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Alles digital – oder was? Digitales Aufmaß und - BdLa

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Alles digital – oder was?
Digitales Aufmaß und Massenberechnung: Methoden und Prüfbarkeit
Stefan Schömann
Dipl.-Ing. Stefan Schömann, Landschaftsarchitekt
Ingenieurbüro für Bauabrechnung IFB
Rheinhessenstraße 3
55129 Mainz
Telefon: (0 61 31) 61 67 02
www.ifb-mainz.de / info@ifb-mainz.de
Inhalt:
1. Vermessung-Technik
1.1 Elektrooptische Vermessung mit der Total-Station
1.2 Elektrooptische Vermessung mit Laser
1.3 Vermessung mit GPS
1.4 Planerstellung mit den Daten der Total-Station
2. Elektooptische Vermessung-Anwendung
2.1 Aussage der VOB zur Abrechnung von Bauleistungen
2.2 Herkömmliche Methoden zur Abrechnung
2.3 Abrechnung nach Elektooptischer Geländeaufnahme
3. Abrechnung von Längen- und Flächen
3.1 Abrechnung nach Regelgeometrien
3.2 Abrechnung nach Gauss-Elling-Koordinaten
3.3 Prüfung der Abrechnung nach Gauss-Elling
3.4 Böschungszuschläge bei geneigten Flächen
4. Erdmassenberechnung
4.1 Arten der Abrechnung von Erdmassen
4.2 Die Erstellung eines Digitalen Geländemodells (DGM)
4.3 Die Abrechnung von Erdmassen nach der Profilmethode
4.4 Die Prüfung der Abrechnung von Erdmassen nach der Profilmethode
4.5 Abrechnung von weiteren Erdmassen wie Kanalgräben
5. Anwendungsgrundlage für die vorgestellten Flächen – und
Erdmassenberechnungsmethoden
6. Auszüge aus den Übermessungs- und Abrechnungsvorschriften gem. VOB/C
7. Ausblick in die Zukunft
6.1 Digitale Übermittlung der Abrechnungspläne
6.2 Digitale Übermittlung der Mengennachweise
8. Abkürzungen in der Vermessung und Bauabrechnung
9. Empfehlenswerte Literatur für die Bauabrechnung
IFB-Mainz, Rheinhessenstraße 3, 55129 Mainz, Tel. 06131-616702, www.ifb-mainz.de
1. Vermessung - Technik
1.1 Elektrooptische Vermessung mit der Totalstation
• Begriffsdefinition Totalstation: Digitale Erfassung eines Geländes in Lage und Höhe
• Bedienung: 2 AK
AK1: Bedienung der Totalstation (zielen auf das Prisma und Auslösung der
Messung)
AK2: Ablaufen der einzumessenden Punkte mit dem Prisma
• Messgenauigkeit: unter 1cm
(Erfahrungsgemäß betragen die aufzumessenden Strecken von einem Standpunkt
aus meist nicht mehr als 300m.
• Anmerkung: Die Totalstation ist nicht zu verwechseln mit der Roboticstation.
Die Roboticstation richtet sich selbständig auf das Prisma ein. Die Messung wird
über Funk ausgelöst. Es ist daher nur 1 AK als Bedienpersonal notwendig, der das
Gelände abläuft.
1.2 Elektrooptische Vermessung mit Laser (Reflektorlose Messung)
Bei der Totalstation besteht die Möglichkeit mit einem Laserstrahl, statt im üblichen
Infrarotmodus zu messen.
Der Vorteil besteht darin, dass ohne Prisma gemessen werden kann. Die einzumessenden
Objekte können direkt angezielt werden. Dies kann insbesondere bei schlecht
zugänglichen Bereichen von Vorteil sein oder für die Vermessung eines Geländes, bei der
nicht die üblichen Anforderungen an die Genauigkeit gestellt werden (z.B. Erdmieten). Da
kein Prisma erforderlich ist, reicht 1 AK für die Ausführung der Messung.
1.3 Vermessung mit GPS
Mit GPS kann in freiem Gelände vermessen werden, in dem nicht die Gefahr von
Abschattung der GPS-Daten besteht. Abschattung kann insbesondere durch Bäume oder
Hauswände hervorgerufen werden.
