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1 Micha 6,6-8 27.10.2013 Was Gott von uns erwarten kann Micha

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Micha 6,6-8
27.10.2013
Was Gott von uns erwarten kann
Micha lebte in bewegten Zeiten. Er und seine Zeitgenossen erlebten dramatische und tiefgreifende Umbrüche. Es war die Zeit, als die Assyrer den Orient beherrschten. Wie sein Kollege Jesaja musste Micha Gottes
Gericht für Israel verkünden. Und er konnte hautnah miterleben, wie sich seine Vorhersagen bis ins Detail
erfüllten. Samaria, die Hauptstadt des Nordreiches viel nach dreijähriger Belagerung in die Hände der Assyrer. Die Soldaten plünderten und zerstörten die Stadt, sie wurde, wie von ihm vorausgesagt, zu einem einzigen Trümmerhaufen. Die geschnitzten Götzenbilder wurden zerschlagen und verbrannt. Und die Bevölkerung der Stadt und des ganzen Landes hat man nach Assyrien verschleppt. Damit war das Nordreich, Israel,
ausgelöscht. Man muss sich das einmal vorstellen. Das Brudervolk nebenan ist plötzlich nicht mehr da, ausgelöscht nur noch rauchende Ruinen. Das war 721 vor Christus. Seit dem gibt es nur noch Juda, den Südstaat, mit der Hauptstadt Jerusalem. Und dieser kleine Rumpfstaat, alles was von dem einst stolzen Israel
geblieben ist, schrammte 20 Jahre später knapp an der nationalen Katastrophe vorbei. „Die Schläge des
göttlichen Gerichts kommen bis nach Juda“, schrieb er entsetzt, „sie reichen bis vor die Tore meines Volkes,
bis nach Jerusalem“. Innenpolitisch kämpften verschiedene Richtungen leidenschaftlich um die richtige
Strategie. Die einen sagten, man müsse sich von der assyrischen Oberherrschaft lösen und Ägypten anschließen. Andere warnten vor den dramatischen Folgen, die so eine Auflehnung gegen die Assyrer bedeuten würde. Im Jahr 705 starb Sargon, der assyrische Herrscher. Diese Gelegenheit nutzten die unterdrückten Völker. Sie wagten den Aufstand, darunter auch Hiskia, der König Judas. Zunächst ging es gut, doch im
Jahr 701 zeigte Sanherib, der neue Machthaber in Assyrien, was er von solchen Unabhängigkeitsbestrebungen hält. Die benachbarten Hauptstädte Sidon und Askalon wurden erobert. Die Hauptstadt Ekron wurde
belagert. Eine ägyptische Armee rückte zur Befreiung an. Doch die Ägypter wurde von den Assyrern geschlagen und so fiel auch Ekron in die Hände der Assyrer. Nun lag das kleine Juda offen und ungeschützt vor
dem mächtigen assyrischen Heer. 46 Städte wurden geplündert, schrieb Sanherib in einer Inschrift, bis die
Armee schließlich vor den Toren Jerusalems stand. Hiskia musste sich unterwerfen, und einen teuren Tribut
bezahlen. Das Land entging durch Gottes Eingreifen nur knapp der Katastrophe.
Man kann sich kaum vorstellen, wie sich diese dramatischen Ereignisse auf die Menschen in jener Zeit ausgewirkt haben. Von den politischen und geistlichen Führern war keine Orientierung zu erwarten. Die Politiker machten, was sie in ihrer Klugheit für richtig hielten. Nach dem Willen Gottes wurde nicht gefragt. Die
Wirtschaft machte sich ihre eigenen Gesetze, sie waren geprägt von Gier, Geiz, Betrug und Rücksichtslosigkeit. Was Micha in seinem Buch schildert, würde man heute „Raubtierkapitalismus“ nennen. Die Reichen
wurden immer reicher und das auf Kosten der Ärmsten und Schwachen. So war das Leben der Menschen
geprägt vom Kampf ums Dasein. Nach Gott wurde nicht mehr gefragt, warum auch. Er hatte diese schrecklichen Dinge zugelassen. Was sollte man von Gott noch erwarten? Sie lebten Gottvergessen, später fragt
Gott einmal: „womit habe ich dich ermüdet?“ Sie waren müde geworden in ihrem Glauben an Gott. Natürlich gab es noch die religiösen Feiertage und Feste. Natürlich feierte man noch Gottesdienste. Aber auf das
alltägliche Leben hatte das keine Auswirkungen. Und so auf sich selbst gestellt, kämpfte jeder für sich um
ein bisschen Geld und Ansehen und Macht und wenn es ging auch um ein bisschen Genuss. Jeder versuchte
so gut wie möglich, etwas von Kuchen abzubekommen. Für die Armen und die schwächsten in der Gesellschaft, für die Witwen und die Waisen, hatte man keinen Blick.
