close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Dialyse - was ist das _Schule_ - DRK Weinstadt

EinbettenHerunterladen
Dialyse - was ist das?
Dialyse Definition Entstehung
......"Es möge mir erlaubt sein, die mittels Diffusion durch eine Scheidewand von gallertartiger Substanz
bewirkte Scheidung als Dialyse zu bezeichnen."........
Im Jahr 1854 wurde der uns heute so geläufige Ausdruck "Dialyse" durch Thomas Graham zum ersten Mal in
der Literatur erwähnt.
Der "Vater der Hämodialyse" berichtete in einer wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel "On Osmotic Force"
"Über die osmotische Kraft ".
Er beschrieb die Bewegung verschiedener gelöster Stoffe unterschiedlicher Konzentration durch verschiedene
Membranen hindurch. Er machte Experimente wie seine Vorgänger mit Harnblase, aber auch mit
anorganischem Material.
Dialyse Definition heute = Nierenersatztherapie (bei Nierenversagen)
Unterscheidung in:
•
Hämodialyse = HD ( “Blutwäsche“ über Gefäßzugang ) Katheter Shunt
Immer Dialysator als Membran
•
Peritonealdialyse = PD ( Bauchfelldialyse über Katheter im Peritoneum)
Immer Bauchfell als Membran
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 1 von 19
Physikalische Grundprinzipien sind:
Diffusion =
Ausgleich von Konzentrationsunterschieden bis hin zum selbständigen
Durchmischen, das durch die Bewegung von kleinsten Teilchen, insbesondere von
Atomen, Molekülen oder Ionen, entsteht.
Tinte in
Wasser
Tinte vermischt
sich mit Wasser
Wasser
Osmose =
ist die einseitig gerichtete (= selektive) Diffusion eines Lösungsmittels durch
ein semipermeables Medium. Dabei diffundiert das Lösungsmittel von Bereichen mit
niedrigerer Konzentration des gelösten Stoffes in Bereiche mit höherer Konzentration
des gelösten Stoffes. Das semipermeable (besser: selektiv permeable) Medium ist für
das Lösungsmittel durchlässig, nicht aber für den gelösten Stoff. Beim
semipermeablen Medium handelt es sich dabei häufig um eine Membran oder eine
Scheidewand (auch Diaphragma genannt).
Salz zieht
Wasser
Salz
Konvektion = ein Mechanismus zum Transport von zufällig vorhandenen Teilchen.
(nicht abhängig von der Molekülgröße)
Filter
Der Filter zieht die
Abfallstoffe aus dem
Aquarium. Der zufällig
vorbeischwimmende Fisch
wird mit rausgezogen.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 2 von 19
Aufgaben der gesunden Niere
Die Niere...
1. reinigt das Blut von Abfallstoffen, die durch Stoffwechselvorgänge entstehen (z.B. Harnsäure,
Harnstoff).
2. reguliert den Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Der pH-Wert des Blutes darf nur in sehr engen
Grenzen schwanken (7,35 – 7,45), ansonsten wird es "sauer" oder "alkalisch", sowohl das eine als
auch das andere führt letztlich zum Tod.
3. reguliert den Gehalt an Körpersalzen (Natrium, Kalium, Calzium).
4. reguliert den Blutdruck.
5. ist durch die Bildung des Hormons Erythropoetin an der Blutneubildung beteiligt.
6. ist maßgeblich am Vitamin D-Stoffwechsel beteiligt.
7. reguliert den Wasserhaushalt des Körpers.
Können diese Aufgaben nicht mehr von der Niere übernommen werden, so
spricht man vom Nierenversagen.
Ursachen für Nierenversagen
Die häufigste, zur chronischen Niereninsuffizienz (Nierenversagen) führende Erkrankung, ist die chronische
Nierenkörperchenentzündung. Sie ist immunologisch bedingt und führt zur Vernarbung und Schrumpfung der
Niere. Weitere Ursachen der Niereninsuffizienz sind:
Bluthochdruck, vor allem wenn er über Jahre unbehandelt oder schlecht eingestellt bleibt.
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Nierenbeckenentzündung, vor allem durch Abflussbehinderung der Harnwege
Schmerzmittel, die toxisch (giftig) auf die Nieren wirken
Nierenzysten
Nierengewebsentzündung (Glomerulonephritis), meist erblich.
verschiedene Arten von Tumorerkrankungen
Bei einigen der genannten Krankheitsursachen kann jeder Mensch durch Änderung seiner Lebensgewohnheiten vorbeugen.
Anzeichen einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz sind fahlgelbe Hautfarbe, ein ammoniakalischer
Mundgeruch, Müdigkeit, Kreislaufprobleme, Schwäche und Gewichtsverlust. Es kann zu Konzentrationsschwäche, Schläfrigkeit, Muskelschwäche und einer Störung der peripheren Nerven kommen
(Neuropathien). Durch Entzündungsvorgänge im Magen-Darm-Trakt können Übelkeit, Appetitlosigkeit,
Erbrechen sowie Durchfall auftreten.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 3 von 19
Auswirkungen auf den Kreislauf
Blutdruck
Nierenversagen verursacht eine Erhöhung des Blutdrucks. Der Kreislauf benötigt
zwar einen gewissen Blutdruck, um Sauerstoff in alle Teile des Körpers transportieren zu
können, jedoch ist ein erhöhter Blutdruck oder gar Bluthochdruck nicht wünschenswert
und kann zu vielen Problemen führen. Eins davon ist ausgerechnet die zusätzliche
Schädigung der Nieren.
Außerdem schädigt ein über längere Zeit anhaltend hoher Blutdruck das Herz, indem er
eine Vergrößerung der linken Herzkammer verursacht (Linksherzhypertrophie, LVH)
und schließlich zum Herzversagen führen kann.
Blutarmut (Anämie)
Neben der Reinigung des Blutes und der Regulierung des Wasserund Salz-haushaltes des Körpers produzieren die Nieren auch ein
wichtiges Hormon, das Erythropoetin. Dieses Hormon ist die
Voraussetzung für die Bildung von roten Blutkörperchen. Die roten
Blutkörperchen sind lebenswichtig. Sie machen etwa zwei Fünftel
des gesamten Blutvolumens aus und sind verantwortlich für die
Sauerstoff-versorgung des gesamten Körpers. Normalerweise
sterben sie nach einer bestimmten Lebensdauer ab und werden
dann in entsprechender Menge durch neue ersetzt.
