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Danke Warum Dank- briefe so wichtig sind. 9 Salut Paris Was es

EinbettenHerunterladen
Beziehungssache
Wie Sie eine
langfristige
Bindung zu
Ihren Spendern
aufbauen.
4
Danke
Warum Dankbriefe so
wichtig sind.9
Salut Paris
Was es beim
Französischen
Fundraisingkongress zu
hören gab.
12
Kalender
Welche Herbst­
termine Sie sich
schon einmal freihalten sollten.
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3 14
2
3|14
Editorial
News
3|14
Liebe Leserin,
lieber Leser!
Das Gute
an der Sache
„W
E
hen you are hugging a child, always be the last one to let go.“ Diese weise
Aussage gilt nicht nur für Kinder. Sie kann auch direkt auf unseren Job
als Fundraiser umgelegt werden. Denn auch im Donor Relationship Management
sollte die Organisation nie den Kontakt zu ihren Unterstützern abbrechen lassen,
sondern ihnen regelmäßig Dank und Wertschätzung zeigen.
Daher widmen wir uns in dieser Ausgabe OPEN MIND ganz dem Thema „Spenderbindung“ – ein Thema, das nach dem eigentlichen Programm Ihrer Organisation
sicher zu den Hauptaufgaben zählt. Denn egal ob Sie von einer Hand voll Großspender,
einer großen Gruppe an Kleinspendern oder einer Mischung aus beidem unterstützt werden – jeder Spender zählt.
Eine Möglichkeit, dauerhaft mit Ihren Unterstützern in Kontakt zu bleiben, bilden Mitgliedermagazine. Darum sprachen wir mit Matthias Wyssmann, dessen Heft für GREENPEACE SCHWEIZ bereits
international ausgezeichnet wurde. Warum er die Kernthemen seiner Organisation darin nur am Rande aufgreift, erklärt er ab Seite 10.
Außerdem laden wir Sie ein, uns auf Seite 12 zum Französischen Fundraisingkongress zu begleiten. Gerhard
Pock schildert seine Eindrücke und erzählt, was er in Paris Neues gehört hat.
Übrigens: Sie halten bereits die 15. Ausgabe OPEN MIND in Händen – höchste Zeit, dass ich mich bei Ihnen
bedanke. Danke für das treue Lesen und für das positive Feedback, das wir immer wieder zu unserem Heft
bekommen. Wir freuen uns auch weiterhin über Ihre Rückmeldungen – egal ob Kritik oder Themenwünsche.
in Praktikum bei einer UNO-Organisation
während seines Studiums der Organisationssoziologie und Wirtschaft war das entscheidende
Erlebnis für Manuel Schmid – zumindest, was
seine berufliche Zukunft betraf. Denn als er dort
im Bereich Programmmanagement arbeitete,
kam er erstmals auch beruflich mit dem NonProfit-Sektor in Kontakt und das Interesse für
dessen Arbeit war bestärkt. Und so führte ihn
sein Weg noch während des Studiums zu DIRECT
MIND, wo er im Datenmanagement begann.
Nach dem Studienabschluss wechselte er schon
bald ins Account-Team, wo er sich nun täglich neuen Herausforderungen stellt. Konzeption, Planung
und Umsetzung von Fundraisingstrategien fallen dabei ebenso in sein Aufgabenfeld wie Evaluierung und
Reporting. „Es macht Spaß, sich gemeinsam mit dem
Kunden Ziele zu setzen, an deren Erreichung zu arbeiten
und so die Mission einer Organisation zu unterstützen.“ Das
gute Betriebsklima bei DIRECT MIND sorgt für den Extrafunken
Motivation, denn „man merkt, dass hier alle mit Herz und Seele bei
der Sache sind“.
Privat betreibt der gebürtige Wiener gerne Sport, interessiert sich für Politik und verreist gerne – gut, dass er Freunde in zahlreichen Ländern dieser Welt hat, die sich immer wieder über seinen Besuch freuen. Herzlichst,
Ihre Marion Rödler, MBA
herausgeber DIRECT MIND GmbH, Technologiestraße 8, Postfach 207, A-1121 Wien,
T: +43/1/602 39 12 - 0, F: +43/1/602 39 12 – 33, office@directmind.at, www.directmind.at
Chefredaktion Andreas Zednicek
Artdirecton Gai Jeger, www.gaijeger.at
Redaktionsteam Mag. (FH) J. Mayer, R. Sigl, G. Pock, MAS, A. Zednicek
lektorat Rainer Sigl
Coverfoto Fotolia
Druck Druck Merkur Repro Wien
Gedruckt auf 100 % FSC-Papier.
Die Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, dennoch wird keine Garantie bzw. Haftung für etwaige inhaltliche Unrichtigkeiten übernommen (Produkthaftungsausschluss).
Foto: Jürgen Hofer (DIRECT MIND), Fotolia
Impressum
darf man gratulieren?
Über Glückwünsche zum Geburtstag, zum Jubiläum oder
zu einem anderen entscheidenden Ereignis freut sich wahrscheinlich jeder – so auch ein Spender. Im Touchpoint Fundraising© werden daher genau diese individuellen Ereignisse
als Anlass genommen, um mit den Unterstützern einer Organisation in Kontakt zu treten. Der Effekt: Die Kommunikation
bekommt eine persönliche Note und zeugt von Wertschätzung – das schlägt sich dann auch in den Spenden nieder.
