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Frieder Otto Wolf Was tut die ausgebeutete Klasse - Userpage

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Frieder Otto Wolf
Was tut die ausgebeutete Klasse,
wenn s_
i_e kämpft?
Einige Uberlegungen zur Neulel<türe
der Darstellung des »Kampfs um den
Normalarbeitstag« im »Kapital«
Praktische Initiativen >von unten<, also von Seiten der ganz konkret
und praktisch Verhältnissen von Ausbeutung und Herrschaft Unterworfenen, gehen nicht problemlos in den theoretischen Analysen auf,
die sich auf sie zurückbeziehen: Im Gegenteil: Gerade in einer solchen
analytischen Rückbezugnahme sind die Gefahren eines >falschen Wiedererkennens< groß. Nicht nur sind die professionellen Intellektuel len, die sich damit befassen, jedenfalls alle zusammengenommen, mi t
dem gesamten Vorrat an Vorstellungen ausgestattet, den sie und andere
sich in der Vergangenheit von als vergleichbar erscheinenden Initiati ven haben machen können. Auch die an den Initiativen Beteiligten sel ber sind weder stumm noch ungebildet und haben daher >immer schon<
ihr eigenes Handeln unter bestimmten Vontellungen konzipiert und
miteinander abgestimmt. Aus dieser Schwierigkeit sind keineswegs
defätistische oder agnostizistische Schlussfolgerungen zu ziehen. Eher
ist ganz im Gegenteil daran festzuhalten, dass im Kampf, im Ringen
mit der >anderen Seite<, immer auch, wie wir in den meisten europäischen Sprachen idiomatisch sagen können, der >Moment der Wahrheit< kommt- d.h. der Moment, in dem es nicht mehr nur um Fragen
der Konsistenz und Kohärenz der eigenen Vorstellungen und Hand lungen geht, sondern darum, ihre (überlegene) Realitätstüchtigkeit >un ~
ter Beweis zu stellen<.
An genau dieser Stelle besteht, wie die Geschichte der Intellektu ellen im >kurzen 20. Jahrhundert< eindrucksvoll und tragisch gezeigt
hat, die Gefahr eines Missverständnisses von weitreichender Bedeutung: Entsprechend der zunächst lebensphilosophischen und dann existenzialistischen Vorstellung, dass Realität allein im Widerstand erfahrbar sei, den uns die Materie entgegensetzt, ist immer wieder gedacht
worden, die Illusion der bürgerlichen Gesellschaft, die sich an ihrer
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Oberfläche auch den abhängig Arbeitenden mitteilt, könne allein durch
eine maximale Zuspitzung des Kampfes durchbrachen werden. D emgemäß wurde die Zuspitzung des Kampfes bis zum Äußersten zugleich
als der Königsweg zur Gewinnung eines Maximums an Realitätsbezug
gesehen. Als Maßstab der Zuspitzung boten sich die allgemeine Politisierung und die Gewaltförmigkeit der Auseinandersetzungenan-mit
der Konsequenz, dass die >Mühen der Ebene< etwa der partikularen
gewerkschaftlichen Interessenkämpfe oder der fachpolitischen oder
etwa kommunalen Machtkämpfe ungedacht blieben bzw. außer Zusammenhang mit dieser Art von >strategischem< Zuspitzungsdenken
gerieten. Wenn wir uns dagegen die Willkürlichkeit dieser >philosophischen<Prämisse klar machen- was spricht dafür, dass ich etwa beim
Schlagen auf einen reifen Pfirsich einen verlässlicheren Zugang zu dessen Realität erhalte als bei dessen vorsichtigem Betasten?-, dann wird
auch deutlich, dass ein Denken des Klassenkampfes, das dessen >gegenständliche Wahrheit<allein in gewaltsamen Umsturzaktionen sucht,
gerade nicht materialistisch von seiner vorgängigen Realität ausgeht
und etwas Tragfähiges über sie erfahren will, sondern allein an einem
>immer schon vorweg<vorgestellten >Höhepunkt<interessiert ist.
Die Spaltung der historischen Arbeiterbewegung in einen >reformi stischen<und einen >revolutionaristischen<Flügel hat ihrerseits dazu
beigetragen, dass die Frage nach dem Klassenkampf der beherrschten
Klassen nicht weiter verfolgt worden ist: Die einen interessierte er nur
als situativ variables >Vorspiel< zum eigentlichen >revolutionären Akt<
-und die anderen, ausgenommen eine Minderheit >integraler Sozialisten<im Stil oder in der Tradition Otto Bauers, interessierten nur die
konkreten Praktiken dieser Alltagspolitik als solche, nicht ihre analytische Artikulation als ein Moment strategischer Klassenkämpfe.
