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AGRARTAG RLH-WIENER BECKEN 16.01.2014 Was kann eBOD

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AGRARTAG RLH-WIENER BECKEN
16.01.2014
Was kann eBOD?
Die frei verfügbare Bodenkarte im Internet
http://bodenkarte.at/
DI Günther Aust (BFW, Institut für Waldökologie und Boden,
Abt. Landwirtschaftliche Bodenkartierung und Geoinformation
guenther.aust@bfw.gv.at
1. Die Landwirtschaftliche Bodenkartierung
Die Landwirtschaftliche Bodenkartierung ist seit 1. Juni 2002 nach einer gesetzlichen Neuordnung der
Bundesanstalten in das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) integriert. Vorher war sie Teil des
Institutes für Bodenwirtschaft in der Spargelfeldstraße.
Neben der Bodenschätzung, ist die Bodenkartierung die einzige Stelle, die nach einem einheitlichen
System erhobene,
flächendeckende Bodendaten zur Verfügung stellt. Bedingt durch die
unterschiedlichen Zielvorgaben bieten die Karten beider Institutionen je nach Anforderung geeignete
Bodeninformation.
Während die Karten der Bodenschätzung innerhalb eines Grundstückes eine sehr genaue
Quantifizierung von Flächen mit von einander abweichenden natürlichen Ertragsbedingungen
ermöglichen, liegt die Stärke der Bodenkartierung in der nutzerfreundlichen Aufbereitung der
Bodendaten.
Unter Berücksichtigung des Maßstabes der Digitalisierungsgrundlage und allfälliger Generalisierungen
wird bei den Karten der Bodenkartierung eine Darstellung in einem größeren Maßstab als 1:25.000
nur zur Gewinnung qualitativer Information bzw. in Verbindung mit einer Begehung im Gelände
empfohlen.
Obwohl bei der Bodenkartierung die Erhebung von Dauereigenschaften im Vordergrund steht, gibt es
Informationen, wie z.B. die „Wasserverhältnisse“, die nicht mehr der aktuellen Situation entsprechen
können.
Die fachliche Zusammenarbeit und das gemeinsame Auftreten von Bodenschätzung und
Bodenkartierung sind zur Wahrung nationaler Interessen im europäischen Kontext von Bedeutung.
2. Web-GIS-Applikation eBOD
Die Web-GIS-Applikation eBOD ist eine frei zugängliche Internetversion der digitalen Bodenkarte und
ermöglicht Einsicht in Karten und Abfrage der Daten, gebührenfrei und ohne Zusatzinstallation oder
Registrierung.
Dieser Dienst ist eine Kooperation des BFW mit dem BMLFUW und dem LFRZ (Land-, forst- und
wasserwirtschaftliches Rechenzentrum). Es werden alle Daten der Kartierung bereitgestellt, also
Bodenform- und Profilbeschreibungen mit Analyseergebnissen, sowie Profilzeichnungen der
Kartierungseinheiten, um deren Merkmale und Schwankungsbreiten in der Horizontierung zu
veranschaulichen.
Thematische Auswertungen, deren Umfang laufend erweitert wird, vervollständigen die
Anwendungsmöglichkeiten von eBOD.
Als Hintergrund sind zur Orientierung hochauflösende Orthophotos sowie die topographischen Karten
des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (ÖK50, ÖK200, ÖK500) ein- und ausblendbar.
Neben vektorbasierenden thematischen Darstellungen, beginnend ab dem Maßstab 1: 30 000, stehen
auch Rasterüberblickskarten sämtlicher thematischer Auswertungen für kleinmaßstäbliche
Darstellungen bereit.
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3. Bodenkundliche Grundlagen
Um den größtmöglichen Nutzen aus der Bodenkarte ziehen zu können, ist folgende
Hintergrundinformation sowie das Verständnis einiger Begriffe und bodenkundlicher Zusammenhänge
hilfreich.
3.1 Boden – mehr als ein Säckchen Erde
Zur Beurteilung eines Standortes bzw. zur Interpretation von Analyseergebnissen einer Bodenprobe
ist eine Bodenbeschreibung im Gelände unerlässlich.
Ein Standort ist aus bodenkundlicher Sicht durch
•
•
die Beschreibung der Allgemeinen Standortsmerkmale (bestimmt durch die Lage) und
die Beschreibung am Profil (Horizonte mit ihren Eigenschaften)
charakterisiert.
3.2 Beschreibung der Allgemeinen Standortsmerkmale:
•
•
•
•
•
•
•
•
Landschaftsraum (Au – Niederung – Terrassen – Hügelland – Berggebiet)
Ausgangsmaterial, Geologie
Seehöhe
Klima
Relief, Hangneigung
Exposition
Wasserverhältnisse
Vegetation (Pflanzenentwicklung, Zeigerpflanzen)
3.2.1 Ausgangsmaterial
Das Ausgangsmaterial liefert die „physikalische und chemische Basis“ für den Boden. Die
Eigenschaften des Ausgangsmaterials sind daher entscheidend für die Eigenschaften eines Bodens.