Bei Nierenversagen geht die Produktion von roten Blutkörperchen
zurück, da die Nieren nicht mehr genügend Erythropoetin
produzieren. Dies führt zur Anämie.
Mittel- bis langfristig hat die Blutarmut auch Auswirkungen auf das
Herz. Über eine längere Zeit anhaltende Anämie verursacht eine
Vergrößerung der linken Herzkammer (Linksherzhypertrophie,
LVH) und kann schließlich zum Herzversagen führen. Diese
Auswirkungen auf das Herz können sich schon im Frühstadium
einer Nierenerkrankung bemerkbar machen, noch bevor mit der
Dialyse begonnen wird. Eine frühzeitige Behandlung der Blutarmut hilft, sich wohler zu fühlen und kann
Herzschäden vorbeugen.
Auswirkungen auf des Nervensystem
Die Ansammlung von Schlackenstoffen und Giften im Körper können zu Problemen im Nervensystem führen.
Normalerweise hat das Nervensystem die Funktion, die Bewegungen und Empfindungen des Körpers zu steuern, aber diese Funktionen können durch die Nierenerkrankungen empfindlich gestört werden.
Auswirkungen auf die Haut
Die Haut kann anfangen zu jucken oder sich zu schuppen und sich dunkel oder bräunlich-gelblich verfärben.
Die Verfärbungen sind ausgeprägter, wenn man gleichzeitig an Blutarmut leidet. All diese Veränderungen sind
eine Folge der Ansammlung von Abfallstoffen im Blut.
Auswirkungen auf den Magen- und Verdauungstrakt
Nierenversagen kann eine ganze Reihe von Symptomen, die Magen und Verdauung betreffen, verursachen.
Dazu gehören schlechter Appetit (Anorexie), Übelkeit oder Erbrechen, manchmal Durchfall. Es kann zum Anschwellen und zu Reizbarkeit der Magenschleimhaut (Gastritis) führen, ebenso zu Magengeschwüren. Es kann
auch zu Magenblutungen kommen, die die Auswirkungen der Blutarmut noch verstärken.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 4 von 19
Auswirkungen auf die Knochen
Gesunde Nieren produzieren normalerweise ein wichtiges Vitamin der D-Gruppe, das Kalzitriol, das dem Körper die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung ermöglicht. Kalzium ist ein Hauptbestandteil der Knochen.
Ohne Kalzium kommt es zu Verformungen der Knochen während des Wachstums, zu einer Verminderung der
Knochensubstanz (Osteoporose) und die Knochen werden brüchig.
Ein weiteres Spurenelement, das auf die Knochen wirkt ist Phosphat. Ist im Körper zuviel Phosphat vorhanden, wird den Knochen Kalzium entzogen, wodurch sie schwach und brüchig werden. Bei Nierenversagen wird
die Menge der Spurenelemente nicht mehr richtig reguliert und das Verhältnis zwischen Phosphat und Kalzium
gerät aus dem Gleichgewicht.
Auswirkungen auf den Hormonhaushalt
Es ist möglich, dass der Körper nicht mehr korrekt auf andere Hormone anspricht. Bei Kindern kann dies zum
Beispiel zu Wachstumsstörungen, bei Erwachsenen zum Verlust des sexuellen Verlangens (Libido) führen.
Unterteilungen des Nierenversagens in:
1. chronisch
2. akut
prärenal = “vor der Niere“
intrarenal = “in der Niere“
postrenal = “nach der Niere“
Das akute und chronische Nierenversagen, das unbehandelt im Verlauf einiger Tage oder Wochen
zum Tode führt, ist eine Erkrankung, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Im alten Rom und
später im Mittelalter versuchte man die Urämie (griech. Harnvergiftung, wörtlich „Harn im Blut“)
durch die Anwendung heißer Bäder, durch Schwitzkuren, Aderlässe und Einläufe zu behandeln. Die
heutigen Verfahren zur Behandlung des Nierenversagens bedienen sich physikalischer Prozesse
wie Osmose und Diffusion, die in der Natur beim Transport von Wasser und gelösten Substanzen
universell verbreitet sind.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 5 von 19
Das chronische Nierenversagen
Beim chronischen Nierenversagen (CNV) handelt es sich meist um eine jahrelang verlaufende
langsam fortschreitende Einschränkung der Nierenfunktion, die im fortgeschrittenen Stadium
zu chronischer Vergiftung durch harnpflichtige Substanzen (Urämie), zu einer Störung der
endokrinen Funktion (renale Anämie und renale Osteopathie) und zu zahlreichen Sekundärkomplikationen
führt, die die Lebensqualität der Patienten nachhaltig beeinträchtigt.
•
glomeruläre Nierenerkrankung (
Schädigung der Nierenkörperchen.
•
interstitielle Nierenerkrankung ( interstitiell = dazwischenliegend)
Nierenentzündung, die sich im Gewebe "zwischen" Glomeruli und Tubuli abspielt.
•
vaskuläre Nierenerkrankung ( vaskulitiden = Nierengefäß)
Schädigung der Nierengefäße führt über Veränderungen des Blutflusses in den Nieren sekundär zu
einer Nierenfunktionsstörung.
•
tubuläre Nierenerkrankung
Stofftransportstörung, z. B. Konstanthaltung des Wasser- u. Elekrolyt-Haushaltes.
•
zystische Nierenerkrankung
verschiedengroße Zysten an einer oder beiden Nieren.
Glomeruli = Nierenkörperchen)
Symptome
•
•
•
•
•
•
•
•
Bluthochdruck, der sich negativ auf die Herz-Kranzgefäße auswirkt.
Leistungsfähigkeit sinkt
Schlafstörungen
Wassereinlagerungen, so genannte Ödemen
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle
Wadenkrämpfe
Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)
gelbliche Verfärbung der Haut
Diagnostik
•
•
•
•
Bestimmung des Kreatininspiegels im Blut
Kreatinin-Clearance
Sonographie
Computertomographie (= CT)
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 6 von 19
Das akute Nierenversagen
Das akute Nierenversagen ist eine schnelle Abnahme der Nierenfunktion, die Stunden oder Tage anhält
und meist rückgängig gemacht bzw. geheilt werden kann. Je nach den Ursachen unterscheidet man zwischen
prärenalem, postrenalem und intrarenalem Nierenversagen.
