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Es regt sich was! Wochen-Rundschau. - eLiechtensteinensia

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E s regt sich was!
S o zeigt sich heute d a s Bild der Lage i n Politik machen, leider noch nicht heimisch.
Spanien. Ob m a n sich trügt und der grau- M a n sollte dafür beten u n d arbeiten, daß er
same Krieg noch Monate lang weiter gehen e s w i r d !
Wenn nicht alle Anzeichen trügen» stehen muß, muß sich erst zeigen. Aber heute flie*
*
*
w i r im spanischen Bürgerkrieg v o r ganz ern- gen i n d e r T a t die ersten Friedenstauben
I n D e u t s c h l a n d ist d a s Echo des Nürnsten Entwicklungen, die u n t e r Umständen ge- ü b e r den Norden S p a n i e n s auf. M a n k a n n
berger R e i c h s k o n g r e s s e s auch a n dieeignet sein könnten, das fürchtbare Blutver- sie im Interesse der Kultur u n d Menschlichsem Wochenende noch stark. D e r Kongreß h a t
gießen einem beförderlichen Ende zuzufüh- keit n u r herzlich begrüßen.
zweifelsohne dem Auge und dem O h r der
ren.
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*
Teilnehmer und Zuschauer viel gebracht. Die
Einersejts dringen a n der Nordküste S p a Inzwischen haben sich auch i n P a r i s Din- farbenprächtigen und klangvollen Aufzüge
niens die siegreichen Armeen des Generals ge von höchster Wichtigkeit vollzogen. Auf
machten einen großen Eindruck. Doch die
F r a n c a unaufhaltsam v o r und drohen immer d a s Gefchäftsgebäude des Unternehmer-Syn- Reden, die gehalten wurden, w a r e n weniger
mehr, bald nach Katalonien mit feiner indu- dikates i n P a r i s und auf ein ähnliches ande- dazu angetan, eine tiefgehende Begeisterung
striereichen Hauptstadt Barcelona vorzudrin- r e s Gebäude find Bombenattentate ausgeauszulösen und das Herz mit einer überwälgen. Anderseits zeigt sich immer deutlicher führt worden, die klarer a l s alle Worte betigenden Freude zu erfüllen. Besonders die
die Ohnmacht der beiden roten Regierungen weisen, welche Siedehitze die sozialen Kämpfe
K a t h o l i k e n horchten umsonst nach Nürni n Valencia und Barcelona. E s ist ihnen i n Frankreichs angenommen haben. Zuerst
berg; der Führer des Reiches gab ihnen kein
nicht gelungen, auch n u r einen einzigen gro- die Fabrikbesetzungen, n u n die Attentate m i t
Wort, d a s ihre Hoffnung auf eine baldige
ßen Erfolg über die Nationalisten zu errin- Bomben auf den Besitz der Arbeitgeber! —
Beilegung des traurigen Konfliktes zwischen
gen. Die Offensive der Regierungstruppen Wem graut nicht vor dieser Entwicklung, bei
S t a a t und Kirche beleben konnte. E r fand
i n Aragonien, von der so viel Lärm im ro- der Gott und Gewissen keine Rolle mehr
keine freundliche Geste nach der S e i t e des
ten Lager gemacht wurde und die die Natio- spielen. E s g e h t e i n e f ü r c h t e r l i c h e
christusgläubigen Volkes hin: zum Schmerze
nalisten auf ihrem Siegeszug im Norden hin- S a a t i n F r a n k r e i c h a u f . Frankreich dieses Volkes gab e r dem Neuheidenführer
dern und sie zwingen sollte, Kräfte nach Ära- ist heute u n t e r der Herrschaft der V o l k s - Alfred R o s e n b e r g einen N a t i o n a l gonien abzukommandieren, ist heute erledigt. f r o n t reif geworden für einen Bürgerkrieg
p r e i s , der a l s eine hohe Auszeichnung zu
S i e b l i e b o h n e W i r k u n g . Die mi- nach dem Muster u. Vorbilde Spaniens. D a r betrachten ist. D a m i t hat er sich noch weiter
litärische Lage ist heute für die Nationalisten a n wird nicht d a s geringste geändert, wenn
von der Kirche entfernt und ist noch näher a n
günstiger a l s jemals. D a s sieht man vor al- der blaßrote französische Ministerpräsident d a s Lager der Kulturkämpfer getreten, a u s
lem in B a r c e l o n a ein. das sich immer Chautemps in langen Reden heute erklärt, dem die Haßgesänge gegen Religion u. P r i e mehr bedroht fühlt und deshalb i n o f f i z i- die F r e m d e n k o n t r o l l e müsse n u n in
ster, gegen Papst und Bischof ertönen. D a s
e l l e F r i e d e n s v e r h a n d l u n g e n mit Frankreich verschärft werden. Die Ursachen
ist eine traurige Tatsache, die Adolf Hitler
G e n e r a l F r a n c a eingeleitet hat. Die der ernsten Erscheinungen in Frankreich l i ei n keinem günstigen Licht erscheinen läßt.
