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Handschutz - Risiken, Normen und Materialien – was bei der

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Handschutz - Risiken, Normen und
Materialien – was bei der Auswahl zu
beachten ist
Jens Wagschal
Burggasse 14/IV, A-9020 Klagenfurt, Tel.: 05 0536 22871-22879, Fax: 05 0536 22870,
e-mail: kvak@ktn.gv.at http://www.verwaltungsakademie.ktn.gv.at
Handschutz
Risiken, Normen und Materialien – was
bei der Auswahl zu beachten ist
Jens Wagschal
Agenda
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•
Über Ansell
Unsere Hände
Recht und Verpflichtung
Handschuhnormen - Die EN 374
Handschuhmaterialien
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz
Handschuhnormen – Die EN 388
– Beispiele zum Schnittschutz
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
2
Ansell Snapshot
• Gegründet 1905 in Australia.
• Einer der weltweit führenden Anbieter für Schutzlösungen
• Über 1.2 Mrd $ Umsatz mit über 10,000 Angestellten in 33 Ländern
• #1 oder #2 in jedem unserer Hauptgeschäftsfelder
• Globale Abdeckung in unseren Geschäftsfeldern Medical, Industrial und Sexual
Wellness
• Herstellung von 70% unserer Produkte in hoch effizienten Werken in Ländern
wie Sri Lanka, India, Malaysia, Thailand, Brazil and Mexico
• Geführt an der Australischen Börse (ASX: ANN) mit einer Kapitalisierung von
über US$1.8 Mrd.
• Operative Zentrale in den USA (Red Bank, NJ), Gesetzliche Zentrale in
Australien (Melbourne)
3
Agenda
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Über Ansell ü
Unsere Hände
Recht und Verpflichtungen
Handschuhnormen - Die EN 374
Handschuhmaterialien
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz
Handschuhnormen – Die EN 388
– Beispiele zum Schnittschutz
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
4
Unsere Hände
•
•
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•
Eines der wichtigsten Güter in unserem Leben
Eines der aktivsten Körperteile
– Der Arbeit am nächsten
– Immer und überall präsent
Greiffunktion (Daumen) Hauptunterschied zum Tierreich (anatomisch)
Jede Hand hat
– 34 Muskeln
– 29 größere und kleinere Knochen
– 29 Hauptverbindungsstellen
– 48 Nerven
– Mindestens 123 Bänder
– Ihre Haut ist einzigartig
» Fingerabdrücke
• Stark und ausdauernd und doch äußerst gefühlvoll
» Schützt uns vor Umwelteinflüssen
5
Unsere Hände in der Kunst …
6
… beim Sport
7
…und bei der Arbeit
8
Hände am Arbeitsplatz
•
> 50% aller Arbeitsunfälle passieren zwischen der Hand und dem Ellbogen.
•
54% aller Arbeitsunfälle könnten vermieden werden, wenn geeignete
Schutzhandschuhe getragen würden.
•
80% der Arbeiter in Europa arbeiten mit einem falschen Handschutz…
9
Hautschädigungen durch Chemikalien
10
Warum man Handschuhe tragen sollte
•
•
Schutz
– Mechanischen Gefahren
– Vor Chemikalien (Hautirritation, Verbrennung, Allergien, Krebs)
– Mikroorganismen (Infektionen ->Tod)
– Allergischen Reaktionen
Kosten
– Handschutz günstiger als Unfallfolgekosten
11
Agenda
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Über Ansell ü
Unsere Hände ü
Recht und Verpflichtungen
Handschuhnormen - Die EN 374
Handschuhmaterialien
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz
Handschuhnormen – Die EN 388
– Beispiele zum Schnittschutz
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
12
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) - Definition
Alle Ausrüstungsstücke, die vom Arbeitnehmer zum Schutz vor
lebensgefährlichen und/oder gesundheitsschädlichen Risiken am
Arbeitsplatz getragen oder verwendet werden müssen.
Beispiele: Schutzhandschuhe, Schutzbrillen , Arbeitsschuhe, ...
