close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Akuttherapie des Schlaganfall- Was ist zu tun?

EinbettenHerunterladen
Akuttherapie des
SchlaganfallWas ist zu tun?
Priv.-Doz. Dr. med. C.G. Haase
Recklinghausen, den 18.03.2006
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Schlaganfallversorgungskette
Risikofaktoren
Laien, Ärzte, Med. Berufe,
Rettungspersonal
Aufklärung
Primärprävention
Hochdruck, Herzkrankheit, Diabetes
Fettstoffwechsel, Ernährung
Akuter Schlaganfall, TIA
Schlaganfallzentrum
Allg. Station
Reha
Stroke Unit
nach Hause
ausw. Krhs.
Sekundärprävention
Nachsorge
Int. Station
Pflegeheim
Rettungskette
Schlaganfallexpertise
Qualitätssicherung
Def.: Behandlungsziel
Arbeitsfähigkeit
Risiko/Nutzen
Nebenwirkungen, Dauer, Compliance
SHG, Sportgruppe,
Therapiegruppe, Beratung
z. B. Schlaganfallbüro
1
Laien – Leit - Linien
Symptome
Schwäche oder Gefühlsstörung
einer Körperseite
Plötzliche Sprachstörung Störung Sprache zu verstehen
Plötzliche Sehstörung zu einer Seite
– Doppelbilder Sehr starker erstmaliger Kopfschmerz
Plötzlicher Schwindel mit Gangunsicherheit
Haus/Notarzt-Erstkontakt
Ein Schlaganfall ist ein akuter Notfall!
-Notarzt sofort verständigenWas sollte der Patient/Angehörige zu Hause tun:
• für Ruhe des Betroffenen sorgen
• Fenster öffnen, enge Kleidung lockern
• in stabile Seitenlage bringen
• Zahnprothesen entfernen
• Puls- und Herzschlag kontrollieren
• Atemwege freihalten
• Medikamente/Pass bereitlegen
2
Notaufnahme
Notaufnahme der Klinik
• neurologisch- internistische Untersuchung
• Blutentnahme (BB-Gerinnung-E´lyte-Leber/CK/BZ)
• Messung von:
-
EKG
Blutdruck, Puls
Herzfunktion, klinisch
Blutzucker
Körpertemperatur
Flüssigkeitshaushalt, klinisch/Labor-technisch
• CCT – MRT-Schädel, einschl. Angiographie,
Diffusionswichtung, ggf Blut-sensitive
Sequenzen
• Arbeitsdiagnose/Klärung der Ursache !!!
Notaufnahme
Zuständigkeiten von Neurologe und
Internist in der Akutphase des Schlaganfalls
Neurologe
Differentialdiagnose zerebraler Krankheiten
(Mit-)Beurteilung der Bildgebung
Frühe ätiopathogenetische Zuordnung
Lyse-Indikation
Internist
EKG
Echokardiographie
Kontrolle der Basistherapie
Diagnose und Therapie von
Herzrhythmusstörungen
(Blutdruckbehandlung ist
meistens zu statisch und dem
Hirnprozess nicht angepasst)
Indikation zur Antikoagulation
Hochflexible RR-Behandlung
Hirndruckbehandlung
Indikation zur Dekompression
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
3
Notaufnahme
Eine Hemiparese ist noch lange kein
Schlaganfall – Differentialdiagnosen:
Intrakranielle Blutung,
Subarachnoidalblutung,Sinusvenenthrombose
Migraine accompagnée, Encephalitis,
Hirntumor, Hirnabszess, Epidurales bzw.
subdurales Hämatom, fokaler Anfall,
Toddsche Parese, hypertensive Krise, Multiple
Sklerose, Metabolische Enzephalopathie,
Neuritis vestibularis, Myasthenie, psychogene
Lähmung u.a.
Notaufnahme
Differenzierung Ischämie von
intrazerebraler Blutung
Klinisch nicht sicher möglich!
