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Transparent
Das Magazin für Vermögen, Sinn und Glück
Dezember/2011
Wissen
Sinnstiftendes
Leben
Wohin mit den
Schulden?
Wünsch Dir
was...
Das Krongut
Bornstedt
Seite 6
Seite 8
Seite 14
Romantischer Weihnachtsmarkt,
Königliches Krongut am Schloss Sanssouci,
Potsdam
© Laggner Gruppe
Vorwort
Seite 3
Liebe Leser
Die strategische Sicht
Seite 4
werte gestalten
avesco Aktuell
Seite 4
Doogood
Wissen
Seite 6
Wohin mit den Schulden?
Sinnstiftendes
Seite 8
Wünsch Dir was ...
Kolumne
Seite 9
Kolumne
Zeitläufte
Seite 10
Da hilft nur Newton!
Gesellschaft
Seite 11
Scheitern. Es kommt drauf an ...
Persönlichkeit
Seite 13
Spielend zum Erfolg
Leben
Seite 14
Das Krongut Bornstedt
avesco Intern
Herzlich Willkommen
Seite 15
Vorwort
Liebe Leser
Wie geht es Ihnen mit dem Jahr 2011? Blicken Sie
enttäuscht oder voller Freude zurück und was erwarten Sie für 2012?
Angesichts der Nachrichtenlage und der häufigen Verwendung des Begriffs »Krise« in den Medien, kann es einem schon schwerfallen, dem Jahr 2011
etwas Gutes abzugewinnen und optimistisch nach
vorne zu schauen. Gerade das sollten Sie aber tun,
anstatt negative Erwartungen zu befördern. Insbesondere Krisen stecken voller Chancen. Die Gelegenheit könnte nicht größer sein, um Tradiertes in Frage
zu stellen, Strukturen aufzubrechen, Veränderungen
zu bewirken und Neues zu gestalten. Was es dafür
braucht ist Mut. Mut um etwas zu wagen, Entscheidungen zu treffen und loszulegen. In diesem Sinne
wünsche ich Ihnen eine erholsame Weihnachtszeit
und starten Sie voller Mut und Tatendrang ins neue
Jahr.
Ihr
3
Die strategische Sicht
Bonsai fasziniert seit Jahrhunderten
Menschen aller Alters- und Sozialschichten
Bonsai ist die fernöstliche Kunst, das natürliche Erscheinungsbild eines alten Baumes durch Menschenhand in einer Zimmerpflanze nachzubilden. Die auch
Penjin genannte Tradition verbreitete sich von China nach Japan und schließlich in den Rest der Welt.
Dabei handelt es sich um die langfristige Gestaltung
eines, sich ständig in Entwicklung befindlichen alten
Baumes, der unter Umständen von einer Generation
an die nächste weitergegeben wird.
Parallelen zur Vermögensanlage drängen sich
auf. Auch ein Vermögen kann sehr alt und bereits
vererbt worden sein. Dabei ist sein Wert ständig in
Bewegung und es muss langfristig aufmerksam beobachtet, gestaltet und gepflegt werden. Das bedarf
einer großen visionären Kraft. Wie beim Bonsai kann
das Portfolio verschiedene Stilarten wie »die streng
aufrechte Form«, »die Literatenform« oder die sogenannte »Kaskadenform« aufweisen. Ein breit diversifiziertes Portfolio zum Beispiel ähnelt bildlich gesprochen einem Bonsai Mehrfachstamm mit vielen Ästen,
an denen sich wiederum viele dicht belaubte Zweige
befinden. Bonsai- und Portfoliogestaltung haben
darüber hinaus noch weitere Gemeinsamkeiten.
Bei Beiden sind Weitblick und Ziele erforderlich sowie einer Strategie, durch deren gestalterische Eingriffe die Ziele erreicht werden können. Außerdem
Doogood
Das Netzwerk für soziale Verantwortung
Zu Monatsbeginn fiel der Startschuss für das Sozialunternehmen DOOGOOD. avesco sprach mit der
Gründerin Frau von Stehlik über die Ziele des Unternehmens.
4
braucht es beim Bonsai ebenso wie beim Portfolio
den Mut, auch einen gezielten Rückschnitt zu wagen,
wenn es für das Gesamtergebnis erforderlich ist. So
wie die Schale mit dem Miniaturbäumchen eine harmonische Einheit darstellt, so bilden Geldanlage und
Form, wie zum Beispiel ein vermögensverwaltender
Fond, das Yin und Yang der Anlage.
Bonsais selbst gelten bei Sammlern als wertvolle
Geldanlage. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass ein gut umsorgter Baum ein Menschenleben bei weitem überdauern kann. Ein mehrere
Jahrzehnte alter Baum spiegelt nicht nur die handwerkliche Fähigkeit seines Besitzers wieder, sondern
steht auch dessen Kreativität dar. Diese individuellen
und kreativen Gestaltungsmöglichkeiten bietet auch
die Geldanlage. Sogar die zu gestaltende Artenvielfalt ist vergleichbar. Reicht sie beim Bonsai von Apfelbaum bis Zwergmispel, bietet die Anlage Varianten
von Aktie bis Zertifikat. Wer sich vom Reiz des Asiatischen und der Nähe zur Natur begeistern lassen
möchte, der kann im Suteki Bonsai Zentrum einen
Einsteiger-Workshop besuchen und selbst herausfinden wie beruhigend es ist, Wachstum und Entwicklung strategisch zu begleiten.
Christian Wieprecht
Aktuelles
Frau von Stehlik, Sie haben das Sozialunternehmen
DOOGOOD gegründet. Mit welchen Zielen?
DOOGOOD als Netzwerk für soziale Verantwortung bringt Sozialinstitutionen auf der einen und
Ehrenamtliche auf der anderen Seite effektiv und
schnell zusammen. Im sozialen Bereich fehlen allein
© Marco Barnebeck/pixelio.de
Werte gestalten
Aktuelles
in Deutschland täglich vier Millionen FreiwilligenStunden. Die Zahl bezieht sich auf Aktivitäten wie
Spielen, Vorlesen oder zum Beispiel auch Spazierengehen mit Älteren. Das kann ja eigentlich jeder
machen. Das Problem lag aber bislang darin, herauszufinden, welche Institution wann und wo Ehrenamtliche braucht. DOOGOOD schließt dieses Vakuum, indem – ähnlich einer Partnerbörse – Helfer und
suchende Institutionen zusammengebracht werden,
man also genau das Ehrenamt annehmen kann, was
den eigenen Wünschen auch wirklich entspricht.
