close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Hypnose in der Zahnarztordination – was bedeutet das konkret? Teil 1

EinbettenHerunterladen
DENTAL TRIBUNE
4 Medicine
Austrian Edition · Nr. 7+8/2004 · 23. Juli 2004
Für Sie hinter die Kulissen geschaut:
Hypnose in der Zahnarztordination –
was bedeutet das konkret?
Teil 1
von Dr. Gisela Peters
HAMBURG – Rund um die Hypnose rankt sich viel Halbwissen. Sogar in Kriminalfilmen
taucht sie auf, oft unter mysteriösen Umständen. Was ist
wahr an diesen rätselhaften
Vorstellungen und wo ist den
Autoren schlicht die Phantasie
durchgegangen? Wie nützlich
Hypnose tatsächlich sein kann,
und zwar konkret in der zahnärztlichen Ordination, lesen
Sie hier in einem Beispiel: Dr.
Elena Ceacmacudis setzt sie
seit 2 Jahren in ihrer Hamburger Ordination ein und hat ihren Patienten seitdem viel Gutes getan.
Die Angst vor dem Zahnarzt –
es gibt sie immer noch. Und eine
eventuell leidvolle Erfahrung
oder auch nur eine angstvolle
Grundhaltung wird von Generation zu Generation weitergegeben. Nur zu oft meiden Patienten
deshalb den Zahnarztbesuch
und unterlassen eine erforderliche Behandlung. Mehr als je zuvor haben Zahnärzte heute zudem die Möglichkeit, das äußere
Erscheinungsbild ihrer Patienten zu verschönern, ihr Lebensgefühl zu heben, ihre Lebensqualität zu verbessern und ihnen
mehr als das Notwendige und
Was ist Hypnose überhaupt?
Was kann sie? Wie wirkt sie? Eine allgemeine Erklärung.
von Dr. Walter Schulze, Zahnarzt
ROTENBURG (WÜMME) –
Während man im normalen Bewusstseinszustand immer verschiedene Reize gleichzeitig
wahrnimmt, ist in Hypnose oder
Trance die gesamte Aufmerksamkeit (oder zumindest ihr
größter Teil) auf eine bestimmte
Sache gerichtet, sodass man die
restliche Umgebung mehr oder
weniger aus dem Auge verliert.
Etwas „wie in Trance“ zu tun, ist
also ein ganz alltäglicher Zustand, den man z.B. beim Joggen,
beim Lesen eines spannenden
Buches oder bei einer konzentrierten Arbeit erleben kann. Bei
der medizinischen oder psychotherapeutischen Anwendung
wird diese Fähigkeit zur „Alltagstrance“ sehr stark und so gezielt
gefördert, dass sie zur Lösung
körperlicher und/oder seelischer
Probleme eingesetzt werden
kann. Dabei haben die verschiedenen Formen der sogenannten
modernen, klinischen Hypnose,
mit der die meisten Hypnosetherapeuten heutzutage arbeiten,
einige besondere Eigenschaften:
In eine Trance zu gehen und wieder aus ihr herauszukommen ist
ein vollkommen freiwilliger Vorgang, bei dem Ihr Wille, etwas zu
tun oder nicht zu tun, in keiner
Weise eingeschränkt werden
kann. (So wie Sie ja auch aus
freiem Willen joggen gehen und
damit wieder aufhören.)
Wenn man sich weit genug in
einen Trancezustand hineinbe-
gibt, entwickelt sich eine Art Automatismus, der einen einerseits
Dinge ohne besondere Anstrengung richtig machen lässt und andererseits dabei hilft, dass man in
sich selbst neue Fähigkeiten entdecken und ausprobieren kann. Auch
das sind im Grunde ganz alltägliche Erfahrungen, so wie z.B. beim
Joggen irgendwann die Beine von
ganz allein laufen und man in einen
Zustand gerät, in dem man persönliche Grenzen verschieben kann,
von denen man bisher dachte, sie
seien unveränderlich.
Was kann Hypnose
und wem hilft sie?