In diese Zeit bekommt Micha eine merkwürdige Schau. In Kapitel 6 berichtet er davon. Gott meldet sich
und inszeniert eine Gerichtsverhandlung. Zunächst wirkt es so, als sitze Gott auf der Anklagebank. Gott
stellt sich in dieser Gerichtsverhandlung der Anklage seines Volkes. „Nur zu!“, ruft Gott, „Klagt mich doch
an und lasst die Berge und Hügel Zeugen unseres Rechtsstreites sein.“ Doch dann wendet sich die Situation.
Gott geht aus der Verteidigung in den Angriff über. Nun ist er der Ankläger seines Volkes: „Mein Volk, was
habe ich dir zuleide getan und womit habe ich dich ermüdet? Antworte mir! Denn ich habe dich aus Ägypten geführt und aus der Sklaverei befreit.“ Und so zählt Gott seinem Volk auf, was er alles Gutes für sie
getan hat. „Erinnere dich, damit du erkennst, was ich dir Gutes getan habe.“
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Dieser Prozess bewirkte etwas, was Propheten sonst eher selten erleben. Die Menschen sind betroffen.
Erschüttert und getroffen fragen sie: „Wie kann ich wieder mit dem Herrn ins Reine kommen, wie kann ich
mich vor dem erhabenen Gott beugen?“ Interessant, hier spricht der Einzelne. Vor Gott steht jeder für sich.
Keiner kann sich hinter den anderen verstecken und sagen, „Der war’s!“ Der angeklagte Mensch steht nun
vor seinem Gott und fragt den Propheten, wie er seine Schuld wieder gut machen kann. „Wie kann ich mich
vor dem erhabenen Gott beugen?“ fragt er. Plötzlich merkt er, „Ich habe zu klein von Gott gedacht. Ich
habe Gott gering geachtet. Gott war für mich Nebensache, religiöses Beiwerk für ein gutes Gefühl. Aber
Gott ist der Erhabene. Ich muss mich vor ihm verantworten. Wie kann ich mit meinem Gott ins Reine kommen?“ Und nun bietet der Mensch Gott Opfer an. „Soll ich ihm ein Brandopfer von einjährigen Kälbern
darbringen? Hat der Herr Gefallen daran, wenn ich ihm 1.000 Widder darbringe? Vielleicht reicht das einjährige Kalb ja nicht. Dann gebe ich 1000 Widder.“ Der Mensch merkt, meine Schuld ist so groß, wie kann
ich sie wieder gut machen? Er bietet noch mehr: „Unermessliche Ströme von Öl?“ Der Mensch geht sogar
so weit, dass er bereit ist, sein Kind zu opfern. „Soll ich ihm meinen erstgeborenen Sohn opfern, um mein
Unrecht zu sühnen, meine Kinder als Opfer darbringen, um die Schuld meines Lebens wieder gutzumachen?“
Erstaunlich, da ist ein Mensch bereit, 1000 Widder zu opfern oder unermessliche Ströme von teurem Öl, ja
er würde sogar sein Kind opfern, nur um mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Wenn das keine echte Buße
ist! Nein, ist es nicht. Denn welche Auswirkungen hätten diese Opfer auf sein Leben? Wie sähe sein Leben
aus, wenn er 1000 Widder oder Ströme von Öl oder sogar sein Kind geopfert hätte? Wäre er dann einfach
mit Gott quitt? Micha, der Prophet, gibt Antwort. Er spricht aus, was Gott möchte.
"Man hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und
Güte zu lieben und bescheiden zu gehen mit deinem Gott?"
