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3 Liebe Schülerinnen und Schüler, was kommt nach - jumpersnet.de

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Einführung
Liebe Schülerinnen und Schüler,
was kommt nach der Schule? Diese Frage stellen sich viele in den letzten Schuljahren vor
dem Abschluss. Der Übergang von der Schule
in eine Ausbildung oder einen Beruf ist der
Start in eine neue Lebensphase. Er verspricht
neue Erfahrungen und neue Verantwortung.
Sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden, ist
nicht immer einfach.
Das beginnt bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz:
Wer hilft dabei? An wen kann ich mich wenden, wenn es schwierig
wird? Darauf gibt diese Broschüre ebenso Antworten wie auf
Fragen nach Bewerbungen, Arbeitsverträgen oder den Sozialversicherungen. Außerdem finden junge Leute, die bereits berufstätig
sind, Informationen über Möglichkeiten der Weiterbildung oder
Umschulung sowie über Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz. Das
Job-Lexikon soll in möglichst vielen Situationen eine praktische
Hilfe sein.
Es ist wichtig, einen Beruf zu lernen, um später eine dauerhafte
Perspektive auf Arbeit zu haben, selbst wenn es nicht sofort der
Traumberuf ist. Genauso wichtig ist es hinterher Arbeit zu haben,
um selbstständig sein Leben bestreiten zu können. Ähnlich wie
die Schule kann Arbeit eine fordernde und spannende Sache sein.
Dabei muss man sich zwar anstrengen, aber es lohnt sich.
Viel Erfolg bei der Berufswahl!
Olaf Scholz
Bundesminister für Arbeit und Soziales
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Hallo!
Ich bin
Jo B.
Ich führe euch schnell zu den wichtigsten Punkten
für euren Einstieg ins Berufsleben!
Also, auf geht’s und viel Spaß!
Zur leichteren Lesbarkeit haben wir meist die männliche Schreibweise gewählt.
Angesprochen sind immer Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten.
Inhalt
Einführung ............................................................................................. 3
Inhalt ....................................................................................................... 5
Chancen und Risiken –
die Widersprüche bei der Jobsuche ................................................... 6
Einleitung
Das Jo B.-Lexikon .................................................................................. 10
Wer suchet, der findet
Index und Stichworte........................................................................ 164
Das Jo B.-Lexikon von A bis Z
Broschüren und Adressen zum Finden .......................................... 170
5
Chancen
und Risiken –
die Widersprüche bei der
Jobsuche
Jo B. – Einleitung
Chancen und Risiken –
die Widersprüche bei der Jobsuche
Die Möglichkeiten, die sich Dir heute bieten, sind vielfältiger denn
je. Jeder hat die Chance für sich selbst zu entscheiden, was für ihn
das Richtige ist. Jugendliche am Anfang des neuen Jahrtausends
haben ein großes Maß an Freiheit. Du kannst Dein Leben flexibler
gestalten, als das noch bei Deinen Eltern der Fall war.
Aber diese Fülle an Möglichkeiten bringt gleichzeitig eine
Menge Risiken und Ängste mit sich, die es zu bewältigen gilt.
Gerade durch die große Auswahl kann man leicht den Durchblick
verlieren. Aber mit dieser Orientierungslosigkeit stehst Du nicht
allein da, den meisten Jugendlichen geht es so.
Auf die Einstellung kommt es an
Um erst gar keine Panik bei der Suche nach dem Job aufkommen zu
lassen, solltest Du dich an zwei kleinen Regeln orientieren:
1. Je mehr Du Dich informierst und über deine Möglichkeiten
weißt, desto kleiner wird der innere „Schweinehund“,
den Du überwinden musst
2. Bei jeder Jobsuche geht es in erster Linie um die
Eigeninitiative. Mit einem Wort: „Machen.“
So kann man schon im Voraus die innere Einstellung verbessern,
um auch wirklich an sein Ziel zu kommen. Vor der Suche nach
einem Job oder Ausbildungsplatz musst Du Dir eines klarmachen:
„Was sind meine Stärken, und wo liegen meine Schwächen?“ Bei
der Beantwortung können gute Freunde sehr hilfreich sein. Hast Du
diese Frage ehrlich für Dich beantwortet, bist du schon ein kleines
Stück weiter auf dem Weg zum passenden Job. Bei allen weiteren
Fragen ist dieses Job-Lexikon eine erste sinnvolle Hilfe.
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Jo B. – Einleitung
Arbeiten heißt auch lebenslange Lernbereitschaft
Wer heute einen Ausbildungsplatz sucht, muss eine Tatsache verinnerlichen: Die eigentliche Bedeutung des Wortes „Beruf“ als
Berufung für ein ganzes Leben ist in den meisten Fällen nicht mehr
zutreffend. Und selbst wenn Du ein „Leben lang“ an einer Arbeitsstelle bleibst, jeder Job verändert sich ständig. Hiermit musst Du
immer wieder auf’s Neue Schritt halten.
Es kommt also für jeden Einzelnen darauf an, den passenden
Job für sich zu finden, ständig Augen und Ohren offen zu halten,
sich umzuschauen, flexibel zu bleiben und sich immer weiterbilden
zu wollen. Denn Arbeiten bedeutet „lebenslanges Lernen“.
Dazu gehört ebenfalls, sich von Niederlagen nicht unterkriegen
zu lassen, aber auch Erfolge für sich persönlich zu nutzen
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Jo B. – Einleitung
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Jo B. – Einleitung
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D
Oft führt ein zu großes Angebot zur Ratlosigkeit: Welche Ausbildungswege gibt es überhaupt? Welcher passt zu mir? Reicht mein
Schulabschluss, meine Qualifikation überhaupt aus? Und was
kommt danach, im Beruf?
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Alle Fragen kann diese Publikation nicht beantworten. Aber eine
erste Orientierung gibt Jo B. Er führt Dich durchs Job-Lexikon und
zeigt Dir alle wichtigen Infos, die Du bei der Ausbildungssuche
brauchen kannst.
Dieses Job-Lexikon lässt sich auf drei verschiedene Arten lesen:
1. von A bis Z, also von vorne bis hinten,
2. als Nachschlagewerk oder – und das ist besonders für Schulabgänger von Bedeutung –
3. mit Hilfe von Jo B.
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Er weist Dir den Weg durch den Dschungel des Berufsanfangs. Mit
seiner Hilfe kommst Du auf folgende Basisseiten: Berufswahl –
Bewerbung – Berufsausbildung – Arbeit – Arbeitsschutz – Sozialversicherung – Finanzielle Hilfen – Weiterbildung. Angeordnet in
einer sinnvollen Reihenfolge der Schritte, die Schulabgänger beim
Eintritt ins Arbeitsleben beachten sollten. Ausgehend von jeder
Basisseite findest Du weitere Unterseiten mit der Möglichkeit zur
Vertiefung der Themen. Bei der Berufswahl sind dann zum Beispiel
Querverweise auf Themen wie „Berufssuche im Internet“, eine
„Link-Liste“ mit allen wichtigen Internetadressen, „Betriebspraktika“, „Schnupperlehre“, „Berufsberatung“ und vieles mehr. Auf diese
Weise kannst Du – theoretisch – all die Schritte nachvollziehen, die
Dich auf dem Weg in die Welt der Arbeit erwarten. Aber Eigeninitiative ist weiter notwendig.
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Viel Spaß und vor allen Dingen Erfolg wünscht Euch Jo B.
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Wer
suchet,
der findet!
Das Jo B.- Lexikon
Abendschule
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Abendschule
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Abendschulen sind Einrichtungen des „Zweiten Bildungsweges“,
an denen man auch nach der allgemeinen Schulpflicht Abschlüsse
des allgemeinen Schulwesens erwerben kann. Voraussetzung ist
ein Mindestalter von 18 Jahren. Es gibt drei Arten von Abendschulen. Die Bezeichnung der jeweiligen Schulart ist in den Bundesländern unterschiedlich festgelegt.
■ Die Abendhauptschule
Dauer: ein Jahr (zwei Semester)
Vorbereitung auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses
■ Die Abendrealschule
Dauer: zwei Jahre (vier Semester)
Vorbereitung auf den Erwerb des Realschulabschlusses
■ Das Abendgymnasium
Dauer: drei bis vier Jahre (sechs bis acht Semester)
Vorbereitung auf die Abiturprüfung
Voraussetzung: unterschiedlich je nach Bundesland, in der
Regel ist eine abgeschlossene Berufsausbildung
oder eine mindestens dreijährige geregelte Berufstätigkeit
erforderlich.
Die Teilnehmer müssen mit Ausnahme der letzten drei Schulhalbjahre berufstätig und mindestens 19 Jahre alt sein.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
➜ Schulpflicht, allgemeine
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➜ Zweiter Bildungsweg
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Agentur für Arbeit
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Die 178 Agenturen für Arbeit und ihre 660 Geschäftsstellen sind
die örtlichen Dienststellen der Bundesagentur für Arbeit.
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Siehe auch unter
➜ Bundesagentur für Arbeit
Sie sind erste Anlaufstellen für alle, die Informationen zum Berufsleben, organisatorische Hilfe bei Arbeitsfragen sowie finanzielle
Unterstützung – etwa bei Arbeitslosigkeit – benötigen.
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Agentur für Arbeit
Zu den wichtigsten Aufgaben der Agenturen für Arbeit
gehören:
■ Berufsberatung und Berufsorientierung
■ Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen
■ Förderung der beruflichen Ausbildung
■ Förderung der beruflichen Weiterbildung
■ Förderung von Menschen mit Behinderung zur Integration in Ausbildung und Arbeit
■ Maßnahmen der Eignungsfeststellung
■ Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen und
Männern am Arbeitsmarkt
■ Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für
Frauen und Männer
■ Unterstützung für Existenzgründer und ältere Arbeitnehmer
■ Zahlung von Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld
■ Insolvenzgeld
■ Hilfen für Arbeitgeber – zum Beispiel Zahlung von Eingliederungszuschüssen
Die Dienste der Agenturen für Arbeit sind kostenlos.
Tipp
Wer bei der Agentur für Arbeit als Arbeitsloser oder Bewerber um
einen Ausbildungsplatz (Ausbildungsuchender) gemeldet ist, kann
Zuschüsse zu den Bewerbungskosten erhalten. Dazu gehören auch
Kosten für Reisen zu Vorstellungsgesprächen.
Broschüren
Die Agenturen für Arbeit bieten eine Vielzahl von kostenlosen
Informationsschriften an. Eine ausführliche Übersicht über diese
Broschüren und eine Download-Möglichkeit findet sich im Internet
unter: www.arbeitsagentur.de
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Antidiskriminierungsstelle
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsförderung/ Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Arbeitsvermittlung/Ausbildungsvermittlung
➜ Arbeitslosengeld
➜ Insolvenzgeld
➜ Arbeitslosenversicherung
➜ Kurzarbeitergeld
➜ Arbeitsmarktberatung
➜ Personal-Service-Agenturen
➜ Berufsberatung
➜ Rehabilitation und Teilhabe
➜ Bewerbungskosten
➜ Sozialversicherung
➜ Eingliederungszuschüsse
➜ Weiterbildung, berufliche
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Antidiskriminierungsstelle
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An die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kannst Du Dich
wenden, wenn Du diskriminiert wirst, zum Beispiel wegen Deiner
Rasse oder wegen Deiner ethnischen Herkunft, Deines Geschlechts,
Deiner Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, Deines
Alters oder Deiner sexuellen Identität oder wenn Du Fragen zum
Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz hast. Die Stelle beantwortet
Deine Fragen und berät Dich kostenlos. Du kannst sie telefonisch,
per E-Mail, per Post oder mittels des Kontaktformulars unter
www.antidiskriminierungsstelle.de erreichen.
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Siehe auch unter
➜ Diskriminierungsverbote
➜ Sexuelle Belästigung
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Ärztliche Untersuchungen
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Jugendliche ab 15 und unter 18 Jahren müssen sich ärztlich untersuchen lassen, bevor sie mit der Ausbildung oder erstmals mit einer
Beschäftigung beginnen, die nicht nur geringfügig ist oder länger
als zwei Monate dauert. Das schreibt das Jugendarbeitsschutz
gesetz vor. Mit den Untersuchungen wird vor allem geprüft, ob die
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Ärztliche Untersuchungen
verschiedenen Tätigkeiten während der angestrebten Ausbildung
die Gesundheit gefährden können.
Für alle Untersuchungen gilt:
■ Alle Untersuchungen sind kostenlos.
■ Der Arzt kann frei gewählt werden.
■ Der Arbeitgeber muss Jugendlichen für die Untersuchungen
freigeben.
■ Für die Untersuchung braucht man einen Untersuchungsberechtigungsschein, den man bei der Gemeinde- oder Kreisverwaltung erhält.
Erstuntersuchung
Sie muss innerhalb der letzten 14 Monate vor Antritt der Berufsausbildung oder der Beschäftigung stattgefunden haben. Der Arbeitgeber darf einen Jugendlichen unter 18 Jahre nur beschäftigen,
wenn ihm über die Untersuchung eine Bescheinigung vorgelegt
wird. Erst wenn die Bescheinigung über die Erstuntersuchung vorliegt, kann der Ausbildungsvertrag bei der zuständigen Stelle, zum
Beispiel einer Industrie- und Handelskammer, in das Verzeichnis
der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen werden.
Erste Nachuntersuchung
Innerhalb der letzten drei Monate des ersten Beschäftigungsjahres
muss eine erste Nachuntersuchung stattfinden. Der Arbeitgeber
muss den Jugendlichen auf diesen Termin hinweisen.
Weitere Nachuntersuchungen
Nach Ablauf jedes weiteren Jahres können Jugendliche sich freiwillig ärztlich untersuchen lassen.
Außerordentliche Nachuntersuchung/Ergänzungsuntersuchung
Außerordentliche Nachuntersuchungen sind notwendig, wenn ein
Jugendlicher gesundheitlich angeschlagen ist, wenn die gesundheitlichen Folgen der Tätigkeit nicht absehbar sind oder wenn der
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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
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Jugendliche hinter dem allgemeinen Entwicklungsstand zurückgeblieben ist. Ergänzungsuntersuchungen werden veranlasst,
wenn der Arzt zur Beurteilung noch einen anderen Arzt einschalten
muss.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Ausbildungsberufe, staatlich anerkannte
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildungsvertrag
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➜ Jugendarbeitsschutzgesetz
➜ Einstellungs-, Eignungs- oder Tauglichkeitsuntersuchung
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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
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siehe unter
➜ Diskriminierungsverbote
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Arbeit
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Wissen, worauf es ankommt
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Ob man es will oder nicht: Die Arbeit nimmt einen großen Teil des
Lebens in Anspruch. Und weil das so ist, sollte man über die wichtigsten Dinge Bescheid wissen, die den Arbeitsalltag ausmachen.
Der erste Schritt vor Beginn einer geregelten Arbeit ist der Abschluss eines Arbeitsvertrags zwischen dem Arbeitnehmer und dem
Arbeitgeber. Wichtige Inhalte dieses Vertrags sind Art und Umfang
der zu leistenden Arbeit, Arbeitsentgelt, Arbeitsort, Arbeitszeit und
die Dauer des Urlaubs. In der inhaltlichen Gestaltung des Arbeitsvertrags sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber grundsätzlich frei.
Zum Schutz des Arbeitnehmers ist die Gestaltungsfreiheit aber
durch Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge und Gesetze einge-
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Arbeit
schränkt. Geregelt sind darin zum Beispiel Vorschriften zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, zum Urlaub, zur Teilzeitarbeit, zum
Kündigungsschutz, zum Arbeitsschutz, zum Kinder- und Jugendarbeitsschutz oder zum Mutterschutz.
Tarifverträge werden von Tarifvertragsparteien, also Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden oder einzelnen Arbeitgebern,
ausgehandelt. Sie regeln viele Dinge, die normalerweise in einem
einzelnen Arbeitsvertrag stehen, für ganze Branchen oder Regionen und damit für alle Arbeitnehmer.
Gibt es größere Probleme zwischen den Arbeitsvertragspartnern, kann man sich an das zuständige Arbeitsgericht wenden. Hier
werden alle Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis verbindlich
geklärt.
Ein Arbeitsvertrag kann natürlich wie jeder andere Vertrag gekündigt werden. Für die Kündigung gibt es gesetzliche Vorschriften und bestimmte Fristen, die im Gesetz festgelegt oder in Tarifverträgen oder im Arbeitsvertrag vereinbart sind. Nach Beendigung
eines Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer das Recht auf ein
Arbeitszeugnis.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Arbeitsvertrag
➜ Arbeitszeit
➜ Arbeitszeugnis
➜ Entgeltfortzahlung
➜ Gewerkschaft
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➜
➜
➜
➜
Kündigung
Mutterschutzgesetz
Tarifvertrag
Urlaub
Arbeitgeber
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Arbeitgeber
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Derjenige, der andere Menschen beschäftigt, ist Arbeitgeber, also
Vertragspartner der Arbeitnehmer beim Abschluss eines Arbeitsoder Ausbildungsvertrages.
Arbeitgeber können sein:
■ natürliche Personen
■ juristische Personen (GmbH, Aktiengesellschaft usw.)
■ Personen des öffentlichen Rechts (etwa eine Gemeindeverwaltung)
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsverhältnis
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➜ Arbeitsvertrag
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Arbeitgeberverbände
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Die Arbeitgeber können sich, genauso wie die Arbeitnehmer, zu
Interessenverbänden zusammenschließen. Das Recht dazu (Koalitionsfreiheit) wird im Grundgesetz garantiert.
Die Arbeitgeberverbände sind fachlich und regional gegliedert.
Rund 800 Einzelverbände sind unter dem Dach der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) organisiert.
Im Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) haben sich
38 Wirtschaftsverbände und Arbeitsgemeinschaften der Industrie
zusammengeschlossen. Gegenspieler der Arbeitgeberverbände
sind die Arbeitnehmerverbände, die Gewerkschaften.
Der Staat hat diesen beiden gesellschaftlichen Gruppen als
Tarifvertragsparteien das grundgesetzlich geschützte Recht eingeräumt, die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen eigenverantwortlich zu regeln (Tarifautonomie).
Die in Tarifverhandlungen ausgehandelten Tarifverträge sind
in ihren jeweiligen Geltungsbereichen für die von ihnen betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bindend.
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Arbeitnehmer
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Gewerkschaften
➜ Tarifautonomie
➜ Tarifverhandlungen
➜ Tarifvertrag
➜ Tarifvertragsparteien
Arbeitnehmer
Jeder, der aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages im Dienste
eines anderen (des Arbeitgebers) abhängige Arbeit leistet, ist
Arbeitnehmer.
Der Unterschied zwischen der Tätigkeit als Arbeitnehmer und
der Tätigkeit als Selbstständiger besteht im Rechtsverhältnis zum
jeweiligen Arbeitgeber. Entscheidend für den Arbeitnehmerstatus
ist der Grad der persönlichen Abhängigkeit: also zum Beispiel die
Frage, inwieweit der Arbeitnehmer weisungsgebunden ist, wie er
in den Betrieb eingegliedert ist und ob er mit anderen zusammenarbeiten und sich unterordnen muss.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitsvertrag
Arbeitsförderungsrecht/
Arbeitsförderung (SGB III)
Was die Agenturen für Arbeit im Einzelnen leisten, ist im Arbeitsförderungsrecht geregelt, nachzulesen im Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III). Zahlreiche Gesetze legen fest, welche Rechte und
Pflichten Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben. Den Agenturen für
Arbeit stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung, mit Hilfe derer sie
Arbeitsplätze schaffen und erhalten können.
Oberstes Ziel des Arbeitsförderungsrechts ist es, einen möglichst
hohen Beschäftigungsstand zu erreichen, also die Arbeitslosigkeit
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Arbeitsgelegenheiten
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möglichst gering zu halten. Zweitens soll „die Beschäftigungsstruktur verbessert werden“. Offene Stellen sollen zügig besetzt werden,
und benachteiligte Menschen sollen ebenfalls Chancen auf dem
Arbeitsmarkt bekommen.
Das SGB III wird durch zahlreiche weitere Gesetze ergänzt, wie
beispielsweise die soziale Sicherung besonderer Personengruppen
(Ältere, behinderte und schwerbehinderte Menschen, Personen mit
Migrationshintergrund, Jugendliche etc.).
Finanziert werden diese Leistungen vor allem durch Beiträge
zur Arbeitslosenversicherung. Kommt es zu Streitigkeiten, entscheiden die Sozialgerichte.
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Bundesagentur für Arbeit
➜ Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III: Arbeitsförderung)
➜ Sozialversicherung
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Arbeitsgelegenheiten
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Für Menschen, die langzeitarbeitslos sind und keine Arbeit finden
können, sollen Arbeitsgelegenheiten zur Verfügung gestellt
werden. Diese werden umgangssprachlich als „Ein-Euro-Jobs“ und
offiziell als „Zusatzjobs“ bezeichnet.
Hierbei werden Arbeiten gefördert, die im öffentlichen Interesse liegen und zusätzlich sind. Über die Dauer und Arbeitsinhalte
eines Zusatzjobs entscheidet die zuständige Grundsicherungsstelle
(zum Beispiel ARGE). Wer einen Zusatzjob hat, bekommt zum
Arbeitslosengeld II noch eine Entschädigung für Mehraufwendungen pro geleisteter Arbeitsstunde. Ein Zusatzjob ist kein Arbeitsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts.
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
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Arbeitsgericht
Arbeitsgericht
Kommt es in Arbeitsfragen zu Streitigkeiten, zum Beispiel zwischen
einem Auszubildenden und seinem Ausbilder, können auch Arbeitsgerichte eingeschaltet werden. Bei Verfahren müssen beide zerstrittenen Seiten die Anwaltskosten selbst tragen. Die Gerichtskosten trägt derjenige, der den Prozess verliert.
Gegen ein Urteil des Arbeitsgerichts kann man Berufung einlegen. Dann entscheidet das Landesarbeitsgericht. Wenn dort
keine Einigung erzielt wird, kann als nächsthöhere Stufe das
Bundesarbeitsgericht eingeschaltet werden.
Siehe auch unter
➜ Arbeitsverhältnis
Arbeitslosengeld
Wer seinen Arbeitsplatz verloren hat, hat das Recht auf Arbeitslosengeld. Dazu muss er jedoch bestimmte Bedingungen erfüllen
(siehe unten). Ausgezahlt wird das Arbeitslosengeld von den
Agenturen für Arbeit.
Anspruch auf Arbeitslosengeld hat,
■ wer arbeitslos ist und
■ sich persönlich bei der Agentur für Arbeit gemeldet hat und
■ in den zwei Jahren vor der Arbeitslosigkeit mindestens
zwölf Monate in einem „Versicherungspflichtverhältnis“
zur Bundesagentur für Arbeit gestanden hat, das heißt in
der Regel: wer mindestens zwölf Monate beschäftigt war
und dabei Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt
hat.
Wie hoch das Arbeitslosengeld ist, errechnet sich folgendermaßen:
Die Agentur für Arbeit ermittelt ein pauschales Monatseinkommen
(Netto). Von diesem erhalten Arbeitslose mit einem oder mehreren
Kindern 67 Prozent. Arbeitslose ohne Kinder bekommen 60 Prozent.
Ausgezahlt wird das Arbeitslosengeld mindestens sechs
Monate. Arbeitslose, die jünger als 50 Jahre sind, bekommen die
Zahlung nicht länger als zwölf Monate.
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A r b e i t s l o s e n g e l d b e i b e r u f l i c h e r We i t e r b i l d u n g
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Tipp
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Zusätzlich zu dem ausgefüllten Antrag auf Arbeitslosengeld sollte
man Folgendes mitbringen:
■ Personalausweis
■ alle Arbeitsbescheinigungen
■ Rentenversicherungsausweis
■ Lohnsteuerkarte
■ Sozialversicherungsausweis
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜‹ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Arbeitslosigkeit
➜ Berufsausbildung
➜ Frühzeitige Arbeitssuche
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Arbeitslosengeld bei
beruflicher Weiterbildung
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Auch Arbeitslose, die an einer geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen, können unter bestimmten Voraussetzungen
Arbeitslosengeld bekommen.
Nähere Auskünfte geben die Agenturen für Arbeit. Sie informieren auch über weitere finanzielle Hilfen.
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Arbeitslosengeld
➜ Weiterbildung, berufliche
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Arbeitslosengeld II
Arbeitslosengeld II
Arbeitslosengeld II (Alg II) ist eine Unterstützung für erwerbsfähige
Hilfebedürftige, das heißt: für Menschen, die arbeiten können und
für ihr Leben finanzielle und andere Hilfen benötigen. Umgangssprachlich wird das Arbeitslosengeld II auch „Hartz IV“ genannt.
Das Arbeitslosengeld II soll erwerbsfähigen Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, indem sie zumindest ihre
(materiellen) Grundbedürfnisse befriedigen können. Eine Bedingung ist, dass sie es nicht schaffen, diese Grundsicherung alleine
oder durch andere zu erreichen.
Trotz der Bezeichnung „Arbeitslosengeld“ ist Arbeitslosigkeit
keine Voraussetzung dafür, Alg II zu erhalten. Es kann auch ergänzend zu anderem Einkommen und zum Arbeitslosengeld I bezogen
werden.
Gesetzlich geregelt ist das Arbeitslosengeld II im Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II), das zum 1. Januar 2005 in Kraft trat. Die
frühere Arbeitslosenhilfe und die ehemalige Sozialhilfe wurden so
zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II zusammengefasst.
Wer erhält Arbeit slosengeld II?
Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben erwerbsfähige Hilfebedürftige zwischen 15 und 64 Jahren. Erwerbsfähig ist, wer unter
den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich arbeiten kann. Hilfebedürftig ist, wer
seinen notwendigen Lebensunterhalt und den mit ihm in einer
Bedarfsgemeinschaft lebenden Angehörigen weder aus eigenen
Mitteln (Einkommen und Vermögen) und Kräften (Einsatz der
Arbeitskraft) noch mit Hilfe anderer bestreiten kann.
Arbeitslosengeld II wird monatlich im Voraus gezahlt und in
der Regel für jeweils sechs Monate bewilligt.
Jugendliche unter 25 Jahren, die einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen, erhalten eine besondere Beratung: Ihnen soll
umgehend eine Ausbildung, eine Arbeit, ein Praktikum oder eine
Qualifizierung vermittelt werden. Bei Hilfebedürftigkeit erhalten
Jugendliche ab 15 Jahren Alg II. Jugendliche unter 15 Jahren gelten
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Arbeitslosengeld II
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noch nicht als erwerbsfähig und können das sogenannte Sozialgeld
erhalten.
Ein wichtiges Prinzip lautet Fordern und Fördern. Das bedeutet:
Das Arbeitslosengeld II kann nur in Anspruch nehmen, wer erstens
alle Hilfen zur Jobsuche in Anspruch nimmt und sich zweitens auch
selbst um eine neue Arbeit bemüht. Was konkret zu tun ist, wird in
einer Eingliederungsvereinbarung festgelegt. Dieser Vertrag wird
zwischen dem Arbeitsuchenden und dem jeweiligen Träger des
SGB II geschlossen.
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Muss jede Arbeit angenommen werden?
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Grundsätzlich ist jede Arbeit zumutbar – es sei denn, dass körperliche, geistige oder seelische Gründe dagegen sprechen. Gründe
dafür, eine Arbeit abzulehnen, können auch vorliegen, wenn man
Kinder unter drei Jahren zu betreuen hat, Angehörige pflegt oder
eine allgemeinbildende Schule besucht.
Wer eine Arbeit, eine Ausbildung, einen Zusatzjob, ein Praktikum oder eine Eingliederungsmaßnahme ablehnt, obwohl diese
zumutbar sind, muss mit Kürzungen und – im Wiederholungsfall –
auch mit dem Wegfall der Leistungen rechnen.
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Wa s w i r d b e z a h l t ?
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Das Arbeitslosengeld II umfasst Leistungen zur Sicherung des
Lebensunterhalts. Dazu gehören u. a. der Bedarf an Nahrung,
Körperpflege, Hausrat und der Anspruch darauf, am kulturellen
Leben teilzunehmen. Von der sogenannten Regelleistung müssen
auch Ausgaben für Strom, Warmwasseraufbereitung, Bus oder Pkw
beglichen werden. Das Arbeitslosengeld II umfasst auch die Kosten
für die Unterbringung – Miete, einschließlich der Nebenkosten,
Kaltwasser, Abwasser und die Kosten für die Heizung.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitslosengeld II
➜ Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II: Grundsicherung für
Arbeitssuchende)
➜ Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII: Sozialhilfe)
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Arbeitslosenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Die Arbeitslosenversicherung soll kurzfristig die wirtschaftlichen
Folgen von Arbeitslosigkeit durch die Zahlung von Arbeitslosengeld nach dem SGB III mildern.
Für die Arbeitslosenversicherung müssen Beiträge gezahlt werden, die sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber grundsätzlich je zur
Hälfte teilen. Der Beitrag liegt derzeit bei 3,3 Prozent. Überschreitet
das Arbeitseinkommen die Beitragsbemessungsgrenze, so ist ein
Beitrag nur für diesen (Höchst-)Betrag zu zahlen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitslosengeld
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitslosigkeit
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Sozialversicherung
Arbeitslosigkeit
Dass jemand seinen Arbeitsplatz verliert und arbeitslos wird, kann
viele Ursachen haben: wirtschaftliche Krisen, Sparmaßnahmen im
Betrieb oder mangelnde Qualifikation sind nur einige Beispiele.
Ganz egal, aus welchen Gründen man arbeitslos wird oder von
Arbeitslosigkeit bedroht ist, der erste Gang sollte immer zur Agentur für Arbeit führen. Dort bekommt man Rat und Hilfe: Arbeitslosengeld, Zuschüsse zu Bewerbungskosten, Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen etc. helfen bei der Überwindung finanzieller
Probleme.
Insbesondere bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung
helfen die Agenturen für Arbeit. Man sollte aber auch selbst aktiv
werden:
■ Stellenanzeigen im Internet, in Zeitungen und Zeitschriften
studieren
■ sich mit eigenem Profil in die JOBBÖRSE der Agentur für Arbeit
(www.arbeitsagentur.de) einstellen
■ Initiativbewerbungen starten, das heißt: sich auch dort
bewerben, wo momentan keine Stellen angeboten werden
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Arbeitsmarkt
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■ Stellengesuche aufgeben
■ Freunde und Bekannte um Rat fragen
■ sich über berufliche Alternativen informieren
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsvermittlung/Ausbildungsvermittlung
➜ Bewerbung
➜ Arbeitslosengeld
➜ Bewerbungskosten
➜ Mobilitätshilfen
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Arbeitsmarkt
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Dieser ist – wie jeder Markt – von Angebot und Nachfrage bestimmt,
also von den vorhandenen und den benötigten Arbeitskräften.
Arbeitskräfte-Angebot und -Nachfrage sollten möglichst ausgeglichen sein, damit es keine hohe Arbeitslosigkeit oder einen
Fachkräftemangel gibt. Das ist schwer zu erreichen, denn auf den
Arbeitsmarkt wirken viele Einflüsse ein: zum Beispiel die wirtschaftliche Entwicklung im In- und Ausland, die Geburtenrate, aber auch
Gesetze und Tarifverträge. Um das Verhältnis von Angebot und
Nachfrage ausgewogener zu gestalten, gibt es umfangreiche Maßnahmen – organisiert im Sozialgesetzbuch (SGB III).
Über die Situation auf dem Arbeitsmarkt informiert die Bundesagentur für Arbeit u. a. monatlich – mit einer Statistik über offene
Stellen und Arbeitslosigkeit sowie die daraus ablesbaren Entwicklungen.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Agentur für Arbeit
➜ Tarifvertrag
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Arbeitsmarktberatung
Arbeitsmarktberatung
Die Arbeitsmarktberatung der Agentur für Arbeit ist ein Angebot
für Arbeitgeber. Sie soll die Arbeitgeber bei der Besetzung von Ausbildungs- und Arbeitsstellen unterstützen. Plant ein Arbeitgeber
zum Beispiel, Ausbildungsplätze anzubieten, dann kann er sich
kundig machen, welche Vorteile er hat und ob er mögliche staatliche Hilfen für sein Engagement erhalten kann. Möglich ist auch,
dass sich dem Arbeitgeber neue Perspektiven eröffnen – etwa über
neue Formen von Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch den Einsatz neuer Medien und Techniken.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsmarkt
Arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen
Es gibt einige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, mit
denen festgestellt werden soll, ob ein Beschäftigter bei der Ausübung einer bestimmten Tätigkeit (gesundheitlich) gefährdet ist.
Der Arzt soll den Arbeitnehmer und auch den Arbeitgeber
außerdem über mögliche Risiken aufklären und beide beraten, ob
besondere Maßnahmen getroffen werden müssen. Ferner ist es Aufgabe des Arztes, über Gefahren zu informieren, die nicht ohne Weiteres zu erkennen oder bisher noch nicht bekannt sind.
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen haben ihre
rechtliche Grundlage im Arbeitsschutzgesetz, zum Beispiel in der
Druckluft-, der Biostoff- und der Röntgenverordnung.
Siehe auch unter
➜ Ärztliche Untersuchungen
➜ Arbeitssicherheitsgesetz
➜ Arbeitsschutz
➜ Arbeitsschutzgesetz
➜ Einstellungs-, Eignungs- oder Tauglichkeitsuntersuchungen
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Arbeitsplatzschutzgesetz
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Arbeitsplatzschutzgesetz
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Dieses Gesetz schützt einen Arbeitnehmer vor der Kündigung,
wenn er zum Wehrdienst (oder zu einer Wehrübung) einberufen
wird. Ein entsprechender Schutz gilt auch, wenn sich der Arbeitnehmer für den Zivildienst entschieden hat.
Konkret heißt das: Von der Zustellung des Einberufungsbescheids bis zum Ende des Grundwehrdienstes und während einer
Wehrübung darf der Arbeitgeber dem Auszubildenden oder
Arbeitnehmer nicht kündigen. Stattdessen ruht in diesen Zeiten
das Arbeitsverhältnis. Auch der Ausbildende darf die Übernahme
eines Auszubildenden in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte
Zeit nicht aus Anlass des Wehrdienstes ablehnen.
Handelt es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis, wird es
aber durch die Einberufung nicht verlängert.
Kündigen darf der Arbeitgeber nur aus „wichtigem Grund“,
zum Beispiel wenn die Existenz des Betriebs bedroht ist. Auch dann
darf der Arbeitgeber den Wehrdienstleistenden nicht kündigen,
weil sie Wehrdienstleistende sind.
Im Streitfall muss der Arbeitgeber beweisen, dass der Wehrdienst kein Grund für die Kündigung ist bzw. war.
All dies gilt auch für den Wehrdienst als Soldat auf Zeit – für die
Dienstzeit von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei
Jahren.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Kündigung
➜ Arbeitnehmer
➜ Wehrdienst
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Zivildienst
➜ Auszubildender
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Arbeitsschutz
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Aufgabe des Arbeitsschutzes ist es, das Leben und die Gesundheit
der Beschäftigten bei der Arbeit zu schützen.
Das schließt auch Maßnahmen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit ein (Humanisierung der Arbeitswelt).
27
Arbeitsschutzgesetz
Dafür Sorge zu tragen hat vor allem der Arbeitgeber. Er muss
sicherstellen (lassen), dass von den Maschinen, Geräten und Anlagen keine Gefahr ausgeht. Dazu muss er erst die Arbeitsbedingungen in seinem Betrieb beurteilen, Schutzmaßnahmen treffen und
die Arbeitnehmer über Gefahren aufklären. Dabei muss er den Betriebsrat bei allen Fragen des Arbeitsschutzes hinzuziehen. Grundlage des Arbeitsschutzes ist das Arbeitsschutzgesetz, auf das sich
zahlreiche Verordnungen stützen – wie beispielsweise die Arbeitsstättenverordnung, Gefahrstoffverordnung, Bildschirmarbeitsverordnung, die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung.
