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Einführung Überblick Hochstrittigkeit Was wissen wir? Was wissen

EinbettenHerunterladen
Einführung
Warum „Charakteristika“ untersuchen?
Merkmale des Einzelnen
Merkmale des Paares
Merkmale des (Familien-)Systems
Charakteristika von Hochkonflikt-Familien
in Trennung
Dr. Sonja Bröning
Vortrag am 6.10.2008
Fallbeurteilung
Prävention
Intervention
Für die Fachtagung: Arbeit mit Hochkonfliktfamilien
als Prävention von Kindeswohlgefährdung
Überblick
Seite 2
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Hochstrittigkeit
Hauptmerkmale von Hochstrittigkeit:
1. Charakteristika - was wissen wir?
2. Was vermuten wir, was ist umstritten?
Î fortgesetzte juristische Streitigkeiten
3. Die Untersuchung
Î Kinder werden instrumentalisiert
Î emotionale Themen im Vordergrund
4. Stichprobe
Î Versuche der außergerichtlichen Einigung
sind fehlgeschlagen
5. Form der Datenerhebung
(Homrich et al., 2004)
• USA: ca. 10-15% aller Trennungen
6. Ergebnisse und Diskussion
• In Deutschland ca. 5% aller Trennungen (Dietrich & Paul, 2006)
7. Schlussfolgerungen
• Im Schnitt 5-8 Helfer involviert (Alberstötter, 2006)
• Sehr hohe Abbruchquoten
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 3
Was wissen wir?
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 4
Was wissen wir?
Nur zwei Untersuchungen in Deutschland:
Î Winkelmann (2005) untersuchte
Persönlichkeitsunterschiede: Höher Strittige
wiesen geringere Verträglichkeit / Offenheit auf
Î Kunkel (1997): Hochstrittige kennzeichneten
sich durch globale Angriffe auf die Person des
anderen Elternteils
Î hatten weniger Sinn für die Bedürfnisse der Kinder
Î Absolute Sichtweisen
Îübernahmen weniger eigene Verantwortung für das
Konfliktgeschehen
Î symmetrische Streitmuster
Î Kein Unterschied im Neurotizismus
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 5
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 6
1
Was wissen wir?
Was wissen wir?
Forschung im anglo-amerikanischen Raum:
Untersuchung von Interventionsitzungen:
Î Starkes Misstrauen gegenüber dem anderen
Elternteil (Johnston & Campbell, 1988),
„Feindbild“
Î Ambivalenz hinsichtlich der Trennung
(Kressel, Pruitt, et al.,1989)
Î Unterschiedliche Konfliktstile (ebenda)
Î Diffuse Grenzen zwischen den Eltern
(Mathis, 1998; Madden-Derdich et al, 1999)
Î Schwere Vorwürfe, aktuelles Gewaltvorkommen
in über 2/3 der Fälle (ebenda; Depner et al.,
1992)
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Seite 7
Umstritten…
Î Diskrepanz der Bindung aneinander
(Bickerdike & Littlefield, 2000)
Seite 8
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Was vermuten wir?
Risikofaktoren in
der individuellen
Entwicklungsgeschichte
Soziale Schicht?
Sind immer beide hochstrittig?
Risikofaktoren
in der Elternpersönlichkeit
„Pathologische“ Fälle
(Borderline, Bindungsstörung)?
Ökonomische
Risikofaktoren
Risikofaktoren
in der
Elternbeziehung
Risikofaktoren
im sozialen
Umfeld
Hochstrittige
Elternschaft nach
der Trennung
„narzisstische Vulnerabilität“?
Risikofaktoren
bei den
Kindmerkmalen
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 9
Die Untersuchung
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Seite 10
Stichprobe
Kooperationsprojekt „Kinder im Blick“:
LMU, Fakultät für Psychologie und Pädagogik (Leitung: Prof.