„Mensch, du weißt, was zu tun ist.“, antwortet Micha, „Gott hat es dir schon lange gesagt. Gott hat dir gesagt, was er von dir erwartet. Er erwartet, dass du Gutes tust. Dass du dich für Recht und Gerechtigkeit
einsetzt. Dass du gütig und barmherzig mit deinen Mitmenschen umgehst. Und dass du demütig mit einem
Gott lebst.“ Damit traf Micha den Nerv. Das war der Schwachpunkt. Der Mensch war bereit, große Opfer zu
bringen, damit er mit Gott wieder im Reinen ist. Aber das will Gott nicht. Gott möchte etwas ganz anderes.
Seine Rechte sollen eingehalten werden. Die Menschen sollen barmherzig miteinander umgehen. Und der
Mensch soll in totaler Abhängigkeit zu ihm leben. Gott erwartet also keine Frömmigkeit. Das ist unser erster
Reflex, wenn wir mit unserer Schuld konfrontiert werden. Wir bitten um Vergebung und dann bieten wir
Gott unsere Opfer an. Ich will jetzt mehr in der Bibel lesen. Ich will länger beten, jeden Tag mindestens eine
halbe Stunde. Ich will wir mehr für dich tun. Ich werde mehr spenden. Aber Gott sagt: Das will ich nicht.
Denn dadurch ändert sich dein Verhalten nicht. Dein Leben soll sich ändern. Ich will keine bessere Frömmigkeit, sondern einen besseren Alltag.
Das können wir übrigens auch bei den anderen Propheten beobachten. Bei Amos sagt Gott (5,23ff): „Ich
hasse und verachte eure religiösen Feste und kann eure feierlichen Zusammenkünfte nicht riechen. Ich
will eure Brand- und Speiseopfer nicht haben; die Friedensopfer eurer Mastkälber will ich nicht sehen!
Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises! Eure Anbetungsmusik werde ich mir nicht anhören. Stattdessen
will ich Recht fließen sehen wie Wasser und Gerechtigkeit wie einen Fluss, der niemals austrocknet.“
Recht und Gerechtigkeit stehen bei Amos für soziale Gerechtigkeit. Gott sagt also: Spart euch eure Gottesdienste und eure Anbetungszeiten. Kümmert euch stattdessen um die Rechte der sozial Schwachen. Danach könnt ihr anbeten.
Die Botschaft Jesajas geht in die gleiche Richtung. Gleich im ersten Kapitel (1,11ff) spricht Gott durch ihn:
„Hört auf, mir solche verlogenen Opfer zu bringen. … Ich verabscheue eure Feste …, sie sind mir zuwider.
… Wenn ihr nun eure Hände erhebt, werde ich meine Augen von euch abwenden. Betet, so viel ihr wollt,
ich werde nicht hinhören. Eure Hände sind blutbefleckt. Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen. Hört auf, Schlechtes zu tun und lernt, Gutes zu tun. Schafft Recht, weist Übeltäter zur Ordnung. Verhelft den Waisen zu ihrem Recht. Tretet für die Witwen ein.“
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Witwen und Waisen sind im Alten Testament ein stehender Begriff für die sozial Schwachen, für die Rechtlosen, für die, die auf Kosten der Reichen ausgebeutet werden. Im 5. Buch Mose, Kap. 10 sagt Mose, was
Gott von seinem Volk erwartet: „Was verlangt der Herr, dein Gott, von dir? Er verlangt von dir nur, dass
du ihn achtest, dass du nach seinem Willen lebst, dass du ihn liebst und ihm mit ganzem Herzen und mit
aller Kraft dienst. Außerdem sollst du den guten Geboten und Vorschriften des Herrn, die ich dir heute
gebe, gehorchen. Und dann betont Mose, mit was für einem Gott sie es zu tun haben: Der Herr, euer Gott,
ist der Gott aller Götter und der Herr aller Herren. Er ist der große Gott, mächtig und Ehrfurcht gebietend,
unparteiisch und unbestechlich. Er verhilft Witwen und Waisen zu ihrem Recht. Er liebt die Ausländer
und gibt ihnen Nahrung und Kleidung. Es ist erstaunlich, wie oft in der Bibel von Armut und sozialer Gerechtigkeit die Rede ist. Gott stellt sich auf die Seite der sozial Schwachen.