Gerüchte a u s französischer Quelle mehren sich, g e n v i e l t i e f e r . E s ist j a gewiß be*
*
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daß die Unterhandlungen zwischen F r a n c a u. zeichnend, w e n n die Franzosen es heute erleI
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haben
im Lause dieser
der Regierung Kataloniens in Barcelona be- ben müssen, daß ihre F r e u n d e , die S o w Woche
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Höllenmaschinen
ein lautes
reits ernstlich im Gange seien und möglicher- jetrussen, heute i n s Land kommen und AttenGeräusch
gemacht,
mit
dem
die
Volksfrontweise zu einer Verständigung führen werden. täte verüben. Aber schließlich gilt hier d a s
Diese Gerüchte sind um so glaubhafter, a l s Sprichwort: „Wie man sich bettet, so liegt regierung sich wohl oder übel beschäftigen
sich die Regierung des Präsidenten Companys man". Frankreich hat den M a r x i s m u s und muhte. D e r verbrecherische Anschlag auf die
in Barcelona außerstande sieht, die anarchi- Bolschewismus so lange gehätschelt und ge- Unternehmer-Gebäulichkeiten wird zwar exstisch-kommunistischen Elemente i n Barcelona streichelt, daß er es heute wagen darf, feine tremistischen Ausländern i n die Schuhe geund seiner Umgebung in Schach zu halten. Raubtierkrallen zu zeigen. I n Moskau hält schoben, dock) ist nicht zu verkennen, daß derSchon immer w a r Katalonien und v o r allem m a n dafür, daß Frankreich heute reif fei für lei Terrorakte auch aus dem Boden der KomBarcelona ein Herd der Revolution. Kom- eine neue Revolution, etwa nach dem Bei- munisten wachsen können, den die Weltrevomunismus und Anarchie haben heute erst spiele Spaniens, wo ja auch die Moskowiter lutionäre mit ihrem bolschewistischen Ding
recht alle Bande gelockert und wiederholt zu den B r a n d i n s Land getragen haben. Dieses ..bereichern". J e n e Franzosen, die VerlanAufstandsbewegungen geführt. D a s ist auch Sowjetrußland ist der ewige Unruhestifter, gen. daß m a n nicht n u r die ausländischen,
neuestens wieder der Fall gewesen. Anarchi- es schwingt ununterbrochen diy Brandfackel sondern auch die inländischen Umstürzler gestische Banden haben in der Umgebung der über den Völkern der Erde. Wehe denjeni- hörig i n s Auge fasse und gegebenenfalls in
S t a d t Barcelona eine g a m e Reihe von Ge- gen Nationen, die wie Frankreich, den süßen die Finger nehme, find zweifelsohne nicht auf
meinden mit bewaffneter Macht überfallen, Lockungen des Bolschewismus nicht zu wider- dem Holzweg. Ob sie viel erreichen? D a s ist
die Gemeindebehörden abgesetzt, anarchistische stehen vermögen, die mit dem Erbfeind der eine Frage, die sich nicht ohne weiteres bejaR ä t e eingesetzt und die bisherigen Gemein- Menschheit geliebäugelt haben. D a s Erwa- hen läßt,- die Regierung fühlt sich gegenüber
den S o z i a l i st e n weitgehend verpflichtet
deratsmitglieder kurzerhand erschossen. Da- chen wird fürchterlich werden.