Vorteile von GPS:
• Die notwendigen Gerätestandortwechsel (Totalstation) bei schlecht einsehbarem
Gelände entfallen
• Ein AK genügt zur Bedienung des Gerätes
• Soll eine Vermessung im Gauss-Krüger oder UTM-System stattfinden, so ist man
nicht auf sogenannte Andockpunkte (APs) angewiesen, die sich oftmals in weiter
Entfernung befinden, sondern kann sich über Satellit auf dem Gelände lagerichtig
stationieren.
Nachteile von GPS:
• Bei der Messgenauigkeit kann GPS nicht mit Totalstationen mithalten.
Sie beträgt 2-3 cm in der Höhe und 1-2cm in der Lage, falls keine Abschattung
vorliegt. Oftmals wird durch Bäume o.ä. der Kontakt zu den Satelliten unterbrochen,
so dass mit dem Auslösen der Messung teilweise minutenlang gewartet werden
muss, bis die gewünschte Messgenauigkeit erzielt werden kann.
1.4 Planerstellung mit den Daten der Totalstation:
Die Totalstation gibt folgende Informationen aus:
• Punktlage (x und y-Wert)
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• Punkthöhe (z-Wert)
• Punktnummer
• weitere Informationen wie z.B. Prismenhöhe und Punktcode
Diese Werte werden ins CAD-Programm eingelesen.
Der AK am Prisma hat die zu den Punktnummern zugehörigen Punktinformationen (um
welchen Punkt es sich handelt z.B. Schachtdeckel, Verlauf Tiefbord oder Gebäudeecke)
während der Vermessung vermerkt und zeichnet anhand dieser Informationen den
Bestandsplan.
2. Elektrooptische Vermessung-Anwendung
2.1 Aussage der VOB zur Abrechnung von Bauleistungen:
“Die Leistung ist aus Zeichnungen zu ermitteln, soweit die ausgeführte Leistung diesen
Zeichnungen entspricht. Sind solche Zeichnungen nicht vorhanden, ist die Leistung
aufzumessen.“ (VOB/C Ziffer 5)
2.2 Herkömmliche Methoden zur Abrechnung:
2.2.1 Abrechnug nach Ausführungsplan
Sofern es einen Ausführungsplan gibt, macht die Abrechnung nach diesem Sinn,
solange es keine zu großen Abweichungen gibt.
2.2.2 Abrechnung nach Handaufmaß
Sofern das BV überschaubar ist und/oder die Aufmaße mit der Bauleitung
gemeinsam erfolgen, ist die Abrechnung nach Handaufmaßen angebracht.
2.3 Abrechnung nach Elektrooptischer Geländeaufnahme:
Die Abrechnung nach Anfertigung eines digitalen Planes ist unter folgenden
Gesichtspunkten sinnvoll:
•
•
•
•
Das abzurechnende Gelände ist groß und es gibt größere mit Abweichungen von
der Ausführungsplanung
Es gibt viele organische Formen, die im Handaufmaß nur schwer berechnet werden
könnten
Es sind digitale Bestandspläne gefordert (z.B. Kanalpläne oder Bestandspläne zur
Einpassung in die Stadtgrundkarten)
Es soll eine Erdmassenberechnung durchgeführt werden.
3. Abrechnung von Längen und Flächen
Nach der Erstellung eines digitalen Planes werden die Längen vermaßt und die Flächen
über ein Abrechnungsprogramm berechnet. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:
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3.1 Abrechnung nach Regelgeometrien:
Die Flächen werden in einzelne Teilflächen (z.B. Dreiecke und Trapeze) zerlegt und mit
Hilfe deren Flächenberechnungsformeln berechnet.
Der große Nachteil dabei ist die Unüberschaubarkeit der Abrechnungspläne mit vielen
kleinen und organisch geformten Flächen aufgrund der Teilflächenzerlegung.
Abb. 1: Flächennachweis über Regelgeometrien mit Dataflor-greenexpert (IFB-Mainz)
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Abb. 2: Flächenberechnung Fläche 28 nach Regelgeometrien mit Dataflor (IFB-Mainz)
3.2 Abrechnung nach Gauss-Elling-Koordinaten:
Die Eckpunkte der Flächen; Mittelpunkte der Bögen etc. werden mit
Koordinatenindexpunkten versehen, auf die bei der Berechnung zurückgegriffen wird.