Bekanntlich hat Marx im >Kapital< ein wichtiges Stück konkreter
Klassenkämpfe von Industrieproletariern analysiert. Seine Analyse der
Kämpfe um die Durchsetzung des >N ormalarbeitstages< 1 haben Wolfgang Müller und Christel Neusüß-aus dem Schwung des Aufbruchs
1
Neben den »gesetzlichen Schranken der Arbeitszeit<<hat sich, wie Marx feststellt, »in vielen Industriezweigen, wo Zeitlohn vorherrscht, ... daher naturwüchsig die Gewohnheit heraus gebildet, daß der Arbeitstag nur bis zu einem gewissen Punkt, z. B. bis zum Ablauf der zehnten Stunde als no rmal gilt( ...). Jenseits
dieser Grenze bildet die Arbeitszeit Überzeit (overtime) und wird, die Stunde
als Maßeinheit genommen, besser bezahlt<< (MEW 23 : 569).
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Was tut die ausgebeutete Klasse, wenn sie kämpft?
der späten 1960er Jahre heraus- dazu genutzt, sowohl die >revolutionaristische< Blindheit für die wirklichen Klassenkämpfe zu überwinden als auch die pragmatische Kurzsichtigkeit eines gesellschaftstheoretisch völlig unreflektierten >Reformismus< zu kritisieren (Müller/
Neusüß 1970). Ich will im Folgenden-angesichts der Orientierungsschwierigkeiten in der gegenwärtigen Phase der kapitalistischen Akkumulationsbewegung, insbesondere aufgrunddes von ihr ausgelösten
tief greifenden Gestaltwandels der >Lohnarbeit< (vgl. Wolf 2001a)unter der Leitfrage, was Marx über die >Klassenkämpfe von unten<
weiß und artikuliert, diese Analyse erneut und aus einer anderen Perspektive lesen, nämlich der einer strategischen Untersuchung der heutigen Voraussetzungen einer >Politik der abhängigen Arbeit<.
Marx selber hat den allgemeinen Hintergrund seiner Untersuchu ng
auf den ersten Blick geradezu vernunftrechtlich umrissen: >>Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang
als möglich ... zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische
Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den
Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn
er den Arbeitstag auf eine bestimmteN ormalgröße beschränken will«
(MEW 23: 249). Allerdings gibt er der Untersuchung sofort eine Wendung, die jeden >Normativismus< wieder aufhebt: >>Es findet hier also
eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das
Gesetz des Warenaustausches [sc. das Gesetz des Äquivalententauschs,
FOW] besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt«
(ebd.). Damit fällt die zu untersuchende Problematik als ein historischer Prozess im Doppelsinne des Wortes in die Wissenschaft der Geschichte: >>Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken
des Arbeitstags dar« (ebd.). Dieser Kampf ist in einem spezifischen Sinne
>>Klassenkampf« und wird von Marx als solcher historisch analysiert:
>>- ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der
Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse« (ebd.)
In Marx' historischer Analyse- >>Die Festsetzung eines normalen
Arbeitstages ist das Resultat eines vielhundertjährigen Kampfes zwischen Kapitalist und Arbeiter« (MEW 23: 286)- stehen die Aktionen
des Kapitals im Vordergrund; die Initiativen der Arbeiter, ihr >>Widerstand«, werden gleichsam nur >im Filigran< thematisiert. Am Anfang
der historischen Analyse des >>Kampfs um den Normalarbeitstag« in
England, mit dem die Arbeiterklasse auf eine>> lawinenartig gewaltsa-
Frieder Otto Wolf • 143
me und maßlose Überstürzung« in der Verlängerung des Arbeitstages
reagierte (ebd.: 294 ), findet sich im> Kapital< eine eigentümliche Metapher: >>Sobald die vom Produktionslärm übertölpelte Arbeiterklasse
wieder einigermaßen zur Besinnung kam, begann ihr Widerstand ...
