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1 Was ist Wissenschaft - Fakultät für Angewandte

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Techniken Wissenschaftlichen Arbeitens
in den Sozialwissenschaften
Skript
von Lydia Scheithauer, Stefanie Vogt und Melanie Werner
Fachhochschule Köln
Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften
Soziale Arbeit plus
Stand September 2011
1
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
5
1 Was ist Wissenschaft?
7
1.1
Wissenschaftliche Standards
1.2
Erkenntnisse gewinnen
9
10
2 Die wissenschaftliche Recherche
13
2.1
Textarten
13
2.2
Die Recherche im Internet
20
2.3
Recherche in Bibliotheken und Datenbanken
2.3.1 Recherche in der Fachhochschulbibliothek
2.3.2 Der Kölner Bibliothekskatalog
2.3.3 Karlsruher Virtueller Katalog
2.3.4 Elektronische Zeitschriftenbibliothek
2.3.5 Metadatenbank Digibib
2.3.6 Zeitschriften-Datenbanken
2.3.7 Springer-Links
2.3.8 Weitere Recherchen
23
24
27
28
28
29
31
32
35
2.4
Recherchetechniken
35
2.5
Literatur beschaffen
37
2.6
Literatur auswählen
39
3 Die schriftliche Arbeit
41
3.1
Von der groben Idee zum Thema
43
3.2
Einen Überblick verschaffen
47
3.3
Eine Fragestellung entwickeln oder verfeinern
47
3.4
Von der Fragestellung zur Gliederung
49
3.5
Das Exposé
50
3.6
Lesen
53
3.7
Wissenschaftlich Schreiben
3.7.1 Belege im Text
3.7.2 Belege im Literaturverzeichnis
3.7.3 Plagiat
3.7.4 Das Formatieren eines wissenschaftlichen Textes
3.7.5 Klar und verständlich schreiben
53
54
62
65
67
68
3.8
70
Letzte Korrekturen
3.9
Teile eines wissenschaftlichen Textes
3.9.1 Das Deckblatt
3.9.2 Das Inhaltsverzeichnis
3.9.3 Weitere Verzeichnisse
3.9.4 Die Einleitung
2
72
72
76
77
77
3.9.5
3.9.6
3.9.7
Der Hauptteil
Der Schluss
Das Literaturverzeichnis
78
79
79
4. Arten von schriftlichen Arbeiten
80
4.1
Die Haus- und Abschlussarbeit
80
4.2
Das Paper
81
4.3
Textanalyse
81
4.4
Das Essay
83
4.5
Das Portfolio
84
4.6
Das Protokoll
85
5 Umgang mit Texten
89
5.1
Das Exzerpt
90
5.2
Textverstehensstrategien für verschiedene Lernstile
92
6 Die Präsentation
94
6.1
Visualisieren
98
6.2
Das Handout
99
6.3
Diskussion und Moderation
101
6.4
Das Feedback
103
7 Schluss
104
Literaturverzeichnis
106
3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Erweiterte Such mit base-search
Abbildung 2: Erweiterte Recherche mit Scirus
Abbildung 3: Digilink
Abbildung 4: Angebote der Fachhochschulbibliothek
Abbildung 5: Erweiterte Suche im Online-Katalog der Fachhochschulbibliothek
Abbildung 6: Kölner Bibliothekskatalog
Abbildung 7: Karlsruher Virtueller Katalog
Abbildung 8: Digibib
Abbildung 9: Recherche nach Zeitschriftenartikel mit FIS-Bildung
Abbildung 10: Operatoren
Abbildung 11: Fernleihe
Abbildung 12: Arbeitsschritte einer schriftlichen Arbeit
Abbildung 13: Mindmap
Abbildung 14: Literatur auswählen
Abbildung 15: Aufbau einer Textanalyse
Abbildung 16: Mindmap zu einem Essay
Abbildung 17: Ablauf eines Referats
21
22
24
25
26
27
28
30
32
37
38
42
45
47
82
83
95
Tabellenverzeichnis
Tabelle. 1: Überblick Textarten
Tabelle. 2: Wissenschaftliche Suchmaschinen im Überblick
Tabelle 3: Überblick über Kataloge und Datenbanken zur Literaturrecherche
Tabelle 4: Recherchetechniken bei der Recherche in Katalogen
Tabelle 5: Unterscheidung beschreibende und analytische Arbeiten
Tabelle 6: Überblick über unterschiedliche Argumentationslinien
Tabelle 7: Überblick Belege im Text
Tabelle 8: Zitierregeln in der Übersicht
Tabelle 9: Übersicht über Belege im Literaturverzeichnis
Tabelle 10: Checkliste für schriftliche Arbeiten
Tabelle 11: Ergebnis- und Verlaufsprotokoll
Tabelle 13: Textverstehensstrategien
Tabelle 14: Übersicht über Möglichkeiten zur Visualisierung von Inhalten
4
16
23
34
37
43
49
56
61
64
71
85
93
99
Einleitung
Herzlichen Glückwunsch! Sie sind StudentIn unserer Hochschule und werden sich in den
nächsten drei Jahren intensiv mit Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit
auseinandersetzen.
Im
Studium
lernen
Sie,
ihr
Handeln
auf
der
Grundlage
wissenschaftlicher Erkenntnissen zu reflektieren. Sie werden im Laufe Ihres Studiums
deshalb selbst ein wenig zur WissenschaftlerIn werden und sich wissenschaftliche
Denkweisen zu Eigen machen. Gleichzeitig erlernen Sie wissenschaftliche Techniken,
beispielsweise das Präsentieren oder das Schreiben von Hausarbeiten. Beides, die
wissenschaftliche Haltung und die wissenschaftlichen Techniken, sind Voraussetzung für
einen gelungenen Start in den Beruf – unabhängig davon, ob Sie an der Hochschule
bleiben möchten oder nicht. Denn auch in der praktischen Sozialen Arbeit müssen Sie
nicht nur Vorurteile in Frage stellen können (wissenschaftliche Haltung), sondern
beispielsweise auch Gutachten und Projektanträge schreiben können (wissenschaftliche
Techniken).
Im ersten Semester des Bachelor-Studiengangs „Soziale Arbeit“ besuchen Sie deswegen
ein Seminar in den „Techniken wissenschaftlichen Arbeitens“. Die Grundlagen, die Sie hier
erwerben, werden Sie im Laufe Ihres Studiums stetig begleiten. Sie werden sie immer
wieder erproben, erweitern und festigen.
Mit diesem Skript möchten wir Sie beim wissenschaftlichen Arbeiten unterstützen. Es
basiert auf vielen Seminaren zu Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Unser Dank gilt
deswegen allen KollegInnen, die uns ihre Seminarunterlagen zur Verfügung gestellt
haben. Insbesondere möchten wir an dieser Stelle Frau Prof. Dr. Zorn für die Hinweise zu
Datenbanken und Recherchetechniken, Frau Prof. Dr. Brosey für die Ergänzungen zum
korrekten Zitieren von Gesetzen, Herrn Prof. Dr. Urselmann für die Anmerkungen zum
geisteswissenschaftlichen Belegsystem sowie Herrn Prof. Dr. Thimmel und Herrn Prof. Dr.
Sadowski für die tatkräftige Unterstützung beim Lektorieren des Skripts danken. Wir sehen
dieses Skript als „work in progress“ an, das sich durch die Rückmeldung von Studierenden
und DozentInnen immer weiter verbessern wird. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung an
melanie.werner@fh-koeln.de,
lydia.scheithauer@fh-koeln.de,
koeln.de.
5
oder
stefanie.vogt@fh-
Zu Beginn dieses Skripts legen wir noch einmal dar, was Wissenschaftlichkeit und eine
wissenschaftliche Haltung ausmacht. Anschließend erläutern wir die verschiedenen
wissenschaftlichen Techniken.
Sollten Sie dennoch einmal nicht weiter kommen, nutzen Sie die zusätzlichen Angebote
von Sozialer Arbeit
plus
. Jeden Freitagnachmittag haben Sie in der „offenen TWA-
Werkststatt“ die Möglichkeit, die in diesem Skript vorgestellten Techniken an Ihren
Beispielen einzuüben. Näheres dazu erfahren Sie im Programm von Sozialer Arbeit plus.
Noch eine Anmerkung zur Sprache: Wir möchten mit diesem Skript Männer und Frauen
gleichermaßen ansprechen. Wenn wir von Männern und Frauen sprechen, benutzen wir
die weibliche Form mit dem Binnen-I. In den Veranstaltungen des Instituts für
Geschlechterstudien werden Sie mehr darüber lernen, wie Sprache Wirklichkeit
konstruiert.
6
1 Was ist Wissenschaft?
„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ (von Goethe 1986, S. 32). Das
Erkennen ist Ziel aller Wissenschaften. In der Sozialen Arbeit möchten wir die Ursachen
und Zusammenhänge sozialer Probleme sowie außerschulische Bildungszusammenhänge
„erkennen“, d.h. beschreiben, analysieren und bewerten. Auf der Suche nach Erkenntnis
oder Wahrheit müssen Sie sich nicht wie Dr. Faust mit dem Teufel einlassen. Es ist völlig
ausreichend, wenn Sie sich Ihrer Vernunft bedienen. Das ist jedoch nicht so einfach, da wir
in der Sozialen Arbeit immer schon eine Idee von den Dingen haben, die vor uns liegen.
Vielleicht haben Sie schon erste praktische Erfahrungen in der Sozialen Arbeit sammeln
können, sicherlich aber können Sie sich an eigene Erfahrungen mit Einrichtungen der
Sozialen Arbeit, wie Jugendzentren oder Kindergärten erinnern. Auch die Medien
berichten immer wieder über Soziale Probleme und Menschen, die scheinbar „Probleme
machen“. Es ist in der Sozialen Arbeit schlichtweg nicht möglich, unvoreingenommen zu
sein. Sie können aber erlernen, Ihre eigenen Vorannahmen immer wieder in Frage zu
stellen. Sind es wirklich nur Kinder mit Migrationshintergrund, die Probleme mit der
Sprache haben? Was spricht eigentlich gegen Altenheime? Ist Alkoholkonsum bei
Jugendlichen wirklich ein Problem? Gehen Sie mit offenen Augen durch Studium und
Praxis und stellen Sie das Erlernte und Erlebte immer wieder in Frage, beispielsweise mit
folgenden Fragen:

Könnte es nicht auch ganz anders sein?

Wie würde eine Person die Situation beschreiben und erklären, die eine ganz
andere Sichtweise auf die Welt hat, als ich (eine ManagerIn, ein Mensch aus dem
Mittelalter, eine PolitikerIn, ein Außerirdischer…)?

Stellen Sie sich jemanden vor, der eine Gegenposition zur ihrer Annahme
einnimmt. Was würde diese Person auf Ihre These antworten?
Sein eigenes Weltbild immer wieder in Frage zu stellen, ist nicht nur ein guter Weg eine
gute WissenschaftlerIn zu werden, sondern führt dazu sich auch im Berufsleben nicht von
Vorurteilen leiten zu lassen.
Engelke, Borrmann und Spartscheck (vgl. 2009, S. 164) unterscheiden Alltagswissen und
wissenschaftliches Wissen wie folgt:
7
Alltagswissen
Wissenschaftliches Wissen
Lebenswelt
Wissenschaftswelt
schlichte Beobachtung
Reflektierte Beobachtung
Einmalig oder wiederholt
Systematisch wiederholt (gezielte Forschung)
Lebenserfahrung
Wissenschaftliche Erkenntnis
Umgangssprache
Wissenschaftliche Sprache
Alltagstheorien
Wissenschaftliche Theorien
Zufällige Überprüfung im Alltag
Systematische Überprüfung
Alltagswissen entsteht durch schlichte Beobachtung in der Lebenswelt. Diese
Beobachtungen werden einmalig oder auch häufiger gemacht. Alltagswissen speist sich
weiterhin aus der Lebenserfahrung. Sie wird zufällig im Alltag überprüft und führt dann zu
Alltagstheorie. Wenn Sie zum Beispiel gerne Karneval feiern, dann könnte bei Ihnen die
Alltagstheorie „Kölner sind offene und spontane Menschen“ entstanden sein. Diese
Theorie entstand aber durch eine einmalige oder wiederholte Beobachtung, die nur im
Alltag überprüft wurde. Wir wissen weder, ob alle Kölner offen sind, noch ob sie immer
offen sind. In der Alltagstheorie müssen wir nicht definieren, was wir mit „offen“ meinen,
dies ist in der Umgangssprache definiert. Die Beobachtungen in der Wissenschaftswelt
sind hingegen reflektiert und werden systematisch wiederholt. Wissenschaft würde zum
Beispiel fragen, unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind, mit fremden Menschen
zu feiern. Wissenschaft könnte zum Beispiel die These aufstellen, dass dies mit dem
Selbstbild der Kölner zusammenhängt. Sie würde definieren, was genau mit Selbstbild
gemeint ist und diese These, beispielsweise durch Interviews, systematisch überprüfen.
Das Beispiel zeigt: Wenn Sie mit einer wissenschaftlichen Haltung durch Studium und
Beruf gehen, stellen sich eine Menge Fragen. Wie beantworten Sie nun all diese Fragen? In
den meisten Fällen werden Sie sich Bücher, Aufsätze und Studien beschaffen und
versuchen, darin auf Ihre Frage eine Antwort zu finden. Wenn Sie aus der Literatur Ihre
Antwort herausfiltern wollen, so wird dies Literaturanalyse genannt. Von Hermeneutik
spricht man, wenn Sie durch die Lektüre von Texten zu einem immer besseren Verständnis
8
des Gegenstandes kommen. In manchen Fällen werden Sie aber auch selbst Daten
erheben und mit deren Hilfe Ihre Frage beantworten. In diesem Fall spricht man von einer
„empirischen Arbeit“, Sie überprüfen Ihre Frage an der Wirklichkeit.
Egal, ob Sie eine empirische oder eine Literaturarbeit schreiben, müssen Sie Ihre Arbeit
erstens an den aktuellen Stand der Wissenschaft anknüpfen. Zweitens müssen Sie Distanz
zu Ihrem Thema wahren. Sie dürfen nicht für die eine oder andere Seite „Partei“ ergreifen,
sondern müssen möglichst objektiv auf der Suche nach Wahrheit bleiben. Ihre Meinungen
zu einem Thema sind bis zu dem Punkt, an dem Sie diese belegt oder widerlegt haben,
immer nur Thesen bzw. Hypothesen. Am Ende einer wissenschaftlichen Arbeit haben Sie
an Erkenntnis gewonnen. Diese Erkenntnis ist immer nur vorläufig: Was heute als
gesichertes Ergebnis gilt, kann schon morgen durch neuere Studien widerlegt werden.
Welches „Handwerkzeug“ benötigen Sie, um wissenschaftlich arbeiten zu können? Sie
müssen erstens eine wissenschaftliche Haltung entwickeln. Zweifel, Neugier und Vernunft
sollten Sie von nun an begleiten. Sie benötigen zweitens Methoden, die Sie bei der
Erkenntnisgewinnung unterstützen. Hierzu gehören nicht nur Forschungsmethoden,
sondern alle Techniken, die Sie bei der Erfassung und Ordnung von Wissen unterstützen,
beispielsweise das Exzerpt und das Abstract, aber auch die Mitschrift oder das Protokoll.
Damit Wissenschaft und Praxis an Ihren Ergebnissen teilhaben können, erlernen Sie
drittens, wie man Ergebnisse schriftlich und mündlich präsentieren kann. Ähnlich wie das
Werkzeug im Handwerk genormt ist, liegen auch den Techniken wissenschaftlichen
Arbeitens bestimmte Standards zu Grunde.
1.1 Wissenschaftliche Standards
Alles, was Sie in der Wissenschaft schreiben oder präsentieren, muss belegt werden –
entweder durch eine wissenschaftliche Quelle oder durch eine logische und saubere
Argumentation. Ihre Arbeit muss für jeden objektiv nachvollziehbar sein. Wer eine
wissenschaftliche Arbeit liest oder eine wissenschaftliche Präsentation hört, kann stets
erkennen, aufgrund welcher Fakten und Beweise die AutorIn zu ihren Schlussfolgerungen
gekommen ist und auf welche anderen WissenschaftlerInnen sie sich beruft. Anders
ausgedrückt: In der Wissenschaft dürfen Sie es nicht Ihren LeserInnen oder ZuhörerInnen
überlassen, was Sie mit einer Aussage meinen. Ihre Aussage muss so präzise sein, dass sie
keinen Platz für Missverständnisse lässt. Deshalb müssen Sie Fachbegriffe kennen und
9
anwenden. Sie müssen definieren, was Sie – in Anlehnung an welche AutorIn – unter
diesen Begriffen verstehen.
Im ersten Semester werden Sie vor allem Inhalte korrekt wiedergeben müssen. Schon bald
werden Sie das Dargestellte auch analysieren. Darstellung und Analyse müssen Sie in Ihrer
Arbeit sauber trennen.
Zur Einführung:
Engelke, Ernst; Spatscheck, Christian; Borrmann, Stefan (2009): Die Wissenschaft Soziale
Arbeit. Werdegang und Grundlagen. 3., überarb. und erw. Aufl. Freiburg im
Breisgau: Lambertus.
Plöger, Wilfried (2003): Grundkurs Wissenschaftstheorie für Pädagogen. Paderborn: Fink
(UTB, 8264).
1.2 Erkenntnisse gewinnen
Wissenschaftliches Wissen können Sie sich wie einen Berg vorstellen: WissenschaftlerInnen
aber auch PraktikerInnen haben diesen Erkenntnisberg zusammengetragen. Jede
WissenschaftlerIn bedient sich nun des Berges und sorgt gleichzeitig dafür, dass er weiter
wächst.
„Die Bergmetapher soll verdeutlichen, dass Forschen sowohl das Zusammentragen schon
vorhandener Primär- und Sekundärmaterialien und deren Betrachtung unter einem neuen
Blickwinkel [Hervorhebung M.W.] umfasst wie auch die Erzeugung neuen Materials“ (Spoun,
Domnik 2004, S. 71).
Woher wissen wir, dass eine Theorie stimmt? Empirische Forschung überprüft Theorien an
der Realität oder generiert durch die Beschreibung der Realität neue Theorien. So greifen
Theorie, Empirik und Praxis ineinander.
Man unterscheidet zwischen qualitativer und quantitativer Sozialforschung. Der Begriff
„quantitativ“ verweist darauf, dass es hier um eine Vielzahl von Daten geht, mit deren Hilfe
man eine Theorie oder einen Teil einer Theorie, eine Hypothese, testet. Quantitative
Sozialforschung überprüft also, ob eine allgemeine Hypothese auf alle übertragbar ist, sie
möchte repräsentativ sein. Das Schließen vom Allgemeinen auf das Besondere nennt man
„deduktiv“. Quantitative Forschung hat eine große Stichprobe, deswegen werden die
Daten meist mit dem Computer ausgewertet. Das klassische Erhebungsinstrument ist der
Fragebogen. Ergebnis sind Statistiken, die häufig in Form von Tabellen und Grafiken
dargestellt werden. Diese Statistiken beschreiben und erklären die Wirklichkeit: Ergebnis
einer quantitativen Untersuchung könnte beispielsweise sein, dass Menschen, die als
Kinder viel Gewalt erfahren haben, zur Gewalttätigkeit neigen. Quantitative Studien
10
können jedoch nicht erklären, warum das so ist und was die Menschen zu ihren
Handlungen bewegt. An diesem Punkt setzt die qualitative Forschung an. Man sagt auch:
Quantitative Forschung geht in die Breite, qualitative Forschung in die Tiefe eines
Gegenstandes.
Qualitative Sozialforschung nimmt ihren Ausgang an der „Struktur der Lebenswelt, wie sie
von Menschen in ihrer natürlichen Einstellung erfahren wird, von Menschen also, die in
soziokulturelle Welt hineingeboren werden, sich in ihr zurecht finden und mir ihr zurecht
kommen müssen“ (Schütz 1971, S. 167)
In der qualitativen Sozialforschung wird soziales Handeln aus mehreren Perspektiven auf
seinen Sinn hin befragt. Bezogen auf das oben genannte Beispiel würde qualitative
Forschung zum Beispiel den gewalttätigen Vater fragen, wie Konflikte in seiner
Herkunftsfamilie gelöst wurden bzw. wie er selbst Konflikte erlebt hat. Sie könnten aber
auch eine ExpertIn nach Ihren Erfahrungen befragen. Typische Methoden der qualitativen
Sozialforschung sind narrative und leitfadengestützte Interviews, teilnehmende
Beobachtungen oder Gruppendiskussionen. Die Theorie entsteht im Laufe des
Forschungsprozesses „induktiv“, d.h. man schließt dabei vom Speziellen auf das
Allgemeine. Qualitative Forschung ist somit eher thesengenerierend, während die
quantitative Sozialforschung eher thesenüberprüfend ist. Beide Richtungen haben ihre
eigenständige Gültigkeit.
In den meisten Fällen werden Sie nicht selbst forschen, sondern eine sogenannte
„Literaturarbeit“ schreiben. Hierauf werden wir in unserem Skript auch den Schwerpunkt
legen. Darüber hinaus werden Sie im Laufe Ihres Studiums auch erste Grundkenntnisse in
der empirischen Sozialforschung erwerben. Sie können dann in der Praxis beispielsweise
eine Evaluation oder eine Bedarfsanalyse nach wissenschaftlichen Standards durchführen.
Möglicherweise bekommen Sie auch Lust dazu, diese Kenntnisse in einem
Masterstudiengang zu vertiefen. Viele DozentInnen werden Ihnen aus eigenen
Forschungsarbeiten berichten und Sie ermutigen, kleinere eigene Forschungsarbeiten zu
erstellen oder in einem Lehr-Forschungsprojekt mitzuarbeiten. Nutzen Sie die
Gelegenheiten, Einblicke in die Forschung in der Sozialen Arbeit zu erhalten und werfen
Sie immer auch einen Blick auf die Methodik.
11
Wie zuvor beschrieben gleicht das wissenschaftliche Wissen einem Berg. Damit Sie nicht
das erforschen, was schon bekannt ist, müssen Sie den aktuellen Forschungsstand kennen.
Wie Sie diese Literatur finden und auswählen, erfahren Sie im nächsten Kapitel.
Zur Einführung:
Schaffer, Hanne Isabell (2009): Empirische Sozialforschung für die Soziale Arbeit. Eine
Einführung. 2., überarb. Aufl. Freiburg im Breisgau: Lambertus (Studienbuch Soziale
Arbeit).
Schneider, Armin (2009): Forschungsperspektiven in der Sozialen Arbeit. Schwalbach/Ts:
Wochenschau-Verl. (Grundlagen Sozialer Arbeit).
Vertiefend zum Beispiel:
Flick, Uwe (2009): Sozialforschung: Methoden und Anwendungen. Ein Überblick für die BAStudiengänge. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Mayring, Philipp (2002): Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu
qualitativem Denken. 5., überarb. Aufl. Weinheim: Beltz Studium.

Die Publikation: „Projekte und Publikationen der FH Köln“ gibt Ihnen einen guten
Überblick über die Forschungen Ihrer ProfessorInnen. Sie können diese Publikation auf
der Homepage der Fachhochschule Köln herunterladen (http://www.presse.fhkoeln.de/publikationen/u/01073.php, letzter Zugriff 22.07.2011).