Auch Jesus sprach davon: In Matthäus 23 warnt der die Frommen seiner Zeit vor einer falschen Frömmigkeit. (Mt 23,23) „Euch Schriftgelehrten und Pharisäern wird es schlimm ergehen. Ihr Heuchler! Sorgfältig
achtet ihr darauf, auch noch vom geringsten Teil eures Einkommens den zehnten Teil abzugeben, doch
um die wahrhaft wichtigen Dinge des Gesetzes wie Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glauben kümmert
ihr euch nicht. Ihr sollt den Zehnten geben, gewiss, aber ihr dürft die viel wichtigeren Dinge darüber nicht
vernachlässigen. Diese wichtigen Dinge sind für Jesus Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glaube. Im Grunde
nennt Jesus hier die drei gleichen Dinge wie schon Micha: „Recht üben“, das ist bei Jesus „Gerechtigkeit“,
„Güte zu lieben“, das ist das gleiche wie „Barmherzigkeit“ und „bescheiden zu gehen mit deinem Gott“, ist
die Art, wie wir glauben sollen. Darauf kommt es an, sagt Jesus. Weiter warnt Jesus in diesem Zusammenhang davor, dass wir uns in unserem frommen Klein-Klein verlieren. Ihr siebt euer Wasser durch, damit ihr
nicht aus Versehen eine Mücke verschluckt, und dann verschluckt ihr ein Kamel! Die wesentlichen Dinge
sind Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glaube.
Solche Sätze von Micha, Jesaja, Amos und auch von Jesus machen unsere reformatorisch geprägten Seelen
nervös. Wo bleibt die Rechtfertigung allein aus Glauben? Wo bleibt die Versöhnung durch das Kreuz? Fast
könnte man meinen, hier wird ein soziales Evangelium gepredigt. Wenn man Micha ernst nimmt, würde
das bedeuten: Kümmert euch um soziale Gerechtigkeit, seid alle lieb zueinander und ihr seid mit Gott im
Reinen. Wo bleibt hier das Kreuz? Und können wir diesen atl. Text einfach so auf uns beziehen? Ja, denn
Jesus hat das Gesetz des AT nicht aufgehoben. Er hat es erfüllt. Und er hat uns mit Gott versöhnt, damit wir
nun nach diesen Anweisungen leben können. Ja, wir sind geradezu verpflichtet, so zu leben, weil wir mit
Gott versöhnt sind. Paulus schreibt im Brief an die Römer, Kap 12,1-2: „Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll. Deshalb
orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott
durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott
von euch will: Es ist das, was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht. Paulus sagt
im Grunde nichts anderes als Gott bei Micha, nur dass wir schon mit Gott versöhnt sind, durch das Kreuz.
Wir brauchen Gott nichts mehr zu opfern. Es kommt nicht auf unsere Frömmigkeit im Gottesdienst und in
der stillen Zeit an. Unser ganzes Leben ist ein Gottesdienst. Dieser neue Lebensstil, der sich am Willen Gottes orientiert unterscheidet sich total vom Denken unserer Zeit. In unserer Zeit will jeder für sich das Beste.
Gott erwartet von uns das Gute. Und das Gute ist: "Man hat dir mitgeteilt, Mensch, was gut ist. Und was
fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu gehen mit deinem
Gott?"
Mit „Recht üben“ meint Gott nicht, seine Gebote halten. Wenn Gott Geboten halten meint, dann spricht er
von Geboten oder Weisungen. In „Recht üben“ ist natürlich mit eingeschlossen, dass die Gebote gehalten
werden. Aber wenn es nur um Gebote ginge, würde es bedeuten, dass wir rechtschaffen leben. Dass wir
uns moralisch nichts zu Schulden kommen lassen. Gott meint hier aber, dass wir aktiv für das Recht eintreten. Recht und Gerechtigkeit ist die Grundforderung Gottes im Gesetz und bei den Propheten. Es geht darum, dass alle Menschen zu ihrem Recht kommen. Dass sie den Lebensraum und die Lebensmittel bekommen, die sie nötig haben. Es geht um einen gerechten Lohn für geleistete Arbeit und um menschenwürdige
Arbeitsbedingungen. Es geht um das Lebensrecht der Ungeborenen, um das Recht, dass Pflegebedürftige
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und Alte, eine würdige Pflege erhalten. Es geht darum, das Behinderte und sozial schwache am Leben teilhaben können. Und es ist Gott ein großes Anliegen, dass Fremde bei uns Schutz und Hilfe finden. Gott
selbst setzt sich in seinem Wort für die Rechte der Schwachen ein. Und das erwartet er auch von uns.