Trancezustände lassen sich in
vielen Gebieten der Medizin,
Zahnmedizin und Psychotherapie
sehr sinnvoll einsetzen. In der Medizin: als Hilfe bei chronischen Erkrankungen zur angenehmeren
Durchführung vieler Untersuchungen (z. B. Magen-, Darmspiegelungen), zur Narkosevorbereitung und zur Schmerzreduktion bei (kleineren) Operationen. In der Zahnmedizin: zum
Abbau von Ängsten, um insbesondere lange Behandlungen angenehmer zu machen, zur schmerzarmen oder sogar schmerzfreien
Behandlung auch ohne Spritze, als
begleitende Maßnahme bei Verspannungen der Kaumuskulatur
sowie schmerzhaften Kiefergelenkserkrankungen, um eine Behandlung auch bei starkem Würgereiz zu ermöglichen. In der
Psychotherapie: Zur direkten Be-
handlung vieler Symptome neurotischer (z.B. Ängste und Phobien,
Depressionen, posttraumatische
Störungen) und psychosomatischer Natur (z.B. Reizdarm, Bluthochdruck, Neurodermitis, Allergien, Kopfschmerzen, Migräne,
chronische Schmerzen, aber auch
als begleitende Hilfe bei Krebserkrankungen) sowie bei manchen
Verhaltensstörungen, wie z.B.
Ess- und Schlafstörungen oder
Rauchen. Zur kausalen Behandlung über Altersregression, um
die Ursache von Symptomen zu
finden und zu verändern. Zur Zukunftsprogression, um andere
Möglichkeiten eines Lebens ohne
Symptome zu erkunden. Zur Erleichterung und Effektivierung
anderer Therapien, wie z.B. Verhaltenstherapien.
Wie wirkt Hypnose?
Bei der Einleitung einer Trance
wird die Aufmerksamkeit weg von
äußeren Reizen hin auf ein inneres
Erleben gelenkt. Hierbei kommt es
in der Regel zunächst zu einer körperlichen Entspannung. Hypnose
ist dabei kein schematisches „Entspannungsprogramm“, sondern
wirkt bei jedem Menschen individuell. Der so entstandene Entspannungszustand ist mit einer
Beruhigung der inneren Rhythmen (z.B. Atmung und Pulsschlag)
verbunden, die es jedem Menschen auf seine eigene Art ermöglichen, den Blick auf sein inneres
Erleben zu richten. Geht es im Wesentlichen darum, eine normaler-
Ausreichende anzubieten. Doch
was nutzt das alles, wenn die Patienten aus Angst zu Hause bleiben?
Die Angst des Patienten kann
die Behandlung verhindern
Hinzu kommt beim Zahnarzt
– natürlich und verständlich –
der wirtschaftliche Wunsch, Patienten verstärkt an sich zu binden, sie zu langfristigen „Stammkunden“ zu machen und die ökonomische Basis des Unternehmens Ordination durch mehr
Leistung zu verbreitern. Weisheitszähne extrahieren, um kieferorthopädische Maßnahmen
zum Erfolg zu führen und dem
Patienten zu einem perfekt schönen Lächeln zu verhelfen? Implantate setzen, um festsitzenden Zahnersatz im Lückengebiss zu realisieren und so jugendlichen Kaukomfort zu
erhalten? Regelmäßige Parodon-
weise eher unangenehme Untersuchung oder Behandlung angenehmer zu machen (z.B. beim
Zahnarzt oder Internisten), so
wird das innere Ziel dieser Aufmerksamkeit ein positives und angenehmes sein, das im Allgemeinen im Voraus vom Patienten
selbst bestimmt wird (z.B. eine
schöne Urlaubserfahrung oder
eine sportliche Tätigkeit). Je wirklicher ein Patient dann dieses in-
talbehandlungen, um diese Erkrankung langfristig zurückzudrängen und zu Attachmentgewinn zu kommen? So manche
Maßnahme scheitert an der
Angst der Patienten vor dem
Gang zum Zahnarzt.
Ein möglicher Ausweg: In
Kursen können Zahnärzte zertifizierte Kenntnisse erwerben,
um gegen diese Ängste Hypnose
einzusetzen. Das versetzt sie in
die Lage, ihre Patienten einer
entspannten, stressfreien und
schmerzlosen Behandlung zu
unterziehen und sie aus der
Angstspirale herauszuführen.
Die Hypnose-Qualifikation bedeutet
einen
zusätzlichen
Schwerpunkt in der Ordination,
fördert das Ansehen des Zahnarztes und gibt ihm die Chance
auf einen größeren Patientenstamm und vermehrte hochwertige zahnärztliche Maßnahmen
mit zusätzlichen Einnahmequellen.