Siehe auch unter
➜
➜
➜
➜
➜
➜
➜
➜
➜
Arbeitgeber
➜ Unfallverhütungsvorschriften
Arbeitnehmer
➜ Unfallversicherung
Arbeitsschutzgesetz
Arbeitssicherheitsgesetz
Arbeitsstättenverordnung
Berufsgenossenschaft
Gefahrstoffverordnung
Gewerbeaufsicht
Humanisierung der Arbeitswelt
Arbeitsschutzgesetz
Das Arbeitsschutzgesetz legt fest, welche Pflichten und Rechte
Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben, damit Leben und Gesundheit bei der Arbeit im Betrieb nicht gefährdet werden.
Zu den Pflichten des Arbeitgebers gehört zum Beispiel zu beurteilen, ob in seinem Betrieb Gefahren für die Arbeitnehmer bestehen, und entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Arbeitnehmer haben die Pflicht, ihn bei seinen Sicherungsvorkehrungen
zu unterstützen.
Auch gewährt das Arbeitsschutzgesetz den Arbeitnehmern
bestimmte Rechte:
■ Sie können Vorschläge zu allen Fragen des Arbeitsschutzes im
Betrieb vorbringen.
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Arbeitssicherheitsgesetz
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■ Sie können bei unmittelbaren und erheblichen Gefahren im
Betrieb ihren Arbeitsplatz verlassen.
■ Sie können sich bei unzureichenden Arbeitsschutzzuständen
im Betrieb bei den Aufsichtsbehörden beschweren, wenn der
Arbeitgeber ihre Hinweise nicht beachtet.
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Der Arbeitgeber darf die Arbeitnehmer nicht benachteiligen, weil
sie diese Rechte wahrnehmen.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsschutz
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Arbeitssicherheitsgesetz
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Dieses Gesetz regelt, dass Arbeitgeber nicht allein über den Arbeitsschutz wachen und befinden dürfen. Es sieht die Unterstützung
durch Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit vor.
Diese beraten den Arbeitgeber und helfen ihm in allen Fragen
des Arbeitsschutzes; sie teilen ihm Mängel mit und schlagen Maßnahmen zur Beseitigung vor. Außerdem informieren sie die Arbeitnehmer über alle Gefahren und instruieren sie so, dass sie sich
sicherheitsbewusst verhalten.
Wie viele Betriebsärzte und Fachkräfte den Arbeitgeber unterstützen und wie umfangreich dieser Beistand ist, hängt beispielsweise von der Größe des Betriebs (Zahl der Arbeitnehmer), von der
Art des Betriebs sowie von den (voraussichtlichen) Unfallgefahren
ab.
Welche Maßnahmen der Arbeitgeber im Sinne des Arbeitssicherheitsgesetzes zu treffen hat, haben die Berufsgenossenschaften in Unfallverhütungsvorschriften festgelegt.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsschutz
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Arbeitsstättenverordnung
➜ Berufsgenossenschaft
➜ Unfallverhütungsvorschriften
Arbeitsstättenverordnung
Die Arbeitsstättenverordnung legt konkret fest, wie die Arbeitsstätten eingerichtet und betrieben werden müssen, damit von
ihnen keine Gefahren für die Beschäftigten ausgehen. So gibt es
zum Beispiel Anforderungen an Arbeits-, Sanitär- und Pausenräume, zu Fluchtwegen und Notausgängen, zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung, Lüftung, Raumtemperatur und
Beleuchtung.
Siehe auch unter
➜ Arbeitsschutz
➜ Arbeitsschutzgesetz
Arbeitsunfall
Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, den ein Arbeitnehmer infolge seiner
beruflichen Tätigkeit erleidet. Zu den Arbeitsunfällen zählen auch
Wegeunfälle, also Unfälle von Arbeitnehmern auf dem Weg zur
oder von der Arbeit. Ferner gelten auch Unfälle bei Betriebsausflügen oder -feiern als Arbeitsunfälle. Verantwortlich für Leistungen
bei Arbeitsunfällen ist die gesetzliche Unfallversicherung. Sie kümmert sich um Behandlung, Kosten, Reha-Maßnahmen und spätere
Berufshilfen. Sie zahlt sogar Umschulungen oder Renten, wenn
keine Wiedereingliederung ins Berufsleben möglich ist. Ihre Träger
haben sich im Jahr 2007 in einem neuen Dachverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), zusammengeschlossen. Die DGUV umfasst
■ Berufsgenossenschaften. Sie sind für Unternehmen der Privatwirtschaft zuständig.
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Arbeitsverhältnis
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■ Unfallkassen. Sie sind für den öffentlichen Dienst und für
Unternehmen zuständig, die aus dem Öffentlichen Dienst
hervorgegangen sind (zum Beispiel Deutsche Bahn, Deutsche
Post).
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Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Berufsgenossenschaft
➜ Unfallversicherung
➜ Wegeunfall
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Arbeitsverhältnis
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Darunter versteht man das rechtliche Verhältnis zwischen einem
Arbeitnehmer und seinem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer ist dazu
verpflichtet, seine Arbeit zu leisten; der Arbeitgeber muss dafür Entgelt zahlen. Diese Verpflichtungen werden im Idealfall in einem
schriftlichen Vertrag fixiert. Rechtlich zulässig ist aber auch ein
mündlicher Vertrag.
Soweit ein schriftlicher Arbeitsvertrag nicht die erforderlichen
Angaben enthält oder wenn der Arbeitsvertrag mündlich geschlossen wurde, ist der Arbeitgeber verpflichtet, spätestens einen Monat
nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses dem
Arbeitnehmer einen schriftlichen Nachweis über die wesentlichen
Arbeitsbedingungen auszuhändigen. Dieser muss vom Arbeitgeber
unterschrieben sein und folgende Angaben enthalten: Name und
Anschrift der Vertragsparteien, Beginn des Arbeitsverhältnisses
(bei befristeten Arbeitsverhältnissen auch die voraussichtliche
Dauer), Arbeitsort (ggf. Hinweis auf verschiedene Arbeitsorte),
kurze Charakterisierung bzw. Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit, Zusammensetzung, Höhe und Fälligkeit des Arbeitsentgelts
(einschließlich Zuschläge, Zulagen etc.), vereinbarte Arbeitszeit,
Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs, Kündigungsfristen, allgemeiner Hinweis auf geltende Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen. Bei Arbeitnehmern, die nur zur vorübergehenden
Aushilfe von höchstens einem Monat eingestellt werden, entfällt
diese Nachweispflicht.
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Arbeitsvermittlung/Ausbildungsvermittlung
Der Arbeitgeber muss geringfügig Beschäftigte außerdem ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie in der Rentenversicherung die
Stellung eines versicherungspflichtigen Arbeitnehmers erwerben
und dadurch später eine entsprechend höhere Rente sowie weitere
Leistungen der Rentenversicherung (zum Beispiel Rehabilitationsmaßnahmen) beziehen können. Voraussetzung dafür ist, dass der
Arbeitnehmer auf seine Versicherungsfreiheit verzichtet und den
Differenzbetrag zwischen dem pauschalen und dem vollen Rentenversicherungsbeitrag übernimmt.
Wenn sich die Arbeitsbedingungen ändern, dann muss der
Arbeitgeber das dem Arbeitnehmer schriftlich mitteilen – spätestens einen Monat nach der Änderung. Diese Mitteilungspflicht gilt
aber nicht, wenn sich gesetzliche Vorschriften, Tarifverträge und
ähnliche Regelungen ändern, die das Arbeitsverhältnis betreffen.
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.
Kommt es zu Streitigkeiten über das Arbeitsverhältnis, sind die
Arbeitsgerichte zuständig.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitszeugnis
➜ Arbeitnehmer
➜ Geringfügige Beschäftigung
➜ Arbeitsgericht
➜ Kündigung
➜ Arbeitsvertrag
➜ Tarifvertrag
➜ Arbeitszeit
➜ Urlaub
Arbeitsvermittlung/
Ausbildungsvermittlung
Die Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsstellen ist nach dem
Arbeitsförderungsrecht zentrale Aufgabe der Agenturen für Arbeit.
Sie wird von diesen unparteiisch und kostenlos durchgeführt. Jeder
kann sie in Anspruch nehmen.
Die meisten Arbeitsverhältnisse kommen aber durch private
Kontakte oder über Stellenanzeigen in der Presse zustande. Auch
die Stellensuche und -vermittlung per Internet, zum Beispiel unter
www.arbeitsagentur.de, ist eine sinnvolle Möglichkeit.
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Arbeitsvertrag
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Private Arbeitsvermittler können bei der Suche nach einem
Arbeits- oder Ausbildungsplatz behilflich sein. Ihre Vermittlungsdienstleistung kann vom Arbeitgeber, aber auch vom Arbeitsuchenden bezahlt werden. Von einem Ausbildungsuchenden darf
keine Vergütung verlangt werden. Für Bezieher von Arbeitslosengeld kann unter bestimmten Voraussetzungen die Agentur für
Arbeit die Leistungen der privaten Arbeitsvermittler übernehmen.
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
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Arbeitsvertrag
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Jedes Arbeitsverhältnis beruht auf einem Vertrag, in dem geregelt
ist, dass der Arbeitnehmer seine Dienste dem Arbeitgeber zur
Verfügung stellt und dieser zur Zahlung des Arbeitsentgelts verpflichtet ist.
Grundsätzlich können die Vertragspartner frei vereinbaren,
was in einem Arbeitsvertrag stehen soll, insbesondere welche konkreten Arbeitsbedingungen (Arbeitsentgelt, Urlaub, Arbeitszeit
usw.) sie festlegen.
Ohne entsprechenden Schutz wären Arbeitnehmer den Arbeitgebern aber oft unterlegen. Deshalb gibt es zusätzlich noch Gesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, deren Regelungen
gegenüber denen des Vertragsverhältnisses prinzipiell vorrangig
sind. Grundsätzlich gilt: Höherrangiges Recht geht vor. Also steht
das Gesetz über dem Tarifvertrag, der Tarifvertrag über der
Betriebsvereinbarung und die Betriebsvereinbarung über dem
Arbeitsvertrag. Im Allgemeinen geht auch das für Arbeitnehmer
günstigere Recht dem ungünstigeren vor.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsverhältnis
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➜ Tarifvertrag
➜ Urlaub
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Arbeitsvertrag, befristeter
Arbeitsvertrag, befristeter
Ein befristeter Arbeitsvertrag (Arbeitsvertrag auf Zeit) liegt vor,
wenn die Dauer des Arbeitsverhältnisses zeitlich begrenzt ist.
Das ist dann der Fall, wenn die Dauer entweder kalendermäßig
bestimmt ist (zum Beispiel „für die Dauer von sechs Monaten“ oder
„vom 1. 2. 2009 bis 31. 10. 2009“) oder sich aus dem Zweck der
Arbeitsleistung ergibt (zum Beispiel „bis zum Ende der Erdbeerernte“). Die Befristung eines Arbeitsvertrages ist nur wirksam, wenn
sie vor Beginn des Arbeitsverhältnisses schriftlich vereinbart wird.
Der befristete Arbeitsvertrag endet ohne Kündigung, wenn der
vereinbarte Endtermin oder der vereinbarte Zweck der Arbeitsleistung erreicht sind. Dabei muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer
mindestens zwei Wochen vorher schriftlich informieren, dass der
vereinbarte Arbeitszweck erreicht ist, sonst verlängert sich der Arbeitsvertrag entsprechend. Die ordentliche (fristgemäße) Kündigung des befristeten Arbeitsvertrages ist nur möglich, wenn dies im
Arbeitsvertrag oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.
Der befristete Arbeitsvertrag kann allerdings aus wichtigem
Grund auch außerordentlich ohne Einhaltung einer Frist gekündigt
werden.
In welchen Fällen ein befristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen
werden darf und welche Vorschriften dabei zu beachten sind,
regelt vor allem das Teilzeit- und Befristungsgesetz. Es legt fest, dass
Arbeitsverträge grundsätzlich nur dann befristet werden dürfen,
wenn ein „sachlich rechtfertigender Grund“ besteht. Ein solcher
liegt beispielsweise vor, wenn der Betrieb eine bestimmte Arbeitsleistung nur vorübergehend benötigt, wenn ein Arbeitnehmer
wegen zeitweiser Abwesenheit vertreten werden soll oder wenn
einem Berufsanfänger nach seiner Ausbildung oder seinem Studium der Übergang ins Arbeitsleben erleichtert werden soll.
Wenn kein „sachlich rechtfertigender Grund“ vorliegt, können
befristete Arbeitsverträge nur bei Neueinstellungen abgeschlossen
werden, das heißt dann, wenn der Arbeitnehmer bei dem betreffenden Arbeitgeber zuvor noch nicht im Arbeitsverhältnis beschäftigt
war.
Ein Berufsausbildungsverhältnis ist im Sinne dieser Regelung
kein Arbeitsverhältnis. Der ausbildende Arbeitgeber kann also mit
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Arbeitszeit
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B
seinem ehemaligen Auszubildenden einen befristeten Arbeitsvertrag ohne sachlichen Grund abschließen. Ein befristeter Arbeitsvertrag darf maximal zwei Jahre dauern und innerhalb dieser zwei
Jahre bis zu dreimal verlängert werden. Wenn ein Arbeitsvertrag
unrechtmäßig befristet wird, gilt er von Anfang an als unbefristet.
Weigert sich der Arbeitgeber, das anzuerkennen, kann der Arbeitnehmer innerhalb von drei Wochen nach dem Ende der Befristung
beim Arbeitsgericht Klage erheben, um feststellen zu lassen, dass
die Befristung des Arbeitsvertrages unwirksam ist.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsvertrag
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Arbeitszeit
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Die Arbeitszeit ist durch Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen
oder den Arbeitsvertrag geregelt. Sie beträgt meist zwischen 35 und
40 Stunden pro Woche – aufgeteilt auf fünf Tage.
In vielen Betrieben und Verwaltungen ist die Arbeitszeit flexibel gestaltet, etwa mit Arbeitszeitkonten. Ein weiteres Beispiel: Bei
der sogenannten Gleitzeit darf der Beschäftigte täglich selbst bestimmen, wann seine Arbeit anfängt und wann sie endet. Für eine
festgelegte Zeit dazwischen (Kernarbeitszeit) besteht Anwesenheitspflicht. Innerhalb eines bestimmten Zeitraumes muss jeweils
die vertraglich vereinbarte Gesamtarbeitszeit erreicht werden.
Gesetzlich geregelt ist die Arbeitszeit für Beschäftigte ab 18 Jahren durch das Arbeitszeitgesetz. Für Kinder und Jugendliche gilt
das Jugendarbeitsschutzgesetz.
Das Arbeitszeitgesetz schreibt vor, dass Arbeitnehmer grundsätzlich nicht länger als acht Stunden an sechs Werktagen arbeiten
dürfen. Auf zehn Stunden pro Werktag verlängert werden darf die
Arbeitszeit, wenn der Arbeitnehmer innerhalb von sechs Monaten
durchschnittlich nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeitet.
Ruhepausen und der Weg zur Arbeit gehören nicht zur Arbeitszeit. Vorgeschrieben ist, dass der Arbeitnehmer bei mehr als sechs
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Arbeitszeugnis
Stunden am Tag mindestens 30 Minuten Pause hat – bei mehr als
neun Stunden pro Tag 45 Minuten. Zwischen Ende und Beginn der
Arbeit müssen mindestens elf Stunden Ruhezeit liegen.
Sind Arbeitnehmer durch Nacht- und Schichtarbeit gesundheitlich belastet, haben sie das Recht, sich in eine Tagesschicht versetzen zu lassen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Mutterschutzgesetz
➜ Arbeitsvertrag
➜ Tarifvertrag
➜ Jugendarbeitsschutzgesetz
➜ Teilzeitanspruch
Arbeitszeugnis
Endet das Arbeitsverhältnis oder die Berufsausbildung, so hat jeder
Arbeitnehmer bzw. Auszubildende Anspruch auf ein Zeugnis. Dieses muss schriftlich ausgestellt und vom Ausstellenden unterschrieben werden. Es gibt zwei Arten von Arbeitszeugnissen:
Einfaches Zeugnis
Dieses enthält mindestens Angaben über den Arbeitnehmer (Name
usw.) sowie über die Art und Dauer der Beschäftigung – und zwar
so vollständig und genau, dass sich ein künftiger Arbeitgeber ein
klares Bild über die bisherige Tätigkeit machen kann.
Das Zeugnis der Auszubildenden muss Angaben über Art,
Dauer und Ziel der Berufsausbildung enthalten sowie über die
erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
der Auszubildenden.
Qualifiziertes Zeugnis
Dieses Zeugnis enthält auch Angaben über das Verhalten und die
Leistung des Beschäftigten. Der Arbeitnehmer oder Auszubildende
kann diese Art von Zeugnis ausdrücklich verlangen. Umgekehrt
kann er auch ein nicht verlangtes qualifiziertes Zeugnis zurückweisen und stattdessen ein einfaches Zeugnis fordern.
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Arbeitszeugnis
A
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Bei jeder Art von Zeugnis gilt:
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Es muss klar und verständlich formuliert sein und der Wahrheit
entsprechen. Verboten sind Geheimzeichen (wie eine bestimmte
Schrift oder verschlüsselte Formulierungen), die etwas über den
Arbeitnehmer aussagen sollen. Außerdem muss ein Zeugnis alle
wesentlichen Tatsachen und Bewertungen enthalten, die für die
Gesamtbeurteilung des Beschäftigten wichtig sind. Dabei dürfen
nur solche Aussagen getroffen werden, an denen der künftige
Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse hat. Negative Beurteilungen
müssen durch Tatsachen belegt sein, zum Beispiel durch Leistungsoder Anwesenheitsprotokolle. Enthält das Zeugnis falsche
Behauptungen, kann der Beschäftigte ein neues Dokument verlangen. Insgesamt sollen Zeugnisse wohlwollend ausgestellt werden
und dürfen das berufliche Weiterkommen nicht unnötig erschweren.
Arbeitsgerichte dürfen ein Zeugnis vollständig überprüfen. Sie
haben Erfahrung mit der speziellen „Zeugnissprache“, die sich im
Lauf der Zeit entwickelt hat, und können einen Text daraufhin beurteilen.
Festgelegt haben die Arbeitsgerichte: Erhält ein Beschäftigter
aus Verschulden des Arbeitgebers sein Zeugnis zu spät oder gar
nicht oder enthält das Zeugnis Fehler oder falsche Aussagen und
bekommt er deshalb keine oder nur eine schlechte Arbeitsstelle,
dann kann der Arbeitnehmer Schadenersatz fordern.
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Auszubildender
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➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildung
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Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
(AFBG – sog. „Meister-BAföG“)
Dieses Gesetz garantiert einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung für Handwerker und andere Fachkräfte aus allen Berufsbereichen, die sich beruflich höher qualifizieren wollen, und will
Existenzgründungen erleichtern. Voraussetzung ist, dass sie an
einer Aufstiegsfortbildung teilnehmen, eine abgeschlossene Erstausbildung oder einen vergleichbaren Berufsabschluss haben.
Dieser bereits absolvierte Abschluss muss nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung anerkannt worden sein.
„Meister-BaföG“ wird die finanzielle Hilfe genannt, weil sie vor
dem Jahr 2002, als sie erweitert und verbessert wurde, nur für die
Aufstiegsfortbildung im Handwerk galt.
Der Kreis der Geförderten ist größer geworden und die Leistungen wurden aufgestockt. Unterstützung erhalten seitdem u. a.
auch Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen, die sich
fortbilden wollen (wenn die Fortbildung nach den Richtlinien der
Deutschen Krankenhausgesellschaft verläuft).
Bei Vollzeitfortbildungen erhalten Alleinstehende ohne Kinder
einen monatlichen einkommens- und vermögensabhängigen Unterhaltsbeitrag von bis zu 614 Euro, davon bis zu 202 Euro als
Zuschuss und 412 Euro als Darlehen. Für Ehegatten kommen als
Darlehen noch 215 Euro hinzu. Für jedes Kind gibt es außerdem
179 Euro Darlehen. Alleinerziehende können für die Kinderbetreuung einen Zuschuss bis zu 113 Euro pro Kind erhalten.
Gebühren für den Lehrgang und für die Prüfungen werden mit
bis zu 10.226 Euro gefördert – unabhängig vom Einkommen und
vom Vermögen. 30,5 Prozent dieses Betrags werden als Zuschuss
vergeben.
Die Kosten für das Meisterstück werden zur Hälfte der notwendigen Kosten – höchstens mit einem zinsgünstigen Darlehen bis zu
1.534 Euro – gefördert.
Weiterer Bonus: Existenzgründer, die innerhalb bestimmter
Fristen mindestens zwei Arbeitsplätze schaffen, müssen nur noch
33 Prozent der Darlehen zurückzahlen, die für Lehrgänge und
Prüfungen gewährt wurden.
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Ausbildender
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Förderanträge und Beratungen bieten in der Regel die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung am Wohnort der Antragsteller.
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Tipp
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Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.meister-bafoeg.info. Die Broschüre „Meister-BAföG – Das
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)“ ist erhältlich beim
Bundesministerium für Bildung und Forschung.
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Ausbildender
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Jeder, der einen anderen zur Berufsausbildung einstellt, ist Ausbildender. Zwischen Ausbildendem und Auszubildendem muss ein
Berufsausbildungsvertrag abgeschlossen werden. Der Ausbildende
kann selbst ausbilden, er kann aber auch – wie es zumeist bei größeren Betrieben der Fall ist – einen Ausbilder damit beauftragen.
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Siehe auch unter
➜ Auszubildender
➜ Berufsausbildungsvertrag
➜ Berufsausbildung
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Ausbilder
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Der Ausbilder ist innerhalb eines Betriebes für die Berufsausbildung
verantwortlich. Er muss persönlich und fachlich zur Ausbildung
befähigt sein. In der Ausbildereignungsverordnung steht, welche
berufs- und arbeitspädagogische Eignung ein Ausbilder nachweisen muss.
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Siehe auch unter
➜ Ausbilder-Eignungsverordnung
➜ Berufsausbildung
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Ausbilder-Eignungsverordnung
Ausbilder-Eignungsverordnung
Ausbilder haben neben der fachlichen und persönlichen Eignung
auch den Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer Kenntnisse
nachzuweisen. Diese sind in der Ausbilder-Eignungsverordnung
näher geregelt und umfassen die Qualifikation zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Ausbildung. Die
Prüfung besteht aus schriftlichen fallbezogenen Aufgaben, der
praktischen Durchführung einer Ausbildungseinheit und einem
Prüfungsgespräch. Die Kammern nehmen die Prüfungen ab. Sie
geben auch Hinweise für entsprechende Vorbereitungslehrgänge
(in der Regel 120 Stunden). Bis zum 31.7.2009 können versuchsweise
auch Personen ausbilden, wenn sie die Prüfung nach der AusbilderEignungsverordnung nicht nachweisen können. Die AusbilderEignungsverordnung wird zum 1.8.2009 modernisiert.
Siehe auch unter
➜ Ausbildender
➜ Ausbilder
Ausbildung
siehe Berufsausbildung
Ausbildungsberufe, staatlich
anerkannte
Nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung werden Ausbildungsordnungen erlassen. Sie bestimmen, welche
Ausbildungsberufe staatlich anerkannt werden und was in ihnen
mindestens gelernt werden muss. Dadurch wird für diese Berufe
eine geordnete und bundeseinheitliche Berufsausbildung gewährleistet. Die Ausbildungsordnungen werden bei Bedarf an die
technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung angepasst und ggf. auch neu strukturiert. Anerkannte Ausbildungsberufe werden in der Regel in einer praxisorientierten Ausbildung
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Ausbildung, außerbetriebliche
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in einem Betrieb erlernt und durch den mit der betrieblichen Ausbildung abgestimmten Berufsschulunterricht ergänzt. Zurzeit sind
rund 350 Ausbildungsberufe staatlich anerkannt. Daneben gibt es
weitere Berufe mit (schulisch) geregelten Ausbildungsgängen, die
in den einzelnen Bundesländern anerkannt werden.
Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet werden. Man kann diese in der Wirtschaft (Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft, freie Berufe,
Hauswirtschaft) und in der Verwaltung (zum Beispiel Bundesbehörden, Landesbehörden, Städte, Gemeinden) erlernen.
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Tipp
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Das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe kann man im
Buchhandel kaufen oder bei den Agenturen für Arbeit (BIZ) oder den
Handwerks- und den Industrie- und Handelskammern einsehen.
Noch einfacher geht es über das Internet: www.bibb.de/berufe. Auf
der Seite des Bundesinstituts für Berufsbildung gibt es sehr umfangreiche Informationen zu den anerkannten Ausbildungsberufen.
Weitere Informationen zu einzelnen Berufen erhält man unter
www.arbeitsagentur/berufenet.de
Siehe auch unter
➜ Ausbildungsordnung
➜ Berufe mit geregelten
Ausbildungsgängen
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➜ Berufsbildungsgesetz
➜ Handwerksordnung
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Ausbildung, außerbetriebliche
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Für lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Jugendliche, die
auch nach einer Vorförderung nicht in eine betriebliche Ausbildung vermittelt werden können, kann die Agentur für Arbeit eine
außerbetriebliche Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen
auf der Grundlage des SGB III fördern. Daneben wird in Sonderprogrammen des Bundes und der Neuen Länder Ausbildungsbe-
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41
Ausbildung, überbetriebliche
werbern, die keine betriebliche Ausbildungsstelle gefunden haben,
u. a. auch in betriebsnah oder außerbetrieblich organisierten Ausbildungswegen die Möglichkeit der beruflichen Qualifizierung
gegeben.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsbildungswerk
Ausbildung, überbetriebliche
Die überbetriebliche Ausbildung kann erforderlich sein, wenn
Betriebe ihren Auszubildenden nicht alle vorgeschriebenen erforderlichen Mindestinhalte der Ausbildung vermitteln können – zum
Beispiel, wenn keine eigenen Lehrwerkstätten vorhanden sind oder
wenn der Betrieb nur auf wenige Tätigkeiten spezialisiert ist.
In solchen Fällen helfen Innungen und Kammern. Sie stellen
Werkstätten zur Verfügung, in denen die Auszubildenden zusätzliche Fertigkeiten erlernen. Dies ist umso wichtiger, da die technische Entwicklung weiter fortschreitet und nicht in jedem Betrieb
immer die aktuellsten Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden können.
Was der Auszubildende lernen soll und wie viele überbetriebliche Lehrgänge dafür nötig sind, richtet sich nach der Ausbildungsordnung.
Siehe auch unter
➜ Ausbildungsordnung
➜ Berufsausbildung
Ausbildungsordnung
Das Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung verlangen
eine geordnete und einheitliche Berufsausbildung. Ausbildungsordnungen bilden hierfür die Grundlage. Für alle anerkannten Ausbildungsberufe werden Ausbildungsordnungen erlassen. Sie sind
42
Auslandsaufenthalt
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für die Ausbildung verbindlich. Nach den Ausbildungsordnungen
soll zunächst eine breit angelegte berufliche Grundbildung vermittelt werden. Anschließend soll eine vertiefte Fachbildung den
Erwerb der notwendigen Berufserfahrung ermöglichen. Ziel ist die
Vermittlung der Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die für
die Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit erforderlich sind.
Die Ausbildungsinhalte werden mit den schulischen Rahmenlehrplänen für den Unterricht in der Berufsschule abgestimmt.
Mindestangaben in den Ausbildungsordnungen sind:
■ die Bezeichnung des Ausbildungsberufs
■ die Ausbildungsdauer
■ die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die Gegenstand
der Ausbildung sind (Ausbildungsberufsbild)
■ eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung
(Ausbildungsrahmenplan)
■ die Prüfungsanforderungen
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Siehe auch unter
➜ Ausbildungsberufe,
➜ Berufsschule, staatlich anerkannte
➜ Handwerksordnung
➜ Berufsbildungsgesetz
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Auslandsaufenthalt
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Auslandsaufenthalte in der Ausbildung oder im Beruf werden in
der globalisierten Welt immer wichtiger. Wer beispielsweise Praktika in anderen Ländern vorweisen kann, ist gegenüber anderen
besser qualifiziert und verfügt oft über bessere Aufstiegschancen.
Häufig bieten die Betriebe selbst Aufenthalte im Ausland an
– etwa in einer Zweigstelle oder in Partnerunternehmen.
Angebote bieten außerdem spezielle Organisationen.
Einen umfangreichen Überblick bietet die Auslandsvermittlung der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Sie informiert rund um Ausbildung, Studium
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Ausländerfragen, Bundesbeauftragte für
und Arbeit im Ausland. Die ZAV betreut das internationale Beratungs- und Vermittlungsgeschäft der Bundesagentur für Arbeit.
Sie bündelt alle Angebote der Bundesagentur für Arbeit, der EURES
(EURopean Employment Services), der Europäischen Berufsberatungszentren (EBZ) und der Standorte für Mobilitätsberatung.
Informieren kann sich jeder
■ im Internet unter www.ba-auslandsvermittlung.de
■ in zwölf regionalen Standorten (Berlin, Bremen, Dortmund,
Dresden, Erfurt, Frankfurt, Hamburg, Magdeburg, Nürnberg,
Rostock, Stuttgart und Trier)
■ über die Telefon-Hotline des Info-Centers der ZAV unter der
Telefonnummer +49 (0) 228-713 13 13 (3,9 Cent/Minute aus
dem deutschen Festnetz) von Mo. – Fr., 8 – 18 Uhr.
Tipp
Weitere Informationen gibt es im Internet:
www.arbeitsagentur.de und
www.bundesverwaltungsamt.de,
www.cdg.de, www.na-bibb.de und
www.europa.eu.int/eures/home.jsp?lang=de
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Ausbildung
➜ Praktikum
Ausländerfragen,
Bundesbeauftragte für
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge
und Integration berät die Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der Integrationspolitik. Sie fördert die Integration und das
Zusammenleben von ausländischen und deutschen Bürgern.
Mehr Informationen über ihre Tätigkeit gibt es im Internet:
www.integrationsbeauftragte.de
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Ausländische Jugendliche
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Ausländische Jugendliche,
Jugendliche mit Migrationshintergrund
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In der beruflichen Bildung wird die Chancengleichheit junger
Migrantinnen und Migranten besonders gefördert. Dazu gehört
eine Berufsberatung, die auch von Eltern genutzt werden kann. Die
Jugendlichen können über berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit gefördert werden. Unter bestimmten
Voraussetzungen wird auch berufsbezogener Sprachunterricht
gefördert.
Die Ausbildungsbereitschaft ausländischer Unternehmen wird
durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von KAUSA gefördert.
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Tipp
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Am besten informieren sich Jugendliche mit Migrationshintergrund bei den Agenturen für Arbeit über die verschiedenen Förderungsmaßnahmen. Hier finden sich auch Informationsschriften
zur Berufswahl in der jeweiligen Muttersprache.
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Siehe auch unter
➜ Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
➜ Deutsch-Sprachkurse
➜ Kurse zur Verbesserung der Integrationschancen ausländischer
Jugendlicher
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Auszubildender
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Kurz „Azubi“ oder auch Lehrling. Auszubildender ist, wer zu einer
Berufsausbildung eingestellt wird und auf der Grundlage eines Vertrags von einem Ausbilder ausgebildet wird. Sind Auszubildende
noch keine 18 Jahre alt, müssen auch ihre gesetzlichen Vertreter, in
den meisten Fällen die Eltern, den Berufsausbildungsvertrag unterschreiben.
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BAföG
Siehe auch unter
➜ Ausbildender
➜ Berufsausbildungsvertrag
➜ Berufsausbildung
BAföG
Siehe unter Bundesausbildungsförderungsgesetz
Begabtenförderung,
berufliche Bildung
Besonders begabte junge Frauen und Männer können sich speziell
beruflich bilden lassen – mit einem Stipendium der Begabtenförderung berufliche Bildung des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung.
Um eine Förderung bewerben kann sich, wer eine duale Berufsausbildung abgeschlossen hat (auch für bundesgesetzlich geregelte Fachberufe im Bereich Gesundheit) – und jünger als 25 Jahre
ist, wenn die Förderung beginnt.
Aussicht auf Erfolg kann die Bewerbung haben
■ wenn die Abschlussprüfung mindestens mit 87 Punkten oder
mit besser als „gut“ (bzw. Durchschnittsnote 1,9 oder besser)
bewertet wurde
■ oder wenn man besonders erfolgreich an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb teilgenommen
hat
■ oder wenn der Betrieb oder die Berufsschule einen Begabten
vorschlägt.
Bewerben kann sich der Begabte bei der für seine Berufsausbildung
zuständigen Stelle (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer usw.).
Die Begabtenförderung bietet anspruchsvolle Weiterbildungsmaßnahmen, zum Beispiel Fremdsprachen-Intensivkurse oder
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Begabtenprüfung
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Computer-Kurse. Die Stipendiaten können drei Jahre lang bis zu
1.700 Euro jährlich für diese Kurse erhalten.
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Broschüre
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Über Ziele und Fördermöglichkeiten informiert die Broschüre
„Begabtenförderung berufliche Bildung“, die kostenlos im Internet
erhältlich ist – unter
www.bmbf.de/pub/begabtenfoerderung_berufliche_bildung.pdf.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
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Begabtenprüfung
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Wer erfolgreich eine Begabtenförderung absolviert, kann auch
ohne Abitur (oder einem anderen Zeugnis der Hochschulreife) eine
Universität oder Fachhochschule besuchen.
Die Begabtenförderung richtet sich vor allem an Berufstätige.
Teilnehmen können auch diejenigen, die „aufgrund ihrer Begabung, ihrer Persönlichkeit und ihrer Vorbildung für ein Hochschulstudium in Frage kommen und nach längerer Berufstätigkeit studienrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben“.
Vereinbart hat dies die Kultusministerkonferenz. Das ist eine Einrichtung, in der die Kultus- und Wissenschaftsminister aller Bundesländer zusammenarbeiten.
Möglichkeiten, die Fachhochschulreife zu erlangen, gibt es
außerdem über die sogenannten „besonderen Bildungswege“. Auskunft darüber erteilt das Sekretariat der Kultusministerkonferenz,
Lennéstraße 6, 53113 Bonn.
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Behinderung
siehe Menschen mit Behinderung
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Belange der behinderten Menschen, Bundesbeauftragte für
Belange der behinderten Menschen,
Bundesbeauftragte für
Eine der wichtigsten Aufgaben der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen ist es, die politischen
und sozialen Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderung
mitzugestalten. Innerhalb der Bundesregierung nimmt sie Einfluss
auf die politischen Entscheidungen, die behinderte Menschen betreffen.
Tipp
www.behindertenbeauftragte.de
Benachteiligte Jugendliche
Manchen Jugendlichen fällt es schwer, ohne Hilfe eine betriebliche
Ausbildung zu beginnen oder abzuschließen. Sie können beim Lernen durch ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) zusätzlich, zum
Beispiel mit sozialpädagogischer Begleitung, unterstützt werden.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Ausbildung vollständig
außerhalb eines Betriebes zu machen und sich dabei helfen zu
lassen – zum Beispiel in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE).
Hat ein Auszubildender seine Ausbildung abgebrochen oder
erfolgreich beendet, kann er weiter beim Lernen unterstützt werden (Übergangshilfen).
Bereits vor der Ausbildung oder Beschäftigung gibt es Möglichkeiten, desinteressierte oder schwer erreichbare Jugendliche zu
motivieren, sich beruflich zu qualifizieren (Aktivierungshilfen).