Prärenales Nierenversagen
Die Ursachen für prärenales Nierenversagen sind:
•
•
•
•
•
•
•
Verluste von Blut, Plasma, Extrazellulärflüssigkeit (Durchfall)
verminderte Proteinwerte im Blut (Hypoproteinämie)
Herzinsuffizienz und Lungenembolie
Verschluss einer Vene
Sepsis (Blutvergiftung)
akute allergische Reaktion
hepatorenales Syndrom (Folge von chronischen Lebererkrankungen)
Prärenales Nierenversagen kann durch Behandlung der Ursachen wieder geheilt werden.
Intrarenales Nierenversagen
Ursachen:
•
•
•
•
•
•
•
•
Akute Tubulusnekrose (Schädigung des Tubulus)
Sepsis (Blutvergiftung)
Medikamente, Kontrastmittel
Zirkulationsstörungen (Kreislaufschock, bds. Niereninfarkt)
Schwangerschaft
Auflösung roter Blutkörperchen (Hämolyse)
Erhöhter Kalziumgehalt im Blut
Chemikalien, Pflanzen- und Tiergifte, Drogen, die zur Schädigung der Niere führen
Beim intrarenalen Nierenversagen steht die Ursache in direktem Zusammenhang mit dem Nephron.
Postrenales Nierenversagen
Ursachen
•
postrenale Obstruktion (Verschluss): z. B. Steine, Nierenbecken-, Harnleiter-, Blasen-,
Prostatatumoren
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 7 von 19
Symptome
•
•
•
•
•
•
•
Störungen des Elektrolyt- und des Säure-Basen-Haushalts
Erhöhung der Phosphat-Werte im Blut
Herzrhythmusstörungen, Herzbeutelentzündung
Neurologische Symptome, wie Krampfanfälle, Koma
Bluterkrankungen (Anämie, urämische Blutungsneigung)
Pneumonie (Lungenentzündung), Schocklunge
Magen-Darm-Erkrankungen und Infektionen.
Diagnostik
•
•
•
•
•
Messung der ausgeschiedenen Urinmengen (meist 24 h)
Untersuchung des Urins (Teststreifen und mikroskopische Untersuchung)
Blutuntersuchung auf Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff)
Sonographie der Nieren und ableitender Harnwege
Bestimmung der Nierenausscheidungsfunktion (Nierenclearance)
Bei Nierenversagen werden die Aufgaben der Niere zum größten Teil durch die
Dialyse übernommen.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 8 von 19
Die Hämodialyse
Bei der Hämodialyse ist die Membran, die das Blut filtert, außerhalb des Körpers.
Man verwendet einen so genannten Dialysator. Dies ist eine Art Plastikrohr, das
wiederum viele tausend kleine Röhrchen enthält. Diese bestehen aus porösem
Material, das die Membran darstellt. Durch diese Röhrchen läuft das Blut und drum
herum befindet sich die wässrige Spüllösung. Diese Spüllösung wird Dialysat
genannt. Auch das Dialysat wird, wie das Blut, fortwährend durch den Dialysator
gepumpt. Die Giftstoffe wandern wie beschrieben durch die Membran aus dem Blut
in das Dialysat.
Umgekehrt lässt sich das Patientenblut durch eine bestimmte Zusammensetzung
des Dialysats mit entsprechenden Stoffen anreichern. Ihre Konzentration muss im
Dialysat höher sein, als im Blut. Aus dem Blut werden also schädliche Stoffe entfernt und erwünschte Stoffe
hinzugefügt.
Das Dialysat ist eine Dilution aus reinem Wasser, Glucose, Bicarbonat und Elektrolyten. Es ist keimfrei.
Die natürlichen Blutgefäße des Menschen sind nicht dafür geeignet, solche Blutmengen, wie sie bei der
Dialyse gereinigt werden müssen, auf unkomplizierte Weise zugänglich zu machen. In den Venen, die direkt
unter der Haut liegen und daher gut zu punktieren sind, ist der Blutfluss nicht ausreichend. Die Arterien
dagegen liegen zum einen in der Tiefe verborgen und sind deshalb schwieriger zu finden. Außerdem ist eine
Punktion der Arterien sehr schmerzhaft. Deshalb muss für eine dauerhafte (=chronische) Hämodialyse
operativ ein spezieller Gefäßzugang geschaffen werden, ein so genannter Shunt (engl.: Nebenschluss,
Parallelleitung). Bei jeder Dialyse wird der Shunt mit zwei speziellen Punktionskanülen punktiert.
Über Schlauchsysteme gelangt das Blut in die Kapillare wo Harnpflichtige Stoffe und überschüssiges
Körperwasser aus dem Blut entnommen und die Blutsalze (Elektrolyte) ausgeglichen werden. Anschließend
gelangt das Blut über den Shunt wieder in den Körper.
Damit die Blutwäsche effektiv stattfinden kann und der Patient nicht zu häufig und zu lange dialysieren muss,
sollten etwa 250-350 ml Blut pro Minute durch den Dialysator geleitet werden. So wird eine Hämodialyse
normalerweise dreimal pro Woche durchgeführt und dauert jeweils etwa vier bis fünf Stunden. In den meisten
Fällen erfolgt die Dialyse in Dialysezentren. Nach einem speziellen Training können die Patienten die
Hämodialyse auch zu Hause durchführen. Voraussetzung für die Heimdialyse ist, dass ein Arzt kontinuierlich
erreichbar ist. Es sollte muss eine weitere Person während der Dialyse anwesend sein, die im Umgang mit der
Dialyse gut geschult ist.
Wann wird die Hämodialyse eingesetzt?
•
•
Für einige Tage bei akutem Nierenversagen oder bei Vergiftungen.
Dauerhafte Therapie bei chronischem Nierenversagen (chronische
Niereninsuffizienz) im fortgeschrittenen Stadium.
Hygiene:
Um möglichen Infektionen mit Hepatitis B, Hepatitis C und HIV über eine Dialyse vorzubeugen, herrschen in
den Dialysezentren strengste hygienische Vorschriften für die Reinigung der Dialysegeräte. Patienten, bei
denen eine solche Infektion bekannt ist, erhalten für ihre Behandlung eigene Dialysemaschinen, die für keinen
anderen Patienten verwendet werden. Zusätzlich wird allen Dialysepatienten eine aktive Schutzimpfung gegen
Hepatitis B angeraten.
