close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

005 Liebes Christkind, lieber Weihnachtsmann! Was der Herr - Kupf

EinbettenHerunterladen
Zeitung der Kulturplattform OÖ Nr.114 Dezember 2005
005 Liebes Christkind,
lieber Weihnachtsmann!
Was der Herr Kunststaatssekretär am Herzen hat.
007 Ein Budget ist ein
Budget! Versuch einer
Analyse ohne Zahlenmaterial 009 Eine K(l)eine
Geschichte vom Kinosterben 014 Fragmente
des Widerstands Eine
Entwicklungsgeschichte 019 Waffe der Ohnmächtigen? 022 Romantisches Raven mit
den Zapatistas
Weihnachten? Edition Kupf !
Inhalt
Impressum
4 LeserInnenbrief
Kulturinitiativen
12 FM5
4 Wortspende
erhielten wir diesmal von LR
Rudolf Anschober
Katja Haller bat die KUPF
Mitgliedsinitiative zum
Interview.
5 Liebes Christkind,
14 Fragmente des
Lieber Weihnachtsmann!
Was der Herr Kunststaatssekretär am Herzen hat.
Widerstands
David Guttner über die
Entwicklungsgeschichte eines
Innovationstopfprojektes
6 Glosse
Hanna Schatz über Gmundner Krüppelfichten und den
Arsch der Welt
Kulturpolitik
7 Ein Budget ist ein Budget!
Versuch einer Analyse ohne
Zahlenmaterial von Stefan
Halinger
8 Über die Einrichtung
eines Landeskulturpreises
Teil II
berichtet Gerlinde Schmierer
Kulturpraxis
9 Eine K(l)eine Geschichte
Ursula Witzany: „Aus dem Meer geboren“, handkolorierter Siebdruck Modellbaukarton, 32x50,5 cm
Euro 176,- (Euro 138,- für Fördermitglieder)
16 KI- Termine
Programm- Highlights der
KUPF Mitgliedsvereine gesammelt von Eva Immervoll
und Birgit Pichler
16 K I- Splitter
Neuigkeiten und Wissenswertes von den KUPF- Mitgliedsinitiativen
17 Prangolès
In Gedenken an den am
04.10.2005 in Schubhaft verstorbenen 18-jährigen Ceesay
Yankuba!
vom Kinosterben
von Sylvia Nagl
Kulturplattform
18 Innovationstopf 2006
10 Die Zahl ist das
Der Ausschreibungstext zum
11. KUPF Innovationstopf
Wesen der Dinge
Andre Zogholy über Evaluation im Kunst- und Kulturbereich
19 Waffe der
Ohnmächtigen?
Gedanken zum Thema von
Andreas Orukambe und
Hannah Export
20 Gnackwatsch`n
an 60 Jahre schlampigem
Umgang mit der österreichischen Vergangenheit.
20 Rück- Aus- und Durchblick
Gedanken und Fragen zu anstehenden Feierlichkeiten der
KUPF von Stefan Haslinger
21 Ausschreibungen und
Preise
Rezensionen
22 Romantisches Raven mit
den Zapatistas
“Goodbye Tristesse” von Camillo de Toledo hat Klemens
Pilsl für Sie gelesen
23 Randschriften
Eugenie Kain weiß, dass es
nicht leicht ist, eine JournalistIn zu sein
24 Kurzmeldungen
25 Comic
Stefan Gasser war zu Besuch
in der Kulturprüfstelle
25 Service
Die aktuellen Publikationen
der KUPF-Kulturplattform
OÖ
GESCHÄFTSFÜHRUNG
Eva Immervoll – Öffentlichkeitsarbeit,
Kulturpolitik, Mitgliederbetreuung
Stefan „Hasi“ Haslinger – Finanzen,
Kulturpolitik, Gewerkschaft
MITARBEITERIN
Birgit Pichler - Radio KUPF, Mitglieder,
Projekte
BÜROZEITEN:
Mo bis Do: 9 – 12Uhr, Di: 15 – 19Uhr und
nach telefonischer Vereinbarung
VERLEGERIN & HERAUSGEBERIN:
KUPF - Kulturplattform OÖ,
Untere Donaulände 10, 4020 Linz
Tel: 070-794288
Email: kupf@kupf.at, Web: www.kupf.at
ERSCHEINUNGSWEISE:
Min. 5 Mal im Jahr
ABO: € 16,50
Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen
nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Für unverlangt eingesandte Artikel
kann keine Haftung übernommen werde.
BLATTLINIE (LT § 25 MEDIENG):
Zeitschrift zur Verbreitung von Nachrichten und Meinungen im Bereich der
alternativen Kultur, Kulturpolitik und
verwandter Themen.
REDAKTION:
Stefan Haslinger, Eva Immervoll, Birgit
Pichler, Klemens Pilsl, Andrea MayerEdoloeyi, Gerlinde Schmierer, Eva Schobesberger, Andre Zogholy.
GESTALTUNG:
Martin Bruner, www.sombrero.at
BILDNACHWEIS:
Stephan Gasser (S.6 und S.25), Photocase.com (S.9 und S.11), FM5 (S.12),
Zeitgeschichtemuseum Ebensee (S.14
und S.15), Tropen Verlag (S.22)
DRUCK:
LVDM Landesverlag-Denkmayr Druck +
Medien GmbH & Co KG
REDAKTIONS- UND ANZEIGENSCHLUSSS: 6.02.2006
Insertaformate und Preise unter:
www.kupf.at/down/inseratformate_kupf.pdf
NÄCHSTER ERSCHEINUNGSTERMIN:
Di, 7.03.2006
Radio KUPF
WISSENSWERTES UND KULTURPOLITISCHES VON DER KUPF
Gerhard Brandl: „Unterfläche“, vergrößerte Scans, gedruckt auf hochwertigem Papier, 33x59cm,
Euro 120,- (Euro 100,- für Fördermitglieder)
Auf der Frequenz von Radio FRO – Dienstag, 17.30 – 18.00
Wh.: Mittwoch, 8.00 - 8.30; Radio FRO: 105,0 MHz im Großraum Linz (Liwest-Kabel: 95,6 MHz)
Auf den Frequenzen vom Freien Radio Salzkammergut – Donnerstag, 21.30 – 22.00
100,2 & 105,9 MHz im Inneren Salzkammergut; 107,3 MHz im Raum Gmunden, Vöcklabruck, Wels
INFOS UND BESTELLUNG BEI
KUPF Kulturplattform OÖ
Unter Donaulände 10, A-4020 Linz
Tel 0732/79 42 88 Fax 0732/79 42 88
E-mail kupf@kupf.at http://www.kupf.at
inhalt/impressum
Radio FRO
Liebe
LeserInnen!
Da hammas wieder! Nasale und akustische
Belästigung durch die alljährlichen Adventund Weihnachtsmarktepedemien. Spätestens
da wissen wir: ab nach Hause in die warme
Stube und schnell eine gute Lektüre gekralltzum Beispiel (und da wollen wir das Licht
nicht unter den Scheffel stellen) Ihr kulturpolitisches Lieblingsblatt, nämlich die KUPF
Zeitung.
Nachdem die letzte Ausgabe der KUPF
Zeitung sehr linzlastig ausfiel, haben wir wie
versprochen versucht in dieser Ausgabe einen
guten OÖ Querschnitt zusammenzutragen.
Zum einen finden Sie zwei große Beiträge
von zwei jungen Mitgliedsinitiativen, nämlich
von FM5 aus Perg (S.12) und dem Freien
Radio Salzkammergut mit der Entwicklungsgeschichte ihres Innovationstopfprojektes
„Fragmente des Widerstands“ (S.14).
Zum anderen ein aktueller Bericht zur Situation des Landkinosterbens in OÖ (S.9) von
Silvia Nagl. Auf S.18 finden Sie den Ausschreibungstext zum Innovationstopf 2006
nochmals zum nachlesen, nachdenken und
einreichen! Andreas Orukambe und Hannah
Export haben Ihren Gedanken freien Lauf
gelassen und sich auf S. 19 Gedanken zum
Thema „Provokation“ gemacht.
Während die Zeitung in Druck geht, erhalten
2 KUPF Mitgliedsinitiativen den kleinen und
den großen Landespreis für initiative Kulturarbeit. Kunst&Kultur Raab wird den großen
Erratum
zu missverständlicher Darstellung in der
letzten Ausgabe der KUPF Zeitung Nr.113,
S.20: “Medien ohne Förderung”
Die drei oö Freien Radios (FRO, Freistadt, Salzkammergut) haben selbst ein
Rechtsgutachten angeregt und in Auftrag
gegeben, das die Möglichkeit einer Strukturförderung hinsichtlich Wettbewerbsrecht, EU-Beihilfenrecht und anhand von
internationalen Beispielen (Deutschland,
Niederlande) darstellen soll.
Leserinbrief
Landespreis und IFEK (Institut für erweiterte
Kunst) aus Linz den kleinen Landespreis mit
nach Hause nehmen. Die KUPF gratuliert
und freut sich, dass es auch heuer wieder
KUPF Mitgliedsinitiativen sind, die das Preisgeld mit nach Hause nehmen.
Auch diesmal möchten wir Sie an die Einzahlung* des Druckkostenbeitrages von €
16,50 erinnern und bedanken uns gleichzeitig
bei allen, die unserer Aufforderung bereits
nachgegangen sind und uns somit helfen, die
KUPF Zeitung weiterhin in gewohnter Qualität produzieren zu können. Danke!
Ist übrigens auch eine Idee für Weihnachten:
schenken Sie doch ein KUPF Abonnement.
Oder aber eine KUPF Fördermitgliedschaft:
für € 50,- erhalten Sie 5mal im Jahr die
Zeitung und Vergünstigungen bei den KUPF
Publikationen, Editionen und Inseratschaltungen. So, nun genug mit Geschenktipps
– viel Spass beim lesen!
Erträgliche Tage
Eva Immervoll
Für die Redaktion
* Raiffeisen Landesbank, BLZ: 34 000,
KTO Nr.: 845479
Die neue Adresse
der KUPF
KUPF - Kulturplattform OÖ
Untere Donaulände 10
4020 Linz
Tel: 070 - 79 42 88
Mail: kupf@kupf.at
www.kupf.at
editorial
Liebe alle von der
KUPF …
… erst jetzt - beim Erscheinen der zweiten
Nummer eurer todschicken, neuen KUPF
- Zeitung - fand ich ausreichend Zeit, mich
mit den vorgenommenen Veränderungen
eingehender zu befassen. Und ich möchte
euch ausdrücklich zur meines Erachtens
sehr gelungenen Überarbeitung gratulieren.
Nicht nur Format und Layout sind einladend,
sondern auch die Texte überzeugen. Und hier
besonders - wie könnte es in stressigen Zeiten
anders sein - auch euer Mut zur kurzen Form.
Handlich, übersichtlich, praktisch, gut! Ein
feine Zeitung, für deren künftige Lektüre ich
schon jetzt ein entsprechendes Zeitfenster
eingeplant habe. Ich freue mich darauf!
Herzliche Grüße aus Innsbruck
Sylvia Riedmann
Briefadresse:
KUPF-KulturplattformOÖ,
Untere Donaulände 10, 4020 Linz,
E-mail: kupf@kupf.at
Liebes Christkind, lieber Weihnachtsmann!
die Errungenschaften meiner weitblickenden
Umwälzungen zu lobpreisen, bekomme ich
Spott, Hohn und herbe Kritik. Das ist nicht
fair. Und Ihr beide steht doch für Fairness
und Gerechtigkeit. Also bitte macht, dass
das aufhört.
Noch dazu wo ich 2006 Sekretär des EUPräsidenten bin. Und hier werde ich kulturell
ganz schön umrühren. Für dieses Jahr würde
ich mich auch freuen, wenn mein Name
ein bisschen öfter in den Qualitätszeitung
vorkommen würde. Weil, das sage ich jetzt
aber nur Euch, die EU wird schön schauen,
was ich Ihnen da zeigen werde.
Wie Ihr seht, ich bin recht bescheiden, was
meine Wünsche anbetrifft. So bin ich halt,
keiner der gerne im Mittelpunkt steht, keiner
der sich in den Vordergrund drängt. Aber ich
bin ja auch nur Sekretär.
Und wenn ich noch einen Wunsch anbringen
dürfte, der aber sicher in weiter Ferne liegt,
dann möchte ich Euch zum Schluss noch
um Folgendes bitten: Falls ich in 4 oder 8
Jahren nicht mehr in der Bundesregierung
sein werde, würde ich gerne wieder zu
meinem alten Beruf zurückkehren, und
Burgtheaterdirektor werden.
Danke Ihr beiden, ich weiß Ihr versteht
mich.
Liebe Grüße
Jetzt hab ich Euch beide in den letzten
Jahren ziemlich sträflich vernachlässigt. Aber
was soll ich sagen. Ihr zwei habt einen Tag
im Jahr was zu tun, und ich 365, das ist
schon eine ungleiche Gewichtung.
Aber heute hab ich mir gedacht, ich muss
euch schreiben, und ein paar Wünsche
deponieren, weil ich glaube ihr könnt mir
weiterhelfen, damit das nächste Jahr glatt
über die Bühne geht.
Es ist ja nicht so, dass ich viele Wünsche
offen hätte. Nein, gemeinsam mit meinem
Chef regeln wir eh alles. Aber was ich mir
trotzdem wünsche ist, dass mein Chef sich
auch wieder einmal zur Kultur äußert. Ist
Euch das auch aufgefallen. Immer stehe ich
da, und muss alles ausbaden, und mein Chef
ist dann da, wenn er weiß, dass auch das
Fernsehen kommt. Nicht dass ich mich soviel
zum Thema Kultur äußern würde, wir haben
hier ja ein internes Schweigegelübde abgelegt,
aber die Chefsache wäre halt die vom Chef.
Ansonsten ist eh alles sehr wonnig. Dass
ich den Kulturinitiativen in den letzten
Jahren ein wenig Geld wegnehmen musste,
haben eh nicht so viele bemerkt, und Ihr
habt das wahrscheinlich mit wohlwollendem
Flügelschlag und Bartgekraule goutiert.
Dadurch bleibt auch mehr Geld, das ich
oder mein Chef für schönere Sache ausgeben
können.
Was ich mir aber wünsche, und da glaube
ich kann ich auch für meinen Chef gleich
mitwünschen (wenn das geht bei Euch),
ist, dass dieses ewige Kritisieren meiner
zukunftsweisenden Kulturpolitik (bzw. der
meines Chefs) endlich aufhört. Anstatt
Euer
Franz Morak
Staatssekretär des Bundeskanzlers, und
ziemlich für die Kultur zuständig.