- Festgsteine
•
•
•
Magmatite, z.B.: Granit,
Sedimentgesteinen, z.B.: Sandsteine, viele Kalkgesteine
Umwandlungsgesteine, z.B.: Gneis, Marmor
- Lockersedimente
Handelt es sich bei dem Ausgangsmaterial um ein Lockersediment, so ist es allochtones Material,
es ist also woanders entstanden, erodiert und umgelagert worden, z.B.:
•
•
•
•
•
Schuttkegel, Moränen im Gebirge
Abgeschwemmtes Krumenmaterial im Hügelland (Kolluvien)
Fluviatile Sedimente (=Flusssedimente, z.B. Schotterterrassen, Feinsedimente der Auen)
Äolische Sedimente (= Windsedimente, zB. Löss)
Solifluktionsmaterial (= durch Frieren und Tauen abgerutschtes Material)
Charakteristische Merkmale verschiedener Ausgangsmaterialien:
Flusssedimente:
Kreuzschichtung durch wechselnde Strömungsverhältnisse
Meeressedimente (marine Sedimente): feine horizontale Schichtung
Windsedimente (äolische Sedimente): strukturlos bis linsenartige Struktur, windrichtungsabhängige
Korngrößensortierung (z.B. Feinsand zu Schluff)
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3.3 Bodenbildung
Böden entstehen (ausgenommen Moorböden) durch bodenbildende Prozesse aus einem
Ausgangsmaterial. Der Ablauf der bodenbildenden Prozesse wird durch die Algemeinen
Standortsmerkmale bestimmt.
Wirkung Allgemeiner Standortsmerkmale auf die Bodenbildung, z.B.:
- Seehöhe (Temperatur und Niederschlag): Schwarzerden (Terrasse) – Braunerden (Hügelland)
- Relief (Erosion, Um- bzw. Ablagerungsvorgänge): Rohboden (Rücken) – Kolluvien (Mulden)
Wenn Allgemeine Standortsmerkmale durch den Menschen verändert werden beeinflusst der Mensch
die Bodenbildung.
Auch die Bewirtschaftung und gegebenenfalls damit verbundene kulturtechnische Maßnahmen, die
die Allgemeinen Standortsverhältnisse verändern, wirken auf die Entwicklung eines Bodens, z.B:
- Eingriffe in den Wasserhaushalt (Entwässerung): Grundwassergley –> Pseudogley
- Grünland bzw. Begrünung oder Acker, Bewirtschaftungsrichtung (Erosion): –> Rohboden
Böden sind komplexe Systeme, die einer laufenden Veränderung unterworfen sind. Unter gleich
bleibenden allgemeinen Standortsmerkmalen durchläuft ein Boden, beginnend vom Ausgangsmaterial, eine Entwicklungsreihe zu einem Klimaxboden (Endstadium).
3.3.1 Bodenbildende Prozesse
•
•
•
Verwitterung (physikalisch und chemisch)
Zerkleinerung, Umlagerung
Verbraunung (= Braunfärbung, vergleichbar der Rostbildung)
Verlehmung (= Mineralumwandlung, Tonmineralneubildung)
Belebung durch Pflanzen und Tiere
Gefügebildung (= Entstehung unterschiedlich geformter und verschieden großer
Aggregate)
Verrottung von abgestorbener organischer Substanz und Anreicherung von Humus
Menschliche Eingriffe und „Naturereignisse“
Erosion (Bodenabtrag und Ablagerung)
Entwässerung
3.3.2 Rezente und Relikte Bodenbildung
Die Entwicklung eines Bodens zu seinem heutigen Zustand konnte in den ehemals vergletscherten
Gebieten erst nach Abschmelzen des Eises vor ca. 10.000 Jahren beginnen. Man spricht von rezenter
Bodenbildung.
Böden, die von den Eiszeiten und deren Auswirkungen (gewaltige Erosions- und
Ablagerungsprozesse) verschont geblieben sind, können bedeutend älter sein. Man spricht von
relikten Bodenbildungen.
Im Allgemeinen sind „alte Böden“ entkalkt, tonreich und durch intensive rötlich-braune
Verwitterungsfarben gekennzeichnet.
Kalkreiche, leichtere, weniger intensiv gefärbte Böden lassen eher auf „jüngere Bodenbildungen“
schließen (z.B. Böden aus Schwemmmaterial heutiger Flussniederungen).
Das Alter des Ausgangsmaterials ist dabei für das „Bodenalter“ unerheblich, entscheidend ist der
Zeitpunkt, wann die Bodenentwicklung begonnen hat, die dem Boden seine heutige Erscheinungsform
gegeben hat.
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3.4 Beschreibung am Profil
3.4.1 Bodenhorizonte
In der Regel ist an einem Boden eine Horizontierung erkennbar. Bodenbereiche, bei denen mit
feldbodenkundlichen Methoden deutlich voneinander abweichende Eigenschaften festgestellt werden
können, werden durch Horizontgrenzen getrennt. Horizonte sind durch bodenbildende Prozesse
entstanden und nicht mit Schichten zu verwechseln, die durch Sedimentation entstanden sind. Die
Horizontbezeichnungen werden mit Hauptsymbolen abgekürzt.