Informationen dazu gibt es bei der Berufsberatung der Agentur für
Arbeit. Schülerinnen und Schüler, die aktiv oder passiv die Schule
verweigern und damit ihren Schulabschluss gefährden, werden im
Programm „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ unterstützt, den
Weg zurück in das Regelschulsystem zu finden. Jungen Menschen,
die beim Übergang von der Schule in das Berufsleben vom bestehenden Hilfssystem nicht profitieren oder den Zugang zu den
Unterstützungsleistungen von sich aus nicht finden, hilft das Pro48
Berufe mit geregelten Ausbildungsgängen
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gramm „Kompetenzagenturen“ weiter. Fallmanager suchen die
Jugendlichen auf, vereinbaren gemeinsam mit ihnen einen auf ihre
individuelle Lebenssituation zugeschnittenen Förder- und Qualifizierungsplan, organisieren Hilfen zur sozialen und beruflichen
Integration und begleiten sie langfristig. Das Programm „Lokales
Kapital für soziale Zwecke“ (LOS) fördert kleine lokale Initiativen,
die junge Menschen im Vorfeld von beruflicher Integration motivieren und aktivieren und ihnen damit wieder Lebensperspektiven
vermitteln. Beide Programme werden vom Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Ausbildung, außerbetriebliche
➜ Berufsberatung
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Berufe mit
geregelten Ausbildungsgängen
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Neben den anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung gibt es zahlreiche – meist
landesrechtlich geregelte – Ausbildungsgänge. Dabei handelt es
sich in der Regel um schulische Berufsausbildungen. Aber auch
öffentliche Verwaltungen bilden aus.
Für Berufe mit diesen Ausbildungsgängen wird häufig ein
bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt. (Dies gilt nur für die
landesrechtlich geregelten und die verwaltungsinternen Ausbildungen, nicht für die Berufe nach dem Berufsbildungsgesetz und
der Handwerksordnung.)
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Siehe auch unter
➜ Ausbildungsberufe, staatlich anerkannte
➜ Berufsbildungsgesetz
➜ Handwerksordnung
➜ Berufsausbildung, schulische
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Berufsausbildung
Berufsausbildung
Der Weg in die Welt der Arbeit
Es gibt unterschiedliche Arten von Berufsausbildung. Meistens versteht man darunter die Ausbildung in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen. Der praktische Teil der Ausbildung findet in der
Regel in Betrieben statt; der begleitende theoretische Teil wird
meist in Berufsschulen absolviert.
Da das Lernen also zweigeteilt ist, bezeichnet man es als duale
(lateinisch „zweifache“) Berufsausbildung.
Darüber hinaus gibt es weitere Berufe mit Ausbildungsgängen,
die beispielsweise an Berufsfachschulen oder Fachschulen stattfinden.
Vo r d e r A u s b i l d u n g
Bevor die Ausbildung beginnt, müssen der Auszubildende und der
Ausbilder (Arbeitgeber) einen Berufsausbildungsvertrag abschließen. Das schreiben das Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung vor, die auch weitere Vorschriften zur Ausbildung machen.
Der Ausbilder muss den unterzeichneten Ausbildungsvertrag
bei der Industrie- und Handelskammer bzw. der Handwerkskammer vorlegen, überprüfen und registrieren lassen.
Jeder Auszubildende muss außerdem vor Ausbildungsbeginn
zur ärztlichen Untersuchung (siehe ärztliche Untersuchungen).
Als Auszubildender ist man automatisch versichert – bei der
gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Die
Anmeldung erledigt der Arbeitgeber. Zudem muss jeder Auszubildende selbst eine Krankenkasse wählen, bei der er gesetzlich kranken- und pflegeversichert sein möchte. Diese Versicherungen sind
Pflicht. Die Krankenkasse stellt für den Auszubildenden den Antrag
auf Erteilung einer Versicherungsnummer, die für die Zugehörigkeit zur Rentenversicherung notwendig ist.
Schließlich muss man noch zur Gemeindeverwaltung (und
nicht zum Finanzamt), um seine Lohnsteuerkarte abzuholen.
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Berufsausbildung
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Siehe auch unter
➜ Arbeitslosenversicherung
➜ Ärztliche Untersuchungen
➜ Ausbildungsberufe,
staatlich anerkannte
➜ Berufe mit geregelten
Ausbildungsgängen
➜ Berufsausbildungsvertrag
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Handwerksordnung
Jugendarbeitsschutzgesetze
Krankenversicherung
Pflegeversicherung
Rentenversicherung
Unfallversicherung
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Wä h r e n d d e r A u s b i l d u n g
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Im Berufsbildungsgesetz steht, welche Rechte und Pflichten Auszubildende und Ausbildende haben. Zum Beispiel:
■ Ausbildende müssen sich darum kümmern, dass der Auszubildende sein Ausbildungsziel erreicht. Gleichzeitig muss der
Auszubildende sich auch selbst darum bemühen; er hat eine
aktive Lernpflicht.
■ Ausbildungsmittel wie Werkzeuge oder Werkstoffe müssen
vom Ausbildenden kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
■ Der Auszubildende muss für den Unterricht in der Berufsschule freigestellt werden.
■ Der Auszubildende darf (muss) nur solche Arbeiten ausführen,
die mit der Ausbildung in Zusammenhang stehen.
■ Der Auszubildende muss die Betriebsordnung einhalten.
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Siehe auch unter
➜ Ausbildender
➜ Auszubildender
➜ Berufsbildungsgesetz
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Ziele der Ausbildung
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Was die Auszubildenden im Betrieb lernen sollen und in welcher
Zeit, ist in der Ausbildungsordnung geregelt. Jeder Ausbildungsberuf hat eine solche Ordnung. Sie soll sicherstellen, dass jeder eine
einheitliche und für die Zukunft sinnvolle Ausbildung erhält.
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Berufsausbildung
Der Ausbildende (Arbeitgeber) muss einen konkreten Ausbildungsplan erstellen, der einen Ablauf und die Lernziele schildert.
Wenn ein Betrieb nicht alle nötigen Ausbildungsinhalte vermitteln
kann (zum Beispiel wenn er nur auf bestimmte Tätigkeiten spezialisiert oder sehr klein ist), dann wird die Ausbildung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten oder Ausbildungsverbünden ergänzt.
Die duale Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen findet ungefähr zu drei Fünfteln im Betrieb und zu zwei Fünfteln in der Berufsschule statt.
Was in der Berufsschule gelernt werden soll und in welcher
Zeit – das bestimmen spezielle Lehrpläne, die parallel zu den Ausbildungsordnungen entwickelt und mit diesen abgestimmt werden.
Eine spezielle Art der Ausbildung ist das Anrechnungsmodell
(unechte Stufenausbildung): Die erste Stufe (zwei Jahre) endet mit
einem anerkannten Ausbildungsabschluss. Danach kann man die
Berufsausbildung in einer darauf aufbauenden Stufe (ein Jahr) fortsetzen und einen zweiten anerkannten Ausbildungsabschluss
erwerben.
Siehe auch unter
➜ Ausbildender
➜ Ausbildung,
überbetriebliche
➜ Ausbildungsberufe,
staatlich anerkannte
➜ Ausbildungsordnung
➜ Berufsausbildungsvertrag
➜ Berufsschule
➜ Stufenausbildung
Abschluss der Ausbildung
Die Ausbildung ist abgeschlossen, wenn der Auszubildende die
Abschlussprüfung bestanden hat. Sollte er die Prüfung nicht bestehen, so kann er maximal zwei Wiederholungsprüfungen absolvieren. Bis zu dieser erneuten Prüfung verlängert sich dann auch das
Ausbildungsverhältnis. Die Verlängerung darf aber ein Jahr nicht
überschreiten.
Am Ende der Berufsausbildung hat jeder Auszubildende Anspruch auf ein Zeugnis.
Siehe auch unter
➜ Auszubildender
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➜ Arbeitszeugnis
Berufsausbildung, schulische
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Broschüren
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„Ausbildung und Beruf. Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung“ heißt eine Broschüre, die kostenlos beim Bundesministerium für Bildung und Forschung bestellt werden kann. Weitere
Informationen auch beim Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie im Internet unter: www.bmwi.de
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Berufsausbildung, schulische
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Einige Berufe nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung kann man auch in einer staatlichen schulischen Berufsausbildung erlernen, die als Vollzeitunterricht durchgeführt wird.
Diese Ausbildungen finden nicht im dualen System, sondern in
speziellen Berufsfachschulen statt. Eine vollqualifizierende schulische Berufsausbildung dauert zwei bis maximal 3,5 Jahre.
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Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsfachschule
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Berufsausbildungsbeihilfe
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Diese, abgekürzt BAB, hilft einem Auszubildenden, wenn ihm die
finanziellen Mittel für eine Berufsausbildung fehlen. Gezahlt wird
sie von der Agentur für Arbeit – sowohl bei betrieblicher als auch
bei außerbetrieblicher Berufsausbildung.
Ein Beispiel: Kann ein Auszubildender nicht mehr bei den Eltern
wohnen, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist, und
reicht dann das Geld (Ausbildungsvergütung) vom Arbeitgeber an
den „Azubi“ nicht für Essen und Miete, dann kann die Berufsausbildungshilfe einspringen.
Wie hoch diese Zahlung ist, errechnet sich folgendermaßen:
Zuerst wird ein sogenannter „Bedarf für den Lebensunterhalt und
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Berufsausbildungsbeihilfe
die Ausbildung“ ermittelt. Gezahlt werden: seit August 2008: 341
Euro (Bedarf) + 146 Euro (Wohnpauschale) + 72 Euro (Wohnzuschlag, wenn die Miete nachweislich höher als 146 Euro ist) + Fahrtkosten + Kosten für Arbeitskleidung + Kinderbetreuungskosten.
Auf den Gesamtbetrag angerechnet (oder von diesem abgezogen) wird die Ausbildungsvergütung – und auch das Einkommen
der Eltern oder des Ehegatten/Lebenspartners, wenn das Einkommen einen Freibetrag überschreitet.
Berufsausbildungsbeihilfe wird auch für Teilnehmer an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen gezahlt.
Dabei gibt es folgende Besonderheiten:
■ Einkommen wird grundsätzlich nicht angerechnet.
■ BAB wird auch bei Unterbringung im Haushalt der Eltern
gezahlt. Der Bedarf beträgt dann 212 Euro. Bei auswärtiger
Unterbringung beträgt der Bedarf 383 Euro + Wohnzuschlag
(nachweisabhängig) maximal 72 Euro, soweit die Mietkosten
57 Euro übersteigen.
■ Die Lehrgangskosten, die Fahrtkosten, die Kosten für Lernmittel und Arbeitskleidung sowie die Kinderbetreuungskosten
übernimmt die Agentur für Arbeit.
Der Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe muss bei der Agentur für
Arbeit gestellt werden, die für den Wohnort zuständig ist. Wenn
BAB bewilligt wird, dann wird sie in der Regel 18 Monate bei beruflicher Ausbildung gezahlt, bei berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen für den gesamten Zeitraum der Teilnahme.
Für behinderte Auszubildende gibt es Sonderregelungen – die
Agentur für Arbeit informiert darüber.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Auszubildender
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildung, außerbetriebliche
➜ Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
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Berufsausbildungsvertrag
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Berufsausbildungsvertrag
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Zwischen Auszubildenden und Ausbildenden muss ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden. Bei Minderjährigen muss ein
„gesetzlicher Vertreter“ zustimmen, also meist die Eltern.
Der wesentliche Inhalt des Vertrages muss vor Beginn der
Berufsausbildung schriftlich niedergelegt werden. Dazu wird meistens ein Vertragsformular benutzt.
Ein Ausbildungsvertrag muss mindestens Angaben enthalten
über:
■ Art, Ziel sowie die sachliche und zeitliche Gliederung der
Ausbildung
■ Beginn und Dauer der Ausbildung
■ Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
■ die Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit
■ die Dauer der Probezeit
■ die Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung
■ die Urlaubsdauer
■ die Voraussetzungen für die Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses
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Im Ausbildungsvertrag muss auch ein Hinweis darauf stehen, welche Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen gelten.
Außerdem sollte der Vertrag darüber informieren, welche
Rechte und Pflichten der Auszubildende sowie der Ausbilder
haben. Die Ziele des Ausbildungsplans sollten klar aus dem Vertrag
hervorgehen.
Alle Beteiligten müssen den Ausbildungsvertrag unterzeichnen. Dann muss ihn der Ausbilder an eine zuständige Stelle weiterleiten – meist an eine Industrie- und Handels-, Handwerks-, Rechtsanwalts-, Ärzte- oder Landwirtschaftskammer. Diese prüfen den
Vertrag und tragen ihn in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse ein.
Ohne diesen Eintrag darf der Auszubildende die Abschlussprüfung nicht absolvieren.
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Berufsberatung
Siehe auch unter
➜ Ausbildender
➜ Ausbildungsordnung
➜ Auszubildender
➜ Berufsausbildung
➜ Kündigung
➜ Tarifverträge
Berufsberatung
Berufsberatung bieten alle Agenturen für Arbeit an. Sie richtet sich
an alle Jugendlichen und Erwachsenen, die am Arbeitsleben teilnehmen wollen.
Die Beratung gibt Tipps und Infos über:
■ Berufswahl, berufliche Entwicklungen und zum Berufswechsel
■ die Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes sowie der
Berufe
■ die Möglichkeiten der beruflichen Bildung und deren
Förderung
■ die Leistungen der Ausbildungs- und Arbeitsförderung
■ Fragen zur Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche
Berufsorientierung
Über die Ausbildungs- und Arbeitswelt kann man sich bereits in der
Schule informieren: Regelmäßig bieten Berufsberater der Agenturen für Arbeit den letzten beiden Klassen vor dem Schulabschluss
Veranstaltungen zur Berufsorientierung an. Speziell an Siebtklässler der Haupt- und Gesamtschulen wendet sich das Projekt „Komm
auf Tour, meine Stärken, meine Zukunft“. Es hilft den Jugendlichen,
Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Die Schüler und Schülerinnen sollen dabei ihre Stärken und Interessen entdecken, ihre
Wünsche über Beruf, Liebe, Partnerschaft und Familienplanung
äußern. Durchgeführt wird das Projekt in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Selbst informieren kann man sich in den Berufsinformationszentren (BIZ) der Agenturen für Arbeit. Dort gibt es eine Vielzahl an
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Berufsberatung
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Medien und Informationsangeboten (Filme, Infomappen, Internetarbeitsplätze, Broschüren ...). Zusätzlich sind mobile Infocenter
(BIZmobil) im Einsatz.
Die Informationen der Bundesagentur für Arbeit sind auch über
das Internet abrufbar unter www.arbeitsagentur.de. Dort gibt es
eine Datenbank mit 6.300 Beschreibungen zu Berufen und Ausbildungen. Angeboten wird auch das Netzwerk KURSNET. Es führt per
Mausklick zu 400.000 beruflichen Aus- und Weiterbildungsangeboten (www.kursnet.arbeitsagentur.de).
Die Agenturen für Arbeit können darüber hinaus Schülerinnen
und Schüler allgemeinbildender Schulen durch vertiefte Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung fördern.
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Berufliche Einzelberatung
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Fast 70 Prozent aller Schulabgänger führen ein persönliches Gespräch mit ihrem Berufsberater bei der Agentur für Arbeit. Damit
dieser auch Zeit für ein ausführliches Gespräch hat, ist eine vorherige Terminabsprache notwendig.
Besprochen werden können alle Fragen zur Berufswahl. Den
Berufsberatern geht es nicht darum, jemandem die Entscheidung
für oder gegen einen Beruf abzunehmen. Vielmehr wollen sie die
Entscheidung des Ratsuchenden erleichtern
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Ve r m i t t l u n g v o n A u s b i l d u n g s p l ä t z e n
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Hat ein Jugendlicher sich für einen bestimmten und ggf. weitere
alternative Berufe entschieden, beginnt die Suche nach einem entsprechenden Ausbildungsplatz. Dabei ist der Berufsberater auf
Wunsch des Jugendlichen behilflich. Die Job-Börse der Agenturen
für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) gibt einen Überblick über freie
Ausbildungsstellen.
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Jeder kann sich auch von freiberuflichen Berufsberatern informieren lassen.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsmarkt
➜ Berufswahl
➜ Informationsschriften zur Berufswahl
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Berufsbildungsgesetz
Berufsbildungsgesetz
Das Berufsbildungsgesetz regelt den betrieblichen Teil der beruflichen Bildung. Seine zahlreichen Bestimmungen sollen gewährleisten, dass Jugendliche, die einen Beruf erlernen, eine einheitliche
und qualifizierte Ausbildung erhalten.
Es enthält u. a. Bestimmungen über:
■ den Berufsausbildungsvertrag
■ Rechte und Pflichten von Auszubildenden und Ausbildenden
■ die Ausbildungsvergütung
■ Ausbildungsordnungen
■ das Prüfungswesen
Berufsbildungswerk
Jugendliche, die wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung oder
zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben besondere Hilfen
benötigen, haben die Möglichkeit, in einem der zahlreichen Berufsbildungswerke zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu kommen.
Jedes Berufsbildungswerk bietet eine berufliche Erstausbildung. Während dieser Ausbildung und in der Freizeit werden die
Jugendlichen durch Ärzte, Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter
und andere Fachkräfte unterstützt.
Bundesweit stehen 52 Berufsbildungswerke für behinderte
Jugendliche mit über 15.000 Plätzen zur Verfügung. Entfernt wohnende Jugendliche können in angegliederten Internaten wohnen.
Die Berufsbildungswerke bieten theoretische und praktische
Ausbildung unter einem Dach.
Ihr Angebot umfasst:
■ Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen
■ Ausbildung nach besonderen Regelungen für behinderte
Menschen
■ berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
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Berufsfachschule
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Broschüre
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Die kostenlose Broschüre „Berufsbildungswerke“ gibt nähere Auskunft. Sie kann bestellt werden beim Bundesministerium für Arbeit
und Soziales.
Siehe auch unter
➜ Ausbildender
➜ Ausbildungsberufe,
staatlich anerkannte
➜ Ausbildungsordnung
➜ Auszubildender
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➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildungsvertrag
➜ Berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahmen
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Berufsfachschule
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Berufsfachschulen sind Vollzeitschulen. Sie dienen der Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit oder der Berufsausbildung und
fördern gleichzeitig die Allgemeinbildung. Das Spektrum der Bildungsangebote dieser Schulart ist außerordentlich breit gefächert.
Es gibt Berufsfachschulen für kaufmännische Berufe, für Fremdsprachenberufe, für handwerkliche Berufe, für hauswirtschaftliche
und sozial-pflegerische Berufe, für künstlerische Berufe und Berufe
des Gesundheitswesens und anderes mehr. Soweit diese Schulen
nicht eine volle Berufsqualifikation vermitteln, kann bei Erfüllung
bestimmter Voraussetzungen der Besuch der Berufsfachschule als
erstes Jahr der Berufsausbildung im dualen System angerechnet
werden. Zugangsvoraussetzung ist je nach dem angestrebten Ausbildungsziel in der Regel das Abschlusszeugnis der Hauptschule
oder das der Realschule bzw. ein mittlerer Schulabschluss.
Die Bildungsgänge an Berufsfachschulen sind je nach beruflicher Fachrichtung und Zielsetzung von unterschiedlicher Dauer
(ein bis drei Jahre). Absolventen einer Berufsfachschule können
auch zu einer Abschlussprüfung vor der Kammer nach dem Berufsbildungsgesetz zugelassen werden, wenn dieser Ausbildungsgang
der Berufsbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf
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Berufsförderungswerk
entspricht. Ob der Bildungsgang anerkannt wird, sollte man vor
Beginn einer solchen Ausbildung prüfen.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
Berufsförderungswerk
Berufsförderungswerke sind für behinderte Erwachsene gedacht,
die wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung ihren Beruf nicht
mehr ausüben können und deshalb besondere Hilfen benötigen. In
einem Berufsförderungswerk können sie sich weiterbilden lassen
und zum Beispiel einen neuen qualifizierten Berufsabschluss erwerben.
Zusätzlich bieten die Berufsförderungswerke auch spezielle
Betreuung bei der Weiterbildung sowie in der Freizeit. Dazu stehen
Ärzte, Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter und andere Fachkräfte zur Verfügung.
Bundesweit gibt es 28 Berufsförderungswerke mit rund 15.000
Plätzen. Entfernt wohnende Umschüler können in einem angegliederten Internat wohnen.
Broschüre
Die kostenlose Broschüre „Berufsförderungswerke“ gibt nähere
Auskunft. Sie kann bestellt werden beim Bundesministerium für
Arbeit und Soziales.
Berufsgenossenschaft
Bei Unfällen in der Privatwirtschaft (also nicht im öffentlichen
Dienst, sondern in gewerblichen Betrieben und Unternehmen) sind
die Berufsgenossenschaften zuständig. Sie sollen Arbeitsunfälle
und Berufskrankheiten verhüten. Kommt es trotzdem zu solchen
Fällen, müssen die Berufsgenossenschaften den Betroffenen rehabilitieren (medizinisch, beruflich und sozial) und ihn eventuell
finanziell entschädigen.
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Berufskrankheit
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In Deutschland gibt es 23 Berufsgenossenschaften. Sie sind nach
Branchen gegliedert.
Wie die Unfallkassen, die für den öffentlichen Dienst zuständig
sind, gehören die Berufsgenossenschaften zum Dachverband
„Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsschutz
➜ Arbeitsunfall
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➜ Sozialversicherung
➜ Unfallverhütungsvorschriften
➜ Unfallversicherung
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Berufskrankheit
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Berufskrankheiten sind Krankheiten, die Versicherte infolge ihrer
Berufstätigkeit erleiden und die in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgeführt sind. Berufskrankheiten können Leistungsansprüche der gesetzlichen Unfallversicherung auslösen, sie müssen
daher den zuständigen Berufsgenossenschaften gemeldet werden.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsunfall
➜ Berufsgenossenschaft
➜ Unfallversicherung
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Berufsschule
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In der Berufsschule lernen die Auszubildenden den schulischen
(theoretischen) Teil ihrer Berufsausbildung. Den betrieblichen
(praktischen) Teil des dualen, also „zweifachen“ Systems lernen die
Auszubildenden meist im Betrieb.
Die wichtigsten Aufgaben der Berufsschule sind folgende: Sie
soll sowohl die Allgemeinbildung fördern als auch berufliche Lerninhalte vermitteln und dabei immer berücksichtigen, was für eine
moderne Berufsausbildung wichtig ist. Zum Beispiel soll sie dem
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Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Lernenden nahelegen, wie er in der Gesellschaft und speziell im
Betrieb sozial und ökologisch verantwortlich handeln kann. Außerdem kann sie auch dabei helfen, einen angehenden Auszubildenden auf die Berufsausbildung vorzubereiten oder einen Beschäftigten in seinem Beruf zu begleiten.
Der Unterricht teilt sich so auf: Etwa zwei Drittel entfallen auf
berufliche Inhalte, circa ein Drittel bilden die allgemeinbildenden
Fächer Deutsch, Gemeinschaftskunde/Sozialkunde/Wirtschaftslehre, Religionslehre und Sport. Hinzu kommt noch der Fremdsprachenunterricht: Je wichtiger er für den Ausbildungsberuf ist, desto
ausgeprägter soll er stattfinden.
Gelehrt und gelernt wird in Teilzeitform. Der Unterricht umfasst mindestens acht Stunden, meist aber zwölf Stunden wöchentlich. Er kann zum Beispiel auf zwei Tage pro Woche verteilt werden
oder in einer zusammenhängenden Phase (Blockunterricht) erfolgen.
Jugendliche Arbeitnehmer bis zum 18. Lebensjahr müssen
neben ihrer Berufstätigkeit eine Berufsschule besuchen.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
➜ Schulpflicht, allgemeine
Berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahmen
Für Jugendliche, die aus den verschiedensten Gründen noch keine
Berufsausbildung antreten konnten, organisieren die Agenturen
für Arbeit berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die auf die
Aufnahme einer Ausbildung vorbereiten bzw. der beruflichen Eingliederung dienen.
Siehe auch unter
➜ Ausländische Jugendliche, Jugendliche mit Migrationshintergrund
➜ Benachteiligte Jugendliche
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildungsbeihilfe
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Berufsvorbereitungsjahr
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Berufsvorbereitungsjahr
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Das Berufsvorbereitungsjahr gibt es für Jugendliche, die nach der
Schule noch nicht wissen, ob sie eine Berufsfachschule besuchen,
ein Berufsgrundbildungsjahr absolvieren oder einen Ausbildungsberuf erlernen wollen. Außerdem wendet es sich an Jugendliche,
die wegen Mangels an finanziellen Mitteln oder wegen einer Leistungsschwäche keinen Ausbildungsplatz finden.
In einigen Bundesländern ist das Berufsvorbereitungsjahr für
alle diese Jugendlichen Pflicht.
Weitere Bezeichnungen sind zum Beispiel: berufsbefähigende
Lehrgänge und Sonderberufsgrundschuljahr.
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Siehe auch unter
➜ Ausbildungsberufe, staatlich anerkannte
➜ Berufsfachschule
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Berufswahl
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Wenn man den passenden Beruf finden will, sollte man sich zunächst einmal vernünftig selbst einschätzen („Was kann ich?“) und
sich dann umfassend informieren.
In Deutschland gibt es heute rund 350 anerkannte Ausbildungsberufe. Um sich bei dieser Vielfalt richtig zu informieren,
geht man am besten zum Berufsinformationszentrum (BIZ) der
Agentur für Arbeit. Die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit kommen
auch in die Schulen. Außerdem erhält man bei der Agentur für
Arbeit ausführliche Informationsschriften zur Berufswahl. Gewerkschaften und Wirtschaftskammern helfen ebenfalls weiter. Auch in
Bibliotheken und über das Internet kann man sich gut informieren.
Darüber hinaus ist es wichtig, praktische Erfahrungen durch
Betriebserkundungen oder Betriebspraktika zu sammeln, die von
den Schulen organisiert werden. Viele Betriebe bieten auch eine
Schnupperlehre an. Schon so mancher hat seinen späteren Beruf
durch ein Praktikum oder einen Ferienjob gefunden.
Jungen und Mädchen haben meist unterschiedliche Berufswünsche und wählen oft geschlechtstypische Beschäftigungen.
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Berufswahl
Damit Mädchen und Jungen ihr Berufswahlspektrum erweitern
können, gibt es den Aktionstag „Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag“
und das Pilotprojekt „Neue Wege für Jungs“. Mädchen und Jungen
haben hier die Gelegenheit, sich über zukunftsorientierte Berufe zu
informieren. Beide Projekte werden von der Bundesregierung und
dem Europäischen Sozialfonds gefördert.
Am jährlichen bundesweiten „Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag“, der immer am vierten Donnertag im April stattfindet,
können Mädchen der Klassen fünf bis zehn vor allem in
technische, naturwissenschaftliche oder handwerkliche Berufsbereiche hineinschnuppern. „Neue Wege
für Jungs“ unterstützt und vernetzt bundesweit Initiativen und Projekte, die Schülern der Klassen
fünf bis zehn bei der Berufs- und Lebensplanung
helfen.
Links:
www.girls-day.de
www.neue-wege-fuer-jungs.de
Broschüren
Style your future (Berufe für Mädchen mit Zukunft), kostenlos zum
downloaden unter: www.girls-day.de/service/downloadcenter
Ready for Job (Chancen für Jungs mit Zukunft), kostenlos zum
downloaden unter www.neue-wegejungs.de/fuer/neue_wege_fuer_jungs/downloads/materialien
Nachdem man sich einen ersten Überblick verschafft hat, sollte
man für sich ein paar Fragen klären:
■ Was interessiert mich?
■ Was will ich machen?
■ Was kann ich gut und was weniger gut?
Auf jeden Fall sollte man die Berufsberatung der Agentur für Arbeit
in Anspruch nehmen. Damit auch genug Zeit für ein ausführliches
Gespräch da ist, am besten vorher telefonisch anmelden.
Fachkundigen Rat und Tipps gibt auch die Berufsberatung der
Agentur für Arbeit:
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Berufswahl
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Was erwartet einen im Beruf?
Wie sind die Zukunftsaussichten der Berufe?
Wie viel kann man verdienen?
Wie ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt?
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Der Berufsberater weiß auch, welche Anforderungen die verschiedenen Berufe an den Bewerber stellen und wie es mit der schulischen Berufsausbildung aussieht. Außerdem erhält man hier Infos
über finanzielle Hilfen während der Berufsausbildung. Wenn man
zum Beispiel für eine Ausbildung zu Hause ausziehen will oder
muss, kann man unter bestimmten Umständen Berufsausbildungsbeihilfe beantragen.
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Und sonst?
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Bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz können natürlich auch
Probleme auftauchen: Für die gewünschte Ausbildung gibt es keine
freien Plätze mehr, oder man kann sich für keine Berufsausbildung
entscheiden.
Auch in diesem Fall hilft die Berufsberatung der Agentur für
Arbeit weiter. Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, die Zeit bis zum
Ausbildungsstart sinnvoll zu überbrücken und sich weiterzuentwickeln.
Zum Beispiel Jugendliche ohne Hauptschulabschluss oder
andere frühzeitige Schulabgänger können sich in einem Berufsvorbereitungsjahr auf die Berufsausbildung vorbereiten.
■ Ein Auslandspraktikum vermittelt nicht nur Einblicke in ein
bestimmtes Arbeitsfeld, sondern auch in andere Kulturen und
Lebensweisen.
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Schließlich gibt es neben zahlreichen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen auch noch Sonderprogramme zur Förderung
der Berufsausbildung, zum Beispiel für ausländische Jugendliche,
für lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte junge Leute und
für behinderte Jugendliche.
Einblick in soziale Berufe bietet das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ).
Bei Stellen und Einrichtungen, die im Bereich des Umwelt- und
Naturschutzes arbeiten, kann ein Freiwilliges Ökologisches Jahr
(FÖJ) abgeleistet werden.
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Berufswahl
Für junge Männer kommt vielleicht auch die vorzeitige Leistung des Wehr- oder Zivildienstes in Frage.
Alle aufgezählten Möglichkeiten bringen einen weiter auf dem
Weg, den richtigen Beruf für sich zu finden – und sind allemal besser als die Arbeitslosigkeit.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitslosigkeit
➜ Arbeitsmarkt
➜ Arbeitsmarktberatung
➜
➜
➜
➜
➜ Ausbildungsberufe,
staatlich anerkannte
➜ Ausländische Jugendliche
Jugendliche mit Migrationshintergrund
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildung, schulische
➜ Berufsausbildungsbeihilfe
➜ Berufsgrundbildungsjahr
➜ Berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahmen
➜ Berufswahl
(FÖJ)
➜ Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
➜ Informationsschriften zur
Berufswahl
➜ Menschen mit Behinderung
➜ Praktikum
➜ Schnupperlehre
➜ Sonderprogramme
zur Förderung der
Berufsberatung
➜ Wehrdienst
➜ Zivildienst
Betriebspraktikum
Ferienjob
Finanzielle Hilfen
Freiwilliges Ökologisches Jahr
Tipp
Weitere Information auch im Internet beim Bundesministeriums
für Wirtschaft und Technologie unter:
www.bmwi.de
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Betriebliche Alterversorgung
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Betriebliche Altersversorgung
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Erkundige Dich zunächst bei Deinem Arbeitgeber oder dem Betriebsrat, ob in Deinem Betrieb ein arbeitgeberfinanziertes Modell
zur betrieblichen Altersversorgung besteht. Eine solche Betriebsrente kann dann ggf. durch eigene Zusatzbeiträge auf dem Weg
der Entgeltumwandlung aufgestockt oder ergänzt werden. Entgeltumwandlung bedeutet, dass ein Teil Deiner Ausbildungsvergütung
in eine wertgleiche Zusage auf eine spätere Betriebsrente umgewandelt wird. Hierbei können Steuern (und bis Ende 2008 auch
Sozialversicherungsbeiträge) gespart werden. Oder Du nutzt die
Riester-Förderung. So oder so: Auch Auszubildende haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung.
Ausführliche Informationen zum Thema „Zusätzliche Altersvorsorge“ findest Du in der gleichnamigen Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Siehe auch unter
➜ Riesterrente
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Betriebspraktikum
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Betriebspraktika werden von den Schulen organisiert. Sie geben
den Schülern einen ersten Einblick in die Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftswelt. Sie sind weder Eignungstest noch Stellenvermittlung.
Ein Betriebspraktikum muss im Unterricht vorbereitet werden.
Nach dem Abschluss werden Beobachtungen, Erkenntnisse und
Erfahrungen besprochen und ausgewertet.
Der Lehrer oder die Schule ist bei der Suche nach einem Praktikumsplatz behilflich. Wenn man auf die Suche geht, sollte man sich
ein Empfehlungsschreiben der Schule mitgeben lassen.
Während des Betriebspraktikums erhalten die Schüler kein
Geld. Nicht zu vergleichen mit den Betriebspraktika sind die
Schnupperlehre, das Praktikum und das Auslandspraktikum.
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Siehe auch unter
➜ Praktikum
➜ Schnupperlehre
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Betriebsrat
Betriebsrat
Er vertritt die Interessen der Arbeitnehmer im Betrieb und wird alle
vier Jahre neu gewählt.
Eine wichtige Aufgabe des Betriebsrats ist es, sicherzustellen,
dass alle geltenden Gesetze, Verordnungen, Tarifverträge und
andere Schutzbestimmungen zugunsten von Arbeitnehmern eingehalten werden.
In Angelegenheiten, die den Betrieb, seine Chefs und die
Beschäftigten betreffen, hat der Betriebsrat Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte: Er kann zum Beispiel mitentscheiden, ob
Überstunden oder Kurzarbeit gemacht werden dürfen.
Auch in Personalfragen darf er mitentscheiden – etwa bei Einstellungen und Beförderungen. Ferner kann er sich in wirtschaftlichen Belangen einschalten, zum Beispiel wenn durch den Kauf
neuer Maschinen Arbeitsplätze wegfallen (Rationalisierung). Wer
im Betriebsrat tätig ist, muss für diese Aufgaben frei bekommen
und darf gegenüber seinen Kollegen weder benachteiligt noch
begünstigt werden. Die Kündigung von Betriebsratsmitgliedern ist
erschwert.
Kosten für die Arbeit des Betriebsrats muss der Arbeitgeber
tragen.
Weitere Regeln stehen im Betriebsverfassungsgesetz.
Siehe auch unter
➜ Betriebsverfassungsgesetz
➜ Europäischer Betriebsrat
➜ Jugend- und Auszubildendenvertretung
Betriebssicherheitsverordnung
Diese Verordnung legt konkret fest, wie der Arbeitsschutz bei Tätigkeiten mit Arbeitsmitteln im gesamten Betrieb zu gewährleisten ist.
Sie regelt vor allem zwei Dinge.
Erstens legt sie fest: Der Arbeitgeber muss beurteilen, ob seine
Arbeitsmittel für die Beschäftigten gefährlich sind. Ist das der Fall,
darf er diese Arbeitsmittel nicht bereitstellen.
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Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
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Zweitens regelt die Verordnung den Betrieb von „überwachungsbedürftigen Anlagen“. Dazu gehören zum Beispiel Dampfkessel, Druckbehälter und Aufzüge. Diese und auch deren Betrieb
müssen besonders überwacht werden – u. a. von zugelassenen
Überwachungsstellen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitsschutz
➜ Arbeitsschutzgesetz
➜ Arbeitssicherheitsgesetz
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➜ Arbeitsstättenverordnung
➜ Arbeitsunfall
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Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
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Das Betriebsverfassungsgesetz regelt die Bildung und die Arbeit
von Betriebsräten und Jugend- und Auszubildendenvertretungen.