und die Sozialisten stellen sich schützend vor
bei handelt es sich hier um GemeindebehörH a n s von der Meldegg.
die Kommunisten! . . .
den, welche durchaus nicht zu den Nationali*
äs
*
sten gehören, sondern bisher treu zur RegieI n O e s t e r r e i c h hat die Regierung sich
r u n g in Barcelona und Valencia gehalten haWoche
f ü r Woche f ü r ihre Unabhängigkeit zu
ben. Diese beiden Regierungen sehen sich
wehren, die durch die Freunde des Anfchlufaußerstande, die Gemeinden vor den revolu0 I n der S c h w e i z w a r e n i n der ^ v e r - ses a n D e u t s c h l a n d bedroht ist. D a s
tionären Ausschreitungen der Anarchisten u .
Kommunisten zu schützen. E s w a r nie eine gangenen Woche die Augen und Ohren oft i n s Verhältnis zwischen Wien und Berlin ist nicht
zu große Harmonie zwischen der Regierung Welschland gerichtet, wo in N y o n und in herzlich,- seine Temperatur steht über der unvon Valencia und jener von Barcelona, ob- G e n f wichtige Konferenzen stattfanden. Ziel serer Herbsttage! E s heißt, der Bundeskanz»wohl beide aus marxistischem Boden stehen. dieser Konferenzen w a r , bösen S t r e i t zu ler w ä r e gerne nach Genf a n die VölkerDie Katalanen haben n u r wenig in die krie- schlichten, der in Europa viele Gemüter er- bundstagung gegangen, doch habe m a n ihm
gerischen Operationen eingegriffen, die Re- regt. Die Kämpfe in und u m S p a n i e n einen W i n k gegeben, daß ein solcher Besuch
gierung von Barcelona wollte die ihr t r e u wollten abgebremst werden, doch w a r es zum in B e r l i n ungern gesehen würde. Bei diegebliebenen Truppen schonen, u m sie gege- vorneherein klar, daß diesen löblichen Bestre- sem „Wink mit dem Zaunpsahl" soll auch die
benenfalls f ü r sich selber verwenden zu kön- bungen kein voller Erfolg beschieden sein italienische Diplomatie mitgewirkt haben, die
nen, zumal jeden T a g der Aufruhr der Anar- konnte. I m m e r h i n scheint erreicht worden weitgehend auf d a s Rücksicht nimmt, w a s i n
chisten in Barcelona lauerte. I n Valencia zu sein, daß die Gefahren etwas verkleinert Berlin gefällt und mißfällt. S o k a n n d a s
h a t m a n der Regierung von Barcelona ü b e r wurden, die der spanische Bruderkrieg für kleine Oesterreich nicht immer tun, w a s es
ihre mangelnde Initiative und Tätigkeit oft d a s ü b r i g e Europa hat. T r ü g t der Schein gerne möchte? feine größeren Nachbaren beVorwürfe gemacht, das hat die Beziehungen nicht, w ä r e doch ein kleiner Erfolg da, mit stimmen oft den K u r s seiner außenpolitischen
erst recht zum Erkalten gebracht, sodaß heute dem man vorläufig zufrieden fein muß. M a n Handlungen und Unterlassungen. F r ü h e r
die Gerüchte a u s französischer Quelle, die von sähe es in der Schweiz a m liebsten, w e n n die w a r noch auf die Freundschaft m i t F r a n k einem Separatfrieden zwischen den Katala- innert unseren Landesgrenzen tagenden Kon- r e i c h und E n g l a n d etwas zu bauen und
nen u n d dem General F r a n c s melden, durch- ferenzen der S t a a t s m ä n n e r und Diplomaten zu vertrauen: P a r i s und London ziehen aber
a u s Glauben verdienen. Die Regierung i n a l l e n bösen Konflikten ein Ende machen heute a n einem andern Strick! D a s schwächt
Barcelona hat gesehen, wie e s der baskischen könnten, so daß der vielbesungene Frieden die Stellung der österreichischen Regierung u.