Mit dem Programm „GrafStat“, welches Sie kostenlos herunterladen können
(http://www.grafstat.de), können Sie kleine Fragebogenuntersuchungen selbst
durchführen. Das Programm ist recht einfach zu bedienen, ermöglicht aber
umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten, die für ein Bachelorstudium ausreichen. Bei
Soziale Arbeit plus können Sie dieses Programm erlernen.
12
2 Die wissenschaftliche Recherche
Für das Schreiben von Hausarbeiten oder die Vorbereitung einer Präsentation müssen Sie
sich in Ihr Thema einlesen. Dazu müssen Sie passende Literatur finden. Lesen Sie sich
dieses Kapitel komplett durch, bevor Sie mit der Recherche beginnen. Für eine gute
Recherche müssen Sie wissen, welche Quellen sich für eine wissenschaftliche Recherche
eignen, wo und wie Sie diese Quellen finden.
2.1 Textarten
Nach welchen Textarten Sie recherchieren, ist abhängig von der Art des Textes, den Sie zu
schreiben haben, von ihrem Vorwissen und von der wissenschaftlichen Verwendbarkeit
des Textes. Werden Studierende vor die Aufgabe gestellt, eine Literaturrecherche
durchzuführen, suchen sie meistens nach Büchern. Bücher, die nicht aus einzelnen
Aufsätzen bestehen, sondern ein eigenständiges und in sich geschlossenes Werk
darstellen (Monographien), haben aber auch einen Nachteil: Bis ein Buch geschrieben,
korrigiert und schließlich gedruckt ist, vergeht eine Menge Zeit. Den aktuellen
Forschungsstand finden Sie deswegen eher seltener in Büchern. Wenn Sie eine sehr
spezifische Fragestellung haben, ist es schwierig ein passendes Buch zu finden, Sie werden
vielmehr mit einer Vielzahl von Büchern gleichzeitig und ausschnittsweise arbeiten. Wenn
Sie noch kein Vorwissen zu einem Thema haben, kann ein Blick in ein Handbuch oder ein
Lexikon ein guter Ausgangspunkt für eine Recherche sein. In einem guten Handbuch
fassen ExpertInnen den derzeitigen Stand der Wissenschaft zu einem bestimmten Thema
auf wenigen Seiten zusammen. Sie bekommen so schnell einen Überblick. Das
Literaturverzeichnis ist eine ergiebige Quelle für weitere Recherchen.
Wenn Sie an den aktuellen Diskurs anschließen möchten, empfiehlt sich aufgrund ihrer
Aktualität die Lektüre von Fachzeitschriften.
Auch im Internet finden Sie sehr schnell und bequem Material zu einem Thema. Leider
birgt das Internet auch viele Fallstricke:
Im Internet kann jedeR publizieren. Das hat den Vorteil, dass es zu einer großen
Vermehrung von Wissen kommt. Der Nachteil ist, dass die Informationen im Internet von
ganz unterschiedlicher Qualität sind. Bei Internetquellen müssen Sie deshalb besonders
sorgfältig überprüfen, wer hinter der Quelle steckt und ob sie seriös ist.
13
Besonders beliebt ist die Suchmaschine Google. Google hat aber einen großen Nachteil.
Diese Suchmaschine sortiert die Ergebnisse nach der Anzahl ihrer Verlinkung: Seiten, die
häufig verlinkt werden, erscheinen in der Ergebnisliste ganz oben, Seiten auf die kaum
jemand einen Link gesetzt hat, erscheinen zum Schluss. Sie sehen, die Platzierung von
Internetartikeln hat auch mit Geschäftsinteressen zu tun. Hochwertige Internetseiten, die
nur wenig auf anderen Seiten verlinkt sind, werden Sie mit Google nicht finden.
Eine beliebte Internetseite ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Wikipedia ist eine gute
Quelle, um sich einen Überblick über ein Thema zu verschaffen. Bewahren Sie dabei aber
immer einen kritischen, also wissenschaftlichen Blick: Sie wissen nicht, wer den Text
geschrieben hat, noch von welcher Qualität der Text ist. Aus diesem Grund dürfen Sie
Wikipedia als Überblick nutzen, müssen dann aber nachrecherchieren und dürfen auf
keinen Fall aus Wikipedia zitieren.
Welche Webseiten sind also zu empfehlen? Informationen von öffentlichen Einrichtungen
wie Forschungsinstituten, Hochschulen, Ministerien und Wohlfahrtsverbänden können Sie
nutzen. Daneben gibt es zahlreiche Internetseiten zur Sozialen Arbeit, die sehr gute
Informationen enthalten oder zu seriösen Websites verlinken. Dennoch gilt immer: Fragen
Sie kritisch nach, wer hinter einer Website steckt, ein Klick auf „über uns“ oder „Impressum“
gibt Ihnen einen ersten Eindruck. Wie für jede Quelle gilt: Bewahren Sie eine kritische
Distanz und finden Sie heraus, ob die AutorIn des Beitrags in der Wissenschaft eine
Bedeutung zugesprochen wird – als sogenannte ReferenzautorIn gilt.
Die folgende Tabelle stellt das Spektrum an Literatur dar. Inwieweit eine Quelle in einer
wissenschaftlichen Arbeit Verwendung finden kann, hängt immer von der Qualität der
vorliegenden Quelle ab und lässt sich nicht verallgemeinern. Allgemeine Lexika,
Internetseiten, deren Urheber nicht genannt sind, Publikationen, die nicht von Dritten
einsehbar sind, sowie populärwissenschaftliche Literatur sind nicht zitierwürdig. Ziehen
Sie, wann immer möglich, die Primärquelle heran.
14
Art der Quelle
Allgemeines
Lehrbuch der
Sozialen Arbeit
Typische Eigenschaft
Breiter Überblick über das generelle
Themengebiet,
verarbeiteter
Inhalt
vergleichsweise alt; Qualität variiert
teilweise erheblich;
Verwendungsmöglichkeit
Thema einordnen, einen ersten Überblick
erhalten, zitierwürdigkeit zum Teil umstritten, da
keine Primärliteratur
Beispiel
Schilling, Johannes; Zeller, Susanne (2010): Soziale Arbeit.
Geschichte, Theorie, Profession ; mit 5 Tabellen und 160
Übungsfragen. 4., überarb. München: Reinhardt.
Spezielles Lehrbuch
der Sozialen Arbeit
Überblick
über
das
eigentliche
Themengebiet,
verarbeiteter
Inhalt
vergleichsweise alt, Qualität variiert
teilweise erheblich, keine Primärliteratur
Breites Spektrum an diskutierten Themen
von verschiedenen Autoren, einzelne
Themen stehen in der Regel unverbunden
nebeneinander. Qualität einzelner Artikel
kann variieren
Knappe Darstellung zentraler Begriffe
Thema in
einordnen.
Kuhlmann, Carola (2011): Geschichte Sozialer Arbeit. Eine
Einführung für soziale Berufe. Schwalbach am Taunus:
Wochenschau-Verl. (Grundlagen Sozialer Arbeit).
Sammelband/
Handbuch/
Herausgeberwerke
Lexikon/Enzyklopädie
der Sozialen Arbeit
oder anderer
Fachgebiete
(Soziologie,
Philosophie)
Allgemeine Lexika
Monographie
Studien/Reporte
Fachzeitschriften
das
eigentliche
Themengebiet
Überblick über das Thema gewinnen.
Thole, Werner (Hrsg.) (2010): Grundriss Soziale Arbeit.
Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
Zentrale Begriffe nachschlagen
Feuerhelm, Wolfgang (Hrsg.) (2007): Taschenlexikon der
Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 5., völlig neu bearb.
Aufl. Wiebelsheim: Quelle & Meyer.
Allgemeine
Erklärungen
zu
einem
bestimmten Thema, wendet sich an die
Allgemeinheit, für eine Fachpublikation zu
unspezifisch, in der Regel nicht zitierwürdig
Fokussierung eines Themas, je nach
Erscheinungsdatum aktuell, Qualität sehr
unterschiedlich
Aktuelle Erkenntnisse/Daten zu einem
bestimmten Thema, Primärdaten, häufig
herausgegeben von Instituten oder
Ministerien, hoher Anteil grauer Literatur
Unbekannte
Begriffe
Allgemeinwissen auffrischen
Wissenschaftlich; aktuell; hochwertige von
Spezifisches Wissen zu konkreten Themen
nachschlagen,
Vertiefung eines Themas
Auswerten und Einbinden in Bezug auf die
Fragestellung
15
Prechtl, Peter; Burkhard, Franz-Peter (Hrsg.) (2008): Metzler
Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen. 3. Aufl.,
Stuttgart, Weimar: Verlag J. B. Metzler.
Kraif, Ursula (Hrsg.) (2007): Duden, das Fremdwörterbuch.
Auf der Grundlage der neuen amtlichen
Rechtschreibregeln; 9., akt. Aufl. Mannheim: Dudenverl.
Wendt, Wolf Rainer (1990): Ökosozial denken und handeln.
Grundlagen und Anwendungen in der Sozialarbeit.
Freiburg im Breisgau: Lambertus.
Munz, Eva; Cloos Bertram (2009): Sozialberichtserstattung
Nordrhein-Westfalen. Prekäre Lebenslagen von Kindern
und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen.
Herausgegeben vom Ministerium für Gesundheit und
Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf.
http://www.mags.nrw.de/sozber/sozialberichterstattung_
nrw/aktuelle_berichte/Prekaere_Lebenslagen_von_Kinder
n.pdf, [Zugriff: 02.08.2011].
Sozialmagazin. Die Zeitschrift für Soziale Arbeit.
anderen WissenschaftlerInnenn referierte
Beiträge
Abhandlung eines sehr speziellen
Themengebietes; „neues Wissen“, das zur
Diskussion gestellt wird, Stellungnahme zu
einem bestimmten Thema
graue Literatur
sammeln (inkl. theoretische Erkenntnisse,
empirische Befunde)
Spezifisches Wissen zu konkreten Themen
sammeln und weiter vertiefen
Gesetzestexte
Wörtliche Wiedergabe von amtlichen
Gesetzen, Kommentare zu Gesetzestexten,
zitierwürdig
Themen rechtlich einordnen
Marburger, Horst (Hrsg.) (2006): SGB XII, die neue
Sozialhilfe. Textausgabe mit ausführlicher
Kommentierung. 4., aktualisierte Aufl. Regensburg:
Walhalla-Fachverl (Walhalla-Rechtshilfe).
Dissertation /
Habilitation
Tiefer, umfassender Einblick in ein
vergleichsweise eng umrissenes
Themengebiet; Qualität variiert tw.
erheblich, häufig Primärdaten
Spezifisches Wissen zu konkreten Themen
sammeln (inkl. Theoretische Erkenntnisse und
empirische Befunde)
Kubisch, Sonja (2008): Habituelle Konstruktion sozialer
Differenz. Eine rekonstruktive Studie am Beispiel von
Organisationen der freien Wohlfahrtspflege. Wiesbaden:
VS, Verl. für Sozialwiss.
Hausarbeiten,
Bachelorthesis,
Masterthesis
Qualität variiert erheblich, in der Regel
nicht öffentlich zugänglich,
Einen Überblick verschaffen,
Hausarbeiten und Bachelorarbeiten nicht
zitierwürdig
Masterarbeiten beschränkt zitierwürdig
Köth, Ursula (2004): Sozialarbeit in der rechtsextremen
Szene, am Beispiel von Jugendlichen im Erftkreis.
Fachhochschule Köln.http://opus.bibl.fhkoeln.de/volltexte/2011/299/pdf/Koeth_Ursula.pdf,
[Zugriff: 03.08.2011].
Wochen- /
Tageszeitung-/
Populärwissenschaftli
che Literatur
Aktuell, kein wissenschaftlicher Anspruch,
Zielgruppe ist die Allgemeinheit, nicht ein
Fachpublikum
Aktuelle Praxisprobleme erkennen und in den
wissenschaftlichen Kontext stellen; Überblick
über aktuelle Zahlen / Daten einbinden
Der Spiegel. Herausgegeben von Rudolf Augstein.
Hamburg: Spiegel-Verl. Augstein.
Internet
Inhalt häufig nicht bzw. schwer zu prüfen;
Qualität variiert tw. erheblich
nicht zitierwürdig
(Theoretische) Aussagen durch Daten,
Fallstudien / Praxisbeispiele und sonst.
Informationen ergänzen
Arbeitspapiere
Tab. 1: Überblick Textarten
16
Weinheim: Juventa.
Bundesjugendkoratorium (2009): Kinderarmut
in Deutschland. Eine drängende
Handlungsherausforderung an die Politik. München.
http://www.bundesjugendkuratorium.de/pdf/20072009/bjk_2009_3_stellungnahme_kinderarmut.pdf,
[Zugriff: 02.08.2011].
Psychologie heute. Weinheim: Beltz.
Wichtige Fachzeitschriften in der Sozialen Arbeit sind beispielsweise
















Blätter der Wohlfahrtspflege
deutsche jugend
DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung
Forum Sozial. Die berufliche Soziale Arbeit
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Medien und Erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik
Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge
neue praxis
Social Work
Sozial extra. Zeitschrift für Soziale Arbeit und Sozialpolitik
Sozialmagazin
Sozialwirtschaft. Zeitschrift für Sozialmanagement
Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit
Zeitschrift für Sozialpädagogik
BtPrax (Schwerpunkt: Betreuungsrecht)
Info also (Schwerpunkt: Sozialrecht)
Zu den einschlägigen Handbüchern der Sozialen Arbeit zählen beispielsweise:
Feuerhelm, Wolfgang (Hrsg.) (2007): Taschenlexikon der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 5.,
völlig neu bearb. Aufl. Wiebelsheim: Quelle & Meyer.
Kreft, Dieter; Mielenz, Ingrid (Hrsg.) (2008): Wörterbuch Soziale Arbeit. Aufgaben, Praxisfelder,
Begriffe und Methoden der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. 6. Aufl. Weinheim:
Juventa.
Thiersch, Hans; Otto, Hans-Uwe (2011): Handbuch Soziale Arbeit. Grundlagen der Sozialarbeit
und Sozialpädagogik. 4., völlig neu bearb. München: Reinhardt.
Thole, Werner (Hrsg.) (2010): Grundriss Soziale Arbeit. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
Für Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (2009): Wörterbuch der sozialen Arbeit:
Deutsch - Französisch, Französisch - Deutsch. Berlin: Eigenverl. des Dt. Vereins für
öffentliche und private Fürsorge.
Firlit-Fesnak, Grazyna; Kurzawa, Monika; Oberloskamp, Helga (2001): Polsko-niemiecki i
niemiecko-polski leksykon polityki spolecznej i pracy socjalnej. Polnisch-deutsches und
Deutsch-polnisches Lexikon der Sozialpolitik und Sozialarbeit. Warszawa: Oficyna
Wydawn. ASPRA-JR.
Hermann, Peter (2008): Wörterbuch soziale Arbeit: Deutsch - Englisch; Englisch - Deutsch
(Unveränd. Nachdr.). Frankfurt am Main: Eigenverl. des Deutschen Vereins für
öffentliche und private Fürsorge.
Kibardina, Svetlana M.; Smirnova, T.; Černyševa, O. (2000): Deutsch-russisches Wörterbuch der
Sozialarbeit. Frankfurt am Main: Dt. Verein für Öffentliche und Private Fürsorge.
17
Wichtige Internetseiten für die Soziale Arbeit sind beispielsweise
http://lotse.uni-muenster.de
Mit dem Lotsen der Uni Münster finden Sie beispielsweise Fachportale, Forschungsprojekten und
Neuerscheinungen. Daneben finden Sie Tipps rund ums Studium.
www.fachportal-paedagogik.de
Umfassende Recherchefunktionen zu allen Gebieten der Pädagogik einschließl. Sozialpädagogik. Auch
die Suche nach Volltexten und Forschungsprojekten ist möglich.
www.bildungsserver.de
Zahlreiche Links zu diversen Themen der Sozialen Arbeit, beispielsweise Interkulturelle Bildung,
Sozialpädagogik und Medienpädagogik
www.info-sozial.de
Fachportal der Sozialarbeit und Sozialpädagogik: Hier finden Sie nicht nur einen Stellenmarkt, sondern
auch Abschlussarbeiten und Rezensionen sowie Links zu Instituten der Sozialen Arbeit.
www.socialnet.de
Zahlreiche Rezensionen zu Neuerscheinungen in der Sozialen Arbeit
www.fachkraefteportal.de
Hier finden Sie umfassende Informationen rund um die Kinder- und Jugendhilfe
www.stephan-barth.de
Umfangreiche Linksammlung, besonders zu Methoden und Handlungsfeldern der Sozialarbeit
www.gpi-online.de
Homepage der Gesellschaft für Pädagogik und Information
www.sozialpolitik-aktuell.de
Bietet eine Fülle von Daten rund um die Sozialpolitik in Deutschland
www.gesis.org
Online-Portal des Leibnitz-Instituts für Sozialwissenschaften, umfangreiche Datenbank
www.bpb.de
Bundeszentrale für politische Bildung, wichtige allgemeine Informationen, zahlreiche Publikationen
www.destatis.de
Statistisches Bundesamt
www.lds.nrw.de
Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (NRW)
http://www.stadt-koeln.de/1/zahlen-statistik/strukturdaten/
Strukturdaten zur Stadt Köln
www.akjstat.uni-dortmund.de
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik Dormund
18
www.dji.de
Homepage des Deutschen Jugendinstituts, Zugriff auf Forschungsergebnisse
www.iss-ffm.de
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik
www.isa-muenster.de
Institut für Soziale Arbeit
www.soziale-praxis.de
Institut des Rauhen Hauses für Soziale Praxis
www.ism-mainz.de
Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz
www.uni-essen.de/issab.
Institut für Stadtteilbezogene Soziale Arbeit und Beratung der Universität Essen
www.sos-kinderdorf.de/spi
Sozialpädagogisches Institut im SOS-Kinderdorf
www.dgsainfo.de
Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit
www.dgfe.de
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaften
www.ifsw.org
International Federation of Social Work
Vertiefend zum Umgang mit Literatur beispielsweise
Stickel-Wolf, Christiane; Wolf, Joachim (2011): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken:
Erfolgreich studieren - gewusst wie! 6., aktualisierte und erw. Aufl., Wiesbaden: Gabler.
Hienerth, Claudia. (2009). Wissenschaftliches Arbeiten kompakt: Bachelor- und Masterarbeiten
erfolgreich erstellen. Wien: Linde.
19
2.2 Die Recherche im Internet
Bei der Recherche im Internet stehen Sie vor der besonderen Herausforderung, aus einer
Vielzahl von Quellen wissenschaftliche Quellen herauszufiltern. Bildlich gesprochen gleicht
die wissenschaftliche Internetrecherche häufig der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Um beim Suchen dieser Nadel zu unterstützen hat die Wissenschaft selbst Suchmaschinen
entwickelt. Diese Suchmaschinen binden vor allem Hochschulen, Bibliotheken und
Forschungsinstitute ein. Häufig liefern die Suchergebnisse einen Link zum Volltext gleich
mit. Aus der Vielzahl wissenschaftlichen Suchmaschinen sind die base-search und scirus
besonders empfehlenswert.
Die Seite www.base-search.net ist eine Suchmaschine, die von der Universität Bielefeld
entwickelt wurde. Sie ist eine der wichtigsten Spezialsuchmaschinen und deckt sowohl
Deutsch- als auch englischsprachige Literatur ab. Es empfielt sich, von der Hauptseite
direkt zur „erweiterten Suche“ zu wechseln. Hier können Sie nach verschiedenen Kriterien
suchen, die Suche auf einen bestimmten Zeitraum angeben und bestimmen, welche Art
von Texten recherchiert werden soll.
20
Abbildung 1: Erweiterte Such mit base-search
Die Suchmaschine www.scirus.com recherchiert in über 350 Millionen wissenschaftlichen
Websites, Forschungsreporten und ähnlichem. Scirus ist englischsprachig, die Suchmaske
findet jedoch auch deutsche Texte, wenn die Suchbegriffe in Deutsch eingegeben werden.
Wechseln Sie von der Startseite direkt zur erweiterten Recherche („Advanced search“). Die
Suche kann hier auf Fachgebiet, Textart und Publikationsform eingegrenzt werden.
21
Abbildung 2: Erweiterte Recherche mit Scirus
Im Gegensatz zu Scirus recherchiert die Suchmaschine metager (www.metager.de) nur im
deutschsprachigen Raum. Metager bindet auch wikipedia in die Suche mit ein, prüfen Sie
deswegen die Suchergebnisse auf Wissenschaftlichkeit. Bekannt ist auch die
wissenschaftliche Suchmaschine googlescholar (www.scholar.google.de). Auch hier
müssen
Suchergebnisse
sorgfältig
gefiltert
werden,
da
Abschlussarbeiten
unterschiedlicher Qualität eingebunden werden. Mit einer Einbindung von knapp 10.000
Dokumenten ist die Recherche mit googlescholar meist nicht besonders ergiebig. Auf der
Seite
www.slideshare.de
können
Sie
nach
wissenschaftlichen
recherchieren, allerdings von sehr unterschiedlicher Qualität.
Wissenschaftliche Suchmaschinen im Überblick
22
Präsentationen
Baseesearch
www.base-search.net
Scirus
www.scirus.com
Deutsche und
englische Quellen
Vor allem
Englische, aber
auch deutsche
Quelle
Deutsche Quellen
Sehr empfehlenswert
Sehr empfehlenswert
Metager
www.metager.de
Googlescholar
Deutsche Quelle
www.scholar.google.de
Slideshare
Präsentationen
www.slideshare.de
Bindet auch nicht zitierwürdige Quellen ein,
Überprüfung der Suchergebnisse notwendig
Sehr wenige Dokumente eingebunden, vor allem
Abschlussarbeiten, die nicht zitierwürdig sind
gute Anregungen, Suche nicht immer ergiebig,
Qualität variiert erheblich
Tab. 2: Wissenschaftliche Suchmaschinen im Überblick
2.3 Recherche in Bibliotheken und Datenbanken
Damit man in einer Bibliothek ein Buch wieder findet, legen die Bibliotheken Kataloge an.
In diesen Katalogen können Sie recherchieren und sich anschließend das Buch ausleihen.
Verbundskataloge sind Zusammenschlüsse verschiedener Bibliothekskataloge, hier finden
Sie beispielsweise alle Bücher, die in Köln oder Nordrhein-Westfalen ausleihbar sind. In
Datenbanken werden lediglich Texte nach bestimmten Kriterien sortiert. Die
BenutzerInnen können in diesen Datenbanken recherchieren, müssen aber zum Ausleihen
auf Bibliotheken oder Beschaffungsdienste zurückgreifen. Über die Homepage der
Fachhochschulbibliothek können Sie auf zahlreiche Datenbanken zugreifen.
Über den Link „Digilink“, den Sie über die Startseite und dann „Unser Angebot“ der FHBibliothek erreichen, können Sie sich eine große Auswahl Datenbanken nach
Fachgebieten anzeigen lassen.
23
Abbildung 3: Digilink
Sie finden interessante Datenbanken unter „Sozialwissenschaften“ und „Pädagogik“. Aber
auch unter den Bezugswissenschaften „Recht“, „Medizin“ und „Psychologie“ finden Sie
Datenbanken. Wenn Sie auf das entsprechende Fach klicken, erhalten Sie einen Überblick
über alle Datenbanken samt Kurzbeschreibung.
2.3.1 Recherche in der Fachhochschulbibliothek
Im Laufe des ersten Semesters sollten Sie lernen, sicher in der Bibliothek Ihrer Hochschule
zu recherchieren. Das Angebot der Fachhochschulbibliothek erreichen Sie unter
http://www.bibl.fh-koeln.de/unser_angebot/katalog.htm-
24
Abbildung 4: Angebote der Fachhochschulbibliothek
Unter „systematische Suche“ können Sie sich durch die thematische Ordnung der
Fachhochschulbibliothek klicken. Ergebnis einer systematischen Suche sind die ersten
Buchstaben einer Signatur, unter der Sie Bücher zu Ihrem Thema finden können. Unter
„Onlinekatalog“ finden Sie den Katalog der Fachhochschulbibliothek. Um diesen
erfolgreich zu bedienen, sollten Sie einige Recherchetechniken (vgl. Abschnitt zu
Recherchetechniken) beherrschen.
Wenn Sie den Online-Katalog der Fachhochschulbibliothek öffnen, erscheint zunächst die
einfache Suche. Hier können Sie unter „Suchbegriff“ Schlag-, Stichwörter oder AutorIn
eingeben. Mehr Optionen bietet Ihnen die „erweiterte Suche“. Hier können Sie Ihre Suche
erweitern oder einschränken, da Sie nach Stichworten, Schlagwörtern, AutorInnen und
anderen Kriterien recherchieren können. Auch eine Verknüpfung der Suchkriterien analog
zu
den
Operatoren
ist
in
der
erweiterten
Recherchetechniken).
25
Suche
möglich
(vgl.
Abschnitt
Abbildung 5: Erweiterte Suche im Online-Katalog der Fachhochschulbibliothek
Wenn Sie einen Titel nicht finden, dann können Sie im Katalog unter „Service“ einen
Anschaffungsvorschlag machen. Unter „E-Books“ können Sie nach Büchern recherchieren
und sich diese auf Ihren Rechner herunterladen.
Das sichere Recherchieren im Katalog der Fachhochschulbibliothek wird schon im ersten
Semester vorausgesetzt. Die TutorInnen bieten Ihnen deshalb Bibliotheksführungen an,
ergänzend zu den TWA-Seminaren können Sie Veranstaltungen zur Literaturrecherche bei
Soziale Arbeit plus besuchen.
Im Online-Katalog sind Bücher und die Titel von Zeitschriften verzeichnet, und zwar nur
von denjenigen, die auch an der FH Bibliothek vorhanden sind.
Sie sollten Ihre Recherchekompetenz im Laufe des Studiums erweitern und zunehmend
auch auf andere Kataloge und Datenbanken zurückgreifen.
26
2.3.2 Der Kölner Bibliothekskatalog
Mit dem Kölner Bibliothekskatalog können Sie in den Katalogen aller Kölner Hochschulen
und der Stadtbibliothek gleichzeitig recherchieren. Eine Recherche im „KölnBiB“ ist
besonders sinnvoll, wenn das Thema einen regionalen Bezug aufweist, beispielsweise die
Sozialraumbeschreibung eines Stadtteils. Der KölnBiB ist auch dann eine gute Adresse,
wenn die Zeit für eine Arbeit knapp bemessen ist und keine Fernleihe mehr möglich ist.
Sie
erreichen
den
Kölner
Bibliothekskatalog
über
die
Startseite
der
Kölner
Hochschulbibliothek, klicken Sie sich dann auf „weitere Angebote“ und dann auf „KölnBiB“.
In diesem Verbundskatalog ist auch die Katholische Fachhochschule NRW eingebunden,
deren Katalog nach Artikeln in Fachzeitschriften und Handbüchern der Sozialen Arbeit
recherchiert. Sie können sich kostenlos in allen Kölner Hochschulbibliotheken einen
Ausleihausweis ausstellen lassen. Das Orientierungstutorium bietet gemeinsame Fahrten
in die Bibliotheken der Stadt Köln an.
Abbildung 6: Kölner Bibliothekskatalog
27
2.3.3 Karlsruher Virtueller Katalog
Der Karlsruher Virtuelle Katalog, kurz KVK genannt ist ein überregionaler Verbundskatalog
und ermöglicht die gleichzeitige Suche in mehreren regionalen Bibliotheksverbünden.
Man sagt, ein Buch, das Sie im KVK nicht finden, ist generell kaum aufzutreiben,
beispielsweise historische Originalschriften. Sie erreichen den KVK über die Homepage der
FH Bibliothek  Datenbanken  Fachgebiet: Bibliothekskatalog.
Abbildung 7: Karlsruher Virtueller Katalog
Ähnlich ergiebig wie die Recherche im Karlsruher Virtuellen Katalog ist beispielsweise die
Recherche
in
der
Deutschen
Nationalbibliothek
oder
dem
Gemeinsamen
Bibliotheksverbund (GBV).
2.3.4 Elektronische Zeitschriftenbibliothek
Die
elektronische
wissenschaftlicher
Zeitschriftenbibliothek
Zeitschriften,
die
(EZB)
entweder
umfasst
ausschließlich
online
als
Ausgaben
elektronische
Veröffentlichung vorliegen oder parallel zur gebundenen Ausgabe erscheinen. Die EZB ist
über die Homepage der Fachhochschulbibliothek unter dem Punkt „weitere Angebote“ zu
28
erreichen. Sie können über die EZB nur nach Titeln von Zeitschriften recherchieren, nicht
nach Artikeln in Zeitschriften. Die einschlägigen Fachzeitschriften in der Sozialen Arbeit
sind in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek leider (noch) nicht enthalten. Ergiebig ist
sie aber in den Bezugswissenschaften, außerdem kann auf zahlreiche fremdsprachige
Zeitschriften zugegriffen werden. Besonders für Studierende aus dem Ausland ist das eine
gute Möglichkeit, den Diskurs im Herkunftsland zu verfolgen.
2.3.5 Metadatenbank Digibib
Hier haben Sie die Möglichkeit
„mit einer Anfrage gleichzeitig in mehreren Datenbeständen zu suchen, den Standort des
einzelnen Buches in einer nahegelegenen Bibliothek zu finden, und sich im günstigsten Fall
sofort einen Artikel in den eigenen PC herunterladen zu können. Außerdem können über die
DigiBib online Fernleihbestellungen für Bücher und Zeitschriftenaufsätze aufgegeben werden.“
(Fachhochschulbibliothek Köln 2010)
Klicken Sie sich über „weitere Angebote“ in „Digibib“. Sie können nun die Liste der
Datenbanken wie im Explorer auf- und zuklappen und die Datenbanken anklicken, in
denen Sie recherchieren möchten.
29
Abbildung 8: Digibib
Mit Metadatenbanken können Sie sehr zeitsparend recherchieren. Metadatenbanken
haben aber auch einen Nachteil: Sie können beispielsweise nicht nach Stich- oder
Schlagwörtern recherchieren. Zudem können Platzhalter je nach Datenbank variieren. Eine
Suche in einer Metadatenbank ist deswegen nie so exakt, wie die Suche in einer einzigen
Datenbank.
30
2.3.6 Zeitschriften-Datenbanken
Artikel aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften sind eine sehr wichtige Quelle für die
Recherche eines Themas:
-
Sie sind aktueller als Bücher
-
Sie decken ein breiteres Themenfeld ab
-
Sie lassen erkennen, ob der wissenschaftliche Diskurs zu einem Thema bereits
begonnen hat, wie er sich über die Zeit verändert und welche Themen wo von
wem diskutiert werden.
Sie eignen sich also sehr gut, um einen ersten Überblick über ein Thema zu erhalten oder
um ein sehr spezifisches und/oder sehr aktuelles Thema in der Tiefe zu beleuchten.
Im
Katalog
der
Fachhochschule
Köln
kann
wie
in
den
meisten
anderen
Bibliothekskatalogen auch nur nach Titeln von Zeitschriften, nicht aber nach Artikeln in
Zeitschriften recherchiert werden. Sie müssten für die Suche nach passenden Artikeln jede
Zeitschrift in die Hand nehmen und durchblättern. Das ist aber schon deshalb kaum zu
schaffen, weil die meisten Bibliotheken nur eine kleine Auswahl von Zeitschriften zu einem
Thema bereitstellen.
Zeitschriften-Datenbanken sind eine bequeme und effektive Art, sich einen Überblick über
Artikel zu verschaffen. Es lohnt sich, hier ein wenig Zeit zu investieren. ZeitschriftenDatenbanken dokumentieren systematisch Titel, Abstracts und manchmal auch Inhalt von
Artikeln, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden.
Es gibt eine Vielzahl von Datenbanken für Zeitschriftenartikel und jede Datenbank hat
andere
Schwerpunkte.
Die
Datenbank
paedagogik.de/fis_bildung/fis_form.html)
hat
FIS-Bildung
einen
(http://www.fachportal-
erziehungswissenschaftlichen
Schwerpunkt. Die Datenbank recherchiert in knapp 800.000 Literaturnachweisen. Die
Suchergebnisse sind hochwertig und für die Soziale Arbeit relevant und hilfreich.
31
Abbildung 9: Recherche nach Zeitschriftenartikel mit FIS-Bildung
Auch die Datenbank wiso.net recherchiert in Fachzeitschiften. Bei den Treffern sollte man
jedoch
gut
selektieren,
da
wiso
(www.wiso.net)
auch
nicht-wissenschaftliche
Fachzeitschriften einbindet. Die englischsprachige Datenbank Scopus (www.scopus.com)
wertet über 18.000 bewertete Artikel aus Zeitschriften aus allen Fachgebieten aus. Wenn
man Suchbegriffe auf Deutsch eingibt erscheinen auch deutsche Artikel. Die Artikel in
Scopus sind untereinander verlinkt, sodass beispielsweise recherchiert werden kann, von
welchen AutorInnen ein bestimmter Artikel noch recherchiert werden kann.
Probieren Sie im Laufe Ihres Studiums verschiedene Datenbanken aus, meist kristallisieren
sich mit der Zeit ein oder zwei Datenbanken heraus, mit denen man gut arbeiten kann.
2.3.7 Springer-Links
Die Fachhochschule Köln besitzt eine Freilizenz für SpringerLinks. Sie erreichten Springer
links entweder direkt über www.springerlink.com oder über die Homepage der
32
Fachhochschulbibliothek. Sie können hier direkt auf die Volltexte des Verlages zugreifen
und müssen das Buch nicht mehr ausleihen.
33
Was
Was kann recherchiert
werden
Bücher, Zeitschriften, EBooks, hochschuleigene
Schriften
Vorrangig deutsche Quellen
Alle Texte, die in Kölner
Bibliotheken vorhanden sind
Katalog
Katalog der Fachhochschule Köln
Verbundskatalog
KölnBiB
Verbundskatalog
Datenbank
Karlsruher Virtueller Katalog
Bücher
Elektornische Zeitschriftenbibliothek
Titeln von Zeitschriften, viele
Fremdsprachen
DigiBib
Bücher, Artikel in
Zeitschriften
FIS-Bildung
Zeitschriftenartikel, Aufsätze,
„graue Literautur“ mit
pädagogischen
Schwerpunkten
Wiso
Zeitschriftenartikel mit
wirtschafts- und
sozialwissenschaftlichen
Schwerpunkten
Scopus
Zeitschriftenartikel, Bücher,
Reporte besonders aus dem
englischsprachigen Raum
Springerlink
Volltexte aus den
Publikationen des Verlages
Tab. 3: Überblick über Kataloge und Datenbanken zur Literaturrecherche
34
Vorteile
Nachteile
Ausgangspunkt für jede Recherche,
Bücher können sofort ausgeliegen
werden
Keine Recherche von Artikeln in
Fachzeitschriften und Handbüchern
möglich, Bestand nicht umfassend
Direkte Ausleihe möglich, viele Quellen
mit Kölner Bezug, über den Katalog der
Katholischen Fachhochschule ist auch die
Recherche von Artikeln in
Fachzeitschriften und Handbüchern
möglich
DER Katalog für die Recherche von
Büchern
Teilweise direkter Zugriff möglich, viel
fremdsprachige Zeitschriften
Bestand nicht umfassend
Umfassende Recherche in mehreren
Datenbanken gleichzeitig
Hochwertige Ergebnisse, teilweise
werden Abstracts und Volltexte
mitgeliefert
Suchergebnisse etwas
unübersichtlich
Sortierung der Zeitschriften nur nach
Bezugsdisziplinen der Sozialen Arbeit
möglich, einschlägige Fachzeitschriften der Sozialen Arbeit nicht
verfügbar
Suchergebnisse nicht so ergiebig, wie
in den einzelnen Datenbanken selbst
Fis-Bildung nimmt Literatur leider
nicht systematisch auf
Besonders geeignet für den Bereich
Soziologie, Sozialarbeit
Eingebundene Zeitschriften nicht
ausschließlich wissenschaftlich,
Zitierwürdigkeit im einzelnen prüfen
Geprüfte Qualität der Texte,
hervorragende Verlinkung der Texte
untereinander
Gute Qualität, direkter Zugriff auf
Volltexte möglich
Erfordert Übung
Beschränkt auf Veröffentlichung des
Springer-Verlags
2.3.8 Weitere Recherchen
Bei
der
Schneeballrecherche
hangeln
Sie
sich
von
Literaturverzeichnis
zu
Literaturverzeichnis und wählen jeweils die Texte, die für Sie relevant sind. Ein guter
Startpunkt eine Schneeballrecherche zu beginnen sind Handbücher und Lexika der
Sozialen Arbeit: Hier finden Sie je nach Auflage den aktuellen Forschungsstand zu einem
bestimmten Thema meist von einer bestimmten ReferenzautorIn zusammengefasst.
Handbuchtexte sind eine gute Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über das Thema zu
verschaffen, die Literaturverzeichnisse der einzelnen Artikel eine gute Fundgrube für
hochwertige Literatur. Weitere gute Quellen für eine Schneeballrecherche sind aufgrund
ihrer Aktualität Literaturverzeichnisse von Fachzeitschriften.
Ihre DozentInnen geben meist mit der Veranstaltungsübersicht auch eine Literaturliste
heraus. Diese Literatur sollten Sie gründlich durcharbeiten, für Ihr Thema relevante
Literatur auswählen und evtl. mit dem Schneeballsystem weiter recherchieren. Wenn Sie in
der Bibliothek fündig geworden sind, schauen Sie sich auch die Bücher an, die unter der
gleichen Signatur zu finden ist.

