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Das alternde Gehör Was verändert sich? - Sonos

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Schweiz. Verband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen
Association Suisse pour organisations de sourds et malentendants
Associazione Svizzera per organizzazioni a favore delle persone audiolese
D
as Ohr ist im Prinzip nur die Antenne,
und das Hirn ist der eigentliche Fernsehapparat.
Das alternde Gehör
Was verändert sich?
Hörverlust (im Alter) –
Wie man dem Gehirn über die
Schulter guckt 4
Der Pioniergeist von
Fontana-Passugg lebt weiter 7
Agi Gasser neue SVEHK-Präsidentin 11
Penny Boyes Braem erhält Ehrendoktor 14
Unterstützung für Gehörlosenschule in
Beirut 18
108. Jahrgang
Nr. 6 Juni 2014
Vorstandsmitglieder berichten
Liebe Leserinnen und Leser
Seit 1. Juni 2006 arbeitet lic. iur. Léonie Kaiser als Geschäftsführerin unseres Verbandes sonos, es war
eine gute Zeit!
Nun hat Frau Kaiser nebst der umfangreichen und vielseitigen Tätigkeit als Geschäftsführerin von
sonos ein eigenes juristisches Kompetenzzentrum aufgebaut. Nach 8 Jahren erfolgreiche Tätigkeit
für sonos möchte sie nun vermehrt Aufgaben für ihre Firma wahrnehmen. Deshalb wird die Stelle des
Geschäftsführers/der Geschäftsführerin von sonos in nächster Zeit neu besetzt.
Mit folgendem Brief möchte ich Frau lic. iur. Léonie Kaiser ganz persönlich, sicher aber auch im Namen
des Vorstandes und der Mitgliedorganisationen herzlich danken:
Liebe Léonie
Seit 8 Jahren setzt du dich mit grossem Engagement ein für die Belange des Schweizerischen Verbandes für Gehörlosen- und Hörgeschädigtenorganisationen sonos und damit für die Belange der
hörbehinderten Mitmenschen, aber auch für die Interessen der Fachleute und der
Institutionen.
Seit 6 Jahren darf ich als Präsident auf deine Unterstützung zählen. Deine Intelligenz,
dein hohes Fachwissen, dein grosser Einsatz, deine Belastbarkeit, deine Umsicht und
Gewissenhaftigkeit gaben mir Sicherheit. Ich durfte mich jederzeit darauf abstützen,
dass die operativen Bereiche perfekt funktionieren.
Du warst immer offen für Neuausrichtungen und hast wesentlich zur Umsetzung
der vom Vorstand erarbeiteten Strategien beigetragen. Du hast intensive Kontakte
gepflegt zu unseren Mitgliedorganisationen, aber auch zu den anderen Verbänden und
Organisationen. Du hast dir ein ausserordentliches Fachwissen im Bereich Fundraising
erworben. Auch dadurch haben sich die Finanzen sehr positiv entwickelt. Wir waren
immer wieder in der Lage, zielgerichtete Vergabungen vorzunehmen.
Bruno Schlegel
Präsident sonos
Ein grosses Anliegen war dir die Öffentlichkeitsarbeit. Damit konnte der Bekanntheitsgrad des Verbandes stetig verbessert werden. Die Anliegen der hörbehinderten
Mitmenschen haben durch dich eine wesentliche Plattform erhalten.
Liebe Léonie, ich danke dir persönlich sehr herzlich
für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Ich danke
dir aber auch im Namen des Vorstandes und unserer Mitgliedorganisationen. Unter deiner Leitung
durchlebte der Verband sonos eine sehr gute Zeit!
Ganz herzlich, Bruno Schlegel, Präsident sonos
Léonie Kaiser wird bei Bedarf bzw. auf Wunsch des
Verbandes über ihre Firma situativ bzw. punktuell
auch weiterhin zur Verfügung stehen. Somit gehen
uns das umfangreiche Fachwissen, die Erfahrung
und das Netzwerk nicht vollständig verloren. Wir
haben die Chance, Neues in Angriff zu nehmen,
Bruno Schlegel und Léonie Kaiser.
aber auch auf Bewährtem aufzubauen.
Ich möchte lic. iur. Léonie Kaiser ganz persönlich, aber auch im Namen des Vorstandes und der Mitgliedorganisationen für das lange und fruchtbare Wirken bestens danken.
Bruno Schlegel
Eitorial
IMPRESSUM
Zeitschrift sonos
Erscheint monatlich
Liebe Leserinnen und liebe Leser
In wenigen Tagen beginnt für ganz viele
Menschen wohl die wichtigste (Neben)Sache
auf der Welt, die Fussballweltmeisterschaft in
Brasilien. Endlich, nach langen vier Jahren des
Wartens, dreht sich alles wieder um das runde
Fussballleder.
Zu diesem Ereignis schreibt Raffael Schuppiser in der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ am
Sonntag, 25. Mai 2014 einen interessanten
Beitrag mit der Überschrift „Wie Menschen zu
Maschinen werden“.
Kurz vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels in
São Paulo werden Zehntausende im Stadion
und Hunderte Millionen vor den Fernsehern
Zeugen eines Wunders. Ein querschnittgelähmter Jugendlicher wird sich von seinem Rollstuhl
erheben, zur Mitte des Feldes schreiten und mit
einem Tritt gegen den dort liegenden Ball die
WM eröffnen.
Möglich wird dieses technische Wunder durch
die Fortschritte der Robotik und der Neurologie: Der Teenager wird ein Exoskelett, eine
Art Roboteranzug, tragen, das er über Elektronen, die an seiner Kopfhaut angebracht sind,
steuern kann. Stellt sich nun der junge Mann
vor, wie er seine Beine bewegt, werden diese
Bewegungsimpulse über einen Computer an
die Gliedmassen des Exoskeletts weitergeleitet, und der Teenager geht tatsächlich. Schritt
für Schritt.
So zumindest ist es geplant. Seit Jahren arbeitet ein internationales Forscherteam unter der
Leitung des brasilianischen Neurowissenschafters Miguel Nicolelis auf diesen Moment hin.
Exoskelette wurden ursprünglich für Soldaten
entwickelt, damit sie schwere Lasten tragen
können. Doch vermehrt kommen sie auch als
Unterstützung für Querschnittgelähmte zum
Einsatz.
Der Beitrag erwähnt unter anderem, dass es
eigentlich kaum mehr Teile des menschlichen
Körpers gebe, die sich nicht durch Technik
ersetzen liessen. Und vieles interagiert dabei
direkt mit dem Gehirn oder dem Nervensystem. Dank dieser neuartigen Technologie wird
es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis
Blinde dank einer Netzhautprothese wieder
eine beschränkte Sehfähigkeit erlangen können. Schwerhörige werden mit einem
Implantat im Ohr wieder hören können. Und
verloren gegangene Hände werden mit Prothesen ersetzt, die sich über die Muskeln des
Armstumpfs bewegen lassen.
Der spannende Artikel macht zwar Mut für viele
Menschen mit Behinderungen. Nur der Titel
ist irreführend. Gerade für gehörlose oder hörbehinderte Menschen, stimmt er ganz sicher
nicht.
Hörbehinderte Menschen, die ein Cochlea-Implant haben, bleiben Menschen. Sie
sind deswegen keine Maschinen geworden.
Hörbehinderte die sich für das Implantat entscheiden, tun dies im Wesentlichen deswegen,
um teilnehmen zu können, Gespräche mitzubekommen, einer Erwerbsarbeit nachgehen
zu können, Umgebungsgeräusche wahrzunehmen, Musik akustisch zu erleben, schlicht
und einfach deshalb, um als Mitglieder der
menschlichen Gemeinschaft und Gesellschaft
bestmöglich integriert zu sein. Hören zu
können, ist etwas vom Wichtigsten überhaupt.
Schon der berühmte Philosoph Immanuel Kant
sagte: Nicht sehen, trennt von den Dingen,
nicht hören von den Menschen.
Die zukünftigen technischen und medizinischen Errungenschaften werden ungebremst
vorangetrieben werden und für viele betroffene
Menschen in vielerlei Hinsicht Linderungen und
Fortschritte bringen.
Ich freue mich auf jeden Fall auf die kommende Fussballweltmeisterschaft. Und dem
querschnittsgelähmten Jugendlichen drücke
ich ganz fest die Daumen, dass er den Ball zu
einem friedlichen Fussballfest anstossen wird.
Herzliche Grüsse
Roger Ruggli
Master of Arts (M.A.)
HERAUSGEBER
sonos
Schweizerischer
Verband für Gehörlosen- und
Hörgeschädigten-Organisationen
Feldeggstrasse 69
Postfach 1332
8032 Zürich
Telefon 044 421 40 10
Fax 044 421 40 12
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www.sonos-info.ch
REDAKTION
Redaktion sonos
Feldeggstrasse 69
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Vereinfachung abwechslungsweise
die weibliche oder männliche
Form, angesprochen sind beide
Geschlechter. Nachdruck nur mit
Genehmigung der Redaktion, unter
Hinweis auf die Quelle und mit
Zustellung eines Belegexemplars.
Die veröffentlichten Artikel von
Gastautoren geben nicht in jedem
Fall die Auffassung des Herausgebers wieder.
DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT
am 1. Juli 2014
Redaktionsschluss:
15. Juni 2014
Redaktor
TITELBILD :
Das alternde Gehör
Was verändert sich?
3
WAHRNEHMUNG IM ALTER UND DES ALTERS
Das alternde
Gehör
Das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich führt während des Frühjahrsemesters öffentliche Veranstaltungsreihen zum Thema «Wahrnehmung
im Alter» durch.
«Wahrnehmung im Alter» verweist zunächst auf
die klassischen fünf Sinne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Wie verändern
sich diese Sinne beim Altern und wie wirken
sich die Veränderungen auf die Alltagsbewältigung, die Leistungsfähigkeit und auf das Wohlbefinden aus? Lassen sich Verluste kompensieren, sei es durch Training oder mit technischen
Hilfsmitteln?
Prof. Dr. Martin Meyer,
ZUNIV-Assistenzprofessor, Psychologisches
Institut und INAPIC
UZH, Zürich.
Als sechster Sinn des Menschen wird häufig
die «Intuition» genannt. Wenn wir darunter ein
implizites Erfahrungswissen verstehen, könnten
alte Menschen diesbezüglich gegenüber jüngeren einen Vorteil haben. Lassen sich Belege
dafür finden? Oftmals auch intuitiv erfolgt
das Erkennen von und Reagieren auf Emotionen bei anderen Menschen. Gibt es Altersunterschiede in dieser Fähigkeit? Wie können
Betreuungspersonen Emotionen und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz erkennen?