So gibt es z.B.:
A-Horizont
Ein im obersten Bodenbereich gebildeter Mineralbodenhorizont, der durch sichtbaren Humus relativ
dunkler gefärbt ist
B-Horizont
Verwitterungs- bzw. Anreicherungshorizont; Verwitterungsvorgänge führen zur Verbraunung und
Verlehmung (Tonneubildung), Tonverlagerung führt zur Anreicherung von Tonteilchen
C-Horizont
Ausgangsmaterial, aus dem der Boden entstanden ist (Muttergestein)
Cu (alte Bodensystematik D)-Horizont
unterlagerndes Material, das an der Bodenbildung nicht beteiligt ist
G-Horizont
durch Grundwasser geprägter bzw. stark beeinflusster Horizont (Gleyhorizont)
Gr-Horizont
Reduktionsbereich des G-Horizontes
Go-Horizont
Oxydationsbereich des G-Horizontes
P-Horizont
Stauzone eines Pseudogleyes, d.h. Zone, in der sich Wasser staut; meist fahle oder graue Farben
vorherrschend
S-Horizont
Staukörper eines Pseudogleyes, d.h. Zone, über der sich das Wasser staut; meist rostfarben-blaugrau
marmoriert
Nebeneinanderstehende Symbole, z.B. AB oder BC, kennzeichnen Übergangshorizonte.
Häufig verwendete Zusatzsymbole (Suffixe) zur näheren Beschreibung von Bodenhorizonten:
g
ca
beg
p
l
t
vergleyt, wasserbeeinflusst
Kalziumcarbonat-Anreicherung
begrabener Horizont
durch Pflugarbeit geprägt
lessiviert (ausgewaschen)
Tonanreicherung aus den oberen Horizonten durch Lessivierung
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3.4.2 Eigenschaften einzelner Horizonte
•
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•
•
•
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•
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•
•
Bodenart, Grobanteil (Textur)
Humusform (im Acker in der Regel Mull)
Humusgehalt
Karbonatgehalt
Struktur
Porösität
Bodenfarbe
Flecken, Konkretionen
Durchwurzelung
Biologische Aktivität
Der Humus- und Karbonatgehalt, sowie die Bodenart, die sich aus dem Verhältnis der Fraktionen Ton,
Schluff und Sand des Feinbodens ergibt, können anhand von Bodenproben durch Laboranalysen
genauer bestimmt werden. Alle anderen der genannten Eigenschaften sind im Gelände mit
Feldmethoden aufzunehmen.
Die Beschreibung erfolgt qualitativ und quantitativ durch Einordnung in definierte Klassen.
3.4.2.1 Bodenart und Grobanteil
Kornfraktion:
Feinboden:
Grobanteil:
bezeichnet Bodenteilchen bestimmter Größenklasse. Es gibt die Fraktionen
Sand (2-0,06 mm), Schluff (0,06 – 0,002 mm), Ton(< 0,002 mm)
Bodenteilchen kleiner als 2 mm; in der Natur liegt immer ein Gemisch aus mehreren
Kornfraktionen vor
Bodenteilchen größer als 2 mm, auch Bodenskelett oder Grobboden
eckig
rund
Größe [mm]
Blöcke
Geröll
> 300
Grobsteine
Grobschotter
100 - 300
Steine
Schotter
20 - 100
Grus
Kies
2 – 20
Sand
0,06 - 2
Schluff
0,002 – 0,06
Ton
< 0,002
Unter Bodenart oder Textur versteht man die in einem Bodenhorizont vorliegende
Korngrößenzusammensetzung des mineralischen Feinbodens (Verteilung der Fraktionen ->
Mischungsverhältnis).
Jede Bodenart bezeichnet ein, mit einer Spanne festgelegtes, Verhältnis zwischen den Fraktionen
Sand, Schluff und Ton (zB.: sandiger Lehm)
Bodenarten werden in 5 Schwereklassen zusammengefasst (sehr leicht – leicht – mittelschwer –
schwer – sehr schwer)
z.B. schwer: sandiger Ton, Lehm, schluffiger Lehm
Die Bodenarten können in einem Texturdreieck (zB. Texturdreieck der Bodenkartierung) anschaulich
dargestellt werden:
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Die Bodenart hat wesentlichen Einfluss auf physikalische, chemische und biologische Eigenschaften
des Bodens:
wichtig für:
• Bearbeitbarkeit (Stundenböden)
• Wasser- und Lufthaushalt (Porenverteilung, Durchlässigkeit)
• Nährstoffhaushalt (Nährstoffnachlieferung und Nährstofffixierung )
• Erwärmbarkeit
• Struktur und Lagerung
• Durchwurzelbarkeit
• Quellungsvermögen
abhängig von:
• Ausgangsmaterial
• Verwitterungsgrad
Charakteristische Eigenschaften von Böden mit dominanten Bodenarten:
Sandböden:
viele Grob- und Mittelporen, warm, gute Durchlüftung, geringe Wasser- und
Nährstoffspeicherung, auswaschungsgefährdet, leichte Bearbeitbarkeit
Tonböden:
hohes Gesamtporenvolumen (viele Feinporen), kalt, stark wasserhaltend, oft
wasserstauend, harte Schollen bei Austrocknung, schlechte Durchlüftung,
Sauerstoffmangel bei Wassersättigung, Bearbeitung ist wegen der Gebundenheit an
einen günstigen Feuchtigkeitszustand erschwert
Schluffböden: höchste nutzbare Feldkapazität, erosionsgefährdet durch Wasser, Verschlämmung
Selten liegt in einem Bodenhorizont nur eine Fraktion vor. In der Regel bestehen Böden aus
Mischungen verschiedener Fraktionen.