Verwalten Sie Ihre Literatur am besten von Beginn Ihres Studiums an mit einem
Literaturverwaltungsprogramm, beispielsweise mit Citavi (vgl. Kapitel zu
Literaturverzeichnis). Sie können dann Rechercheergebnis per Mausklick direkt in Ihr
Literaturverwaltungsprogramm übertragen. Als StudentIn der Fachhochschule Köln
erhalten Sie eine Freilizenz für Citavi. Soziale Arbeit plus bietet regelmäßig Seminare in
Citavi an.
2.4 Recherchetechniken
Für die effektive Recherche in Katalogen, Datenbanken und mit wissenschaftlichen
Suchmaschinen müssen Sie zunächst klären, welche Medien Sie in dem System überhaupt
finden können: Was enthält der Katalog/die Datenbank? Suchen Sie bspw.
Zeitschriftenartikel an Orten, in denen Zeitschriftenartikel gar nicht auftauchen KÖNNEN?
Dann gilt es, das geeignete System mit einer geeigneten Such- bzw. Recherchetechnik zu
durchforsten. Bei der Recherchetechnik gilt es auch, kreativ zu werden und verschiedene
Suchbegriffe auszuprobieren und zu testen.
35
Die
hier
vorgestellten
Recherchetechniken
gelten
für
den
Katalog
der
Fachhochschulbibliothek, für wissenschaftliche Suchmaschinen und für die meisten
anderen Kataloge und Datenbanken.
Schlagwort , Stichwort, freie Suche
Ein Schlagwort wird von den MitarbeiterInnen einer Bibliothek vergeben. Es soll den Titel
kategorisieren. So werden mehrere Titel unter einem Schlagwort zusammengefasst. Ein
Schlagwort muss nicht im Titel eines Textes vorkommen.
Ein Stichwort ist immer ein Wort, das genau so in einem Titel vorkommt. Je nachdem, ob
Sie nach Stichwort oder Schlagwort suchen, erhalten Sie unterschiedliche Treffer. Wenn Sie
Ihren Suchbegriff in „freie Suche“ eingeben, sucht der Katalog nach Schlagwörtern,
Stichwörtern und teilweise auch in Zusammenfassungen. Die freie Suche ergibt eine
Vielzahl von Treffern.
Stoppwörter
Stoppwörter sind Wörter, die sehr häufig vorkommen, beispielsweise „der“, „die“ oder
„das“. Deshalb werden sie in den meisten Katalogen und Datenbanken nicht beachtet.
Generell sollten Sie solche Wörter vermeiden
Operatoren
Wenn Sie zu viele Treffer haben, müssen Sie die Suche einschränken. Dabei helfen Ihnen
die sogenannten Operatoren. Die wichtigsten Operatoren sind „AND“, „OR“ und „NOT“.
Wenn Sie zwei Begriffe mit „AND“ verknüpfen, so werden alle Treffer angezeigt, die beide
Begriffe beinhalten. Geben Sie beispielsweise in das Suchfeld „Stichwort“ die Wörter
„Migration“ und „Kinder“ ein, so werden nur Treffer angezeigt, die sowohl „Migration“ als
auch „Kinder“ im Titel enthalten. Verknüpfen Sie zwei oder mehr Begriffe mit „OR“, dann
werden Treffer angezeigt, die entweder das eine oder das andere Wort enthalten. Möchten
Sie ein Wort im Treffer ausschließen, so setzen Sie ein „NOT“ dazwischen. Wenn Sie zum
Beispiel auf der Suche sind nach Büchern über systemische Gruppenarbeit, finden aber nur
Bücher über systemische Beratung, macht es Sinn das Wort „Beratung“ mit dem Operator
„NOT“ auszuschließen. Operatoren müssen immer groß geschrieben werden. Die meisten
Kataloge, Suchmaschinen und Datenbanken geben Operatoren schon vor.
36
Abbildung 10: Operatoren
Wenn Sie beispielsweise in der Suchmaske der Fachhochschulbibliothek das Feld „und“
aufklappen, kann zwischen den Operatoren „oder“ „und nicht“ ausgewählt werden.
Das Trunkieren
Trunkieren meint das Setzen von Platzhaltern. Geben Sie zum Beispiel „Pestalozzi“ als
Suchbegriff ein, so werden Sie nur Treffer erhalten, die „Pestalozzi“ im Titel oder als
Schlagwort beinhalten. „Pestalozzis Pädagogik“ werden Sie aufgrund des anhängenden
„s“ mit dieser Suchstrategie nicht finden. Es empfiehlt sich deshalb, nach dem Wortstamm
einen Platzhalter zu setzen. In der Fachhochschulbibliothek und in vielen anderen
Datenbanken, fungiert ein Sternchen (*) als Platzhalter, in manchen Datenbanken
übernimmt das Fragezeichen (?) oder das Dollarzeichen ($) diese Funktion.
Schlagwort
Suche nach Kategorien, unter denen das
Wort zu finden ist
Suche nach Wörtern, die im Titel vorhanden
sind
Suche nach Schlagwörtern, Stichwörtern
und tlw. Abstracts
Zwei Suchbegriffe werden miteinander
verknüpft
Zwei Suchbegriffe werden unabhängig
voneinander recherchiert
Begriff wird bei der Suche blockiert
Suche nach Wortstamm mit
unterschiedlichen Endungen
Stichwort
Freie Suche
Verknüpfung mit „AND“
Verknüpfung mit „OR“
Verknüpfung mit „NOT“
Setzen von Platzhaltern (Trunkieren) *
Tab. 4: Recherchetechniken bei der Recherche in Katalogen
2.5 Literatur beschaffen
Prüfen Sie zunächst, ob das Buch oder die Zeitschrift in der Fachhochschulbibliothek
vorhanden und ggf. ausleihbar ist. Häufig gibt es über die Datenbankrecherche bereits
37
Links, die die Verfügbarkeit in Ihrer Institution überprüfen können. Ist das Medium
vorhanden aber entliehen, können Sie sich das Buch vormerken, ist es nicht vorhanden
aber über den Buchhandel bestellbar, können Sie einen Anschaffungsvorschlag machen.
Ein Anschaffungsvorschlag ist auch sinnvoll, wenn das Buch sehr lange und oft
ausgeliehen ist. Schildern Sie den MitarbeiterInnen der Bibliothek diesen Umstand und
bitten Sie darum, weitere Exemplare anzuschaffen.
Wenn Sie ein Buch oder einen Aufsatz nicht in der Bibliothek finden, können Sie eine
Fernleihe machen. Die Fachhochschulbibliothek bestellt dann Ihren Text in einer anderen
Bibliothek und Sie können ihn nach einer kurzen Wartezeit am Ausleihschalter abholen.
Klicken Sie sich dazu über „Unser Angebot“ auf „Fernleihe“. Ist die Zeit knapp, prüfen Sie,
ob das Buch in einer anderen Kölner Bibliothek ausleihbar ist.
Abbildung 11: Fernleihe
Sie können nun zwischen „Bestellung Bücher“ und „Bestellung Aufsätze“ wählen. Eine
Fernleihe für Studierende kostet 1,50 €.
38

Soziale Arbeit plus bietet in Zusammenarbeit mit der Bibliothek regelmäßig
Rechercheseminare auf unterschiedlichen Niveaus an.
2.6 Literatur auswählen
Zu Beginn einer Haus- oder Abschlussarbeit ist es vollkommen normal, dass Sie
umfangreiche Listen mit Titeln unterschiedlicher Quellen gefunden haben. Keine Angst:
Sie müssen und können diese Literatur nicht komplett lesen. Für die Bewertung und
Auswahl der zu lesenden Literatur müssen Sie diese nach ihrer Passgenauigkeit und
Wissenschaftlichkeit beurteilen. In einem ersten Schritt sortieren Sie die Literatur danach
aus, wie sehr diese auf Ihr Thema passen. Dazu genügt es meist, das Inhaltsverzeichnis und
den Klappentext zu lesen. In einem zweiten Schritt müssen Sie unbedingt die
Zuverlässigkeit Ihrer Quellen prüfen.
Kriterien dafür sind beispielsweise:
Primär- und Sekundärliteratur
Primärliteratur geht aus eigenen Forschungsbemühungen des jeweiligen Autors hervor,
Sekundärliteratur stellt das Ergebnis eines Zusammentragens, Umschreibens, Verdichtens
etc. von Primärliteratur dar. Für wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten sollte nicht
ausschließlich oder überwiegend auf Sekundärliteratur zurückgegriffen werden.
Renommierte, begutachtete Zeitung
Auch wenn Ihnen der Artikel in „Spielen und Lernen“ oder „Focus“ wirklich gut gefällt,
sollten Sie ihn nicht in einer wissenschaftlichen Arbeit verwenden. Oben haben wir Ihnen
bereits eine Liste relevanter Fachzeitschrift zusammengestellt.
Verlag
Es gibt einige renommierte Verlage in der Sozialen Arbeit. Texte, die in diesen Verlagen
veröffentlicht werden, werden von WissenschaftlerInnen begutachtet. Einschlägige
Verlage der Sozialen Arbeit sind zum Beispiel der Juventa Verlag, Lambertus, Beltz, Barbara
Budrich Verlag, Verlag für Sozialwissenschaften, der Eigenverlag des Deutschen Vereins für
öffentliche und private Fürsorge, der Wochenschau Verlag, Kohlhammer und UTB für
Wissenschaft.
39
Impact-Index
Der Impact Index gibt an, wie häufig ein Text von anderen zitiert wurde. Einen ersten
Überblick bekommen Sie zum Beispiel über die Datenbank Scopus. In der Datenbank „web
of sciences“ können Sie recherchieren, wie oft eine AutorIn oder eine Zeitschrift zitiert
wurde. Weil diese Datenbank sehr teuer ist, besitzt die FH-Bibliothek hierfür keine Lizenz.
Sie können sich aber in der Bibliothek der Universität Köln kostenlos einen Ausweis
ausstellen lassen. Dann steht Ihnen auch diese Datenbank über die Homepage der
Universitätsbibliothek zur Verfügung.
Bezug zu anderen wissenschaftlichen Quellen
Ein guter wissenschaftlicher Text schließt immer an die aktuellen Forschungsergebnisse
an. Er enthält deshalb Verweise auf andere Quellen.
Eigene Relevanzprüfung
Die beste Relevanzprüfung sind Sie selbst: Gehen Sie mit einer kritischen Distanz an den
Text: Stimmt es wirklich, was die AutorIn sagt? Könnte es nicht auch ganz anders sein?
Welche Belege führt die AutorIn an?
Sie wissen nun eine ganze Menge über das Recherchieren und Auswählen von Literatur –
eine Voraussetzung für eine gelungene Haus- oder Abschlussarbeit. Nehmen Sie sich
spätestens jetzt die Zeit zu lesen.
40
3 Die schriftliche Arbeit
Bald schon werden Sie Ihre ersten Texte schreiben müssen. Egal, ob es sich um ein Paper,
eine Hausarbeit oder eine Thesis handelt – dem wissenschaftlichen Schreiben liegen
bestimmte Techniken zugrunde, die Inhalte dieses Kapitels sind. Zunächst gehen wir auf
die einzelnen Arbeitsschritte ein, die allen Textformen gleichermaßen zugrunde liegen
und die mehr oder weniger immer beim Erstellen einer schriftlichen Arbeit durchlaufen
werden.
Das folgende Bild beschreibt die einzelnen Schritte bei der Erstellung einer
wissenschaftlichen Arbeit. Diese werden hier zunächst kurz dargestellt und in den
folgenden Kapiteln ausführlich erläutert.
Auf dem Weg zur Abgabe müssen verschiedene Meilensteine überwunden werden. Einige
Meilensteine sind nicht bei jeder Arbeit zwingend notwendig. Diese Meilensteine sind als
Umwege kenntlich gemacht. Im ersten Semester wird beispielsweise noch nicht verlangt,
dass Sie eine eigenständige Fragestellung entwickeln können. Auch ein Exposé ist bei
kleineren Arbeiten oft nicht notwendig. Spätestens wenn Sie Ihre Thesis verfassen, müssen
Sie jedoch alle Arbeitsschritte beherrschen. Nutzen Sie also die Möglichkeit, alle Schritte
einzuüben, indem Sie hin und wieder einen Umweg wagen.
41
Abbildung 12: Arbeitsschritte einer schriftlichen Arbeit
Zu Beginn einer schriftlichen Arbeit steht meist eine grobe Idee. Sie wissen, dass Sie
„irgendwas über Jugendliche und Drogen“ schreiben möchten, oder die DozentIn hat ein
Thema vorgegeben, mit dem Sie sich befassen sollen. Um einen Überblick über das Thema
zu bekommen, wird zunächst eine breite Literaturrecherche durchgeführt. Können Sie das
Feld überblicken, versuchen Sie das Thema einzukreisen und eine Fragestellung zu
entwickeln, ggf. wird anschließend eine verfeinerte Recherche durchgeführt. Fragen Sie
sich anschließend: Was muss ich wissen, um diese Frage zu beantworten? Die Antworten
können Grundlage für eine Gliederung sein. Bei einer Abschlussarbeit ist es häufig
gefordert, ein Exposé zu schreiben. Aber auch bei kleineren Arbeiten kann ein Exposé eine
gute Arbeitsgrundlage sein, zwingend notwendig ist es meist nicht. Bei Abschlussarbeiten
macht das Exposé den geplanten Inhalt der Arbeit transparent und sollte unbedingt mit
der betreuenden DozentIn besprochen werden. Neigen Sie dazu, Arbeiten lieber morgen
als heute zu erledigen, ist nun ein guter Zeitpunkt, einen Zeit- und Arbeitsplan zu erstellen.
Lesen Sie die Literatur unter dem Fokus ihrer Fragestellung und verfassen Sie eine erste
Rohfassung, die Sie immer wieder bearbeiten und nachbessern. Lassen Sie Ihre Arbeit von
Freunden Korrektur lesen bevor Sie sie abgeben. Das Schreiben einer wissenschaftlichen
Arbeit ist ein Prozess: Selten ist der Berg auf direktem Wege zu erklimmen. Häufig wird erst
42
auf einer bestimmten Höhe des Berges ersichtlich, was man hätte besser machen können.
Es ist Teil des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses, immer wieder ein Stück zurück zu
laufen. Im Folgenden werden die einzelnen Arbeitsschritte ausführlich beschrieben.
3.1 Von der groben Idee zum Thema
Im ersten Semester erhalten Sie meist Themenvorschläge von Ihren DozentInnen. Diese
sind oft sehr breit gefasst, um Raum für eine individuelle Ausgestaltung zu lassen. Oft
können Sie ein Thema aber auch frei wählen. Wenn Sie mit offenen Augen durch Studium
und Praxis gehen – also mit einer wissenschaftlichen Haltung – werden sich immer wieder
Fragestellungen finden, deren wissenschaftliche Beantwortung sich lohnt.
Grundsätzlich können analytische Arbeiten von deskriptiven Arbeiten unterschieden
werden. Deskriptive Texte werden besonders in den ersten Semestern geschrieben. Ziel
dieser Arbeiten ist es zu zeigen, dass ein Thema verstanden und dessen Inhalt angemessen
wiedergeben wurde. Solche Arbeiten beschreiben ein Thema in seiner Breite. In einer
Abschlussarbeit soll ein Thema unter einer bestimmten Fragestellung beleuchtet werden.
Diese Frage darf in dieser Weise noch nicht beantwortet worden sein. Solche Arbeiten sind
analytisch und generieren neue Erkenntnisse.
Beschreibende Arbeiten
In den ersten Semestern
Reproduktiv
Ein Thema verstehen und angemessen
wiedergeben
Geht eher in die Breite
(innere Kreise einer Mindmap)
Hilfreiche Fragen zum Eingrenzen des
Themas:
 Was muss die LeserIn wissen, um das
Thema zu verstehen?
 Was ist wichtig? Auf was kann verzichtet
werden?
Analytische Arbeiten
In höheren Semestern
produktiv
Eine eigene Fragestellung entwickeln und
beantworten
Kleine, spezifische Fragestellung
(Äußere Einzelaspekte einer Mindmap)
Hilfreiche Fragen zum Eingrenzen des
Themas:
 Welcher Aspekt interessiert mich
besonders? Wo schlägt mein Herz?
 Was möchte ich auf keinen Fall
behandeln?
 Welches Vorwissen habe ich bereits?
 Wie viele Aspekte kann ich im Rahmen
meiner Arbeit bearbeiten?
 Wie viel Literatur gibt es zu dem Thema?
Tab. 5: Unterscheidung beschreibende und analytische Arbeiten
43
Unabhängig davon, ob Sie nun eine Abschlussarbeit oder ein beschreibendes One-Page
Paper verfassen, braucht der Text eine Struktur. Sie müssen sich entscheiden, welche
Aspekte Sie in Ihrer Arbeit behandeln wollen und welche nicht. Meist ist der Kopf voller
Ideen und Gedanken und man weiß nicht, wie man seine Arbeit strukturieren soll. Dann ist
es hilfreich, die Gedanken zu visualisieren. Eine gute Methode dazu ist das Mindmapping.
Ein Mindmap ist ein Gedankennetz. In die Mitte des Blattes kommt das Thema, alle
Aspekte, die zum Thema gehören werden nun mit dem Thema verknüpft. Übergeordnete
Aspekte werden direkt mit dem Thema verknüpft und befinden sich im Inneren der
Mindmap. Untergeordnete Aspekte werden an andere Aspekte angehängt und bilden die
äußeren Kreise. Besonders wichtige Aspekte werden mit dicken Ästen verbunden, auch
Farben und Symbole helfen, die Gedanken zu visualisieren.
Wenn Sie eine beschreibende Arbeit verfassen, fragen Sie sich: „Was muss die LeserIn
wissen, um das Thema zu erfassen?“ Schreiben Sie im Brainstorming alle Ideen auf. Bei
einer analytischen Arbeit werden alle Aspekte aufgeschrieben, die Ihnen zum Thema
durch den Kopf gehen und durch Zweige und Äste miteinander verbunden. Stellen Sie WFragen an ihr Thema, zum Beispiel „Wer ist die Zielgruppe?“ „Was ist Grundlage des
Konzeptes?“
Für ein Mindmap verwendet man am besten unliniertes Papier, je größer das Blatt, desto
mehr Ideen können visualisiert werden. Bleistift und Radiergummi erleichtern das
Arbeiten. Wenn Sie im Mindmapping ungeübt sind, können Ideen auch auf Kärtchen
geschrieben und anschließend sortiert werden. Sind Sie mit dem Mindmap zufrieden,
schreiben Sie es ab oder fixieren Sie die Moderationskärtchen mit Klebeband.
44
Abbildung 13: Mindmap
45
Schauen Sie sich nun das Mindmap an und überlegen Sie, welche Aspekte behandelt
werden sollen. Bei beschreibenden Arbeiten, werden Sie eher die großen Themem im
Inneren des Mindmaps behandeln. Es ist dann nicht möglich thematisch in die Tiefe zu
gehen und auch die äußeren Aspekte zu behandeln. Kreisen Sie ein, welche Aspekte in
Ihrem Text behandelt werden sollen. Hilfreiche Fragen können dabei sein:

Was muss die LeserIn unbedingt wissen, um das Thema zu verstehen?

Welche Aspekte sind wichtig, welche weniger wichtig?

Was ist besonders interessant?
Bei analytischen Arbeiten gilt es, eine enge, spezifische Frage herauszufiltern, die in dieser
Form noch nicht bearbeitet worden ist. Markieren Sie relevante Aspekte Ihres Mindmaps.
Hilfreiche Fragen dazu sind beispielsweise:

Welcher Aspekt interessiert mich besonders? Wo schlägt mein Herz?

Was möchte ich auf keinen Fall behandeln?

Welches Vorwissen habe ich bereits?

Wie viele Aspekte kann ich im Rahmen meiner Arbeit bearbeiten?

Wie viel Literatur gibt es zu dem Thema?

Ein gutes Programm für das Mindmapping am PC ist beispielsweise „Freemind“.
Sie
können
es
kostenlos
aus
dem
Internet
herunter
laden
(http://freemind.sourceforge.net/wiki/index.php/Download). Ein Mindmap eignet sich
auch zur Visualisierung von Gedanken, Ideen, Vorträgen oder Texten.

