close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Dokumentation der Veranstaltung Was geht - Stadt Eupen

EinbettenHerunterladen
Dokumentation der Veranstaltung
Was geht?! Werkstatt für Jugendbeteiligung und Jugendpolitik
am 08.05.2013 im Kolpinghaus Eupen
Veranstalter
AK
JuPa
Impressum
Herausgeber:
StädteRegion Aachen
A 43 Bildungsbüro
52090 Aachen
Telefon: 0241/5198-4300
Email: bildungsbuero@staedteregion-aachen.de
www.staedteregion-aachen.de/bildungsbuero
Text und Redaktion:
- Catherine Weisshaupt, Rat der deutschsprachigen Jugend
- Barbara Wennmacher und Steffen Mingenbach,
Bildungsbüro der StädteRegion Aachen
- Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung „Was geht?!“
Gestaltung:
büro G29
Druck:
Hausdruckerei StädteRegion Aachen
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.
Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die
Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
08. 05. 2013
Eupen
Am 8. Mai 2013 wurden die Jugendlichen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gefragt: „Was geht?!“
In vielfältiger Form haben sie darauf Antworten gegeben. Alle Anregungen,
die in Workshops oder spontan im Rahmen von „Was geht?! – Werkstatt für
Jugendbeteiligung und Jugendpolitik“ im Kolpinghaus entstanden sind, sollen
hier zusammengefasst werden, damit sie an die richtigen Stellen gelangen:
zum Beispiel zu den Menschen, die in unserer Gesellschaft etwas zu entscheiden haben.
Diese Publikation soll zweierlei leisten:
- Die Veranstaltung mit den unterschiedlichen Partizipationsformaten dokumentieren
- Ergebnisse des Tages sowie die Stimmen der Jugendlichen festhalten
Mitdenken. Mitreden. Mitmischen: Das Motto der „Was geht?! – Werkstatt
für Jugendbeteiligung und Jugendpolitik“ fasst zusammen, was am 08.05.2013
von 8 bis 13 Uhr im Kolpinghaus passierte.
Alle Jugendlichen in der DG aus den 4. und 5. Sekundarschuljahren hatten
die Möglichkeit sich zu informieren, wie und wo Mitmischen möglich ist, sich
an den unterschiedlichen Angeboten auszuprobieren, ihre Meinung zu sagen,
Demokratie kennenzulernen, mit Gleichgesinnten und Politkerinnen und Politikern zu diskutieren und sich für ihr Thema stark zu machen.
Die Werkstatt für Jugendbeteiligung und Jugendpolitik „Was geht?!“ bestand
aus drei Veranstaltungsteilen mit einem breiten Themen- und Informationsspektrum: Workshops, Markt der Möglichkeiten und Arena.
3
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
MACHEN!
den Jugendlichen
Die Workshops bei „Was geht?!“ boten
nzulernen oder
die Möglichkeit, neue Themen kenne
ema zu vertiefen.
ein für sie besonders interessantes Th
gesellschaftlichen und
Unterschiedlichste Akteure aus dem
lfältigen Angebote.
politischen Leben gestalteten die vie
die Teilnehmerinnen
Sechs Workshops standen dabei für
und Teilnehmer zur Auswahl.
4
MACHEN!
Aktiv gegen Rechts!
Infos über Rassismus gestern und heute mit Michael Klarmann und Herbert Ruland
Um zu verstehen, welches Ausmaß ausgelebter Faschismus hat, richteten die teilnehmenden Jugendlichen mit Herbert Ruland von der Autonomen
Hochschule in der DG den Blick zunächst in die
Vergangenheit. War Rassismus und Judenverfolgung
während der Zeit des Nationalsozialismus in Eupen
und im Grenzland ein Thema? Und was wurde anschließend aus prominenten Nazis? Auch in den
1970er und 80er Jahren hat es eindeutige Versuche
gegeben, rechtsextremes Gedankengut in unserer Gegend zu verbreiten.
Und wie sieht es heute aus? Die rechtsextreme Jugend-Szene verändert sich zunehmend und hat sich
optisch, musikalisch und argumentativ modernisiert.