13
Handschuh Normen / Richtlinien
•
•
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•
•
•
•
PSA Richtlinien 89/656/EWG
PSA Richtlinie 89/686/EWG
EN420 – Allgemeine Anforderungen and Schutzhandschuhe
EN374 – Handschuhe zum Schutz vor Chemikalien und Mikroorganismen
EN388 – Handschuhe zum Schutz vor mechanischen Risiken
EN407 – Handschuhe zum Schutz vor thermischen Risiken
EN511 – Handschuhe für den Kälteschutz
EN421 – Handschuhe zum Schutz vor inisierender Strahlung und radioaktiver
Kontaminierung
EN1149 – Elektrostatische Eigenschaften
En12477 – Schutzhandschuhe für Schweißer
REACH
TRGS – Technische Regeln für Gefahrenstoffe
uvm
14
Verpflichtungen im EG-Recht
Richtlinie 89/686/EWG
Schnittstelle
Richtlinie 89/656/EWG
(Hersteller)
(Vom Hersteller bereitgestellte
Informationen)
(Arbeitgeber)
PSA-Gestaltung in
Übereinstimmung mit den
Grundanforderungen
Anmerkungen zur Anleitung
Bewertung der Risiken
Anwendung des richtigen
Bewertungsverfahrens
Werbeliteratur
Basierend auf den vom
Hersteller bereitgestellten
Informationen
Bereitstellung der richtigen
Informationen zur Auswahl
und Verwendung
Produktkennzeichnung mit EGZeichen und
Konformitätserklärung
Zusätzliche Informationen
Auswahl der richtigen PSA
für die bekannten Risiken
Kundenschulung
Information und Schulung
der Anwender über den
richtigen Einsatz der PSA
15
Verpflichtung für den Arbeitgeber
1. Identifizierung von Gefahrenquellen
• Mechanische Risiken (Schnittwunden, Schwingung, …)
• Chemische Risiken
• Mikrobiologische Risiken
• Thermische Risiken
• Hitze und Feuer
• Kälte
• Stromschlagrisiken
• Strahlen-Kontaminierung durch Ionisierung und Radioaktivität
2. Risikobewertung (Wahrscheinlichkeit und Schwere einer Gefahr)
• Minimal / Mittel / Irreversibel
16
Verpflichtung für den Arbeitgeber
3. Eliminierung von Gefahrenquellen
4. Isolierung von Gefahrenquellen
5. Unterbindung des Betretens von Gefahrenbereichen
6. Überprüfung der persönlichen Schutzausrüstung:
Mechanisch
Thermisch
- Abrieb
- Kälte
- Stiche
- Hitze
- Schnitte
- Flammen
- Risse
- Schmelzmetall
- Elektrostatik
Chemisch
- Spezifische Chemikalien
- Permeationsdurchbruchszeit
- AQL
- Mikro-Organismen
7. Beratung mit Arbeitnehmern
8. Information und Schulung von Anwendern
9. Führung von Aufzeichnungen
10.Kostenlose PSA-Ausgabe
17
EN Kategorien gemäß 89/686/EWG
•
Kategorie I: Handschuhe einfacher Ausführung
–
•
Kategorie II: Handschuhe mittlerer Ausführung
–
•
Nur für Minimale Risiken
Handschue einer einfachen Ausführung zum Schutz gegen minimalen
Risiken.
Dürfen vom Hersteller selbst getestet und zertifiziert werden
Für Mitlere Risiken
Handschuhe zum Schutz gegen mittlere Risiken z.B. für allgemeine
Arbeiten mit einer guten Schitt-, Abrieb- und Durchstichfestigkeit
Müssen von einer unabhängigen akkreditierten Zertifizierungsstelle
getestet und zertifiziert werden – nur diese sind zur Erteilung der CEKennzeichnung berechtigt
Kategorie III: Handschuhe komplexer Ausführung
–
0493
Für Irreversible bzw. Tödliche Risiken
Handschuhe zum Schutz gegen Tödliche oder Irreversible Risiken (z.B.
Chemikalien)
Müssen von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle getestet und
zertifiziert werden.