Walper) und Beratungsstelle „Familien-Notruf München“
(Leitung: Katrin Normann)
Fragebogen wurde durch Teilnehmende bei Zugang in der
Beratungsstelle ausgefüllt (Zeitraum: Juni 2006 – Oktober
2007)
Lassen
Lassensich
sichempirisch
empirischUnterschiede
Unterschiede
zwischen
zwischen„hochstrittigen“
„hochstrittigen“und
und„weniger
„weniger
strittigen“
Eltern
nachweisen,
strittigen“ Eltern nachweisen,
und
undwenn
wennja,
ja,ininwelchen
welchenBereichen?
Bereichen?
Teilnehmerinnen und Teilnehmer (N = 94):
Î
Î
Î
Î
Î
Î
26 Einzelpersonen (10 HC), 34 Paare (13 HC)
46 Männer (davon 41% HC), 48 Frauen (davon 35% HC)
Insgesamt 36 von 94 = HC (38%)
Durchschnittsalter der Eltern: 41 Jahre
Durchschnittsalter des ältesten Kindes: 9 Jahre
„klassische“ Mittelschichtstichprobe
Î
♂ 91 % Vollzeit arbeitend, ♀ 4% Vollzeit, 63% Teilzeit
Î
79% der Kinder wohnen bei der Mutter
HC-Kriterium des Familien-Notruf: die „Geschickten“, von
Gericht oder Jugendamt, d.h. Beratung im Zwangskontext
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 11
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 12
2
Datenerhebung (I)
Datenerhebung (II)
Risikofaktoren
in der Elternpersönlichkeit
Die „Großen Fünf“ (Verträglichkeit,
Gewissenhaftigeit Extraversion,
Neurotizismus, Offenheit)
Risikofaktoren
in der
Elternbeziehung
Verbundenheit (Gefühle)
Negative Attributionen (Gedanken)
Eskalierte Konflikte (Verhalten)
Verhaltensprobleme
(internalisierend, externalisierend)
Körperliche Beschwerden
Probleme bei der
Trennungsbewältigung
Erziehungsprobleme
Kindliche
Entwicklung
Ökonomische
Risikofaktoren
Subjektiv wahrgenommener finanzieller
Druck
Risikofaktoren
im sozialen
Umfeld
Soziale Unterstützung (instrumentell, enge
Beziehung, Einmischung)
06.10.2008
Elterliche Zusammenarbeit
(„Coparenting“)
Koalitionsdruck
Elterliche
Kooperation
Statische Analysen mit SPSS 12.0
(für Männer und Frauen getrennt),
T-Tests (statistisch signifikante MW-Unterschiede)
Seite 13
Dr. Sonja Bröning
Ergebnisse (I):
Soziodemographische Unterschiede
Seite 14
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Ergebnisse (II):
Mittelwertsunterschiede
Männer
Frauen
2.13 2.35
3.15 3.23
1.43 1.98*
3.57 3.09**
2.64 2.31*
1.57 2.12+
3.60 3.25+
2.87 2.53*
2.94 2.20**
2.70 2.90
4.15 3.81*
4.20 4.00
HC NHC
Statistisch signifikant sind folgende Unterschiede:
Neurotizismus (emotionale Instabilität)
• HC = kürzere Beziehungsdauer, waren seltener verheiratet
• HC = geringeres Einkommen
Risikofaktoren in der Elternbeziehung
• HC-Männer = häufiger neue Partnerinnen als NHC-Männer
• HC-Frauen = nicht häufiger neue Partner als NHC-Frauen
Skalen 5stufig
• Kaum Unterschiede bei vergangenen und derzeitigen
Konfliktthemen
Verbundenheit (Gefühle)
Negative Attributionen (Gedanken)
Eskalierte Konflikte (Verhalten)
Legende:
+ tendenziell
signifikant
Ökonomische Risikofaktoren
Subjektiver finanzieller Druck
* signifikant
** sehr
signifikant
*** hochsignifikant
06.10.2008
Seite 15
Dr. Sonja Bröning
Ergebnisse (III)
Mittelwertsunterschiede (fortgesetzt)
Männer
HC NHC