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Der Ausdruck „Lehm“ bezeichnet eine Bodenart, bei der die Fraktionen Sand, Schluff und Ton zu
annähernd gleichen Teilen vorliegen (siehe Texturdreieck).
Im Allgemeinen kann die Bodenart „sandiger Lehm“ als günstige Bodenart angegeben werden. Das
Wasser wird gut gehalten, und ein ausreichender Teil davon ist auch für die Pflanze verfügbar, der
Boden ist gut zu bearbeiten und neigt nicht zur Verschlämmung und Dichtlagerung.
Für einseitig klimatisch geprägte Gebiete gilt:
heiße trockene Gebiete:
kühle, niederschlagsreiche Gebiete:
schwerere (tonreiche) Böden
leichte (sandige), grobstoffhältige Böden
Im Gelände erfolgt die Abschätzung der Bodenart des Feinbodens mit der Fingerprobe. Dabei ist bei
der Beurteilung besonders auf den Einfluss von Bodenfeuchte und Humus zu achten.
Die Abschätzung der Grobanteil-Menge kann unter Zuhilfenahme von so genannten „Flächenbildern“
(Vergleichstafeln) erfolgen.
3.4.2.2 Humus
Humus = Gesamtheit der abgestorbenen tierischen und pflanzlichen Stoffe (Gesamtheit der toten
organischen Substanz)
besteht aus:
Streustoffen
Huminstoffen
(Nährhumus)
(Dauerhumus)
Der Anfall der organischen Substanz wird durch das Bodenleben umgewandelt:
Streustoffe werden
- mineralisiert
- humifiziert
Mineralisierung:
Humifizierung:
vollständiger mikrobieller Abbau zu anorganischen Stoffen
Veränderung der Molekülstruktur von Spaltprodukten des Streuabbaues
Huminstoffe kommen vor als:
-> Kohlendioxid, Wasser, Mineralstoffe
-> Huminstoffe (hochmolekulare, organische Verbindungen)
- Einzelteilchen (<0,002 mm)
- verklebt mit Streuresten
- verklebt mit Mineralbodenteilchen (Ton-Humus-Komplexe, ->
Aggregatstabilität)
wichtig für:
• Wasser- und Lufthaushalt
• Nährstoffhaushalt
• Bodenstruktur, Aggregatstabilität (-> Bodenleben)
• Bearbeitbarkeit
• Bodenerwärmung (Farbe)
Humusbildung kann unter unterschiedlichen Bedingungen erfolgen -> Humusformen
Die Umsetzung organischer Substanz wird durch Trockenheit, Nässe, Kälte und Sauerstoffmangel
gehemmt, durch Feuchtigkeit, Wärme und gute Durchlüftung gefördert.
Man unterscheidet je nach den Bildungsbedingungen:
•
Wasserhumusformen (wassergeprägte oder hydromorphe Humusformen)
unter starkem Wassereinfluss entstanden
- Feuchtmull: periodisch vernässt (extreme Gleye)
- Torf (Nieder-, Übergangs-, Hochmoortorf) >35% org. Substanz
- Anmoorhumus 10-35% org. Substanz (Übergangsform zu Landhumusformen)
•
Landhumusformen (Terrestrische Humusformen)
- Mull: günstige Zersetzungsbedingungen (z.B. Acker)
- Moder: nur mäßige Zersetzungsbedingungen (z.B. saure Waldstandorte)
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Humusmenge und Humusform sind abhängig von:
• Klima
• Wasserhaushalt
• Vegetation
• Nutzung
• Relief (z.B.: Kulturrohboden – Kolluvium)
• Zeit
Abschätzung im Gelände durch Prüfung der Farbe (von den Huminstoffen), des Zersetzungs- und
Vermischungsgrades, sowie des Geruches
Gehaltsklassen:
Klassenbezeichnung
schwach humos
mittelhumos
stark humos
Mineralboden:
Organischer Boden:
Humusgehalt [Masse-%]
< 1,5
1,5 – 4,0
> 4,0
unter 35% organische Substanz (=Humus) (entspricht <20% Corg)
über 35% organische Substanz (=Humus) (entspricht >20% Corg)
3.4.2.3 Karbonatgehalt
wichtig für
• Bodenstruktur (chemisch: Flockung - Lockerung)
• Aggregatstabilität (Aktivität des Bodenlebens -> Lebendverbauung)
abhängig von:
• Ausgangsmaterial
• Geschichte des Bodens (Genese = Bodenentwicklung, z.B. Entkalkung)
Abschätzung im Feld mit verdünnter Salzsäure
Gehaltsklassen:
Klassenbezeichnung
kalkfrei
kalkarm
schwach kalkhaltig
mäßig kalkhaltig
stark kalkhaltig
Karbonatgehalt [Masse-%]
kein Karbonat feststellbar
< 0,5
0,5 – 1,5
1,5 – 5,0
>5,0
3.4.2.4 Struktur
beschreibt die räumliche Anordnung der Bodenteilchen
wichtig für:
• Hohlräume
• Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalt
• Erwärmung
• Wurzelwachstum
abhängig von:
• Ausgangsmaterial (Bodenart, chemische Voraussetzungen)
• Humusgehalt
• Bodenleben
• Bearbeitung
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Die Bodenteilchen liegen entweder einzeln vor (keine Aggregatbildung) oder sie bilden größere
Sekundärkörper (Aggregatbildung).
