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ERNÄHRUNG NACHHALTIG GESTALTEN: WAS IST UNS UNSER

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ERNÄHRUNG NACHHALTIG GESTALTEN:
WAS IST UNS UNSER ESSEN WERT?
Unterrichtsmaterialien zur Gestaltung von Projekttagen für die Sekundarstufe I
© AID, Bonn
Inhaltsverzeichnis
Konzept ………………………………………………………………………..3
Wertschätzung von Lebensmitteln als Bildungsaufgabe………………… 6
Vorschlag für Projektverlauf…….. …………………………………………12
Folienvorlagen…...………………………………………………………….. 21
Arbeitsblätter, Lösungsblätter, Material zu den Handlungsfeldern
Frisch auf den Müll – oder anders? …………………………………97
Noch mal auf den Tisch oder in die Tonne? / Wir
kalkulieren eine Fete ……………………………………………… 110
Wir vergleichen Lebensmittel ……………………………………. 122
Vorrat im Griff ……………………………………………………… 131
Hintergrundinformationen für die Lehrkraft ……………………………...134
Herausgeber:
Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
Koordinierungsstelle am
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel
Bahnhofstr. 32
56410 Montabaur
Tel.: 02602/9228-0
e-mail: ernaehrungsberatung@dlr.rlp.de
Erarbeitet von:
Hildegard Schlessmann-Fister, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Annette Conrad, DLR Westpfalz
Stand: August 2012
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Projekt Was ist uns unser Essen Wert?
- Konzept Einleitung
Im Herbst 2011 machte Valentin Thurn mit seinem Film „Taste the waste“ erstmalig
auf die großen Lebensmittelmengen, die pro Jahr verschwendet werden, aufmerksam. Sein Film basierte auf Zahlen aus Österreich.
Für Deutschland liegen seit Mitte März 2012 Zahlen aus zwei Studien vor. Das Forschungsprojekt der Universität Stuttgart kommt zu dem Ergebnis, dass Industrie,
Handel, Großverbraucher und Privathaushalte jährlich knapp 11 Millionen Tonnen
Lebensmittel als Abfall entsorgen. Laut Studie entsteht der Großteil dieser Lebensmittelabfälle mit 61 Prozent in Privathaushalten, das entspricht rund 6,7 Millionen
Tonnen. Im Schnitt wirft damit jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm
Lebensmittel weg. Die landwirtschaftliche Erzeugung wurde hierbei nicht berücksichtigt. Das Institut für nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) der
Fachhochschule Münster und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führten
von November 2011 bis Februar 2012 eine Untersuchung durch, die die gesamte
Wertschöpfungskette umfasste. Am Beispiel Gemüse zeigte sich hier deutlich, dass
eine Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit weniger Abfällen verbunden ist, da es weniger Vermarktungsstufen, weniger Transporte und weniger
Handelsrestriktionen gibt.
Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und
Forsten des Landes Rheinland-Pfalz setzt sich für eine Vermeidung von Lebensmittelabfällen in allen Bereichen ein.
Das vorliegende Projekt „Was ist uns unser Essen wert“ wurde im Rahmen der
auf mehrere Jahre angelegten Kampagne „Nachhaltige Ernährung“ der Ernährungsberatung der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz konzipiert.
Im Sinne der Anbahnung eines dauerhaft nachhaltigen Ernährungshandelns sollten
die Möglichkeiten der Ernährungsbildung ausgeschöpft werden. Im Fokus stehen
daher vor allem Jugendliche, die heute schon eine ernst zu nehmende Verbrauchergruppe darstellen und die die Verbraucher von morgen sein werden (siehe „Wertschätzung von Lebensmitteln als Bildungsaufgabe“).
Das Projekt ist besonders dazu geeignet, Schülerinnen und Schüler über das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung aufzuklären, mit ihnen über den Wert von Lebensmitteln zu diskutieren und sie für einen sachgerechten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren und handlungsfähig zu machen.
Zielgruppen
Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I
Grundkenntnisse in Ernährung sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
1
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Einordnung in das Curriculum der Ernährungs- und Verbraucherbildung
Ernährungs- und Verbraucherbildung ist kompetenzorientiert, d.h. auf Alltagsbewältigung ausgerichtet. Entsprechend dem Curriculum der
„Richtlinie Verbraucherbildung an allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz“
herausgegeben vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des
Landes Rheinland-Pfalz 2010
können mit den Inhalten des Unterrichtsprojektes „Was ist uns unser Essen wert?“
folgende Bildungsziele und Kompetenzen erreicht werden:
Bildungsziele
Kompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler sind bereit
und in der Lage….
Die eigene Essbiographie reflektiert
und selbstbestimmt gestalten
…sich mit den Einflussfaktoren der individuellen Essweise auseinanderzusetzen.
Ernährung gesundheitsförderlich
gestalten
…sich mit dem Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit auseinanderzusetzen.
Nahrung und Mahlzeiten gesundheitsförderlich planen und gestalten
…Mahlzeiten situations- und alltagsgerecht
zu planen und herzustellen
Einen nachhaltigen Lebensstil entwickeln
… Techniken der Nahrungszubereitung
anzuwenden
…eigenes Konsum- und Alltagshandeln zu
analysieren und deren Reflexion für am
Nachhaltigkeitskonzept orientierte Entscheidungen zu nutzen.
Ziele
Schülerinnen und Schüler
… sind über das Ausmaß an Lebensmittelverschwendung betroffen
… haben einen Überblick über mögliche Ursachen der Lebensmittelverschwendung
entlang der Produktkette (Erzeugung, Verarbeitung, Handel, Konsum)
… sind sich über Ursachen des Verlustes an Wertschätzung von Lebensmitteln
bewusst
… erkennen die Folgen mangelnder Wertschätzung, insbesondere ökologische und
soziale Folgen sowie Geschmacksverluste
… kennen den Zusammenhang von Lebensmittelqualität, Wertschätzung und
nachhaltigem, zukunftsfähigen Ernährungsverhalten
… sind bereit, über Maßnahmen zur verstärkten Wertschätzung von Lebensmitteln
nachzudenken und ins Alltagshandeln zu übernehmen
… üben an konkreten Beispielen Maßnahmen zur Vermeidung von
Lebensmittelverschwendung
2
4 von 267
Inhalt
Die Schülerinnen und Schüler erhalten grundsätzliche Informationen
• über mögliche Ursachen der Lebensmittelverschwendung
• über ökologische und soziale Folgen mangelnder Wertschätzung von Lebensmitteln und
• über Zusammenhänge von Lebensmittelqualität, Wertschätzung und
nachhaltigem, zukunftsfähigen Ernährungsverhalten.
Sie bearbeiten Arbeitsblätter mit praxisbezogenen Handlungsanweisungen.
Folgende Themenfelder werden angeboten:
•
•
•
•
•
„Frisch auf den Müll – oder anders? (Lebensmittelverschwendung)
„Noch mal auf den Tisch oder in die Tonne?“ (Resteverwertung)
„Wir kalkulieren eine Fete“ (Kalkulation von Lebensmittelmengen)
„Wir vergleichen Lebensmittel“ (Geschmacksverluste, Veränderung von
Inhaltsstoffen, Entfremdung vom Produkt)
„Vorrat im Griff“ (Lagern von Lebensmitteln)
Organisatorisches
Die Themen können in dem Projekt in der Gesamtheit oder auch einzeln bearbeitet
werden. Es ist sinnvoll, die Fakten zur Lebensmittelverschwendung jeweils voran
zustellen.
Wenn alle Themen behandelt werden, ist ein zeitlicher Rahmen bis zu einer Woche
einzuplanen. Genauere Zeiten sind der Verlaufsplanung zu entnehmen.
Für alle Arbeitsblätter sind Lösungsblätter vorhanden.
Kosten
Das Projekt verursacht wenig bis keine Kosten.
Wenn die Rezepte bei dem Thema Resteverwertung „Noch mal auf den Tisch oder in
die Tonne?“ hergestellt werden, entstehen Kosten.
Des Weiteren fallen Kosten an, wenn bei dem Thema Entfremdung vom Produkt,
Geschmacksverluste, Veränderung von Inhaltsstoffen „Wir vergleichen Lebensmittel“
eine Verkostung eingeplant wird. (s. Lösungen Arbeitsblätter)
Verlaufsplanung
s. Übersicht
Materialien / Medien
s. Verlaufsplanung und Arbeitsblatt „Arbeitsaufträge“ für Lehrkräfte
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Was ist uns unser Essen wert? - Vorschlag für Projekt-Verlauf
Zeit
Phase
Lehrkraft
Schüler/innen
Die vorgegebenen Sätze sind als
Impulse zu verstehen.
Vorbereitung des
Projektes
Material / Medien /
sonstige Hinweise
Hier entscheidet die Lehrkraft bereits,
wie umfangreich das Projekt gestaltet
wird. Die Themen können unabhängig
voneinander durchgeführt werden.
Bearbeitet man mehrere Themen, ist
es sinnvoll mit dem Thema
„Lebensmittelverschwendung“ zu
beginnen.
Trailer oder Film herunter laden,
Kopien vorbereiten,
Materialien besorgen
s. Arbeitsblatt Arbeitsaufträge
Lehrkraft
5 bzw. 30
Minuten
60 Minuten*
Einstieg
Vortrag mit
Diskussion
Heute wollen wir uns mit der Frage
„Was ist uns unser Essen wert?“
beschäftigen.
Einführend möchte ich Ihnen einen
Film zeigen, der uns zeigt, in
welchem Ausmaß noch genießbare
Lebensmittel bei uns in Deutschland
auf dem Müll landen.
Taste the waste“ oder „Essen im
Eimer – die große
Lebensmittelverschwendung“
Was ist uns unser Essen wert?
Falls möglich PowerPoint-Vortrag
alternativ: Folienvortrag
… betrachten den Film.
Trailer oder Film
Wiedergabegerät
… hören / sehen zu, geben
evtl. zu verschiedenen
Folien ihre Einschätzungen
wieder.
ppt-Präsentation / Foliensatz
„Was ist uns unser Essen wert?“
Folien je nach Schwerpunktsetzung
aus dem Folienpool auswählen
* Zeitangaben variieren je nach Klassenstufe und Arbeitstempo der Schüler und Schülerinnen.
1
12 von 267
10 Minuten
10 Minuten
täglich
(1 Woche)
45 Minuten*
90 – 120
Minuten*
Überleitung
Thema: Frisch auf
den Müll – oder
anders?
(Lebensmittelverschwendung)
Wir wollen nun das Ausmaß der
Lebensmittelverschwendung
- im eigenen Haushalt (bzw.)
- bei uns in der Schule
untersuchen.
Hierzu benötigen wir das
Arbeitsblatt 1(A, B oder C).
… tragen die Informationen
zusammen und füllen das
Arbeitsblatt 1 aus.
Auswertung
Zur Auswertung der
Lebensmittelabfälle benutzen wir die
Tabelle des Arbeitsblatts 2.
… übertragen ihre
Ergebnisse in die Tabelle
auf Arbeitsblatt 2 / Folie.
Überlegen Sie: Wie könnte dieses
Müllaufkommen reduziert werden?
Was kann der Einzelne tun?
… überlegen bzw.
recherchieren, wie
Lebensmittelverschwendung
vermieden werden kann.
Arbeitsblatt 3 / Plakat
Erstellen Sie ein Mindmap über
Möglichkeiten zum Reduzieren des
Lebensmittelmülls.
5 Minuten
… erstellen ein Mindmap.
Transfer
Aus den gesammelten Verbraucher- … schreiben (jeder für sich)
tipps gibt es sicherlich einige, die
ein oder mehrere gute
Sie auch umsetzen können. Welche Vorsätze auf und
„guten Vorsätze“ möchten Sie sich
verschließen diese
vornehmen? Notieren Sie sie auf ein Vorhaben in einem
Blatt, stecken Sie es in einen
Briefumschlag, den die
Briefumschlag, schreiben Sie Ihren
Lehrkraft in Verwahrung
Namen auf den Umschlag und
nimmt.
kleben Sie ihn zu. Nach … Wochen
* Zeitangaben variieren je nach Klassenstufe und Arbeitstempo der Schüler und Schülerinnen.
Arbeitsblatt 1A und / oder
Arbeitsblätter 1B oder 1C
Im Arbeitsblatt 1A wird über eine
Woche erfasst, warum und welche
Lebensmittel in den Haushalten in
den Müll wandern. Bei den
Arbeitsblättern 1B und 1C wird ein
Tag in der Schule erfasst.
(Müll dabei fotografieren, wenn
Aufgabe in Arbeitsblatt 3/ 3. Aufgabe
geplant ist).
Kamera / Foto-Handy
Preisliste der FH Nordhausen
Die Auswertung kann für die
Arbeitsblätter 1 A-C im Arbeitsblatt 2
und 3 erfolgen (auf Folie bzw. Plakat).
Gruppenarbeit (z.B. Aufteilung nach
Lebensmittelgruppen oder nach
Häufigkeit der verschwendeten
Produkte).
Arbeitsblätter 2 und 3, Folie / Plakat
Text aus Stern
Pinnwandpapier, Pinnwand
Computer mit Internetzugang
Tageslichtschreiber
Arbeitsblatt 3, 2. Aufgabe:
Briefumschläge
Nimmt sich jeder Schüler eine
Aktivität vor, sollte diese nach einigen
Wochen noch mal überprüft werden.
2
13 von 267
erhalten Sie die Umschläge ungeöffnet zurück und können ihre evtl.
Verhaltensänderung kontrollieren.
Das Projekt soll dazu dienen, die
Lebensmittelwertschätzung an
unserer Schule zu verbessern.
Daher möchten wir Plakate
erstellen, um die Schüler/-innen an
dieser Schule zu einem
verantwortlichen Umgang mit
Nahrungsmitteln zu motivieren.
90-120
Minuten*
45 Minuten*
Überleitung:
Thema: Noch mal
auf den Tisch oder
in die Tonne?
(Resteverwertung)
45 Minuten*
45 Minuten*
Was tun, wenn im Haushalt oder
beispielsweise nach einer Fete viele
Lebensmittel übrig sind? Hier sind
gute Ideen gefragt, wie man die
Lebensmittel weiter verwerten
könnte.
… erstellen in
Gruppenarbeit Plakate.
Hierzu nutzen sie die selbstgemachten Fotos von
Lebensmittelabfällen oder
evtl. Ausdrucke von
Internet-Seiten.
… gestalten zu den Bildern
einen Aufforderungstext.
… überlegen Möglichkeiten
der Resteverwertung.
… füllen Arbeitsblatt 1 aus
und stellen die Ergebnisse
im Plenum vor.
Computer mit Internetzugang
Drucker
Plakat-Kartons, Stifte
Erstellung von Aufforderungsplakaten
für die Schule
Arbeitsblatt 1 / Folie
(als Hausaufgabe oder Gruppenarbeit
möglich)
… recherchieren Rezepte
und notieren die Rezepte in
der Vorlage von Arbeitsblatt
2 auf.
… treffen im Plenum eine
Rezeptauswahl für den
Praxisunterricht.
Arbeitsblatt 2
(arbeitsteilige Hausaufgabe,
arbeitsteilige Gruppenarbeit)
Plenum, Pinnwand (evtl. Auswahl für
eine gedruckte Rezeptesammlung)
in arbeitsteiliger Gruppenarbeit
Rezepte auch praktisch umsetzen:
… erstellen hierzu eine
Einkaufs- und Materialliste.
Planung und Einkauf von
Lebensmitteln und Zubereitung von
Gerichten
Arbeitsblatt 3
(arbeitsteilige Gruppenarbeit).
120 Minuten*
… gehen einkaufen und
bereiten die ausgewählten
Rezepte zu.
90 Minuten*
s. Arbeitsblatt 3, 3. Aufgabe:
Wir kalkulieren eine
Fete
(Kalkulation)
Die Vermeidung von allzu vielen
Lebensmittelresten beginnt schon
bei Planung und Einkauf.
Oft werden zu große Mengen
kalkuliert. Beispielhaft führen wir die
* Zeitangaben variieren je nach Klassenstufe und Arbeitstempo der Schüler und Schülerinnen.
Arbeitsblatt 4 / Folie
Taschenrechner
Tageslichtschreiber
aid: Monica-Mengenliste
Rezeptblätter: Chili con Carne und
3
14 von 267
10 Minuten*
Überleitung:
Thema: Wir
vergleichen
Lebensmittel
(Geschmacksbildung,
Veränderung von
Inhaltsstoffen,
Entfremdung vom
Produkt)
Kalkulation der Mengen für einen
Brunch für 10 Personen durch.
… erläutert Hausaufgabe.
Wie im Vortrag ersichtlich, führt der
Verlust der Wertschätzung von
Lebensmitteln dazu, dass
Grundnahrungsmittel „entfremdet“
werden, das heißt, dass wertvolle
Inhaltsstoffe unserer Nahrungsmittel
in der Weiterverarbeitung durch
billige Zutaten und Zusatzstoffe
ersetzt werden.
45 Minuten*
Dies ist vor allem bei
Fertigprodukten (ConvenienceProdukten) der Fall.
Hochverarbeitete Lebensmittel
führen im Vergleich zu gering
verarbeiteten Produkten in der
Regel zu Geschmacksverlusten und
ungünstigeren Nährstoffzusammensetzungen. Mit der Zugabe von
Geschmacksverstärkern, Zucker
oder Fett soll ein Fremdgeschmack
verschleiert werden. Meist ist der
Preis für Fertigerzeugnisse
vergleichsweise teuer.
45 Minuten*
Mit einem Chicken Nuggets-Test
wollen wir Geschmacks-, Nährwertund Preisunterschiede ermitteln.
... ermitteln die Preise in den
Geschäften und Fast-FoodKetten als Hausaufgabe.
andere
(Hausaufgabe oder Gruppenarbeit)
Vorab Nährwerttabellen und Preise
von Fast-Food-Kette z.B. McDonalds
sowie eine Zutatenliste einer
Fertigpackung Chicken Nuggets
besorgen und Preise ermitteln.
Preise der Berechnung beruhen auf
REWE-Preisen.
Schüler können auch selbst die
Preise ermitteln – als Hausaufgabe
möglich.
… errechnen Preis und
Nährstoffgehalte der selbst
hergestellten Chicken
Nuggets nach Rezept.
Arbeitsblatt 2
Rezept Chicken Nuggets
Arbeitsblätter 1+2 / Folie
Tageslichtschreiber
Nährwerttabelle GU, Taschenrechner
… vergleichen die Chicken
Nuggets aus eigener
Herstellung mit den Preisen
und Zutatenlisten der
käuflichen Chicken Nuggets.
Arbeitsblatt 1 / Folie
Arbeitsblätter können in arbeitsteiliger
Gruppenarbeit bearbeitet werden.
… stellen ihre Ergebnisse
im Plenum vor.
Vorstellung der Ergebnisse im
Plenum
… bereiten die Chicken
Nuggets nach Anleitung zu
und führen einen
sensorischen Vergleich
durch.
Schulküche
Zum Vergleich von Konsistenz und
Geschmack kann auch eine
Verkostung durchgeführt werden.
* Zeitangaben variieren je nach Klassenstufe und Arbeitstempo der Schüler und Schülerinnen.
4
15 von 267
10 Minuten
Als weiteres Beispiel vergleichen wir
Naturjogurt mit Fruchtjogurt. Hierzu
sehen wir uns einstimmend einen
Film an.
… hören / sehen zu.
Der Film „Ernährungsschwindel – Wie
viele Erdbeeren sind im Joghurt?“
kann hier bzgl. Zutatenliste und
Geschmack genutzt werden.
Computer mit Internetzugang
30-40
Minuten*
90 Minuten*
Überleitung:
Thema:
Vorrat im Griff
(Lagern von
Lebensmitteln)
Zur Verhinderung eines vorzeitigen
Lebensmittelverderbs ist es wichtig,
die Lebensmittel richtig zu lagern.
Im Vortrag wurden einige wichtige
Lagerbedingungen angesprochen:
wie Temperaturbereiche oder
Übersichtlichkeit der Lagerung.
Es ist zum Beispiel nicht egal, wo
etwas im Kühlschrank gelagert wird,
wenn man einen vorzeitigen
Verderb verhindern will.
… bringen arbeitsteilig von
zuhause leere Natur- und
Fruchtjogurtbecher mit und
ermitteln Preise,
Zuckergehalt und Zutaten
bzw. Zusatzstoffe.
Arbeitsblatt 3 / Folie
Arbeitsblatt 3 / Folie
Taschenrechner, Nährwerttabelle GU
… testen und bewerten
Geschmack und
Zutatenlisten.
Naturjogurt, Apfelmus, „Jogurt mit
Fruchtgeschmack“, „Fruchtjogurt“
bzw. „Jogurt mit Fruchtzubereitung“
für einen Geschmackstest kaufen.
… sammeln die Ergebnisse
im Plenum.
… ordnen Lebensmittel den
Kühlschrankfächern oder
einer Lagerung im
Vorratsraum zu.
Arbeitsblatt / Folie
Pinnwand / Folie
Tageslichtschreiber
Partnerarbeit
Arbeitsblatt / Folie
Tageslichtschreiber
Leere Natur- und Fruchtjogurtbecher
sammeln
oder
oder
… ordnen virtuelle
Lebensmittel online
virtuellen
Kühlschrankfächern zu.
Das Thema könnte auch interaktiv
behandelt werden über
a) Online-Spiel Kühlschrank im
Internet
Computer mit Internetzugang
Weitere Aspekte der richtigen
* Zeitangaben variieren je nach Klassenstufe und Arbeitstempo der Schüler und Schülerinnen.
5
16 von 267
Lagerung wären Einkaufsplanung,
Verpackung, Hygienemaßnahmen.
Hierzu betrachten wir das
Arbeitsblatt „Vorrat im Griff“.
oder
… ordnen Lebensmittelkärtchen / -bildchen den
Fächern eines KühlschrankPlakates oder einem leer
geräumten Kühlschrank der
Schulküche zu.
b) Plakat Kühlschrank ausdrucken
oder am zuständigen DLR ausleihen.
Lebensmittelkarten müssen gedruckt
und evtl. laminiert werden.
Evtl. Werbe-Prospekte aus
Supermärkten von Schülern sammeln
lassen.
Lebensmittelbilder aus Prospekten
von Schülern ausschneiden lassen.
Scheren
c) Evtl. kann hier auch der
Kühlschrank in der Schulküche zur
Demonstration genutzt werden.
… stellen Regeln zur
Lagerung im Kühlschrank
auf und präsentieren sie.
* Zeitangaben variieren je nach Klassenstufe und Arbeitstempo der Schüler und Schülerinnen.
6
17 von 267
Projekt Was ist uns unser Essen wert?
Arbeitsaufträge und Materialien (Hinweise für die Lehrkraft)
Arbeitsauftrag
Materialien für die Schüler
Bemerkungen
Thema
Frisch auf den Müll –
oder anders?
(LebensmittelVerschwendung)
Arbeitsblatt 1A
Arbeitsblatt 1B
Arbeitsblatt 1C
Arbeitsblatt 2 / Folie
Arbeitsblatt 3
Text „Die
Wegwerfgesellschaft“
Preisliste für Lebensmittel
Je nach Gegebenheit das
Arbeitsblatt 1 auswählen.
Computer mit
Internetzugang
Pinnwand
Pinnwandpapier
Tageslichtschreiber
Evtl. Kamera/Foto-Handy
Plakat-Karton
Bei der Auswertung sind
verschiedene Varianten
möglich - vgl. Arbeitsblatt 3.
Thema
Noch mal auf den
Tisch oder in die
Tonne?
(Resteverwertung)
Arbeitsblatt 1 / Folie
Arbeitsblatt 2
Arbeitsblatt 3
Arbeitsblatt 4 / Folie
aid: Monica-Mengenliste
Rezepte: Chili con carne u.a.
Computer mit
Internetzugang
Pinnwand, -papier
Pinnnadeln
Taschenrechner
Tageslichtschreiber
Evtl. Einkauf und
Küchenpraxis
Arbeitsblatt 1 / Folie
Rezept Chicken Nuggets
Arbeitsblatt 2
Nährwerttabellen z. B. GU
und Fast-Food-Kette, z. B.
McDonalds,
Packung Chicken NuggetsFertigprodukt aus dem
Supermarkt
Taschenrechner
Evtl. Computer mit
Internetzugang
Bei diesem Vergleich ist
es evtl. sinnvoll, die
Nährwertliste einer FastFood-Kette sowie eine
Zutatenliste einer
Fertigpackung Chicken
Nuggets zu besorgen oder
die Schüler ermitteln die
Preise in den Geschäften.
Tageslichtschreiber
Schüler bringen von
zuhause leere Natur- und
Fruchtjogurtbecher mit
oder kaufen die
entsprechenden Produkte
zum Testessen.
Pinnwand
Tageslichtschreiber
Wir kalkulieren eine
Fete
(Kalkulation)
Thema
Wir vergleichen
Lebensmittel
(Geschmacksbildung,
Veränderung von
Inhaltsstoffen,
Entfremdung vom
Produkt)
Arbeitsblatt 3 / Folie
Thema
Vorrat im Griff
(Lagerbedingungen von
Lebensmitteln)
Arbeitsblatt / Folie
1
18 von 267
Evtl. Werbeprospekte aus
Supermärkten
Hier können statt des
Arbeitsblattes auch
folgende Varianten
gewählt werden:
a) Online-Spiel im Internet
Computer mit
Internetzugang
b) Plakat Kühlschrank
mit Lebensmittelkarten
ausdrucken oder am
zuständigen DLR*
ausleihen. Statt der
Lebensmittelkarten
könnten auch
Werbe-Prospekte
gesammelt und von den
Schülern entsprechende
Lebensmittel
ausgeschnitten werden.
c) Evtl. kann hier auch der
Kühlschrank in der
Schulküche zur
Demonstration genutzt
werden.
Hinweis:
Die Projektthemen können in der Gesamtheit oder auch einzeln bearbeitet werden.
Für alle Arbeitsblätter sind Lösungsblätter vorhanden.
*DLR = Dienstleistungszentren Ländlicher Raum
DLR Westerwald-Osteifel
Bahnhofstr. 32
56410 Montabaur
Tel: 02602 / 9228-0
DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60
55545 Bad Kreuznach
Tel.: 0671 / 820-0
DLR Eifel
Brodenheckstr. 3
54634 Bitburg
Tel.: 06561 / 9648-0
DLR Westpfalz
Neumühle 8
67728 Münchweiler / Alsenz
06302 / 9216-0
DLR Mosel
Görresstr. 10
54470 Bernkastel-Kues
Tel.: 06531 / 956-0
DLR Rheinpfalz
Breitenweg 71
67435 Neustadt
Tel.: 06321 / 671-0
2
19 von 267
Projekt Was ist uns unser Essen wert?
Übersicht über die Arbeitsaufträge für die Schüler/innen
Folgende Arbeitsaufträge sind zu erledigen:
Arbeitsauftrag
Thema
Frisch auf den Müll –
oder anders?
Materialien
Arbeitsblatt 1A
Arbeitsblatt 1B
Arbeitsblatt 1C
Arbeitsblatt 2
Arbeitsblatt 3
Bemerkungen
Evtl. Kamera oder FotoHandy mitbringen
Thema
Noch mal auf den
Tisch oder in die
Tonne?
Wir kalkulieren eine
Fete.
Arbeitsblatt 1
Arbeitsblatt 2
Arbeitsblatt 3
Taschenrechner
mitbringen
Thema
Wir vergleichen
Lebensmittel.
Arbeitsblatt 1
Arbeitsblatt 2
Arbeitsblatt 3
Thema
Vorrat im Griff
Arbeitsblatt
Arbeitsblatt 4
Taschenrechner
mitbringen
Nährwerttabelle, wenn
vorhanden, mitbringen
Evtl. leere Natur- und
Fruchtjogurtbecher
mitbringen
Evtl. Werbeprospekte aus
Supermärkten mitbringen
20 von 267
Folienvorlagen
Aus dieser Foliensammlung können die zum Unterricht und zum
jeweiligen Handlungsfeld passenden Folien ausgewählt werden.
21 von 267
Was ist uns unser Essen wert?
Auf dem Weg zu einer neuen
Ernährungskultur
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
22 von 267
Folie
1
Aktualität:
www.tastethewaste.com
Plattform im Internet gegen Lebensmittelverschwendung
Film
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
23 von 267
Was ist uns unser Essen wert?
Hartz IV-Regelsätze
Grundlage: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Für
Nahrungsmittel und
alkoholfreie
Getränke
(pro Monat)
Erwachsene
128,46 €
Kinder
bis 6 Jahre
78,67 €
Kinder
7 – 14 Jahre
96,55 €
Jugendliche
15 – 18 Jahre
124,02 €
Stand: 1.1.2011
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
24 von 267
Folie
3
Kaufkraft der Lohnstunde
Für diese Lebensmittel mussten Arbeitnehmer so viele
Minuten arbeiten:
1960
2009
Mischbrot, 1 kg
Speisekartoffeln, 2,5 kg
Bohnenkaffee, 500 g
Vollmilch, 1 Liter
Edamer, 1 kg
Markenbutter, 250 g
Eier, 10 Stück
Schweinekotelett, 1 kg
20
17
213
11
52
39
51
157
11
11
19
3
33
4
8
32
Kabeljau, 1 kg
56
56
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
25 von 267
Folie
4
Ausgaben für Nahrungsmittel
und alkoholfreie Getränke
(in % der gesamten Konsumausgaben)
50%
45%
40%
44,0%
35%
30%
30,0%
25%
20%
23,0%
21,4%
15%
10%
11,4%
11,2%
5%
0%
1950
Was ist uns unser Essen wert?
1970
1975
1980
2008
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
2009
Quelle: Statistisches
Bundesamt
26 von 267
Folie
5
Fakten: Verteilung der Konsumausgaben
der privaten Haushalte im europäischen
Vergleich 2009
Nahrungs-Genussmittel,
Tabakwaren
13,3
14,4
16,9
17,0
17,4
27,1
Textil, Einrichtung,
Haushaltsgeräte u.a.
10,6
10,2
Beherbung, Gaststätten
11,8
10,1
5,7
16,8
9,3
9,4
16,6
Wohnung, Wasser,
Energie
22,4
10,1
Großbrit.
Was ist uns unser Essen wert?
Deutschland
5,0
15,5
17,4
15,7
24,4
19,1
17,2
7,0
8,6
12,2
24,5
15,4
5,1
4,9
17,4
13,7
Übrige (Gesundheit,
Körperpflege, Bildung,
Finanz-DL u.a.)
2,9
8,5
7,7
17,1
Verkehr, Nachrichtenübermittlung
8,3
6,8
8,5
32,7
14,7
6,3
11,5
Freizeit, Kultur, Unterhalt.
10,6
28,1
26,4
22,1
14,9
12,9
13,4
Spanien
Frankreich
Italien
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
22,1
23,5
17,4
Polen
11,8
9,6
Ungarn
Rumänien
27 von 267
Folie
6
Fakten: Preisniveau für
Nahrungsmittel in der EU
Quelle: www.situations-bericht.de
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
28 von 267
Folie
7
Die Themen
ƒ Verlust an Wertschätzung von Lebensmitteln –
FAKTEN
ƒ Verlust an Wertschätzung von Lebensmitteln –
FOLGEN
ƒ Lebensmittel „Wert“schätzen –
LÖSUNGSWEGE
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
29 von 267
Folie
8
Verlust an Wertschätzung von
Lebensmitteln - FAKTEN
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
30 von 267
Folie
9
Fakten: Studienergebnisse
Deutschland 2011-2012
In Deutschland landen jedes Jahr bis zu 11 Millionen
Tonnen Lebensmittel im Müll.
65% der Abfälle wären völlig oder teilweise verwertbar
Was ist uns unser Essen wert?
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Fakten:
Untersuchung der Uni Stuttgart
Pro Kopf und Haushalt:
81,6 Kilogramm Lebensmittel wirft
jeder Bundesbürger jährlich weg
(53 kg wären noch verwertbar)
Wert: ca. 235 Euro / Person
Î 4-Personenhaushalt: 940 €
Î deutschlandweit: 21,6 Mrd. Euro
Wann haben Sie zuletzt Lebensmittel weggeworfen?
Aus welchem Grund?
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Fakten: Zusammensetzung der
Lebensmittelabfälle im privaten Haushalt
Teigwaren
5%
Sonstige
3%
Gemüse
26%
Fleisch, Fisch
6%
Getränke
7%
Milchprodukte
8%
Obst
18%
Speisenreste
12%
Backwaren
15%
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Quellen:
BMELV-Studie 2012;
Bild: zugutfürdietonne
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Fakten: Lebensmittelabfälle
aufgeteilt nach Verursachergruppen
5%
17%
Privathaushalte
LM-Industrie, -verarbeitung
Großverbraucher
Handel
17%
61%
Quelle: Studie Uni Stuttgart 2012,
im Auftrag des BMELV
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Fakten: Warum werden
Lebensmittel weggeworfen?
In Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie:
ƒ Überproduktion
ƒ Umsatzeinbrüche (EHEC)
ƒ nicht normgerechtes Wachstum von
Früchten und Gemüse und
somit nicht vermarktungsfähig
ƒ Schädlingsbefall, Fäulnis
ƒ Formzuschnitte bei industrieller Verarbeitung
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Fakten: Warum werden
Lebensmittel weggeworfen?
Im Supermarkt:
ƒ Volle Regale bis Ladenschluss (auch Backwaren, Obst, Gemüse)
ƒ Lebensmittel sind nicht mehr frisch, sind beschädigt, haben einen
Makel. (z.B.: braune Stellen bei Bananen, eingedrücktes Obst)
ƒ Packungen sind aufgerissen und dürfen nicht mehr verkauft
werden.
ƒ Das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum läuft ab.
ƒ Das Sortiment wechselt,
Produkte werden aussortiert.
ƒ Überbestände (kaum kalkulierbares
Einkaufsverhalten)
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Fakten: Warum werden
Lebensmittel weggeworfen?
In Großküche und Gastronomie:
ƒ Es wurden zu große Mengen gekauft.
ƒ Die Kühlkette wurde bei leicht verderblicher Ware
unterbrochen.
ƒ Speisen sind wegen Fehlern in der Zubereitung
ungenießbar.
ƒ Essensreste bleiben auf dem Teller.
aid 2011
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Fakten: Warum werden
Lebensmittel weggeworfen?
Im Privathaushalt:
ƒ Produkte sind nicht mehr haltbar, faulig oder
schimmelig.
ƒ Waren werden irrtümlich für nicht mehr genießbar
gehalten (abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum).
ƒ Es wurde zu viel gekocht, Reste werden nicht oder
kaum verwertet.
ƒ Fehlkäufe.
ƒ Fertiggerichte haben zu viel Inhalt.
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Fakten: Warum sind
Lebensmittel „nichts“ wert?
ƒ hohe Erwartungshaltung
(ganzjährige Verfügbarkeit, günstige 1A-Qualität usw.)
ƒ fehlendes Qualitätsbewusstsein, Schnäppchenmentalität
(verzerrte Wahrnehmungen, „Geiz ist geil“)
ƒ wenig Bezug zu Grundnahrungsmitteln,
Entfremdung vom Ur-Produkt hin zum Fertigprodukt
ƒ Allgemeiner Konsum- und Lebensstil
(Alltagshektik, wenig Zeit zum Kochen)
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Fakten
„Verzerrte
Wahrnehmung“
Allgemeine Zeitung Alzey
30.07.2008
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Fakten
3,73 € / kg
Rinderhackfleisch
5,30 € / kg Katzenfutter
4,60 € / kg Hundefutter
für den kleinen Liebling
Was ist uns unser Essen wert?
2,49 € / kg Schweine-Hackfleisch
für die Familie
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Verlust an Wertschätzung von
Lebensmitteln – FOLGEN
„Billig hat viele Verlierer“
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Folgen:
„Billig“ hat viele Verlierer
Landwirte (hier/weltweit)
ohne ausreichende
Existenz
Dörfer ohne
Metzger und Bäcker
Arbeiter / Beschäftigte
niedriger Lohn
Verbraucher, die
Lebensmittel mit
minderwertigen Zutaten
und Aromen bekommen
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zerstörte Landschaft
und Lebensräume
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Folgen: Zerstörte Landschaft
und Lebensräume
6000 ha Erdbeeren
unter Folie
So
o
b
e
ng
a
r
n de
t
Grundwasserspiegel von 5 – 7
auf 30 – 40 m gesunken
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Folgen: Minderwertige
Lebensmittel und Skandale
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Folgen: Skandale
2007
2010
Gammelfleisch - Dönerskandal
Listerien in Rohmilchkäse
Dioxin-Funde in Fisch, Guarkern-Mehl Dioxin in Bio-Eiern, Grund:
Säuglingsnahrung - bakterienbelastet belastetes Futtermais aus der Ukraine
2011
2008
Ausweitung Dioxin-Skandal,
italienischer Gammelkäse
Pestizide in türkischen Birnen
Dioxin und PCB in irischem
Schweinefleisch
belastetes Fett in deutschem
Futtermittelbetrieb
EHEC-Skandal, belasteter
Bockshornkleesamen aus Ägypten
2012
Antibiotika in Hähnchen
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Folgen:
„Geschmacksverluste“
Wenn aus Äpfeln Himbeeren werden…
„Umfruchten“
Äpfel mit Himbeersaft aromatisiert, Gerstenflakes mit
Pflanzenextrakten gefärbt und mit Himbeergeschmack
aromatisiert.
Die beworbenen und abgebildeten Himbeeren sind im
Knusper-Müsli nicht enthalten.
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Folgen:
„Geschmacksverluste“
www.neuneinhalb.wdr.de
„Da mach‘ ich meinen Erdbeerjoghurt doch lieber selbst!
Dann weiß ich, wie viel Frucht drin ist.“
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Folgen:
„Geschmacksverluste“
Broccolicremesuppe
Zutaten
Aus eigener Küche
250 g Broccoli,
30 g Fett, 40 g Mehl,
¼ l Milch, ¾ l Wasser
Salz, Muskat
Was ist uns unser Essen wert?
Aus der Tüte
Pflanzliches Fett, modifizierte Stärke,
11 % Kartoffeln, Weizenmehl, jodiertes
Speisesalz, 4 % Broccoli, Hefeextrakt,
Milchzucker, Geschmacksverstärker
Mononatriumglutamat, Milcheiweiß,
Gewürze, Zucker, Tapiokamehl,
Spinat, Gewürzextrakte
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Folgen:
Formfleischerzeugnisse
Wilde Chicken Party
Hier sind die Stars für Party-Buffets.
Wilde Dinos, Bären und Krokodile aus
saftig-zarten, knusprig paniertem
Hähnchenfleisch – Ideal für die großen
und kleinen Snacker.
