close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Cotoneaster adieu – was nun? - D + S Gartenbauer AG

EinbettenHerunterladen
AKTUELL
VIGI DOERIG, D&S DIE GARTENBAUER, 5644 AUW
Cotoneaster adieu – was nun?
Ich glaube, es gibt keine Gartenpflanze, die populärer ist
oder war als Cotoneaster. Sie wurde immer im Zusammenhang mit Böschungssicherungen gebracht. Viele
finden die Cotoneaster ein Gestrüpp sondergleichen,
andere sind überzeugt, etwas Tolles zu haben, da der
Pflegeaufwand sehr gering ist.
Seit dem 1. Januar 2003 dürfen keine Cotoneaster
mehr kultiviert, verkauft oder gepflanzt werden. Cotoneaster sind mehrheitlich für die Verbreitung des Feuerbrandes
verantwortlich.
Der Feuerbrand ist eine Bakterienkrankheit, die vor allem
Apfel- und Birnbäume befällt
und zum Absterben bringt.
Cotoneaster war für viele
Gartenbesitzer und Gärtner
die Böschungspflanze Nummer 1. Es gibt aber noch viele
andere Felsenmispelarten als
nur die Bodendecker, auch
diese dürfen nicht mehr gesetzt werden und wurden
zum Teil schon durch den Gemeindebeauftragten aus
dem Garten entfernt.Vorerst dürfen die Böschungsbefestiger noch stehen bleiben. Sind Pflanzen mit Feuerbrandbakterien infiziert, so werden die Triebspitzen
braun und schwarz. Es gibt aber noch andere Symptome.
Es liegt mir aber fern, Ihnen alles aufzulisten. Am besten
wenden Sie sich an die verantwortliche Person der Gemeinde oder an die kantonale Fachstelle. Diese Stelle
18 | Wohnwirtschaft HEV Aargau 4-2003
entscheidet über das weitere Vorgehen. Die Adresse der
Fachstelle sowie Merkblätter erhalten Sie auf Ihrer Gemeindekanzlei.
Welche Alternativen bieten sich als Ersatz für die Felsenmispel an? Gerne möchte ich Ihnen einige Pflanzen
mit Vor- und Nachteilen aufzählen, damit Sie, wenn die
Böschung gerodet werden muss, eine Alternative zur
Hand haben. Es ist zu überlegen, ob Sie die CotoneasterBöschung als vorbeugende Massnahme zur Feuerbrandbekämpfung nicht schon jetzt umgestalten wollen. Cotoneaster waren sicher sehr unproblematisch. Sie stellten
keinen Anspruch an den Boden, wuchsen an schattigen
wie sonnigen Stellen und verdrängten das Unkraut sehr
stark.
Was mich aber persönlich am meisten störte, waren
die grossen Flächen, die mit der Allerweltspflanze bedeckt waren. In manchen Quartieren war es eine richtige Monokultur. Ich hoffe, dass dieser Fehler mit den Alternativpflanzen nicht wieder gemacht wird, sondern
verschiedene Arten von Pflanzen in einer Böschung gesetzt werden. Ästhetisch sieht dies besser aus, und auch
sind diese Flächen weniger anfällig für Krankheits- und
Schädlingsbefall. Die Vorschläge über die Pflanzenauswahl stammen aus meiner ganz persönlichen Erfahrung
und sind nicht abschliessend.
Ahnliche Gehölze wie Cotoneaster sind das Geissblatt (Lonicera pileata), Kranzspiere (Stephanandra incisa Crispa), Schneebeere (Symphoricarpos chenalti Hancock) oder das Johanniskraut (Hypericum calycinum).
AKTUELL
Sie werden wie Cotoneaster von
den einen geliebt und den andern
gehasst. An die Pflege stellt diese
Pflanzengruppe ebenfalls keine Ansprüche. Das einzige Problem sind
die starken Triebe, wenn diese zurückgeschnitten werden sollten.
Kleinsträucher, die ca. 40 – 60 cm
hoch werden, sind Spiraea japonica
«Little Princesse», verschiedene Potentilla fruticosa-Arten, Deutzia gracilis und natürlich die verschiedenen
Bodendeckerrosen. Diese Sträuchlein verlangen keine grosse Pflege
und – mit etwas Charme in kleineren Gruppen zusammengestellt –
erfreuen fast den ganzen Sommer
mit den zum Teil sehr schönen Blüten das Auge vieler Leute.