Komplikationen
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 9 von 19
Eine sehr häufige Komplikation die Infektion des Shunts. Da der Shunt drei- bis viermal in der Woche
punktiert werden muss, um das Blut zu reinigen, ist die Gefahr einer Infektion mit Bakterien an der
Entnahmestelle sehr hoch. Durch solche Infektionen können sich Blutgerinnsel (=Thrombosen) bilden, die das
Gefäß verschließen und damit für die Dialyse unbrauchbar machen. Durch einen operativen Eingriff ist es
jedoch häufig möglich, das Gerinnsel zu entfernen und den Shunt wieder durchgängig zu machen.
Was müssen hämodialysepflichtige Patienten beachten?
Da die Hämodialyse nicht kontinuierlich stattfindet, sammeln sich regelmäßig Wasser und Giftstoffe im Blut an.
Viele Stoffe, die man mit dem Essen und Trinken in den Körper aufnimmt, werden somit nicht ausgeschieden
und müssen durch die Dialysebehandlung entfernt werden. Daher muss ein Hämodialyse-Patient eine Diät
einhalten.
•
•
•
•
•
•
Bei fast jedem Dialyse-Patienten lässt die Urinproduktion mit der Zeit nach. Eine Überwässerung des
Körpers muss vermieden werden. Die ist mit Hilfe der Ultrafiltration möglich, die auch der Dialysator
leisten kann. In ihm kann auf der Seite der Spüllösung, ein Unterdruck und auf der Blutseite ein
Überdruck erzeugt werden. Mit diesem Druckunterschied wird dann Wasser, das selbst ein sehr
kleines Molekül ist, aus dem Blut gepresst.
Trotzdem muss der Patient seine Flüssigkeitsaufnahme einschränken
Bei einer Anhäufung von Kalium im Körper kommt es zu schweren, teils lebensbedrohlichen
Herzrhythmusstörungen.
Empfehlenswert ist eine kalorienreiche Ernährung.
Durch die eingeschränkte Phosphatausscheidung kommt es zum Stau dieses Stoffes im Körper. Die
Folge kann eine Überfunktion der Nebenschilddrüse sein, gefolgt von Knochenschäden und
Arteriosklerose. Patienten müssen bei jeder Mahlzeit Tabletten einnehmen, die das Phosphat binden.
Falls es von Seiten des Kalzium-Spiegels im Blut möglich ist, erfolgt auch die Gabe von Vitamin D.
Bei der Dialyse kommt es zu einem Verlust von wasserlöslichen Vitaminen, der medikamentös
ausgeglichen werden muss.
Prognose
Eine Dialyse kann die Funktion der Niere nicht vollständig ersetzen. Die Hämodialyse belastet den Körper. Bei
chronischen Hämodialyse - Patienten kommt es nach vielen Jahren zu Spätschäden wie Gefäßverkalkungen,
Herzerkrankungen, Knochen- und Gelenkschäden. Durch eine optimale Hämodialyse - Behandlung sowie
durch zusätzliche, sorgfältige Therapie von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Anämie lassen sich
diese Schäden deutlich vermindern oder ihr Auftreten verzögern.
Für die Hämodialyse gilt allgemein der Grundsatz: Je länger (Stunden pro Woche) und häufiger die Patienten
dialysiert werden, umso schonender ist die Dialyse und geringer sind die Spätschäden und umso länger leben
die Patienten.
Die Hämodialyse findet in den meisten Fällen in einem Dialysezentrum unter der Aufsicht von besonders
geschulten Pflegepersonal und einem Ärzteteam statt. Der Patient muss sich allerdings einem festen
Behandlungsplan anpassen und meist dreimal pro Woche für jeweils vier bis fünf Stunden ins
Behandlungszentrum kommen. Die Hämodialyse ist somit zeitaufwändig - mit allen Einschränkungen, die sich
daraus für eine Berufstätigkeit und eine normale Lebensführung ergeben.
In Deutschland lebt heute die Hälfte der Dialysepatienten länger als zehn Jahre, etwa ein Viertel der Patienten
überlebt 20 und mehr Jahre.
Eine wichtige Rolle spielen dabei aber auch Faktoren wie das Alter der Patienten zu Beginn der DialyseBehandlung, die Mitarbeit und zusätzliche Krankheiten.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 10 von 19
Die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)
Bei der Peritonealdialyse dient das Bauchfell als Dialyse-Membran.
Zur Durchführung der Peritonealdialyse gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bei der kontinuierlichen
ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) wechseln Sie selbst etwa vier bis fünf Mal am Tag Ihre Dialyselösung.
Bei der automatischen Peritonealdialyse (APD) übernimmt ein Dialysegerät (Cycler) den automatischen
Beutelwechsel über Nacht - so ist der Patient tagsüber noch unabhängiger und fühlt sich kaum eingeschränkt.
Bei der Peritonealdialyse wird das Bauchfell als Blutfilter eingesetzt. Das Bauchfell
(Peritoneum) ist eine gut durchblutete, halbdurchlässige Membran, die die
Bauchhöhle auskleidet und viele Organe überzieht. Über einen Katheter wird
Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle eingefüllt. In dieser Dialyseflüssigkeit ist eine
andere Konzentration an Substanzen, als im Blut. Nach dem Prinzip der Osmose
werden sie dem Blut entzogen und gelangen in die Bauchhöhle. Nach einigen
Stunden wird die Dialyseflüssigkeit mit den Harnbestandteilen wieder aus der
Bauchhöhle ausgelassen.
Bei der Peritonealdialyse füllt der Patient selbst zwei bis drei Liter einer sterilen
Dialyselösung über einen Katheter in die Bauchhöhle, die das Bauchfell
(Peritoneum) damit umspült. Die Substanzen, die ausgeschieden werden sollen,
wandern vom Blut durch das Peritoneum in die Dialyselösung.
Eine weitere Aufgabe der Dialyse besteht darin, dem Körper überschüssiges Wasser zu entziehen - der
Fachmann spricht von Ultrafiltration. Deshalb enthalten die meisten Dialyselösungen Glukose (Zucker). Durch
einen einfachen osmotischen Vorgang wandert bei der Peritonealdialyse auch Wasser in die Dialyselösung und
kann so entfernt werden.