Um die Vorteile von Touchpoint Fundraising© optimal zu
nutzen, bedarf es allerdings eines klaren Konzeptes und
einer Datenbank, die die entsprechenden Touchpoints erfassen kann – mit beidem kann DIRECT MIND dienen. Nähere
Informationen hält Linda Neugebauer für Sie bereit: +43 1
6023912-390 bzw. linda.neugebauer@directmind.at 3
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Thema
Thema
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Treue. Langzeit-
spender halten
eine Organisation am
Leben.
Willst du mein
Freund sein?
Spender finden ist schon schwer, sie zu halten noch viel mehr? Warum
Donor Relationship Management so wichtig ist, Kosten spart und dabei
gar nicht so kompliziert sein muss.
Andreas Zednicek
Foto: Fotolia
D
ie Ergebnisse einer Untersuchung
von Chuck Longfield, Chief Scientist bei BLACKBAUD INC., sind
alarmierend: Im Durchschnitt geben beinahe drei von vier Neuspendern nach einem
Jahr keine weitere Spende. Und: Die Kosten
für die Neuspenderakquise sind sechs- bis
siebenmal so hoch wie für die Betreuung
von Dauerspendern. Zugegeben, die Ergebnisse beziehen sich auf den amerikanischen
Markt und sind für Europa zu relativieren,
aber die Kernaussage bleibt dieselbe. Denn
tatsächlich kämpfen immer mehr Organisationen mit relativ ähnlichem Angebot
um die Gunst der Spender, die durch eine
unklare wirtschaftliche Entwicklung sowieso schon verunsichert sind, was finanzielle
Fragen betrifft. Dazu kommt, dass Prospect
Mailings vergleichsweise teuer sind, sodass
ein Neuspender oft mehr kostet, als er der
Organisation bringt – zumindest wenn es
bei einer einmaligen Spende bleibt.
Doch wann bleibt er einer NPO treu
und sorgt so für einen guten Lifetime-Value? Spender suchen ein persönliches und
menschliches Verhältnis zu der Organisation, die sie unterstützen, möchten sich
besonders fühlen und sehen, dass ihre Hilfe tatsächlich etwas bewirkt – heute mehr
denn je.
Der erste Schritt, um das Verhältnis zwischen Organisation und Spender zu verstehen und damit verbessern zu können, ist
der, es als das zu sehen, was es ist: eine Beziehung – im besten Fall eine freundschaftliche. Doch wenn es nicht bei einer flüchtigen Bekanntschaft bleiben soll, muss man
langfristig an ihr arbeiten und dem anderen
Anerkennung und Wertschätzung zeigen.
Der Schlüssel dazu: Kommunikation.
»
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Thema
Thema
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Zuhören. Einfach und
schnell erreichbar zu
sein ist essenziell.
schen Spender und
Organisation wichtig,
dem anderen zuzuhören. Wer nach
seiner
Meinung
gefragt wird, fühlt
sich wertgeschätzt.
Wer Wünsche äußern kann, fühlt
sich
verstanden.
Spender X möchte beispielsweise in
den Wintermonaten
keine
Zusendungen
bekommen, weil er diese immer im Ausland
verbringt; Spenderin Y
hat geheiratet und einen
neuen Namen angenommen
– Auskünfte, die natürlich
gespeichert und berücksichtigt
werden müssen. Denn nichts ist
ärgerlicher, als solche Informationen weiterzugeben, nur um dann festzustellen, dass sie nicht beachtet werden.
Wichtig ist allerdings auch, seinen Unterstützern stets eine einfache und schnelle
Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu bieten. Eine
E-Mail-Adresse nur im Impressum der Website zu
verstecken, ist sicherlich nicht der richtige Weg – eine eigene Service-Hotline einzurichten schon eher.
» Zuhören
Wir alle kennen sie: Bekannte, von denen
man monate-, oft jahrelang nichts hört. Aus
heiterem Himmel melden sie sich wieder,
allerdings nur, um uns um einen Gefallen
zu bitten. Beim ersten Mal funktioniert das
vielleicht noch, aber wenn dieses Verhalten
zur Regel wird, sinkt unsere Bereitschaft zu
helfen. Möchten Sie, dass Ihre Organisation
so ein „Freund“ ist? Wahrscheinlich nicht.
Wie bei jeder funktionierenden Freundschaft ist es auch in der Beziehung zwi-
Von sich erzählen
Natürlich wird in den meisten Fällen die Organisation der Initiator
der Kommunikation sein. Von sich zu erzählen ist dabei keineswegs
falsch – immerhin haben die Spender Ihnen ja bereits Geld gegeben, weil sie sich für Ihre Arbeit interessieren und an Sie glauben.
Auch hier gilt die Freundschaftsmetapher: Von einem guten Freund
erwarten Sie doch sicherlich, dass er Ihnen mehr erzählt als anderen. So sollte es auch im Fundraising sein. Während auf der Website
und in der Pressearbeit Informationen aufbereitet werden, die allen
zugänglich sind, sollten Sie Ihre Spender und Unterstützer noch mit
dem gewissen Extra an exklusiven Geschichten versorgen. Regelmäßige Projektberichte sind dafür eine gute Option. Sie können relativ
einfach produziert werden und zeigen gleich direkt auf, was mit dem
gegebenen Geld erreicht werden konnte.
Für größere Organisationen sind auch
Mitgliederzeitschriften und -magazine eine
attraktive Möglichkeit, ihre Spender und
Unterstützer über ihre Arbeit am Laufenden
zu halten und Hintergrundinformationen
ansprechend für sie aufzubereiten. Großspender möchten Sie vielleicht dazu einladen, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen.
Laden Sie sie ein, eines Ihrer Projekte zu besuchen oder mit einem direkt in die Projektarbeit involvierten Mitarbeiter zu sprechen.