Efeu und Immergrün erfüllen fast
den gleichen Zweck wie Cotoneaster. Efeu ist aber anfällig auf Pilzkrankheiten und ist deshalb im
Wachstum vielfach gestört. Beide
Pflanzen finden wir bei uns in den
lichten Wäldern, deshalb wachsen
sie an sonnigen heissen Lagen mit
sehr unterschiedlichem Erfolg.
Immergrün blüht im Frühjahr blau.
Es kann im Herbst oder im März
sehr stark zurückgeschnitten werden. Dies hat den Vorteil, dass Sie die
Blüten besser sehen und erst noch
den höheren Pflanzen mehr Bodenluft verschaffen. Beide Pflanzen lieben einen humosen Boden. Humosen Boden erreicht man mit der Verabreichung von etwas Kompost.
Golderdbeere (Waldsteinia ternata) sind immergüne dankbare Bo-
dendecker für den lichten Schatten.
Sie blühen im April /Mai gelb und machen viele Ausläufer. Sie bilden eine
dichte bis ca. 10 cm hohe kompakte
Abdeckung. Leider ist dieser Bodendecker für reine Südlagen nicht gut
geeignet.
Für sonnige heisse Lagen eignet
sich dafür Ceratostigma plumbagionoides (Bleiwurz). Er ist aber nicht
immergrün und treibt im Frühjahr
erst sehr spät aus. Durch die azurblauen Blüten im August bis Oktober, eingebettet in einem sehr ansprechenden roten Herbstgewand,
wird die lange Wartezeit im Frühjahr
wieder wettgemacht. In meinem
Garten wächst der Bleiwurz auch im
lichten Schatten einer Föhre. Die
Blütenpracht ist aber nicht so üppig
wie an Sonnenlagen.
Lavendel verlangt einen durchlässigen Boden und vor allem einen geschützten Standort. Sein Duft verbreitet während der heissen Sommertage die Sehnsucht nach
mediterranen Gebieten. Leider ist
Lavendel nicht so langlebig und verlangt eine spezielle Aufmerksamkeit
bei den Schnittmassnahmen. Die
Pflanzen sollten im März immer etwas zurückgeschnitten werden, ansonsten sie zu gross werden und bei
anhaltend schlechtem Wetter umfallen.
Inula ensifolia (Alant) erfreut mit
einem sehr zarten grünen Austrieb
im Frühjahr und im Sommer bis in
den Herbst mit einfachen gelben
margritenähnlichen Blüten. Leider
ist diese Pflanze aber nicht immergrün. Ich vertrete aber die Meinung,
dass durch den Winter ein Boden
nicht unbedingt grün abgedeckt sein
muss.
Weit verbreitet ist Alchemilla
mollis oder Frauenmantel. Diese Art
wird etwas gross und sollte im Sommer total zurückgeschnitten werden. Durch den Schnitt präsentiert
sich der Frauenmantel bald wieder
sehr schön und dies bis in den
Herbst. Alchemilla erythropoda ist
kleiner und wirkt für mich etwas dekorativer. Eine Untugend von Alchemilla ist die Samenbildung. An jeder
Stelle im Garten, wo ihr der Standort passt, wächst diese Pflanze heran. So auch aus kleinen Ritzen bei
Verbundsteinen und Platten.
Der Gamander, Teucrium chamaedrys, ist fast ein immergrünes
Sträuchlein. Es verlangt ebenfalls einen durchlässigen und sonnigen
Standort. Die rosafarbenen Blüten
erfreuen in den Monaten Juni bis August. Die Blättchen sind dunkelgrün
glänzend. Mit dem Gamander lassen
sich an geschützten Stellen auch niedere Hecken als Beeteinfassung bilden.
Ich hoffe, Ihnen mit meinen Pflanzen eine Idee gegeben zu haben.Was
ich aber noch sagen möchte: Alle
Pflanzen benötigen etwas Pflege. Ich
glaube fast behaupten zu können, je
schöner eine Pflanze ist, umso mehr
verlangt sie Ihre Beachtung während
der Vegetationsperiode.
■
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
2
Dateigröße
461 KB
Tags
1/--Seiten
melden