Es legt deren Rechte und Aufgaben fest. Außerdem gibt es dem einzelnen Arbeitnehmer bestimmte Rechte.
Mit teilweise abgeschwächten Rechten gelten für Beschäftigte
im öffentlichen Dienst Personalvertretungsgesetze.
Zusätzlich zur Betriebsverfassung gibt es in manchen Wirtschaftsbereichen die Mitbestimmung auf Unternehmensebene.
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Betriebsrat
➜ Jugend- und
Auszubildendenvertretung
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➜ Mitbestimmung
➜ Personalvertretungsgesetz
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Bewerbung
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Der erste Eindruck kann entscheiden
Die Entscheidung ist gefallen. Dieser Ausbildungsplatz oder jener
Job sollen es sein, und jetzt kommt es darauf an, sich richtig „zu verkaufen“. Erfahrungsberichte aus Unternehmen zeigen, dass viele
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Bewerbung
Bewerber schon hier entscheidende Fehler machen. Man darf nie
vergessen: Das Bewerbungsschreiben ist der erste persönliche Eindruck, den ein anderer Mensch vom Bewerber zu sehen bekommt.
Und jeder weiß: Der erste Eindruck ist zumeist der entscheidende.
Hilfreiche Informationen zur richtigen Bewerbung sowie zur
Berufswahl gibt es bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit.
Und nie vergessen: Sich bewerben heißt auch geduldig sein.
In den seltensten Fällen sind gleich die ersten Bewerbungen
erfolgreich. Mit Absagen muss man rechnen und sich darauf einstellen. Wenn ein Unternehmen Dich nicht haben will, kann das
auch heißen, dass man einfach nicht zueinander gepasst hätte.
Merke: Nicht jeder, den Du triffst, ist Dir auch sympathisch. Es gehören immer zwei dazu.
Bei einer Bewerbung durchläuft man mehrere Stationen, auf
die man sich vorbereiten sollte. Zunächst schickt man ein mehrseitiges Bewerbungsschreiben an den potenziellen Arbeitgeber. Es muss
einen Lebenslauf (mit persönlichen Daten und Stationen der Schulund eventuell Berufsausbildung) und die Schul-, Ausbildungs- und
Arbeitszeugnisse enthalten. Wer durch seine Schule einen Berufswahlpass (Informationen im Internet unter
www.Berufswahlpass.de) erhalten hat, sollte diesen beifügen.
Hat man mit der Bewerbung Erfolg, wird man zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen, in dem beide Seiten sich
persönlich kennenlernen sollen (auch dem Bewerber muss der
künftige Arbeitgeber zusagen). Hier kommt es natürlich ebenfalls
auf den ersten guten Eindruck an.
In vielen Fällen führen die Unternehmen noch einen speziellen
Auswahltest durch. Aber keine Panik, auch darauf kann man sich
gezielt vorbereiten.
Für Unternehmen ist es sehr wichtig, dass der Bewerber sich für
seine künftige Tätigkeit interessiert. Bessere Chancen hat, wer Vorkenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der angestrebten
Stelle gesammelt hat. Die kann man zum Beispiel über
Betriebspraktika oder die sogenannte Schnupperlehre
erwerben.
Viele Betriebe stellen sich auch im Internet
vor. Eine Suchanfrage zum Betrieb, der Dich
interessiert, ist sicher von Vorteil.
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Bewerbung
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C h e c k- L i s t e f ü r e i n e e r f o l g r e i c h e B e w e r b u n g :
■ Ich habe mich über den angestrebten Beruf gründlich
informiert.
■ Ich weiß vom ausgewählten Betrieb mehr als nur Adresse und
Telefon (Tipp: nach der Firma im Internet suchen).
■ Nach ehrlicher Einschätzung: Ich bin für den Beruf geeignet.
■ Ich erfülle die speziellen Anforderungen des Betriebes
(zum Beispiel Schulabschluss).
■ Wenn nicht: Ich kann die Abweichung in meiner Bewerbung
begründen.
■ Ich habe eine ordentliche und ansprechende Bewerbung
erstellt.
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Tipp
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Die Agenturen für Arbeit bieten kostenlos Broschüren zum Thema
Bewerbung an, so zum Beispiel „Orientierungshilfe zu Auswahltests“ (u. a. mit Tipps zu Eignungstests), „JOBPROFI – Tipps zur
erfolgreichen Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“ (richtet sich
an Ausbildungsuchende), „JOBPROFI – Tipps zur erfolgreichen Jobsuche“ (richtet sich an Arbeitnehmer). In speziellen Seminaren
bereiten die Berufsberater auf Bewerbungen und Auswahlverfahren
vor.
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Ratgeber zu Bewerbungen findet man im Buchhandel, im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit und im Internet:
www.arbeitsagentur.de
www.bmwi.de
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsmarktberatung
➜ Arbeitszeugnis
➜ Berufsausbildung
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➜
➜
Betriebspraktikum
Bewerbungsschreiben
Lebenslauf
Schnupperlehre
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Bewerbungskosten
➜ Berufsberatung
➜ Berufswahl
➜ Test
➜ Vorstellungsgespräch
Bewerbungskosten
Da die Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle oft mit
ziemlichen Ausgaben verbunden ist, ist eine finanzielle Unterstützung möglich: Bewerber um einen Ausbildungsplatz und
Arbeitslose sowie von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende
können Bewerbungskosten von bis zu 260 Euro jährlich erstattet
bekommen.
Dazu müssen diese bei der Agentur für Arbeit gemeldet sein
und bestimmte weitere Voraussetzungen erfüllen.
Zu den Bewerbungskosten gehören Ausgaben, die anfallen, um
die Bewerbung zu erstellen und zu versenden.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Reisekosten erstattet zu
bekommen – etwa für Fahrten zu einem Vorstellungsgespräch.
Wichtig:
Der Antrag auf Erstattung von Bewerbungs- und Reisekosten
muss vor dem Entstehen dieser Kosten bei der Agentur für Arbeit
gestellt werden.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitslosigkeit
Bewerbungsschreiben
Dieses entscheidet, ob man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Mit dem Bewerbungsschreiben vermittelt
der Bewerber den ersten Eindruck von sich. Dementsprechend
kommt es hier auf eine große Sorgfalt an: Sauberkeit, eine klare
Gliederung sowie wesentliche und knappe Informationen sind
ganz wichtig. In ein Bewerbungsschreiben gehören normalerweise:
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Bewerbungsschreiben
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■ das Anschreiben
■ der Lebenslauf
■ die Schul- und Arbeitszeugnisse (keine Originale verschicken,
sondern nur gut gemachte Kopien, beglaubigte Kopien
bekommt man, wenn man mit Original und Kopie zur Stadtoder Gemeindeverwaltung geht).
Ganz wichtig ist das persönliche Anschreiben. Es sollte auf
weißem DIN-A4-Papier ausgedruckt sein und keine Fehler
enthalten. Am besten lässt man es von jemandem Korrektur
lesen. Das Bewerbungsschreiben sollte folgende Form
haben:
■ Name, Adresse und Telefonnummer des Bewerbers
(steht oben links)
■ Name und Anschrift der Firma/Behörde, bei der man sich
bewirbt (steht ein Stück darunter)
■ Betreff (ein Stück darunter; das Wort „Betreff“ lässt man weg)
■ Datum (steht oben rechts)
■ Anrede: Persönliche Anrede, wenn man weiß, wie die Person
heißt („Sehr geehrte Frau Mustermann“) Ansonsten schreibt
man einfach: „Sehr geehrte Damen und Herren“.
■ Es folgt der eigentliche Bewerbungstext (siehe unten).
■ Zum Schluss sollte man den Wunsch nach einem persönlichen
Gespräch ausdrücken (zum Beispiel: „Über die Einladung zu
einem persönlichen Gespräch würde ich mich sehr freuen.“)
■ Eine Verabschiedung
(zum Beispiel: „Mit freundlichen Grüßen“)
■ Die Unterschrift beendet das Bewerbungsschreiben.
■ Ganz unten schreibt man noch das Wort „Anlagen“, um auf
die beiliegenden Unterlagen hinzuweisen (Lebenslauf, Zeugnisse)
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Er sollte sachlich gehalten sein. Kommentare oder Glaubensbekenntnisse haben darin nichts zu suchen. Es muss deutlich zum
Ausdruck gebracht werden, warum man sich gerade auf diese Stelle
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Bewerbunsgschreiben
oder diesen Ausbildungsplatz bewirbt. Gibt es einen besonderen
Grund für die Bewerbung, so kann man damit den Text einleiten:
„Auf Empfehlung der Agentur für Arbeit ...“, „Aufgrund Ihrer
Anzeige in ...“ oder „Auf Empfehlung von Frau Müller ...“
Weitere Punkte, die man sinnvollerweise anspricht:
■ warum man gerade diesen Beruf erlernen
möchte
■ was man über den Beruf/die Firma weiß
■ welche besonderen Fähigkeiten, Kenntnisse,
Erfahrungen einen gerade für diesen Beruf/
diese Stelle qualifizieren
■ was man zurzeit macht
■ bei Arbeitsplatzwechsel:
warum man eine andere Tätigkeit
aufnehmen will
■ Reagiert man auf eine Stellenanzeige, sollte
man die Anzeige sorgfältig studieren und möglichst auf
jeden wichtigen Punkt der Stellenbeschreibung einzeln eingehen (zum Beispiel gewünschte Qualifikationen)
Wichtig:
Am besten macht man sich von allen Bewerbungsschreiben eine
Kopie, damit man noch weiß, was man geschrieben hat, wenn man
zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
Die kompletten Bewerbungsunterlagen steckt man in einen
Clip-Hefter (nicht lochen), und zwar in dieser Reihenfolge: ganz
oben der Lebenslauf, dann die Zeugnisse in zeitlicher Abfolge (das
aktuellste zuerst). Das Anschreiben legt man lose dazu. Dann
kommt alles in einen großen Briefumschlag (nicht knicken), der
ausreichend frankiert wird.
Siehe auch unter
➜ Lebenslauf
➜ Vorstellungsgespräch
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Bildungskreditprogramm
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Bildungskreditprogramm
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D
Dieses kann Studierende und volljährige Schülerinnen und Schüler
mit einem zinsgünstigen Kredit unterstützen.
Voraussetzung ist, dass das Studium bzw. die Schulausbildung
schon fortgeschritten ist. Das heißt konkret: Studierende müssen
beispielsweise die Zwischenprüfung bestanden haben oder sich in
einem Master-/ Magisterstudium befinden. Schülerinnen und Schüler müssen bereits einen berufsqualifizierenden Abschluss haben
oder diesen mit der momentanen Ausbildung erlangen.
Der Bildungskredit wird monatlich im Voraus ausbezahlt – in
Raten von je 300 Euro. Es zahlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau
(KfW).
Auch BAföG-Bezieher können einen Bildungskredit erhalten.
Anträge nimmt das Bundesverwaltungsamt in Köln entgegen.
Weitere Informationen unter www.bildungskredit.de.
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Bildungsurlaub
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Bildungsurlaub bedeutet bezahlte oder unbezahlte Freistellung des
Arbeitnehmers von der Arbeit zum Zweck der beruflichen oder
staatsbürgerlich-politischen, teilweise auch allgemeinen Weiterbildung. Ein bundeseinheitlicher Anspruch für alle Arbeitnehmer
besteht nicht. Grundlage für den Bildungsurlaub sind Landesgesetze, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen. Für den öffentlichen Dienst gibt es Sonderregelungen.
Nicht immer sind Auszubildende in die Regelungen über Bildungsurlaub einbezogen. Ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlten
Bildungsurlaub für Arbeitnehmer, zur Ausbildung Beschäftigte und
arbeitnehmerähnliche Personen ist in elf Bundesländern (Berlin,
Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt,
Schleswig-Holstein) auf der Grundlage von Weiterbildungsgesetzen unter unterschiedlichen Voraussetzungen vorgesehen. Auskünfte erteilen die zuständigen Ministerien der Bundesländer und
alle Bildungsberatungsstellen.
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Biostoffverordnung
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Auszubildender
➜ Tarifvertrag
➜ Weiterbildung, berufliche
Biostoffverordnung
Diese Verordnung legt fest, was bei Tätigkeiten mit biologischen
Arbeitsstoffen zu beachten ist und wie Beschäftigte zu schützen
sind. Sie gilt auch für Schüler und Studierende.
Zu den biologischen Arbeitsstoffen gehören im weitesten Sinne
Krankheitserreger, das heißt Mikroorganismen, die gesundheitsgefährlich sein können. Möglich sind zum Beispiel Infektionen,
toxische Effekte (Vergiftungen; toxisch = giftig) und sensibilisierende Wirkungen (Reizungen). In Kontakt kommen Beschäftigte
mit biologischen Arbeitsstoffen beispielsweise in der Forschung, im
Gesundheitswesen und in der Abfallwirtschaft.
Eingestuft werden biologische Arbeitsstoffe in vier Risikogruppen. Jede von ihnen sieht Sicherheitsmaßnahmen (zum Beispiel
Lüftung, Sicherheitswerkbänke, Autoklaven, Schutzkleidung usw.)
und bestimmte arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
(ab Risikogruppe 2) vor.
Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit ist mit rund 97.000 Beschäftigten der
größte Dienstleister am Arbeitsmarkt. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts führt sie Aufgaben eigenverantwortlich durch und
steht unter rechtlicher Aufsicht des Bundesministeriums für Arbeit
und Soziales. Die Bundesagentur für Arbeit hat ihren Sitz in Nürnberg und gliedert sich in die Zentrale, die Regionaldirektionen und
die Agenturen für Arbeit und ihre Geschäftsstellen. Hinzu kommen
noch weitere besondere Dienststellen wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die Familienkasse, die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung in Bonn etc.
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Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Familienkasse
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Bundesausbildungsförderungsgesetz
(BAföG)
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Die Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz,
besser unter der Abkürzung BAföG bekannt, sollen auch jungen
Leuten in ungünstiger wirtschaftlicher Lage eine Ausbildung
ermöglichen.
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Wer bekommt BAföG?
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Ausbildungsförderung können Deutsche und Ausländer erhalten,
die zu einer der folgenden Gruppen gehören:
■ Studierende an Hochschulen, höheren Fachschulen und
Akademien
■ Schülerinnen und Schüler weiterführender allgemeinbildender Schulen und Berufsfachschulen ab Klasse 10
■ Schülerinnen und Schüler von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung
nicht voraussetzt, wenn die Auszubildenden aus den im BAföG
genannten zwingenden Gründen nicht bei ihren Eltern
wohnen
■ Schülerinnen und Schüler von Abendschulen und Kollegs
■ Schülerinnen und Schüler von Fachschulen und Berufsfachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung
nicht voraussetzt, sofern sie in einem zumindest zweijährigen
Bildungsgang zu einem berufsqualifizierenden Abschluss
führen
■ Schülerinnen und Schüler von Berufsaufbauschulen
■ Schülerinnen und Schüler von Fachoberschul- und Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung
voraussetzt.
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Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
Ab dem Schuljahr 2008/2009 können auch Auslandspraktika gefördert werden, die beim Besuch von Berufsfachschulen vorgeschrieben werden. Außerdem können auch vollständige Ausbildungen
im EU-Ausland und in der Schweiz durch BaföG unterstützt werden.
Wie viel BAföG ist möglich?
Die BaföG-Höhe richtet sich danach, welche Art der Ausbildung
gewählt wird und ob man noch bei den Eltern wohnt.
Ab dem Schuljahr bzw. Wintersemester 2008/2009 beträgt der
Höchstsatz 643 Euro, der niedrigste Satz 212 Euro.
Ob man den vollen BAföG-Satz oder einen Teilbetrag davon
erhält, hängt vom Einkommen ab – nicht nur von dem eigenen,
sondern auch von dem der Eltern und des Ehepartners. Auch das
eigene Vermögen spielt eine Rolle.
Alle Auszubildenden dürfen ab dem Schuljahr/Wintersemester
2008/2009 einen Minijob mit einem Verdienst bis zu 400 Euro brutto haben, ohne dass das BaföG gekürzt wird.
In welcher Form gibt es BAföG?
Schüler erhalten einen Vollzuschuss, den sie nicht zurückzahlen
müssen. Studierende erhalten BAföG in der Regel zur Hälfte als
Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen, das später in Raten
zurückgezahlt wird.
BAföG-Bedingungen
Wer das Staatsdarlehen vorzeitig tilgt, wer besonders gute Leistungen vorweisen kann oder wer das Studium vorzeitig abschließt, erhält auf Antrag einen Teil des Staatsdarlehens erlassen. Diejenigen,
die ihr Studium nach dem 28.2.2001 begonnen haben, brauchen in
keinem Fall mehr als 10.000 Euro zurückzuzahlen.
Informationen
Weitere Informationen erhält man unter der gebührenfreien
Telefon-Hotline 0800 – 223 63 41 und unter
www.das-neue-bafoeg.de. Auf dieser Internetseite kann man auch
Antragsformulare herunterladen.
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Bundeswehr
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Siehe auch unter
➜ Abendschule
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsfachschule
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➜ Kolleg
➜ Fachoberschule
➜ Fachschule
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Bundeswehr
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Die Bundeswehr ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands.
Sie bietet über den Grundwehrdienst und den freiwilligen zusätzlichen Wehrdienst hinaus auch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen
– und zwar sowohl in den Streitkräften als auch in der Verwaltung.
Für Soldatinnen und Soldaten gibt es ein umfangreiches Angebot an Fortbildungen mit anerkannten Abschlüssen sowie zahlreiche Karrieremöglichkeiten. Außerdem gibt es Förderungen, die
den Umstieg auf den zivilen Arbeitsmarkt problemlos ermöglichen.
Auch im Bereich der Wehrverwaltung bietet sich ein breites
Spektrum an Ausbildungen und Berufen. Für ausgewählte Studiengänge (zum Beispiel Ingenieurwissenschaften) stehen Stipendien
zur Verfügung.
Weitere Informationen findet man unter www.bundeswehrkarriere.de.
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Siehe auch unter
➜ Wehrdienst
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Deutsch-Sprachkurse
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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert im Rahmen
der Integrationskurse nach dem Zuwanderungsgesetz Sprachkurse
zur Vermittlung ausreichender Deutschkenntnisse für Neuzuwanderer und bereits länger in Deutschland lebende Ausländerinnen
und Ausländer. Angeboten werden hier auch speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtete Kurse.
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Diskriminierungsverbote
Siehe auch
➜ Ausländische Jugendliche, Jugendliche mit Migrationshintergrund
➜ Kurse zur Verbesserung der Integrationschancen ausländischer
Jugendlicher (KVI)
Diskriminierungsverbote
Alle Menschen sind in ihrer Würde, ihrem Wert und ihrem Rang
gleich und müssen deshalb vor Benachteiligungen geschützt werden. Diese Grundüberzeugung bestimmt seit langem das nationale
und das europäische Recht. Bereits Artikel 3 des Grundgesetzes (GG)
bestimmt, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Niemand
darf wegen des Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden.
Artikel 3 schützt außerdem jeden Menschen davor, wegen seiner
Abstammung, seiner Rasse, Sprache, Heimat, Herkunft oder seines
Glaubens, wegen seiner religiösen oder politischen Anschauung
oder Behinderung diskriminiert zu werden.
Weitere Gesetze – wie das Bundesgleichstellungsgesetz von
2001 – haben das Ziel, dass Frauen und Männer beispielsweise in
Dienststellen und Betrieben des Bundes gleiche Chancen haben.
Dazu gehört, dass Männern und Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden muss und dass Führungspositionen genauso auf Frauen übertragen werden wie auf Männer. Bei
Bedarf können Frauen besonders gefördert werden.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), durch das
mehrere europäische Antidiskriminierungsrichtlinien in deutsches
Recht umgesetzt wurden, verbietet Benachteiligungen aus
Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des
Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Der Arbeitgeber darf
nach diesen Merkmalen nur unter bestimmten Voraussetzungen
unterscheiden. Wird ein Arbeitnehmer an der Arbeitsstelle von
Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden wegen der genannten Merkmale belästigt, muss der Arbeitgeber einschreiten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf
Schadensersatz haben. Wenn Du von Benachteiligung betroffen
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400-Euro-Minijobs
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bist oder Fragen zum AGG hast, kannst Du Dich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.
Das gilt vor allem für das Arbeitsumfeld, aber auch bei normalen Geschäften, wie zum Beispiel bei Handyverträgen oder beim
Discobesuch. Das Gesetz verbietet neben den im Grundgesetz
genannten Diskriminierungen wegen Geschlecht, Herkunft, Religion und Behinderung auch Benachteiligungen wegen des Alters
und wegen der sexuellen Identität. Dabei versteht das AGG unter
„Benachteiligung“ nicht nur die direkte oder indirekte Schlechterbehandlung, weil jemand etwa eine andere Hautfarbe hat oder
schwul ist, sondern auch Belästigungen und sexuelle Belästigungen. Wenn man benachteiligt wurde, beispielsweise vom Arbeitgeber oder Kollegen, sollte man sich an die betriebliche Beschwerdestelle wenden. Beratung bietet auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes an. Wichtig ist, dass man innerhalb von zwei
Monaten reagiert, da danach oft keine Ansprüche (auf Schadensersatz) mehr bestehen.
➜ Antidiskriminierungsstelle
➜ Sexuelle Belästigung
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400-Euro-Minijobs
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Siehe unter
➜ Geringfügige Beschäftigung
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Eingliederungszuschüsse
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Eingliederungszuschüsse können Arbeitgeber bekommen, wenn
sie schwer vermittelbare Arbeitnehmer oder Arbeitnehmer mit Vermittlungshemmnissen beschäftigen. Zu diesen Arbeitnehmern
gehören etwa Menschen mit persönlichen Defiziten oder Menschen mit schwerer Behinderung. Darüber hinaus gibt es spezielle
Eingliederungszuschüsse für jüngere und ältere Arbeitnehmer.
Die Höhe und Dauer der Zuschüsse richten sich u. a. danach,
wie viel die Beschäftigten weniger leisten können.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
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➜ Arbeitgeber
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E i n s t e l l u n g s - , E i g n u n g s - o d e r Ta u g l i c h e k e i t s u n t e r s u c h u n g
Einstellungs-, Eignungs- oder
Tauglichkeitsuntersuchungen
1. Einstellungsuntersuchungen
Die Einstellungsuntersuchung soll vor dem Abschluss des Arbeitsvertrages mit dem Bewerber vor allem Folgendes klären: Ist der
Bewerber (Arbeitnehmer) arbeitsunfähig oder steht ihm eine
Arbeitsunfähigkeit bevor? Ist er krank, sodass andere gefährdet
sind oder dass er für die vorgesehene Tätigkeit nur bedingt oder gar
nicht geeignet ist?
Einstellungsuntersuchungen erfolgen in der Regel, wenn der
Arbeitgeber sie verlangt. Bei Beamten sind diese Untersuchungen
genau geregelt (Artikel 33 Abs. 2 Grundgesetz). Bei Arbeitnehmern
in der privaten Wirtschaft kann der Arbeitgeber eine Untersuchung in der Regel verlangen, wenn sie zur Beurteilung der Eignung des Bewerbers für den Arbeitsplatz (die Tätigkeit) erforderlich
ist. Ob der Bewerber für den Arbeitsplatz (die angestrebte Tätigkeit)
geeignet ist, kann auch allgemein von der körperlichen oder psychischen Verfassung abhängen – etwa von der Fingerfertigkeit bei
Montagearbeiten oder von der mentalen Belastbarkeit.
2 . E i g n u n g s - o d e r Ta u g l i c h k e i t s u n t e r s u c h u n g e n
Diese Untersuchungen sollen vor Aufnahme der Beschäftigung klären, ob der Bewerber den physischen und/oder psychischen Anforderungen des Arbeitsplatzes (der Tätigkeit) gerecht wird. Beispielsweise muss ein Kranführer eine ruhige Hand haben, um andere
nicht zu gefährden. Tauglichkeitsuntersuchungen sind zum Beispiel für Jugendliche in den §§ 32–35, 42 Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt.
Siehe auch unter
➜ Ärztliche Untersuchungen
➜ Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
82
Einstiegsqualifizierung
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Einstiegsqualifizierung
(§ 235 b SGB III)
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Hierbei handelt es sich um ein Praktikum im Betrieb, das für Jugendliche mit eingeschränkten Chancen auf Vermittlung angeboten wird. In einer Zeit zwischen sechs und zwölf Monaten bietet es
die Chance, Grundkenntnisse für einen anerkannten Ausbildungsberuf zu bekommen. Die Einstiegsqualifizierung hat sich als
„Brücke“ in die Berufsausbildung bewährt.
Jährlich stehen 40.000 Plätze zur Verfügung (im Jahr 2008
waren es über 43.000).
Die Agentur für Arbeit bezuschusst die Praktikumsvergütung,
die der Arbeitgeber leistet, mit bis zu 212 Euro, zuzüglich einer Pauschale zur Sozialversicherung in Höhe von 106 Euro.
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Elterngeld
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Für Eltern, deren Kinder ab dem 1.1.2007 geboren wurden, gilt
Folgendes: Wenn sie ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen,
bekommen sie Elterngeld. Es beträgt 67 Prozent des wegfallenden
Einkommens, höchstens jedoch 1.800 und mindestens 300 Euro
netto monatlich. Auch Eltern, die vor der Geburt nicht berufstätig
waren, erhalten Elterngeld. Es wird maximal 14 Monate gezahlt, die
sich die Eltern untereinander frei aufteilen können. Ein Elternteil
kann höchstens zwölf Monate allein nehmen, zwei weitere Monate
sind als Option für den anderen Partner reserviert. Werden die Partnermonate nicht genommen, gibt es für diese Zeit kein Elterngeld,
auch nicht den Mindestsatz von 300 Euro. Weitere Informationen
im Internet: www.bmfsfj.de, www.familien-wegweiser.de
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Siehe auch unter
➜ Elternzeit
➜ Mutterschaftsgeld
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Elternzeit
Elternzeit
(frühere Bezeichnung: Erziehungsurlaub)
Die Elternzeit ermöglicht berufstätigen Eltern, sich ihrem Kind zu
widmen und gleichzeitig in Kontakt zu ihrem Beruf zu bleiben. Sie
beträgt unverändert bis zu drei Jahren für ein Kind.
Anspruch auf diese drei Jahre haben beide Eltern. Sie können
bestimmen,
■ dass nur einer von ihnen die Elternzeit beansprucht oder
■ dass sie die drei Jahre untereinander aufteilen oder
■ dass beide gleichzeitig drei Jahre Elternzeit nehmen.
Ein Jahr der Elternzeit kann mit Zustimmung des Arbeitgebers auch
erst zwischen dem dritten und achten Geburtstag genommen werden.
Wer Elternzeit nimmt, darf wöchentlich bis zu 30 Stunden
arbeiten, die Eltern bei einer gemeinsamen Elternzeit insgesamt
also 60 Stunden wöchentlich. Wenn der Arbeitgeber mehr als
15 Beschäftigte hat, dann steht den Eltern in der Elternzeit ein
grundsätzlicher Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit zu, es
sei denn, dass der Arbeitgeber dringende betriebliche Gründe
einwenden kann.
Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn
beim Arbeitgeber angemeldet werden. Hier muss der Arbeitnehmer auch verbindlich festlegen, für welche Zeit innerhalb von zwei
Jahren die Elternzeit genommen werden soll.
Während der Elternzeit sind die Eltern grundsätzlich vor Kündigung geschützt.
Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung für Pflichtversicherte bleibt ohne Beitragszahlung erhalten, wenn kein weiteres
Einkommen bezogen wird.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Erziehungsgeld
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➜ Krankenversicherung
➜ Kündigung
➜ Pflegeversicherung
Entgeltfortzahlung
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Entgeltfortzahlung
C
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Wer krank wird und nicht mehr zur Arbeit gehen kann, hat Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber Lohn, Gehalt oder Ausbildungsvergütung weiter zahlt. Diese sogenannte „Entgeltfortzahlung im
Krankheitsfall“ gilt für alle Arbeitnehmer und Auszubildenden. Die
Dauer der Weiterzahlung beträgt maximal sechs Wochen.
Eintritt und voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit
muss der Arbeitnehmer unverzüglich seinem Arbeitgeber mitteilen. Wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage
dauert, haben Arbeitnehmer die gesetzliche Pflicht, spätestens am
darauf folgenden Arbeitstag eine ärztliche Bescheinigung über ihre
Arbeitsunfähigkeit nachzureichen. Der Arbeitgeber kann die
Bescheinigung auch früher verlangen. In Tarifverträgen können
davon abweichende Regelungen getroffen werden.
Nach der sechswöchigen Zahlung zahlt die Krankenkasse für
Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung bei Arbeitsunfähigkeit Krankengeld.
Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat nur, wer bei dem entsprechenden Arbeitgeber mindestens vier Wochen ohne Unterbrechung beschäftigt war.
Außerdem besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung für eine
bestimmte Zeit meist auch bei einer Geburt oder einem Sterbefall in
der Familie, bei schweren Erkrankungen naher Angehöriger und
bei der eigenen Hochzeit.
Dieser gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei einer
persönlichen Arbeitsverhinderung kann allerdings durch einen
Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Auszubildender
➜ Krankengeld
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➜ Krankenkasse
➜ Krankenversicherung
➜ Tarifvertrag
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Entgeltumwandlung
Entgeltumwandlung
Siehe auch unter
➜ Betriebliche Altersversorgung
Erziehungsgeld
Eltern, deren Kind vor dem 1.1.2007 geboren wurde, können ein
Erziehungsgeld von bis zu 300 Euro monatlich bis zur Vollendung
des 24. Lebensmonats ihres Kindes erhalten. Die Eltern können aber
auch ein alternatives Budget wählen: bis zu 450 Euro im Monat bis
zum 1. Geburtstag des Kindes. Der betreuende Elternteil darf nicht
mehr als 30 Wochenstunden arbeiten. Für das Erziehungsgeld
gelten Einkommensgrenzen. Mutterschaftsgeld wird grundsätzlich
auf Erziehungsgeld angerechnet.
Siehe auch unter
➜ Arbeitslosengeld
➜ Elternzeit
➜ Mutterschaftsgeld
Europäischer Beschäftigungspakt
Der EU-Beschäftigungspakt hat das Ziel, Wirtschafts-, Finanz- und
Beschäftigungspolitik europaweit besser abzustimmen. Durch
diese Zusammenarbeit können neue Arbeitsplätze in ganz Europa
geschaffen werden.
Am Europäischen Beschäftigungspakt wirken alle EU-Regierungen, die europäischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände
sowie die Europäische Zentralbank mit.
Ein Bestandteil des EU-Beschäftigungspaktes ist das EU-Memorandum „Jugend und Europa – Unsere Zukunft“.
Siehe auch unter
➜ http://ec.europa-eu/employment–social/
employment-strategy/index–de.htm
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Europäischer Betriebsrat
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Europäischer Betriebsrat
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Das Gesetz über Europäische Betriebsräte (EBRG) verwirklicht die
grenzübergreifende Unterrichtung und Anhörung der Arbeitnehmer in Unternehmen und Unternehmensgruppen. Das gilt für die
Unternehmen, die in mehreren Ländern der Europäischen Union
(EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) tätig sind.
Das Gesetz betrifft Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die in
den Mitgliedstaaten insgesamt mindestens 1.000 Arbeitnehmer,
davon jeweils mindestens 150 in mindestens zwei Mitgliedstaaten,
beschäftigen.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
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➜ Betriebsrat
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Europass
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Seit Anfang des Jahres 2000 gibt es den Europass
Berufsbildung. Er schafft europaweit eine einheitliche Bescheinigung für berufliche Qualifikationen, die im Ausland erworben sind. Damit
eröffnet er jungen Leuten in Ausbildungsberufen erstmals die mehrsprachige, einheitliche Bescheinigung des
beruflichen Auslandsaufenthaltes auf EU-Ebene.
Die Berufsausbildung mit dem Europass wird auf der Grundlage
von Vereinbarungen der Ausbildungspartner aus dem Herkunftsund dem Gastland durchgeführt und von einem Ausbilder begleitet.
Der Europass gilt für alle Formen der Berufsausbildung, die
einen betrieblichen Ausbildungsteil enthalten, einschließlich solcher im Hochschulbereich. Die Ausgabe der Europass-Formulare
erfolgt in Deutschland hauptsächlich durch die Institutionen Nationales Europas Center (NEC) und Nationale Agentur Bildung für
Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Robert-Schuman-Platz 3, 53175 Bonn, daneben durch weitere Austauschorganisationen, Einrichtungen des Bundes, der Länder und der Sozialpartner.
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Weitere Infos unter www.europass-info.de
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Fachhochschule
Broschüre
Die Broschüre „Europass“ ist kostenlos erhältlich beim
Bundesministerium für Bildung und Forschung unter
www.bmbf.de.
Siehe auch unter
➜ Ausbildungsberufe, staatlich anerkannte
➜ Berufsausbildung
Fachhochschule
Diese Hochschulform ist besonders auf die Anforderungen der
beruflichen Praxis ausgerichtet. Angeboten werden beispielsweise
Ingenieurwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre, Sozialwesen
und Informatik, Design und Kommunikation, Sprachen und Wirtschaftsrecht. Viele Fachhochschulen zielen mit ihren Studiengängen auf internationale Anforderungen ab – zum Beispiel mit der
Lehre von Wirtschaftsenglisch oder neuerdings auch Mandarin.
Neben Diplom-Studiengängen können auch andere Studienabschlüsse wie Bachelor und Master erworben werden.
Die Regelstudienzeit einschließlich Praxisphasen und Prüfungszeiten beträgt bei Diplom-Studiengängen meist acht Semester, bei
Bachelor-Studiengängen zwischen sechs und acht Semestern.
Zugangsbedingungen
Für das Studium an den Fachhochschulen ist die Fachhochschulreife erforderlich. Sie kann u. a. erworben werden durch:
■ den Abschluss einer Fachoberschule (FOS-Abschluss)
■ den Abschluss der zwölften Klasse oder Jahrgangsstufe eines
Gymnasiums
Auch die allgemeine und ggf. die fachgebundene Hochschulreife
berechtigen zu einem Fachhochschulstudium. Besonders begabte
Berufstätige haben die Möglichkeit, sich auch ohne formale Berechtigung um einen Zugang zur Fachhochschule zu bewerben.
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Fachoberschule
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Fachoberschule
C
Die Ausbildung an Fachoberschulen dauert zwei Jahre und umfasst
die Klassen 11 und 12. In der elften Klasse wird zum einen Allgemeinbildung vermittelt. Zum anderen wird theoretisch und praktisch
ein Fachbereich vertieft. In der zwölften Klasse werden wissenschaftstheoretische Inhalte gelehrt und gelernt.
Das elfte Schuljahr kann erlassen werden, wenn der Schüler
bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat.
Voraussetzung für den Besuch der Fachoberschule ist ein mittlerer Bildungsabschluss.
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Derzeit gibt es Fachoberschulen für folgende Bereiche:
■ Technik
■ Gestaltung
■ Wirtschaft
■ Verwaltung
■ Sozialwesen
■ Landwirtschaft
■ Ernährung/Hauswirtschaft
■ Seefahrt
■ Polizei
■ Rechtspflege
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Abschluss der Fachoberschule ist die Fachhochschulreife.
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Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
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Fachschule
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Hier eignen sich Berufstätige eine vertiefte berufliche Fachbildung
an. Ziel ist es, die Teilnehmer zu spezialisierten Fachkräften zu qualifizieren. Vollzeitbildungsgänge dauern in der Regel mindestens
sechs Monate, Teilzeitlehrgänge entsprechend länger. An einigen
Fachschulen wird zusätzlich die Möglichkeit geboten, die Fachhochschulreife zu erwerben. Grundsätzliche Voraussetzung für den
Fachschulbesuch ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und
eine einschlägige mehrjährige praktische Berufstätigkeit.