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Folgen:
Formfleischerzeugnisse
Kennzeichnung
Vorderschinken (wie gewachsen)
„Vorderschinken“
Formfleisch-Vorderschinken
„Formfleisch-Vorderschinken aus
Vorderschinkenteilen zusammengefügt“
Quelle: www.lgl.bayern.de (Zugriff 05.05.2011)
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Folgen:
Formfleischerzeugnisse
Formfleisch bietet
- standardisiertes Gewicht
- standardisierte Form
- standardisierten Geschmack
= Vorteil für die Gemeinschaftsgastronomie
Formfleisch ist preiswert(er).
= Vorteil für den Kunden / Verbraucher ??
= Geschmack und Genuss ??
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Folgen: Imitate
hier:
Fleischanteil: 56 %
fleischfremdes Wasser: 30 %
Schinken-Ersatz
bestehend aus Fleischstücken, fleischfremdem Wasser,
Binde-, Gelier-, Verdickungsmittel, Soja-, Milcheiweiß,…
„Pizzabelag aus Vorderschinkenteil nach Brühwurstart
zusammengefügt“
Quelle: www.lgl.bayern.de (Zugriff 05.05.2011)
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Folgen: Imitate
Das gilt für Fleischimitate
ƒ Ähnlichkeit im Aussehen und Geschmack wie ein
hochwertiges Produkt
ƒ Herstellung deutlich billiger
ƒ Zutaten i.d.R. gesundheitlich unbedenklich
ƒ müssen nicht extra deklariert werden, Zutatenliste
genügt
ƒ keine irreführenden Bezeichnungen zulässig
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Folgen: Existenzgefährdungen
Haben Sie sich schon einmal gefragt,
als Sie vor der Tiefkühltruhe Ihres
Supermarktes standen und die verpackten
Schalen mit Hühnerkeulen und
Hähnchenbrustfilets sahen,
wo eigentlich der Rest des Tieres geblieben
ist
???
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Folgen: Existenzgefährdungen
Das globale Huhn
1993
80 % des Hähnchenangebotes in
Deutschland sind ganze
gefrorene Hähnchen.
2006
80 % des Hähnchenangebotes sind Hähnchenteile
(Brust, Schenkel, Flügel),
20 % ganze Hähnchen.
50 % des gesamten konsumierten Hähnchenfleisches
sind Hähnchenbrustfilets
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Folgen: Existenzgefährdungen
„Keine Chicken schicken“
• Billige EU-Fleischexporte in afrikanische Staaten führen
zum Zusammenbruch der lokalen Fleischmärkte
Î Ruin der Kleinproduzenten
Î keine Chance eigene Märkte
aufzubauen
• Unterbrochene
Kühlketten: gefrorenes Fleisch wird
unter katastrophalen hygienischen Bedingungen
gelagert und verkauft.
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Folgen: Existenzgefährdungen
Supermarktmacht
„Kampf um Kuchenstücke“
Edeka, Rewe, Lidl, Aldi, und Metro verfügen über 75 %
des Marktvolumens in Deutschland
Quelle: www.supermarktmacht.de
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Die TOP 30
Food-Unternehmen des
Lebensmittelhandels
2010
Marktanteil der
„TOP 5“
≈ 75 %
„TOP 10“ ≈ 85 %
„TOP 30“ ≈ 97 %
Quelle: www.markenartikel-magazin.de
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Folgen: Existenzgefährdungen
Supermarktmacht
Billiges wird billig produziert.
Leidtragende sind Arbeiter/innen und Bauern.
Quelle: www.supermarktmacht.de
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Folgen: Existenzgefährdungen
Diktat der Lieferbedingungen
ƒ Preisführerschaft großer Handelsketten auf niedrigem
Niveau
ƒ Rabattforderungen
z. B.: Rabatte als Gegenleistung für günstige Platzierungen im Regal,
„Hochzeitsbonus“ bei Fusionen von Supermarktketten,…
ƒ Handelsmarken unterbieten Herstellermarken
z. B.: Molkerei – das gleiche Milchprodukt in verschiedenen Verpackungen zu
unterschiedlichen Preisen
Î Kostendruck auf Erzeuger und Lieferanten
Î Qualitätseinbußen und Skandale
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Folgen: Existenzgefährdungen
Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen
ƒ Niedriglöhne, nicht sozialversicherte Minijobs, Leiharbeit
→ Lohntarife der LEH-Branche liegen etwa 20% unter dem
Wirtschaftsdurchschnitt
ƒ steigende Arbeitsbelastung
→ höhere Anforderungen bei gleicher Arbeitszeit
→ z. T. mangelnder Arbeitsschutz in den Erzeugerländern
ƒ Nicht kooperativer Führungsstil
→ Überwachung
→ Behinderung gewerkschaftlicher Aktivitäten
Quelle: Wötzel Uwe, UGB-Forum, 2/2010
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Folgen
für Wirtschaft und Gesellschaft
ƒ Machtposition von Handelsoligopolen
→ eingeschränkte statt freie Marktwirtschaft
→ mangelnde Angebotsvielfalt und Qualitätseinbußen
ƒ Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von Kleinerzeugern und
mittelständigen Betrieben
→ wachsende Globalisierung
ƒ Ungünstige ökonomische Auswirkungen auf ländliche Regionen
ƒ Soziales Ungleichgewicht
→ Folgekosten zur Behebung sozialer Missstände
ƒ Ökologische Folgekosten
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Lebensmittel-„Wert“ schätzen:
Lösungswege
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Kampagnen , z. B. des
Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Ernährungsbildung
2012
Thema: Ernährung
Was ist uns unser Essen wert?
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Auf dem Weg zu einer neuen
Ernährungskultur
ƒ Bewusste Lebensmittelauswahl
ƒ Bewusstes Essen und Trinken
ESSKULTUR
ƒ Bewusste Mahlzeitengestaltung
Eine Frage der Lebenseinstellung
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Lebensmittel-„Wert“ schätzen
Lösungswege:
(1) sachgerechte Vorratshaltung und Lagerung
(2) Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum
richtig einschätzen
(3) kluger Einkauf
(4) „restefreundlich“ kochen, Resteverwertung
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Lösungswege (1):
Sachgerechte Vorratshaltung
Lebensmittel können verderben und müssen
sachgerecht gelagert werden.
Einflussfaktoren:
ƒ Eigenschaften des Lebensmittels
ƒ Verpackung des Lebensmittels
ƒ Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht
ƒ Pflege des Vorrats
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Lösungswege (1):
Sachgerechte Vorratshaltung
Grundsätze
ƒ Fließprinzip - „Alt vor Neu“
ƒ Übersicht und Greifbarkeit
ƒ Laufende Überwachung der Haltbarkeit
ƒ Laufende Überwachung der Lagerbedingungen
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Lösungswege (1):
Überblick im Gefriergerät
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Lösungswege (1):
Lebensmittelverderb verhindern
ƒ Mikroorganismen
Geschmack,
Geruch
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Aussehen
ƒ Schimmel
ƒ Verfärbung
Oberfläche,
Festigkeit
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ Schädlinge
ƒ lebensmitteleigene Enzyme
ƒ Einflüsse der
Umgebung
Was ist uns unser Essen wert?
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Fäulnis
Gärung
Ansäuerung
Ranzigkeit
Muffigkeit
Schleimbildung
Erweichung
Verhärtung
Verflüssigung
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Lösungswege (1):
Lebensmittelverderb verhindern
Von Schimmel befallene Lebensmittel
müssen grundsätzlich weggeworfen werden!
→ angefaultes Obst nicht essen und nicht weiter
verarbeiten
→ angeschimmelte Nüsse unbedingt
aussortieren
Unbedenklich sind Käse mit Kulturschimmel wie
Brie, Camembert, Gorgonzola oder Roquefort.
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Lösungswege (1):
Lebensmittelverderb verhindern
Einflussfaktor Temperatur
Abtötung von
Mikroorganismen
optimaler
Vermehrungsbereich
vieler Mikroorganismen
kein Wachstum von
Mikroorganismen
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Lösungswege (1):
Im Kühlschrank richtig lagern
Quelle: www.bmelv.de
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Lösungswege (1):
Im Kühlschrank richtig lagern
Lebensmittel im Kühlschrank richtig verpacken
und abdecken
→Verhinderung von Keimübertragungen
→Schutz vor Feuchtigkeits- und
Geschmacksverlusten
So nicht!
→Vermeidung von Fremdgerüchen
Kühlschrank nicht länger
offen halten als nötig.
Temperatur regelmäßig
kontrollieren!
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dpa
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Lösungswege (1):
Sauberkeit im Kühlschrank
Regelmäßig reinigen!
Bakterien, die Durchfälle oder gar
Lebensmittelvergiftungen hervorrufen können,
vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur.
Reinigen Sie den Kühlschrank regelmäßig mit
Spülmittel und Essiglösung!
© michael lorenzo
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Lösungswege (2):
Mindesthaltbarkeitsdatum
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie8161von 267
Lösungswege (2):
Mindesthaltbarkeitsdatum
Ausstellung I love Aldi
– Das Prinzip Discount
Wilhelm-Hack-Museum, LU
26.11.2011 – 04.03.2012
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Lösungswege (2):
Verbrauchsdatum
Sehr leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch oder
Räucherlachs können bereits nach kurzer Zeit durch
unerwünschte Vermehrung gesundheitsschädlicher
Mikroorganismen ungenießbar und gefährlich werden.
Sie tragen ein Verbrauchsdatum* :
„zu verbrauchen bis:…“
Das jeweilige Lebensmittel sollte
spätestens an diesem
„Verbrauchs“Tag verbraucht werden.
* In Verbindung mit bestimmten Lagerbedingungen
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Lösungswege (3):
Kluger Einkauf
9 Mahlzeiten planen
9 vor dem Einkauf den Lebensmittelvorrat auf Vorhandenes
prüfen
9 Einkaufszettel schreiben
9 nicht hungrig einkaufen gehen
9 leicht Verderbliches erst kurz vor der geplanten
Verwendung einkaufen
9 bei häufigem Außerhausverzehr entsprechend wenig(er)
einkaufen,
auch Urlaub und Abwesenheitstage bedenken
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Lösungswege (3):
Kluger Einkauf
9 auf Mindesthaltbarkeitsdaten achten
9 auf Packungsgrößen achten
ƒ Großpackungen lohnen nur, wenn sie rasch
aufgebraucht werden
ƒ immer auf die Angaben des Grundpreises achten Großpackungen sind nicht immer preisgünstiger
9 nicht von Sonderangeboten über den Bedarf hinaus
verleiten lassen
9 beim Einkauf auf Qualität achten
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie8565von 267
Lösungswege (3):
Lebensmittelqualität beachten
„Lasst uns nie fragen:
Was ist das übliche?
sondern:
Was ist das Beste?“
Seneca, römischer Philosoph
3 v. - 65 n. Chr.
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Folie8666von 267
Lösungswege (3):
Lebensmittelqualität beachten
„Die Qualität des Essens
ist der Gradmesser für die
Wertschätzung, die der
Mensch sich selber
schenkt.“
Karl Ludwig Schweisfurth
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Folie8767von 267
Lösungswege (3):
Lebensmittelqualität beachten
Hinweise auf „gute“ Qualität von Lebensmitteln
ƒ äußere Qualitätsmerkmale wie Reife-,
Frischezustand, Geruch, Farbe,…
ƒ Herstellerinformationen wie Nährwertangaben,
Zutatenverzeichnis, Mindesthaltbarkeitsdatum,
Verbrauchsdatum,…
ƒ Güte- und Markenzeichen, Prüfsiegel etc.
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie8868von 267
Lösungswege (3):
Auf Qualitätszeichen achten
alt
u
e
n
Seit Juli 2010
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie8969von 267
Lösungswege (3):
auf Qualitätszeichen achten
Was ist uns unser Essen wert?
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Lösungswege (3):
Regionale Marken bevorzugen
Was ist uns unser Essen wert?
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Lösungswege (3):
Regionale Molkereien bevorzugen
DE
RP
247
DE
EG
RP
221
EG
RP
247
Pronsfeld
Milch-Union Hocheifel eG (MUH)
RP
221
Kaiserslautern
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
RP
254
Thalfang
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
BY
150
Weiding
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
HE
007
Hungen
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
HE
012
Hünfeld
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
NI
053
Lüneburg
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
NW
402
Erftstadt
Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH
Was ist uns unser Essen wert?
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DE
SL
005
EG
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Lösungswege (4):
Reste vermeiden und verwerten
Lebensmittelreste Reste kreativ verwerten
Brot, Brötchen
Nudeln
Kartoffeln
Kartoffelpüree
Obst
Paniermehl, Croutons, Brotsuppe,
Brotsalat,…
Nudelpfanne mit Ei, Auflauf mit Käse
überbacken, süße Nachspeisen,…
Bratkartoffeln, Kartoffelauflauf,
Kartoffelsalat,…
Hier sindHerzoginkartoffeln,…
Sie gefragt!
Kartoffelplätzchen,
Gemüse
Fruchtaufstrich, Obstsalat, Smoothie,
Milchmix, Bananenkuchen,…
Suppe, Eintopf, Gemüsepaella,…
Fleisch (Braten,
Schnitzel, Frikadellen)
kalt in Scheiben als Brotbelag,
Fleischsalat, Suppeneinlage
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie9373von 267
Lebensmittelverschwendung?
„Und so erkennt man auch heute noch
ein Volk besser an seinem Müll
als an seinen Kulturdenkmälern.“
- Heinrich Schipperges, 1993
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie9474von 267
Nachhaltige Ernährung
ist zukunftsfähig
Natürliche
Lebensgrundlagen
(Ökologie)
wirtschaftliche
Tragfähigkeit
(Ökonomie)
Soziale Gerechtigkeit
und Solidarität
(Soziales)
Was ist uns unser Essen wert?
Persönliche
Gesundheit
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Folie9575von 267
… es ist unglaublich, was sich
alles bewegt
Eine kleine, bewusste Änderung
hin zur Nachhaltigkeit …
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie9676von 267
Arbeits- und Lösungsblätter,
Material für das Handlungsfeld
Frisch auf den Müll - oder anders?
97 von 267
Arbeitsblatt 1A Frisch auf den Müll – oder anders?
Notieren Sie, welche Lebensmittel und warum innerhalb einer Woche in Ihrem
Haushalt in den Müll wandern.
Fragen Sie auch Ihre Haushaltsmitglieder.
Woche: von …………………………… bis ………………………………
Lebensmittel im Müll
Warum?
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag
98 von 267
Arbeitsblatt 1B Frisch auf den Müll – oder anders?
Fotografieren Sie Lebensmittel, die trotz Genusstauglichkeit nach der Pause im
Mülleimer des Schulhofes oder auf dem Schulhof zu finden sind. Notieren Sie diese
hier und ermitteln Sie den kalkulatorischen Wert dieser verschwendeten
Lebensmittel. Benutzen Sie hierfür die Preisliste der Fachhochschule Nordhausen
oder ermitteln Sie in Geschäften.
Fragen Sie evtl. Ihre Mitschüler nach dem Warum.
Wochentag ……………………..
Lebensmittel im Müll
Kalkulatorischer Wert
Warum?
99 von 267
Arbeitsblatt 1C Frisch auf den Müll – oder anders?
Sie sind an Ihrer Schule teilweise an der Mittags- oder auch Zwischenverpflegung
beteiligt.
Notieren Sie an einem Tag, welche Lebensmittel und warum nach dem Essen / nach
den Pausen im Müll zu finden sind.
Fragen Sie evtl. Ihre Mitschüler nach dem Warum.
Wochentag …………………………………….
Mittagsverpflegung
Lebensmittel im Müll
Zwischenverpflegung
Warum?
100 von 267
Arbeitsblatt 2 Frisch auf den Müll – oder anders?
a) Tragen Sie die Ergebnisse aller Schüler von Arbeitsblatt 1 (A, B oder C) in die
Tabelle ein.
b) Suchen Sie in Gruppen Wege, wie das Wegwerfen von Lebensmitteln
vermieden werden kann. Lesen Sie dazu den Text aus Stern TV „Die
Wegwerfgesellschaft“, recherchieren Sie selbst im Internet oder erinnern Sie
sich an den Film „Taste the waste“ / „Essen im Eimer - …“
c) Tragen Sie Ihre Ergebnisse als Mindmap in das Arbeitsblatt 3 (bzw. auf ein
Plakat) ein und stellen Sie die Ergebnisse Ihren Mitschülern vor.
Lebensmittel im Müll
Warum?
Weniger Lebensmittel in
den Müll durch
Fleisch
Wurst
Gekochtes Essen
Gemüse
Obst
Brot
Milchprodukte
Sonstiges
101 von 267
Lösung: Arbeitsblatt 2 Frisch auf den Müll – oder anders?
a) Tragen Sie die Ergebnisse aller Schüler von Arbeitsblatt 1 (A, B oder C) in die
Tabelle ein.
b) Suchen Sie in Gruppen Wege, wie das Wegwerfen von Lebensmitteln
vermieden werden kann. Lesen Sie dazu den Text aus Stern TV „Die
Wegwerfgesellschaft“, recherchieren Sie selbst im Internet oder erinnern Sie
sich an den Film „Taste the waste“ / „Essen im Eimer - …“
c) Tragen Sie Ihre Ergebnisse als Mindmap in das Arbeitsblatt 3 (bzw. auf ein
Plakat) ein und stellen Sie die Ergebnisse Ihren Mitschülern vor.
Lebensmittel im Müll
Warum?
Fleisch
zu viel Fett, verbrannt,
abgelaufenes
Verbrauchsdatum
schimmlig, schmierig,
MHD überschritten
Wurst
Gekochtes Essen
Kartoffeln, Reis, Nudeln
schimmlig, sauer,
Farbveränderung,
keine Lust mehr auf das
Gericht
schimmlig,
zu viel gekocht
Gemüse
faulig, schimmlig, welk,
gelbe Stellen, zu viel
gekauft
Obst
faulig, schimmlig, welk,
braune Stellen, überreif,
zu viel gekauft
schimmlig, zu trocken
Brot
Milchprodukte
Sonstiges
Weniger Lebensmittel in
den Müll durch
mögliche Antworten s.
Lösung Arbeitsblatt 3
MHD abgelaufen
sauer, schimmlig,
zu viel gekauft
Neues probiert – hat nicht
geschmeckt, günstiges
Sonderangebot oder
Großpackung gekauft,
Essen versalzen, Mutter
hat es mit gegeben, keine
Lust mehr drauf, Angebot
im Kiosk besser
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Arbeitsblatt 3 Weniger Lebensmittel in den Müll
1. Stellen Sie Ihre Ergebnisse aus dem Arbeitsblatt 1 A „Weniger Lebensmittel
in den Müll durch …“ auf einem Plakat in der Art eines Mindmaps für Ihre
Schule dar.
2. Schreiben Sie auf, was Sie persönlich im Alltag umsetzen wollen und geben
Sie dies in einem verschlossenen Briefumschlag an Ihre Lehrkraft.
Nach … Wochen erhalten Sie den ungeöffneten Umschlag zurück und
können selbst die Umsetzung Ihrer guten Vorsätze überprüfen.
3. Gestalten Sie mit den Bildern und Daten aus dem Arbeitsblatt 1B und den
Ergebnissen Ihres Mindmaps eine Plakatfolge, in der Sie die Schüler und
Schülerinnen Ihrer Schule zu einem verantwortlicheren Umgang mit
Lebensmitteln motivieren können.
Weniger Lebensmittel
in den Müll durch
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Lösung: Arbeitsblatt 3 Weniger Lebensmittel in den Müll
1. Stellen Sie Ihre Ergebnisse aus dem Arbeitsblatt 1 A „Weniger Lebensmittel
in den Müll durch …“ auf einem Plakat in der Art eines Mindmaps für Ihre
Schule dar.
2. Schreiben Sie auf, was Sie persönlich im Alltag umsetzen wollen und geben
Sie dies in einem verschlossenen Briefumschlag an Ihre Lehrkraft.
Nach … Wochen erhalten Sie den ungeöffneten Umschlag zurück und
können selbst die Umsetzung Ihrer guten Vorsätze überprüfen.
3. Gestalten Sie mit den Bildern und Daten aus dem Arbeitsblatt 1B und den
Ergebnissen Ihres Mindmaps eine Plakatfolge, in der Sie die Schüler und
Schülerinnen Ihrer Schule zu einem verantwortlicheren Umgang mit
Lebensmitteln motivieren können.
Weniger
Lebensmittel
in den Müll
durch …
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Mahlzeiten planen – Wochenspeiseplan
Einkaufsplan erstellen, überlegt einkaufen bzgl. Vorlieben, Mengen,
Wochenablauf, MHD, Saison, regional
Einkaufsliste erstellen
Besonders bei leicht verderblicher Ware wie z.B. bestimmtes Obst und
Gemüse, Frischmilch und Wurst auf die Menge beim Einkauf achten
Qualität kaufen (auf Prüfsiegel, Markenzeichen und Zutatenlisten achten)
Informiert sein über Mindesthaltbarkeitsdatum und Tauglichkeitsprüfung nach
dessen Ablauf / sich Wissen aneignen
Verbrauchsdatum beachten
Lebensmittel vor Ablauf des MHD verbrauchen
Sonderangebote überdenken – brauche ich diese, vor allem in der Menge?
Einkauf von Großpackungen überdenken (insbes. Gewürze, eingeschweißte
Fleischerzeugnisse, Vollkornmehl usw.)
Kleine Haushalte: Tiefkühlgemüse kaufen und nach Bedarf entsprechende
Portionsmenge entnehmen
Nicht hungrig einkaufen (Gelüste auf bestimmte Produkte sind evtl. später
nicht mehr da)
Fehlkäufe / Impulseinkäufe / Frusteinkäufe vermeiden
Richtige Aufbewahrung der Lebensmittel
Î im Vorrat, im Kühlschrank - richtig einordnen
Kontrolle des Vorrats (grundsätzlich „first in – first out“)
Tiefgefrieren von Lebensmittelresten
Kochfehler vermeiden z. B. versalzen, verkocht, zu dunkel gebraten
Resteverwertung z.B. neue Gerichte usw.
Gezielte Vorratshaltung (Trockenvorräte, TK, Einwecken, Einlegen)
Richtige Lagerung (Temperatur, getrennte Lagerung)
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www.stern.de/tv/sterntv/lebensmittel-fuer-die-muelltonne-die-wegwerfgesellschaft1724583.html
Erscheinungsdatum: 7. September 2011
Die Wegwerfgesellschaft
Etwa die Hälfte der Lebensmittel in Industrieländern wird weggeworfen. Allein in
Deutschland sind es 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Was alles im Müll landet - stern TV hat
nachgesehen.
Jeder zweite Kopfsalat wird schon bei der Ernte aussortiert - ebenso jede zweite Kartoffel.
Jedes fünfte Brot muss ungekauft entsorgt werden. Und in vielen Haushalten landen fast
einwandfreie Lebensmittel im Müll. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums wirft
jeder Deutsche pro Jahr Lebensmittel im Wert von rund 330 Euro weg. Woran liegt das?
Filmtipp In seinem Dokumentarfilm "Taste the Waste" beschäftigt sich der Filmemacher
Valentin Thurn mit dem verschwenderischen Umgang von Nahrungsmitteln. Der Film kommt
am 8. September 2011 in die deutschen Kinos. Weitere Informationen unter:
www.tastethewaste.com
In Mülltonnen geschaut
stern TV wollte es genauer wissen - und hat das Verhalten der deutschen Verbraucher unter
die Lupe genommen: Gemeinsam mit Ernährungsexperte Guido Ritter hat stern TV deutsche
Mülltonnen durchforstet - und in acht von zehn Haushalten noch essbare Lebensmittel
gefunden.
Eine Ausnahme sei das nicht, sagt Guido Ritter. Oft hatten die Familien einfach zu viel
eingekauft oder die Einkäufe waren schlicht überflüssig. In vielen Fällen hat es den Kunden
auch nicht geschmeckt. Außerdem werden Essensreste in vielen Haushalten nicht weiter
verwendet oder Vorräte falsch gelagert.
Nicht nur Verbraucher sind schuld
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine wissenschaftliche Untersuchung aus BadenWürttemberg: Dort dokumentierten 16 Haushalte im Rahmen einer Diplomarbeit über drei
Monate ihre entsorgten Lebensmittel: Insgesamt waren das am Ende 123 Kilo oder knapp drei
Kilo pro Person. Als Grund gaben die Testpersonen am häufigsten eine "falsche Lagerung"
an. Sehr oft hieß es außerdem, dass "zu viel gekocht wurde" oder man "keine Lust" mehr auf
ein Produkt hatte.
Doch ist es nur das Verhalten der Verbraucher, das sich ändern muss? "Nein", sagt Experte
Ritter. "Sondern auch die Verhältnisse." So müssten Handel und Industrie auf die riesigen
Packungsgrößen verzichten. Und auch die vermeintlichen Sparangebote wie "eins bezahlen
und zwei nehmen" würden dazu führen, dass viele Lebensmittel im Müll landen - weil man
am Ende einfach zu viel davon hat.
Zahlen aus "Taste the Waste" - Jährlich werden in Deutschland 500.000 Tonnen Brot
vernichtet (das ist der Jahresbedarf von Niedersachsen)
106 von 267
- Ein Viertel des weltweiten Wasserverbrauchs wird für den Anbau von Nahrungsmitteln
verwendet, die später auf dem Müll landen
- 50 Prozent der Nahrungsmittelproduktion werden auf dem Weg vom Acker zum Teller
vernichtet
- Weil es in der EU verboten ist, Speisereste und Supermarktabfälle als Tierfutter zu nutzen,
müssen fünf Millionen Tonnen Getreide zusätzlich angebaut werden. Das entspricht der Ernte
von ganz Österreich
Makelloses Produkt ist gefragt
Wie verschwenderisch mit Lebensmitteln umgegangen wird, zeigt auch Filmemacher
Valentin Thurn in seinem Dokumentarfilm "Taste the Waste". Thurn beschreibt darin etwa,
dass "wir entlang der Produktionskette - von der Landwirtschaft über den Handel bis zum
Verbraucher - genauso viel wegwerfen, wie wir essen".
Was Thurn während seiner Recherche am meisten schockiert hat, sind die Gründe für die
Verschwendung: So würde der Handel tonnenweise Obst und Gemüse in den Abfall
befördern, wenn es nicht mehr makellos ist. Kartoffeln seien dann zu klein oder zu dick,
Gurken zu krumm. "Der Kunde will das makellose Produkt. Wenn wir so weiter machen,
dann wollen wir alle nur noch Kartoffeln, die aussehen, als wären sie in der Fabrik
hergestellt", so Thurn.
Er selbst habe aber aus den Arbeiten am Film gelernt - und sein Verhalten geändert: "Früher
hab ich auch einmal die Woche eingekauft: Kofferraum voll, Kühlschrank voll", erzählt
Thurn im stern TV-Interview. Aber wenn er jetzt etwas im Kühlschrank habe, das bald
gegessen werden müsste, dann kümmere er sich darum. "Die Frage ist dann nicht mehr: wozu
habe ich heute Lust, sondern: was ist jetzt eigentlich fällig und dann kann ich mir überlegen,
wie kann ich das zu einem leckeren Gericht kochen."
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Fachhochschule Nordhausen
Weinberghof 4
99734 Nordhausen
Preisliste für Lebensmittel (und Kosmetik), im Internet unter http://www.fhnordhausen.de
Die folgende Preisliste soll Ihnen helfen, einen Überblick zur Preisstruktur einiger
Waren zu bekommen. Die Spalte "Preise" beinhaltet lediglich gerundete
Durchschnittswerte verschiedener Einkaufsmärkte. Angegebene Mengengrößen
können von Geschäft zu Geschäft variieren. Preisvergleiche können mitunter viel
Geld sparen.
Da sich in unmittelbarer Nähe der Fachhochschule Nordhausen ein Einkaufszentrum
mit einem Lidl-Markt (Lebensmittel und Drogeriewaren), einem Schlecker-Markt
(Drogeriewaren), einem Getränkemarkt sowie einem Bäcker und einem Fleischer
befindet, haben wir die Preisliste zum größten Teil mit den dort angebotenen
Produkten aufgestellt.
Die in dieser Tabelle aufgeführten Preise sind alle in Euro (EUR) angegeben.
Preise für Lebensmittel
Menge
Preis ab
in EUR
Äpfel (saisonabhängig)
1,0 kg
ab 0,85
Bananen (saisonabhängig)
1,0 kg
ab 0,89
Bier
0,5 l
ab 0,33
Brot
1,0 kg
ab 0,55
Butter
250 g
ab 0,85
Cola
1,5 l
ab 0,29
Eier
10 Stück
ab 1,25
Eisbergsalat (saisonabhängig)
1 Stück
ab 0,65
Fischstäbchen
1 Packung à 15 St.
ab 1,59
Gurke (saisonabhängig)
1 Stück
ab 0,75
Hackfleisch
500 g
ab 1,59
Hähnchenkeulen (TK)
1,0 kg
ab 1,69
H-Milch
1,0 l
ab 0,48
Joghurt (Natur)
500 g-Becher
ab 0,39
Joghurt mit Früchten
200 g-Becher
ab 0,25
Kaffee
500 g
ab 2,35
Kartoffeln (saisonabhängig)
2 kg
ab 0,69
Produkte
Lebensmittel
1
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Käse in Scheiben
400 g
ab 1,99
Wurst in Scheiben
100 g
ab 0,99
Margarine
500 g
ab 0,75
Marmelade
450 g
ab 0,99
Mehl
1,0 kg
ab 0,25
Mineralwasser (mit Kohlensäure) 6 x 0,5 l
ab 1,20
Nudeln
500 g
ab 0,39
Öl
1,0 l
ab 1,19
Orangen (saisonabhängig)
1,0 kg
ab 0,70
Orangenlimonade
1,5 l
ab 0,29
Orangennektar
1,5 l
ab 0,59
Orangensaft
750 ml
ab 0,95
Paprika (saisonabhängig)
500 g
ab 0,89
Pizza (gefroren)
1 Packung à 3 Stück ab 1,99
Pommes frites (TK)
1,0 kg
ab 0,69
Reis
1,0 kg
ab 0,89
Salz
500 g
ab 0,19
Schokolade
1Tafel à 100 g
ab 0,35
Schweinefleisch
1,0 kg
ab 4,13
Schwarztee
50 Beutel
ab 0,69
Spaghetti
500 g
ab 0,39
Strauchtomaten (saisonabhängig) 1,0 kg
ab 2,39
Thunfischdose
185 g
ab 0,85
Zwiebeln (saisonabhängig)
1,0 kg
ab 0,89
Diese Liste wurde durch die Ernährungsberatung RLP leicht verändert.
2
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Arbeits- und Lösungsblätter,
Material für das Handlungsfeld
Noch mal auf den Tisch oder in die
Tonne?
Wir kalkulieren eine Fete
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Arbeitsblatt 1 Noch mal auf den Tisch oder in die Tonne?
Sie haben zu Silvester, zur Geburtstagsfete …. zehn Freunde zum Raclette essen
eingeladen.
Von allen Lebensmitteln ist etwas übrig geblieben. Überlegen Sie, wie Sie diese
Lebensmittel weiter verwenden können.
Lebensmittel
Kartoffeln, gekocht
Das kann ich damit noch machen
Baguette
Paprika
Tomaten
Zwiebeln
Mais
Ananas
Äpfel
Birnen
Zucchini
Champignons
Salami
Schinken, gekocht
Frikadellen
Hähnchenbrust
Quark
Kräuter
Käse
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Lösung: Arbeitsblatt 1 Noch mal auf den Tisch oder in die Tonne?
Sie haben zu Silvester, zur Geburtstagsfete …. zehn Freunde zum Raclette essen
eingeladen.
Von allen Lebensmitteln ist etwas übrig geblieben. Überlegen Sie, wie Sie diese
Lebensmittel weiter verwenden können.
Lebensmittel
Kartoffeln, gekocht
Mais
Das kann ich damit noch machen
Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Auflauf, gekochte Klöße
Gratin, Ofenkartoffeln
Semmelknödel, Überbackenes Baguette, süßer
Auflauf, Paniermehl, Croutons, Brotsuppe, Brotsalat,
Gemüsepfanne, Salatbeilage, Rohkost mit Dip
Pizza-Auflage
Gemüsepfanne, Suppe, Soße, Salat, Brotauflage
Pizza-Auflage
Salatbeilage, Kräuterquark, Suppe, Soße, rösten als
Garnitur
Gemüsepfanne, Gemüsepaella, Salatbeilage
Ananas
Obstsalat, Smoothie, Quark, Müsli
Äpfel
Obstsalat, Apfelpfannkuchen, Mus, Müsli
Birnen
Obstsalat, Marmelade, Kuchen, Birne Helene, Müsli
Zucchini
Gemüsepfanne, Cremesuppe, Salat, Soße
Champignons
Jägersoße, Pizzabrötchen, Suppe, Toast, Salat
Salami
Pizzabrötchen, Brotbelag
Schinken, gekocht
Nudelauflauf, Brotbelag, gefüllte Röllchen, Salat mit
Schinkenstreifen, Schinkensoße, Omelettfüllung
Hamburger, in Scheiben als Brotbelag, gewürfelt als
Suppeneinlage, in Tomatensoße
Geschnetzeltes, kalt als Brotbelag, Pizza-Belag,
überbackene Toasts, Salatzutat, Gulasch
Kräuterquark, Obstquark, kleine Menge in Creme
oder Pudding rühren
Kräuterquark, Salatdressing, Garnitur, einfrieren,
Frankfurter „grüne“ Soße
Käsesoße, Auflauf, zum Überbacken, Käsestreifen
zu Salat
Baguette
Paprika
Tomaten
Zwiebeln
Frikadellen
Hähnchenbrust
Quark
Kräuter
Käse
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Arbeitsblatt 2 Noch mal auf den Tisch oder in die Tonne?
a) Suchen Sie in einem Kochbuch, im Internet oder fragen Sie Ihre Mutter / Ihre
Oma nach einem Rezept zur Verwendung
o von trockenem Brot oder
o von gekochten Kartoffeln vom Vortag oder
o von gekochten Nudeln vom Vortag.
b) Tragen Sie das Rezept in das Formular ein.
c) Stellen Sie Ihre Ergebnisse in der Klasse vor und suchen Sie jeweils ein
Rezept aus, das Sie gemeinsam zubereiten und probieren wollen.
d) Erstellen Sie eine Einkaufsliste* (s. Arbeitsblatt 3), gehen Sie einkaufen,
bereiten Sie diese Mahlzeit zu und servieren Sie diese Ihren Mitschülern.
e) Erstellen Sie in Ihrer Klasse ein eigenes Kochbuch.
Name des Rezeptes
Zutaten für 4 Personen
Mengen
Arbeitsschritte
Lebensmittel
*Überprüfen Sie auch, was evtl. noch im Vorrat ist.
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Arbeitsblatt 3 Einkaufs- und Materialliste*
Fleisch / Wurst
Frisch-Gemüse / Obst
Konserven
Milchprodukte / Fette /
Eier
Trockenprodukte /
Gewürze
Sonstiges
*Überprüfen Sie auch, was evtl. noch im Vorrat ist.
Materialliste
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Arbeitsblatt 4 Wir kalkulieren eine Fete
Beim Raclette hatten Sie viele Lebensmittel übrig und wollen die nächste Fete besser
planen.
Zu Ihrem 18. Geburtstag laden Sie zehn Freunde zum Brunch ein. Kalkulieren Sie
die Mengen der aufgeführten Lebensmittel, die Sie einkaufen müssen.
Lebensmittel für Brunch
Chili con carne
s. Rezept
Brötchen
Menge für
1 Person 1
¼ Rezept
2 Brötchen
Vollkornbrot
1 Scheibe
Gemüse 2
Paprika
Möhren
Salatgurke
Obstsalat 2
s. Rezept
Wurst z.B.
Salami
Schinken, gekocht
Schinken, roh
Kräuterquark
s. Rezept
Käse z.B.
Camembert
Gouda
Edamer
Frischkäse
Pfirsich-Crumble2
s. Rezept
Marmelade
100 g
Butter
Menge für
10 Personen
¼ Rezept
60 g
¼ Rezept
60 g
20 g
1/8 Rezept
20 g
20 g
1
Die hier vorgegebenen Werte sind übliche Durchschnittswerte (nach aid-Monica-Mengenliste)
Durch unterschiedliche Geschmacksvorlieben gleicht sich der Bedarf an Käse und Wurst aus.
Wenn sich unter den Gästen Vegetarier befinden, kann die Aufteilung der Zutaten etwas verschoben
werden. In der Gesamtmenge sollte man nicht mehr Lebensmittel einkalkulieren, um möglichst
realistisch den tatsächlichen Bedarf zu kalkulieren.
2
Je nach Saison Gemüse und Obst verändern.
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Lösung: Arbeitsblatt 4 Wir kalkulieren eine Fete
Beim Raclette hatten Sie viele Lebensmittel übrig und wollen die nächste Fete besser
planen.
Zu Ihrem 18. Geburtstag laden Sie zehn Freunde zum Brunch ein. Kalkulieren Sie
die Mengen der aufgeführten Lebensmittel, die Sie einkaufen müssen.
Lebensmittel für Brunch
Chili con carne
s. Rezept
Brötchen
Vollkornbrot
Gemüse 2
Paprika
Möhren
Salatgurke
Obstsalat 2
s. Rezept
Äpfel
Kiwi
Banane
Zitrone
Wurst z.B.
Salami
Schinken, gek. (1/2 Scheibe)
Schinken, roh
Kräuterquark
s. Rezept
Käse z.B.
Camembert
Gouda
Edamer
Frischkäse
Pfirsich-Crumble2
s. Rezept
Marmelade
Butter
Menge für
1 Person 1
¼ Rezept
Menge für
10 Personen
2 ½ Rezepte
2 Brötchen
20 Brötchen
1 Scheibe
(mitteldick)
100 g
500 g Vollkornbrot
¼ Rezept
3 Paprika
4 Möhren
1 kl. Salatgurke
2 ½ Rezepte
60 g
¼ Rezept
ca. 25 Scheiben (200 g)
ca. 5 Scheiben (250 g)
ca. 10 Scheiben (150 g)
2 ½ Rezepte
60 g
20 g
1/8 Rezept
200 g
7 Scheiben (ca. 200 g)
7 Scheiben (ca. 200 g)
200 g
1 1/4 Rezepte
20 g
200 g
20 g
200 g
1
Die hier vorgegebenen Werte sind übliche Durchschnittswerte (nach aid-Monica-Mengenliste)
Durch unterschiedliche Geschmacksvorlieben gleicht sich der Bedarf an Käse und Wurst aus.