Als Beispiel dienen hier die Abbildungen 3 und 4 (Längen- und Flächenabrechnungsplan
und Auszug aus DATAFLOR-Mengennachweis)
Abb. 3: Flächennachweis über Gauss-Elling-Koord. mit Dataflor-greenexpert (IFB-Mainz)
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Abb. 4: Flächenberechnung Fläche 17 nach Gauss-Elling-Koord. mit Dataflor (IFB-Mainz)
Flächenformel nach Gauss-Elling (Dataflor Formel 22):
∑(xi * y i +1) - ∑(x i * y i-1) = 2F
•
•
•
•
Die Koordinatenwerte x und y werden im Uhrzeigersinn fortlaufend als Wert 2 und 3
bzw. Wert 4 und 5 erfasst
Die erste und letzte Koordinate ist identisch, da es sich um ein geschlossenes
Polygon handelt
Abschließend werden alle Kreisbogensegmente ausgegeben (Formel 9), die für die
korrekte Flächenberechnung relevant sind (Abzug von innen liegenden Bögen,
Addition von außen liegenden Bögen)
Die Indexzahlen stehen im Plan außerhalb der Begrenzungslinie
Volumen nach Gauss-Elling (Dataflor Formel 22):
• Zusätzlich zu den Koordinaten wird die für den Körper gültige Höhe angegeben
(z.B. Einbaustärke)
• Die Höhe gilt für alle darüber aufgeführten Koordinaten und wird nur einmalig
ausgegeben
3.3 Prüfung der Abrechnung nach Gauss-Elling
EDV-gestützte Abrechnungen sind lt. Empfehlung der FLL grundsätzlich nicht mehr
rechnerisch, sondern nur noch logisch zu prüfen, da man Rechenprogrammen keine
Rechenfehler unterstellt. Die logische Prüfung beinhaltet insbesondere das
Nachvollziehen der Verlaufspläne in der Örtlichkeit, sowie einen Abgleich der in der
Berechnung verwendeten und im Plan dargestellten Werte.
Alle berechneten Strecken und Flächen aus der Mengendokumentation werden in den
Aufmaß- und Dokumentationsplänen nachgewiesen.
Die einzelnen Positionen werden dabei in unterschiedlichen Farben dargestellt, so dass
eine schnelle und eindeutige Zuordnung möglich ist.
Bei der Berechnung nach Gauss-Elling bestehen die zu prüfenden Werte aus den
Koordinaten der Eckpunkte, welche durch fortlaufende Indexzahlen nummeriert sind. Zur
stichprobenartigen Kontrolle der Koordinatenwerte liegt über den Plänen ein Raster.
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Für eine stichprobenartige Überprüfung der Aufmasspunkte empfiehlt sich die Kontrolle
per Pythagoras:
Man sucht sich leicht auffindbare Punkte und misst auf dem Plan bzw. in der Örtlichkeit die
direkte Entfernung beider Punkte.
In der Mengendokumentation der Fläche finden sich die Koordinaten für diese Punkte
wieder und man kann den Abstand auf der X-Achse, sowie auf der Y-Achse berechnen.
Diese Abstände entsprechen den rechtwinklig zueinander stehenden Schenkeln eines
Dreiecks, so dass über den Satz des Pythagoras die Schrägentfernung berechnet und
sowohl im Plan als auch in der Örtlichkeit leicht abgeglichen werden kann.
Sofern der Prüfer mit einem CAD Programm arbeitet, kann er die Flächen durch Abgreifen
stichprobenartig überprüfen.
Bei Flächen aus Bögen, sowie bei Volumen aus Flächen kann es im Einzelfall zu
Abweichungen zwischen den abgegriffenen CAD- Flächen im Plan und den berechneten
Summen in der Mengendokumentation kommen. Dies beruht auf programminternen
Rundungsdifferenzen.
Maßgeblich sind immer die berechneten Zahlen in der Mengendokumentation.