(ebd.). Die >Besinnungslosigkeit<, die der eingesetzten Technik entspringt, muss demnach nur >einigermaßen< überwunden sein, damit
>die Arbeiterklasse< aus dem Zustand der >Übertölpelung<, in der sie
gleichsam >alles mit sich machen lässt<, in die Aktivität des >>Widerstandes« übergeht. Worin diese Aktivität besteht, welche Praktiken die
Arbeiterklasse anwendet, um >wieder zu sich zu kommen< und Widerstand zu leisten, darüber sagt Marx hier erst einmal kein Wort. In
Marx' Analyse erfahren wir dagegen vor allem einiges über den >>Geist
des Kapitals«: >>Nichts charakterisiert den Geist des Kapitals besser als
die Geschichte der englischen Fabrikgesetzgebung von 1833 bis 1864! «
(MEW 23 : 295). Erst in einer historischen Situation, als zwar ein >>Fabrikakt« in Kraft getreten war, die >>Herrn vom Kapital« aber ein >>neues
>Relaissystem<« erfunden hatten, das >>den ganzen Fabrikakt nicht nur
seinem Geist, sondern auch seinem Buchstaben nach aufhob«, so dass
>>in einer Zusammenkunft mit dem Minister des Innern (1844) ... die
Fabrikinspektoren die Unmöglichkeit jeder Kontrolle unter dem neu
ausgeheckten Relaissystem« bewiesen (MEW 23: 297), kommt Marx
auf diese Aktivität zurück: >>Unterdes hatten sich aber die Umstände
sehr geändert. Die Fabrikarbeiter, namentlich seit 1838, hatten die Zehnstundenbill zu ihrem ökonomischen, wie die Charter zu ihrem politischen Wahlaufruf gemacht« (MEW 23: 297f.)- in einer Situation, in
der >>die Wortführer und politischen Leiter der Fabrikantenklasse«
wahlpolitisch auf die Arbeiterstimmen angewiesen waren. Dann: >>Sie
hatten den Feldzug zur Abschaffung der Korngesetze eröffnet und
bedurften der Hilfe der Arbeiter zum Siege!« (MEW 23: 298). Das Ergebnis war der >>zusätzliche Fabrikakt vom 7.Juni 1844«, dessen >>minutiöse Bestimmungen, welche die Periode, Grenzen, Pausen der Arbeit so militärisch uniform nach dem Glockenschlag regeln«, Marx
gleich in zwei Registern kommentiert- im (metaphorischen?) Register
der >Naturgesetze<- >>Sie entwickeln sich allmählich aus den Verhältnissen heraus, als Naturgesetze der modernen Produktionsweise« (ebd.:
299)- und im Register der Klassenkämpfe: >>Ihre Formulierung, offizielle Anerkennung und staatliche Proklamation waren Ergebnis langwieriger Klassenkämpfe« (ebd.). Damit erfahren wir etwas über die
Gegenstände dieser Klassenkämpfe: Es ging in ihnen um >minutiöse<
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Was tut die ausgebeutete Klasse, wenn sie kämpft?
Formulierungen, aber auch um >offi zielle<, öffentliche Anerkennung
und um die Proklamation als staatliches Gesetz. Das Nächste, was wir
von diesen Aktivitäten der Arbeiterklasse erfahren, ist, dass 1846/47
auf ihrer Seite »Chartistenbewegung und Zehnstundenagitation ihren
Höhepunkt<<erreichten (ebd.: 300), also Formen der politischen Agitation, mit denen sich die Arbeiterinnen als (zumindest potenzielle)
Wahlbürgerinnen öffentlich in Erinnerung brachten. Und dass sie» Bundesgenossen in den racheschnaubenden Tories<< fanden (ebd.). Daher
»ging die so lang erstrebte Zehnstundenbill durch das Parlament<< (ebd.).
Jetzt wird es für die Frage der Arbeiterkämpfe spannend: Angesichts
des verabschiedeten Gesetzes über den Zehnstundentag entwickelt »das
Kapital<< den Plan eines »vorläufigen Feldzugs, um die volle Ausführung des Akts am 1. Mai 1848 zu verhindern. Und zwar sollten die
Arbeiter selbst, angeblich durch Erfahrung gewitzigt, ihr eigenes Werk
wieder zerstören helfen<< (ebd.).
Angesichts des verbreiteten Elendsaufgrund der Krise von 1846/47
und einer Welle von Lohnkürzungen - »wo immer es daher irgendwie
die Verhältnisse zuließen, fand eine Lohnherabsetzung von wenigstens
25% statt<< (ebd.)- schienen die Chancen für diese Kampagne durchaus günstig. Dennoch blieb »die Agitation unter den Arbeitern für den
Widerruf des Akts von 1847<< ohne Erfolg: »Kein Mittel des Betrugs,
der Verführung und der Drohung wurde dabei verschmäht, aber alles
umsonst<< (ebd.: 301). Bei »Zeugenverhören << der Fabrikinspektoren
ergab sich eine eindeutige und ziemlich einheitliche Haltung: »Ungefähr 70 % der verhörten Arbeiter erklärten sich für 10 Stunden, eine
viel geringere Prozentzahl für 11 und eine ganz unbedeutende Minorität für die alten 12 Stunden.<< Wir können unterstellen, dass wir darin
bereits ein ganz elementares Moment des Klassenkampfes am Werk
finden : die beständige Verständigung untereinander über die Angemessenheit bzw. Zumutbarkeit von Forderungen und Maßnahmen, Gesetze und deren Umsetzung mit eingeschlossen. Und dieses Moment war
auf dem Höhepunkt der Chartistenagitation offenbar auf einem sehr
hohen Stand- bis dann »das Fiasko der Chartistenpartei, deren Führer
eingekerkert und deren Organisation zersprengt, bereits das Selbstvertrauen der englischen Arbeiterklasse erschüttert<< hatte (ebd.: 302).