Wenn sich unter den Gästen Vegetarier befinden, kann die Aufteilung der Zutaten etwas verschoben
werden. In der Gesamtmenge sollte man nicht mehr Lebensmittel einkalkulieren, um möglichst
realistisch den tatsächlichen Bedarf zu kalkulieren.
2
Je nach Saison Gemüse und Obst verändern.
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Chili con carne
Zutaten für 4 Personen
Arbeitsschritte
Mengen Lebensmittel
2 kleine
Dosen
2
2 große
Dosen
1 Dose
2
2
1,5 EL
250 g
gehackte Tomaten
grüne Paprikaschoten
Kidneybohnen
Mais
Knoblauchzehen
Zwiebeln
Sonnenblumenöl
gemischtes Hackfleisch
Salz
Chilipulver
Paprikapulver
Pfeffer
1. Tomaten abschütten, jedoch Saft
auffangen.
2. Paprika waschen, der Länge nach
aufschneiden und Stielansatz mit Kernen
entfernen.
Paprika in grobe Würfel schneiden.
3. Den Mais in einem Sieb abtropfen lassen.
4. Knoblauch und Zwiebel schälen und
Zwiebel in kleine Würfel schneiden.
5. Öl in einem großen Topf erhitzen.
6. Hackfleisch in den Topf dazugeben und
unter Wenden krümelig anbraten.
7. Zwiebeln anschließend dazu geben und
mit braten.
8. Knoblauch mit der Knoblauchpresse in den
Topf dazu pressen.
9. Tomatenstückchen, Bohnen, Mais und
gewürfelte Paprika in den Topf dazu
geben.
10. Wasser hinzugeben, so dass Gemüse und
Fleisch gerade so bedeckt sind.
Alles aufkochen lassen.
11. Nun Chili con carne mit Salz, Pfeffer,
Chilipulver und Paprika nach Geschmack
würzen.
12. Hitzezufuhr reduzieren und etwa 20
Minuten köcheln lassen.
In der Saison frische Tomaten verwenden!
1
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Kräuterquark
Zutaten für 4 Personen
Mengen Lebensmittel
500 g
1 Bund
1 Bund
2
5 EL
1
Quark
Petersilie
Schnittlauch
Knoblauchzehen
Milch
Zwiebel
Salz
Pfeffer
Arbeitsschritte
1. Zwiebel schälen und in kleine Würfel
schneiden.
2. Petersilie und Schnittlauch waschen und
anschließend klein schneiden.
3. Quark und Milch mit einem Schneebesen
verrühren.
4. Knoblauch schälen und mit der
Knoblauchpresse in den Quark
ausdrücken.
5. Danach geschnittene Zwiebel, Petersilie
und Schnittlauch hinzugeben und
unterrühren.
6. Abschließend den Quark mit Salz und
Pfeffer würzen.
2
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Pfirsich-Crumble
Zutaten für 8 Personen
Mengen
Arbeitsschritte:
gr. reife Pfirsiche
Blaubeeren
1. Obst:
Das Obst vorbereiten und waschen. Die
Pfirsiche in Hälften schneiden und den Stein
entfernen. Die Hälften in Stücke schneiden
und in eine Auflaufform geben. Die
Blaubeeren darüber verteilen.
Weizen-Vollkornmehl
kernige Haferflocken
brauner Zucker
weiche Butter
Zimt
2. Streusel:
Vollkornmehl, Haferflocken, brauner Zucker
und Zimt in eine Rührschüssel geben und
verrühren. Die Butter in kleine Stücke teilen
und hinzufügen. Mit den Fingerspitzen die
Butter mit der Mehlmischung verreiben, bis
eine bröselige Streuselmasse entsteht.
Lebensmittel
Obst:
4
250 g
Streusel:
125 g
125 g
125 g
125 g
1 Prise
3. Die Streusel auf die Obstschicht verteilen.
4. Den Crumble bei 180° C Heißluft 30 Minuten
backen.
5. 10 Minuten abkühlen lassen und servieren.
.
Crumble (dt.: Krümel) ist eine beliebte Gattung von Nachspeisen aus der englischen
Küche. Dabei handelt es sich um mit Streuseln überbackene Früchte.
Der wichtigste Bestandteil für Crumble ist Obst. Fast jedes Obst kann verwendet
werden und traditionell hält man sich an die Früchte der Saison. Im Sommer sind
deshalb Crumbles mit Beeren sehr beliebt, während im Winter hauptsächlich Apfelund Birnen-Crumble zubereitet wird.
Üblicherweise bestehen die Streusel aus Mehl, Butter und Zucker. Aber auch
Kekskrümel, Haferflocken, Kokosraspel oder Nüsse sind weit verbreitet.
Crumbles werden warm serviert, z.B. auch mit Vanillesoße oder -eis.
3
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Obstsalat
Zutaten für 4 Personen
Arbeitsschritte
Mengen Lebensmittel
400 g
200 g
100 g
1
Äpfel
Bananen
Kiwi
Zitrone
1. Zitrone auspressen.
2. Äpfel waschen, ungeschält aufschneiden,
das Kerngehäuse mit dem Messer
entfernen und Äpfel in kleine Würfel
schneiden.
3. Kleingeschnittene Äpfel in eine Schüssel
geben und mit etwas Zitronensaft
übergießen.
4. Bananen schälen, halbieren, in Scheiben
schneiden und ebenfalls in die Schüssel
geben.
5. Kiwis mit dem Sparschäler schälen,
achteln und in Scheiben schneiden. Die
geschnittenen Kiwis in die Schüssel zum
anderen Obst geben.
6. Jetzt das Obst in der Schüssel miteinander
vermischen.
4
120 von 267
Infoblatt: Auszug aus der Monica*-Mengenliste (Hrsg. Aid, Bonn)
Lebensmittel
Gewicht
Apfel, mittel (eA)
Apfelsine, mittel (eA)
Banane, mittel (eA)
Kiwi, (eA)
115 g
145 g
100 g
45 g
Paprika, mittel (eA)
Möhre, mittel (eA)
Salatgurke, klein (eA)
155 g
80 g
280 g
Salami, 2 -3 mm dünn (Scheibendurchmesser 5 cm)
Schinken, gekocht (1 Scheibe mittel)
Schwarzwälder Schinken (1 Scheibe)
8g
50 g
14 g
Gouda (1 Scheibe)
Edamer (1 Scheibe)
30 g
30 g
Dreikornbrötchen / Roggenbrötchen / Vollkornbrötchen
Weißmehlbrötchen
60 g
45 g
Mischbrot, mitteldick (8 – 12 mm) geschnitten
Vollkornbrot, dünn geschnitten (4 -7 mm)
Vollkornbrot, mitteldick geschnitten
25 g
30 g
50 g
(essbarer Anteil = eA)
* MONICA = MONItoring of trends and determinants in CArdiovascular desease,
Projekt der Weltgesundheitsorganisation WHO
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Arbeits- und Lösungsblätter,
Material für das Handlungsfeld
Wir vergleichen Lebensmittel
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Arbeitsblatt 1
Vergleich Chicken Nuggets
1. Ermitteln Sie den Preis, den Fett-, Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt für
jeweils 100 g Chicken Nuggets.
a) aus dem Fast-Food-Restaurant (z. B. Mc Donalds)
b) für ein Chicken Nuggets-Fertigprodukt aus dem Handel und
c) für Chicken Nuggets aus eigener Herstellung laut Rezept
Chicken Nuggets
Preis /
Portion
oder
Packung
€
Preis /
100 g
€
Fettgehalt
in g /
100 g
KH*Gehalt
in g /
100 g
Kalorien /
100 g
kcal
Fast-Food-Kette
( 6 Stück-Portion)
Fertigprodukt aus
dem Handel
(Convenience-Produkt)
Chicken Nuggets,
selbst hergestellt
(s. Rezept)
* KH = Kohlenhydrate
2. Vergleichen Sie die Preise sowie den Fett-, Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt.
Formulieren Sie Ihr Ergebnis in ganzen Sätzen.
.
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Lösung Arbeitsblatt 1 Vergleich Chicken Nuggets
1. Ermitteln Sie den Preis, den Fett-, Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt für jeweils
100 g Chicken Nuggets.
a) aus dem Fast-Food-Restaurant
b) für ein Chicken Nuggets-Fertigprodukt aus dem Handel und
c) für Chicken Nuggets aus eigener Herstellung laut Rezept
Chicken Nuggets
Mc Donalds
(6 Stück-Portion)
(9 Stück-Portion)
Burger King
(6 Stück-Portion)
Bofrost
20 ml Rapsöl
Preis /
Portion
oder
Packung
€
Preis /
100 g
€
Fettgehalt
in g /
100 g
KH*Gehalt
in g /
100 g
Kalorien /
100 g
kcal
3,19 (105 g)
3,99 (158 g)
3,04
2,53
13,0
16,0
240
3,19 (105 g)
3,04
13,0
19,4
246
7,95
1,59
11,2
10,9
204
1,00
5,0
9,7
19
20
222
0,44
5,0
1,0
0
14,0
20
130
0,80
5,0
7,0
0
15
20
180
0,67
5,0
9,4
0
15,3
20
193
0,70
5,0
1,6***
0
5,8
5,0
0
( 500 g)
(Portion = 5 ml Öl)
Iglo Chicken Nuggets
2,59
20 ml Rapsöl
(250 g)
(Portion = 5 ml Öl)
Gut und Günstig
Edeka
20 ml Rapsöl
2,19
(500 g)
(Portion = 5 ml Öl)
Tulip Wickie
Chicken Nuggets
20 ml Rapsöl
1,99
(250 g)
(Portion = 5 ml Öl)
Quisit
Chicken Nuggets
20 ml Rapsöl
4,99
(750 g)
(Portion = 5 ml Öl)
Chicken Nuggets
Selbst hergestellt**
(s. Rezept)
20 ml Rapsöl
(Portion= 5 ml Öl)
3,52**
20
119***
(500 g)
20
* KH = Kohlenhydrate
**Verhältnis bei selbst hergestellten Nuggets: 400 g Fleisch (83 %), 100 g Panade mit Ei (17 %)
*** 100 g Hähnchenbrust ohne Haut: 105 kcal; 1 g Fett , 0 g KH,
Ei (60 g): 49 kcal, 3,5 g Fett, 0,2 g KH,
100 g Paniermehl: 349 kcal, 1 g Fett, 72 g KH
1
124 von 267
2. Vergleichen Sie die Preise sowie den Fett-, Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt.
Formulieren Sie Ihr Ergebnis in ganzen Sätzen.
Fertigprodukte sind gemessen am Fleischanteil zum Teil erheblich teurer und
enthalten:
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
10-14 g Fett in 100 g; es gibt auch Produkte mit 22 g Fett.
oft Formfleisch statt Hähnchenbrust.
oft Geschmacksverstärker in der Panade. Der Geschmack ist standardisiert.
im Durchschnitt 30 % Panade und nur 60-70 % Fleisch.
oft Fleisch aus Südamerika, das in deutschen Betrieben verarbeitet wird.
Die Herkunft der Zutaten ist nicht transparent.
Die Nährwertangabe auf den Packungen bezieht sich auf „1 Portion“, die oft in
unrealistisch kleiner Menge berechnet ist. Eine übliche Portion wäre 120-125 g;
ausgewiesen sind oft nur Portionen von unter 100 g. Auf diese Weise wird der
Kaloriengehalt optisch niedrig gehalten.
2
125 von 267
Arbeitsblatt 2
Preis-, Kalorien-, Kohlenhydrat- und Fettgehaltsberechnung des
Nuggetrezeptes
Chicken Nuggets
4 Personen
Menge
Lebensmittel
400 g
Hähnchenbrust
1
Ei
40 g
Semmelmehl
20 ml
Rapsöl
Salz, Pfeffer,
Paprika
Preis –
Einkauf
Euro
Preis –
Rezept
Euro
Energie
KH*Gehalt
Fettgehalt
pro100 g
pro 100g
pro 100 g
kcal
in g
in g
3% des
Gesamtpreises
Gesamt
Pro Portion
(125 g)
Pro 100 g
Nuggets
* KH = Kohlenhydrate
126 von 267
Lösung: Arbeitsblatt 2
Preis-, Kalorien-, Kohlenhydrat- und Fettgehaltsberechnung des
Nuggetrezeptes
Die Preise wurden bei REWE ermittelt (Mai 2012).
Chicken Nuggets
4 Personen
Mengen Lebensmittel
Preise –
Einkauf
Euro
Fettgehalt
kcal
KH*Gehalt
in g
420
+
4,0
Preise
–
Rezept
Euro
3,20
Energie
in g
400 g
Hähnchenbrust 7,99 / kg
1
Ei (60 g)
1,99 / 10 St.
0,19
49
0,2
3,5
40 g
Semmelmehl
0,49 / kg
0,02
140
28,8
0,4
20 ml
Rapsöl**
2,39 / Liter
0,06
180
0
180,0
Salz, Pfeffer,
Paprika
3% vom
Gesamtpreis
0,11
xxx
3,52
609
29,0
7,9
Pro Portion**
0,88
152
(125 g)
pro 100 g
0,70
119
Nuggets
Quelle: Die große GU-Nährwert-Kalorien-Tabelle 2012/2013
7,2
2,0
5,8
1,6
Gesamt**
xxx
* KH = Kohlenhydrate
** Rapsöl entfällt beim Garen im Backofen, Berechnung ohne Rapsöl
127 von 267
Arbeitsblatt 3 Vergleich von Lebensmitteln
1. Kaufen Sie Naturjogurt und Apfelmus ein oder bringen Sie leere Packungen von
zuhause mit, notieren Sie die Preise, berechnen Sie den Zuckergehalt und
ermitteln Sie die Zutaten und Zusatzstoffe anhand der Zutatenliste.
Preis
Zucker
Euro
g
Zutaten und Zusatzstoffe
150 g Jogurt,
natur (3,5%)
20g Apfelmus
2. Kaufen Sie außerdem Fruchtjogurt ein oder bringen Sie leere Packungen von
zuhause mit, notieren Sie den Preis und ermitteln Sie den Zuckergehalt sowie die
Zutaten und Zusatzstoffe anhand der Zutatenliste.
Preis
Zucker
Euro
g
Zutaten und Zusatzstoffe
150 g
Fruchtjogurt
(3,5%)
3. Vergleichen Sie die Preise.
Vergleichen Sie die Anzahl der Zutaten und Zusatzstoffe anhand der Zutatenlisten.
Machen Sie einen Geschmackstest.
Formulieren Sie Ihr Ergebnis in ganzen Sätzen.
128 von 267
Lösung Arbeitsblatt 3 Vergleich von Lebensmitteln
1. Kaufen Sie Naturjogurt und Apfelmus ein oder bringen Sie leere Packungen
von zuhause mit, notieren Sie die Preise, berechnen Sie den Zuckergehalt
und ermitteln Sie die Zutaten und Zusatzstoffe anhand der Zutatenliste.
150 g Jogurt,
Preis
Zucker
Euro
0,37
g
0,9
0,05
3,0
Zutaten und Zusatzstoffe
Jogurt mild
natur (3,5%)
20g Apfelmus
Säureregulator: Citronensäure,
Antioxidantionsmittel: Ascorbinsäure
2. Kaufen Sie außerdem Fruchtjogurt ein oder bringen Sie leere Jogurtbecher von
zuhause mit, notieren Sie den Preis und ermitteln Sie den Zuckergehalt sowie die
Zutaten und Zusatzstoffe anhand der Zutatenliste.
Preis
Zucker
Euro
g
0,49
16
Zutaten und Zusatzstoffe
150 g
Fruchtjogurt
(3,5%)
Beispiel: Jogurt mild,
Fruchtzubereitung: Verdickungsmittel Pektin,
Guarkernmehl, modifizierte Stärke, Farbstoffe
(z.B Karmin, Beta-Carotin) oder färbende
Pflanzenkonzentrate, Zucker, FruktoseGlukose-Sirup, Säureregulator Citronensäure
(Trinatriumcitrat), Aromen
3. Vergleichen Sie die Preise.
Beachten Sie auch die Zutatenliste.
Machen Sie einen Geschmackstest.
Formulieren Sie Ihr Ergebnis in ganzen Sätzen.
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Eigenmischungen aus Naturjogurt und Früchten oder Fruchtmus sind in der Regel
preisgünstiger als käufliche Fruchtjogurts.
Der Zuckergehalt ist in fertigen Fruchtjogurts erheblich höher als in Naturjogurt mit
Fruchtmus. Verschiedene Formen von Zucker wie z.B. auch Fruktose-Glukose-Sirup
u.a. sind dabei in der Summe zu berücksichtigen.
Die Liste der Zutaten und Zusatzstoffe ist bei fertigen Fruchtjogurts erheblich länger.
Färbende Pflanzenextrakte stammen meist nicht aus der abgebildeten Frucht.
„Natürliche“ Aromen werden oft aus Substanzen wie Zellulose in Sägemehl oder
beispielsweise aus Algen gewonnen. Sie kommen zwar in der Natur vor, haben aber
mit Lebensmitteln nichts zu tun. Nur wenn der geschmacksgebende Grundstoff, zu
mindestens 95 % beispielsweise aus der Erdbeere besteht, darf auf dem Jogurt
„Erdbeeraroma“ deklariert sein.
129 von 267
Chicken Nuggets
Zutaten für 4 Personen
Arbeitsschritte
Mengen Lebensmittel
400 g
1
40 g
20 ml
Hähnchenbrust
Ei (60g)
Semmelbrösel
Salz
Pfeffer
1. Hähnchenbrust, waschen, trocken tupfen
und in 12 etwa gleichgroße, dünne Stücke
schneiden.
2. Fleischstücke mit Salz und Pfeffer würzen
Rapsöl
3. Ei aufschlagen, verquirlen und die
Fleischstücke darin wenden.
4. Anschließend Fleischstücke in
Semmelbrösel wenden.
5. Rapsöl im Wok oder in einer beschichteten
Pfanne erhitzen und die Chicken Nuggets
von beiden Seiten anbraten.
Pro Person: 125 g Nuggets
Energie (kcal)
152
Fett (g)
2,0
Eiweiß (g)
26,5
KH (g)
7,3
130 von 267
Arbeits- und Lösungsblätter,
Material für das Handlungsfeld
Vorrat im Griff
131 von 267
Arbeitsblatt Vorrat im Griff
1. Ordnen Sie die Lebensmittel dem richtigen Lagerplatz zu!
Kreuzen Sie an: Vorrat oder Kühlschrank. (Linke Spaltenhälfte)
Lebensmittel
Vorrat
Kühlschrank
Kühlschrankfächer
Fach1 Fach2 Fach3 Schub- Tür
(von
lade
oben)
Käse
Bananen
Wurst
H-Milch
Mehl
Tomaten
Fruchtsaft
Joghurt
Frischmilch
Erdbeeren
Fisch
Ketchup
Schokolade
Nudeln
Öl
Karotten
Eier
Brot
Marmelade
Butter
Kaffee
Kartoffeln
Rest
Linsensuppe
2. Ordnen Sie die Lebensmittel im Kühlschrank ins richtige Fach!
Kreuzen Sie an! (rechte Spaltenhälfte)
3. Stellen Sie zur Lagerung im Kühlschrank Regeln auf, so dass die Qualität der
Lebensmittel erhalten bleibt. Denken Sie dabei an Temperaturen, Verpackungen
und Hygienemaßnahmen.
…………………………………………………………………………………………..
…………………………………………………………………………………………..
……………………………………………………………………………………………
……………………………………………………………………………………………
……………………………………………………………………………………………
132 von 267
Lösung: Arbeitsblatt Vorrat im Griff
1. Ordnen Sie die Lebensmittel dem richtigen Lagerplatz zu!
Kreuzen Sie an: Vorrat oder Kühlschrank. (Linke Spaltenhälfte)
Lebensmittel
Käse
Bananen
Wurst
H-Milch
Mehl
Tomaten
Fruchtsaft
Joghurt
Frischmilch
Erdbeeren
Fisch
Ketchup
Schokolade
Nudeln
Öl
Karotten
Eier
Brot
Marmelade
Butter
Kaffee
Kartoffeln
Rest
Linsensuppe
Vorrat
Kühlschrank
x
Kühlschrankfächer
Fach1 Fach2 Fach3 Schub- Tür
(von
lade
oben)
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
2. Ordnen Sie die Lebensmittel im Kühlschrank ins richtige Fach!
Kreuzen Sie an! (rechte Spaltenhälfte)
3. Stellen Sie zur Lagerung im Kühlschrank Regeln auf, so dass die Qualität der
Lebensmittel erhalten bleibt. Denken Sie dabei an Temperaturen, Verpackungen
und Hygienemaßnahmen.
•
•
•
•
•
•
•
•
Fisch, Fleisch und Wurst nach dem Einkauf aus dem Einwickelpapier nehmen und in
Behältern mit passendem Deckel lagern
Alle Lebensmittel abdecken, z.B. mit Teller, Haube, Frischhaltefolie
Lebensmittel ins richtige Kühlschrankfach einordnen
Lebensmittel im Kühlschrank kontrollieren
Kühlschranktemperatur richtig einstellen, Kühlschrankthermometer benutzen
Kühlschranktüren nicht zu lange offen stehen lassen, sonst erhöht sich die
Temperatur des Innenraumes
Frisch gekaufte Lebensmittel nach hinten stellen und ältere Lebensmittel nach vorne
räumen
Kühlschrank regelmäßig abtauen und mit Spülmittel und Essiglösung reinigen.
133 von 267
Hintergrundinformationen für die
Lehrkraft
ƒ Notizenseiten zu ausgewählten Folien
ƒ Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und
Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei
Lebensmitteln in Deutschland (Kurzfassung Studie
Universität Stuttgart)
ƒ Lebensmittel auf dem Müll (WDR)
ƒ Lebensmittelverschwendung: Was Jugendliche meinen
(Verbraucherzentrale NRW)
ƒ Kostenfalle Fertiglebensmittel (Verbraucherzentrale
Hamburg)
ƒ Fertiggerichte (Stiftung Warentest)
ƒ Das globale Huhn (Evang. Entwicklungsdienst)
ƒ Kann ich das noch essen (Merkblatt IMA)
ƒ Lebensmittelabfälle vermeiden - Die cleveren Tipps
(BMELV)
ƒ Literatur- und Linkhinweise, Filme
134 von 267
Was ist uns unser Essen wert?
Auf dem Weg zu einer neuen
Ernährungskultur
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
Folie 1
Notizenseiten zu ausgewählten Folien
Nachstehend finden Sie Hintergrundinformationen zu ausgewählten Folien.
135 von 267
1
Was ist uns unser Essen wert?
Hartz IV-Regelsätze
Grundlage: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
Für
Nahrungsmittel und
alkoholfreie
Getränke
(pro Monat)
Erwachsene
128,46 €
Kinder
bis 6 Jahre
78,67 €
Kinder
7 – 14 Jahre
96,55 €
Jugendliche
15 – 18 Jahre
124,02 €
Stand: 1.1.2011
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
Folie 2
Empfängern von Arbeitslosengeld II, auch bekannt unter der Bezeichnung Hartz IV, ist es kaum möglich, ihre Kinder
ausgewogen und gesund zu ernähren. So lautet das Fazit einer Studie des Forschungsinstitut für Kinderernährung
(FKE) der Universität Bonn. Die Wissenschaftler hatten im März 2004 in Dortmund in Supermärkten, Discountern
sowie in einem Bioladen die Preise von mehr als 80 Lebensmitteln ermittelt. Anhand dieser Daten berechneten sie
nach Altersgruppen die Kosten für die so genannte „Optimierte Mischkost“, ein Konzept für eine gesunde Ernährung
für Kinder und Jugendlichen.
Der Vergleich mit dem vom Gesetzgeber kalkulierten Budget zeigt, dass für vier- bis sechsjährige Kinder die
veranschlagten 2,57 Euro pro Tag gerade ausreichen – allerdings nur beim Lebensmitteleinkauf im Discounter. „Wer
in normalen Supermärkten zugreift, kommt mit dem Geld nicht hin: Dort muss man durchschnittlich 3,86 Euro
hinblättern“, erläutert Dr. Mathilde Kersting, stellvertretende Leiterin des FKE.
Ein Fünfzehnjähriger, der sich ausgewogen ernähren möchte, verzehre im Schnitt Lebensmittel im Wert von 4,68
Euro täglich (Discounter) oder 7,44 Euro (Supermarkt). Die vorgesehenen 3,42 Euro für Jugendliche ab 14 Jahren
seien auch hier nicht ausreichend. Das FKE empfiehlt deshalb, die aktuellen Regelsätze für Kinder und Jugendliche
zu überdenken.
Quelle: Pressemitteilung des Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), 8/2007
Dagegen:
Es gibt aktuell mehrere Internetseiten (Foren Hartz IV, Kochmix usw.) , die darstellen, dass man mit dem Geld
auskommen kann. Man muss nur gezielt einkaufen und versiert zubereiten. http://www.sozialleistungen.info/hartz-iv4-alg-ii-2/alg-ii-leistungen.html
ab 1.1.2012: Erhöhung der Regelsätze
Der Regelsatz für alleinstehende und alleinerziehende Erwachsene Hartz-4-Empfänger wird zum 1. Januar 2012 um
10,00 Euro erhöht- auf 374,00 Euro. Bei Partnern einer Bedarfsgemeinschaft erhöht sich der Regelsatz um 9,00 Euro
auf 337,00 Euro. Kinder ab 18 Jahre bis einschließlich 24 Jahre erhalten eine Erhöhung von 8.00 Euro- erhöht auf
299,00 Euro. Die Regelsätze für Kinder ab 6 Jahre bis einschließlich 17 Jahre bleiben unverändert, jedoch bei
Kindern bis einschließlich 5 Jahre erhöht sich der Regelsatz um 4,00 Euro- auf 219,00 Euro. Zusätzlich können
Kinder die Leistungen aus dem Bildungspaket in Anspruch nehmen. Dazu berechtigt sind Kinder, deren Eltern
Sozialgeld, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten.
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/die-neuen-hartz-iv-regelsaetze-7667663.php
http://www.sovd-bbg.de/downloads/pdf/RegelbeJan2012.pdf
136 von 267
2
Kaufkraft der Lohnstunde
Für diese Lebensmittel mussten Arbeitnehmer so viele
Minuten arbeiten:
1960
2009
Mischbrot, 1 kg
Speisekartoffeln, 2,5 kg
Bohnenkaffee, 500 g
Vollmilch, 1 Liter
Edamer, 1 kg
Markenbutter, 250 g
Eier, 10 Stück
Schweinekotelett, 1 kg
20
17
213
11
52
39
51
157
11
11
19
3
33
4
8
32
Kabeljau, 1 kg
56
56
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
Folie 3
http://www.iwkoeln.de/Publikationen/iwd/Archiv/tabid/122/articleid/24670/Default.
aspx
www.spiegel.de/flash/flash-23239.html
Basis: Nettoentgelt je geleistete Arbeitsstunde 1960: 1,27 €, 2009: 14,05 €
137 von 267
3
Ausgaben für Nahrungsmittel
und alkoholfreie Getränke
(in % der gesamten Konsumausgaben)
50%
45%
40%
44,0%
35%
30%
30,0%
25%
20%
23,0%
21,4%
15%
10%
11,4%
11,2%
2008
2009
5%
0%
1950
Was ist uns unser Essen wert?
1970
1975
1980
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
Quelle: Statistisches
Bundesamt
Folie 4
Nahrungsmittelpreise sinken im Jahresdurchschnitt um 1%
Nahrungsmittel wirken inflationsdämpfend, Ausgaben für Wohnen, Freizeit,
Gesundheit steigen stark an.
138 von 267
4
Fakten: Verteilung der Konsumausgaben
der privaten Haushalte im europäischen
Vergleich 2009
Nahrungs-Genussmittel,
Tabakwaren
13,3
Textil, Einrichtung,
Haushaltsgeräte u.a.
10,6
Beherbung, Gaststätten
10,2
14,4
16,9
17,0
17,4
27,1
11,8
10,1
5,7
16,8
9,4
11,5
Verkehr, Nachrichtenübermittlung
16,6
Wohnung, Wasser,
Energie
22,4
8,3
10,1
Großbrit.
Was ist uns unser Essen wert?
5,1
Deutschland
5,0
12,2
15,5
17,4
15,7
24,4
19,1
17,2
8,6
4,9
17,4
24,5
15,4
8,5
7,0
6,8
8,5
13,7
Übrige (Gesundheit,
Körperpflege, Bildung,
Finanz-DL u.a.)
2,9
7,7
17,1
32,7
14,7
6,3
9,3
Freizeit, Kultur, Unterhalt.
10,6
28,1
26,4
22,1
14,9
12,9
13,4
Spanien
Frankreich
Italien
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
22,1
23,5
17,4
Polen
11,8
9,6
Ungarn
Rumänien
Folie 5
Quelle: Metro-Handelslexikon 2011/2012, (Hrsg.): Daten, Fakten und Adressen
zum Handel in Deutschland, Europa und der Welt, Düsseldorf
Zu beachten: Hier sind Tabakwaren eingeschlossen.
Anhand dieser Statistik kann man diskutieren, warum die einzelnen
Ausgabeposten in den verschiedenen Ländern wohl so unterschiedlich sind.
139 von 267
Fakten: Studienergebnisse
Deutschland 2011-2012
In Deutschland landen jedes Jahr bis zu 11 Millionen
Tonnen Lebensmittel im Müll.
65% der Abfälle wären völlig oder teilweise verwertbar
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie 7
140 von 267
Fakten:
Untersuchung der Uni Stuttgart
Pro Kopf und Haushalt:
81,6 Kilogramm Lebensmittel wirft
jeder Bundesbürger jährlich weg
(53 kg wären noch verwertbar)
Wert: ca. 235 Euro / Person
Î 4-Personenhaushalt: 940 €
Î deutschlandweit: 21,6 Mrd. Euro
Wann haben Sie zuletzt Lebensmittel weggeworfen?
Aus welchem Grund?
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie 8
Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr 81,6 Kilogramm Essen weg –
76 Prozent davon werden über das kommunale Abfallsystem entsorgt.
Pro Verbraucher und Tag lässt sich eine Menge von 225 Gramm Lebensmittel
errechnen, die in der Tonne landen – das entspricht ungefähr dem Volumen
eines durchschnittlichen Frühstücks.
47 Prozent der Lebensmittelabfälle wären in deutschen Haushalten vermeidbar.
141 von 267
Fakten: Zusammensetzung der
Lebensmittelabfälle im privaten Haushalt
Teigwaren
5%
Sonstige
3%
Gemüse
26%
Fleisch, Fisch
6%
Getränke
7%
Milchprodukte
8%
Obst
18%
Speisenreste
12%
Backwaren
15%
Was ist uns unser Essen wert?
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Quellen:
BMELV-Studie 2012;
Bild: zugutfürdietonne
Folie 9
Zwei Studien:
1. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz geförderten Forschungsprojektes hat die Universität Stuttgart untersucht,
welche Mengen an Lebensmitteln in Deutschland weggeworfen werden und welches die
Hauptgründe für die Entstehung von Lebensmittelabfällen sind. Außerdem wurden
Vorschläge erarbeitet, wie sich die Abfallraten möglicherweise verringern lassen. Die Studie
konzentriert sich auf die Bereiche Lebensmittelverarbeitung, Handel und Verbraucher. Die
landwirtschaftliche Erzeugung wurde noch ausgeklammert.
2. Das Institut für nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft (iSuN) der Fachhochschule
Münster und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben im Auftrag des nordrheinwestfälischen Umweltministeriums im Zeitraum von November 2011 bis Februar 2012 die
Studie „Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation von Ursachen und
Handlungsoptionen in Nordrhein-Westfalen“ durchgeführt. Hierbei wurde entlang der
gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft bis hin zum Verbraucher –
untersucht, an welchen Stellen vermeidbare Verluste eintreten und was die möglichen
Ursachen sind.
In die Auswertungen dieser Studie sind Hochrechnungen zum Abfallaufkommen in
Deutschland und in anderen westlichen Ländern, Versorgungsbilanzen für Deutschland bzw.
für Nordrhein-Westfalen, Daten der Nationalen Verzehrsstudie sowie Befragungen von
Verbrauchern eingeflossen. Ein wesentlicher Informationspool der NRW-Studie waren
darüber hinaus Befragungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette auf der Basis von
halbstandardisierten, offenen Interviewleitfäden. Die zentrale Frage lautete: Welche
Lebensmittelabfälle entstehen auf welcher Stufe und was ist der Grund? Das Forscherteam
konzentrierte sich auf die Produktgruppen: Brot und Backwaren, Gemüse, Milch und
Milchprodukte, Fleisch und Wurstwaren
142 von 267
Fakten: Lebensmittelabfälle
aufgeteilt nach Verursachergruppen
5%
17%
Privathaushalte
LM-Industrie, -verarbeitung
Großverbraucher
Handel
17%
61%
Quelle: Studie Uni Stuttgart 2012,
im Auftrag des BMELV
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie 10
Wichtiger Hinweis: In dieser Studie erfolgte keine Berücksichtigung der
Landwirtschaft. Würde man dies tun, gäbe es eine Verschiebung, die die anderen
Gruppen „entlasten“ würden.
Siehe auch:
www.was-wiressen.de/einkauf/keine_lebensmittel_in_den_muell_bestandsaufnahme.php
143 von 267
Fakten: Warum werden
Lebensmittel weggeworfen?
In Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie:
ƒ Überproduktion
ƒ Umsatzeinbrüche (EHEC)
ƒ nicht normgerechtes Wachstum von
Früchten und Gemüse und
somit nicht vermarktungsfähig
ƒ Schädlingsbefall, Fäulnis
ƒ Formzuschnitte bei industrieller Verarbeitung
Was ist uns unser Essen wert?
© Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz
Folie 11
http://www.zeit.de/2011/33/Lebensmittelvergeudung:
Wissenschaftler haben für die Welternährungsorganisation FAO herausgefunden, dass der größte Teil in den
wohlhabenden Staaten beim Verbraucher verdirbt: Amerikaner und Europäer werfen pro Person im Schnitt rund 100
Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. Allerdings ist der Schwund auch in den Entwicklungsländern beträchtlich. Dort
kommen bis zu 40 Prozent der Ernte erst gar nicht bei den Menschen an. Falsche Lagerung, ungenügende Logistik,
Transportschäden und fehlende Verpackungen bringen die bäuerlichen Kleinbetriebe um ihr Einkommen. …
Weltbevölkerung aktuell: etwa sieben Milliarden Menschen, fast jeder siebte hungert. Weltbevölkerung 2050: neun
Milliarden Menschen. Robert van Otterdijk... Landwirtschaftsexperte der FAO... „Land, Wasser und Energie sind nicht
beliebig vermehrbar. Daher ist es effizienter, in der gesamten Wertschöpfungskette Verluste zu reduzieren, als mehr zu
produzieren.“
Steigerung der Produktivität in den weniger entwickelten Ländern durch einfache und kostengünstige Verbesserungen:
•Schulung der Farmer, wann der beste Erntezeitpunkt ist
•Einsatz von Körben und Kisten für den Transport
•Entwicklung von innovativen Transportmaterialien zur Verbesserung der Haltbarkeit
•Schulung von Lieferanten aus Entwicklungs- und Schwellenländern, Hygienestandards einzuhalten, Transport und
Logistik zu optimieren
Allerdings ist damit ist die Geschichte von der großen Verschwendung noch nicht zu Ende. Der eigentliche Skandal: Viele
Lebensmittel schaffen es in den Industriestaaten allein aus optischen Gründen nicht in die Regale der Supermärkte. Sie
werden aussortiert, weil sie der EU-Vermarktungsverordnung nicht genügen. Prominentes Beispiel war lange Zeit die
Gurke, die einen gewissen Krümmungsgrad nicht überschreiten durfte: Erlaubt waren zehn Millimeter auf zehn Zentimeter
Länge. Was krummer war, hatte keine Chance. Zum 1. Juli 2009 wurden in der Europäischen Union eine Vielzahl der
bisherigen 37 spezifischen Vermarktungsnormen für frisches Gemüse und Obst aufgehoben und durch eine allgemeine
europäische Rahmennorm ersetzt. Von den bei Obst und Gemüse bleiben lediglich noch zehn bestehen. Beibehalten
wurden die spezifischen europäischen Gemüse-Vermarktungsnormen für Salate, Paprika, und Tomaten. Im Obstbereich
wurden folgende Vermarktungsnormen beibehalten: Äpfel, Zitrusfrüchte, Kiwis, Pfirsiche und Nektarinen, Birnen,
Erdbeeren, Tafeltrauben.
Alle anderen bisher existierenden spezifischen Vermarktungsnormen so unter anderem für Lauch, Zwiebeln, Kohl, Gurken,
Blumenkohl, Möhren, Pflaumen, Spargel, und Kulturchampignongs wurden aufgehoben.
http://www.gemuese-online.de/Archiv/PDF-Archiv/Ab-1-Juli-2009-tritt-die-Reform-der-EU-Vermarktungsnormen-inKraft,QUlEPTEwMjY1MzYmTUlEPTEwOTY5NQ.html
144 von 267
11
Fakten
„Verzerrte
Wahrnehmung“
Allgemeine Zeitung Alzey
30.07.2008
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie 12
Cola, Near-Water-Getränke, Säfte usw. sind erheblich teurer als Milch.
Beim Milchpreis wird um jeden Cent gestritten.
145 von 267
Fakten
3,73 € / kg
Rinderhackfleisch
5,30 € / kg Katzenfutter
4,60 € / kg Hundefutter
für den kleinen Liebling
Was ist uns unser Essen wert?
2,49 € / kg Schweine-Hackfleisch
für die Familie
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Folie 13
Ggfs. Prospekte zur Anschauung mitbringen.
Trotz Qualitätskennzeichen (s. Rotmarkierung)
ist hochwertiges Fleisch aus dem Supermarkt nahezu halb so teuer als
Tiernahrung in Portionspackungen
Tatsache zur Diskussion stellen!
146 von 267
13
Folgen: Zerstörte Landschaft
und Lebensräume
b
nge
a
r
e
6000 ha Erdbeeren
unter Folie
ot
d
Son
Grundwasserspiegel von 5 – 7
auf 30 – 40 m gesunken
Was ist uns unser Essen wert?
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Folie 14
Die meisten Erdbeeren, die es in der kalten Jahreszeit bei uns zu kaufen gibt, stammen aus
Südspanien. In der Region Donana in Andalusien leben die Landwirte hauptsächlich vom
Erdbeeranbau. Fast jeder Quadratmeter ist mit Plastikfolien bedeckt. Gewächshäuser so weit
das Auge reicht. Rund 6.000 Hektar Land für Früchte, die sehr viel Wasser verbrauchen, in
einer Gegend, in der es kaum regnet.