Nach etwa vier bis fünf Stunden ist die Dialyselösung, das so genannte Dialysat, mit Giftstoffen gesättigt. Es
wird aus dem Bauchraum über den Katheter abgelassen und durch frische Dialyselösung ersetzt.
Zum Erlernen der Peritonealdialyse - Behandlung sind normalerweise ein bis zwei Wochen notwendig.
Eine besondere Sorge der Ärzte gilt der Katheteraustrittsstelle, die sich leicht infizieren kann und zu einer
Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) führen kann. Eine Infektion muss sofort behandelt werden.
Die Peritonealdialyse wird in Deutschland nur von etwa 4,8% der Dialysepatienten angewendet (Jahr 2000).
Die Zahlen sind seit 1995 rückläufig.
Die Peritonealdialyse ist ein der Hämodialyse gleichwertiges Behandlungsverfahren.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 11 von 19
Was müssen PD Patienten beachten?
•
•
•
•
Die Peritonealdialyse führt der Patient alleine zu Hause durch und kann den Zeitplan nach seinen
Bedürfnissen entsprechend flexibel gestalten. Bei der Peritonealdialyse sind die Patienten bezüglich
der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme weniger eingeschränkt als bei der Hämodialyse. Jedoch
besteht durch den permanent in der Bauchhöhle liegenden Katheter das Risiko von Infektionen an der
Austrittsstelle oder in der Bauchhöhle.
Jeder Patient muss ein Dialyseprotokoll führen, das regelmäßig ermittelte Werte von Blutdruck,
Körpergewicht und Flüssigkeitsausscheidung enthält. Alle acht bis zwölf Wochen geht der Patient für
eine Kontrolle in sein Dialysezentrum. Während der Peritonealdialyse verliert der Körper Vitamine und
Eiweiß und nimmt im Gegenzug Kalorien auf, da das Dialysat in der Regel Zucker enthält. Wichtig ist
deshalb, auf eine ausgleichende Ernährung zu achten.
Während der Dialyse ist der Patient mobil und unabhängig und kann seiner gewohnten Tätigkeit und
seinem Beruf nachgehen.
Wer sich als Patient für die Peritonealdialyse entscheidet, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein,
dass er dann ein hohes Maß an Eigenverantwortung trägt. Deshalb wird der Patient vor der
Peritonealdialyse intensiv geschult. Er muss auf sorgfältige Hygiene achten und Dialysat und
Katheteraustrittsstelle stets genau prüfen.
Prognose
Wer die entsprechenden Verhaltensregeln sorgfältig beachtet, kann ein
weitgehend normales und beschwerdefreies Leben führen.
Die Peritonealdialyse entspricht weitgehend der natürlichen Arbeitsweise der
Niere, da sie den Körper kontinuierlich und gleichmäßig entgiftet und
entwässe rt. Der Patient muss daher generell mit weniger Nebenwirkungen
rechnen.
Komplikationen
Die häufigste und gravierendste Komplikation bei der Peritonealdialyse ist eine Infektion des Bauchfells
(=Peritonitis). Dabei treten die Bakterien über den Katheter in die Bauchhöhle ein und führen zu einer
potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, die durch Antibiotika im Allgemeinen aber sehr gut zu behandeln
ist.
Lebensqualität bei HD und PD
Die Lebensqualität unter der Dialysebehandlung ist sehr unterschiedlich für die Patienten. 40-60% aller
Dialysepatienten führen ein gesundheitlich wenig eingeschränktes Leben. 10-20% gehen einer regelmäßigen
Arbeit nach. 20% der Patienten leiden unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, können jedoch ein
selbständiges Leben führen. 20% sind in ihrer Lebensführung von anderen Menschen abhängig.
Durch eine langjährige Therapie mit Aluminiumhaltigen Phosphatbindnern kann es zu Ablagerungen von
Aluminium im Gehirn und in den Knochen kommen. Die Folge davon sind eine Verschlechterung der
Hirnfunktion (=Demenz) und Einschränkungen in der Beweglichkeit des Patienten.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 12 von 19
Ernährung von Dialysepatienten (HD und PD)
Viele Komplikationen, die bei Dialysepatienten auftreten, stehen im Zusammenhang mit der
Ernährung.
Die Nieren regulieren normalerweise die Ausscheidung von Wasser und sind für die
Reinigung des Blutes verantwortlich. Mit Nachlassen der Nierenfunktion werden diese
Funktionen mehr und mehr eingeschränkt und es kommt zur Anhäufung von Harnstoff,
Kreatinin, Natrium, Kalium, und Phosphat. Unter Umständen erfolgt auch eine
Ansammlung von Wasser im Körper, da die Fähigkeit der Nieren zur Wasserausscheidung
häufig ebenfalls eingeschränkt ist. Diese Funktionseinbuße der Nieren führt oft schon vor
Beginn der Dialyse zu speziellen Anforderungen an die Ernährung. So werden zum Beispiel
die meisten Patienten angehalten, viel zu trinken und wenig Eiweiß zu essen. Diese
Empfehlungen, die man gerade mit viel Mühe verinnerlicht hat, ändern sich wiederum mit
Beginn der Dialyse entscheidend. Das gilt für die Hämodialyse ebenso wie für die
Peritonealdialyse.
Warum braucht ein Dialysepatient mehr Eiweiß als vor Beginn der Dialyse?
Die Bausteine von Eiweiß sind Aminosäuren. Bei der Hämodialyse können Aminosäuren über den Filter
verloren gehen und stehen dann nicht mehr für den Aufbau von Eiweiß zur Verfügung. Der Verlust an
Aminosäuren in das Dialysat wird auf 6-12 Gramm pro Dialyse geschätzt. Bei der Peritonealdialyse kommt es
sogar jeden Tag zu einem Verlust von 5 bis 15 Gramm Aminosäuren über das Bauchfell. Bei einer Entzündung
des Bauchfells (Peritonitis) ist der Eiweißverlust sogar noch größer. Es kommt also sowohl bei der
Hämodialyse als auch bei der Peritonealdialyse zu Eiweißverlusten. Deshalb sollten Dialysepatienten dem
Eiweißverlust und dem höheren Eiweißbedarf mit mehr Eiweiß in der Nahrung entgegenwirken.