Regierung ergangen ist. die bis zuletzt die endlich Tatsache würde . Diese große und stärkt die Position Berlins und R o m s gegenTreue zu Valencia wahrte und dabei von der schwere Aufgabe scheint aber bis aus weite- über Wien. D a s ist bedauerlich, läßt sich aber
Zentralregierung t r a u r i g im Stiche gelassen r e s nicht lösbar zu sein. S i e würde es schon, in absehbarer Zeit kaum ä n d e r n !
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worden ist. Präsident Companys i n Barce- w e n n die Herren dieser Welt vom Bet-, und
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a k e i t r a u e r t die
Bußtaggeist
beseelt
wären,
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morgigen
lona gelüstet es nicht, ein ähnliches Schicksal
zu erleben. E r will der Entwicklung der Din- S o n n t a g die E i d g e n o s s e n beherrschen Bevölkerung heute noch um den früheren
ge durch einen raschen Friedensschluß mit den soll. Dieser Geist ist aber in den höhern Re- Präsidenten M a s a r y k, den der Tod zur
gionen, die die europäische und internationale großen Armee abberufen hat. D a s Land h a t
Nationalisten zuvorkommen.
Wochen-Rundschau.
S i e hatten nie ü b e r diesen Herrn gesprochen. E s muß n u n einmal gesprochen werden!
Robert Meißner will kämpfen. Hilde ist eine
Frau, f ü r die m a n d e n höchsten Einsatz bereit
hat.
*
Am andern Morgen kommt ein Herr! auf
sein Atelier — Ohlenkamp schreibt e r sich.
E r ist Rennstallbesitzer und bildet sich ein, d a ß
sein H a u s erst vollständig sei, w e n n aus dem
freien Platz v o r dem Treppenaufgang eine
Amazone die Wache halte. E r habe n u n gehört, daß Robert Meißner a n einer Amazone
arbeite. Als Modell, meint er, könne der
H e r r Bildhauer sein Lieblingspferd, die „Goldelse", verwenden. Ob er noch nichts gehört
habe von Goldelse? Nein, e r k ö n n e e s g a r
nicht' glauben, daß der H e r r Künstler sich so
wenig mit Rennsport befasse. J a , also, die
Goldelse. Und a u f ihrem Rücken dann die
Amazone mit gezücktem Schwert und flattern­
den,Haaren. E r höbe dafür bereits jemand
Äöigesehen^ u n o ' w e n n es'ihin r^cht sei, w ü r d e
e r ihn gelegentlich m i t d e r D a m e bekannt ma?
chen.
' f,;-'
I m ü b r i g M praHlt H e r r Ohlenkamp sehr
m i t seinem Reichtum u n d betont i m m e r wieder, baß der P r e i s f ü r das'Bildwerk g a r kei­
n e Rolle spiele, Und dann lobt e r i n einem
gewaltigen Auswand v o n hohlen Redensarten
eine Plastik von Robert, die er bei einer B e ­
kannten von ihm gesehen habe.
Robert benimmt sich so höflich, a l s es ihm
n u r möglich ist, obwohl es ihn reizt, ihm zu
sagen:
^
„Verehrtester, S i e mögen vielleicht von
Pferden e t w a s verstehen, aber m i t Geistesga­
b e n u n d Kunstverständnis sind S i e nicht ü b e r ,
schüttet. Und w e n n ich I h n e n eine Trauerweide modelliere und I h n e n sage, d a s sei eine
orientalische Pappel, dann glauben Sie's- auch
und behaupten, ich sei großartig und phänomal."
J;:..