Wortspende
“Wir haben mehr erreicht, als wir zunächst erwartet haben”
LR Rudolf Anschober lässt in bewährt kryptischer Manier offen, ob die Erwartungen zu niedrig waren, oder einfach nicht viel
erreicht wurde. ÖON, 22.10.2005
leitartikel
Ein Budget ist ein Budget!
Versuch einer Analyse ohne Zahlenmaterial!
Stephan Gasser
Krüppelfichte und Arsch der Welt!
Die mediale Verunglimpfung des Hoamatlands in der Bundesrepublik Deutschland
nimmt kein Ende: Zuerst schimpft Spiegel
Redakteur Wolfgang Höbel unsere Landeshauptstadt „Arsch der Welt“ und dann wird
in der Bild-Zeitung die Gmundner Christbaumspende für Frankfurt als „Krüppelfichte“
bezeichnet.
Gmunden
Die Fichte ist nicht wie die Bild fälschlich
behauptet krumm, kahl und schief, sondern
ein 26 Meter hoher Prachtbaum, der lediglich
unter dem Transport ein bisschen gelitten hat
und „fehlende Äste werden behutsam ersetzt“,
versichert der Gmundner Bürgermeister
Köppl. „Sie wird den Menschen gefallen“, gibt
er sich zuversichtlich. Na also, alles Blödsinn
in der Bild.
Linz
„Eigentlich geht man überhaupt nicht nach
Linz. Linz ist der Arsch der Welt: Chemie,
Langeweile, Drogen.“ So Höbels Charakterisierung unserer Landeshauptstadt in seiner
sonst sehr feinen Satire über Gangster-Rapper
Bushidos Prozess am Linzer Landesgericht.
Höbel beschreibt Eindrücke über den Prozess
und über die Stadt. Er karikiert die Welt der
Rapper indem er sich ihrer Sprache bedient,
die gezeichneten Bilder wiedergibt. Nicht weiter verwunderlich also, wenn er höchstens die
Vulgarität der Worte aber nicht ihre Aussage
bedauert.
Auch nicht verwunderlich, aber umso entlarvender ist die Reaktion des Linzer Bürgermeisters. Bizelig, beleidigt kommentiert er,
so einen Blödsinn habe er selten gelesen und
der Artikel richte sich selbst. Dass es um den
Kunst- und vor allem Kulturbegriff der Linzer
Sozialdemokratie traurig bestellt ist, zeigte
sich auch schon im Oktober: Eine mediale
Schlammschlacht um die Linzer Museen.
Inszeniert vom Roten Triumvirat. Innhaltsleer,
aufgehängt auf irrwitzigen Zahlen, untergriffig ausgetragen auf dem Rücken von Menschen. Kurz: Im höchsten Maße widerlich, um
es mit den Worten von Irene Judmayer auszudrücken. Da hätte die eine oder der andere
beinahe versucht sein können zu fragen, wer
anstatt wo der anus mundi tatsächlich ist.
Mittlerweile ist nicht nur der Oktober sondern auch die Diskussion Vergangenheit und
jüngste Ereignisse lassen hoffen. Die Kulturinitiative qujOchÖ lässt den Linzer Bürgermeister in einer Aussendung als Gangster-Rapper
das hart erarbeitete Linzer Image (nicht das
GLOSSE
mit dem A..., das andere) gekonnt verteidigen.
Nach Beratung mit Planungsstadtrat Luger
und dem Finanzreferenten Mayr beschließt
das Triumvirat alias „Dobushido“, „Big K.
Luger“ und „Dirty Jonny M.“ dem Problemverursacher Bushido in der Rapper-Welt den
Kampf anzusagen. Dobushido fordert Bushido im Rahmen des nächsten Plasterspektakels
zu einem Rhyme-Battle. Eine Kostprobe
seiner Fähigkeiten ist auf www.quitch.net”
abrufbar.
Ein wenig überraschend, aber umso erfreulicher ist diesmal die Reaktion des Linzer
Bürgermeisters. Er hat sich bei der Betrachtung des Videos nicht nur „sehr amüsiert“, wie
er sagt, sondern auch festgestellt: „Das ist kreativ.“ Na, bitte. Ein deutlicher Aufbruch weg
vom aktuellen Image (jetzt schon das mit dem
A...) in Richtung 2009. Bleibt zu hoffen, dass
das auch unsre deutschen Nachbarn feststellen
und endlich aufhören mit ihren unqualifizierten Weihnachtsbaumbeschimpfungen!
Hanna Schatz
Hanna Schatz lebt und arbeitet in Linz
Der Budgetlandtag ist gerade vorbei, wenn
Sie diese Zeitung in Händen halten. Zum
Zeitpunkt der Niederschrift dieses Artikels ist
es allerdings noch ein Monat hin, bis sich die
Abgeordneten im Landtag über geschätzte 450
Seiten Zahlenmaterial unterhalten.
Worin liegt also der Sinn hier großspurig von
einer Budgetanalyse zu reden?
Nun ist es ja nicht so, dass das Budget am 5.
Dezember wie Phönix aus der Asche steigt.
Schon im Vorfeld wurden Schwerpunkte kommuniziert und in der Presse konnte von den
Schwierigkeiten der Budgeterstellung gelesen
werden.
Die Schwierigkeiten liegen, wie nicht anders zu erwarten, auf der Einnahmenseite.
Zwischen der Steuerreform die den Ländern
zu schaffen macht, und der anhaltenden
konjunkturellen Flaute gilt es ein Budget zu
erstellen welches keine Neuverschuldung des
Landes OÖ aufkommen lässt.
Und die Kultur?
Das Kulturbudget ist eingefroren, so LH
Pühringer bei einem Gespräch am 8.11. Doch
– und das kann auf den ersten Blick erfreuen – das Budget für Zeitkultur wurde um
400.000,- EUR erhöht. Laut Auskunft von
Pühringer soll dieses Geld für Sonderprojekte,
die nicht aus dem laufenden Budget gezahlt
werden können, verwendet werden.
Die Lesart einer derartigen Aussage ist natürlich vielfältig. Eine mögliche, welche durchaus
das kulturpolitische Verständnis der letzen
Jahre widerspiegelt ist jene, dass Projekte
bevorzugt vor Strukturen gefördert werden.
Dieser Trend der – nicht nur in OÖ – sich in
den letzen Jahren stark verbreitet, zielt längerfristig auf die Verunmöglichung kontinuierlicher, nachhaltiger Kulturarbeit ab.
Ein weiterer Aspekt des OÖ Budgets gestaltet
sich zwiespältig. Wie schon im Jahr 2005 steht
groß der Leitspruch „Investieren vor Konsumieren“ im Budget für 2006. Unter die sogenannten konsumtiven Ausgaben fallen auch
die Ermessensausgaben, das was landläufig
als Subventionen gehandelt wird. Hier gibt es
– wie den Presseunterlagen zu entnehmen ist
– für das Jahr 2006 eine sparsame Budgetierung mit besonderen Schwerpunktsetzungen.
Die Zwiespältigkeit im Leitspruch liegt darin,
dass Kulturvereine und -initiativen aber von
den investiven Ausgaben nur wenig profitieren. Dadurch würden ja Strukturen gefördert.
Aufregungen?
Gibt es Gründe sich über das Budget, oder das
was zum Zeitpunkt der Niederschrift bekannt
ist, zu beschweren. Aus Sicht der KUPF
– Kulturplattform Oberösterreich vorerst
nicht. Jener Ansatz der die Mitgliedsinitiativen
betrifft wurde erhöht.
Es sind die Details, welche nicht im Budget
stehen, sondern im Zuge der Vergabepraxis
ruchbar werden, welche zu kritisieren sind.
nahme die Probleme mit Überbrückungskrediten und Überziehungsrahmen bei den FördernehmerInnen zwangsweise mit sich bringt.
Argumentiert wird dies mit der Möglichkeit
dadurch einen besseren Überblick über das
Budget zu halten.
Schwarz-grüne Handschrift!
Zum Abschluss sei noch erlaubt, das Budget
auf die parteipolitische Ebene zu heben. Die
SPÖ versucht im Vorfeld Druck auszuüben
und droht damit dem Budget nicht zuzustimmen, wenn gewisse Forderungen nicht erfüllt
werden. Die Konsequenz wäre, dass Schwarz/
Grün das Budget alleine beschließen werden.
Der Konsens der Regierungspartner ÖVP/
Grüne in OÖ zeigt sich auch im Budget für
06. Wobei die Grüne Handschrift erkennbar
ist, meint Rudi Anschober in den OÖN vom
8.11., und dies vor allem in den Bereichen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik, wo man
– und jetzt kommt es – mit der VP “eindeutig
auf einer Linie” sei.
Und das muss schon gesagt werden, die eigene
Handschrift innerhalb einer gemeinsamen
Linie sichtbar zu machen erfordert wahrhaft
politisches Kalkül und herausragende kalligraphische Kenntnisse.
Stefan Haslinger
Eines dieser Details ist das 2005 eingeführte
Modell der Quartalssperren, welches 2006
weiterbehalten werden soll. Diese Quartalssperren bedeuteten, dass die zuständigen
BeamtInnen im ersten Quartal 2005 nur über
10% ihres Budgets verfügen konnten, und
auch nicht mehr zusagen durften. Eine Maß-
kulturpolitik
Stefan Haslinger ist Geschäftsführer der KUPF
und im Vorstand von waschaecht und der IG
Kultur Österreich
Über die Einrichtung eines
1
Landeskulturpreises - Teil II
K(l)eine Geschichte
vom Kinosterben
“Ich führe die Diskussion gerne weiter. Sie beginnt sich im Kreis zu
drehen.” LAbg. Gunther Trübswasser
In der Jurysitzung für den ersten Landeskulturpreis für Kunst im interkulturellen
Dialog wurde Ende Oktober der Kulturverein
MEDEA ausgewählt. – Ein Kulturverein,
dessen AkteurInnen MigrantInnen und
MehrheitsösterreicherInnen sind, die für
eine selbstbewusste Teilnahme an Kunstund Kulturpraxen stehen und bewusst keine
starren Grenzen zwischen Kunst, initiativer
Medienarbeit, Bildung oder Politik ziehen.
Wir gratulieren MEDEA herzlich!
Gedanklich hängen wir trotzdem noch bei
der Einrichtung des Preises, also quasi hinten
nach, oder, wie im Gespräch darüber mit LAbg.
Gunther Trübswasser zu erkennen und zu
benennen war, in einer Schleife. Grund dafür
sind die unterschiedlichen Profile des einerseits vom Forum Interkulturalität und von der
KUPF – Kulturplattform OÖ vorgeschlagenen
Landespreises für Kulturarbeit von MigrantInnen und dem, nach erfolgter Aufnahme in
das Vorschlagspaket des Landeskulturbeirates
2003, nunmehr initiierten Landeskulturpreises
für Kunst im interkulturellen Dialog. Gunther Trübswasser hält diesbezüglich dezidiert
fest, dass dieser Landeskulturpreis keine
‚missglückte Umsetzung’ der Empfehlung
des Landeskulturbeirates sei, sondern eine
bewusste Veränderung der Ausschreibung
zugunsten einer Würdigung des künstlerischen
Gegenwartsschaffens von MigrantInnen.
Dabei unterstreicht er die wichtige Rolle, die
MigrantInnen aufgrund ihrer Erfahrungen, in
der Erneuerung und Fortentwicklung künstlerischer Ausdrucksformen spielen würden. Die
positiven und befruchtenden Aspekte sollten
gerade auch deswegen hervorgehoben werden,
weil man Migration in der täglichen Erfahrung
sehr leicht mit der Bewältigung von Problemen
verbinden würde.
Ausgangspunkt der ursprünglichen Projektidee war ebenfalls die Bedeutung von Anerkennung und Wertschätzung als wichtiges
Signal sowohl für MigrantInnen als auch für
die Öffentlichkeit. Im Hintergrund stand die
Tatsache, dass die künstlerische und kulturelle
Betätigung von MigrantInnen einerseits stark
unterrepräsentiert ist und andererseits oft nur
unter sozialen, integrativen oder folkloristischen Aspekten gesehen oder gefördert
wird. So wundert es nicht, dass die Frage
nach der Bedeutung der in der Ausschreibung
erwähnten Würdigung für Künstlerinnen und
Künstler, Einzelpersonen, Initiativen oder
Projekte, die sich besondere Verdienste um die
Implementierung von ‚Kunst mit Migrationshintergrund’ erworben haben, wieder kehrt.
– Verbunden mit einigen anderen Fragen.
Welches Konzept einer Positionalität und welche Zuschreibungen stehen hinter eines auf
diese Weise formulierten Würdigungspreises
für MigrantInnen?
Die Zuschreibungen, die an minoritäre Kulturproduzentinnen herangetragen werden,
sind meist widersprüchlich, entbehren aber
in Bezug auf die Herstellung und Bewahrung
diskursiver Machtverhältnisse doch nicht einer
gewissen Systematik. Ökonomische und politische Dominanz legitimieren sich traditionell
durch die Behauptung einer immanenten
Rückständigkeit. Die Kehrseite dieses Verfahrens bildet der Hinweis auf mögliche ‚Bereicherungen‘ durch anderen Kulturen. Hito Steyerl
beschreibt in einem mit “Kultur und Arbeitsteilung” betitelten Absatz wie Minoritäten selbst,
als Personen im Allgemeinen und als Kulturschaffende im Besonderen, dieser zwiespältigen
Einschätzung unterworfen werden. “Einerseits
wird erwartet, dass sie sich ausschließlich mit
ihrer ‚eigenen‘ Kultur identifizieren, da diese
vom Standpunkt der Mehrheitsgesellschaft aus
besonders ‚originell‘ wirkt. Auf der anderen
Seite wird ihnen die ‚Ursprünglichkeit‘, deren
es dazu angeblich bedürfe, mit Hinweis auf
ihre vielfältige Identität abgesprochen. Der
Zwiespalt zwischen ‚originell‘ und ‚ursprungsund wurzellos‘ wird oftmals dazu verwendet,
die Kulturfähigkeit der Minoritären einerseits
in Zweifel zu ziehen, andererseits aber auch zu
fetischisieren.”
kulturpolitik
Es ist klar, dass die Intension der Einrichtung
des Landespreises für Kunst im interkulturellen Dialog eine andere ist, aber auch
diskussionswürdig, ob dessen Definition einer
Essentialisierung von Identität widersteht und
wirklich im Sinne einer gleichberechtigten,
selbstbewussten Teilhabe von MigrantInnen
am gesellschaftlichen und kulturellen Leben
in Oberösterreich formuliert ist.