Wahrnehmung und Alter verbinden sich auch in
der Aufmerksamkeit auf die eigene Gesundheit
und in der Krankheitseinsicht. Wie gehen alte
Menschen etwa mit einer beginnenden Hirnleistungsschwäche um? Und wie wirken sich
die eigene und die fremde Wahrnehmung des
Alterns auf die Qualität der späten Lebensphasen aus?
Solche Fragen stehen im Fokus der insgesamt
sieben interdisziplinären Ringvorlesungen am
Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich.
Am 30. April 2014 steht die Vorlesung zum
Thema «Das alternde Gehör» von Prof. Dr. Martin Meyer, ZUNIV-Assistenzprofessor, Psychologisches Institut und INAPIC (International
Normal Aging and Plasticity Imaging Center)
Universität Zürich, auf dem Programm.
Der Hörsaal im Universitätsgebäude Zürich ist
parktisch bis auf den letzten Platz mit vorwiegend älteren Menschen besetzt. Die grosse Teilnehmerzahl widerspiegelt das grosse Interesse
am Thema «Das alternde Gehör» und ganz generell an den Themen der gesamten öffentlichen
Veranstaltungsreihe.
Anatomie des Hörens
Prof. Meyer beginnt seinen Vortrag mit Erläuterungen über die Anatomie des Hörens. Mit
aussagekräftigen Folien zeigt er, wie das Ohr
aufgebaut ist. Wie bzw. wo die Schallwellen in
elektrische Impulse umgewandelt werden und
wie dann die Reise vom Cortischen Organ über
die Hörbahnen zum Hirn bzw. zum auditorischen
Kortex von statten geht.
Prof. Meyer: «Hören tut man mit dem ganzen
Hirn. Und um Sprache zu verstehen, braucht es
noch sehr viel mehr. Das Ohr ist im Prinzip nur
die Antenne, und das Hirn ist der eigentliche
Fernsehapparat.»
•
Prof. Meyer erwähnt, dass das Auge mit rund
1,8 Millionen Sinneszellen ausgestattet ist. Das
menschliche Ohr hingegen verfügt dagegen nur
über rund 20‘000 Haarzellen.
•
Herausforderung Altersforschung
Prof. Meyer erklärt, dass heute dank modernster Messmethoden exakt aufgezeigt bzw. dargestellt werden könne, ob und in welchen Arealen das Gehirn Hörreize wahrnehme. Ohne
Reize beginne sich das Gehirn selbstständig zu
machen.
Prof. Meyer: «Die ältere Bevölkerung wurde
lange Zeit vernachlässigt. Jetzt hat sich aber
das Blatt gewendet und nun werden die damit
zusammenhängenden Fragestellungen intensiv
angeschaut. Aber die Altersforschung ist ein
sehr komplexes, aufwendiges und langwieriges
Forschungsgebiet. Das Ziel der Forschung ist
es aufzuzeigen bzw. zu erklären, welches die
altersbedingten Veränderungen sind.»
Meyer erklärt, bis heute gebe es keine wissenschaftliche Meinung darüber «Was ist eigentlich alt?», der umfassend zugestimmt werden
könne.
Zu den wissenschaftlichen Herausforderungen
in Zusammenhang mit «Alter und Gehör» bzw.
der damit verbundenen Forschungstätigkeit
gehörten die Ausgestaltung des Studiendesigns
(Änderungen vs. Unterschiede) und die Definition der Zielgruppe. Hierzu müsse geklärt werden, «Wie alt ist eigentlich alt?» und die gesundheitlichen Aspekte (Interaktionen mit Medikamenten, Einfluss von beginnender Demenz oder
vaskulärer Krankheit) müssten mit einbezogen
werden. Aber die grosse Herausforderung sei
die Komplexität. Dazu gehörten der periphäre
Hörverlust im Ohr (Antenne), der zentrale Hörverlust im Hirn (Fernseher) und die kognitiven
Leistungsverminderungen.
Plastizität des Gehirns
Prof. Meyer erwähnt, dass das zentrale Nervensystem die Eigenschaft habe sich zu ändern
bzw. das Gehirn sich im Verlaufe des Lebens laufend verändere. Diese spezifische Eigenschaft
d.h. die Plastizität des Gehirns gelte es nun in
verschiedener Hinsicht zu nutzen.
•
•
Veränderung durch Lernen / Training
(Kurzzeit- und Langzeiteffekte)
Erhalt von Funktionen
(Spracherhalt)
•
•
Transfereffekte
(von Sprache zu Musik)
Maladaptivität
(z.B. Tinnitus)
Reorganisation
(Gebärdensprache)
Perzeptuelles Lernen
Wie man dem Gehirn über die
Schulter guckt
Heute wisse man, dass es bei Kindern, die ganz
früh ein Cochlea-Implantat erhalten haben, fast
keine Messunterschiede bei den Hirnaktivitäten gegenüber normal hörenden Kinder gebe.
Das Problem liege aber darin, dass das normal hörende Kind über rund 20‘000 Hörzellen
verfüge. Das Kind mit einem Cochlea-Implantat verfüge nur über 24 Elektroden. Dies führt
dazu, dass es das Gesprochene nur verzerrt und
Musik als sehr verwaschen höre. Aber dank der
Plastizität des Hirns und sehr intensivem Lernen
und Trainieren hole das Gehirn sehr rasch und
effizient auf.
Prof. Meyer erwähnt noch, dass vor einer CI-Versorgung genau geklärt werden müsse, ob das
Cochlea-Implantat rechts oder links eingesetzt
werden müsse. Häufig befinden sich die schwächeren Potentiale im rechten auditorischen Kortex
Hörverlust (im Alter)
Von der sogenannten altersbedingten Schwerhörigkeit sind ungefähr 30% Männer und 20%
Frauen im Alter von 70 Jahren in Europa betroffen. Die Hörbeeinträchtigung beträgt 30dB oder
mehr. Im Alter von 80 Jahren sind 55% Männer
und 45% Frauen von einer Hörbeeinträchtigung
betroffen.
Prof. Meyer erklärt, dass der Hörverlust im Alter
oftmals in direkten Zusammenhang mit einem
Defizit im Innenohr stehe. Zu den Risikofaktoren, die zu einem Defizit im Innenohr bzw. zu
Veränderungen der Haarzellen im Innenohr
führen könnten, zählten Lärm (Intensität und
Dauer), das Alter, medizinische Faktoren (z.B.
Blutdruckerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes) und genetische Faktoren.
5
dern mit der Unterstützung der EU ein Netzwerk
zur Erforschung der neurologischen, audiologischen und neuropsychologischen Grundlagen des Tinnitus und zur Entwicklung neuer
Behandlungsmethoden gegründet. Unmittelbarer Zweck dieser Initiative sei die Koordination
und Bündelung von Forschungsaktivitäten auf
internationaler Ebene.
Bei den rhetorisch
perfekt vorgetragenen
Ausführungen ist Prof.
Meyer die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der ZuhörerInnen
garantiert.
Anhand eines Audiogrammes zeigt bzw. erklärt
Meyer die Auswirkungen von Hörverlusten im
Alter. Die Grafik veranschaulicht, dass ab dem
60-sten Altersjahr die Hörfähigkeit im Hochfrequenzbereich signifikant abnimmt. Mit technisch immer raffinierteren Hörgeräten wird versucht, den Hörverlust zu kompensieren. Meyer
erwähnt in diesem Zusammenhang, dass er
aktuell an einer Studie bzw. einem Projekt mit
dem Hörgerätehersteller Phonak mitwirke, mit
dem Ziel ein neuartiges Hörgerät zu entwickeln.
Über die Ergebnisse der Studie könne er aber
zurzeit keine Informationen preisgeben. Die bisherigen Resultate seien aber vielversprechend.
Er denke, dass der neu eingeschlagene Weg
grosses Potential habe. Phonak werde zu gegebener Zeit über die Studienergebnisse informieren.
Prof. Meyer geht noch kurz auf das Phänomen
«Tinnitus» ein. Bei einem Tinnitus sei ein Hörverlust vorgelagert. Wenn das Gehirn feststelle,
dass keine Reize mehr gesendet würden, versuche das Gehirn zu helfen, d.h. die fehlenden
Reize zu kompensieren. Und dies sei der Anfang
für die Entstehung eines eigentlichen Teufelskreises. Der Tinnitus könne nicht mit globalen
Ansätzen erklärt werden, sondern es müsse mit
individuellen – denn nicht alle Menschen sind
gleich - Ansätzen nach einer Lösungsstrategie
gesucht werden.
Meyer erklärt, dass in der Frage rund um den
Tinnitus eine neue Ära auf der Basis einer systematischen und interdisziplinären Zusammenarbeit, begonnen habe. «Je älter die Menschen
mit Tinnitus, desto grösser ist ihr Leidensdruck.
Unser Ziel ist es: Das Verlernen des Schluckaufs
des Gehirns.»
Prof. Meyer erwähnt in diesem Zusammenhang
noch, dass eine sehr erfreuliche Entwicklung
stattgefunden habe. Nämlich, dass die Universität Zürich beim EU-Projekt «Tinnet» weiterhin
mitmachen könne. Vor kurzem haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 16 Län-
Mit diesen ermutigenden und äusserst positiven «News» schliesst Prof. Meyer seinen Vortrag. Die Zuhörer im Hörsaal sind begeistert und
danken Prof. Meyer für seinen fulminanten und
spannenden Einblick in «Das alternde Gehör»
mit einem grossen und herzlichen Applaus.
Statement von Prof. Meyer
Gegenüber der sonos-Redaktion gibt Prof.
Meyer im Nachgang noch ein kurzes Statement
ab:
«Die Alterung des Gehörs beginnt viel früher als
man glaubt. Bereits in der vierten Lebensdekade lässt die Hörleistung messbar nach. Bevor
allerdings sprachliche Funktionen darunter leiden, vergeht noch einmal einige Zeit. Dies ist
dem Umstand geschuldet, dass die Lautsprache
zwei redundante Ebenen hat, die dem Hörverlust lange Zeit entgegen wirken können. Ein
altersbedingter Hörverlust betrifft zumeist die
Fähigkeit, spektrale Informationen im Hochtonbereich aufzulösen. Davon weitgehend unberührt sind die Zeitbereichsinformationen, wie
z.B. die Sprachmelodie oder der Rhythmus, die
beim Sprachverstehen eine wichtige Rolle spielen und dafür sorgen, dass der Spracherhalt
zumeist bis ins hohe Alter gelingt.
Zum jetzigen Zeitpunkt unklar hingegen ist,
welche Anteile am messbaren Hörverlust im
Alter defizitären Veränderungen im Innenohr
unabdingbar sind, in der Hörrrinde oder anderen Bereichen des Gehirns, die für die Integrität kognitiver Funktionen (Aufmerksamkeit,
Arbeitsgedächtnis), welche eng mit Sprachgebrauch verknüpft sind.»
