein Unfallschaden, für den die
Versicherung nicht aufkommen möchte: Es gibt viele Situationen, in denen man am
liebsten sofort einen Anwalt
einschalten möchte.
Doch so mancher scheut
aus Angst vor hohen Kosten
oder langwierigen, aussichtslosen Prozessen den Gang
zum Anwalt. Diese Ängste
sind meist unbegründet und
führen dazu, dass man seine
Rechte viel zu häufig nicht
ausreichend wahrnimmt. Der
Grundsatz lautet: Ein Anwalt
kostet weniger als keiner.
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, ob Sie einen Anwalt zu Rate ziehen
Der Anwalt ist ihr Partner
für „knifflige“ Dinge.
möchten, bietet Ihnen der
Anwaltverein Darmstadt an
dieser Stelle einen kompakten Überblick über die wichtigsten Fragen rund ums Thema „Besuch beim Anwalt“.
Für Verbraucher, also jedermann, der keine Beratung zu
seiner selbständigen oder gewerblichen Tätigkeit sucht,
kostet eine erste Beratung nie
mehr als 190 ¤ (zzgl. MwSt.).
Oft zeigt sich bereits im ersten Gespräch, ob sich eine
Auseinandersetzung
lohnt
oder nicht. Manchmal muss
man also Geld ausgeben, um
Geld zu sparen.
Bevor ein Urteil verkündet wird, kann der Anwalt helfen.
Die Frage stellt sich also:
Wann sollte ich zum Anwalt gehen? Die Antwort darauf lautet ganz klar: So früh wie
möglich! Eine frühe, qualifizierte Rechtsberatung hilft Ihnen, überflüssige Prozesse zu
verhindern und unvermeidbare Prozesse zu gewinnen.
Vorsorgen ist besser als streiten! Und: Eine gute Vorsorge
beginnt beim Anwalt, eine
schlechte endet damit.
Was kann mein Anwalt für
mich tun? – Bevor Ihr Anwalt
nach außen hin Ihre Interessen vertritt, wird er zusammen mit Ihnen die Erfolgsaussichten Ihrer Sache besprechen, den Umfang seiner
Dienstleistung
bestimmen
und Sie über die voraussichtlichen Kosten der Angelegenheit informieren.
Beispielsweise wird er:
individuell beraten; bei der
Formulierung,
dem
Abschluss und der Abwicklung
von Verträgen helfen; ein Testament formulieren; Ihre Interessen gegenüber Dritten
vertreten; Sie vor allen Gerichten,
Schiedsgerichten
und Behörden vertreten; Prozesse vermeiden; Ihre Strafverteidigung übernehmen.
Gütliche Einigung oder Prozess? Bietet bei genauer Betrachtung eine schnelle gütliche Einigung vielleicht die
besseren Möglichkeiten als
ein langer Prozess? – Ihre Anwältin / Ihr Anwalt hilft Ihnen bei dieser Entscheidung.
Folgende Aspekte spielen
dabei auch mit Blick auf die
zu erwartenden Kosten eine
Rolle: Lässt sich die Rechtslage in Ihrem Falle eindeutig
beurteilen? Haben Sie Beweise für den für Sie günstigen
Sachverhalt? Manchmal aber
ist ein Prozess unvermeidbar.
Zum Beispiel, wenn sich die
Gegenseite auf kein vernünftiges Friedensangebot einlassen will. Oder wenn die Gefahr besteht, dass eigene Forderungen verjähren. Auch
hier gilt: Wer zu spät kommt,
den bestraft des Leben.
Gütliche Einigung oder Prozess: Beides setzt voraus, dass
Sie Ihre Rechtslage realistisch
einschätzen. Ihr Anwalt ist
dabei Ihr unverzichtbarer Be-
rater. Und weil er unabhängig
und ausschließlich dem Gesetz und Ihren Interessen verpflichtet ist, wird er Ihnen
den Rat erteilen, der in Ihrer
Situation am besten ist.