Das Einzigartige
einer Beziehung
Freunde mag man viele haben, gute
Freunde auch noch ein paar. Dennoch ist
jede Freundschaft etwas Einzigartiges –
nicht zuletzt dank der gemeinsamen Erlebnisse, die einen verbinden. Auf das Fundraising umgelegt heißt das: Geben Sie Ihren
Spendern nicht das Gefühl, nur Teil einer
anonymen Masse zu sein, sondern heben
Sie das Individuelle an Ihrer Partnerschaft
hervor. Touchpoints lautet hier das Stichwort. Das sind besondere Momente in Ihrer
Beziehung, die als Anlass zur Kontaktaufnahme genutzt werden können. Der Jahrestag der ersten Spende, die eine Person
an Ihre Organisation gemacht hat; das Erreichen einer bestimmten Lifetime-Summe;
Wie bei jeder
funktionierenden Freundschaft ist es auch in der Beziehung zwischen Spender und Organisation wichtig, dem anderen
zuzuhören. Wer nach seiner Meinung gefragt wird, fühlt sich
wertgeschätzt. Wer Wünsche
äußern kann, fühlt sich
verstanden.
die zehnte Spende ... – all diese Touchpoints können als Grund zur
Kontaktaufnahme genutzt werden. Und wenn Ihnen ein Spender eine
Namensänderung aufgrund einer Hochzeit mitgeteilt hat, könnten
Sie ihn doch auch gleich mit einer Glückwünschkarte überraschen.
Der entscheidende Unterschied in der Kommunikation: Diesmal
steht nicht die Organisation und deren Arbeit im Zentrum, sondern
der Spender selbst.
Kein Danke = Nein Danke
Im Prinzip wissen wir es alle: Wenn man ein Geschenk bekommt,
soll man sich dafür bedanken. Eine Spende ist auch so ein Geschenk.
Freundschaft. Wer seine
Spender wie Freunde behandelt,
hat langfristig Erfolg.
»
Thema
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Touchpoints. Geben Sie Ihren
Spendern das Gefühl, etwas
Besonderes zu sein.
» Dennoch wird nach Berechnungen von DIRECT MIND derzeit weni-
ger als 50 Prozent der Spender Danke gesagt – und selbst denen oft
erst Monate nachdem sie gespendet haben. Dabei sind Dankbriefe die
Aussendungen, die den höchsten ROI versprechen. Und die Erfahrung zeigt: Je früher sie verschickt werden, desto besser das Ergebnis.
Außerdem sind dank Digitaldruck und E-Mail heute auch kleinere
Auflagen relativ kostengünstig zu realisieren.
Bei DIRECT MIND arbeitet
man daher gerade an einem
neuen Tool, das den Bedankungsprozess automatisieren und so vereinfachen
soll. Dabei setzt ein hinterlegter
Terminplan
den Prozess in Gang.
Beispielsweise sollen jeweils am Monatsletzten
alle Personen aus der
Datenbank
selektiert
werden, die in diesem
Monat gespendet haben. Aus einem Pool an
Templates (für verschiedene Projekte könnten
unterschiedliche Dankestexte hinterlegt werden)
holt sich das Tool den entsprechenden
Musterbrief,
vervollständigt variable Felder wie Anrede oder Spendensumme und generiert ein fertiges
PDF, das an einen Lettershop zum
Druck und Versand weitergeschickt
werden kann. „Alternativ ist natürlich
auch der Versand eines E-Mails möglich. Oder das Tool generiert eine Liste mit
den selektierten Spendern, die dann telefonisch bedankt werden können. Dabei ist
die Anwendung für Bedankungen nur eine
Möglichkeit. In Zukunft sollen auch andere
Touchpoints wie Geburtstag oder Jubiläum
so automatisch bearbeitet werden können“,
erklärt dazu Wolfgang Zednicek, Geschäftsführer von DIRECT MIND.
So viel ist sicher: Der Schlüssel zur erfolgreichen Spenderbindung ist, wie anfangs ­
bereits erwähnt, Ihren Unterstützern das Gefühl zu geben, etwas besonders
Wertvolles für Ihre Organisation zu sein.
Wege, diese Wertschätzung zum Ausdruck
zu bringen, gibt es viele. Denken Sie einfach
nur daran, was Sie auch für einen Freund
tun würden.
Der erste Eindruck zählt
Neuspender in Ihrer Organisation willkommen zu heißen, kann der erste Schritt in eine langfristige
Beziehung sein. Wie man ihn richtig macht.
Eine Organisation verschickt ein Mailing.
Kreation, Timing und Adressselektion waren
gut, sodass Herr Mustermann 65 Euro spendet. Zwei Monate später hört er erneut von
der Organisation – wieder wird er um eine
Spende gebeten, weitere zwei Monate später erneut. Erst danach erhält er einen Brief,
in dem ihm für seine ursprüngliche Spende
gedankt wird – kein optimaler Ablauf. So
könnte er stattdessen aussehen:
1.
Ein paar Tage nachdem die Spende bei
der Organisation eingelangt ist, erhält Herr
Mustermann einen Anruf. Ein Mitarbeiter der
Organisation bedankt sich, heißt ihn willkommen und teilt ihm mit, dass er in naher
Zukunft ein kleines Willkommenspaket per
Post erhalten wird.
2. Eine Woche später findet Herr Mus-
termann ein Kuvert mit einem großen
„Danke“ darauf in seinem Briefkasten. Darin
enthalten ist ein Brief, in dem ihm nochmals
gedankt wird – unterschrieben von der Geschäftsführung. Darüber hinaus werden weitere Programme und wichtige Personen in
der Organisation vorgestellt, auf die SocialMedia-Seiten der Organisation hingewiesen
und ein Ausdruck des letzten eNewsletters
beigelegt (natürlich mit dem Hinweis, wo er
diesen abonnieren kann).