Um “Über die Einrichtung eines Landeskulturpreises – Teil II” einstweilen abzuschließen,
noch einmal ein Rückblick auf Teil I, denn
auch die Frage nach Kriterien für eine Zusammenarbeit von MehrheitsösterreicherInnen
und MigrantInnen, wie sie nach Ausschreibung möglich sein soll, und die damit verbundene Gefahr, dass Projekte gewürdigt werden,
in welchen MigrantInnen als Alibi instrumentalisiert werden, ist offen geblieben. Ebenso
wie die Frage nach Vermittlungsstrategien, um
MigrantInnen mit der Ausschreibung gezielt
anzusprechen. In Teil I war zu lesen, dass aus
Gesprächen mit LAbg. Gunther Trübswasser
zu erwarten wäre, dass diese Aspekte bei der
Vergabe des Preises berücksichtigt werden
würden. Dem war auch so. Aus dem letzten
Gespräch geht hervor, dass die geforderten
Änderungen der aufgeweichten Ausschreibungskriterien in weite Ferne gerückt
scheinen, die Diskussion würde jedoch gerne
weiter geführt. – Sie dreht sich also noch.
Gerlinde Schmierer
Gerlinde Schmierer ist im Vorstand von
FIFTITU% und Studienassistentin an der
Kunstuniversität Linz.
1 “Über die Einrichtung eines Landespreises”,
Rubia Salgado, Zeitung der Kulturplattform
OÖ Nr.112, Juli 2005, S. 6.
http://servus.at/medea/news/index.de.htm
„Schöner leben“ war einmal, wer heute im
Trend sein will, muss „Schneller leben“, was
gleich bedeutend ist mit schnell erleben. Die
persönliche Zeit wird als knapp empfunden.
Ein modernes Mittel dieses Problem in den
Griff zu bekommen heißt Rationalisierung. Mit
dem Kalender in der Hand wird die Freizeit
nach dem ökonomischen Minimalprinzip verplant: Mit möglichst wenig Aufwand, möglichst
viel erleben. Ein Motto, das eigentlich für das
Konzept der kleinen Kinos vor Ort sprechen
müsste und es trotzdem nicht tut.
Der Faktor „Größe“ steht als wirtschaftliche
Vermarktungs- und Erfolgsstrategie zurzeit an
erster Stelle. Die Konsument/innen belohnen
durch ihr tägliches Einkaufsverhalten das
Denken des Handels. Die einzelnen Gemeinden haben Euro-Zeichen in den Augen, wenn
es um die Ansiedlung von Großprojekten geht.
Hässliche Einkaufsgürtel umgeben heute alle
größeren Ortschaften. Ein politisches Umdenken ist in Sicht, wird allerdings für viele
Bereiche zu spät kommen.
Der Film und das Kino stehen seit jeher an
der Schwelle von Kunst und Kommerz: Film
ist eine Ware mit der Potenz zur Kunstform,
eine eigenständige, emanzipierte Kunstform
und Teil der Populär- und Massenkultur. Die
Kinolandschaft hat sich in den Städten anhand
dieser Filmtypen ausdifferenziert. Mit dem
Aufkommen der Multiplexkinos vor 10 Jahren
ist der Film als Teil der Populärkultur, wie die
Einkaufszentren, an die städtischen Randlagen
gewandert. Die traditionelle Struktur in den
Innenstädten ist bis auf wenige Ausnahmen,
die überwiegend das anspruchsvolle Segment
bedienen, verschwunden. Das letzte Opfer
dieser Entwicklung war das Welser Zentral-Kinos am Kaiser-Josef-Platz, das mit 1. November
geschlossen wurde.
Auch das Landkinosterben ist eine mittler-
weile jahrzehntelange Entwicklung, die oft
bedauert wurde, die aber keine wesentlichen
Reaktionen hervorgebracht hat. Im Bereich der
Landkinos ist die Unschärfe dazu noch stärker
ausgeprägt als in den Städten, wo zumindest
die grundlegende programmatische Festlegung
auf Mainstream oder Filmkunst leichter fällt.
Aufgrund fehlender Publika und auch Förderungen können Landkinos, in denen Filmkunst
oft sehr breiten Raum hat, nicht zur Gänze auf
kommerzielle Filme verzichten. Gleichzeitig
erscheinen sie damit aus Sicht der Kulturförderung wieder weniger förderungswürdig. Was
insbesondere hier als Chance verschiedener
Förderbereiche erachtet werden könnte, wird
in Österreich schnell als Zuständigkeit einer
anderen Stelle umgedeutet und missverstanden.
Gesellschaftliche Entwicklungen verlaufen in
derart komplexen Formen, dass Verantwortung
in der Regel nicht „wahrgenommen“ wird. Wer
hat sich schuldig gemacht am Kinosterben, weil
die Rufe der Experten/innen jahrelang überhört wurden? Als Empfängerin der Warnungen
war jedenfalls die Politik anvisiert, der in verschiedener Hinsicht dringender Handlungsbedarf angeraten wurde. Gezielte Förderung aus
verschiedenen Töpfen wurde genauso gefordert
wie Eingriffe beim unkontrollierten Wildwuchs
an Multiplexen. Es ist bisher nichts passiert, die
Entwicklung geht weiter und greift ungebremst
von den größeren Städten auf die kleineren
über. Ohne Erfolgsgarantie: Was in Linz funktioniert, funktioniert nicht ohne weiteres in einer
Kleinstadt mit 10.000 Einwohner/innen. Hier
wie dort werden dauerhaft Strukturen und
Identitäten zerstört, folgt die Entwicklung kurzfristigen, ökonomischen Interessen, die auf ihre
Zukunftsfähigkeit nie hinterfragt worden sind.
Die Digitalisierung der Filmprojektion steht
unmittelbar bevor. Diese grundlegende Änderung der Technik hat das Potenzial zur größten
PRAXIS
Chance der kleinen und unabhängigen Kinos
zu werden, wenn die Kinos bei der kostenintensiven Umstellung unterstützt werden. Andernfalls wird diese technische Revolution die
krisenhafte Entwicklung der kleineren Kinos
weiter antreiben. Die Geschichte des Kinos zeigt,
dass viele positive Neuerungen durch Krisen
hervorgebracht wurden, und zwar als Ergebnisse
dessen wie auf die Krisen reagiert wurde.
Sylvia Nagl
Sylvia Nagl ist Soziologin und Betreiberin des
Film/Theater Vöcklabruck und ist Obmannstellvertreterin in der Fachgruppe Lichtspieltheater in der WK OÖ.
12 Vereine unter den KUPF – Mitgliedern
sind im Kino- / Filmbereich aktiv. Bei einigen traten 2005 Probleme unterschiedlichster Natur auf. Vom Kampf gegen
angrenzende Megaplexx-Bauten, über die
Angst um das eigene Haus bis hin zum
Dauerbrenner Lustbarkeitsabgabe. Grund
genug für die KUPF- Kulturplattform
OÖ sich mit der Situation der „Landkinos“ eingehender zu beschäftigen.
Die Vereine die hier angesprochen sind
können und sollen besucht werden:
Kino Ebensee www.kino-ebensee.at //
Kulturverein 08/16 www.ki-0816.at //
Filmclub Schwanenstadt www.schwanenstadt.at/filmclub // Programmkino
Wels www.servus.at/programmkino //
Local-Bühne Freistadt www.local-buehne.at // Jazzatelier Ullrichsberg www.
jazzatelier.at // Spielraum Gaspoltshofen
www.spielraum.at // Kulturkreis Pettenbach muep@moviemento.at // KIKAS
Aigen-Schlägl www.kikas.at // Kapu Linz
www.kapu.or.at // KIPF’L Steinerkirchen kipfl@aon.at // Kulturverein Röda
Steyr www.roeda.at
“Die Zahl ist das Wesen
der Dinge”
... meinte bereits der griechische Philosoph und Mathematiker
Pythagoras. Dieser vermutete eine höhere Sphäre durch eine
umfassende mathematische Ordnung. Alle Dinge des Lebens seien
demnach Nachbildungen von Zahlen. Heute, also etwa 1400 Jahre nach
Pythagoras und ein halbes Jahrhundert nach Theodor W. Adornos
und Max Horkheimers kritischer Feststellung „Die Ideologie versteckt
sich in der Wahrscheinlichkeitsrechnung“ erleben wir einen wahren
Quantifizierungsboom. Pythagoras hätte in der Gegenwart wohl seine
Freude - 100-prozentig.
only what you can measure you can manage
Im neoliberalen New-Public-Management-getränkten Wunsch, das Bessere vom Schlechteren zu unterscheiden, knappe Ressourcen
effizienter einzusetzen oder einfach nur
Leistung messen zu können, hat sich die Evaluation als Instrument und Methode immer
mehr durchgesetzt. Öffentliche Verwaltungen,
Universitäten, Unternehmen, Krankenhäuser und immer mehr auch Kulturbetriebe
müssen schließlich und selbstverständlich
schlank, flexibel, fit und autonom sein. Diese
Fitness-Metaphorik und Flexibilitätssemantik
wird besonders deutlich, wenn der Ruf nach
Wettbewerbsfähigkeit und einem kostengünstigen Arbeiten unter betriebswirtschaftlichem Kalkül laut wird. Im Rahmen des New
Public Managements werden dabei mehr oder
minder hohle betriebswirtschaftliche Erkenntnisse aus der Privatwirtschaft auf öffentliche
Institutionen übertragen.
Es geht also um eine ständige Steigerung, Verbesserung und Optimierung mittels der Ausrichtung an quantitativen Daten, Kennzahlen
und Indikatoren, die sich direkt aus Zielen
bzw. Zielvorgaben ableiten lassen, Vergleiche
ermöglichen und Entwicklungen nachvollziehbar machen. Scheinbar objektivierte
Kriterien sollen einer Beurteilung und einer
Rechenschaftslegung dienen, dies hinsichtlich
Effizienz (Verhältnis Aufwand – Nutzen),
Effektivität (Zielerreichungsgrad) und des
Effekts (Wirkung, Nachhaltigkeit). Angestrebt
wird eine völlige Kontrolle von Komplexität,
Kausalität und Wirkungen von Handeln über
Wissen und Information, dies jedoch immer
auf eine simplifizierende Art und Weise. Und
so wird evaluiert, was das Zeug hält. Bisweilen
kann von einer um sich greifenden, virulenten
Evaluationitis gesprochen werden.
Miss es oder vergiss es
Evaluation als stetiges Aus- und Bewertungsritual dient vor allem dazu, Leistungen zu
vergleichen, internen wie externen Wettbewerb anzuregen und so im Namen des
Fortschritts, der Innovation, der Qualität und
der KundInnenorientierung einen Verbesserungsprozess fortzusetzen. Das heißt, erst wird
einmal evaluiert, dann ein Ranking erstellt,
anschließend die Werte der „Klassenbesten“
als sogenannte Benchmarks definiert und
das Feld verpflichtet, den „Besten der Besten“
nachzueifern, dieses Ergebnis wird wieder
evaluiert und so weiter und so fort. Willkommen in der Evaluationsgesellschaft. Der
Rückzug des Staates findet in dieser jedoch
nicht statt. Aufbauend auf dem Konzept des
New-Public-Management und unter Berufung
auf Zahlenmaterial und Ziel- und Leistungsvereinbarungen dürfen von PolitikerInnen
nun wahrhaft rationale Entscheidungen
mit betriebswirtschaftlichem Kalkül gefällt
werden, denn – um nochmals Adorno und
Horkheimer zu zitieren: „Bekämpft wird der
Feind, der bereits geschlagen ist, das denkende
Subjekt.“ Es scheint in diesem Zusammenhang deshalb angebrachter zu sein, von einem
Rückzug geistiger Fähigkeiten zu sprechen.
kulturpraxis
10
Überwachen und Strafen?
Evaluation fungiert als Analyseprinzip,
indem sie nichtökonomische Bereiche und
Handlungsformen mittels ökonomischer
Kategorien untersucht, Bewertungen von
(kulturellen) Praktiken anhand von Marktbegriffen unternimmt und so die Bewerteten unter ein permanentes ökonomisches
Tribunal stellt. Evaluation ist eine moderne
Form von Machtausübung. Als panoptische
Kontrolltechnologie stellen ihre Mechanismen
Gesellschaft und Subjekte unter (gegenseitige)
Dauerbeobachtung und Dauerbewertung und
münden im Leitbild neoliberaler Subjektivität
unter dem Diktat des Komparativs nach dem
Motto „schneller, besser, schlanker“.
TÜV im Kultursektor.
Unser Verein ist ISO-DIN-9004-zertifizert
Nun sind Total Quality Management im
Gesundheits- und in zunehmenden Masse
auch im Bildungsbereich keine Novitäten, die
Auswirkungen sind bereits seh-, spür- und
natürlich auch analysierbar. Interessant ist
darüber hinaus, dass in letzter Zeit immer
häufiger das New-Public-Management-Wording von lokalen und regionalen KulturpolitikerInnen übernommen wurde. Nicht
nur der Klubobmann und Kultursprecher
der Grünen OÖ spricht gerne und oft mit
leuchtenden Augen von „Leistungsvereinbarung“ und „tiefergehenden Evaluierungen“
im Kultur(vereins)bereich. Der Begriff der
Leistungsvereinbarung zum Beispiel ist dem
New Public Management entnommen und
zielt eindeutig auf den Einsatz privatwirtschaftlicher Steuerungsinstrumente in Form
von Rechenschaftslegung über Effizienz und
Effektivität anhand von Leistungsindikatoren. Stetige Qualitätsverbesserung verlangt
kontinuierliche Leistungsmessung. KundInnen- und MitarbeiterInnenzufriedenheit,
Fehlerquoten, Umsatzraten, BesucherInnenzahlen, Umwegrentabilitätsfaktoren sowie
individuelle Leistungsprofile sollen erhoben
werden, diese Daten quantifiziert und in ein
Ranking mit Vergleichswerten gebracht, um
Optimierungsschritte abzuleiten. Der aus
dem Japanischen stammende Begriff „Kaizen“
bedeutet frei übersetzt „kontinuierliche Verbesserung“. Damit ist die laufende Produktund Prozessverbesserung gemeint und so
wird davon ausgegangen, dass laufende kleine
Verbesserungen einen möglichen Fortschritt
– auch im Sinne von Innovation und Kreativität – besser ausnützen als ein Warten auf die
nächste innovative „Revolution“.
Diesem liegt die Überzeugung zugrunde,
dass alle (kulturellen, unternehmerischen)
Aktivitäten als Projekte bzw. (diese wiederum)
als Prozesse aufgefasst und deren Inputs wie
Outputs auch kalkulierbar gemacht werden
können.