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Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
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Familienkasse
Familienkasse
Die Familienkasse ist eine eigenständige Institution unter dem
Dach der Bundesagentur für Arbeit. Sie untergliedert sich bundesweit in die Familienkasse Direktion als Steuerorganisation mit Sitz
in Nürnberg, 102 örtliche Familienkassen und sechs Service Center
der Familienkasse. Die örtlichen Familienkassen sind insbesondere
für die Auszahlung des Kindergeldes an alle anspruchsberechtigten
Personen außerhalb des Öffentlichen Dienstes zuständig.
siehe auch unter
➜ Kindergeld
Ferienjob
Auch für die Arbeit von Jugendlichen mit Vollzeitschulpflicht, die
sich in den Ferien und in der Freizeit etwas „dazuverdienen“ wollen, gelten Regeln und Gesetze. Allgemein gilt: Ein Ferienjob darf
höchstens vier Wochen dauern.
Wer einen Ferienjob sucht und noch keine 18 Jahre alt ist – für
den gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Für Kinder ab 13 Jahren gilt
(zusätzlich) die Kinderarbeitsschutzverordnung.
Beide Bestimmungen schützen Kinder und Jugendliche vor
Arbeit, die zu früh beginnt, die zu lange dauert, die zu schwer ist,
die sie gefährdet oder die für sie ungeeignet ist. Wer noch keine
15 Jahre ist, gilt vor dem Gesetz als Kind, 15- bis einschließlich 17-Jährige gelten als Jugendliche.
Generell ist die Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen in Deutschland verboten. Das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung lassen
jedoch Ausnahmen zu.
Wichtige Regelungen für Neben- oder Ferienjobs: 13 und 14
Jahre alte Kinder dürfen zwei Stunden täglich leichte Aushilfsjobs
wie Prospekte verteilen, Babysitten oder Zeitungen austragen übernehmen, allerdings nicht vor oder während der Schule und abends
nicht nach 18 Uhr. Die Arbeit darf die Gesundheit nicht gefährden,
den Schulbesuch oder die schulischen Leistungen nicht einschrän-
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Ferienjob
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ken (Schulpflicht!). Grundsätzlich müssen die Eltern ihre Zustimmung geben.
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15 bis 18 Jahre
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Wenn Jugendliche vollzeitschulpflichtig sind, dürfen sie bis zu acht
Stunden an Werktagen arbeiten, maximal 40 Stunden in der
Woche und höchstens 20 Arbeitstage Vollzeit im Jahr. Für nicht
vollzeitschulpflichtige Jugendliche entfällt diese Begrenzung auf
20 Tage.
Die 20 Tage können aufs Jahr verteilt oder am Stück – eben in
den Ferien – gearbeitet werden. Der Job darf zwischen 6 Uhr und
20 Uhr stattfinden. Samstage und Sonntage sind tabu; es gibt Ausnahmen zum Beispiel bei Bäckereien, beim Supermarkt, Kiosk, im
Gaststättengewerbe, bei Reparaturbetrieben oder Krankenhäusern. Schwere Lasten schleppen oder gefährliche Arbeiten sind verboten – ebenso regelmäßige Tätigkeiten bei Hitze, Kälte, Nässe oder
Lärm.
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Ab 18 Jahre
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Schüler und Studierende dürfen bis zu 50 Tage im Jahr in einer kurzfristigen Beschäftigung, einem Ferienjob, arbeiten. Das können bei
einer Fünftagewoche zwei Monate am Stück oder 50 Tage verteilt
auf das Jahr sein. Alles, was darüber hinausgeht, ist kein Ferienjob
bzw. keine kurzfristige Beschäftigung mehr. Wer nicht die deutsche
Staatsangehörigkeit besitzt und in den Ferien oder neben Schule
und Studium arbeiten möchte, sollte sich bei der Arbeitsagentur
beraten lassen, ob er eine Arbeitserlaubnis braucht. Keine Arbeitserlaubnis brauchen Schüler oder Studierende, wenn sie aus einem
anderen EU-Land stammen (Stichwort: Freizügigkeit) oder eine
unbefristete Aufenthaltserlaubnis haben.
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Siehe auch unter
➜ Jugendarbeitsschutzgesetz
➜ Geringfügige Beschäftigung
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Fernunterricht
Fernunterricht
Der Fernunterricht ist eine besondere Möglichkeit zur Weiterbildung. Er hat den Vorteil, nicht an feststehende Termine oder Orte
gebunden zu sein, sondern erlaubt es, das Lernen mit den beruflichen, familiären oder sonstigen Verpflichtungen besser in Einklang
zu bringen.
Mit Fernunterricht kann man Schulabschlüsse oder Abschlüsse
der beruflichen Bildung nachholen. Außerdem kann man Lücken in
einzelnen Fächern ausgleichen (zum Beispiel Deutsch, Englisch,
Mathematik) oder die Anpassung an neue berufliche Anforderungen am Arbeitsplatz (zum Beispiel EDV, Buchführung, Elektronik,
Menschenführung) erreichen.
Siehe auch unter
➜
Weiterbildung, berufliche
Finanzielle Hilfen
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Die finanziellen Hilfen, die der Staat bei Bildung und Ausbildung gibt, lassen sich in drei Kategorien einteilen:
■ Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) unterstützt
die schulische Bildung und Ausbildung sowie ein Studium.
■ Berufsausbildungsbeihilfe gibt es bei der Berufsausbildung.
Übernommen werden beispielsweise anfallende Weiterbildungskosten wie Lehrgangskosten, Kinderbetreuungskosten
oder Fahrtkosten. Diese Regelung schreibt das Arbeitsförderungsrecht (SGB III) vor. Während einer beruflichen Weiterbildung kann Arbeitslosengeld gezahlt werden.
■ Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz unterstützt die
berufliche Aufstiegsfortbildung.
Weitere Fördermöglichkeiten können sich aus folgenden Regelungen ergeben: aus dem Bundesversorgungsgesetz, dem Bundesentschädigungsgesetz, dem Heimkehrergesetz, dem Häftlingshilfe-
92
Fortbildung
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B
gesetz, dem Soldatenversorgungsgesetz, der Grundsicherung für
Arbeitsuchende (SGB II) oder aus Einzelregelungen der Bundesländer. Über alle Fördermöglichkeiten geben die Agenturen für Arbeit
Auskunft.
Siehe auch unter
➜
Agentur für Arbeit
➜
Arbeitsförderung/
Arbeitsförderungsrecht
(SGB III)
➜
➜
Arbeitslosengeld bei
beruflicher Weiterbildung
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
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➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildungsbeihilfe
➜ Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
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➜ Studium
➜ Weiterbildung, berufliche
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Fortbildung
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Berufliche Weiterbildung im erlernten Beruf nennt man Fortbildung. Sie hat verschiedene Ziele. In erster Linie soll sie vertiefen und
erweitern, was man in der Berufsausbildung und im Beruf selbst
gelernt hat. Es gibt Anpassungsfortbildungen (zum Beispiel mit
Kursen über neue technische Entwicklung) und Aufstiegsfortbildungen. Letztere ermöglichen die Karriere, zum Beispiel zum Meister oder Techniker.
Eine Fortbildung kann aber auch Eltern den Wiedereinstieg ins
Berufsleben erleichtern, wenn sie wegen Kindererziehung zeitweilig ihren Beruf nicht ausgeübt haben. Auch fehlende berufliche
Abschlüsse kann man durch Fortbildung nachholen.
➜
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG – das sogenannte
„Meister-BaföG“)
➜
Weiterbildung, berufliche
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Freiwilliges Ökologisches Jahr und Freiwilliges Soziales Jahr
Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
und Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
(Jugendfreiwilligendienstegesetz)
Die Gesetze zur Förderung eines Freiwilligen Ökologischen Jahres
sowie eines Freiwilligen Sozialen Jahres wurden am 1.6.2008 im
Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten zusammengeführt.
Junge Leute im Alter von 15 bzw. 16 Jahren (nach Erfüllung der
Vollzeitschulpflicht) bis 26 Jahren können ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten.
Möglich ist ein FÖJ bei Stellen und Einrichtungen, die im
Bereich des Natur- und Umweltschutzes arbeiten, wie zum Beispiel:
■ Biotop-Pflege in Agrarlandschaft, Forst und Wald und in
Siedlungsbereichen
■ Gewässerpflege
■ Aufklärungsarbeit zum Umweltschutz
Das FSJ wird als Helferin oder Helfer in Einrichtungen der Wohlfahrtspflege (dazu gehört auch die Kinder- und Jugendhilfe) oder in
Einrichtungen der Gesundheitshilfe geleistet.
Einsatzorte sind häufig:
■ Krankenhäuser
■ Alten- und Pflegeheime
■ Kinderheime
■ Einrichtungen für behinderte Menschen
■ Sportvereine
■ Kultureinrichtungen
■ Denkmalpflege
Das FÖJ und das FSJ sind keine Art der Berufsausbildung oder eines
Praktikums. Als Bildungsdienste tragen sie vielmehr dazu bei, sich
beruflich zu orientieren, persönliche Erfahrungen zu sammeln
sowie Umweltbewusstsein bzw. soziale Haltung zu entwickeln.
Junge Menschen erwerben dabei wichtige soziale Kompetenzen,
die als Schlüsselkompetenzen am Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.
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Frühzeitige Arbeitssuche
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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verpflichten sich, in der
Regel 12 Monate - mindestens jedoch sechs und nicht länger als
18 Monate - Vollzeit in der Einrichtung mitzuhelfen. Für die Tätigkeit gibt es keinen Lohn. Außer freier Unterkunft, Verpflegung und
Arbeitskleidung darf nur ein angemessenes Taschengeld gezahlt
werden. Während dieser Zeit sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Träger in der Krankenversicherung, der Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der Pflegeversicherung sowie in der Unfallversicherung versichert – und zwar ohne
eigene Beitragszahlung.
Studienbewerberinnen und -bewerber, die ihre Zulassung zum
Studium wegen des ökologischen Dienstes nicht wahrgenommen
haben, werden bei erneuter Bewerbung bevorzugt berücksichtigt.
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Broschüre
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Weitere Informationen gibt es u. a. in der Broschüre „Für mich und
für andere“ – unter www.bmfsfj.de.
Siehe auch unter
➜
Arbeitslosenversicherung
➜
Berufsausbildung
➜
Krankenversicherung
Pflegeversicherung
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➜
➜
➜
Praktikum
Rentenversicherung
Studium
Unfallversicherung
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Frühzeitige Arbeitsuche
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Die Erfahrung zeigt: Es ist einfacher, eine neue Beschäftigung zu
finden und zu beginnen, wenn man noch beschäftigt ist. Damit
man nicht bei Arbeitslosigkeit in das berühmte „Loch“ fällt, muss
man sich möglichst früh bei der Agentur für Arbeit melden. Nur
dann kann sich diese schnell um eine Vermittlung bemühen.
Vorgeschrieben ist: Jeder, dessen Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis endet, muss sich spätestens drei Monate vor der Beendigung
persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden. Liegen zwischen dem Zeitpunkt, an dem man vor der bevorstehenden
Beendigung erfährt, und dem Ende des Arbeits- bzw. Ausbildungs-
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Gefahrstoffverordnung
verhältnisses weniger als drei Monate, dann gilt: Die Meldung muss
innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes erfolgen.
Zur Wahrung dieser Fristen reicht eine telefonische Meldung
aus, wenn man sich nach einer Terminvereinbarung später persönlich meldet.
Die Meldung ist auch Pflicht, wenn eine gerichtliche Entscheidung darüber ansteht, ob das Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis
fortbesteht. Melden muss man sich auch, wenn der Fortbestand
vom Arbeitgeber in Aussicht gestellt wird.
Bei einem betrieblichen Ausbildungsverhältnis besteht die
Meldepflicht nicht.
Meldet man sich nicht oder verspätet, kann eine Sperrzeit eintreten mit der Folge, dass für eine Woche kein Arbeitslosengeld
gezahlt wird.
Siehe auch unter
➜
Agentur für Arbeit
➜
Arbeitslosigkeit
➜
Arbeitsverhältnis
Gefahrstoffverordnung
Diese Verordnung regelt, was bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
(zum Beispiel ätzende, giftige oderkrebserzeugende Stoffe) zu
beachten ist und was zum Schutz der Beschäftigten getan werden
muss.
Der Arbeitgeber ist nach der Gefahrstoffverordnung dazu
verpflichtet, seine Arbeitnehmer und Auszubildenden vor Gesundheitsgefährdungen zu schützen. Zum Beispiel muss er eine geeignete Lüftung und Schutzkleidung zur Verfügung stellen. Vorschriften und Ratschläge findet der Arbeitgeber vor allem in Sicherheitsdatenblättern und auf Gebindekennzeichnungen, die sein
Lieferant übermittelt.
Für Hersteller, Verkäufer und Lieferanten von Gefahrstoffen
regelt die Gefahrstoffverordnung auch die Einstufung, Kennzeichnung, Verpackung und Erstellung von Sicherheitsdatenblättern.
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Geräte- und Produktsicherheitsgesetz
A
B
Ferner legt die Verordnung fest, wie und wann arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen gemacht werden müssen.
C
D
Siehe auch unter
➜
Arbeitsschutz
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Geräte- und Produktsicherheitsgesetz
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Dieses Gesetz schreibt vor, dass in Deutschland nur Produkte angeboten und verkauft werden dürfen, die technisch einwandfrei sind,
das heißt, von ihnen dürfen keine Unfallgefahren für die Verwender ausgehen. Das gilt sowohl für einfache Werkzeuge, Maschinen
und Anlagen wie auch für Haushaltsgeräte und Spielzeug, gleichgültig, ob sie privat oder bei der Arbeit genutzt werden. Sicheres
Werkzeug und sicheres Material sind damit der wichtige erste
Schritt für die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen im
Arbeitsleben.
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Geringfügige Beschäftigung
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Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn:
■ das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im
Monat 400 Euro nicht übersteigt (geringfügig entlohnte
Beschäftigung),
■ die Beschäftigung innerhalb eines Jahres seit ihrem Beginn
auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist,
es sei denn, die Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt
(kurzfristige Beschäftigung).
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Geringfügige Beschäftigungen sind versicherungsfrei.
Mehrere 400-Euro-Minijobs können gleichzeitig ausgeübt werden, allerdings nicht bei demselben Arbeitgeber. In einem solchen
Fall werden die Verdienste aus allen Beschäftigungen zusammengerechnet. Versicherungspflicht in allen Versicherungszweigen
besteht, sobald die monatliche Grenze von 400 Euro überschritten
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Gewerbeaufsicht
wird. Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung
kann nur ein 400-Euro-Job versicherungsfrei in der Kranken-,
Pflege- und Rentenversicherung ausgeübt werden. Alle weiteren
400-Euro-Jobs werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und sind versicherungspflichtig in der Kranken-,
Pflege- und Rentenversicherung und auch steuerpflichtig. In
der Arbeitslosenversicherung bleiben alle neben einer
Hauptbeschäftigung ausgeübten 400-Euro-Jobs versicherungsfrei. Kurzfristige Beschäftigungen neben
einem Hauptberuf werden mit der Hauptbeschäftigung nicht zusammengerechnet.
Gewerbeaufsicht
Die Gewerbeaufsicht der Bundesländer überwacht die Einhaltung
der verschiedenen Vorschriften zum Arbeitsschutz. Dies geschieht
u. a. durch Betriebsbesichtigungen.
Gewerkschaft
Gewerkschaften sind Vereinigungen von Arbeitnehmern. Sie vertreten die wirtschaftlichen und sozialen Interessen besonders ihrer
Mitglieder, aber auch der Arbeitnehmer insgesamt.
Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ist freiwillig.
In der Bundesrepublik Deutschland haben sich viele Arbeitnehmer in Gewerkschaften zusammengeschlossen. Die meisten Arbeitnehmer sind in den zurzeit acht Gewerkschaften des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) organisiert, die übrigen in den
Gewerkschaften des Christlichen Gewerkschaftsbundes (CGB), im
Deutschen Beamtenbund (DBB) oder in einer anderen Arbeitnehmervereinigung.
Ebenso wie die Arbeitgeberverbände haben die Gewerkschaften folgende Aufgaben:
■ Abschluss von Tarifverträgen
■ Unterstützung aller Organe, die aufgrund des Betriebsverfassungsgesetzes, der verschiedenen Personalvertretungs98
Gleichstellungsbeauftragte
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gesetze sowie der Gesetze zur Mitbestimmung gewählt
werden
■ Anhörungs- und Mitwirkungsrechte bei der sozialpolitischen
Gesetzgebung
■ Vertretung ihrer Mitglieder vor den Arbeits- und Sozialgerichten
■ Mitarbeit in zahlreichen Gremien und Ausschüssen des
Arbeits- und Wirtschaftslebens
Siehe auch unter
➜
Arbeitgeberverbände
➜
Arbeitnehmer
➜
Arbeitsgericht
➜
Betriebsverfassungsgesetz
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➜
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Mitbestimmung
Personalvertretungsgesetze
Sozialgericht
Tarifvertrag
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Gleichstellungsbeauftragte
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Die Gleichstellungsbeauftragten, auch Frauenbeauftragte genannt, beraten Frauen, die in der Verwaltung arbeiten. Sie helfen
aber auch Männern bei Problemen mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise wenn es um die Elternzeit geht. Außerdem vertreten sie die Interessen der Frauen und Männer gegenüber
der Verwaltungsleitung und achten auf die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zur Gleichstellung.
Bundesbehörden müssen ab einer Mitarbeiterzahl von 100
dafür sorgen, dass es eine Gleichstellungsbeauftragte gibt. Die
16 Bundesländer haben eigene Gesetze mit ähnlichen Regelungen.
Zuständig für Frauen, die in den Verwaltungen der Gemeinden
arbeiten, sind die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Sie achten bei der Einstellung und Beförderung auf die Einhaltung der Gleichstellungsgesetze. Nach außen sind sie auch für
die Bewohnerinnen der Gemeinden und deren Interessen bei kommunalpolitischen Entscheidungen zuständig.
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Gründungszuschuss
Gründungszuschuss
Der Gründungszuschuss wird geleistet, wenn der Arbeitnehmer bei
Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit noch über einen Restanspruch auf das Arbeitslosengeld von mindestens 90 Tagen verfügt.
Um die Förderung zu erhalten, müssen Gründer die notwendigen
Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbstständigen
Tätigkeit darlegen. Zudem müssen sie der Arbeitsagentur eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle über die Tragfähigkeit der
Existenzgründung vorlegen. Der Gründungszuschuss wird in zwei
Phasen geleistet. Für neun Monate erhalten Gründer pro Monat
einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes
zur Sicherung des Lebensunterhaltes und 300 Euro pro Monat zur
sozialen Absicherung. Für weitere sechs Monate können 300 € pro
Monat zur sozialen Absicherung geleistet werden, wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische
Aktivität dargelegt werden.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitslosengeld
Handwerksordnung
Das Gesetz zur Ordnung des Handwerks, das die Rechtsgrundlage
für die Berufsausübung im Handwerk und auch für die Organisation des Handwerks bildet, regelt auch die Berufsausbildung für die
handwerklichen Berufe. Die Bestimmungen entsprechen weitgehend denen des Berufsbildungsgesetzes.
Weitere Informationen auch im Internet beim Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter: www.bmwi.de
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
100
➜ Berufsbildungsgesetz
Hartz IV
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Hartz IV
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siehe Arbeitslosengeld II
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Humanisierung der Arbeitswelt
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Zur Humanisierung der Arbeit gehört alles, was dem Arbeits- und
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und der Arbeitszufriedenheit
dient. Das beginnt bei der Sicherheitstechnik und geht über die
Gestaltung der Maschinen und Geräte, Arbeitsplätze und Arbeitsräume, Arbeitsorganisation und Arbeitsinhalte bis hin zur Förderung der eigenen Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit,
der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit durch Qualifikation
und zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Der Humanisierung
des Arbeitslebens liegt ein umfassender Innovationsbegriff zugrunde, der technische Innovation, Organisationsentwicklung, die
Förderung der Qualifikation der Beschäftigten und ihre Sicherheit
und Gesundheit am Arbeitsplatz verbindet.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsschutz
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Informationsschriften zur Berufswahl
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Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit stellt eine Menge Schriften zur Verfügung, die bei der Berufswahl nützlich sein können:
■ „Ausbildung und Beruf. Rechte und Pflichten während der
Berufsausbildung“
■ „Beruf aktuell“ gibt einen umfassenden Überblick über
alle anerkannten Ausbildungsberufe und die Berufe mit geregelten Ausbildungsgängen.
■ „Studien- und Berufswahl“ enthält grundlegende Informationen zu allen Fragen, die mit Studium und Berufswahl
zusammenhängen.
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Insolvenzgeld
■ „Mach’s richtig“ ist ein Heft, das Haupt- und Realschulabgängern Anregungen für die rechtzeitige und planmäßige
Vorbereitung auf die Berufswahl gibt.
■ „Was werden“ ist eine Zeitung, die Haupt-, Real- und Sonderschüler über Fragen der Berufswahl informiert.
■ „abi-Berufswahlmagazin“ richtet sich mit laufenden Informationen über die Studien- und Berufswahl vor allem an Schüler der Oberstufen von Gymnasien und Gesamtschulen.
Mehr Broschüren und weitergehende Informationen gibt es bei
den Agenturen für Arbeit und im Berufsinformationszentrum
sowie auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Technologie:
www.bmwi.de
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Ausbildungsberufe, staatlich anerkannte
➜ Berufswahl
➜ Berufsberatung
➜ Studium
➜ Berufe mit geregelten Ausbildungsgängen
Insolvenzgeld
Arbeitnehmer haben bei dauerhafter Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) ihres Arbeitgebers Anspruch auf Insolvenzgeld. Das Insolvenzgeld gleicht das in den letzten drei Monaten des Arbeitsverhältnisses vor der Insolvenz ausgefallene Netto-Arbeitsentgelt aus.
Insolvenzgeld gibt es nur auf Antrag. Der Antrag ist innerhalb
einer Ausschlussfrist von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis bei der zuständigen Agentur für Arbeit, in deren Bezirk der ehemalige Arbeitgeber seine Lohnabrechnungsstelle hatte, zu stellen.
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Jugendarbeitsschutzgesetz
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Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Arbeitnehmer
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Jugendarbeitsschutzgesetz
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Dieses Gesetz schützt junge Leute unter 18 Jahren, egal ob sie Auszubildende oder Arbeitnehmer sind. Das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung ist grundsätzlich 15 Jahre. Das Jugendarbeitsschutzgesetz unterscheidet Kinder (unter 15 Jahren) und
Jugendliche (zwischen 15 und 18 Jahren). Für Jugendliche, die vollschulzeitpflichtig sind, gelten die gleichen Bestimmungen wie für
Kinder. Diese Jugendlichen dürfen aber einen Ferienjob von bis zu
vier Wochen ausüben, wobei die für Jugendliche geltenden Regelungen anzuwenden sind.
Bedingungen für die Beschäftigung von Jugendlichen:
■ Jugendliche dürfen nicht länger als acht Stunden täglich und
40 Stunden in der Woche arbeiten. Ausnahme:
Wenn an einzelnen Werktagen weniger als acht Stunden
gearbeitet wird, dürfen sie an den übrigen Werktagen derselben Woche bis zu je achteinhalb Stunden arbeiten.
■ Für Jugendliche gilt die Fünftagewoche. Der Samstag ist
arbeitsfrei. Es gibt jedoch Ausnahmen, zum Beispiel im Einzelhandel und im Gaststättengewerbe.
■ Jugendliche dürfen nur in der Zeit zwischen 6 Uhr und 20 Uhr
arbeiten. Ausnahmen gibt es zum Beispiel im Bäckerhandwerk, in der Landwirtschaft, im Gaststättengewerbe und in
Schichtbetrieben.
■ Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Tag
müssen immer mindestens zwölf freie Stunden liegen.
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Jugendarbeitsschutzgesetz
■ Zur Erholung haben Jugendliche das Recht auf geregelte
Pausen. Bei einer Arbeitszeit von über viereinhalb bis sechs
Stunden müssen diese 30 Minuten, bei einer Arbeitszeit von
über sechs Stunden insgesamt 60 Minuten dauern.
■ Die Schichtzeit (Arbeitszeit + Pausen) darf grundsätzlich nicht
länger als zehn Stunden dauern. Im Gaststättengewerbe, in
der Landwirtschaft, in der Tierhaltung sowie auf Bau- und
Montagestellen darf die Schicht elf Stunden dauern.
■ Der Anspruch Jugendlicher auf Jahresurlaub ist nach Alter
gestaffelt.
15-Jährige: 30 Werktage
16-Jährige: 27 Werktage
17-Jährige: 25 Werktage
Für den Unterricht in der Berufsschule muss der Arbeitgeber den
Jugendlichen freigeben. Wenn die Berufsschule länger als fünf
Unterrichtsstunden à 45 Minuten dauert, brauchen die Jugendlichen nicht mehr in ihren Betrieb zurückzukehren. Ein Berufsschultag wird auf die Arbeit mit acht Stunden angerechnet. Völlig
vom Betrieb fernbleiben und dafür zur Berufsschule gehen darf der
Auszubildende aber immer nur an einem Tag in der Woche. Wer
also zweimal pro Woche Berufsschule hat, muss an einem dieser
Tage zum Ausbildungsbetrieb zurück.
Für Blockunterricht gilt: In einer Berufsschulwoche muss der
Auszubildende ganz von der Arbeit freigestellt werden, wenn der
Unterricht wenigstens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen stattfindet. Die Berufsschulwoche wird mit 40 Stunden auf die Arbeitszeit angerechnet.
Außerdem muss der Auszubildende nicht vor Unterrichtsbeginn zum Betrieb, wenn die Berufsschule vor 9 Uhr beginnt oder
wenn vor Schulbeginn nur eine kurze Anwesenheit im Betrieb möglich ist. An Prüfungstagen und jeweils einen Tag davor müssen die
Auszubildenden ebenfalls von ihrem Arbeitgeber freibekommen.
Jugendliche dürfen nicht mit gefährlichen Arbeiten beschäftigt
werden. Vor allem nicht mit Arbeiten, die ihre Leistungsfähigkeit
übersteigen oder die mit besonderen Unfallgefahren verbunden
sind.
104
Jugendarbeitsschutzgesetz
A
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Ebenso sind Akkordarbeit und andere tempoabhängige Arbeit
für Jugendliche verboten.
Die Gesundheit der Jugendlichen wird ebenfalls durch ärztliche
Untersuchungen geschützt. Kein Arbeitgeber darf Jugendliche, ob
als Auszubildende oder als Arbeitnehmer, ohne ein ärztliches
Gesundheitszeugnis beschäftigen, es sei denn, die Beschäftigung ist
geringfügig oder dauert nicht länger als zwei Monate.
Ob das Jugendarbeitsschutzgesetz eingehalten wird, überwachen zum Beispiel die Gewerbeaufsichtsämter bzw. Ämter für
Arbeitsschutz.
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Tipp
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Hilfe, Auskunft und Unterstützung in allen Fragen des Jugendarbeitsschutzes geben:
■ Jugendverbände
■ Gewerkschaften
■ örtliche Arbeitsschutzbehörden (Ämter für Arbeitsschutz
oder Gewerbeaufsichtsämter)
■ der Betriebsrat oder die Jugend- und Auszubildendenvertretung
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Broschüre
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Die Broschüre „Klare Sache“ informiert über das Jugendarbeitsschutzgesetz. Sie kann bezogen werden beim Bundesministerium
für Arbeit und Soziales.
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitszeit
➜ Ärztliche Untersuchungen
➜ Auszubildender
➜ Berufsschule
➜ Ferienjob
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J u g e n d - u n d A u s z u b i l d e n d e n v e r t r e t u n g ( J AV )
Jugend- und
Auszubildendenvertretung (JAV)
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt in einem
Betrieb die dort beschäftigten Jugendlichen und Auszubildenden.
Dazu arbeitet sie eng mit dem Betriebs- oder Personalrat zusammen. Gemeinsam setzen sie sich dann gegenüber dem Arbeitgeber
für die Interessen ihrer Schützlinge ein.
Bei allen Betriebs- oder Personalratssitzungen, bei denen es um
Angelegenheiten der jungen Arbeitnehmer oder Auszubildenden
geht, darf die Jugend- und Auszubildendenvertretung teilnehmen
und hat volles Stimmrecht. Hält die JAV mehrheitlich einen Beschluss auf einer solchen Sitzung für falsch, so muss der Beschluss
nach einem Antrag für eine Woche ausgesetzt werden.
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung wird alle zwei
Jahre gewählt. In Betrieben mit fünf bis 20 Wahlberechtigten ist ein
Jugend- und Auszubildendenvertreter zu bestimmen. Bei 21 bis
50 Wahlberechtigten sind es drei. Die Zahl der Jugend- und Auszubildendenvertreter steigt bis auf 15, wenn mehr als 1.000 Jugendliche und Auszubildende beschäftigt werden.
Wahlberechtigt zur JAV sind:
■ Arbeitnehmer unter 18 Jahren
■ Auszubildende unter 25 Jahren
Gewählt werden kann, wer das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet
hat.
Siehe auch unter
➜ Auszubildender
➜ Betriebsverfassungsgesetz
➜ Personalvertretungsgesetze
➜ Betriebsrat
➜ Personalrat
Kindergeld
Erziehungsberechtigte, also in der Regel Eltern, bekommen für ihre
Kinder eine staatliche Zahlung: das Kindergeld. Damit soll der
106
Kindergeld
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Lebensbedarf des Kindes unterstützt und allgemein die Familie
gefördert werden.
Kindergeld ist nach der Zahl der Kinder gestaffelt und beträgt
pro Monat:
■ für das erste, zweite und dritte Kind je 154 Euro
■ für das vierte und jedes weitere Kind 179 Euro
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Kindergeld oder Freibeträge für Kinder
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Alle Eltern erhalten zunächst einmal Kindergeld. Zusätzlich bekommen sie unter Umständen noch Steuern erstattet – und zwar, nachdem das Finanzamt automatisch geprüft hat: Kommt es für die
Familie insgesamt günstiger, wenn von der zu zahlenden Einkommensteuer ein bestimmter Freibetrag abgezogen wird? Dieser Freibetrag ist vorgeschrieben, denn das Existenzminimum auch eines
Kindes darf niemals besteuert werden.
Wenn die Freibeträge für Kinder (1.824 Euro für jeden Elternteil)
plus weiterer Freibeträge (für Betreuung, Erziehung, Ausbildung;
1.080 Euro für jeden Elternteil) für die Familie günstiger kommen,
werden Steuern erstattet.
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Das Kindergeld wird gezahlt
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für alle Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Darüberhinaus, u. a. wenn die Einkünfte und Bezüge des Kindes 7.680 Euro
im Kalenderjahr nicht überschreiten:
■ bis zum 21. Lebensjahr für arbeitslose Kinder,
■ bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs (Geburtsjahr ab 1983;
bei Geburtsjahr 1982 bis Vollendung des 26. Lebensjahrs),
wenn ein Kind noch die Schule besucht, ein Studium oder eine
andere Berufsausbildung absolviert, sich in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von höchstens
vier Monaten befindet, ausbildungsplatzsuchend ist oder ein
Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches
Jahr absolviert.
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Das Kindergeld ist zeitlich unbegrenzt für Kinder, die wegen einer
Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten.
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Kinderzuschlag
Beantragt werden muss das Kindergeld bei der Familienkasse
der Agentur für Arbeit (siehe Familienkasse) oder des Arbeitgebers
(im öffentlichen Dienst).
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitgeber
➜ Freiwilliges Ökologisches Jahr
➜ Freiwilliges Soziales Jahr
➜ Berufsausbildung
➜ Studium
Kinderzuschlag
Der Kinderzuschlag wird immer dann an Eltern gezahlt, wenn
deren Einkommen zwar für sie selbst reicht, nicht aber für ihre Kinder. Ohne den Kinderzuschlag wären sie auf Arbeitslosengeld II
angewiesen, mit dem Kinderzuschlag kann die Familie von ihren
eigenen Einkünften leben.
Siehe auch unter
➜ Arbeitslosengeld II
➜ Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II)
Kolleg
Ein Kolleg besucht man, wenn man den Zweiten Bildungsweg
absolviert.
Es führt in einem drei-, höchstens vierjährigen Vollzeitunterricht zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur).
Der Besuch eines Kollegs ist an folgende Voraussetzungen
geknüpft:
■ Mindestalter 19 Jahre
■ Abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens
dreijährige geregelte Berufstätigkeit
■ Bestehen einer Eignungsprüfung oder Absolvieren eines
mindestens halbjährigen (Vor-)Kurses
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Krankengeld
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Je nach Bundesland bestehen unterschiedliche (zusätzliche)
Voraussetzungen.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
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➜ Zweiter Bildungsweg
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Krankengeld
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Wenn ein Arbeitnehmer krank wird, muss ihm sein Arbeitgeber in
der Regel bis zu sechs Wochen das Arbeitsentgelt weiterbezahlen.
Anschließend zahlt die gesetzliche Krankenversicherung ihren Mitgliedern das Krankengeld.
■ Das Krankengeld ersetzt 70 Prozent des zuletzt bezogenen
regelmäßigen Brutto-Arbeitsentgelts, maximal aber 90 Prozent des Netto-Arbeitsentgelts.
■ Für das Krankengeld sind Beiträge zur Renten-, Pflege- und
Arbeitslosenversicherung zu entrichten.
■ Das Krankengeld wird höchstens für 78 Wochen innerhalb von
drei Jahren gezahlt.
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Auch für die Pflege kranker Kinder unter zwölf Jahren oder kranker
Kinder, die behindert und auf Hilfe angewiesen sind, haben Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Arbeitstage (Alleinerziehende:
20 Tage) Krankengeld. Bei mehreren Kindern ist der Anspruch
auf 25 Arbeitstage (Alleinerziehende: 50 Tage) je Kalenderjahr begrenzt. In der Berufsausbildung können hier spezielle Regeln
gelten.
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Krankenkasse
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Die meisten Arbeitnehmer sind verpflichtet, sich gesetzlich krankenversichern zu lassen – bei einer der folgenden Krankenkassen:
■ der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) des Wohn- oder
Beschäftigungsortes
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109
Krankenversicherung
■ jeder Ersatzkasse des Wohn- oder Beschäftigungsortes, auch
solche, deren Namen noch auf bestimmte Berufsgruppen hinweisen
■ einer Betriebskrankenkasse (BKK) oder Innungskrankenkasse
(IKK), wenn sie in einem Betrieb beschäftigt sind, für den eine
BKK oder IKK besteht, oder wenn die Satzung der BKK oder IKK
dies vorsieht
■ der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
Unter bestimmten Bedingungen können diese Krankenkassen
unabhängig vom Beschäftigungs- oder Wohnort gewählt werden,
zum Beispiel, wenn der Ehepartner dort versichert ist, oder von versicherungspflichtigen behinderten Menschen, wenn ein Elternteil
dort versichert ist. Studierende können zusätzlich die Ortskrankenkasse oder jede Ersatzkasse an dem Ort wählen, in dem die Hochschule ihren Sitz hat.
Siehe auch unter
➜ Krankenversicherung
➜ Sozialversicherung
Krankenversicherung
Die gesetzliche Krankenversicherung bietet Schutz bei Krankheit
und Mutterschaft.
Verpflichtet, sich versichern zu lassen, sind alle Arbeiter und
Angestellten, deren Einkommen die sogenannte Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt. Diese Grenze ist das Brutto-Gehalt
und beträgt im Jahr 2008 48.150 Euro oder 4.012,50 Euro pro Monat.