Gegen die zweite Kampagne der »Fabrikanten<< - eine »offene Revolte
.. . nicht nur wider das Zehnstundengesetz, sondern wider die ganze
Gesetzgebung, welche seit 1833 die >freie<Aussaugung der Arbeitskraft einigermaßen zu zügeln suchte<< (ebd.) -leisteten die Arbeiter
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>>passiven, obgleich unbeugsamen und täglich erneuten Widerstand<<
(ebd.: 309). Erst nach einem >>scheinbar definitiven Sieg des Kapitals<<
(ebd.)- vor einem >>der vier höchsten Gerichtshöfe von England << (ebd.:
308)- >> trat aber sofort ein Umschlag ein. Die Arbeiter( ... ) protestierten jetzt in laut drohenden Meetings in Lancshire und Yorkshire. Das
angebliche Zehnstundengesetz sei also bloßer Humbug, parlamentarische Prellerei, und habe nie existiert!<<
Zur Drohung dieser Arbeiter mit dem Entzug der Legitimität für
die parlamentarische Herrschaftsordnung - die »Fabrikinspektoren
warnten dringend die Regierung, der Klassenantagonismus sei zu einer unglaublichen Höhe gespannt<< (ebd.)- gesellte sich das Murren
eines Teils der Fabrikanten, die sich im »ersten Menschenrecht<< auf
»gleiche Exploitation der Arbeitskraft<< verletzt sahen. So »kam es zu
einem Kompromiß zwischen Fabrikanten und Arbeitern, der in dem
neuen zusätzlichen Fabrikakt vom 5. August 1850 parlamentarisch besiegelt ist<< (ebd.)- ein »Kompromiß, bei dem die Arbeiter auf den Segen des Zehnstundengesetzes für den Vorteil eines einheitlichen Arbeitsbeginns und Arbeitsschlusses jener verzichteten, deren Arbeit der
Begrenzung unterliegt<< (Reports etc. for the 30th April1852, 14 zit. n.
MEW 23:309, Anm. 170). Erst nachdem »die Absicht, den Arbeitstag
der erwachsenen Arbeiter mit Beihilfe der Kinder in Prosperitätsjahren wieder auf 15 Stunden zu schrauben<< (ebd.: 311), als voraussichtlich »am Widerstand der erwachsenen Arbeiter<< zum Scheitern verurteilt erschien, wurden die letzten Lücken und Ungereimtheiten in diesem Gesetz geschlossen. Damit »hatte das Prinzip gesiegt mit seinem
Sieg in den großen Industriezweigen << (ebd.: 312), deren »wundervolle
Entwicklung von 1853-1860, Hand in Hand mit der physischen und
moralischen Wiedergeburt der Fabrikarbeiter<< (ebd.) unbestreitbar war.
Marx resümiert die weitere Entwicklung: »Man versteht leicht, daß,
nachdem sich die Fabrikmagnaten in das Unvermeidliche gefügt und
mit ihm ausgesöhnt, die Widerstandskraft des Kapitals graduell abschwächte, während zugleich die Angriffskraft der Arbeiterklasse wuchs
mit der Zahl ihrer Verbündeten in den nicht unmittelbar interessierten
Gesellschaftsklassen. Daher vergleichungsweis rascher Fortschritt seit
1860<< (ebd.: 313).
Zu diesen in Marx' dichter Beschreibung des praktizierten >Geist
des Kapitalismus< verstreuten Hinweisen auf den »Widerstand<< der
Arbeiter können wir noch einige Ergänzungen finden in einer rekapitulierenden Einleitung zu seiner Darstellung der »Rückwirkung der
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Was tut die ausgebeutete Klasse, wenn sie kämpft?
englischen Fabrikgesetzgebung auf andere Länder« und in einem
Schlussteil der ganzen Darstellung, den er an diese Beschreibung anschließt.