Was ist Eiweiß und wozu wird es benötigt?
Eiweiß ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Körpers. Sämtliche Zellen des Körpers bestehen zu
wesentlichen Teilen aus Eiweiß. Eiweiß ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau von Muskeln, Haut, Herz, Blut
und Leber. Diese Organe werden ständig auf- und abgebaut. Deshalb hängt die für eine Körperfunktion
optimale Menge an Eiweiß, die mit der Nahrung aufgenommen werden sollte, vom Körpergewicht ab. Eiweiß
wird durch die Leber zu Harnstoff abgebaut, der durch die Nieren, aber auch durch die Dialyse ausgeschieden
wird. Vor Beginn der Dialyse wird häufig die Eiweißzufuhr vermindert, um den Harnstoffanfall möglichst gering
zu halten. Dies kann zu Mangelerscheinungen führen. Mit Beginn der Dialyse muss jedoch die Aufnahme von
Eiweiß unbedingt gesteigert werden, damit Mangelerscheinungen wieder rückgängig gemacht werden können
und keine weiteren Mängel auftreten.
Bei einem Mangel an Eiweiß in der Nahrung kommt es zu einem Abbau von körpereigenem Eiweiß
insbesondere aus den Muskeln. Die Folge ist ein Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es gibt aber
noch einen anderen wesentlichen Grund, mehr Eiweiß zu essen: Bei aktuellen wissenschaftlichen
Untersuchungen hatten Dialysepatienten, die viel Eiweiß gegessen hatten, weniger zusätzliche Erkrankungen
wie Infektionen, sowie weniger Krankenhausaufenthalte und lebten sogar länger.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 13 von 19
Warum ist zuviel Phosphat gefährlich?
Die Konzentration von Phosphat im Blut steht wie bei einer Balkenwaage in
direktem Zusammenhang mit Kalzium. Steigt Phosphat im Blut an, so sinkt Kalzium
ab. Das Absinken des Kalziums stimuliert die Nebenschilddrüse. Um die
Kalziumkonzentration im Blut wieder anzuheben, bildet die Nebenschilddrüse mehr
Parathormon. Dieses Parathormon fördert den Übergang von Kalzium aus den
Knochen in das Blut. Dafür wird Kalzium aus den Knochen abgebaut. So kommt es
im Laufe der Jahre bei ständig erhöhtem Parathormon zu einem stetigen Abbau der
Knochensubstanz. Die Knochen sind dann nicht mehr so stabil und es können
erhebliche Knochenschmerzen auftreten. Zusätzlich fördert das aus dem Knochen
freigesetzte Kalzium zusammen mit dem Phosphat das Verkalken der großen und
kleinen Blutgefäße (Arteriosklerose). Einengungen oder sogar ein Verschluss der
Herzkranzgefäße oder der hirnversorgenden Arterien führen daher häufig zu einem
Herzinfarkt oder einem Schlaganfall.
Gibt es Medikamente, die ein erhöhtes Phosphat senken können?
Ein erhöhter Phosphatgehalt im Blut kann nicht direkt durch
Medikamente gesenkt werden. Es gibt jedoch Medikamente, die die
Aufnahme von Phosphor aus der Nahrung reduzieren können,
indem sie Phosphor direkt im Darm an sich binden. Dies verhindert
die Aufnahme aus dem Darm in das Blut und damit in den Körper.
Das an die Medikamente gebundene Phosphat wird mit dem Stuhl
direkt wieder ausgeschieden. Als so genannte Phosphatbinder
kommen z.B. Calciumcarbonat, Calciumazetat, Aluminiumhydroxid und Sevelamer zum Einsatz. Damit diese
Medikamente wirken können, müssen sie gleichzeitig mit der Nahrung im Darm sein. Das heißt, sie müssen
direkt zu den Mahlzeiten eingenommen werden, um ihre Wirkung zu entfalten.
Was ist Kalium?
Kalium ist ein wasserlöslicher Mineralstoff und ist in allen pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln in
unterschiedlicher Menge enthalten. Normalerweise wird mit einer ausgewogenen Mischkost der Bedarf an
Kalium ausreichend gedeckt.
Wozu braucht mein Körper Kalium?
•
•
Regulation der Körperflüssigkeit im Gewebe
Steuerung von elektrischen Vorgängen an Nerven, Muskeln und dem Reizleitungssystem des Herzens.
Kalium ist ein unentbehrlicher Bestandteil jeder Zelle im Körper. Die Ausscheidung von Kalium hängt fast
ausschließlich von der Funktion der Nieren ab. Bei Dialysepatienten wird diese Funktion der Niere mehr oder
weniger gut durch die Dialyse ersetzt. Die Kaliumkonzentration wird durch regelmäßige Blutabnahmen
kontrolliert. Sie kann je nach Nierenfunktion und Art der Dialyse sehr unterschiedlich sein. Einige Patienten,
insbesondere Peritonealdialyse - Patienten, haben sogar zu wenig Kalium im Blut. Eine kaliumarme Kost ist für
viele, aber nicht für jeden Dialysepatienten richtig!
Wie kommt es zu einer erhöhten Kaliumkonzentration?
•
•
•
•
•
•
Nahrung (kaliumreiche Kost)
kaliumhaltige Medikamente
Bluttransfusionen
Hungern
Verletzungen oder Blutungen im Magen-Darmtrakt
Werden Blutzellen nach Blutungen abgebaut, wird das in den Zellen lokalisierte Kalium freigesetzt und
gelangt ins Blut
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 14 von 19
Welche Folgen hat eine erhöhte Kaliumkonzentration?
Die Beschwerden sind bei einer erhöhten Kaliumkonzentration recht
uncharakteristisch und schwer zu erkennen. Häufig merken die Patienten gar
nichts, manchmal kommt es zu Kribbeln und Taubheitsgefühl in der
Mundregion, an den Armen und an den Beinen, zu Muskelschwäche, zu
Muskelschmerzen, zu Lähmungserscheinungen, sowie zu einer Schwäche
des Herzens und Herzrhythmusstörungen. Diese können lebensbedrohlich
werden, da sie zum Herzstillstand führen können.
Wozu braucht mein Körper Wasser?