Pflichtversichert sind auch Arbeitslose, die Arbeitslosengeld
oder Arbeitslosengeld II beziehen. Ebenso versichern lassen müssen
sich Studenten bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters (wenn sie
nicht älter als 30 Jahre sind).
Seit dem 1. April 2007 sind in der Regel auch Menschen versicherungspflichtig, die keine anderweitige Absicherung im Krankheitsfall (zum Beispiel eine Private Krankenversicherung) haben und der
gesetzlichen Krankenkasse zuzuordnen sind.
110
Krankenversicherung
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Wer erstmals eine Beschäftigung aufnimmt, ist seit April 2007
auch dann versicherungspflichtig, wenn sein Arbeitsentgelt die
Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Die Pflicht entfällt erst,
wenn diese Grenze drei Jahre hintereinander überschritten wurde
und sie auch ein Jahr später noch überschritten wird.
Die wichtigsten Leistungsbereiche der Krankenversicherung
sind:
■ ärztliche Behandlung
■ zahnärztliche Behandlung einschließlich
Zahnersatz und Zahnkronen
■ Versorgung mit Arznei-, Verbands-,
Heil- und Hilfsmitteln
■ Krankenhausbehandlung
■ Krankengeld
■ Leistungen bei Schwangerschaft und
Mutterschaft
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Außerdem leistet die Krankenversicherung auch – je ab einem
bestimmten Alter – Untersuchungen zur Verhütung und Früherkennung von Krankheiten.
In Anspruch nehmen können diese Leistungen das Mitglied
und seine „mitversicherten“ Familienangehörigen. Das sind Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder, wenn sie keine
eigenen Einkünfte haben, die festgesetzte Einkommensgrenzen
überschreiten, und sie die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen
erfüllen.
Für Kinder geht die Mitversicherung normalerweise bis zum
18. Lebensjahr. Sie verlängert sich bis zum 25. Lebensjahr, wenn die
Kinder noch in Schul- oder Berufsausbildung sind oder ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Freiwilliges Ökologisches Jahr ableisten.
Wehrdienst und Zivildienst verlängern die Zeit der Mitversicherung entsprechend. Kinder können bis zum 23. Lebensjahr mitversichert bleiben, wenn sie keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz
gefunden haben.
Behinderte Menschen ohne eigenen Unterhalt bleiben ohne
zeitliche Begrenzung mitversichert, wenn sie zuvor als Kind mitversichert waren.
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Kündigung
Finanziert wird die Krankenversicherung durch Beiträge der
Versicherten. Diese Zahlungen leisten Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte. Wie hoch der Beitragssatz (= der Prozent-Anteil
vom Bruttogehalt) ist, legt jede Krankenkasse einzeln fest.
Tipp
Versicherte bis zum vollendeten 20. Lebensjahr haben Anspruch
auf Versorgung mit empfängnisverhütenden Mitteln zu Lasten der
Krankenkassen, soweit die Mittel ärztlich verordnet sind. Diese Versicherten müssen eine Zuzahlung leisten, die der Zuzahlung für
Arzneimittel entspricht.
Broschüre
Merkblätter zu den Zuzahlungen und die Broschüre „Die
gesetzliche Krankenversicherung“ gibt das Bundesministerium
für Gesundheit heraus.
Siehe auch unter
➜ Berufsausbildung
➜ Krankengeld
➜ Mutterschaftsgeld
➜ Schwangerschaft während der Ausbildung
➜ Wehrdienst
➜ Zivildienst
Kündigung
Durch eine Kündigung können der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis einseitig beenden. Der andere Teil
muss der Kündigung weder zustimmen, noch kann er eine Kündigung „ablehnen“ oder „zurückweisen“. Eine Kündigung kann auch
nicht zurückgenommen werden, es sei denn, der Vertragspartner
ist damit einverstanden.
112
Kündigung
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Es wird zwischen ordentlicher und außerordentlicher Kündigung unterschieden. Bei einer ordentlichen Kündigung müssen in
der Regel Kündigungsfristen eingehalten werden, eine außerordentliche Kündigung ist in der Regel fristlos.
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Die ordentliche Kündigung
■ verlangt vom Arbeitnehmer grundsätzlich keinen sachlichen
Grund,
■ verlangt bei der Geltung des Kündigungsschutzgesetzes
(Kündigungsschutzgesetz) vom Arbeitgeber, dass er Gründe
hat, welche die Kündigung sozial rechtfertigen,
■ ist grundsätzlich nur bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen
zulässig. Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann nur ordentlich
gekündigt werden, wenn das im Arbeitsvertrag oder im
anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist (siehe befristeter
Arbeitsvertrag).
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Die normale Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer und den
Arbeitgeber beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines
Kalendermonats. Ist eine Probezeit vereinbart, beträgt die Kündigungsfrist mindestens zwei Wochen.
Wenn der Arbeitnehmer bereits zwei Jahre oder mehr in einem
Betrieb oder Unternehmen gearbeitet hat, muss der Arbeitgeber
längere Kündigungsfristen einhalten. So beträgt die Kündigungsfrist nach fünfjähriger Unternehmenszugehörigkeit zwei Monate
zum Ende des Kalendermonats. Dabei wird die Unternehmenszugehörigkeit ab dem 25. Lebensjahr des Arbeitnehmers berücksichtigt.
Im Tarifvertrag können längere oder kürzere Kündigungsfristen
vereinbart werden. Im Arbeitsvertrag können nur längere Kündigungsfristen vereinbart werden. Bei vorübergehender Aushilfstätigkeit bis drei Monate können Arbeitgeber und Arbeitnehmer
auch eine kürzere als die gesetzliche Kündigungsfrist vereinbaren.
Für die Kündigung durch den Arbeitnehmer darf keine längere
Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.
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Kündigung
Die außerordentliche Kündigung
erfolgt fristlos, also sofort. Für sie muss ein wichtiger Grund vorliegen, das heißt: Demjenigen, der kündigt, muss es unzumutbar
sein, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen.
Die außerordentliche Kündigung muss die unausweichlich letzte Maßnahme für den Kündigenden sein. Das bedeutet, dass alle
den Umständen nach mildere Mittel (zum Beispiel Versetzung,
Änderungskündigung, ordentliche Kündigung) erschöpft sein
müssen. Auch ein befristeter Arbeitsvertrag kann außerordentlich
gekündigt werden.
Für beide Kündigungsarten gilt: Wenn es einen Betriebsrat
gibt, muss der Arbeitgeber diesen vor der Kündigung anhören, das
heißt, diesen über die vorgesehene Kündigung informieren. Unterlässt er dies oder enthält er dem Betriebsrat wesentliche Informationen vor, ist die Kündigung unwirksam, also ungültig. Die Unwirksamkeit muss der Arbeitnehmer innerhalb von drei Wochen
nach Zugang der schriftlichen Kündigung durch eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht geltend machen.
Der Betriebsrat kann gegen die geplante Kündigung Widerspruch einlegen, zum Beispiel wenn der betroffene Arbeitnehmer
an einem anderen Arbeitsplatz im Unternehmen weiterbeschäftigt
werden kann.
Wenn der Betriebsrat Widerspruch eingelegt hat und der
Arbeitgeber trotzdem kündigt, kann der Gekündigte ebenfalls mit
einer Kündigungsschutzklage dagegen vorgehen. In einem solchen Fall muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auch über den
Ablauf der Kündigungsfrist hinaus weiterbeschäftigen, und zwar so
lange, bis der Rechtsstreit endgültig geklärt ist
Die Kündigung durch den Arbeitgeber und durch den Arbeitnehmer bedarf der Schriftform. Das Schreiben muss vom Kündigenden eigenhändig unterschrieben werden. Der Kündigungsgrund
muss im Kündigungsschreiben nicht genannt werden. Die Übermittlung einer Kündigung durch Fax oder E-Mail genügt nicht. Die
Kündigung ist eine sogenannte empfangsbedürftige Willenserklärung. Das bedeutet, sie wird erst wirksam, wenn sie dem Arbeitnehmer oder dem Arbeitgeber in schriftlicher Form zugeht, also ihm
ausgehändigt wird oder per Post zugestellt wird. Darauf, dass das
Kündigungsschreiben tatsächlich gelesen wird, kommt es nicht an.
114
Kündigungsschutzgesetz (KSchG)
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Vom Tag des Zugangs der Kündigung ist insbesondere der Beginn
der Kündigungsfrist und der dreiwöchigen Frist zur Erhebung der
Kündigungsschutzklage abhängig.
Für Auszubildende gilt:
Während der Probezeit, die mindestens einen Monat und
höchstens vier Monate beträgt, kann jederzeit und ohne Einhaltung
einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Nach der Probezeit kann
das Berufausbildungsverhältnis von dem Auszubildenden und dem
Ausbildenden aus einem wichtigen Grund ohne Einhaltung einer
Kündigungsfrist gekündigt werden. Der Auszubildende kann mit
einer Kündigungsfrist von vier Wochen kündigen, wenn er die
Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will. Die Kündigung muss schriftlich und
nach Ablauf der Probezeit unter Angabe der Gründe erfolgen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsgericht
➜ Arbeitsvertrag
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Auszubildender
➜ Berufsausbildung
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➜
➜
➜
➜
➜
➜
Berufsausbildungsvertrag
Betriebsrat
Elternzeit
Kündigungsschutzgesetz
Tarifvertrag
Weiterbildung, berufliche
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Kündigungsschutzgesetz (KSchG)
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Das Kündigungsschutzgesetz schützt Arbeitnehmer vor sozial nicht
gerechtfertigten Kündigungen. Es gilt für alle Arbeitnehmer, die
länger als sechs Monate ohne Unterbrechung in einem Betrieb oder
Unternehmen beschäftigt sind. Außerdem muss der Betrieb mehr
als zehn Arbeitnehmer haben – die Auszubildenden nicht mitgezählt.
Das Gesetz sieht vor: Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist
„sozial gerechtfertigt“ (also gültig), wenn:
■ der Kündigungsgrund in der Person des Arbeitnehmers liegt,
etwa weil er für die Arbeit nicht mehr geeignet ist (personenbedingte Kündigung),
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Kündigungsschutzgesetz (KSchG)
■ der Kündigungsgrund im Verhalten des Arbeitnehmers liegt,
beispielsweise dauernde Unpünktlichkeit (verhaltensbedingte Kündigung),
■ dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen, die einer
Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers in diesem Betrieb
entgegenstehen, zum Beispiel Auftragsmangel oder Rationalisierungsmaßnahmen. (betriebsbedingte Kündigung).
Eine Kündigung, gleich aus welchem dieser Gründe, setzt voraus,
dass der Arbeitnehmer auch nach zumutbaren Umschulungs- oder
Fortbildungsmaßnahmen oder – mit seinem Einverständnis – auch
unter geänderten Arbeitsbedingungen im Betrieb oder Unternehmen nicht weiterbeschäftigt werden kann.
Im Falle der betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber eine „soziale Auswahl“ treffen, das heißt: Er muss abwägen,
welcher von mehreren für eine Kündigung in Betracht kommenden Arbeitnehmern mit vergleichbarer Tätigkeit am wenigsten
hart betroffen ist. Dabei muss der Arbeitgeber folgendes berücksichtigen: die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die
Unterhaltspflichten und eine eventuelle Schwerbehinderung des
Arbeitnehmers
Will der Arbeitnehmer die Unwirksamkeit einer Kündigung,
gleich aus welchen Gründen, geltend machen, muss er innerhalb
von drei Wochen, nachdem ihm die schriftliche Kündigung zugegangen ist, Klage beim Arbeitsgericht erheben (Kündigungsklage).
Kündigt der Arbeitgeber betriebsbedingt, kann der Arbeitnehmer wählen: zwischen einer Kündigungsschutzklage oder einer
Abfindung in Höhe von 0,5 Monatsverdiensten für jedes Beschäftigungsjahr. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber im Kündigungsschreiben die Kündigung auf betriebsbedingte Gründe stützt und
den Arbeitnehmer darauf hinweist, dass er die Abfindung beanspruchen kann, wenn er die dreiwöchige Frist für die Erhebung der
Kündigungsschutzklage verstreichen lässt.
Besonderer Kündigungsschutz
Für besonders schutzbedürftige Arbeitnehmer besteht besonderer
Kündigungsschutz. Dazu gehören Arbeitnehmer in Elternzeit,
Schwangere (bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung), Wehr- und Zivildienstleistende und Schwerbehinderte.
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K u r s e z u r Ve r b e s s e r u n g d e r I n t e r g a t i o n s c h a n c e n ( K V I )
A
B
Diesen Menschen darf nicht gekündigt werden – es sei denn, der
Arbeitgeber bekommt dazu die Zustimmung einer staatlichen
Behörde.
Besonderen Kündigungsschutz haben auch Mitglieder des
Betriebsrates, Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung, des Wahlvorstandes und Wahlbewerber. Ihnen darf nicht
ordentlich gekündigt werden, die außerordentliche (fristlose) Kündigung ist nur mit Zustimmung des Betriebsrates zulässig.
Gegen eine Kündigung kann Kündigungsschutzklage vor dem
Arbeitsgericht erhoben werden. Das Gericht entscheidet dann
darüber, ob die Kündigung berechtigt war. Die Frist für die Einreichung der Klage beträgt drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung
Siehe auch unter
➜ Berufsbildungsgesetz
➜ Betriebsrat
➜ Elternzeit
➜ Kündigung
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➜ Personalrat
➜ Wehrdienst
➜ Zivildienst
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Kurse zur Verbesserung
der Integrationschancen
ausländischer Jugendlicher (KVI)
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Ausländischen Jugendlichen, die keinen Schulabschluss haben,
wird die Möglichkeit geboten, den deutschen Hauptschul- oder
Realschulabschluss nachzuholen. Um den Jugendlichen eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen, werden auch Berufsorientierungsangebote gemacht. Hier können sie qualifizierte berufliche
Fertigkeiten und Kenntnisse erwerben.
Der Unterricht findet im Internat der Akademie Klausenhof
(NRW) statt.
Nähere Informationen hierüber gibt es bei den Agenturen für
Arbeit.
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Kurzarbeitergeld
Kurzarbeitergeld
Wenn ein Betrieb nicht genug zu tun hat (zum Beispiel weil die Aufträge fehlen) und die Arbeitnehmer dafür vorübergehend kürzer
arbeiten, dann haben sie Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
Das Unternehmen muss Kurzarbeit mit dem Betriebsrat schriftlich vereinbaren und dies der Agentur für Arbeit mitteilen.
Kurzarbeitergeld wird frühestens von dem Kalendermonat an
gezahlt, in dem die Anzeige des Arbeitgebers oder des Betriebsrats
bei der Agentur für Arbeit eingegangen ist.
Die Höhe des Kurzarbeitergeldes beträgt:
■ bei Arbeitnehmern mit mindestens einem Kind 67 Prozent des
ausgefallenen Nettolohns,
■ sonst 60 Prozent davon.
Kurzarbeitergeld wird normalerweise für einen Zeitraum bis zu
sechs Monaten gewährt.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitnehmer
➜ Betriebsrat
Lebenslauf
Der Lebenslauf soll dem Arbeitgeber einen Überblick über die persönlichen Daten sowie den bisherigen beruflichen Werdegang des
Bewerbers vermitteln.
Üblich ist ein Lebenslauf in Stichworten (tabellarischer Lebenslauf). Wenn es verlangt ist, kann der Lebenslauf auch in ganzen
Sätzen abgefasst werden.
■ Name
■ Adresse
■ Telefonnummer
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Menschen mit Behinderung
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■ Geburtsdatum und -ort
■ Familienstand (bei Jugendlichen eventuell auch Name der
Eltern und Geschwister)
■ Nationalität
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Darunter folgen die Punkte, die näher ausgeführt werden müssen.
Auf der linken Seite steht jeweils das Stichwort (ggf. mit Zeitangaben), rechts daneben die Erläuterung:
■ Schulausbildung
■ Berufsausbildung
■ Studiengang
■ Praktika
■ Berufspraxis
■ Fort- und Weiterbildung
■ besondere Fähigkeiten und Kenntnisse (Sprachen, EDV usw.)
■ Lieblingsfächer oder Hobbys, aber nur mit Bezug zur
angestrebten (Ausbildungs-)Stelle
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Fortbildung
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➜ Berufsausbildung
➜ Bewerbungsschreiben
➜ Praktikum
➜ Weiterbildung, berufliche
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Menschen mit Behinderung
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Ein Mensch gilt als behindert, wenn seine körperliche Funktion,
seine geistige Fähigkeit oder seine seelische Gesundheit mit hoher
Wahrscheinlichkeit von dem für das Lebensalter typischen Zustand
abweicht – und zwar länger als sechs Monate und so sehr, dass ein
Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.
Für junge behinderte Menschen, die Hilfe im Arbeitsleben
benötigen, ist in der Regel die Bundesagentur für Arbeit zuständig.
Wenn möglich, sollen behinderte Menschen in den gleichen
Berufen und an den gleichen Orten wie Nichtbehinderte ausgebildet werden. Im Einzelfall können die Tätigkeit und der Arbeitsort
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Meister-BAföG
bzw. das Lernen und die Prüfung entsprechend gestaltet werden.
Wenn die Art oder Schwere der Behinderung es erfordern, kann
der behinderte Mensch spezielle Einrichtungen nutzen. Für seine
Ausbildung und Berufsförderung gibt es zum Beispiel Berufsbildungs- oder Berufsförderungswerke. Berufsbildungswerke sind
für die berufliche Erstausbildung von Jugendlichen gedacht, die
besondere ärztliche, psychologische und pädagogische Betreuung
brauchen.
Broschüren
Mehr Informationen findet man im „Ratgeber für Menschen mit
Behinderung“, zu bekommen beim Bundesministerium für Arbeit und
Soziales (www.bmas.de). Hier erhält man auch die Broschüre „Berufsbildungswerke“, „Berufsförderungswerke“ und „SGB IX – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen“.
Siehe auch unter
➜ Arbeitsmarkt
➜ Berufsausbildung
➜ Rehabilitation und Teilhabe
➜ Berufsbildungswerk
➜ Berufsförderungswerk
➜ Weiterbildung, berufliche
➜ Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
Internet
www.ausbildungchancenberuf.de
Meister-BAföG
Siehe unter Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
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Mitbestimmung
A
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Mitbestimmung
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D
Es gibt zwei Arten von Mitbestimmung, erstens: die betriebliche
Mitbestimmung. Diese legt fest, dass Betriebsräte als Interessenvertretung der Arbeitnehmer bei Angelegenheiten mitbestimmen
dürfen, die den Arbeitsplatz betreffen – zum Beispiel die Einführung von Kurzzeitarbeit, von Überstunden, Prämien oder neuen
technischen Anlagen. Das Recht auf Mitbestimmung besteht in
bundesdeutschen Betrieben mit mindestens fünf ständigen (und
wahlberechtigten) Mitarbeitern.
Anders als in Privatbetrieben nehmen im Öffentlichen Dienst
Personalräte die Mitbestimmungsrechte wahr.
Die zweite Art der Mitbestimmung, die sogenannte Unternehmensmitbestimmung, bezieht sich auf wirtschaftliche und unternehmerische Fragen. Hier können die Arbeitnehmer zum Beispiel
darauf Einfluss nehmen, welche Investitionen an welchen Standorten getätigt werden. Unternehmensmitbestimmung gibt es nur
in größeren Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern, die
wie die Aktiengesellschaft oder die GmbH als Kapitalgesellschaft
geführt werden. Die Unternehmensmitbestimmung findet im Aufsichtsrat statt, einem Gremium, das den Vorstand kontrolliert. Die
Mitglieder des Aufsichtsrats werden zum Teil von den Arbeitnehmern gewählt, die übrigen Mitglieder werden von den Anteilseignern, also den Aktionären des Unternehmens, bestimmt. Der Anteil
der Arbeitnehmervertreter hängt in erster Linie von der Größe des
Unternehmens ab. Die stärkste Form der Unternehmensmitbestimmung besteht für den Bergbau und die Eisen und Stahl erzeugende
Industrie.
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Buch
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Das kostenlose Buch „Mitbestimmung – eine gute Sache“ gibt
weitere Informationen zum Thema Mitbestimmung, sowohl zur
betrieblichen als auch zur Unternehmensmitbestimmung. Du
findest sie unter www.bmas.de.
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Betriebsrat
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➜ Gewerkschaft
➜ Personalrat
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Mobilitätshilfen
Mobilitätshilfen
bei Aufnahme einer neuen Beschäftigung
Damit ein arbeitloser oder von Arbeitslosigkeit bedrohter Mensch
„mobil“ ist, also schnell einen neuen Job findet und nicht „auf der
Stelle tritt“, kann er Mobilitätshilfen bekommen. Diese zahlt die
Agentur für Arbeit.
Mobilität shilfen umfassen:
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Leistungen für den Lebensunterhalt bis zur ersten Lohnzahlung (Übergangsbeihilfe) bis zu 1.000 Euro als Darlehen
■
Leistungen für Arbeitskleidung und Arbeitsgerät (Ausrüstungsbeihilfe) bis zu 260 Euro
bei Arbeitsaufnahme außerhalb des Wohnortes die Übernahme
von Kosten für
■
die Fahrt zum Antritt der Beschäftigung (Reisekostenbeihilfe)
bis zu 300 Euro
■
tägliche Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle (Fahrtkostenbeihilfe) für die ersten sechs Monate
■
eine getrennte Haushaltsführung (Trennungskostenbeihilfe)
bis zu 260 Euro monatlich für die ersten sechs Monate
das Befördern des Umzugsguts (Umzugskostenbeihilfe).
■
Bezieher von Arbeitslosengeld können Mobilitätshilfen auch zur
Aufnahme einer Beschäftigung im Ausland erhalten.
Ausbildungsuchende, die bei der Agentur für Arbeit gemeldet
sind und in eine Ausbildung eintreten, können diese Leistungen
teilweise auch erhalten.
Wichtig:
Mobilitätshilfen werden nur auf Antrag gewährt, der grundsätzlich
vor Aufnahme der Beschäftigung zu stellen ist.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
122
➜ Arbeitslosigkeit
Mutterschaftsgeld
A
B
Mutterschaftsgeld
C
Frauen erhalten im Mutterschutz, also vor und nach der Entbindung, unter bestimmten Voraussetzungen Mutterschaftsgeld.
■ Arbeitnehmerinnen, die Mitglieder in der gesetzlichen
Krankenversicherung sind und bestimmte weitere Voraussetzungen erfüllen, erhalten von der Krankenkasse Mutterschaftsgeld von bis zu 13 Euro je Kalendertag.
■ Arbeitnehmerinnen, die nicht Mitglieder in der gesetzlichen
Krankenversicherung sind, erhalten ein einmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von insgesamt höchstens 210 Euro.
D
Zuständig hierfür ist das Bundesversicherungsamt, Mutterschaftsgeldstelle, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn.
Die Differenz zum (durchschnittlichen) täglichen Netto-Einkommen der Frau zahlt der Arbeitgeber.
Mutterschaftsgeld ist steuer- und sozialabgabenfrei. Solange
eine Frau Mutterschaftsgeld bezieht und keine weiteren beitragspflichtigen Einnahmen hat, bleibt sie beitragsfrei in der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, wenn sie dort
schon vorher versichert war.
Berufstätige Frauen, die Elternzeit nehmen oder nicht über 30*)
Wochenstunden arbeiten, erhalten im Anschluss an das Mutterschaftsgeld ein Erziehungsgeld. Dieses wird aber mit dem Mutterschaftsgeld verrechnet.
Werdende Mütter, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert oder mitversichert sind, haben außerdem Anspruch
auf:
■ Vorsorgeuntersuchungen
■ ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe
■ Versorgung mit Arznei-, Verbands- und Heilmitteln
■ stationäre Entbindung
■ sowie unter bestimmten Voraussetzungen auf
häusliche Krankenpflege
■ und Haushaltshilfe
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*) bei Geburten ab 2001
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Mutterschutzgesetz
Tipp
Viele junge Frauen oder Familien haben zu Beginn der Elternschaft
finanzielle Probleme. Helfen kann in diesem Fall die Bundesstiftung Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitslosenversicherung
➜ Elternzeit
➜ Krankenversicherung
➜ Rentenversicherung
➜
➜
➜
➜
Arbeitnehmer
Erziehungsgeld
Krankenkasse
Pflegeversicherung
Mutterschutzgesetz
Beim Mutterschutzgesetz geht es darum, berufstätige Frauen
während und nach der Schwangerschaft vor Gefahren und Schäden
zu bewahren. Also ist der Mutterschutz auch ein Teil des Arbeitsschutzes.
■ Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, wenn
nach ärztlichem Zeugnis Gesundheit oder Leben von Mutter
oder Kind bedroht sind.
■ Sie dürfen nicht mit schweren körperlichen Arbeiten oder mit
Arbeiten betraut werden, bei denen sie schädlichen
Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder
Strahlen, Staub, Gasen oder Dämpfen, Hitze, Kälte oder Nässe,
Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind.
■ Akkordarbeit ist ebenfalls verboten.
Werdende Mütter dürfen nicht:
■ mehr als maximal achteinhalb Stunden täglich oder 90 Stunden pro Doppelwoche arbeiten
■ in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr arbeiten
■ an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden
124
Personalrat
A
B
Schwangere unter 18 Jahren dürfen täglich nur acht Stunden oder
80 Stunden innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen
arbeiten.
Vor und nach der Entbindung gilt:
■ In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung dürfen
Frauen nur beschäftigt werden, wenn sie es ausdrücklich
wünschen.
■ In den ersten acht Wochen nach der Entbindung (Früh- und
Mehrlingsgeburten: zwölf Wochen) dürfen sie überhaupt
nicht beschäftigt werden.
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Broschüre
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Die Broschüre „Mutterschutzgesetz“ informiert kostenlos. Anfordern kann man sie beim Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Elternzeit
➜ Arbeitnehmer
➜ Krankenkasse
➜ Arbeitsschutz
➜ Mutterschaftsgeld
➜ Erziehungsgeld
➜ Schwangerschaft während der Ausbildung
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Personalrat
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Er vertritt die Interessen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
Gewählt wird er auf Grund der Personalvertretungsgesetze. Seine
Aufgaben entsprechen im Prinzip denen des Betriebsrats.
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Siehe auch unter
➜ Betriebsrat
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➜ Personalvertretungsgesetz
125
Personal Service Agenturen
Personal Service Agenturen
Wenn die Vermittlung in Arbeit nicht sofort möglich ist, kann die
Beschäftigung in einer Personal-Service-Agentur (PSA) eine Alternative sein. Diese Beschäftigungsalternative ist eine Förderleistung
der Agentur für Arbeit, die einen Maßnahmeträger mit der Einrichtung einer PSA beauftragen kann.
Praktisch funktioniert das so: Die PSA stellt den Arbeitslosen ein
(es wird ein auf mindestens sechs Monate befristeter Arbeitsvertrag
abgeschlossen, es entsteht dabei ein sozialversicherungspflichtiges
Beschäftigungsverhältnis) und verleiht ihn für eine bestimmte Zeit
und eine bestimmte Tätigkeit an einen anderen Arbeitgeber. Während dieser vorübergehenden Tätigkeit kann der Arbeitnehmer
sein Können unter Beweis stellen. Dies gibt ihm die Chance, von diesem Arbeitgeber fest übernommen zu werden (umgangssprachlich: „Klebeeffekt“). In einem solchen Fall kann er sofort wechseln.
Dass eine solche Übernahme kein Einzelfall ist, zeigen die bisherigen Erfahrungen, die auch der Anlass waren, die PSA einzuführen.
In Zeiten, in denen der Beschäftigte nicht verliehen wird, sollen
ihm von der PSA Qualifizierungs- und Weiterbildungskurse angeboten werden.
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
Personalvertretungsgesetze
In jedem Bundesland gibt es ein eigenes Landespersonalvertretungsgesetz für die jeweiligen Landesbehörden; für Bundesbehörden gilt das Bundespersonalvertretungsgesetz (BPersVG)
bundesweit.
Diese regeln, wie die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mitbestimmen und ihre Interessen vertreten können. Die Ziele der
Personalvertretungsgesetze entsprechen in wesentlichen Zügen
denen des Betriebsverfassungsgesetzes. Häufig gibt es bei den
Personalvertretungsgesetzen aber weniger Möglichkeiten, Einfluss
zu nehmen.
126
Pflegeversicherung
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Siehe auch unter
➜ Betriebsverfassungsgesetz
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Pflegeversicherung
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Wer länger als sechs Monate pflegebedürftig ist, bekommt von der
Pflegeversicherung finanzielle und organisatorische Unterstützung – sowohl bei der Pflege zu Hause (ambulante Pflege) als auch
in speziellen Einrichtungen (Heimen, Kliniken etc; dies nennt man
stationäre Pflege).
Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Sie ist ein
Teil der gesetzlichen Sozialversicherung. Jeder, der gesetzlich krankenversichert ist, wird Mitglied der sozialen Pflegeversicherung.
Jeder, der privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegeversicherung abschließen.
Finanziert wird die soziale Pflegeversicherung u. a. durch Beiträge der Mitglieder und der Arbeitgeber. Beide zahlen einen
Beitrag jeweils zur Hälfte (außer in Sachsen: Dort tragen die Arbeitnehmer einen höheren Anteil des Bruttoeinkommens als Beitragssatz als die Arbeitgeber; dafür wurde dort als Ausgleich der Bußund Bettag nicht als Feiertag gestrichen).
Unterhaltsberechtigte Kinder, Ehegatten und Lebenspartner
mit geringem Monatseinkommen (nicht höher als 400 Euro) sind
beitragsfrei mitversichert.
Kinderlose Mitglieder haben einen Zuschlag in Höhe von
0,25 Prozent zu tragen. Von der Zuschlagspflicht ausgenommen
sind kinderlose Mitglieder, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind,
Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres,
Bezieher von Arbeitslosengeld II sowie Wehr- und Zivildienstleistende.
Die Beiträge zur privaten Pflegeversicherung richten sich nicht
nach dem Einkommen, sondern sind abhängig vom Alter bei Eintritt in die Versicherung. Der Höchstbeitrag darf nicht höher sein
als der höchste Beitrag in der sozialen Pflegeversicherung. Sie sind
einheitlich für Mann und Frau. Kinder sind unter denselben Voraussetzungen wie in der sozialen Pflegeversicherung beitragsfrei mit-
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Pflegezeit
versichert. Für Ehegatten und Lebenspartner mit niedrigem Einkommen (nicht höher als 400 Euro) darf die Prämie nicht mehr als
150 Prozent des Höchstbeitrags zur sozialen Pflegeversicherung
betragen. Dies gilt, wenn der Versicherungsvertrag bei Inkrafttreten der Pflegeversicherung bereits bestand.
Siehe auch unter
➜ Sozialgericht
➜ Sozialversicherung
Broschüren
Ausführliche Informationen zur Pflegeversicherung bieten die
Broschüren „Pflegeversicherung“ und „Pflegen zu Hause – Ratgeber
für die häusliche Pflege“. Sie können kostenlos beim Bundesministerium für Gesundheit bestellt werden.
Pflegezeit
Mit dem Pflegezeitgesetz sollen die Rahmenbedingungen für die
Vereinbarkeit von Beruf und familiärer Pflege verbessert und dem
Wunsch vieler pflegebedürftiger Menschen Rechnung getragen
werden, durch vertraute Angehörige in gewohnter Umgebung
gepflegt zu werden. Es sieht vor, dass Beschäftigte zur Pflege von
Familienangehörigen eine berufliche Auszeit in Anspruch nehmen
können. Zu einer längeren Pflege naher Angehöriger in häuslicher
Umgebung können Berufstätige bis zu sechs Monate Pflegezeit in
Anspruch nehmen. Hierbei können Beschäftigte zwischen der vollständigen und teilweisen Freistellung von der Arbeit wählen. Bei
akut auftretenden Pflegesituationen haben Beschäftigte das Recht,
bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben, um für einen
nahen Angehörigen eine bedarfsgerechte Pflegesituation zu organisieren oder die sofortige pflegerische Versorgung des Angehörigen sicherzustellen (kurzzeitige Arbeitsverhinderung).
Auch junge Menschen in der Berufsausbildung können diese
Pflegezeit in Anspruch nehmen. Die Ausbildungszeit verlängert
sich um die in Anspruch genommene Pflegezeit.
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Praktikum
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Praktikum
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Praktika sind eine gute Möglichkeit, in die Berufswelt „hineinzuschnuppern“, erste Erfahrungen zu sammeln, Talente zu erproben
und sich zu orientieren. Der Erwerb von Fähigkeiten und die Erprobung von Eignung sollte bei einem Praktikum im Vordergrund
stehen. Wenn es stattdessen hauptsächlich um das Erbringen von
Arbeitsleistungen geht, handelt es sich nicht um ein „Praktikum“,
sondern um ein Arbeitsverhältnis. Das Bundesministerium für
Arbeit und Soziales stellt unter www.bmas.de eine umfangreiche
Informationsplattform (Generation Praktikum) rund ums Praktikum zur Verfügung.
Siehe auch unter
➜ Auslandsaufenthalt
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➜ Berufsausbildung
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Private Altersvorsorge,
staatlich geförderte
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Wenn – wie es seit langem in Deutschland der Fall ist – die Zahl der
älteren Menschen im Verhältnis zu den jüngeren immer weiter
steigt, dann zahlen immer weniger in die Rentenkasse ein. Daher
wird eine zusätzliche private Altersvorsorge ergänzend zur gesetzlichen Rente angeboten.
Die private Altersvorsorge wird staatlich gefördert (und heißt
dann „Riesterrente“): Es gibt Zulagen und unter Umständen eine
zusätzliche Steuerersparnis. Auf diese Art vorsorgen können auch
Auszubildende.
Heute für morgen „riestern“ lohnt sich – auch bei kleinen Einkommen, wie folgendes Beispiel zeigt:
Ein Auszubildender mit einem sozialversicherungspflichtigen
Vorjahreseinkommen von 10.000 Euro spart die erforderlichen vier
Prozent, also 400 Euro/Jahr. Davon übernimmt der Staat 154 Euro
(entspricht 39 Prozent der Sparleistung) in Form von Zulagen, die
direkt auf das Vorsorgekonto fließen. Der Auszubildende selbst zahlt
246 Euro/Jahr (rund 21 Euro/Monat). Außerdem: Wer unter 25 erstmals „riestert“, bekommt einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus
von 200 Euro vom Staat auf seinen Vertrag gezahlt.
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Probezeit
Probezeit
Jede Berufsausbildung und die meisten Arbeitsverhältnisse beginnen mit einer Probezeit. Sie wird im Vertrag vereinbart und gibt
Arbeitnehmern wie auch Arbeitgebern die Möglichkeit festzustellen, ob sie auch „zueinander passen“.
Bei der Berufsausbildung darf die Probezeit höchstens vier
Monate dauern. Während dieser Zeit darf sowohl der Auszubildende als auch der Arbeitgeber jederzeit kündigen – ohne Angabe
von Gründen.
Bei einer Beschäftigung jedoch gibt es zwei unterschiedliche
Möglichkeiten für Probezeiten:
■ Das Arbeitsverhältnis wird befristet – auf eine bestimmte Zeit.
Diese gilt als Probezeit und endet automatisch. Soll das
Arbeitsverhältnis fortgesetzt werden, muss ein unbefristeter
Vertrag abgeschlossen werden.
■ Bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis kann die Anfangszeit als Probezeit vereinbart werden. Dann kann nur eine
Kündigung das Arbeitsverhältnis auflösen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Auszubildender
➜ Arbeitsvertrag
➜ Ausbildender
➜ Berufsausbildung
➜ Berufsausbildungsvertrag
➜ Kündigung
Rehabilitation und Teilhabe
Wenn jemand behindert ist, hat er Anspruch auf Leistungen zur
Rehabilitation und Teilhabe. Diese haben die Aufgabe, ihn (wieder)
in den Beruf und in die Gesellschaft einzugliedern.