DOOGOOD organisiert das sozusagen im Hintergrund. Dadurch ist es einfacher und effektiver ein
Ehrenamt anzunehmen und die vielen Fehlstunden
werden mit unserer Hilfe hoffentlich schnell abgebaut.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Ich bin selbst ehrenamtlich in einem Pflegeheim tätig
und überlegte, wie man mehr Ehrenamtliche engagieren kann. Vielen ist gar nicht klar, dass tatsächlich
jeder helfen kann. Eines Morgens kam dann die Idee:
eine Ehrenamtsbörse starten mit der gleichzeitig die
Helfer auch noch belohnt werden.
Wo erfahre ich, wie ich meine Fähigkeiten mit anderen teilen kann?
Im Internet unter www.doogood.org. Jeder kann den
Service nutzen: Einfach Wünsche bezüglich Ort, Sozialinstitution, Zeit und Tätigkeit eingeben, aus den
Ergebnissen seine Aufgaben aussuchen und bestätigen. Fertig!
nanziert. Es herrscht also keine Gewinnabsicht.
Wo ist Ihrer Meinung der größte Bedarf an ehrenamtlichen Tätigkeiten?
Überall braucht man Ehrenamtliche. Und man
braucht sie stetig, denn es gibt sehr viel Leid um uns
herum. Wir müssen es nur zulassen hinzuschauen
und hinzugehen und unsere Hand zur Hilfe zu reichen.
Auf Ihrer Homepage habe ich gesehen, dass Sie
auch Unternehmen die Möglichkeit geben, sich gesellschaftlich zu engagieren. Wie funktioniert das?
Unternehmen können sich via Corporate Social Responsibility, zu deutsch Unternehmenssozialverantwortlichkeit, an DOOGOOD beteiligen. DOOGOOD
gibt Unternehmen die Möglichkeit sich gesellschaftlich einzubringen und dies für sich medienwirksam
zu nutzen. Der Prämienbereich, in dem die DOOGOODer ihre Punkte á la Miles & More eintauschen
können, ist nur eine Möglichkeit, wie sich Unternehmen präsentieren können.
Frau von Stehlik, vielen Dank für das Interview.
Markus Spieker
Übrigens konnten Dank des Netzwerkes von avesco
Investoren für DOOGOOD gewonnen werden.
Gründerin des Netzwerkes für soziale Verantwortung Jeanine von Stehlik
Finanziert sich DOOGOOD aus Spenden?
Die Finanzierung läuft über Premiummitglieder, die
für drei Euro im Monat geleistete Stunden gegen
Prämien eintauschen können, dann über Sozialinstitutionen, die mit einem geringen Obulus an Förderungen teilhaben können, aber auch über Spenden.
Die Erträge fließen in die DOOGOOD Stiftung, die
wiederum soziale Projekte unterstützt oder ganz fi-
© DOOGOOD
Wer kann die angebotenen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Anspruch nehmen?
Sozialinstitutionen wie Pflege- oder Tierheime, gemeinnützige Vereine, Tafeln – sogar Gemeinden, die
in Bürgerbüros oder bei Landschaftssäuberungen
Ehrenamtliche benötigen. Die Bandbreite ist sehr
groß.
5
Wissen
Wohin mit den
Schulden?
»Hurra wir tilgen«
Die Verschuldung Griechenlands und deren Rettung stehen seit geraumer Zeit medial im Vordergrund. Doch beschränkt sich der mediale Fokus
nicht nur auf die Verschuldungsproblematik der sogenannten GIPS-Staaten. Auch wirtschaftlich starke
Länder wie Deutschland und die USA werden unter dem Gesichtspunkt der Verschuldung kritisch
beäugt. Mit steigender Skepsis gegenüber der ausufernden Staatsschulden fragen sich viele Bürger:
»Wohin mit den Schulden?«
In den politischen Talkrunden werden verschiedene Lösungen für das Schuldenproblem diskutiert.
Während die Einen Genesung über Konsolidierung
anstreben, sprechen die Anderen über Inflationierung und Schuldenschnitt. Sogar die Neuordnung
des gesamten Finanzsystems steht zur Diskussion.
Bemerkenswert ist, dass es für jede Denkrichtung
Fürsprecher unter den Topökonomen gibt. Unbestritten ist, dass die meisten Industriestaaten in den
vergangenen Jahren deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen haben. Und dazu zählt auch
Deutschland. Deutschlands Staatsschulden belaufen
sich mittlerweile auf über zwei Billionen Euro.
Wie konnte es dazu kommen?
Um die gegenwärtige Situation Deutschlands zu
verstehen, muss man die Entwicklung der Staatsschulden verkürzt skizzieren: Die Verschuldung nach
6
dem II. Weltkrieg wurde durch das Lastenausgleichsgesetz getilgt. Damals wurde auf Vermögen eine
fünfprozentige Abgabe erhoben, die in 120 Raten
zu bezahlen war. Nach Tilgung der Schulden konnte Deutschland praktisch von Null starten. Bis in die
späten 70er Jahre profitierte Deutschland vom sogenannten Wirtschaftswunder. Treiber des Wirtschaftswunders waren die »steigenden Staatsausgaben für
Bildung, Soziales, Gesundheit, Infrastruktur und Technologieförderung auf der einen und die wachsenden Investitionen der Unternehmen auf der anderen
Seite.« Die Staatsschulden hielten sich noch in Grenzen. Zu Beginn der 80er Jahre »nahmen zwei andere
Entwicklungen die Rolle als Wachstumsmotoren ein:
das Wachstum der Staatsschulden und das Wachstum der Privatvermögen.« Mit dem Ergebnis einer
Rekordverschuldung.