Hersteller garantiert einheitliche Qualität des Endproduktes
Akkreditierte Zertifizierungsstelle muss neben der CE-Kennzeichnung
durch ID-Nummer angegeben werden
18
EN 420:2003 Allgemeine Anforderungen
an Schutzhandschuhe
Diese Norm legt die allgemeinen Anforderungen für alle Arten von
Schutzhandschuhen fest:
•
Ergonomie
•
Handschuhstruktur
•
Unschädlichkeit
•
Reinigung
•
Tragekomfort und Effizienz
•
Kennzeichnung und Information
Ausnahme : Elektriker- und Medizinhandschuhe
19
Normen
•
Mechanische Risiken (EN 388):
Abrieb (Zyklen – Klasse 1-4)
Schnitt (Faktor - Klasse 1-5)
Reißfestigkeit (in Newton – Klasse 1-4)
Stich (in Newton - Klasse 1-4)
•
Chemische Risiken (EN 374):
Flüssigkeitsdicht, Chemikalienspritzschutz
Chemikalienfest (Vollwertig)
ABC
20
Normen
•
Termische Risiken (EN 407, EN 511):
Brandfestigkeit
Kontakthitzefestigkeit
Konvektionshitzefestigkeit
kleine und große Schmelzmetallspritzer
Konvektionskältefestigkeit
Kontaktkältefestigkeit
Wasserfestigkeit
•
Etc...
21
Agenda
•
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•
•
Über Ansell ü
Unsere Hände ü
Recht und Verpflichtungen ü
Handschuhnormen - Die EN 374
Handschuhmaterialien
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz
Handschuhnormen – Die EN 388
– Beispiele zum Schnittschutz
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
22
Was sind Chemikalien?
•
•
Alle Substanzen, sofern sie nichtlebende Materie sind
Beispiele
– Wasser, Säuren, Laugen
– Benzin, Toluol, Essig
– Stäube
– Pflanzenschutzmittel
– Lacke und Farben
23
Kontaminierungswege
•
Haut & Schleimhäute
~ 30 %
•
Verdauungssystem
~ 10 %
•
Atemwege
~ 60 %
24
Gesundheitsfolgen: Lokale Schädigungen
•
•
•
Die Haut ist eine exzellente Barriere gegen
– Chemikalien und Mikroorganismen
Diese Barriere hält allerdings nur begrenzt stand
– Viele Chemikalien können sie durchdringen
Zeichen einer Schädigung sind
– Rötungen
– Dermatitis
– Verbrennungen durch korrosive Chemikalien
25
Gesundheitsfolgen: Systematische Schäden
HAUT
BLUT
LEBER
NIEREN
GALLENBLASE
URIN
LÖSUNGEN VON
GERINGER
KONZENTRATION
DARMTRAKT
GEHIRN
RÜCKENMARK
NERVENSYSTEM
FETTGEWEBE
CHEMISCHE PRODUKTE
MIT HOHEM
MOLEKULARGEWICHT
26
Entwicklung einer unangemessenen Überempfindlichkeit des menschlichen
Immunsystems gegen ein als Fremdkörper erkanntes Allergen.
27
Allergieprävention
Zwei Allergieformen
mit unterschiedlichen Auslösern
und Symptomen
Typ I
• Systemische Reaktion auf
Latexproteine
• Sofortreaktion (Sekunden bis Minuten)
• Sensibilisierungsphase: 3 Jahre
(Durchschnitt)
Typ IV
• Kontaktallergie: Zusatzstoffe, hauptsächlich
Akzeleratoren
• Verzögerte Reaktion (12 - 72 Std.)
• Sensibilisierungsphase: 12 Jahre
(Durchschnitt)
28
Faktoren, die das Eindringen von Chemikalien beeinflussen
•
•
•
•
Toxikologische Eigenschaft der Chemikalie
Konzentration
Belastung (physikalische Belastung, Zeit, Umgebungstemperatur)
Temperatur der Chemikalie
29
Erschwerende Faktoren
•
•
•
•
•
Allgemeine Hygiene
Unwissenheit (welche Chemikalie)
Vorhandene Irritationen (Verletzungen etc.)
Falscher Handschuh
Alter Handschuh
30
Chemikalienschutz nach EN374
Handschuhe für den Umgang mit
Chemikalien sind grundsätzlich
Produkte der Kategorie 3!
Cat. III
CE xxxx*
* Anzahl der für die
Prüfung 11A oder 11B bevollmächtigten Stellen
Durch die Gefährung könnte die
Gesundheit des Anwenders
irreversibel geschädigt werden.