3.4 Böschungszuschläge bei geneigten Flächen
Geneigte Flächen werden der Einfachheit halber nicht in der Abwicklung berechnet und als
Profilschnitte dokumentiert, sondern es wird die Projektionsfläche berechnet und mit
Böschungszuschlägen nach Lehr (R.Lehr; Taschenbuch für den Garten- und
Landschaftsbau; Ulmer Verlag; Ausgabe 2003; S. 29) multipliziert.
____________
Zur Errechnung des Zuschlagskoeffizienten gilt die Formel:
√Z = v 1+ 1 / n²
(n = Steigungsverhältnis)
Steigung:
Zuschlagsfaktor:
1 : 0.5
2.236
1 : 1.0
1.414
1 : 1.5
1.202
1 : 2.0
1.118
1 : 2.5
1.077
1 : 3.0
1.054
1 : 3.5
1.040
1 : 4.0
1.031
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4. Erdmassenberechnung
4.1 Arten der Abrechnung von Erdmassen
Eine Erdmassenberechnung kann nach verschiedenen Arten erfolgen:
4.1.1 Abrechnung über Lieferscheine; Wiegescheine oder Pritschenaufmaß
Diese Art der Abrechnung kann bei kleineren Baustellen mit hoher
Bauleitungspräsenz angewandt werden.
4.1.2 Abrechnung nach Erdmieten
Aufmaß und Abrechnung der Erdmieten nach Ausbau und vor Abfuhr ist in den
meisten Fällen unpraktikabel, da oftmals nicht die gesamte abzufahrende
Erdmasse zwischengelagert werden kann.
4.1.3 Abrechnung nach Regelaufbauten
Diese einfache Art der Abrechnung ist sinnvoll, wenn das Urgelände dem
Schlussgelände höhenmäßig entspricht.
4.1.4 Abrechnug über Fläche und mittlere Höhen
Diese Art der Abrechnung ist sinnvoll, wenn Schluss- und Urgelände sich
höhenmäßig nicht entsprechen, jedoch es sich in beiden Fällen um relativ ebenes
Gelände handelt.
4.1.5 Abrechnung über DGM (Digitales Geländemodell)
Die Abrechnung über DGM ist sinnvoll bei unebenem Schluss- und Urgelände bei
größeren Baumaßnahmen
4.2 Erstellung eines Digitalen Geländemodells (DGM):
4.2.1 Voraussetzungen:
Zur Erstellung eines DGM ist ein aussagekräftiger Höhenplan des Ur- und
Schlussgeländes notwendig. Für die Berechnung von Erdmodellierungen
muss der Verlauf der Böschungskanten höhenmäßig erfasst sein. Für die
Berechnung von Aushub für befestigte Flächen müssen alle Belags- und
Flächenübergange höhenmäßig erfasst sein.
•
•
•
4.2.2 Bestandteile des DGM:
Bearbeitungsgrenze oder Umring
Es wird unterschieden zwischen innerer und äußerer Grenze. Die äußere
Grenze begrenzt das Bearbeitungsgebiet. Die innere Grenze spart aus dem
Bearbeitungsgebiet Bereiche aus, in denen keine Bearbeitung stattgefunden
hat, wie z.B. Gebäude oder TG-Dächer.
Zwangs- und Bruchkanten
es handelt sich um 3-D-Polylinien, die entlang der Böschungsober- und
Unterkanten verlaufen oder als Übergangslinien zwischen 2 Belagsarten
(Höhenversprung aufgrund unterschiedlicher Regelaufbauten) dienen.
Bruchkanten werden bei nahezu senkrechten Böschungen wie Wänden
angewendet.
Punktsätze
Es handelt sich um eine Gruppe von 3D-Höhenpunkten, die den Verlauf
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eines Geländes (z.B. Rasteraufnahme) wiedergeben.
Aus den 3 Bestandteilen wird die Geländeoberfläche oder Triangulation (Dreiecksnetz)
gebildet. Alle Höhen werden dafür zunächst auf das Planum gesetzt.
Die Triangulation wird sowohl vom Ur- als auch vom Schlussgelände erstellt.
Liegen beide Triangulationen lagemäßig identisch übereinander, so kann aus den
Verschneidungsbereichen der Differenzkörper zwischen beiden Oberflächen ermittelt
werden.