Die sonos-Redaktion bedankt sich bei Prof.
Meyer für die Stellungnahme. Es bleibt zu hoffen, dass die «Altersforschung» nun endlich
aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist und
die älter werdende Bevölkerung von den neuen
Forschungsergebnissen schon bald profitieren
kann.
[rr]
21. GENERALVERSAMMLUNG DER GENOSSENSCHAFT FONTANA PASSUGG
Der (Bildungs-)
Pioniergeist von
Passugg lebt
weiter!
Bei schönstem Frühlingswetter findet am 26. April 2014 in der Pension der
Genossenschaft Fontana Passugg die 21. Generalversammlung statt.
Rolf Zimmermann, Vize-Präsident der Genossenschaft, eröffnet pünktlich die Generalversammlung und heisst die 19 stimmberechtigten
Genossenschafter sowie vier Gäste ganz herzlich willkommen.
In seiner Begrüssung erwähnt er, dass das Jahr
2014 von der UNO zum Internationalen Jahr
der Kristallographie erklärt worden sei. Beim
Versand der Einladung habe man deshalb eine
Briefmarke mit einem abgebildeten Kristall
benutzt. «Kristalle strahlen positive Schwingungen aus und die damit freigesetzten Energien
können wir alle sehr gut gebrauchen.»
Zimmermann erklärt, dass Emanuel Nay, Präsident der Genossenschaft, sich habe entschuldigen müssen und deshalb er durch die Versammlung führen bzw. diese leiten werde. Ansonsten sei aber der gesamte Vorstand vollständig
anwesend.
Statutarische Geschäfte
Die Behandlung der wichtigen Geschäfte wie
Abnahme des Jahresberichtes, der Jahresrechnung und der Wahl der Revisionsstelle sowie
Entlastung des Verstandes verlaufen problemlos und werden durch die Genossenschafter
einstimmig angenommen bzw. verabschiedet.
Die Genossenschafter nehmen zur Kenntnis,
dass die Rechnung 2013 ohne die Aufwendun-
gen des Betriebs (Pension) ausgewiesen bzw.
dargestellt wurde. Grund dafür ist, dass der
gastrogewerbliche Betrieb seit 2013 durch die
Fontana Hotelbetrieb GmbH geführt wird.
Vorstandsmitglied Ernst Casty erwähnt, dass mit
den Verantwortlichen der Fontana Hotelbetriebs
GmbH ein sogenannter Gebrauchsleihe-Vertrag
abgeschlossen worden sei. Die Genossenschafter seien über diesen Vertrag frühzeitig
informiert worden. Mit diesem Vertag seien die
Mobilien wie auch die Immobilien der Pension
zur freien Nutzung an die Fontana Hotelbetriebs
GmbH übertragen worden. Der Vorteil dieses
Vertrages bestehe darin, dass keine langfristigen Verpflichtungen eingegangen werden
7
Vize-Präsident Rolf
Zimmermann leitet die
Generalversammlung
umsichtig und kompetent.
Aufmerksam und mit
grossem Interesse verfolgen die Genossenschafter dem Versammlungsverlauf.
mussten. Sicher sei aber, dass die Liegenschaft
verkauft werden müsse. Aber bis es soweit sei,
dürfe das Haus unter allen Umständen nicht leer
stehen. Es soll und müsse «weiterleben».
Fachstelle Bilinguale Bildung
Andreas Janner, Co-Leiter der Fachstelle Bilinguale Bildung für Gehörlose/Hörbehinderte Graubünden FsB, gibt einen Rückblick auf das erste
Jahr der Fachstelle seit deren Inbetriebnahme.
Er erwähnt, dass zusammen mit Karin Huwyler,
Co-Leiterin der Fachstelle, die avisierten Ziele,
gemäss Projektbeschrieb hätten umgesetzt
werden können. Die Angebote und Dienstleistungen der Fachstelle können und werden von
den Interessierten in Anspruch genommen.
beeinträchtigten bzw. gehörlosen Kinder und
Jugendlichen werden zurzeit im Kanton Graubünden integrativ geschult.
Janner informiert, dass vier Familien aus dem
Kanton Graubünden und zwei Familien aus dem
Kanton St. Gallen Beratungsangebote der Fachstelle in Anspruch genommen haben. Ebenfalls
nehmen aktuell zwei Familien aus dem Kanton
Graubünden und eine Familie aus dem Kanton
St. Gallen Gebärdensprachkurse in Anspruch.
Dabei sei unklar, wie die Kosten der Heimkurse
finanziert bzw. durch wen sie übernommen werden sollen. Bis auf Weiteres würden die Heimkurskosten noch durch den Schweizerischen
Gehörlosenbund übernommen.
In Absprache mit der Begleitgruppe der Fachstelle sei entschieden worden, dass auch
Familien aus dem Kanton St. Gallen die Angebote bzw. Dienstleistungen der Fachstelle in
Anspruch nehmen können. Eine weitere räumliche Ausdehnung auf andere Kantone stehe aber
nicht zur Diskussion.
Janner erwähnt, dass in Schulklassen, in denen
gehörlose Kinder unterrichtet würden, je die
Hälfte des Schulstoffes in Lautsprache und
Gebärdensprache durchgeführt werden könnten. Mit dieser strukturellen Anpassung des
Schulbetriebes könne das Ziel der Bilingualität
erreicht werden. Zudem werde damit erzielt,
dass die hörenden Schüler mit den Gebärdensprachlektionen elegant und ohne grosse
Anstrengungen die Gebärdensprache erlernen
könnten.
Andreas Janner, Co-Leiter der Fachstelle FsB.
Janner erwähnt, dass es im Kanton Graubünden
insgesamt über 30 sogenannte aktive Familien
mit hörbeeinträchtigten bzw. gehörlosen Kindern oder Jugendlichen (0 bis 20 Jahre) habe.
Davon haben 16 Familien Dienstleistungen der
Fachstelle in Anspruch genommen. Alle hör-
Angebote und Dienstleistungen
Janner informiert über die Angebote und Dienstleistungen, welche als Ergänzung und in enger
Zusammenarbeit mit dem audiopädagogischen
Dienst des Heilpädagogischen Dienstes Graubünden HPD GR angeboten werden. Die Fachstelle FsB bringe die Sichtweise der Betroffen
und bilingual kommunizierenden Menschen
mit Hörbehinderung ein und könne ergänzende
Angebote bereit stellen.
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Beratung und Begleitung der Erziehungsberechtigten/Angehörigen
Bilinguale Erziehung und Bildung
Gebärdensprache & Gesprochene Sprache
Freizeitangebote für Kinder/Jugendliche
Sensibilisierung zur Hörbehinderung
Support der Fachpersonen
Fortbildungsveranstaltungen
Vernetzung von Stakeholdern
Fazit
Janner schliesst seine Darlegungen mit dem
Hinweis, dass noch sehr viel Unwissen über
Alternativen und Potential von Bilingualität bei
den Fachpersonen vorhanden sei. In seiner bzw.
in der Arbeit der Fachstelle werde noch viel Sensibilität und Geduld notwendig sein.
Aktuell werde eine Broschüre erstellt, welche
Auskunft über mögliche Bausteine der Bilingualität geben könne. Voraussichtlich werde die
Broschüre im Dezember 2014 zur Verfügung
stehen.
Nach einem Jahr könne festgestellt werden,
dass kleine, aber dafür sichtbare Erfolge hätten erreicht werden können. Und etwas dürfe
man nicht vergessen, die Fachstelle FsB sei ein
schweizweit einzigartiges Pionierprojekt.
Rolf Zimmermann dankt Andreas Janner und
Karin Huwyler für die geleistete Arbeit und stellt
fest, dass man sehr stolz auf die neue Fachstelle sein könne. Es sei völlig normal, dass die
Umsetzung mit sehr grossem Aufwand verbunden sei. Aber dieser grosse Aufwand lohne sich
für die betroffenen Kinder. Es habe viel Durchhaltewillen von Andreas Janner und Karin Huwyler abverlangt. Schön sei aber, dass in diesem
einzigartigen Projekt in ganz Europa der «Passugger-Geist» so richtig spürbar werde.
Begleitgruppe FsB
Eine Arbeitsgruppe begleitet die Fachstelle FsB
während der dreijährigen Pilotprojektphase. Sie
befasst sich regelmässig mit der Entwicklung
des Pilotprojektes. Thematisch zu Traktanden
passend, können punktuell weitere Experten /
Fachpersonen oder Organisationen zu jeweiligen
Sitzungen eingeladen werden. Die Begleitgruppe
hat ihre Tätigkeit offiziell im September 2013
aufgenommen.
Die Begleitgruppe setzt sich wie folgt zusammen:
• Vertretung Trägerschaft, Vorsitz
• Felix Urech, Präsident Bündner Hilfsverein für Gehörlose
BHV
• Vertretung Politik
Ernst Casty, Mitglied im Grossrat Kanton Graubünden
und Vorstand Genossenschaft Fontana Passugg GFP
• Vertretung Heilpädagogischer Dienst Graubünden HPD
GR Angela Hepting, Geschäftsführung HPD GR
• Vertretung Kompetenzzentren Graubünden Beat Zindel,
Geschäftsleitung Kompetenzzentrum für Sonderpädagogik Stiftung Schulheim Chur
• Vertretung Eltern Ladina Caviezel, Mutter von gehörlosem Kind
• Vertretung HNO-Medizin
Dr. Arnold Gmür, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohren krankheiten HNO
• Vertretung Hörgeräte-Technik
Hanspeter Hess, Hörgeräte-Akustiker
• Vertretung Ausbildungsinstitution Heilpädagogik
Markus Wyss, Bereichsleiter Pädagogik für Gehörlose
und Schwerhörige HfH Zürich
• Experte, CO-Leitung Fachstelle FsB (mit beratender
Stimme) Andreas Janner, Soziokultureller Animator
• Fachperson, Co-Leitung Fachstelle FsB (mit beratender
Stimme) Karin Huwyler, Schulische Heilpädagogin und
Gebärdensprach-Dolmetscherin
Mittelbeschaffung
Eveline Meier, dipl. Fundraiserin, informiert
über ihre Fundraising-Aktivitäten zugunsten der
Genossenschaft Fontana Passugg und der Fachstelle FsB. Sie erwähnt, dass sie bei der Mittelbeschaffung eigentliche zwei Wege im Auge
9
Eveline Meier, dipl.
Fundraiserin, informiert
über die erfolgreichen
Spendenaufrufaktionen
zugunsten der Fachstelle und der Genossenschaft.
habe. Der eine Weg sei derjenige über die Institutionelle Mittelbeschaffung und der andere sei
derjenige über Privatpersonen. So oder so, sei
es heute schwierig an «Geld» zu kommen. Um
Erfolg zu haben, müsse geschickt vorgegangen
werden und alles sei mit einem grossen zeitlichen Aufwand verbunden.