Was ist Hypnose?
Kurz definiert ist Hypnose
die Konzentration von außen
nach innen. Hypnose wird auch
als eine besondere Form der
Kommunikation beschrieben.
Durch Suggestion erreicht der
Hypnotherapeut, dass sich der
DT Seite 6
Wirklichkeit Teil des normalen
Lebens wird. Zur kausalen Behandlung mittels Altersregression ist das Wiedererleben einer
problematischen Vergangenheit –
so als würde es jetzt passieren –
von Bedeutung, denn nur so können vergessene oder verdrängte
Teile wieder erinnert werden,
und nur so können sie dann, aus
einem anderen Blickwinkel betrachtet, mit einer anderen Bedeutung versehen oder mit einem
anderen, heute angemessenen
Gefühl empfunden werden. Diese
und ähnliche Prozesse der seelischen, geistigen und emotionalen
Verarbeitung, die gestört waren,
können in hypnotischer Trance
leichter und schneller wieder korrigiert werden.
Wissenswertes
zur Show-Hypnose
Dr. Walter Schulze
nere Erleben erfährt, desto mehr
rückt die äußere Wirklichkeit in
den Hintergrund. Hypnose hilft
hier also dabei, die Fähigkeit zu
entwickeln, sich in eigener Verantwortung bei unterschiedlichen
ärztlichen Maßnahmen entspannt
und zufrieden wahrzunehmen.
Wirkungen im psychotherapeutischen Rahmen
Zur Wirkung im psychotherapeutischen Rahmen kann man
sich am besten so vorstellen, dass
man zur Symptomkontrolle mit
Hilfe von Hypnose eine Art „alternativer Wirklichkeit“ schafft und
in dieser die Veränderung oder
völlige Aufhebung von Symptomen so lange und intensiv erlebt,
bis diese hypnotisch imaginierte
Hypnose zu medizinischen
Zwecken wird leider immer noch
oft mit der in den Medien sehr präsenten Bühnen- oder Show-Hypnose verwechselt. Beides hat jedoch nicht das Geringste miteinander zu tun. Moderne klinische
Hypnose ist ein Mittel ganzheitlich orientierter (zahn-)ärztlicher
und psychotherapeutischer Behandlung mit dem Ziel, Menschen zu selbstbestimmter geistiger und körperlicher Gesundheit
zu verhelfen. Sie setzt bei allen Behandlern, die sie anwenden, eine
umfangreiche Ausbildung und
die Verpflichtung zu verantwortlichem Einsatz von Hypnose ausschließlich zu Heilungszwecken
voraus. Demgegenüber bedient
sich die Show-Hypnose einfachster Tricks zur Erzielung oberflächlicher Effekte, ohne Rücksicht zu nehmen auf Würde und
Individualität des einzelnen Menschen. Sie ist aus diesem Grund in
vielen Ländern bereits gesetzlich
verboten. DT
DENTAL TRIBUNE
6 Medicine
DT Seite 4
Hypnose
in der Zahnarztordination
Hypnosepatient auf ein angenehmes intensives Erlebnis fo-
kussiert und unangenehme äußere Wahrnehmungen zurückgedrängt bis ausgeschaltet werden. In physiologischer Hinsicht gleicht die Hypnose mehr
einem partiellen Wachsein als
einem Schlafzustand, indem
Gehirnaktivität, Pulsfrequenz
und Grundumsatz gegenüber
dem Wachzustand messbar verändert sind. Es kommt zu einer
andersartigen Informationsverarbeitung im Gehirn, wobei
die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bestimmte Sinnes-
reize einen wesentlichen Faktor darstellt. Die letzte Kontrolle über sich selbst gibt der
Mensch in diesem Zustand aber
nicht auf.
Hypnotisierbare Patienten
müssen Phantasie haben
Wichtig zu wissen für den
Zahnarzt, der sich der Hypnose
zuwenden will: Die Hypnotisierbarkeit des Patienten hängt weniger vom Hypnotherapeuten
selbst als vielmehr von der Charakterstruktur des zu Hypnoti-
Austrian Edition · Nr. 7+8/2004 · 23. Juli 2004
sierenden ab – und hier vor allem
von seiner Beeinflussbarkeit.