31
Wenn chemische Substanzen auf Handschuhe treffen
- Reaktionen und Prozesse
Ein chemischer Schutzhandschuh kann eine Barriere gegen Substanzen bilden.
Der Werkstoff ist jedoch durch seine eigene Beschaffenheit nur begrenzt beständig.
Durch den Kontakt mit Chemikalien werden verschiedene Prozesse gestartet.
Die wichtigsten Prozesse nennt man:
• Penetration
• Permeation
• Degradation
32
EN 374 –Penetration
Definition und Meßmethode
•
Das Eindringen einer Chemikalie und/oder eines Mikro-Organismus durch poröse
Materialien, Nähte, Nadellöcher oder andere Fehlstellen eines Schutzhandschuhs auf
einer nicht molekularen Ebene.
– Undichte Nähte
– Fehlstellen(Pinholes)
– Strickgewebe
33
EN 374 – Penetration
Indikatoren auf dem Handschuh bzw. Der Verpackung
Handschuhe dürfen beim Test mit dem Testverfahren gemäß EN 374-2 keine undichte
Stellen aufweisen.
Handschuhe einer Einzelcharge werden gemäß ISO 2859 getestet und geprüft. Der
AQL-Wert (Acceptable Quality Level) und die Inspektionsebenen müssen der
nachstehenden Tabelle entsprechen:
Leistunsgebene
1
2
3
AQL-Wert
< 4,0
< 1,5
< 0,65
Inspektionsebene
S4
GI
GI
Der AQL-Wert beruht auf einem allgemein anerkannten statistischen Verfahren der
Probennahme
Der AQL-Wert wird nicht in Prozent angegeben.
• Er definiert sich als der Grenzwert eines akzeptablen Durchschnittswerts des
Produktionsverfahrens
34
AQL-Bestimmung (ISO 2859)
35
AQL-Bestimmung (ISO 2859)
Mind. AQL 1,5
36
EN 374 - Permeation
•
Der Prozess, bei dem eine Chemikalie
auf molekularer Ebene durch den
intakten Film eines Schutzhandschuhs
dringt.
•
Die Permeation erfolgt in folgenden
Schritten:
•
Absorption von Molekülen der
Chemikalie durch die
Kontaktfläche des Material
•
Ausbreitung der absorbierten
Moleküle im Material
•
Austritt der Moleküle an der
gegenüberliegenden Fläche des
Materials
37
EN 374 - Permeationstest
Prüfmuster
38
EN374 - Permeation
•
•
•
•
•
Permeation ist abhängig von Faktoren
wie:
Handschuhmaterial:
– Zusammensetzung/Mischung
– Herstellungsprozess
– Dicke
Mix von Chemikalien
– Ein Bestandteil kann die
Permeation beschleunigen
Prozess- und
Umgebungstemperaturen
Polarität von Chemikalie & Handschuh
39
Abhängigkeiten
•
•
Steigende Konzentration der Chemikalie:
– Schwefelsäure, 50% Touch N Tuff
– Schwefelsäure, 98% Touch N Tuff
92-600
92-600
Dünnere Schutzschicht des Handschuhs:
– Sol-Vex 37-185.665
0.56 mm Toluol
– Sol-Vex 37-695
0.425 mmToluol
– Sol-Vex 37-675
0.38 mm Toluol
– Touch N Tuff
0.12 mm Toluol
> 480 min.
1 min.
37 min.
28 min.
23 min.
1 min.
Permeationsdurchbruch (min.) bei abnehmender
Schichtstärke d. Schutzfilms
40
35
30
25
20
15
10
5
0
Permeation BTT
(min.)
0.56
0.38
0.12
Handschuhdicke (mm)
40
EN 374 – Permeation
Indikation auf dem Handschuh
•
Durchbruchszeiten werden entweder konkret in Minuten kommuniziert oder in
Permeationslevel.
Permeationsindex
Permeationsdurchbruchzeit (Min.)
•
0
1
2
3
< 10 10 30 60
4
120
5
6
240 > 480
Auf dem Handschuh finden Sie bei vollwertigen Chemikalienhandschuhen – die
Haupteinsatzgebiete/Chemikaliengruppen deklariert durch Buchstaben.