Ausweg aus dem Verschuldungsdilemma
Der Soziologe, Philosoph und Chef des alternativen
Basler Instituts für Gemeingüter und Wirtschaftsforschung, Alexander Dill, beschäftigt sich mit den
Ursachen der gegenwärtigen Schuldenproblematik
und macht abseits der gängigen Lösungspfade einen Vorschlag, der im ersten Moment verblüfft. Der
Plan sieht vor, Deutschland innerhalb von 10 Jahren zu entschulden. Dafür »hat das Basel Institute
of Commons and Economics einen Tilgungsplan
Wissen
für Deutschland erarbeitet.« Die Tilgungsraten wären über eine 20 prozentige Vermögensabgabe zu
bedienen. Warum aus Sicht von Herrn Dill eine Vermögensabgabe gerechtfertigt wäre, soll an der Entwicklung der Staatsschulden zu den Privatvermögen
aufgezeigt werden. Betrugen die Staatsschulden
1979 noch 207 Mrd. Euro und die Privatvermögen
740 Mrd. Euro, so sahen die beiden Größen 2009
wie folgt aus: Staatsschulden 1.720 Mrd. Euro zu
8.200 Mrd. Euro Privatvermögen.
Den Zahlen ist zu entnehmen, dass die Vermögen erheblich stärker gestiegen sind als die öffentlichen Schulden. Dementsprechend veränderte sich
auch das Verhältnis dieser zwei Größen zu Gunsten
des Privatvermögens. Der Anteil, den Wohlhabende
und Firmen am Gesamtsteueraufkommen aufbringen, sank kontinuierlich von 1950 bis 2009 von 37%
auf 16%. »Das erklärt, warum die Privatvermögen so
stark gestiegen sind.« Trotz ständig steigender Privatvermögen verschuldet sich der Staat immer stärker. Deshalb ist es laut Herrn Dill: »volkswirtschaftlich
kaum möglich, den durch Nichtbesteuerung ermöglichten privaten Vermögenszuwachs völlig losgelöst
von der Staatsverschuldung zu betrachten.« Um aus
diesem Verschuldungsdilemma auszubrechen, wäre
eine 20% Vermögensabgabe nötig. Dabei sind die
Vermögensinhaber nicht gezwungen, ihre Vermögen
zu liquidieren, sondern würden auf die festgesetzte
Abgabe den aktuellen Marktzins zahlen. Bei 100.000
Euro und einem gegenwärtigen Zinssatz von etwa
2% wären das 2.000 Euro jährlich. Weil den reichsten
zehn Prozent der Deutschen gut 60 Prozent des gesamten Vermögens gehören, würden sie die Hauptlast schultern. Als Folge würde dann jährlich 60 Milliarden Euro an Zinszahlungen eingespart; dieses
Geld könnte in Wirtschaft und Soziales investiert sowie zu Steuersenkungen genutzt werden. Das wäre
ein gutes Geschäft für alle. Mittlerweile hat sich auch
eine Gruppe von Wohlhabenden medienwirksam für
eine Vermögensabgabe ausgesprochen.
Bürger tilgen persönlich
Wie ernst Herrn Dill sein Anliegen ist, zeigt sich an
der Gründung seiner Initiative »Hurra wir tilgen«.
Hier wird der Bürger dazu ermutigt, dem Staat Geld
zur Tilgung der Schulden zu überweisen. Eigens dafür wurde ein entsprechendes Konto eingerichtet.
Auch der renommierte Literaturprofessor Jochen
Hörisch unterstützt die Initiative und überwies dem
Finanzamt 10.000 Euro. Herr Hörisch sieht dies laut
einem Euro-Interview »als beste Idee zur friedlichen
Lösung der Schuldenkrise«. »Und sie wäre wohl die
schmerzärmste aller möglichen Alternativen: hohe
Inflationsraten oder radikale Ausgabensenkungen
des Staates, und zu guter Letzt wird ein radikaler
Schuldenschnitt als mögliche Option nicht ausgeschlossen.«
Mittlerweile sind insgesamt 18.296 Euro an die öffentliche Hand überwiesen worden. Viele Tilger, darunter auch Studenten und Arbeitslose, überweisen
nur Beträge von 20 Euro. Aber eines haben sie gemeinsam: »Sie sehen die Tilgung der inzwischen zwei
Billionen deutschen Staatsschulden nicht als eine
Frage künftiger Generationen und der Belastung anderer an, sondern sind bereit, selbst und ohne Bedingungen zu tilgen.«
Fazit
Für den Initiator ist es nicht wichtig, dass einkommensschwache Bevölkerungsgruppen die Tilgung
der Schulden übernehmen. Vielmehr geht es darum,
die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren.
Da der Tilgungsplan bei der Politik keinen Anklang
findet, könnte eine von der breiten Bevölkerung getragene Tilgungsinitiative Einfluss auf die politischen
Entscheider ausüben, sich hinsichtlich einer Vermögensabgabe zu bewegen.
Ähnlich wie bei Stuttgart 21 und Castor dürfen
die Bürger zeigen, dass sie ihr Sozialkapital mobilisieren können und wollen. Abschließend sei erwähnt,
dass der vorgestellte Tilgungsplan durch weitere
Lösungsangebote (Tilgungstheorien) abseits der bekannten Rezepte zur Genesung des Staatshaushaltes
ergänzt werden kann. Letzlich geht es um das Funktionieren einer Gemeinschaft. Das setzt gegenseitiges
Vertrauen der Mitglieder und die Bereitschaft zu teilen voraus. Je mehr geteilt wird, desto geringer sind
die Staatsschulden, weil insgesamt weniger Privatvermögen gehamstert wird.
Dzon Mateskovic
Literatur:
Euro 10/2011 - Euro-Interview mit Literaturprofessor Jochen Hörisch,
www.hurrawirtilgen.de
7
Sinnstiftendes
Wünsch Dir was...
Die Erfüllung eines Traums: Julian Faupel zur
Idee von Make-a-Wish
USA, 1980: Der siebenjährige, leukämiekranke Christopher hatte den sehnlichen Wunsch, einmal Polizist zu sein. Seiner Mutter gelang es mithilfe der örtlichen Polizei, Nachbarn und engagierten Bekannten,
ihm diesen Traum zu verwirklichen: Christopher durfte für einen Tag ein echter Polizist sein. In der eigens
für ihn geschneiderten Uniform mit Polizeistern fuhr
er mit den „Kollegen“ Streife und flog im Polizeihubschrauberflug mit. Es war ein unvergesslicher Tag für
Christopher – und seine Helfer. Das Glück des Jungen
motivierte sie, auch anderen schwerkranken Kindern
ihren größten Traum zu erfüllen: Die Idee von MakeA-Wish war geboren.