Aus ihm wird Auf- und Abtrag von Ur- zu Schlussgelände ersichtlich.
4.3 Die Abrechnung von Erdmassen nach der Profilmethode
Die Berechnung der Erdmassen erfolgt allerdings nicht am Differenzkörper.
Der durch die Verschneidung der Triangulationen entstehende Differenzkörper liefert zwar
eine wesentlich genauere Aussage über die Erdmassen. Diese sog. Prismenmethode
(REB-VB22.013) ist jedoch recht unanschaulich und die Dokumentation der Ergebnisse
unübersichtlich und schwer nachzuvollziehen. Daher rechnen wir nach der wesentlich
anschaulicheren Profilmethode ab.
Hierzu gibt es einen Plan mit dem Schlussgelände, in dem die Lage der einzelnen
Profilschnitte dargestellt ist (PLAN “SCHNITTLAGE“; s. Abb. 5)
Die Profile (Plan “SCHNITTE“; s. Abb. 6) enthalten Ausgangs- und Bezugsgelände als
farbige Linien, sowie zur besseren Orientierung die Lage der Gradiente.
Der Abstand der Punkte auf der Schnittlinie und die jeweiligen Punkthöhen sind unterhalb
des Profiles angetragen.
Die Berechnung der einzelnen Profile erfolgt generell über Flächen nach Gauss-Elling, s.o.
In Abb. 7 wird die Berechnung nach der Profilmethode (nach REB-VB 21.003) mit
DATAFLOR dargestellt.
Am Ende der einzelnen Profilberechnungen steht, als Hilfswert gekennzeichnet, die sich
ergebende Profilfläche (Gauss-Elling). Nach Aufführen der Fläche des letzten Profiles wird
nach der Profilmethode der Mittelflächenwert zweier benachbarter Profile gebildet und mit
dem Abstand der Profile zueinander multipliziert (Abstand errechnet sich aus den
Stationierungswerten (Wert1-Wert2) der Profile, welche mit Verweis auf ihre Adresse (A)
angegeben sind). Am Schluss der Teilvolumenberechnungen (Teilwerte nicht sichtbar) wird
das Gesamtvolumen ausgegeben.
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Abb. 5: Schnittlage (Planausschnitt) (IFB-Mainz)
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Abb. 6: Schnitt 15-15` (Planausschnitt) (IFB-Mainz)
Abb. 7: Berechnung von Schnitt 15-15´ und Ausgabe der Erdmasse durch Addition der
einzelen Profile (IFB-Mainz)
4.4 Die Prüfung der Abrechnung von Erdmassen nach der Profilmethode
Eine EDV-gestützte Erdmassenberechnung ist nur logisch zu prüfen, eine rechnerische
Prüfung würde Rechenfehler des Programmes unterstellen.
Zur Prüfung der Richtigkeit der gemessenen Ausgangs- und Zielhöhen sind Kontrollmaße
auf der Baustelle und der Abgleich mit Fotos geeignet. Anhand der Profile kann der alte
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und neue Geländeverlauf visuell abgeglichen werden. Konstruierte Höhen (z.B.
Koffersohlen) sind logisch und stichprobenartig auch rechnerisch zu prüfen. Hierzu sucht
man sich im Höhenplan eine Schnittlinie aus und misst den Abstand zu einer markanten
Stelle (z.B. Höhenversprung). Im Profil sucht man den entsprechenden Abstand und
überprüft anhand der Höhenangaben im Profil, sowie anhand der nahe liegenden Punkte
im Plan die Richtigkeit von Koffertiefe und Höhenversprung.
Da im Plan nur die gemessenen und daraus konstruierten Höhenpunkte dargestellt sind,
wohingegen für die Berechnung der Profile eine Unmenge weiterer Höhenpunkte
interpoliert werden, macht es keinen Sinn, jede Höhe aus den Profilschnitten im Plan
abzugleichen.
Vielmehr sollten einzelne Höhen stichprobenartig geprüft werden und ansonsten eine
visuelle Kontrolle der Profile selbst erfolgen.
Sollten die Pläne digital vorliegen, können die entsprechenden relevanten Layer
einschaltet werden. So können die auf das Planum gesetzten Höhenpunkte und
Höhenversprünge (Zwangskanten) in Folge von Belagswechseln oder Böschungen
sichtbar gemacht werden.