.Aber da fährt ihm der Gedanke durch'den
Kopf: m i t dem Erlös a u s diesem Aufträg
kannst du deine Schukvmlast be' Lird» auf
einmal tilgen und niemand h a t oir dann
mehr w a s vorzuwerfen . . . Noch am gleichen T a g n i m m t er die Arbeit a v und schafft
fieberhaft. Doch diese Arbeit ist mehr eine
Flucht v o n quälenden Gedanken a l s schöpferisch'er Trieb. J e d e n Morgen fährt er zum
Rennstall hinaus. Die Pferde kennen' ihn
schun und wiehern sreudig, w e n n e r ' den
S t a l l betritt. I m den S t u n d e n m i t den Tier e n w i r d R o b e r t s Fieber ein wenig stufet. E r
modelliert Goldelses schönen nervösen'Kopf
u n d plaudert m i t Fräulein I r m a , dem Ama-
zonenmodell. Am Abend dann geht e r in sein
Atelier u n d schnitzt eine neue Madonna.
D a s W e r k schreitet voran, doch die innere
Unrast will nicht weichen. Alle Briefe a n
Hilde, alle Einladungen, fein neues Werk zu
besichtigen, bleiben unbeantwortet. Als ihm
dann eines Tages auf seine Anfrage beim
B ü r o der Bergendorfwerke die Auskunft erteilt wird, Fräulein Bergendorf fei verreist,
da steigert sich seine Unruhe zum S t u r m .
W a s soll e r von Hilde denken? Verreist
ist sie, ohne ihm Nachricht zu geben? Verreist vielleicht mit jenem andern . . . Die Eisersucht sticht ihn wie mit Nadeln. E r r ü h r t
n u n kein Schnitzmesser und kein Modellierholz m e h r an, sitzt den ganzen T a g i n Kneipen herum und fällt a m Abend halbberauscht
ins Bett.
Schließlich sieht e r ein, daß es nicht so weitergehen kann.
„ E s ist j a alles Unsinn, w a s ich denke",
sagt er sich. „Eines Tages wird mich Hilde
überraschen und alles ist gut". ,
;
• Und e r arbeitet wieder a n seiner Madonna, die n u n schon bald ihrer Vollendung entgegen geht.
D r a u ß e n fällt der erste Schnee. Lautlos
wirbeln die Flocken a n den großen Atelier-
dem verstorbenen P a t r i o t e n zweifelsohne
viel zu verdanken: es feierte ihn nicht umfönst a l s den „Vater der Republik". Die nationale Einheit der Tschechoslowakei ist das
Verdienst Masaryks, der auch ein großer
F r e u n d und F ö r d e r e r des Völkerbundes war.
Z u r Kirche stellte Masaryk sich früher' nicht
besonders freundlich ein; später änderte er
seine Haltung aber etwas, wie d a s noch mancher S t a a t s m a n n machte, d e r den Freigeist
in die Ecke stellte, wenn e s sich darum handelte. die großen sittlichen u. geistigen Kräfte
der Kirche in den Dienst des S t a a t e s zu ziehen. Auch der Nachfolger Masaryks auf
dem Stuhle des Präsidenten der Republik,
der F r e i m a u r e r B e n e s ch w a r klug genug,
i n dieser Richtung den Weg seines Borgängers zu gehen u. die staatserhaltenden Kräfte
der Kirche zu anerkennen.
*
*
*
I n S o w j e t r u ß l a n d hat gegen Wo­
chenende die Meldung überrascht, der einzige
S o h n des roten Diktators sei e n t f ü h r t
worden. Die Entführung des Knaben so!!
d a s Werk politischer Gegner sein: m a n habe
dem Vater den S o h n genommen, damit er
den politischen Gegnern Zugeständnisse mache, die sonst nicht zu erreichen wären. Ob
diese Darstellung zutrifft? M a n kann e s bezweifeln! E s ist fraglich, ob die Verquickung
persönlicher mit politischen Interessen der
Weg ist, der die Opposition des Diktators
zum Ziele führt. E s ist dem Diktator kaum
erlaubt, seine väterlichen Gefühle über die
Gefühle des Staatschefs zu stellen, der die
Opposition bisher entschieden, ja sogar rücksichtslos und grausam bekämpft. Fügten ihm
seine politischen Gegner wirklich großes
Menschenleid zu, indem sie ihm den Sohn
entführten, kommt S t a l i n vielleicht zum Bewußtsein, wie viel Menschenleid durch seine
Politik schon verursacht wurde. Ob ihn das
bewegt, künftig einen andern K u r s einzuschlagen? Bei einem Fanatiker seines Form a t e s und Temperaments ist dies kaum an­
zunehmen!