Zunächst ruft Marx den Kontext in Erinnerung: Es geht um »die
Produktion von Mehrwert oder die Extraktion von Mehrarbeit« (ebd.:
315), die »den spezifischen Inhalt und Zweck der kapitalistischen Produktion bildet«- und zwar »abgesehn von jedweder aus der Unterordnung der Arbeit unter das Kapital etwa entspringenden Umgestaltung der Produktionsweise selbst«, wobei »Produktionsweise« nicht
im Sinne späterer marxistischer Theorie als >Einheit von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen< verwendet ist, sondern im sinnfälligeren Sinne der konkreten Art und Weise des Produzierens- sozial, organisatorisch oder auch technisch bzw. stofflich. Wir bewegen
uns hier auf einer analytischen Abstraktionsebene, in der ohne Rücksicht auf bestimmte Akkumulationsmodelle oder auch Phasen der kapitalistischen Entwicklung einige allgemeine Bestimmungen kapitalistischer Ausbeutung als solche herausgearbeitet werden. Das gilt erst
recht für den gemäß Marx' noch an Hegels Wissenschaftsprogramm
der >Entwicklung des Begriffs< angelehnten »bisher entwickelten Standpunkt« (ebd.: 315), demgemäß »nur der selbständige und daher gesetzlich mündige Arbeiter als Warenverkäufer mit dem Kapitalisten kontrahiert«, also wiederum auf einer Abstraktionsebene, für die die Entwicklung des modernen >Arbeitsrechts< oder die Unterscheidung zwischen >arbeitsrechtlich< und >handelsrechtlich< bestimmten Austauschverhältnissen >abhängiger Arbeit< keine Rolle spielen. 2
Ausgangspunkt ist der» Trieb des Kapitals nach maß- und rücksichtsloser Verlängerung des Arbeitstags« (ebd.). Diese »maßlose Ausschreitung« (ebd.) provoziert dann »im Gegensatz die gesellschaftliche Kontrolle« (ebd.: 316), »welche den Arbeitstag mit seinen Pausen gesetzlich beschränkt, reguliert und uniformiert« (ebd.). Dabei beweist für
Marx die »Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung« (ebd.), dass »der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als >freier<
2
D .h., diese Bestimmungen gelten ebenso für den Arbeitskraftunternehmer<
als neue Form der >Ware Arbeitskraft< wie für den >klassischen<, >normalen<
oder auch >typischen< Lohnarbeiter- wobei das Fehlen der weiblichen Form
hier selbst ein Ausdruck einer gesellschaftlichen Wirklichkeit ist, in der diese
Träger der gesellschaftlichen Arbeit - durchaus kontrafaktisch - als erst einmal
männlich unterstellt werden.
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Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt« (ebd.). Aber diese Widerstandslosigkeit ist nicht alles: Die nicht vereinzelten Arbeiter als
Träger einer Praxis des Klassenkampfs leisten offenbar nicht nur überhaupt Widerstand, sondern setzen bestimmte Forderungen auch gesellschaftlich durch: »Die Schöpfung eines Normalarbeitstages ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten
Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse<<
(ebd.).
In diesem Prozess agiert, wie Marx resümierend feststellt, »die auf
beiden Seiten des Atlantischen Meers instinktiv aus den Produktionsverhältnissen selbst erwachsende Arbeiterbewegung« (ebd.: 319) auf
einer anderen Ebene als der einzelne Arbeiter, für den Marx einen Gestaltwandel konstatiert: »Man muß gestehen, daß unser Arbeiter anders aus dem Produktionsprozeß herauskommt, als er in ihn eintrat.
( ... ) Nach geschlossenem Handel wird entdeckt, daß er >kein freier
Agent< war, daß die Zeit, wofür es ihm freisteht, seine Arbeitskraft zu
verkaufen, die Zeit ist, wofür er gezwungen ist, sie zu verkaufen« (ebd.).
In dieser Situation, in der sich für den einzelnen >Freiheit< systematisch in >Zwang< verkehrt (ebd.: Anm. 198), wird umgekehrt der von
der Klasse ausgehende Zwang zur Bedingung konkreter Freiheit des
einzelnen: »Zum >Schutz< gegen die Schlange ihrer Qualen müssen
die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klassen ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie
selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und
ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen. An die Stelle des
prunkvollen Katalogs der >unveräußerlichen Menschenrechte< tritt die
bescheidene Magna Charta eines gesetzlich beschränkten Arbeitstags,
die >endlich klar macht, wann die Zeit, die der Arbeiter verkauft, endet
und wann die ihm selbst gehörige Zeit beginnt<« (ebd.: 320).
Worauf sich der >Klasseninstinkt< richtet, auf den Marx hier rekurriert, ist nicht expliziert. Wir können jedoch unterstellen, dass er sich
auf die Erfahrung am eigenen Leib bezieht, die die Verkäufer ihrer
Arbeitskraft mit der >Übernutzung< ihrer Arbeitskraft durch deren
Käufer machen. Die spezifische Erfolgsbedingung für die Durchsetzung dieser Reformforderung hat Marx in einem Übergang bestimmt,
der sich innerhalb der kapitalistischen Mehrwertproduktion selbst vollzieht: »Sobald die allmählich anschwellende Empörung der Arbeiterklasse den Staat zwang, die Arbeitszeit gewaltsam zu verkürzen und
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zunächst der eigentlichen Fabrik einen Normalarbeitstag zu diktieren,
... , warf sich das Kapital mit aller Macht und vollem Bewußtsein auf die
Produktion von relativem Mehrwert durch beschleunigte Entwicklung
des Maschinensystems« (MEW 23: 432). Zugleich geht das Kapital aber
auch dazu über, neben dem >>ungeheuren Anstoß, den sie [die gewaltsame Verkürzung des Arbeitstages, FOW] der Entwicklung der Produktivkraft und der Ökonomisierung der Produktionsbedingungen
gibt<<, diese Verkürzung als Gelegenheit zu nutzen, >>zugleich vergrößerte Arbeitsausgabe in derselben Zeit, erhöhte Anspannung der Arbeitskraft, dichtere Ausfüllung der Poren der Arbeitszeit<< (ebd.: 432)
den Arbeitern aufzuzwingen, zur >> lntensifikation der Arbeit« (ebd.:
431). Deren Grundlage liegt zunächst einmal neben >>dem Fortschritt
des Maschinenwesens<< in der >> gehäuften Erfahrung einer eigenen Klasse von Maschinenarbeitern<<, aufgrundderer >>die Geschwindigkeit und
damit die Intensität der Arbeit naturwüchsig zunehmen« (ebd.: 432).