Elterliche Kooperation
2.83 3.63***
3.23 2.26***
Elterliche Zusammenarbeit
Koalitionsdruck
Risikofaktoren im sozialen Umfeld
Soziale Unterstützung
06.10.2008
Skalen 5stufig
Legende:
+ tendenziell
signifikant
1.61
1.33
2.19
1.67
1.43*
1.34
1.79*
1.79
Frauen
HC NHC
1.49
1.51
2.11
1.76
Verbale Aggression
Körperliche Aggression
Rückzug
Einlenken
Konstruktive Problemlösung
Selbst- und Fremdeinschätzung im Konflikt
*** hochsignifikant
Seite 17
1.86
1.07
2.67
3.12
3.57
2.04
1.12
2.42
3.10
3.78
2.75
1.31
2.78
2.81
3.39
3.24
1.47
3.22
1.57
1.62
3.42
2.71+
1.82
1.35
3.07
2.68*
1.74
2.07*
2.37*** 1.80
HC NHC
06.10.2008
2.36
1.06
2.59
3.10
3.52
Konfliktverhalten
des / der Anderen
Verbale Aggression
Körperliche Aggression
Rückzug
Einlenken
Konstruktive Problemlösung
** sehr
signifikant
Dr. Sonja Bröning
Frauen
Selbst eingeschätztes
Konfliktverhalten
3.06 3.36+
3.16 2.60+
1.52
1.37
2.09
1.72
Männer
HC NHC
* signifikant
06.10.2008
Seite 16
Dr. Sonja Bröning
Ergebnisse (IV): Detailansicht
Eskalierte Konflikte
Kindliche Entwicklung
Verhaltensprobleme
Körperliche Beschwerden
Probleme Trennungsbewältigung
Erziehungsprobleme
HC NHC
Risikofaktoren in der Elternpersönlichkeit
Dr. Sonja Bröning
3.08
1.57
3.08
2.12+
2.37*
Seite 18
3
Diskussion (I)
Diskussion (II)
Soziodemographie und Kontext :
Beziehung der HC-Eltern
Î instabilere Kontextfaktoren
Î größere Beziehungsbelastung
Î HC-Mütter stressbedingt seltener neue Partner?
Î dysfunktionale Bewältigungsmechanismen wohl
schon vor der Trennung
Î HC-Väter: Soziale Unterstützung als
Risikofaktor?
Î Mangel an Selbstkritik, gepaart mit „Feindbild“
΄Verstrickungshypothese“ kann nicht bestätigt
werden
Persönlichkeit: Keine Unterschiede
Îgroße Differenz zwischen Selbst- und
Fremdbild, Konfliktdynamik wird nicht erkannt
Î verzerrtes Selbstbild?
Î Oder: doch eher Konfliktdynamik zwischen den
Eltern entscheidend?
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 19
Diskussion (III)
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Seite 20
Schlussfolgerungen
Für Interventionen
Elternschaft:
Das Feindbild schürt den Konflikt – auch
Veränderung muss im Kopf ansetzen
Î nur die Männer schätzen das Wohlbefinden der
Kinder als problematischer ein
Interventionen heranziehen, die den
Perspektivenwechsel unterstützten (z. B.
Gruppenangebote)
Î insgesamt schätzen alle Probanden das
Wohlbefinden der Kinder aber nicht wesentlich
schlechter ein als „Normalstichproben“
Unterschiede bei Männern stärker ausgeprägt:
Folgen für Kinder konsequent deutlich machen
Selbstfürsorge als Basis
Für die Forschung
Î es geht „ums Ganze“
Selbsteinschätzungen problematisch –
für Methodenvielfalt sorgen
Î Selektionseffekt
Kinder gesondert befragen, Elternurteil verzerrt
Vergleich mit nicht-getrennten Familien aller
Konfliktniveaus
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 21
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 22
Schlusspunkt
“Streitende sollten wissen, dass nie einer
ganz recht hat und der andere ganz unrecht."
(Kurt Tucholsky)
Vielen Dank
für die
Aufmerksamkeit!