Trotzdem lohnt sich das Geschäft, hier gibt es das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Spanien.
Denn das Wasser kostet die meisten Bauern nichts. Bis vor zwanzig Jahren konnte sowieso
jeder nach Wasser bohren, wie er wollte. Dann wurde zwar das Gesetz geändert, doch die
Landwirte gruben ihre Brunnen nun einfach illegal - unbehelligt von den Behörden. In der
Donana sind ungefähr fünfhundert bis siebenhundert und damit die Hälfte aller Brunnen illegal.
In ganz Spanien sind es ungefähr fünfhunderttausend illegale Brunnen. Und die Region wird
immer trockener.
Zum Teil ist der Grundwasserspiegel in den letzten dreißig Jahren von fünf bis sieben auf 30
bis 40 Meter Tiefe gesunken, beklagt Guido Schmidt von der Umweltorganisation WWF. 21
Millionen Kubikmeter Wasser werden jährlich illegal verbraucht. Damit könnte eine Stadt mit
300.000 Menschen versorgt werden. Oft wird das Wasser auch durch lecke Leitungen und
schlampige Bewässerungssysteme verschwendet. Den Landwirt kostet es ja nichts.
Das Land kostet es schon etwas: Die Bäume werden immer dürrer und es gibt immer mehr
Waldbrände. Manchmal durch Brandstiftung verursacht, um nachher Erdbeerfelder anlegen zu
können. Inzwischen ist sogar das angrenzende Naturschutzgebiet, die Donana massiv
bedroht. Das Feuchtgebiet, das als Rückzugsort für seltene Zugvögel dient, zählt zum
Weltkulturerbe der Unesco.
Die Vereinten Nationen warnen vor einer Wasserknappheit für 1,8 Milliarden Menschen bis
zum Jahr 2025, derzeit sind es 1,1 Milliarden Menschen. Die meisten Länder im Nahen Osten
und in Nordafrika seien bereits heute von akuter Wasserknappheit betroffen. Auch in Spanien
beginnt es.
In einer Gegend, in der es bis vor 30 Jahren fast nur Pinien und Olivenbäume gab, werden
inzwischen so viele Erdbeeren produziert, dass sie gar nicht mehr alle verkauft werden
können. In manchen Jahren wird bis zu einem Drittel der Ernte vom Staat angekauft und
vernichtet - damit die Bauern mit ihrem ökologischen Wahnsinn weiter machen können.
Wird das Grundwasser weiter so verschwendet, kann man hier bald gar nichts mehr anbauen.
Erdbeeren schon gar nicht. Und dann werden wir Verbraucher vielleicht wieder tun müssen,
was wir längst tun sollten: auf Erdbeeren im Winter verzichten. (Quelle: www.br-online.de)
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Folie 15
Landschaft in Spanien, Gewächshäuser und Folientunnel
Quelle: Google earth
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Folgen: Skandale
2007
2010
Gammelfleisch - Dönerskandal
Listerien in Rohmilchkäse
Dioxin-Funde in Fisch, Guarkern-Mehl Dioxin in Bio-Eiern, Grund:
Säuglingsnahrung - bakterienbelastet belastetes Futtermais aus der Ukraine
2011
2008
Ausweitung Dioxin-Skandal,
italienischer Gammelkäse
Pestizide in türkischen Birnen
Dioxin und PCB in irischem
Schweinefleisch
belastetes Fett in deutschem
Futtermittelbetrieb
EHEC-Skandal, belasteter
Bockshornkleesamen aus Ägypten
2012
Antibiotika in Hähnchen
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Folie 16
http://khd-blog.net/Food/LM_Skandale_4.html
Mit Mäusekot und Abfall verunreinigter Käse aus Italien auch in D im Handel
Betrieb im Unterallgäu soll Käseabfall weiterverarbeitet haben, statt ihn zu
entsorgen.2006 geschen, 2008 erst bekannt.
Angeblich kein Gesundheitsrisiko
Baden-Württemberg: 3,8 Tonnen Birnen mit verbotenem Insektizid Amitraz
belastet. Ursprungsland: Türkei,
Ware wurde vernichtet.
Dioxinverseuchtes Fleisch aus Irland gelangte auch in Deutschland in den
Handel. Ursache: verseuchtes Futtermittel
Rückrufaktion
Später stellte sich heraus, dass auch Rinder mit dem Futter gefüttert wurden.
Tiere wurden getötet, das Fleisch gelangte nicht in den Handel
4-Jähriges Kind nach Verzehr von Nestlé-Speiseeis im Krankenhaus.
Labor findet weitere Plastiksplitter in Eisbechern von Nestlé, Konzern stoppt den
Verkauf der Eisbecher
2008: mit Melamin verseuchte Säuglingsnahrung in China; Nachweis auch in
einem Nestle-Produkt (keine Säuglingsnahrung)
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16
Folgen:
„Geschmacksverluste“
Wenn aus Äpfeln Himbeeren werden…
„Umfruchten“
Äpfel mit Himbeersaft aromatisiert, Gerstenflakes mit
Pflanzenextrakten gefärbt und mit Himbeergeschmack
aromatisiert.
Die beworbenen und abgebildeten Himbeeren sind im
Knusper-Müsli nicht enthalten.
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Folie 17
Beim Umfruchten werden Früchte mit Aromastoffen in eine andere,
teurere Frucht umgewandelt. Es findet also ein „Upgrade“ zu einer
vermeintlich hochwertigeren Frucht statt. Wenn aus Äpfeln wie durch ein
Wunder Himbeeren oder aus Cranberries mit Hilfe von Aromastoffen und
Zucker plötzlich Kirschen oder Erdbeeren werden, ist das für die Hersteller
lukrativ, weil Äpfel und Cranberries im Vergleich zu Himbeeren und
Kirschen deutlich kostengünstiger im Einkauf sind.
Ähnlich wie beim Formfleisch und Klebeschinken werden bei
Formfrüchten einzelne Fruchtstücke aus Fruchtmus zusammen gefügt,
mit Pflanzenextrakten gefärbt und aromatisiert.
Die große Fruchtillusion erzeugt, wer dem Verbraucher auf der
Schauseite der Verpackung ausschließlich die teure Frucht präsentiert,
diese aber im Kleingedruckten auf der Rückseite von der Menge her nur
eine untergeordnete Rolle spielt. Der fliegende Fruchtwechsel führt etwa
vom "Sanddornsaft" vorne zum "Apfelsaft mit einem Schuss
Sanddornsaft" hinten.
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Folgen:
„Geschmacksverluste“
www.neuneinhalb.wdr.de
„Da mach‘ ich meinen Erdbeerjoghurt doch lieber selbst!
Dann weiß ich, wie viel Frucht drin ist.“
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Folie 18
http://neuneinhalb.wdr.de/sendungen/2010/10/2010_10_23.php5
Zutaten in der Erdbeer-Fruchtmischung:
Erdbeeren, Sirup, Süßungsmittel, Färbemittel, Aromen
151 von 267
18
Folgen:
Formfleischerzeugnisse
Wilde Chicken Party
Hier sind die Stars für Party-Buffets.
Wilde Dinos, Bären und Krokodile aus
saftig-zarten, knusprig paniertem
Hähnchenfleisch – Ideal für die großen
und kleinen Snacker.
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Folie 19
Ausgangsmaterial: Fleischmasse, evtl. aus Südamerika, Geschmacksverstärker,
Zutatenliste beachten!
152 von 267
Folgen:
Formfleischerzeugnisse
Kennzeichnung
Vorderschinken (wie gewachsen)
„Vorderschinken“
Formfleisch-Vorderschinken
„Formfleisch-Vorderschinken aus
Vorderschinkenteilen zusammengefügt“
Quelle: www.lgl.bayern.de (Zugriff 05.05.2011)
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Folie 20
s. auch Stiftung Warentest, 8/2007: Keine Delikatesse: Kochschinkenvergleich
Neben „(Hinter)Schinken“ gibt es auch „Vorderschinken“. Für die Herstellung von „Schinken“ und „Vorderschinken“ wird die
Muskulatur zunächst in Form geschnitten, so dass runde oder rechteckige Vorder- bzw. Hinterschinken entstehen. Danach
werden die Fleischstücke mit Nitritpökelsalz gepökelt, gegebenenfalls geräuchert und in Formen oder Folie gegart. Durch
das Pökeln bleibt die rosa Fleischfarbe auch nach dem Erhitzen bestehen. Aufgrund der Herstellungsart werden Vorderund Hinterschinken als „Kochpökelware“ bezeichnet.
Formfleischerzeugnisse
Neben Hinter- und Vorderschinken gibt es auch Formfleisch-Schinken oder Formfleisch- Vorderschinken. Bei diesen so
genannten Formfleischerzeugnissen handelt es sich um Kochpökelwaren, die im Gegensatz zu Hinterschinken und
Vorderschinken nicht aus Muskulatur im natürlichen Muskelverband hergestellt, sondern aus Muskelfleischstücken
zusammengefügt werden. Bei der Herstellung von Vorder- und Hinterschinken fallen beim Zuschneiden kleinere
Muskelfleischstücke an. Diese werden gepökelt und mechanisch vorbehandelt (Tumbeln). Beim Tumbeln wird die
Zellstruktur an der Oberfläche gelockert und es tritt Fleischeiweiß aus. Die so bearbeiteten Muskelfleischstücke werden
anschließend in Formen zusammengefügt und in der gleichen Weise verarbeitet wie Vorder- und Hinterschinken. Das aus
den Zellen ausgetretene Eiweiß erstarrt beim Garen und verbindet die Muskelfleischstückchen miteinander. Somit
unterscheiden sich Formfleischerzeugnisse lediglich in ihrer Struktur von Schinken und Vorderschinken, bestehen aber
dennoch wie diese hauptsächlich aus Muskelfleisch. Bei einem Formfleischerzeugnis sind die Größe der
zusammengefügten Muskelfleischstücke und ihre unterschiedliche Muskelfaserrichtung erkennbar.
Schinken-Ersatz
Der fehlende Fleischgehalt wird einerseits mit Wasser ausgeglichen. So liegt der Gehalt an fleischfremden Wasser bei bis
zu 40 % und manchmal auch darüber. Andererseits werden Bindemittel (z. B. Stärke) sowie Gelier- und Verdickungsmittel
zugegeben, damit aus der Mischung von Fleischstückchen und Wasser eine schnittfeste Masse entsteht. Zusätzlich wird
noch fleischfremdes Eiweiß wie Soja- und Milcheiweiß zugesetzt. Auch der Einsatz von Eiweißhydrolysaten oder isolierten
Aminosäuren, wie z. B. Lysin ist verstärkt zu beobachten. „Pizzabelag aus gepökeltem Schulterfleisch“ verwendet werden,
die mit Beschreibungen, wie z. B. „überwiegend fein zerkleinert“„Pizzabelag aus Vorderschinkenteilen nach Brühwurstart
zusammengefügt“ oft ein „Vorderschinken“. Formfleischvorderschinken aus Vorderschinkenteilen zusammengefügt
http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/schinkenimitate.htm
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Folgen: Imitate
hier:
Fleischanteil: 56 %
fleischfremdes Wasser: 30 %
Schinken-Ersatz
bestehend aus Fleischstücken, fleischfremdem Wasser,
Binde-, Gelier-, Verdickungsmittel, Soja-, Milcheiweiß,…
„Pizzabelag aus Vorderschinkenteil nach Brühwurstart
zusammengefügt“
Quelle: www.lgl.bayern.de (Zugriff 05.05.2011)
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Folie 21
Schinken-Ersatz
Der fehlende Fleischgehalt wird einerseits mit Wasser ausgeglichen. So liegt der Gehalt an fleischfremden Wasser bei bis
zu 40 % und manchmal auch darüber. Andererseits werden Bindemittel (z. B. Stärke) sowie Gelier- und Verdickungsmittel
zugegeben, damit aus der Mischung von Fleischstückchen und Wasser eine schnittfeste Masse entsteht. Zusätzlich wird
noch fleischfremdes Eiweiß wie Soja- und Milcheiweiß zugesetzt. Auch der Einsatz von Eiweißhydrolysaten oder isolierten
Aminosäuren, wie z. B. Lysin ist verstärkt zu beobachten. „Pizzabelag aus gepökeltem Schulterfleisch“ verwendet werden,
die mit Beschreibungen, wie z. B. „überwiegend fein zerkleinert“„Pizzabelag aus Vorderschinkenteilen nach Brühwurstart
zusammengefügt“ oft ein „Vorderschinken“. Formfleischvorderschinken aus Vorderschinkenteilen zusammengefügt
http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/schinkenimitate.htm
Abweichende Erzeugnisse, die noch „Schinken“ entsprechen
(Schinken, Vorderschinken oder Formschinken mit erhöhtem Trinkwassergehalt durch
Flüssigwürze)
„Pizza Schinken mit Würzlake“
„Pizza mit Formfleischvorderschinken mit Flüssigwürze“
4. Erzeugnisse, die nach Produktbeschaffenheit nicht mehr Erzeugnissen wie oben
beschrieben entsprechen, sogenannte ALIUDS
(brühwurstartig, schnittfeste fein zerkleinerte Masse mit unterschiedlich großen Magerfleisch
und Speckeinlagen, weich im Biss, mit 50 bis 70 Prozent Fleischanteil, mit bis zu 35 bis 40
Prozent zugesetztem Trinkwasser, Verdickungsmittel zur Wasserbindung und Fremdeiweiß,
wie z. B. Soja)
„Pizzabelag nach Art einer groben Brühwurst, aus Schweinefleisch“
„Kochpökelfleischimitat aus Schweinefleischanteilen, zerkleinert und geformt“
http://www.landkreiszwickau.de/download/landratsamt_infos_merkbltter_lueva/LUEVA_MerkblattKennzeichungSc
hinken....pdf
154 von 267
21
Folgen: Imitate
Das gilt für Fleischimitate
ƒ Ähnlichkeit im Aussehen und Geschmack wie ein
hochwertiges Produkt
ƒ Herstellung deutlich billiger
ƒ Zutaten i.d.R. gesundheitlich unbedenklich
ƒ müssen nicht extra deklariert werden, Zutatenliste
genügt
ƒ keine irreführenden Bezeichnungen zulässig
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Folie 22
http://www.sachsen-geniessen-fleisch.de/site-assistent/cmsadmin/user/file_transfer/VA_21.09.10_Vortrag3_LM_Imitatitat.pdf
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22
Folgen: Existenzgefährdungen
Haben Sie sich schon einmal gefragt,
als Sie vor der Tiefkühltruhe Ihres
Supermarktes standen und die verpackten
Schalen mit Hühnerkeulen und
Hähnchenbrustfilets sahen,
wo eigentlich der Rest des Tieres geblieben
ist
???
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Folie 23
Hintergründe beschrieben in:
Das globale Huhn
Das Buch von Rudolf Buntzel und Francisco Marí befasst sich mit den verschlungenen Handelströmen des
»Globalen Huhns«. Die Autoren haben mit Experten der Branche geredet, sich mit Entscheidungsträgern in Politik
und Wirtschaft auseinandergesetzt und vor Ort recherchiert. Das Ergebnis ihrer Nachforschungen präsentieren sie
in diesem fakten- und erkenntnisreichen Buch.
Die Autoren:
Rudolf Buntzel ist Beauftragter für Welternährungsfragen des Evangelischen Entwicklungsdienstes.
Francisco José Marí López ist Projektkoordinator für das Projekt »Agrarexporte nach Westafrika – keine chicken
schicken«.
ISBN-Nummer 978-3-86099-852-6; 19,90 Euro
http://www.essen-und-ethik.ch/globale_huhn.pdf
Francisco Marì: Das globale Huhn, Vortrag im Rahmen des Kongresses: Gut essen – was heißt das, Universität
Bern, 3. – 4. 12. 2010
In Europa ändern sich in den neunziger Jahren als Folge des BSE-Skandals und anderer Krisen auf dem
Fleischmarkt (Antibiotika und Dioxin in Futtermitteln) die Essgewohnheiten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher
meiden Rindfleisch und essen mehr Geflügel. Der Fleischkonsum insgesamt geht zurück, die Preise sinken. In
Zeitschriften finden sich seit Mitte der 90er Jahre vermehrt Rezepte mit Hähnchenbrust. Mit Aufkommen der
Wellness- und Fitnesswelle ist mageres Filetfleisch mit wenig Haut und Fett angesagt. Die Zubereitung des Essens
soll zusätzlich schnell und einfach gehen. Die Mikrowelle ersetzt den Herd. 1993 wurden in Deutschland zu 70
Prozent ganze Hühnchen in den Supermärkten verkauft. Heute ist es umgekehrt. 80 Prozent der Hühner werden in
Teilen verkauft, frisch, gefroren, als Fertiggerichte oder für Fast Food Ketten. Alle wollen Hühnchenbrust oder
Schlegel. Diese Nachfrage führt zu einem hohen Preis, fünf bis neun Euro kostet das Kilo durchschnittlich auf dem
deutschen Markt.
Alle anderen Teile des Huhns, Flügel, Unterkeule, Hals, Innereien, können für 70 Cent das Kilo zum Export
angeboten werden: als Billigfleisch für Konsumenten in West- und Zentralafrika. Selbst afrikanische Kleinbauern mit
ihren geringen Gewinnerwartungen können damit nicht konkurrieren. "Wir als Konsumenten kaufen die teure
Hühnerbrust und die Schlegel und bezahlen damit das ganze Huhn", sagt Karin Ulmer, Referentin für Gender und
Handel bei APRODEV in Brüssel. "Das Geschäft ist gemacht. Der Export der Reste ist ein günstiges
Zusatzgeschäft."
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Folgen: Existenzgefährdungen
Das globale Huhn
1993
80 % des Hähnchenangebotes in
Deutschland sind ganze
gefrorene Hähnchen.
2006
80 % des Hähnchenangebotes sind Hähnchenteile
(Brust, Schenkel, Flügel),
20 % ganze Hähnchen.
50 % des gesamten konsumierten Hähnchenfleisches
sind Hähnchenbrustfilets
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Folie 24
Ursache:
Gesundheitsbewusstsein, Fitnesswelle,…
BSE
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http://www.essen-und-ethik.ch/globale_huhn.pdf
Francisco Marì: Das globale Huhn, Vortrag im Rahmen des Kongresses: Gut
essen – was heißt das, Universität Bern, 3. – 4. 12. 2010
In Europa ändern sich in den neunziger Jahren als Folge des BSE-Skandals und
anderer Krisen auf dem Fleischmarkt (Antibiotika und Dioxin in Futtermitteln) die
Essgewohnheiten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher meiden Rindfleisch
und essen mehr Geflügel. Der Fleischkonsum insgesamt geht zurück, die Preise
sinken. In Zeitschriften finden sich seit Mitte der 90er Jahre vermehrt Rezepte mit
Hähnchenbrust. Mit Aufkommen der Wellness- und Fitnesswelle ist mageres
Filetfleisch mit wenig Haut und Fett angesagt. Die Zubereitung des Essens soll
zusätzlich schnell und einfach gehen. Die Mikrowelle ersetzt den Herd. 1993
wurden in Deutschland zu 70 Prozent ganze Hühnchen in den Supermärkten
verkauft. Heute ist es umgekehrt. 80 Prozent der Hühner werden in Teilen
verkauft, frisch, gefroren, als Fertiggerichte oder für Fast Food Ketten. Alle wollen
Hühnchenbrust oder Schlegel. Diese Nachfrage führt zu einem hohen Preis, fünf
bis neun Euro kostet das Kilo durchschnittlich auf dem deutschen Markt.
Alle anderen Teile des Huhns, Flügel, Unterkeule, Hals, Innereien, können für 70
Cent das Kilo zum Export angeboten werden: als Billigfleisch für Konsumenten in
West- und Zentralafrika. Selbst afrikanische Kleinbauern mit ihren geringen
Gewinnerwartungen können damit nicht konkurrieren. "Wir als Konsumenten
kaufen die teure Hühnerbrust und die Schlegel und bezahlen damit das ganze
Huhn", sagt Karin Ulmer, Referentin für Gender und Handel bei APRODEV in
Brüssel. "Das Geschäft ist gemacht. Der Export der Reste ist ein günstiges
Zusatzgeschäft."
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http://www.eed.de/fix/files/doc/110408_Grafiken_EU%2BD_Fleischexporte_2010.pdf
http://www.eed.de/de/de.col/de.sub.30/de.sub.news/de.presse.478/index.html
Exportwahn ohne Grenzen
(Bonn, 22.03.2011) Die aktuellen Zahlen für europäische Fleischexporte 2010 brechen alle Rekorde. Allein die
Geflügelexporte stiegen um 25 Prozent auf 1,3 Millionen Tonnen. Deutschlands Fleischexporte in Drittstaaten
stiegen zwischen 8 Prozent bei Geflügel und 17 Prozent bei Schweinefleisch. Hinter den trockenen Zahlen
versteckt sich nach Recherchen des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) auch die massenhafte
Ausfuhr von Fleischresten nach Afrika.
(Bonn, 27.10.2010) Die EU-Geflügelexporte nach Westafrika wachsen nach Medienberichten weiterhin massiv
an. Vor Ort schädigen die Dupmingexporte die Geflügelmärkte der Importländer und führen zur Ausweitung
des Fleischschmuggels. Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) in Bonn fordert von der EU eine
Exportregulierung, damit Geflügelproduktion und Geflügelmärkte in Westafrika nicht noch weiter zerstört
werden.
Laut der Zeitschrift Agarheute, stiegen die Exporte von gefrorenen Hühnchenteilen von Januar bis Juli 2010 um mehr
als 21 Prozent auf über 660.000 Tonnen. 62.400 Tonnen davon gingen allein ins westafrikanische Benin, ein Anstieg
von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Land ist damit größter Importeur des Kontinents. "In Benin zeigt
sich das skrupellose Vorgehen der europäischen Händler. Wir wissen, ein Großteil der importierten Hähnchenteile
wird illegal nach Nigeria geschmuggelt", sagte Stig Tanzmann, Agrarexperte des EED.
Das Schmuggeln der EU-Importe nach Nigeria untergrabe die Anstrengungen des Landes, einen eigenen
Geflügelmarkt zu entwickeln. Die Dumpingexporte hätten bereits die Existenz der Märkte in der Elfenbeinküste,
Kamerun, Nigeria und Senegal bedroht, bis diese sich vor den Importen geschützt hätten. In Ghana und Benin sowie
den meisten anderen westafrikanischen Staaten sei die inländische Produktion heute zerstört. "Die EU muss endlich
Verantwortung übernehmen und die Exporte regulieren", forderte Tanzmann. Bislang trieben die EU-Exporte
Hähnchenmäster in Afrika in den Ruin und förderten illegalen Schmuggel. Lösungsvorschläge für das Problem lägen
bereits auf dem Tisch, eine Reaktion der EU stehe allerdings aus, so Tanzmann.
Es wird so kalkuliert, dass mit dem Brustfilet bereits 40% der Erlöse erzielt werden, obwohl das Filet lediglich 14 %
des Fleisches eines Huhns erbringt.4 Nach dem meistbietenden Verkauf weiterer Teile des Huhns wird das Kilo
Rest-Hühnerfleisch zu einem Dumping-Preis von 1,44€ nach Afrika verschifft.
Dagegen haben die einheimischen ZüchterInnen mit einem Kilopreis von 2,40€ keine Chance.
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Folgen: Existenzgefährdungen
„Keine Chicken schicken“
• Billige EU-Fleischexporte in afrikanische Staaten führen
zum Zusammenbruch der lokalen Fleischmärkte
Î Ruin der Kleinproduzenten
Î keine Chance eigene Märkte
aufzubauen
• Unterbrochene
Kühlketten: gefrorenes Fleisch wird
unter katastrophalen hygienischen Bedingungen
gelagert und verkauft.
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Folie 27
Seit 2003 wehrt sich eine unabhängige, starke Bürgerbewegung in Kamerun
zunehmend erfolgreich:
→ Importverbot für gefrorene Geflügelteile
→ Deckung der Nachfrage nach Geflügelfleisch Schritt für Schritt durch
Eigenerzeugung.
→ mit europäischer Entwicklungshilfe Unterstützung des Maisanbaus (=
Hauptnahrungsgrundlage für Mensch und Geflügel) und des Aufbaus von kleinen
Schlachthäusern und einer geeigneten Kühlkette
ƒBillige EU-Fleischexporte in afrikanische Staaten führen zum Zusammenbruch
der lokalen Fleischmärkte.
→ Ruin der Kleinproduzenten (Bsp.: Ghana, Kongo)
→ keine Chance eigene Märkte aufzubauen
(Bsp. Benin).
ƒSchmuggler überschwemmen von Benin aus Nigeria
mit illegalen EU-Hühnerresten.
ƒDas gefrorene Fleisch wird unter
katastrophalen hygienischen
Bedingungen gelagert und verkauft.
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Folgen: Existenzgefährdungen
Supermarktmacht
„Kampf um Kuchenstücke“
Edeka, Rewe, Lidl, Aldi, und Metro verfügen über 75 %
des Marktvolumens in Deutschland
Quelle: www.supermarktmacht.de
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Folie 28
Lebensmittelhandwerk und LM-Einzelhandel verschwindet aus den Dörfern und
Ortskernen,…
http://www.supermarktmacht.de/
Der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist in der Hand von fünf Supermarktketten.
Der Wettbewerb ist knallhart. Jeder will ein größeres Stück vom Kuchen.
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Die TOP 30
Food-Unternehmen des
Lebensmittelhandels
2010
Marktanteil der
„TOP 5“
≈ 75 %
„TOP 10“ ≈ 85 %
„TOP 30“ ≈ 97 %
Quelle: www.markenartikel-magazin.de
Durch verschiedene Fusionen und neue Teilhaberschaften ist diese Folie nicht
mehr aktuell (z.B. ging Plus an Edeka über) Branchenzweige im Non-FoodBereich kamen hinzu usw.
(Zugriff 11.1.2012)
http://www.bild.de/ratgeber/geld-karriere/edeka/edeka-bleibt-nummer-eins-imhandel-11973076.bild.html
http://www.markenartikel-magazin.de/handel/artikel/details/1001113lebensmittelhandel-top-5-bauen-marktanteil-aus/
http://www.markenartikelmagazin.de/fileadmin/user_upload/medien/Grafiken_Tabellen/Grafik_Top_30_na
ch_Foodumsatz.pdf
2010
Marktanteil Edeka (Lebensmittelbereich): 19,8 %
Marktanteil Rewe: 16,8 %
Mehr als 40 % der Lebensmittel werden in Deutschland bei Discountern gekauft.
Zuwachs der Discounter in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 110 %
Quelle: Sendung ARD Hart aber Fair vom 16.1.2012, 21.00 Uhr
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Folgen: Existenzgefährdungen
Diktat der Lieferbedingungen
ƒ Preisführerschaft großer Handelsketten auf niedrigem
Niveau
ƒ Rabattforderungen
z. B.: Rabatte als Gegenleistung für günstige Platzierungen im Regal,
„Hochzeitsbonus“ bei Fusionen von Supermarktketten,…
ƒ Handelsmarken unterbieten Herstellermarken
z. B.: Molkerei – das gleiche Milchprodukt in verschiedenen Verpackungen zu
unterschiedlichen Preisen
ÎKostendruck auf Erzeuger und Lieferanten
ÎQualitätseinbußen und Skandale
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Folie 30
Aldi wird z.B. die Preisführerschaft bei Milchprodukten zugesprochen.
Edeka forderte bei der Übernahme von Plus einen „Hochzeitsbonus“,
Distributionsbonus, Partnerschafts- und Synergiebonus usw.
Teilweise mussten Preise und Lieferkonditionen, die ehemals an Plus gewährt
wurden, rückwirkend auch auf Edeka übertragen werden.
Partnerbonus: Einmalbonus für den anstehenden Umbau der Plus-Filialen
(Umrüstung der Plus-Märkte zu Lasten der Hersteller)
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Folgen: Existenzgefährdungen
Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen
ƒ Niedriglöhne, nicht sozialversicherte Minijobs, Leiharbeit
→ Lohntarife der LEH-Branche liegen etwa 20% unter dem
Wirtschaftsdurchschnitt
ƒ steigende Arbeitsbelastung
→ höhere Anforderungen bei gleicher Arbeitszeit
→ z. T. mangelnder Arbeitsschutz in den Erzeugerländern
ƒ Nicht kooperativer Führungsstil
→ Überwachung
→ Behinderung gewerkschaftlicher Aktivitäten
Quelle: Wötzel Uwe, UGB-Forum, 2/2010
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Folie 31
steigende Arbeitsbelastung
(LEH: Steigerung der zu betreuenden Fläche um 11% seit 2000)
Siehe auch: Konsummarken im Test:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3516998?documentId=9210874
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Lösungswege (1):
Sachgerechte Vorratshaltung
Lebensmittel können verderben und müssen
sachgerecht gelagert werden.
Einflussfaktoren:
ƒ Eigenschaften des Lebensmittels
ƒ Verpackung des Lebensmittels
ƒ Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht
ƒ Pflege des Vorrats
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Folie 32
http://www.ernaehrungsvorsorge.de/de/private-vorsorge/empfehlungen-tipps/
Lebensmittel in der Regel kühl und dunkel lagern
Lebensmittelvorräte regelmäßig kontrollieren (auch im Gefriergerät)
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32
Lösungswege (1):
Sachgerechte Vorratshaltung
Grundsätze
ƒ Fließprinzip - „Alt vor Neu“
ƒ Übersicht und Greifbarkeit
ƒ Laufende Überwachung der Haltbarkeit
ƒ Laufende Überwachung der Lagerbedingungen
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Folie 33
Fließprinzip
- kurzer Weg zur Küche
- ungehinderte Entfernung von Leergut und Abfall
- Anordnung von Ware im Regal so, dass alte Ware beim Einräumen neuer
Waren nicht umgeräumt werden muss und doch greifbar bleibt
Produkte, die schon etwas länger im Kühlschrank/Lager stehen oder nicht mehr
original verpackt sind, sollte man vor der frisch gekauften Ware stellen.
So sind sie zuerst greifbar und werden vor einem möglichen Verderben
verbraucht.
Übersicht und Greifbarkeit
- meist benötigte Artikel in Griffhöhe
- kleine, schlecht erkennbare Artikel in Augenhöhe
- Großpackungen auf dem untersten Regalboden
- Lagereinheit = Verbrauchseinheit
Laufende Überwachung der Haltbarkeit
- Überprüfung des MHD bereits bei Anlieferung (bzw. bei Einkauf)!
- regelmäßige Kontrolle des MHD bzw. Lieferdatums bei Lagerware (u.U. in
großen Ziffern auf die Verpackung schreiben)
Laufende Überwachung der Lagerbedingungen
- Lagertemperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Sonneneinstrahlungsschutz
- Ungezieferschutz
Verschiedene Obst- und Gemüsearten, auch Kartoffeln, auch unterschiedliche
Sorten (z.B. Kartoffeln, Äpfeln) getrennt voneinander lagern.
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Lösungswege (1):
Überblick im Gefriergerät
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Folie 34
Überblick über Lagerhaltung in Gefriergeräten.
In der Regel verfügen Schüler / Schülerinnen zwar nicht über Gefriergeräte. Das
Schema ist durchaus übertragbar für Lagerhaltung in Großküchen
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Lösungswege (1):
Lebensmittelverderb verhindern
Von Schimmel befallene Lebensmittel
müssen grundsätzlich weggeworfen werden!
→ angefaultes Obst nicht essen und nicht weiter
verarbeiten
→ angeschimmelte Nüsse unbedingt
aussortieren
Unbedenklich sind Käse mit Kulturschimmel wie
Brie, Camembert, Gorgonzola oder Roquefort.
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Folie 35
Im Haushalt ist auf folgendes zu achten:
Schimmelpilzgifte finden sich nicht nur im sichtbaren Pilzrasen. Sie können gerade bei stark
wasserhaltigen Lebensmitteln wie weichem Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kompott oder Säften, von
außen nicht erkennbar, ins Innere der Lebensmittel eindringen. Je flüssiger die Lebensmittel sind,
desto schneller ist die Ausbreitung des Schimmels und seiner Toxine möglich. Solche vom
Schimmel befallene Lebensmittel müssen weggeworfen werden. Angefaultes Obst sollte weder
gegessen noch weiter zu Kompott oder Konfitüre verarbeitet werden.
Angeschimmelte Konfitüren und Gelees sollten grundsätzlich im Ganzen weggeworfen werden.
Weil geöffnete Diätkonfitüren oder selbstgemachte Marmeladen wegen ihres niedrigeren
Zuckergehalts schimmelanfälliger sind, sollten sie im Kühlschrank gelagert werden.
Schimmelstellen auf ganzen Brotstücken können bei geringem Schimmelbefall großzügig
ausgeschnitten werden. Bei stärkerem Schimmelbefall bzw. im Zweifelsfall sollte besser das
gesamte Brot weggeworfen werden, da Schimmelpilze nicht nur sichtbar an der Oberfläche
wachsen, sondern in das Innere eindringen und dort giftige Stoffe abgeben. Bei Schnittbrot sollten
neben der angeschimmelten Scheibe unbedingt ein bis zwei darunter liegende Scheiben oder
gleich das ganze Brot entfernt werden. Um einem Verderb vorzubeugen, empfiehlt es sich,
Brotfach, Brotkasten oder sonstige Lagerbehälter mindestens einmal pro Woche mit einer
10%igen Essiglösung zu reinigen.
Bei Nüssen geht die Gefahr oft von angeschimmelten Einzelnüssen aus, die deshalb unbedingt
aussortiert werden müssen.
Auch bei verschimmeltem Käse ist Vorsicht geboten. Verschimmelter Frisch-, Weich- oder
Schnittkäse sollte besser ganz weggeworfen werden. Bei angeschimmeltem Hartkäse am Stück
reicht großzügiges Ausschneiden.
Unbedenklich sind Kulturschimmelarten (z.B. auf Brie oder Camembert) sowie Edelpilzkäse wie
Gorgonzola oder Roquefort, außerdem dessen "wandernder" Schimmel auf Schnittkäse. Zur
besseren Abgrenzung von "echtem" Schimmelbefall sollte Käse immer in separaten
Verpackungen aufbewahrt werden.
Verschimmelter Weizen und Müslis sind äußerst gesundheitsgefährdend. Sie müssen unbedingt
zur Gänze weggeworfen werden
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Lösungswege (1):
Lebensmittelverderb verhindern
Einflussfaktor Temperatur
Abtötung von
Mikroorganismen
optimaler
Vermehrungsbereich
vieler Mikroorganismen
kein Wachstum von
Mikroorganismen
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Folie 36
Hinweise ggfs. auf:
Durcherhitzen von Speisen, auch bei Aufbereitung von Speiseresten
Warmhalten bei Temperaturen über 65 °C
Kühllagerung von Lebensmitteln in kühlen Vorratsräumen bzw. im Kühlschrank –
unterschiedliche Kühlzonen
Keine Abtötung von MO bei TK, aber: kein Wachstum; sorgfältiger Umgang nach
auftauen erforderlich, da LM empfindlich.
169 von 267
Lösungswege (1):
Im Kühlschrank richtig lagern
http://www.inform.de/buergerportal/inform-sein/in-formcheck/lagern-sie-richtigim-kuehlschrank.html
Interaktiv: Lagern
Sie richtig im
Kühlschrank.
Quelle: www.bmelv.de
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Folie 37
Bildnachweis: http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Service/KompassErnaehrung/Ausgabe2010-3.pdf?__blob=publicationFile (Seite 7)
Im Kühlschrank ist es oben wärmer als unten, denn warme Luft steigt auf. Im obersten Fach ist es
ungefähr 6 bis 8°C. In der Mitte sind es etwa 6 °C, unten bis 4°C. Am wärmsten ist es mit etwa 8 bis
9°C in den Türfächern und im Gemüsefach. Die darüber liegende Glasplatte hält die Kälte ab.
http://www.berlin.de/special/gesundheit-und-beauty/essen-und-geniessen/1131764213.gallery.html?page=1
Lebensmittel richtig lagern - Für genügend Raum sorgen
Damit die Kühlleistung stets konstant bleibt, sollte der Kühlschrank nicht bis auf den letzten Zentimeter
gefüllt sein. Bewahren Sie also zum Beispiel nur diejenigen Getränke im Kühlschrank, die Sie auch in
naher Zukunft verbrauchen. Achten Sie zudem darauf, dass nicht jedes Lebensmittel gekühlt werden
muss. Obst und Gemüse wie Bananen, Zitrusfrüchte, Tomaten, Gurken oder Paprika verlieren häufig
dadurch an Aroma.
Der kälteste Bereich ist die Rückwand des Innenraums und das Fach über den Gemüsebehältern
(meist auf einer Glasplatte). Auf dieser Ablage sollten Sie leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch,
Wurst und Fleisch lagern. Gemüse und einige Obstsorten gehören ganz nach unten in die
Schubfächer, in denen ein kühl-feuchtes Klima ohne zu große Kälte herrscht. Das schützt vor dem
Austrocknen, allerdings nur, wenn genügend frisches Gemüse eingefüllt wird, das sich gegenseitig
Feuchtigkeit spenden kann.
In die ebenfalls moderat kühlen Türfächer füllt man am besten: Getränke, Butter, Eier und Saucen. In
das mittlere Fach gehören Milchprodukte wie Joghurt und Quark. Und im obersten Fach lassen sich
Käse und zubereitete Speisen (abgedeckt) gut lagern.
Beeren und frische Kräuter im Kühlschrank lagern
einige Obst- und Gemüsearten nicht zusammenlagern, z.B. Äpfel und Kartoffeln
170 von 267
37
Lösungswege (2):
Mindesthaltbarkeitsdatum
Ausstellung I love Aldi
– Das Prinzip Discount
Wilhelm-Hack-Museum, LU
26.11.2011 – 04.03.2012
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Folie 38
Besuch des Wilhelm-Hack-Museums 1 Woche vor Ausstellungsende:
3000 verschiedene, abgepackte Wurstpäckchen.
Trotz abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum und nicht gekühlter Lagerung
waren viele Packungsinhalte optisch gut erhalten.
Î durch Zusatzstoffe ???
Î sauerstoff-geminderte Atmosphäre in der Verpackung???
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Lösungswege (2):
Verbrauchsdatum
Sehr leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch oder
Räucherlachs können bereits nach kurzer Zeit durch
unerwünschte Vermehrung gesundheitsschädlicher
Mikroorganismen ungenießbar und gefährlich werden.