Der Zustand kann nur herbeigeführt werden, wenn der Patient
absolutes Vertrauen zu seinem
Hypnotiseur hat. Es geht dann
darum, dem Patienten die Möglichkeit zu tiefer körperlicher
Entspannung zu geben und in
ihm eine persönlich als gut und
angenehm empfundene Erfahrung zu aktivieren. In der so suggerierten Trance nimmt der Patient nur das wahr, was für ihn
angenehm ist. Die zahnärztliche
Behandlung läuft dann „nebenbei“ ab.
Entscheidende Faktoren für
die Hypnose sind folglich Phantasie- und Konzentrationsfähigkeit
des Patienten, Gefühlsoffenheit
und Vertrauenskraft, sodass er
sich in die Hände des Hypnotiseurs legen kann. Etwa 10 % aller
Menschen sind leicht in Hypnose
zu versetzen, 80 % gelten als
durchschnittlich hypnotisierbar
und nur jeder Zehnte ist schwer
zu hypnotisieren.
Hypnose – ein weites Feld
in der Zahnarztordination
ANZEIGE
In ihrer Hamburger Ordination setzt Dr. Ceacmacudis Hypnose mittlerweile täglich mehrmals ein. Viele Indikationen bieten sich an. Diese reichen vom
Angst- und Stressabbau allgemein über die Würgereizkontrolle, Blutungsstillung und Verminderung des Speichelflusses
bis hin zur Behandlung von Myoarthropathien, Bruxismus und
schädlichen Gewohnheiten überhaupt. Das wichtigste Ziel ist die
entspannte Behandlung und
Schmerztherapie. Bei Kindern
angewendet sei Hypnose besonders hilfreich, so Dr. Ceacmacudis. Und generell bei jedem Patienten könne eine leichte Form
der Hypnose schon zur professionellen Zahnreinigung eingesetzt
werden. Das mache diesen Schritt
für Patienten angenehmer und sei
bei den meisten ein guter Einstieg
in weitere Behandlungen.
Brillante Ideen. Trendbestimmende Innovationen.
Von den Erfindern der internen Implantatverbindung.
DT Seite 7
Dr. Elena Ceacmacudis
Kurze Vita und mehr …
Zimmer Dental, der weltweite Marktführer und Pionier der
internen Implantatverbindung mit Friction-Fit Technologie.
• Eine erprobte Lösung gegen Schraubenlockerung seit 1986
Tapered Screw-Vent® und Aufbau
Sechskant-Patrize
mit Konuswinkel
von einem
Grad eliminiert
Rotationsbewegung
Dreifach-Führungsgewinde ermöglicht
schnelle und gewebeschonende Insertion und
verhindert gleichzeitig
Nekrosenbildung
• Mikrobewegungen zwischen den Komponenten werden
praktisch eliminiert
• Bakteriendichter Verschluss zwischen den Komponenten
Für weitere Informationen rufen Sie uns bitte unter
0761-4584-722 oder 723 an oder besuchen unsere Website
unter www.zimmerdental.de.
45° Einführungsabschrägung
zentriert das Abutment und
schafft einen bakteriendichten
Verschluss
höhere
Primärstabilität
durch konisches
Design
Innensechskant verteilt
die Kräfte tief ins Innere
des Implantats, wodurch
die Halteschraube vor
Überlastung geschützt ist.
HAMBURG – Hypnose ist aus der
Ordination von Frau Dr. Ceacmacudis nicht mehr fort zu denken.
Seit 2 Jahren wendet die Zahnärztin dieses Mittel zur entspannten
und stressfreien Behandlung ihrer
Patienten an. Ihre eigene Ordination führt sie seit 1984, nach absolviertem Staatsexamen und einer
3-jährigen Assistenzzeit im Inund Ausland. Nach Jahren der Erfahrung im Umgang mit ihren Patienten entschloss sich Dr. Elena
Ceacmacudis zu einer Zusatzausbildung zur Heilpraktikerin, die
sie von 1997 bis 1999 absolvierte.
Danach wandte sie sich außerdem
der Hypnose zu und erwarb nach
intensiver Fortbildung das Zertifikat „zahnärztliche Hypnose der
DGZH e.V.“.
Ihre Hauptzielgruppe sieht Dr. Ceacmacudis in Privatpatienten und
Selbstzahlern, die gesteigerten
Wert auf Prävention, Lebensqualität, Ästhetik und Wellness legen.