Das Programm von Microsoft zum Mindmappen heißt „Mindjet Mindmanager“. Als
Studierende der Fachhochschule Köln erhalten Sie eine kostenlose Lizenz. Weitere
Infos dazu finden Sie auf der Homepage der Campus-IT.
Mit etwas Glück steht nun eine Fragestellung und die erste grobe Struktur der Arbeit,
vielleicht haben Sie aber auch erst einen ersten thematischen Rahmen. Um die
Fragestellung oder das Thema zu verfeinern, gehen Sie in eine breite Literaturrecherche
(vgl. Kapitel 2). In dieser Phase leihen Sie sich sehr viele Bücher aus. Nun gilt es, einen
Überblick zu bekommen.
46
3.2 Einen Überblick verschaffen
Sortieren Sie Literatur vor, in dem Sie Titel, Klappentext, Inhaltsverzeichnis und
Literaturverzeichnis lesen und überprüfen, ob der Text für Ihre Arbeit relevant ist. In einem
zweiten Schritt verschaffen Sie sich einen Eindruck, in dem Sie die Einleitung und die
Zusammenfassung lesen sowie relevante Kapitel überfliegen. Ggf. lesen Sie auch schon
erste Texte genauer, bspw. Überblicksartikel in einschlägigen Handbüchern etc.
Abbildung 14: Literatur auswählen
Sie haben nun einen ersten Überblick über das Forschungsfeld und können eine
konkretere Fragestellung entwickeln oder weiter verfeinern.
3.3 Eine Fragestellung entwickeln oder verfeinern
Sie sind nun vorbereitet, um aus Ihrem Thema eine Fragestellung bzw. eine These zu
entwickeln. Eine These ist eine Behauptung, die Sie in Ihrer Arbeit beleuchten und
abschließend belegen oder widerlegen. Wenn Sie beispielsweise die These „Kinder mit
Migrationshintergrund haben einen besonderen Förderbedarf“ aufstellen, müssen sie
diese These in ihrer Arbeit von vielen Seiten betrachten.
Wenn der Arbeit eine Leitfrage zugrunde liegt, könnte diese bezogen auf das Beispiel
lauten: Welchen Förderbedarf haben Kinder mit Migrationshintergrund? In Ihrer Arbeit
versuchen Sie nun, diese Frage zu beantworten. Sie sehen: inhaltlich unterscheiden sich
47
die Arbeiten mit Thesen und Leitfragen nicht. Es ist Geschmackssache, für welches
Vorgehen man sich in einer Literaturarbeit entscheidet.
Bei einer beschreibenden Arbeit wird Ihre Leitfrage meistens sein: „Was muss die LeserIn
wissen, um das Thema zu verstehen?“ Splitten Sie die Frage auf, damit der Text Struktur
bekommt.
In einer analytischen Abschlussarbeit sollten Sie eine Leitfrage finden, die so noch nicht
beantwortet wurde – denn sonst müssten Sie die Antwort aus einem Text einfach nur
abschreiben oder zusammenfassen. Sie muss klein genug sein, um sie mit der
vorhandenen Literatur oder empirisch beantworteen zu können. Ein häufiger Fehler ist,
dass Fragestellungen zu groß sind.
Boeglin (2007, S.87) empfiehlt folgende Fragen zur Erarbeitung einer Fragestellung:

Was ist der Gegenstand meiner Arbeit?

Was ist das problematische an diesem Gegenstand? Was erscheint mir unklar,
paradox, widersprüchlich, erstaunlich, interessant, unerforscht?

Welche dieser Fragen verlangt in besonderer Weise nach einer Diskussion?

Weswegen interessiert sie mich mehr als andere Fragen?

Welche wissenschaftlichen Probleme beinhaltet die Frage?

Welche Aspekte des Problems will ich nicht behandeln? Aus welchen Gründen?

Auf welche Aspekte werde ich mich konzentrieren?