4.5 Abrechnung von weiteren Erdmassen wie Kanalgräben
Bei der Abrechnug von Kanalgräben macht ein DGM keinen Sinn.
Damit es bei den sog. verdeckten Leistungen nicht zu späteren Unstimmigkeiten bei der
Abrechnung kommt, ist es für den Rechnungsprüfer wichtig der Aufforderung des AN zu
gemeinsamen Aufmaßen nachzukommen und die Abmessungen der Kanalgräben bzw.
des Verbaus zu dokumentieren.
Alle Angaben zur Bemessung der Kanalgräben befinden sich in der DIN 18300, der DIN
4124 und der DIN EN 1610
5. Anwendungsgrundlage für die vorgestellten Flächen - und
Erdmassenberechnungsmethoden
Die Flächenberechnung nach Gauss-Elling und die Erdmassenberechnung nach der
Profilmethode sind anerkannte Regeln der Technik. Sie sind in den Empfehlungen der FLL
(Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) für die Abrechnung
von Bauvorhaben im Garten- Landschafts- und Sportplatzbau (Ausgabe 2006) als gängige
Methoden aufgeführt.
Die FLL - Regelwerke ergänzen einschlägige DIN-Normen und die ATVs der VOB/C. Sie
sind als anerkannte Regeln der Technik zu werten.
Die Erdmassenberechnung nach der Profilmethode entspricht dem Verfahren nach REBVB 21.003
Die Flächenberechnung und Dokumentation nach Gauss-Elling erfolgt auf Grundlage der
GAEB-VB 23.004
6. Auszüge aus den Übermessungs- und Abrechnungsvorschriften gem. VOB/C:
DIN 18300 Erdarbeiten:
Massenermittlung im fertigen Zustand per Auftragskörper
Übermessen wird:
• das Raummaß jeder Leitung, von Sickerkörpern, Steinpackungen und dergleichen
mit einem äußeren Querschnitt bis zu 0,1m²
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DIN 18303 Verbauarbeiten:
Übermessen werden:
• Aussparungen für Leitungen
Die Tiefen werden gemessen 5cm über OK Gelände
DIN 18306 Entwässerungskanalarbeiten:
Übermessen werden:
• Formstücke
• lichte Weiten von Schachtaufsätzen bei gemauerten oder betonierten
Entwässerungskanälen
Bei Entwässerungskanälen aus vorgefertigen Rohren wird die lichte Weite von Schächten
abgezogen
DIN 18315,16,17,18 Straßenbauarbeiten (Asphalt und Pflaster):
Abrechnung nach Aufmaß im fertigen Zustand
Übermessen werden:
• Aussparungen und Einbauten (Schächte, Schieber, Maste, Stufen,
Schachtumpflasterungen; Lichtschächte) bis zu 1m², Fugen und Schienen
• Einzelflächen <0,5m² werden als 0,5m² abgerechnet
• Einfassungen: Gemessen wird entlang der Vorderkante; Abzug von Einbauten und
Aussparungen bis 1,00m
Schnitt von Platten und Pflaster wird nach Länge der Fuge zwischen Belag und
Einfassung gerechnet.
DIN 18320 Landschaftsbauarbeiten:
Abrechnung nach Aufmaß im fertigen Zustand
• Aufmaß in der Abwicklung; Böschungen steiler 1:4 werden getrennt nach Neigung
aufgemessen
• Abzug von Aussparungen und Einbauten:
> 100m² bei Ansaaten (freie Landschaft)
> 5.0m² bei Ansaaten (praxisüblich Garten- und Landschaftsbau)
> 2.5m² bei sonstigen Flächen (Rollrasen; Pflanzflächen etc.)
Auszüge aus der DIN 18300-abgeböschte Baugruben:
Für abgeböschte Baugruben gelten für die Ermittlung des Böschungsraumes folgende
Böschungswinkel:
• 40 Grad für BKL 3-4
• 60 Grad für BKL 5
• 80 Grad für BKL 6-7
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Für die Berechnung der Abgrabung/Hinterfüllung gilt:
Rechtecksfläche*Länge+Dreiecksfläche*Länge
Rechtecksfläche=Breite AR*Höhe
Dreiecksfläche= (obere Breite Abböschung*Höhe)/2
Ermittlung der oberen Breite durch Trigonometrie:
tan 30 Grad=obere Breite/Höhe
0,58=obere Breite/Höhe
Anmerkung: Arbeitsraum 50cm gem. DIN 18300/DIN 4124, für den Fall dass AR betreten
werden muss.