Schwerpunktmäßig bietet sie
hochwertige Endodontie sowie
Implantologie an. „Mein Spezialgebiet ist das strahlende Lächeln.
Deshalb bemühe ich mich um
Zahnerhalt und festsitzenden
Zahnersatz und versorge meine
Patienten gern mit Vollkeramik“,
beschreibt Dr. Ceacmacudis ihr
Engagement. „Meine Klientel ist
anspruchsvoll. Wer zu mir kommt,
will perfekte Behandlungen und
perfekte Restaurationen in einer
entspannten, stressfreien Atmosphäre, deshalb setze ich Hypnose
ein.“
© 2004 Zimmer. All rights reserved. A617, Rev. 1/04.
Dr. Elena Ceacmacudis erreichen
Sie via:
E-Mail: info@dr-ce.de
Internet: www.dr-ce.de
DENTAL TRIBUNE
Medicine
Austrian Edition · Nr. 7+8/2004 · 23. Juli 2004
Niedriger sozialer Status, hohes Krebsrisiko
Ist Bildung doch zu etwas gut?
KÖLN – Das Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, ist
im hohen Maße vom sozialen
Status der Menschen abhängig:
Patienten mit Tumor im Mundraum haben im Vergleich zu
Durchschnittsbürgern
ein
deutlich niedrigeres Bildungsniveau, waren längere Zeit arbeitslos und sind in größerer
Zahl alleinstehend.
Mundhöhlenkrebs
zählt
weltweit zu den am häufigsten
vorkommenden Krebsarten. Dabei ist diese Erkrankung auch
eine der gefährlichsten und tödlichsten: Für zirka die Hälfte aller
Betroffenen kommt trotz medizinischer Fortschritte jede Hilfe zu
spät. Um so wichtiger ist es, Ursachenforschung zu betreiben,
damit krebsfördernde Umstände
frühzeitig erkannt und nach
Möglichkeit beseitigt werden
können. Dr. Birgit Imping vom
Zentrum für Zahn-, Mund- und
Kieferheilkunde an der Univer-
sität zu Köln widmet sich genau
dieser Aufgabe und kommt dabei
in ihrer Studie zu erstaunlichen
Ergebnissen.
Neunzig Prozent der von ihr
untersuchten Tumorpatienten
haben nur eine niedrige Schulbildung (Hauptschulabschluss
oder ähnliches). Einen Abschluss mit Abitur können dagegen nur weniger als sechs Prozent der Untersuchungsteilnehmer vorweisen. Ebenfalls auffäl-
Lohnt sich das überhaupt noch?
Zahnpflege bei Senioren
MANCHESTER – Mancher in
die Jahre gekommene Mund,
so könnte man beim Inspizieren meinen, befindet sich
schon frühzeitig in einer Art
pflegerischem Vorruhestand.
Ganz nach dem Motto, die
Dritten sind zwar noch nicht
im Mund, aber schon im Gespräch, scheint der regel-
mäßige Reinigungs-Aufwand
nicht mehr lohnenswert – die
Drittausstattung hält ohnehin
bald Einzug im Mund. Eine britische Studie hat dieser Ansicht auf den Zahn gefühlt und
nachgeprüft, wie effektiv die
Pflege reifer Zähne eigentlich
ist.
Nota bene: Es gibt nur wenige
Studien zur Zahnpflege bei älteren Menschen. Zur Beantwortung obiger Frage wurde die
Wirksamkeit von Zahnpflegeprodukten in Bezug auf eine Karies- und Parodontoseprophylaxe in einem Review von 4 verschiedenen Studienarten untersucht (Review, randomisiertkontrollierte Studie, Anwendungsbeobachtung und traditioneller Review). Die Analyse
zeigt, dass die Anwendung fluorhaltiger Zahnpasten und bei erhöhtem Kariesrisiko auch die zusätzliche Verwendung von spe-
DT Seite 6
Beide profitieren,
der Patient und sein Zahnarzt
Von Hypnose profitierten
beide, Patient und Zahnarzt, erklärt Dr. Ceacmacudis weiter.
Die zu Behandelnden seien dann
frei von Angst, fühlten sich entspannt, ruhig und zufrieden.