Wie lautet meine konkrete Fragestellung?
Da man am Anfang einer Arbeit noch nicht wissen kann, was am Ende einer Arbeit steht,
können sich Leitfragen oder Thesen im Laufe der Arbeit ändern.
Eine Leitfrage sollte immer ausformuliert und aufgeschrieben sowie später in der
Einleitung aufgeführt werden. Die Leitfrage ist der „rote Faden“ der Arbeit: Alles, was die
Frage nicht beantwortet, gehört nicht in den Text.
Auf der Grundlage Ihrer Leitfrage können Sie nun eine erste Gliederung für Ihre Arbeit
erstellen.
48
3.4 Von der Fragestellung zur Gliederung
Eine Gliederung spiegelt den Aufbau des Textes wieder, ein größerer Text gliedert sich in
Kapitel, ein Paper gliedert sich in einige wenige Zwischenüberschriften und in Absätze.
Um eine Gliederung zu erstellen, können Sie zum Beispiel Ihre Leitfrage aufsplitten: Fragen
Sie sich, welche Fragen in Ihrer Leitfrage stecken. Wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Arbeit
beispielsweise mit der Frage beschäftigen, ob der Diversity-Ansatz die Bildungschancen
von MigrantInnen an Hauptschulen verbessern kann, müssen Sie erklären, was der
Diversity-Ansatz meint, mit welchen Konzepten an Hauptschulen gearbeitet wird, wie der
Diversity-Ansatz an Hauptschulen umgesetzt werden kann und welche Vor- und Nachteile
er hat. Auch hier können W-Fragen, ein Mindmap oder das Clustern von Aspekten hilfreich
sein. Zu Beginn dient die Gliederung als Arbeitshilfe. Sie arbeiten sich schrittweise an den
einzelnen Aspekten einer Fragestellung ab. Die Gliederung spiegelt die Logik der
Argumentationslinie
wider.
Die
Wissenschaft
kennt
einige
idealtypische
Argumentationslinien (Rossig und Prätsch 2005), die in der folgenden Tabelle dargestellt
sind. In der letzen Spalte wird die jeweilige Argumentationslinie visualisiert.
Deduktive
Methode
Induktive Methode
Kausale Methode
Die Argumentation geht vom Allgemeinen zum Speziellen
Die Argumentation geht vom Speziellen zum Allgemeinen
Bei dieser Methode werden Ursachen und ihre Wirkungen untersucht. Dabei kann
entweder von den Ursachen oder den Wirkungen ausgegangen werden.
Dialektische
Die Argumentation geht in drei Hauptschritten vor: These-Antithese-Synthese. Sie
Methode
stellen also eine Behauptung (These) auf und beschreiben die Gegenthese. In der
Synthese analysieren Sie, wie die beiden gegensätzlichen Thesen zueinander
passen.
Vergleichende
Zwei oder mehrere Gegenstände werden nach verschiedenen Kriterien verglichen.
Methode
Bei der Gliederung können Sie sich dann entweder an den Kriterien oder an den
Gegenständen orientieren.
Problemlöseformel Zunächst wird das Problem genannt, anschließend die Ursachen des Problems
analysiert. Die AutorIn nennt eine Sollvorgabe und analysiert, wie diese zu
erreichen ist.
Viersatz-Methode
Ein Standpunkt, eine (scheinbare Lösung) oder eine These werden aufgeführt.
Anschließend analysiert die AutorIn durch Argumente und Beweise, inwieweit
diese These zutrifft. Die Arbeit schließt mit den Schlussfolgerungen und
Konsequenzen für die Soziale Arbeit.
Tab. 6: Überblick über unterschiedliche Argumentationslinien
Die Gliederung gibt eine Grobstruktur vor, zusammen mit der Feinstruktur – also den
einzelnen Absätzen innerhalb der Kapitel – ist die Gliederung das Gerüst der Arbeit.
Schauen Sie sich Ihre Gliederung genau an und machen Sie sich Gedanken über den
Umfang der einzelnen Kapitel. Wenn Sie beispielsweise in einer Bachelorarbeit 40 Seiten
49
schreiben dürfen, können Sie nicht auf 15 Seiten zum Thema hinleiten. Für das „Herzstück“
der Arbeit, die Beantwortung der Leitfrage, müssen die meisten Seiten eingeplant werden.
Als Arbeitshilfe darf die Gliederung sprachlich holprig sein und kann so viele Ebenen
enthalten, wie Sie es beim Verfassen der Arbeit für hilfreich erachten. Wenn Sie diese
Arbeitshilfe später als Inhaltsverzeichnis nutzen möchten, muss diese überarbeitet werden
(vgl. Kapitel 3.9.2).
Gliederung und Leitfrage sind eine große Hilfe beim fokussierten Lesen. Sie können Ihre
Literaturrecherche nun gezielt betreiben und müssen nur noch die Texte lesen, die Sie zum
Schreiben der einzelnen Kapitel benötigen. Im Rahmen einer Abschlussarbeit sollten Sie
nun ein Exposé erstellen.
3.5 Das Exposé
Ein Exposé erfüllt drei Aufgaben.
1. Eine nach innen gerichtete Funktion: Reflektionsfunktion
Vor Beginn einer Arbeit hilft das Exposé der AutorIn das eigene Vorgehen zu
reflektieren und gegebenenfalls zu verändern. Es zwingt die VerfasserIn, sich über
die
Fragestellung,
die
Argumentation
zu
ihrer
Beantwortung,
den
Analysegegenstand, die Untersuchungsmethoden sowie deren Umsetzbarkeit, die
Struktur der Arbeit und den Zeitplan für ihre Fertigstellung Klarheit zu verschaffen.
2. Eine nach außen gerichtete Funktion: Korrektivfunktion
Das Exposé informiert die betreuende DozentIn über das geplante Vorhaben. Auf
diese Weise wird es möglich, für das weitere Vorgehen Rat und Kritik sowie
Unterstützung einzuholen.
3. Eine Planungs- und Kontrollfunktion: Projektmanagementfunktion
Das Exposé ist auch ein Projektplan, der die Anleitung für alle weiteren
Arbeitsschritte vorgibt. Das Exposé ist weiterhin der „Bauplan“ für die
Strukturierung des Textes. Mit einem Zeitplan – z.B. in Form von Meilensteinen, d.h.
Teilschritten, die in bestimmten Zeitabschnitten erreicht werden sollen – wird das
Exposé auch ein Kontrollinstrument für den Fortgang der Arbeit.
Nach Franck (2004) enthält ein Exposé vier Punkte:
1. einen Arbeitstitel, der die Fragestellung zum Ausdruck bringt,
50
2. eine vorläufige Gliederung,
3. eine vorläufige Einleitung,
4. eine erste Literaturliste.
In der Einleitung sollten Sie das Problem und die Leitfrage beschreiben, mit dem sich Ihre
Arbeit befasst. Anschließend erläutern Sie das Ziel der Arbeit. Ein Exposé für eine Hausoder Bachelorarbeit sollte zwei Seiten nicht übersteigen. Für eine Masterthesis werden
meist zusätzliche Ansprüche gestellt, bspw. sollte das methodische Vorgehen erläutert
und ein erster Zeitplan erstellt werden sowie der Forschungsstand grob aufgearbeitet sein
(Franck 2004, S. 76ff.)
51
Beispiel Exposé für eine Bachelorthesis:
Bedeutung des lebensweltlichen Ansatzes für Professionelle in der Suchtberatung
Der lebensweltliche Ansatz gehört zu den wichtigsten Theorieansätzen in der Wissenschaft der
Sozialen Arbeit (Thiersch 2005). Er wurde bereits auf zahlreiche Arbeitsfelder übertragen. Der
lebensweltliche Ansatz stammt aus der Tradition der Sozialpädagogik und fand ursprünglich
primär in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe Anwendung.
Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, inwieweit sich der lebensweltliche Ansatz nach Hans
Thiersch auf die Praxis der Suchtberatung übertragen lässt. Es soll zum einem der Frage
nachgegangen werden, ob eine Übertragung des Konzepts auf ein sozialarbeiterisches Arbeitsfeld
mit einer exterm gefährdeten Zielgruppe überhaupt möglich ist. Hier soll ein besonderer Fokus auf
die „Absage an den ExpertInnenstatus“ der SozialarbeiterIn und dem damit verbundenen
„Aushandeln von Problemen“ gelegt werden. Zum anderen soll überprüft werden, in wie weit das
Konzept der Lebensweltorientierung Anwendung in der Suchtberatung findet.
Um diese Frage zu beantworten, sollen fünf qualitative Interviews mit MitarbeiterInnen der
Drogenhilfe Köln durchgeführt, transkribiert und ausgewertet werden.
(Vorläufige) Gliederung
1. Der lebensweltliche Ansatz nach Hans Thiersch
1.1 Der lebensweltliche Ansatz als Reflexionsbasis für PraktikerInnen
1.1 Der lebensweltliche Ansatz im Arbeitsfeld Sucht
2.
2.1
2.2
2.3
Empirik
Das Experteninterview
InterviewpartnerInnen
Auswertung
3
4
Der lebensweltliche Ansatz in der Suchtberatung: Möglichkeiten und Grenzen
Fazit
Vorläufige Literaturliste
Gläser, Jochen (2009): Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse als Instrumente
rekonstruierender Untersuchungen. 3., überarb. Aufl., Hrsg. v. Grit Laudel. Wiesbaden: VS Verl.
für Sozialwissenschaften.
Grunwald, K. (Hrsg.) (2004). Grundlagentexte Pädagogik. Praxis lebensweltorientierter sozialer
Arbeit: Handlungszugänge und Methoden in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Weinheim:
Juventa-Verl.
Helfferich, Cornelia (2011): Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung
qualitativer Interviews. 4. Aufl., Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Thiersch, Hans (2008): Lebensweltorientierte Soziale Arbeit: Aufgaben der Praxis im sozialen
Wandel. Weinheim: Juventa.
Sting, Stefan (2003): Soziale Arbeit in der Suchtprävention. München: Reinhardt.
Wolffersdorf, Christian (2001): Drogen und Sucht. In: Hans U. Otto und Hans Thiersch (Hrsg.):
Handbuch der Sozialarbeit/ Sozialpädagogik. München: Luchterhand, S. 324–338.
52
3.6
Lesen
Sie werden nun viel lesen, bewahren Sie dabei immer eine kritische Distanz zum Text. Beim
fokussierten Lesen konzentrieren Sie sich auf die Teile des Textes, die Ihre Fragestellung
beantworten. Wenn Sie beim Lesen immer wieder abschweifen, können Sie auf
verschiedene Lesetechniken zurückgreifen, die wir in Kapitel 4 vorstellen.
Wenn Sie genug gelesen haben, werden Sie mit dem Schreiben der ersten Rohfassung
Ihrer Arbeit beginnen.
3.7
Wissenschaftlich Schreiben
Wissenschaftliche Texte sind im Idealfall spannend und verständlich geschrieben. In
diesem Punkt unterscheiden sich wissenschaftliche und literarische Texte nicht. In
wissenschaftlichen Texten muss jedoch transparent sein, auf welchem Weg Erkenntnisse
gewonnen und auf welche AutorInnen dabei Bezug genommen wurde.
Einem wissenschaftlichen Text liegt immer eine Textstruktur zu Grunde. Überlegen Sie sich
vorher, wie Sie Ihren Text aufbauen möchten. Planen Sie für jeden größeren
Gedankengang einen Absatz ein. Skizzieren Sie eine Textstruktur: Notieren Sie
stichpunktartig Themen und Inhalt der einzelnen Absätze. Machen Sie sich abschließend
Gedanken über den Übergang zum nächsten Absatz.
Gehen Sie nicht davon aus, dass LeserInnen wissen, was Sie „meinen“. Diese beurteilen
Begriffe auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen, Ihre kennen sie nicht. Deshalb sind
wissenschaftliche Texte präzise geschrieben, dazu gehört die Verwendung von
Fachbegriffen. Schreiben Sie beispielsweise nicht von „Ausländern“ (es sei denn, Sie
meinen
Menschen
ohne
deutschen
Pass),
sondern
von
„Menschen
mit
Migrationshintergrund.“ Absolut Tabu sind überholte Begriffe: Wenn Sie von
„Ausländerpädagogik“ oder „verwahrlosten Personen“ reden, zeigen Sie nur, dass Sie den
aktuellen Diskurs nicht kennen und ungewollt bestimmte Vorurteile reproduzieren.
Recherchieren Sie in einschlägigen Handbüchern und Lexika nach den richtigen Begriffen.
Oft werden mehrere Begriffe nebeneinander benutzt. Entscheiden Sie sich für den
passenden Begriff und begründen Sie Ihre Wahl. Begriffe selbst zu „erfinden“, ist nur dann
legitim, wenn es in der Literatur keine passende Definition gibt. Führen Sie dann aus,
warum Sie den Begriff wie folgt definieren.
Fachbegriffe beruhen auf bestimmten Theorien. Wenn Sie einen Text an eine Theorie
anbinden, sollten Sie in der Terminologie der Theorie bleiben.
53
Schauen Sie sich beim ersten Korrekturlesen und Überarbeiten des Textes alle
thematischen Begriffe noch einmal genau an. Fragen Sie sich, ob das Wort wirklich das
treffende ist oder ob nicht Klischees und Vorurteile mitschwingen. In dem Begriff
„Mitbürger“ schwingt beispielsweise ein Zwei-Klassen-Denken mit. Sind Menschen mit
Migrationshintergrund andere Bürger als Menschen ohne Migrationshintergrund?
Alles, was Sie in einem wissenschaftlichen Text schreiben, müssen Sie belegen. Das
erfordert einen sehr kritischen Umgang mit allen Vorannahmen, die schon in unseren
Köpfen sind. Fragen Sie sich jedes Mal, ob Sie sich sicher sind, dass eine Aussage stimmt
oder ob man nicht ebenso das Gegenteil behaupten könnte.
Sie können sich dabei auf Ergebnisse anderer WissenschafterInnen berufen, müssen diese
dann aber als UrheberIn nennen. Ein wissenschaftlicher Text ist jedoch keine
Aneinanderreihung der Gedanken anderer. Wenn Sie sich auf andere AutorInnen
beziehen, dann sollten Sie die Gedanken derselben einer kritschen Analyse unterziehen
und eigene Schlussfolgerungen ableiten. Anders ausgedrückt: Selber denken ist
erwünscht! Sie dürfen und sollen selbst analysieren und schlussfolgern, müssen Ihre
Aussagen durch Forschungsergebnisse oder stichhaltige Argumente jedoch begründen.
Solange eine Aussage nicht an der Wirklichkeit überprüft wurde, bleibt sie eine (gut
begründete) These. Das müssen Sie sprachlich kenntlich machen, schreiben Sie
beispielsweise, dass „aus den genannten Gründen zu vermuten ist“ oder die
„Schlussfolgerung nahe liegt“. Ihre eigenen Schlussfolgerungen und Gedanken sind die
einzigen Aussagen, die Sie nicht durch einen Beleg kennzeichnen müssen.
3.7.1 Belege im Text
Das korrekte Zitieren und Belegen in einer Arbeit ist sehr wichtig: Die LeserIn muss erstens
genau nachvollziehen können, wo Sie was herhaben – nur so ist Ihre Arbeit an die
Gesamtheit
der
wissenschaftlichen
Erkenntnisse
anschlussfähig.
Zweitens
ist
wissenschaftliche Literatur das Arbeitsprodukt von WissenschaftlerInnen. Den Ursprung
eines Gedankens namentlich in einer schriftlichen Arbeit zu nennen, ist wichtig, damit die
Arbeit einzelner WissenschaftlerInnen sichtbar bleibt. Schließlich ist das korrekte Belegen
Zeugnis einer sauberen wissenschaftlichen Arbeit.
Wenn Sie sich in einer schriftlichen Arbeit auf den Text einer anderen AutorIn beziehen,
werden Sie sich unterschiedlich eng am Originaltext orientieren: Wird eine Textpassage
wörtlich übernehmen, spricht man von einem „wörtlichen Zitat“. Diese werden in Maßen
54
eingesetzt. Ein wörtliches Zitat ist immer dann sinnvoll, wenn man etwas treffender nicht
formulieren könnte. Werden Textabschnitte in eigenen Worten zusammengefasst, spricht
man von einem „sinngemäßen Zitat“, eine sehr freie Zusammenfassung ist eine
„Paraphrase“. Schließlich gibt es noch den „einfachen Beleg“, der verwendet wird, wenn
man sich auf Aussagen eines ganzen Buches bezieht. Beziehen Sie sich in Ihren
Ausführungen immer auf die Originalquellen oder auch „Primärquellen“. Es ist legitim, sich
anhand von Sekundärliteratur einen Überblick zu verschaffen. Erst wenn Sie die
Originalquellen kennen, können Sie jedoch beurteilen, ob die Sekundärliteratur die
Primärquelle adäquat wiedergibt. Das hauptsächliche Arbeiten mit Primärquellen gehört
damit zu einer kritischen, wissenschaftlichen Haltung dazu.
Alle Entlehnungen aus Texten anderer AutorInnen, wörtlich oder sinngemäß, müssen
belegt werden.
Es gibt hunderte verschiedene Belegsyssteme. Die Unterschiede sind teilweise marginal:
So unterscheiden sich die unterschiedlichen Belege beispielsweise dadurch, ob der
Nachname eines Autors komplett in Großbuchstaben gesetzt wird oder ob mehrere
Autoren durch ein Komma oder ein Semikolon getrennt werden. Lassen Sie sich dadurch
nicht verwirren. Wichtig ist, dass Sie sich für eine Belegart entscheiden und diese in Ihrer
ganzen Arbeit konsequent durchhalten. Die vielen verschiedenen Belegarten lassen sich in
zwei Gruppen einteilen: Das Belegen im Text und das Belegen in Fußnoten.
Das Belegen im Text wird nach der amerikanischen Universität auch „Harvard-System“
genannt. Dieses Belegsystem scheint sich in der Sozialen Arbeit durchzusetzen.
Unmittelbar hinter der entlehnten Stelle fügen Sie im Text eine Klammer ein, die den
Nachnamen des Autors, das Erscheinungsjahr und ggf. die Seitenzahl nennt. Die
vollständige Literaturangabe wird im Literaturverzeichnis aufgeführt.
Wird der Beleg in der Fußnote aufgeführt, so spricht man vom „geisteswissenschaftlichen
System“. Bei der ersten Nennung des Werkes wird die vollständige Literaturangabe
aufgeführt, bei weiteren Nennungen wird nur die AutorIn, der Titel und ggf. die Seite
genannt (siehe Tab. 6). Klären Sie mit der DozentIn ab, ob eine bestimmte Belegmethode
gefordert wird. Ist dies nicht der Fall, wählen Sie eine und bleiben bei dieser.
Wenn sich Ihre Ausführungen auf eine oder mehrere Seiten eines Buches beziehen, so
müssen Sie diese im Beleg mit anführen. Beim sinngemäßen Zitat und in der Paraphrase
wird vor dem Beleg ein Vergleich „vgl.“ eingefügt. Beziehen Sie sich auf ein ganzes Werk,
so wird weder ein „vgl.“ noch eine Seitenzahl eingefügt. Die bibliographischen Angaben zu
55
den jeweiligen Büchern, wie Auflage, Erscheinungsort, Verlag etc. finden Sie auf Seite 3,
direkt hinter der Titelseite. Der Beleg enthält immer den Namen der AutorIn, auf die sie
sich beziehen, unabhängig davon, wer der Herausgeber des Buches ist. Beziehen Sie sich
beispielsweise auf den Text „Internationalität in der Sozialen Arbeit“ von Andreas Thimmel
und Günther Friesenhahn, der im „Grundriss Soziale Arbeit“ (2010) von Werner Thole
erschienen ist, so erscheint im Beleg „(Thimmel; Friesenhahn 2010)“ und nicht „(Thole
2010)“. Das Erscheinungsdatum entspricht dem des Herausgeberwerkes.
Art des Zitats
Was meint das?
Verwendung
Beleg Havard
Wörtliches
Zitat
Wörtliche Übernahme
einzelner Textpassagen
(Autor Jahr, S.)
Sinngemäßes
Zitat
Umformulierte
Textpassage, sehr nah am
Text
Sparsame
Verwendung, nur
dann, wenn man es
treffender nicht
ausdrücken kann
sparsam
Paraphrase
Freie Zusammenfassung
einer Textpassage
häufiger
(vgl. Autor Jahr, S.)
Bezieht sich nicht auf
Textpassagen, sondern
auf ein ganzes Werk oder
eine Theorie
Tab. 7: Überblick Belege im Text
häufiger
(Autor Jahr)
Einfacher
Beleg
(vgl. Autor Jahr, S.)
Beleg in
Fußnoten1
Erste Nennung
Vollbeleg, dann
Autor: Titel , S.
Erste Nennung
Vollbeleg, dann
vgl. Autor: Titel,
S.
Erste Nennung
Vollbeleg, dann
vgl. Autor: Titel,
S.
Erste Nennung
Vollbeleg, dann
Autor: Titel
Das wörtliche Zitat ist identisch aus der Vorlage zu entnehmen, auch bei abweichender
Rechtschreibung in älteren Texten. Wörtliche Zitate werden durch Anführungszeichen als
solche kenntlich gemacht. Die Anführungszeichen können entfallen, wenn das Zitat über
drei Zeilen lang ist. Dann wird das Zitat kleiner gesetzt (um ca. 1-2 pt) und der
Zeilenabstand entsprechend verkleinert. Links und rechts ist ein Einzug von 1 cm zu
empfehlen. Der Abstand zum vorhergehenden und nachfolgenden Absatz beträgt 0,5 cm.
Beispiel wörtliches Zitat mit Beleg im Text:
Die Aufgaben im Weltkrieg, die nicht mehr einzelen Familien, sondern ganze Bevölkerungsgruppen
umfassten, durchbrachen den Rahmen einer ehrenamtlichen und nur in Einzelfällen angeleiteten oder
ausgebildeten Tätigkeit. Frauen wurden gebraucht. Und sie mussten jetzt auch bezahlt werden. (Müller
2001, S. 32)
Beispiel wörtliches Zitat mit Beleg in der Fußnote:
Die Aufgaben im Weltkrieg, die nicht mehr einzelen Familien, sondern ganze Bevölkerungsgruppen
umfassten, durchbrachen den Rahmen einer ehrenamtlichen und nur in Einzelfällen angeleiteten oder
ausgebildeten Tätigkeit. Frauen wurden gebraucht. Und sie mussten jetzt auch bezahlt werden. 1
1
Müller, Wolfgang: Helfen und Erziehen. Soziale Arbeit im 20. Jahrhundert. Weinheim 2001, S. 32.
56
Beispiel Beleg in der Fußnote bei wiederholter Nennung des gleichen Werkes:
Armenvogt und Spielführerin waren die Ahnen der Berufe, die später in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhundert
als
Wohlfahrtspflgererinnen
oder
Sozialarbeiterinnen
und
als
Kindergärtnerinnen/Erzieherinnen oder als Sozialpädagoginnen ausgebildet wurden. 2
Geht das Zitat über zwei aufeinanderfolgende Seiten geben Sie in der Quelle „S. 112f.“ an,
geht es über drei Seiten, was häufig bei sinngemäßen Zitaten (s.u.) der Fall ist, geben Sie in
der Quelle „S. 112ff.“ an. Bei mehr als drei Seiten benennen Sie Anfang und Ende. Wenn
eine zitierte Passage bereits Anführungsstriche enthält, geben Sie diese als ‚halbe
Anführungsstriche’ wieder. Vermeiden Sie möglichst indirekte Zitate, also Zitate im Zitat.
Wenn Sie ein wörtliches Zitat verändern, kennzeichnen Sie die Veränderung mit
Klammern. Auslassungen und Kürzungen werden mit „(...)“ bei Sätzen und mit „…“ für
einzelne Wörter gekennzeichnet. Grammatikalische Anpassungen werden in eckigen
Klammern angegeben.
Beispiel wörtliches Zitat mit Auslassungen mit Beleg im Text:
Wird eine Ansicht, auf die man sich beruft, von vielen geteilt, hat man eine Auswahl zu treffen. (...) Wer
zuviel zitiert dokumentiert damit, daß er nicht in der Lage ist, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.
(Dichtl 1995, S. 18)
Beispiel wörtliches Zitat mit grammatikalischer Anpassung mit Beleg im Text: 3
Eine weitere Definition geht davon aus, dass „Soziale Arbeit in dem Moment [beginnt], in
dem Menschen diese Hilfeleistung als ihre Arbeit begreifen...“ (Kuhlmann 2008, S. 11f.)
Eigene Hervorhebungen in wörtlichen Zitaten kennzeichnen Sie durch das Kürzel „Herv.“
und Ihre Initialen in eckigen Klammern. Rechtschreibfehler im Zitat übernehmen Sie und
kennzeichnen diese durch das Kürzel „sic!“ in eckigen Klammern. Auch Ergänzungen sind
manchmal sinnvoll und immer durch eckige Klammern und Ihre Initialen zu kennzeichnen
(siehe Tab. 7, S. 61f.).
Sinngemäße Zitate und Paraphrasen belegen Sie wie wörtliche Entlehnungen, jedoch ohne
Anführungsstriche und fügen „vgl.“ hinzu. Hierzu ein Beispiel eines sinngemäßen Zitates
mit Beleg im Text:
Soziale Probleme und mithin Soziale Arbeit wurden während des 1. Weltkrieges zum
Massenphänomen. Dies beförderte die Verberuflichung (vgl. Müller 2001, S. 32).
2
3
Müller: Helfen und Erziehen, S. 8.
Das Zitat wird hier nicht in kleinerer gesetzt und eingerückt, da der zitierte Text nicht länger als 3 Zeilen ist.
57
Beim einfachen Beleg entfällt das „vgl.“. Allgemeinwissen muss nicht eigens mit Quellen
belegt werden. Alle Fachinformationen hingegen schon. Wiederholen sich Quellen in
Ihrem Text direkt hintereinander, können Sie die Quellenangabe im Harvard System durch
„ebd.“ bzw. „vgl. ebd.“ (ebenda) abkürzen. Beim geisteswissenschaftlichen System gibt es
darüber hinaus die Abkürzung mit a.a.O. bzw. „vgl. a.a.O.“ (am angegebenen Ort).
Wenn Sie Abbildungen oder Tabellen aus anderen Texten übernehmen, müssen Sie auch
hier immer die Quelle angeben. Wie in diesem Skript werden Abbildungen und Tabellen
mit einer eigenen Bezeichnung (Tab., Abb., Darst.), einer laufenden Nummer, einem Titel
und der Quellenangabe versehen. Die Quellenangabe erfolgt analog zu den Ausführungen
zu Textentlehnungen. Bei einer Vielzahl von Quellen sollten Sie ein eigenes Abbildungsoder Tabellenverzeichnis anlegen. Bei wenigen Abbildungen und Tabellen können Sie das
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis in einem Darstellungsverzeichnis zusammenfassen
(vgl. Kapitel 3.9.3). Die Angaben über die Quellen behandeln Sie im Literaturverzeichnis
genau wie Textentlehnungen.
Wenn Sie Teile aus Gesetzestexte wörtlich zitieren, so verwenden Sie auch hier
Anführungszeichen und führen als Verweis die entsprechende Vorschrift hinzu (z.B. § 1666
Abs. 1 BGB). Beziehen Sie sich hingegen auf eine bestimmte Vorschrift ohne ganze Sätze
oder Absätze wörtlich wiederzugeben, so reicht es aus, wenn Sie die Vorschrift erwähnen.
(Nach § 43 Abs. 1 SGB I….). Verwenden Sie immer aktuell gültige Gesetzestexte. Ist es
notwendig, ausnahmsweise einmal notwendig Gesetzestexte in älterer Fassung zu
verwenden, ist dies mit dem Zusatz „a.F.“ oder der Jahreszahl der alten Fassung hinter dem
Gesetzesnamen
kenntlich
zu
machen.
Ein
Beleg
von
Gesetzestexten
ist
im
Literaturverzeichnis nicht erforderlich.
Sollten Sie sich einmal einer Gerichtsentscheidung bedienen, um im Rahmen einer
juristischen Auslegung, die Rechtsprechung zu berücksichtigen, gilt folgendes:
Zunächst ist das Gericht anzugeben (z.B. AG Köln oder BGH), dass die Entscheidung
getroffen hat. Hier können Sie die gänige Abkürzung verwenden. Gerichtsentscheidungen
werden häufig in Fachzeitschriften veröffentlicht. Das Zitat nach Fachzeitschriften ist wie
folgt aufgebaut: Gerichtsbezeichnung, Name der Fachzeitschrift (Abkürzung) und
Jahrgang, Seitenangabe der zitierten Entscheidung (z.B. BGH, BtPrax 2009, S. 290)
58
Nicht veröffentlichte Entscheidungen sind mit Gerichtsbezeichnung, Entscheidungstyp
und Datum und Aktenzeichen zu zitieren (z.B. BGH, Beschluss v. 16.03.2011 – XII ZB
601/10). Bei Entscheidungen, die über das Rechtsportal juris (über Metadatenbank Digibib
einsehbar, siehe Kapitel 2.3.5) recherchiert wurden sind, ist weiterhin die jeweilige
Randnummer (Rn.) der Entscheidung und in Klammern (Juris-Recherche) anzugeben.
In der folgenden Tabelle stellen wir nochmals alle Zitierregeln in einer Übersicht dar. Die
Zitierregeln werden dabei im Harvard-System dargestellt. Beim Beleg in Fußnoten gelten
die gleichen Regeln, der Beleg wird jedoch in den Fußnoten aufgeführt. Bitte beachten Sie
dabei, dass bei der ersten Nennung des Werkes die vollständige Literaturangabe
aufgeführt wird, bei weiteren Nennungen wird nur die AutorIn, der Titel und ggf. die Seite
genannt.
59
Zitierregeln in der Übersicht
Zitatregel
Immer in
Anführungszeichen
Länger als drei Zeilen
Wörtliches Zitat
Genau zitieren
Zitat mit
Anführungsstrichen
im zitierten Text
Auslassung von
Sätzen
Beispiel
„Theoriebildung in der Sozialpädagogik hat also keine anderen Inhalte als den Diskurs
selbst.“ (Winkler 1986, S. 59)
Kleiner setzen, einrücken,
dann keine
Anführungszeichen
Übernahme von
Rechtschreibfehlern, alter
Rechtschreibung,
Hervorhebungen etc.
in einfache
Anführungszeichen setzen
Siehe Beispiele in dieser Spalte
(…)
Das aktive Zuhören hat eine zentrale Bedeutung für die (klientenzentrierte)
Geprächsführung. (…) Aktives Zuhören ist verbunden mit der Fähigkeit, den
Gesprächspratner gelten zu lassen, ihm das Recht auf seine persönliche Sichtweise
zuzugestehen und auf Bewertungen zu verzichten, auch problematische Äußerungen zu
ertragen und Geduld und Zeit zu haben. (Helfferich 2011, S. 91)
„Verstehensprozesse in der Interviewsituation selbst bestehen …, aus wahrnehmen … und
deuten“ (Helfferich 2011, S. 85)
Auslassung von
Wörtern im Satz
Grammatikalische
Anpassungen
(Häufig bedingt
durch Einbindung
des Zitats in einen
selbstformulierten
Satz.)
Ergänzungen
…
Hervorhebungen
[Herv. – Initialen]
Dies kann damit zusammenhängen, daß jede Einsicht in den Geistes- und
Humanwissenschaften nur über eine eigene Denkleistung des sie aufnehmenden rezipiert
und aktualisiert wird, er fügt stets einen Eigenbeitrag hinzu, der jedoch auf den
unterschiedlichen Ebenen menschlicher Geistestätigkeit realisiert wird. (Winkler 1986, S. 65)
„Man konstruiert Gedanken- und Vorstellungsgebilde, ‚welche in der Wirklichkeit keine
Verwendung finden’“. (Winkler 1986, S. 64)
[Anpassung]
Eine weitere Definition von Sozialer Arbeit geht davon aus, dass „Soziale Arbeit in dem
Moment [beginnt], in dem Menschen diese Hilfeleistung als ihre Arbeit begreifen … “.
(Kuhlmann 2008, S. 11f.)
[Ergänzung – Initialen]
Wo früher die gute alte Tafel noch wenigstens den persönlichen Einsatz des Vortragenden
erforderte, fadisieren [langweilen – M.W.] heute die computerproduzierten seelen- und
einfallslosen Präsentationsfolien den Zuleser. (Möllers 1993, 71 f.)
Die Studentenbewegung war aus einem starken gemeinsamen Interesse von Studierenden
[Herv. – M.W.] entstanden, ihr Studium zu reformieren – nicht: es abzuschaffen! (Müller 2008,
60
Sekundärzitate
Wörtliches/sinngemäßes
Zitat, Paraphrase
Zitat im Zitat
Wiederholungen von
Quellen
Über eine Seite
Vermeiden, möglichst immer
die Primärquelle heranziehen.
Vermeiden, wenn nicht
anders möglich, einfache
Anführungszeichen setzen.
Quelle abkürzen mit ebd. oder
a.a.O.
S. xyf.
Über zwei bis drei
Seiten
S. xyff.
Über mehr als 3
Seiten
S. xx–xy
S. 109)
„Es sei mit Paul Natorp festzustellen, dass die Philosophie die Grundlage der Sozialpädagogik
bildet.“ (Buchenau 1923, zit. n. Winkler 1986, S. 49)
„Diese Bezugspunkte sind dem Alltagsbewußtsein ... präsent, und in der Bearbeitung von
Kriesen und Konfliktfällen entwickelt dieses Alltagsbewußtsein einen ‚sozialpädagogischen
Blick’.“ (Hamburger 2003, S. 102)
Was Soziale Arbeit ist, sagt uns der Diskurs (vgl. ebd. S. 50)
Diese Probleme ergeben sich aus den Mängeln in den Lebensverhältnissen und ihre
ökonomischen Grundlagen (vgl. Engelke; Borrmann, Spatscheck 2008. S.409f.)
Die Erstellung eines Leitfadens für ein qualitatives Interview erfolgt nach dem „SPSS-Prinzip“:
Sammeln, Prüfen, Sortieren, Subsummieren (vgl. Helfferich 2011, S. 178ff.)
Bei genauerer Betrachtung ergibt sich eine durchgehende Linie von der preußischen
Jugendpflege über Weimar bis in die Bundesrepublik (vgl. Böhnisch 1980, S. 43–120).
Tab. 8: Zitierregeln in der Übersicht
61
3.7.2 Belege im Literaturverzeichnis
Da das Literaturverzeichnis ein Teil des Belegsystems ist, gibt es auch hier unterschiedliche
Formen. Andere Bibliographien können von der hier vorgestellten abweichen, müssen
aber immer einheitlich gestaltet sein. Im Fußnotensystem werden die Quellen nach dem
Schema „Autor: Titel. Ort Jahr“ angegeben. Beim Beleg im Text nach dem Schema „Autor
(Erscheinungsjahr): Titel. Ort.“ Im Gegensatz zum Beleg im Text wechselt beim
Fußnotensystem die Jahreszahl hinter den Ort. Alle anderen Angaben bleiben gleich.
62
Übersicht über Belege im Literaturverzeichnis
Art der Quelle
Selbständige
Publikation mit
einem oder
mehreren
AutorInnen
(Monographie)
Fußnotensystem
Autor: Titel. Ort Jahr.
Beleg im Text
Autor (Erscheinungsjahr): Titel. Ort.
Welsch, Wolfgang: Ästhetisches Denken. Stuttgart 2003.
Welsch, Wolfgang (2003): Ästhetisches Denken. Stuttgart.
Angabe mit Verlag (fakultativ):
Welsch, Wolfgang: Ästhetisches Denken. Stuttgart: Reklam
2003
Angabe mit Verlag (fakultativ):
Welsch, Wolfgang (2003): Ästhetisches Denken. Stuttgart:
Reklam.
Aufsätze in
Sammelbänden
Autor: Titel. In: Herausgeber (Hrsg.): Titel. Ort
Jahr.,Seitenzahlen
Autor (Jahr): Titel. In: Herausgeber (Hrsg.): Buchtitel. Ort,
Seitenzahlen.
Gadamer, Hans G.: Zur Fragwürdigkeit des ästhetischen
Bewußtseins. In: Henrich, Dieter / Iser, Wolfgang (Hrsg.):
Theorien der Kunst. Frankfurt 1993, S. 59-69.
Gadamer, Hans G. (1993): Zur Fragwürdigkeit des
ästhetischen Bewußtseins. In: Henrich, Dieter; Iser, Wolfgang
(Hrsg.): Theorien der Kunst. Frankfurt, S. 59–69.
Auror: Titel. In: Zeitschriftentitel. Jahrgang, Heftnr. Jahr,
Seitenzahlen
Auror (Jahr): Titel. In: Zeitschriftentitel. Jahrgang, Heftnr.,
Seitenzahlen
Hering, Sabine: Wer hilft wem? Das neue Selbstbewusstsein
der Profession. In: Sozial Extra. Zeitschrift für Soziale Arbeit.
34. Jg., Heft 9 2010, S. 6–7.
Titel. Herausgeber. Ort. Jahr. (evtl. Band) Artikel: Artikeltitel.
Seitenzahlen
Hering, Sabine (2010): Wer hilft wem? Das neue
Selbstbewusstsein der Profession. In: Sozial Extra. Zeitschrift
für Soziale Arbeit. 34. Jg., 9/2010, S. 6–7.
Titel (Jahr). Herausgeber. Ort. (evtl. Band,) Artikel:
Artikeltitel. Seitenzahlen.
Metzler Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen.
Herausg. von Prechtl, Peter /Burkhard, Franz-Peter, Stuttgart,
Weimar 2008. Artikel: Gerechtigkeit, S. 205–207.
Metzler Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen (2008).
Herausg. von Prechtl, Peter /Burkhard, Franz-Peter, Stuttgart,
Weimar. Artikel: Gerechtigkeit, S. 205–207.
Zeitungs- oder
Fachartikel
Nachschlagewerke
63
Besonderheiten, Anmerkungen
 Auflage wird erst ab 2. Auflage
genannt
 Angabe des Verlags fakultativ.
 Mehrere AutorInnen werden
durch ein Semmikolon oder
einen Querstrich getrennt.
o Beispiel: Karmasin,
Matthias; Ribing, Rainer:
(2008): Die Gestaltung
wissenschaftlicher Arbeiten.
3. Auflage. Wien.
 Ist ein Buch in einer Reihe
erschienen, so kann diese,
muss jedoch nicht, mit
angegeben werden
Siehe unter „selbständige
Publikationen“
Der Ort enfällt
Nur, wenn keine AutorIn ersichtlich
ist! Sonst wie einen Aufsatz in
einem Sammelband behandeln!
Internetquellen
Bei Webseiten etc.
Autor oder Herausgeber: Titel. URL [Zugriff: Datum]
Bundeszentrale für politische Bildung: Globalisierung.
www.bpb.de/wissen/Y6I2DP,0,0,Globalisierung.html [Zugriff:
01.12.2006]
Bei Online-Zeitschriften:
Auror: Titel. In: Zeitschriftentitel. Jahrgang, Heftnr. Jahr,
URL, Seitenzahlen [Zugriff: Datum]
Bei Webseiten etc.
Autor oder Herausgeber (Jahr): Titel. URL. (Letzter Zugriff
am Datum)
Bundeszentrale für politische Bildung (2006): Globalisierung.
www.bpb.de/wissen/Y6I2DP,0,0,Globalisierung.html
[Zugriff: 01.12.2006]
Bei Online-Zeitschriften:
Auror (Jahr): Titel. In: Zeitschriftentitel. Jahrgang, Heftnr.,
URL, Seitenzahlen [Zugriff: Datum]
Sicart, Miguel: Game, Player, Ethics: A Virtue Ethics Approach
to Computer Games. In: International Review of Information
Ethics, Vol. 4 2005, http://www.i-r-ie.net/inhalt/004/004_full.pdf, S. 13–18 [Zugriff: 12.01.2008].
Rechtsquellen
Allgemein gilt
Bei mehr als drei
Namen oder
Verlagsorten in
Quellen wird nach
der ersten
Aufführung „et al.“
oder „u.a“ benutzt.
Bei mehreren
Werken eines Autors
im gleichen Jahr
werden die
Jahreszahlen mit
Buchstaben
versehen
 Keine AutorIn angegeben:
Herausgeber der Webseite
oder Titel der Webseite
anstelle des Autoren nennen.
 Onlinezeitung, die eine AutorIn
nennt:
Normale Quellenangabe wie
bei Zeitschriftenartikel, ergänzt
durch URL und Zugriffsdatum.
Sicart, Miguel (2005): Game, Player, Ethics: A Virtue Ethics
Approach to Computer Games. In: International Review of
Information Ethics, Vol. 4, http://www.i-r-ie.net/inhalt/004/004_full.pdf, S. 13–18 [Zugriff: 12.01.2008].
Gesetze müssen im Literaturverzeichnis nicht belegt werden. Es reicht die genaue Angabe der Vorschrift und ggf. des Absatzes im Text.
Drücker, Ansgar et.al.: Leitfaden InterKulturell on Tour.
Drücker, Ansgar et al. (2010): Leitfaden InterKulturell on Tour.
Internationale Jugendbegegnungen – Schauplatz neuer
Internationale Jugendbegegnungen – Schauplatz neuer
Kooperationen zwischen
Kooperationen zwischen
Migrantenjugend(selbst)organisationen und Internationaler
Migrantenjugend(selbst)organisationen und Internationaler
Jugendarbeit. Schwalbach am Taunus 2010.
Jugendarbeit. Schwalbach am Taunus.
Winkler, Michael (a): Eine Theorie der Sozialpädagogik.
Stuttgart 1988.
Winkler, Michael (b): „Ideen braucht man nur, wenn man
nichts erlebt.“ Sieben Notizen zur alltagsorienterten
Pädagogik. In: neue Praxis 5 (18) 1988, S. 386–401.
Winkler, Michael (1988a): Eine Theorie der Sozialpädagogik.
Stuttgart.
Winkler, Michael (1988b): „Ideen braucht man nur, wenn man
nichts erlebt.“ Sieben Notizen zur alltagsorienterten
Pädagogik. In: neue Praxis 5 (18), S. 386–401.
Tab. 9: Übersicht über Belege im Literaturverzeichnis
64
 Ein Literaturverwaltungsprogramm (z.B. Citavi, Zotero, Endnotes und andere)
unterstützt Sie beim korrekten Zitieren und Belegen wie auch bei Ihrer
Systematisierung von Literatur während Ihres gesamten Studiums und darüber hinaus.
Zotero ist kostenlos im Internet erhältlich und sehr komfortabel für alle Betriebssysteme
zu nutzen. Citavi und Endnotes sind kostenpflichtig, allerdings können Sie sich als
StudentIn der FH Köln Citavi kostenlos über eine Campuslizenz lizenzieren lassen. Citavi
läuft allerdings nicht auf Macs und auf Linux, sondern nur auf Windows-Rechnern.
Schulungen bietet Ihnen Soziale Arbeit plus an.
Sauberes Belegen ist viel Arbeit und erfordert neben etwas Übung teilweise auch eine
„buchhalterische Mentalität“. Bedenken Sie jedoch, dass Sie mit dem geistigen Eigentum
Anderer arbeiten und in einer wissenschaftlichen Arbeit immer nachvollziehbar sein muss,
welche Gedanken von Ihnen selbst und welche von Dritten stammen.
3.7.3 Plagiat
Plagiate sind seit Jahren ein vieldiskutiertes Thema in Wissenschaft und Lehre. Dass es sich
bei einem Plagiat nicht um ein „Kavaliersdelikt“ oder eine bedeutungslose und
dementsprechend verzeihliche „Schummelei“ handelt, ist spätestens seit der „GuttenbergAffäre“ und der öffentlichen Diskussion von Plagiatsfällen deutlich geworden. Ein Plagiat
stellt neben einer moralischen Verfehlung – im akademischen Kontext die Verfehlung
gegen das unbedingte Gebot wissenschaftlicher Ehrlichkeit – auch eine rechtliche
Verfehlung dar (vgl. Metzler 1990, S. 351). Einen Text abzugeben, der Plagiate enthält, ist
(versuchter) Betrug. Die prüfungsrechtlichen Konsequenzen können dabei von einer
ersten Verwarnung bis zum Ausschluss von sämtlichen Prüfungen und damit de facto zur
Exmatrikulation reichen. Ist der Haus- oder Abschlussarbeit zudem eine eidesstattliche
Erklärung beigefügt, können auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.
Doch was ist ein Plagiat überhaupt? Ein Plagiat ist im weitesten Sinne der Diebstahl
fremden geistigen Eigentums. In Bezug auf wissenschaftliche Arbeiten ist ein Plagiat die
„direkte oder indirekte Übernahme fremder Inhalte. Diese Inhalte können Argumente,
Erklärungen,
Fakten,
Interpretationen,
Entdeckungen,
Konklusionen,
Quellenverzeichnisse oder die Struktur einer anderen Arbeit sein. Es spielt keine Rolle,
woher diese Bestandteile stammen. Sie können bereits veröffentlicht oder noch
unveröffentlicht sein, d. h., auch Hausarbeiten anderer Studierender kommen in Frage.
Die Übernahme wird nicht kenntlich gemacht, d. h., es gibt keine Quellenangabe bzw.
Anführungsstriche bei wörtlicher Übernahme. Folglich erscheinen die Übernahmen als
eigene Arbeit.“ (Sattler 2007, S. 35)
Wer also Worte, Gedanken, Sätze, Tabellen, Schaubilder etc. anderer nicht durch eine
Quellenangabe als fremdes Gedankengut kennzeichnet, verwendet Plagiate. Plagiate sind
65
somit mehr als nicht gekennzeichnete wörtliche Übernahmen fremder Texte („copy-andpaste-Prinzip“). Auch wer einzelne Worte verändert, Sätze umstellt, mehrere Abschnitte
mischt und neu zusammensetzt („shake-and-paste-Prinzip“), Graphiken leicht verändert
usw. ohne die Quelle anzugeben, plagiiert.
Studienergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass unter Studierenden eine steigenden
Tendenz besteht zu plagiieren, insbesondere das Internet verführt zum Plagiat (vgl.
Baruchson-Arbib, Yaari 2004; Sattler 2007; Lampert 2008, S. 65 ff.). Einer der Gründe ist
häufig fehlendes Unrechtsbewusstsein, gepaart mit fehlenden Kenntnissen der Techniken
wissenschaftlichen Arbeitens im Umgang mit Quellen und Zitierweisen. Viele Studierende
missinterpretieren Internetquellen als für alle frei verwendbares Informationsgut, welches
keines Quellenverweises bedarf. Doch auch Online-Inhalte (auch wenn kein Autor
angegeben ist) müssen als Quelle angegeben werden. Es reicht hierbei nicht aus, die
Quellen nur im Quellen- oder Literaturverzeichnis aufzuführen.
Wie können Sie Plagiate vermeiden? Wichtig ist zunächst, dass Sie selbstverständlich mit
dem
Gedankengut
anderer
AutorInnen
arbeiten
dürfen.
Die
Arbeit
und
Auseinandersetzung mit den Ideen, Argumenten oder Texten anderer ist ein
Hauptbestandteil wissenschaftlichen Arbeitens. Sie müssen hierbei die Übernahme der
fremden Inhalte oder Gedanken kennzeichnen und die Quelle angeben. Verinnerlichen Sie
die Zitierregeln und den Umgang mit Quellen. Alle Medien, die Sie für Ihre Arbeit benutzt
haben, müssen entsprechend gekennzeichnet und im Quellenverzeichnis aufgeführt
werden. Dazu gehören neben Printmedien wie Bücher, Sammelbände, Lexika, Artikel in
Zeitschriften
oder
Zeitungen,
auch
Internetquellen,
Dokumente,
Gesetzestexte,
Manuskripte, Briefe, Bildquellen wie bspw. Filme, Graphiken oder Schaubilder etc.
Auch im Schreibprozess selbst können Sie Plagiate vermeiden. Vermerken Sie bereits in
Exzerpten (siehe Kap. 4.1) wörtliche Zitate und Quellenangaben. Stellen Sie sich während
des Schreibens immer wieder die Frage: Woher stammt dieser Gedanke oder die neue
Information? Sind es Ihre eigenen Gedanken oder haben Sie die Idee, das Argument
irgendwo gelesen oder gehört? Kennzeichnen Sie Zitate oder entlehnte Stellen direkt im
Erstentwurf des Textes und fügen Sie die Quelle ein. Aktualisieren Sie das
Quellenverzeichnis möglichst sofort, wenn Sie eine neue Quelle verwenden. Überprüfen
Sie bei der Endkorrektur, ob alle Zitate stimmen, alle Quellen angegeben sind und das
Quellenverzeichnis mit den im Text verwendeten Quellen übereinstimmt.
66
Grundsätzlich gilt: Wissenschaftliche Quellen sind der Werkstoff mit dem Sie als
Studierende arbeiten! Deshalb: Lernen Sie den richtigen Umgang mit Quellen und achten
Sie das Gedankengut Anderer als fremdes Eigentum. Auf diese Weise kommen Sie
wunderbar ohne Plagiate durchs Studium.
Nicht nur das saubere Belegen, sondern auch eine einheitliche Form gehört zu einer
wissenschaftlichen Arbeit dazu. Nachfolgend finden Sie hilfreiche Hinweise für das richtige
Formatieren Ihrer Arbeit.
3.7.4 Das Formatieren eines wissenschaftlichen Textes
Wenn Sie von Ihrer DozentIn ein eigenes Handout zur formalen Gestaltung von Arbeiten
erhalten haben, sollten Sie sich unbedingt daran halten. Ansonsten empfehlen wir
folgende Formatierungen:
Seitenformatierung
 DIN A4, Hochformat; Blätter nur einseitig bedrucken
 Seitenränder:
links: 2,0 bis 2,5 cm
rechts: 3,0 bis 4,5 cm
oben: 2,5 cm
unten: 2,0 cm
 Seiten durchlaufend nummerieren
(keine Seitennummerierung auf dem Titelblatt)
 einspaltiger Text
Schrift
 Schriftart:
„Times New Roman“, „Times Roman“, „Myriad Regular“ oder „Arial“
auch möglich sind: „Garamond“ oder „Helvetica“
 Schriftgröße und Zeilenabstand:
Fließtext:
11 pt mit Zeilenabstand 1,5 (bei „Arial“ oder „Helvetica“);
12 pt mit Zeilenabstand 1,5 (bei „Times New Roman“, „Times Roman“ oder
„Garamond“)
Überschriften:
67
14 pt bis 12 pt
Fußnoten oder Zitate über 3 Zeilen:
10 pt mit einfachem Zeilenabstand
 Absatz: 6 oder 8 pt
Hervorhebungen im Text sind kursiv oder fett, nicht unterstrichen zu setzen, der Fließtext
wird im Blocksatz ausgerichtet.
 Gute Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Formatieren einer Hausarbeit mit einem
Textverarbeitungsprogramm finden Sie in der „Einführung in das wissenschaftliche
Arbeiten“ von Werner Sesink (2007).
 Richten Sie das Format ein, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Durch den größeren
Rand, den 1,5-zeiligen Abstand etc. sind die Seiten schneller voll, als im herkömmlichen
Word-Format. Verwenden Sie Kopf- und Fußzeilen? Achten Sie darauf, dass genügend
Abstand zum Fließtext bleibt.
 Besonderer Tipp für die BA-Thesis: Sie finden eine Handreichung zur formalen
Gestaltung der Thesis auf der Homepage der Fakultät (http://www.f01.fhkoeln.de/studium/studiengaenge/bachelor-soziale-arbeit/00431/index.html)
Sie wissen nun, wie man einen wissenschaftlichen Text schreibt. Doch nicht jeder Text, der
wissenschaftlichen Standards genügt, ist ein gut geschriebener Text.
3.7.5 Klar und verständlich schreiben
Gute wissenschaftliche Texte sind zwar präzise und stringent, in keinem Fall jedoch
trocken und langweilig. Um einen guten Text zu verfassen, müssen Sie kein Literat sein.
Schreiben ist zum Teil auch eine Technik, die Sie erlernen können. Wen Sie eine ungeübte
SchreiberIn sind, versuchen Sie nicht kompliziert zu schreiben. Die deutsche Syntax
verleitet zu mehrdeutigen und holprigen Satzkonstruktionen. Das ist nicht nur für die
LeserIn anstrengend, sondern manchmal schlichtweg falsch. Versuchen Sie klar,
verständlich und treffend zu schreiben, folgende Tipps können Ihnen dabei helfen.
1. Schreiben Sie nur das, was Sie verstehen!
Sie haben sich intensiv in eine Theorie eingearbeitet und verstehen alles außer
einem Teilaspekt. Diesen unverstandenen Teil einfach durch Übernahme einzelner
Textpassagen zu füllen, erscheint nun möglicherweise sehr reizvoll. Unterliegen Sie
diesem Reiz nicht: In einem selbst verfassten Text fallen solche Sätze stilistisch und
häufig auch inhaltlich immer auf.
68
Lesen Sie die fertige Arbeit kritisch durch: Haben Sie wirklich immer alles
verstanden, was Sie geschrieben haben? Streichen Sie alle Sätze, die Sie nicht
verstehen oder schreiben Sie diese neu.
2. Schreiben Sie im Präsens!
Schreiben Sie Ihre Arbeit in der Gegenwart. Das liest sich gut und erspart viel Arbeit.
Auch Studien, die vor einigen Jahren erschienen sind, können im Präsens zitiert
werden.
3. Machen Sie mal einen Punkt!
Schreiben Sie nicht zu lange Sätze. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen können
einen Satz mit mehr als 14 Wörtern nicht verstehen. AkademikerInnen können Sie
bis zu 25 Wörter zumuten. Besonders angenehm liest sich ein Text, wenn sich
mäßig lange mit mäßig kurzen Sätzen abwechseln. Lesen Sie die erste Version Ihres
Textes noch einmal durch: Schauen Sie, welche Sätze Sie „zerschlagen“ können.
4. Streichen Sie Füllwörter!
Sie schreiben keinen literarischen, sondern einen wissenschaftlichen Text: Worte
und Sätze in wissenschaftlichen Arbeiten transportieren Inhalte. Füllwörter, Sätze
und Satzteile, die inhaltsleer (also, nämlich, eigentlich, nun….), unwichitg oder
wiederholend sind, werden gestrichen.
5. Machen Sie aus Verben keine Substantive!
„Substantivierte Verben“ klingen schlau, blasen einen Text jedoch auf.
Substantivierung sollten Sie also unterlassen. Das Verb ist die Königin des Satzes.
Benutzen Sie das Verb, wann immer es geht.
6. Aufzählungen, Tabellen, Abbildungen
Komplizierte Sachverhalte zu beschreiben, ist schwer. Sie können einen Text
entwirren, in dem Sie Aufzählungen, Abbildungen oder Tabellen einsetzen.
Schreiben ist eine Technik, die Sie erlernen können. Und Sie ist nicht nur unverzichtbar für
das Studium, sondern auch für die Praxis der Sozialen Arbeit. Hier müssen Sie
69
Sachberichte, Anträge, Gutachten und Stellungnahmen verfassen. Nutzen Sie das Studium,
um diese Technik einzuüben und zu verfeinern.
Vertiefend dazu:
Schneider, Wolf (2001): Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil. München: Mosaik bei
Goldmann.
3.8
Letzte Korrekturen
Ihre Arbeit kann inhaltlich brillant sein. Sie werden jedoch keine gute Note bekommen,
wenn Sie voller Rechtschreibfehler ist oder die Überschriften verrutscht sind. Lassen Sie
eine andere Person Ihre Arbeit inhaltlich lesen und bitten Sie um Rückmeldung. Eine
weitere Person sollte Ihre Arbeit auf Rechtschreibfehler Korrektur lesen. Diese Person kann
fachfremd sein. Um Ihrer Arbeit den letzten Schliff zu verpassen, versetzen Sie sich in die
Rolle Ihrer DozentIn. Anbei eine Checkliste zur Endkorrektur von Texten:
Checkliste für schriftliche Arbeit
 Das Thema wurde angemessen
eingegrenzt
 Der Text lässt eine eigene
Fragestellung erkennen
(beschreibend oder analytisch)
 Der Text ist logisch gegliedert
 Der Text lässt einen roten Faden
erkennen.
 Der Text enthält alle notwendigen
Teile
Deckblatt
(beim Paper evtl. in Kopfzeile)