3. Wenig später erhält Herr Mustermann
erneut Post. Diesmal findet er einen ausführlichen Projektbericht, der zeigt, wie seine
Spende genutzt wurde und vor allem, was er
damit bewirkt hat. Im begleitenden Brief wird
darauf hingewiesen, dass solche Erfolgsge-
schichten viele Spender wie ihn dazu bewegt
haben, die Organisation dauerhaft zu unterstützen (und welche Vorteile er hat, wenn
er dies ebenfalls tut). Erst danach wird Herr
Mustermann in den regulären Mailingplan der
Organisation eingegliedert.
Erfolgt die Erstspende über ein OnlineFormular, kann der Prozess ähnlich ablaufen:
1.
Sobald die Spende getätigt wurde, wird
Herr Mustermann auf eine Dankesseite weitergeleitet. Außerdem erhält er umgehend
ein E-Mail, in dem ihm herzlich für seine Unterstützung gedankt und ein WillkommensMail in Aussicht gestellt wird. Absender ist
dabei keine „info“ oder „no-reply“-Adresse,
sondern die einer realen Person.
2. Wenige Tage später wird das verspro-
chene Willkommens-Mail verschickt. Ähnlich
wie beim Brief werden auch darin wichtige
Personen und Programme der Organisation
vorgestellt und Links zu den Social-MediaKanälen inkludiert.
3. Auch online erhält Herr Mustermann
einen Bericht darüber, was seine Spende
bewirkt hat – vielleicht sogar mit einem
kurzen Video oder einer Fotogalerie. Und
es werden ihm die Vorteile und der Nutzen
einer regelmäßigen Spende gezeigt.
In beiden Fällen wurde Herrn Mustermann
nicht nur gedankt, bevor er nochmals um
Geld gefragt wurde – er wurde außerdem
auf wertschätzende Art willkommen geheißen und erhielt einen tieferen Einblick in die
Arbeit der Organisation.
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Interview
Interview
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„Reden wir
nicht nur von mir“
wir jeweils einen externen Redakteur. Auch die Korrektur wird durch
eine Agentur erledigt.
Wichtig ist vor allem die enge und sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit
den Grafikern der HUBERTUS DESIGN in Zürich. Wir haben einen sehr
strengen Satzspiegel und eine konsequente Typografie. Gleichzeitig gehen wir an jede Ausgabe wieder sehr neu und offen heran.
Open Mind: Ihr Magazin wurde bei dem größten Wettbewerb für Unternehmenskommunikation im deutschsprachigen Raum, dem Best of
Corporate Publishing, ausgezeichnet. Was macht Ihr Heft so besonders?
Matthias Wyssman ist als Leiter der Organisationskommunikation bei
GREENPEACE SCHWEIZ auch für das international ausgezeichnete
Mitgliedermagazin der Organisation zuständig. Im Gespräch verrät er,
­warum er darin nicht nur unmittelbare GREENPEACE-Themen aufgreift.
Matthias Wyssman: Wie schon gesagt: Wir schauen immer
über den Tellerrand hinaus und heben uns inhaltlich sehr stark von
gängigen Corporate-Publishing-Produkten ab. GREENPEACE selbst
wird über ein paar Bilder und anhand von kurzen Texten kommuniziert, und das reicht. Ich glaube, wir sind thematisch sehr stark und
schaffen es immer wieder, einen ungewohnten Blickwinkel einzunehmen. Und dann ist da das wunderbare Design. Wir setzen auf Nachhaltigkeit und wollen, dass diese – übrigens auch nachhaltig produzierte – Zeitschrift sehr lange in den Haushalten aufliegt. Wir wissen,
dass dies der Fall ist.
Andreas Zednicek
PEACE Magazin
glänzt nicht nur
durch inhaltliche
Stärke, sondern
auch dank seines
Designs.
Open Mind: GREENPEACE SCHWEIZ verlegt ein eigenes Magazin
für seine Mitglieder. Welche Ziele verfolgen Sie damit?
Matthias Wyssman: Unser Magazin erscheint dreimal jährlich,
ist meistens 72 Seiten stark und fällt durch das Format 17x24 cm
auf. Die Auflage beträgt etwa 140.000 in Deutsch und Französisch.
Meist steht ein Schwerpunktthema im Vordergrund und nimmt
etwa ein Drittel der Seiten in Anspruch. Diese Schwerpunktthemen
sind unsere eigentliche Spezialität, denn sie heben sich von ähnlichen Mitgliederzeitschriften ab: Wir greifen nicht unmittelbare
Open Mind: Besonders auffallend sind die starken und aussagekräftigen Fotos. Wie sieht die Zusammenarbeit mit Fotografen aus?
Matthias Wyssman: Aus Kostengründen können wir da nicht
zu große Sprünge machen. Glücklicherweise haben wir Zugriff auf die
gigantische Bilderwelt von GREENPEACE und seine Bilddatenbank.
Greenpeace engagiert weltweit die besten Fotografen für Reportagen weit über unsere Kampagnen hinaus. Das Bild ist eine der großen
USPs der Organisation. Wir versuchen aber auch selbst Bilder produzieren zu lassen und auch da immer wieder Neues auszuprobieren,
wie kürzlich für unsere Ausgabe zu „Sport & Umwelt“. Immer öfters
arbeiten wir übrigens mit Illustratoren zusammen. Unsere Rubrik
„Die Karte“, in der eine Geschichte ausschließlich über eine Karte mit
Legenden erzählt wird, liegt uns besonders am Herzen.