Darüber hinaus heiße Hypnose
für sie weniger Schmerz, geringere Schwellungen und insgesamt die Reduktion von Nachbeschwerden. Auch könnten Medikamentengaben verringert werden. Für das Ordinationsteam
bedeutet die Behandlung unter
Hypnose stressfreies, auf das Wesentliche konzentriertes und
schnelleres Arbeiten. Phobien,
Panikattacken, Würgereiz, Okklusionsneurosen und Schmerzen sind zu beherrschen – beziehungsweise treten gar nicht erst
auf – und das Ordinationsteam ist
besser motiviert.
Viele Wege führen zum Ziel
Jeder Patient ist anders und
bei verschiedenen Menschen
dienen verschiedene Auslöser
als Einstieg in die Hypnose. „Das
Patentrezept gibt es nicht“, kommentiert Dr. Ceacmacudis.
Grundsätzlich unterscheidet
man aber zwei Formen der Hypnose: die klassische und die moderne klinische Hypnose.
Klassisch arbeitet man mit
direkten Suggestionen und immer denselben wiederkehrenden Standardformulierungen.
Ein Beispiel zur Blutungskontrolle bei der Zahnextraktion:
„Und jetzt kannst du die Blutung
stoppen, drehe den Hahn einfach zu!“ Diese Variante verlangt
ein größeres Maß an Kooperations- und Hingabefähigkeit des
Patienten. Hat der Patient erst
einmal positive Hypnoseerfahrung gesammelt und ist Hypnose-trainiert, führt diese Variante in den einzelnen Sitzungen
schneller zum Ziel. Manche Patienten wehren sich allerdings
gegen die direkte Suggestion, da
sie sich manipuliert, gedrängt
oder überfordert fühlen. Gerade
bei ängstlichen Patienten ist die
direkte Methode kaum das
Mittel der Wahl, weil sie sich
dann noch stärker unter Druck
gesetzt fühlen.
Zum Erfolg mit Duftlampen
und Entspannungsmusik
In der modernen Hypnose arbeitet man daneben mit indirekten Methoden. Dabei wird der
Patient an seine Körpergefühle
herangeführt, ohne dass seine
Abwehr herausgefordert wird.
Im ersten Schritt geht es darum,
Rahmenbedingungen zu schaffen, die die tiefe Entspannung ermöglichen und fördern. In der
Ordination von Dr. Ceacmacudis
dienen als „Förderer“ zum Beispiel ein Beratungszimmer, dessen Einrichtung den Patienten
erst gar nicht an eine zahnärztliche Ordination denken lässt,
Duftlampen mit verschieden
wirkenden Duftmischungen,
Kissen zur Kopf-Schulter-Auflage für das völlig entspannte
Liegen, eine Schlafbrille gegen
zu grell empfundenes Licht,
leichte Decken, ein Walkman
und Entspannungs-CDs.
Dr. Ceacmacudis: „Mir geht
es darum, für die Patienten den
lig ist die im Vergleich zur
Durchschnittsquote doppelt so
hohe Arbeitslosigkeit bei den betroffenen Patienten sowie der
mit einem Fünftel bemessene
Anteil an Personen im Vorruhestand.
Die Kölner Medizinerin sieht
in diesen Ergebnissen die These
bestätigt, dass eine angemessene berufliche Betätigung die
Wertschätzung der eigenen Person steigert, was sich wiederum
ziellen Fluoridierungspräparaten effektiv zur Prophylaxe von
Kronen- und Wurzelkaries beiträgt. Zahnpasten mit TriclosanZusatz waren hinsichtlich einer
guten Plaquekontrolle und gesunderhaltender Effekte auf das
Zahnfleisch wirksamer. Zahncremes, die neben Triclosan
Copolymer enthielten, zeigten
auch bei Hochrisiko-Patienten
gute Ergebnisse und reduzierten
das Fortschreiten einer Parodontitis.
Elektrische Zahnbürsten mit
oszillierenden Bürstenköpfen
waren übrigens dem Zähneputzen „von Hand“ überlegen: Sie
verringerten Beläge und Zahnfleischbluten um 7 % bzw. 17 %
wirksamer als die manuelle Reinigung.
7
positiv auf das Gesundheitsverhalten der Menschen auswirkt.
Bleibt der soziale und berufliche
Erfolg versagt, sinkt das Selbstvertrauen und damit auch häufig
die Sorge um die eigene Gesundheit. Ein höheres Krebsrisiko ist
die Folge. Im Falle des Mundhöhlenkrebses spiegelt sich dies
vor allem in einer mehr als mangelhaften Mundhygiene wider:
Regelmäßige Zahnarztbesuche
werden genauso vernachlässigt
wie tägliches Zähneputzen. Nur
ein Fünftel der Untersuchten erfüllte die Kriterien für gute
Mundhygiene.
