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Altbau : Was tun sprach „Zeus“ - Die neue Quadriga

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Altbau : Was tun sprach „Zeus“
Aufstockung eines Bungalows in Holzrahmenbauweise – Wohnhaus Dietzel
Als die Bauherren das Grundstück mit dem bestehenden Bungalow erwarben, war zunächst nur
eines klar: Eine Aufstockung muss her und die
Betriebskosten sollen niedrig sein !
Mit dieser Aufgabenstellung traten die Bauherren
an den Architekten heran. Die klare Form des Altbestandes sollte erhalten bleiben und die statisch
günstigste Lösung war es, die Aufstockung in
Holzrahmenbauweise zu realisieren. Energetisch
kam diese Lösung auch der Planung mit regenera-
Autor:
Dipl. Ing. Jörg Sadlowski,
Wesel
Idyllisch im hinteren
Bereich eines großen
Grundstückes gelegen wurde das Gebäude früher vom
Gärtner des ehemaligen
Eigentümers bewohnt.
Alter Baumbestand und der
Blick Richtung Feld und
Wald rundeten die Entscheidung der Bauherren
das Haus zu kaufen ab.
Die Prüfung
Wie häufig bei Bauten
dieses Jahrganges treffen die
Architekten immer wieder
auf die selben Probleme :
● Geringe bis keine Wärmedämmung,
● schwierige statische Verhältnisse,
● geringer Platz für heutige
Lebensverhältnisse.
Der aus den 60er Jahren
stammende Bungalow wurde überwiegend aus Porenbetonwandelementen errichtet, und auch die Hohlkammerdecke des Bestandes ließ sich nur schwer in
ein statisches Gesamtkonzept einbinden. Eine geeignete Wärmedämmung fehlte gänzlich und die rund 82
qm Wohnfläche reichten
auch nicht für die Lebensverhältnisse der Bauherren
aus.
Nach Prüfung des Bestandes war schnell klar,
dass nur eine Konstruktion
für die gewünschte Aufstockung angestrebt werden
konnte, die gleichermaßen
leicht ist und eine optimale
Wärmedämmung in sich
vereint. Auch der Umstand,
dass das bestehende Erdgeschoss durch eine kurze
Bauzeit der Aufstockung
vor der Witterung geschützt
werden sollte, ließ die Wahl
eindeutig auf eine Holzrahmenkonstruktion fallen.
Planung / Grundriss
Es wurde bewusst versucht, einen Kontrast zwischen der umliegenden
bestehenden Bebauung und
der Umbaumaßnahme zu
erzeugen. Nach anfänglichen Widerständen seitens
der Baubehörde wurde
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Dachgeschoss
Kellergeschoss
allerdings eine gute Lösung
gefunden. So hebt sich der
Bau deutlich durch die vom
Bauherren gewünschten
Farben von der Umgebung
ab und die Kante in der
Fassade macht klar, wo der
Altbau aufhört und die
neue Aufstockung anfängt.
Die bestehenden Erdgeschossbereiche des Bestandes sind umstrukturiert
worden, in ihrer Grundrissstruktur aber erhalten geblieben. Ergänzt wurde das
Erdgeschoss durch einen
wintergartenähnlichen
Anbau, in dem der Essbereich untergebracht wurde.
Durch den Abbruch von
Fenster- und Brüstungselementen der Küche und des
Wohnzimmers wurden die
Hauptbereiche des täglichen Lebens und der Kommunikation (Wohnen,
Essen, Kochen) in einer
offenen Grundrissstruktur
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zusammengefasst. Angrenzend an den Wohnbereich
befindet sich ein kleines
Büro mit einer direkten
Verbindung zum Wohnbereich.
Die fehlende Treppe in
das neue Dachgeschoss
wurde in den neu geschaffenen Eingangsbereich integriert. Die vorhandene
Decke wurde komplett entfernt, so dass man einen
verglasten Eingangsbereich
vorfindet, der sich über beide Geschosse erstreckt.
Die einläufige Stahl-Holztreppe fügt sich harmonisch
in den Raum ein und als
Akzente sind blaue LED’S
in die ca. 5,30 m hohe
Decke des Dachgeschosses
eingelassen.