Seit Christophers Traum vom Tag als Polizist wurden weltweit bereits über 270.000 lebensbedrohlich
erkrankten Kindern Wünsche erfüllt und ihnen damit
Hoffnung, Kraft und Lebensfreude geschenkt. Mittlerweile ist Make-A-Wish die größte internationale
Wunscherfüllungsorganisation und in über 35 Ländern vertreten. Auch in Deutschland engagieren sich
Menschen ehrenamtlich bei Make-A-Wish Deutschland e. V., wie zum Beispiel der Lehrer Julian Faupel
(28), aus Hamburg.
Herr Faupel, wie haben Sie von Make-A-Wish erfahren?
Ich habe eine Werbeanzeige im Spiegel gesehen,
in der es um Träume und Wünsche ging. Ich bin ein
großer Disney-Fan und da mich die Anzeige sehr
an Disney erinnerte, habe ich sofort im Internet recherchiert. Disney ist übrigens tatsächlich Partner
von Make-A-Wish. Ich fand die Idee toll und habe
gleich einen Dauerauftrag für eine monatliche Spende eingerichtet. Kurze Zeit später bin ich nach Hamburg gezogen, wo sich einer der beiden deutschen
Hauptsitze von Make-A-Wish befindet. Der andere
ist in München. In der Hansestadt habe ich mich mit
der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Pernille
Behnke getroffen, um mich über die Möglichkeiten
8
der Mitarbeit zu informieren. Danach war für mich
klar: Da möchte ich mitmachen. Natürlich musste
ich mich noch „offiziell“ bewerben und auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Die Kinder und
ihre Eltern sind einer schwierigen Situation ausgesetzt. Die Organisation möchte sicher gehen, dass sie
nicht zusätzlich noch durch eine ungeeignete Person
belastet werden, die außerdem sehr persönliche Details aus deren Familien erfährt. Schließlich habe ich
ein Einführungsseminar besucht, in dem es hauptsächlich um den Prozess der Wunscherfüllung ging.
Es wurden die verschiedenen Phasen des Wunscherfüllungsprozesses besprochen und auch die formalen Voraussetzungen erörtert sowie anhand von Beispielen unterschiedliche Szenarien aufgezeigt. Und
dann konnte es losgehen.
Wie läuft so eine Wunscherfüllung konkret ab? Und
wie viel Zeit wenden Sie für Ihr Engagement auf?
Die Anfrage des Kindes wird per Internet oder Telefon an die Mitarbeiter von Make-A-Wish herangetragen, meist von der Familie des Kindes selbst. Wenn
sich Kinder etwas wünschen, wozu sie ins Ausland
reisen müssen, nimmt die Landesorganisation von
Make-A-Wish in dem das Kind lebt, zur Landesorganisation wo die Wunscherfüllung stattfinden wird,
Kontakt auf. Diesen Vorgang nennt man Wish-Assist,
die Landesorganisationen assistieren einander. Volunteers im Zielland bekommen über einen Mitarbeiter-LogIn einige Informationen über das Kind: Lieblingsessen, Bezugspersonen, sind Besonderheiten
wie barrierefreie Zugänge zu beachten etc. Handelt
es sich jedoch um einen Wunsch, der im Inland stattfindet, bringen sie diese im Wunschkindinterview
direkt in Erfahrung. Dazu besuchen die Volunteers
die Familien und versuchen auf spielerische Weise,
den sehnlichsten Wunsch des Kindes herauszufinden bzw. den von den Eltern angegebenen Wunsch
zu überprüfen. Sind alle Formalitäten geklärt begin-
Sinnstiftendes
nt die Wunschplanung: Wie kommt das Kind zum
Ort der Wunscherfüllung? Für wie viele Tage bleibt
es und wo wird es übernachten? Welche kleine Aufmerksamkeit kann man Kind und Eltern geben? Das
kann ein paar Tage aber auch mehrere Monate in Anspruch nehmen; das ist abhängig vom Wunsch. Das
Budget wird jeweils vom Vorstand ermittelt und orientiert sich am Wunsch des Kindes.
Was waren für Sie die schönsten, lohnendsten Momente?
Für mich persönlich war das erste Mal, als ich einem
Kind zu seinem Herzenswunsch verhelfen konnte,
auch das schönste Mal. Es war ein Kind aus den Niederlanden, das sich gewünscht hatte, ein Formel1Rennen zu besuchen. Die Veranstalter haben so toll
mitgedacht und mitgemacht – vom F1-Basecap bis
hin zum „Fotoshooting“ mit einigen Rennfahrer auf
dem Siegerpodest war das für das Kind ein einmaliges Erlebnis. Wir sind für solche eine Unterstützung
natürlich sehr dankbar und froh, dass sich viele der
angefragten Unternehmen mit großer Begeisterung
bei den Wunscherfüllungen einbringen, uns mit den
Kosten entgegenkommen oder sich mit einer Sachspende beteiligen.
Und wie können sich Transparent-Leser einbringen?
Jeder kann einmalig oder auch als Dauerauftrag für
Make-A-Wish spenden und damit zur Finanzierung
von Wünschen beitragen. Es gibt auch die Möglichkeit, so wie ich, ehrenamtlich mitzuarbeiten – dabei ist man zeitlich flexibel und kann von überall
in Deutschland mitwirken. Dann gibt es noch die
Möglichkeit für Unternehmen, Sachspenden zur
Verfügung zu stellen oder die Patenschaft für ganze
Wunscherfüllungen und deren Kosten zu übernehmen. Sprechen Sie uns doch einfach einmal über
mail@makeawish.de an.
Herr Faupel, vielen Dank für das Interview.