Open Mind: Inwiefern wird die Offline-Welt des Magazins mit Online-Kanälen verbunden?
Open Mind: Wie darf man sich die Entstehung eines Heftes vorstellen?
Matthias Wyssman: Wir haben hausintern ein Redaktionsteam, bestehend aus
einer Chefredakteurin, die nur für das Magazin zuständig ist, einer Bildredakteurin,
die noch andere Aufgaben für Greenpeace hat, und mir selbst in einer Art
mitarbeitender Herausgeberfunktion. Wir
arbeiten vor allem mit externen Autoren zusammen. In der Endproduktion engagieren
ad personam
Foto: Nicolas Fojtu
Design. Das GREEN-
GREENPEACE-Themen auf, sondern setzen neue Umweltthemen auch außerhalb
unserer Kampagnen. Dabei versuchen wir,
die Stilformen von Interview über Hintergrund bis Essay einzusetzen. Natürlich
spielt – wie es sich für Greenpeace
ziemt – der Bildanteil eine wichtige Rolle.
Das wichtigste Ziel unseres Magazins ist die
Bindung von Unterstützern an unsere Organisation. Das erreichen wir nicht, indem wir
unser eigenes Loblied singen. Transparenz
über unsere Tätigkeiten ist zwar ein wichtiger Teil der Inhalte. Vor allem aber wollen
wir dem Leser einen echten Mehrwert liefern, indem wir den ökologischen Horizont
weit fassen und ihm das Gefühl vermitteln,
als GREENPEACE-Mitglied Teil einer ökologischen Avantgarde zu sein. Nur sehr
selten nutzen wir das Magazin, unsere Unterstützerschaft direkt für Kampagnen zu
mobilisieren.
Matthias Wyssmann, studierter Politikwissenschaftler, hat einige Jahre als Journalist gearbeitet,
bevor er in die Öffentlichkeitsarbeit wechselte.
Zuletzt im Schauspielhaus Zürich und, seit 2009,
bei Greenpeace als Leiter Organisationskommunikation. 2013 hat er das „Greenpeace-Handbuch.
Ratschläge und Einblicke für ein grüneres Leben“
(Applaus-Verlag, Zürich, 2013) veröffentlicht.
Matthias Wyssman: Seit dem Relaunch vor drei Jahren publizieren wir die
Beiträge im Zeitraum zwischen zwei Print­
ausgaben einzeln aufbereitet auf unserer
Website. Natürlich ist das Magazin – allerdings nur bis zur jeweils vorletzten Nummer
– auch als Flip-a-page-PDF online verfügbar.
Vor allem aber haben wir aus dem Magazin
heraus eine neue Tablet-App entwickelt, die
vor allem auf den anspruchsvollen Leser ausgerichtet ist. Sie wird demnächst live gehen.
Open Mind: Woran messen Sie den Erfolg
Ihrer Mitgliedszeitschrift an sich und jeder
einzelnen Ausgabe im Speziellen?
Matthias Wyssman: Wir haben etwa
eineinhalb Jahre nach dem Relaunch eine
groß angelegte, repräsentative Telefonumfrage gemacht. Wir haben festgestellt,
dass die wesentlichen Entscheidungen,
die wir mit dem Relaunch gesetzt hatten,
ins Schwarze getroffen haben. Vor allem
bestätigten unsere Leser, dass sie sich vor
allem für allgemeine Storys zur Umwelt interessierten, und am wenigsten dafür, dass
Greenpeace über sich selbst spricht. Wir
haben heute sehr viel mehr Leserbriefe. Und
wenn wir unseren Lesern Angebote machen, erhalten wir auch noch nach Wochen
Antworten. Das bedeutet, dass die Magazine tatsächlich eine Weile aufliegen, bevor
sie zum Altpapier gelegt werden. Und wenn
es uns gelingt, den Nerv der Zeit zu treffen –
wie kürzlich mit einem Heft über die in der
Schweiz heftig diskutierte Einwanderung
und über Bevölkerungskontrolle –, dann
•
schneit es Feedbacks. 11
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Thema
Thema
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En français,
s’il vous plaît
6. Nie nach mehr fragen, als unbedingt notwendig ist. Felder wie
„zweite Adresszeile“, „Titel“ und „Bundesland“ weglassen.
7. Jede zusätzliche Entscheidung, die ein Spender treffen muss,
senkt den Response.
8. Im Zweifelsfall „Optional“ hinter das Feld schreiben.
9. Nachdenken, welche Informationen man wirklich braucht, bevor man das Formular entwickelt.
10. Standardwerte (default) haben großen Einfluss. In einem Test
wurde der Defaultbetrag verdoppelt. Die Spendenzahl blieb gleich
hoch.
Eindrücke von einem, der von Wien nach Paris aufbrach, um seinem
ersten französischen Fundraising-Kongress zu folgen.
Gerhard Pock, MAS
Stimmung war gut und das Publikum interessiert. Ich auch,
hätte ich doch nur mehr
verstanden ...
Online
Fundraising
Beate Sörum von
der
NORWEGIAN
CANCER SOCIETY
hielt ihren Vortrag
schließlich in Englisch,
worüber ich sehr froh
war, denn was sie zu sagen hatte, war sehr interessant. Beispielsweise, wie
man online Spendenformulare aufbauen und welche Fehler
man vermeiden sollte. Dabei orientierte sie sich an dem Leitsatz „The best
forms are invisible. Nobody wants to fill out
forms“ und leitete zehn Regeln ab:
1. Die Länge der Felder an die Länge der
gewünschten Information anpassen. Zu
große Felder sehen nach viel Arbeit aus.