Besonderer Dank geht an:
Prof. Dr. Sabine Walper
Mari Gauger + KIB-Projektteam
Katrin Normann + Familien-Notruf-Team
Kathrin Beckh
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 23
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 24
4
Ergebnisse (II):
Konfliktthemen vor der Trennung
HC
Rang
BACKUP
Seite 25
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Ergebnisse (III):
Konfliktthemen aktuell
NHC
1
Kommunikationsprobleme
Kommunikationsprobleme
2
Heftige und
andauernde
Streitigkeiten wegen
anderer Themen als Kindererziehung
Partner/in hat sich
nicht genug um
meine Bedürfnisse
gekümmert
3
Partner/in hat sich
nicht genug um
meine Bedürfnisse
gekümmert
Wir hatten uns
auseinander gelebt
4
Wir hatten uns
auseinander gelebt
Sexuelle Probleme
5
Sexuelle Probleme
Ich habe mich nicht
genug um seine/ihre
Bedürfnisse gekümmert
Seite 26
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Ergebnisse - Zusammenfassung
Rang
HC
NHC
1
Vorstellungen über
Kindererziehung
Vorstellungen über
Kindererziehung
ÎKonfliktthemen vor und nach der Trennung ähnlich
ÎHC = eskaliertere Konflikte, schlechtere Elternallianz,
negativere Attributionen, geringere Verbundenheit
Î kein Unterschied bei der Einschätzung des eigenen
Erziehungsverhaltens und des Neurotizismus
2
Einteilung der Finanzen
Einteilung der Finanzen
3
Krankheit/ psychische
Störungen eines Kindes
Krankheit/ psychische
Störungen des Partners
Krankheit/ psychische
Störungen des Partners
Verwandte
Î erlebter finanzieller Druck bei HC-Männern ausgeprägter
Î soziale Unterstützung bei HC-Männern besser
4
Î Konfliktstile: deutlich negativere Fremdeinschätzung, keine
Unterschiede bei der Selbsteinschätzung
Î besonders ausgeprägte Unterschiede bei den Männern
Seite 27
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Î kindliche Probleme bei HC-Männern bedeutsamer
Ebenen der Konflikteskalation
1. Stufe
Zeitweilig gegeneinander
gerichtetes Reden und Tun
• Kurze Konfliktepisoden
• Niedrige emotionale
Intensität
• Vielfältige Ressourcen:
- Fähigkeit zu Empathie und
Selbstregulierung
- Verfügung über deeskalierende Konstruktionen
(z. B. Trennung von Partnerund Elternebene)
• Geringere Größe des
Konfliktsystems
• Einbeziehung sozial
kompetenter Dritter ohne
Anspruch auf
Bündnisgenossenschaft
2. Stufe
Verletzendes Agieren, Ausweitung des Konfliktfeldes
• Der Konflikt wird zum
„chronischen“ Dauerzustand
• Phasen hoher
Beschleunigung und
zeitlicher Verdichtung von
Konfliktereignissen
• Emotionalisierung durch
„mächtige Geschichten“
• Hohe Intensität der
wechselseitigen Ablehnung
und Verletzungen
• Ausweitung des
Konfliktsystems durch
- „Infizierung“, d.h.