Der mengenmäßig größte und wichtigste Bestandteil des menschlichen Körpers ist Wasser: Wasser macht
etwa zwei Drittel des Körpergewichts aus. Der Wasserhaushalt im Körper wird durch Abstimmung von
Aufnahme, Bildung und Ausscheidung von Wasser konstant gehalten. Zwischen der so genannten Einfuhr
(Aufnahme von Wasser) und der Ausfuhr (Ausscheidung von Wasser) besteht normalerweise ein Gleichgewicht, das heißt, es wird genauso viel Wasser ausgeschieden wie aufgenommen.
Dieses Gleichgewicht regeln die gesunden Nieren. Die Menge an Urin (Ausfuhr) richtet sich nach der
Trinkmenge (Einfuhr). Die Aufnahme von Wasser über die feste Nahrung (500-700 ml/Tag), die Bildung von
Wasser durch den Stoffwechsel (200-300 ml/Tag) und die Ausscheidung über die Haut, die Atemluft und den
Stuhl (500-1000 ml/Tag) bleiben weitgehend unverändert und brauchen deshalb nicht in die Berechnung der
Flüssigkeitsbilanz mit einbezogen werden.
Was passiert, wenn die Flüssigkeitsmenge aus dem Gleichgewicht
gerät?
Eine reduzierte Nierenfunktion stört häufig das Gleichgewicht von Flüssigkeits-Einfuhr und -Ausfuhr. Eine verminderte Urinausscheidung führt bei
gleich bleibender Flüssigkeitseinfuhr zu einer Ansammlung von Wasser im
Körper.
Durch zu viel Wasser in den Blutgefäßen wird das Herz belastet
und der Blutdruck steigt.
Zu viel Wasser im Gewebe führt zu Ödeme.
Zunächst treten Knöchelödeme und dann Unterschenkel- und Beinödeme
auf. Diese sind daran erkennbar, dass sich Dellen in die Beine drücken
lassen. Sammelt sich das Wasser auch in der Lunge, kann ein gefährliches
Lungenödem entstehen, das häufig nur durch eine sofortige Hämodialyse
beseitigt werden kann. Ein Lungenödem kann die Atmung behindern, sowie
Husten und Atemnot hervorrufen, die lebensbedrohlich werden kann.
Muss die Trinkmenge eingeschränkt werden?
Nicht jeder muss die Trinkmenge gleichermaßen einschränken. Die empfohlene Trinkmenge ist für jeden
Patienten unterschiedlich und kann sich sogar von Tag zu Tag ändern. Bei eingeschränkter Fähigkeit Urin
auszuscheiden, sollte die Trinkmenge entsprechend reduziert werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder
Ihre Ärztin, welche Trinkmenge für Sie in Ihrer speziellen Situation sinnvoll ist.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 15 von 19
Welche Risiken drohen bei zu hoher Flüssigkeitszufuhr?
akut
•
•
•
•
•
•
Atemnot
Bluthochdruck
Herzschmerzen
Ödeme
belastendere Dialysebehandlung (Muskelkrämpfe, Blutdruckabfälle)
längere Dialysebehandlung
langfristig
•
•
•
•
•
vermehrter Einsatz von Blutdruckmedikamenten
Gefäßverkalkung
geringere körperliche Belastbarkeit
höheres Risiko an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken
verkürzte Lebenserwartung
Welche Vorteile bietet eine geringe Flüssigkeitszufuhr?
•
•
•
•
•
bessere körperliche Belastbarkeit
weniger Medikamenteneinsatz
geringere Belastung von Herz und Kreislauf
schonendere Dialysebehandlung (weniger Komplikationen)
höhere Lebenserwartung
Weitere Einschränkungen sind kaum nötig. Völliger Verzicht ist selten: Oft gilt der Grundsatz, weniger ist
mehr.
Ernährung bei Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse)
Im Gegensatz zur Hämodialyse kann die Ernährung bei der Peritonealdialyse etwas großzügiger gehandhabt
werden; insbesondere die Einschränkung beim Verzehr von Obst und Gemüse ist nicht ganz so streng wie bei
der Hämodialysebehandlung. Trotzdem gilt auch bei der Peritonealdialyse Vorsicht bei der Trinkmenge, beim
übermäßigen Genuss von Obst und Gemüse und bei der Zufuhr von phosphathaltigen Speisen. Eine strenge
Kochsalzreduktion ist bei der PD meist nicht erforderlich. Zusätzlich ist zu beachten, dass das Dialysat Glucose
enthält; deshalb muss die Kohlehydratzufuhr durch das Dialysat bei einer Diätempfehlung berücksichtigt
werden. Da es bei der Bauchfelldialyse zu einem Verlust auch von "fertiggebauten" Eiweißen kommt, ist
besonders auf eine ausreichende Zufuhr vor allem hochwertiger Eiweiße zu achten.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 16 von 19
Dialysepatienten und Sport?
Bewegung ist die Grundlagen allen Lebens, bei gesunden wie bei
chronisch kranken Menschen! Bei allen körperlichen und geistigen
Fähigkeiten gilt das gleiche Prinzip: was nicht regelmäßig trainiert
wird, geht verloren. So führt z.B. Bewegungsmangel zur
Verringerung der Leistungsfähigkeit und der Einbuße von
wichtigen körperlichen Fähigkeiten.
Schonung kann gefährlicher sein als Bewegung!
Insbesondere Hämodialysepatienten leiden überdurchschnittlich häufig an Bewegungsmangel. Durch Ihre
Krankheit haben Sie natürlich immer wieder Phasen, in denen Sie sich schonen müssen. Aber zuviel Schonung
ist gefährlich: Um sich zu schonen, bewegt man sich weniger. Je
weniger man sich bewegt umso schwächer wird u.a. die
Muskulatur. Wer schwache Muskeln hat, bewegt sich noch weniger
(weil schon geringe Belastungen als zu anstrengend empfunden
werden) und davon werden die Muskeln noch schwächer - Ein
Teufelskreis. Die Folgen sind u.a.:
•
•
•
•
Muskeln, Knochen werden abgebaut
Das Herz wird immer weniger belastbar
Der gesamte Organismus wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt
Die Gelenke werden steif
Manche Menschen werden davon so schwach, dass Sie z.B. keine
Treppen mehr steigen können, keine Spaziergänge mehr
unternehmen können oder sogar auf den Rollstuhl angewiesen
sind.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 17 von 19
Dialyse und Urlaub
Da Dialysepatienten auf die regelmäßige Behandlung in einer
Dialysestation angewiesen sind, muss jeder längere Ortswechsel
sorgfältig geplant werden. Das heißt aber nicht, dass sie ganz auf Urlaub
oder Geschäftsreisen verzichten müssen. Wenn der Gesundheitszustand
gut ist, kann ein Umgebungswechsel nicht schaden und verschafft
Abwechslung vom gewohnten Dialysealltag. An vielen Ferienorten
besteht die Möglichkeit, eine so genannte Urlaubsdialyse in Anspruch zu
nehmen. Es gibt sogar Reiseveranstalter, die sich auf den Urlaub für
Dialysepatienten spezialisiert haben. Die Krankenkassen übernehmen grundsätzlich die Kosten für die
Behandlung in einem Urlaubsort im Inland und in vielen Fällen auch die Dialyse bei Auslandsaufenthalten.