Keine Aggregatbildung erkennbar:
• Einzelkornstruktur (z.B. Sand)
• Massivstruktur (z.B. schwere nasse Böden)
Aggregatbildung erkennbar – lockere Anordnung der Aggregate:
• krümelig („gesunder“ Ackerboden)
• körnig
Aggregatbildung erkennbar – kompakte Anordnung der Aggregate:
• plattig (z.B. durch Verdichtung -> Spatenprobe)
• prismatisch
• blockig
3.4.2.5 Porösität
beschreibt Menge und Ausbildung der Hohlräume
wichtig für:
• Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalt
• Erwärmung
• Wurzelwachstum
3.4.2.6 Bodenfarbe
wichtig für:
• Bodentemperatur
kommt von:
• Ausgangsmaterial
• Humus
• Eisen- und Manganverbindungen (->Verwitterung)
zeigt an:
• Humusgehalt
• Bodenwasser und Bodenlufthaushalt (Oxidation – Reduktion))
• Strukturstörungen (zB.: Verdichtung)
• Rückschlüsse auf bodenbildende Prozesse (zB.:Verbraunung)
Bestimmung im Gelände mit den Farbtafeln nach „Munsell“. Die Bodenfeuchte beeinflusst den
Farbeindruck!
3.4.2.7 Flecken und Konkretionen
Flecken zeigen an:
• Stoffverlagerung (zB. Humus, Eisen, Aluminium)
• Bodenwasser und Bodenlufthaushalt (Oxidation – Reduktion))
• Strukturstörungen
man unterscheidet:
Reduktionsflecken: graue bis bläuliche Färbung durch Sauerstoffmangel
Rostflecken: rotbraun, Oxidation bei Wegfall von Sauerstoffarmut
Fahlflecken: helle Bereiche durch Auswaschung
Flecken durch Stoffverlagerung (z.B. Huminstoffe)
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„Verwitterungsflecken“ sind i.d.R. das Ergebnis mehrerer Vorgänge, überwiegend Oxidation
Konkretionen sind mehr oder weniger runde, schalenartig (konzentrisch) aufgebaute „Körner“ durch
Ausfällung von in der Bodenlösung vorhandenen Stoffen (Fe, Mn, Ca).
Konkretionen zeigen an:
• Wechselfeuchtigkeit
3.4.2.8 Durchwurzelung
Rückschlüsse auf:
• Bodenstruktur bzw. Strukturschäden
• Bodenwasserhaushalt
3.5. Bodentyp
Bodentyp: Benennung eines Bodens nach der Bodensystematik (zB.: Tschernosem, Braunerde,
Ranker), bezeichnet ein bestimmtes bodenkundliches Erscheinungsbild, aus dem Entstehung (Genese) und
Dynamik eines Bodens, sowie dessen grundsätzliche Horizontabfolge hervorgehen
3.5.1 häufige Landbodentypen
Tschernosem: voll entwickelter, mächtiger Humusboden aus feinem Lockermaterial, kontinentales
Klima (nach typischer Horizontabfolge: A-C-Boden)
Braunerde: Boden, der einen durch die Verwitterung von Eisenverbindungen einen braun gefärbten BHorizont aufweist, unterschiedlichste Ausbildungen, gemäßigt humides Klima (A-B-C)
Rendzina: Humusboden aus festem oder lockerem reinem Carbonatgestein, die Bodenbildung ist im
Wesentlichen auf die Akkumulation eines
Humushorizontes beschränkt, da keine
Verwitterungsrückstände bei reinem Karbonatgestein zurückbleiben (A-C-Boden)
Pararendzina: Humusboden aus festem oder lockerem carbonathaltigem Silikatgestein (A-C-Boden)
Ranker: Humusboden aus festem oder lockerem carbonatfreiem Silikatgestein, das Ausgangsgestein
bestimmt die Bodenbildung und überwiegt in der Mineralbodenkomponente, Weiterentwicklung zur
Braunerde (A-C-Boden)
Kolluvium: abgeschwemmtes Krumenmaterial, tief humos, Hangfuß, Mulde (A1-A2-A3)
3.5.2 häufige wassergeprägte Bodentypen
Gley: grundwassergeprägter Boden, feucht bis nass (A-G)
Pseudogley: stauwassergeprägter Boden, schwere Bodenart bzw. Dichtlagerung, wechselfeucht,
(typische Horizontabfolge: A-P-S)
Feuchtschwarzerde: ehemals wassergeprägter Boden, Humus im Oberboden zu Mull umgewandelt,
Vorliegen eines tieferliegenden Humushorizontes mit der Humusform Anmoormull (10-35% Humus)
(A-C-Boden)
Auboden: Boden aus wenig verwitterten Flusssedimenten, schichtiger Aufbau, entstanden durch den
Einfluss von rasch ziehendem und schwankendem Wasser, sowie Überflutungen
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4. Begriffe der Landwirtschaftlichen Bodenkarte
4.1 Kartierungseinheit „Bodenform“
Die Kartierungseinheit der Landwirtschaftlichen Bodenkarte ist die Bodenform. Flächen die derselben
Bodenform angehören, zeigen ähnliche, in einer definierten Schwankungsbreite übereinstimmende,
allgemeinen Standortsmerkmale und horizontspezifische Eigenschaften. Sie stimmen in
Horizontabfolge und Bodentyp überein.