Neonazis kleiden sich heute oft wie Linksextremisten
(„Autonome Nationalisten“), sehen zuweilen gar aus
wie Punks. Zudem gilt die braune Szene in der Region
Aachen seit Jahren als eine der aktivsten in NRW. Die
NPD und Neonazi-Gruppen („Kameradschaften“)
haben oder hatten zeitweise starken Zulauf. Michael Klarmann gab mit seinem Vortrag einen Einblick
in diese Szene. Zudem thematisierte der Referent die
seit 2012 verbotene KAL („Kameradschaft Aachener
Land“) und deren indirekte Nachfolgegruppe. Klar-
mann ging auch auf die grenzübergreifend aktive
„Kameradschaft Alsdorf Eupen“ (KAE) ein, in der u.a.
Hooligans von Alemannia Aachen und AS Eupen aktiv sind.
In seinem Blog klarmann.blogsport.de informiert er
ständig über aktuelle Entwicklungen, die Informationen kommen zum Teil aus rechtsextremen Onlineforen und anderen Szenequellen.
Klarmanns Vortrag hat eindrücklich die Gefahren
des heutigen Rechtsextremismus verdeutlicht und
damit auf ein Thema aufmerksam gemacht, das leider
von vielen verdrängt und unterschätzt wird. Die am
Schluss des Workshops gegebenen Anregungen, wie
man sich aktiv wehren kann, werden sicher viele der
Jugendlichen, die teilgenommen haben, aufgreifen.
Forderungen:
ERGEBNISSE
> Mehr Aufklärung über die Zeit des Nationalsozialismus und die aktuelle rechte Szene mit
regionalem Bezug
Fragen:
> Was kann man gemeinsam (Behörden und
Bürgerschaft) im Kampf gegen Rechts machen?
5
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
Globupoly
Planspiel zum internationalen Handel mit Petra Röllicke, BiNE e.V.
Spielend den Handel zwischen verschiedenen Ländern zu begreifen, um sich besser die Situation armer
und reicher Staaten vorstellen zu können, aber auch
um zu erfahren, mit welchen Problemen jeder Staat
zu kämpfen hat, war das Ziel dieses Workshops. Dazu
spielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedliche Rollen im Planspiel „Globupoly“. Während des Spielverlaufs hatten sie die Möglichkeit, auf
das Thema einzugehen und aufkommende Fragen zu
stellen. Dabei stand der „Faire Handel“ oft im Fokus
der Debatte.
Während des Spiels veränderten sich oft die Situationen, sodass die Preise stiegen und sanken und gewisse
Staaten Vor- oder Nachteile davontrugen. Dies sorgte
dafür, dass das Spiel stets abwechslungsreich verlief.
Diskussionen entstanden vor allem während angeregter Verhandlungen zwischen den Diplomaten der jeweiligen Staaten, die ihrem Staat die bestmögliche Basis für den Handel untereinander verschaffen wollten.
Zum Schluss gab es noch eine offene Runde, in der
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops
Vorschläge zur Unterstützung ärmerer Länder machen konnten. In der Workshop-Gruppe entstand
durch die Beschäftigung mit den Nöten und Schwierigkeiten von Entwicklungsländern der deutliche
Wunsch und die Forderung, bedürftige Länder zu unterstützen statt sie auszubeuten.
Forderungen:
ERGEBNISSE
> Reden Sie nicht immer nur in Sachen alternative Energiequellen um den heißen Brei
herum, sondern tun Sie etwas und das gleiche
gilt für die alternativen Antriebsmöglichkeiten. Diese müssen eindeutig mehr gefördert
werden!
Fragen:
> Wie stehen Sie oder Ihre Partei zu der Ausbeutung der rohstoffreichen Länder (vor
allem in Afrika)?
6
MACHEN!
Rap4Respect
Politischer Rap mit Amin Saleh
In diesem kreativen Workshop konnten die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre ganz persönlichen Wünsche, Sorgen und Nöte in einen kurzen
Text packen und anschließend mit Unterstützung des
Referenten Amin Saleh ihren eigenen Rap aufnehmen. Entstanden sind dabei über 6 Minuten Einblicke
in die persönlichen Lebenswelten Jugendlicher aus
der Deutschsprachigen Gemeinschaft – teils nachdenklich, teils provokant.
Den Rap finden Sie bei Youtube unter den
Stichworten „Rap4Respect“ und „Eupen“.
Hier der Text:
„Bitte hör mir mal genau zu und überlegt nicht genau,
was wir meinen. Es ist nämlich so was wie Reden, die
sich immer wieder auch reimen. Eine Mutter muss
schauen, wie sie ihr Kind ernährt. Aber heutzutage das
Geld hat zu großen Wert, man hat keine Perspektiven.