*
*
*
Auf den K r i e g s s c h a u p l ä t z e n im Westen Europas und im Fernen Osten sind seit
dem letzten S a m s t a g keine Entscheide von
Bedeutung gefallen. Die s p a n i s c h e Linksregierung ließ ihre Truppen eine Offensive
unternehmen, die keinen großen Erfolg hatte.
Die Rechtsregierung scheint a n einem andern
Frontabschnitt mehr Kriegsglück zu haben:
ihre Truppen stoßen a n der F r o n t von Leon
gegen G i j o n vor, d a s die Volksfront nicht
gerne verlieren würde, d a s sie aber kaum
noch lange halten k a n n .
I n N o r d c h i n a liefern sich Chinesen und
Japanesen mit wechselndem Erfolg Kämpfe.
D e r „Krieg ohne Kriegserklärung" nimmt a n
Heftigkeit zu. Die Chinesen w e h r e n sich da
tapfer, werden auf die D a u e r aber ihre Abw e h r kaum erfolgreich aufrechterhalten können. I h r Vertreter in Genf h a t v o r dem
Völkerbund eine heftige Anklagerede gegen
J a p a n gehalten. S e i n Wunfch, der Völkerbund möge dem Krieg im F e r n e n Osten ein
Ende machen, wird a b e r ein frommer Wunsch
bleiben. D e r Völkerbund hat wohl den guten Willen, alle kriegerischen Konflikte friedlich zu glätten, die K r a f t , diesen Willen
durchzusetzen, fehlt ihm aber im fernöstlichen
Konflikt ganz und g a r !
Der Bafellandschaftliche Bersafsungsrat
stimmte in seiner Nachmittagssitzung der Aufnähme des Wiedervereinigungsvorbehaltes in
den Verfassungsartikel mit 39 gegen 36 S t i m men zu und nahm d a n n einstimmig die Einfügung der Wiedervereinigungsaegner an,
wonach die Grundsätze der Künftigen Gesetz­
gebung bereits vom Großen Verfassungsrate
zu beraten u n d in die Uebergangsbestimmung
der Verfassung des neuen Kantons Bafel einzufügen fei.
fenster vorüber. Und eines Tages pocht e s
a n die T ü r e .
Robert zuckt zusammen, d a n n eilt e r m i t
großen Schritten, u m zu öffnen, denn w e r
k a n n es denn a n d e r s fein a l s Hilde? E i n
Rausch erfaßt ihn, sie kommt zu ihm* S t r a h ­
lend v o r Glück öffnet er die T ü r e und steht
einem H e r r n gegenüber, den er sofort kennt.
E s ist sein Oberammergauer Lehrer Professor
Hagen. E r führt ihn ins Atelier.
D e r Alte strahlte vor Vergnügen und fchüttelt Robert die Hand.
„ M u ß doch einmal nach meinem M e i ß n e r
sehen. Ob er w a s wird! Ob e r hält, w a s e r
.verspricht!"
„Nun ja" — sagte Robert — „es macht sich
so langsam, m a n ist zufrieden. W a s G u t e s
a n m i r ist, fei die Schule Hagen, sagt m a n ! "
Dieses Lob gefällt Meister Hagen ungemein. Seine Aeuglein blitzen.
„ S a g t m a n ? S a g t m a n e s wirklich? W e r
sagt e s ? "
„Die hohen H e r r e n v o n der Akademie!"
D a lacht der Alte m i t Behagen u n d streicht
sich den B a r t .
lFortsetzung folgt)
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