Meier erwähnt, dass bei der Mittelbeschaffung
für die Finanzierung des dreijährigen Projekts
der Fachstelle FsB schöne Erfolge erzielt werden
konnten. Dies habe sicher auch etwas mit dem
Projektziel zu tun. Denn Kinder und Jugendliche
stehen in der Motivationsleiter der potentiellen
Geldgeber ganz oben. Diesem Umstand sei es
auch zu verdanken, dass eine Stiftung mit Sitz
im Fürstentum Lichtenstein der Fachstelle FsB
den stolzen Betrag von 100‘000 Franken, verteilt
auf drei Jahre, zugesprochen habe. Mit dieser
grosszügigen Spende und den anderen Spenden sei nun die Finanzierung des dreijährigen
Projektes sichergestellt.
Meier erklärt, dass auch die im Rahmen des
20-Jahrjubiläums der Genossenschaft Fontana
Passugg erscheinende Chronik wenn möglich
mit Spenden finanziert werden soll. Bereits
seien über 50 Stiftungen angeschrieben worden. Zudem seien über 150 Briefe an potentielle
Privatspender vorbereitet worden.
Meier meint, dass sie sehr zuversichtlich sei,
dass der Spendenaufruf für die 20-Jahr-Chronik
über die Genossenschaft Fontana Passugg ein
Erfolg werde.
Chronik – 20 Jahre Genossenschaft
Fontana Passugg
Ernst Casty informiert, dass mit der fachlich fundierten Aufarbeitung der 20-jährigen
Geschichte der Genossenschaft Fontana Passugg Daniel Hadorn beauftragt worden sei. In
der Zwischenzeit habe er ein 72 Seiten umfassendes Manuskript verfasst. In einer zweiten
Phase gelte es nun, das Manuskript einerseits
inhaltlich zu prüfen und andererseits redaktionell zu überarbeiten. Geplant sei, dass im Verlaufe des Herbst 2014 mit dem Druck der Chronik begonnen werden könne.
Rolf Zimmermann schliesst den statutarischen
Teil der Generalversammlung und bedankt sich
für das gegenüber dem Vorstand zum Ausdruck
gebrachte Vertrauen. Dies sei sehr positiv im
Zusammenhang mit der Motivation und gebe
Kraft für das weitere engagierte Wirken zugunsten der Genossenschaft Fontana Passugg und
das erfolgreiche Erreichen der neuen Ziele.
[rr]
40 JAHRE SCHWEIZERISCHE VEREINIGUNG DER ELTERN HÖRGESCHÄDIGTER KINDER
Agi Gasser neue
Präsidentin
SVEHK-Delegiertenversammlung am 26. April 2014 im Pädagogischen Zentrum für Hören und Sprache HSM, Münchenbuchsee.
Die diesjährige Delegiertenversammlung der Schweizerischen Vereinigung der
Eltern hörgeschädigter Kinder (SVEHK) stand unter einem besonderen Zeichen: Seit vierzig Jahren nunmehr sind die betroffenen Eltern füreinander da.
Im Jubiläumsjahr gibt es einen Neuanfang: Tobias Schölly, der sich vierzehn
Jahre lang als Präsident beherzt für die Anliegen der SVEHK eingesetzt hat,
tritt zurück. Das Präsidium übernimmt neu Agi Gasser.
Text: Mareike Fischer, SVEHK Bern
Tobias Schölly begrüsst die rund 40 Anwesenden im Rittersaal der ehemaligen 1822 gegründeten «Taubstummenanstalt für Knaben». Gastgeber Christian Trepp, Gesamtleiter des Pädagogischen Zentrums für Hören und Sprache,
Münchenbuchsee, weist darauf hin, dass auch
diese Schule durch den Vater eines gehörlosen Kindes gegründet wurde: «Wenn die Eltern
nicht die Initiative ergriffen hätten, dann gäbe
es uns nicht.» Seine Institution mit 150 Mitarbeitenden (davon 25 Mitarbeitende im Audiopädagogischen Dienst) hat sich zu einem Dienstleistungszentrum mit einem breiten Förder- und
Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche
mit schweren Hör- und Sprachbeeinträchtigungen und ihrem Umfeld entwickelt, das gut und
erfolgreich mit dem Kanton Bern zusammenarbeitet (www.be.ch/hsm).
2013: ein erfolgreiches Jahr mit
innovativen Projekten
Zur Einstimmung zeigt Tobias Schölly einen
neuen Kurzfilm mit unterschiedlichen Testimonials von Eltern zur SVEHK (demnächst auf
www.svehk.ch). Der sehr schön gemachte Film
verdeutlicht, wie die SVEHK eine Verbindung
zwischen den Eltern schafft. Anschliessend geht
es über zu den üblichen Traktanden. Hier einige
Schlaglichter auf Tätigkeiten und Projekte 2013:
Am SVEHK-Tag am 26.01.2013 in Fribourg wurden verschiedenste Sitzungen der deutsch- und
französischsprachigen Kommissionen und der
Regionalgruppen schweizweit zusammengelegt: Dies, um die zeitliche Belastung der Delegierten zu minimieren und um Kosten zu sparen.
Dank minutiöser Planung gelang dieser Anlass
gut und wurde auch 2014 so durchgeführt. Die
Elterntagung im Herbst unter dem Motto «Sursee – Baustelle Zukunft» konnte eine Rekordzahl von 256 Teilnehmenden verzeichnen. Der
Flyer «Hört unser Kind gut?» wurde überarbeitet und neu aufgelegt, die Website der SVEHK
modernisiert, damit die Regionalgruppen einfacher ihre News aufschalten können. Ein «Präsidentenordner» ist in Arbeit, der künftigen
Vorständen der Regionalgruppen die Arbeit
erleichtern soll. Das Bulletin erschien sechs Mal
mit je 20 Seiten. Im Jubiläumsjahr finden sich
darin farblich abgesetzt interessante Rückblicke auf die Vereinsgeschichte. Die SVEHK ist in
verschiedenen regionalen und gesamtschweizerischen Kommissionen vertreten und hat sich
auch 2013 dort engagiert.
Vernetzung und Engagement 2014
Für das Jahr 2014 stehen unter anderem Verhandlungen über den neuen Leistungsvertrag
mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen
auf dem Programm. Die Integration sinnesgeschädigter Kinder stellt für «normale» Schulen
eine Herausforderung dar, weil trotz gestiegener Ansprüche häufig nicht mehr Mittel zur
Verfügung stehen. Auch diese Entwicklungen
11
watten». Bereits vor dem Jahr 2000 engagierte
sich Tobias Schölly gemeinsam mit seiner Frau
Annemarie für die Regionalgruppe Basel. Als die
SVEHK 2000 eine Neuausrichtung suchte, war
er zur Stelle, um strategisch-verbandspolitisch
neue Wege zu beschreiten. Er führte wichtige
Neuerungen ein: darunter das Zentralsekretariat der SVEHK und das Erfolgsprojekt Elterntagung. Er hat die Vernetzung der Vereinigung
vorangetrieben, mit der IV, dem BSV und anderen Ansprechpartnern verhandelt. Dazu kommt
seine Arbeit in zahlreichen Kommissionen unter
anderem die Früherkennung betreffend, die Mitgestaltung des Plakats «Sehen zum Verstehen»
und vieles mehr. Die Anwesenden spenden dem
scheidenden Präsidenten «standing ovations»,
nachdem sie zuvor gewürdigt haben, dass auch
Annemarie Schölly für ihre Unterstützung und
ihr unermüdliches Engagement grosser Dank
gebührt.
Agi Gasser, neue Präsidentin der SVEHK.
muss die SVEHK verfolgen. Jean-Pierre Marquis
präsentiert anschliessend Jahresrechnung 2013
und Budget 2014. Er stellt erfreut fest, dass
dank vieler Spenden sogar ein schöner Erfolg zu
verbuchen war. Diese Gelder werden dafür eingesetzt, Projekte der Regionalgruppen und des
Dachverbands zu unterstützen.
Tobias Schölly verweist auf Aktivitäten, die
2014 bereits stattgefunden haben. Ausser dem
SVEHK -Tag in Fribourg waren dies eine Informationssitzung zum Leistungsvertrag sowie eine
Schulung zur neuen Website. Der Präsident hielt
einen Vortrag bei den Pädakustikern, die grosse
Sorgen haben, weil die geringen Pauschalen für
den Service rund um die Hörgeräte nicht mehr
alle Reparaturen decken. Sie müssen Geräte
zum Hersteller zurückschicken, was bedeutet,
dass die Betroffenen länger auf ihr Gerät warten müssen. Tobias Schölly unterstreicht, dass
die SVEHK ein offenes Ohr für die Anliegen der
Pädakustiker hat. Am 29.11.2014 wird ein grosser Jubiläumsanlass stattfinden.
Präsidium wechselt von Tobias
Schölly zu Agi Gasser
Auf die DV 2014 demissionierten Marc Fritschi und Monia Bächler. Neu gewählt wurden
Anuschka Füglister und Christophe Darioly.
Auch das Präsidium wechselt: Tobias Schölly
tritt nach vierzehn Jahren als Präsident der
SVEHK zurück. Jean-Pierre Marquis würdigt
ihn als «farbige Persönlichkeit mit bunten Kra-
Als neue Präsidentin wird Agi Gasser gewählt.
Die Familienfrau und Spielgruppenleiterin aus
dem Bündnerland ist seit 2008 Vorstandsmitglied der SVEHK und hat sich bereits bei der
Organisation der Elterntagung und in anderen
Projekten bewährt. Ihre 21-jährige Tochter trägt
zwei Cochlea Implantate, absolviert eine Lehre
als Möbelschreinerin und geht in Oerlikon auf
die Berufsschule. Agi Gasser freut sich auf ihre
Aufgabe als Präsidentin der SVEHK.
SVEHK tritt FEPEDA bei
Nach den Wahlen wird der Beitritt der SVEHK
zur Europäischen Dachorganisation FEPEDA
(www.fepeda.net) beschlossen. Mit einem Hinweis auf die Elterntagung vom 25.-26. Oktober
in Magliaso und auf die nächste Delegiertenversammlung in Basel am 25. April 2015 schliesst
die DV 2014.
Im Anschluss gibt Peter Wüthrich, Leiter Abteilung Kinder und Jugendliche der Gesundheitsund Fürsorgedirektion des Kantons Bern, einen
Einblick in die Herausforderungen für den
Kanton Bern bei der Versorgung von Kindern
und Jugendlichen mit einer Behinderung – und
wünscht den Anwesenden «viel Mumm und Kraft
für ihre anstehenden Aufgaben»! Kraft tanken
die Anwesenden im Anschluss bei einem feinen
Apéro und einem guten Mittagessen in Häberlis Schützenhaus, Münchenbuchsee. Anlässlich
des SVEHK-Jubiläums folgt eine spezielle Stadtrundfahrt durch Bern: die schönste Stadt der
Welt, wie Peter Wüthrich zuvor betonte!