Inhaltsverzeichnis
(entfällt beim Paper)



Einleitung







Hauptteil

70
Hochschule, Fakultät,
Studiengang, Seminar
betreuende DozentIn
Art der Arbeit
Titel
Datum der Abgabe, Angaben
zur VerfasserIn, Matrikelnr.
übersichtlich
nicht mehr als drei Ebenen
mindestens zwei
Unterpunkte
Relevanz des Themas
Leitfragen
Aufbau der Arbeit
Stringenz
Proportionalität
Bezug zum Thema
kritische Distanz
Interdisziplinarität
Einführungen und
Zusammenfassungen


Schluss

Literaturverzeichnis



 Evtl. weitere Verzeichnisse
Evtl. Anhang
Evtl. eidesstattliche Erklärung
 Die verwendetet Literatur ist
 Layout
 Wissenschaftliches Schreiben














 Klar und verständlich schreiben
inhaltlich passend
wissenschaftlich
aktuell
umfangreich
Standart
Schriftgröße 12
Zeilenabstand 1,5
Hervorhebungen fett oder
kursiv
Blocksatz
Alle Aussagen sind belegt
(argumentativ oder durch
Literatur)
Belege sind korrekt
Angemessene Verwendung
von Zitaten
Rechtschreibung und
Zeichensetzung
Sprachniveau



Strukturierung des Textes
knappe Zusammenstellung
der Ergebnisse
Rückbezug auf Fragen, die in
der Einleitung aufgeworfen
wurden
Ausblick
vollständig, korrekte
Quellenangabe
alphabetisch sortiert
Begriffe definiert
analytisch statt erzählend
Fachbegriffe werden
verwendet
 Es wurde nur das
geschrieben, was auch
verstanden wurde
 Keine Füllwörter,
inhaltsleeren Sätze
 Angemessene Satzlänge
 Abbildungen, Tabellen zur
Auflockerung des Textes
 Substantivierte Nomen
vermieden
Tab. 10: Checkliste für schriftliche Arbeiten
Sie haben nun die wichtigsten Arbeitsschritte zum Verfassen einer wissenschaftlichen
Arbeit kennengelernt. Mehr oder weniger durchlaufen Sie diese Arbeitsschritte bei allen
Textformen. Jedoch gibt es je nach Textform auch Besonderheiten, die Sie beachten
sollten.
71
3.9
Teile eines wissenschaftlichen Textes
Ein wissenschaftlicher Text besteht aus verschiedenen Teilen. Folgende Teile gibt es:

Deckblatt

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

Schluss

Literaturverzeichnis

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abstract (zwingend erforderlich bei einer Abschlussarbeit)

Anhang

Eidesstattliche Erklärung (zwingend erforderlich bei einer Abschlussarbeit)
Bei jeder Textart kommen Einleitung, Hauptteil und Schluss und Literaturverzeichnis vor.
Angaben zur VerfasserIn und die Art der Arbeit müssen ebenfalls bei allen Textarten
angegeben werden, je nach Umfang finden diese Ihren Platz im Deckblatt oder in der
Kopfzeile. Im Folgenden werden die wichtigsten Teile eines wissenschaftlichen Textes
vorgestellt, als Beispiel haben wir eine Haus- oder Abschlussarbeit gewählt. Anschließend
wird auf andere wissenschaftliche Textarten und deren Bestandteil eingegangen.
3.9.1 Das Deckblatt
Auf dem Deckblatt müssen alle wichtigen Informationen übersichtlich dargestellt werden.
Für die LeserIn ist wichtig, wo die Arbeit geschrieben wurde. Sie müssen also Hochschule,
Fakultät und Studiengang angeben. Weiterhin ist wichtig, in welchem Seminar und bei
welcher DozentIn die Arbeit verfasst wurde. Die LeserIn möchte etwas über die Art der
Arbeit wissen: Handelt es sich um eine Hausarbeit, um einen Praxisbericht oder um eine
Thesis? Zwingend sind das Thema der Arbeit und das Datum der Abgabe. Schließlich
gehören noch Angaben zur VerfasserIn auf das Deckblatt: Name und Matrikelnummer,
evtl. Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer.
72
Bei den Angaben auf dem Titelblatt handelt es sich um Formalien – mit Ausnahme des
Titels, um den Sie sich auch inhaltlich Gedanken machen sollten. Ein Titel muss prägnant
sein, sowie kurz und knapp Auskunft über den Inhalt der Arbeit geben. Im Untertitel
können Sie den Titel weiter erläutern. Ein guter Titel weckt darüber hinaus die Neugierde
der LeserIn. Solche Titel spielen mit Bildern, Wörtern und Zitaten: „Wie die Gruppe laufen
lernt“ (Langmaack, Braune-Krickau 2000) ist ein inhaltlich und stilistisch gelungener Titel,
aber auch „Wie in der Sozialen Arbeit etwas zum Problem wird“ (May 2005) macht Lust auf
den kommenden Text.
Für das Layout gibt es keine einheitlichen Vorgaben, Kriterium für ein gelungenes Layout
ist die Übersichtlichkeit. Wissenschaftliche Arbeiten haben ein schlichtes Layout. Es ist
möglich, aber nicht üblich, ein Bild auf das Deckblatt zu setzen. Wenn Sie ein Bild
verwenden möchten, sollte dieses thematisch passend sein.
73
Kinder mit Behinderung als Teilnehmer an Kinder- und Jugendreisen –
Möglichkeiten und Grenzen
Thesis zur Erlangung des Bachelor of Arts (B.A.)
Fachhochschule Köln
Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften
Studiengang Soziale Arbeit
Vorgelegt von:
Miriam Beispiel
Matrikelnummer: 12345678
Am alten Bahnweg 2
59879 Köln
Matr.Nr. 123455234
E-Mail: miriam.beispiel@smail.fh-koeln.de
Abgabedatum: 30.9.2011
Erstgutachterin: Prof. Dr. Andrea Platte
Zweitgutachter: Prof. Dr. Andreas Thimmel
74
Lebenswelt und Alltagswelt – Versuch einer
Begriffsbestimmung
Hausarbeit
an der Fachhochschule Köln
Studiengang Soziale Arbeit
im Seminar „Wissenschaft der Sozialen Arbeit 2“
Leitung: Prof. Dr. Notker Schneider
Vorgelegt von:
Turgut Muster
Zoostraße 32
50991 Köln
Metrikelnr.: 4567891234
E-Mail: turgut.muster@smail.fh-koeln.de
Sommersemester 2011
Abgabedatum 30.06.201
75
3.9.2 Das Inhaltsverzeichnis
Ein Inhaltsverzeichnis gibt einen schnellen Überblick über den Inhalt der Haus- oder
Abschlussarbeit. Es sollte deshalb logisch strukturiert sein und nicht über die dritte
Gliederungsebene hinausgehen, sonst zerfasert der Text. Die Überschriften sollten Sie
treffend und prägnant formulieren, damit die LeserIn sofort eine Idee davon bekommt,
worum
es
in
dem
entsprechenden
Kapitel
geht.
Es
gibt
verschiedene
Gliederungsmöglichkeiten, beispielsweise mit Ziffern oder Kombinationen aus Buchstaben
und Ziffern. Entscheiden Sie sich für eine Gliederungsart, halten Sie diese dann aber
konsequent durch. Am gängigsten ist die Variante mit arabischen Ziffern, wie sie auch im
Inhaltsverzeichnis dieses Skripts angewandt wurde. Ob Sie der Einleitung den ersten
Gliederungspunkt zuweisen oder ihr keinen eigenen Gliederungspunkt geben, ist
Geschmacksache. Wichtig ist jedoch – frei nach dem Motte: „Wer A sagt, muss auch B
sagen“ – dass jedem Gliederungspunkt entweder kein oder aber mindestens zwei
Unterpunkte folgen: Wenn es ein 1.1 gibt, muss es auch einen Gliederungspunkt 1.2
geben. Achten Sie auf ein Layout, das die Übersichtlichkeit gewährleistet.
Das Inhaltsverzeichnis gibt Ihrer DozentIn einen ersten Eindruck von der Breite bzw. dem
inhaltlichen Umfang Ihrer Arbeit, der Hauptteil sollte selbstverständlich auch die meisten
Seiten ausmachen. Hinleitende Kapitel wie zum Beispiel die Geschichte eines
Gegenstandsbereichs, sollten hingegen sehr knapp sein.
Jedes Textverarbeitungsprogramm kann Inhaltsverzeichnisse automatisch erstellen. Sie
müssen sich also nicht die Mühe machen, das Inhaltsverzeichnis mit der Hand zu schreiben
und die Seitenzahlen immer wieder zu aktualisieren.
Tipps zum Erstellen von Inhaltsverzeichnissen und zum Arbeiten mit Formatvorlagen
finden Sie zum Beispiel hier:
Karmasin, Matthias; Ribing, Rainer (2006): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten.
Wien: UTB; Facultas.
Sesink, Werner (2007): Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Internet,
Textverarbeitung, Präsentation. 7., aktual. Aufl. München: Oldenbourg Verlag.
 Beim ZaK und bei Soziale Arbeit plus können entsprechende Kurse belegt werden.
 Auf der Homepage von Soziale Arbeit plus können Sie sich eine Formatvorlage für
schriftliche Arbeiten herunterladen.
76
3.9.3 Weitere Verzeichnisse
Wenn Sie viele Abbildung oder Tabellen haben, sollten Sie ein entsprechendes Verzeichnis
erstellen. Es kommt meistens direkt hinter das Inhaltsverzeichnis, teilweise führen Arbeiten
dies aber auch nach dem Literaturverzeichnis auf. Sie können, um nicht zwei separate
Verzeichnisse aufstellen zu müssen, Abbildungen und Tabellen unter dem Titel
„Darstellungsverzeichnis“ aufführen. Ähnlich wie ein Inhaltsverzeichnis, kann auch ein
Abbildungsverzeichnis in einem Textverarbeitungsprogramm automatisch erstellt werden.
3.9.4 Die Einleitung
Nehmen Sie die Einleitung wörtlich – leiten Sie das Thema ein. Überhäufen Sie die LeserIn
jetzt nicht mit Fakten, sondern machen Sie Lust auf den weiteren Text. Sie können zum
Beispiel schreiben:
1. warum das Thema besonders relevant ist,
2. warum das Thema besonders aktuell ist,
3. oder Sie schildern kurz und bündig einen prägnanten Fall.
Sie werden meist einen persönlichen Bezug zum Thema haben. Diese „persönliche
Relevanz“ kann interessant sein, sollte aber sehr knapp gehalten werden. Im Rahmen einer
wissenschaftlichen Arbeit ist von Interesse, warum das Thema gesellschaftlich bedeutsam
ist oder eine Relevanz für Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit hat.
Wenn Sie Ihre LeserIn besonders fesseln wollen, können Sie zu Beginn auch
aufmerksamkeitserzeugende Effekte setzten. Anhand dieser Stilmittel versuchen Sie, auf
den kommenden Text neugierig zu machen. Geeignet sind zum Beispiel ein provokantes
Zitat, ein gut geschildertes Beispiel oder eine Statistik. Solche Stilmittel dürfen in einer
wissenschaftlichen Arbeit nicht überzogen werden. Gut gesetzt sind sie auf jeden Fall ein
stilistischer Gewinn.
In der Einleitung rollen Sie den roten Faden Ihrer Arbeit auf. Dieser Rote Faden ist Ihre
Leitfrage. Anschließend geben Sie der LeserIn einen Überblick über den Aufbau Ihrer
Arbeit. Schildern sie Ihr konkretes Vorgehen und in welche Schritte sich Ihre Arbeit
gliedert. Wiederholen sie dabei aber nicht das Inhaltsverzeichnis, sondern machen Sie
deutlich, welcher Schritt wozu dient.
77
3.9.5 Der Hauptteil
Im
Hauptteil
bereiten
Sie
Ihr
Thema
inhaltlich
auf
und
beantworten
die
Ausgangsfragestellung. Einige wichtige Aspekte für das Verfassen des Hauptteils sind:
1. Stringenz
Stellen Sie sicher, dass die entfalteten Argumente in bündiger und logischer Weise
aufeinander aufbauen.
2. Klarer Bezug zum Thema
Alle Bestandteile des Hauptteils müssen sich klar und eindeutig auf die
Fragestellung der Arbeit beziehen. Ziel und Fragestellung der Arbeit müssen im
Mittelpunkt der Abhandlung stehen.
3. Proportionalität
Elemente, die einen starken Bezug zur Leitfrage haben, sollten auch den größten
Textumfang haben. Weniger zentrale Punkte sollten Sie möglichst kurz fassen.
4. Kritikfähigkeit
Werden die vorgestellten Theorien, Konzepte und Ansätze lediglich beschrieben
oder kontrovers diskutiert? Beziehen Sie zu Theorien und Ansätzen einen eigenen
Standpunkt:
Hinterfragen
Sie
beispielsweise,
ob
neuere
Ansätze
oder
theoretische/methodische Weiterentwicklungen wirklich grundlegend neuartig
sind oder ob es sich lediglich um neue Kombinationen von Altbekanntem handelt.
5. Interdisziplinarität
Greifen Sie auch auf benachbarte Fachdisziplinen und Erkenntnisgebiete zurück.
6. Einführung und Zusammenfassung
Führen Sie die einzelnen Kapitel jeweils mit einem kurzen Überblick ein. Am Ende
des Kapitels fassen Sie die wichtigsten Ergebnisse noch einmal prägnant
zusammen. Formulieren Sie Übergänge zwischen den einzelnen Elementen des
Hauptteils.
7. Strukturierung des Textes
Geben Sie dem Text durch strukturbildende Elemente wie Absätze und
Hervorhebungen Struktur. Verwenden Sie strukturbildende Elemente in Maßen, ein
Text, in dem alle drei Zeilen ein neuer Absatz beginnt, hat keine übersichtliche
Struktur. Machen Sie sich Gedanken, wann eine Hervorhebung oder ein Absatz
sinnvoll ist und wann nicht. Verwenden Sie nicht zu viele verschiedene Elemente.
78
3.9.6 Der Schluss
Der Schlussteil besteht aus zwei wesentlichen Elementen: einer Zusammenfassung und
einem Ausblick – egal ob sie die Überschrift „Fazit“, „Schlussbetrachtung“ oder
„Zusammenfassung und Ausblick“ verwenden. Die Zusammenfassung blickt auf das
Gewesene zurück, der Ausblick nach vorn.
In der Zusammenfassung rekapitulieren Sie zum einen kurz und prägnant die wesentlichen
Stationen der Arbeit und zeigen noch einmal die Argumentationslinie Ihrer Arbeit auf.
Zum anderen fassen Sie die zentralen Ergebnisse und Erkenntnisse zusammen. Klären Sie
mit der DozentIn ab, welchen Umfang der Schlussteil haben soll. Bei einer Abschlussarbeit
von 50 Seiten können Sie aber in der Regel mit 3 bis 5 Seiten rechnen.
Sie sollten beim Verfassen ihres Schlussteils unbedingt im Blick haben, dass die erste
Ergebnispräsentation und die Diskussion dieser Ergebnisse im Hauptteil stattzufinden hat.
Vermeiden sie diese Aufgabe im Schlussteil Ihrer Arbeit. Das Schlusskapitel schlägt den
Bogen zum Beginn der Arbeit, in dem es Antworten auf die Fragen gibt, die in der
Einleitung gestellt wurden. Versuchen sie aus den Ergebnissen eine Gesamtbewertung
abzuleiten.
Der Ausblick projiziert die zentralen Ergebnisse Ihrer Arbeit auf die Zukunft. Stellen Sie
heraus, welche Entwicklungen notwenig sind, um in der Arbeit identifizierte Probleme zu
lösen oder welche Probleme sich evtl. erst noch ergeben werden. Welche neuen Fragen
hat Ihre Arbeit aufgeworfen, welche Fragen sind unbeantwortet geblieben oder sollten in
zukünftigen Untersuchungen beantwortet werden? Welche „Trends“ zeichnen sich
unabhängig von Ihrer theoretischen Ausarbeitung in anderen Forschungsbemühungen
und theoretischen Diskursen ab? Und wie lassen sich Ihre Ergebnisse für die Praxis oder
den theoretischen Diskurs verwenden?
Tipp: Das Schreiben des Schlussteils ist ein guter Zeitpunkt, um die Einleitung nochmals zu
überarbeiten. Lesen Sie sich aber auf jeden Fall die Einleitung durch, bevor Sie an den
Schlussteil gehen. So wirkt das Ganze wie aus einem Guss und Sie verlieren die
aufgeworfenen Fragen der Einleitung im Schlussteil nicht aus den Augen.
3.9.7 Das Literaturverzeichnis
Zur Ihrer Arbeit gehört auf jeden Fall ein Literaturverzeichnis. Nur so kann Ihre DozentIn
nachprüfen, welche Literatur Sie benutzt haben. Wenn Sie Ihre Arbeit beispielsweise online
veröffentlichen, ist es eine gute Quelle für andere Studierende. Achten Sie deshalb bei dem
79
Verfassen des Literaturverzeichnis auf Genauigkeit. Wie Sie die einzelnen Quellen angeben
müssen, können Sie im Kapitel „Wissenschaftliches Schreiben“ nachlesen. Das
Literaturverzeichnis steht am Ende, direkt hinter dem Haupttext und hat keinen eigenen
Gliederungspunkt. Es ist alphabetisch sortiert.
Im folgenden Kapitel gehen wir auf die Besonderheiten einzelner Textformen von
schriftlichen Arbeiten ein, die Ihnen im Laufe Ihres Studiums begegnen werden.
4. Arten von schriftlichen Arbeiten
Nicht jede schriftliche Arbeit gleicht der anderen. Es existieren unterschiedliche
Textformen, die jeweils ihre Besonderheiten aufweisen. In diesem Kapitel erfahren Sie
mehr über die Besonderheiten einzelner Textformen, wie bspw. Haus- und
Bachelorarbeiten, die Erstellung eines Papers oder das Verfassen eines Essays.
4.1
Die Haus- und Abschlussarbeit
Die Haus- oder Abschlussarbeit ist eine umfassende Arbeit, bei der Sie alle Arbeitsschritte
einer wissenschaftlichen Arbeit durchlaufen (vgl. Kapitel 3). Sie enthält immer ein
Deckblatt, ein Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil und Schluss. Hinzu kommen
zwingend ein Literaturverzeichnis und ggf. weitere Verzeichnisse. Grundsätzlich müssen
verwendete Literatur und Daten für die LeserIn einsehbar sein, deshalb gehören
Interviewmaterialien, „graue Literatur“ und andere schwer beschaffbare Materialien in den
Anhang. Haben Sie sehr viel Material, können Sie auch eine CD beilegen oder darauf
hinweisen, dass das Material bei Ihnen einsehbar ist. Ein Vorwort ist nur bei sehr
umfangreichen Arbeiten üblich, in kürzeren Arbeiten können Sie Dank oder persönliche
Bezüge auch in der Einleitung äußern. Zu einer Abschlussarbeit gehören ein Abstract und
eine eidesstattliche Erklärung. Hierzu finden Sie ausführliche Informationen auf der
Homepage der Fakultät. (http://www.f01.fh-koeln.de/studium/studiengaenge/bachelorsoziale-arbeit/00431/index.html)
Eine Hausarbeit ist ein Klassiker in einem Studium. Beachten Sie alle Ausführungen zum
wissenschaftlichen Schreiben (vgl. Kapitel 3.7)
80
4.2
Das Paper
Bei einem Paper können Sie die Informationen aus dem Deckblatt ggf. in die Kopfzeile
setzen. Auch ein Paper hat eine Einleitung, einen Schluss und ein Literaturverzeichnis. Ein
Inhaltsverzeichnis ist meist nicht erforderlich.
In verkürzter Form werden bei einem Paper fast alle Arbeitsschritte einer schriftlichen
Arbeit durchlaufen. Auch ein Paper braucht eine beschreibende oder analytische
Fragestellung und eine Struktur, die auf dieser Frage aufbaut. Es braucht passende
Literatur, um die Frage zu beantworten. Alle Aussagen, die nicht auf Ihren eigenen
Gedanken beruhen, müssen Sie belegen. In gewisser Weise ist es schwieriger ein Paper zu
schreiben als eine Hausarbeit: Das Thema muss eng umrissen, die Leitfrage sehr zugespitzt
formuliert sein, die Literatur muss genau auf diesen sehr eng gesetzten Rahmen passen
und Sie haben wenig Platz, Ihre Gedanken zu entwickeln und der LeserIn darzulegen.
Die Formatierung kann von der üblichen Formatierung abweichen. So ist häufig ein
einfacher Zeilenabstand möglich. Sprechen Sie dies mit der betreuenden DozentIn ab.
4.3
Textanalyse
Ziel einer Textanalyse ist es, der LeserIn zu verdeutlichen, dass Sie einen Text kritisch lesen,
hinterfragen und in den Gesamtzusammenhang des wissenschaftlichen Kontextes stellen
können.
Eine Textanalyse besteht aus vier Teilen: Dem Entstehungskontext, einer kurzen
inhaltlichen Zusammenfassung, der eigentlichen Analyse und einem Schluss. Einführend
wird vor allem bei historischen Texten der Entstehungskontext beschrieben: Was war
Schreibanlass für das Schriftstück? Aus welcher Position heraus hat die AutorIn diesen Text
verfasst? Welche Funktion hat der Text? In welchem sprachlichen Stil ist er geschrieben
und an wen richtet er sich? Anschließend fassen Sie den Inhalt und die
Argumentationslinien des Textes kurz zusammen. Nun kommen Sie zur eigentlichen
Analyse des Textes, der das Herzstück Ihrer Arbeit bildet. Setzen Sie sich kritisch mit dem
Text auseinander: Welche Aussagen der AutorIn sind problematisch und warum? Welche
Schwachstellen gibt es in der Argumentationslinie? Welche Punkte haben eine große
Aktualität? An welchen Stellen eröffnet der Text neue Sichtweisen? Welche Bedeutung hat
der Text für die Soziale Arbeit? Der eigentlichen Analyse muss eine logische und stringente
Struktur zugrunde liegen. Schließen Sie den Text mit einer Zusammenfassung der
zentralen Analyseergebnisse und geben Sie ggf. einen Ausblick.
81
Abbildung 15: Aufbau einer Textanalyse
Beachten Sie bei der Analyse die Grundlagen wissenschaftlichen Schreibens (vgl. Kapitel
3.7). Sie werden hauptsächlich mit dem zu analysierenden Text arbeiten, müssen aber
weitere Literatur hinzuziehen, um den Text in seinen historischen Kontext zu setzen und
seine
Aussagen
den
Ansichten
anderer
AutorInnen
gegenüberzustellen.
Die
Literaturrecherche ist deswegen bei einer Textanalyse besonders anspruchsvoll, weil Sie
nach einigen wenige, treffenden Texten suchen.
Ein Deckblatt ist für eine Textanalyse nicht zwingend erforderlich, wird darauf verzichtet
müssen die Angaben aus dem Deckblatt in der Kopfzeile untergebracht werden. Die
Formatierung richtet sich nach den allgemeinen Angaben zum wissenschaftlichen
Arbeiten (vgl. Kapitel 3.9), bei kurzen Textanalysen ist teilweise ein einzeiliger
Zeilenabstand möglich. Ein Literaturverzeichnis gehört zur Textanalyse wie zu jeder
wissenschaftlichen Arbeit hinzu.
82
4.4 Das Essay
Ein Essay ist ein argumentativer Kurztext, der zu einer These oder eine Frage Stellung
bezieht. Ziel ist es, der LeserIn Ihren fachlichen Standpunkt zu verdeutlichen, indem Sie
sich argumentativ und kritisch mit einem Thema auseinandersetzen, eigene Thesen dazu
entwickeln und begründen. „Das Denken vor den Augen der LeserIn“ bringt diese
Anforderungen auf den Punkt. Einem Essay liegen vier Arbeitsschritte zugrunde: Ein
Brainstorming zum Rahmenthema, die Formulierung einer These, das Sammeln von
Argumenten, das Schreiben.
Machen Sie zuerst ein Brainstorming zum Rahmenthema und visualisieren Sie es in einem
Mindmap (vgl. Kapitel 3.1). Hilfreich können dabei folgende Fragen sein (Bruffee 1993):

Was denke ich über das Thema?