Überengagement Dritter,
Bündnisgenossenschaften
- professionelle Dritte sind
involviert („Wächteramt“)
Ebenen der Konflikteskalation
Minimaler
Konflikt
3. Stufe
„Beziehungskrieg – Kampf
um jeden Preis“
• Kooperative
elterliche
Zusammenarbeit
• Extreme Gefühle der
Verzweiflung und des Hasses
• Radikale Distanzierung –
Kontaktvermeidung
• „aktive Negation“ mit dem
Ziel der existenziellen
Schädigung und Vernichtung
durch Verleumdungen
(behaupteter sexueller
Missbrauch,
Entführungsabsicht,
behauptete Gewalt,
Pathologisierung) und durch
nachweisliche Drohungen
und (Gewalt)Handlungen
• rücksichtslose
Instrumentalisierung Dritter
Dr. Sonja Bröning
Leichter
Konflikt
Moderater
Konflikt
• Schimpft
manchmal über
anderen Elternteil
• Verbale Gewalt,
jedoch keine
physische Gewalt
• Konflikte werden • gelegentliche
verbale Auseinzwischen den
andersetzungen vor
Eltern gelöst
dem Kind
• Trennen eigene
• Fragt das Kind
Bedürfnisse von
denen der Kinder nach dem Leben des
anderen Elternteils
• Beziehung des
aus
anderen Elternteils
• Gelegentlicher
zum Kind wird
Versuch, mit dem
unterstützt
Kind gegen den
anderen Elternteil zu
koalieren
Alberstötter, 2004, 2006
06.10.2008
Seite 28
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
• Lauter Streit vor
dem Kind
• Verunglimpfung
des anderen
Elternteils vor dem
Kind, anhaltende
Versuche zu
koalieren
• Drohungen, den
Kontakt
einzuschränken,
Androhung von
Rechtsstreit
Intensiver
Konflikt
Heftiger
Konflikt
• Physische Gefahr • Physische oder
zwischen den Eltern sexuelle
bei Kontakt
Gefährdung,
Misshandlung des
• Gewaltdrohungen,
Kindes
Türenschlagen,
Gegenstände werfen • Drogen oder
Alkoholmissbrauch
• Anhaltende
Rechtsstreitigkeiten • Schwere
pathologische
•Versuch, Kind vom
Symptome bei den
anderen Elternteil
Eltern
zu entfremden
(dauerhafte
Koalition)
• Emotionale
Gefährdung des
Kindes
Garrity & Baris, 1994
Seite 29
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 30
5
Ein Modell zur Genese hochstrittiger
Elternkonflikte nach der Trennung
Klima nach der Trennung
Ökonomische
Risikofaktoren
Elterliches Klima nach der Trennung
- Arbeitslosigkeit
- geringes Einkommen
- starke Diskrepanz im
Einkommen beider Eltern
- finanzielle Trennungskonflikte
Wachsende Stabilität und Reife
Effektiv
Vergiftet
Eskalation des Konflikts
KOOPERATIV
MITTEL
PARALLEL
• Jeder handelt auf seine Weise
• Kontakt vermeiden, wo möglich
• Geschäftsmäßig, formale Regeln
für elterlichen Austausch
• Nur wichtige Informationen
austauschen
• Meinungsverschiedenheiten
bleiben bestehen
• Gelegentlicher hitziger Streit
• Interessiert, engagiert, aber
unerfahren
• Autoritärer oder inkonsistenter
Erziehungsstil
• Gegenseitige Unterstützung
• “Teamwork”
• Klare Grenzen
• Flexibel
• Viel Informationsaustausch
• Konstruktives Problemlösen
• Reife
• Wissen
• Erfahrung
• Engagement
• Autoritativer Erziehungsstil
KONFLIKTHAFT
• Aktive Sabotage
• Eskalation von Angriff und
Verteidigung
• Grenzen zwischen Eltern- und
Partnerrolle unklar
• Informationen zurückhalten
• Reale Themen aus dem Blick
verlieren
• Stark verletzt, narzistisch
• Nicht einfühlsam im Blick auf
die Entwicklung der Kinder
• Nicht engagiert
• Vernachlässigend,
missbrauchend
Risikofaktoren in
der Entwicklungsgeschichte
- negative Kindheitserfahrungen (z. B. Gewalt)
- ungenügende Ablösung
von der Herkunftsfamilie
- konflikthafteTrennung
der eigenen Eltern