Nachdem die Schranke gefallen ist, die darin lag, dass jedenfalls in der
voll entwickelten Industriearbeit >>Ausdehnung des Arbeitstages und
Intensität der Arbeit einander ausschließen<<, wird durch die Verkürzung des Arbeitstags >>umgekehrt ein erhöhter Intensitätsgrad möglich << (ebd.), wodurch die beschriebene >>Änderung im Charakter des
relativen Mehrwerts« (ebd.) eintritt.
Jetzt gehtes- zunächst wieder zwischen Kapital und >vereinzeltem
Arbeiter< -darum, diese Möglichkeit in eine greifbare Wirklichkeit
umzusetzen: >>Daß der Arbeiter auch wirklich mehr Arbeitskraft flüssig macht, dafür sorgt das Kapital durch die Methode der Zahlung«
(ebd.: 433)- konkret durch den >>Stücklohn«.3 Dabei spielt die von Marx
noch in den Termini der klassischen politischen Ökonomie als >moralisches Element< angesprochene gesellschaftliche Subjektivität der Arbeiter zunächst eine verstärkende Rolle: >>>Wir<, erklärten die Arbeiter dem Fabrikinspektor, >wir arbeiten munterer, wir denken ständig
an die Belohnung, abends früher wegzukommen, und ein tatkräftiger
und freudiger Geist durchdringt die ganze Fabrik, vom jüngsten Anstücker bis zum ältesten Arbeiter, und wir können einander viel bei der
3
Fabrikinspektor Horner, auf den Marx hier oft zurückgreift, formuliert als
Annahme, >> daß der perStücklohnbezahlte Arbeiter sich aufs äußerste anstrengt,
soweit er denselben Arbeitsgrad kontinuierlich aushalten kann « (Reports of Insp.
of Fact. for 1844 and the quarter ending 30th April1845, 20, zit. n . MEW 23 :
436).
Frieder Otto Wolf • 149
Arbeit helfen<<< (Reports of Insp. of Fact. for 1844 and the quarter ending 30th April1845, 21, zit. n. MEW 23:434 Anm. 163).
Damit tritt ein paradoxes Resultat ein, in dem sich offenbar die Antinomie reproduziert, von der Marx ausgegangen war: »Obgleich die
Fabrikinspektoren die günstigen Resultate der Fabrikgesetze von 1844
und 1850 unermüdlich und mit vollem Recht loben, gestehn sie doch,
daß die Verkürzung des Arbeitstags bereits eine die Gesundheit der
Arbeiter, also die Arbeitskraft selbst zerstörende Intensität der Arbeit
hervorgerufen habe« (ebd.: 439). Damit schließt sich der Kreis, bleibt
aber offen für einen erneuten Durchlauf unter >entwickelteren< Voraussetzungen. Wie der Widerstand der Arbeiter gegen diesen Vorstoß
des Kapitals aussah, nachdem sie sich auch hier von der ersten >Übertölpelung< erholt hatten, hat Marx nicht mehr untersuchen können.