Was finde ich überraschend oder rätselhaft?

Was vermisse ich?

Was ärgert mich, was regt mich auf?
Abbildung 16: Mindmap zu einem Essay
Entscheiden Sie anschließend, welche Aspekte sich für eine kritische Auseinandersetzung
eignen und formulieren Sie eine einzige These, die Sie in Ihrem Essay vertreten wollen.
Diese These sollten Sie auf jeden Fall ausformulieren und aufschreiben. Auf das Beispiel
bezogen könnte eine These lauten: „Alkoholkonsum ist normaler Teil der Jugendphase
und kein soziales Problem.“
Anschließend formulieren Sie zwei oder drei Argumente, die Ihre These stützen. Arbeiten
Sie die Argumente aus, indem Sie nach Belegen für Ihre These suchen. Das können
83
empirische Belege, eigene oder Argumente anderer WissenschaftlerInnen aber auch
Beispiele aus der Praxis sein (vgl. Bruffee 1993, S. 206ff.).
Nun können Sie mit dem Schreiben beginnen: Formulieren Sie eine Einleitung, einen
Hauptteil und einen Schluss (vgl. Kapitel 3.9). Geben Sie dem Text eine Struktur und
denken Sie daran, das Gedankengut anderer als solches kenntlich zu machen (vgl. Kapitel
3.7). Ein Deckblatt ist nicht zwingend erforderlich, wenn Sie darauf verzichten, müssen alle
Angaben in die Kopfzeile. Ein Literaturverzeichnis ist hingegen zwingend erforderlich.
4.5
Das Portfolio
Bittet man zwei Studierende, den Inhalt einer Vorlesung wieder zu geben, erhält man
meist zwei verschiedene Zusammenfassungen. Denn: Der Vortragsstoff wird nicht eins zu
eins in den Kopf übernommen, die Zuhörenden wählen aus, was Sie für besonders relevant
halten und versuchen den neuen Lernstoff an vorhandenem Wissen anzuknüpfen. Anders
ausgedrückt: Lerner bilden die Wirklichkeit nicht einfach ab, sondern schaffen sich selbst
neues Wissen. Das ist Grundlage der konstruktivistischen Didaktik (Reich 2006). Die
konstruktivistische Didaktik verschiebt den Blick von einer Leistungsbeurteilung, die am
Ende einer Veranstaltung vorwiegend schriftlich Wissen in einer Momentaufnahme
abfragt, hin zur Beurteilung von Lernprozessen. Das Portfolio ist dafür eine typische
Methode.
„Ein Portfolio ist … eine Auswahl an Arbeiten verschiedener Form, die zusammengestellt,
kommentiert und reflektiert wird, wobei insbesondere die Fortschritte in der Arbeit eines
Lerners dokumentiert werden“ (Reich 2010, S. 12).
Ähnlich wie in einer Mappe für ein künstlerisches Studium, enthält auch das Portfolio
verschiedene Werkstücke. Solch ein Werkstück können beispielsweise eine Rezension, ein
Essay oder ein Exzerpt, aber auch andere Formen wie Fotos, Stadtteilkarten oder
Interviews sein. Alle Werkstücke müssen nach wissenschaftlichen Standards erstellt
werden (vgl. Kapitel 3).
Das Portfolio dient einerseits dazu, dass Lehrenden einen Eindruck von Ihrem
Lernfortschritt bekommen. Deshalb sollten Sie das Portfolio sinnvoll ordnen und ein
Deckblatt und ein Inhaltsverzeichnis erstellen. Andererseits macht es Lernerfolge sichtbar
und ermutigt Sie, im Lernprozess immer noch ein Stück weiter zu kommen. Deshalb
gehört die Reflexion des Portfolios und ggf. auch der einzelnen Werkstücke zum Portfolio
hinzu. In einer solchen Reflexion können Sie zum Beispiel die Auswahl Ihrer Werkstücke
84
begründen, die Effektivität der einzelnen Werkstücke, Erkenntnisgewinne und offene
Aspekte analysieren.
Das Portfolio ist in der deutschen Bildungslandschaft noch relativ neu, deshalb gibt es
noch keine vorgegebenen Regeln. Das ist auch gut so, schließlich stehen Ihre individuellen
Lernprozesse im Vordergrund.
4.6
Das Protokoll
Ein Protokoll hält für Abwesende und Anwesende die Inhalte eines Seminars neutral und
möglichst wahrheitsgemäß fest. Protokolle ermöglichen es, Seminar- und Arbeitsinhalte
nach längerer Zeit nachvollziehen zu können. Auch in der Praxis Sozialer Arbeit werden Sie
Protokolle anfertigen, beispielsweise um Teamsitzungen oder Mitgliederversammlungen
festzuhalten. Protokolle dienen als verbindliche Arbeitsgrundlage.
Grundsätzlich wird zwischen dem Verlaufs- und dem Ergebnisprotokoll unterschieden.
Protokollart
Festgehalten werden soll:
Der Verlauf der Besprechung
Verlaufsprotokoll
Ergebnisse und Beschlüsse
 Protokollkopf
 Tagesordnungspunkte
 Wiedergabe aller
Redebeiträge mit
Namen der Redner
Ergebnisse, Beschlüsse
Ergebnisprotokoll
Anweisungen und Aufgaben
 Protokollkopf
 Tagesordnungspu
nkte
 Beschlüsse
Tab. 11: Ergebnis- und Verlaufsprotokoll
Gebrauch
Konferenzen
Seminarsitzungen,
Besprechungen
Ein Ergebnisprotokoll gibt einen Überblick über die wichtigsten Inhalte einer
Seminarsitzung, es ist deshalb so lang wie nötig, und so kurz wie möglich. In einer
Besprechung
dokumentiert
Abstimmungsergebnisse,
Aufgaben
ein
Ergebnisprotokoll
und
Zuständigkeiten,
Übereinkünfte,
Vertagungen
etc.
Ein
Verlaufsprotokoll gibt chronologisch und ausführlich diskussionsrelevante Aussagen
wieder, teilweise im Wortlaut.
In der Praxis dominieren Mischformen. In den Protokollkopf gehören Angaben zum
Thema, Datum, Uhrzeit, Raum, Sitzungsleiter, TeilnehmerInnen und entschuldigte
TeilnehmerInnen sowie der ProtokollantIn. Die Gliederung eines Protokolls orientiert sich
an der Chronologie der Sitzung. Zu jedem Gliederungspunkt werden die Inhalte kurz und
85
prägnant zusammengefasst. Alle Unterlagen der Sitzung (so genannte Tischvorlagen), ggf.
auch Folien werden als Anlage beigefügt.
Protokoll der Forschungskonferenz am 07.04.2011
anwesend:
Forschende
Frau Prof. Dr. XXX
Frau Prof. Dr. XXX
Herr Prof. Dr. XXX
Herr Prof. Dr. XXX
Frau Prof. Dr. XXX
Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen
Frau XXX
Herr XXX
Herr XXX
Dekanat
Herr Prof. Dr. XXX
Protokollführung: Frau XXX
Protokoll
TOP 1 Verständigung über die TO
Die Tagesordnung wird genehmigt und unter Verschiedenes um den TOP HumboldtProfessur ergänzt.
TOP 2 Protokoll der Sitzung vom 16.12.2010
Um alle Forschungsinteressierten zu erreichen, einigen sich die Anwesenden darauf, das
Protokoll der Sitzung über den Gesamtverteiler der Fakultät 01 zu versenden, mit dem
Verweis, sich bei Interesse für den Forschungsverteiler registrieren lassen zu können, um
zukünftig Einladungen und Protokolle zu den Forschungskonferenzen zu erhalten. Die
Institutsleiter werden gebeten, neue Mitarbeiter/innen auf diese Möglichkeit hinzuweisen.
TOP 3 Stand des HBS-Graduiertenkollegs
Integration“
(s. auch: www.uni-due.de/wgi)
„Widersprüche
gesellschaftlicher
Frau Prof. Dr. XXX berichtet, dass im Rahmen der Neuausschreibung der Stipendien aussichtsreiche
Bewerbungen aus der Fakultät eingegangen seien und lädt zu der feierlichen
Eröffnungsveranstaltung des Graduiertenkollegs am 10. Juni 2011, 13:00 – 15:00 Uhr, an
die Universität Duisburg-Essen ein.
Herr Prof. Dr. XXX moniert die fehlende Promotionskultur an Fachhochschulen und sieht
die Hochschulen in der Verantwortung, Ressourcen zur Förderung dieser Kultur
bereitzustellen: Ausschreibung eigener Promotionsstipendien, Unterstützung des
zusätzlichen Engagements der Professoren, Investition in gemeinsame Außenvertretung
der Kooperationspartner.
Die Anwesenden unterstützen den von Herrn Prof. Dr. XXX eingebrachten Vorschlag, ein
Treffen aller am Studienbegleitprogramm beteiligten Kooperationspartner zu initiieren.
86
Herr Prof. Dr. XXX beabsichtigt einen Termin mit den Kooperationspartnern für eine zweite
Informationsveranstaltung zum Thema Promotion abzustimmen.
Herr XXX plädiert für die Wiedereinführung des Assistentenprogramms, da die finanzielle
Absicherung bei der Entscheidung für eine Promotion ein ausschlaggebendes Kriterium
sei. Die Anwesenden stimmen überein, dass eine Vierjahresperspektive durch
Anschlussprojekte für Promovenden gesichert werde müsse.
Herr XXX schlägt vor, die Infoveranstaltung zum Thema Promotion direkt im Anschluss an
das Masterstudium anzubieten. Er halte zudem eine frauenspezifische Förderung für
notwendig.
TOP 4 Förderung der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen (Karriereplanung,
Stellenkonstruktion, Finanzierungsmodelle) und Behandlung des Themas im FEP – s.
auch Broschüre: „Fördermöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Promotions- und Postdoc-Stipendienprogramme“ auf der FH-website
Die Anwesenden sind sich einig, dass der wissenschaftliche Mittelbau einen wichtigen
Bestandteil der Fakultät darstelle, dessen Innovationspotenzial es zu fördern gelte.
Frau Prof. Dr. XXX berichtet über den am 1. /2. Juli stattfindenden Workshop zur Laufbahnbzw. Karriereplanung von Frauen.
Frau Prof. Dr. XXX erklärt sich bereit, eine Arbeitsgruppe zu gründen zur Entwicklung eines
Qualifizierungskonzepts für Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen (Personalentwicklungsgespräche, Lehrangebote, Einbindung in die Scientific Community, z.B. durch Teilnahme
an Fachtagungen, Entwicklung innovativer Promotionsmodelle, z.B. Promotion in der
Praxis, Arbeitszeitkonten für LfbA etc.). Das Konzept soll in den Fakultätsentwicklungsplan
einfließen.
Herr Prof. Dr. XXX spricht sich dafür aus, in die Qualität der Master-Studiengänge und
Forschungsprojekte zu investieren, um die Reproduktion wissenschaftlicher Standards zu
gewährleisten.
TOP 5 Publikationsmittel (Druckkostenzuschüsse) aus zentralen Mitteln
Herr Prof. Dr. XXX weist auf die Möglichkeit hin, Druckkostenzuschüsse von bis zu EUR
5.000 pro Publikation für Tagungsberichte, Forschungsdokumentationen etc. aus Mitteln
des Sonderprogramms 2010 des Präsidiums zu beantragen. Nähere Informationen können
der Anlage entnommen werden.
TOP 6 Studienfahrt nach Brüssel für weibliche Postdocs
Herr Prof. Dr. XXX teilt mit, dass die Kontaktstelle Frauen in die EU-Forschung/FiF am 30.
/31. Mai 2011 eine zweitägige Sonderveranstaltung mit Informationen zum 7. EUForschungsrahmenprogramm für promovierte Wissenschaftlerinnen aus den Sozial-,
Wirtschafts- und Geisteswissenschaften in Brüssel anbietet. Weitere Informationen unter:
www.eubuero.de/arbeitsbereiche/fraueneuforschung.
TOP 7 Rolle des Forschungsbereichs in der Entwicklungsplanung
TOP wird vertagt.
TOP 8 Im Kontext: Forschungsorientierte Lehre – Umsetzung in den Studiengängen,
Voraussetzungen, didaktische Fortbildungen?
TOP wird vertagt.
TOP 9 „Forschungsmesse“ und Forschungs-jour-fixe
87
Frau Prof. Dr. XXX kündigt an, dass am 16.06.2011, ab 14:00Uhr, eine „Forschungsmesse“,
verbunden mit einem Sommerfest für Studierende und Kolleg/innen, auf dem Innenhof
der Fakultät 01 stattfinden werde. Die Forscher/innen werden angefragt, ihre Projekte
mittels eines Posters zu präsentieren. Ziel sei es neben der gegenseitigen Information, ein
Kommunikationsforum zu schaffen und die Forschung der Fakultät sichtbar zu machen.
Herr Prof. Dr. XXX spricht sich dafür aus, den Forschungstag zu institutionalisieren und im
Semesterturnus abwechselnd mit einem jour-fixe zu veranstalten.
Herr Prof. Dr. XXX wirft ein, es wäre wichtig, die Fakultät auch nach außen zu
repräsentieren und zu zeigen, dass sich die Fakultät mit den gesellschaftspolitischen
Herausforderungen auseinandersetze. Frau Prof. Dr. XXX schlägt vor, dazu den Rahmen
„Wissenschaft im Rathaus“ zu nutzen.
TOP 10 Verschiedenes
Herr Prof. Dr. XXX berichtet, die für die Stelle „Wissenschaft der Sozialen Arbeit“ neu
berufene Frau Prof. Dr. XXX, werde ihre Professur zum 1. Mai 2011 antreten. Die
inhaltlichen Schwerpunkte der Stelle lägen auf den Methoden empirischer Sozialforschung
und der Handlungsmethode Sozialer Arbeit.
Gez. XXX
Anlage: Sonderprogramm 2010
88
5 Umgang mit Texten
Im ersten Semester macht das Lesen viel Mühe: Sie haben nur wenig Vorwissen und
müssen sich erst eine Wissensbasis schaffen, an dem Sie den neuen Stoff anknüpfen
können. Ist diese Basis einmal hergestellt, wird Ihnen das Lesen leichter fallen.
Lesestrategien richten sich vor allem an ungeübte LeserInnen. Aber auch wenn Sie Ihre
eigene Lesestrategie schon gefunden haben, macht es Sinn hin und wieder die Strategie
zu wechseln. Sie verarbeiten den Stoff dann tiefer.
Lesestrategien beinhalten zwei Komponenten: Sie unterstützen Sie erstens dabei beim
Lesen nicht abzuschweifen. Viele Studierende müssen erst etwas aufschreiben, damit Sie
es lernen können. Die Aufarbeitung eines Textes ist Teil des Lernprozesses.
Zweitens arbeiten Sie den Text so auf, dass Sie Jahre nach der Lektüre Nutzen aus dieser
Aufarbeitung haben.
Wissenschaftliche Texte zu lesen, ist zeitintensiv. Machen Sie sich deshalb vorher
Gedanken, mit welchem Ziel Sie einen Text lesen: Wollen Sie eine Antwort auf eine
bestimmte Frage erhalten? Dann überfliegen Sie den Text und prüfen, ob der Text eine
Antwort bietet. Wenn der Text vielversprechend erscheint oder es sich um einen
Grundlagentext handelt wird er von Ihnen intensiv gelesen.
Beißen Sie sich beim ersten Lesen nicht an Details fest, viele Unklarheiten des Textes klären
sich während der Lektüre auf. Orientieren Sie sich an dem, was Sie verstehen und
versuchen Sie von dort aus, den Text zu erfassen. Es reicht aus, wenn Sie den Inhalt des
Textes in groben Zügen nachvollziehen können. Beim erneuten Lesen eines Textes gehen
Sie dann in die Tiefe.
Wenn Sie Inhalte herausschreiben oder einen Text zusammenfassen, sollten Sie das
möglichst in Ihren eigenen Worten tun. Besonders bei schwierigen Texten neigt man dazu,
Sätze wörtlich zu übernehmen. Legen Sie dann den Originaltext beiseite und versuchen
Sie, Abschnitte oder den gesamten Text in eigenen Worten zusammen zu fassen.
Es gibt verschiedene Lesetechniken. Die SQ3R-Methode basiert beispielsweise auf
mehreren Lesedurchgängen und einer freien Zusammenfassung des Gesamttextes. Bei der
Textstrukturskizze visualisieren Sie die Argumentationsstruktur eines Textes. Beispielhaft
stellen wir hier das Exzerpt als Klassiker der Textaufarbeitung vor.
89
5.1
Das Exzerpt
Mit Hilfe eines Exzerpts fassen Sie einen Text kurz und knapp zusammen. Gleichzeitig
überprüfen Sie, ob Sie die Hauptaussagen des Textes verstanden haben. Wenn Sie ein
Exzerpt verfassen, lernen Sie den Stoff bereits. Exzerpte sollen Ihnen auch nach einiger Zeit
noch einen sicheren Einblick in den Text ermöglichen. Erstellen Sie ein Exzerpt deshalb
immer nach einem ähnlichen Muster.
Führen Sie zu Beginn die vollständige Bibliographie auf, damit Sie alle nötigen Angaben
haben, wenn Sie aus diesem Text beispielsweise später zitieren möchten. Nutzen Sie Ihren
eigenen, standardisierten Exzerptbogen oder nehmen Sie Karteikarten. Ihre schriftlichen
Ausführungen können sie dann tabellarisch in drei Spalten aufteilen:
Bibliographische
Angaben
Hier kommen
die
entsprechenden
Seitenzahlen hin
Hier ist Platz für Ihre Kommentare
Und hier geht es
um den Inhalt des Textes
Seite x von y des
Exzerpts
Tab. 12: Exzerpt
Das entscheidende Vorgehen bei dieser Textbearbeitung ist das „Verdichten“. Sie
orientieren sich zuerst an der Struktur des Ausgangstextes und fassen die einzelnen
Absätze zusammen. Nach jedem größeren Textabschnitt – beispielsweise nach einem
Kapitel – fassen Sie alle Zusammenfassungen des Kapitels zusammen. So gehen Sie mit
dem gesamten Text vor. Am Ende fassen Sie noch einmal alle Kapitelzusammenfassungen
90
zusammen – und erhalten so eine eigene Textzusammenfassung, die völlig frei von der
Wortwahl im Originaltext ist.
Je nachdem, mit welchem Ziel Sie exzerpieren, können Sie folgende Fragen unterstützen:
1. Exzerpt, um einen Text in der Fragestellung des Autors zu verstehen – allgemeine
Fragestellung:
 Fragestellung des Autors notieren: Welcher Frage geht der Autor nach?
 Absatz für Absatz lesen und zusammenfassen
o Was ist das Thema des Absatzes?
o Was wird über das Thema ausgesagt?
 Zusammenfassung eines Kapitels
o Was war Thema des Kapitels?
o Was waren die wichtigsten Aussagen zu diesem Thema?
o Was trägt das Kapitel zur Beantwortung der Fragestellung des Gesamttextes
bei?
 Zusammenfassung des Gesamttextes
o Was waren die wichtigsten Aussagen zur Fragestellung des Autors?
o Welche Thesen stellt er zu dieser Fragestellung auf?
o Wie begründet er diese Thesen?
2. Exzerpt, um eine eigene Fragestellung zu beantworten:
 Eigene Fragestellung entwickeln und notieren: Was ist meine spezifische Frage an
diesen Text, worauf suche ich Antworten in diesem Text? Warum habe ich ihn
ausgewählt? (Bei einem Exzerpt mit einer spezifischen Fragestellung fasse ich nur
das zusammen, was mir Antworten auf meine Frage gibt. Die anderen Aspekte
interessieren mich nur, insofern sie die Antwort auf diese Frage erhellen.)
 Absatz für Absatz lesen und ggf. zusammenfassen
o Gibt der Absatz eine Information zu meiner Fragestellung
o Was ist Thema des Absatzes in Bezug auf meine Fragestellung
o Was wird über das Thema und meine Fragestellung gesagt?
 Zusammenfassung eines Kapitels: Was waren die wichtigsten Aussagen zu meiner
Fragestellung?
 Zusammenfassung des Gesamttextes: Was waren die wichtigsten Aussagen zu
91
meiner Fragestellung?
Zwei abschließende Tipps:

Erscheinen ihnen bestimmte Aussagen sehr prägnant oder finden sie ein Zitat, das
ausgesprochen passend für das Thema ihrer Bachelor- oder Hausarbeit, ihres
Referats passt, übernehmen sie dieses auf jeden Fall wörtlich in ihre
Aufzeichnungen.

Sie können ein Exzerpt auch graphisch umsetzen. Dann orientieren sie sich
beispielsweise an der Technik des mindmap (Sesink 2007; Kropp, Huber 2006)
Viele Studierende lernen durch schreiben oder durch lesen – diesen Studierenden
kommend die hier vorgestellten Methoden entgegen. Andere Studierende erfassen einen
Text hingegen, im dem sie über ihn sprechen oder ihn anhören.
5.2
Textverstehensstrategien für verschiedene Lernstile
Die Lernpsychologie unterscheidet verschiedene Lernstile: Manche Menschen lernen
besonders gut, wenn sie Sachen hören. Andere müssen schreiben, sehen oder sprechen.
Kreative Menschen möchten gerne etwas aus dem Text „machen“. „Emotionales Lernen“
und das Lernen mit Selbstbezug sind sehr effektive Lese- und Lernstrategien. Vielleicht
erinnern Sie sich noch an eine Politik-Stunde im Unterricht, in der Sie sich so richtig
aufgeregt haben. Was uns nahe gegangen ist, können wir so einfach nicht vergessen.
Außerdem können wir uns Dinge besser merken, die mit uns selbst etwas zu tun haben.
Probieren Sie aus, mit welchen Methoden Sie am besten lernen – hier sind einige Ideen
dazu.
kommunikativ



visuell
haptisch-motorisch





92
Aus 10 Stichwörtern einen freien
Vortrag halten
Ein Kapitel möglichst spannend wieder
geben
Sich gegenseitig Abfragen (Interview,
Rollenspiel)
Mindmap
Textstrukturskizzen
Diagramm
Poster
Ein passendes Spiel zum Text