7. Ausblick in die Zukunft:
7.1 Digitale Übermittlung der Abrechnungspläne
Die meisten prüfenden Architekturbüros verfügen über CAD Programme, so dass die
Abrechnugspläne digital übermittelt werden können. Hierbei kann der Prüfer durch Einund Ausschalten der Layer bestimmte Flächen und Längen besser nachvollziehen (z.B.
Pflasterschnitte) und Flächen stichprobenartig überprüfen.
Sollte der Prüfer über ein DGM-Modul verfügen, kann er mit dem DGM-Manager die
Triangulationen und den Differenzkörper sichtbar machen und im 3-D-Orbit betrachten.
Da es mittlerweile auch möglich ist die CAD-Layer in PDF-Dateien zu übernehmen, wird
die Prüfung auch für nicht entsprechend ausstattete Prüfer oder AGs anschaulicher.
7.2 Digitale Übermittlung der Mengennachweise
Nimmt der Prüfer Korrekturen an einer Position vor, so ist er oftmals dazu angehalten alle
Positionen, die Bezug auf die geänderte Position nehmen, ebenfalls neu zu rechnen.
Der digitale Austausch von Mengennachweisen ist derzeit noch eher problematisch.
Verfügen Bauabrechnungsbüro und Ausführender über das gleiche
Ausschreibungsprogramm, so ist der Austausch unproblematisch, sofern beiden das
gleiche LV (ohne nachträglich ergänzte Zusatzpositionen) vorliegt. Das Abrechnungsbüro
übernimmt in einem solchen Fall beispielsweise die Flächenberechnung und der
Ausführende ergänzt den Mengennachweis noch um Handaufmaße oder die Abrechnung
der Kanäle. Für den Prüfer hat das den Vorteil nicht mit 2 verschiedenen
Mengenachweisen arbeiten zu müssen.
Der Austausch von Mengennachweisen im sog. DA 11-Format gem. REB-VB 23.003 ist
problematisch, da das LV einem bestimmten Positionsschema entsprechen muss, nur
wenige Zeichen pro Adresszeile geschrieben werden können und bestimmte gängige
DATAFLOR-Befehle wie “wie Pos.“ nicht angewandt werden können.
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8. Abkürzungen in der Vermessung und Bauabrechnung
DA: Datenaustauschphase
DA81: Leistungsbeschreibung
DA82: Kostenanschlag
DA83: Angebotsaufforderung
DA84: Angebotsabgabe
DA85: Nebenangebot
DA86: Auftragsvergabe
DGM: Digitales Geländemodell
GAEB: Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen
GAEB DA XML: Datenaustausch eXtensible Markup Language (international anerkannte
Beschreibungssprache). Es handelt sich um den neusten Standard zum Austausch von
Bauinformationen, der langfristig GAEB 90 ablösen soll.
GPS: Global Positioning System
REB: Regelungen für die elektronische Bauabrechnung
REB-VB: Verfahrensbeschreibung
9. Empfehlenswerte Literatur für die Bauabrechnung
Empfehlungen für die Abrechnung im Garten- Landschafts- und Sportplatzbau
Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), Colmantstr.
32, 53115 Bonn, www.fll.de
VOB im Bild Tiefbau- und Erdarbeiten, Abrechnung nach der VOB 2009, 19. Auflage
W. Stern, H. Poppinga; Verlag Rudolf Müller; ISBN 978-3-481-02615-8
DIN-Taschenbuch 81. Landschaftsbauarbeiten, 14. Auflage 2010
Beuth Verlag, www.beuth.de; Tel. 030-2601-2260
Lehr-Taschenbuch für den Garten-, Landschafts-und Sportplatzbau, 6. Auflage
Harm-Eckart Beier, Alfred Niesel, Heiner Pätzold; Verlag Eugen Ulmer, www.ulmer.de
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