Im Dachgeschoss der
Aufstockung wurde die
ursprüngliche Form des
Erdgeschosses wieder aufgenommen, so dass sich über
Erdgeschoss
Dachgeschoss
Dachgeschoss
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Architektur
Architektur
dem Anbau des Erdgeschosses nun ein Freisitz
findet, der von zwei Schlafzimmern aus begehbar ist.
Das großzügige Bad
besticht durch seinen
Dachaufbau, der um die
Gebäudeecke geführt wurde, so dass man einen fast
komplett von Dachschrägen befreiten Raum vorfindet. Das Kellergeschoss
wurde in seiner Nutzung
nicht verändert, aber an
den Außenwänden mit
einer Perimeterdämmung
versehen.
Ökologie / Baustoffe
Dem ökologischen Gedanken folgend wurden die
einzelnen Schritte der Baumaßnahme überdacht und
auf ihre wirtschaftliche
Machbarkeit hin überprüft.
Im Zuge der Baumaßnahme
wurden für die Fassade im
Erdgeschoss und für die
Heizungstechnik innovative
und ökologisch wertvolle
Lösungen gesucht und gefunden. So wurde z. B. die
Dämmung des Erdgeschosses nicht aus herkömmlichen Dämmstoffen, sondern aus Gutex realisiert
und mit einer BodenDeckelschalung passend zur
Aufstockung neu verkleidet. Die Aufstockung ist
mit einer Zellulosedämmung versehen und die
Eindeckung des Daches
besteht aus Tondachziegeln.
Die Farben des Putzes und
der Boden-Deckelschalung
sind umweltfreundlich
abbaubar.
SchnittAA
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Schnitt BB
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5/2006
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Architektur
Architektur
war dies kein Problem, da
dieses ja neu errichtet wurde. Im Erdgeschoss war das
schon schwieriger. Dank
einer guten Beratung wurde
der bestehende Bodenaufbau entfernt und durch
einen Sanierungsaufbau mit
sehr effizienter Wärmedämmung ersetzt, so dass man
bei einer Fußbodenmehrhöhe von ca. 1,5 cm eine
Fußbodenheizung einbauen
konnte.
■
Projektdaten
Heizsystem
Die Auswahl des passenden Heizungssystem war
dabei wohl eine der schwereren Entscheidungen. Es
war klar, dass es eine Wärmepumpe werden würde.
Aber welche?
Die Wahl fiel auf eine
Luft / Wasser-Anlage die mit
einer Lüftungsanlage zur
Wärmerückgewinnung
kombiniert wurde.
Um in Spitzenzeiten eine
optimale Erwärmung des
Brauchwassers zu gewährleisten, wurde zusätzlich im
Wohnraum ein Kaminofen
errichtet, durch den Wasser
geleitet und erwärmt wird.
Durch diesen Kreislauf
kann auf einen Heizstab,
wie ihn viele Anlagen benutzen, verzichtet werden.
Die logische Konsequenz
aus der Planung des Heizsystems war es nun, eine
Fußbodenheizung in das
neue Konzept einzubinden.
Im Dachgeschossbereich
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Planung:
Mai 2004 bis Juli 2004
Ausführung:
Oktober 2004 bis Juni 2005
Architekt:
Dipl. Ing. (FH) Jörg Sadlowski
Am Schepersfeld 13
46485 Wesel
Tel: +49281 / 1638889
Fax: +49281 / 1638898
e-mail:
joerg_sadlowski@t-online.de
www.architekt-sadlowski.de
Bauherr:
Bettina Dietzel und
Manfred Schramm, Wesel
Kennzahlen:
Umbauter Raum:
985 m3
Nettowohnfläche:
171 m2
Nettonutzfläche:
97 m2
Bruttogeschossfläche:
227 m2
Kompaktheit A/V:
0,76 l/m
Beteiligte Planer:
Statik und Holzbau
Kampshoff GmbH, Bocholt
Wärmeschutz:
Dipl. Ing. Kilian Zenz,
Schermbeck
Heiztechnik:
Rainer Valtwies, Rhede
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Bildung
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