» A – Methanol (Primäralkohole)
» D – Dichlormethan (Chlorinertes Paraffin)
» F – Toluen (Aromatischer Kohlenwasserstoff)
(Die Permeationszeit liegt bei diesen deklarierten Stoffen
bei mindestens 30 min.)
41
Prüfchemikalien gem.
EN 374:2003
KENNBUCHSTABE
CHEMIKALIE
CAS-NUMMER
KLASSE
A
Methanol
67-56-1
Primäralkohol
B
Aceton
67-64-1
Keton
C
Acetonitril
75-05-8
Nitrilverbindung
D
Dichlormethan
75-09-2
Chloriertes Paraffin
E
Schwefelkohlenstoff
75-15-0
Schwefelhaltige organische Verbindung
F
Toluol
108-88-3
Aromatischer Kohlenwasserstoff
G
Diethylamin
109-89-7
Amin
H
Tetrahydrofuran
109-99-9
Heterozyklische und Etherverbindungen
I
Ethylacetat
141-78-6
Ester
J
n-Heptan
142-82-5
Aliphatischer Kohlenwasserstoff
K
Natriumhydroxid 40%
1310-73-2
Anorganische Base
L
Schwefelsäure 96%
7664-93-9
Anorganische Säure
42
Beschränkungen beim Testen von Handschuhen
•
•
•
•
Die ermittelten Durchbruchzeiten gelten immer nur für die reine Chemikalie. Es gibt
keine wissenschaftliche Möglichkeit, eindeutige Vorhersagen für Gemische zu treffen.
Die Permeationsdurchbruchzeit ist NICHT gleich der möglichen Anwendungsdauer
Statische Testform: berücksichtigt nicht andere Faktoren wie die
Umgebungstemperatur
Ansell testet intern die eigenen Handschuhe in einem dynamischen Umfeld (ACPP^)
43
Degradation – kein direkter Bestandteil der EN 374
– Bei der Einwirkung von
Chemikalien können
Handschumaterialien Ihre
Zugfestigkeit verlieren, oder sich
dehnen!
– Wenn dieser Prozess einsetzt ist
die Chemikalie zumeist schon
durch den Handschuh gedrungen
– In der ASTM sind Messungen
festgelegt, welche Aufschluss
über die praxistauglichkeit von
Handschuhmaterialien geben
– Den gesamten Vorgang nennt
man Degradation
Vorher
Nachher
Expansion = 180 %
44
Leistungsindikatoren gem. EN374:2003
•
Altes Piktogramm, das in Verbindung mit nur einem
Permeationsergebnis verwendet werden konnte
•
Neues zu verwendendes Piktogramm für eine
Permeationszeit von über 30 Minuten (Permeationsindex 2)
bei mind. dreien der vorgegebenen 12 Prüfchemikalien
ADF
•
Trifft das nicht zu, dann muss dieses Piktogramm verwendet
werden
•
Dieses Piktogramm darf nur ab Penetrationsstufe AQL 1,5
verwendet werden:
45
Agenda
•
•
•
•
•
•
•
Über Ansell ü
Unsere Hände ü
Recht und Verpflichtungen ü
Handschuhnormen - Die EN 374 ü
Handschuhmaterialien
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz
Handschuhnormen – Die EN 388
– Beispiele zum Schnittschutz
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
46
Polarität des Handschutzmaterials
Butyl
NR
Neoprene
PVC
NBR
PVA
Chemische Resistenz für nicht polare
Substanzen
Chemische-Resistenz für polare
Substanzen
Perchlorethylen
Toluol, Benzol, Xylol
Hexan, Öle
Aceton
MEK
1-Chlorethyl-4isobutylphenylketon
Polarität der Chemikalie
47
Materialien für Schutzhandschuhe: Naturgummilatex
•
Vorteile
•
Nachteile:
– Sehr elastisch
– Nicht Fett-, Öl-Benzin- beständig
– Gute Schnittfestigkeit
– Geringe Reißfestigkeit