2. Wenige und sehr klare Buttons unter
dem Formular.
3. Den bevorzugte Button unten rechts
hervorheben.
4. Text nicht in die Felder schreiben,
denn wenn man in die Felder klickt, weiß
man nicht mehr, wonach gefragt wurde.
5. Immer klar anzeigen, welche Informationen noch fehlen, sollte das Formular unvollständig abgeschickt werden.
ad personam
Foto: Jürgen Hofer (DIRECT MIND)
I
m Laufe meiner Karriere als Fundraiser habe ich an
vielen interessanten
Projekten gearbeitet.
Das jüngste zählt
sicherlich zu den
spannendsten:
eine FundraisingAgentur in Frankreich aufzubauen.
Mit mehr als 65
Millionen Einwohnern und dem größten Staatsgebiet der
Europäischen
Union
ist die Republik zwischen
Atlantik und Mittelmeer ein
ausgesprochen interessanter
und vielversprechender Markt.
Warum ich den französischen Fundraising-Kongress dennoch bisher immer ausgelassen habe, kann ich mir selbst nicht ganz erklären. Höchste Zeit jedenfalls, dies zu ändern, dachte ich mir. Und so machte ich mich Ende
Juni auf den Weg nach Paris, um zahlreichen interessanten Vorträgen
zu lauschen – und auch selbst dort zu sprechen. Es blieb nur ein Problem: Die französische Sprache ist für mich noch eher ein spanisches
Dorf. Für die Bestellung eines Café au lait reicht es, aber ganzen Fachvorträgen in dieser Sprache zu lauschen, ist doch etwas anderes ...
Vielleicht lag es ja daran, dass meine anderen Sinne während der ersten Plenumsitzung dafür umso intensiver arbeiteten. Schnell fiel mir auf,
dass irgendetwas anders war. Hier wurde nicht mit hochtrabenden und
inspirierenden Reden der Wichtigen und Saturierten begonnen. Stattdessen saßen fünf Fundraiser am Podium und erzählten offensichtlich
kurzweilige und vergnügliche Geschichten über ihre Arbeit. Denn die
25 Jahre Fundraising
Einen weiteren spannenden Vortrag hielt Frédéric Fournier, Chef
von OPTIMUS, einer der größten Fundraising-Agenturen in Frankreich. Als er mit dem Aufstellen einer französischen Fahne und dem
Verteilen von Fußbällen begann, hatte er das Publikum gleich auf seiner Seite – die Euphorie über die WM in Brasilien war noch groß, mit
dem Ausscheiden im Viertelfinale nicht zu rechnen.
Was folgte, war eine Zeitreise zu verschiedenen Milestones im
Fundraising. Als Erstes nannte Fournier eine Kampagne von ROTES
KREUZ, die vor 100 Jahren 16 Millionen Pfund einspielte. Weiter ging
es mit der mutigen Erbschaftskampagne von GREENPEACE, die mit
der Headline „When you come back as a whale, you will be bloody glad
you put Greenpeace in your will“ Aufsehen erregte. Eine US Peer-toPeer-Fundraising-Kampagne aus 1994 wurde ebenso präsentiert wie
der erste französische DRTV Spot von MSF aus dem Jahr 1996, die
Gründung von Charity Water 2006 und vieles mehr. Zum Abschluss
ging es noch einmal nach Brasilien, wo ein Mann öffentlich ankündigte, in drei Wochen seinen Bentley im Wert von 500.000 Dollar im
Garten zu begraben. Am Tag des Begräbnisses verkündet er in einer
Pressekonferenz, dass er das Auto doch nicht unter die Erde bringen
wolle, da so viele Menschen Dinge begraben, die viel wertvoller sind:
Gerhard Pock blickt auf 20 Jahre Erfahrung
im Fundraising zurück. Bevor er auf Agenturseite
wechselte, war er unter anderem beim WWF als
stellvertretender Geschäftsführer für die Bereiche Marketing, Kommunikation, Fundraising und
Corporate Fundraising zuständig. Seit 2014 ist er
Geschäftsführer der neugegründeten französischen
Agentur DONICITÉ, die Teil des FUNDRAISING CIRCLE EUROPE ist. www.donicite.fr
ihre Organe. In den folgenden Tagen stiegen
die Organspende-Versprechen rasant an.
Zwar hatte ich gehofft, Fournier würde
sich mehr auf den französischen Fundraisingmarkt konzentrieren, dennoch war seine Zeitreise durch das Fundraising spannend und abwechslungsreich.
Awards
Den zweiten Tag des Kongresses ließ ich
auf einem Boot auf der Seine ausklingen.
Denn hier fand die offizielle Abendveranstaltung inklusive Verleihung der Fundraising Awards statt. Valerie Daher von ACF
gewann den Preis als Fundraiserin des Jahres. Das Publikum freute sich – eine von
ihnen nimmt die Trophäe mit nach Hause,
nicht irgendein Promi. An Deck wurde noch
lange geplaudert und der Abend genossen.
Alles sehr informell und vor einer fantastischen Kulisse, die mich wieder einmal daran erinnerte, wie schön Paris ist und wie
froh ich bin, hier arbeiten zu dürfen.