Mirjam Kesting
Kontakt: Make-A-Wish Deutschland e.V.
www.makeawish.de
Kolumne
Kolumne
Von der ehemaligen Hausvogtei zum
Schinkelschen Kirchenbau
Nachdem sich die Calvinisten und Lutheraner schon
Ende des 17. Jahrhunderts zur unierten französischpreußischen Simultankirche zusammenschlossen,
dauerte diese friedliche Koexistenz bis weit über die
Zeit der Neuplanung und Wiedererrichtung durch
F.W. Schinkel hinaus. Genannt: der Temple du Werder.
Es bedurfte mannigfacher Entwürfe, bis sich König
Friedrich Wilhelm III. 1824, gemeinsam mit den Verantwortlichen des Bauministeriums, für den 2-türmigen Bau entschied. Als zusätzliche Bürde erlegte
er dem Planer auf, dass die Doppelnutzung zweier
Konfessionen nicht erkennbar sein dürfe.
Für alle Beteiligten war es ein Ringen und Behaupten der eigenen Vorstellungen. Anders heutzutage? NEIN. Nahezu 200 Jahre später entsteht ebenda
neues Leben. Ein Wohnquartier höchster Klasse. Das
Streben nach genehmigungsfähigen Konzeptionen
und zeitgemäßer Nutzung in direkter Nachbarschaft
zur Werderschen Kirche - ein Kampf, der sich, damals
wie heute, lohnte.
Elke Kerkhoff
9
Zeitläufte
Verantwortung mit persönlichen
Konsequenzen
Die meisten Menschen denken, dass Sir Isaac Newton ausschließlich ein bedeutender Naturwissenschaftler war und dafür im Laufe seines Lebens geadelt wurde. Weit gefehlt.
Newton war ein gelehrter, kluger und daher sehr
geachteter Mann. Zu seinen unsterblichen Leistungen gehört die Mitbegründung der exakten Naturwissenschaften. Auf ihn gehen u.a. die Axiome der
Mechanik, das Gravitationsgesetz und die naturwissenschaftliche Farbenlehre zurück. 1669 wurde er
Professor in Cambridge. Seit 1689 war er zudem für
die Universität Cambridge Mitglied des Englischen
Parlaments. 1696 wurde er Münzwardein, also Prüfer von in Verkehr gebrachten Münzen und ab 1699
Master of the Mint, der Leiter der Königlichen Münze
in London. Wegen dieses Postens legte er 1701 die
Pflichten als Professor ab.
Der Master of the Mint und die Münzfälscherei
Das Amt des Masters of the Mint ist vergleichbar mit
dem eines Präsidenten einer Zentralbank. Warum
wurde Newton auf dieses wichtige Amt berufen?
Zentraleuropa war nach den Wirren des 30jährigen
Krieges zerstritten und lag am Boden. Das Englische
Pfund wurde zur Leitwährung und war daher begehrt. Wegen nicht exakter Feingehalt-Standards der
Münzen und insbesondere wegen laxer Kontrollen
der Königlichen Münze blühte in London die Münzfälscherei, so dass die umlaufende Geldmenge stieg
und der Wert der englischen Währung zunehmend
verfiel. Newton sollte mit seinem Wissen und seinen
Fähigkeiten, insbesondere in der Alchemie, die Legierung, das Feingehalt des Goldes und die Prägequalität überprüfen. Er stellte bald fest, dass er auch
10
mit exakteren Methoden der Münzfälscherei nicht
Herr werden würde. Als er das Amt des Münzmeisters übernahm, ließ er sich weitgehende Rechte einräumen. Er machte u. a. zur Bedingung, dass Münzfälscher mit dem Tod durch Erhängen und Vierteln (in
vier Stücke teilen) bestraft werden. Wurde ein Münzfälscher ergriffen, hatte er das Recht, ihn nach kurzem
Prozess umgehend zu liquidieren.
Das Herstellen von täuschend echt aussehenden
Münzen ist eine ebenso hohe Kunst wie das Herstellen echter Münzen. Die guten Münzfälscher waren
daher fähige Leute. Der ehrgeizige Newton entwickelte sich zu einem geschickten Detektiv und er
wusste, wenn er nicht den besten Münzfälscher seiner Zeit – er hieß William Chaloner – ergreift und publikumswirksam bestraft, wird er der Münzfälscherei
nicht Einhalt gebieten. Am 16. März 1699 gelang ihm
das und Chaloner wurde sofort verurteilt und öffentlich liquidiert. Die Münzfälscherei in London kam
zum Erliegen.
Der Finanzkrise Einhalt gebieten
Was lernen wir daraus? Viele Staaten haben über
ihre Verhältnisse gelebt. Aktuell erleben wir eine unfassbare Geldvermehrung durch Transferleistungen
in Form von Zahlungsströmen und Bürgschaften,
die wir Steuerzahler letztlich aufbringen müssen.
Zwischen den Staaten innerhalb des EURO-Raums
werden Rettungsfonds entwickelt, deren beabsichtigte Wirkung bisher ausbleibt. Innerhalb von Staaten werden »systemrelevante« Geldinstitute durch
Beteiligung des Staates bzw. Ausgliederung von
»toxischen«, d. h. abschreibungsbedürftigen Wertpapieren in eine »Bad-Bank« [sic!] vor der faktisch exi-
© Dieter Schütz /pixelio.de
Da hilft nur
Newton!
Zeitläufte
stierenden Insolvenz bewahrt. Die verantwortlichen
Personen – Politiker wie Banker – sind zwar keine
Münzfälscher, aber sie haben unlauter gehandelt:
die Einen haben Geld ausgegeben, das sie nicht besaßen und die Anderen haben Risiken so atomisiert,
dass sie sogar für sie selbst nicht mehr erkennbar waren. Da hilft nur Newton! Nur durch wirklich robuste
Schritte und der tatsächlichen persönlichen Haftung
von Politikern und Bankern, die öffentlich spürbar
und sichtbar sein muss, können wir der Finanzkrise Einhalt gebieten. Die verantwortlichen Akteure
müssen ja nicht liquidiert werden, aber was spricht
gegen eine Rechenschaft und Verantwortung mit
persönlichen Konsequenzen? Sie wird in unserer Demokratie und in Manager-Unternehmen nicht wirklich praktiziert. Für seine Leistung, die Englische Währung wieder stabil gemacht zu haben, wurde Newton
1705 geadelt und nach seinem Tod durch ein Porträt
auf einem Geldschein geehrt.