4.2 Bodenformenkomplex
Kartierungseinheit, die verschiedene Bodenformen umfasst, die sich kleinräumig abwechseln, so dass
die einzelnen Bodenformen wegen ihrer geringen Ausdehnung der zusammen hängenden Flächen
nicht getrennt dargestellt werden können. Die einzelnen Bodenformen eines Komplexes kommen in der
Regel auch als eigene Kartierungseinheiten vor.
4.3 Bodenformenbeschreibung (Flächendaten)
Beschreibung der Kartierungseinheit mit deren auftretenden Schwankungsbreiten (z.B.:
Horizontmächtigkeit, Bodenart, Wasserverhältnisse). Diese Beschreibung sollte für alle Flächen
zutreffen, die dieser Bodenform angehören
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4.4 Profilbeschreibung (Punktdaten)
Für jede Bodenform wird zumindest eine Profilgrube mit einer Tiefe von ca. 1 m angelegt. Nach einer
bodenkundlichen Beschreibung der einzelnen Horizonte werden für die Laboruntersuchung Proben
aus den einzelnen Horizonten genommen. Übersteigt die Fläche einer Bodenform die Größe von 100
Hektar, so müssen für alle weiteren 100 Hektar so genannte Kontrollprofile geöffnet werden, um die
Schwankungsbreite der Parameter innerhalb einer Bodenform durch Laboranalysen abzusichern.
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5. Böden im südlichen Wiener Becken
5.1 Entstehung des Wiener Beckens
In der Geologie gilt das Wiener Becken als Prototyp eines tektonischen Einbruchsbeckens. Es trennt
die Alpen von den Karpaten, verbindet sie aber über identische Gesteine im Untergrund.
Vor 35 Mio. Jahren bildete sich zwischen den auffaltenden alpidischen Gebirgen und dem
eurasischen Festland ein Meer, das Molassemeer, in der Erdgeschichte als Parathethys bezeichnet.
Schließlich entsteht eine aus dem Meer ragende geschlossene Verbindung zwischen Alpen und
Karpaten.
Teile dieses Gebirgsbogens sanken im mittleren Tertiär vor etwa 20 Millionen Jahren langsam in die
Tiefe, da die Erdkruste im Bereich Wiens eine tektonische Schwächezone hat und Meerwasser drang
in die entstandene Senke (Pannonische Tiefebene, Wr. Becken) ein.
Über lange Zeit wurde die Senke mit mächtigen Schichten feiner Meeres- und Flusssedimente
aufgefüllt, deren Mächtigkeiten bis zu 6 km erreichen kann. Sie stammen vom damals dort
befindlichen Molassemeer und aus den Ostalpen, vom Wienerwald und den Karpaten.
Der Beckenboden besteht aus Sandstein beziehungsweise Flysch, Kalkstein, Grauwacke und
Kristallin und spiegelt die lokalen Gesteine der zu Tage liegenden Beckenränder bzw. der
Randgebirge wider.
Später kam es zu einer Hebung der Umrahmung des Wiener Beckens, so dass das heutige Bergland
inselförmig aus dem umgebenden Meer ragte und in weiterer Folge der gesamte Raum verlandete.
Nach Verlanden des pannonen Binnensees kamen nur mehr fluviatil-terrestrische und äeolische
Sedimente zur Ablagerung (Fluss- und Windsedimente).
5.2 Ausgangsgesteine für die Bodenbildung im südlichen Wiener Becken
Die obersten Zehnermeter wurden in den letzten Eiszeiten bzw. Zwischeneiszeiten abgelagert. Die so
genannte Trockene Ebene im Süden, das Steinfeld, ist eine eiszeitliche Schotterablagerung.
(Seehöhe von 230 bis 370 m ü. A..).
Die riesigen Lössgebiete im Nordosten des südlichen Wiener Beckens sind äolischen Ursprungs
(Windsedimente).
Jüngere fluviatile Sedimente liegen in den Flusstälern von Piesting und Triesting, sowie in den
Niederungen von Fischa und Leitha.
6. eBOD: Thematische Karten aus dem südlichen Wiener Becken
In einer thematischen Karte werden die Kartierungseinheiten im gewünschten Kartenausschnitt unter
dem ausgewählten Thema zusammengefasst. Im Menü kann zwischen Themenauswahl und der zum
ausgewählten Thema zugehörigen Legende gewechselt werden. Zur besseren Lesbarkeit wird das
Anwählen von „Beschriftung Thema“ empfohlen.