Ihr könnt uns nichts bieten, wie soll man was schaffen
wenn man nichts hat. Ich hab es satt.
Was ist schon ein Zeugnis wert, wenn man keinen Job
kriegt? Ich sehe mich schon da stehen hinter dem Herd.
Wenn ich eh schon mit 30 in Rente kaputt, geschuftet
in dem Graben lieg. Die Steuern sind viel zu viel, sie
machen uns kaputt in Asche und Schutt.
Es sind die Politiker, sie stecken sich unser Geld ein.
Wie krank muss man denn sein? Wo ist das Recht geblieben? Wir bleiben auf der Strecke liegen. Wir machen unser Geld auf unsere Art und Weise, illegal, ganz
still und leise. Bietet uns keine andere Möglichkeit, gewohnt sind wir euren Hass und Neid. Das ist die Jugend
2013. Kriegt nichts geboten und muss trotzdem immer
wieder aufstehen.
Wenn ich einen Wunsch hätte, wären es mehr Frauenrechte. Wir arbeiten hart, aber werden wenig bezahlt. Ich will meine Zukunft verbessern, aber mit euch
wird es nicht besser. Man sagt Jungen heutzutage sie
sind respektlos, was für ein Scheiß, ihr seid selber respektlos! Meine schulische Leistung ist am Arsch wegen
eurer Lehrerwahl, denn sie können nicht erklären, das
ist eine Qual. Ihr sollt unsere Vorbilder sein, stattdessen fallen wir in eure Fallen rein. Das Leben meistern,
Teenies soll besser werden, versucht es, dann kann alles
besser werden.
>>>>
7
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
Politik, was ist das schon? Korrupte Banker bunkern
Million, was für Hartz IV? Alle sollen arbeiten für ihr
Geld. Korrupte Politiker regieren die Welt. Alle haben
Schulden, doch diese Menschen müssen sich auch weiterhin gedulden. Lehrer haben kein Respekt vor uns.
Was bringt das für unsere Zukunft? Es gibt mehr Arbeitslose als Arbeitsplätze, viele Mütter, die studieren
wollen, finden keine Kitaplätze.
Hallo du Politiker, jetzt hörst du mir mal zu. Ich werd
zum Kritiker dich alles auf dem Nu.
Jeden Tag was Schlechtes hörn, alles dreht sich nur ums
Geld, doch anscheinend kann’s keinen zu stören, der
wahre Wert der Welt. Zu viele kranke Meinungen, alles
copy and paste, doch keine richtigen Heilungen gegen
Krebs und Aids, viele leere Worte öffnen eine Pforte,
doch keine zum Glück, nur zur Realität zurück.
Politiker, nur ein reiner Überblick, alles, nur kein
Durchblick. So das war’s, ich bin jetzt mal weg und
reim und rap for Respekt.
Politik ist nichts für dich, denn das interessiert mich
nicht. Menschen haben keine Zukunft in Sicht, also
führ sie nicht hinter das Licht! Ihr solltet den Armen
helfen und nicht ihre Chance auf Arbeit senken. Ich
kämpf um Gleichgerechtigkeit und euch interessiert nur
euer Gehalt. Ihr denkt, ihr könnt uns verarschen und
uns das Wasser reichen, doch ihr könnt euch nützlich
machen und mir ein Glas Wasser reichen. Wir rappen,
denn dann kommt die Wahrheit ans Licht. Was los
Herr Politiker, wieso ziehst du so ein Gesicht?
Die Bullen halten mich an, weil ich unter Verdacht steh
dabei will ich doch nur meinen Weg gehen. Doch mein
Aussehen und die Herkunft, wollen sie mich verstehen
und sagen: Ey Ausländer, ich will dich nicht mehr sehen! Was ist das? Die Bullen sagen wir sind nicht angepasst, doch wie geht das, wenn ihr uns alle doch hasst.
Was soll das bringen? Wo ist der Sinn? Wenn die ganzen Alten im Reis sitzen und sich unterhalten über Sachen, die sie eh nicht mitkriegen und uns einschränken
und nur auf ihrem Geld liegen. Ali G hat es versucht ein
Business zu erreichen in den verkappten Politikbereichen, bei mehr Gesetzen, mehr Kriminalität bei mehr
Uniform, weniger Individualität, durch mehr Stress
8
wird mehr Anstalt, durch mehr Waffen mehr Gewalt
den New sinnvoll ob money in the bank, durch Hartz
IV werden wir alle krank.