Prof. Volkmar Liebig
Prof. Volkmar Liebig ist Professor für Entrepreneurship an der
Hochschule Ulm und Vorsitzender des Aufsichtsrats der avesco
Financial Services AG, Berlin
© Marjo/ morguefile.com
Gesellschaft
Scheitern. Es
kommt darauf an...
...WAS MAN DARAUS MACHT
Auf die Frage eines Journalisten hin, »ob die Enttäuschung darüber groß sei, an der Erfindung der
Glühbirne gescheitert zu sein«, soll Thomas Alva Edison erwidert haben, er sei nicht gescheitert, sondern
habe 1.000 Wege gefunden, wie man keine Glühbirne konstruiert. Am Wahrheitsgehalt dieser Anekdote lässt sich heute zweifeln, entscheidend aber ist
die Zielstrebigkeit mit der Edison seiner Forschung
nachging. Auch ohne einen Erfolgsmoment oder ein
funktionierendes Endprodukt sah er sein Tun nicht
als fruchtlos an. An der Konstruktion der Glühbirne
zu scheitern war für ihn nicht etwas Negatives, sondern vielmehr ein Ansporn. Diese Haltung ist nicht
selbstverständlich.
Gemeinhin verbindet man den Begriff des Scheiterns unmittelbar mit Erfolglosigkeit und Versagen.
Der Duden unterstützt diese Wahrnehmung. Demnach steht der Begriff "scheitern" stellvertretend dafür »ein angestrebtes Ziel oder Ähnliches nicht zu erreichen, bzw. keinen Erfolg zu haben«. Etymologisch
lässt sich scheitern von zerscheitern ableiten. Seit
dem 17. Jahrhundert ist das Wort synonym zu dem
11
Gesellschaft
Erleiden eines Schiffbruchs zu gebrauchen. Zu scheitern heißt ursprünglich in Stücke, eben Holzscheite,
zu zerbrechen.
Kein wirtschaftliches Scheitern?
Die Aussicht des Scheiterns lässt sich aus historischer
Sicht mit einem finanziellen Ruin und konsequenterweise auch mit einer existenziellen Bedrohung
gleichsetzen. Interessanterweise kennt das Gabler
Wirtschaftslexikon den Begriff »scheitern« nicht. Die
Abwesenheit des Begriffs scheint zu implizieren, dass
in jeder Situation die richtige Entscheidung getroffen werden kann. Das ist, vor dem Hintergrund von
Wirtschaftskrisen und ökonomischen Schwierigkeiten, geradezu blauäugig. Die Realität ist eine andere. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes
meldeten allein im Mai 2011 rund 2.600 Unternehmen Insolvenz an. Vor diesem Hintergrund gilt es,
ein differenzierteres Verständnis für wirtschaftliches
Scheitern zu entwickeln.
Seit dem 17. Jahrhundert gab es erhebliche gesellschaftliche Veränderungen. Im Zuge dessen lässt
sich festhalten, dass eine Fehlinvestition heutzutage
nicht mehr in dem Maße verheerend ist, wie noch vor
200 Jahren. Das heißt, wirtschaftliches Scheitern ist
nicht mehr unmittelbar an die Gefährdung der Existenz gebunden. Daher kann die Möglichkeit Dinge
auszuprobieren, auch auf die Gefahr hin zu scheitern,
stärker wahrgenommen werden.
Fehler erlauben, um Kreativität zu fördern
In unserer Gesellschaft erhält der Gedanke des »positiven Scheiterns« immer stärker Einzug. Vor allem
im nordamerikanischen Raum wird dieses Credo beherzt vertreten. Der Großkonzern Nike zum Beispiel
hat sich schon seit Jahrzehnten den Slogan Just do it
auf die Unternehmensstirn geschrieben. So wirbt der
Konzern unter anderem mit Sportlern, die aus ihrem
vermeintlichen Versagen die Motivation ziehen, sich
zu verbessern.
Gelegentlich lässt sich davon sprechen, dass nicht
erreichte Ziele eine Art von Innovationen freisetzen.
Im richtigen Umfeld scheint ein Scheitern geradezu
die Kreativität zu fördern. Der Grund dafür ist plausibel. Wem es erlaubt ist Fehler zu machen, probiert
lieber etwas aus und geht seinen eigenen Ideen nach.
Dass auch Misserfolgen ein Potenzial immanent
ist, wird immer stärker erkannt. Moderne Unternehmen, wie zum Beispiel Apple, weisen eine hohe Feh-
12
lertoleranz auf und spielen aus diesem Grund kreativ
ganz vorne mit. Zentral ist, dass man eine Strategie als
einen kontinuierlichen, adaptiven Prozess versteht,
in dem die Möglichkeit einbezogen wird, dass etwas
nicht funktioniert.
Resultate neutral betrachten
Einen Weg, die unüberschaubare Anzahl gescheiterter Experimente produktiv zu nutzen, zeigt das
»Journal of Unsolved Questions«, kurz JUnQ, auf. In
der Fachzeitschrift werden gescheiterte Experimente
und ungelöste Fragen publiziert. »Es ist wirklich nicht
so, dass die Leute gerade Schlange stehen, um ihre
missglückten Experimente bei uns zu veröffentlichen«, sagt Thomas Jagau, einer der Gründer der
Fachzeitschrift in einem Interview mit dem ZDF. »Das
ist schade«, findet Mitgründerin Leonie Mück, »denn
für andere Wissenschaftler können diese Informationen sehr wertvoll sein. Sonst verschwenden sie womöglich viel Zeit und Mühe damit, Fehler zu wiederholen, die andere schon vor ihnen gemacht haben.»
Nach Aussage der Gründer ist es daher das erklärte
Ziel, JUnQs Daten und Aufzeichnungen zu veröffentlichen, die normalerweise nicht publiziert werden.
Diese könnten für andere Wissenschaftler sehr wertvoll sein. JUnQ steht somit stellvertretend für den Ansatz, dass das Wesen der Wissenschaft dem Scheitern
entspringt.