Zu diesen Leistungen gehören:
■ Medizinische Rehabilitation
umfasst alle erforderlichen Heilmaßnahmen wie ärztliche
Behandlung sowie Übungen und Therapien.
130
Rente
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B
■ Teilhabe am Arbeitsleben
soll dazu dienen, dass man einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommt bzw. nicht verliert – zum Beispiel durch Ausbildung und Weiterbildung.
■ Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft
umfasst alle sonstigen Hilfen, die behinderten Menschen die
Eingliederung in die Gesellschaft erleichtern.
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Broschüren
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Umfangreiche Informationsmaterialien zum Thema Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe und Behinderungen gibt es beim
Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
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Siehe auch unter
➜ Menschen mit Behinderung
➜ Weiterbildung, berufliche
➜ Berufsförderungswerk
➜ Berufsbildungswerk
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Rente
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Unter Renten versteht man erstens die Zahlungen, die Versicherte
im Alter bekommen. Zweitens bekommen Versicherte Renten bei
verminderter Erwerbsfähigkeit. Drittens gibt es auch Renten wegen
Todes: die Hinterbliebenen- und Witwenrente, wenn der Ehe-Partner verstorben ist und die Waisenrente beim Tod der Mutter, des
Vaters oder beider Eltern.
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Altersrenten
■ Regelaltersrente
Ab Vollendung des 67. Lebensjahres. Die Mindestversicherungszeit beträgt fünf Jahre.
■ Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Ab Vollendung des 65. Lebensjahres. Die Mindestversicherungszeit beträgt 45 Jahre.
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Rente
■ Altersrente für langjährig Versicherte
Ab Vollendung des 67. Lebensjahres, bei 35 Jahren Mindestversicherungszeit. Die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente
ist mit einem Abschlag ab Vollendung des 63. Lebensjahres
möglich.
■ Altersrente für schwerbehinderte Menschen
Ab Vollendung des 65. Lebensjahres, Mindestversicherungszeit 35 Jahre. Für Versicherte, die bei Beginn der Altersrente
als schwerbehinderte Menschen anerkannt sind. Die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente ist mit einem Abschlag ab
Vollendung des 62. Lebensjahres möglich.
■ Übergangsregelungen für ältere Versicherte
Für Versicherte der Jahrgänge vor 1964 gelten niedrigere
Altersgrenzen. Ab dem Jahr 2012 (Jahrgänge ab 1947) wird die
Altersgrenze für die Regelaltersrente von derzeit noch 65 Jahren stufenweise auf 67 Jahre angehoben. Bei den anderen
Renten erfolgen entsprechende Anhebungen.
Nur noch für die Jahrgänge vor 1952 gibt es die Altersrente wegen
Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit und die Altersrente
für Frauen.
Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden gezahlt,
wenn aus gesundheitlichen Gründen die Erwerbsfähigkeit des Versicherten ganz oder teilweise gemindert ist. Die Mindestversicherungszeit beträgt grundsätzlich fünf Jahre. Zusätzlich müssen in
den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei
Pflichtbeitragsjahre vorliegen.
R e n t e n w e g e n To d e s
■ Hinterbliebenenrente
erhalten Männer und Frauen nach dem Tod ihres Ehepartners
oder ihres Partners einer eingetragenen Lebensgemeinschaft
bei Erfüllung einer Mindestversicherungszeit von fünf Jahren.
■ Waisenrente
Halbwaisen erhalten ein Zehntel, Vollwaisen ein Fünftel der
Rente des Versicherten zuzüglich eines Erhöhungsbetrages.
Waisenrente wird längstens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gezahlt.
132
Rentenversicherung
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B
Bei der Berechnung einer Rente werden u. a. auch Zeiten der
Kindererziehung, der schulischen Ausbildung und Zeiten von
Wehr- oder Zivildienst berücksichtigt.
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Broschüre
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Die Broschüre „Die Rente“ und „Zusätzliche Altersvorsorge“
können beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales angefordert werden.
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Siehe auch unter
➜ Rentenversicherung
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Rentenversicherung
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Die gesetzliche Rentenversicherung gehört zur Sozialversicherung
und hat folgende Hauptaufgaben:
■ die Zahlung von Renten an Versicherte und Hinterbliebene
■ Hilfe zur medizinischen und berufsfördernden Rehabilitation
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Fast alle Arbeitnehmer sind verpflichtet, Beiträge zur gesetzlichen
Rentenversicherung zu zahlen. Diese Verpflichtung haben auch
Auszubildende, behinderte Menschen (in anerkannten Werkstätten für Behinderte), Wehrdienst- und Zivildienstleistende,
bestimmte Gruppen von Selbstständigen und Menschen, denen
Kindererziehungszeiten angerechnet werden (dies sind die ersten
drei Lebensjahre).
Die Rentenversicherung wird aus Beiträgen der Versicherten
finanziert. Dabei tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Allgemeinen jeweils die Hälfte des Beitrags. Außerdem zahlt der Bund
einen Zuschuss.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Menschen mit Behinderung
➜ Rehabilitation und Teilhabe
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➜ Sozialversicherung
➜ Wehrdienst
➜ Zivildienst
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Riesterrente
Riesterrente
siehe Private Altersvorsorge
Saison-Kurzarbeitergeld; auch
Förderung der ganzjährig
Beschäftigten (in der Bauwirtschaft)
Wenn wegen schlechten Wetters oder Auftragsmangels in der
Schlechtwetterzeit (vom 1. Dezember bis 31. März) im Baugewerbe,
im Dachdeckerhandwerk sowie im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Arbeiten ausfallen, kann das fehlende Arbeitsentgelt
ersetzt werden: Gezahlt werden kann dann stattdessen ein SaisonKurzarbeitergeld, das aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung
finanziert wird.
Die Höhe des Saison-Kurzarbeitergeldes beträgt bei Arbeitnehmern mit mindestens einem Kind 67 Prozent des ausgefallenen
Nettolohns, sonst 60 Prozent davon.
Aus einer Umlage, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern
bezahlt wird, können weitere Leistungen erbracht werden.
Gewerblichen Arbeitnehmern (Arbeitern) im Baugewerbe, im
Dachdeckerhandwerk sowie im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau steht außerdem ein Mehraufwandswintergeld zu. Es
beträgt einen Euro (netto) für jede in der Zeit vom 15. Dezember bis
Ende Februar geleistete Arbeitsstunde.
Die Arbeitnehmer können zusätzlich 2,50 Euro (netto) je Stunde
(Zuschuss-Wintergeld) bekommen, wenn sie sich Überstunden
im Winter auszahlen lassen und so kein Saison-Kurzarbeitergeld
gezahlt werden muss.
Die Arbeitgeber bekommen Erstattungsleistungen, sodass die
Weiterbeschäftigung ihrer Arbeitnehmer im Winter fast nichts
kostet.
134
Schnupperlehre
A
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Schnupperlehre
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In der Schnupperlehre können Jugendliche kennenlernen, was sie
bei der Ausbildung und Arbeit im Beruf erwartet.
Vorsicht! Auch bei einer Schnupperlehre wird ein Arbeitsvertrag abgeschlossen – mit entsprechender Bezahlung. Man sollte
sich nicht auf eine unbezahlte Beschäftigung einlassen – erst recht
nicht, wenn etwa damit gelockt wird, man bekäme später einen
Ausbildungsplatz.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Arbeitsvertrag
➜ Betriebspraktikum
➜ Berufswahl
➜ Praktikum
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Schulpflicht, allgemeine
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(Vollzeitschulpflicht)
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Die Vollzeitschulpflicht schreibt vor, dass jeder Jugendliche mindestens neun bzw. zehn Jahre zur Schule gehen muss. In Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, SachsenAnhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen beträgt die Vollzeitschulpflicht neun Jahre, in Berlin, Brandenburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen beträgt sie zehn Jahre. Verlässt ein Jugendlicher
die Schule, bevor er die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, muss er,
auch wenn er einen Job hat, nebenher weiter eine (Berufs-) Schule
besuchen, und zwar so lange, bis er die Vollzeitschulpflicht erfüllt
hat.
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Siehe auch unter
➜ Berufsschule
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Schwangerschaft während der Ausbildung
Schwangerschaft während der
Ausbildung
Eine Schwangerschaft muss nicht, sollte aber dem Betrieb rechtzeitig mitgeteilt werden. Nur so können Beschäftigungspausen und
Mutterschutzfristen geplant und eingehalten werden. Das gilt auch
für eine Schwangerschaft in der Ausbildung. Besondere Schutzvorschriften gelten für alle Schwangeren. Zum Beispiel darf
Schwangeren und Müttern bis zum vierten Monat nach der Geburt
des Kindes nicht gekündigt werden, auch nicht in der Probezeit.
Der Berufsschulbesuch ist während der Mutterschutzfrist erlaubt,
es sei denn, medizinische Gründe sprechen dagegen. Eine genaue
Auflistung, was erlaubt ist und was nicht, enthält das Mutterschutzgesetz. Auskunft geben können auch das Gewerbeaufsichtsamt, der
Betriebsrat oder die Schwangerschaftsberatungsstelle. Wegen
voraussichtlicher Fehlzeiten (Mutterschutz, Elternzeit) oder verkürzter Arbeitszeiten (Teilzeit) muss die Verlängerung der Ausbildungszeit gemeinsam mit dem Unternehmen bei der zuständigen
Kammer beantragt werden.
Auskunft geben die Schwangerschaftsberatungsstellen, zum
Beispiel von pro familia, der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, dem
Sozialdienst katholischer Frauen, dem Diakonischen Werk, dem
Deutschen Roten Kreuz, dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband usw.
Tipp
Bei finanziellen Problemen hilft der Staat, etwa durch Sozialhilfe
oder Wohngeld.Eine ergänzende Hilfe bietet die Bundesstiftung
„Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“, die werdende
Mütter in Konflikt- und Notsituationen finanziell unterstützt.
Weitere Internetangebote: www.schwanger-info.de und
www.familienplanung.de
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Schwerbehindertenvertretung
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Broschüre
C
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Weitere Informationen gibt es in der Broschüre „Familienwegweiser – staatliche Hilfen im Überblick“, kostenlos beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(www.bmfsfj.de) und in der Broschüre „Rundum. Schwangerschaft
und Geburt“, kostenlos bei der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (www.bzga.de) .
Siehe auch unter
➜ Erziehungsgeld
➜ Kindergeld
➜ Krankenversicherung
➜ Mutterschaftsgeld
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➜ Mutterschutzgesetz
➜ Sozialgesetzbuch Zwölftes
Buch (SGB XII Sozialhilfe)
➜ SGB IX
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Schwerbehindertenvertretung
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Diese Vertretung hilft schwerbehinderten Menschen, sich in den
Betrieb oder in die Dienststelle einzugliedern, und vertritt ihre
Interessen. Außerdem steht sie ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Die Schwerbehindertenvertretung hat darüber zu wachen, dass
zugunsten von schwerbehinderten Menschen alle Gesetze, Verordnungen, Tarifverträge und ähnliche Ordnungen eingehalten
werden.
Sie wird in Betrieben und Dienststellen gewählt, in denen mindestens fünf schwerbehinderte Menschen dauerhaft beschäftigt
sind.
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Siehe auch unter
➜ Tarifvertrag
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Sexuelle Belästigung
Sexuelle Belästigung
Sexuelle Belästigung wird durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verboten. Unter sexueller Belästigung versteht
man unerwünschte, sexuell bestimmte Verhaltensweisen, die
darauf zielen oder bewirken, die Würde eines Menschen zu verletzen. Dies geschieht etwa durch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts, unerwünschtes Zeigen
und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen.
Wer sexuell belästigt wird, kann sich bei seinem Arbeitgeber oder
Vorgesetzten oder der zuständigen Stelle im Betrieb oder der
Dienststelle beschweren. Diese müssen die Beschwerde prüfen und
geeignete Maßnahmen treffen, um eine Wiederholung zu verhindern. Die belästigende Person kann ermahnt, abgemahnt, versetzt
und unter Umständen sogar gekündigt werden. Wenn der Arbeitgeber keine oder nur ungeeignete Maßnahmen ergreift, dürfen die
betroffenen Arbeitnehmer ihre Tätigkeit, soweit das zu ihrem
eigenen Schutz erforderlich ist, einstellen, ohne auf das Arbeitsentgelt verzichten zu müssen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist
der Arbeitgeber darüber hinaus zum Schadensersatz verpflichtet.
Bei Fragen zur sexuellen Belästigungen kannst Du Dich unter
www.antidiskriminierungsstelle.de an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden.
Siehe auch unter
➜ Antidiskriminierungsstelle
➜ Diskriminierungsverbote
Sonderprogramme zur Förderung
der Berufsausbildung
Zur Förderung der Berufsausbildung von arbeitslosen oder benachteiligten Jugendlichen gibt es Sonderprogramme des Bundes und
der Bundesländer.
Die Agenturen für Arbeit geben hierüber genaue Auskunft.
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Sozialgericht
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Siehe auch unter
➜ Benachteiligte Jugendliche
➜ Berufsausbildung
➜ Einstiegsqualifizierung
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Sozialgericht
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Sozialgerichte sind zuständig, wenn es zu Streitigkeiten über
Ansprüche aus der Sozialversicherung kommt (zum Beispiel über
Krankengeld). Sie können auch eingeschaltet werden, wenn es um
Angelegenheiten der Arbeitsförderung (und überhaupt der Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit) geht sowie um Angelegenheiten
des sozialen Entschädigungsrechts. Darüber hinaus entscheiden sie
über Rechtsstreitigkeiten in Angelegenheiten der Grundsicherung
für Arbeitsuchende, der Sozialhilfe und des Asylbewerberleistungsgesetzes.
Für den klagenden Bürger fallen keine Gerichtskosten an. Im
Bereich der Pflegeversicherung gilt dies auch für Streitigkeiten mit
dem privaten Pflegeversicherungsunternehmen.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Pflegeversicherung
➜ Sozialversicherung
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Sozialgesetzbuch Zweites Buch
(SGB II: Grundsicherung für
Arbeitsuchende)
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Dieses ist die rechtliche Grundlage vor allem für die „Grundsicherung für Arbeitsuchende“, besser bekannt als Arbeitslosengeld II
(oder umgangssprachlich „Hartz IV“). Damit wurden 2005 einheitliche finanzielle Leistungen (zum Beispiel finanzielle Hilfe) für
erwerbsfähige Menschen geschaffen, die hilfebedürftig sind, das
139
Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III: Arbeitsförderung)
heißt: Sie haben entweder kein oder kein ausreichendes Einkommen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Ein wichtiges Prinzip lautet Fordern und Fördern. Das bedeutet:
Das Arbeitslosengeld II kann nur in Anspruch nehmen, wer erstens
alle Hilfen zur Jobsuche in Anspruch nimmt und sich zweitens auch
selbst um eine neue Arbeit bemüht. Was konkret zu tun ist, wird in
einer Eingliederungsvereinbarung festgelegt. Dieser Vertrag wird
zwischen dem Arbeitsuchenden und dem Träger der Grundsicherung geschlossen.
Das SGB II hat die ehemalige Arbeitslosenhilfe mit der ehemaligen Sozialhilfe (für Erwerbsfähige) zusammengelegt.
Siehe auch unter
➜ Arbeitslosengeld II
Sozialgesetzbuch Drittes Buch
(SGB III: Arbeitsförderung)
Im Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) wird das Arbeitsförderungsrecht geregelt. Das SGB III umfasst sämtliche Leistungen und
Maßnahmen zur Arbeitsförderung. Es ist damit die Grundlage für
die Arbeit der Bundesagentur für Arbeit und der Agenturen für
Arbeit. Das SGB III enthält zudem Regelungen zur Arbeitslosenversicherung.
Siehe auch unter
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch
(SGB XII: Sozialhilfe)
Die Sozialhilfe steht Menschen zur Seite, die in eine Notlage geraten. Das heißt: Sie springt für diejenigen ein, die ihren Bedarf nicht
aus eigener Kraft decken können und auch keine (ausreichenden)
Ansprüche aus vorgelagerten Versicherungs- und Versorgungssystemen erhalten.
140
Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII: Sozialhilfe)
A
B
Gleichzeitig sollen die Leistungen der Sozialhilfe aber auch die
Selbsthilfe unterstützen: Sie sollen den Hilfebedürftigen in die Lage
versetzen, sein Leben möglichst bald wieder aus eigener Kraft zu
gestalten.
Konkret bietet die Sozialhilfe Geld- sowie Sachleistungen und
Beratungsangebote. Sie gibt Hilfe zum Lebensunterhalt, Hilfen bei
Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Behinderung.
Genaue Auskünfte erteilt jedes Sozialamt, das auch zu entsprechenden Beratungen verpflichtet ist.
Ausgenommen von Leistungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts nach dem SGB XII sind erwerbsfähige Hilfebedürftige im
Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Diese haben einen Anspruch auf
Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II). Das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat hierfür ein Internetangebot unter www.arbeitsmarktreform.de mit vielen weitergehenden Informationen eingerichtet. Ausgenommen sind weiterhin
Asylbewerber und Ausländer ohne verfestigte Aufenthaltsgenehmigung. Sie erhalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Ebenfalls keinen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt oder
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung haben Auszubildende, deren Ausbildung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch
(SGB III) „dem Grunde nach förderungsfähig“ ist (§ 22 SGB XII ).
In Ausnahme- und Härtefällen kann anders entschieden
werden.
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Broschüre
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Die Broschüre „Sozialhilfe und Grundsicherung“ kann beim Bundesministerium für
Arbeit und Soziales angefordert werden.
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Sozialpädagogische Begleitung
Sozialpädagogische Begleitung und
organisatorische Unterstützung
Klein- und Mittelbetriebe können administrative und organisatorische Unterstützung für die Ausbildung von sozial benachteiligten
oder lernbeeinträchtigten Auszubildenden erhalten. Diese Unterstützung sowie eine sozialpädagogische Begleitung gibt es auch für
Jugendliche, die im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung im
Betrieb lernen.
Siehe auch unter
➜ Benachteiligte Jugendliche
Sozialversicherung
Die Sozialversicherung garantiert die soziale Sicherheit in unserer
Gesellschaft. Ihre Leistungen werden durch Beiträge der Versicherten, der Arbeitgeber und Dritter, staatliche Zuschüsse und sonstige
Einnahmen finanziert. Sie bietet einen umfassenden Schutz für alle.
Die Sozialversicherung ist der wichtigste Bereich der sozialen
Sicherung. Sie besteht aus fünf Säulen:
1. Die Krankenversicherung bietet finanziellen Schutz bei Krankheit und Mutterschaft.
2. Die Rentenversicherung ist die wichtigste Säule der Alterssicherung.
3. Die gesetzliche Unfallversicherung hat die Aufgabe, Versicherungsfälle (Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten) und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten sowie durch Versicherungsfälle erlittene Gesundheitsschäden auszugleichen.
4. Die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsförderung) bietet
materielle Hilfe bei Arbeitslosigkeit und betreibt eine aktive
Arbeitsmarktpolitik.
5. Die Pflegeversicherung sorgt für eine soziale Absicherung
im Fall der Pflegebedürftigkeit.
142
Stellensuchanzeige
A
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Broschüre
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Die Broschüre „Soziale Sicherung im Überblick“ kann beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales angefordert werden. Sie gibt es
auch in englischer, italienischer, französischer, spanischer und türkischer Sprache.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitslosenversicherung
➜ Arbeitslosigkeit
➜ Arbeitsunfall
➜ Krankenversicherung
➜ Pflegeversicherung
➜ Rentenversicherung
➜ Unfallversicherung
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Stellensuchanzeige
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Wer einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sucht, kann zum Beispiel
eigene Stellensuchanzeigen aufgeben – im Internet oder in einer
Zeitung bzw. Zeitschrift.
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Dabei sollte man folgende Punkte beachten:
■ Sucht man eine Stelle oder einen Ausbildungsplatz in der
Umgebung des Wohnortes, reicht meist eine Anzeige in der
lokalen Tageszeitung. Sonst vergrößern Stellengesuche in der
überregionalen Presse die Chancen, da diese Zeitungen von
den Personalfachleuten vieler Firmen und Behörden gelesen
werden. Sinnvoll sind oft Anzeigen in Fachzeitschriften, da sie
genau in den Kreisen beachtet werden, in denen man eine
Stelle sucht.
■ Die Anzeige sollte klar und knapp vermitteln, was man einem
möglichen Arbeitgeber zu bieten hat.
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143
Studium
Folgende Angaben gehören in den Anzeigentext:
■ Berufsbezeichnung
■ Berufsausbildung
■ Berufspraxis
■ angestrebte Position/Tätigkeit/Branche
■ besondere Kenntnisse
■ ggf. der Grund für die berufliche Veränderung
Auch der mögliche Eintrittstermin oder räumliche Wünsche sind
von Interesse.
Tipp
Die Job-Börse des virtuellen Arbeitsmarkts der Bundesagentur für
Arbeit unter www.arbeitsagentur.de bietet Arbeit- und Ausbildungsuchenden die Möglichkeit, sich schnell und umfassend über regionale und überregionale Beschäftigungsangebote zu informieren
und sich mit dem eigenen Bewerberprofil potenziellen Arbeitgebern zu präsentieren.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Berufsausbildung
Studium
Nennt man die Ausbildung an einer Hochschule. Es gibt verschiedene Arten von Hochschulen:
■ Universitäten
■ technische Hochschulen
■ pädagogische Hochschulen
■ Hochschulen für Medizin oder Tiermedizin
■ Hochschulen für Sport
144
Stufenausbildung
A
B
■ Kunst- und Musikhochschulen
■ kirchliche Hochschulen
■ Fachhochschulen
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Wer an einer Universität studieren möchte, benötigt grundsätzlich
die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Diese kann ersetzt werden
durch eine als gleichwertig anerkannte Ausbildung oder Hochschulzugangsberechtigungen oder durch eine Begabtenprüfung.
Für die Ausbildung an einer Fachhochschule benötigt man die
Fachhochschulreife.
Ob man zum Studium zugelassen wird, entscheidet meist die
jeweilige Hochschule. Sie kann zum Beispiel einen bestimmten
Notendurchschnitt in einer Abschlussprüfung verlangen.
Für einige Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen (zum
Beispiel Medizin) müssen die Bewerbungen an die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) gerichtet werden. Der
Zulassungsbescheid der ZVS ist in diesen Fächern Voraussetzung
dafür, dass man sich an der Hochschule einschreiben kann.
Bei der Auswahl von Studiengang und Hochschule helfen die
Berufsberatung der Agentur für Arbeit und die Studienberatung an
den Hochschulen.
Die finanzielle Unterstützung von Studierenden regelt das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Außerdem kann man
sich bei zahlreichen Stiftungen und Begabtenförderungswerken
oder auch bei der Bundeswehr um ein Stipendium bemühen.
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Stufenausbildung
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Einige Ausbildungen verlaufen in Stufen, also aufeinander aufbauend und inhaltlich wie zeitlich besonders geordnet.
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Meist sind Stufenausbildungen in zwei Etappen unterteilt:
Y
E r s t e S t u f e:
■ Im ersten Jahr wird zunächst die Grundbildung für eine ganze
Berufsgruppe (zum Beispiel Berufe der Bauwirtschaft) vermittelt. Das zweite Jahr dient der allgemeinen beruflichen Fachbildung (zum Beispiel Hochbau, Tiefbau, Ausbau). Nach dieser
Z
145
Ta r i f a u t o n o m i e
ersten Stufe ist ein Ausbildungsabschluss vorgesehen. Nun
kann man in dem erlernten Beruf arbeiten oder die Berufsausbildung in einer zweiten Stufe fortsetzen.
Z w e i t e S t u f e:
■ In der zweiten Stufe (Dauer ein Jahr) erlernt der Auszubildende einen qualifizierten Aufbauberuf (zum Beispiel in der
Sparte Ausbau: Zimmerer, Stuckateur, Fliesenleger usw.).
Auch diese Stufe endet mit einer Abschlussprüfung.
Siehe auch unter
➜ Ausbildungsordnung
➜ Auszubildender
➜ Berufsausbildung
Tarifautonomie
So heißt das grundgesetzlich geschützte Recht der Tarifvertragsparteien, ihre Verhandlungen autonom zu führen. Gewerkschaften
und Arbeitgeberverbände bzw. einzelne Arbeitgeber handeln also
die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen durch Tarifverträge
selbst aus.
Die Tarifvertragsparteien sind demnach eigenständig und
unabhängig, der Staat übt keinen Einfluss aus. Allerdings müssen
die Tarifvertragsparteien sich im Rahmen der Verfassung und anderer geltender Gesetze bewegen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitgeberverbände
➜ Gewerkschaft
➜ Tarifverhandlungen
➜ Tarifvertrag
➜ Tarifvertragsparteien
Tarifverhandlungen
Die Tarifvertragsparteien, also Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände oder einzelne Arbeitgeber, handeln untereinander die
146
Ta r i f v e r t r a g
A
B
Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen aus. Zum Beispiel Löhne,
Arbeitszeit, Urlaub und anderes.
Das geschieht in der Regel dadurch, dass die Gewerkschaften
eine Forderung aufstellen und die Arbeitgeberverbände ihr Angebot dagegenhalten. In den oft langen Verhandlungen einigt man
sich dann auf einen Kompromiss.
Wenn sich die Tarifpartner in den Verhandlungen nicht einigen
können, kann es zu einem Schlichtungsverfahren kommen. Scheitert auch dieses, kommt es zu einem Arbeitskampf mit Streik und
Aussperrung. Am Ende steht stets der neue Tarifvertrag.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitgeberverbände
➜ Arbeitszeit
➜ Gewerkschaften
➜ Tarifvertrag
➜ Tarifvertragsparteien
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Tarifvertrag
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In Tarifverträgen stehen die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen,
auf die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer geeinigt haben. Dazu
gehören Regeln über die Höhe der Löhne, Arbeitszeiten, Urlaub
und über die Art von Arbeitsverhältnissen (inklusive deren Aufnahme und Beendigung).
Tarifverträge gelten zunächst nur für die Mitglieder der Tarifvertragsparteien. Sie können aber unter bestimmten Voraussetzungen vom Staat in bestimmten Bereichen (zum Beispiel für
bestimmte Berufsgruppen) für „allgemein verbindlich“ erklärt
werden. Dann sind sie für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber
dieser Gruppen bindend.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitsverhältnis
➜ Tarifvertragsparteien
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➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsvertrag
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Ta r i f v e r t r a g s p a r t e i e n
Tarifvertragsparteien
Tarifvertragsparteien sind die Vertragspartner bei Tarifverträgen,
also die Gewerkschaften als Interessenvertretung der Arbeitnehmer und die Arbeitgeberverbände als Zusammenschluss der Arbeitgeber. Auch ein einzelner Arbeitgeber, der keinem Arbeitgeberverband angehört, kann mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag
abschließen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitgeberverbände
➜ Arbeitnehmer
➜ Gewerkschaft
➜ Tarifvertrag
Teilzeitanspruch
In Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten haben Arbeitnehmer, die dem Betrieb mindestens sechs Monate angehören und
ihren Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung rechtzeitig ankündigen
(spätestens drei Monate vor deren Beginn), einen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Arbeitnehmer und Arbeitgeber suchen dann gemeinsam
nach einer einvernehmlichen Lösung, die den Interessen beider
Partner gerecht wird. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber den
Wunsch nach Teilzeit aus betrieblichen Gründen, etwa wegen
erheblicher Beeinträchtigungen der Organisation, des Arbeitsablaufs (zum Beispiel Fehlen einer Ersatzkraft) oder der Sicherheit
im Betrieb oder wegen unverhältnismäßig hoher Kosten ablehnen.
Die Tarifpartner sind ermächtigt, weitere betriebliche Gründe branchenspezifisch festzulegen.
Broschüre
Die Broschüre „Teilzeit – Alles was Recht ist“ gibt es im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
148
Te s t
A
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Test
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Nach einer Bewerbung um eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz wird man manchmal zu einem Test eingeladen. Der
Arbeitgeber will mit solchen Tests herausfinden, ob der Bewerber
wirklich für einen speziellen Beruf oder eine bestimmte Position
geeignet ist.
Die Tests sollen etwas über die verschiedenen Fähigkeiten oder
Kenntnisse, manchmal auch Verhaltensweisen des Bewerbers aussagen. Wie gut sie das wirklich können, ist umstritten. Auf jeden
Fall sollte man, wenn es verlangt wird, daran teilnehmen.
Tests kann man üben. Es gibt zu verschiedenen Testformen entsprechende Bücher im Handel. Man findet sie auch in Bibliotheken.
Darüber hinaus veranstalten die Berufsberater Seminare, die
gezielt auf Bewerbungen und Auswahlverfahren vorbereiten.
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Broschüre
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Die Broschüre „Orientierungshilfe zu Auswahltests“ gibt es bei
den Agenturen für Arbeit. Sie bietet Hilfestellung und Tipps für
Eignungstests und gibt allgemeine Hinweise für die Bewerbung
um eine Lehrstelle.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Bewerbung
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Trainingsmaßnahmen, Maßnahmen
der Eignungsfeststellung
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Trainingsmaßnahmen und Maßnahmen der Eignungsfeststellungen sollen Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitsuchenden helfen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Sie sind Förderleistungen der Agentur für Arbeit und
können bei einem Maßnahmeträger aber auch in einem Betrieb
Z
149
Transferkurzarbeitergeld
stattfinden. In einer Maßnahme der Eignungsfeststellung wird
ermittelt, welche Kenntnisse und Fähigkeiten der Betreffende hat
und wie er sich in der Arbeitsmarktlage entwickeln kann. In Trainingsmaßnahmen können Bewerbungstrainings zur Unterstützung der Selbstsuche gefördert werden oder berufliche Kenntnisse
und Fähigkeiten erlernt und vertieft werden. Je nach Inhalt und
Zweck dauern diese Maßnahmen zwei, vier oder acht Wochen. Insgesamt darf die Förderung nicht länger als zwölf Wochen dauern.
Die Kosten übernimmt die Agentur für Arbeit. Dazu gehören auch
anfallende Fahrtkosten.
Das Arbeitslosengeld wird während der Maßnahme weitergezahlt.
Informationen über Angebote gibt es bei der örtlichen Agentur
für Arbeit sowie beim Bundesinstitut für Berufsbildung:
www.bibb.de
Siehe auch
➜ Agentur für Arbeit
Transferkurzarbeitergeld
Transferkurzarbeitergeld soll Arbeitnehmern helfen, die durch
Umstrukturierungen im Betrieb von einem längeren Arbeits- (und
Entgelt-)Ausfall betroffen sind und denen Arbeitslosigkeit droht.
Mithilfe der Leistungen und der sie begleitenden Vermittlungsund Qualifizierungsmaßnahmen ihres bisherigen Arbeitgebers
oder einer sogenannten Transfergesellschaft sollen die Arbeitnehmer möglichst rasch wieder einen Arbeitsplatz finden. Dabei ist das
Transferkurzarbeitergeld zur Deckung des Lebensunterhaltes der
Arbeitnehmer bestimmt.
Eine der Voraussetzungen für eine Zahlung des Transferkurzarbeitergeldes ist, dass der Betrieb oder der Betriebsrat den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit meldet.
Die Höhe des Transferkurzarbeitergeldes entspricht der Höhe
des Kurzarbeitergeldes.
Siehe auch unter
➜ Kurzarbeitergeld
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Transfermaßnahmen
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B
Transfermaßnahmen
C
Darunter versteht man Maßnahmen mit folgendem Zweck: Arbeitnehmer, die durch Umstrukturierungen im Betrieb von einem
längeren Arbeitsausfall (und Entgeltausfall) betroffen sind und
denen voraussichtlich Arbeitslosigkeit droht, sollen mit Hilfe der
Maßnahmen schnell wieder eine neue Beschäftigung finden.
An diesen Maßnahmen muss sich der Arbeitgeber angemessen
beteiligen. Zur Hälfte gibt die Agentur für Arbeit einen Zuschuss.
Dieser beträgt höchstens 2.500 Euro pro gefördertem Arbeitnehmer.
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Siehe auch unter
➜ Transferkurzarbeitergeld
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Unfallverhütungsvorschriften
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Unfallverhütungsvorschriften werden von den Trägern der Unfallversicherung, zum Beispiel den Berufsgenossenschaften, erlassen.
Sie legen u. a. fest:
■ was die Arbeitgeber an Einrichtungen, Anordnungen und
Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorzunehmen haben,
■ welche Verhaltensregeln die Arbeitnehmer als ihren Beitrag
zum Arbeitsschutz zu beachten haben.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitsschutz
➜ Unfallversicherung
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➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsunfall
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Unfallversicherung
Unfallversicherung
Die gesetzliche Unfallversicherung gehört zum System der Sozialversicherung, in der alle Arbeitnehmer – und damit auch Auszubildende – versichert sind. Geschützt sind außerdem Schüler und
Studierende.
Der Versicherungsschutz besteht am Arbeitsplatz bzw. in der
Schule oder Hochschule und auf dem Hin- und Rückweg. Damit
sind auch Unfälle bei allen Veranstaltungen der Schule oder Hochschule wie zum Beispiel Sportfeste, Wander- und Studienfahrten
sowie die Wege von und zur Schule oder Hochschule geschützt.
Die Unfallversicherung hat die Aufgabe:
■ Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gefahren zu verhüten (Prävention),
■ nach einem Unfall die Gesundheit der Betroffenen wiederherzustellen (Rehabilitation) sowie
■ die Betroffenen durch Geldleistungen zu entschädigen. Das
geschieht beispielsweise mittels Heilbehandlung, Umschulung, Aus- und Fortbildung oder auch durch die Zahlung von
Versicherten- und Hinterbliebenenrenten.
Verantwortlich für die Abwicklung von Unfall-Versicherungsfällen
sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften, die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger
der öffentlichen Hand.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsunfall
➜ Arbeitsschutz
➜
➜
➜
➜
Auszubildender
Berufsgenossenschaft
Berufskrankheit
Sozialversicherung
Unterhaltssicherungsgesetz
Dieses garantiert Angehörigen von Wehrdienst- und Zivildienstleistenden Zahlungen, die den Lebensbedarf sichern.
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Urlaub
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Bei Wehrübungen wird Arbeitnehmern das entgangene Einkommen bis zu bestimmten Höchstgrenzen ersetzt. Selbstständigen wird das Einkommen während einer Wehrübung dadurch
gesichert, dass ihnen Kosten für einen Vertreter bis zu einer Höchstgrenze erstattet werden. Im Ausnahmefall ist auch der Ersatz der
entfallenden Einkünfte möglich.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
➜ Wehrdienst
➜ Zivildienst
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Urlaub
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Das Bundesurlaubsgesetz garantiert allen Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern einen jährlichen Mindesturlaub von vier Wochen.
Jugendliche haben gemäß den Bestimmungen im Jugendarbeitsschutzgesetz einen höheren Urlaubsanspruch, da junge
Arbeitnehmer als desto schützenswerter gelten, je jünger sie sind.
Der gesetzliche Mindesturlaub wird durch weitergehende
Regelungen in Tarifverträgen allerdings oftmals übertroffen. Viele
Arbeitnehmer haben danach mehr als vier Wochen Urlaub im Jahr.
Siehe auch unter
➜ Arbeitnehmer
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➜
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Jugendarbeitsschutzgesetz
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Vermögensbildung
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Der Arbeitgeber kann zur Vermögensbildung seiner Beschäftigten
beitragen – mit einem Vertrag über Vermögenswirksame Leistungen (VL). Das bedeutet zum Beispiel: Der Arbeitgeber zahlt dem
Arbeitnehmer zusätzlich zum Arbeitsentgelt eine bestimmte
Summe. Diese muss der Arbeitnehmer anlegen lassen – für sieben
Jahre und in einer bestimmten Anlageform (zum Beispiel Unternehmensbeteiligungen).