Doch das soll für uns nicht einfach eine nötige Pflicht sein. Wir sollen es von Herzen tun. Daher der Hinweis
auf das Zweite: „die Güte lieben“. Man könnte auch sagen, die Barmherzigkeit lieben. Das geht in zwei Richtungen. Einmal zu Gott. Gott ist uns gegenüber gnädig und barmherzig. Davon leben wir. Daraus entsteht
eine barmherzige Grundeinstellung unseren Mitmenschen gegenüber. Paulus sagt: Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erlebt habt… Das ist die Grundlage. Daher sollen wir barmherzig mit unseren Mitmenschen sein.
Besonders mit denen, die Not leiden. Denken wir an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. In seinem
Fazit fragt Jesus: Wem bist du der Nächste? Wer braucht deine barmherzige Hilfe?
Wie können wir das leben? Sind wir da nicht ständig überfordert? Bleiben wir nicht selbst auf der Strecke,
wenn wir uns für die Recht der Schwachen einsetzen und Notleidenden helfen? Wir sind dabei auf Gott
angewiesen. Das meint das Dritte: „bescheiden gehen mit deinem Gott“. Das heißt, wir erkennen unsere
Grenzen. Wir erkennen, alles, was wir sind und was wir haben, das ist ein Geschenk Gottes. Was wir besitzen und was wir können, das haben wir letztlich Gott zu verdanken. Das verpflichtet uns. Aber auch da sehen wir, wie wir mit unseren Möglichkeiten an Grenzen stoßen. Wir brauchen Gottes Güte und seine Hilfe.
Wir sind beim Helfen auch auf seine Hilfe angewiesen. Die wörtliche Übersetzung dieser Passage lautet:
„aufmerksam mitgehen mit deinem Gott“ Gott will uns mitnehmen. Jesus sagte: Folge mir nach. Wir sind
mit ihm unterwegs. Wir folgen seinen Spuren, wir wollen so leben, wie er gelebt hat. Aufmerksam fragen
wir nach seinem Willen für unser Verhalten.
Wie das praktisch aussehen kann, möchte ich an einem kurzen Videoclip zeigen. Es ist ein Video der „Micha-Gruppe Heidelberg“. Das sind Christen, die sich der sogenannten Micha-Initiative angeschlossen haben.
Diese Initiative geht auf dieses Bibelwort von Micha zurück. Die Micha-Initiative ist eine weltweite Kampagne, die Christen zum Engagement gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit begeistern möchte.
Sie engagiert sich dafür, dass die Millenniumsziele der Vereinten Nationen umgesetzt werden. Bis 2015 soll
weltweit Armut halbiert werden. Das sind große Ziele. Wie das mit kleinen Schritten gelebt werden kann,
zeigen die Christen aus Heidelberg.
http://www.youtube.com/watch?v=DncSN3EsvD4
Lasst uns anfangen und aufmerksam mit unserem Gott mitgehen. Die Micha-Initiative gibt uns dazu konkrete Anregungen. Auf der Webseite der Micha-Initiative werden die Ziele und aktuelle Aktionen zum Mitmachen vorgestellt. http://www.micha-initiative.de Im Oktober gab es die Aktion: „Korruption ans Licht bringen“. Auf der Facebookseite kann man sich weiter über aktuelle Projekte informieren und mit anderen
Micha-Leuten vernetzten. Wie wäre das, wenn wir gemeinsam tun würden, was Gott von uns erwartet?
Was könnte dadurch verändert werden, wenn viel Christen mit kleinen Schritte anfangen?
Amen.
Reinhard Reitenspieß
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