Es lässt sich festhalten, dass auch hierzulande die Toleranz gegenüber dem Scheitern wächst,
Fehlschläge werden mittlerweile gesellschaftlich
akzeptiert und vor allem nicht mit einem Scheitern
im historischen Sinn des Wortes gleichgesetzt. Unter
diesen Voraussetzungen ist es heutzutage möglich
und sogar wirtschaftlich erforderlich, neue Wege zu
beschreiten; denn bahnbrechenden Erkenntnissen
gehen oft tausende von gescheiterten Experimenten
voraus. Das wusste schon Thomas Edison.
Johannes Krija
Literatur:
www.junq.info
ZDF heute
Persönlichkeit
© Neutron Games
Najem Wali
Spielend zum
Erfolg
Das Start-Up unternehmen neutron games
Björn Kaminski sieht aus wie junge IT-Gründer in
Filmen auszusehen haben: Hemd über der Jeans
und tiefenentspannt. Nur die hellwachen Augen
hinter der Brille deuten auf die geballte Energie hin,
die entfesselt wird, wenn es um sein Produkt geht.
Dann steht das Nordlicht Kaminski in Flammen und
er erzählt davon, wie sein Freund und Kommilitone
Gregor Ilg, nach einem Kreuzbandriss monatelang
ans Sofa gefesselt war. Der leidenschaftliche Handballer suchte nach Computerspielen aus seinem Sportbereich, fand aber nichts. Er recherchierte, telefonierte mit Vereinen und am Schluss stand fest: Er war
auf eine Marktlücke gestoßen. »Weltweit gibt es ca.
19 Millionen Handballer, von denen der Eine oder
Andere gerne auch mal Computer spielt. Da dachten
wir uns - wenn das kein Markt ist«, erzählt Kaminski
vom ersten Schritt ins Unternehmertum.
Die Kommunikationsstudenten bewarben sich
bei der uniinternen Gründungsinitiative der Hochschule, PROFUND, und erhielten 90.000 Euro Startkapital und einen Coach, der ihnen half, den Businessplan zu erstellen: »Ein Büro hat die Familie
beigesteuert und wir haben mit einem kleinen Team
angefangen einen Trailer zu entwickeln, um Geldgebern zeigen zu können, wie das Spiel aussehen wird«,
erzählt Kaminski. Es stellte sich schnell heraus, dass
Berlin für ein Games Start-Up ein gutes Pflaster ist.
Verschiedene Einrichtungen hatten bereits Ansiedlungen der boomenden Branche wie Random Labs
mit 90 Mitarbeitern, Morgens Studios mit 50 Mitarbeitern oder Wooga Berlin gefördert, das gerade
mit dem »Start Up of the Decade Award« der Gründerszene ausgezeichnet wurde.
Der Trailer, den die Gründer unter dem Label
Neutron Games zeigten, begeisterte die Investoren.
Neutron Games sammelte Geld vom Medienboard
Berlin-Brandenburg, der Investitionsbank Berlin und
privaten Investoren ein. Dieses Kapital steckte das
Team in die Entwicklung von Trainingsspielen, die
einzeln gespielt werden können, sich dann aber zu
einem ganzen Spiel zusammen setzen lassen.
»Unser Game besticht durch viele Aspekte des
realen Trainings, die wir für das virtuelle Spielen
adaptiert haben. Zum Beispiel haben wir ein Zielkreuz entwickelt, von dem Testspieler sagen, dass
sie jetzt auch im realen Spiel mit Zielkreuzvorstellungen arbeiten. So profitiert das Reale vom Virtuellen und umgekehrt«, freut sich Kaminski. Auffällig
ist auch das reale Aussehen der Figuren. »Es ist kein
Wunder«, sagt Kaminski, »dass viele Figuren sich wie
Nachwuchsspieler der Berliner Füchse bewegen. Sie
wurden nämlich mit dem Motion Capture-Verfahren,
d. h. mit Infrarot-Kameras, gefilmt und die Bewegungen in das Spiel übertragen.«
Inzwischen arbeiten bei Neutron Games fünfzehn
Angestellte und Freelancer. Je nach Arbeitsaufwand
kommen noch weitere freie Mitarbeiter hinzu. Das
Unternehmen steuert einen soliden, langfristigen
Entwicklungskurs an, indem die Zielgruppe mit immer neuen Herausforderungen, sprich Minispielen,
langfristig bei der Stange gehalten wird. Das erste
Vollpreisspiel mit Namen IHF Handball Challenge 12,
das Ende Oktober veröffentlicht wurde, war dabei nur
ein erster Schritt in Richtung einer jährlichen Produktreihe. Denn die klugen Gründer haben schon neue
Nischen ausgemacht: Beachvolleyball und Volleyball
zum Beispiel sind virtuell noch nicht zu spielen. »Es
ist also noch Luft nach oben«, lächelt Kaminski, »sei
es beim Verkauf virtueller Güter wie Trikots oder bei
Handballspielen für Playstation 3 und andere Konsolen«. Dabei sieht er so kampflustig aus, als liefe er
gerade zum Turnierstart auf.
Christiane Meyer-Ricks
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Leben
© Krongut Bornstedt, Landeshauptstadt Potsdam_Ursula Görtz
Das Krongut
Bornstedt
Romantischer Weihnachtsmarkt in
historischer Umgebung
Wer sich in der Vorweihnachtszeit etwas ganz Besonderes gönnen möchte, der sollte einen Besuch
auf dem Weihnachtsmarkt des Krongutes Bornstedt
in Potsdam einplanen. Seit mir Freunde vor einigen
Jahren den Weihnachtsmarkt gezeigt haben, komme
ich jedes Jahr und bin immer wieder aufs Neue begeistert. Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen,
allen Transparentlesern den romantischen Weihnachtsmarkt in dem denkmalgeschützten Potsdamer Areal von Herzen zu empfehlen.
Das Krongut ist Teil der UNESCO-Weltkulturerbestätten und fügt sich in das Ensemble der berühmten
Schlösser und Gärten der Stadt Potsdam ein. Nur
400 m vom Schloss Sanssouci entfernt, lädt das Krongut alljährlich zum romantischen Weihnachtsmarkt
im historischen Innenhof ein. Hier bieten Händler,
ohne den üblichen Rummel, in festlich beleuchteten
Holzhütten regionale Spezialitäten, Kunsthandwerk,
weihnachtliche Accessoires, saisonale Mode, duftende Leckereien und ausgefallene Geschenkideen
an.