Schlaganfall-Ursachen:
1. Minderdurchblutung: ca. 80%
2. Einblutung: ca. 15%
3. Andere Ursachen: ca. 5%
4
Notaufnahme
Aufnahmekriterien Stroke Unit
NIHSS (National Institute of Health Stroke Scale)
Anwendung: Schlaganfall
Bereich: Wissenschaftliche Studien
Dauer: 10-15 Min.
Ergebnisbereich: 0-13 (je höher die Punktezahl, desto schwerer die Folgen des Schlaganfalles)
Kommentar: siehe unten
X- Wert nicht einsetzen, ergibt Fehlanzeige!
1. Frischer Schlaganfall (Zeitfenster < 24 h)
2. Wache bis somnolente Patienten
3. Fluktuierender oder progredienter Insult
(Zeitfenster auch > 24 h)
1a. Level of consciousness
0=alert and responsive
1=arousable to minor stimulation
2=arousable only to painful stimulation
3=reflex reponses or unarousable
1b. Level of consciousness, Questions:
Ask pt’s age and month. Must be exact.
0=Both correct
1=One correct (or dysarthria, intubated, foreign lang)
2=Neither correct
NIHSS
1c. Commands:
0=Both correct (ok if impaired by weakness)
open/close eyes, grip and release non1=One correct
paretic hand, (Other 1-step commands or
2=Neither correct
mimic ok)
2. Best Gaze:
Horizontal EOM by voluntary or Doll’s.
0=Normal
1=partial gaze palsy; abnl gaze in 1 or both eyes
2=Forced eye deviation or total paresis which cannot
be overcome by Doll’s.
3. Visual Field:
Use visual threat if nec. If monocular,
score field of good eye.
0=No visual loss
1=Partial hemianopia, quadrantanopia, extinction
2=Complete hemianopia
3=Bilateral hemianopia or blindness
0=Normal
4. Facial Palsy:
1=minor paralysis, flat NLF, asymm smile
If stuporous, check symmetry of grimace
2=partial paralysis (lower face=UMN)
to pain.
3=complete paralysis (upper & lower face)
5. Motor Arm:
arms outstretched 90 deg (sitting) or 45
deg (supine) for 10 secs. Encourage best
effort. Circle paretic arm in score box
0=No drift x 10 secs
1=Drift but doesn’t hit bed
2=Some antigravity effort, but can’t sustain
3=No antigravity effort, but even miminal mvt counts
4=No movement at all
X=unable to assess due to amputation, fusion, fx, etc.
6. Motor Leg:
raise leg to 30 deg supine x 5 secs.
0=No drift x 5 secs
1=Drift but doesn’t hit bed
2=Some antigravity effort, but can’t sustain
3=No antigravity effort, but even miminal mvt counts
4=No movement at all
X=unable to assess due to amputation, fusion, fx, etc.
7. Limb Ataxia:
0=No ataxia (or aphasic, hemiplegic)
check finger-nose-finger ; heel-shin; and 1=ataxia in upper or lower extremity
2=ataxia in upper AND lower extremity
score only if out of proportion to
X=unable to assess due to amputation, fusion, fx, etc
paralysis
8. Sensory:
Use safety pin. Check grimace or
withdrawal if stuporous. Score only
stroke related losses
0=Normal
1=mild-mod unilateral loss but pt aware of touch (or
aphasic, confused)
2=Total loss pt unaware of touch Coma bilateral loss
4. TIA‘s mit hohem Schlaganfallrisiko (Stenose
/Vorhofflimmern)
(Stenose/Vorhofflimmern)
5. Instabilität vitaler Parameter
6. Thrombolyse,
Thrombolyse, Antikoagulation
7. Neue Therapieverfahren (Randomisierung
(Randomisierung in eine Studie zur
Überwachung des Studienprotokolls und der möglichen
Nebenwirkungen)
Stroke Unit
Moderne Behandlungsmöglichkeiten
beim ischämischen Schlaganfall
Stroke Unit
Thrombolyse
Neuroprotektion
Antithrombotische Therapie
Hemikraniektomie
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
5
Wann systemische Lysetherapie?
Stroke Unit
<3h (-6h)
Time is Brain
nach 3h ???