6.1 Beispiel Bodenformen und Profilstellen
Die Fachkarte „Bodenformen mit Profilstellen“ stellt die „eigentliche Bodenkarte“ dar. Sämtliche andere
Fachkarten, die unter „Thema“ gewählt werden können, basieren auf Auswertungen von Daten dieser
Kartierungseinheiten (Bodenformen) und Profilstellen.
Um Informationen zu einer Bodenform anzeigen zu lassen wählen sie den „Bodenformen-Info-Button“
und klicken anschließend auf die gewünschte Fläche.
Um die Profilzeichnung zur Bodenform zu sehen, wählen sie den „Profilzeichnungs-Info-Button“ und
klicken anschließend auf die gewünschte Fläche.
Um die Daten der zugehörigen Profilstelle zu erhalten, wählen sie den „Profilstellen-Info-Button“ und
klicken anschließend auf die gewünschte Profilstelle.
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6.2 Bodentyp
Im südlichen Wiener Becken fallen 4 große zusammenhängende Bereiche auf:
Rote Gebiete zeigen Tschernoseme, braune Feuchtschwarzerden, rosa Gebiete sind Komplexflächen
und gelbe Pararendzinen. Weiters sind kleinere orangene Gebiete, die Lockersedimentbraunerden
und olivgrüne Gebiete, die Niedermoore bzw. Anmoore zu sehen.
Die roten Gebiete (Tschernoseme):
Bei Himberg, Ebergassing und Velm sind die häufigsten Bodenformen 35, 29, 32 (KB 1, Schwechat)
und Bodenform 18 (KB 26, Mödling); weitere, oft anzutreffende Bodenformen sind 28, 31 (KB1,
Schwechat) und 20, 28, 14 (KB 26, Mödling).
Zwischen Pellendorf, Flughafen und Schwadorf und auch südlich von Rauchenwarth tritt fast
ausschließlich Bodenform 32 (KB1, Schwechat) auf, dazwischen klenflächiger 31 (KB1, Schwechat).
Beide Bodenformen sind Löss-Tschernoseme; die großflächige Homogenität der Böden ist typisch für
Lössgebiete.
Bei Bruck an der Leitha sind die häufigsten Bodenformen 37 und 12, kleinflächiger auch 36 (KB 114,
Bruck an der Leitha).
Westlich von Hof sind keine großen zusammenhängenden Flächen der selben Bodenform zu finden;
häufig treten 62, 66, 67 (KB 114, Bruck an der Leitha) auf.
Nördlich von Teesdorf sind großflächig die Bodenformen 7 und 8 vertreten, kleinflächig auch 10 und
12 (KB 16, Baden).
Die braunen Gebiete (Feuchtschwarzerden):
Südöstlich von Ebergassing befinden sich riesige zusammenhängende Flächen der Bodenformen 24
und 27, kleinere Flächen auch 16,19, 32 u.a.) (KB 114, Bruck an der Leitha).
Weiter gegen Süden von Gramatneusiedel bis Pottendorf entlang der Bahn: Bodenformen 30, 24, 22,
34 (KB 3, Ebreichsdorf). Es handelt sich um mittelschwere bis schwere, mehr oder weniger
grundwasserbeeinflusste Feuchtschwarzerden, z.T. mit Grobstoff im Untergrund.
östlich vom Werkskanal zwischen Götzendorf, Wasenbruck und Seibersdorf: Bodenform 16 (KB 114,
Bruck an der Leitha)
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olivgrüne bzw. graue Gebiete (Niedermoore bzw. Anmoore)
westlich von Reisenberg entlang der Bahn, überwiegend südlich von Gramatneusiedl treten große
moorige Flächen auf: Die großen Niedermoorflächen (Bodenformen 1) werden von Anmoorflächen
(überwiegend Bodenform 4, kleine Flächen auch Bodenform 3) (KB 3, Ebreichsdorf) umsäumt. Dies
zeigt, dass die nicht mehr ganz so nassen Randbereiche der Moore im Oberboden bereits vererdet
sind.
orangene Gebiete (Lockersedimentbraunerden)
In den Weingartenlagen von Baden bis Gumpoldskirchen, meist westlich der Südbahn treten im
Hangbereich schon Lockersedimentbraunerden auf.
rosa Gebiete (Bodenformenkomplexe)
Zwischen Trumau und Neurisshof ist der Bodenformenkomplex 20 (20/1 und 20/2 sind
Feuchtschwarzerden unterschiedlicher Gründigkeit) stark vertreten; im westlichen Teil der
Komplexfläche der Bodenformenkomplex 26 (26/1 ist eine mäßig feuchte, vergleyte
Feuchtschwarzerde; 26/2 ist mäßig trocken und zeigt Kies und Schotter im Untergrund (KB 3,
Ebreichsdorf).
Gegen die Stadtgemeinde Ebreichsdorf dominiert der Bodenformenkomplex 19 (19/1 und 19/2
unterscheiden sich durch die Gründigkeit) (KB 3, Ebreichsdorf).