Sie tragen ein Verbrauchsdatum* :
„zu verbrauchen bis:…“
Das jeweilige Lebensmittel sollte
spätestens an diesem
„Verbrauchs“Tag verbraucht werden.
* In Verbindung mit bestimmten Lagerbedingungen
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Folie 39
http://www.vz-nrw.de/UNIQ131843143826391/link396201A.html#haltbar
Ein Verbrauchsdatum ("Verbrauchen bis") anstelle des
Mindesthaltbarkeitsdatums tragen leicht verderbliche, abgepackte Lebensmittel
wie Hackfleisch oder Räucherlachs. Das Lebensmittel sollte spätestens an
diesem Tag verbraucht werden. Auch hier ist die Angabe von Lagerbedingungen
üblich; bei Hackfleisch werden oft Temperaturen von +2 °Celsius genannt. Derart
niedrige Temperaturen sind jedoch mit haushaltsüblichen Kühlschränken kaum
zu erreichen.
Bei höheren als den angegebenen Lagertemperaturen gilt das MHD oder
Verbrauchsdatum nicht! Sehr empfindliche Lebensmittel, wie Hackfleisch, sollten
dann noch am Einkaufstag verbraucht oder verarbeitet werden.
172 von 267
39
Lösungswege (3):
Lebensmittelqualität beachten
„Die Qualität des Essens
ist der Gradmesser für die
Wertschätzung, die der
Mensch sich selber
schenkt.“
Karl Ludwig Schweisfurth
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Folie 40
Schweisfurth entwickelte aus einem kleinen Familienbetrieb das größte fleischverarbeitende
Unternehmen Europas: Herta (heute zum Nestle-Konzern gehörig). 25.000 Schweine und 5.000
Rinder wurden damals wöchentlich verarbeitet.
Da feststand, dass nach einem Rückzug Karl Ludwig Schweisfurths keiner seiner beiden Söhne
das Unternehmen weiterführen wollte, verkaufte er sein Unternehmen an den Nestlé-Konzern.
1984 begann Karl Ludwig Schweisfurth, auf dem Gut Herrmannsdorf bei Glonn (östlich von
München) Schweine nach den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft zu halten. Aus
dieser Zeit stammt sein Zitat: „Mir war schlagartig klar, dass Fleisch von derart gequälten Tieren
keine lebensfördernde Nahrung für uns Menschen sein kann.“
Die daraus entstandenen Hermannsdorfer Landwerkstätten (siehe www.hermannsdorfer.de)
gelten heute als Pionierbetrieb der natürlichen, artgerechten und nachhaltigen
Lebensmittelherstellung im großen Maßstab, sie verbinden einen voll-biologischen Betrieb mit
dem Ziel der Wirtschaftlichkeit (Vertriebsnetz und eigene Geschäfte sowie Marktbetriebe) und
ideellem/künstlerischem Anspruch (Kunstwerke im und um den Hof, regelmäßige Hofmärkte mit
künstlerischem Begleitprogramm). Der Betrieb wird mittlerweile von seinem Sohn Karl
Schweisfurth geleitet, während Karls Zwillingsbruder Georg zu den Gründern der Basic AG
gehört.
Die von Karl-Ludwig Schweisfurth gegründete Schweisfurth-Stiftung setzt sich für die
Erforschung von gesunder und naturgemäßer Ernährung ein .
Die "Symbiotische Landwirtschaft" ist ein von Karl-Ludwig Schweisfurth entwickeltes und
erprobtes Konzept zur handwerklichen Erzeugung von Lebensmitteln höchster Qualität,
insbesondere Fleischprodukten. Sie dient dem Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen und ist durch
einen achtsamen Umgang mit den Tieren bis zum Tod und darüber hinaus gekennzeichnet.
Das sogenannte Schlacht-Fest-Haus soll in ländlichen Gemeinden errichtet werden. Es greift die
Kultur des Schlachtfestes auf und holt die Umwandlung von Leben in Lebens-Mittel in die
Lebenswelt der Verbraucher zurück.
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40
Lösungswege (4):
Reste vermeiden und verwerten
Lebensmittelreste Reste kreativ verwerten
Brot, Brötchen
Nudeln
Kartoffeln
Kartoffelpüree
Obst
Paniermehl, Croutons, Brotsuppe,
Brotsalat,…
Nudelpfanne mit Ei, Auflauf mit Käse
überbacken, süße Nachspeisen,…
Bratkartoffeln, Kartoffelauflauf,
Kartoffelsalat,…
Hier sindHerzoginkartoffeln,…
Sie gefragt!
Kartoffelplätzchen,
Gemüse
Fruchtaufstrich, Obstsalat, Smoothie,
Milchmix, Bananenkuchen,…
Suppe, Eintopf, Gemüsepaella,…
Fleisch (Braten,
Schnitzel, Frikadellen)
kalt in Scheiben als Brotbelag,
Fleischsalat, Suppeneinlage
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Folie 41
Ideen zur Resteverwertung sammeln, dann ggfs. das Textfeld aufdecken.
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Nachhaltige Ernährung
ist zukunftsfähig
Natürliche
Lebensgrundlagen
(Ökologie)
wirtschaftliche
Tragfähigkeit
(Ökonomie)
Soziale Gerechtigkeit
und Solidarität
(Soziales)
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Persönliche
Gesundheit
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Folie 42
Der Pizza-Workshop - Unterrichtsmaterialien für Projekttage behandelt diese
Kriterien im Einzelnen ausführlich. Außerdem sind dort die
Hintergrundinformationen zu finden. Er steht zum Download bereit unter
www.ernaehrungsberatung.rlp.de.
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… es ist unglaublich, was sich
alles bewegt
Eine kleine, bewusste Änderung
hin zur Nachhaltigkeit …
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Folie 43
Synergien :
Gesundheitsförderliche Ernährung ist umweltverträglich
Fleischreduzierung spart Kosten
Einsparung von Wasser und Energie senkt die Kosten
Mögliche Zielkonflikte
Bioprodukte sind teurer
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Universität Stuttgart
Institut für Siedlungswasserbau,
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und
Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei
Lebensmitteln in Deutschland
- Kurzfassung -
Projektförderung:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz
Projektlaufzeit:
01.06.2011 bis 29.02.2012
Projektpartner:
Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Abfallwirtschaft
Projektleiter:
Prof. Dr. M. Kranert
Projektbearbeiter:
G. Hafner, J. Barabosz, F. Schneider, Dr. S. Lebersorger,
S. Scherhaufer, H. Schuller, D. Leverenz
Stuttgart, im Februar 2012
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung.......................................................................................................1
1.1
Hintergrund...............................................................................................................1
1.2
Ziele und Aufgabenstellung.......................................................................................2
1.3
Definitionen und Abgrenzung des Untersuchungsbereichs .......................................3
2
Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen in Deutschland ....5
2.1
Vorhandene Untersuchungen ...................................................................................5
2.2
Methoden zur Abschätzung des Umfangs weggeworfener Lebensmittel in
Deutschland..............................................................................................................6
2.3
Ergebnisse der Hochrechnungen..............................................................................8
2.4
Identifikation von Datenlücken und Forschungsbedarf ............................................19
3
Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln.......22
3.1
Ursachen für die Entstehung von Lebensmittelabfällen...........................................22
3.2
Strategien und Konzepte zur Verminderung der Wegwerfrate in anderen
Ländern ..................................................................................................................28
3.3
Handlungsempfehlungen ........................................................................................29
3.4
Forschungsbedarf Deutschland ..............................................................................34
4
Literaturverzeichnis ....................................................................................37
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II
Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
1
Einleitung
1.1
Hintergrund
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon
aus, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verbrauch produzierten
Lebensmittel verloren gehen oder weggeworfen werfen. Dies würde einer Menge von etwa
1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr entsprechen. Gleichzeitig leiden nach FAO Schätzungen rund
925 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung.
Entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln (Erzeugung, Verarbeitung, Transport,
Handel und Entsorgung) werden natürliche Ressourcen beansprucht und in hohem Maße
verbraucht. Dadurch, dass bereits produzierte Lebensmittel nicht verzehrt werden, gehen
diese natürlichen Ressourcen verloren. Daraus ergeben sich negative Auswirkungen auf die
Umwelt (z.B. Flächenverbrauch, Eutrophierung, Beeinträchtigung der Biodiversität, CO2Emissionen, etc.).
Darüber hinaus ist es sowohl ethisch als auch sozial nicht vertretbar, Lebensmittel nicht zu
nutzen. Hierdurch wird die Schere zwischen Wohlstand und Armut, zwischen Überfluss und
Unterernährung sowie zwischen Industrie- und Entwicklungsländern immer weiter geöffnet.
Abgesehen von diesen sozialen und ethischen Aspekten sind auch die Kosten für die Gesellschaft und die einzelnen Akteure zu nennen.
Das Thema Lebensmittelverschwendung rückte im vergangenen Jahr auch in Deutschland
stark in den Vordergrund. Regelmäßig wurden Studien, Presseberichte, Radio- sowie TVBeiträge veröffentlicht, die auf gesellschaftspolitisches Interesse trafen. Durch öffentliche
Veranstaltungen (z.B. Podiumsdiskussionen, Messen) und dank der Berichterstattung rund
um den Kinofilm „Taste the waste“ wurde das Thema Lebensmittelverschwendung einem
breiten Publikum zugänglich gemacht.
Das Bundesverbraucherministerium hat mit der Kampagne “Jedes Ma(h)l wertvoll” im
Zusammenhang mit der Wertschätzung von Lebensmitteln auch die Problematik
Reduzierung von Lebensmittelabfällen thematisiert. Die Europäischen Kommission hat
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Anfang 2012 das Thema ebenfalls auf die politische Agenda gesetzt und das Ziel
ausgegeben, EU-weit die Menge der unnötig weggeworfenen Lebensmittel um 50 Prozent zu
verringern.
Dieses Ziel ist sehr ehrgeizig und nur dann zu erreichen, wenn zuvor europaweit verlässliche
Daten über die Menge der anfallenden Lebensmittelabfälle erhoben wurden. Für
Deutschland lagen diese Daten bisher noch nicht vor. Auch gab es bisher keine
systematische Übersicht von Maßnahmen, Initiativen und Fachdiskussionen, welche
Anhaltspunkte für eine Reduzierung der Lebensmittelabfälle von der Erzeugung bis zum
Verbrauch geben. Entscheidungsträgern fehlte daher eine wissenschaftlich abgesicherte
Entscheidungsgrundlage für wirksame Maßnahmen zur Minimierung der Lebensmittelverschwendung.
1.2
Ziele und Aufgabenstellung
Ziel des Vorhabens war es, auf Basis von Statistiken, Recherchen, Literatur, Umfragen, Expertengesprächen sowie von stichprobenhaften Einzeluntersuchungen im Haushaltsbereich
die in Deutschland anfallenden Mengen an Lebensmittelabfällen abzuschätzen. Darüber hinaus sollten Vorschläge zur Reduzierung der Wegwerfrate von Lebensmitteln erarbeitet werden. Hierbei wurde differenziert nach Lebensmittelindustrie, Groß- und Einzelhandel sowie
Verbraucher (Großverbraucher und Haushalte). Die Abschätzung der Lebensmittelabfälle in
der Landwirtschaft ist sehr aufwändig und wurde in diesem Forschungsvorhaben nicht
durchgeführt. Dies bleibt separaten Untersuchungen vorbehalten.
Das Vorhaben umfasst eine Recherche der aktuellen Datenlage und Fachdiskussion, wobei
eine umfangreiche Daten- und Literaturauswertung bezüglich Mengen, Maßnahmen und
Initiativen sowie Fachgesprächen im EU-Ausland und weiteren Industrienationen (z.B. USA,
Australien) durchgeführt wurde. Auf Basis der recherchierten Datengrundlage wurden die
Lebensmittelabfallmengen für Deutschland abgeschätzt, Empfehlungen für
Vermeidungsmaßnahmen erarbeitet sowie gleichzeitig die vorhandenen Datenlücken
aufgezeigt und Vorschläge zu deren Beseitigung skizziert.
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Deutschland
Die im Hinblick auf eine optimierte Lebensmittelbewirtschaftung recherchierten Maßnahmen
und Initiativen wurden unter Berücksichtigung von Nutzwertaspekten bewertet. Die
Bewertung erfolgte insbesondere unter den Gesichtspunkten der Effizienz und der Übertragbarkeit auf die in Deutschland vorherrschenden Rahmenbedingungen.
Im Ergebnis werden praktikable Best-Practice-Beispiele identifiziert, deren Übertragung auf
Deutschland positive Effekte auf die Lebensmittelbewirtschaftung und insbesondere die
Vermeidung von Lebensmittelabfällen erwarten lassen.
1.3
Definitionen und Abgrenzung des Untersuchungsbereichs
Die im Rahmen dieses Vorhabens untersuchten Akteure der Wertschöpfungskette für
Lebensmittel sind (siehe Abbildung 1):
•
Lebensmittelverarbeitung / Industrie
•
Handel (Groß- und Einzelhandel)
•
Großverbraucher (Gastronomie, Großküchen in Krankenhäusern, bei der Bundeswehr,
etc.)
•
Private Verbraucher, Haushalte.
Abbildung 1: Betrachtete Bereiche der Wertschöpfungskette für Lebensmittel
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Definition: Lebensmittelabfall
Der Begriff Lebensmittelabfall umfasst
•
•
Lebensmittelreste aus:
o
Landwirtschaftlicher Produktion,
o
(Weiter-) Verarbeitung von Lebensmitteln,
o
Groß- und Einzelhandel,
o
Küchen von Großverbrauchern,
o
Privathaushalten und
rohe und verarbeitete Lebensmittel, welche genusstauglich wären.
Lebensmittelabfälle werden weiter unterteilt in
•
vermeidbare Lebensmittelabfälle: sind zum Zeitpunkt ihrer Entsorgung noch uneingeschränkt genießbar oder wären bei rechtzeitiger Verwendung genießbar gewesen
•
teilweise (fakultativ) vermeidbare Lebensmittelabfälle: entstehen aufgrund von unterschiedlichen Gewohnheiten von Verbrauchern (z.B. Brotrinde, Apfelschalen). In dieser
Kategorie werden auch Mischungen aus vermeidbaren und nicht vermeidbaren Abfällen
erfasst (z.B. Speisereste, Kantinenabfälle u.a.).
•
nicht vermeidbare jene Lebensmittelabfälle: entstehen üblicherweise im Zuge der Speisenzubereitung und werden der Entsorgung zugeführt. Dies beinhaltet im Wesentlichen
nicht essbare Bestandteile (z.B. Knochen, Bananenschalen o.ä.) aber auch Essbares
(z.B. Kartoffelschalen).
Abbildung 2: Aufgliederung der Lebensmittelabfälle nach Vermeidbarkeit
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
2
Ermittlung der weggeworfenen
Lebensmittelmengen in Deutschland
2.1
Vorhandene Untersuchungen
Für Deutschland liegen u.a. die folgenden Untersuchungen vor:
•
Preparatory study on food waste across EU 27 (Monier, et al., 2010)
•
Das Wegwerfen von Lebensmitteln - Einstellungen und Verhaltensmuster (Cofresco
Frischehalteprodukte Europa, 2011)
•
Nahrungsmittelverluste im Lebensmitteleinzelhandel (EHI Retail Institute GmbH,
2011)
•
Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation von Ursachen und
Handlungsoptionen in NRW (Teitscheid, et al., 2012)
•
Anfall, Behandlung und Verwertung von Speiseresten in Deutschland und der EU
(Kohl, 2006)
•
Aufwand und Nutzen einer optimierten Bioabfallverwertung hinsichtlich Energieeffizienz, Klima- und Ressourcenschutz (Kern, et al., 2009)
•
Speiseabfallströme als Aufgabe für die Entsorgungswirtschaft – Probleme der
Mengenermittlung (Wille, et al., 2002)
•
Konsumverhalten und Entstehung von Lebensmittelabfällen in Musterhaushalten
(Barabosz, 2011)
Darüber hinaus existieren einige weitere Studien, die sich insbesondere mit Teilbereichen
der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln befassen.
Ergänzend zu den vorstehenden Studien für Deutschland wurden relevante Studien aus dem
Ausland analysiert und ausgewertet, um die Datenbasis zu Lebensmittelabfällen zu erweitern
(vgl. Langfassung). An dieser Stelle sollen auszugsweise die folgenden aufgeführt werden:
•
Global Food Losses and Food Waste (Gustavsson, et al., 2011)
•
The food we waste (WRAP, 2008)
•
Waste arisings in the supply of food and drink to households in the UK (WRAP, 2010)
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
2.2
Methoden zur Abschätzung des Umfangs weggeworfener
Lebensmittel in Deutschland
2.2.1
Lebensmittelindustrie
Für die Untersuchung im Bereich Lebensmittelindustrie wurden zunächst vorhandene
Studien und Statistiken ausgewertet. Mangels ausreichend verwertbarer Daten zu
Lebensmittelabfällen in der Industrie wurde in Abstimmung mit der Bundesvereinigung der
Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) ein Erhebungsbogen zur Ermittlung der Abfallmenge
erstellt. Die Verbreitung des Erhebungsbogens erfolgte über die BVE und die
angeschlossenen Fachverbände.
Ein überarbeiteter Erhebungsbogen wurde zusätzlich direkt an einen Großteil der Betriebe
aus der Lebensmittelindustrie verteilt. Inhaltliche Rückmeldungen und Ergänzungen
einzelner Unternehmen wurden bei der Überarbeitung berücksichtigt.
2.2.2
Handel
Zunächst wurde vorhandene Literatur im Bereich des Handels (nationale und internationale
Studien, Statistiken, etc.) ausgewertet. Eine Übertragung dieser Ergebnisse auf Deutschland
fand unter Berücksichtigung der jeweils angewandten Methodik statt.
Zur Verifizierung der gewonnenen Datengrundlage wurden Fachverbände für den Einzelhandel und für Großmärkte sowie weitere relevante Akteure (u.a. Speiseresteentsorger)
kontaktiert. Gewonnene Erkenntnisse aus diesen Expertengesprächen und ergänzenden
Vor-Ort-Besichtigungen wurden hier berücksichtigt.
2.2.3
Großverbraucher
Für die Untersuchungen im Bereich Großverbraucher wurde die Methode der Triangulation
angewandt. Unter Triangulation wird eine Kombination aus mehr als einem Ansatz zur
Erzielung von Ergebnissen verstanden (vgl. Blaikie, 1991). In dem Forschungsvorhaben
wurden daher mehrere Berechnungsansätze in den einzelnen Betriebsarten der Großverbraucher entwickelt, um eine bestmögliche Abschätzung zu den Mengen an LebensmittelInstitut für Siedlungswasserbau,
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
abfällen zu erhalten. Zusätzlich zur Berechnung in den einzelnen Betriebsarten erfolgte eine
Abschätzung im Bereich aller Großverbraucher in Summe. Abschließend wurden die
Ergebnisse miteinander verglichen.
Berechnungswege und Datenquellen, welche für die einzelnen Betriebsarten herangezogen
wurden, befinden sich in der Langfassung des Forschungsvorhabens. Die ermittelten
Ergebnisse der einzelnen Betriebsarten wurden mit der Abschätzung für Großverbraucher in
Summe verglichen.
2.2.4
Private Haushalte
Bei der Abschätzung/Hochrechnung der Menge an Lebensmittelabfällen aus privaten Haushalten sind folgende Rahmenbedingungen zu beachten: Für die Entsorgung von Lebensmittelabfällen stehen verschiedene Wege zur Verfügung (siehe Abbildung 3), von denen das
kommunale Abfallsammelsystem nur einen Teil abdeckt. Auch unterliegt das Aufkommen an
Lebensmittelabfällen, so wie das Abfallaufkommen generell, vielfältigen Einflussgrößen
(Zeitpunkt, Untersuchungsgebiet, Haushaltsform und -größe, Zeitbudget, Einkommenssituation, persönliche Lebensgewohnheiten). D.h. den typischen mittleren Haushalt, der eine statistische Bezugsgröße darstellt, gibt es in der Realität nicht.
Abbildung 3: Entsorgungswege von Lebensmittelabfällen aus Haushalten
Vorgehensweise bei der Hochrechnung:
•
Kritisches Hinterfragen vorliegender Schätzungen für Deutschland. Dabei zeigte sich,
dass die vorliegenden Daten jeweils nur Teilbereiche der Lebensmittelabfälle erfassen
(z.B. keine Getränke, nur Lebensmittelabfälle im kommunalen Sammelsystem, nur vermeidbare Lebensmittel etc.).
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
•
Die Menge an Lebensmittelabfällen wurde daher hochgerechnet, basierend auf Daten
aus Sortieranalysen in Deutschland und vergleichbaren nationalen und internationalen
Studien. Die Daten wurden aufbereitet und (in möglichst vergleichbarer Form) zusammengestellt. Die Hochrechnung erfolgte ausgehend von abfallseitigen Daten (Abfallmengen und -zusammensetzung) und wurde durch Übertragung aus Daten aus aufkommensseitigen Erhebungen bzw. anderen Regionen ergänzt, wo dies mangels vorliegender anderer Daten erforderlich war:
o
Abschätzung der Menge an Lebensmittelabfällen
im Restmüll aus Haushalten
in der Biotonne
in sonstigen Entsorgungswegen (Eigenkompostierung, Verfütterung an
Tiere, Kanalisation)
o
Abschätzung der Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle
nach Vermeidbarkeit
nach Produktgruppen
Abschätzung des monetären Werts der (vermeidbaren) Lebensmittelabfälle
2.3
Ergebnisse der Hochrechnungen
2.3.1
Gesamtübersicht
Abbildung 4 zeigt, aufgeschlüsselt nach den untersuchten Bereichen der Wertschöpfungskette für Lebensmittel, in welchen Schwankungsbreiten sich die auf Deutschland abgeschätzten
Lebensmittelabfälle bewegen.
Summiert man vereinfachend die Medianwerte dieser Schwankungsbreiten auf, so ergibt
sich eine Gesamtmenge von 10.970.000 t Lebensmitteln pro Jahr. (siehe Abbildung 5).
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Abbildung 4: Bandbreite der Lebensmittelabfälle in Deutschland nach Bereichen der
Wertschöpfungskette für Lebensmittel
Abbildung 5: Bandbreite der Lebensmittelabfälle in Deutschland insgesamt
Die prozentuale Verteilung der ermittelten Gesamtmenge ist in Abbildung 6 dargestellt. Man
erkennt, dass von den untersuchten Gruppen Haushalte für etwa zwei Drittel der Abfallmenge verantwortlich sind. Mit 17 Prozent sind die Anteile der Lebensmittelindustrie und der
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Großverbraucher an der Gesamtmenge gleich groß. Lebensmittelabfälle aus dem Handel
machen, im Vergleich mit den anderen untersuchten Gruppen, einen geringen Anteil an der
Abfallmenge aus. Es ist zu beachten, dass große Teile dieser Menge an karitative Einrichtungen weitergegeben wird (siehe 2.2.2).
Abbildung 6: Verteilung der Lebensmittelabfälle nach Bereichen der Wertschöpfungskette für Lebensmittel
2.3.2
Lebensmittelindustrie
Aus der Hochrechnung und Übertragung der Ergebnisse internationaler Studien ergibt sich
für die Menge der Lebensmittelabfälle, die in der Industrie anfallen, folgende Schwankungsbreite: 210.000 – 4.580.00 t pro Jahr. Der Median dieser Hochrechnung liegt bei 1.850.000 t
pro Jahr.
Die Schwankungsbreite für Lebensmittelabfälle ist in der Industrie sehr groß. Grund hierfür
ist eine sehr ungenaue Datengrundlage und vor allem eine uneinheitliche Definition von Lebensmittelabfall in der Industrie. So werden beispielsweise Lebensmittelabfälle, welche an
Dritte zur Verwertung abgegeben oder z.B. verfüttert werden, in einigen Studien nicht als Abfälle bezeichnet, während sie in anderen als solche erfasst werden.
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Um die o.g. Mengen quantifizieren zu können, wurden eigene Erhebungsbögen an Fachverbände und an Unternehmen der Lebensmittelindustrie verteilt. Aufgrund einer geringen
Rücklaufquote lassen sich keine quantitativen Ergebnisse berechnen.
Aus dem vorhandenen Datenmaterial lassen sich jedoch qualitative Erkenntnisse ableiten.
So geben die meisten befragten Unternehmen an, dass durch eine gute und vorausschauende Betriebsplanung der Entstehung von vermeidbaren Lebensmittelabfällen, welche durch
Überproduktion und Fehlplanung entstehen, entgegen gewirkt werden soll. Dennoch lassen
sich Lebensmittelabfälle auf dieser Stufe der Wertschöpfungskette kaum vermeiden. So ist
eine gleichmäßige Nachfrage nach Lebensmitteln nicht immer gegeben. Auch werden etwa
zur Qualitätssicherung Rückstellmuster gebildet. Diese dienen in erster Linie zur Gewährleistung eines einwandfreien und unbedenklichen Zustands von Produkten mindestens bis zum
Erreichen des Haltbarkeitsdatums. Anschließend werden diese Lebensmittel entsorgt. Technische Störungen und damit verbundene Produktionsausfälle oder Fehlchargen stellen ebenfalls eine Abfallquelle dar.
2.3.3
Handel
Auch im Bereich des Handels ergibt die Hochrechnung und Übertragung der Ergebnisse internationaler Studien eine große Schwankungsbreite: 460.000 – 4.790.000 t pro Jahr. Der
Median dieser Hochrechnung liegt bei 750.000 t pro Jahr und zeigt, im Vergleich zu den anderen Bereichen, die größte Abweichung zur Schwankungsbreite. So ist der Maximalwert
über fünf Mal so hoch wie der Median und lässt vermuten, dass es sich dabei um einen Ausreißer handelt. Grund hierfür ist ein diesem Wert zu Grunde liegender Gesamtverlust von
zehn Prozent im amerikanischen Handel. Andere europäische Studien sowie Gespräche mit
relevanten Akteuren bestätigen derartig hohe Verlustraten für den deutschen Handel nicht.
Ergänzend zu den Berechnungen sollte zur Abschätzung der Lebensmittelabfälle im Handel
eine direkte Befragung erfolgen. Nahezu alle Anfragen – sowohl bei Einzelhandelsunternehmen als auch beim Bundesverband – wurden jedoch mit dem Verweis auf eine bereits von
der EHI Retail Institute GmbH veröffentlichte Studie beantwortet. Daher war es nicht möglich,
zusätzliche Daten zu erhalten.
Die Studie der EHI Retail Institute GmbH weist für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel
einen jährlichen Umsatzverlust von 1,1 Prozent an verlorenen Lebensmitteln aus, was einer
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Deutschland
Menge von rund 310.000 t pro Jahr entspricht (EHI Retail Institute GmbH, 2011). In dieser
Menge sind keine Lebensmittel enthalten, welche an karitative Einrichtungen weitergeben
werden. Die im Einzelhandel tatsächlichen Verluste an Lebensmitteln sind somit höher und
betragen rund 500.000 t pro Jahr. Unstrittig ist, dass die Weitergabe an karitative Einrichtungen wie die Tafeln ein sinnvoller Weg zur Abfallvermeidung ist, der womöglich noch intensiviert werden kann.
Im Bereich des Großhandels – hier wurden exemplarisch die Großmärkte betrachtet – wurde
eine Abfallmenge von rund 43.500 bis 87.000 t pro Jahr ermittelt. Dies entspricht etwa 0,5 ein Prozent der jährlich umgeschlagenen Menge. Diese Schwankungsbreite betrachtet jedoch ausschließlich organische Abfälle und beinhaltet z.T. auch Pflanzen- und Blumenabfälle, welche gemeinsam mit Lebensmitteln entsorgt werden. Die tatsächlich auf deutschen
Großmärkten entsorgte Lebensmittelmenge dürfte aufgrund der inhomogenen Zusammensetzung der organischen Abfallmenge geringer sein.
2.3.4
Großverbraucher
Die Menge von Großverbrauchern wurde sowohl allgemein als auch über die einzelnen Betriebsarten unter den Großverbrauchern berechnet. Innerhalb der Betriebsarten wurden,
wenn möglich, auch mehrere Ansätze zur Berechnung ausgeführt, um die Größenordnung
besser einschätzen zu können.
Tabelle 1 zeigt eine Zusammenfassung der Ergebnisse zu den einzelnen Betriebsarten und
zu Großverbrauchern allgemein mit dem jeweiligen Bezugsjahr. Das Gaststättengewerbe
macht den größten Anteil der Lebensmittelabfälle von Großverbrauchern aus, wobei eine
Bandbreite von 837.000 bis 1.015.000 t pro Jahr errechnet wurde. Es konnte allerdings nur
ein Ansatz zur Berechnung der Größenordnung durchgeführt werden, da weitere Angaben
aus der Literatur zu Lebensmittelabfällen pro Einwohner sehr stark variieren. Die zweitgrößte
Menge an Lebensmittelabfällen von Großverbrauchern fällt in der Betriebsverpflegung mit
147.000 bis 402.000 t pro Jahr an, gefolgt vom Beherbergungsgewerbe mit 186.000 t pro
Jahr. Auf Alten- und Pflegeheime entfallen 93.000 bis 145.000 t an Lebensmittelabfällen pro
Jahr, gefolgt von Schulen mit 75.000 bis 87.000 t pro Jahr und Krankenhäusern mit 65.000 t
pro Jahr. Lebensmittelabfälle aus Hochschulen, Kinderbetreuungsstätten, Justizvollzugsanstalten und der Bundeswehr werden auf jeweils unter 41.000 t pro Jahr geschätzt.
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Deutschland
Der Vergleich der Ergebnisse aus den unterschiedlichen Berechnungswegen zeigt, dass die
Größenordnung der Lebensmittelabfälle von Großverbrauchern aus der Aufsummierung der
Einzelbereiche und der allgemeinen Hochrechnung über den gesamten Bereich vergleichbar
ist. Es fallen zwischen 1.500.000 und 2.298.000 t Lebensmittelabfälle an. Der Schwankungsbereich resultiert aus den bereits genannten Unsicherheiten der Daten und könnte nur durch
vertiefende Untersuchungen eingegrenzt werden.
Die Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle in vermeidbare und nicht vermeidbare Anteile konnte aufgrund der vorliegenden Literatur für einzelne Betriebsarten nicht abgeschätzt
werden. Nach Angaben von Müller (1998) sind rund 56 Prozent der Lebensmittelabfälle aus
dem Bereich der Großverbraucher vermeidbar, nach Informationen von Baier und Reinhard
(2007) könnten rund 48,5 Prozent der Lebensmittelabfälle vermieden werden. Wenn der aktuellere Wert von 48,5 Prozent herangezogen wird, dann wären laut der vorliegenden Abschätzung 756.600 bis 1.114.530 t Lebensmittelabfälle von Großverbrauchern pro Jahr vermeidbar.
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Deutschland
Tabelle 1: Ergebnisse zur Hochrechnung der Lebensmittelabfälle nach den Betriebsarten der Großverbraucher und nach Großverbrauchern allgemein
(kH … keine Hochrechnung möglich)
Großverbraucher
LM-Menge insgesamt
in 1.000 Tonnen
(gerundet)
Bezugsjahr
Datenbasis
837 - 1015
2009
Anzahl der Besuche (Deutscher Fachverlag, 2011); LM-Abfälle (Engström,
2004)
Beherbergungsgewerbe
186
2009
Anzahl der Übernachtungen (Statistisches Bundesamt, 2010); Lebensmittelabfälle (Part, 2010)
Krankenhäuser
65
2009
Anzahl der Betten und Auslastungsgrad (Statistisches Bundesamt,
2011e); Lebensmittelabfälle (Part,
2010)
Schuljahr
09/10
Anteil der Schüler am Mittagessen
nach Nationaler Verzehrsstudie
(2008) und Lebensmittelabfälle (Part,
2010); Personenanzahl je Schulart
(Statistisches Bundesamt, 2011f) und
Lebensmittelabfälle (Pladerer et al.,
2010)
Gaststättengewerbe
Schulen
Großverbraucher
Kinderbetreuungseinrichtungen
75 - 87
LM-Menge insgesamt
in 1.000 Tonnen
(gerundet)
Bezugsjahr
Datenbasis
Anzahl der Kinder mit Mittagsverpflegung (Statistisches Bundesamt,
2011g) und Lebensmittelabfälle (Part,
2010); Anzahl der Kinder (Statistisches Bundesamt, 2011 g) und Lebensmittelabfälle (Pladerer et al.,
2010)
34 - 38
41
WS
09/10
Anteil der Studenten an Mensa nach
Nationaler Verzehrsstudie (2008),
Anzahl der Studierenden (Statistisches Bundesamt, 2011d) und Lebensmittelabfälle (Part, 2010).
Alten- und Pflegeheime
93 - 145
2009
Kennzahlen zu Pflegeheimen nach
Pfaff (2011b), Lebensmittelabfälle
(Müller, 1998) und (Part, 2010), Anzahl der Pflegeeinrichtungen (Statistisches Bundesamt, 2011)
Betriebsverpflegung
147 - 402
(2011)
Anzahl der Erwerbstätigen (Statistisches Bundesamt, 2011i), Anteil der
Erwerbstätigen für die Betriebskantine
nach
Nationaler
Verzehrsstudie
(2008), Lebensmittelabfälle (SBG/IKS
Dresden zit. in Wille et al., 2002) und
(Van Bambeke, 2008)
09/10 bis
Anzahl der ausgegebenen Essen
(Bundeswehr, 2011) und Lebensmit-
Hochschulen
Bundeswehr
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Deutschland
09/11
telabfälle (Müller, 1998) und (Part,
2010)
MW
09/10/11
Anzahl der Häftlinge (Statistisches
Bundesamt, 2011j), Lebensmittelabfälle nach Erhebung im Zuge der Studie
Justizvollzugsanstalten
17
Bahn- und Flugverkehr
kH
Andere Einrichtungen mit
gastronomischem Angebot
kA
Summe der Großverbraucher
1.502 – 2.006
Großverbraucher
mein
1.724 – 2.298
2009
Besuche im Außer-Haus-Markt (Deutschen Fachverlag, 2011)
1.830 – 2.025
2009
Anzahl der ausgegebene Portionen
nach Hilger (2000) fortgeschrieben
2.3.5
allge-
Private Haushalte
Tabelle 2 fasst die Ergebnisse der Hochrechnung der Menge an Lebensmittelabfällen aus
Haushalten in Deutschland zusammen. Pro Jahr werden abgeschätzt ca. 5,05 Millionen
Tonnen Lebensmittelabfälle ins kommunale Abfallsammelsystem, d.h. in Restmüll und Biotonne entsorgt. Pro Kopf entspricht das einer Menge von ca. 62 kg/(E*a). Davon finden sich
rund 70 Prozent im Restmüll und 30 Prozent in der Biotonne. Diese Menge entspricht jedoch
nur einem Teil der anfallenden Lebensmittelabfälle, da diese auch über andere Entsorgungswege, wie durch Eigenkompostierung, Verfütterung an Haustiere oder in die Kanalisation entsorgt werden. Die zusätzliche Menge in diesen Entsorgungswegen lässt sich aufgrund der unsicheren Datenlage jedoch nur ungefähr abschätzen und liegt im Bereich zwischen 0,75 und 2,49 Millionen Tonnen pro Jahr, bzw. 9 und 30 kg/(E*a). Wie sich diese
Menge auf Eigenkompostierung, Kanalisation und Verfütterung verteilt, lässt sich nicht verlässlich schätzen. Daher werden in Tabelle 2, basierend auf Literaturwerten nur Bandbreiten
angeführt, innerhalb derer die Menge wahrscheinlich liegt.
Tabelle 2: Menge an Lebensmittelabfällen aus Haushalten in Deutschland
pro Kopf
gesamt D *
4-köpfige Familie
kg/(E*a)
in Mio. t
kg/a
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
von
im kommunalen Sammelsystem
bis
von
bis
von
bis
61,8
5,05
247,2
davon im Restmüll
42,7
3,49
170,8
davon in der Biotonne
19,1
1,56
76,4
sonstige Entsorgungswege
9,2
30,4
0,75
2,49
36,8
121,6
Eigenkompostierung °
0,0
18,0
0,00
1,47
0,0
72,0
Kanal °
4,0
19,0
0,33
1,55
16,0
76,0
Verfütterung °
0,0
3,0
0,00
0,25
0,0
12,0
Summe
71,0
92,2
5,80
7,54
284,0
368,8
* zugrunde gelegte Einwohnerzahl: 81,75 Millionen (Stand Ende 2010; Quelle: Statistisches
Bundesamt Deutschland, 2011)
In Summe ist davon auszugehen, dass in Deutschland jährlich zwischen 5,8 und 7,5 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle aus Haushalten anfallen. Nimmt man vereinfachend den
Mittelwert dieses Bereiches an, so ergibt das pro Jahr eine Menge von 6,7 Millionen Tonnen bzw. 81,6 kg/(E*a) Lebensmittelabfälle, wovon ca. drei Viertel (76 Prozent) in das
kommunale Abfallsammelsystem gelangen.
Diese Zahl stimmt sehr gut mit den Ergebnissen von Cofresco (2011) überein, die für
Deutschland eine Menge von 6,6 Millionen Tonnen bzw. ca. 80 kg/(E*a) ermittelten, allerdings ohne Getränke. Im internationalen Vergleich liegt die Hochrechnung für Deutschland
im Bereich der Ergebnisse von van Westerhoven und Steenhuisen (2010), die für die Niederlande 73 kg/(E*a) Lebensmittelabfälle ermittelten, und von Langley, et al. (2010), die aus
dreizehn Haushalten in Großbritannien umgerechnet eine Menge von 71 kg/(E*a)
(0,199 kg/(E*d)) errechneten. Deutlich darüber liegen jedoch mit 330 kg pro Haushalt und
Jahr (entspricht ca. 140 kg/(E*a)1) die Ergebnisse von WRAP für UK (2009).