Wo ist das Recht im Rechtssystem? Warum müssen Asylanten nach Hause gehen? Jungs haben keine Aussicht,
deswegen ticken sie Drogen mit zu tiefen Ausschnitt,
auch sie sind verloren. Hartz IV, keiner kommt um die
Runden das Geld ist knapp, viele schieben Überstunden, doch werden nicht satt. Ich bin mit Kurdos, Albos
und Bosniern, Politiker.
Alkohol und Kippen sind legal wegen den Steuern, damit brach der Staat fast jeden. Männer Freunde an den
Eiern und sobald wir 18 Jahre sind, sagt das RSI auf
Wiedersehen und wir können mal wieder auf Schulsuche gehen. Die Jugend hat eine schlechte Aussicht, deswegen drehen sie krumme Dinger und das endet meistens für sie mit Blaulicht.
Politik ah, Leben ist der Shit, ich erzähle hier vom Alltag und alle singen mit: Politik ah, Leben hier ist Shit
ich erzähle hier vom Alltag und alle singen mit. Meine
Haut, weiß schwarz oder schwarz auf weiß ich fühle
mich hier fremd, will eigentlich bei dir sein, deutscher
Pass scheiss egal, ich fühle mich nicht mehr frei, verliere
mich im Underground, sollte nicht so sein! Ach komm…
Es ist jeder gleich, sagt jeder doch so oft, doch warum
spritzt der Junkie in der Ecke gerade seinen Stoff? Er
fühlt sich unterdrückt von diesem Staat, er ist abgestürzt und will nur einen neuen Start. Doch den kriegt
er nicht wie so viele hier, hat keine Wohnung und
schläft heute auf Papier.
Marco sagt, er wurde von den Bullen getötet. Das soll
eure Sorge sein, nicht mehr zu töten, ob Cops oder Bastards, wo bleibt die Sicherheit, ihr Bastards? Diese Zeilen sind kein Diss, es ist die Wahrheit, und kein Mist
überall fährt die Razzia oder frei läuft die Mafia. Mein
Name ist Anna-Maria, das soll meine Nachricht sein
an euch Politiker. Eupen ist kein Ghetto, denn ich bin
da aufgewachsen, ich weiß was abgeht, jow.
Wir urteilen mit den Augen und handeln nur mit dem
Mund. Suchen den Konflikt und fighten immer wieder
ohne Grund. Ich weiß nicht, ob ein Politiker sich das
hier anhört, vielleicht ja ganz gezwungen, weil ihn der
Rap stört.
Rap for Respekt.“
Deine Zukunft im Blick
Szenarien zur persönlichen Zukunft in 2035 mit Kathrin Sachsen und Klaus Dosch, Aachener Stiftung Kathy Beys
Wie kann man sich Zukunft erschließen? Das war die
zentrale Frage in diesem Workshop. Die Antwort lautete: Mit Methode und Struktur.
Alles, was zeitnah scheint, ist für uns verhältnismäßig sicher, aber mit dem Fortschritt der Zeit werden
die Dinge immer unsicherer. Eine Methode, sich diese
Unsicherheiten zu erschließen, sind Szenarien. Szenarien eröffnen Denkräume und diese Denkräume
spannt man in einem Kreuz auf, dessen Achsen man
bestimmen muss.
Die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer beschäftigten sich mit der Frage: „Wie sieht mein Leben
in 23 Jahren aus?“ In Gruppen überlegten sie, welche
zwei wichtigsten und gleichzeitig unsichersten Einflüsse diese Kernfrage in Zukunft bestimmen werden.
So kam eine ganze Menge Einflussfaktoren zusammen: Viele waren sich einig, dass Geld und Arbeit,
Zufriedenheit, Gesundheit, soziale Beziehungen und
der Wohnort das zukünftige Leben wesentlich bestimmen. Die Schwierigkeit lag darin, sich mit allen
gemeinsam auf zwei Unsicherheiten zu einigen. Mit
diesen Endpunkten der Achsen waren alle einverstanden: Ohne Abschluss/arbeitslos – Guter Abschluss/
Traumjob und Verheiratet/Kinder/Familie – alleinstehend.