Im Bereich Reisenberg, Seibersdorf, Pottendorf: Bodenform 19 (KB 3, Ebreichsdorf)
gelbe Gebiete (Pararendzinen)
Östlich von Blumau bzw. an die Feuchtschwarzerden angrenzend westlich von Siegersdorf erstrecken
sich riesige Flächen der Bodenform 13, nahe der Ortschaft Blumau gibt es kleinere Flächen der
Bodenform 14 (KB 3, Ebreichsdorf). Die beiden Bodenformen sind sehr ähnlich, beide zeigen bereits
an der Oberfläche hohe bis sehr hohe Gehalte an Kies und Schotter. Es sind die “ärmsten“ und
trockensten Böden der Region, bestenfalls kleinflächig zur Weingartennutzung geeignet.
Weiter südlich von Felixdorf über Theresienfeld befinden sich immens große Flächen der Bodenform
14 (KB 33, Wr. Neustadt), ebenfalls eine extrem skelettreiche Pararendzina.
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6.3 Gründigkeit
Große tiefgründige Flächen bilden die Löss-Tschernoseme im Norden, z.T. bis Ebergassing; gegen
Süden angrenzend die Tschernoseme aus kalkhältigen Feinsedimenten und Tegel bis
Gramatneusiedl, sowie die moorigen und anmoorigen Böden bis Unterwaltersdorf
Erwartungsgemäß zeigt das Steinfeld seichtgründige Böden.
6.4 Wasserverhältnisse
Feucht bis nass und nass sind die Niedermoorgebiete bei Gramatneusiedl; sehr trocken bis trocken
die Bodenformenkomplexflächen und die Tschernoseme zwischen Bad Vöslau und Tattendorf sowie
die Pararendzinen südlich von Blumau Richtung Felixdorf.
Westlich von Münchendorf erstrecken sich sehr schwere Böden aus feinem Schwemmmaterial,
überwiegend Feuchtschwarzerden mit der Bodenart lehmiger Ton, diese sind wechselfeucht.
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6.5 Bodenart im Oberboden
Hellgrüne Bereiche im Norden von Leopoldsdorf bis zum Flughafen und östlich davon: lehmiger
Schluff (Löss-Tschernoseme)
Lila Gebiete zwischen Schwechat und Triesting: lehmiger Ton (Feuchtschwarzerden aus feinem
Schwemmmaterial). Blassgelbe Gebiete östlich von Blumau: lehmige Sande (Pararendzinen)
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6.6 Durchlässigkeit
Höchste Durchlässigkeit weisen erwartungsgemäß die Pararendzinen im Steinfeld auf.
Die geringsten Durchlässigkeiten zeigen die Böden aus feinem Schwemmmaterial entlang der
Triesting von Tattendorf über Trumau, Münchendorf, Achau bis Maria Lanzendorf, sowie Auböden und
Feuchtschwarzerden mit der Bodenart lehmiger Ton, die in der Komplexfläche liegen.
6.7 nutzbare Feldkapazität (nFK)
Differenz zwischen Feldkapazität und Welkepunkt oder „pflanzenverfügbare Wasser, das im Boden gehalten
werden kann“. Deutliche Zusammenhänge mit der Karte „Wasserverhältnisse“ erkennbar.
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6.8 Humusgehalt
Stark humose Böden (über 4% Humus) befinden sich südlich von Blumau Richtung Felixdorf:
Trockenheit bewirkt langsame Umsetzung und führt zur Anreicherung organischer Substanz. (Es
handelt sich um Böden mit dem Bodentyp Pararendzina.)
Noch deutlich stärker humose Böden sind westlich von Reisenberg entlang der Bahn, überwiegend
südlich von Gramatneusiedl zu finden: Hier behindert Wasserüberschuss den Abbau der organischen
Substanz. Es handelt sich um Böden mit dem Bodentyp Niedermoor bzw. Anmoor.
Bemerkenswert ist, dass im Lössgebiet, wo Tschernoseme dominieren, die Humusgehalte nur
mittelmäsig sind; die Kulturrohböden aus Löss im Hügelland bei Enzersdorf an der Fischa, Arbestal
bis Bruck an der Leitha sind erosionsbedingt nur schwach humos.
Nicht leicht erklärbar sind die schwach humosen, entkalkten Tschernoseme östlich von Velm aus
kalkhältigen Feinsedimenten (Tertiär)
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6.9 Kalkgehalt
Die Böden des südlichen Wiener Beckens sind durchwegs kalkhältig, kleinflächig treten entkalkte
Tschernoseme östlich von Velm bei der Pottendorfer Linie bzw. der Ostbahn vor Gramatneusiedl auf.
6.10 Erosion
Nur im Gebiet westlich von Höflein bis Arbesthal scheinen Böden mit hoher und sehr hoher
Erosionsgefährdung in nennenswertem Umfang auf.
6.11 Wertigkeit
Geringwertige Böden sind die Pararendzinen im Steinfeld und in etwa die Komplexflächen. Die
hochwertigen Böden decken sich einigermaßen mit den Tschernosemvorkommen; nur die
Tschernoseme südlich von Maria Lanzendorf bis etwa zur Bundesstraße Moosbrunn-Trumau sind
mittel- bzw. geringwertig.
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