Minoritär Werden
Auch und gerade der Kulturbereich hat im
Kontext des postindustriellen Strukturwandels, der Ökonomie der Symbole und eines
globalen Konkurrenzkampfes zwischen
einzelnen Regionen, Metropolen und Staaten
einen neuen Stellenwert erhalten, der unter
anderem die permanente Gefahr der Instrumentalisierung durch den unternehmerischen
Geist in Politik bedeutet. Kunst und Kultur
funktionieren dementsprechend auch als
Standortfaktoren und Imageproduzenten, die
einer Stadt / einer Region / einem Staat eine
bestimmte Identität verleihen, und diese mit
Attributen ausstatten, die vor allem Wachstum
und Fortschritt suggerieren sollen - ein Medienstandort, ein Labor der Zukunft, ein Land
der Forschung und Innovation. Auch das
Schlagwort einer „Kultur für alle“ beschreibt
demnach heutzutage meistens lediglich
ein ausdifferenziertes und distinguiertes /
distinguierendes Angebot an Möglichkeiten
zu einer Gestaltung von Freizeit für eine mehr
oder minder qualifizierte (Teil-) Öffentlichkeit und ihrem Wunsch nach einem ästhetischen und mit einem kulturellen Mehrwert
versehenen Leben. Hier wird vor allem eine
tiefgreifende Kulturalisierung und Ästhetisierung verfolgt, eine weitere Verdrängung unerwünschter und unterpriviligierter minoritärer
Randgruppen scheint evident. Hier angekommen sind wir dem Messen wieder nahe,
wie auch Gilles Deleuze meint: „Minderheit
und Mehrheit sind nicht nur quantitativ
einander entgegengesetzt. Mehrheit impliziert
eine ideale Konstante, ein Standardmaß, an
dem sie sich misst und bewertet. Nehmen
wir an, die Konstante oder das Maß sei: weiß
- westlich - männlich - erwachsen - vernünftig
- heterosexuell - Stadtbewohner - Sprecher
einer Standardsprache.“ Auf diese zunächst
11
kulturpraxis
relativ plausiblen und einfachen Kategorien
kann natürlich auch die Frage der Kultur
und deren Entwicklung folgen. Doch wie soll
Kultur gemessen werden? Welche Qualität
hat Kultur? Welche Definitionen werden hier
verwendet? Wer hat die Definitionsmacht
über Begriffe wie Qualität und Kultur und
bestimmt somit auch dementsprechende
Indikatoren? Beispielhaft einhergehend mit
einem Verlust von Experimentierfeldern, mit
kurzfristigen Innovationsschüben anstatt
langfristiger und nachhaltiger Invention sehen
wir, dass künstlerische und kulturelle Prozesse
sich beinahe per se simplifizierenden, aber
strategisch hoch wirksamen New-Public-Management und Total-Quality-Management
Konzepten entziehen bzw. verweigern sollten.
Eine kritischere Auseinandersetzung ist hier in
jedem Fall angebracht, um das oftmals lauthals vorgebrachte Schreien der EvaluationsJüngerInnen zum Verstummen zu bringen.
Hierbei könnte wiederum durchaus Pythagoras gefolgt werden, der seinen Schülern
beharrlich Schweigegebote auferlegte.
Andre Zogholy
Andre Zogholy ist Vorstandsmitglied der
KUPF, Ländervertreter Oberösterreichs in der
IG Kultur und Mitglied bei qujOchÖ – experimentelle Kunst- und Kulturarbeit
FM5 – Freies Magazin Plattform
für Kunst und Jugendkultur
Smart und engagiert hat eine Gruppe junger Leute aus dem Mühlviertel
2003 das Netzmagazin FM5 auf die Beine gestellt. Seit Anfang des Jahres
2005 ist FM5 Mitgliedsverein der KUPF.
Fünf Rubriken
“Sich die Seele aus dem Leib kotzen”, eine
Ich-Reportage einer jungen Frau, die ihren
Weg in die Bulimie beschreibt, mutig und
offen. Ihr Artikel in der Rubrik Reportagen
evoziert viele LeserInnen-Reaktionen.
Fünf Rubriken – Reportagen, Musik, Kreatives, Lifestyle, Plattform – erwarten die
LeserInnen auf www.fm5.at.
Von Attwenger bis Depeche Mode, vom FM
5 Fest für Ute Bock zur britischen Newcom-
berband reicht das Spektrum der Beiträge
in der Rubrik Musik. Unter Kreatives finden
sich Buchrezensionen, Gedichte, Kurzgeschichten. Asterix, James Dean, die Viennale
und Austria Salzburg, der Steirische Herbst
und das Weltcafe in Wien sind Themen der
aktuelle Ausgabe in der Rubrik Lifestyle.
Die Rubrik Plattform beherbergt die Leute,
die hinter FM 5 stehen: 45 an der Zahl aus
nunmehr 8 Bundesländern im Alter von 15
bis 25 Jahren arbeiten am Netzmagazin mit.
kulturinitiative
12
Breites Echo
Aus einem empfundenen Mangel heraus,
gründeten etwa 20 junge Leute aus der
Gegend rund um Bad Kreuzen im Mühlviertel das Freie Magazin und gingen mit
der ersten Ausgabe am 6. Jänner 2003
online. Bundesweit zu agieren war nicht
von Beginn an intendiert. Schnell war die
Initiative auf Medienecho gestoßen und
rasch wuchs FM 5 auf 45 ehrenamtliche
MitarbeiterInnen an. Beabsichtigt war zu
Beginn allerdings, betont Martin Aschauer,
Was dieses andere ist?
“Dieses andere darzustellen ist immer
schwierig. In der jetzigen Ausgabe ist ein
Artikel über Bulimie, von einer Betroffenen
frisch geschrieben. In keinem Medium,
würde der Artikel so kommen, weil er a zu
lange, b zu emotional ist. Bei einem freien
Magazin hast du die Möglichkeit, Themen
zu setzen. Wir sind eine klassische Plattform, wo man sich ausprobieren kann.”, so
Martin Aschauer.
Mit Idealismus, frisch und clever waren die
Leute von FM 5 an ihr Magazin herangegangen und ebenso betreiben sie es weiter.
Das gesamte Magazin wurde in Eigenregie programmiert, untereinander werden
Kenntnisse der Bildbearbeitung, Interviewführung, Programmierung weitergegeben,
regelmäßige Redaktionstreffen dienen
dem Erfahrungsaustausch. Immer wieder
organisieren sich die BetreiberInnen des
Magazins Einladungen in Zeitungs- und
Radioredaktionen, um aus den Gesprächen
dort für ihre Recherche, Publikationen und
Organisation zu lernen.
“Was das Freie Magazin immer ausgemacht
hat ist, dass wir immer von uns selber
überrascht waren. Das Feedback von außen
ist dermaßen gut und mittlerweile haben
wir uns professionalisiert.”, erzählt Martin
Aschauer.
Nolabel
Ein Projekt von FM5 ist die Plattform nolabel.at. Ziel ist, ein Netzwerk zwischen jungen MusikerInnen, VeranstalterInnen und
RezipientInnen aufzubauen. Nolabel.at bietet in den Rubriken Backstage, Hörgenuss,
Shop und Events umfassende Informationen zu MusikerInnen, Veranstaltungen,
Downloads sowie eine Mitfahrbörse. Nicht
nur im Netz ist FM5 aktiv. Mittlerweile
leben viele der MitarbeiterInnen in Wien
und so kommt es, dass jährlich ein Konzert
in Wien organisiert wird. Weiterer Fixpunkt
ist das Geburtstagsfest im Jänner in einer
Fabrikshalle in Perg. Aus ganz Österreich
kommen Jugendliche zum Fest, das ebenso
breite Unterstützung durch heimische
Bands erfährt.
Mit insgesamt drei Konzerten im Jahr, dem
Projekt nolabel.at und jährlich 300,- Euro
Jugendförderung wird der Verein FM 5 am
Laufen gehalten.
Bilanz
Nüchtern fällt die finanzielle Bilanz durch
Martin Aschauer aus:
“Wenn man’s von den Finanzen sieht, dann
ist man absolut unzufrieden. Mittlerweile
sag ich, eigentlich müssten uns Zeitungen
und Marketingfirmen unterstützen. Bei uns
lernen die Leute und bei denen schreiben
sie. Die Erfahrung holen sie sich gratis. Für
uns ist natürlich klar, dass sie uns nicht
sponsern, denn sonst würden wir unsere
Unabhängigkeit verlieren. nolabel.at ist
minimal unterstützt vom Land OÖ. nolabel.
at hat einen Shop dabei, man kann mp3
files runterladen, da wird Geschäft gewittert. Fm5.at stellt alles gratis zur Verfügung,
hat keine Werbung, keine wirtschaftliche
Zukunft.
Hinter Text sehen sie kein Geschäft, vor
allem nicht, wenn der Text Firmen und Politik kritisch gegenübersteht. Wir brauchen
natürlich nicht unbedingt ganz soviel Geld,
aber ein bisschen mehr würde schon viel
erleichtern.”
Dennoch: von Ausgabe zu Ausgabe funktioniert das Magazin. In der Serie “Herbstgespräche“ werden PolitikerInnen zur
Tagespolitik, zu Vorbildern und zum Gedankenjahr 05 befragt, in der Serie “Hinter
den Kulissen” wird über Medien berichtet.
Johannes Rausch, 16 Jahre und neuer
Redakteur bei FM 5, fasst zusammen: “FM
5 sollte man symbolisch nehmen. Es ist zu
wenig, wenn man sagt, es könnte besser sein, man muss es selbst in die Hand
nehmen.” Sein erstes Bandinterview hat er
bereits online gestellt.
Danke Martin Aschauer und Johannes
Rausch für das Gespräch.
Katja Haller
Katja Haller ist Programmkoordinatorin bei
Radio FRO
13
kulturinitiative
Preis: 11 Euro
Sprecher von FM 5, dass die Artikel auch
noch St. Pöltner oder Grazer interessieren. So bieten die JungjournalistInnen ein
heterogenes Spektrum an Themen, die sie
anders als in Mainstreammedien bearbeiten.
Summe ist
gleich
Hördokumentation zur gleichnamigen Veranstaltungsreihe
von KUPF und
Kunstraum (2001) auf
Doppel-CD.
CD 1
1
2
3
4
Silvia Sun (Visuals)
Wolfgang Haug
Mark Terkessidis
maschek/Boris Buden
CD 2
1 monochrom
2 Frigga Haug
3 Marlene Streeruwitz /
Christoph Kurzmann
HerausgeberInnen:
Susanne Blaimschein,
Stefan Haslinger;
Gestaltung: Silvia Sun
Bestellungen:
KUPF - Kulturplattform OÖ,
Untere Donaulände 10, 4020 Linz
Tel.: 0732/79 42 88, Fax: 0732/79
42 89, http://www.kupf.at,
kupf@kupf.at
Fragmente des Widerstands eine Entwicklungsgeschichte
Auf den Spuren der Partisanen – Eine zeitgeschichtliche Wanderungen
im Salzkammergut, hörbar gemacht im Rahmen einer Radiosendereihe
des Freien Radio Salzkammergut.
Entstehung
Die Idee zu einer Sendereihe, die sich mit
dem Widerstand gegen das NS-Regime
im Salzkammergut beschäftigt, entstand
im Frühjahr 2004. Die „Hauptschuld“
daran trug der Wanderführer „Auf den
Spuren der Partisanen – zeitgeschichtliche Wanderungen im Salzkammergut“
von Christian Topf. Das Buch geht anhand von 12 Wanderrouten den Spuren
des Widerstands im Salzkammergut
nach. Diese tatsächliche, nachvollziehbare Form der Geschichtsbetretung erschien mir derart spannend und innovativ, dass die Idee, diese Wanderungen im
Rahmen einer Radiosendereihe hörbar
zu machen, fast zwangsläufig war.
Obwohl noch weit entfernt von einem
Konzept, geschweige denn einer entsprechenden Finanzierung, begab ich mich
im Sommer 2004 mit einem Aufnahmegerät auf zwei zeitgeschichtliche
Wanderungen: Mit Wolfgang Quatember, dem Leiter des Zeitgeschichtemuseums Ebensee, ging es zum IGEL, den
Josef Hans Grafl aus Bad Aussee
Überresten eines Partisanen-Unterstands
im Toten Gebirge, und mit Silvia Panzl, die
eine Arbeit über die oppositionellen Kräfte
würden warten können, gab dem gesamten
im Salzkammergut verfasst hatte, folgte ich
Projekt eine gewisse Dringlichkeit.
den Spuren von Sepp Plieseis, jenem im
Salzkammergut beinahe legendären Organisa- Innovationstopf
tor des Widerstandes, dem es im Herbst 1943
Der KUPF-Innovationstopf 2005 mit dem
gelungen war, aus einem SS-Lager bei Hallein
Thema „Lebendige Archive“ war der entscheiauszubrechen.
dende Impuls um das Projekt in Angriff zu
nehmen. In Absprache mit dem FRS überDurch den nahenden Winter und in Ermannahm ich die Ausarbeitung eines Konzeptes,
gelung einer finanziellen Basis landeten das
die Umsetzung des Projekts bei einer etwaigen
Projekt und die entstandenen Aufnahmen
Förderung durch die KUPF-Kulturplattform
in einer Schublade für Zukünftiges und UnOÖ, sollte ebenfalls durch mich erfolgen. Das
gewisses. Die Kontakte zum ZeitgeschichteKonzept trug den Titel „Fragmente des Wimuseum Ebensee waren allerdings geknüpft,
derstands“, acht Sendungen zu je einer Stunde
und die Gewissheit dass die noch lebenden
sollten produziert werden, die veranschlagte
ZeitzeugInnen nicht ewig auf ein Interview
Summe belief sich auf € 11.000,-.
kulturinitiative
14
ein gehöriges Maß an Selbstorganisation, eine
Herausforderung die mir meine persönlichen
Belastbarkeitsgrenzen deutlich aufgezeigt hat.
Bei einigen Beiträgen wirkte Jörg Stöger, ein
freier Mitarbeiter des FRS, mit. Das bewirkte
eine wesentliche Unterstützung und Entlastung, und die Erkenntnis, dass ein Projekt
dieses Ausmaßes nach Teamarbeit schreit!
Ein weiteres Problem war die relativ späte
Die Unterstützung von manchen Personen
und vor allem des Zeitgeschichtemuseums
Ebensee war maßgeblich und beglückend.
Die ursprüngliche Idee, sich relativ genau
an die Vorgaben des Wanderbuches von
Christian Topf zu halten und den HörerInnen
die Möglichkeit zu geben, dem Gehörten
tatsächlich nachgehen zu können, konnte
aufgrund der Materialdichte nur teilweise
zu erhalten, mit dem das FRS inhaltlich aber
nichts zu tun hat, montags bis samstags von
6.00 bis 18.00 Uhr sein kommerziell orientiertes Programm auf den Frequenzen des
FRS. Radio Salzkammergut gehört mittlerweile zu einem großen Teil Liferadio, und wird
seit Jänner 2005 in Linz produziert und von
dort ins Salzkammergut übertragen.