• Diffusion vs.
Perfusion
¾Mismatch ?
• Aktuell: bis 4,5h
Systemische Fibrinolyse bei akuter Ischämie im
Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media
Stroke Unit
Einschlusskriterien:
Symptome, die sicher auf einen frischen Infarkt im
Mediaterritorium schließen lassen
Maximal 3h dauernde Symptomatik, sicher belegt
Mittelschweres neurologisches Defizit (NIHSS 7 – 23)
Unauffälliges CCT oder Infarktfrühzeichen in nicht mehr als
einem Drittel des betroffenen Mediaterritoriums
Bei fehlenden Kontraindikationen (s.u.) Indikationsstellung
zur i.v. Lyse mit rtPA
6
Ausschlusskriterien:
-Intrakranielle Blutung (aktuell; in der Vorgeschichte = relativer Ausschluß)
Stroke Unit
-Operationen, Biopsien oder Trauma in den letzten 14 Tagen
-Schweres Schädelhirntrauma oder zerebrale/spinale Operation in den letzten 3 Monaten
-Blutungen im Gastrointestinal- oder Harntrakt in den vorausgegangenen 21 Tagen
-Arterielle Punktion oder intramuskuläre Injektion an nicht komprimierbarer Stelle in den letzten drei Tagen
-Marcumar oder Heparin in den letzten 48h mit INR > 1,5 bzw. PTT > 40s
-Einnahme von ASS in einer Dosis von mehr als 1,3 g pro Tag während der letzten zwei Tage
-Erkrankung, die eine Rehabilitation massiv beeinträchtigen würde bzw. lebensbegrenzend ist: z.B.
vorbestehendes schweres neurologisches Defizit, vorbestehende Demenz, metastasierende Tumorerkrankung
-Klinisch oder radiologisch begründeter Verdacht auf intrazerebrales Aneurysma oder andere zerebrovaskuläre
Mißbildung
-Infraktfrühzeichen in mehr als einem Drittel des Mediaterritoriums
-Schwerste neurologische Symptomatik (NIHSS > 23) mit Bewusstseinsstörung
-Nur geringes neurologisches Defizit (NIHSS < 7)
-Spontane weitgehende Besserung der neurologischen Symptomatik vor Therapiebeginn (Achtung: bei
fluktuierenden Symptomen ggf. Zusatzdiagnostik, s.o.)
-Epileptischer Anfall bei Symptombeginn
-Diabetische hämorrhagische Retinopathie
-Medikamentös nicht beherrschbare Hypertonie (syst. > 190, diast. > 110 mmHg)
-Verdacht auf septisch bedingte Embolie
-Thrombozyten unter 100.000 μl
-Blutzucker < 50 mg/dl oder > 400 mg/dl
Stroke Unit
Vorgehen im Akutfall
CT
Blutung
Ischämie
<3h
3-6 h
>6h
VerschlussVerschlussnachweis
MRTMRTMismatch
Kein
Mismatch
Syst. Lyse
Lokale Lyse
Keine Lyse
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
7
Stroke Unit
Praktisches Vorgehen:
-Notfalluntersuchung: gezielt auf Ein- Ausschlußkriterien achten, NIHSS, Anamnese wenn
möglich auch von Angehörigen mit gezielten Fragen nach Zeitpunkt des stroke (siehe Ein- und
Ausschlusskriterien), Blutentnahme (BB, Enzyme, INR, PTT, AT3) über venösen Zugang (mögl.
großvolumig)
-Notfall CT, OA benachrichtigen, Entscheidung zur Lyse absprechen
-Während CT mit Angehörigen reden, Ziele – Risiken ansprechen, Gründe für eine
Entscheidung zur Lyse erläutern
-Wenn apparative Zusatzdiagnostik erforderlich (Rücksprache mit OA, s.o.): MRT mit diffusionsund perfusionsgewichteten Sequenzen sowie MR - Angiographie (möglichst Aortenbogen bis
Hirnbasis) alternativ Spiral-CT mit Perfusions-CT (Befundinterpretation und Entscheidung
für/gegen Lyse durch OA vor Ort)
-Vor dem Transport zur Stroke unit telefonische Ankündigung der bevorstehenden
Lysetherapie, Actilyse (gewichtsadaptierte Dosis) vorbereiten lassen.