Im gesamten Prozess hat sich also weder der reformistische Optimismus einlösen lassen,.dass durch geeignete Maßnahmen sich die Verhältnisse schon werden grundlegend verändern lassen, noch auch der
revolutionaristische Pessimismus, dass sich unter der Herrschaft des
Kapitals gar nichts Wesentliches verändern lasse. Stattdessen haben wir
es mit einer Antinomie, einem spezifischen Widerspruch, zu tun, der
sich durch die realen Veränderungen hindurch in immer neuen Formen reproduziert. Dabei zeichnet sich zugleich ein entsprechender
Zyklus von Arbeiterkämpfen ab: Nach einer ersten >Übertölpelung<
durch Initiativen der Kapitalseite arbeiten sich die >vereinzelten Arbeiter<- in Auseinandersetzung mit ihrer spontanen gesellschaftlichen
Subjektivität - zur >Besinnung< hervor und >rotten ihre Köpfe zusammen<- stellen die Grundlage gemeinsamer politischer Handlungsfähigkeit her, die schon die antike politische Philosophie in der >Homnoia<, der Gleichgesinntheit<, gesehen hat, und nehmen ihren Widerstand auf. Dieser Widerstand, so können wir interpolieren, beruht zunächst innerhalb des betrieblichen Arbeitsprozesses darauf, genau die
Momente der gesellschaftlichen Subjektivität der Arbeiterinnen, die
das Kapital ausnutzt, gegen es zu wenden - also anstelle freiwilliger
Mehrarbeit und freudiger Begeisterung eine gemeinsame Haltung der
Kontrolle über Arbeitsleistung und subjektive Beteiligung zu praktizieren - und sich dabei, anstatt bei der spontanen Mehrleistung, zu
>helfen<. Eine wichtige Stufe wird offenbar überschritten, wenn die
Arbeiterinnen von diesem prozessinternen Widerstand dazu übergehen, ihren Anspruch auf die Verfügung auch über die verkaufte eigene
Arbeitskraft ausdrücklich öffentlich durch den geziehen Entzug gel-
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Was tut die ausgebeutete Klasse, wenn sie kämpft?
tend zu machen: Vor der Durchsetzung eines auch nur rudimentären
Streikrechts 4 nahm dies offenbar die Formen des öffentlichen Erhebens von Forderungen und der Bedrohung der bestehenden politischen
Ordnung mit Legitimitätsentzug an. Verständigung über eine einheitliche Beurteilung der Lage und die zu erhebenden Forderungen, deren
öffentliches Vorbringen und die Drohung mit der Delegitimierung der
bestehenden politischen Machtverhältnisse als elementare politische
Operationen in der Praxis der Arbeiter, die über ihre Vereinzelung hinausgehen, verbinden sich offenbar - als wesentliche Bedingung für die
gesellschaftliche Durchsetzungskraft - von vornherein mit dem Ansprechen von >Bündnispartnern< außerhalb der unmittelbaren lnteressenkonstellation. Als spezifisches Ziel dieser Kämpfe fungiert die
>Errichtung eines gesellschaftlichen Hindernisses<, das nicht nur die
Kapitalisten, sondern vor allem auch die >vereinzelten Arbeiter< künftig daran hindern kann, bestimmte Praktiken der Ausbeutung zu wiederholen. Marx hat in seiner Beschreibung als konkrete Gestalt eines
derartigen Hindernisses- wie auch die damalige Arbeiterinternationale (Beschluss des Internationalen Arbeiterkongresses in Genf, Anfang
September 1866; vgl. MEW 23: 319)- allein die staatliche Fabrikgesetzgebung im Auge. Es ist jedoch aus seiner Darstellung klar, dass
grundsätzlich auch andere Formen vorstellbar sind, in denen die drei
von Marx angesprochenen Teilfunktionen, die präzise Bestimmung der
zu lösenden Probleme (>>Formulierung«), die >offizielle Anerkennung<
eines Verfahrens der Problemlösung und die Allgemeinverbindlichmachung undUmsetzungdieser Problemlösung, die Marx mit der >staatlichen Proklamation<eines Gesetzes anspricht, enthalten sind.
Marx' Analyse gibt uns selbst noch einen Hinweis, um ihren historischen Hintergrund einzuordnen und unsere Verallgemeinerungsversuche, die notwendigerweise zusätzliche theoretische Begriffe als Leitfäden der geziehen Abstraktion ins Spiel bringen müssen, unter Kontrolle zu halten. Marx zitiert den Fabrikinspektor R. J. Saunders: >>Weitere Schritte zur Reform der Gesellschaft sind niemals mit irgendeiner
Aussicht auf Erfolg durchzuführen, wenn nicht zuvor der Arbeitstag
beschränkt und seine vorgeschriebne Schranke strikt erzwungen wird«
(Reports etc. for the 31st of Oct. 1848, MEW 23: 319). Die Durchset4
I. U. zum Streik als Praxis kollektiver Arbeitsverweigerung, die ebenfalls im
Kampf für den Normalarbeitstag zum Einsatz gekommen ist, vgl. etwa MEW
23, 570, Anm. 38 zum >>großen strike und Iock-out von 1860<< der >>im Baufach
beschäftigten Londoner Arbeiter« (vgl. ebd.: 568).