Für die Workshopgruppe war es sehr bereichernd,
sich auf abstrakte und systematische Art und Weise
mit der eigenen Zukunft zu beschäftigen. Für viele
wurde auch deutlich, an welchen Einflussfaktoren sie
selbst schon jetzt arbeiten können, um ihre Zukunftsperspektive positiv zu beeinflussen.
Forderungen:
ERGEBNISSE
> Wir fordern , dass Asylbewerber auch
ohne Papiere eine vorläufige Arbeitserlaubnis
erhalten
Frage:
> Wie will die Politik der Jugend eine Stimme
geben (außerhalb von Wahlen)?
9
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
Schlagabtausch. Die gewaltfreie Schule
Workshop mit Julia Kistemann, Larissa Köttgen und Simon Köttgen
Das Thema Jugendgewalt ist in den Medien und im
gesellschaftlichen Diskurs immer wieder präsent. Dabei wird Jugendgewalt häufig gegen die von Erwachsenen ausgeübte Gewalt abgegrenzt. Dies liegt vor
allem daran, dass man Jugendgewalt als gesellschaftliches Phänomen betrachtet, wohingegen Erwachsenengewalt als individuelles Verhalten untersucht wird
(vgl. Scheu/Autrata 2009, 9). Worin aber liegen die
Ursachen dafür, dass Kinder und Jugendliche Gewalt
als Lösungsansatz gebrauchen? Und was verstehen
die Jugendlichen selbst unter Gewalt beziehungsweise
welche Formen von Gewalt kennen sie oder wenden
sie an? Solche und weitere themenbezogene Fragestellungen sind Bestandteil einer quantitativen Erhebung, bei der im Rahmen von vier Masterabschlussarbeiten (Fach Soziologie/RWTH Aachen University)
im Frühjahr 2012 ca. 1.400 Schülerinnen und Schüler
an Aachener Schulen befragt wurden.
Im Workshop „Schlagabtausch“ haben Jugendliche
aus der DG Antworten auf Fragen gegeben und sich
zum Thema Jugendgewalt ausgetauscht: Zur Einführung in die Thematik „Jugendgewalt“ haben alle Teilnehmenden einen Kurz-Fragebogen mit 20 Fragen
ausgefüllt. In einer anschließenden Gruppenarbeit zu
den Themen Gewalt in der Schule, Gewalt in der Freizeit sowie Mädchen- und Jungengewalt lag der Fokus
zuerst auf der Frage: „Was ist Gewalt für mich?“
In einer dritten Phase des Workshops verglichen die
Teilnehmenden ihre Diskussions- und Kurzumfrageergebnisse mit den Ergebnissen einer 2012 durchgeführten Befragung in Aachen.
Zum Abschluss des Workshops stellten die einzelnen
Kleingruppen ihre Ergebnisse zusammen. Aus diesen
Ergebnissen erarbeiteten die Jugendlichen Strategien, wie man den Alltag als Schülerin und Schüler
umstrukturieren kann, um die Gewalt an Schulen zu
minimieren und Jugendliche für Gewaltsituationen
zu sensibilisieren.
Forderungen:
ERGEBNISSE
> Forderung: Mehr Freizeitangebote für Jugendliche in Eupen und mehr Integrationsmaßnahmen
Frage:
> Warum wird Geld nicht in Jugendprojekte
gesteckt?
10
MACHEN!
Du und das Netz – Medienkompetenz
und Beteiligung im Internet
Workshop mit Georg Helmes, regio iT gmbh
In diesem Workshop ging es um das wichtige Thema
„Sicherheit im Netz“. Dabei sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen ihre Daten nicht nur zu
schützen, sondern auch zu hinterfragen, was überhaupt persönliche Daten sind. Eine erste Aufforderung besteht darin misstrauisch zu werden und nicht
alles zu glauben, was man im Netz liest.
Auch ist es wichtig Passwörter geheim zu halten, keine illegalen Downloads zu tätigen und sich nicht mit
„Cyber-Freunden“ zu treffen. Beim Thema Internet
entstehen aber auch Pflichten, so ist es zum Beispiel
wichtig, im Netz immer fair zu bleiben. Ist man irgendwann unsicher, sollte man bei einer Person seines Vertrauens um Rat fragen und nichts Unüberlegtes tun.