Im FRS gestalten derzeit mehr als 80 Sen-
Am 11.März traf die Jury im Linzer
KunstRaum Goethestraße zusammen,
um ihre Auswahl aus 44 eingereichten
Projekten zu treffen. Dass mit Wolfgang Neugebauer (ehem. wissenschaft.
Leiter des DÖW) ein profunder Kenner
der österreichischen Zeitgeschichte in
der Jury vertreten war, verursachte bei
mir ambivalente Gefühlseruptionen.
Ob des Professors offene Ohren oder
doch eher sein kritischer Blick dem
Projekt begegnen würden, war die
Nervosität stiftende Unbekannte. Das
Ergebnis der viele Stunden dauernden,
intensiven Vergabediskussion ließ die
Zweifel schnell verblassen. „Fragmente
des Widerstands“ bekam als einziges
Projekt die volle Zustimmung aller fünf
Juroren/Jurorinnen, und war somit
gewissermaßen der „Sieger“ des Innovationstopf 2005.
Work it out!
Bei der konkreten Umsetzung des Projekts ging es nun darum, eine relative
genaue konzeptionelle Vorgabe in ein hörbares Ergebnis zu verwandeln. Das bedeutete:
1. relevante historische Quellen zu erschließen, 2. Menschen ausfindig zu machen, die
mit dem jeweiligen Themenkomplex vertraut
sind, 3. ZeitzeugInnen zu finden, die bereit
sind sich der Interviewsituation zu stellen,
und über Erlebnisse zu berichten, die mehr als
60 Jahre zurückliegen, und 4. dies alles in eine
hörzeigbare, nachvollziehbare Form zu bringen, die jeweils mit einer Stunde Sendezeit ihr
Auslangen finden muss. Für „Fragmente des
Widerstands“ hieß das, ca. 2500 Seiten historisches Quellenmaterial, 40 InterviewpartnerInnen und 1700 Minuten Tonaufnahmen auf
480 Sendeminuten zu verteilen.
Diesem gesamten Aufgabenkomplex großteils
in Personalunion gerecht zu werden verlangt
Sepp Plieseis
Resi Pesendorfer (Widerstand Bad Ischl)
Auszahlung der Fördersumme durch die
Landeskulturabteilung zu Beginn des dritten
Quartals. Die erste Sendung wurde jedoch
bereits Anfang Mai ausgestrahlt, was eine
Zwischenfinanzierung aus eigener Tasche über
mehrere Monate verlangt hat.
umgesetzt werden. Herausgekommen ist
ein chronologisches Aufrollen der Thematik
und der Versuch Geschichte an Hand von
persönlichen Geschichten zu erzählen. Die
Ergebnisse dieses Versuches können auf cba.
fro.at nachgehört werden.
Jenseits dieser Widrigkeiten, ergaben sich
aber eine Fülle an positiven Erfahrungen,
Begegnungen mit ZeitzeugInnen wie Franz
Föttinger, Renate Bronnen, der Witwe des
Autors Arnolt Bronnen, oder Josef Hans Grafl,
der im April 1945 mit einem Fallschirm in
den Widerstand im Salzkammergut gesprungen ist. Oder die berührenden Gespräche mit
Überlebenden des KZ Ebensee, und und und
Freies Radio Salzkammergut
1997 wurde der Verein Freies Radio Salzkammergut (FRS) gegründet. Seit März 1999 ist
das FRS On Air. Die finanziellen Rahmenbedingungen sind durch die zunehmende
Rücknahme von Mitteln der Öffentlichen
Hand schwieriger geworden. Zudem sendet
Radio Salzkammergut, das als GmbH gegründet wurde um den Betrieb des FRS aufrecht
dungsmacherInnen Programm. Die von der
Rundfunkbehörde erteilte Lizenz erlaubt
die Ausstrahlung eines Radioprogramms im
Salzkammergut bis ins Frühjahr 2007.
Nähere Infos unter www.freiesradio.at.
David Guttner
15
kulturinitiative
Weitere Infos:
david.guttner@freiesradio.at
www.freiesradio.at
David Guttner ist seit 2003 beim Freien Radio
Salzkammergut beschäftigt.
Termine im Überblick
Ausgewählte Veranstaltungen von KUPF Mitgliedsvereinen
Kulturinstitut an der
Johannes Kepler
Universität / Linz
Fr 16. 12.
20.00 Uhr
Volkshaus Dornach, Linz
Winterkonzert des Universitätsorchesters
Gerhard Fröhlich
Altenbergerstraße 69 / 4040 Linz /
www.kulturinstitut.jku.at
Tel.: 0732 - 2468 - 8300 / gerhard.
froehlich@jku.at
KAPU / Linz
So 9. 12.
21.00 Uhr
Konzert: SEVEN SIOUX / The
Hynkles / Sceptic Eleptic
Joe Laimer, Klemens Pilsl
Kapuzinerstr. 36 / 4020 Linz /
www.kapu.or.at
Tel: (0732) 779 660 / kapu@
servus.at
JAZZATELIER /
Ulrichsberg
INSEL / Scharnstein
Fr 16. 12.
20.00 Uhr
“OH DU LIEBE WEIHNACHTSZEIT”
- ein Weihnachtsabend von und
mit Heilwig Pfanzelter
Renate Luthwig
Grubbachstr. 6 / 4644 Scharnstein
/ Tel: (07615) 76 26 / vereininsel@
aon.at
Fr 16. 12.
20.00 Uhr: ICH HABE KEINE
ANGST
Film von Gabriele Salvatores.
Italien/Spanien/England 2002; 109
Minuten.
Alois Fischer
Badergasse 2 / 4161 Ulrichsberg /
www.jazzatelier.at
Tel. (07288) 63 01 / afischer@jazzatelier.at
LOCAL-BÜHNE / Freistadt
Mi 28. 12
20.00 Uhr, Salzhof
Kuba-Fest: Yoris y los Compay
Hedi Hofstadler
Salzgasse 25 / 4240 Freistadt /
www.local-buehne.at
Tel: 07942/ 77 733 / office@localbuehne.at
Fr 16. 12.
21.00 Uhr
Konzert: CHIKINKI (uk) /
BERNADETTE LA HENGST
(d)
Ulli Holub
Gaswerkgasse 2 / 4400 Steyr /
www.roeda.at / Tel: (07252) 76 285
/ roeda@roeda.at
WASCHAECHT / Wels
Fr 16. 12.
20.00 Uhr: Alter Schlachthof
Wels
Konzert: Rötzmann/Bennink
Boris Schuld
Dragonerstr. 22 / 4600 Wels /
www.waschaecht.at
Tel: 07242/ 56375 / w8@servus.at
KAPU / Linz
Do 15. 12.
20.00 Uhr
Filmreihe „Gegen das Vergessen“, Modul 3
Über den verdrängten Kampf der
Kärntner PartisanInnen. Von Andrina Mracnikar, A 2003, 19 min.
Joe Laimer, Klemens Pilsl
Kapuzinerstr. 36 / 4020 Linz /
www.kapu.or.at / Tel: (0732) 779
660 / kapu@servus.at
KIK - KUNST IM KELLER /
Ried i. I
Fr 23. 12.
Stefan Stürzer
Hartwagnerstr. 14 / 4910 Ried
/www.kik-ried.com / Tel: (07752)
81 818 / kik-ried@aon.at
KIKAS / Aigen-Schlägl
Fr 23.12.
LOCAL-BÜHNE / Freistadt
So 18. 12.
20.00 Uhr
Salzhof Freistadt
Weihnachtslieder und -geschichten für Erwachsene
(Martha Sabbagh, Monika Holzmann und Martina Wagner)
Hedi Hofstadler
Salzgasse 25 / 4240 Freistadt /
www.local-buehne.at /
Tel. Verein: 07942/ 77 733 / office@
local-buehne.at
KULTUR IM GUGG /
Braunau
Sa 17. 12
20.00 Uhr:
Sirqus Alfon (Schweden)
Musik/Artistik/Comedy
23.00 Uhr
Christmas Party:
Monsters of Rock
www.fm5.at
Mono & Nikitaman backed by
Good Vibration Soundsystem,
3 feet smaller, Echophonic,
Francis Int. Airport
Sa 7. 1.06
Binder und Krieglstein, Bauchklang, Texta, Petsch Moser,
Alalie Lilt (Nr. 1 von Nolabel)
Band aus Perg und Umgebung
Ort:
Baumgartenberg, Baumannhalle
Von der KUPF bereits jetzt
ALLES GUTE ZUM 3er!
Der Kulturverein „Landstrich“ lädt zur Mitarbeit
am neuen Themenheft mit
dem Titel „Zu Zweit“ In einer rapide sich ändernden
Welt werden althergebrachte Konventionen aufgegeben und neue Formen
der Partnerschaft gesucht.
Wechselnde ökonomische
Rahmenbedingungen stellen
Frau/Mann vor Herausforderungen. Auch das ländliche
Milieu unterliegt dem Wandel
von Werten und Gewohnheiten.
Den Chancen und Möglichkeiten der Globalisierung stehen
Besorgnisse, Ängste und die
Sehnsucht nach einer überschaubaren Welt gegenüber.
Beiträge in Form von Texten
oder Bildern bis 15. 2. 2006.
Tel. 07712/2719
landstrich@gmx.at
On stage: AC/Dizzy
Ulrike Jauker
Schlägler Hauptstraße 14 / 4160
Aigen / www.kikas.at
Tel: 07281-62970 / office@kikas.at
Alois Mandl
Palmstraße 4 / 5280 Braunau /
www.gugg.at / Tel.: 07722/65 692 /
gugg@gugg.at
Ausführlichere Terminsammlung der KUPF Mitgliedsvereine ist in der Downloadabteilung
der Website der KUPF abzurufen: http://www.kupf.at
kultursplitter
Das Freie Magazin FM5
- seit 2005 Mitglied der
KUPF - wird 3! Um dieses
Ereignis entsprechend zu
feiern, veranstaltet FM5 ein
2tägiges Geburtstagsfest.
Fr 6. 1.06
20.30 Uhr
Konzert: Russkaja (ska)
RÖDA / Steyr
KI-Splitter
16
Am 1. Dezember wurden
im Linzer Landhaus die
Landespreise für Initiative
Kulturarbeit 2005 überreicht.
Preisträgerinnen sind zwei
Mitgliedsvereine der KUPF. Den
großen Landespreis (mit EUR
7.500,- dotiert) erhält die Initiative Kunst- und Kultur Raab, die
sich bereits seit über 20 Jahren
als VermittlerInnen zeitgenössischer Musik engagieren. Ein
Großteil dieses Engagements
gebührt lokalen Künstlern, die
in Kontakt mit dem nationalen
und internationalen Geschehen
gebracht werden.
www.servus.at/kkraab
Die zweite ausgezeichnete Initiative ist IFEK. Das Linzer „Institut für erweiterte Kunst“ ist ein
KünstlerInnenkollektiv, das seit
Anfang 2001 im Bereich der audiovisuellen Medienlandschaft
tätig ist. Der kleine Landespreis
ist mit EUR 1.500,- dotiert!
www.frohsinn.nfo.at
PARANGOLÈS
In Gedenken an den am 04.10.2005 in Schubhaft
verstorbenen 18-jährigen Ceesay Yankuba!
Der Landespreis für Kunst
im interkulturellen Dialog
wurde heuer erstmals
vergeben.
Die KUPF präsentierte dieses
Projekt 2003 dem OÖ Landeskulturbeirat, der es ins damalige
Vorschlagspaket aufgenommen hatte. Preisträgerin ist
die KUPF-Mitgliedsinitiative
MEDEA. Der Landespreis für
Kunst im interkulturellen Dialog
ist mit EUR 7.500,- dotiert.
www.servus.at/medea/
Allianzen für 2009
Im Rahmen des EQUAL-Projekts “wip - work in process”
bieten MAIZ und IG Kultur
Österreich im Februar 2006
einen ganztägigen Workshop
in Linz an, der die Partizipation
migrantischer Organisationen
und freier Kulturinitiativen im
Rahmen von “Linz Kulturhauptstadt 2009” thematisiert. Ziel
des Workshops ist es, den
Austausch zwischen den Gruppen zu stärken und gemeinsame Handlungsstrategien zu
erarbeiten.
Nähere Informationen & Möglichkeiten der Teilnahme bei IG
Kultur Österreich, Tel. 01/503 71
20 DW 16, transfer@igkultur.at
KLUB ZWEI im Gespräch mit
MAIZ - Autonomes Integrationszentrum von & für Migrantinnen
www.maiz.at, www.klubzwei.at
*Texte sind dem Plakat (oben)
entnommen
Milena Müller: Wohin man geht, ist die erste
Frage und das hat mich gewundert, als ich nach
Österreich gekommen bin: Die erste Frage,
sobald man den Mund aufmacht, ist: „Woher
kommst du?“ Das ist die erste Schublade!
Veronika Rechberger: Die Motivation, politisch
zu arbeiten ist einfach – in vielen Bereichen von
einem unguten Gefühl ausgehend – das Benennen gelernt zu haben, dass ich einfach unzufrieden war mit dem, was andere gesagt haben, was
ich sein soll! Ich denke, das ist auch eine Stärke
von MAIZ, wo in Gesprächen mit den Frauen, die
Frauen einfach auch merken, sie sind unzufrieden, sie drücken Unzufriedenheit aus, mit dem,
was die Gesellschaft mit ihnen macht.
Milena Müller: Mein Vater ist Österreicher,
meine Mutter ist Chilenin. Also, ich empfinde
mich selber dieser Gruppe zugehörig: Zwischen
diesem Hin und Her. Wo bin ich nun zuhause?
Wo gehöre ich hin? Bin ich nun eher so oder bin
ich nun eher so? Und immer dieses Akzeptiert
-Werden-Wollen oder dieses ständige Sich-Definieren-Müssen über angebliche „Nationalitäten“.
Tania Araujo: Ich kann jetzt nicht sagen: Ich
äußere mich als Schwarze! Das kann ich nicht!
Ich bin keine Schwarze! Aber ich kann immer als
Migrantin auftreten. Solche Entscheidungen sind
entscheidend in unserem Leben. Sie bestimmen
unsereIdentität. Inwieweit kann ich als Tania,
nicht als Migrantin, im öffentlichen Raum auf-
17
kultursplitter
treten? Das ist schwierig, weil ich bin Tania, aber
ich bin auch Migrantin. Ich kann nicht trennen,
das geht nicht! Und ich finde, dieses Einteilen ist
wirklich ein europäisches Problem, eine schizophrene Art, die Leute zu trennen.