INTERVENTIONEN
Mandatorische Mediation vor
gerichtlichen Disputen, edukative
Maßnahmen, moderierte
Elterntreffen, Psychotherapie
Edukative Maßnahmen, das
positive Elternverhalten
unterstützen
Risikofaktoren bei
den Kindmerkmalen
- angeborene Schwierigkeiten
im Temperament
- körperliche oder psychische
Krankheit oder Behinderung
Risikofaktoren in der
Elternbeziehung
- schwierige Trennung
- hohe Diskrepanz in der
Trennungsmotivation
- unbewusste Weiterführung
ungelöster Paarkonflikte
- reziproke Verhärtung negativer
Attributionen (Feindbilder)
- emotionale Verstrickung und
mangelnde Abgrenzung
Risikofaktoren in der
Elternpersönlichkeit
- narzisstische Vulnerabilität
- pathologische Züge
- Suchtkrankheit
- emotionale Instabilität,
Gewaltneigung
- dysfunktionale kognitive
Verarbeitung von Kränkungen
- eingeschränkte Fähigkeit zur
Stressbewältigung
- Unfähigkeit zur Perspektivenübernahme im Konflikt,
rigides Denken
Risikofaktoren im
sozialen Kontext
Elternschaft
- probl. Erziehungsverhalten
- dysfunktionale elterl. Kooperation
- (juristischer) „Krieg um das Kind“
- bewusste Schädigung d. anderen
(z. B. Verleumdung, Drohung)
- entfremdendes Verhalten/
Koalitionsdruck
Kindliche
Entwicklung
- interkulturelle Unterschiede
- Konflikt schürendes soziales Netz
(neue Partner, Familie, Freunde)
oder soziale Isolation
- parteiische professionelle Helfer
- akkusatorisches Rechtssystem
- strenge Moralvorstellungen
hinsichtlich Ehe und Trennung
Mediation mit Schiedsurteil,
Begutachtung, Schlichtung,
Gruppeninterventionen, Therapie,
unterstützend juristische
Beschlüsse und Anordnungen
- Verhaltensprobleme
- emotionale und soziale Probleme
- schulische Probleme
- somatische Beschwerden
- Loyalitätskonflikte
Whiteside, 1998
Seite 31
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Datenerhebung – Backup 1
Elternpersönlichkeit
Kontextfaktoren
Datenerhebung – Backup 2
Variablen
Skala
Cronbachs α
(Items)
Neurotizismus
BFI-10 (Rammstedt et al., 2004)
.56-.72 (2)
Negative
Attributionen
Eigenentwicklung
.69-.71 (10)
Verbundenheit
Kitsons Attachment
Scale (Kitson, 1982)
Elternbeziehung
Variablen
nach Ahrons (1981) und Maccoby
et al. (1991)
Koalitionsdruck
Eigenentwicklung
.80-.88 (14)
.68-.76 (4)
(Hahlweg, 1996)
Conflict Resol. Styles
Eskalierte
Konflikte
Inventory (Kurdek, 1994)
Selbst- und Fremdeinschätzung:
Verbale Aggression
Körperliche Aggression
Rückzug
Einlenken
Konstruktive Problemlösung
Soziale
Unterstützung
Fragebogen zur soz.
Unterstützung (Sommer &
Finanzielle
Knappheit
Skala aus Projekt FIE
! Querschnittsdaten, keine externen Beurteiler
Ì
.73-.84 (52)
.73-.81 (13)
Fydrich, 1991)
(Schwarz et al., 1997)
.89-.90 (7)
Seite 33
Dr. Sonja Bröning
Datenerhebung – Backup 3
Kindl.
Entwicklungsprobleme
Eigenentwicklung
Coparenting
Elternallianz
.84-.89 (4)
Cronbachs α
(Items)
Skala
PFB „Streitverhalten“
06.10.2008
Erziehungsverhalten
Seite 32
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Seite 34
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Coparenting
Variablen
Skala
Cronbachs α
(Items)
Erziehungsprobleme
Altersspezifisch: Skalen
aus dem APQ (Frick, 1991)
und Eigenentwicklung
.80-.81 / .75-.83
(19 / 19)
Verhaltensprobleme
Strengths & Difficulties
Questionnaire (Goodman,
Somatische
Beschwerden
Gießener
Beschwerdebogen
Probleme bei
der Trennungsbewältigung
Texas Revised Inventory
of Grief (Faschingbauer et al.,