Am folgenden Tag war Valerie Daher
dann auch meine Mitpräsentatorin zum
Thema „internationales Fundraising“. Sie
war nervös, weil sie noch nie einen Vortrag
in Englisch gehalten hatte. Ich war nervös,
weil ich am Anfang meiner Präsentation
auf Französisch sagen wollte, dass ich kein
Französisch spreche und daher in Englisch
präsentieren werde. Doch wir beide meisterten die Herausforderung und wurden
vom Publikum mit interessanten Fragen belohnt. Nach Ende des Vortrags wurden wir
regelrecht belagert, bis wir aus dem Saal geworfen wurden – die nächste Präsentation
sollte beginnen. Ein perfekter Abschluss für
meinen ersten französischen FundraisingKongress.
Im Flieger nach Wien hatte ich Zeit,
meine Eindrücke zu sammeln. Es war eine
gelungene Veranstaltung, perfekt organisiert und dabei doch angenehm informell.
Nächstes Jahr komme ich bestimmt wieder
– mit verbesserten Französischkenntnissen.
•
Versprochen.
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14 3|14
Termine
Termine
3|14
DIRECT MIND goes Ivy League
Termine
September & Oktober
Mag. Hans Krieger, Prokurist bei DIRECT MIND, hatte
im Juni die besondere Ehre, an der renommierten
­Columbia University einen Vortrag halten zu dürfen.
adeleine Albright, Paul Austen, Barack
Obama – dies sind nur drei der zahlreichen berühmten Absolventen der Columbia
University, eine der ältesten Universtäten der
USA und der renommiertesten Hochschulen
der Welt. Wie in Amerika üblich, wird auch
die Columbia University zu einem guten Teil
von Spendengeldern finanziert. 150 Fundraiserinnen und Fundraiser sorgen jährlich für
Einnahmen von rund 600 Millionen Dollar
– das entspricht in etwa dem Gesamtspendenvolumen Österreichs.
Damit ist die Universität ein optimaler
Schauplatz für das „Forum on International Fundraising and Philanthropy in Europe and in the United States“, zu dem Mag.
Hans Krieger als Gastreferent eingeladen
wurde. Vor den Masterstudenten im Fach Fundraising,
dem akademischen Personal
der Universität sowie dessen
Fundraisern sprach er zum
Thema Spenderbindung. Ein
eher spezielles Metier für seine Zuhörerschaft, denn in den
USA werden zwar sehr hohe Einzelspenden erzielt, eine langfristige
Beziehung zum Spender ist aber sehr
schwierig. Ein Grund, warum in den USA
nur 23 Prozent der Erstspender auch eine
zweite Spende geben.
Das Feedback zum Vortrag war ausgesprochen positiv und auch nach
dessen Ende wurde munter weiterdiskutiert – unter anderem über den
österreichischen Spendenindex, den Direct Mind monatlich erstellt. Ein
Thema, das auf großes Interesse stieß und eventuell den Beginn einer intensiveren Beziehung zwischen der österreichischen Fundraising-Agentur und der amerikanischen Elite-Universität markiert. www.npo-akademie.de
Vom Thema zu KOnzept,
Text und Gestaltung
1.10.2014 (Wien)
Das Seminar gibt Antworten
auf Fragen rund um die Gestaltungskomponenten von Mailings
und vermittelt theoretisches und
praktisches Handwerkszeug, um
Spendenbriefe zu verfassen bzw.
Mailing-Packages zu entwickeln.
Der Herbst wird
wieder stürmisch
www.npo-akademie.at
L
etztes Jahr war er bereits ein großer Erfolg: der Sturmstand von
DIRECT MIND am EuroPlaza. Als sich die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Agentur vergangenen September in den Dienst der guten
Sache stellten und den schmackhaften, noch in der Gärung befindlichen,
neuen Wein ausschenkten, konnten sie stolze 3.500 Euro einnehmen –
und in weiterer Folge als Spende an DEBRA AUSTRIA übergeben.
In diesem Jahr will man die Summe toppen. Wem sie zugutekommt,
entscheidet erneut das Los. So viel steht aber bereits jetzt fest: DIRECT
MIND sorgt für ausgelassene Stimmung, schwungvolle Musik, deftige
Jausen, herzhaften Sturm und fruchtigen Most – das sollten Sie sich nicht
entgehen lassen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
22. September bis 2. Oktober, jeweils Montag bis
Donnerstag von 16.00 bis 19.30 Uhr, Am Europlatz, 1120 Wien
Foto: DIRECT MIND, bright-light.at
M
Zertifikatslehrgang:
finanzen und
controlling in npos
22.–27.9.2014 (köln)
Der Lehrgang vermittelt den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
fundierte Kenntnisse für die
betriebswirtschaftliche Führung
von NPOs. Neben den Grundlagen des Rechnungswesens
werden bewährte und moderne
Instrumente aus den Bereichen
des internen und externen Rechnungswesens, der Investition
und Finanzierung, des NPO-Con­
trollings sowie des Steuerrechts
dargestellt und mithilfe von Fallbeispielen aufbereitet.
Inspire. Connect.
Transform.
21. Österreichischer
Fundraisingkongress
6.–7.10.2014 (Wien)
Für Fundraiserinnen und Fundraiser in Österreich ist er quasi schon
ein Pflichttermin – der Österreichische Fundraisingkongress, veranstaltet vom Fundraising Verband
Austria.
In diesem Jahr findet er erneut
Anfang Oktober im Europahaus
in Wien statt. Neben den spannenden Vorträgen wird sicherlich
die Verleihung des Fundraising
Awards im Rahmen einer Galanacht ein besonderes Highlight
bilden.
www.fundraisingkongress.at
Der Beziehungsaufbau zwischen der Organisation und ihren
Spendern ist auch beim internationalen Fundraisingkongress
in den Niederlanden ein Thema.