Tabelle 3: Vermeidbarkeit der Lebensmittelabfälle aus Haushalten in Deutschland
Masse-%
pro Kopf
gesamt D
4-köpfige Familie
kg/(E*a)
in Mio. t
kg/a
von
im kommunalen Sammelsystem
1
bis
von
bis
von
bis
100 %
61,8
5,05
247,2
nicht vermeidbar
35 %
21,6
1,77
86,5
teilweise vermeidbar
18 %
11,1
0,91
44,5
Umgerechnet mit Haushaltsgröße von 2,36 (Office for National Statistics, 2011)
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
vermeidbar
insgesamt (alle Entsorgungswege)
47 %
29,0
2,37
116,2
100 %
71,0
92,2
5,80
7,54
284,0
368,8
nicht vermeidbar
35 %
24,9
32,3
2,03
2,64
99,4
129,1
teilweise vermeidbar
18 %
12,8
16,6
1,04
1,36
51,1
66,4
vermeidbar
47 %
33,4
43,3
2,73
3,54
133,5
173,3
Σ vermeidbar u. teilweise vermeidbar
65 %
46,2
59,9
3,8
4,9
184,6
239,7
Aus Tabelle 3 ist ersichtlich, dass 47 Prozent der Lebensmittelabfälle vermeidbar bzw. 18
Prozent teilweise vermeidbar wären. Dies entspricht einer Menge von 2,37 Millionen Tonnen bzw. 29 kg/(E*a) an vermeidbaren Lebensmittelabfällen im kommunalen Sammelsystem
und 0,91 Millionen Tonnen bzw. 11,1 kg/(E*a) an teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfällen. Hinzu kommen die Mengen, die anderen Entsorgungswegen zugeführt werden. Nimmt
man erneut vereinfachend den Mittelwert, so ergibt sich eine Gesamtmenge von 3,14 Millionen Tonnen bzw. 38,4 kg/(E*a) vermeidbare Lebensmittelabfälle und 1,2 Millionen Tonnen
bzw. 14,7 kg/(E*a) teilweise vermeidbare Lebensmittelabfälle.
Entsprechend Abbildung 2 sind in Abbildung 7 die Lebensmittelabfälle aus Haushalten nach
deren Vermeidungspotential dargestellt.
Abbildung 7: Menge an Lebensmittelabfällen aus Haushalten in Deutschland
Auch dieses Ergebnis passt mit den Ergebnissen von Cofresco (2011), demzufolge 36 Prozent der Lebensmittel unvermeidbar und 59 Prozent vermeidbar waren, zusammen, wobei
jedoch teilweise vermeidbare Lebensmittel in der Studie von Cofresco (2011) nicht unterschieden wurden.
Mangels Vorliegen ausreichend detaillierter und repräsentativer Daten für Deutschland kann
die Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle nach Produktgruppen nur ungefähr abgeschätzt werden (auf Basis der Daten von Cofresco [2011] und Barabosz [2011]). Abbildung 8
zeigt die Zusammensetzung der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren LebensmittelabInstitut für Siedlungswasserbau,
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Deutschland
fälle. Den Hauptanteil der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle machen Obst und Gemüse aus.
Abbildung 8: Zusammensetzung der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus Haushalten in Deutschland nach Produktgruppe
(Masseprozent)
Die Menge vermeidbarer und teilweise vermeidbarer Lebensmittelabfälle aus Haushalten in Deutschland entspricht einem Geldwert von 16,6 bis 21,6 Milliarden EUR pro Jahr
bzw. rund 200 bis 260 EUR pro Kopf und Jahr (siehe Tabelle 4). Für einen durchschnittlichen Vier-Personen Haushalt bedeutet das, dass pro Jahr vermeidbare und teilweise
vermeidbare Lebensmittelabfälle im Wert von rund 935 EUR in Restmüll, Biotonne und
Kanalisation entsorgt, eigenkompostiert oder an Haustiere verfüttert werden. 2010 betrugen die privaten Konsumausgaben der deutschen Haushalte für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke insgesamt 151,14 Milliarden EUR (Statistisches Bundesamt Deutschland,
2011). Auf vermeidbare und teilweise vermeidbare Lebensmittelabfälle entfallen so zwischen zehn Prozent und 14 Prozent der Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie
Getränke.
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Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Tabelle 4: Geldwert der vermeidbaren und teilweise vermeidbaren Lebensmittelabfälle
aus Haushalten in Deutschland
Geldwert der vermeidbaren u. teilweise
vermeidbaren Lebensmittelabfälle
pro Kopf
gesamt D
4-köpfige Familie
EUR/(E*a)
in Milliarden EUR
EUR/a
Bandbreite
203,5 263,8
Mittelwert
233,7
16,6
21,6
814
19,1
1.055
934,6
Cofresco (2011) ermittelte, dass in Deutschland jährlich Lebensmittel im Wert von 308,85
EUR pro Kopf entsorgt werden. Darin sind jedoch auch nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle inkludiert, die rund 35 Masseprozent der Lebensmittelabfälle ausmachen. Berücksichtigt
man dies, so kommen beide Abschätzungen auf dieselbe Größenordnung. Im internationalen
Vergleich liegt die Hochrechnung für Deutschland im Bereich der Ergebnisse von WRAP
(2009) für Großbritannien, demzufolge pro Jahr vermeidbarer Lebensmittelabfall im Wert von
umgerechnet 231 EUR pro Kopf entsorgt wird, was 15 Prozent der Haushaltsausgaben für
Ernährung entspricht, und von Baker, et al. (2009), die für Australien einen Wert von umgerechnet 180 EUR pro Kopf errechneten. Katajajuuri, et al. (2011) ermittelten für Finnland einen Prozentsatz von 4,5 Prozent der Haushaltsausgaben, die auf vermeidbaren Lebensmittelabfall entfallen.
2.4
Identifikation von Datenlücken und Forschungsbedarf
Da Lebensmittelabfälle aus der Lebensmittelindustrie, dem Handel und von Großverbrauchern nicht der Andienungspflicht unterliegen, gibt es auch keine Mengenerfassung über öffentliche Körperschaften. Aus diesem Grund liegen oftmals keine gesicherten statistischen
Daten zu den Abfällen vor. Es muss daher auf Kennzahlen aus der Literatur und anderen
Methoden zur Erhebung, wie z.B. Sortieranalysen, zurückgegriffen werden.
Im Folgenden werden Barrieren bei der Datenerfassung sowie Daten- und Wissenslücken –
und somit der Bedarf an weiteren Erhebungen – für die einzelnen Bereiche aufgezeigt.
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Deutschland
2.4.1
•
Lebensmittelindustrie
Definition für Lebensmittelabfälle in der Industrie nicht einheitlich bzw. nicht vorhanden
o
Was sind Lebensmittelabfälle?
o
Unterscheidung in vermeidbare / nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle ist nicht
verallgemeinerbar, sondern vom Wirtschaftszweig abhängig.
•
Daten werden z.T. nicht erhoben, da zeit- und kostenintensives Verfahren.
•
Wenn eine Datenerhebung nach ISO-Norm oder EMAS im Rahmen eines Ökoaudits erfolgt, dann wird häufig nur der gesamte Abfallstrom erhoben. Eine Differenzierung in Lebensmittelabfälle ist selten vorhanden.
•
Abgrenzung zwischen Nebenprodukt und Abfall uneinheitlich.
2.4.2
Handel
•
Unterschiedliche Datenerfassungssysteme im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) vorhanden. So werden Verluste einiger LEH-Unternehmen über den Nettoeinkaufswert der Lebensmittel, andere über den (Brutto-) Verkaufswert der abgeschriebenen Lebensmittel
ermittelt.
•
Kategorisierung im LEH mit Schwierigkeiten verbunden. Differenzierung in Lebensmittelkategorien ist häufig nicht möglich. Auch enthalten Food-Artikel z.T. andere Warengruppen wie z.B.
o
Tabak (bis zu fünf Prozent),
o
Tierfutter,
o
ggf. Drogerieartikel, je nach Erfassungssystem der Filiale,
o
ggf. Zeitschriften, je nach Erfassungssystem der Filiale.
•
Mangelnde Auskunftsbereitschaft, insbesondere von größeren LEH-Unternehmen bzw.
Discounterbetrieben. Somit Gesamtzustand nur über Schätzungen möglich.
•
Lebensmittelabfälle werden auf Großmärkten nicht explizit erfasst. Lediglich organische
Abfälle sind als Mengenstrom mehr oder weniger bekannt.
•
Unterschiedliche Qualität vorhandener Daten.
2.4.3
•
Großverbraucher
Anzahl der zu Verpflegenden in Krankenhäusern, Altenheimen, Gefängnissen und anderen Einrichtungen gibt es zwar für einzelne Unternehmen, aber nicht deutschlandweit.
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Deutschland
•
Aktuelle Erhebungen im Gaststättengewerbe notwendig, da laut Aussagen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) große Veränderungen in den letzten
Jahren stattgefunden haben.
•
Aktuelle deutschlandweite Erhebungen in einzelnen Bereichen wie Schulen und Kinderbetreuungsstätten, Alten- und Pflegeheimen, Betriebsverpflegung sowie der Bundeswehr
wären ebenfalls notwendig, um den Größenbereich einzuschränken.
•
Unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Ländern (z.B. bei Justizvollzugsanstalten)
erschweren den Datenvergleich.
•
Daten zu anderen Einrichtungen mit gastronomischem Angebot wie Sport- und Kulturveranstaltungen oder Volksfeste aller Art sowie Daten zu Flug- und Bahnverkehr für
Deutschland fehlen weitgehend.
2.4.4
Private Haushalte
•
Anteil an Lebensmittelabfällen deutschlandweit nicht bekannt.
•
Anteil an Lebensmittelabfällen in der Fein- u. Mittelfraktion < 40 mm, insbesondere in der
Feinfraktion sind nicht bekannt. Studie in Österreich für Restmüll läuft derzeit, für
Deutschland fehlt entsprechende Untersuchung.
•
Anteil an Lebensmittelabfällen aus Haushalten in der Biotonne nur in Ansätzen vorhanden (kaum Daten aus Deutschland vorhanden).
•
Keine Daten über den Anteil der Lebensmittelabfälle an der Mittel- und Feinfraktion in der
Biotonne vorhanden.
•
Daten zur Zusammensetzung der Lebensmittelabfälle (im Restmüll) nach Vermeidbarkeit
nicht existent.
•
Menge an Lebensmittelabfällen, die nicht ins kommunale Sammelsystem entsorgt werden, sondern eigenkompostiert, an Haustiere verfüttert oder in die Kanalisation eingebracht werden, sind nicht bekannt.
Insgesamt ist in allen Bereichen eine Vereinheitlichung der Definitionen, Erhebungsmethodik
und Bezugsgrößen für Lebensmittelabfälle notwendig.
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Deutschland
3
Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei
Lebensmitteln
3.1
Ursachen für die Entstehung von Lebensmittelabfällen
Lebensmittelabfälle fallen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Die Ursachen dafür sind vielfältig und sollen nachfolgend näher betrachtet werden. Unterteilt nach den in diesem Forschungsvorhaben betrachteten Sektoren werden die in der Literatur identifizierten
Ursachen zusammengefasst.
3.1.1
Lebensmittelindustrie
Lebensmittel, die bestimmte Produkt- bzw. Qualitätseigenschaften nicht erfüllen, werden
aussortiert (Monier, et al., 2010). Hierunter fallen z.B. Produkte mit einer unregelmäßigen
Form oder Größe, die für einen bestimmten Prozess ungeeignet sind.
Auch bei der Qualitätssicherung fallen Lebensmittelabfälle an. So müssen lebensmittelverarbeitende Unternehmen Proben nehmen und Rückstellmuster aufbewahren, um eine
einwandfreie und bedenkenlose Qualität ihrer Produkte prüfen und über die gesamte
Mindesthaltbarkeit nachweisen zu können. Diese Proben und Rückstellmuster werden
anschließend entsorgt (Schneider, 2009; Escaler, et al., 2011).
Darüber hinaus wird der Verlust von genießbaren Lebensmitteln oft durch eine Überproduktion oder Fehlplanung verursacht bzw. begünstigt. Als Gründe wären u.a. eine
ungleichmäßige Nachfrage des Handels oder auch Retourwaren zu nennen (Mena, et al.,
(2011)).
Auch können technische Störungen eine Ursache für Lebensmittelabfälle darstellen
(Monier, et al., 2010). So führen Fehler im Herstellungsprozess zu fehlerhaften oder
beschädigten Produkten, welche nicht mehr verkauft werden können (z.B. Fehlchargen,
Produktionsausfälle). Das Verschütten von Produkten, z.B. beim Abfüllprozess flüssiger
Lebensmittel, stellt ebenfalls eine Abfallquelle dar (Gustavsson, et al., 2011). Beschädigte
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22
Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in
Deutschland
Verpackungen lassen Lebensmittel schneller verderben (Parfitt, et al., 2010), zudem führen
technische Störungen gelegentlich zu Fehletikettierungen.
Nach Monier (2010) fallen auf der Stufe der Verarbeitung viele Lebensmittelabfälle infolge
gesetzlicher Beschränkungen bzw. Handelsnormen an. Die Abschaffung vieler
Vermarktungsnormen für frische Lebensmittel (Europäische Kommission, 2008) könnte eine
deutliche Verringerung der Lebensmittelmenge, die bisher unnötigerweise vor Erreichen des
Handels entsorgt wurde, bewirken.
3.1.2
Handel
Auch im Bereich des Handels gibt es vielfältige Ursachen für die Entsorgung von Lebensmitteln.
Die Hauptursache für Lebensmittelabfälle im Handel sind für Stenmarck (2011) Lebensmittel,
die nicht mehr „verkaufsfähig oder marktgängig“ sind bzw. werden, Dies umfasst sowohl
Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum abgelaufen ist, als auch
verderbliche Lebensmittel, die meistens mit keinem Datum gekennzeichnet sind (z.B. Brot,
Obst und Gemüse). Sowohl hohe Anforderungen an die Qualität und Frische als auch an
das Aussehen solcher Lebensmittel beeinflussen häufig die Kaufentscheidung der Kunden.
Die fehlende Frische lässt diese Lebensmittel häufig nicht mehr „verkaufsfähig“ werden. Zurückzuführen sind die meisten dieser Gründe auf das (Konsum-) Verhalten der Kunden.
Aber auch Verkaufsziele der Händler sind Ursachen für die Entstehung von Lebensmittelabfällen. So sind stets volle Regale und eine große Warenvielfalt an einer Überproduktion bzw. einem Überangebot von Lebensmittel mit verantwortlich (Gustavsson, et al.,
2011). Hier gilt es jedoch auch darauf hinzuweisen, dass nach Stenmarck (2011) volle Regale von den Kunden erwartet werden. Dies zwingt den Einzelhandel dazu, mehr Waren zu
bestellen bzw. produzieren zu lassen, als tatsächlich verkauft werden.
Einige Beispiele aus Stenmarck (2011):
•
Überproduktion von frischen Backwaren: Aus Interviews geht hervor, dass häufig zur
Befriedigung der Kundennachfrage, mehr Backwaren als der erwartete Tagesabsatz hergestellt werden (bis zu sieben Prozent mehr).
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•
Beschädigung von verderblichen Lebensmitteln: Häufig wird Obst bzw. Gemüse im Verkaufsraum in großen Stapeln präsentiert. Dies führt dazu, dass unten oder am Rand liegendes Obst bzw. Gemüse eingedrückt oder gar beschädigt wird und entsorgt werden
muss. Sollte darüber hinaus eine Frucht faulig werden, so kann sich die Fäulnis möglicherweise auf die angrenzenden Früchte übertragen.
Verschiedene Marketingstrategien des Handels werden häufig auf Lebensmittel mit noch
kurzer Haltbarkeit oder zum Abbau von Überbeständen angewandt (Monier, et al., 2010).
Hier sind insbesondere auch die häufig in Großbritannien anzutreffenden „buy one get one
free (BOGOF)“-Aktionen (kaufe einen Artikel, erhalte einen weiteren umsonst) zu nennen.
Solche Marketingstrategien könnten zu einer Verlagerung der Abfälle vom Einzelhandel in
die Haushalte führen.
Einige Gründe sind auf die Organisation im Handel zurückzuführen. Die Herausforderungen
und Probleme, die ein optimales Warenwirtschaftssystem bzw. eine bedarfsgerechte Disposition mit sich bringen, müssen vom Handel identifiziert und angegangen werden. Nach
Stenmarck (2011) stellt insbesondere der Bestellvorgang derzeit noch eine Hürde dar, die
aber mit technischen Hilfsmitteln in der Zukunft geringer werden wird. So gilt es als schwierig, die richtige Menge Lebensmittel zur richtigen Zeit zu bestellen. Dies betrifft alle Lebensmittel, stellt sich jedoch bei frischen oder verderblichen Lebensmitteln als besonders schwierig dar. Das Einkaufsverhalten der Kunden wird durch viele Faktoren beeinflusst. Dies sind
u.a. das Wetter, die Jahreszeit, die Wochenangebote und auch die persönliche Einstellung. Solche Schwierigkeiten bei der Vorhersage der Nachfrage führen zu Überbeständen
(Monier, et al., 2010). Neue verbesserte Systeme mit der Möglichkeit einer Voraussage des
Einkaufsverhaltens werden entwickelt und tragen zukünftig zu einer besseren Anpassung der
Warenversorgung an die tatsächliche Nachfrage der Kunden bei.
Im unzureichenden bzw. falschen Umgang mit Lebensmitteln ist ebenfalls eine Fülle von
Ursachen zu finden. Hier ist insbesondere die Lagerung bei falscher Temperatur oder falschem Licht zu nennen. Ebenso kann eine falsche Positionierung von Lebensmitteln dazu
führen, dass diese schneller verderben und somit nicht mehr verkaufsfähig/marktgängig
werden. So führt z.B. die Lagerung von Avocados neben Tomaten dazu, dass die Avocados
schneller reifen. (Stenmarck, et al., 2011; Monier, et al., 2010)
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Viele der zuvor genannten Ursachen treffen auch auf den Großhandel zu. Hervorzuheben ist
jedoch der falsche Umgang mit Lebensmitteln, der einen Hauptgrund für deren Verluste
darstellt. Lebensmittel werden z.B. durch falsche Handhabung beschädigt und können nicht
mehr verkauft werden (Stenmarck, et al., 2011). Auch führen Beschädigungen an Verpackungen häufig dazu, dass die eigentlichen Lebensmittel entsorgt werden, obwohl diese unbeschädigt sind (Monier, et al., 2010). Hier gilt es, diese Beschädigungen durch eine Verbesserung der Verpackungen zu reduzieren.
Laut Monier (2010) führen auch Überbestände im Großhandel häufig zu einer Entsorgung
von essbaren Lebensmitteln. Diese Überbestände können z.B. durch Rücknahmevereinbarungen (nicht verkaufter Lebensmittel) mit dem Einzelhändler oder durch kurzfristige
Widerrufe von Bestellungen entstehen. Überbestände sollten zeitnah abgebaut werden, da
diese Lebensmittel sonst verkaufsunfähig werden2.
3.1.3
Großverbraucher
Die Ursachen für das Aufkommen von Lebensmittelabfällen sind im Bereich der Großverbraucher in weiten Teilen ähnlich. Es treten Ursachen im Bereich der internen organisatorischen Abwicklung, im Bereich der Küche und im Bereich des Kunden auf.
Fehlendes Wissen zum Abfallaufkommen ist eine Ursache im Bereich der internen organisatorischen Abwicklung. Eine Einführung von abfallwirtschaftlichen Kennzahlen könnte als
wirksames Arbeitsinstrument in diesem Bereich entgegen wirken.
Im Bereich der Küche wird mangelhafte Lagerung als Ursache angegeben, aber auch der
unterschiedliche Verarbeitungsgrad der eingesetzten Ware spielt eine Rolle. Mit steigendem Einsatz von frischer Rohware steigen auch die Putz- und Zubereitungsabfälle. Mangelnde Grundlagen für die Kalkulation der Anzahl der zuzubereitenden Speisen sind ebenfalls Ursachen für das Aufkommen von Lebensmittelabfällen. Nur wenige Küchenleiter haben
2
Grund hierfür ist z.B., dass der Einzelhandel hauptsächlich Lebensmittel mit einer bestimmten
„Restlaufzeit“ bzw. „Mindestfrische“ abnimmt und diese Kriterien für Lebensmittel aus
Überbeständen möglicherweise nicht mehr erfüllt werden.
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Daten anhand von vorbestellten Speisen zur Verfügung und müssen daher auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Viele Lebensmittelabfälle rühren daher, dass Einrichtungen zubereitete,
aber noch nicht zur Ausgabe gelangte Speisen, nicht wieder einsetzen. In Einrichtungen wie
beispielsweise Mensen werden bis zu 80 Prozent nicht wieder eingesetzt, wobei z.B. Suppen, Kartoffeln oder Rohsalate wieder eingesetzt werden. Mangelndes Bewusstsein zum
Aufkommen der Speiseabfälle wird auch als Ursache für Lebensmittelabfälle angegeben. Als
weitere Ursache kann die Höhe der Wareneinsatzkosten aufgezeigt werden, obwohl diese
Vermutung in der Literatur als nicht statistisch signifikant ermittelt wurde.
Im Bereich des Kunden können die Menüauswahl, die Portionsgröße und die Art der angebotenen Portionierung, angegeben werden. Je individueller auf die Kunden eingegangen
werden kann, desto eher werden die angebotenen Speisen von den Kunden aufgegessen.
Des Weiteren sind Hygiene- und Sicherheitsvorschriften bei der Weitergabe oder Wiederverwendung von Lebensmitteln (z.B. Einhaltung der Kühlkette) und Informationsdefizite
(z.B. bei moslemischen bzw. vegetarischen Kunden, ob Schweinefleisch bzw. Fleisch generell enthalten ist) Ursachen für Lebensmittelabfälle in diesem Bereich.
3.1.4
Haushalte
Der gesellschaftliche Hintergrund spielt eine bedeutende Rolle bei der Entsorgung von
Lebensmitteln aus Haushalten. Viele Trends und Entwicklungen, wie z.B. die beinahe ständige Verfügbarkeit eines Überangebots an Nahrungsmitteln, der starke Rückgang des Anteils
der Verbrauchsausgaben für Nahrungsmittel oder die zunehmende Entfremdung gegenüber
Lebensmitteln, schaffen Rahmenbedingungen, die die Entsorgung von Lebensmitteln begünstigen.
Individuelle Gründe, d.h. auf Personen- und Haushaltsebene, sind sehr vielfältig. Sie lassen
sich nicht pauschal anführen, da sie vom Produkt, von Lebensweise und -umständen der
Haushalte abhängig sind. Bisher durchgeführte Untersuchungen kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen und sind nur bedingt aussagekräftig, da die meisten Studien die
Gründe vordefinieren und somit die Ergebnisse in eine vorgegebene Richtung lenken. Theoriegestützte Studien, die auf empirischen Ergebnissen bzw. theoretischen Grundlagen beruhen, fehlen. Eine gute Übersicht über die Bandbreite an Gründen liefern die Untersuchungen
von Glanz (2008) und Selzer (2010).
Die am häufigsten genannten Gründe waren bei Glanz (2008):
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•
spezielle Zutaten (selten bzw. nur für bestimmte Speisen benötigte Lebensmittel, saisonale Produkte) (10 von 21 Haushalten)
•
unzureichende Lagerung (falsche Lagerbedingungen, irrtümlich falsche Lagerung, Mottenbefall) (10 von 21 Haushalten)
•
mangelnder Überblick über Vorrätiges (9 von 21 Haushalten)
•
Eigenproduktion und Geschenke (geschenkte, nicht verbrauchte Lebensmittel, übermäßiger Ernteertrag aus eigenem Garten) (8 von 21 Haushalten)
•
bereits verdorben gekauft, Frische und Geschmack (Bevorzugung frisch gekaufter Produkte), Produkte für alle Fälle (Vorrat für Besucher u. bestimmte Speisen), Probekauf
(Test neuer Produkte) (jeweils 7 von 21 Haushalten)
Bzw. bei Selzer (2008):
•
Einstellungsgründe (Frische/Geschmack, keine Lust auf dasselbe, Auswahl erwünscht,
Ausmisten, beim Einkauf nicht aufgepasst, Gesundheitsüberlegungen)
•
und übermäßiger Warenzugang (Übersicht fehlt, Angebote, von Besuchern gebracht
bzw. geschenkt bekommen)
Die Bedeutung einer möglichen gesetzlichen Neuregelung des Mindesthaltbarkeitsdatums
wird in der öffentlichen Diskussion überschätzt. Bis dato liegen keine Untersuchungen vor,
dass ein fehlendes Verständnis des Begriffs in direktem Zusammenhang mit einer hohen
Wegwerfrate von Lebensmitteln im Haushalt steht. Die Erfahrungen der Praxis zeigen aber,
dass das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums zum Anlass genommen wird, Lebensmittel wegzuwerfen.
Die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums scheint darin begründet, dass es als Entscheidungskriterium für den Zeitpunkt der Entsorgung eines Lebensmittels herangezogen
wird. Das heißt: Im Zweifel wird häufig die Entscheidung getroffen, Produkte mit Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums wegzuwerfen. Hier scheint es sich auch um einen psychologischen Reflex zu handeln. Dahinter steht jedoch die Frage, warum es dazu kommt,
dass ein Lebensmittel im Haushalt nicht vor Erreichen des Mindesthaltbarkeits- bzw.
Verbrauchsdaums verbraucht worden ist. Die entscheidenden Fragestellungen sind: Wie
kann erreicht werden, dass Lebensmittel im Haushalt rechtzeitig verbraucht werden und das
Mindesthaltbarkeitsdatum im praktischen Handeln nicht als Wegwerfdatum aufgefasst wird.
Und: Welche Informationen brauchen Verbraucher darüber hinaus, damit ein Lebensmittel im
Haushalt nicht vor Erreichung des Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatums z.B. wegen
falscher Lagerung oder fehlender Kühlung verfällt?
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Aufklärungskampagnen, z.B. mit Hilfe des Informationsflyers „Teller oder Tonne? Informationen zum Mindesthaltbarkeitsdatum“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz (BMELV), sollten daher im Haushaltsbereich in Verbindung mit anderen begleitenden Maßnahmen, welche auf die dahinter liegenden Gründe abzielen, weitergeführt und ggf. ausgeweitet werden (BMELV, 2012).
3.2
Strategien und Konzepte zur Verminderung der
Wegwerfrate in anderen Ländern
Mit dem Ziel, Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate von Lebensmitteln in
Deutschland auszuarbeiten und Handlungsoptionen zur Umsetzung verschiedener
Maßnahmen in den einzelnen Sektoren der Lebensmittelkette aufzuzeigen, wurden zunächst
bestehende Maßnahmen aus dem In- und Ausland recherchiert. Bestehende Maßnahmen
wurden mittels einer Literatur- und Internetrecherche, durch wissenschaftlichen Austausch
und Expertengespräche sowie durch Befragung einzelner Initiatoren von Vermeidungsmaßnahmen identifiziert.
Dabei handelt es sich um konkrete Vermeidungsmaßnahmen, wissenschaftliche Arbeiten,
politische Handlungen, technische Produkte und soziale Initiativen (Lebensmittelverteilungsprogramme). Nicht alle erfassten Initiativen haben das Ziel, Lebensmittelabfall zu verringern.
Einige Projekte verfolgen vorrangig andere Ziele, wie z.B. eine Reduktion von Verpackungsabfällen im Einzelhandel oder Nachhaltigkeitskampagnen in Unternehmen, können aber
durch Synergieeffekte zu einer Reduktion von Lebensmittelabfall führen. Hier sind
beispielsweise Pilotprojekte zur Prozessoptimierung in der Lebensmittelindustrie oder
Initiativen zu nachhaltigem Konsum zu nennen.
Insgesamt konnten 360 Vermeidungsmaßnahmen identifiziert werden. Diese wurden
klassifiziert, beschrieben und sofern vorhanden, deren Ergebnisse zusammengefasst.
Ein Bewertungssystem (Nutzwertanalyse) wurde entwickelt, um Vermeidungsmaßnahmen
derselben Kategorie vergleichbar zu machen. Die Übertragbarkeit der Maßnahmen auf
Deutschland fand dabei eine besondere Berücksichtigung.
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Die Ergebnisse zeigen 34 erfolgsversprechende Ansätze, welche ausführlich in der Langfassung dieses Vorhabens beschrieben werden. Als Best-Practice-Katalog zusammengefasst,
zeigt dieser spezifische Handlungsoptionen und Empfehlungen zur Vermeidung von
Lebensmittelabfall auf.
3.3
Handlungsempfehlungen
Lebensmittelabfall sollte auf allen Stufen der Lebensmittelwertschöpfungskette dauerhaft
reduziert werden. Im Sinne nachhaltigen Konsums sollte die Wertschätzung für Lebensmittel
in großen Teilen der Bevölkerung gesteigert werden. Die Handlungsempfehlungen geben
Politikern, Verbrauchern und Akteuren der Lebensmittelkette Ansatzpunkte zur
Entscheidungsfindung bei der Ausarbeitung erfolgreicher Verminderungsstrategien von
Lebensmittelabfall.
Einen wesentlichen Schritt stellt die Erarbeitung einer nationalen Roadmap dar. Mit Hilfe
dieser Roadmap werden notwendige Rahmenbedingungen geschaffen werden, um eine
Vermeidung von Lebensmittelabfall in Deutschland zu erreichen.
Zunächst werden Ziele formuliert (z.B. in Anlehnung an den Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa: eine Halbierung der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2020
(Europäische Kommission, 2011)). Im nächsten Schritt wird eine Handlungsagenda erstellt.
Diese beschreibt Maßnahmen, welche zur Realisierung der Ziele beitragen. Abschließend
wird eine Forschungsagenda ausgearbeitet, um vorhandene Daten- und Wissenslücken zu
schließen.
3.3.1
Grundlegende Empfehlungen
Um eine Halbierung vermeidbarer Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2020 zu erreichen, bedarf es der Mitarbeit aller relevanten Akteure der Lebensmittelkette (Landwirtschaft, IndustInstitut für Siedlungswasserbau,
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rie, Handel, Haushalte, Gastronomie, Politik, Bildungseinrichtungen, soziale Institutionen,
etc.). Eine hohe Akzeptanz und Beteiligung aller Akteure kann nur durch eine Versachlichung der Diskussion erreicht werden. Dies geschieht zum einen durch die Ermittlung belastbarer Zahlen durch die Forschungsagenda und zum anderen durch eine Vermeidung
von Schuldzuweisungen.
Eine gemeinsame und zielführende Umsetzung der Vermeidungsmaßnahmen erfordert in
erster Linie eine hohe Kommunikationsbereitschaft aller Beteiligten und einen vertrauensvollen, offenen Umgang in der Bereitstellung von Erfahrungen, Informationen und Wissen. Hierzu muss eine tiefe Vernetzung in der gesamten Lebensmittelkette und über die Grenzen einzelner Stufen der Wertschöpfungskette hinaus stattfinden. Die Einsetzung eines Runden
Tisches unter Teilnahme sämtlicher relevanter Akteure der Wertschöpfungskette u.a. Landwirte, Hersteller, Handel, Großverbraucher (Gemeinschaftsverpflegung und Großküchen, Catering, Gastgewerbe), Endverbraucher, Kirchen und Organisationen aus dem Umwelt-, Bildungs- und Sozialbereich ist sehr empfehlenswert (FOOD SCP, 2009)
Die Zusammenführung von Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Einzelhandel, Gastgewerbe, Wissenschaft und Politik kann durch die Initiierung eines Internet gestützten Netzwerkes zur Verringerung von Lebensmittelabfall geschehen. Neben einem Austausch, über innovative Technologien und Lösungen, werden die innovativsten Kooperationen teilnehmender Unternehmen durch einen Award gewürdigt. Die Teilnehmer profitieren desweiteren von
gegenseitigem Erfahrungsaustausch sowie von einer neutralen Beratung (No Waste
Network, 2011)
Das Thema Lebensmittelabfall verkörpert ein wichtiges Element auf dem Weg zu einer höheren Wertschätzung von Lebensmitteln. Um künftige Herausforderungen an die Lebensmittelversorgung (Foresight, 2011) zu bewältigen sind Plattformen zu mehr Nachhaltigkeit in
der Lebensmittelkette unabdingbar. Eine umweltfreundlichere Gestaltung der Lebensmittel
und eine gesteigerte Transparenz der Wertschöpfungskette sollten Zielvorgabe sein
(Verduurzaming Voedsel, 2009).
Eine Datenbank von Best Practice Maßnahmen aus der Lebensmittelkette, in Form einer
Open Source, ermöglicht es den Akteuren aus Erfahrungen erfolgreich umgesetzter Maßnahmen zu profitieren. Außerdem kann ein solches Portal als Werbemittel für eigene Projekte genutzt werden und auf diese Weise ein Imagegewinn des eigenen Unternehmens erzielt
werden (Experiencebox, 2007).
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Unternehmen sind dazu aufgefordert, Lebensmittelabfall in ihren Umweltmanagementsystemen zu berücksichtigen und in ihren Umwelterklärungen auszuweisen. Es ist zu prüfen,
ob Lebensmittelabfall in Zukunft als Teilkriterium bei verschiedenen Umweltzertifizierungen
oder bei Vergabe von Umweltstandards berücksichtigt werden muss.
In den Bereichen der Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Gastronomie ist die Integration
der Thematik in die Ausbildung notwendig. Anreize zur Durchführung und Teilnahme von
Mitarbeitern an Schulungsprogrammen, Fortbildungen und Workshops sollen geschaffen werden. Mitarbeiter sollen sich dazu ermutigt fühlen, als Multiplikatoren und Vorbilder im
verantwortlichen Umgang mit Lebensmittel aufzutreten.
Um die Entwicklung bei der Vermeidung von Lebensmittelabfall überwachen und Maßnahmen einschätzen sowie bewerten zu können, ist eine konstante Datenerhebung bzw. ein
Monitoring unabdingbar. Dieses sollte, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen,
rasch entwickelt und eingeführt werden.
Trotz aller vorgestellten Maßnahmen ist eine vollständige Vermeidung von Lebensmittelabfällen nicht möglich. Auch wenn eine deutliche Reduktion möglich ist, werden Lebensmittel
weiterhin als Abfälle entsorgt. Es ist somit zwingend notwendig, anfallende Mengen im Stoffkreislauf zu belassen und ggf. deren Energieinhalt zu nutzen. Je nach Eignung sollten Lebensmittelabfälle kompostiert oder zur Erzeugung regenerativer Energie (Biogaserzeugung) eingesetzt werden. In Hinblick auf die Verwertung von Lebensmittelabfällen ist eine
Ausweitung der separaten Bioabfallerfassung anzustreben. Dies ist auch im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verankert (Deutscher Bundestag, 2012). Demnach wird die getrennte Sammlung von Bioabfällen ab dem 1. Januar 2015 zur Pflicht.
3.3.2
Empfehlungen für die Lebensmittelindustrie
Betriebs- und Prozessoptimierungen sind wichtige Bestandteile auf dem Weg zu einer
nachhaltigen Produktion. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) besitzen oftmals unzureichende Kapazitäten zur Umsetzung einer Optimierungsmaßnahme. Eine
Generierung von Wissen und Beratung zu ressourceneffizientem Wirtschaften und optiInstitut für Siedlungswasserbau,
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miertem Stoffstrommanagement soll KMU Hilfestellung leisten. Dies kann in Form einer
Vereinigung oder einem Netzwerk umgesetzt werden. Mitglieder erhalten hierdurch eine
umfangreiche Beratung zu nachhaltiger Produktion und Ressourceneffizienz (Green
Business, 2010).
Freiwillige Verpflichtungserklärungen der Lebensmittelindustrie und des Lebensmitteleinzelhandels bergen ein sehr hohes Vermeidungspotenzial, wie das Courtauld Commitment aus Großbritannien zeigt (1,1 Mio. Tonnen vermiedene Lebensmittel- und Verpackungsabfälle (Swannell, 2010)). Eine ähnliche Verpflichtungserklärung der deutschen Lebensmittelindustrie und des Lebensmitteleinzelhandels wäre zu begrüßen und ebenso vorbildlich.
3.3.3
Empfehlungen für den Lebensmitteleinzelhandel
Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist als wichtige Verbindungsstelle zwischen Erzeugung/
Verarbeitung und den Konsumenten gefordert. Er kann einen wesentlichen Teil zur Information und Bewusstseinsbildung leisten. Die Aufnahme von regionalen Produkten ins Sortiment verkürzt nicht nur die Transportwege, sondern erfreut sich auch großer Beliebtheit bei
den Kunden. Das Ausweisen von Sonderangeboten von Produkten, die kurz vor Ablauf
des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, ist ein sinnvolles Instrument zur Reduzierung vermeidbarer Lebensmittelabfälle. Manche Supermärkte verschenken sogar die Produkte, die
das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben, an ihre Kunden (Billa, 2011; Jumbo
Supermarkten, 2011), viele spenden diese an soziale Einrichtungen.
Einzelne Supermärkte verfolgen das Konzept, ihre Produkte gänzlich unverpackt zu verkaufen (Unpackaged, 2006; in.gredients, 2011). Eine teilweise Adaptierung dieses Konzeptes auf größere Lebensmitteleinzelhändler wäre zu prüfen. Zumindest ein Teil des Sortiments
könnte unverpackt angeboten und verkauft werden. Hierdurch werden Kunden angeregt, ihrem tatsächlichen Bedarf nach einzukaufen (lose Produkte statt Großverpackungen).
Weiterentwicklung von Logistik- und Bestelltools zur Vereinfachung und Optimierung
des Warenbestellsystems. Fehlbestellungen und zu hohe Bestellmengen können durch Mitarbeiterschulungen minimiert werden. Ebenso begrüßenswert sind Forschungen an dyna-
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mischen Mindesthaltbarkeitsdaten, die sich nach der Einhaltung der Kühlkette und Qualität der Lebensmittel richten.
Das Konzept der Vortagsbäckereien, welche ausschließlich Backwaren vom Vortag anbieten, kann einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion vermeidbarer Backwarenabfälle beisteuern (FAZ, 2011). Gleiches gilt für das Konzept der Happy Hour. Hier wird das Sortiment
kurz vor Ladenschluss zu stark reduzierten Preisen angeboten.
3.3.4
Empfehlungen für Großverbraucher und das Gastgewerbe
Initiierung einer Vereinigung des Gastgewerbes mit dem Ziel, teilnehmende Hotels und
Restaurants mit Umweltstandards (Zertifikaten) auszuzeichnen. Ausgezeichnete Betriebe
müssen Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und dürfen ihrerseits mit den Auszeichnungen
werben. Ein weiteres Ziel ist die Aufnahme der Akteure in eine Art „Grüne Tourismus Karte“. Diese Karte dient umweltbewussten Reisenden zur Findung nachhaltiger Hotels und
Gaststätten (Green Hospitality, 2008).
Das Wissen über die Zusammensetzung und Quantität der täglichen Abfallmengen in Großküchen bewirkt in den meisten Fällen eine Reduktion der Lebensmittelabfälle im Betrieb.
Eine quantitative Erfassung der Abfälle und ein unkompliziertes Feedbacksystem an
die Köche schaffen ein Bewusstsein und zeigen Vermeidungspotenziale auf (Leanpath,
2006; Sodexo USA, 2010).