Communique –
sonos-Vorstandssitzung
vom 2. Mai 2014
Liebe Leserinnen und Leser
An seiner Sitzung vom 2. Mai 2014 hat
der Vorstand von sonos darüber diskutiert, ob ein Vergabereglement erlassen
werden müsste. Es ist entschieden worden, darauf zu verzichten und fortan
entsprechende Jahresziele zu definieren bzw. im Budget jeweils diesbezüglich Förderbeträge zu reservieren. So
ist sichergestellt, dass sinnvolle Vorhaben im Hörbehindertenwesen nachhaltig gefördert werden können und sonos
einen wichtigen Beitrag leisten wird,
damit innovative zukunftsweisende
Projekte im Bereich Fachhilfe und Integration effektiv realisiert werden können.
Im Weiteren ist über die Nachfolgeregelung - was Geschäftsleitung und
ausscheidende
Vorstandsmitglieder
anbelangt - ausgetauscht worden. Es
ist alles auf bestem Wege, dass sonos
den eingeschlagenen Erfolgskurs nach
der Delegiertenversammlung 2014 in
neuer personeller Zusammensetzung
nahtlos weiterverfolgen können wird.
Der Vorstand hat schliesslich über fünf
Gesuche im Zusammenhang mit der
Gewährung von Fördergeldern entschieden und erfreulicherweise viermal
eine Finanzhilfe zugesprochen.
sammlung vom 13. Juni 2014 in Uetendorfberg geklärt worden. Am Vormittag
steht ein sehr interessantes Referat
von Bernhard Winkler zum Thema Sozialfirma im Hörbehindertenwesen auf
dem Programm. Ich hoffe, dass möglichst viele von Ihnen teilnehmen werden.
Ich freue mich sehr, Sie alle an der Jahresversammlung persönlich begrüssen
zu können und verbleibe derweil mit
herzlichen Grüssen
Bruno Schlegel
sonos-Präsident
Schlussendlich sind noch letzte Details
der bevorstehenden Delegiertenver-
Generalversammlung des Zürcher Fürsorgevereins für
Gehörlose
Am Dienstag, 24. Juni 2014 findet die Generalversammlung des Zürcher Fürsorgevereins für Gehörlose statt. Anschliessend
an den offiziellen Teil folgt ein Referat. Dieser Teil ist öffentlich und Sie sind alle herzlich eingeladen.
Unter dem Titel „10 Jahre Behindertengleichstellungsgesetz – 2004 - 2014“ referieren:
• Daniel Hadorn als langjähriger Gleichstellungsrat und Fürsprecher
• Helena Trachsel, Leiterin Kantonale Fachstellung für Gleichstellung
Ort:
Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich
Raum 300, 3. Stock
Schaffhauserstrasse 239
8057 Zürich
Zeit:
20.00 Uhr
Die Veranstaltung wird von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.
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EHRENPROMOTION 2014 DER PHILOSOPHISCHEN FAKULTÄT
Penny Boyes
Braem, PhD.
Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde einer
Doktorin ehrenhalber an Frau Penny Boyes Braem, PhD., in Anerkennung
ihrer herausragenden Verdienste um die Förderung der Gebärdensprachforschung in der Schweiz. Das gilt insbesondere für ihre bahnbrechenden empirischen Studien zur Deutschschweizer Gebärdensprache und ihr Engagement
bei der Verbreitung gebärdensprachlinguistischer Erkenntnisse.
Penny Boyes Braem schloss 1967 an der Harvard
University ihr Masterstudium in den Fächern
Englisch und Linguistik ab. Ihre Masterarbeit
stellte eine der ersten Studien zum Erwerb der
Handform in der amerikanischen Gebärdensprache «American Sign Language» dar. Ihre Dissertation, die der Frage der Ikonizität anhand
der Gebärden der American Sign Language
gewidmet war, verfasste sie an der Universität
Berkeley unter der Betreuung des bekannten
Psycholinguisten Dan I. Slobin und der Kogni-
tionswissenschaftlerin Ursula Bellugi. Als sie in
den siebziger Jahren in die Schweiz kam, war die
Erforschung der Gebärdensprachen allerdings
noch kaum als Gegenstand der Linguistik anerkannt. Nach dem Erwerb des PhD im Jahr 1980
konzentrierte sie sich daher zunächst auf die
Erforschung der Schweizer Gebärdensprachen
und konnte mit ihren Arbeiten diese sowohl
innovative als auch gesellschaftlich relevante
Richtung der Linguistik hierzulande etablieren.
1982 gründete Penny Boyes Braem das Forschungszentrum für Gebärdensprache FZG in
Basel, dessen Forschungsaktivitäten zunächst
auf verschiedene Aspekte der bis dahin gänzlich unerforschten Deutschschweizer Gebärdensprache DSGS mit ihren fünf Dialekten gerichtet
waren. Ihr Interesse galt dabei zu Beginn dem
Vergleich der Gebärdenformen von Früh- und
Spätlernern, später der Erstellung eines «Wörterbuchs» mit der Beschreibung konventioneller Gebärden sowie der Problematik der Verschriftung dieser visuell-körperlichen Sprache.
Mit ihren Arbeiten betrat sie immer wieder
Neuland, wie mit der Anwendung von Modellen, die für Gebärdensprachen entwickelt worden waren, auf Gesten von Hörenden. In einer
kürzlich abgeschlossenen Studie führte sie
mit einer Kollegin der Universität Bristol einen
Vergleich von Gebärdensprachpoesie und pantomimischen Parodien hörender Mimen durch.
Ihre Projekte wurden von verschiedenen Forschungsorganisationen gefördert, unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds. Viele
Untersuchungen hat sie mit Kollegen und Kol-
leginnen aus der Schweiz, Italien, Deutschland
und England durchgeführt.
Neben ihrer Forschung hat sie sich in der Ausbildung und Nachwuchsförderung engagiert.
Sie war von 1982 bis 1986 Direktorin des ersten
Schweizer Gebärdensprachdolmetscher-Ausbildungsprogramms und setzte sich stets für die
Nutzung wissenschaftlicher Ergebnisse durch
die Gehörlosengemeinschaft ein, wofür sie mit
einem Preis geehrt wurde. Die von ihr gegründete GS-Media in Zürich entwickelte Informationsmaterial zur Deutschschweizer Gebärdensprache.
Jahren eine der meistverwendeten Einführungen in das Gebiet.
Quelle:
http://www.uzh.ch/about/portrait/awards/hc/2014/phf-1.html
Penny Boyes Braem hat Dissertationen an den
Universitäten Amsterdam, Kopenhagen, Hamburg und Genf betreut und ist aktuell in Projekte zur Konversationsanalyse und zur Erstellung eines e-Lexikons involviert. Zusammen mit
Nachwuchswissenschaftlerinnen der Universität Zürich hat sie vor Kurzem die internationale
Tagung «Form Hand to Mouth: A dialogue between spoken and signed language research»
organisiert.
Penny Boyes Braem gilt als die Begründerin wissenschaftlicher Gebärdensprachforschung in
der Schweiz. Sie ist eine international bekannte
Spezialistin auf diesem Gebiet und hat zahlreiche Publikationen aufzuweisen, darunter auch
solche, die für die Gebärdensprachgemeinschaft der Deutschschweiz von besonderer
Bedeutung sind. Ihre «Einführung in die Erforschung der Gebärdensprache» (1990/1995) ist
im deutschen Sprachraum seit mehr als zwanzig
15
SIPPSCHAFT – THEATERSTÜCK VON NINA RAINE
Packendes
Familiendrama mit
zwei Welten der
Kommunikation
Im Theaterstück «SIPPSCHAFT» von Nina Raine steht der gehörlose 20jährige
Billy im Mittelpunkt des packenden Familiendramas. Wenn in einer Familie die
Sprache vor allem dazu dient, einander weh zu tun, dann kann Gehörlosigkeit
fast ein Segen sein. Aber kann sich Billy aus der Umklammerung seiner dominanten Familie befreien? Und wohin wird ihn sein Weg führen?
Quellen: Abendblatt vom 28.8.2012 und Verstärker Magazin
431
In ihrem dritten Theaterstück mit dem Titel
«Tribes» konfrontiert die 1976 geborene britische Autorin Nina Raine die Zuschauer in einem
packenden Familiendrama mit zwei Welten der
Kommunikation - die des in seinem eigenen
Kosmos lebenden jüngsten gehörlosen Sohnes
Billy und jene der auf das Wort und die Sprache
fixierten übrigen Familie.
«Sippschaft» bzw. «Tribes» im englischen Originaltitel kam im Oktober 2010 am Londoner
Royal Court Theater heraus. Es folgten Aufführungen in Budapest, Australien, Neuseeland
Die britische Autorin Nina Raine.
Foto: Marcelo Hernandez
und New York. Vor knapp 2 Jahren wurde das
Stück am Ernst Deutsch Theater in Hamburg in
der deutschen Erstaufführung gezeigt.
Nina Raine ist bestimmt eines der grössen
Talente des britischen Theaters. In ihrem vielfach ausgezeichneten Theaterstück «Sippschaft» verhandelt sie die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen unserer Sprache und
Kommunikation.
Um was geht es in «Sippschaft»?
Billy ist Anfang zwanzig und lebt in einer Familie, die wie jede andere ihre eigenen Rituale, ihre
eigenen Scherze und ihre eigene Sprache kultiviert hat. Sein Vater Christopher ist Akademiker,
seine Mutter Beth schreibt gerade einen EheKrimi, seine Schwester Ruth strebt eine Karriere
als Opernsängerin an und Bruder Daniel sitzt
an seiner Masterarbeit über die Funktion der
Sprache. Alle suchen ständig die offene, schonungslose und immer recht lautstarke Aussprache miteinander, eine unkonventionelle Form
der Zuwendung. Billy allerdings ist gehörlos, er
hat gelernt von den Lippen abzulesen und dank
des nimmermüden Einsatzes seiner Mutter hat
er gelernt, lautsprachlich zu kommunizieren. Er
hat eine Regelschule besucht und ist, alles in
allem – so scheint es – perfekt integriert. Dann
verliebt er sich in Sylvia, eine junge Frau, deren
Einsamkeit innerhalb
einer Familie.
Foto: Oliver Frantitsch
Eltern gehörlos sind und die selbst nach und
nach ihr Gehör verliert.