Die Liebe zum Detail und das wunderschöne historische Ambiente setzen sich von den üblichen
Angeboten dieser Jahreszeit deutlich ab. Durch die
Größe des Areals wird es nie zu voll und man kann in
Ruhe an preußischem Handwerk, wie der Königlichen
Hofbäckerei oder der Havelland-Keramik, vorbeischlendern. Außerdem gibt es eine Schmuckwerkstatt, einen Hoffloristen, einen Barbier und Salons für
historische Mode. Seit 1689 bis heute wird hier das
leckere Bornstedter Büffelbier gebraut. Darüber hinaus wird an den Adventswochenenden ein Bühnenprogramm mit Chören, Bläsergruppen und moderierten Spielen geboten. Im Zinnfigurenmuseum
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kann man unter fachmännischer Anleitung eigene Figuren gießen und diese bemalen. Kinderprogramme
auf der Bühne, der Besuch des Weihnachtsmannes
sowie ein Lebkuchen-Hexenhaus der Königlichen
Hofbäckerei erfreuen sich großer Beliebtheit bei den
großen und kleinen Gästen. Kulinarische Köstlichkeiten und gastronomische Spezialitäten der Region werden an den Marktständen, im Brauhaus und
in einer Weinhandlung auf dem Krongut angeboten. Beeindruckt hat mich in den letzten Jahren die
musikalische Untermalung dieses stimmungsvollen
Ambientes mit deutschen und internationalen Weihnachtsliedern.
Aber nicht nur im Winter lädt das ehemalige
Mustergut der Hohenzollern-Familie zum Markt. Zu
den Höhepunkten im Veranstaltungskalender gehören auch das Oktoberfest, die jährliche Karnevalsfeier, der Ostermarkt, das Pfingstfest und der Aufmarsch der Potsdamer Riesengarde »Lange Kerls«.
Besonders beliebt bei den erwachsenen Besuchern
sind die Handwerksgeschäfte und Hofläden. Meine Kinder waren allerdings mehr von den Gutshoftieren und dem Spielplatz begeistert. Auch die Vogelvoliere an der Seeterrasse hat die Kinder lange
beschäftigt.
Das Krongut ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region und wird jährlich von ca. einer halben Million Touristen besucht. Sogar Queen Elisabeth
II. und ihr Gemahl Prinz Philipp waren im November
2004 da. Vielleicht haben Sie jetzt Lust bekommen
auf einen königlich-romantischen Weihnachtsmarktbesuch des Krongutes Bornstedt. Und vielleicht treffen wir uns ja dort. Das würde mich sehr freuen.
Dirk Schneider
Intern
Herzlich Willkommen im avesco
team
Johannes Krija
Seit September 2011 unterstützt Johannes Krija als
Werksstudent das Marketing-Team. Herr Krija studiert an der FU-Berlin Angewandte Literaturwissenschaft und wird avesco vorerst bis zu seinem Abschluss 2013 tatkräftig unterstützen.
Während seines Studiums arbeite er beim Deutschen Bundestag im Referat Presse und Kommunikation und bei einem englischsprachigen Magazin,
welches den Autorennachwuchs fördert. Sein Interesse an PR und Kommunikation, in Verbindung
mit der Finanzbranche, führte ihn zu avesco. »Meine
Erwartungen an meine Zeit hier? Ich möchte gerne
daran mitwirken, dass avesco weiterhin erfolgreich
am Markt agiert. Auf jeden Fall möchte ich meine Erfahrungen im Umgang mit der Erstellung von Konzepten machen und außerdem ein Verständnis für
wirtschaftlich nachhaltiges Handeln entwickeln«,
sagt Herr Krija. »Besonders spannend finde ich es, an
der avesco Transparent mitzuarbeiten. Ich denke, hier
kann ich die Erfahrungen aus meinem Studium und
früheren Tätigkeiten mit einfließen lassen.« In seiner
Freizeit liest er viel, geht gern auf Reisen und interessiert sich für Literatur.
Isabelle Seeger-Armbruster
Auch das Wertpapiercontrolling Team hat einen neuen Praktikanten an der Seite. Seit August diesen Jahres unterstützt Isabelle Seeger-Armbruster das Team
bei den täglichen Aufgaben. Frau Seeger-Armbruster
studiert im letzen Semester BWL mit dem Schwerpunkt Finanzierung und Management in KMUs. »Ich
bin im Internet auf die Stellenausschreibung gestoßen und fand die Beschreibung der Aufgaben sehr
interessant. Mein Interesse an der Finanzbranche
und die Möglichkeit bei einem unabhängigen Finanzdienstleister zu arbeiten, passen perfekt zusammen«, erzählt die gebürtige Stuttgarterin.
Die Erwartungen an ihr Praktikum haben sich
bereits erfüllt: »Mein Wunsch war es, praktische Einblicke in das Geschäft eines Vermögensverwalters
zu bekommen. Über das Thema geschlossene Beteiligungen, welches für mich persönlich sehr interessant ist, habe ich viel erfahren und gelernt. Besonders informativ fand ich, wie ein Fonds gemanagt
wird und was es hier für Besonderheiten gibt«, sagt
sie. Frau Seeger-Armbruster wird bis Ende Januar das
Team unterstützen und danach ihre Bachelorarbeit
schreiben. Ihre Hobbies sind neben Reisen und andere Kulturen kennenlernen, sportliche Tätigkeiten
wie Schwimmen, Radfahren und Snowboarden.
Miriam Richter
Herzlich
Willkommen
Neue Gesichter bei avesco
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Bildarchiv und Bildquellen:
Titel: © Laggner Gruppe, Seite 4: © Marco Barnebeck /
pixelio.de, Seite 5: © DOOGOOD, Seite 8: © Make-A-Wish
Seite 10: © Dieter Schütz / pixelio.de,
Seite 11: © Marjo / morguefile.com, Seite 13: © Neutron
Games, Seite 14: © Krongut Bornstedt, Landeshauptstadt
Potsdam: Ursula Görtz
© 2011 avesco Financial Services AG
ISSN 2193-2115
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Seele and Geist
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