– Mittlere Abriebfestigkeit
– Unbeständig gg. CKW
– Säuren, Laugen, Lösemittel
– Hohes Allergierisiko
48
Materialien für Schutzhandschuhe: Nitrilkautschuk (NBRNitrile
Butadiene Rubber )
•
Vorteile
– Mech. Belastbarkeit:
• Schnittfest
• Abriebfest
• Perforationsfest
• Reißfest
• Gut Wärmefest
– Benzin,Öl- und Fettbeständig
– Chemie: Sehr vielseitig
– Äusserst vielseitig einsetzbar
– Geringes Allergierisiko
•
Nachteile:
– Nicht Acetonbeständig
– Nicht bei Verdünnern
– Nicht bei allen CKW
49
Materialien für Schutzhandschuhe: Neopren (PolyChloropren)
•
Vorteile
– Schnittfest
– Öl- und Fettbeständig
– Säuren, Laugen, Lösemittel
– Geringes Allergierisiko (bei
reinem Neopren)
– Gute Hitzebeständigkeit
•
Nachteile:
– Nicht benzinbeständig
– Abriebfestigkeit mittel
– Reißfestigkeit mittel
– Nicht gg. tierische Fette/Öle
– Hochpreisig
– Wenig elastisch
– Allergierisiko wenn auf
Latexträger
50
Materialien für Schutzhandschuhe: Laminatfilm (Barrier)
•
Vorteile:
– Vielseitigster Chemikalienschutz
– Leicht, flexibel, gutes Gefühl
– Preis (Vergl. Zu Butyl/Viton)
– Kein Allergierisiko
•
Nachteile:
– Relativ geringe Schnittfestigkeit
– Mech. Belastbarkeit insges. relativ
gering
51
Materialien für Schutzhandschuhe: PVA (PolyVinylAlkohol)
•
Vorteile:
•
Nachteile:
– Lösemittel: sehr gut
– Sehr empfindlich bei Wasser
– mittlere mechanische
Belastbarkeit
– Nie bei Säuren oder Laugen
einsetzen!
– Gut wärmefest
– Sehr teuer
– Immer gefüttert
– Wenig Modelle
– Geringes Allergierisiko
52
Materialien für Schutzhandschuhe: Butyl
•
•
Vorteile:
– Chemische Bandbreite
Polare Chemikalien
– Speziell gg. Alkohole, einige
Säuren, Gase, Laugen
– Aceton, Phenole
– Aldehyde, Ester, Amine
•
Nachteile:
– PREIS
– Aliphatische & aroma-tische
Kohlenwasser-stoffe
– Chlorkohlenwasserstoffe
53
Materialien für Schutzhandschuhe: Viton ®
•
Vorteile:
– Chemische Bandbreite
– Aliphatische & aromatische
Kohlenwasserstoffe
– Chlorkohlenwasser-stoffe
(z.B.Methylenchlorid)
•
•
Nachteile:
PREIS
– Polare Chemikalien:
• Speziell gg. Alkohole, einige
Säuren, Gase, Laugen
• Aceton, Phenole
• Aldehyde, Ester, Amine
54
Agenda
•
•
•
•
•
•
•
Über Ansell ü
Unsere Hände ü
Recht und Verpflichtungen ü
Handschuhnormen - Die EN 374 ü
Handschuhmaterialien ü
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz ü
Handschuhnormen – Die EN 388
– Beispiele zum Schnittschutz
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
55
Definition der EN Testmethode
•
•
•
•
•
•
Schutzwerte von Persönlichen Schutzausrüstungen werden in der Norm
sehr oft mit Leistungs-Leveln versehen.
Diese Leistungslevel beschreiben den Schutzfaktor.
Level 0 beschreibt, dass der Handschuh unter der minimum Anforderung
der Norm liegt.
Level X beschreibt, das die Messung für das Produkt nicht durchgeführt
wurde bzw. die Testmethode auf das Produkt nicht anwendbar ist.
Leistungslevel 1-5 (EN 388 Schnittschutz) beschreibt die Schnitthemmende
Wirkung eines Handschuhmaterials – 1 niedrig – 5 – hoch.