Eine Urlaubsdialyse muss rechtzeitig angemeldet und mit dem behandelnden Dialysearzt am Heimatort
abgesprochen werden. Mitunter sind bestimmte Medikamente von den Patienten selbst mitzubringen. Wichtig
ist, dass die hygienischen Verhältnisse am Zielort gut sind.
Die Transplantation
Ablauf:
Wenn aufgrund eingehender Untersuchungen eines Dialysepatienten festgestellt wird, dass die
Nierentransplantation gegenüber der Hämodialyse kein erhöhtes Risiko darstellt, wird er bei der
Datenzentrale Eurotransplant für die Transplantation angemeldet.
Nachdem der Tod eines möglichen Spenders festgestellt und dokumentiert wurde sowie die
Zustimmung zur Organentnahme vorliegt, werden die weiteren für die Transplantation
erforderlichen medizinischen Untersuchungen vorgenommen.
Die ermittelten Resultate, insbesondere von Blutgruppe und Gewebetypisierung, werden einem
Computer bei Eurotransplant in Leiden/Holland eingegeben. Hier sind die medizinisch wichtigen
Daten der zur Transplantation angemeldeten Patienten gespeichert. Fünf Faktoren bestimmen die
Reihenfolge der Organvergabe:
Übereinstimmung der Gewebemerkmale
Berücksichtigung der genetischen Chance (seltene Blutgruppe, seltene Gewebemerkmale)
Wartezeit
Entfernung zwischen dem Ort der Entnahme und dem Empfängerzentrum
Organspendebilanz zwischen den Eurotransplant-Partnerländern
Ein Ärzteteam entnimmt (explantiert) operativ die zur Spende benannten Organe. Diese werden mit
kalter Konservierungslösung so vorbereitet, dass sie zum Krankenhaus des Empfängers transportiert
werden können. Der Empfänger wird dort schnellstens davon unterrichtet, dass ein Spenderorgan
zur Verfügung steht. Er wird vom Transplantationszentrum auf die Operation vorbereitet.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 18 von 19
Risiken:
Jede Transplantation körperfremder Organe löst im Körper des Empfängers immunologische
Abwehrreaktionen aus, die zum Verlust des fremden Organs führen können. Die Reaktionen des
Immunsystems lassen sich mit Medikamenten (Immunsuppressiva) abschwächen. Die so
herbeigeführte Abschwächung der Abwehrreaktionen kann Infektionen beim Patienten begünstigen
und zu weiteren Nebenwirkungen führen.
Diese negativen Effekte sind durch verbesserte Medikamente und geringere Dosen jedoch seltener
geworden. Das Risiko einer Herz-, Lungen- oder Lebertransplantation liegt naturgemäß höher als bei
anderen Organen oder Geweben. Es ist insbesondere auch von der allgemeinen körperlichen
Verfassung des Patienten vor der Organübertragung abhängig.
Die Nierentransplantation
Trotz medizinisch - technischer Fortschritte ersetzt die "künstliche Niere" nicht alle Funktionen der gesunden
Niere. Wohlbefinden und Lebensqualität sind bei den meisten Patienten stark eingeschränkt. Viele Betroffene,
insbesondere Kinder und Jugendliche hoffen deshalb auf ein neues Leben mit einer Spenderniere. Die
Möglichkeit menschliche Organe (von einem Verstorbenen oder einem Verwandten) zu transplantieren, ist
eine einzigartige Chance für chronisch Kranke. Eine gelungene Transplantation bedeutet die Rückkehr zu mehr
Normalität und ein besseres Leben. Die Folgeschäden der Niereninsuffizienz, Blutarmut,
Knochenstoffwechselstörungen, geringere Leistungsfähigkeit und Gefäßprobleme bessern sich nach der
Transplantation meist wesentlich, Diät und Trinkmengenbeschränkung entfallen. Dennoch bleiben
Belastungen: Regelmäßige Medikamenteneinnahme und ärztliche Kontrolluntersuchungen sind zeitlebens
erforderlich. Die Angst vor Abstoßung des verpflanzten Organs und vor Komplikationen bleibt. Die
Entscheidung, sich zur Transplantation anzumelden kann deshalb nur im vertrauensvollen Gespräch zwischen
Patient und Arzt getroffen werden.
Die Entwicklung der Nierentransplantation in Deutschland
Durchgeführte Nierentransplantationen insgesamt:
ca. 470.000 weltweit
über 39.000 in Deutschland
Funktionsrate:
ca. 85% nach einem Jahr
ca. 70% nach fünf Jahren
Nach der Transplantation
Nach einer Organtransplantation wird die Reaktion des Immunsystems durch Immunsuppressiva
unterdrückt bzw. stark vermindert, um eine Abstoßung zu vermeiden. Für die medikamentöse Therapie
wurden bisher überwiegend Ciclosporin, Cortison und Azathioprin eingesetzt. Wie an anderer Stelle erwähnt,
haben diese Medikamente erhebliche Nebenwirkungen. Um mit möglichst niedrigen Dosen diese Risiken
einerseits möglichst zu verringern und andererseits eine ausreichend hohe Immununterdrückung zur
Vermeidung einer Organabstoßung zu erreichen, sind regelmäßige Kontrollen erforderlich.
Stefanie Rentschler, PHV Waiblingen, Seite 19 von 19
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
28
Dateigröße
370 KB
Tags
1/--Seiten
melden