Ein niedriges Selbstwertgefühl geht oft auch einher mit Alkoholmissbrauch und starkem
Tabakkonsum. Die übermäßige
Einnahme der beiden Substanzen fördert die Ausbreitung bösartiger Tumore im Mundraum.
So ist es kein Wunder, dass die
von Dr. Imping untersuchten Patienten häufiger und mehr zum
Glimmstengel greifen als Durchschnittsdeutsche. Alkohol begünstigt noch zusätzlich die
schädliche Wirkung des Rauchens, kann – im Überfluss genossen – aber auch bei Nichtrauchern zu Mundhöhlenkrebs führen: Zwei Drittel aller derartigen
Tumore entstehen allein auf
Grund von exzessivem Alkoholkonsum.
Die Studie folgert, dass in Anbetracht der zunehmenden Anzahl älterer Menschen eine entsprechende Aufklärung zur
Mundhygiene, Karies- und Parodontose-Prophylaxe dringend
indiziert ist. DT
Mit der Verdeutlichung der
Ursachen von Mundhöhlenkrebs glaubt die Kölner Medizinerin, Zahnärzten eine nützliche
Hilfe für die frühzeitige Erkennung von gefährdeten Personen
gegeben zu haben. Ein niedriger
sozialer Status, verbunden mit
schlechter Gesundheitsvorsorge
und damit einhergehender mangelhafter Mundhygiene sind
erste Alarmzeichen. Gesellen
sich noch Alkohol und Tabak
hinzu, ist es höchste Zeit zum
Handeln. DT
Quelle: Davies R M: The rational use of
oral care products in the elderly, Clinical Oral Investigations 2004, Vol. 8,
S. 2 – 5
Quelle: Universität Köln
Teufelskreis zu durchbrechen,
in dem sie sich oft befinden:
Angst – Schmerz – Angst –
Schmerz. In einer Zahnarztordination kann schon der Geruch
nach Desinfektionsmitteln die
Spirale in Gang setzen. Ich tue alles, um die negative Assoziation
auszuschalten und stattdessen
eine Wohlfühlatmosphäre zu
schaffen. Der Patient lernt, Vertrauen zu haben. Oft sind es Kleinigkeiten, die das Leben angenehmer machen und es dem Patienten ermöglichen, sich mir
zuzuwenden: Diese setze ich
dann ein. Die Mehrzahl der Patienten benötigt gar nicht viel,
um sich behaglich zu fühlen.
Entlastung von Zeitdruck,
Stressfreiheit, Ruhe und entspannende angenehme Musik –
das ist oft schon alles, um den
Grundstein für die Vertrauensbasis zu mir zu legen.“
nehmes Erlebnis hineingleiten
kann, werden ihm geeignete Sinneseindrücke geboten – entsprechend den 5 Sinnen können diese
visueller, akustischer, kinästhetischer, olfaktorischer oder gustatorischer Art sein. Dies geschieht, weil die sinnliche Wahrnehmung unser Denken, Fühlen
und Handeln sehr stark prägt.
Die sinnlichen Präferenzen der
einzelnen Patienten bestimmen
dann das konkrete Vorgehen.
Zum Beispiel fällt es einem visuellen Menschen leichter, sich
eine Trance-Anleitung bildlich
vorzustellen und dadurch in
Trance zu gehen. Demgegenüber ist es einem Kinästhetiker
am einfachsten, sich auf Körperwahrnehmungen zu konzentrieren und den Trancezustand
durch Entspannungs- und Körperübungen zu erreichen. DT
(wird fortgesetzt)
5 Sinne stehen Ihnen zur
Beeinflussung zur Verfügung
Im 2. Teil der Serie geht Frau
Dr. Elena Ceacmacudis mehr
ins Detail und gewährt Ihnen
tiefere Einblicke in ihre Vorgehensweise bei der Arbeit am
Patienten.
Der zweite Schritt: Damit der
Patient in die gewünschte tiefe
Entspannung und den Zustand
der Fokussierung auf ein ange-
Document
Kategorie
Kunst und Fotos
Seitenansichten
4
Dateigröße
378 KB
Tags
1/--Seiten
melden