-Aufnahme Stroke unit
-Actilyse 0,9 mg/kg KG i.v.; 10% als Bolus,
Bolus, dann Rest über 1h über Perfusor
-RR maximal 190/100 mmHg
-Kein ASS / Clopidogrel (absetzen/pausieren)
-Heparin mit 10.000 IE/die nach 12h
-Heparin nach PTT frühestens nach 24h
-Indikation zur frühen Antikoagulation individuell entscheiden
-Verlaufs – CCT (MRT) am folgenden Tag, bei deutlicher Verschlechterung sofort
Lyse: Ergebnisse 1 Jahr nach Behandlung
NINDS Plazebo
Köln Lyse
50
30
~ 15% =
41
40
28
24 25
20
1/7
28
21 19
15
10
0
Minimale/leichte
Mäßige
Behinderung Behinderung
Schwere
Behinderung
Tod
8
Anhaltszahlen für das intrahospitale
Schlaganfall- Management => NNT
Adjustierte Odds ratio
10 Minuten
25 Minuten
60 Minuten
doordoor-toto-doctor
doordoor-toto-CT
doordoor-toto-needle
Effektivität/Zeit
4,0
3,5
3,0
2,5
NINDS
2,0
1,5
ECASS I + II
1,0
ATLANTIS
0,5
0
60
90
120
150
180
210
240
270
300
330
360
Dauer Schlaganfall - Beginn bis Behandlung
(onset to treatment time, OTT) (min)
OR/NNT kombinierter Endpunkt (mRS
(mRS ≤ 1, NIHSS ≤ 1, BI ≥ 95)
0-90 min: OR 2,8; NNT≈
91NNT≈4
91-180 min: OR 1,5; NNT≈
NNT≈9
181271181-270 min: OR 1,4; NNT≈
NNT≈21
271-360 min: OR 1,2; NNT≈
NNT≈45
Brott et al., Lancet 2004;363:7682004;363:768-774.
Nebenwirkungen-Lyse
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Stroke Unit
Blutungen- insbesondere nach Traumata/CPR/OPs
- intrakraniell insbesondere bei Älteren
- nach ASS
- in Zusammenhang mit Antikoagulation/
TAH 24h um Lyse herum
- Blutdruckabfall
Reperfusionskomplikationen:
- kardiale Arrhythmien; Hirnödem
Anaphylaxie - Sonderform in 2-5%: kontra-laterales
Hemi-Oro-linguales angioneurotisches Ödem
- unter ACE-Hemmer (RRisk 14%)
Bradykinin-Abbau gehemmt
- Körpertemperaturerhöhung
9
Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlaganfallregister (ADSR)
Stroke Unit
Wenig Erfahrung = mehr Tote?
•Daten von 1.658 Schlaganfallpatienten aus deutschen
Schlaganfallregistern zwischen 2000 und 2002
•Prüfung der Assoziation von Mortalität und Zahl der
durchgeführten Lysen pro Haus
•Beobachtung: Inverse Korrelation der Anzahl durchgeführter
Lysen pro Haus mit der Sterblichkeit
(OR 0,97; 95 % KI 0,960,96-0,99 pro behandeltem Patient und Jahr)
• Jede durchgeführte Lyse senkt das Letalitätsrisiko um 3 % ?!
•Letalität:
< 6 Pat.
= 13,4 %
•
6-15 Pat.
= 11,5 %
•
> 15 Pat.
= 7,1 %
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
JAMA 2004;292:18312004;292:1831-38.
Arbeitsgemeinschaft deutscher Schlaganfallregister (ADSR)
Stroke Unit
Wenig Erfahrung = mehr Tote! - Warum?
•Das Lyseergebnis ist abhängig vom Schweregrad des Schlaganfalls
•Erfahrung: „Unerfahrene Häuser“ lysieren schwerer erkrankte Patienten
→ Wie wurde die Schwere der Symptome erfasst?