Wie kann ich mich auf das erste Gespräch vorbereiten? Ihr
Anwalt ist Ihr unabhängiger
Interessenvertreter und Berater. Er schützt Sie vor Fehlentscheidungen und Übervorteilungen. Er und seine Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit gegenüber jedermann
verpflichtet. Sie können also
völlig offen mit ihm reden,
Ihr Anwalt hört Ihnen zu.
Bereiten Sie sich vor: 1.Notieren Sie in Stichworten, worum es Ihnen geht sowie alle
wesentlichen Fakten. 2. Bringen Sie alle Unterlagen mit,
die dabei eine Rolle spielen
könnten, wie zum Beispiel
den Arbeitsvertrag, die Abmahnung oder den Mietvertrag. 3. Machen Sie sich erste
Gedanken darüber, welche
Aufgaben Sie gegebenenfalls
selbst erledigen und welche
Sie Ihrem Anwalt überlassen
wollen. So informiert, findet
Ihr Anwalt mit Ihnen schnell
die beste Lösung für Ihr Problem. Anwaltverein Darmstadt.
Haften Eltern
immer für ihre Kinder?
Nein, sie haften dann für einen Schaden,
wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben
PLETTENBERG ½
„Eltern
haften für ihre Kinder –
das ist wohl einer der bekanntesten
Rechtsirrtümer. Richtig ist jedoch: Jede Person haftet stets nur
für das eigene Verschulden. Damit haften Eltern
nicht für das Verhalten ihrer Kinder, sondern für die
Verletzung ihrer eigenen
Aufsichtspflicht gemäß §
832 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).
Im
Rahmen
dieser
Pflicht genügt es nicht,
das Kind lediglich zu belehren; es muss regelmäßig beobachtet und überwacht werden. Es ist unter
anderem nach Charakter,
Alter und Entwicklungsstand des Kindes zu entscheiden, wie ausgeprägt
die Aufsicht zu erfolgen
hat. So benötigt beispielsweise ein „Bücherwurm“
weniger Aufsicht als ein
„Rabauke“, bei dem man
jederzeit
mit
einem
Streich rechnen muss.
Andererseits muss dem
Kind aber auch genügend
Freiraum gelassen werden, damit es lernt, selbstständig und verantwor-
tungsbewusst zu handeln.
Grundsätzlich entfällt eine Haftung der Eltern
dann, wenn sie nachweisen können, dass sie ihrer
Aufsichtspflicht nachgekommen sind oder dass
der Schaden trotz Aufsicht
entstanden wäre.
So blieb eine Frau auf ihrem Schaden sitzen, den
der dreijährige Sohn einer
Freundin verursacht hatte.
Dieser hatte nämlich in einem
unbeaufsichtigten
Moment teuren Schmuck
der Frau die Toilette hinuntergespült.
Das Amtsgericht Bonn
hielt jedoch eine ständige
Überwachung in bekannter Umgebung für nicht erforderlich. Das Kind habe
sich im vorliegenden Fall
regelmäßig bei der Mutter
im Wohnzimmer gemeldet, sodass sie einen groben Überblick über das
Handeln ihres kleinen Kindes hatte.
Damit sei sie ihrer Aufsichtspflicht ausreichend
nachgekommen (AG Bonn,
Urteil v. 01.03.2011, Az.:
104 C 444/10).
www.anwalt.de
Urlaubsanspruch verfällt nach langer Erkrankung
Herscheider Rechtsanwalt Bandowski weist auf eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes hin
§
ANWALTS- & NOTARSOZIETÄT
SCHMIDT & DIENSTÜHLER
KARL-JOSEF SCHMIDT
Rechtsanwalt und Notar a. D.