auditiv
emotional







entwickeln
Ein Modell dazu bauen (beispielsweise
einen Zeitstrahl)
sich Texte gegenseitig laut vorlesen
eigene „Hörspiele verfassen“
Stellen Sie sich vor, Sie hassen die
AutorIn, lesen Sie nun den Text
Sie bekommen 5 € für jede fundierte
Kritik am Text
Suchen Sie Beispiele aus Ihrem eigenen
Handlungsfeld, Ihrem Leben…
Überlegen Sie sich: Welche Fragen
könnten in der Klausur vorkommen?
Schlüpfen Sie in die Rolle der
ProtagonistInnen: Was hätte Sie
gemacht, wären Sie Pestalozzi, Malthus
o.a. gewesen?
Tab. 13: Textverstehensstrategien
Je mehr unterschiedliche Textverstehensstrategien Sie verwenden, desto tiefer wird der
Text verarbeitet und so besser können Sie den Stoff später abrufen.
 Weitere Ideen zum „Lernen lernen“ finden Sie beispielsweise auf der Homepage
www.lerntechniken.info
93
6 Die Präsentation
ReferentInnen können ExpertInnen auf ihrem Gebiet sein – und schaffen es trotzdem
nicht, ihr Thema zu vermitteln. Umgekehrt können charismatische Persönlichkeiten mit
Altbekanntem begeistern. Für eine gelungene Präsentation brauchen Sie beides:
Fachwissen und Techniken. Wie Sie zur ExpertIn in einem Thema werden, haben wir Ihnen
bereits erläutert. Das folgende Kapitel gibt Ihnen einen Überblick, wie Sie Inhalte
anspruchsvoll und ansprechernd präsentieren. Die Techniken des Moderierens und
Diskutierens sowie die Bedeutung von Feedback runden dieses Kapitel ab.
Ein Referat ist ein Vortrag zu einem bestimmten Thema. Sie können Ihren Inhalt durch
Folien, Flipcharts oder andere Medien visuell unterstützen. In einer Präsentation arbeiten
Sie Wissen visuell auf und präsentieren es dem Publikum. Die Übergänge zwischen Referat
und Präsentation sind fließend, in der Praxis dominieren Mischformen, sodass wir im
Folgenden beide Begriffe synonym verwenden.
Wie Sie sich ein Thema erschließen, haben Sie bereits in Kapitel 3 kennengelernt. Prinzipiell
gehen Sie genauso auch bei der Erarbeitung eines Themas für ein Referat vor: Einem
Referat kann eine analytische oder mehrere beschreibende Fragen zugrunde liegen. Um
diese Fragen zu beantworten, muss passende Literatur gefunden und gelesen werden.
Auch der Aufbau gleicht mit den Elementen Einleitung, Hauptteil und Schluss der
schriftlichen Arbeit. Im Gegensatz zu einer schriftlichen Arbeit an richtet sich ein Referat
nicht an eine, sondern an viele ZuhöhrerInnen. Sie erhalten ein direktes Feedback: Noch
beim Sprechen merken Sie, wie Ihre Inhalte bei den ZuhöherInnen ankommen. Nicht nur
deshalb lohnt es sich, ein Referat gründlich vorzubereiten. Auch in der Praxis der Sozialen
Arbeit müssen Sie Projektergebnisse präsentieren, auf dem Elternabend überzeugen oder
einen Fachvortrag halten. Nutzen Sie die Gelegenheit, das Präsentieren im Studium
einzuüben.
Der folgende Leitfaden gibt Ihnen eine Übersicht über den Ablauf eines Referates sowie
die wichtigsten Punkte, die Sie dabei beachten sollten:
94
Abbildung 17: Ablauf eines Referats
95
Studierenden fällt der Einstieg in ein Referat oftmals schwer: Sie möchten nicht mit ihrem
Thema „angeben“ und wissen nicht, wie sie ihre KommilitonInnen zum Zuhören bringen
sollen. Häufig wird dann das eigene Referatsthema klein geredet, obwohl die
ReferentInnen gut vorbereitet sind. Es wird ein entschuldigender Einstieg gewählt.
Wenn Sie ein Referat halten, wechseln Sie vorübergehend die Seiten und werden zur
Lehrenden. Ebenso wie Ihre DozentInnen, sollen Sie Studierenden Wissen vermitteln.
Versuchen Sie, in diese Rolle hineinzuschlüpfen: Tragen Sie Ihr Thema mit Leidenschaft
und überzeugend vor – das macht auch den ZuhöherInnen mehr Spaß. Beginnen Sie Ihr
Seminar mit einem Earcatcher, beispielsweise einem provokanten Zitat. Angenommen, Sie
sollen ein Referat mit dem Thema „Was ist Soziale Arbeit?“ halten, könnte sich ein
gelungener Earcatcher folgendermaßen anhören:
„Es kommt bestimmt das nächste Familientreffen. Es wird nicht nur darum gehen, dass Sie größer
geworden sind, sondern auch, was denn nun aus Ihnen wird. Als ihr Cousin von seinem Jurastudium
erzählt, erntet er anerkennendes Nicken. Die Mutter der angehenden Ärztin platzt fast vor Stolz.
Irgendwann wird das Los Sie treffen: „Jung, und was machst du?“ Wenn Sie jetzt dazu neigen, kleinlaut
‚Soziale Arbeit’ zu sagen und sich wieder auf ihre Schwarzwälder-Kirschtorte konzentrieren, sage ich
Ihnen: Tun Sie das nicht!
In meinem Referat lernen Sie nicht nur, was Soziale Arbeit ist, sondern vor allem, wie Sie auf solche und
ähnliche Fragen antworten.“
Mit einem solchen Einstieg haben Sie die Neugierde der ZuhörerInnen geweckt. Dann
nennen Sie das Thema und setzten es im Idealfall in Bezug zum Gesamtthema des
Seminars. Anschließend rollen Sie die Leitfragen auf und geben einen kurzen Überblick
über den Aufbau des Referates. Visualisieren Sie diesen „Ablaufplan“ ggf. auf einem
Flipchart und lassen Sie den Referataufbau für alle sichtbar hängen. Es erleichtert das
Zuhören, da jederzeit nachvollziehbar ist, an welcher Stelle des Referats man sich gerade
befindet.
Sie kommen nun zum Herzstück Ihres Vortrages, dem Hauptteil. Der Hauptteil gliedert sich
nach verschiedenen Themen. Achten Sie darauf, am Ende eines Themas noch einmal
Spannung aufzubauen und Lust zu machen, sich auch auf den nächsten Teil des Referates
zu konzentrieren. Sprechen Sie in kurzen, anschaulichen Sätzen und bringen Sie Beispiele –
möglichst aus der Lebenswelt Ihrer ZuhöhrerInnen.
„Sie haben einen hervorragenden Vortrag über Soziale Arbeit gehalten. Selbst Opa Willi scheint
beeindruckt. Aber Ihre Familie wäre nicht Ihre Familie, wenn nicht einer das letzte Wort hätte: Ihre
Mutter. Mit einem ‚Na immerhin holt sie die Kriminellen von der Straße weg’ nimmt sie ihrem Vortrag
den Glanz. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt anzumerken, dass Soziale Arbeit nicht nur eine
systemstabilisierende, sondern immer auch eine kritische Komponente hat.“
Hier wird mit einem Vorurteil gearbeitet, dass ihre ZuhörerInnen kennen. Solche Beispiele
sorgen dafür, dass sie die Anwesenden in einem Referat „wiederfinden“. Didaktisch
geschickt ist auch der Einbau von Vergleichen und Analogien:
96
„Soziale Arbeit ist wie ihre rechte und ihre linke Hand. Die linke Hand wühlt im Dreck, kümmert sich
um Armut, um Ausgeschlossene oder wie wir WissenschaftlerInnen sagen „Marginalisierte“. Die linke
Hand heißt ‚Sozialarbeit’. Die rechte Hand werden sie allen reichen, sie ist für die Probleme des Alltags
zuständig, bastelt mit Kindern im Kindergarten oder baut Zelte im Jugendcamp auf. Die rechte Hand
heißt ‚Sozialpädagogik’. Um erfolgreich arbeiten zu können, brauchen Sie beide Hände – dennoch
gibt es Rechts- und Linkshänder.“
Gut eingesetzt können solche Analogien die ZuhöhrerInnen noch einmal wachrütteln.
Weitere stilistische Mittel sind rhetorische Fragen. Das sind Fragen, auf die Sie keine
Antwort erwarten, weil Sie diese selbst geben werden.
„Bleiben Zielgruppen immer gleich? Nein, sie verändern sich, wie uns ein Blick auf die Geschichte der
Sozialen Arbeit zeigt.“
Wenn Sie in Ihrem Vortrag wörtliche Zitate einbauen möchten, dann sollten Sie diese
visualisieren. Denken Sie daran, Zitate sehr langsam vorzulesen und achten Sie auf die
Betonung, sonst wirken Zitate nicht. Vergessen Sie nicht, die Quelle des Zitats anzugeben.
Auch in Präsentationen müssen Sie die von Ihnen genutzten Quellen belegen.
Am Ende des Referates fassen Sie Ihren Vortrag noch einmal kurz und knackig zusammen
und schlagen den Bogen zur Ausgangsfrage. Ziehen Sie ein Fazit und erläutern Sie die
Bedeutung des Themas für den Gesamtzusammenhang des Seminars. Sollten Fragen offen
geblieben sein, ist nun der Zeitpunkt diese zu nennen.
Sie wissen nun, wie man ein Referat spannend aufbauen kann und welche sprachlichen
Stilmittel sich eignen. Die halbe Miete ist also bezahlt. Die andere Hälfte sind Sie selbst.
Das Auftreten
Ein überzeugendes Auftreten und eine gute Körpersprache sind wesentliche Bestandteile
eines erfolgreichen Vortrags. Was Sie mit Ihren Händen machen, ob Sie während Ihrer
Präsentation lächeln oder nicht, ob Sie die ZuhörerInnen anschauen oder nicht – all das
wird von den Anwesenden wahrgenommen und entscheidet mit darüber, ob Ihr
Gegenüber Sie als kompetent wahrnimmt.
Ein fester Stand, also sprichwörtlich „beide Beine am Boden zu haben“, gibt nicht nur ein
Gefühl der Sicherheit und Stärke, sondern vermittelt diese Sicherheit auch nach Außen. Sie
zeigen Präsenz und Selbstsicherheit, indem Sie gerade stehen. Wählen sie den Standort so,
dass Sie von allen ZuhörerInnen wahrgenommen werden. Sollten Sie in einer
Gruppenübung präsentieren, verstecken Sie sich nicht und treten Sie aus der Gruppe
hervor. Es empfiehlt sich, während des Redens nicht fortlaufend den Standort zu wechseln,
aber nutzen Sie den Raum aus und bleiben Sie nicht nur an einem Punkt stehen – das hält
auch Ihre Zuhörer bei der Sache. Sie wissen nicht wohnin mit Ihren Händen? Es hilft, wenn
97
Sie
etwas
haben,
woran
Sie
sich
festhalten
können,
bspw.
eignen
sich
Moderationskärtchen oder ein Stift, um Ihnen den nötigen Halt zu geben.
Moderationskärtchen mit Notizen zum Vortrag können Sie zudem hervorragend als
„Spickzettel“ nutzen.
Sind Sie schon einmal einem Menschen begegnet, der Sie nicht angeschaut hat während
er sich mit ihnen unterhalten hat? Wie haben Sie reagiert? In der Regel ist man verwirrt
oder abgelenkt und achtet nicht mehr auf das, was das Gegenüber inhaltlich sagt. Ihr Blick
stellt den Kontakt zu den Anwesenden her, kann Zuhörende fesseln und die Inhalte des
Themas transportieren. Zuviel Aktivität der Arme dagegen kann beispielsweise ablenkend
wirken. Nehmen Sie den Begriff Körpersprache wörtlich und machen Sie sich bewusst, dass
Ihre Körperbewegungen nach außen wirken. Zusätzlich können Sie Ihre Stimme und
Sprache so nutzen, dass die Zuhörer aufmerksam bleiben. Denken Sie an Hörspiele oder
Radioreportagen: Das Variieren der Läutstärke, das Redetempo oder Pausen verleihen dem
Gesagten Nachdruck.
Abschließend sei gesagt, dass Sie Lampenfieber nur bedingt steuern können. Wenn Sie im
Vorfeld Ihre Präsentation bereits üben konnten, können Sie der Situation aber ein Stück
weit ihre Besonderheit nehmen. Haben Sie keine Angst vor Pannen, wie Versprechern oder
vergessenem Wissen, das passiert den geübtesten ReferentInnen. Technische Pannen
hingegen – ob ihr PC auch wirklich an den Beamer angeschlossen ist – sollten sie
versuchen bereits im Vorfeld (z.B. durch einen Probelauf vor dem Vortrag) zu vermeiden.
 Das Orientierungstutorium sowie das ZaK stellen Angebote bereit, in denen Sie diese
Kompetenzen erlernen und üben können.
6.1
Visualisieren
Beamer, Flipchart und Overheadprojektor helfen, ein Thema zu visualisieren. Die Vorteile
bildlicher Darstellungen in Präsentation liegen auf der Hand: Sie können davon ausgehen,
dass die „Behaltensquote“ um 30% höher ist, als durch reines Zuhören (Seifert 2004).
Gut
ausgewählt
und
eingesetzt
dienen
diese
Hilfsmittel
dann
als
visuelle
Informationsträger, die das Gesagte unterstreichen, Verstehensprozesse unterstützen
können
und
Kommunikation,
bspw.
in
der
anschließenden
Diskussionsrunde,
ermöglichen. Auch Zahlen und Statistiken können Sie am besten bildlich darstellen und
der Inhalte so übersichtlich und verständlich zusammenfassen. Bildliche Darstellungen
eignen sich auch, um den Zuhörerenden Strukturen, Abläufe oder Prozesse zu
98
verdeutlichen. Nachfolgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die gängigen
Möglichkeiten, Inhalte zu visualisieren:
Was?
Flipchart
DIN-A-1 Blätter
„rollender Block“
Overhead-Projektor
Folien;
in der Regel in jedem Seminarraum
vorhanden;
Beamer
in fast jedem Seminarraum vorhanden;
freie, weiße Wand nötig;
Ausleihmöglichkeiten im Medienbüro;
Beamerkabel notwendig;
ggf. Verdunklung notwendig
Tafel oder Whiteboard
An der Fakultät finden sie in der Regel eher
Whiteboards als Tafeln



















Wandzeitung oder Poster
Paketpapier oder Tapetenrolle;
Großflächige Papiere als Teilstücke
(mindestens DIN-A-4 oder 3);
Kreative Gestaltung im Vordergrund





Pinnwand
Moderationskoffer und -materialien nötig;
Nicht in jedem Seminarraum vorhanden;
Nutzung sollte vorher erprobt werden (z.B.
Anbringen von Karten, eigene
Positionierung vor der Wand etc.)
Eigenschaften
Darstellung vorbereiteter Inhalte (z.B. Gliederung)
situative Entwicklung von Inhalten vor den Augen der
Zuhörenden
Inhalte können die ganze Zeit sichtbar gehalten werden
zur Präsentation vorbereiteter Folien
Folien können auch situativ, während des Seminars
entwickelt werden
leichte Transportierbarkeit
Folien können als Handout kopiert werden
Visualisierungen beleiben nur für die Dauer der Projektion
sichtbar
viele Gestaltungsmöglichkeiten (per Hand oder PC)
Visualisierungen können dynamisch gestaltet werden
Audio- und Videodateien sind einsetzbar
Gefahr technischer Pannen
Gefahr der „Überperfektion“ oder des „Versteckens“
Gefahr der visuellen „Überpräsentation“ von Inhalten
dynamische Entwicklung
Tafelbilder müssen detailliert geplant werden
Gestaltung im Vortrag braucht Zeit, begrenzter Platz, kein
Blickkontakt zum Publikum
Boardbilder können mit der Kamera dokumentiert werden
Whiteboard kann auch als Präsentations- und
Projektionsfläche genutzt werden
müssen eine bestimmte Größe haben, sonst wirken sie nicht
nur für kleinere Gruppen geeignet (max. 20 TN)
Wandzeitung sind in sich „selbst“verständlich, klar
strukturiert, eindeutig und zielgruppenbezogen
laden zum Informieren ein und zur Kommunikation über ein
Thema
können gut für Ergebnispräsentation genutzt werden


geeignet für Arbeit mit kleinen Gruppen (max. 20 TN)
zur Präsentation vorbereiteter Darstellungen, Planung
erforderlich
 zur begleiteten Entwicklung von Inhalten
 Inhalte bleiben sichtbar
 „das“ Medium in der Moderation
Tab. 14: Übersicht über Möglichkeiten zur Visualisierung von Inhalten (eigene Darst. in Anlehnung an
Seifert 2001)
6.2
Das Handout
Das Handout ist Teil einer Themenpräsentation. Dieses Papier hilft den Zuhörenden, dem
Thema zu folgen und sollte die Struktur der Präsentation wiederspiegeln. Auch das
Handout unterliegt bestimmten formalen Anforderungen, die Sie an der folgenden
Vorlage nachvollziehen können:
99
FH Köln
Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften
BA Soziale Arbeit
WS 2011/12
Modul:
DozentIn:
ReferentIn(nen):
Datum:
Thema des Referats
Gliederung/ Leitfragen des Referats
•
•
•
Gliederungspunkt 1/ Leitfrage 1
Gliederungspunkt 2/ Leitfrage 2
Gliederungspunkt 3/Leitfrage 3 etc.
Gliederungspunkt 1 (bei mehreren ReferentInnen, Namen der jew. Referentin angeben)
•
•
•
•
•
das wichtigste in Stichpunkten aufführen
ggf. zentrale Begriffe aufführen
auch ein aussagkräftiges, zusammenfassenden Bild, ein Schema, eine Grafik kann sinnvoll sein
Achten Sie auf die Lesbarkeit, nicht zu viel Text aufs Blatt packen
Wenn Sie das Handout geschrieben haben, alles Unwichtige streichen
Gliederungspunkt 2 (bei mehreren ReferentInnen, Namen der jew. Referentin angeben)
•
•
•
Gliederungspunkt 3 (bei mehreren ReferentInnen, Namen der jew. Referentin angeben)
•
•
•
Literatur
Tab. 15: Das Handout
In die Kopfzeile kommen alle Angaben zu Ihrem Studiengang, in den Kopf des Handouts
dann alle formalen Angaben. Überschrift Ihres Handouts ist das Thema des Referats.
Anschließend verschaffen Sie der LeserIn einen Überblick, indem Sie die einzelnen
Gliederungspunkte oder Leitfragen des Referats auflisten und die Inhalte kurz und
prägnant zusammenfassen. Ein Handout soll den ZuhörerInnen das Mitdenken und
Mitschreiben nicht abnehmen, sondern die Ergebnisse des Referates sichern. An das Ende
100
des Handouts gehört eine Literaturliste, deren Form im Kapitel „Wissenschaftliches
Schreiben“ nachzulesen ist.
Wird das Referat verschriftlicht, benötigt der Text außerdem ein Deckblatt, ein Inhalts- und
Literaturverzeichnis. Sie können sich hier an den Ausführungen zu schriftlichen Arbeiten
orientieren.
In den meisten Fällen schließt sich an das Referat noch eine Fragerunde oder eine
Diskussion an. Wie man eine Diskussion moderiert und sich an ihr beteiligt, erfahren Sie im
nächsten Kapitel.
6.3
Diskussion und Moderation
Nachdem sie den ZuhörerInnen für Ihre Aufmerksamkeit gedankt haben, können Fragen
geklärt werden. Diese Fragerunden dienen dazu, das referierte Thema im Plenum zu
vertiefen.
Diskussionen leben davon, dass die Beteiligten verschiedenen Standpunkte zu einem
Thema einbringen. In Diskussionsbeiträgen wird Gesagtes kritisch hinterfragt, die eigenen
Behauptungen werden mit Argumenten untermauert und Schlussfolgerungen aus den
Diskussionsbeiträgen gezogen.
Eine Diskussion soll und darf kontrovers sein, die Argumentation muss jedoch immer auf
der Sachebene geführt werden. Achten Sie darauf, dass Sie im Eifer des Gefechts nicht
persönlich
oder
moralisch
argumentieren.
Eine
konstruktive
und
sachliche
Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten führt häufig zu neuen Sichtweisen und
Erkenntnissen. Darüber hinaus können Sie überprüfen, ob Ihre Argumente tatsächlich
„wasserfest“ sind und einer fachlichen Diskussion standhalten.
Hat eine KommilitonIn in einer Diskussion schon einmal einen Redebeitrag erbracht,
während Sie noch dabei waren den gleichen Gedankengang im Kopf zu formulieren?
Haben sie das Gefühl, Ihre Beiträge klingen banal? Diese Tipps helfen Ihnen, sicher und
souverän mitzudiskutieren (vgl. Franck 2004, S. 32–48):
 Bestimmt argumentieren:
Aussagen machen, statt Fragen stellen; vermeiden Sie Sätze im Konjunktiv oder
Entschuldigungen; treffen Sie Ich-Aussagen; begründen Sie Ihre Behauptungen;
beziehen Sie einen Standpunkt; ziehen Sie Schlussfolgerungen; fassen Sie sich kurz;
achten Sie auf nonverbale Signale (Augenkontakt halten,...)
101
 Gelassen bleiben:
Bleiben Sie sachlich; geraten Sie nicht unter Rechtfertigungszwang; hören Sie aus
Fragen oder Aussagen anderer nicht stets eine Kritik heraus; nehmen Sie Beiträge
nicht persönlich; Gelassenheit ist besser als Schlagfertigkeit
Wie für so vieles gilt auch für Diskussionen: üben, üben, üben. Denken Sie daran, dass Sie
auch in der Praxis immer Ihre eigene Position vertreten und begründen müssen sowohl
vor Ihren KollegInnen als auch nach Außen.
Im Gegensatz zur aktiven DiskussionsteilnehmerIn bringt die Diskussionsleitung die eigene
Meinung nur sehr zurückhalten ein und greift eher strukturierend als argumentierend in
die Diskussion ein. Damit Sich sich im Diskutieren üben können, wird zumindest in den
ersten Semestern meist Ihre DozentIn die Diskussionsleitung übernehmen. Auch erfordert
die Leitung von Diskussionen Moderationsfähigkeiten. Eine Diskussion erfolgreich zu
moderieren bedeutet, die Diskutierenden bei der Sache zu halten und der Diskussion
insgesamt eine Struktur zu geben, ein konstruktives Diskussionsklima zu schaffen, auf
Störungen einzugehen sowie jedem die Möglichkeit zu geben, zu Wort kommen zu
können. Auch die Eröffnung einer Diskussionsrunde ist nicht immer problemlos. Es kann
passieren, dass nach Ihrem Referat niemand eine Frage stellt oder keiner der Anwesenden
seine Meinung zum eben Gehörten äußert. Diese Situation können Sie umgehen, indem
Sie weiterführende Fragen stellen – ggf. Fragen, die in Ihrem Vortrag offen geblieben sind
oder die Sie bei der Vorbereitung des Referates beschäftigten. Auch provokante Thesen,
ein Comic oder ein gut gewähltes Bild kann eine Diskussion entfachen. Ähnlich wie bei der
Einleitung Ihres Referats sollen diese Mittel die Aufmerksamkeit Ihrer KommilitonInnen
binden und zur Kommunikation anregen. Eine Diskussion einzuleiten und zu moderieren
ist nicht einfach und erfordert Übung. Nutzen Sie deshalb jede Möglichkeit, sich sowohl in
der Rolle der DiskussionsteilnehmerIn als auch der Moderatorin zu üben. Die Fähigkeiten,
die Sie hierbei erwerben, werden Ihnen in Ihrem späteren Berufsleben sehr nützlich sein.
 Tipp: Das Zentrum für außerfachliche Kompetenz (ZaK) bieten in jedem Semester
Kurse im Bereich Rhetorik, freies Reden, Kommunikation in Gruppen und
Moderation an.
Nicht nur das kritische Diskutieren von Inhalten gehört zu den Grundkompetenzen, die Sie
über das Studium hinaus brauchen werden, sonder auch die Fähigkeit konstruktiv Kritik zu
äußern. Wie Sie Feedback richtig geben und nehmen, erfahren Sie im folgenden Kapitel.
102
6.4
Das Feedback
Sie haben Ihre Präsentation geschafft – fast. Der wohl für jede StudentIn spannendste
Moment ist das Feedback der anderen Studierenden und der DozentIn zu Ihrem Vortrag.
Auch wenn es Sie Überwindung kostet, sich der Meinung anderer zu stellen, holen Sie sich
stets Feedback oder anders gesagt konstruktive Kritik ein. Nur so können Sie etwas über
Ihren Vortragsstil lernen und sich weiterentwickeln. Üben Sie in ihren Seminaren
„Feedbackkultur“. Die folgenden „Regeln“ dienen als Richtschnur für das Geben und
Nehmen eines Feedbacks:
Feedback-Geber

Beziehen Sie sich auf konkrete, beobachtete Einzelheiten (keine Pauschalisierung).

Bemühen Sie sich um eine präzise Beschreibung (nicht bewertend/interpretierend).

Beschreiben Sie Ihre eigene Wahrnehmung (subjektiv). Treffen Sie „Ich-Aussagen“.

Seinen Sie offen, ehrlich, authentisch, aber nicht verletzend.

Feedback ist immer konstruktiv. Geben sie es nur, wenn es hilfreich sein kann und gewollt
ist.

Moralische oder persönliche Bewertungen sowie einseitige Deutungen sind Fehl am Platz.

Beziehen Sie sich auf aktuelles Verhalten während des Vortrags, nicht auf vergangenes
Verhalten. Geben Sie Ihr Feedback immer unmittelbar und zeitnah.

Feedback beinhaltet positive und negative Rückmeldungen, wobei die negative
Rückmeldung zwischen die positiven Elemente gebettet wird (Sandwichmethode).
Feedback-Nehmer

Hören Sie aufmerksam zu.

Lassen Sie die Gesprächspartner ausreden.

Fragen Sie bei Unverständnis oder Unklarheiten nach.

Verfallen Sie nicht in Rechtfertigungen, keine Kommentierung des Gesagten.

Reflektieren Sie, was von dem vorgetragenen Feedback Relevanz für Ihr Handeln haben
soll und was nicht.

Kritik zu äußern fällt vielen schwer: Bedanken Sie sich also für das Feedback.
Diese Regeln machen deutlich: Feedback hat nichts damit zu tun, am Ende einer
Präsentation der FeedbacknehmerIn einfach etwas Aufmunterndes und Nettes zusagen,
weil sie sich nicht sicher sind, ob ihr Gegenüber ihre Kritik verträgt. Es kommt darauf an,
wie sie ihr Feedback geben und das muss immer wieder geübt werden. Ein gut platziertes
103
und konstruktiv formuliertes Feedback hilft, sich weiterzuentwickeln und aus
Flüchtigkeitsfehlern oder Anfangsschwierigkeiten zu lernen. Das eigene Vorgehen durch
die Brille der Anderen zu betrachten, eröffnet Ihnen die Chance, eigenen Stärken und
Schwächen besser einschätzen zu lernen.
7 Schluss
Erinnern Sie sich noch an den Beginn dieses Skriptes? Dort haben wir Ihnen dargelegt, was
Wissenschaft ausmacht: Kritik, Transparenz und Objektivität. Um diesen Ansprüchen
gerecht
zu
werden,
Wissenschaftlichen
hat
Arbeitens
Wissenschaft
entwickelt.
eigene
Wir
Arbeitsweisen,
haben
erläutert,
die
Techniken
wie
Sie
eine
wissenschaftliche Fragestellung erarbeiten. Um eine solche Frage zu beantworten,
brauchen Sie bestimmte Grundkompetenzen: das Schreiben, Lesen und Recherchieren.
Wir haben Ihnen dann verschiedenen Formen der Darstellung wissenschaftlicher
Erkenntnisse vorgestellt, die schriftliche Hausarbeit, die mündliche Präsentation und
weiter Formen. In allen Kapiteln haben wir den Bogen zur Praxis geschlagen und gezeigt,
dass Techniken wissenschaftlichen Arbeitens nicht nur grundlegend für ein Studium sind,
sondern für die Soziale Arbeit allgemein. Auch in der Praxis Sozialer Arbeit müssen Sie
nach außen z.B. PolitikerInnen oder AuftraggeberInnen und nach innen z.B. ihren Träger
oder die direkten Kolleginnen argumentativ von Ihrer Sache überzeugen können. Sie
müssen sicher Protokolle schreiben können, um die Ergebnisse einer Sitzung fest zu
halten. Arbeitsplätze im Feld der Sozialen Arbeit sind zunehmend zeitlich befristete
Projektstellen. Das Schreiben von Projektanträgen ist eine Vorraussetzung zur Sicherung.
Dieses Skript sollte Ihnen beim wissenschaftlichen Arbeiten einen Orientierungsrahmen
geben. Mit Hilfe der Arbeitsunterlagen in den Seminaren „Techniken wissenschaftlichen
Arbeitens“ haben wir versucht, die vorhandene Literatur anwendungsbezogen für Ihr
Studium aufzuarbeiten. Ob uns das gelungen ist, wissen Sie am besten. Nehmen Sie uns
beim Wort und trauen Sie sich, dieses Skript zu kritisieren. Wir freuen uns auf Ihre
Rückmeldung.
Sie werden sich im Laufe des Studiums die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens immer
mehr zu Eigen machen und nur noch Gelegentlich in diesem Skript nachschlagen müssen.
Das Belegen von Quellen, der kritische Umgang mit Texten wird so selbstverständlich
104
werden, wie der Umgang mit Schere und Papier. Schließlich sind Techniken auch nur
Techniken: Sie sind kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, spannende Themen zu erarbeiten
und zu präsentieren.
105
Literaturverzeichnis
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Oldenbourg.
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Internationaler Jugendarbeit. Schwalbach/Ts: Wochenschau-Verl.
106
Engelke, Ernst; Spatscheck, Christian; Borrmann, Stefan (2009): Die Wissenschaft Soziale
Arbeit. Werdegang und Grundlagen. 3., überarb. und erw. Aufl. Freiburg im
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Flick, Uwe (2009): Sozialforschung. Methoden und Anwendungen. Ein Überblick für die BAStudiengänge. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch.
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