Erfasst wurden lediglich:
• Schwäche/Parese
Schwäche/Parese
• Aphasie
• Dysarthrie
• Eingeschränkte Bewusstseinslage
→ Keine aussagefähigen neurologischen Scores im
Datenmaterial vorhanden!
JAMA 2004;292:18312004;292:1831-38.
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
10
Stroke Unit
Organisationsabläufe einer Stroke Unit
Aufnahme so früh wie möglich
Organisation des Rettungsdienstes
Spezialisiertes Personal
Unmittelbare Diagnose
Moderne Behandlungsstrategien
Kurzer Krankenhausaufenthalt
Frühe PhysioPhysio- und Sprachtherapie
Möglichkeit einer frühen Rehabilitation
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Behandlung – Monitoring
Thromboseprophylaxe
Gewichtsadaptiert
Ernährung
Katabolie vermeiden
früh enteral ernähren
Bilanzierung
Dehydration vermeiden
OPS 8-981*
Blutdruck & Puls (1*&2*)
140/80 <RR<200/120 <100/min
Respiration (3*+4*)
O2-Sättigung > 95%, Frequenz <20/min
EEG (5) & EP (6)
Liquordruck (7)
Blutzucker
Ziel: 80-150mg%
Elektrolytstörung
langsam ausgleichen
Körpertemperatur (8*)
< 37,5o C, ggf Kühlung
Kardiale Arrhythmie (AA/VT)= EKG (9*)
Überwachung/Digitalisieren/Heparinisierung
11
Bedeutung der Körpertemperatur
beim akuten Schlaganfall
Schlechtes Outcome
(Tod oder SSS < 30)
100
Hyperthermie
Normothermie
Stroke Unit
Hypothermie
80
60
40
20
0
Sehr schwer
0-14 Punkte
Schwer
1515-29 Punkte
Moderat
3030-44 Punkte
Gering
4545-58 Punkte
Initialer Schweregrad des Schlaganfalls (SSS)
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Lancet 1996;347:4221996;347:422-25.
Stroke Unit
Prognose-Indikatoren
Multivarianzanalyse, signifikanter Effekt auf ungünstiges Outcome
(Rankin 4-6)
Odds ratio
Aspirationsprophylaxe
0,64 (0,31(0,31-0,88)
Frühe Magensonde/PEG
0,56 (0,34(0,34-0,82)
SchlaganfallSchlaganfall-Progression
1,18 (1,03(1,03-13,7)
Pulmonaler Infekt
1,27 (1,18(1,18-5,21)
Dehydratation
1,25 (1,12(1,12-3,64)
Stroke Unit Versorgung
0,75 (0,44(0,44-0,96)
0,1
Prognose besser
Lancet 2001;358:15862001;358:1586-92.
1,0
10,0
Prognose schlechter
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
12
Stroke Unit
Patienten profitieren !!!
Risiko von Tod und dauerhafter Behinderung
reduziert um 40%
Patienten mit schweren Schlaganfällen
profitieren am meisten (OR 0.17)
weniger leichte Schlaganfälle und
Patienten <75 Jahre (OR 0.66)
Jorgensen et al. Stroke 2000:31 434
Spezielle Diagnostik
Stroke Unit
•
•
•
•
cCT 24-Std.
cCT-Angiographie 24-Std.
Extra+transkranieller Doppler 24-Std.
MRT 24-Std.
- mit Diffusions- / Perfusionsmessung
• Zerebrale Angiographie 24-Std.
• Monitoring
•
•
•
•
EKG kontinuierlich
RR 10-30 minütl.
P/SO2 kontinuierlich
EEG
13
Randomisierte Studie zum
apparativen
Monitoring der Stroke UnitPatienten
Stroke Unit
Konzept: Strenges Monitoring von Temperatur, Hypoxie, Hypotension und
Arrhythmie schützt vor Sekundärschäden
Grundversorgung plus
multidisziplinärer Ansatz
n=27
Stroke Care
Monitoring Unit
n=27
Konventionelle
Stroke Unit
3-Monats-Outcome
schlecht (mRS, BI)
26% (7)
48% (13)
p=0,15
Mortalität
3,7% (1)
25,9% (7)
OR 0,11 (0,02-0,96)
p=0,05
Niederländische Pilotstudie Stroke 2003;34:101-104.