„T
his year’s programme will inspire you with fundraising stories from around the world; connect you with fundraisers
outside your own locality; and transform the way you think about
fundraising to achieve greater impact.“ Das und nicht weniger versprechen die Veranstalter des International Fundraising Congress
für die diesjährige Fachtagung. Und die drei Schlagworte „Inspire“,
„Connect“ und „Transform“, die heuer als Motto dienen, beschreiben
dabei nicht nur den Geist der Veranstaltung, sondern stehen auch für
die Aufgaben eines Fundraisers an sich: „As fundraisers, by inspiring
our supporters and connecting them with our causes we are transforming lives and communities around the world.“
Jahr für Jahr kommen rund 1.000 Fundraiserinnen und Fundraiser aus 60 Ländern der Welt im holländischen Noordwijkerhout
zusammen, um Vorträgen zu lauschen, an Masterclasses teilzunehmen, mit Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren und neue Ideen
zu sammeln.
Zu den diesjährigen Vortragenden zählen unter anderem Maria
Ros Jernberg (Swedish Fundraising Council), Tony Elischer (THINK
Consulting Solutions) sowie Stephen Pidgeon.
IFC – Internatonal Fundraising Congress
15. bis 17. Oktober 2014, Noordwijkerhout/Niederlande. Mehr
Informationen unter www.resource-alliance.org/ifc
15
Macchiato
Die Kolumne mit einem Augenzwinkern von Rainer Sigl
Illustration: Milena Krobath
W
underschönen guten Morgen!, trällert die Boss, rauscht schwungvoll in die Küche und stellt geräuschvoll ein halbmeterhohes, halbleeres Cocktailglas samt Schirmchen auf den Küchentisch.
– Ist heute nicht ein wunderbarer Tag? Robert aus dem Marketing und ich werfen uns einen
ratlosen Blick zu. – Morgen, Boss, meint Robert schließlich, räuspert sich und zeigt schüchtern auf das leere
Ungetüm. – Cocktail? Ähm, ist’s schon elf? – Unsinn!, lächelt die Boss, – alles nur Vitamine, mein Lieber!
Ananassaft, Tomatenextrakt, Mango-Mus, Gerstengras und irgendwas mit Papaya. Oder war’s Rhabarber? Na
wurscht, jedenfalls: Voll gesund! Demonstrativ stellt sich die Boss auf die Zehenspitzen und nuckelt das letzte
Restchen Saft aus dem Riesenglas. – Ahhhh! Vitaminstoß! Und das Beste: Gratis! Sozusagen ein Geschenk!
Genau wie das hier! Voller Stolz zaubert die Boss mit breitem Grinsen ein teuer aussehende Glasflacon aus der
Handtasche. – Aloe-Vera-Propolis-Hautcreme de luxe! Mit einem Hauch von südfranzösischem Lavendelextrakt. Très chic! Und erst das! Die Boss kramt weiter in der Handtasche und zieht schließlich triumphierend
wie ein Zauberkünstler in Ausbildung ein schier endlos langes Stück Seidenschal aus einer Innentasche. –
Sowas, na, komm schon raus, also bitte – so! Ein Vicunia-Kaschmir-Seidenwickelschal für die elegante SpaBesucherin von Welt! – Ist schon wieder Weihnachten?, staunt Robert aus dem Marketing und beäugt den
Gabenstapel. – Papperlapapp!, winkt die Boss ab und beugt sich verschwörerisch zu uns vor. – Bei mir ums
Eck haben – was für ein Wunder an Zufall und schlechtem Timing! – grad diesen Monat drei ach wie exklusive
Wellness-, Massage- und Beautytempelchen eröffnet. Im selben Viertel, quasi in Blickweite zueinander! Na,
die waren fertig, als sie das bemerkt haben! Also hab ich mich mal bei allen
eingeschrieben – zu sensationellen Einführungs-Schnupper-Preisen! – und
schau mal, was die so tun, um mich bei Laune zu halten. Stolz drückt sich die
Boss einen Espresso aus der Kaffeemaschine. – Es ist unglaublich, wie die sich
ins Zeug hauen, wenn sie sehen, was die Konkurrenz so in petto hat! Kaum
habe ich so nebenbei erwähnt, dass ich zwei Häuser weiter immer ein Gläschen Prosecco zur Begrüßung bekomme – BANG! Champagner! Und wenn
man ganz unschuldig den Nebensatz fallen lässt, dass man gegenüber die
Lomi-Lomi-Massage ausprobieren will – ZACK! Reiki-Attacke! Robert
aus dem Marketing zieht die Augenbrauen hoch. – Gib’s zu: Es
gefällt dir einfach, wenn um dich gebuhlt wird. – Ach was,
grinst die Boss und zuckt unschuldig die Achseln. – Ich
gebe den aufstrebenden Unternehmern im LuxusWellness-Segment hier nur ganz objektiv die Gelegenheit, ihre Hingabe zum Service und zur Bindung einmal gewonnener Kunden unter Beweis
zu stellen. Tja, das Leben als Luxusdienstleister ist eben kein Ponyhof! Robert seufzt und
schüttelt den Kopf. – Respekt, Boss, das ist
infernalisch. Sogar für deine Verhältnisse. Die
Boss seufzt theatralisch. – Najaaaa, ein wenig
tun sie mir ja schon leid. Ein bisschen. Okay,
okay, gut, hört auf, mit den Augen zu rollen –
war gelogen. Oh, übrigens, hat jemand Lust auf
eine Schnuppergesichtsbehandlung? Ich hab da
einen Gutschein übrig und war schon zweimal
diese Woche. Jetzt hab ich etwas Angst, noch kitschig zu werden. Die Herren …? 
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Seele and Geist
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