Die Testverfahren werden unter Laborbedingungen durchgeführt und
entsprechen nicht zwangsläufig den Praxisgegebenheiten am
Arbeitsplatz
56
EN 388 Handschuhe gegen mechanische Risiken
ABCD
•
•
•
Diese Norm gilt für alle Arten von Handschuhen zum Schutz vor physischen oder
mechanischen Verletzungen durch Abrieb, Klingen, Stiche oder Risse
Auch für diese Schutzhandschuhe gilt: Sie müssen den Anforderungen der EN 420
entsprechen
Der Handschuh muss mindestens in einem der vier Leistungsebenen einen Indikator von 1
oder höher erreichen
Einstufung der
Leistungsebene
0
1
2
3
4
5
A – Abriebfestigkeit
(Zyklen)
< 100
100
500
2000
8000
-
B - Schnittfestigkeit
(Faktor)
< 1.2
1.2
2.5
5.0
10.0
20.0
C – Reißfestigkeit
(Newton)
< 10
10
25
50
75
-
D – Stichfestigkeit
(Newton)
< 20
20
60
100
150
-
57
Meßmethoden
•
•
Die offensichtlichste Möglichkeit einen Handschuh auf Schnittschutz zu prüfen ist –
diesen in eine Vorrichtung zu spannen und mit einem Messer bzw. Scharfen
Gegenstand zu zerschneiden.
Die Fa. Edmont entwickelte dazu eine Maschine, die das Zerscheiden eines
Materialss in Abhängigkeit von belastetem Druck(Gewicht) messen konnte.
58
Entstehung der EN - Meßmethode
•
•
•
•
Entwicklungen im Faser-Segment in Frankreich führten zu einem SchnittschutzTester.(ITF Cut-Tester)
Die Apperatur besitzt ein standardisiertes Rundmesser das mit einem konstanten
Druck von 5 Newton auf das Testgewebe einwirkt.
Das Messer wird dabei VOR und ZÜRÜCK über das Testmaterial gezogen.
Die Zyklen bis zum vollständigen Zerschneiden des Werkstoffes sind
ausschlaggebend.
59
EN 388: 2003 - Schnittschutz
•
•
•
•
•
Aus 2 Testexemplaren(Handschuhen) wird der Innehandbereich herausgetrennt.
Beide werden über ein Rundmesser mit einem permanenten Druck von 5 Newton
geprüft.
Der Schnittschutz-Index ergibt sich aus der Anzahl der Zyklen, die das Messer auf dem
Handschuh zurücklegt bis er vollständig zerschnitten ist.
Der Schnittschutz-Index ist ein errechneter Wert, der die Schnittschutz-Klasse des
Handschuhs spezifiziert.
Die Leistung wird durch den niedrigsten Messwert beider Handschuhmuster bestimmt.
EN 388
4342
Leistungsstufe
1
2
3
4
5
Schnittschutz (2.Zahl unter Piktogramm)
>1,2
>2,5
>5
>10
>20
60
Beispiel-Messung: EN 388:2003 – HyFlex® 11-624
•
Der Index wird mathematisch errechnet :
Index = ( avg. Cn + Tn ) / avg. Cn.
Sequence
Control
specimen
Test specimen
Control
specimen
Index
1
1.3
7.3
1.3
6.6
2
1.3
8.7
1.3
7.6
3
1.3
10.3
1.3
8.9
4
1.3
8.8
1.3
7.8
5
1.3
9.3
1.3
8.2
Average 7.8
61
Beispiel-Messung: EN 388:2003 – ProFood® Safeknit® 72-286
•
Der Index wird mathematisch errechnet :
Index = ( avg. Cn + Tn ) / avg. Cn.
Sequence
Control
specimen
Test specimen
Control
specimen
Index
1
1.4
130*
6.3
35.2
2
1.2
130*
6.4
35.2
3
1.2
130*
6.3
35.7
4
1.2
150*
17.3
17.2
5
1.2
160*
15.3
20.4
Average: 29.1
62
Schlussfolgerung und Alternativmessung
•
•
•
Die EN 388 bei hohen Schnittschutzstufen nicht zwangsläufig als Referenz
herangezogen werden, da sich das Testmesser während der Messung sehr stark
abstumpft.
Der INDEX-Wert ist verfälscht und die Aussage über den reellen Schnittschutz
unrealistisch!
ALTERNATIVE:
– Als Alternative zur EN kann für Schnittschutzklasse 4 oder 5 Handschuhe die
EN ISO 13997 herangezogen werden. Die Werte in der Tabelle gelten als
Anhaltspunkt/Empfehlung. Die tatsächliche ISO 13997 basiert auf anderen Werten.