Der Workshop berührte zahlreiche Themen aus dem
Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. So gelang es dem Referenten, den Jugendlichen wertvolle
Kompetenzen im Umgang mit dem Internet zu vermitteln und sie für den Internetalltag zu rüsten. Ein
kurzer Film führte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops vor Augen, welche Gefahren
bei zu nachlässigem Umgang mit persönlichen Daten
im Internet drohen.
Forderungen:
ERGEBNISSE
> App-Herstellern verbieten persönliche Daten
nachzufragen
> AGB: alles was Datenschutz angeht, zusammenfassen und an den Anfang schreiben
Frage:
> Warum sind die wichtigsten Bedingungen
kleingedruckt und versteckt?
11
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
:
n
r
e
tt
a
n
h
c
s
d
n
u
n
e
tz
ü
n
Sch
n Jugendlichen
Der Markt der Möglichkeiten gab de
engagierten
die Gelegenheit mit gesellschaftlich
. Mit InformaMenschen ins Gespräch zu kommen
richtungen,
tionsständen von Organisationen, Ein
große Vielfalt
und Infozentren bot der Markt eine
. Damit wollte
an Partizipationsbeispielen in der DG
tern und zum
man Jugendliche informieren, begeis
Mitmachen motivieren.
12
n:
Schnützen und schnatter
Treffen, sprechen, austauschen
Folgende Aktive und Begeisterte stellten ihre Projekte
und Initiativen vor:
13
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
Diskutieren!
t, auf dem Markt
In den Workshops Impulse erarbeite
zum krönenden
gesehen, was schon alles geht – und
litikern die Meinung
Abschluss den Poltikerinnen und Po
rtreterinnen und
sagen: In der Arena präsentierten Ve
e Fragen und FordeVertreter aus den Workshops, welch
Politik entstanden
rungen im Vormittagsbereich an die
waren und diskutierten miteinander.
14
Diskutieren!
Fragen und Fordern
In der Arena war zum Abschluss das große Diskutieren angesagt. Jungpolitiker aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft traten mit den Jugendlichen in den
Dialog. Dafür haben die Jugendlichen jeweils eine
Frage und eine Forderung der aus den sechs Workshops vorgestellt und ausgiebig diskutiert. Besonders
heiße Diskussionen brannten bei den Themen „Orte
für Jugendliche“, „Politik im Schulunterricht“ und
„nachhaltige Gestaltung der DG“ auf.
Die Politikerinnen und Politiker zeigten sich beeindruckt von mutigen Performerinnen und Performern
sowie vom Engagement der anwesenden Jugendlichen. Sie wiesen aber auch darauf hin, wie wichtig es
ist, dass jeder Jugendliche weitere zum gesellschaftlichen und politischem Engagement anspornt und weitererzählt, wie viel Spaß man dabei haben kann.
Die anwesenden politischen Verantwortungsträgerinnen und -träger waren:
>
>
>
>
>
Nina Reip, Pro DG
Claudia Niessen, Ecolo
Evelyn Jadin, PFF
Antonios Antoniadis, SP
Jérôme Franssen, CSP
15
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
e:
ünd
r
g
r
e
t
n
i
hlen, H
, Za
e
s
s
i
n
b
e
Erg
einen
Fakten rund um „Was geht?!“ bieten
schiedenen
Überblick zur Veranstaltung aus ver
alle
Blickwinkeln: Zum Beispiel konnten
VeranstalTeilnehmerinnen und Teilnehmer die
n und
tung in einem Fragenbogen bewerte
geben.
Anregungen zur Weiterentwicklung
16
nde
intergrü
ahlen, H
se, Z
Ergebnis
Rückmeldungen der Teilnehmerinnen
und Teilnehmer
Ich fand die „Arena“:
Summe 70; ohne Antwort 9
13+ +58+19+7+3
18+18+53+21+4+3
20+20+64+12+3+2
61+61Ja+13
top
9
(12,86 %)
Ich fand den „Markt der
Möglichkeiten“:
Summe 71; ohne Antwort 8
top
13
(18,31 %)
Ich fand „Was geht?!“
insgesamt:
Summe 74; ohne Antwort 5
Ich will „Was geht“ in 2014!
mittelmäßig
nice
mittelmäßig
38
(53,52 %)
15
(21,13 %)
3
(4,23 %)
mittelmäßig
ging so
41
(58,57 %)
top nice
15
(20,27 %)
Summe 74; ohne Antwort 5
nice
47
(63,51 %)
13
(18,57 %)
9
(12,16 %)
ging so
5
(7,14 %)
ging so
2
(2,70 %)
flop
2
(2,86 %)
flop
2
(2,82 %)
flop
1
(1,35 %)
Nein
61
(82,43 %)
13
(17,57 %)
17
Dokumentation Was geht?! 2013 in Eupen
Hintergründe und Mitwirkende
Das Wichtigste an „Was geht?!“: Es ist ein Projekt von
Jugendlichen für Jugendliche.