Ratgeber und weitere Informationsmittel zu nachhaltigem Wirtschaften im Küchenbetrieb,
sowie zur Reduktion der Lebensmittelabfälle, sollten für die Gastronomie entwickelt und kostenlos zugänglich gemacht werden (Unilever Food Solutions, 2011; Creedon, et al., 2010).
Tools für ein alternatives bzw. optimiertes Abfallmanagement können der Gastronomie
Lösungen und Alternativen für eine bessere Entsorgung ihrer Abfälle aufzeigen (EPA, 2009).
Ein Portal zu Ressourceneffizienz im Gesundheitswesen birgt enorme Einsparpotenziale
von Abfällen und verspricht hohe finanzielle Vorteile für die Teilnehmer. Erfolge können
durch optimiertes Stoffstrommanagement (Daxbeck, et al., 2007) sowie innovative Cateringsysteme (Snels, et al., 2011) erzielt werden. Wissen zur Adaptierung optimaler Vermeidungsmaßnahmen muss generiert werden und Einrichtungen sollen bei der Umsetzung von
Maßnahmen eine Hilfestellung in Form einer Beratung erhalten.
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3.3.5
Empfehlungen für die privaten Haushalte
Eine Bewusstseinsschaffung hinsichtlich der Thematik Lebensmittelabfall ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vermeidung der Abfälle. Dies sollte zunächst durch Kampagnen in den Medien geschehen, um möglichst große Teile der Bevölkerung zu erreichen.
Weitere Verbraucherinformationen und Vermeidungstipps sollen durch Internet gestützte
Plattformen kommuniziert werden. Dabei ist zu beachten, dass auf die zahlreichen Gründe
und Ursachen der Lebensmittelverschwendung eingegangen werden muss (Glanz, 2008).
Ein Hilfsmittel ist hierbei z.B. ein Kochtool zur Berechnung der richtigen Portionsgröße
(Love Food Hate Waste, 2008) oder nützliche Informationen zur optimalen Lagerung von Lebensmitteln (Still Tasty, 2009).
Die praktische Umsetzung verschiedener Vermeidungskonzepte in Form von regional
oder lokal durchgeführten Pilotprojekten stellt eine neue Herangehensweise zur Problemlösung dar. Das Ziel ist die Ermittlung effektiver Maßnahmen unter Berücksichtigung verschiedener Randbedingungen (z.B. Siedlungsstruktur, soziale Aspekte, Altersklassen, urbane und ländliche Bereiche, etc.). So werden verschiedene Maßnahmen auf ihre Effektivität
verglichen und optimale Projekte für eine mögliche Übertragung auf nationale Ebene untersucht (Bos-Brouwers, et al., 2011). Generell haben sich Pilotprojekte für die beteiligten Personenkreise als nachhaltige Maßnahme zur Reduktion von Lebensmittelabfällen erwiesen.
Bestehende Initiativen oder innovative Ideen sollen durch Ausschreibung eines Wettbewerbes zur Vermeidung von Lebensmittelabfall hervorgehoben und durch Preise ausgezeichnet werden. In einen solchen Wettbewerb können neben Verbrauchern auch weitere
Akteure der Lebensmittelkette einbezogen werden.
3.4
Forschungsbedarf Deutschland
Es existiert auf verschiedenen Ebenen ein Bedarf an Forschungsarbeit auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Versorgung und zu einer erfolgreichen Reduzierung der Lebensmittelverluste. Dieser wird nachfolgend exemplarisch dargestellt und beschrieben.
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Die Wissenschaft soll in erster Linie bestehende Datenlücken schließen, an einer Vereinfachung künftiger Datenerhebungen mitwirken sowie für eine einheitliche Methodik der Datenerhebung sorgen. Die Entwicklung und Etablierung eines Monitoringsystems würde die
künftige Erfassung von Lebensmittelabfall deutlich verbessern. Forschungsprojekte auf einzelnen Stufen der Lebensmittelkette können einen Beitrag zu einer Prozess- und Betriebsoptimierung leisten. Die Erarbeitung von Tools und Informationsmitteln zur Vermeidung
von Lebensmittelabfall in Unternehmen ist ebenso erstrebenswert.
Eine ergänzende Erhebung belastbarer Daten für den Bereich der Landwirtschaft hat das
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) bereits
auf den Weg gebracht. Auch der Bereich der Logistik sollte zur Mengenabschätzung der
Lebensmittelabfälle noch eingehender betrachtet werden. Es bedarf einer Erhebung von Ernteverlusten, einer Quantifizierung und Ursachenerhebung der Lebensmittel, die nicht in den
Handel gelangen, einer Ermittlung der Verluste von tierischen Produkten und die Untersuchung von Lagerverlusten in der Landwirtschaft. Darüber hinaus sollen Verluste, die bei der
Verteilung auftreten (z.B. durch eine Unterbrechung der Kühlkette), ermittelt werden.
Pilotprojekte zur Prozess- und Betriebsoptimierung in verschiedenen Stufen der Lebensmittelproduktion sollten angeregt und gefördert werden (Fleisch, Milchprodukte, etc.).
Eine Reduktion von Lebensmittelverlusten im Handel könnte durch optimierte Bestellsysteme
und Vermeidung von Fehlbestellungen erzielt werden. Die (Weiter-) Entwicklung eines Logistiktools für einen optimierten Ablauf von Warenströmen ist zu prüfen.
Dynamische Lebensmittelkennzeichnungen könnten künftig bestehende Kennzeichnungen,
wie das Mindesthaltbarkeitsdatum ersetzen. Mit Reaktionen auf zeitliche Unterbrechungen
der Kühlkette (durch Zeit-Temperatur-Indikatoren, sog. TTI) können sie eventuell eine bessere Aussage über die Qualität der Lebensmittel liefern. Ein Vergleich der Auswirkungen auf
das Aufkommen von Lebensmittelabfall zwischen herkömmlichen Lebensmittelkennzeichnungen und dynamischen Lebensmittelkennzeichnungen könnte vorgenommen
werden.
Im Bereich der Großverbraucher könnten folgende Forschungsprojekte durchgeführt werden:
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•
Eine Machbarkeitsstudie zur Adaptierung innovativer Verpflegungssysteme auf
das deutsche Gesundheitswesen.
•
Erarbeitung von Best Practice Maßnahmen für verschiedene Bereiche der Gastronomie und des Caterings.
•
Untersuchung von Vermeidungspotenzialen des Lebensmittelabfalls im Flugverkehr und Optimierung der Verwendung unvermeidbarer organischer Abfälle.
•
Ausarbeitung verschiedener Tools für ein optimiertes Lebensmittelmanagement.
Für die Zielgruppe der privaten Verbraucher erscheint die Erarbeitung und Identifizierung
praktischer Konzepte zur Reduktion von Lebensmittelabfall unter verschiedenen Randbedingungen als sinnvoll.
Das Zusammenspiel von Lebensmittelrecht und Lebensmittelabfall unter Einbeziehung
und Mitarbeit verschiedener Akteure ist zu erforschen. Rechtliche und logistische Barrieren
zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung sollten dringend identifiziert und mögliche
Ansätze zur Überwindung dieser Barrieren erarbeitet werden.
Ferner wird empfohlen, einen Leitfaden zur Weitergabe von Lebensmitteln an soziale
Einrichtungen zu erstellen. Auf diese Weise kann die Weitergabe von nicht mehr verkaufsfähigen Lebensmitteln an soziale Einrichtungen erleichtert bzw. Kooperationen vertieft werden.
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Deutschland
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Literaturverzeichnis
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Servicezeit vom 28. Januar 2011
Redaktion Iris Möller-Grätz
Die Themen der Sendung:
Lebensmittel auf dem Müll
Servicetipp: Lebensmittelmüll vermeiden
Design fürs Gemüse
Pommes frites im Geschmackstest
Einbruchbilanz
Heimwerkertipps: Einbruchsicherungen
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URL: http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2011/kw04/0128/uebersicht.jsp
Lebensmittel auf dem Müll
Von Caroline Nokel und Valentin Thurn
Aussortierung auf dem Feld
Rund die Hälfte unserer Lebensmittel landet auf dem Müll, bevor sie unseren Esstisch überhaupt erreicht. Die Verschwendung beginnt schon auf dem Acker. Friedrich-Wilhelm Graefe zu
Baringdorf ist Landwirt. In Spenge bei Bielefeld baut er Biokartoffeln an. Die Knollen, die er
erntet, kommen bei Weitem nicht alle in den Verkauf – 40 bis 50 Prozent werden aussortiert.
Für den Verzehr wären sie einwandfrei, doch für den Handel sind sie zu klein, zu groß oder
haben eine Macke. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf: „Wir legen Kriterien an, die mit der
Ernährungsqualität nichts zu tun haben, sondern fürs Auge oder fürs Schicksein, und dann
kommt man schon ins Nachdenken.“
Lebensmittelvernichtung im Handel
Beim Lebensmittelkauf entscheiden Verbraucher oft nach dem Aussehen. Der Handel stellt
Normen für Obst und Gemüse auf, weil er es so am effektivsten transportieren und verkaufen
kann. Was nicht in die Norm passt, wird vernichtet. „Die interessiert nicht die Ernährungsqualität, sondern die interessiert die Handelsqualität. Sie kaufen nach äußeren Kriterien und sagen:
‚So müssen sie aussehen, sonst nehmen wir sie nicht ab, dann gehen sie zurück!’“, so Graefe
zu Baringdorf über den Handel. Doch selbst die Nahrungsmittel, die es in die Supermärkte
schaffen, werden längst nicht alle verkauft. Viel zu groß ist das Angebot. Die Kunden können
zu jeder Tageszeit aus dem vollen Sortiment schöpfen. Was sie liegen lassen, wird rigoros aussortiert und vernichtet – oft lange, bevor es verdirbt. Zwar verschenken viele Supermärkte
einen kleinen Teil der Lebensmittelüberschüsse an gemeinnützige Tafeln für Bedürftige, doch
der Großteil der ausgemusterten Waren landet auf dem Müll. So werden Tag für Tag tonnenweise Lebensmittel vernichtet.
Verschwendung in Privathaushalten
Wie viel genau vernichtet wird, hat in Deutschland noch niemand untersucht. In Österreich hat
die Müllforscherin Felicitas Schneider Supermarkt- und Hausmüll unter die Lupe genommen.
Schneider kommt zu dem Ergebnis, dass in Privathaushalten pro Person jährlich
100 Kilogramm essbare Nahrungsmittel im Müll landen: „Aus unseren Studien haben wir berechnet, dass etwa 6 bis 12 Prozent des Restmülls aus Haushalten Lebensmittel sind, das heißt
originale und nur teilweise verbrauchte Lebensmittel. Da kommen noch einmal 3 bis 6 Prozent
Speisereste hinzu. Viele Haushalte werfen die Sachen schon weg, bevor sie eben schlecht werden, weil sie sagen, sie brauchen sie einfach nicht mehr. Und falls sie es doch noch brauchen,
dann kaufen sie es nach. Es sind pro Haushalt und Jahr bis zu 400 Euro, die hier weggeworfen
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werden in Österreich. Also das ist schon einiges. Da könnte man sich dann schon noch einen
Urlaub davon leisten. Also, das ist den meisten Leuten nicht bewusst.“
Gigantische Vergeudung von Ressourcen
Hochgerechnet auf Deutschland sind das rund 20 Milliarden Euro – für Lebensmittel nur im
Hausmüll. Eine gigantische Verschwendung nicht nur von Geld, sondern auch von Ressourcen.
Viele Lebensmittel legen weite Wege bis zu uns zurück – nur, um dann weggeworfen zu werden. Felicitas Schneider plädiert für einen anderen Umgang mit Lebensmitteln. Man solle sie
wieder mehr wertschätzen und versuchen, mit den Ressourcen schonend umzugehen.
Tradition des Nachsammelns
Zu den Menschen, die noch jede einzelne Kartoffel wertschätzen, gehört Gerhard L. Wie in
vielen Regionen noch üblich, liest der Rentner auf dem Feld die Kartoffeln auf, die nach der
Ernte liegen bleiben. Für ihn zählt nicht, wie sie aussehen, sondern, wie sie schmecken.
So hat Gerhard L. ein paar Euro gespart und Landwirt Graefe zu Baringdorf ein wenig von seiner moralischen Last befreit: immerhin ein paar Kartoffeln weniger, die untergepflügt werden.
Der Beitrag für die Servicezeit ist Teil des Films „Taste the waste“ von Valentin Thurn. Der
vom WDR koproduzierte Film wird am 18. Februar 2011 auf der Berlinale in der Sektion „Kulinarisches Kino“ seine Premiere feiern.
Links:
•
http://www.tastethewaste.com
Taste the waste
Kampagnenseite zum Langfilm von Valentin Thurn
•
http://www.berlinale.de/de/das_festival/festival-sektionen/kulinarisches_kinoculinary_cinema/index.html
Kulinarisches Kino – Give Food a Chance
Programm der Berlinale-Sektion „Kulinarisches Kino“
Weitere Beiträge zum Thema in der Sendung:
•
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2011/kw04/0128/01_se
rvicetipp_lebensmittelmuell.jsp
Servicetipp: Lebensmittelmüll vermeiden
(Servicezeit am 28. Januar 2011)
•
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2011/kw04/0128/02_d
esign_fuers_gemuese.jsp
Design fürs Gemüse: Vorratshaltung auf Koreanisch
(Servicezeit am 28. Januar 2011)
Servicetipp: Lebensmittelmüll vermeiden
Von Katrin Niemann
In Deutschland landen jährlich 10 bis 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll – eine
unvorstellbare Menge. Vieles wird bereits weggeworfen, bevor es den Endverbraucher überhaupt erreicht. Dennoch können auch Privathaushalte durch ihr Kauf- und Essverhalten dazu
beitragen, die Lebensmittelverschwendung deutlich zu reduzieren.
1. Vor dem Einkauf: Kühlschrankcheck
Kontrollieren Sie vor dem Einkauf, welche Lebensmittel noch vorhanden sind und welche bald
verbraucht werden müssen.
Info: Anders als beim Verbrauchsdatum (zum Beispiel bei Hackfleisch oder Frischfisch) ist das
Mindesthaltbarkeitsdatum nur der Zeitpunkt, bis zu dem die Hersteller bestimmte Eigenschaften eines Lebensmittels (Aussehen, Konsistenz etc.) bei angemessener Lagerung garantieren.
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Selbst nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) sind die meisten Lebensmittel noch
genießbar.
Die Haltbarkeit reduziert sich, wenn ein Produkt (zum Beispiel Quark oder Sahne) bereits geöffnet ist. Am besten machen Sie den Auge-Nase-Geschmacks-Check: Sieht das Lebensmittel
anders aus als gewohnt? Hat sich etwa Schimmel gebildet? Riecht ein Produkt muffig, sauer
oder ranzig? Schmeckt es wie verdorbene Frischmilch sauer oder bitter wie zum Beispiel verdorbene H-Milch?
2. Mahlzeiten planen
Berücksichtigen Sie bei der Planung Ihrer Mahlzeiten Lebensmittel, die bald verbraucht werden
müssen.
Tipp: Milch, Sahne oder Käse sowie Schinken oder Eier lassen sich gut für Quiches, Aufläufe
oder Suppen verwenden (zum Beispiel Sahne für Cremesuppe oder Eier für Eierstich).
3. Kleine Mengen kaufen
Durch den Kauf kleiner Mengen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Lebensmittel nicht verbraucht werden und verderben. Einige Lebensmittel wie Gemüse oder Eier sind auf dem Markt
auch in Kleinstmengen erhältlich.
Tipp für Singlehaushalte: Teilen Sie Ware, die im Supermarkt nur abgepackt erhältlich beziehungsweise in größeren Mengen günstiger ist, mit Freunden oder Nachbarn.
4. Nach dem Einkauf: Lebensmittel richtig lagern
Die Voraussetzung für eine möglichst lange Haltbarkeit der gekauften Lebensmittel ist die richtige Lagerung: Viele Gemüsesorten, wie Kartoffeln, lagern am besten kühl und dunkel, sollten
jedoch nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden (Tomaten werden hier mehlig, Kartoffeln süßlich). In den Kühlschrank dürfen zum Beispiel Beeren, frische Kräuter, Spargel oder Bundkarotten (eventuell in ein feuchtes Tuch einschlagen). Bei leicht verderblichen Produkten sollte die
Kühlkette nicht unterbrochen werden. Brot am besten ungeschnitten kaufen, damit es nicht
austrocknet.
5. Kreative Resteküche
In größeren Haushalten lassen sich die Mahlzeiten und Portionsgrößen nicht immer exakt einschätzen. Die meisten Reste, zum Beispiel Brot, Suppen, Fleisch- oder Gemüsegerichte (außer
Kartoffeln) und sogar Reis und Nudeln, lassen sich gut einfrieren. Es lohnt sich, selbst kleine
Reste einzufrieren und diese als Basis für andere Gerichte weiterzuverwenden (zum Beispiel
Tomatensoße für Lasagne). Mit ein wenig Kreativität und Fantasie lässt sich aus Resten auch
schnell etwas Neues zaubern.
Tipp: Restkartoffeln lassen sich, angebraten mit Zwiebeln (und Kräutern oder Schinkenwürfeln
oder Champignons etc.) zu einem leckeren Bauernomelette weiterverwenden. Nudeln sind eine
gute Basis für einen Salat oder können mit Tomatensoße und Käse als Auflauf überbacken
werden. Aus Reis- und Gemüse- oder Fleischresten wird im Handumdrehen eine Reispfanne.
Altes Brot schmeckt lecker, wenn es mit Butter oder Olivenöl geröstet als Suppen- oder Salatcroûtons verwendet wird, und in Pfannkuchenrollen lassen sich optimal Gemüse-, Fleisch- oder
Käsereste verstecken.
Links:
•
http://tastethewaste.com/article/20101020-Lebensmittel-Mll-im-Alltagvermeiden
Lebensmittelmüll im Alltag vermeiden
Kampagne „Taste the waste“
•
http://www.was-wir-essen.de/zubereitung/lagerung.php
Lagerung von Lebensmitteln
Portal „was-wir-essen“ des aid Infodienstes Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz
e.V.
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Lebensmittelverschwendung: Was Jugendliche meinen
Quelle: www.checked4you.de (Zugriff: 12.07.2012)
Mit einer Befragung wollten wir herausfinden, wie Jugendliche über die
Verschwendung von Lebensmitteln denken. Über 300 Leute haben mitgemacht,
und ein Blick auf die Ergebnisse zeigt: das Thema scheint wichtig und
alltagsrelevant zu sein.
Februar und März 2012 lief bei checked4you eine Befragung, mit der wir
herausfinden wollten, wie Jugendliche über Lebensmittelverschwendung denken was sie damit verbinden, welche Rolle sie im Allltag spielt, was man dagegen
machen kann... Über 300 checked4you-Besucher haben mitgemacht, davon 68 unter
18 Jahren und 237 Leute im Alter von 18 Jahren oder älter. Repräsentativ für die
ganze Republik mag das jetzt nicht sein, aber eine ganz ordentliche Beteiligung ist
es allemal - also werfen wir doch mal einen Blick auf die Ergebnisse...
Grundsätzlich scheint das Thema nicht egal zu sein: Nach dem Interesse daran
gefragt, dass Lebensmittel auf dem Müll landen, machten 75 Prozent der
unter18jährigen ihr Kreuzchen bei "Ja, finde ich heftig". Der Rest verteilte sich auf
"Naja, ein bisschen schon" (19 Prozent) und "Nä, ist mir eigentlich egal" (6 Prozent).
Wichtig: Wie geht es anderen?
Die meisten verbinden laut Umfrage mit dem Begriff "Lebensmittelverschwendung"
den Hunger in der Welt, falsche politische Entscheidungen oder einfach
Ungerechtigkeit. Dazu passt, wie die Befragten über den Spruch "Die Kinder in Afrika
wären froh, wenn sie das essen könnten" denken. Danach gefragt, fanden nämlich
immerhin 164 "Volljährige" und 55 "Minderjährige" (= 81 Prozent), da sei doch was
dran. Mit anderen Worten: Viele finden Lebensmittelverschwendung offenbar vor
allem deshalb daneben, weil woanders Menschen Hunger haben.
Und selbst?
Wo aber erlebt man, dass Lebensmittel weggeworfen werden? Etwa ein Drittel der
Jugendlichen in der Befragung meint, dass in der Schule eigentlich immer angenagte
Brote im Abfall zu sehen seien. Ungefähr genau so viele beobachten, dass in der
Mensa viel weggeworfen würde. Und nur drei der 68 Befragten unter 18 Jahren
gaben an, dass bei ihnen gar keine Lebensmittel in den Müll kämen. An den guten
Vorsätzen scheint es aber nicht zu mangeln - beispielhaft haben wir gefragt, was
man macht, wenn man eine abgelaufene Milch im Kühlschrank findet. Fast alle (225
über und 64 unter 18 Jahren) wollten die nicht einfach in die Tonne kloppen, sondern
erst mal nach Geruch entscheiden oder die Milch sogar einfach verwenden: "Einfach
drauf auf das Müsli...".
Lebensmittel auf dem Müll
Es ist unvorstellbar: Viele Menschen leiden Hunger - und hierzulande landen
Lebensmittel einfach auf dem Müll. Jeder Deutsche wirft pro Jahr Lebensmittel im
Wert von 310 Euro weg. Wahnsinn, oder?
222 von 267
Essen aus dem Müll
"Dumpster Diver" oder "Freegans" durchsuchen Müll, um Ess- und anderweitig
Brauchbares darin zu finden und - so weit es geht - davon zu leben. Ihr Ziel: der
Protest gegen die Wegwerfgesellschaft und den ständigen Konsum.
223 von 267
Kostenfalle Fertiglebensmittel
Hausgemacht ist preiswerter und besser
Lebensmittel in der Tabelle nach Höhe des prozentualen Kostenunterschieds sortiert.
1. Melone, frisch
Hausgemacht
Fertigprodukt
Melone,
fertig geschnitten und verpackt
Kosten für Zutaten:
1000 g Melone
0,60 €
Kosten für Zutaten:
330 g Melone (4,52 €/kg)
1,49 €
Gesamtkosten für 330 g
0,33 €
Gesamtkosten für 330 g
1,49 €
Kosten pro 100 g:
0,06 €
Kosten pro 100 g:
0,45 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Die fertig geschnittene und verpackte Melone ist siebeneinhalbmal so
teuer wie die selbst geschnittene Melone.
Produktvergleich: Bei geschnittener Melone ist unbekannt, wie lange diese schon im
Laden liegt. Lange Lagerzeiten und Lichteinwirkung führen zu Vitaminverlusten. Erhöhte
Keimbelastung nach langer Lagerzeit möglich (abhängig von der Hygiene beim
Aufschneiden).
© Verbraucherzentrale Hamburg e.V., September 2011
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2. Karotten, geschnitten
Hausgemacht
Fertigprodukt
Erlenhof, Karottini
Gartenfrisch Jung GmbH
Kosten für Zutaten:
1000 g Karotten
0,99 €
Kosten für Zutaten:
250 g Karotten
1,29 €
Gesamtkosten für 250 g
0,25 €
Gesamtkosten für 250 g
1,29 €
Kosten pro 100 g:
0,10 €
Kosten pro 100 g:
0,52 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Die fertig geschnittenen Möhren von Erlenhof sind mehr als fünfmal so
teuer wie die selbst geschälten und geschnittenen Karotten.
Produktvergleich: Bei geschnittenen Möhren ist unbekannt, wie lange diese schon im
Laden liegen. Lange Lagerzeiten und Lichteinwirkung führen zu Vitaminverlusten.
Erhöhte Keimbelastung nach langer Lagerzeit möglich (abhängig von der Hygiene beim
Schälen und Verpacken).
© Verbraucherzentrale Hamburg e.V., September 2011
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3. Kaffeegetränk
Hausgemacht
Fertigprodukt
Starbucks Coffee, Seattle Latte
Arla Foods Amba
Kosten für Zutaten:
200 ml Biomilch
8 g Bio Espresso FAIRTRADE
Energiekosten
0,18 €
0,16 €
0,01 €
Kosten für Zutaten:
220 ml Kaffeegetränk
1,69 €
Gesamtkosten für ca. 200 ml
0,35 €
Gesamtkosten für 220 ml
1,69 €
Kosten pro 100 ml:
0,18 €
Kosten pro 100 g:
0,77 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Fertigkaffee ist mehr als viermal so teuer wie das selbst gemachte
Kaffeegetränk.
Produktvergleich: Kaffee von Starbucks Coffee enthält Zucker (5 %), normalerweise im
Milchkaffee nicht üblich. Zusätzlich vier Zusatzstoffe: E 501 (Kaliumcarbonat), E 407
(Carragen), E 412 (Guarkernmehl) sowie E 471 (Mono- und Diglyceride von pflanzlichen
Speisefettsäuren) und zusätzliches Kaffeearoma (allerdings aus der Kaffeebohne).
© Verbraucherzentrale Hamburg e.V., September 2011
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4. Marmorkuchen
Hausgemacht
Fertigprodukt
Marmorkuchen
Dr. August Oetker
Nahrungsmittel KG
Halbfertigprodukt
Marmorkuchen
Dr. August Oetker
Nahrungsmittel KG
Kosten für Zutaten:
400 g Backmischung
150 g Margarine
180 g Freilandeier (3 Eier)
100 ml Biomilch
Energiekosten
2,19 €
0,23 €
0,48 €
0,09 €
0,32 €
2,03 €
Gesamtkosten für 830 g
0,14 €
Kosten pro 100 g:
Kosten für Zutaten:
250 g Margarine
270 g Zucker
240 g Freilandeier (4 Eier)
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
125 ml Biomilch
30 g Kakao
Energiekosten
0,38 €
0,18 €
0,64 €
0,12 €
0,04 €
0,11 €
0,18 €
0,38 €
Gesamtkosten für 1430 g
Kosten pro 100 g:
Kosten für Zutaten:
350 g Kuchen
1,99 €
3,31 €
Gesamtkosten für 350 g
1,99 €
0,40 €
Kosten pro 100 g:
0,57 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Fertiger Marmorkuchen von Dr. Oetker ist viermal so teuer wie der selbst
gebackene Marmorkuchen. Für den Kuchen aus der Backmischung zahlt man fast den
dreifachen Preis.
Produktvergleich: Backmischung und Fertigkuchen enthalten Aroma und Zusatzstoffe,
z.B. Emulgator E 471 (Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren). Verzehrsfertiger
Marmorkuchen enthält mehr Zucker als Mehl, was bei einem normalen Rührteig nicht
üblich ist und ebenfalls Aromen. Haltungsform der Hühner bei den Eiern nicht erkennbar.
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5. Tomatensauce
Hausgemacht
Halbfertigprodukt
Knorr Spaghetti Napoli
Unilever Deutschland
Fertigprodukt
Oro di Parma Pasta Sauce
Rich. Hengstenberg
Kosten für Zutaten:
450 g Tomaten
50 g Tomatenmark
70 g Zwiebeln
5 g Kräuter/Gewürze
Energiekosten
0,69 €
0,10 €
0,07 €
0,07 €
0,09 €
Kosten für Zutaten:
44 g Fertigprodukt
1 EL Öl (ca. 14 g)
250 ml Wasser
Energiekosten
0,79 €
0,02 €
0,00 €
0,02 €
Kosten für Zutaten:
320 g Pasta Sauce
Energiekosten
1,79 €
0,01 €
Gesamtkosten für 575 g
1,02 €
Gesamtkosten für ca. 308 g
0,83 €
Gesamtkosten für 320 g
1,80 €
Kosten pro 100 g:
0,18 € Kosten pro 100 g:
0,27 € Kosten pro 100 g:
0,56 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Halbfertigprodukt von Knorr ist 50 % teurer, Fertigprodukt von Rich.
Hengstenberg ist mehr als dreimal so teuer wie die selbst gemachte Tomatensauce.
Produktvergleich: Halbfertigprodukt besteht nur zu 47 % aus Tomatenpulver, 41 % des
Nährstoffgehalts ist Zucker, keine Aromen enthalten. Die Fertigsauce besteht zu 93 % aus
Tomaten (80 % Tomaten und 13 % Tomatenmark), enthält allerdings Aromen.
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6. Schlagsahne
Hausgemacht
Fertigprodukt
Sprühsahne
Meggle
Fertigprodukt
Glücksklee Schlagsahne
Allgäuer Alpenmilch GmbH
Kosten für Zutaten:
200 g Schlagsahne
1 EL Zucker
Energiekosten
0,43 €
0,01 €
0,01 €
Kosten für Zutaten:
257 g Sprühsahne
1,49 €
Kosten für Zutaten:
160 g Schlagsahne
0,99 €
Gesamtkosten für 220 g
0,45 €
Gesamtkosten für 257 g
1,49 €
Gesamtkosten für 160 g
0,99 €
Kosten pro 100 g:
0,20 € Kosten pro 100 g:
0,58 €
Kosten pro 100 g:
0,62 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Die fertige Schlagsahne von Glücksklee ist mehr als dreimal so teuer
wie selbst geschlagene Sahne, die Sprühsahne von Meggle ist knapp dreimal so teuer.
Produktvergleich: Die fertige Schlagsahne enthält Gelatine und ist somit nicht für
Vegetarier geeignet.
Die Sprühsahne enthält nur 70 % Sahne; Verbrauchererwartung an den Sahnegehalt
wird durch Phantasienamen nicht erfüllt. Mit Magermilchpulver und Glukosesirup
gestreckt, außerdem fünf Zusatzstoffe (E-Nummern): E 471 (Mono- und Diglyceride von
Speisefettsäuren), E 472a (Verestertes Mono- und Diglycerid), E 339
(Natriumphosphat), E 407(Carrageen) und E 942 (Distickstoffmonoxid). Beide
Fertigprodukte enthalten auch noch zugesetztes Aroma.
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7. Pfannkuchen
Hausgemacht
Halbfertigprodukt
Mondamin
Pfannkuchen Teig-Mix
Unilever
Fertigprodukt
Panny
Pfannkuchen
Pan-bake Holland b.v.
Kosten für Zutaten:
198 g Pulver
400 ml Biomilch
Energiekosten
1,59 €
0,36 €
0,12 €
Kosten für Zutaten:
300 g Fertig-Pfannkuchen
Energiekosten
0,99 €
0,01 €
Kosten für Zutaten:
250 g Mehl
240 g Freilandeier (4 Eier)
300 ml Biomilch
Mineralwasser
4 EL Zucker
Energiekosten
0,06 €
0,64 €
0,27 €
0,10 €
0,05 €
0,16 €
Gesamtkosten für 1040 g
1,28 €
Gesamtkosten für 598 g
2,07 €
Gesamtkosten für 300 g
1,00 €
Kosten pro 100 g:
0,12 €
Kosten pro 100 g:
0,35 €
Kosten pro 100 g:
0,33 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Sowohl das Halbfertigprodukt von Mondamin als auch das
Fertigprodukt von Panny sind fast dreimal so teuer wie der selbstgemachte
Pfannkuchen.
Produktvergleich: Halbfertigprodukt enthält stark verarbeitete Bestandteile, z.B.
getrocknetes Eipulver statt Eier, Haltungsform der Hühner nicht erkennbar. Weder
Zusatzstoffe noch Aroma. Viel Verpackungsmüll durch Einweg-Schüttelflasche beim
Halbfertigprodukt.
Fertigprodukt enthält vier Zusatzstoffe inklusive des Konservierungsstoffes E202
(Sorbinsäure).
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8. Salatdressing
Hausgemacht
Halbfertigprodukt
Knorr
Salatkrönung 7-Kräuter
Unilever
Fertigprodukt
Dressing Petersilie und Dill
Kraft Foods Deutschland
Kosten für Zutaten:
2 g Tiefkühlkräuter
100 ml Sonnenblumenöl
50 ml Kräuter-Essig
0,05 €
0,15 €
0,07 €
Kosten für Zutaten:
10 g Salatkrönung
45 ml Sonnenblumenöl
45 ml Wasser
0,24 €
0,07 €
0,00 €
Kosten für Zutaten:
400 ml Dressing
1,99 €
Gesamtkosten für 150 ml
0,27 €
Gesamtkosten ca. 90 ml
0,31 €
Gesamtkosten für 400 ml
1,99 €
Kosten pro 100 ml:
0,18 € Kosten pro 100 ml:
0,34 €
Kosten pro 100 ml:
0,50 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Kräuter Dressing von Kraft ist fast dreimal so teuer wie das selbst
hergestellte Dressing. Das Halbfertigprodukt von Knorr kostet fast doppelt soviel.
Produktvergleich: Halbfertigprodukt besteht zu großen Teilen aus Zucker, Speisesalz
und Maltodextrin, enthält nur 9 % Kräuter. Hefeextrakt wirkt geschmacksverstärkend,
zusätzlich auch noch verschiedene Zusatzstoffe und Aroma enthalten.
Fertigdressing sieht wie ein Essig-Öl-Dressing aus, enthält aber hauptsächlich Wasser,
Essig und Zucker. Zusatzstoffe - zwei Verdickungsmitteln E 415 (Xanthan) und E 410
(Johannisbrotkernmehl) - und Aromen enthalten.
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9. Ofengratin
Hausgemacht
Halbfertigprodukt
Maggi Ofengratin Nudeln mit Gemüse
Nestlé
Kosten für Zutaten:
250 g Babykarotten (TK)
250 g Gemüse (TK)
120 g Freilandeier (2 Eier)
500 ml Biomilch
50 g Tomatenmark
200 g Käse
250 g Penne
Energiekosten
0,74 €
1,10 €
0,32 €
0,45 €
0,10 €
1,19 €
0,20 €
0,24 €
Kosten für Zutaten:
115 g Maggi Ofengratin
30 g Käse
225 ml Wasser
Energiekosten
1,99 €
0,18 €
0,00 €
0,16 €
Gesamtkosten für 1620 g
4,34 €
Gesamtkosten für 370 g
2,33 €
Kosten pro 100 g:
0,27 €
Kosten pro 100 g:
0,63 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Das Ofengratin von Maggi ist mehr als doppelt so teuer wie das selbst
gemachte Ofengratin.
Produktvergleich: Fertiges Ofengratin enthält Gemüse in mikroskopischen kleinen
Mengen (3 %), deutliche Abweichung vom Bild auf der Schauseite. Hefeextrakt wird als
Geschmacksverstärker trotz Auslobung „ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker“
eingesetzt. Hinzu kommen weitere Zusatzstoffe, z.B. E 1404 -1422 (Modifizierte Stärke),
E 339 (Natriumphosphat) und E 331 (Natriumcitrat) und E 322 (Lecithin) sowie Aromen.
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10. Pizza Salami
Hausgemacht
Halbfertigprodukt
Knack & Back, Pizza-Kit
General Mills GmbH
Fertigprodukt
Wagner, Steinofen Pizza
Salami
Wagner Tiefkühlprodukte
GmbH
Kosten für Zutaten:
Pizza-Kit
(200 g Sauce & 400 g Teig)
80 g Salami
200 g Käse
Energiekosten
Kosten für Zutaten:
320 g Pizza
Energiekosten
2,39 €
0,12 €
Kosten für Zutaten:
500 g Mehl
80 g Salami
5 g Hefe
200 g Käse
450 g Tomaten
10 g Kräuter
Energiekosten
0,13 €
1,15 €
0,33 €
1,49 €
0.69 €
0,17 €
0,24 €
Gesamtkosten für 1245 g
4,20 €
Gesamtkosten für 880 g
4,63 €
Gesamtkosten für 320 g
2,51 €
Kosten pro 100 g:
0,34 €
Kosten pro 100 g:
0,53 €
Kosten pro 100 g:
0,78 €
1,79 €
1,15 €
1,49 €
0,20 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Das Halbfertigprodukt ist 56 % teurer als die selbstgemachte Pizza. Die
Fertigpizza von Wagner ist mehr als doppelt so teuer wie die selbstgemachte Pizza.
Produktvergleich: Zuckerzusatz bei beiden Industrieprodukten, was bei einer Pizza nicht
erwartet wird. Zusätzlich Zusatzstoffe wie etwa der Stabilisator E 415 (Xanthan) beim
Halbfertigprodukt und bei der Tiefkühlpizza, z.B. Antioxidationsmittel.
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11. Grillkartoffel
Hausgemacht
Fertigprodukt
Grill- & Pfannen-Kartoffel
Meggle
Kosten für Zutaten:
400 g Kartoffeln
15 g Kräuter & Gewürze
40 g Butter
Energiekosten
0,40 €
0,30 €
0,20 €
0,24 €
Kosten für Zutaten:
400 g Grill- & Pfannen-Kartoffel
Energiekosten
1,99 €
0,22 €
Gesamtkosten für 450 g
1,14 €
Gesamtkosten für 400 g
2,21 €
Kosten pro 100 g:
0,25 €
Kosten pro 100 g:
0,55 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Grill- & Pfannenkartoffel von Meggle sind mehr als doppelt so teuer wie
die hausgemachten Grillkartoffeln.
Produktvergleich: Der Hinweis „ohne künstliche Aromen“ täuscht darüber hinweg, dass
ein natürliches Aroma zugesetzt wurde, das nicht aus der Kartoffel, sondern auch aus
anderen Rohstoffen stammen kann.
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12. Überbackenes Baguette mit Champignons
Hausgemacht
Fertigprodukt
Bistro Baguette Champignon
Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG
Kosten für Zutaten:
400 g Baguette
200 g Tomaten
200 g Champignons
140 g Zwiebeln
200 g Crème Fraîche
5 g Kräuter
Energiekosten
0,99 €
0,30 €
0,80 €
0,14 €
0,49 €
0,07 €
0,18 €
Kosten für Zutaten:
250 g Bistro Baguette Champignon
Energiekosten
1,25 €
0,14 €
Gesamtkosten für 1145 g
2,97 €
Gesamtkosten für 250 g
1,39 €
Kosten pro 100 g:
0,26 €
Kosten pro 100 g:
0,56 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Bistro Baguette von Dr. Oetker ist mehr als doppelt so teuer wie das
selbst überbackene Baguette.
Produktvergleich: Im Fertigbaguette ist Aroma und der Zusatzstoff „modifizierte Stärke“
enthalten. Überdies einige stark verarbeitete Zutaten wie aufgeschlossenes Sojaeiweiß
sowie süßende Geschmackskomponeten wie Glukosesirup, Karamell oder Lactose.