Performance
level
4
5
EN ISO 13997 cutting load
> 13 N
> 22 N
63
EN ISO 13997 / ASTM F 1790
•
Schnittfestigkeit wird über den 20
mm Schnitt gemessen.
•
Die Schnittgeschwindigkeit ist
konstant 2,5 mm/s.
•
Der benötigte Druck zum
Zerschneiden des Werkstücks stellt
das Messergebnis dar.
64
EN ISO 13977 – TDM Cut Test Machine
65
Materialien für Schnittschutzprodukte
•
Ältere Technik für Schnittschutzprodukte
– Mehrlagige Schichten von Naturprodukten wie Leder oder BW
– Metalleinsätze (Panzerungen)
•
Aktuelle Technik für Schnittschutzprodukte – Hochleistungsgarne
1. Para-Aramide
1. Kevlar (Dupont)
2. Twaron (Akzo Nobel)
3. Technora (Teijin)
2. Meta-Aramide
1. Nomex (Dupont)
2. Conex (Teijin)
3. Fenilon (Russian)
3. Hochleistungs(hochmolekulares) Polyethylen
1. Spectra (Honeywell)
2. Dyneema (DSM)
4. Hybridfasern
1. Glass/Polyester
66
Schnittfeste Garne bei Ansell, z.B.:
Dyneema®
•
Dyneema® wird hergestellt aus Polyethylen mit sehr
hohem Molekulargewicht.
•
Stärken::
– Höchster Grad an Schnittschutz im Gewichtsverhältnis
– Hohe Abriebfestigkeit
– Geringes Gewicht
Dyneema
– Sehr flexibel
– Komfort
– Waschbar ohne verlust des Schnittschutzes
400
aramid
235
carbon fiber
195
glass
135
polyester/nylon
steel
85
25
67
Schnittschutz, Schnittfest oder Schnitthemmend?
•
Einen wirklich “Schnittfesten” Handschuh gibt es nicht!*
•
Handschuhmaterialien können lediglich einen Schnittreduzierenden oder
hemmenden Einfluss haben.
•
Je nach Material des Produkts ist die Aussagekraft der Messung unterschiedlich und
es sollten vom Hersteller Alternativ-Messungen angefordert werden.
•
Die Messungen der EN 388 sind nicht mit der Messung nach EN ISO 13997
vergleichbar. Es ergiebt sich hier keine Relation
*bezogen auf Faserbasierende Handschuhe
68
Agenda
•
•
•
•
•
•
•
Über Ansell ü
Unsere Hände ü
Recht und Verpflichtungen ü
Handschuhnormen - Die EN 374 ü
Handschuhmaterialien ü
– Eigenschaften und Beispiele für Chemikalienschutz ü
Handschuhnormen – Die EN 388 ü
– Beispiele zum Schnittschutz ü
Hilfestellungen bei der Auswahl von Handschuhen
69
Praxisnahe Auswahl von Handschuhen
•
Die richtige Auswahl des
Handschutzes beginnt mit der
Analyse des Istzustands.
•
Die Anforderungen an Flexibilität,
Giffsicherheit unter trockenen
oder öligen Bedingungen bzw.
die Hautverträglichkeit des
Handschuhmaterials spielen eine
wichtige Rolle.
•
Alle Einflüsse müssen in Relation
gesetzt werden um die
Handschuhauswahl zielorientiert
zu definieren.
70
Chemikalien-Chart - Farbcodiert
71
Die GUARDIAN® Herangehensweise
•
•
•
Maximieren Sie Ihre SICHERHEIT und die Trageakzeptanz der eingesetzten
Produkte durch die genaue Definition Ihrer Anforderungen.
Definieren und Dokumentieren Sie gemeinsam mit uns Anforderungsprofile die weit
über die Norm hinaus gehen.
Integrieren Sie Produktschutzanforderungen in PSA.
72
Dienstleistungen von Ansell
•Technische Unterstützung
• Chemikalienanalysen
• Technische Auskünfte und Beratung
• Risiko- und Gefahrenanalysen
• Programmrationalisierung
• Gesamtkostenberechnung (TCO)
• Beratung vor Ort
• Lieferung über ausgewählte Handelspartner
73
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Jens Wagschal
Sales Consultant Chemie, Pharma
Ansell GmbH
jwagschal@eu.ansell.com
www.ansell.com
74
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