(Projekt Minipanel)
Coparenting:
Solidarität in der Kindererziehung
Unterstützen oder Untergraben der Erziehung des
anderen Elternteils
Î Aufgabenteilung und –organisation
Î
Î
(van Egeren & Hawkins, 2004)
.88-.90 (29)
1997)
18 Monate nach der Trennung:
.73-.77 (13)
(Brähler, 1992)
conflictual
coparenting
.84-.85 (13)
1987)
~20%
cooperative
coparenting
~30%
~50%
parallel
coparenting
(Ahrons, 1981; Hetherington & Kelly, 2003; Sbarra & Emery, 2005)
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 35
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
Seite 36
6
Coparenting
Ebenen der Konflikteskalation
• anhaltende Coparenting-Konflikte der Eltern nach der
Trennung
3. Stufe
2. Stufe
= wichtiger Stressor für Kinder auf allen Altersstufen
= emotionale, soziale, schulische Probleme
1. Stufe
Zeitweilig gegeneinander
gerichtetes Reden und Tun
(Harold et al., 2007; Walper et al., 2004; Maccoby & Mnookin 1992)
• Wirkungsmechanismen elterlicher Konflikte auf die Kinder:
emotionale Sicherheit
Verletzendes Agieren
Ausweitung des
Konfliktfeldes
Radikale Distanzierung /
Kontaktvermeidung
Extreme Gefühle von Hass
und Verzweiflung
Kurze Konfliktepisoden
Chronischer Konflikt
Empathie vorhanden
Feindbild ausgeprägt
Emotionalität niedrig
Intensive Emotionen,
Ablehnung, Verletzungen
Neutrale Hilfsangebote
können genutzt werden
(emotional security hypothesis; Cummings &
Davies, 1994)
Beziehungskrieg – Kampf
um jeden Preis
Ziel der existenziellen
Schädigung des anderen
Rücksichtslose
Instrumentalisierung Dritter
Bündnisse mit Dritten
Eltern-Kind-Beziehung
(in Anlehnung an Alberstötter, 2006)
(spillover hypothesis; Davies et al., 2002)
Allianzen, Loyalitätskonflikte,
Kontaktprobleme
(Whiteside, 1998)
„cooperative“
(Buchanan, Maccoby & Dornbusch, 1991)
Seite 37
Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
Weitere Befunde
„conflictual“
= „hochstrittig“
Seite 38
Dr. Sonja Bröning
Weitere Befunde
(Interkorrelationen Paarstichprobe I)
Frauen
→
„midrange“
= „strittig“
06.10.2008
(Interkorrelationen Paarstichprobe II)
Frauen →
1
2
3
4
5
6
Männer ↓
1
2
3
4
5
Coparenting
.52***
-.28+
.06
.23
.19
Koalitionsdruck
Männer ↓
Neg.
Attributionen
.35*
-.37*
.41**
.17
.29*
-.27+
Verbundenheit
-.23+
.22
-.19
.09
-.15
.24+
Esk. Konflikt
.37*
-.14
.51***
.21
-.08
.03
Neurotizismus
-.07
.07
-.14
.11
-.36*
.18
Soz.
Unterstützung
.04
Finanz.
Knappheit
.15
-.19
.28+
-.17
-.10
-.20
-.30*
.46**
-.20
.36*
-.07
Anmerkung: Pearson-Korrelation, einseitige Testung, Signifikanzniveaus: +<.1, *≤.05,
-.69***
.38*
.03
.09
.02
Verhaltensprobleme
-.12
.11
.32+
.16
.06
Somat.
Beschwerden
.04
-.15
.14
.33+
-.05
Probl.
Trennungsbewältigung
-.27+
.03
.23
.13
.14
Anmerkung: Pearson-Korrelation, einseitige Testung, Signifikanzniveaus: +<.1, *≤.05,
**≤.01, ***≤.001; N=32-34
**≤.01, ***≤.001; N=32-34
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Dr. Sonja Bröning
06.10.2008
06.10.2008
Dr. Sonja Bröning
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Weitere Befunde
(Interkorrelationen Paarstichprobe III)
Frauen →
Elternallianz
Kindliche
Probleme
Erziehungsprobleme
Elternallianz
.29*
.16
.03
Kindliche Probleme
.09
.14
.15
Erziehungsprobleme
-.02
.05
.57***
Männer ↓
Anmerkung: Pearson-Korrelation, einseitige Testung, Signifikanzniveaus: +<.1, *≤.05,
**≤.01, ***≤.001; N=32-34
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