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zung des Normalarbeitstages führt nicht nur zu einer Veränderung in
den Methoden der Mehrwertproduktion, sondern auch der Formen
der Politik, welche die Arbeiter praktizieren können: In dem Moment,
wo nicht jeder Streik mehr ein >>Aufstand« ist (ebd.: 568) und wo auch
Arbeiter über disponible Zeit verfügen, wird es möglich, >>gesellschaftliche Hindernisse« nicht mehr unmittelbar auf dem Wege der staatlichen Gesetzgebung zu errichten und in den >Kasematten<der Zivilgesellschaft (Gramsci) auch Organisationen und Institutionen der Arbeiter zu schaffen, welche solche Hindernisse oder auch >>Gewohnheiten« gleichsam >bewachen< oder >verfestigen< können. Aber ohne diese
allererste, der Sache nach elementare und historisch primäre Ebene einer eigenen politischen Praxis, in der die Arbeiter ihre Vereinzelung
überwinden und sich falschen Formen ihrer gesellschaftlichen Subjektivität entwinden, wären diese komplexeren Formen nicht zustande
gekommen und könnten auch nicht bestehen. Dabei, uns beständig und
genau genug daran zu erinnern, kann heute noch die Lektüre von Marx'
historischer Analyse hilfreich sein.
Literatur
Gensior, Sabine/Wolf, F. 0. (1980): >>Zeitsouveränität« und Normalarbeitszeit, Leviathan,Jg. 8 (1980) H .1, S. 106-119.
Dies., 1982: Betrieb als historischer Prozeß - Verdrängte Grundlagen der
arbeitszeitpolitischen Debatte, PROKLA, Nr. 46.
Lingemann, Dietmar (2000): Die Verwertung des Subjektiven als Grundlage eines neuen Akkumulationsregimes, Andere Zeiten (2000) H . 1, S. 5ff.
Marx,Karl (1968), Das Kapital, Band 1, Marx-Engels-Werke (MEW 23),
Berlin.
Müller, Wolfgang/Neusüß, Christel (1970): Die Sozialstaatsillusion und
der Widerspruch von Lohnarbeit und Kapital, Sozialistische Politik,
2. Jg. (1970) [wieder in: PROKLA, Sonderheft 1, 1971].
Therborn, Göran (1978): What does the rulig dass do, when it rules?,
London.
Voß, Günter G./Pongratz (1998): Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue
Grundform der Ware Arbeitskraft, Kölner Zeitschrift für Soziologie
und Sozialpsychologie, H . 1, S. 131 -158.
Wolf, F. 0. (2001a) : >Selbstausbeutung<im Übergang wohin? - Überlegungen zur >Neuen Arbeit<im Hinblick auf ihre gesellschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten, in: Martens, Helmut/Peter, Gerd/Wolf, F. 0.,
(Hrsg.), Zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung, Frankfurt
a.M./New York.
Ders., (2001 b): Radikale Philosophie. Philosophische Untersuchungen für
Aufklärung und Befreiung, Münster.
www.vsa-verlag.de
Die Karikaturen auf den Seiten 9, 27, 53, 153,253, 307 stammen vom
Zeichner-Team Greser & Lenz. Darum gebeten, ihre Verbindung zu
Helmut Schauer zu charakterisieren, antworteten sie: »Wir kennen Helmut Schauer aus der Kneipe >Horizont<. Er hat uns erfolgreich politisch indoktriniert. Wir bewundern ihn für sein Auftauchen auf der
Schwanz-ab-Fahndungsliste des emanzipationsterroristischen Weiberrats sowie für seine geglückte Vereinigung von Klassenkampf und der
kompromisslosen Forderung nach einem guten Sößle an jedem Schweinebraten; und weil er was ein guter Mensch, bzw. Schwabe ist.<<
I Inhalt
1 Einmischung als Prinzip
10
Vorwort
Hartmut Dabrowski
Eingriffe als ständige Aufgabe:
oder das Leben als politische Sisyphusiade ..................................... 13
Bodo von Greiff
Helmut Schauer und der kategorische Imperativ ............................. 23
I
Intellektuelle und Politik
Oskar Negt
,,Nichts ist praktischer als eine gute Theorie11 ...... ........................... 28
Zur Dialektik von kritischer Gesellschaftstheorie
und emanzipatorischer Politik
FrankDeppe
Gewerkschaften und Intellektuelle
I
Arbeit im Shareholder-Kapitalismus
Michael Schurnano
Sozialstrukturelle Ausdifferenzierung und
Pluralisierung der Solidarität
54
J oachim Bergmann
Krisenerfahrungen und Zukunftsängste
72
Günter Bechtle/Dieter Sauer
Fordismus als Zwischenspiel? ............ .
Zur heterogenen und ambivalenten Entwicklung
des gegenwärtigen Kapitalismus
© VSA-Verlag 2001, St. Georgs Kirchhof 6, 20099 Harnburg
Alle Rechte vorbehalten
.
Druck und Buchbindearbeiten: Idee, Satz & Druck, Harnbu rg
ISBN 3-87975-831 -X
34
Hans-Jürgen Urban
Der Arbeitskraftunternehmer Ein neues Produkt der Spektakel-Soziologie?
86
99
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Seele and Geist
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