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13. Schokoladenpudding
Hausgemacht
Fertigprodukt
Optiwell Schoko Pudding
FrieslandCampina
Halbfertigprodukt
Pudding aus Raspeln
Dr. August Oetker
Kosten für Zutaten:
127 g Puddingpulver
500 ml Biomilch
Energiekosten
Kosten für Zutaten:
100 g Schokolade
40 g Stärke
500 ml Biomilch
2 Freilandeigelb
4 EL Zucker
Energiekosten
0,69 €
0,05 €
0,45 €
0,32 €
0,05 €
0,02 €
Gesamtkosten für 840 g
1,58 €
Gesamtkosten für ca. 627
g
Kosten pro 100 g:
0,19 €
Kosten pro 100 g:
Kosten für Zutaten:
150 g Pudding
0,49 €
2,06 €
Gesamtkosten für 150 g
0,33 €
0,33 €
Kosten pro 100 g:
0,33 €
1,59 €
0,45 €
0,02 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Schokopudding von Optiwell und Pudding aus dem Dr. Oetker Pulver
sind beide fast doppelt so teuer wie der selbst gemachte Schokoladenpudding.
Produktvergleich: Schokoladenanteile im Fertigprodukt sind sehr unterschiedlich: Der
selbstgemachte Pudding enthält ca. 12 % Schokolade, im Halbfertigprodukt von Dr.
Oetker sind noch erfreuliche ca. 8 %. Zusätzlich Aroma und Zusatzstoffe wie etwa
Verdickungsmittel Carrageen. Der Optiwell Schoko Pudding enthält nur 0,8 %
Schokoladenpulver, dazu Zusatzstoffe wie Süßstoffe und Verdickungsmittel Carageen.
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14. Kartoffelpüree
Hausgemacht
Halbfertigprodukt
Pfanni, Kartoffel Püree
Unilever
Kosten für Zutaten:
500 g Kartoffeln
150 ml Biomilch
15 g Butter
Energiekosten
0,49 €
0,13 €
0,07 €
0,22 €
Kosten für Zutaten:
100 g Püreepulver
500 ml Trinkwasser
Energiekosten
1,09 €
0,00 €
0,05 €
Gesamtkosten für 675 g
0,91 €
Gesamtkosten für 600 g
1,14 €
Kosten pro 100 g:
0,13 €
Kosten pro 100 g:
0,19 €
Bewertung aus Sicht der Verbraucherzentrale:
Preisvergleich: Das Kartoffelpüree von Pfanni ist 46 % teurer als das selbst
hergestellte Katroffelpüree.
Produktvergleich: Dem Fertigpüree ist Aroma zugesetzt und enthält zusätzlich als
Zusatzstoffe die beiden E-Nummern E 304 (Ascorbylpalmitat) und E 471 (Mono- und
Diglyceride von Speisefettsäuren).
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243 von 267
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03 12 201
Kongress
gut essen - was heisst das?
„Das Globale Huhn“
Universität Bern 3. und 4. Dezember 2010
Francisco J. Marí,
Projektreferent Agrarhandel und Fischerei,
Evangelischer Entwicklungsdienst
Fast eine Milliarde Hungernde
>70% auf dem Lande
246 von 267
1
03 12 201
Anteil von Fleisch am Ernährungshaushalt
(Kalorien, Proteine,Fett)
Pro Kopf Fleischverbrauch 2007
•
Deutschlan Niederlande Spanien Kamerun Mali
d
Kg /p. Kopf
Kg /p. Kopf
Ghana
Kalorie n p.K.
davon aus :
Aus pflanzliche n
Kg /p. Kopf Kg /p. Kopf Kg /p. Kopf Kg /p. Kopf
Gesamt
Rindfleisch
Schweinefleisc
85
12
54
67
21
36
122
15
66
16
6
1
20
16
0
11
1
1
Geflügelfleisch
14
9
30
3
3
3
Pro Kopf Geflügelfleischkonsum in ausgew. Ländern
Produkte n
aus tie rische n
Produkte n
davon Fleisch
Prote ine p.Tag
aus pflanzlichen
Produkten
aus tierischen
Produkten
davon Fleisch
Fe tt p.K. p.Tag
aus pflanzlichen
Produkten
aus tierischen
Produkten
davon Fleisch
Afrika,
südl.Sahara
2217 kcal
Industrie lände r
3313kcal
2077 kcal
140 kcal
2450 kcal
6%
877 kcal
26%
55 kcal 2,50%
342 kcal
10%
53 g
101 g
43 g
44 g
10 g
18%
57 g
56%
4,5 g
10%
27 g
26%
44 g
122 g
35 g
60 g
9 g
20%
60 g
49%
4 g
9%
25 g
20%
Hühnerreste für den Süden
„Keine chicken schicken“
Wie Hühnerfleisch aus Europa
Kleinbauern in Westafrika ruiniert und
eine starke Bürgerbewegung in Kamerun
sich erfolgreich wehrt
247 von 267
2
03 12 201
EED und andere Entwicklungsorganisationen fördern
Projekte zur Geflügelzucht als Betrag zur Armutsreduzierung
von KleinbäuerInnen
- besonderes Frauen erhalten dadurch eine Chance -
Aber auch viele andere Menschen finden durch
Geflügelproduktion eine Arbeit …
Hähnchenmast als Zusatzeinkommen für
Frauen
Fridolin Koa, Maisbauer – Mais ist das
Grundfutter für die Hähnchenmast
Frau Agnes Ngue,
Kleinzüchterin ein Kleinkredit der
Afrikan. Entwicklungsbank erlaubt ihr 1998,
mit 500 Küken ihre
Produktion zu starten.
Zweitgrößter
Einzahler in diese
Bank ist: Die
Bundesrepublik
Deutschland.
248 von 267
3
03 12 201
Importe von Geflügelfleisch in Kamerun
Der Hühnerwahnsinn
34397
35000
30000
25000
22153
20000
14746
15000
13480
11936
9376
10000
7953
5000
3536
2500
60
490
978
0
1994
1995
1996
1997
1998
1999
Importe aus EU Ländern
2000
2001
2002
2003
2004
2005
Gesamtimporte
Die Folgen der Importe von Hähnchenteilen:
leere Ställe, ruinierte KleinbäuerInnen…
Wie kann es dazu kommen?
249 von 267
4
03 12 201
Wer oder was verursacht diese Billigefleischexporte
nach Afrika ?
- Der globalisierte Handel mit Fleisch und neoliberale
Handelsregeln?
Welche Produktionsform sichert das Überleben von Millionen von
KleinbäuerInnen und eine weltweite, nachhaltige
und ökologische Agrarproduktion?
- „Das Globale Huhn“ als Ausdruck einer weltweit
gleichen integrierten Massenproduktion, die von Zuchtund Fleischkonzernen bestimmt wird ?
- „Konsumpräferenzen“ der VerbraucherInnnen nach
fertig zubereiteten, mageren Fleischstücken?
- Zusammenbruch des Marktes für Fleischreste nach dem
gesetzlichen Tiermehlverfütterungsverbot?
- Zu geringes Angebot an Bio- und regionalem
Hähnchenfleisch „(label rouge in Fkr.)?
Die Globalisierungsgegner:
G8
Internationaler Währungsfonds (IWF)
Weltbank
Welthandelsorganisation (WTO)
250 von 267
5
03 12 201
Wie die “Hühnerinvasion“ in Afrika verhindern?
Forderungsprogramm und Vorschläge von EED und Partnern:
werden 2008/2009 WTO, EU, FAO und nationalen Regierungen vorgelegt:
Hauptforderung an Exportländer:
- Umkehr der Beweispflicht für Dumpingverstöße (liegt noch bei EL)
- schneller wirksame Schutzmechanismen für Entwicklungsländer
- freiwilliger Exportverzicht durch die Industrie (Code of Conduct)
- Klagerecht für Zivilgesellschaft und Kleinproduzenten bei Dumping
Entwicklung der weltweiten Fleischproduktion
251 von 267
6
03 12 201
Weltweiter Handel mit Fleisch
Hähnchenangebot in Europa 1993:
80% des Geflügelangebotes sind ganze gefrorene
Hähnchen
Das „Globale Huhn“ hat für jeden Geschmack etwas parat…
Die Fitnesswelle in den 1990er Jahren zerlegt das
Huhn!
252 von 267
7
03 12 201
Hähnchenbrustfilet als Trendsetter
für gesunde leichte Kost
Auf der Suche nach den Gründen für den Erfolg des
Hähnchenfilets…
Soziologische Trends in der Ernährung…
• Abnahme der Haushaltsgröße (Doppelbelastung,kleinere
Mahlzeiten)
• Überalterung der Gesellschaft (spezielle Diäten, andere
Bedürfnisse)
Kinderprodukte, sinkende
• Sinkende Kinderzahlen (weniger Kinderprodukte
Sensibilität bei Ernährung/Gesundheit)
• Wachsende Mobilität (Außer-Haus, Functional Foods und
Snacks, „Luxus am Wochenende“)
• Neue Berufsbilder (weniger Kalorienbedarf, flexibleArbeitszeiten
vs. 3-Mahlzeiten-Tag)
• Globalisierung vs. Regionalisierung im gesamten
Konsumverhalten
Nach FAL, 2006
Angebot an Hähnchenteilen 2006:
8o% Brust, Schenkel, Flügel; 20 % ganze Hähnchen
Aber 50 % des gesamten konsumierten Hähnchenfleisches
sind Hähnchenbrustfilets !!
… in den Mittelschichten werden höherer
Ansprüche an Lebensmittel gestellt
• Tierschutz (artgerechte Haltung, kurze Transportwege)
• Bio-Fleisch und andere Bioprodukte
• Rückverfolgbarkeit auf der gesmten Produktions- und vertriebskette
(Stichwort BSE, Gammelfleisch)
Angebote der Industrie um diesen Trends nachzukommen:
• Convenience Food
• Chilled Food
• Außer-Haus Food
• Regional Food
• Ethnic/Exotic Food
• Functional Food
• Anti-Aging/Best-Aging Food
• Low Carb Food
• Anti-Fat Food
• Bio Food
• Mode-Food Trends
253 von 267
8
03 12 201
Weltproduktion an Geflügelfleisch
Geflügelfleischimporte der Europäischen Union
in 1000 Tonnen
254 von 267
9
03 12 201
Geflügelfleischexporte der Europäischen Union
in 1000 Tonnen
Produktionspreis in Europa
und der Exportpreis nach Afrika
Verbraucherpreise in Afrika und in Europa
255 von 267
10
03 12 201
Ein Desaster für die nationale Wirtschaftsentwicklung?
Ja !! … so die Schlussfolgerung der Studie
• 10,5 Milliarden CFA an Verlusten für die einheimische
Wirtschaft in 2003 (ca.15 Mios Euro)
• 110 000 Arbeitsplätze gehen in der Landwirtschaft
verloren und berühren so die Lebensgrundlage von über
einer Million Menschen in Kamerun
• Die vollkommene Vernichtung der nationalen
Geflügelproduktion
• Damit eine Vertiefung der Armutsbedingungen in Stadt
und Land
Das „unpolitische“ Huhn demokratisiert ein
Land… die Zivilgesellschaft erwacht …
Aber … Widerstand formiert sich… 2004 wird
die Bürgerbewegung ACDIC gegründet
•
•
Auf der Grundlage
der
Studienergebnisse
gründet sich mit
Hilfe von SAILD eine
überparteiliche
Bürgerbewegung ACDIC.
Für Medien und
VerbraucherInnen
werden die
Ergebnisse der
Studie aufgearbeitet
in DVD‘s und
Broschüren.
Der vorläufige Höhepunkt und ein großer Erfolg…
• Die Regierung reduziert sofort die Einfuhrquoten und
erlässt zum 1.März 2006 ein neues Zoll- und
Steuersystem:
Zoll- und Mehrwertsteuer werden erhoben von einem
Zoll
festen, von der Regierung festgelegten Basisbetrag:
1,70 Euro - statt des realen Einfuhrpreis von 80 Cent
Darauf kommen Zoll und die MwSt von je ca. 20%, so
dass der Einfuhrpreis sich auf ca. 1,40 Euro erhöht
und dass ist ungefähr auch der Produktionspreis von
lokalem Huhn.
256 von 267
1
03 12 201
Der Erfolg in Zahlen:
Die gefrorenen Hühnerteile aus Europa sind auf den
kamerunischen Märkten fast verschwunden –
Grund: Regierung, Geflügelverband, ACDIC überwachen am Hafen in
Douala strikt die Einhaltung des faktischen Einfuhrverbotes:
Aktueller Stand, wie geht es weiter?
• Innerhalb weniger Monate deckt die lokale Produktion
wieder 64% des kamerunischen Bedarfes
• Es kommt zu großem Mangel an Küken und Mais, da die
Produktion am Boden lag
• Es gibt Überlegungen
Ü
der Importeure in eine Kühlkette
und in Schlachthäuser zu investieren, auch um
Geflügelteile anzubieten
• Verlierer sind nach wie vor v.a diejenigen Frauen, die
nun produzieren könnten, aber kein Kapital bekommen,
weil immer noch verschuldet
Geflügelfleischimporte Kamerun (1996 - 2007)
25000
20000
15000
10000
5000
0
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
Gesamtimporte
2003
2004
2005
2006
2007
EU
Ghana Gesamtimporte Geflügelfleisch 1996 - 2006
82000
72000
62000
52000
42000
32000
22000
12000
2000
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
-8000
Tonnen Geflügeflesch
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12
03 12 201
Evangelischer
Entwicklungsdienst e.V.
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Kann ich das noch essen?
Sicherheit per Auge-Nase-Zunge-Test
Selbst nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) sind die meisten Lebensmittel noch genießbar – anders als beim Verbrauchsdatum von Geflügelfleisch und anderen besonders sensiblen
Lebensmitteln. Wer Produkte nach Ablauf des MHD einfach – vielleicht sogar noch ungeöffnet – in
den Müll wirft, vergeudet meist Essbares und Geld. Es lohnt sich daher, die Produkte sorgfältig zu
prüfen.
Die Haltbarkeit reduziert sich, wenn ein Produkt bzw. eine Packung bereits geöffnet ist oder nicht
optimal gelagert wird. Daher sollte man seine Vorräte auch schon vor dem Ablauf des MHD regelmäßig kontrollieren, um sie rechtzeitig aufbrauchen zu können.
Wie aber kann man testen, ob Lebensmittel noch genießbar sind?
Am besten mit den eigenen Sinnen beim Auge-Nase-Zunge-Check!
AugeErst sollte man sich sein Essen gut ansehen: Sieht das Lebensmittel anders aus als
gewohnt? Hat sich etwa Schimmel gebildet? Geschimmeltes direkt entsorgen!
NaseWenn optisch alles okay ist, kommt der Geruchstest: Riecht das Öl oder die Butter
ranzig, die Milch sauer, der Fruchtsaft muffig oder vergoren, die Lieblingswurst nicht
wie gewohnt? Dann landet auch das sofort im Müll.
ZungeWer sich danach noch nicht sicher ist, sollte vorsichtig kosten. Christine Langer von der
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention weiß: „Selbst wenn ein Lebensmittel doch verdorben ist, gefährdet ein kleiner Happen noch nicht die Gesundheit.“
Schmeckt das Produkt normal, kann man es unbedenklich genießen.
Das gehört definitiv in die Tonne:
Frischfleisch und -fisch nach dem Verbrauchsdatum; alle Produkte mit ungewolltem Schimmel wie
geschimmelte Milchprodukte, Früchte, Nüsse, Toast (Schimmel nicht wegschneiden, die Sporen sind
in der kompletten Packung); schmierige Wurst, farbloses Grillfleisch, versauerte Suppe, saure Milch,
bittere H-Milch, von Vorratsschädlingen befallene Trockenprodukte wie Müsli oder Mehl
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Sekundarstufe
Hinweise zu einzelnen Lebensmittelgruppen:
Reis, Nudeln,
sind noch Monate nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar, wenn sie gut
Getreide verpackt vor Schädlingen geschützt werden.
& Hülsenfrüchte
Obst & Gemüseüberreife und unansehnliche Früchte im Joghurt, Müsli, Milchshake oder zu Mus
verarbeiten. Gemüse putzen, zerkleinern und roh oder vorgekocht einfrieren.
Faule Stellen großzügig abschneiden. Schimmeliges nicht abschneiden, das gehört in den Müll.
Honig
& Schokolade
sind gut verpackt und kühl gelagert sehr lange haltbar, auch nach dem MHD.
Quark, Joghurt abgesetztes Wasser einfach wieder einrühren. Milchprodukte sind meist
& Senf
noch einige Tage nach dem MHD gut und lecker, Senf noch viel länger.
Milchmeist bis nach dem MHD genießbar, vor allem wenn noch ungeöffnet.
Dann nach dem Öffnen schnell aufbrauchen.
Eierunbedingt im Kühlschrank aufbewahren. Ist ihr MHD abgelaufen, sollte man
sie nur noch gekocht zu sich nehmen.
Sahne
saure Sahne (ohne Schimmel!) kann man noch zum Kochen benutzen.
KäseGeschwitzter Käse ok (fettige oder salzige Schwitze). Bei Schimmel oder
untypischem Geruch direkt entsorgen, nicht abschneiden! Edelschimmel
von Camembert etc. darf sich weiter ausbreiten.
Fleisch besonders auf Hygiene achten! Rindfleisch bei 0--4 C° drei bis vier Tage, Kalbund Schweinefleisch maximal drei Tage haltbar. Bei Hack- und Geflügelfleisch
Verbrauchsdatum unbedingt einhalten, zur Not vor dessen Ablauf anbraten und
einfrieren. Schmieriges Fleisch entsorgen!
Wurst übrigen Aufschnitt vom Tisch getrennt aufbewahren und zuerst verbrauchen,
& Schinkenz.B. beim Kochen, falls leicht geschwitzt oder trocken. Schmierige oder geruchlich veränderte Scheiben entsorgen!
Brot &
Geschimmelte Stellen nicht abschneiden, sondern komplett wegwerfen, auch
Backwarenbei geschnittenen Backwaren wie Toast.
achten!
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Immer auf Farbe, G
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Sekundarstufe
Tipps und Ideen „Essbares in der Tonne vermeiden“
Die wichtigsten Tipps im Überblick:
Clever einkaufen
¬vor
¬ dem Einkauf die Vorräte und den
Bedarf der nächsten Tage prüfen
Die Lebensmittel richtig lagern
¬Kühlkette
¬
bei gekühlten Produkten
nicht bzw. nur kurz unterbrechen
¬einen
¬
Einkaufszettel schreiben
¬Lagerhinweise
¬
auf der Verpackung
beachten (kühl, trocken, dunkel)
¬leicht
¬
Verderbliches am Tag der
Verwendung kaufen
¬Großpackungen
¬
und Sonderangebote
nur bedingt kaufen
¬saisonale
¬
Produkte bevorzugen
Die Haltbarkeit regelmäßig prüfen
¬Lebensmittel
¬
mit Verbrauchsdatum
vor dessen Ablauf verzehren!
¬Mahlzeiten
¬
so planen, dass Lebensmittel
mit dem nächsten Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zuerst verbraucht werden
¬„MHD-abgelaufene
¬
“ Lebensmittel
sorgfältig auf Genießbarkeit prüfen
 Aussehen, Geruch, Geschmack
¬Kältezonen
¬
im Kühlschrank beachten
(z.B. Gemüsefach)
¬Position
¬
im Vorrats-/Kühlschrank:
Nächstverderbliches nach vorne
Die Reste verwerten
¬Resterezepte
¬
aus Kochbüchern und
Online-Rezeptbörsen oder eigene
Ideen ausprobieren
¬Speisereste
¬
kühlen oder einfrieren,
falls sie nicht binnen 1–2 Tagen
aufgebraucht werden
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Weitere Infos zu den Tipps:
Jeder Einzelne von uns hat durch sein Verhalten Einfluss auf die Menge von Lebensmitteln, die
weggeworfen werden. Durch unsere Kaufentscheidungen, unsere Essgewohnheiten und die Art,
wie wir den Haushalt organisieren, entscheiden wir täglich, was im Müll landet. Mit unserem Konsumverhalten beeinflussen wir langfristig, was in Geschäften, Restaurants und Caterings angeboten
wird. Die folgenden Tipps zeigen, wie jeder Einzelne mit kleinen Schritten zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen beitragen kann.
Clever einkaufen
Fehlkäufe zu vermeiden ist nicht schwer, wenn man die Vorräte sowie den Bedarf der nächsten Tage
vor dem Einkauf prüft und sich eine Einkaufsliste macht. Welche Lebensmittel sind noch vorhanden? Welche Produkte sind nicht mehr lange haltbar und sollten bald verbraucht werden? Wie können Vorräte sinnvoll den Speiseplan ergänzen? Kommt Besuch oder ist die Hälfte der Familie diese
Woche ohnehin kaum zu Hause? Wer nicht lange im Voraus planen möchte, besorgt mehrmals pro
Woche kleinere Mengen.
Während des Einkaufs sollte man sich nur nach guter Überlegung von Schnäppchen oder seinem
spontanen Appetit verleiten lassen – am besten nicht hungrig einkaufen gehen, sonst sind schnell
Sachen im Einkaufswagen, die daheim doch nicht rechtzeitig gegessen werden.
Familien-Portionen und Großpackungen locken zwar mit günstigen Preisen, sind jedoch teurer,
wenn ein Teil schließlich im Müll landet. Der Kauf lohnt sich nur, wenn man die Menge braucht
oder das Produkt lange haltbar ist. Eine Idee für kleine Haushalte: Großpackungen mit Freunden
und Nachbarn teilen oder in kleinen Mengen einfrieren.
Neben der Einkaufsliste hilft auch eine Essensmüll-Liste: Auf dieser werden alle Lebensmittel und
Speisereste mit Datum und grober Menge notiert, die in den Müll wandern. Zeigt sich, dass regelmäßig die gleichen Lebensmittel übrig bleiben und verderben, empfiehlt es sich, gezielt nach kleineren Verpackungen zu suchen – auch wenn sie teurer sind.
Durch das eigene Kaufverhalten kann zudem jeder dazu beitragen, den Warenausschuss im Supermarkt zu reduzieren: Ein Joghurt, der sofort gegessen wird, muss kein Mindesthaltbarkeitsdatum
(MHD) haben, das weit in der Zukunft liegt. Denn wenn alle Kunden die Milch oder die Wurst mit
dem späteren Datum bevorzugen, wandern viele Packungen mit früherem MHD in den Müll. Einige
Geschäfte bieten ihre Ware kurz vor dem Ablauf des MHDs reduziert an – mit diesen Angeboten
spart man guten Gewissens bares Geld.
Gleiches gilt für Produkte mit Schönheitsfehlern wie krumme Gurken, unförmige Kartoffeln, Lebensmittel mit eingedellter Verpackung oder ein Beutel Äpfel, in dem alle Früchte – bis auf ein
angestoßener Apfel – gut aussehen. Auch reifes Obst oder Brot vom Vortag sind für die Mülltonne
viel zu schade, bleiben aber viel zu oft liegen. Es kann also sinnvoll sein, „ältere“ oder unschöne
Lebensmittel zu kaufen und eventuell das Personal auf reduzierte Ware anzusprechen.
In diesem Sinne sollte man als Kunde auch nicht erwarten, dass immer alle Obst- und Gemüsearten
oder Brotsorten vorrätig sind, sondern sich gelegentlich auf Alternativangebote einlassen. Wenn die
Händler für ihre Kunden bis zum Ladenschluss die komplette Vielfalt an Produkten vorhalten müssen, entsteht viel Ausschuss.
Bei Obst und Gemüse kommt hinzu: Regionale und saisonale Produkte kaufen. Sie haben kürzere
Transport- und Handelswege, sind frischer und halten sich dadurch länger. Das saisonbedingt hohe
Angebot von z.B. Spargel im Frühling, Tomaten im Sommer und Kohl im Winter sorgt zudem häu262 von 267
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fig für gute Preisnachlässe, insbesondere beim Direktvermarkter am Hof oder auf dem Markt. Ein
weiterer Tipp für Landbewohner: Viele Landwirte erlauben die Nachlese von Ernteresten auf ihren
Feldern. Bevor man sich bedient, muss man aber unbedingt mit dem Landwirt sprechen.
Schließlich sollte man möglichst das ganze Produkt kaufen und verwerten. Vorgefertigte Salate und
Sandwiches sowie vorgeschnittenes und gewaschenes Obst und Gemüse haben eine sehr geringe
Haltbarkeit und landen dadurch häufig in der Tonne. Schon bei der Herstellung entstehen größere
Mengen von Abfällen. Sinnvoller ist es, sich das Pausenbrot oder die Zwischenmahlzeit zuhause vorzubereiten.
Die Lebensmittel richtig lagern
Lebensmittel bewahren länger ihre Frische und ihren Geschmack, wenn sie richtig – also gemäß ihren unterschiedlichen Eigenschaften – gelagert werden. Lebensmittel, die gekühlt werden müssen,
sollten sofort nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Hier ist es vor allem wichtig, die Kühlkette bei
leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch oder Fleisch nicht zu unterbrechen.
Relativ unbekannt ist, dass die Position im Kühlschrank die Haltbarkeit beeinflusst: Ein Kühlschrank
besitzt verschiedene Kältezonen. Zu den wärmeren Bereichen gehören die Obst- und Gemüseschubladen und die Fächer in der Tür. Von den offenen Fächern ist das unterste das kühlste und damit der
beste Ort für leicht Verderbliches wie Fleisch. Ganz moderne Geräte haben besondere Frischefächer
für Käseaufschnitt usw. Natürlich ist ein sauberer Kühlschrank die Grundvoraussetzung, um den
Verderb angebrochener Speisen aufzuhalten.
Viele Gemüsesorten wie Kartoffeln und Orangen lagern am besten kühl und dunkel, sie halten sich
so bis zu vier Monate lang. Sie gehören aber nicht in den Kühlschrank: Tomaten werden hier mehlig, Kartoffeln süßlich. Auch Brot ist im Kühlschrank nicht gut aufgehoben. Am besten kauft man es
ungeschnitten, damit es nicht austrocknet, und packt es in einem Stoffbeutel in eine Brottrommel.
In den Kühlschrank dürfen z.B. Beeren, frische Kräuter, Spargel oder Karotten. Obst und Gemüse
nimmt man aus der (Plastik-)Verpackung, bevor es in den Kühlschrank kommt, da das feuchtwarme Klima sonst optimal für Bakterien wäre. Ein feuchtes Tuch als Wickel um Salat, Spargel oder
Möhren verlängert die Haltbarkeit zusätzlich. Bei Früchten empfiehlt es sich, manche Arten getrennt
zu lagern, sonst lassen z.B. Bananen Äpfel schneller altern.
Fast alle Lebensmittel können zudem tiefgefroren werden und halten sich so über Monate: Gemüse,
Brot und Backwaren, Fleisch, Fisch, Käse- und Wurstwaren, Saucen, Suppen sowie fertige Gerichte
aus dem Tiefkühlfach sorgen für Vorrat an Tagen, an denen keine Zeit zum Kochen übrig bleibt.
Die Haltbarkeit regelmäßig prüfen
Vielen Menschen fällt es schwer zu beurteilen, ob ein Produkt noch genießbar ist. Einige besonders
leicht verderbliche tierische Produkte, wie Hackfleisch oder Fisch, tragen ein Verfalls- oder Verbrauchsdatum und müssen dann auch wirklich gegessen sein. Die meisten Produkte tragen aber
„nur“ ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und sind manchmal noch lange nach dessen Ablauf
ohne Gefahr essbar.
Das MHD bedeutet lediglich, dass der Hersteller bei angemessener Lagerung garantiert, dass die
Produkteigenschaften wie Geschmack und Aussehen bis zu dem Datum noch genau so sind wie
direkt nach der Herstellung. Im Englischen beginnt der Hinweis treffender mit „best before“. Hingegen reduziert sich die Haltbarkeit, wenn ein Produkt bereits geöffnet ist. Es lohnt sich daher, die
Vorräte regelmäßig und sorgfältig zu prüfen: Fällt ein untypischer Geruch auf? Gibt es Verfärbungen? Hat sich Schimmel gebildet? Dann weg damit! Die besten Kontrolleure sind dabei Augen,
Nase und Zunge. Lebensmittel, die vermutlich in den nächsten Tagen verderben, gehören im Kühlund Vorratsschrank nach vorne.
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Die Reste verwerten
Bei der Planung der nächsten Mahlzeiten haben Lebensmittel, die bald verbraucht werden müssen,
Vorrang. Die alte Regel „Esst erst das alte Brot, dann gibt es das neue!“ gilt ebenso für Käse, Wurst
und andere Lebensmittel.
Auch wenn die Birne, Banane oder anderes Obst schon etwas weich ist – in den Müll müssen sie
dennoch nicht. Püriert im Quark oder als Milchshake schmecken die Früchte immer noch prima.
Unschöne, schrumpelige Äpfel ergeben ein ebenso leckeres Mus wie frische Früchte.
Am besten ist es, Reste zu vermeiden, indem man bei Frühstück und Abendbrot nicht mehr als nötig auf den Tisch stellt bzw. bei warmen Mahlzeiten nicht mehr kocht. Das spart auch überschüssige
Pfunde, falls man dazu neigt, Speisen restlos aufzuessen. Als Hilfe gibt es in fast jedem (Online-)
Kochbuch gute Kalkulationshilfen. Zudem gibt es in der Hausmannskost viele Rezepte, die vermeintliche Gemüseabfälle, z.B. die Schalen von Spargel, pfiffig für eine köstliche Suppe nutzen.
Manchmal lassen sich Portionsgrößen jedoch schlecht einschätzen oder sind durch Packungseinheiten vorgegeben. Es bleiben dann unvermeidlich Reste der Zutaten in der Küche oder der fertigen
Speise auf dem Tisch. In diesem Fall lohnt es sich selbst bei kleinen Mengen, die Reste in verschließbaren Dosen oder mit Frischhaltefolie zu verpacken und diese kühl aufzubewahren (etwa zwei Tage)
oder einzufrieren, um sie dann später in anderen Gerichte zu verwerten. Die meisten Reste, zum
Beispiel Brot, Suppen, Fleisch- oder Gemüsegerichte (außer Kartoffeln) und sogar Reis und Nudeln,
lassen sich gut einfrieren.
Auch Speisereste im Restaurant müssen nicht zwangsläufig im Müll landen. Viele Gastronomen bieten auf Nachfrage das Mitnehmen von Resten an. Man kann oft auch direkt eine kleinere Portion
bestellen, wenn der Hunger nicht so groß ist.
Aus den aufbewahrten Resten kann ein leckeres Bratgericht oder ein Auflauf gekocht werden,
mehrere Gemüsereste von zwei bis drei Tagen ergeben einen neuen Eintopf oder eine Suppe. Aus
Reis- und Gemüse- oder Fleischresten wird im Handumdrehen ein Pfannengericht. Eine Kelle Tomatensoße eignet sich als Pizzabelag, übrig gebliebene Kartoffeln, Gemüsewürfel und Schinken ergeben ein Bauernomelette. Käse, Schinken, Eier, Milch und Sahne, „die weg müssen“, sind Zutaten
für Quiches und Pfannkuchen bzw. Wraps oder – in Kombination mit Nudeln – für Aufläufe. Nudeln und andere Beilagen sind zudem eine gute Basis für Salate. Aus altbackenem Brot lassen sich
leckere Rezepte wie Semmelknödel, Arme Ritter, Brotsuppe, Bruschetta oder geröstete Salat- und
Suppencroûtons kreieren.
Weitere gute Ideen und Rezepte für die Verwertung von Lebensmitteln bekommt man älteren Generationen, denn früher waren die Menschen notgedrungen erfinderisch in Sachen Reste-Essen. Deren Tipps findet man in alten oder ganz neuen, auf dieses Thema zugeschnittenen Kochbüchern.
Wer für Rezepte lieber online als in Büchern stöbert, bekommt unter www.LookCook.net über die
„Kühlschranksuche“ per Onlinerezeptgenerator viele Rezeptvorschläge für die Zutaten in seinem
Vorrat. Mit dieser Hilfe, ein wenig eigener Kreativität und Spaß am Kochen lässt sich aus fast jedem
Rest etwas Neues und Leckeres zaubern.
Quellenangaben: www.tastethewaste.de; www.waswiressen.de
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Lebensmittelabfälle vermeiden –
Die cleveren Tipps
Zu viele Lebensmittel landen im Abfall,
obwohl sie noch genießbar wären.
Pro Person werden jährlich Nahrungsmittel
im Wert von 300 Euro weggeworfen. Vermeidung von Lebensmittelabfällen bedeutet
eine höhere Wertschätzung der Mittel zum Leben
und gleichzeitig auch mehr Geld im Portemonnaie.
Auf Packungsgrößen achten
ó Der Kauf einer Großpackung lohnt nicht, wenn
ein Teil später im Müll landet.
ó Lassen Sie sich nicht von der Packungsgröße verleiten, sondern achten Sie auch auf die Angabe des Grundpreises. Diese Angabe steht auf dem Preisetikett und/oder
am Regalfach.
Einkauf planen
Vorräte richtig lagern
ó Überlegen Sie vor dem Einkauf, welche Lebensmittel noch
vorhanden und nicht mehr lange haltbar sind.
ó Achten Sie darauf, ob das Lebensmittel gekühlt oder zum
Beispiel im Dunkeln gelagert werden soll.
ó Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch oder Fleisch
sollte die Kühlkette nicht unterbrochen werden.
ó Einige Obst- und Gemüsesorten sollten nicht zusammen
gelagert werden.
ó Lagern Sie Beeren und frische Kräuter im Kühlschrank.
ó Kontrollieren Sie Ihre Lebensmittelvorräte regelmäßig (auch
in der Kühltruhe).
ó Kaufen Sie leicht Verderbliches erst kurz vor der geplanten Verwendung und nicht zu viel davon.
ó Wer viel außer Haus isst, braucht weniger im Kühlschrank.
ó Schreiben Sie einen Einkaufszettel.
ó Kaufen Sie nach Möglichkeit nicht ein, wenn Sie hungrig
sind.
Haltbarkeit prüfen
ó Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Häufig
sind die Produkte auch noch nach dessen Ablauf ohne
Gefahr genießbar. Prüfen Sie das Produkt sorgfältig!
ó Hingegen tragen viele tierische Produkte ein Verbrauchsdatum. Sie sollten nach dessen Ablauf auch nicht mehr
verzehrt werden.
Mit Resten kochen
ó Verwenden Sie Reste weiter, um Abfälle zu vermeiden. Die
Resteküche spart Zeit und Geld.
ó Kochen Sie kreativ und denken Sie sich neue Rezeptkombinationen aus.
ó Spezielle Kochbücher zur Resteverwendung geben hilfreiche
Anregungen.
Tipps im Überblick
Mehr Infos:
ó 1. Geplant einkaufen
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz | Dienstsitz Berlin | 11055 Berlin
ó 2. Haltbarkeit prüfen
ó 3. Passende Mengen kaufen
ó 4. Vorräte richtig lagern
ó 5. Reste weiterverwenden
www.bmelv.de
www.verbraucherzentrale.de
www.aid.de
www.in-form.de
www.jedesmahlwertvoll.de
Stand: Mai 2011
www.bmelv.de
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Literatur- und Link-Hinweise
Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung: Abfälle vermeiden – Reste verwerten,
im Internet unter: www.ernaehrungsberatung.rlp.de
Lebensmittelverschwendung in Deutschland - Veröffentlichung von Studienergebnissen, im Internet unter: www.ernaehrungsberatung.rlp.de
Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (aid)
e.V. (Hrsg.): Monica-Mengenliste, im Internet unter www.aid.de
Elmadfa, Dr. I., Aign, W. u.a.: Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle, Gräfe und
Unzer Verlag GmbH, München 2004/2005
Rieder, S.: Studentenküche, Gondrom Verlag GmbH, München 2007
Spieler, R.: (Hrsg.):I love Aldi – das Prinzip Discount, Ausstellungskatalog, Ausstellung 26.11.2011 bis 04.03.2012, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
„Die Wegwerfgesellschaft“, im Internet unter
http://www.stern.de/tv/sterntv/lebensmittel-fuer-die-muelltonne-diewegwerfgesellschaft-1724583.html
Preisliste für Lebensmittel (und Kosmetik), im Internet unter http://www.fhnordhausen.de
Nährwerte und Hauptallergene, im Internet unter www.mcdonaldsmenu.info oder bei
McDonald
Hofmann, M.: Bayrisches Kochbuch, Birken Verlag, München 1980
Genießen statt wegwerfen, Themenheft der Verbraucher Initiative e. V., im Internet
unter www.verbraucher.org
Essbares im Müll, lebens.mittel.punkt 4/2011, S. 14 – 17 im Internet unter
www.ima-agrar.de/lehrermagazin
Weniger Verschwendung von Lebensmitteln durch Tiefkühlkost, im Internet unter
www.food-monitor.de/2011/12/weniger-verschwendung-von-lebensmitteln-durchtiefkuehlkost/themenfelder/markt-und-produkte/
Unterrichtseinheit „Essbares im Müll“ in lebens.mittel.punkt 4/2011, S. 14 – 17, im
Internet unter www.ima-agrar.de/lehrermagazin
Flyer zum Mindesthaltbarkeitsdatum, im Internet unter http://www.bmelv.de
Kostenfalle Fertiglebensmittel, Verbraucherzentrale Hamburg e.V., September 2011,
im Internet unter www.vzhh.de
1
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Metro-Handelslexikon, (Hrsg.): Daten, Fakten und Adressen zum Handel in Deutschland, Europa und der Welt, Düsseldorf 2011/2012
Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz: (Hrsg.): Aktiv gegen
Lebensmittelverschwendung, Montabaur 2012
Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz: (Hrsg.): Fit im Umgang mit Lebensmitteln,
Montabaur 2012
Stiftung Warentest (Hrsg.): Keine Delikatesse (Kochschinkenvergleich), 8/2007
Filme, interaktive Videospiele
Taste the waste (3-Minuten-Trailer) zum gleichnamigen Film von Valentin Thurn, im
Internet unter www.tastethewaste.com
Essen im Eimer – Die große Lebensmittelverschwendung“ (Kurzfassung des Films
Taste the waste), Dauer ca. 30 Minuten, im Internet unter
www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01php?sendung=8459
Ernährungsschwindel – Wie viele Erdbeeren sind im Jogurt? Film ca. 10 Minuten, im
Internet unter http://neuneinhalb.wdr.de/sendungen/2010/10/2010_10_23.php5
Online Kühlschrank-Spiel, im Internet unter
www.in-form.de/buergerportal/in-form-sein/in-form-check/lagern-sie-richtig-imkuehlschrank.html
Teller oder Tonne?, ein interaktives Video zum Thema Mindesthaltbarkeitsdatum und
Verbrauchsdatum, im Internet unter
http://www.bmelv.de/DE/Ernaehrung/Wert-Lebensmittel/WertLebensmittel_node.html
2
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