Durch sie lernt er eine andere, für ihn neue Welt
kennen: die Welt der Gehörlosen. Er merkt, wie
sehr er durch die Vorgaben seiner hörenden
Familie bestimmt ist und wie wenig sie sich im
Gegenzug auf ihn eingelassen hat. Er entdeckt
mit dem Erlernen der Gebärdensprache seine
Sprache und beginnt, seinen eigenen Weg zu
gehen.
halb der Familie hervorragend darzustellen. Es
ist erschreckend, wie abhängig alle einzelnen
Personen von Billy sind. Als er selbstständig
wird, bricht die Fassade der anderen zusammen.
Insbesondere seine beiden Geschwister Daniel
und Ruth sind nicht in der Lage, ihre Leben in
den Griff zu bekommen.
Das Ernst Deutsch Theater zeigte im Herbst
2012 aufgrund des wichtigen Themas alle Vorstellungen übertitelt und bot an drei Terminen
auch Gebärdendolmetscher an.
Die Familie von Billy besteht aus Künstlern, die
vor allem egozentrisch und einsam sind. Sie
legen viel Wert auf eine gewählte Sprache und
lachen oft über ihre eigenen Scherze, die sie
dem gehörlosen Billy nur auf Nachfragen und
auch nur, wenn sie es für wichtig erachten, erklären. Billy ist dem Leben der Hörenden sehr gut
angepasst, denn er kann von den Lip­pen lesen
und kann sich in Lautsprache verständigen. Die
Familie hat die Gebärdensprache nie gelernt. In
den täglich stattfindenden Auseinandersetzungen gehen alle ihrem liebsten Hobby nach: Die
anderen Mitglieder der Familie zu demütigen
und zu verletzen. Der gehörlose Billy ist davon
ausgenommen. Als er sich in Sylvia verliebt, die
langsam ihr Gehör verliert, bringt die neue Welt
der Gehörlosen, in die Sylvia ihn einführt, die
Wände des Kar­tenhäuschens der Familie zum
Einstürzen.
Der gehörlose Darsteller des Billy im Ernst
Deutsch Theater Eyk
Kauly.
Drama der besonderen Art
Fazit
Nina Raine erschuf mit dem vielfach ausgezeichneten Bühnenstück «Sippschaft» ein Drama der
besonderen Art. Nicht nur wird in unserer von
Sprache geprägten Welt das Thema Gehörlosigkeit hier so intensiv beleuchtet, dass der
Zuschauer lange darüber nachdenken muss, die
Literatin schafft es auch, die Einsamkeit inner-
Im Bühnenstück «Sippschaft» werden Fragen
über die Grenzen der Kommunikation und den
Ausdruck der Worte aufgeworfen. Dies regt zum
Nachdenken an. Das Stück berührt und geht
unter die Haut.
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GOTTESDIENST UND JAHRESVERSAMMLUNG AM WELTSONNTAG IN ST. GALLEN
Unterstützung für
die Gehörlosenschule in Beirut
Am Sonntag 4.Mai 2014 besuchten knapp 40 gehörlose und hörende Besucher in der Kirche Grossacker in St. Gallen einen bunt gemischten Gottesdienst in stimmiger Atmosphäre.
Am Nachmittag trafen sich wie jedes Jahr die Mitglieder und Freunde Vereins
«Allah Kariem Schweiz – Hilfe für die Gehörlosenschule in Beirut» zur statutarisch festgelegten Jahresversammlung. Der weitgereiste Gast, Direktor Dr.
Hussein Ismail, zeigte einmal mehr eindrückliche Bilder direkt aus dem von
syrischen Flüchtlingen «überfüllten» Libanon.
Text: Rainer Nobs
Fotos: Edith Elisa Durrer
Der Gottesdienst wurde zu einem lebendigen
und bewegten Ausdruck gelebten Glaubens:
der Gebärden-Gospelchor unter der Leitung
von Inge-Scheiber-Sengl, die schwungvolle und
musikalische Begleitung von Robert Fricker und
Ingrid Saborowski sowie die feinfühlige und eindringliche Predigt von Gehörlosenpfarrer Ruedi
Hofer – abwechslungsreicht und doch mit einem
klaren roten Faden versehen erfreute der Gottesdienst die Herzen der Anwesenden.
«Lass Jesus das Licht leuchten in
und über uns, in jedem Einzelnen
von uns»
Unter dem Motto dieses Bibelwortes erzählte
Pfarrer Ruedi Hofer die Geschichte des guten
Hirten, der seine Schafe auch bei Gefahr nicht
im Stich lässt (aus dem Johannes-Evangelium),
selbst wenn der gefährliche Wolf sich der Herde
nähert. Jesus ging den Menschen als Vorbild
voran und gab sein Leben für seine «Schafe».
Er sagte: «Ich kenne die meinen und die meinen
kennen mich!» Mit einem weiteren Bibelspruch
leitete Pfarrer Hofer gekonnt über zum auch
für den Libanon verheerenden Bürgerkrieg in
Syrien: «Die Wunden von Jesus sind die Wunden
unserer Welt». Er forderte die Gottesdienstbe-
sucher auf, nicht wegzuschauen und die Menschen im Libanon mit Gebeten oder wenn möglich auch finanziell zu unterstützen. Im Libanon
leben zusätzlich zu den 4.5 Millionen „regulären“ Einwohner zurzeit 1.2 Millionen syrische
Flüchtlinge. Diese Situation überfordert alle
Beteiligten komplett, sowohl die Regierung und
das Militär als auch die Bevölkerung, welche
unter immer tieferen Löhnen und immer grösser
werdender Kriminalität zu leiden hat.
Wir sollen hinschauen und auch die Not anderer Menschen wahrnehmen, bat Ruedi Hofer die
hörenden und die gehörlosen Gemeindeglieder.
Er ging auch den Fragen nach: «Wo ist Gott in
so einem Krieg? Warum lässt Gott einen solchen
Krieg zu?» Er erklärte, dass die Welt nie perfekt
sei und wohl kaum jemand mehr an Gott glauben würde, wenn überall alles wunderbar laufen würde. Er appellierte an die Eigenverantwortung der Menschen und zeigte auf, dass jeder
und jede Einzelne mithelfen können, die Not zu
lindern. So wurde anschliessend im gemeinsamen Gebet darum ersucht, dass den Menschen
im Libanon in diesen schwierigen und unsicheren Zeiten möglichst viel Hilfe widerfahren
möge. Die Kollekte wurde traditionsgemäss für
die Gehörlosenschule in Beirut eingesetzt.
Direktor Hussein betete zum Abschluss: «Gott
ist ein guter Gott, er schützt auch Flüchtlinge
und passt auf diejenigen auf, die auf ihn vertrauen!»
Hörende, wurde das Gesetz kurz darauf in Kraft
gesetzt!
Die meisten Gottesdienstbesucher blieben zum
feinen Mittagessen, das vom Haus Vorderdorf in
Trogen vorbereitet worden war. Bei Tisch wurden intensive Gespräche geführt, an die Verantwortlichen der Schule und des Vereins viele Fragen gestellt und eifrig Erlebnisse aus früheren
Zeiten ausgetauscht. Auch die beiden Ehrenmitglieder Ruth Kasper und Rosmarie Nänny fühlten sich sichtlich wohl im Kreise vieler bekannter Gesichter.
Dazu sagte Hussein nur: «Im Himmel wird
Freude herrschen, wenn auch behinderte Menschen ein würdiges Leben führen können!»
Anschaulicher Bericht «direkt» aus
Beirut
Nach dem Mittagessen berichtet Dr. Hussein
Ismail, gehörlose Direktor des LCD (Learning
Center for the Deaf – Lernzentrum für Gehörlose
in Beirut), ausführlich von der schwierigen Situation im Libanon. Die vielen syrischen Flüchtlinge «überfluten» das Land, viele arbeiten zu
viel niedrigen Löhnen als die Einheimischen und
so werden immer mehr Libanesen arbeitslos.
Die Bevölkerung hat auch Angst, dass all die
Flüchtlingen nach dem Ende des Bürgerkriegs
gar nicht mehr in ihr Heimatland zurückkehren
wollen.
Auch die Korruption bei den Behörden und die
vielen seltsamen Gesetze sind nach wie vor
ein grosses Problem. Als Beispiel schildert
Hussein Ismail ein neues Gesetz, dass Gehörlose ab sofort nicht mehr Auto fahren dürfen!
Die Regierung meint, es sei zu gefährlich, denn
die Gehörlosen könnten ja die anderen Autos
nicht hören. Obwohl Hussein einem hochrangigen Regierungsmitarbeiter eine Statistik erklären konnte, welche klar aufzeigt, dass Gehörlose deutlich weniger Unfälle verursachen als
Anschliessend zeigte der Direktor der Gehörlosenschule LCD in Beirut einen 12-minütigen
Film, der eindrücklich von der täglichen Arbeit
in der Früherziehung, im Kindergarten und auch
in der neu eröffneten Vorschule berichtete.
Allen Anwesenden wurde bei diesen Schilderungen warm ums Herz und es entstand rasch die
Gewissheit, dass hier jeder Spenden-Franken
vorzüglich investiert sei und auf jeden Fall am
richtigen Ort angekommen ist. Der Kindergarten wird integrativ geführt, das heisst, dass dort
auch hörende Kinder aufgenommen werden,
um den gehörlosen Kindern eine anregende
Sprach-Umgebung bieten zu können. Dies ist
ein moderner Ansatz, wie er auch bei uns in
der Schweiz üblich ist. Auch bei uns werden ja
gehörlose Kinder in Kindergarten und Schule
meist zusammen mit hörenden Kindern unterrichtet.
Die Eltern der hörenden Kinder bezahlen einen
höheren Beitrag zum Aufenthalt, so dass der
Kindergarten fast vollumfänglich kostendeckend geführt werden kann. Die Spendengelder
des Vereins fliessen vor allem in die Früherziehung und in das High School Programm, da dort
der libanesische Staat kaum Beiträge leistet.
Wie weiter mit dem Namen des
Vereins?
Danach begrüsste Präsident Ruedi Hofer wiederum gut 30 Mitglieder und Gäste des Vereins
zur Jahresversammlung. Diese findet wie jedes
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egal welcher Religion sie angehören. So schloss
Präsident Ruedi Hofer die Versammlung nach
über zwei Stunden intensiver Überzeugungsarbeit.