Luzenir Caixeta: Heute möchten wir viel mehr
unsere Macht zeigen. Dass wir als Migrantinnen
Macht haben und dass wir uns organisieren
können. Tania Araujo Und natürlich, das ist klar,
als Migrantin habe ich überhaupt nichts zu verlieren. Und wer nichts zu verlieren hat, hat viel
Raum zu besetzen. Und die ÖsterreicherInnen
haben viel zu verlieren!
Rúbia Salgado: Wir sind immer in Konfrontation mit der Gesellschaft hier, mit der Mehrheitsbevölkerung. Ich finde es z. B. einen Skandal,
dass die Menschen hier sich keine Gedanken
machen bezüglich ungerechter Gesetze!
Rúbia Salgado: Die Komplizenschaft der ÖsterreicherInnen, ihre Beteiligung an der ungerechten Situation der MigrantInnen, das muss
explizit werden!
Tania Araujo: Diese Sicherheit, die die ÖsterreicherInnen haben – haben wir nicht. Und für uns
ist das auch eine Art von Freiheit! Wir sind frei!
Was habe ich zu verlieren? Ich muss maximal
nach Hause zurückfliegen! Ich habe nichts zu
verlieren, denn ich habe keine Wohnbeihilfe, ich
habe keinen Anspruch auf Pension, Arbeitslosengeld maximal 6 Monate, Notstandshilfe habe
ich nicht, und und und!*
PROVO
KATION
KUPF-INNOVATIONSTOPF 2006
Provokation - Schlagwort. Allgegenwärtig,
medial ausgeschlachtet, von Werbung und
Politik als Methode, als Instrument eingesetzt, Attraktion heischend, durch Überspitzung übermäßige Reaktionen hervorrufend.
“Das Geschrei der gegenwärtigen Kultur,
Politik und Gesellschaft erklärt sich daraus,
dass sie sich sofort Gehör verschaffen will.”
Aus einem wertenden Mantel geschält, kann
Provokation als durchaus probates Mittel verstanden werden, der Gegnerin, dem Gegner,
dem Gegenüber eine Reaktion zu entlocken.
Auch die ProtagonistInnen der freien Kulturarbeit, freie Kulturinitiativen haben das
Instrument, die Methode der Provokation
schon lange für sich entdeckt, dienstbar
gemacht und mit ihr gearbeitet. Provokation
ist untrennbar mit den Geschichten freier
Kulturarbeit verbunden.
Provokation abseits kalkulierter Wege wendet sich riskanten Positionen zu, droht zu
scheitern und bedarf eines hohen Maßes an
Risikobereitschaft.
Doch wie so viele andere Instrumente erfuhr
auch die Provokation, die Reizung eine
Nivellierung durch Übersättigung und wirft
zahlreiche Fragen auf.
- Muss heutzutage provoziert werden, um
wahrgenommen zu werden?
- Ist es heute, da alles reizen will, vielleicht
angebrachter nach einem Gegenteil von Provokation als Instrument der Wahrnehmungsweckung zu suchen?
- Oder ist Provokation nach wie vor ein legitimes, effektives Mittel, um gesellschaftliche
Veränderungen und Umbrüche herbeizuführen?
- Besteht eine Notwendigkeit freie Kulturarbeit, freie Kulturinitiativenarbeit mit dem
Instrument der Provokation zu koppeln?
- Ist der Wille überhaupt gegeben, das
konsensuale Klima durch Störimpulse und
Provokationen aufzubrechen?
- Können Fragen mehr provozieren als Antworten?
Der KUPF - Kulturplattform Oberösterreich
Innovationstopf lädt ein, Provokation als Begriff, Methode und Instrument zu begreifen,
und Projekte aus dem Kontext der freien
Kunst- und Kulturarbeit einzureichen.
Der KUPF-Innovationstopf lädt zur Einreichung von Projekten, die
in Oberösterreich stattfinden oder einen
starken inhaltlichen Oberösterreich-Bezug
herstellen können;
im zeitgenössischen künstlerischen und/oder
kulturellen Bereich angesiedelt sind und
sich inhaltlich auf den Ausschreibungstext
beziehen;
über einen starken regionalen oder lokalen
Bezug verfügen;
grenzüberschreitend sind (geografisch oder
thematisch);
sich durch eine unkonventionelle und im
regionalen Kontext innovative Idee und Vermittlungsstrategien auszeichnen;
in ihrer Planung und Durchführung eine
gleichberechtigte Stellung der Geschlechter
garantieren;
bevorzugt gesellschaftlich benachteiligte
Gruppen und Einzelpersonen als AktivistInnen bzw. Zielgruppe einschließen.
kupf
18
Formale Kriterien
Einsendeschluss ist Montag, 13. Februar
2006 (Datum des Poststempels)
Einreichen können unabhängige Kulturinitiativen sowie Einzelpersonen und Gruppen
(unabhängig von Herkunft, Wohnsitz oder
Staatsangehörigkeit). Nicht angenommen
werden Einreichungen von Gebietskörperschaften, Einrichtungen der öffentlichen
Hand, Kirchen, Parteien sowie von Angestellten und Vorstandsmitgliedern der Kulturplattform OÖ sowie der KUPF selbst.
Die Anträge müssen den Leitlinien zur Einreichung (www.kupf.at) entsprechen.
Bereits begonnene oder realisierte Projekte
können nicht durch den Innovationstopf
finanziert werden.
Jury & Dotation
Eine fünfköpfige Jury wird in einer öffentlichen Jurysitzung im März 2006 eine
Auswahl treffen und die mindestens 75.000,Euro aus Mitteln der Kulturförderung des
Landes OÖ aufteilen.
Beratung & weitere Informationen
Ein detaillierter Leitfaden zur Einreichung
sowie die rechtlichen Bedingungen zur
Einreichung stehen als Download auf der
Homepage der KUPF zur Verfügung.
Die Ausschreibung, sowie die Kriterien für die
Einreichung sind in mehreren Sprachen auf
der KUPF-Homepage verfügbar.
Die KUPF bietet ein Treffen für interessierte
EinreicherInnen an, bei dem inhaltliche und
organisatorische Fragen geklärt werden
können. Freitag, 20. Jänner 2006, 16.00 Uhr,
im KUPF-Büro
Außerdem steht die KUPF auch telefonisch
zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
Waffe der Ohnmächtigen?
Assoziationen, Gedanken und Fragen die sich beim Lesen
des Ausschreibungstextes zum Innovationstopf 2006
“Provokation” so ergeben.
Fut, Oasch, Beidl, jetzt trink ma nu a Seidl.
– Ist das nordalpenländische Volksdichtung?
Oder ein an die LeserInnen gerichteter
Provokationsversuch? Oder gar provokanter
Volksmund, der sich mit den LeserInnen zu
verbünden sucht? Das Funktionieren von
Provokationen ist kultur- und damit auch
sprachbedingt. Wörter wie “Beidl” und
“Seidl”, kommen in Idiomen südlich der
Alpen in ganz anderen Bedeutungszusammenhängen vor. Übersetzt hieße der Satz
dann: ..., Beitl, jetzt trink ma no, Frau Seitl;
oder eigentlich: ..., Tasche, jetzt trink ma no
a Flasche.
Wer wen?
Stellen sich die Fragen: Wer oder was provoziert wen wie wodurch und wozu? Wer fühlt
sich warum und wodurch wozu provoziert?
Und wird durch eine Äußerung oder Handlung mit oder ohne Absicht etwas hervorgerufen? Oder passiert am Ende Provokation
sowieso immer nur passiv? Hm.
mir”. Oder ich: klassifiziere alle Andersdenkenden als Schwachköpfe oder Sauhunde, je
nachdem. Na super, wie selbstgerecht ist das
denn?
Wer gegen wen?
Behauptung Nr. 1 lautet: Provokation passiert ausschließlich unter Gegnern, Feinden,
etc. – Beispiel Nr. 1: Menschen in Bedrängnis
sind eine pure Provokation für ein soziales
System. Gegner der Bedrängnis arbeiten an
der Abschaffung der Gleichgültigkeit und der
Bedrängnis, Gegner der Menschen hüten die
Gleichgültigkeit und/oder arbeiten an der
Abschaffung der Menschen.
Trotteln provozieren? Wie billig. Schon
teurer: Arschlöcher provozieren. Noch
teurer: von Trotteln oder/und Arschlöchern
provoziert werden. Zwangsläufig beschädigt
ein Pornojäger die Mozartbüste von Markus
Lüpertz. Er kann gar nicht anders, weder als
Idiot noch als Nazi. Aber wer von beiden hätte jetzt die Provokationsmehrheit auf seiner
Seite? Hm?
Da drüben, auf der so genannten Kulturplattform, läuft seit mindestens 100 Jahren
das Match KünstlerInnen gegen den Rest
der Gesellschaft. Gegen die Systemerhalter.
Gegen den Stillstand. Gegen den Status quo.
Andersherum gedacht: für etwas Besseres als
das Bestehende, Beherrschende. Dada, Punk,
Intervention, Aktionismus, call it anything.
Trotzdem schon 1958 Breton zu Bunuel
gesagt haben soll, dass es nicht mehr möglich
sei, Skandale zu provozieren. Gerade in den
letzten 40 Jahren avancierte das Vehikel der
Provokation zu einer sehr effizienten und
erfolgreichen künstlerischen Strategie: John
Cage, Valie Export, Christoph Schlingensief,
Michel Houellebeq, Volxtheaterkarawane
usw.
Oder mein Chef: will a) die zynische,
sexistische ust. Zauk raushängen lassen
und b) dafür auch noch geliebt werden.
Provokant, was? Oder der Rapper gegen
sämtliche Nichtmänner: sagt “alles Fotzen
außer Mami”. Oder mein Onkel Otto gegen
den Rest der Welt: sagt “lauter Trotteln außer
Abgesehen davon und schnell zu vergessen:
all die Selbst-und-sonst-gar-nix-Darsteller,
all die Buben aller Altersstufen, all die pubertären Infantilisten. Wohin wollen wir die
jetzt reklamieren? Die Guten in den Kropf,
die Schlechten in den Topf? Und was bleibt
im Kopf? Das vielleicht: Provokation war, ist
19
kupf
und bleibt bis auf weiteres ein unterschiedlich geeignetes, aber in seiner unterschiedlichen Eignung stinknormales Instrument im
Konzert des Klassenkampfs. Für Pazifisten:
eine Waffe. Die Waffe der Ohnmächtigen?
Wer weiß wen?
Pure Provokation, Beispiel Nr. 2: die Macht
in den falschen Händen und die Mittel zu
ihrer Ausübung. Konkret: der Kapitalismus
und die Ausbeutung, der Katholizismus und
die Erniedrigung, das gesunde Volksempfinden und der Faschismus – und die Massenmedien als Begleitmusik dazu resp. als ihrer
aller Stimmungskanonen.
Aber was unterscheidet dann die guten von
den schlechten Provokateuren? Behauptung
Nr. 2: Die guten haben eine Botschaft zu
transportieren und sind in der Lage dazu.
Wer etwas zu sagen hat, provoziert, ob er will
oder nicht. Wer nichts zu sagen hat, aber um
alles in der Welt gehört werden will, provoziert, weil er nicht anders kann. Radikaler,
um nicht zu sagen: provokanter, formuliert
es Karl Kraus 1914: “Wer etwas zu sagen hat,
trete vor und schweige!”
Andreas Orukambe
& Hannah Export
Andreas Orukambe & Hannah Export leben
und arbeiten in Wels.
Gnackwatsch`n
Gedenkroutine
Nun ist es fast geschafft- in wenigen Wochen
werden wir gewohnt alkoholisiert vom Jubiläumsreigen des Gedenkjahres ins Mozartjahr
hinüberstolpern. Es scheint alles gesagt, alles
erforscht, alle aufgeklärt und vor allem alles
überwunden. Der Schlussstrich ist gezogen, die
Stunde Null bestimmt, das neue gute Österreich geboren. Was vorher war geht uns nicht
mehr an, als der Kreuzzug Herzog Leopolds
und die Gefangennahme von Richard Löwenherz. Mit Routine spulen unsere PolitikerInnen
Anlass um Anlass ab, und genauso unaufhaltsam wie die Zeitgeschichte zur Geschichte
wird, wird das Gedenken zum Event.
Freilich war Gedenken im Sinne einer kritischen Auseinandersetzung mit Geschehenem
und daraus zu ziehenden Konsequenzen
noch nie eine Stärke Österreichs und mit
dieser lang gepflegten Tradition wurde auch
2005 kaum gebrochen. Es braucht schon so
verwirrte Figuren wie Kampl oder Gudenus um eine armselige Art von Diskurs zu
entfachen. Bezeichnend für den Unterschied
zwischen der historischen Realität und dem gut
ausgedachten Gründungsmythos der Zweiten
Republik war der letzte Fernsehauftritt vom
ehemaligen SSler und langjährigen FPÖ- Obmann Friedrich Peter, der sich im Namen der
österreichischen Nazis beim neuen Österreich
bedankte, so gut aufgenommen und integriert
worden zu sein.
Über solche Widersprüche können auch
Peinlichkeiten wie der nachgebaute Balkon
des Belvedere, auf dem brave PatriotInnen Figl
spielen konnten, nicht hinwegtäuschen. Ebensowenig wie die oberfächlichen Ansprachen,
substanzlosen Diskussionen und grenzwertigen
Showveranstaltungen.
Und so können wir getrost noch ein Jubiläum
hinzufügen, nämlich 60 Jahre schlampiger Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Die Bilanz
ist schnell gezogen, das Urteil ernüchternd,
das Gedenkjahr am besten gleich wieder zu
vergessen. Vergessen im Waldheimschen Sinne,
also bitte nicht mehr drüber reden!
Die erste Bestrafung im März hat nichts geholfen, deswegen gibt’s die zweite Gnackwatschn
fürs Gedenkjahr, und wir werden nicht zögern
noch ein drittes Mal kräftig hinzulangen ...
Rück- Ausund Durchblick
Gedanken und Fragen zu anstehenden
Feierlichkeiten!
Jubiläen sind dazu da gefeiert zu werden.
Andere Sinnhaftigkeit zeigt sich nicht in
der Abfeierung runder Jahreszahlen.
Die KUPF - Kulturplattform Oberösterreich feierte 2001 schon einmal, oder besser
gesagt sie feierte nicht. ”15 Jahre KUPF
– kein Grund zu feiern” war damals das
Jahresmotto, eingedenk der vielen unerfüllten kulturpolitischen Forderungen trotz
15 Jahren Arbeit. Und zum Abschluss gab’s
ein “Nicht-Fest”
Alles erfüllt?