Nachdem die Veranstaltung im Juni 2012 durch das
Bildungsbüro der StädteRegion Aachen im Eurogress
organisiert wurde, fand sie unter der Leitung des RdJ
am 8. Mai 2013 zum ersten Mal in Belgien statt.
Die inhaltliche Gestaltung wurde gemeinsam durch
Steffen Mingenbach von der StädteRegion Aachen,
der Arbeitsgruppe „Politische Bildung“ des Jugendrates und durch die Stadt Eupen ausgearbeitet. Dafür
durfte man auf die Unterstützung der DG und der
Autonomen Hochschule (Arbeitsabteilung Grenzgeschichte DG) zurückgreifen. Durch die in Aachen gesammelten Erfahrungen konnte man ein Programm
zusammenstellen, welches perfekt auf die Bedürfnisse
der DG Jugend angepasst war.
terstützen sich dabei gegenseitig in Sachen Organisation, Methoden, Themenfindung und Kontakte. Auf
belgischer Seite sind der Rat deutschsprachiger Jugend (RdJ) und die Stadt Eupen involviert, auf deutscher Seite bilden die StädteRegion Aachen, der Arbeitskreis Jugendpartizipation und das Europäische
Jugendparlament in Deutschland e.V. die Partnergemeinschaft.
Das gesamte Projekt wird gefördert durch das EUProgramm JUGEND IN AKTION. Die deutsche Nationalagentur JUGEND für Europa steht den Projektverantwortlichen stets mit Rat und Tat zur Seite.
Mitwirkende und Förderer:
„Was geht?!“ ist ein Kooperationsprojekt der Städte­
Region Aachen mit unterschiedlichen Partnern in
Deutschland und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Deutsche und belgische Partner un-
2
15. 0h6en. 2, 01
1
14. 0h7en. 2, 01
in Aac
nd
Deutschla
in Aac
nd
Deutschla
2012
2011
Frühjahr
Früjahr
18
Sommer
Herbst
Winter
Frühjahr
Sommer
Herbst
Winter
Ausblick! So geht es weiter
Jeder, der bei „Was geht?!“ seine Stimme erhoben oder
den Stift angesetzt hat, wird sich fragen, was mit den
Ergebnissen passiert, die am 8. Mai 2013 zustande gekommen sind.
„Was geht?!“ soll keine Eintagsfliege sein! Daher werden zunächst einmal Exemplare dieser Dokumentation an Politikerinnen und Politiker der unterschiedlichen Ebenen verschickt.
Das allein genügt aber nicht. Im zweiten Schritt sollen
konkrete Positionen zu den von den Jugendlichen angesprochenen Positionen abgefragt werden. Die Fraktionen auf den unterschiedlichen politischen Ebenen
werden mit ausgewählten Inhalten konfrontiert, die
bei „Was geht?!“ entstanden sind, und um eine Position gebeten. Zu welchen Inhalten sie sich positionieren sollen, hängt davon ab, über welche Kompetenzen
die politische Entscheidungsebene jeweils verfügt.
Außerdem wird „Was geht?!“ im kommenden Jahr
wieder in der Deutschsprachigen Gemeinschaft stattfinden und einen kontinuierlichen Prozess der Beteiligung von Jugendlichen anstoßen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer,
Mitwirkende und Förderer.
Wir freuen uns, wenn Sie auch im nächsten Jahr
wieder dabei sind.
5.20g1ie3n
08.0pen
, Bel
in Eu
201d4
Mai ch
lan
Deuts
.2013
04.07
hen,
201p4en
in Aac
nd
Deutschla
2013
in Eu
2014
Frühjahr
Sommer
Herbst
Winter
Frühjahr
Sommer
Herbst
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen
Kommission finanziert.
Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung
trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für
die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
2013
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
3
Dateigröße
4 270 KB
Tags
1/--Seiten
melden