Aufruf
Wer sich für den Verein «Freundeskreis der
Gehörlosenschule LCD Libanon» interessiert
oder gerne zu Gunsten der Arbeit in Beirut
spenden möchte, wendet sich an den Präsidenten oder an den Kassier:
Pfarrer Ruedi Hofer
Dorf 14, 8766 Matt,
Tel. 055 / 642 11 26
rudhof@bluewin.ch
Jahr am Weltsonntag ebenfalls in der Kirche
Grossacker statt. Der Präsident erläuterte den
Jahresbericht und gab einen kurzen Überblick
über das vergangene Vereinsjahr. Kassier Hans
Silberschmidt erklärte die Jahresrechnung und
zeigte auf, dass vermehrte Anstrengungen
unternommen werden müssen, um wieder mehr
Spenden einnehmen zu können. Dem Vorstand
ist es wichtig zu betonen, dass sämtliche Spenden 1:1 nach Beirut überwiesen werden, alle
Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und
es müssen aus den Spenden keine administrativen Kosten getragen werden. Aktuarin Monika
Oberholzer wurde für 8 Jahre Arbeit als Aktuarin
gewürdigt und erhielt von Präsident Ruedi Hofer
ein süsses Geschenk aus seinem Heimatkanton
Glarus.
«Freundeskreis der Gehörlosenschule LCD Libanon»
Nachdem die normalen Jahresgeschäfte wie
gewohnt rasch erledigt wurden, entstand nach
der letztjährigen Grundsatzdiskussion noch
einmal eine rege Debatte um den künftigen
Vereinsnamen. Eine deutliche Mehrheit der
anwesenden Mitglieder war der Meinung, das
Wort «Allah» im Vereinsnamen halte wohl in der
heutigen islam-kritischen Zeit viele Menschen
davon ab, unseren Verein zu unterstützen.
Schliesslich setzte sich nach einigen Abstimmungen folgender neuer Name für den Verein
durch: «Freundeskreis der Gehörlosenschule
LCD Libanon».
Direktor Hussein Ismail zeigte sich ebenfalls
erleichtert über die Namensänderung, da auch
aus seiner Sicht viele Leute denken könnten,
der Name Allah Kariem zeige eine muslimische
Ausrichtung der Schule. Die Gehörlosenschule
LCD in Beirut steht jedoch allen Kindern offen,
Hans Silberschmidt
Bruggwaldpark 11, 9008 St. Gallen
Tel. 071 / 244 65 50,
silberone_g@bluewin.ch
Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle auch
an Gebärdensprachdolmetscherin Gabriela
Spörri – vor allem während den hitzigen Diskussionen um den neuen Namen des Vereins hatte
sie im wahrsten Sinne des Wortes «alle Hände
voll zu tun».
Leben und Glauben
Gedanken zu Pfingsten
Liebe Leserinnen und Leser
Einander verstehen – das ist eine anspruchsvolle Aufgabe.
Einander in verschiedenen, unbekannten Sprachen verstehen - das ist eine unmögliche Aufgabe.
Doch damals vor rund 2000 Jahren...
Am jüdischen Pfingstfest waren wieder alle,
die zu Jesus hielten, versammelt. Plötzlich
hörte man ein mächtiges Rauschen, wie wenn
ein Sturm vom Himmel herab weht. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie
waren. Dann sah man etwas wie Feuer, das
sich zerteilte, und auf jeden von ihnen liess
sich eine Feuerzunge nieder. Alle wurden vom
Geist Gottes erfüllt und begannen in verschiedenen Sprachen zu reden, jeder wie es ihm der
Geist Gottes eingab.
Nun lebten in Jerusalem fromme Juden aus
aller Welt. Als sie das mächtige Rauschen hörten, strömten sie alle zusammen. Sie waren
bestürzt, denn jeder hörte die versammelten
Jünger in seiner eigenen Sprache reden. Ausser
sich vor Staunen riefen sie: «Die Leute, die da
reden, sind doch alle aus Galiläa! Wie kommt
es, dass wir sie in unserer Muttersprache
reden hören? Unter uns sind Parther, Meder
und Elamiter, Leute aus Mesopotamien und
Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz
Asien, aus Phrygien und aus Pamphylien, aus
Ägypten, dem libyschen Zyrene und aus Rom,
aus Kreta und Arabien, Menschen jüdischer
Herkunft und solche, die sich der jüdischen
Gemeinde angeschlossen haben. Und trotzdem
hört jeder sie in seiner eigenen Sprache die
grossen Taten Gottes verkünden.»
Erstaunt und verwirrt fragten sie einander, was
das bedeute. (Gute Nachricht; Apg 2,1-12)
Oder heute irgendwo in unserer Nähe...
Der Kroate, Slavko Vukovic, ist nahe daran,
sich das Leben zu nehmen. Während der Mittagspause hat er von seiner Mutter einen
Brief bekommen. Komisch, denn seine Mutter schreibt eigentlich sehr ungern. Eigentlich kann sie fast nicht schreiben. Der Brief
ist kurz und knapp: «Dragica Babic hat letzte
Woche geheiratet.» Schwarz auf Weiss steht
es geschrieben. Wegen ihr hat er damals sein
Heimatland verlassen und die harte Arbeit in
der Giesserei angenommen. Wegen ihr ist er
in dieses fremde Land gezogen, um Geld zu
verdienen – für sie beide. Obwohl ihn diese
Arbeit kaputt macht.
Feierabend. Bloss weg aus der Giesserei. Aber
wohin soll er gehen? Er kennt niemanden.
Er ist völlig allein. Allein in diesem fremden
Land. Seine Arbeitskollegen sind allesamt aus
anderen Ländern. Er kann sie nicht verstehen.
Und sie können ihn nicht verstehen. Wozu also
noch arbeiten? Wozu noch leben? Langsam
macht sich Wut in ihm breit. Wenn er geht,
dann nicht einfach still und leise. Nein, nicht
mit ihm! Rächen will er sich - an allen, die ihm
das angetan haben.
Da kommt ihm eine Idee. Er kehrt um, geht in
die Giesserei...
Er kommt gerade an einem anderen Arbeiter
vorbei. Doch der hält ihn winkend auf und
streckt ihm sein Zigarettenpäckchen entgegen.
Warum eine Zigarette, wenn doch alles keinen
Sinn mehr hat? Aber der Kollege lässt sich
nicht abwimmeln und hält ihn am Arm fest.
«Verdammt, lass mich los!» Aber der Kollege
schweigt nur und blickt ihm ruhig ins Gesicht.
«Lass mich endlich los! Mir reicht es, mir reicht
alles, das ganze hier ... und überhaupt das
ganze Leben!» Der Kollege versteht kein Wort.
Die Worte bleiben alle fremd. Aber er kann im
Gesicht von Slavko Vukovic lesen. Er «hört»
das Herz aus seiner Stimme «reden». Vukovic
erzählt ihm nun seine ganze Geschichte. Nein
... er schreit und flucht sich seinen ganzen
Schmerz von der Seele. Schweigen macht sich
breit. Dann umarmt ihn der Kollege schweigend. Vukovic weiss, der Kollege hat ihn verstanden ...
21
Einander verstehen – wie funktioniert das?
An Pfingsten damals hat es funktioniert. In dieser modernen Geschichte hat es funktioniert.
Das bedeutet: Einander verstehen geht, wenn
... Gott uns mit seinem Geist berührt und wenn
wir uns durch seinen Geist im Herzen berühren
lassen.
Wir feiern in diesem Monat Pfingsten. Ich wünsche uns, dass wir uns daran wieder einmal erinnern lassen. Wir brauchen nicht zwingend die
gleiche Sprache zu sprechen. Denn auch wenn
wir die gleiche Sprache sprechen, verstehen
wir einander trotzdem oft nicht. Aber Hörende,
Gehörlose und auch Menschen anderer sprachlicher Herkunft können einander verstehen.
Denn es gibt die «Sprache des Herzens». Eine
Sprache jenseits der Worte.
Dort, wo wir einander in der Sprache des Herzens begegnen, dort kann uns das gelingen.
Dort, wo wir zulassen, dass Gott uns zuinnerst
berührt, dort kann uns das gelingen. Dort, wo
wir bereit sind, unser Gegenüber so zu «hören».
Natürlich ist das leichter gesagt, als getan ist.
Und es leuchtet ein, dass das Übung, Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen, Einlassen auf
das Gegenüber usw. braucht. Aber der Versuch
lohnt sich – immer wieder. Denn der Lohn ist
Gemeinschaft, Freundschaft ... Nähe, Verständnis, Freude, Zuversicht ... Lebenssinn.
Diese Pfingstzeit kann uns einladen, unser Herz
von Gottes Geist berühren zu lassen und einander mit «hörendem» Herzen zu begegnen – und
zu verstehen.
In diesem Sinne eine gesegnete Pfingstzeit!
Andrea Leupp-Meierhofer, Pfarrerin
Evangelisch-reformierte Gehörlosengemeinde
Ostschweiz
Felix Weder-Stöckli
Seelsorger
Kirchliche Veranstaltungen
katholische Gehörlosengemeinden
REGION AARGAU
Auskünfte: Gehörlosenseelsorge Zürich,
Telefon 044 360 51 51, Fax: 044 360 51 52,
Email: info@gehoerlosenseelsorgezh.ch
Web: www.gehoerlosenseelsorgeag.ch
▪ Donnerstag, 19. Juni 2014, 9.30 Uhr
Fronleichnamsfest. Gottesdienst und Prozession mit
der hörenden Pfarrei Stadtkirche Baden und den fremdsprachigen Seelsorgegemeinden Baden. Apéro auf
dem Kirchplatz. Mit Gebärdensprachdolmetscher/in.
Ausschreibung : 12. Juni 2014
REGION ST. GALLEN/APPENZELL
Katholische Gehörlosenseelsorge
des Bistums St.Gallen
Klosterhof 6b, 9001 St.Gallen
Dorothee Buschor Brunner
Gehörlosenseelsorgerin
Tel. 071 227 34 61, Fax 071 227 33 41
gehoerlosenseelsorge@bistum-stgallen.ch
www.gehoerlosenseelsorge-sg.ch
sprachigen Seelsorgegemeinden Baden. Apéro auf
dem Kirchplatz. Mit Gebärdensprachdolmetscher/in.
Ausschreibung : 12. Juni 2014
▪ Sonntag, 29. Juni 2014, 11 Uhr
Katholischer Gottesdienst mit der hörenden Pfarrei St.
Peter und Paul, Zürich. Mit Gebärdensprachdolmetscher/in.
Ausschreibung : 23. Juni 2014
reformierte Gehörlosengemeinden
REGION ZÜRICH
Ref. Pfarramt für Gehörlose Zürich
Oerlikonerstr. 98, 8057 Zürich
Ref. Gehörlosengemeinde des Kt. Zürich
E-Mail : gehoerlosenpfarramt.zh@ref.ch,
Pfr. Matthias Müller Kuhn
Tel. : 043 810 82 75, Fax 044 311 90 89
E-Mail : matthias.mueller.zh@ref.ch
▪ Sonntag, 8. Juni 2014, 10.30 Uhr
Ökum. Pfingstgottesdienst, Gehörlosenkirche
Zürich-Oerlikon, anschliessend Mittagessen.