Warum kommt die KUPF jetzt auf die Idee
2006 das 20jährige Jubiläum der Vereinsgründung doch zu feiern?
Sind in den letzten Jahren alle Forderungen
umgesetzt worden?
Durchaus berechtigt also zu fragen, was
hier eigentlich gefeiert wird. Und -, aber
dazu später - zu fragen, wer hier wen feiert.
Gefeiert wird, ganz pragmatisch, das 20
jährige Bestehen eines Vereins. Das alleine
ist ja schon nicht schlecht, im Vergleich zu
anderen Jubiläen (950 Jahre Stift Lambach
zum Beispiel) verblasst das aber ziemlich
schnell.
Gefeiert wird, und das erscheint viel notwendiger und zielführender die Verwirklichung einer Idee, welche tiefverwurzelt
ist in Begriffen wie Selbstorganisation,
Selbstvertretung und Empowerment. Denn
die KUPF - Kulturplattform Oberösterreich
repräsentierte damals wie auch heute (zum
KUPF
20
Gutteil?!) ein Modell, welches das klassische
Top-Down ad acta legte. Betroffene (Kulturinitiativen) nahmen die Vertretung ihrer
Anliegen selbst in die Hand, vernetzten sich
quer durch Oberösterreich, und begannen
politische Forderungen zu erheben und diese auch vehement an die Verantwortlichen
heranzutragen. Die Erfolge dieser Gründerzeit sind historisch verbucht und können
in der Publikation, die im Frühjahr 2006
erscheinen wird, zu den 20 Jahr – Feierlichkeiten nachgelesen werden.
Zum Gutteil sagt er?
Im Sinnieren über die 20 Jahre stellt sich
die Frage, ob das heute auch noch so ist.
Gibt es heute auch diesen Selbstvertretungsanspruch? Ist nicht im Zuge der
fortschreitenden Professionalisierung, die
Rolle des Dachverbandes KUPF hin zu
einer Gewerkschaft der Kulturinitiativen
neu definiert worden? Gewerkschaften im
österreichischen Sinne haben keinen Selbstvertretungsanspruch.
Und wie sieht es aus mit der Betroffenheit?
Ist nicht diese einer gewissen Sattheit gewichen? Die Notwendigkeiten des permanenten Aufbegehrens und Insistierens auf
Forderungen sind nicht mehr so gegeben
wie damals. Der Aktionismus der frühen
Jahre ist dem Antichambrieren gewichen,
dem Verhandeln am runden Tisch.
Wer feiert wen?
Wie gesagt, auch eine Frage derer wir uns
stellen sollen. Feiert ein Dachverband seine Gründung, so wie heuer
der ÖGB die seine vor 60 Jahren.
Oder feiert sich ein Netzwerk, eine
Plattform?
Die KUPF - Kulturplattform
Oberösterreich wurde 1984 von
einigen Vereinen ins Leben gerufen,
gewissermaßen als Vernetzungsinitiative und 1986 als Verein gegründet.
Das Netzwerk besteht bis heute, in
immer variierenden Ausprägungsgraden. Wenn es heute 20 Jahre nach
der Gründung etwas zu feiern gibt,
dann ist es dieses Netzwerk, dann ist
es das Wachsen dieses Netzwerkes
und dann sind es auch die Veränderungen denen dieses Netzwerk
ständig unterliegt.
Die KUPF will 2006 feiern. Und sie
will mit den Mitgliedsinitiativen feiern, denn diese sind die KUPF, diese
repräsentieren die Vielfalt freier, autonomer Kulturarbeit in Oberösterreich. Und vor allem stellen die Kult
urinitiativen die Basis, Grundlage
und Legitimation für die Arbeit des
Vorstandes und des Büros dar.
Das klingt jetzt alles sehr salbungsvoll, fast wie eine Predigt. Der
Pathos kommt oft mit den Jahren.
Manchmal ist es einfach einfacher
beim Sinnieren auch den Wörtern freien Lauf zu lassen, und die
Stilfragen in den Hintergrund treten
zu lassen.
Um aber zum Schluss wieder knallhart realistisch zu werden gibt es
hier die Fakten:
Die KUPF feiert am
22. April im Alten Schl8hof in Wels
ihre 20jährige Vereinsgründung!
Und das können sich alle, die schon
einen Kalender für 2006 besitzen
jetzt schon einmal eintragen.
Stefan Haslinger
Ausschreibungen & Preise
Die KUPF sucht
eine PraktikantIn
für Recherchearbeiten zur Weiterbildung für MitarbeiterInnen von
Kulturinitiativen. Die Recherchen
lassen sich gut als Basis für eine
Diplomarbeit oder ähnliches im
Themenfeld „Erwachsenenbildung im Kulturbereich“ verwerten.
Anforderungen
- ausgeprägtes Interesse am
Kunst- und Kulturbereich, nach
Möglichkeit Erfahrungen in der
Arbeit in Kulturinitiativen
- Grundkenntnisse im Erwachsenenbildungsbereich, Kenntnisse
innovativer Lernmethoden
- StudentIn im 2. Studienabschnitt, bevorzugt in den
Studienrichtungen Soziologie,
Sozialwirtschaft, Wirtschaftspädagogik oder in der LehrerInnenausbildung
Gesamte Ausschreibung unter:
www.bundeskanzleramt.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3735&Ali
as=kunst#8
Dramatikerstipendien 2006
Projektdurchführung:
Februar bis Mitte August 2006
(gesamt ca. 200 Stunden)
Praktikumshonorar: EUR 600.(Werkvertrag)
Kontakt: andrea.me@servus.at
CROSSING EUROPE Filmfestival Linz
Das CROSSING EUROPE Filmfestival Linz – 25. bis 30. April 2006
– räumt aktuellen oberösterreichischen Film- und Videoproduktionen wieder viel Platz ein. Mit
der Programmschiene „Local Artists“ bietet das Festival FilmemacherInnen aus bzw. in Oberösterreich ein internationales Forum.
Eine ExpertInnenjury zeichnet
eine Produktion mit dem Crossing
Europe Award Local Artist aus,
der mit insgesamt 6.000,- Euro
dotiert ist. Einreichungen sind ab
sofort an CROSSING EUROPE
Filmfestival Linz, Graben 30, 4020
Linz erbeten.
www.crossingEurope.at zum
Download bereit
Zur Förderung österreichischer
AutorInnen in der Sparte Kinder- und Jugendliteratur, stellt
die Kunstsektion des Bundeskanzleramts fünf Stipendien
bereit. Bewerbungen können von
AutorInnen eingereicht werden,
die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder ihren
ständigen Wohnsitz in Österreich
haben.
Einreichfrist: 31. Jänner 06
Bewerbung bis 1. 12. 2005
Die Einreichfrist endet am
13. Jänner 2006.
Mira-Lobe-Stipendien für Kinderund Jugendliteratur 2006
Zur Förderung österreichischer
DramatikerInnen stellt die
Kunstsektion des Bundeskanzleramts zehn Dramatikerstipendien
bereit. Bewerbungen können von
AutorInnen eingebracht werden,
die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder ihren
ständigen Wohnsitz in Österreich
haben.
Einreichfrist: 31. März 2006
Gesamte Ausschreibung unter:
www.bundeskanzleramt.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3735&Ali
as=kunst#9
Staatsstipendien für Literatur
2006/2007
Zur Förderung österreichischer
AutorInnen stellt die Kunstsektion des Bundeskanzleramts 20
Staatsstipendien für Literatur
bereit. Bewerbungen können von
AutorInnen eingereicht werden,
die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder ihren
ständigen Wohnsitz in Österreich
haben.
Einreichfrist: 31. Jänner 06
Stefan Haslinger ist Geschäftsführer der KUPF und im Vorstand
von waschaecht und der IG Kultur
Österreich
Gesamte Ausschreibung unter:
www.bundeskanzleramt.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3735&Ali
as=kunst#10
21
kultursplitter
Projektstipendien für Literatur
2006/2007
Zur Förderung österreichischer
AutorInnen, die bereits Publikationen in österreichischen oder
ausländischen Verlagen aufzuweisen haben, stellt die Kunstsektion
des Bundeskanzleramts 20 Projektstipendien für Literatur bereit.
Bewerbungen können von Autorinnen und Autoren eingereicht
werden, die die österreichische
Staatsbürgerschaft besitzen
oder ihren ständigen Wohnsitz in
Österreich haben.
Einreichfrist: 31. Jänner 06
Gesamte Ausschreibung unter:
www.bundeskanzleramt.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3735&Ali
as=kunst#7
SozialMarie - Preis
für innovative Sozialprojekte
Projektanträge aus der Sozialwirtschaft (Initiativen, Vereine,
Zivilgesellschaft, NGO, NPO), aus
der öffentlichen Verwaltung und
aus kommerziellen Unternehmen
sind willkommen.
Verliehen werden fünfzehn Preise,
Bewertung und Reihung der
Projekte erfolgen nach Kriterien, die neben der Projektidee
insbesondere die Zielgruppe, die
Umsetzung und die Außenwirkung der Projekte betreffen.
Einreichfrist: 15. Feber 2006
Info: http://sozialmarie.unruhestiftung.org
Randschriften
Romantisches Raven
mit den Zapatistas
Es ist nicht leicht...
Jeder hat seinen Job. Auch die “Nachrichten”. Ein modernes Dienstleistungsunternehmen. Deshalb lesen
sie auch deutsche Zeitungen. Was
geschrieben wird über Linz. Steht da
was, wird es den heimischen Leserinnen und Lesern berichtet. Chemie,
Langeweile, Drogen. Informationspflicht ist das. Jeder hat seinen Job. Es
ist leicht, Journalist zu sein.
Das Buch kategorisch oder inhaltlich einzuorden fällt schwer: weder ist es ein wilder
Aufruf noch eine verächtliche Kritik, es ist
irgendetwas dazwischen und noch viel mehr.
In poetischer Sprache und unter Verwendung
autobiographischer Eckdaten schildert De
Toledo das Versagen der Ideologien, des Realsozialismus, der Subkulturen und der Kunst.
Und stellt sich selbst und seine Generation als
Betroffene in die Mitte: wie soll man revoltieren, wenn der Kapitalismus die Fähigkeit
entwickelt hat, alles aufzusaugen und zu
verwerten: Che Guevara und Punk treiben die
Profitraten der Konzerne in die Höhe, an die
Wand gesprühte Parolen werden von Sportschuhfirmen als Werbeslogans verwendet.
Statt Widerstand bleibt nur noch Zynismus,
und damit will sich der Autor nicht abfinden.
De Toledo schafft es Ecstasy, Reclaim The
Streets, die EZLN und FreeTechno in einen
rezensionen
22
Camillo de Toledo (Jahrgang 1976) französischer Intellektueller, Aktivist und Künstler,
der spätestens 2002 in Cannes Aufmerksamkeit erregte: sein Kurzfilm „Tango de
Olvido“ begeisterte. De Toledo entspringt
einer französischen Großindustriellenfamilie
(u.a. Danone), dieser verdankt er auch seinen
Werdegang in jungen Jahren: Elitegymnasium,
Eliteuniversitäten, Elitedenken. Er verweigert
jedoch ohne großen Pathos die Familientradition und bricht aus: er gründet eine Literaturzeitschrift, die schnell scheitert, beginnt ein
Nomadenleben rund um den Globus. Er ist
künstlerischer und intellektueller Vertreter der
„neuen Bewegungen“ und undogamatischen
Linken jenseits von Ideologien und kommunistischen Parteien. 2002 erschien sein Buch
„Archimondein Jolipunk“, der die französischen Bestsellerlisten eroberte. Drei Jahre
später, im Herbst 2005, erscheint das Buch in
deutscher Sprache.
Klemens Pilsl
Klemens Pilsl ist Mitglied der Kulturinitiative
Biosphäre3 und des KV KAPU in Linz.
s
Den Weg zu neuer Revolte sucht Camille
De Toledeo unter Verwendung zahlreicher
Quellen der aktuellen und ehemaligen Linken,
von Albert Camus zu William Gibson, von
Guy Debord über Michael Focoult zu Gilles
Deleuze. Er beschreibt den (post-?)modernen
Kapitalismus („Eintritt des Kapitalismus ins
Stadium der Rebellion“), und unterstellt den
Resten der Linken zurecht, eine zynische „Ästhetik der Resignation“ entwickelt zu haben.
Liebevoll und enttäuscht zugleich beschreibt
der Autor die Gegenwart und das Versagen der
Linken. Er beschreibt die Verflüssigung, die
Übernahme und das Verschwinden unserer
Körper, sogar unseres Begehrens. Und er beschreibt die Unsichtbarwerdung des Feindes:
die WTO tagt in der Unerreichbarkeit der
Wüsten von Katar und die G8 treffen sich
auf schwimmenden Festungen, um sich den
Protesten der Bewegungen zu entziehen. An
diesem Punkt erreicht die Resignation ihren
Höhepunkt.
politischen Kontext zu stellen. Er weint um
Carlo Giuliani, ohne die Proteste, die dessen
Tod mittlerweile symbolisiert, zu verklären.
Und auch wenn er kaum wirklich Neues
vorbringt, hat er dennoch ein wunderschönes, radikales und letztendlich ungewöhnlich
romantisches Buch geschrieben. Womit er den
Zeitgeist trifft. Wer das Gefühl hat, sich der
zynischen Ästhetik der Resignation hingegeben zu haben, ist mit diesem Buch bestens
beraten.
ll
ue er
kt ssik in!
pa Kla chth
To Der chle
Camille de Toledo:
Goodbye Tristesse
Deutsch von Jana Hensel,
Tropen Verlag
192 S.,EUR 19,40
ISBN 3-932170-76-8
Doch das eigentliche Ziel des Buches ist es,
Hoffnung zu geben. Autobiographisch: der
Autor beschreibt, wie er selbst die Ästhetik
der Resignation überwindet. Der Aufschrei
aus dem Lakandonischen Urwald rüttelt ihn
wach, die Poesie der Zapatistas erscheint ihm
wie vielen seiner Generation als Weckruf und
eben Hoffnungsschimmer. Die Tragik und
Unbesiegbarkeit des Sub und seiner Maske
inspirieren ihn zu neuem Mut. Theoretischen
Rückhalt findet er dann u.a. im Konzept
der „Temporären Autonomen Zonen“ (vgl.