Arbeitnehmer mit geringem und mittlerem Einkommen erhalten dann eine staatliche Sparzulage: Sie beträgt 18 Prozent auf bis
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Vo r s t e l l u n g s g e s p r ä c h
zu 400 Euro vermögenswirksame Leistungen, mit denen Beteiligungen erworben werden. Für Bausparen und Wohneigentum gibt
es eine Zulage von neun Prozent auf bis zu 470 Euro jährlich.
Die Sparzulage ist an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden:
■ 17.900 Euro bei Alleinstehenden
■ 35.800 Euro bei Verheirateten (zusammen)
Entscheidet man sich für Vermögenswirksame Leistungen, kann
das auch steuerliche Vorteile haben.
Tipp
Weitere Informationen gibt es bei Banken, Sparkassen und
Verbraucherzentralen.
Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Arbeitnehmer
Vorstellungsgespräch
Ein Vorstellungsgespräch ist nach dem Bewerbungsschreiben die
zweite, meist entscheidende Stufe einer Bewerbung. Es dient dazu,
dass sich der Arbeitgeber ein genaueres Bild vom Bewerber machen
kann. Doch auch für den Bewerber ist es die Gelegenheit, sich näher
über den Betrieb und die Arbeit zu informieren.
Auch beim Vorstellungsgespräch muss man, wie bei der schriftlichen Bewerbung, einige Regeln beachten.
■ Kleidung und äußeres Erscheinungsbild sollten dem Anlass
angemessen sein.
■ Pünktlichkeit ist unverzichtbar. Man sollte sich daher frühzeitig über die Verkehrsverbindungen informieren.
■ Während des Gesprächs macht Sachlichkeit den besten
Eindruck.
Das Vorstellungsgespräch ist für den Bewerber die Chance, persönlich für sich zu werben und den Arbeitgeber zu überzeugen.
154
We g e u n f a l l
A
B
Dieses Gespräch sollte sorgfältig vorbereitet werden:
■ Man kann weitere Informationen über den Betrieb und seine
Branche einholen (zum Beispiel über das Internet, durch Fachliteratur oder über die Öffentlichkeitsabteilung des betreffenden Unternehmens).
■ Auf jeden Fall sollte man seine Bewerbungsunterlagen im
Kopf haben, damit man Fragen klar und ausführlich ohne
langes Nachdenken beantworten kann.
■ Man sollte sich vorher einige Fragen stellen (und beantworten), die im Vorstellungsgespräch eine Rolle spielen könnten.
■ Ebenso kann man sich eigene Fragen, zum Beispiel zum
Betrieb oder zur späteren Tätigkeit, überlegen. Damit zeigt
man sein Interesse für den künftigen Job oder die Ausbildung.
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Es gibt zahlreiche Bücher zu diesem Thema, die bei der Vorbereitung helfen können. Man findet sie in jeder Bibliothek, auch bei den
Agenturen für Arbeit. Im Internet (www.arbeitsagentur.de) gibt es
weitere wertvolle Tipps zum Vorstellungsgespräch.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitgeber
➜ Bewerbung
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Wegeunfall
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Unfälle, die Versicherte auf dem Weg von oder zur Arbeit erleiden,
sind Wegeunfälle. Sie sind über die gesetzliche Unfallversicherung
abgesichert.
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Siehe auch unter
➜ Unfallversicherung
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We h r d i e n s t
Wehrdienst
Die Dauer des Grundwehrdienstes beträgt neun Monate.
Der Arbeitnehmer hat den Einberufungsbescheid unverzüglich
seinem Arbeitgeber vorzulegen.
Während des Grundwehrdienstes (und allgemein während des
Wehrdienstes) sind alle Soldaten sozial abgesichert.
■ Der vorherige Arbeitsplatz ist durch das Arbeitsplatzschutzgesetz gesichert. Dieses schützt vor Kündigung.
■ Durch das Unterhaltssicherungsgesetz werden der Unterhalt
gesichert und finanzielle Belastungen ausgeglichen.
■ In der Rentenversicherung werden Wehrdienstzeiten angerechnet.
■ Während der Dienstzeit wird die Krankenversicherung wegen
der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung nicht in
Anspruch genommen.
■ Außerdem bezahlt der Bund für die Grundwehrdienstleistenden die Beiträge für die Pflegeversicherung.
Unmittelbar nach dem Grundwehrdienst kann man freiwilligen
zusätzlichen Wehrdienst leisten – höchstens aber volle 14 Monate.
Dafür wird neben dem Wehrsold pro Tag ein steuerfreier Zuschlag
gezahlt. Die Ansprüche auf Unterhaltssicherung und Arbeitsplatzschutz erstrecken sich auch auf die Zeit des freiwilligen zusätzlichen Wehrdienstes.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich für vier Jahre zu verpflichten. Dazu muss man einen Beruf haben, der für das Militär
von Nutzen ist. Man erhält dann eine Aus- und Weiterbildung im
erlernten Beruf sowie einen weiterführenden Abschluss.
Hat man diesen für das Militär interessanten Beruf nicht, so
kann man sich nur mindestens acht Jahre verpflichten. Während
dieser Zeit erlangt man jedoch grundsätzlich einen qualifizierten
Berufsabschluss.
Internet
www.bundeswehr.de
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We i t e r b i l d u n g , b e r u f l i c h e
A
B
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsförderung/Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Arbeitsplatzschutzgesetz
➜ Bundeswehr
➜ Kündigung
➜ Krankenversicherung
➜ Pflegeversicherung
➜ Rentenversicherung
➜ Unterhaltssicherungsgesetz
➜ Weiterbildung
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Weiterbildung, berufliche
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Die ständige technische und gesellschaftliche Entwicklung erfordert heute, dass sich jeder ständig beruflich weiterbildet. Wichtig
ist also ein lebenslanges Lernen; die Bereitschaft, flexibel und offen
zu sein und sich immer auf den neuesten Stand zu bringen. So
sichert man sich seinen Arbeitsplatz und macht sich für andere
Arbeitgeber interessant.
Zur beruflichen Weiterbildung zählt alles, was
■ zur Erhaltung und Erweiterung beruflicher Kenntnisse
beiträgt oder
■ zum Nachholen einer beruflichen Abschlussprüfung
geeignet ist oder
■ auf einen anderen Beruf vorbereitet oder
■ dem beruflichen Aufstieg dient.
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Arbeitnehmer können in einigen Fällen die Kosten für die Weiterbildung von der Agentur für Arbeit erstattet bekommen. Voraussetzung ist: Diese Weiterbildung muss nötig sein, damit sie wieder
einen Arbeitsplatz bekommen oder damit eine drohende Arbeitslosigkeit abgewendet wird.
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We i t e r b i l d u n g , b e r u f l i c h e
Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung müssen – von Ausnahmefällen abgesehen – vor der Weiterbildung nachweisen, dass sie
mindestens drei Jahre beruflich tätig waren.
Weiterbildungen, die dem beruflichen Fortkommen dienen
wie zum Beispiel Meister, Fachwirte oder vergleichbare Abschlüsse
der beruflichen Bildung werden nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz unterstützt.
Beim Erlernen eines anderen Berufes wird von Umschulung
gesprochen.
Arbeitslose, die an einer beruflichen Weiterbildung teilnehmen, können unter bestimmten Voraussetzungen weiter Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung bekommen.
Auskünfte über berufliche Weiterbildung bekommt man bei
den Agenturen für Arbeit und in den Berufsinformationszentren
(BIZ) und online unter www.arbeitsagentur.de.
Tipp
Die Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit enthält
umfangreiche Informationen zu den bundesweit vorhandenen
Angeboten der beruflichen Weiterbildung. Zugang zu KURSNET
erhält man bei den Berufsinformationszentren der Agenturen für
Arbeit oder im Internet (www.kursnet.arbeitsagentur.de).
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Berufsausbildung
➜ Auslandsaufenthalt
➜ Bildungsurlaub
➜ Arbeitgeber
➜ Finanzielle Hilfen
➜ Arbeitnehmer
➜ Arbeitsförderung/
Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
(AFGB – das sogenannte„Meister-BAföG“)
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Wo h n g e l d
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Wohngeld
C
Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss. Er kann Mieter und Eigentümer von Wohnraum unterstützen, wenn sie die Miete bzw. die
anfallenden Kosten nicht bezahlen können.
Beantragt werden muss Wohngeld bei der zuständigen
Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung.
Ob und in welcher Höhe Wohngeld gezahlt wird, ist abhängig
von:
■ der Höhe des Gesamteinkommens
■ der Zahl der zum Haushalt gehörenden Familienmitglieder
■ der Höhe der monatlichen Miete bzw. Belastung
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Bei der Einkommensberechnung gibt es besondere Freibeträge,
etwa für schwerbehinderte Menschen.
Auszubildende haben als Alleinstehende dann keinen Anspruch auf Wohngeld, wenn ihnen grundsätzlich BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe zusteht. Ausnahmen gibt es bei der Heirat
mit jemandem, der nicht Auszubildender ist.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter
„www.bmvbw.de“ auf der Homepage des Bundesministeriums für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
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Siehe auch unter
➜ Arbeitsförderung/
Arbeitsförderungsrecht (SGB III)
➜ Auszubildender
➜ Berufsausbildungsbeihilfe
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➜ Wehrdienst
➜ BAföG
➜ Zivildienst
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Zivildienst
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Der Zivildienst dauert neun Monate. Ebenso wie beim Wehrdienst
sind die Zivildienstleistenden sozial abgesichert.
■ Das Arbeitsplatzschutzgesetz sichert den Arbeitsplatz und
schützt vor Kündigung.
■ Durch das Unterhaltssicherungsgesetz werden der Unterhalt
gesichert und finanzielle Belastungen ausgeglichen.
Z
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ZVS
■ In der Rentenversicherung werden Zivildienstzeiten berücksichtigt.
■ Während der Dienstzeit wird die Krankenversicherung wegen
der unentgeltlichen Heilfürsorge nicht in Anspruch genommen.
■ Außerdem zahlt der Bund für die Zivildienstleistenden die
Beiträge für die Pflegeversicherung.
Weitere Informationen erteilt das Bundesamt für den Zivildienst
unter: www.zivildienst.de
Auskünfte über die finanziellen Hilfen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz während des Wehr- oder Zivildienstes erteilen die
Ämter für Unterhaltssicherung bei den Gemeinden.
Sofort nach Erhalt des Einberufungsbescheids für den Wehroder Zivildienst muss man den Arbeitgeber verständigen!
Siehe auch unter
➜ Agentur für Arbeit
➜ Arbeitsförderung/ Arbeitsförderungsrecht
➜ Arbeitsplatzschutzgesetz
➜ Kündigung
➜ Pflegeversicherung
➜ Rentenversicherung
➜ Krankenversicherung
➜ Unterhaltssicherungsgesetz
ZVS
Die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) informiert frühzeitig darüber, für welche Studiengänge sie im nächsten
Semester die Zulassungen vergibt (für das Wintersemester ab Mai,
für das Sommersemester ab November). Die Bewerbungsfristen bei
der ZVS sind in der Regel (keine Gewähr!):
■ 15. Januar für das Sommersemester
■ 15. Juli (bzw. 31. Mai für „Alt-Abiturienten“) für das Wintersemester
160
Zweiter Bildungsweg
A
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Die Studienanträge müssen an die ZVS in Dortmund gehen.
Beizulegen beim Einschreiben an einer Hochschule sind:
■ Original-Reifezeugnis
■ Geburtsurkunde
■ Passbilder
■ Ausweis
■ ggf. der Zulassungsbescheid der ZVS
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Zweiter Bildungsweg
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Schulabschlüsse sind wichtig: für die Berufsausbildung, für den Job,
für die berufliche Weiterbildung. Aber keine Angst, wenn es beim
ersten Mal nicht geklappt hat. Die zweite Chance: der Zweite Bildungsweg. Denn fehlende Schulabschlüsse kann man jederzeit,
auch im späteren Leben, erwerben. Hierzu steht ein reichhaltiges
Bildungsangebot an vielen Orten zur Verfügung. Einrichtungen
des Zweiten Bildungsweges sind neben den Volkshochschulen vor
allem Abendschulen und Kollegs.
Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung hat man meist
gleichzeitig den Hauptschulabschluss erreicht. In vielen Bundesländern sind Bestrebungen vorhanden, zum Beispiel Meistern,
Technikern oder Fachwirten den Weg zur Universität oder zur Fachhochschule auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife zu ebnen.
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Hauptschulabschluss
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Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung bieten Vorbereitungskurse für den nachträglichen Erwerb
des Hauptschulabschlusses an. Voraussetzung ist die Erfüllung
der allgemeinen Schulpflicht. Oft ist auch die Teilnahme an einer
Schulfremdenprüfung/Externenprüfung möglich.
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Mittlerer Bildungsabschluss
Den Realschulabschluss kann man in Volkshochschulen,
Fachoberschulen, in einigen Bundesländern in Berufsaufbau161
Zweiter Bildungsweg
schulen, aber auch über den Fernunterricht und die Schulfremdenprüfung/ Externenprüfung erwerben. Zulassungsvoraussetzungen
sind u. a. Erfüllung der Vollzeitschulpflicht, der Hauptschulabschluss (nicht in allen Bundesländern), ein gleichwertiges
Zeugnis oder eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. eine
mehrjährige Berufstätigkeit
Fachhochschulreife
Zur Fachhochschulreife kommt man durch Fachoberschulen,
Abendgymnasien, über Fernunterricht und das Telekolleg II,
Kollegs oder über die Schulfremdenprüfung/Externenprüfung.
Fachgebundene Hochschulreife
In einigen Bundesländern gibt es die Möglichkeit, über
Berufsoberschulen, Fachakademien, Fernunterricht oder die
Schulfremdenprüfung/Externenprüfung für bestimmte
Ausbildungsrichtungen die Hochschulreife zu erwerben.
Allgemeine Hochschulreife
In Abendgymnasien, Kollegs und Berufsoberschulen oder im
Fernunterricht kann man die allgemeine Hochschulreife erlangen,
ebenso über die Schulfremdenprüfung/Externenprüfung oder über
eine Begabtenprüfung.
Bei allen Angeboten des Zweiten Bildungswegs sollte man sich
über die konkreten Bedingungen genau erkundigen. Beratungen
bieten die Berufsinformationszentren (BIZ) der Agenturen für
Arbeit, die zuständigen Kultusministerien bzw. Senatsverwaltungen des Bundeslandes an.
162
Index
und Stichworte
– das neue Jo B.-Lexikon von A bis Z
Index
A
B
A
Abendschule
Agentur für Arbeit
Antidiskriminierungsstelle
Ärztliche Untersuchungen
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
Arbeit
Arbeitgeber
Arbeitgeberverbände
Arbeitnehmer
Arbeitsförderungsrecht/
Arbeitsförderung (SGB III)
Arbeitsgelegenheiten
Arbeitsgericht
Arbeitslosengeld
Arbeitslosengeld bei
beruflicher Weiterbildung
Arbeitslosengeld II
Arbeitslosenversicherung
Arbeitslosigkeit
Arbeitsmarkt
Arbeitsmarktberatung
Arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen
Arbeitsplatzschutzgesetz
Arbeitsschutz
Arbeitsschutzgesetz
Arbeitssicherheitsgesetz
Arbeitsstättenverordnung
Arbeitsunfall
Arbeitsverhältnis
Arbeitsvermittlung/
Ausbildungsvermittlung
Arbeitsvertrag
Arbeitsvertrag, befristeter
11
11
13
13
15
15
17
17
18
18
19
20
20
21
22
24
24
25
26
26
27
27
28
29
30
30
31
Arbeitszeit
Arbeitszeugnis
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
(AFBG –
sog. „Meister-BAföG“)
Ausbildender
Ausbilder
AusbilderEignungsverordnung
Ausbildung
Ausbildungsberufe,
staatlich anerkannte
Ausbildung,
außerbetriebliche
Ausbildung,
überbetriebliche
Ausbildungsordnung
Auslandsaufenthalt
Ausländerfragen,
Bundesbeauftragte für
Ausländische Jugendliche,
Jugendliche mit Migrationshintergrund
Auszubildender
35
36
C
D
E
F
38
39
39
G
H
I
40
40
J
K
40
L
41
M
N
42
42
43
O
P
Q
44
R
S
45
45
T
U
V
W
X
Y
Z
32
33
34
165
Index
B
BAföG
Begabtenförderung,
berufliche Bildung
Begabtenprüfung
Behinderung
Belange der behinderten
Menschen,
Bundesbeauftragte für
Benachteiligte Jugendliche
Berufe mit geregelten
Ausbildungsgängen
Berufsausbildung,
Der Weg in die Welt
der Arbeit
Berufsausbildung,
schulische
Berufsausbildungsbeihilfe
Berufsausbildungsvertrag
Berufsberatung
Berufsbildungsgesetz
Berufsbildungswerk
Berufsfachschule
Berufsförderungswerk
Berufsgenossenschaft
Berufskrankheit
Berufsschule
Berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahmen
Berufsvorbereitungsjahr
Berufswahl
Betriebliche Altersversorgung
Betriebspraktikum
Betriebsrat
Betriebssicherheitsverordnung
166
46
46
47
47
48
48
49
Betriebsverfassungsgesetz
(BetrVG)
Bewerbung
Bewerbungskosten
Bewerbungsschreiben
Bildungskreditprogramm
Bildungsurlaub
Biostoffverordnung
Bundesagentur für Arbeit
Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)
Bundeswehr
69
69
72
72
75
75
76
76
77
79
D
50
53
53
55
56
58
58
59
60
60
61
61
62
63
63
67
67
68
68
Deutsch-Sprachkurse
Diskriminierungsverbote
79
80
E
400-Euro-Minijobs
Eingliederungszuschüsse
Einstellungs-, Eignungsoder Tauglichkeitsuntersuchungen
Einstiegsqualifizierung
(§ 235 b SGB III)
Elterngeld
Elternzeit
(frühere Bezeichnung:
Erziehungsurlaub)
Entgeltfortzahlung
Entgeltumwandlung
Erziehungsgeld
Europäischer
Beschäftigungspakt
Europäischer Betriebsrat
Europass
81
81
82
83
83
84
85
86
86
86
87
87
Index
A
B
F
Fachhochschule
Fachoberschule
Fachschule
Familienkasse
Ferienjob
Fernunterricht
Finanzielle Hilfen
Fortbildung
Freiwilliges Ökologisches
Jahr (FÖJ) und Freiwilliges
Soziales Jahr (FSJ)
(Jugendfreiwilligendienstegesetz)
Frühzeitige Arbeitsuche
I
88
89
89
90
90
92
92
93
D
101
102
E
F
G
J
H
Jugendarbeitsschutzgesetz 103
Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV)
106
I
J
K
K
94
95
G
Gefahrstoffverordnung
96
Geräte- und Produktsicherheitsgesetz
97
Geringfügige Beschäftigung 97
Gewerbeaufsicht
98
Gewerkschaft
98
Gleichstellungsbeauftragte 99
Gründungszuschuss
100
H
Handwerksordnung
Hartz IV
Humanisierung der
Arbeitswelt
Informationsschriften zur
Berufswahl
Insolvenzgeld
C
Kindergeld
Kinderzuschlag
Kolleg
Krankengeld
Krankenkasse
Krankenversicherung
Kündigung
Kündigungsschutzgesetz
(KSchG)
Kurse zur Verbesserung
der Integrationschancen
ausländischer Jugendlicher
(KVI)
Kurzarbeitergeld
L
106
108
108
109
109
110
112
M
N
O
P
Q
R
115
S
T
U
117
118
V
W
100
101
X
L
Lebenslauf
Y
118
101
Z
167
Index
M
Menschen mit Behinderung 119
Meister-BAföG
120
Mitbestimmung
121
Mobilitätshilfen
122
Mutterschaftsgeld
123
Mutterschutzgesetz
124
P
Personalrat
125
Personal Service Agenturen 126
Personalvertretungsgesetze126
Pflegeversicherung
127
Pflegezeit
128
Praktikum
129
Private Altersvorsorge,
staatlich geförderte
129
Probezeit
130
R
Rehabilitation und Teilhabe 130
Rente
131
Rentenversicherung
133
Riesterrente
134
168
S
Saison-Kurzarbeitergeld; auch
Förderung der ganzjährig
Beschäftigten (in der
Bauwirtschaft)
134
Schnupperlehre
135
Schulpflicht, allgemeine
135
Schwangerschaft während
der Ausbildung
136
Schwerbehindertenvertretung
137
Sexuelle Belästigung
138
Sonderprogramme zur
Förderung der
Berufsausbildung
138
Sozialgericht
139
Sozialgesetzbuch
Zweites Buch
(SGB II: Grundsicherung für
Arbeitsuchende)
139
Sozialgesetzbuch
Drittes Buch
(SGB III: Arbeitsförderung) 140
Sozialgesetzbuch
Zwölftes Buch
(SGB XII: Sozialhilfe)
140
Sozialpädagogische
Begleitung und organisatorische Unterstützung
142
Sozialversicherung
142
Stellensuchanzeige
143
Studium
144
Stufenausbildung
145
Index
A
B
T
Tarifautonomie
Tarifverhandlungen
Tarifvertrag
Tarifvertragsparteien
Teilzeitanspruch
Test
Trainingsmaßnahmen,
Maßnahmen der
Eignungsfeststellung
Transferkurzarbeitergeld
Transfermaßnahmen
C
W
146
146
147
148
148
149
Wegeunfall
Wehrdienst
Weiterbildung, berufliche
Wohngeld
D
155
156
157
159
E
F
G
H
Z
149
150
151
Zivildienst
ZVS
Zweiter Bildungsweg
I
159
160
161
J
K
L
M
U
Unfallverhütungsvorschriften
Unfallversicherung
Unterhaltssicherungsgesetz
Urlaub
N
151
152
O
152
153
Q
P
R
S
V
Vermögensbildung
Vorstellungsgespräch
T
153
154
U
V
W
X
Y
Z
169
Broschüren
und Adressen
zum Finden
Broschüren
Bundesministerium
für Arbeit und Soziales
Information, Publikation,
Redaktion
53107 Bonn
Tel.: (01 80) 5 15 15 10
(14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz)
Fax: (01 80) 5 15 15 11
(14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz)
Internet: www.bmas. de
E-Mail: info@bmas.bund.de
➜ Berufsförderungswerke –
Einrichtungen zur beruflichen
Eingliederung erwachsener
Behinderter
Best.-Nr.: A 714
➜ Bilder und Dokumente zur
Sozialgeschichte: Buch
und CD
Schutzgebühr 20,– €
zzgl. Versandkosten
Best.-Nr.: K 704
➜ Altersvorsorge macht Schule
(Flyer)
Best.-Nr.: A 839‹
➜ Nur die CD zur Sozialgeschichte
Schutzgebühr 10,– €
zzgl. Versandkosten
Best.-Nr.: C 704
➜ Ausbildungsbonus (Infopaket)
Best.-Nr.: A 841
➜ Die Rente
Best.-Nr.: A 815
➜ A – Z der Arbeitsförderung
Best.-Nr.: A 186
➜ Erwerbsgeminderte Rente
Best.-Nr.: A 261
➜ Arbeitsrecht – Informationen
für Arbeitnehmer und
Arbeitgeber
Best.-Nr.: A 711
➜ Entgeltfortzahlung
Best.-Nr.: A 164
➜ Arbeitszeitgesetz
Best.-Nr.: A 120
➜ Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV)
Best.-Nr.: A 430
➜ Berufsbildungswerke –
Einrichtungen zur beruflichen
Rehabilitation junger
Menschen mit Behinderung
Best.-Nr.: A 713
➜ Geringfügige Beschäftigung
Best.-Nr.: A 630
➜ Klare Sache – Jugendarbeits
schutz und Kinderarbeits
schutzverordnung
Best.-Nr.: A 707
➜ Kündigungsschutz
Best.-Nr.: A 163
171
Broschüren
➜ Mitbestimmung –
Ein gutes Unternehmen
Best.-Nr.: A 741
➜ Persönliches Budget
Best.-Nr.: A 722
➜ Ratgeber für Menschen mit
Behinderung
Best.-Nr.: A 712
CD-ROM Best.-Nr.: C 720
➜ Sicherheit und Gesundheits
schutz auf Baustellen
Best.-Nr.: A 218
➜ Soziale Sicherung im
Überblick
Best.-Nr.: A 721 (deutsch)
Best.-Nr.: A 998 (engl.)
Best.-Nr.: A 996 (franz.)
Best.-Nr.: A 997 (span.)
Best.-Nr.: A 985 (türk.)
➜ Sozialgesetzbuch IX
Rehabilitation und Teilhabe
behinderter Menschen
Best.-Nr.: A 283
➜ Sozialhilfe und Grundsicherung
Best.-Nr.: A 207
➜ Sozialkompass Europa
Ein Sozialversicherungsvergleich
Best.-Nr.: A 801
172
➜ Sozialpolitik – ein Heft für die
Schule
In diesem Heft werden die
Themenbereiche der sozialen
Sicherung bei Arbeit, Krankheit, Unfall und Alter sowie
das Thema Leben und Arbeiten in Europa für Jugendliche
(Schülerinnen und Schüler ab
der Sekundarstufe I) übersichtlich und ansprechend
dargestellt. Es eignet sich sowohl für den Unterricht als
auch für denjenigen, der sich
aus eigenem Antrieb mit der
Thematik Arbeit und Soziales
beschäftigen möchte.
Bestell-Nr.: A 999
Stand: Juni 2008
Bitte bestellen Sie die Broschüre bei der Universum Verlag GmbH in 65175 Wiesbaden direkt oder im Internet
unter www.sozialpolitik.com.
➜ Statistisches Taschenbuch
2008
Best.-Nr.: A 129-08
➜ Teilzeit – Alles was Recht ist
Best.-Nr.: A 263
➜ Von Generation zu Generation (DVD)
D 005
Broschüren
Bundesministerium für
Bildung und Forschung
Referat Publikationen,
Internetredaktion
Postfach 300235
53182 Bonn
Tel.: (0 180) 526 23 02
Fax: (0180) 526 23 03
Internet: www.bmbf.bund.de
E-Mail: books@bmbf.bund.de
➜ Ausbildungsförderung
BAföG, Bildungskredit und
Stipendien
➜ Berufliche Qualifizierung
Jugendlicher mit besonde
rem Förderbedarf
Best.-Nr.: 30155
Bundesministerium für
Familie, Senioren,
Frauen und Jugend
11018 Berlin
Bezugsstelle:
Publikationsversand der
Bundesregierung
Postfach 481009
18132 Rostock
Tel.: (0 18 88) 8 08 08 00*
Fax: (018 88) 1 08 08 08 00*
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de
Internet: www.bmfsfj.de
* Jeder Anruf kostet 14 Cent pro Minute
aus dem deutschen Festnetz,
abweichende Preise aus den
Mobilfunknetzen sind möglich.
➜ Meister-BAföG
Das Aufstiegsfortbildungs
förderungsgesetz
Best-Nr.: 29799
➜ Der Unterhaltsvorschuss –
Eine Hilfe für Alleinerziehende
Erziehungsgeld und Eltern
zeit
➜ Schule und dann?
Ratgeber zum Start
Ausbildung und Berufliche
Rechte und Pflichten wäh
rend der Berufsausbildung
➜ Für mich und für andere –
Freiwilliges Soziales Jahr/
Freiwilliges Ökologisches Jahr
➜ Kindergeld 2006
➜ Mutterschutzgesetz.
Leitfaden zum Mutterschutz
➜ Familien-Wegweiser –
Staatliche Hilfen im Überlick
173
Broschüren
Bundesministerium für
Gesundheit
Referat Öffentlichkeitsarbeit
10117 Berlin
www.bmg.bund.de
Publikationen des
Bundesministeriums für
Gesundheit
können Sie kostenlos bestellen
bei:
Publikationsversand der
Bundesregierung
Postfach 481009
18132 Rostock
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de
Tel.: (0 180) 5 77 80 90*
Fax: (0 180)5 77 80 94*
Aktuelle Informationen zur elektronischen Gesundheitskarte finden Sie unter:
www.die-gesundheitskarte.de
➜ Ratgeber zur gesetzlichen
Krankenversicherung
Best.-Nr.: A 429
➜ Pflegen zu Hause
Best.-Nr.: G 502
➜ Pflegeversicherung
Best.-Nr.: G 500
➜ Patientenrechte in
Deutschland
Best.-Nr.: G 407
➜ Die Prävention
Best.-Nr.: A 425
*Dieser Anruf ist kostenpflichtig. Es gilt
der Preis entsprechend der Preisliste
Ihres Telefonanbieters – in der Regel 14
Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz.
Internetportale:
Aktuelle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit
finden Sie unter:
www.bmg.bund.de
Aktuelle Informationen zu allen
Themen der Gesundheitsreform
finden Sie unter:
www.die-gesundheitsreform.de
174
Bundeszentrale für
gesundheitliche
Aufklärung
51101 Köln
Fax: (0 221) 89 92-257
➜ Was tun! Tipps für Auszubil
dende
Best.-Nr.: 13307200
Broschüren
Bundesministerium für
Ve r k e h r, B a u u n d
Stadtent wicklung
Referat Bürgerservice
Invalidenstraße 44
10115 Berlin
Servicetelefon: (01 888) 30 030
60 (gebührenpflichtig)
Servicefax: (01 888) 30 019 42
(gebührenpflichtig)
Internet: www.bmvbs.de
E-Mail: buergerinfo@bmvbs.bund.de
➜ Wohngeld 2005
Weitere Adressen für den Bezug
von Informationsmaterialien:
Bundesamt für
Migration und
Flüchtlinge
Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
Tel.: (0911) 943-0
Fax: (0911) 9943-1000
Internet: www.bamf.de
E-Mail: info@bamf.de
Bundesamt für
Wehr technik und
Beschaffung
Z 4.7 Nachwuchswerbung
Postfach 30 01 65
56057 Koblenz
Telefon: (0261) 400 36 22
Internet: http://ziv.bundeswehrkarriere.de
E-Mail: bwbz4.7@bwb.org
Bundesamtfür den
Zivildienst
Sibille-Hartmann-Straße 2–8
50964 Köln
Tel.: (0221) 36 73-0
Fax: (0221) 36 73-4281
Internet: www.zivildienst.de
E-Mail: info@baz.bund.de
175
Adressen
Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von
Menschen mit
Behinderung und chronischer Erkrankung und
i h r e n A n g e h ö r i g e n e . V.
(BAG SELBSTHILFE)
Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf
Tel.: (0211) 31006-0
Fax: (0211) 31006-48
Internet: www.baghselbsthilfe.de
E-Mail: info@bag-selbsthilfe.de
Bundesarbeitsgemeinsch
af t Werkstät ten für
Behinderte
(BAG: WfBM)
Sonnemannstraße 5
60314 Frankfurt a. M.
Tel.: (0 69) 94 33 94-0
Fax: (0 69) 94 33 94-25
Internet: www.bagwfbm.de
E-Mail: info@bagwfbm.de
Bundesgeschäftsstelle
d e s DV V
Obere Wilhelmstraße 32,
53225 Bonn
Tel.: (0 228) 9 75 69-0
Fax: (0 228) 9 75 69-30
Internet: www.dvv-vhs.de
E-Mail: info@dvv-vhs.de
176
Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: (0228) 107-0
Fax: (0228) 107-2977
Internet: www.bibb.de
E-Mail: zentrale@bibb.de
Bundesministerium für
Ve r k e h r, B a u u n d
Stadtent wicklung
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Invalidenstraße 44
10115 Berlin
Tel.: (030) 20 08-0
Fax: (030) 20 08-1942
Internet: www.bmvbs.de
E-Mail: buergerinfo@bmvbs.bund.de
Bundesversicherungsamt
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Tel. (0228) 619-0
Fax: (0228) 619-1870
E-Mail: poststelle@bva.de
Adressen
Deutsche Hauptstelle
für Suchtfragen (DHS)
e . V.
Westenwall 4
59065 Hamm
Tel.: (02381) 90 15-0
Fax: (02381) 9015-30
Internet: www.dhs.de
E-Mail: info@dhs.de
Hauptverband der
gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG)
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
Tel.: (02241) 23101
Fax: (02241) 2311333
Internet: www.dguv.de
E-Mail: info@dguv.de
Sekretariat der
Ständigen Konferenz
der Kultusminister der
Länder in der Bundesrepublik Deutschland
Lennéstraße 6
53113 Bonn
Tel.: (0228) 501-0
Fax: (0228) 501-777
Internet: www.kmk.org
E-Mail: presse@kmk.org
Staatliche Zentralstelle
für Fernunterricht (ZFU)
für Fernunterricht (ZFU)
Peter-Welter-Platz 2
50676 Köln
Tel.: (02 21) 921207-0
Fax: (02 21) 921207-20
Internet: www.zfu.de
E-Mail: poststelle@zfu.nrw.de
Streitkräfteamt
Infoservice
Rochusstraße 32
53123 Bonn
Tel.: (02 28) 5203-0
Fax: (02 28) 5203-2 82
Internet: www.bundeswehr.de
E-Mail: info-service@bundeswehr.de
Zentralstelle für die
Ve r g a b e v o n
Studienplätzen (ZVS)
Postfach
44128 Dortmund
Tel.: (0180) 3 987111-000
Fax: (0180) 3 987111-227
Internet: www.zvs.de
E-Mail: poststelle@zvs.nrw.de
177
Bürgertelefon
Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr
Sie fragen – wir antworten
Rente:
0 18 05 6767-10
Unfallversicherung/Ehrenamt:
0 18 05 6767-11
Arbeitsmarktpolitik und -förderung:
0 18 05 6767-12
Arbeitsrecht:
0 18 05 6767-13
Teilzeit, Altersteilzeit, Minijobs:
0 18 05 6767-14
Infos für behinderte Menschen:
0 18 05 6767-15
Ausbildungsförderung/Ausbildungsbonus:
0 18 05 6767-18
Europäischer Sozialfonds/Soziales Europa:
0 18 05 6767-19
Gehörlosen/Hörgeschädigten-Service:
info.gehoerlos@bmas.bund.de
Schreibtelefon:
0 18 05 6767-16
Fax:
0 18 05 6767-17
Gebärdentelefon:
gebaerdentelefon@sip.bmas.buergerservice-bund.de
(Festpreis 14 Cent/Min. – abweichende/andere Preise aus den Mobilfunknetzen möglich.)
www.bmas.de · info@bmas.bund.de
178
Impressum
Herausgeber:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales,
Referat Information, Publikation, Redaktion
53107 Bonn
Stand: Oktober 2008
Wenn Sie Bestellungen aufgeben möchten:
Best.-Nr.:
Telefon:
Telefax:
A 103
01 80 51 51 51 0*
01 80 51 51 51 1 *
Schriftlich:
E-Mail:
Internet:
an Herausgeber
info@bmas.bund.de
http://www.bmas.de
Gehörlosen/Hörgeschädigten-Service:
E-Mail:
info.gehoerlos@bmas.bund.de
Schreibtelefon:
01805 676716*
Fax:
01805 676717*
Gebärdentelefon:
gebaerdentelefon@sip.bmas.buergerservicebund.de
*Festpreis 14 Cent/Min. – abweichende/andere Preise aus den Mobilfunknetzen möglich.
Satz/Layout:
Druck:
Grafischer Bereich des BMAS, Bonn
CPI-Books, Leck
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Veröffentlichung. Bitte senden Sie zusätzlich ein Belegexemplar an
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