▪ Sonntag, 8. Juni 2014, 9.30 Uhr
Pfingstgottesdienst in der Schutzengelkapelle
Mit Dorothee Buschor und Pfr. Josef Raschle
▪ Dienstag, 10. Juni 2014, 18 bis 21 Uhr
Koch-Kurs für Männer mit Verena Happle. Ref.
Gehörlosengemeinde Zürich-Oerlikon
▪ Sonntag, 6. Juli 2014, 10.30 Uhr
Gottesdienst zusammen mit den Bewohnerinnen
und Bewohnern des Hauses Vorderdorf im Haus
Vorderdorf in Trogen, anschliessend gemeinsames
Mittagessen. Mit Dorothee Buschor und Pfr. Titus
Lenherr
▪ Sonntag, 15. Juni 2014, 10.30 Uhr
Gottesdienst in der Bildungswoche «Fit mit
Bildung». Gehörlosenkirche Zürich-Oerlikon,
anschliessend Mittagessen in der Cafeteria
REGION SOLOTHURN, BERN, BASEL
ve...e.e.? verstehen !
katholische Gehörlosenseelsorge
Solothurn, Bern und beide Basel
Felix Weder-Stöckli
Lindehus, Oberdorfstrasse 23,
Postfach, 3053 Münchenbuchsee
felix.weder@kathbern.ch
www.kathbern.ch/gehoerlose
▪ Sonntag, 8. Juni 2014, 10.30 Uhr
Ökumenischer Pfingstgottesdienst Schützenhaus
Therwil. Gottesdienst mit Anita Kohler und Felix
Weder in Gebärdensprache, gesprochen und Projektion mit dem Beamer, anschliessend Grillieren
Salat und Sachen zum Grillieren selber mitbringen
(Grillstelle vorhanden) Danke für Kuchen und so
zum Dessert. Getränke können im Schützenhaus
gekauft werden
REGION ZÜRICH
Kath. Gehörlosengemeinde
Region Zürich
Gehörlosenseelsorge Zürich,
Telefon 044 360 51 51, Fax: 044 360 51 52,
Email: info@gehoerlosenseelsorgezh.ch
www.gehoerlosenseelsorgezh.ch
▪ Sonntag, 1. Juni 2014, 10 Uhr
Katholischer Gottesdienst mit der hörenden Pfarrei St.
Marien, Oberwinterthur. Mit Gebärdensprachdolmetscher/in.
Ausschreibung : 26. Mai 2014
▪ Sonntag, 8. Juni 2014, 10.30 Uhr
Ökumenischer Pfingstgottesdienst in Zürich, Kulturraum, Zürich Oerlikon, anschliessend Mittagstisch.
Ausschreibung : 2. Juni 2014
▪ Donnerstag, 19. Juni 2014, 9.30 Uhr
Fronleichnamsfest. Gottesdienst und Prozession mit
der hörenden Pfarrei Stadtkirche Baden und den fremd-
▪ Sonntag, 22. Juni 2014, 11 Uhr
Gottesdienst in Elm gemeinsam mit den Gehörlosengemeinden von Glarus, anschliessend Bräteln
und Zusammensein im Berghaus Tristel
▪ Mittwoch, 25. Juni 2014, 12 Uhr
Mittagstreff, Ref. Gehörlosenpfarramt Zürich-Oerlikon
▪ Mittwoch, 25. Juni 2014, 14 Uhr
Kultur-/Spielnachmittag
REGION BERN, JURA, SOLOTHURN
Ref.-Kirchen Bern-Jura-Solothurn
Bereich Sozial-Diakonie
Schwarztorstrasse 20; Postfach 5461
3001 Bern, Tel. 031 385 17 17
E-Mail : isabelle.strauss@refbejuso.ch
▪ Sonntag, 8. Juni 2014, 14 Uhr
Pfingstgottesdienst mit Abendmahl Bern, Markuskirche, Tellstrasse 35 mit Sozialdiakon Andreas
Fankhauser, Musik Hans Ries
▪ Mittwoch, 11. Juni 2014, 15 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl Bärau, Kapelle der
Heimstätte Bärau mit Sozialdiakon Andreas Fankhauser, Musik Hans Ries
Juni 2014
▪ Mittwoch, 25. Juni 2014, 18 Uhr
Werktagsgottesdienst Bern, Haus der Kirche,
Altenbergstrasse 66, Raum Nr. 117 - Elisabeth
Bachmann mit Pfarrerin Susanne Bieler-Arnold
und Doris De Giorgi und Djembe-Gruppe
Transportdienst ab Bahnhof Bern beim Brezelkönig
mit dem Bären-Taxi um 17.40 Uhr und nach dem
Gottesdienst zurück
▪ Sonntag, 29. Juni 2014, 9.30 Uhr
Jubiläums-Gottesdienst pro audito Bern, Nydeggkirche mit Vorbereitungsteam (Andreas Fankhauser), Rosa Grädel und Christoph Künzler
GEHÖRLOSENGEMEINDEN
ST.GALLEN • APPENZELL • GLARUS •
THURGAU • GRAUBÜNDEN
Pfr. Ruedi Hofer und Pfrn. Andrea Leupp,
Oberer Graben 31, 9000 St.Gallen
Tel. 071 227 05 70, Fax 071 227 05 79
E-Mail : gehoerlosengemeinde@ref-sg.ch
www.gehoerlosengemeinde.ch
▪ Sonntag, 29. Juni 2014, 14.30 bis 17 Uhr
Gottesdienst der Gehörlosengemeinde in Wattwil
mit anschliessendem Zvieri. Altersheim Risi, Wattwil
Anmeldeschluss: 20. Juni 2014
REFORMIERTES GEHÖRLOSENPFARRAMT
DER NORDWESTSCHWEIZ
Pfrarrerin Anita Kohler
Bruggweg 40, 4143 Dornach
Tel./Fax 061 701 22 45, Mobile: 079 940 47 27
E-mail: anita.kohler@ref-aargau.ch
▪ Sonntag, 8. Juni 2014, 10.30 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst zu Pfingsten in Therwil mit Pfarrerin Anita Kohler und Seelsorger Felix
Weder gemäss separater Einladung.
▪ Sonntag, 15. Juni 2014, 15 Uhr
Gottesdienst in Baden, reformierte Kirche mit
Pfarrerin Anita Kohler. Anschliessend Kaffee und
Kuchen.
▪ Sonntag, 22. Juni 2014, 14.30 Uhr
Gottesdienst in Liestal, Martinshof mit Pfarrerin
Anita Kohler. Anschliessend Kaffee und Kuchen.
▪ Sonntag, 29. Juni 2014, 10.30 Uhr
Picknickgottesdienst in der Verenaschlucht,
Kapelle Chreuzen, Solothurn mit Pfarrerin Anita
Kohler und Seelsorger Felix Weder
▪ Sonntag, 6. Juli 2014, 10 Uhr
Sommergottesdienst in Basel, Kirchgemeindezentrum Breite, Farnsburgerstrasse 58. Mit Pfarrerin
Anita Kohler. Zu Gast: Gehörlosengemeinde aus
Lörrach und Umgebung. Gemeinsames Grillfest im
Anschluss an den Gottesdienst
▪ Sonntag, 15. Juni 2014, 9.30 Uhr
Gottesdienst gemeinsam mit der Reformierten
Kirche Belp, Belp, Reformierte Kirche mit Pfarrerin
Susanne Bieler-Arnold und Pfarrer Heiner Vögeli
▪ Montag, 16. Juni 2014, 20 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl Uetendorf, Stiftung
Uetendorfberg
▪ Dienstag, 17. Juni 2014, 14.30 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl Belp, Wohnheim,
Seftigenstrasse 101, mit Pfarrerin Susanne Bieler-Arnold
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20 Jahre LKH Schweiz
«Lautsprache einst und heute»
Fachtagung am Samstag, 8. November 2014
Eine Tagung für Eltern von hörgeschädigten Kindern, hörgeschädigte Personen sowie für Lehrpersonen, Fachleute und
Interessierte.
Fachleute und Betroffene vergleichen ihre Erfahrungen: Wie haben sich die Herausforderungen, Chancen, das pädagogische, technische und gesellschaftliche Umfeld in den letzten 20 Jahren verändert?
Mit Referaten von Herbert K. Jakits, dipl. El. Ing. Hörgeräteakustiker, Bernd Strauchmann, Leiter Audiologie USZ, Oliver
Fürthaler, Firma Gleichcom zum Thema der Technik. Barbara Goossens, Kommunikationstrainerin, demonstriert die aktuellen Herausforderungen für Hörgeschädigte. Die Diskussionsrunde zur Pädagogik einst und heute mit Erdmuthe Gygax,
hörgeschädigt, Melanie Marti, Elternteil eines hörgeschädigten Kindes, und Markus Wyss, Bereichsleiter Audiopädagogik HfH.
Tagungsort
Gewerblich-Industrielles Bildungszentrum Zug GIBZ - Baarerstrasse 100 - 6302 Zug
Anmeldung und weitere Informationen unter
LKH Schweiz, 6000 Luzern, kontakt@lkh.ch, www.lkh.ch
Kalender für Gehörlosenhilfe 2015
Mit nützlichen Tipps und interessanten
Beiträgen wollen wir Ihre Neugier
wecken:
� Cupcakes sind eine Augenweide und Gaumenfreude, Grundrezepte und Ideen für Verzierungen gibt’s im Kalender ebenso wie Tipps gegen
ungebetene Schädlinge in der Küche.
� Tief im Innern hat jeder Mensch eine Art Glücksinstinkt, ein Gefühl für das, was ihm guttut. Wer dem
eigenen Traum folgt, hat die besten Chancen auf ein
glückliches Leben.
� Einst hielt man Schafe wegen der Wolle, heute vorwiegend wegen ihres Fleisches und selten für die Milchgewinnung. Schafe haben auch die Kultur des Menschen
geprägt – drei Weltreligionen – Judentum, Christentum
und Islam – sind im Umfeld von Hirtenvölkern entstanden.
Früher wurden gehörlose Menschen häufig nur als Belastung empfunden, sie durften kaum Liebe und Fürsorge erfahren, von schulischer Förderung ganz zu schweigen. Heute brauchen 600 000 Schwerhörige und 10 000 Gehörlose in unserem
Land Unterstützung, sie wollen im Beruf und in der Gesellschaft voll integriert sein.
sonos, der Verband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen hilft
ihnen dabei.
Mit der Bestellung eines Kalenders zu Fr. 19.50
helfen auch Sie!
Herzlichen Dank und viel Spass beim Lesen!
Bestelladresse:
Hallwag Kümmerly+Frey AG
Kalendervertrieb, Grubenstrasse 109, 3322 Schönbühl
oder rufen Sie an: 0848 808 404 (Lokaltarif) - E-Mail: gehoerlosenhilfe@hallwag.ch
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Seele and Geist
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