Hakim Bey), das seit Beginn der 1990er durch
die Köpfe der undogmatischen Linken spukt,
aber auch in den verwandten Argumentationen und Praxen der postoperaistischen
Tute Bianche und der englischen ReclaimTheStreets-AktivistInnen.
bezahlte Anzeige
„Goodbye Tristesse“ ist ein etwas misslungener Titel. Im französischen
Original heißt das Buch „Archimondein Jolipunk“ (etwa »sehr
mondäner, schöner Punk«), aber auch das hilft nicht weiter. Hinter dem
kryptischen Titel verbirgt sich ein zugleich wütendes und romantisches
Pamphlet, ein Antimanifesto einer Generation. Inhalt: die Revolte.
Das bewährte
KUPF
ORGANISATIONS
HANDBUCH
in einer neu aktualisierten Auflage 2005
In 4 Bereiche gegliedert:
-Initiative Kulturarbeit
in der Praxis
-Rechtsfragen
-Kulturinitiven als GestalterInnen
ihrer Öffentlichkeit
-Kulturabeit in Entwicklung
bietet dieses Nachschlagewerk in
23 Kapiteln Wissenwertes für freie
Kulturarbeit.
• von Ablagen bis zu Zielgruppen
• von Veranstaltungsorganisation bis
zur Beratung und Entwicklung von
Entwicklungsprozessen
• Mit Gesetzestexten und Presseadressen, ergänzt um ein Stichwortverzeichnis und viele Musterverträge/formulare erleichtert es das tägliche
Leben der/des KulturarbeiterIn.
Preis: 44,-Euro
(für Mitglieder der KUPF 36,30 Euro)
inkl. 10% Ust.
Zu bestellen bei der
Eugenie Kain
KUPF - Kulturplattfom OÖ
Untere Donaulände 10, 4020 Linz
Tel.: 070-794288, mailto: kupf@kupf.at
www.kupf.at
23
Steht da auf der Spiegel-Kulturseite, Linz ist der Arsch
der Welt, dann muss das auf die OÖN – Regionalseite,
exklusiv. Groß, mit Faksimile. Chemie, Langeweile,
Drogen, Ghettostadt. Das Härteste. Informationspflicht.
Informationspflicht. Jeder hat seinen Job. Was sagt der
Bürgermeister, was sagt der Kulturstadtrat, was sagt der
Tourismusdirektor, die dürfen da nicht schweigen. 2009 ist
Kulturhauptstadt. Es ist nicht leicht Journalist zu sein.
Der Bürgermeister, der Stadtrat, der Tourismusdirektor,
die sagen halt dann was, unwürdig...nicht recherchiert...
bringt Linz in Verruf... und die LeserInnen und Leser,
noch mit wunden Fingern vom Leserbriefschreiben, weil
für 2009 bei der Pöstlingbergbahn alles beim alten bleiben
muss, setzen sich wieder hin. Den Spiegel lesen wir nicht
mehr. So genau dürfte der hier ohnehin nie gelesen worden
sein. Denn der Arsch der Welt auf der Spiegel - Kulturseite
stand in Zusammenhang. Satirisch angelegt war das und
ironisch. Ein Lebensgefühl sollte da vermittelt werden.
Rap und so. Informationspflicht, Informationspflicht,
Informationspflicht? Es ist nicht leicht, Journalist zu sein.
Wir aber, die wir hier leben at the back of beyond, für uns
ist das nicht leicht. So was spricht sich ja herum, wie in
einer angehenden Kulturhauptstadt reagiert wird, wenn
behauptet wird, Linz sei das Härteste... Linz ist doch nicht
Glasgow oder Genua! Deshalb haben sie den SpiegelJournalisten jetzt eingeladen. Wenn er kommt, stopfen sie
ihn in den kleinen gelben Zug, bis er widerruft, was er so
nie geschrieben hat. Was aber, wenn die Ortung stimmt,
wenn der Arsch der Welt wirklich die Stadt mit den
rauchenden Schloten an der Biegung des Flusses ist? Es
gibt Indizien. Was in Zusammenhang mit dem Arsch der
Welt produziert wurde, war warme Luft, ein - um in der
Metapher zu bleiben - Schas in den Wald. Jeder hat seinen
Job. Und wir bangen. Denn 2009 ist noch weit und die
nächste Blähung kommt. Garantiert.
KOLUMNE
Eugenie Kain lebt und arbeitet in Linz
tiefgreifende
Veränderungen
Im österreichischen Vereinswesen finden zurzeit tiefgreifende
Veränderungen statt. Die fehlende
Bereitschaft von Menschen,
sich ehrenamtlich in Vereinen zu
betätigen, ist unmittelbar spürbar.
Zudem fehlen oft die nötigen
finanziellen Ressourcen und so
Manchem sind die neuen Bestimmungen des Vereinsgesetzes 2002
noch immer unklar. Seit 2003 wird
an der Johannes Kepler Universität Linz der Lehrgang Vereinsmanagement veranstaltet, der eine
breit angelegte Basisausbildung
für Kultur-, Sozial- und Sportvereine bietet.
Kurzmeldungen
Frau Mayer bitte
zum Mikrophon –
Rhetorik, Auftritt und Selbstpräsentation für Frauen
Inhalte: Sprechen vor Gruppen,
Rhetorik - Aufbau von Reden,
Professioneller Auftritt – Dramaturgie, Persönlicher Stil, innere
und äußere Haltungen, AtemStimm- und Sprechübungen,
Matias Aguayo
in Steyr!
Auf Einladung des Sonora Superstars Entertainments präsentiert
der in Berlin lebende Chilene
seine Version von modernem
Pop erstmals in Österreich. Eben
erschien seine neues Album auf
dem weltweit gefeierten KölnerElektronik-Label „Kompakt“. Techno-Musik mit zärtlichen Melodien,
lasziven Vocals und viel Sexiness
ist seine Stärke. Zeitlose Musik für
die Ewigkeit!
www.vereinsmanagement.at.
Mikrophontraining, Feedback und
Entspannungsübungen
Leitung:
Ingrid Schiller & Eva Gütlinger
Termin:
6. Jänner und 7. Jänner 2006
Linz, PGA, Kaplanhofstraße
Infos und Anmeldung:
eva.guetlinger@aon.at, Eva
Gütlinger
Support:
INTER-KULTURPREIS
Die OÖ Gesellschaft für Kulturpolitik, SPÖ OÖ und die Volkshilfe
Flüchtlingsbetreuung verleihen
jährlich den INTER-KULTURPREIS für kulturelles, soziales und
wissenschaftliches Engagement
aus- und inländischer Menschen.
Sonora Dj + Vj Team
Montag 26. Dezember 21.00 Uhr
im RÖDA/Steyr
www.sonorasuperstars.com
www.roeda.at
Stephan Gasser ist freischaffender Künstler in Linz
Publikationen
KULTURPLATTFORM OÖ Unter Donaulände 10, A-4020 Linz Tel 0732/79 42 88 Fax 0732/79 42 88 E-mail kupf@kupf.at http://www.kupf.at
KUPF-ZEITUNG
Erscheint 5 x im Jahr mit: Kulturpolitik, Kulturpraxis, Kulturinitiativen,
Kulturplattform u.v.m
€ 16,50
ORGANISATIONSHANDBUCH FÜR KI’s (2002/03)
Die komplett neu-überarbeitete
Neuauflage – ein Muss
€ 44,00 / 36,30*
FRAUEN KULTUR/FRAUEN
Vera Rathenböck u. a. (1997)
Bausteine und Beispiele zur weiblichen Teilnahme am Kulturbetrieb
€ 11,00
DIE KULTUR, DIE SIE
MEINEN
Peter Klimitsch (1994)
Zum kulturpolitischen Kräftemessen in Österreich
vergriffen
bezahlte Anzeige
Seminar:
Nähere Infos unter:
Die interkulturelle Medienwerkstatt PANGEA war eine der PreisträgerInnen 2005.
www.gfk-ooe.at/ikp05/ikp.htm
Kurzmeldungen
24
Gibt’s den Yeti
wirklich?
... WIr MAchen
nicht Lieder, wir
machen Theater
EDITION KUPF
Sylvia Amann (1998)
Schrift zur Aufklärung von Mißverständnissen rund um die EU-Förderungen für Kunst und Kultur
€ 9,90
„öffnen“ (1996)
Bronzeskulptur teilweise poliert; mit
Patina; gegossen im Wachsausschmelzverfahren
€ 510,00 / 435,00*
Summe ist gleich
THEO BLAICKNER (* 1938)
REINHARD ADLMANNSEDER (* 1943)
Susanne Blaimschein, Stefan Haslinger (Hg) (2002)
Hördokumentation zur gleichnamigen Veranstaltungsreihe von KUPF
und Kunstraum (‘01) auf DoppelCD.
€ 11,00
„Apostrophiertes Begehr“ (1996)
Siebdruck - individuell koloriert, auf
Fabriano-Bütten
€ 176,00 / 138,00 *
Establish Cultural
Worker
S. Blaimschein, S. Haslinger, E.
Sonnberger (Hg) (2003)
Dokumentation zur Veranstaltungsreihe von KUPF, Kunstraum und
Arbeiterkammer (‘02/03)
€ 9,90
Klaus Nowotny (1997)
Eine Analyse des KUPF-Innovationstopfes für Jugendliche
€ 7,30
Hubert Schatz (* 1960)
„Naturgeister und Apokalypse“
(1999/01) handkolorierte Lithographie - Format 65x50 auf ECUS-Büttenpapier
€ 176,00 / 138,00 *
Ursula Witzany (* 1970)
„Aus dem Meer geboren“ (2002)
handkolorierter Siebdruck - Format
32x50,5 auf Modellbaukarton
€ 176,00 / 138,00 *
Elfi Sonnberger (* 1965)
Gerhard Brandl
„Heilige unserer Tage“ (1997)
Siebdruck - Format 28x85 auf Büttenpapier, Materialdruck von Hand
überarbeitet
€ 176,00 / 138,00 *
(* 1958) „Unterfläche“ (2004)
vergrößerte Scans- Format 33x59
cm auf hochwertigem Papier
€ 120,00 / 100,00 *
Henk Stolk (* 1952)
„Beziehungen“ (1998)
Lithographie - Format 33x24 auf
Büttenpapier,
€ 176,00 / 138,00*
Preise inkl. 10% Ust, zzgl. Versandkosten
Preise mit * nur für Fördermitglieder
25
comic
Hier wäre Platz Ihre/deine nächste
Veranstaltung in der KUPF Zeitung
zu bewerben.
Mit einer Auflage von 3.200 Stück erscheint die KUPF Zeitung 5mal im Jahr und ergeht an alle 100 Mitgliedsinitiativen und an
Kultur(politisch) interessiertes Publikum in ganz Oberösterreich.
Anzeigen
26
bezahlte Anzeige
bezahlte Anzeige
bezahlte Anzeige
bezahlte Anzeige
Inseratenpreise und Redaktionstermine unter: www.kupf.at/index.php?catid=1 oder: eva.immervoll@kupf.at, Tel.: 0732-79 42 88
27
bezahlte anzeige
Kulturplattform OÖ Nr.114 Dezember 2005
0-9 08/16 Gmunden • 4840 Kulturakzente Vöcklabruck A Akku Steyr • Aktion K Gmunden •
Akzent Altenberg Altenberg • Kulturzentrum Alte Schule Gutau • Altes Kino St. Florian • Arge
Granit Ottensheim • autonomes FRAUENzentrum Linz B Backwood Association Weitersfelden • Biosphäre 3 Linz • Bulldog Eberschwang • Bunte Welt Reichenau C Cult Waldzell Waldzell
D D.N.S.-Nexus Linz • Der Keller Bad Ischl • Die Hupfauer Mönchdorf • Dikd Linz F FIFTITU %
Linz • Filmclub Schwanenstadt Schwanenstadt • Fm5 Perg • Frauenforum Salzkammergut
Ebensee • Frauentreffpunkt Rohrbach • Freie Regionalkultur Inn-brücke Braunau • Frikulum
Weyer • Freies Radio Salzkammergut Bad Ischl G Gallnsteine Gallneukirchen • Gax Gax Vöcklabruck • Gegenlicht Haibach • Gruppe 02 Lambach • Guten Morgen Vorchdorf Vorchdorf H
Hofis Hofkirchen • Hokus Hofkirchen I Ifek Linz • Infoladen Wels • Insel Scharnstein J Jazzatelier
Ulrichsberg • Jazzfreunde Bad Ischl • Jo Ottensheim Ottensheim K Kaff In Bewegung Ried i.
d. Riedmark • Kapu Linz • Ketani Linz • KI Bad Zell Bad Zell • Kik - Kunst Im Keller Ried i. I. •
Kikas Aigen-Schlägl • Kipf’l Steinerkirchen • Kuba Eferding Eferding • Kuiwa Walding • Kulimu
Frankenburg • Kultur Im Gugg Braunau • Kulturbüro Wels Wels • Kulturcafe Pichl Pichl • Kulturella Ottnang • Kulturfisch Grein • Kulturinstitut der Uni Linz Linz • Kulturkreis Pettenbach
Pettenbach • Kulturprojekt Sauwald Schärding • Kulturverein Willy Linz • Kum-pan Linz • Kunst
& Kultur Raab Raab • Kunst- & Kulturgruppen des Diakoniewerkes Gallneukirchen • KunstDünger Gampern • Kunterbunt Kulturbunt Hallstatt • Kurzum Riedau • Kino Ebensee Ebensee
L Landstrich Schärding • Linzer Frühling Linz • Literaturnetzwerk Ried i. I. • Local-Bühne Freistadt M Maiz Linz • Medea Linz • Meta.morfx St. Pantaleon • Miriam Linz • Musik-Kulturclub
Lembach N Natur-Raum-Kultur Höribachhof St. Lorenz am Mondsee • Noise Art Wels O Open
Air Ottensheim Ottensheim P Prager Fotoschule Neumarkt/Mkr. • Programmkino Wels Wels •
Q qujOchÖ Linz R Radio Fro Linz • Ramlwirt Neumarkt/Mkr. • Rossmarkt Grieskirchen • Röda
Steyr S Saum Langenstein • Schräge Vögel Linz • Spielraum Gaspoltshofen • Social Impact Linz
• Sunnseitn Feldkirchen T Textile Kultur Haslach Haslach • Theater Unser Linz • Treffpunkt
Georgia St. Georgen i. I. • Tribüne St. Georgen a.d. Gusen U Umut Linz V Verein Begegnung Linz
• Vier Frauen Fahren Fort Linz W Waschaecht Wels • Werkstatt Frieden & Solidarität Linz •
Woast Wartberg o.d. Aist Z Zeit-Kult-Ur-Raum Enns
Zeitung Nr.114/Dez/05
Kulturplattform OÖ,
Untere Donaulände 10, 4020 Linz
P.b.b.: Sponsoring Post GZ 02Z030447 S
Verlagspostamt: 4020 Linz; DVR: 0808041
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
40
Dateigröße
1 159 KB
Tags
1/--Seiten
melden