Erbrecht · Handels- und Gesellschaftsrecht
Grundstücksrecht · Vertragsrecht
RALF DIENSTÜHLER
Rechtsanwalt und Notar
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Arbeitsrecht · Miet- und Pachtrecht · Verkehrsrecht
Familienrecht · Strafrecht
JÖRG PETER SCHMIDT
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht
Ehe- und Familienrecht · Verkehrsrecht
Miet- und Pachtrecht
An der Lohmühle 11 · 58840 Plettenberg
Telefon 02391/1814 oder 1815 · Telefax 02391/10380
E-Mail: Kanzlei˱Schmidt-Dienstuehler.de
PLETTENBERG ½ Der Herscheider Rechtsanwalt Edgar
Bandowski teilt in einem
Rechtstipp mit: Der Urlaubsanspruch verfällt nach Genesung eines langfristig erkrankten Arbeitnehmers.
Das Bundesarbeitsgericht
hat in einer Entscheidung
vom 09.08.2011 (Az. 9 AZR
425/10) festgestellt, dass ein
Urlaubsanspruch, der im
Kalenderjahr wegen laufender Arbeitsunfähigkeit aufgrund von einer Erkrankung nicht genommen werden konnte, nicht untergeht. „Allerdings erlischt
dieser
Urlaubsanspruch,
wenn der Arbeitnehmer
nach Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit diesen Urlaub nicht in Anspruch genommen hat, obwohl das
noch in dem Jahr der Genesung möglich war“, sagt
Rechtsanwalt Bandowksi.
Im vorliegenden Fall war
ein Arbeitnehmer vom
11.01.2005
bis
zum
09.06.2008 arbeitsunfähig
erkrankt. Er konnte so in
den Jahren 2005 bis 2007
seinen ihm zustehenden
jährlichen Urlaub von jeweils 30 Arbeitstagen nicht
nehmen, so dass er im Jahr
2008 einen Anspruch auf
diese 90 Arbeitstage Urlaub
aus den Vorjahren sowie auf
weitere 30 Arbeitstage für
das Jahr 2008 hatte. Im Jahr
2008 hat der Arbeitnehmer
jedoch nur den Jahresurlaub für 2008 in Anspruch
genommen. Erst im Jahr
2009 hat er bei seinem Arbeitgeber den Urlaubsanspruch für die Jahre 2005
bis 2007 geltend gemacht.
Das Bundesarbeitsgericht
hat nun letztinstanzlich
entschieden, dass dieser Urlaubsanspruch entfallen ist.
Der Arbeitnehmer hatte
nach seiner Genesung im
Jahr 2008 noch 145 verbleibende Arbeitstage, in denen
er seinen Resturlaub und
den aktuellen Urlaub hätte
nehmen können und müssen. Tatsächlich hat der Arbeitnehmer jedoch nur die
30 Urlaubstage aus dem
Jahr 2008 in Anspruch genommen, so dass der Urlaubsanspruch für die Jahre
2005 bis 2007 am 31. 12.
2008 verfallen ist.
Wer also längere Zeit
krank gewesen ist und deshalb in einem oder mehreren Jahren seinen Urlaub
nicht vollständig in AnUrlaub zu nehmen ist das gute Recht jeden Arbeitnehmers.
Doch nach langer Erkrankung stellt sich das etwas anders dar. spruch genommen hat, soll-
te nach seiner Genesung darauf achten, dass sein Anspruch nicht verfällt und
den Urlaub nehmen.
½ Urlaubsanspruch kann
zeitlich beschränkt werden
In diesem Zusammenhang
ist auch auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes
EuGH
vom
22.11.2011 (Az. C-214/10)
hinzuweisen, in der ausdrücklich festgestellt wird,
dass z.B. durch Tarifverträge
der Übertragungszeitraum
für Urlaubsansprüche, die
aufgrund von Arbeitsunfähigkeit nicht genommen
werden konnten, zeitlich beschränkt werden kann. Dadurch verfällt der Urlaubsanspruch nach Ablauf des
Übertragungszeitraums, äußert sich der Herscheider
Rechtsanwalt Edgar Bandowski abschließend.
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Kunst und Fotos
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