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Zuständigkeiten von Neurologe und
Internist in der Subakutphase des Schlaganfalls
Neurologe
Beobachtung der Verlaufsdynamik
Klinisches Bild
Veränderung des Gefäßprozesses
Änderungen der Bildgebung
Neurophysiologische Funktionsdiagnostik
Internist
Behandlung internistischer
Komplikationen
Pneumonie
Venenthrombose
Herzrhythmusstörungen
Metabolische Entgleisungen
Therapieresistenter Hochdruck
(z. B. renovaskulär)
Neuropsychologie
Überwachung der physikalischen Therapie
Indikation und Überwachung der Logopädie
Prognosebeurteilung
Definition der Reha-Ziele
Festlegung der Sekundärprophylaxe
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
14
i.v. Thrombolyse bei
Basilarisverschluss
Neurol.
Neurol. Defizit
(0(0-1) (2)
i.v. 3 Monate
8
(3)
14
Tod
(4(4-5)
12
40
28
2004
i.v. 1 Jahr
14
Kontrolle
14
16
4
20
46
86
1988
i.a.
7
23
70
Prozentwerte
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
JAMA 2004;292:18622004;292:1862-66.; Stroke 1988;19:12161988;19:1216-22.
OP bei ISH – Metaanalyse über
8 kontrollierte Studien
Untersuchtes Outcome:
Outcome: Tod oder Abhängigkeit
Mc Kissock (1961)
Auer (1989)
Juvela (1989)
Batjer (1990)
Chen (1992)
Morgenstern (1998)
Zuccarello (1999)
Teernstra (2001)
Mendelow
Gesamt (95 % KI)
OP
n/N
Kontrolle
n/N
Peto OR
95 % KI
71/89
28/50
25/26
6/8
40/64
8/15
4/9
33/36
346/468
60/91
37/50
21/26
11/13
31/62
11/16
7/11
29/33
378/496
2,00 (1,04; 3,86)
0,46 (0,20; 1,04)
4,39 (0,81; 23,65)
0,55 (0,06; 4,93)
1,66 (0,82; 3,34)
0,53 (0,13; 2,21)
0,48 (0,09; 2,69)
1,51 (0,32; 7,12)
0,89 (0,66; 1,19)
765
798
1,00 (0,80; 1,26)
0,1 0,2
0,5
Behandlung besser
Lancet 2005;365:3872005;365:387-97.
1
2
Peto OR
(95 % KI)
5
10
Kontrolle besser
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
15
Therapeutische Schwerpunkte
Stroke Unit
Intensivstation
Blutdruckstabilisierung
++
+
Glukosenormalisierung
++
+
Normocapnie,
Normocapnie, Normoxie
++
+
Normothermie
++
+
Heparin
++
+
Lyse
++
++
Hirndrucktherapie
+
++
Beatmung
-
++
HypertensivHypertensiv-hypervol.
hypervol. Therapie
+
++
Dekompressionsop.
Dekompressionsop.
-
++
Hypothermie
-
++
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Kardiale Emboliequellen (nach Hart)
Hohes Embolierisiko
Mechanische Herzklappe
Mitralstenose mit AA
LinksLinks-atrialer bzw. -ventrikulärer Thrombus
Sick Sinus Syndrom
Myokardinfarkt < 4 Wochen
Dilatative Kardiomyopathie
Segmentale linkslinks-ventikuläre Akinesie
Vorhofmyxom
Infektiöse Endokarditis
Hart RG, Lancet 1992;339:5891992;339:589-594.
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
16
Kardiale Emboliequellen (nach Hart)
Mittleres Embolierisiko
Mitralklappenprolaps,
Mitralklappenprolaps, Mitralringverkalkung
Mitralstenose ohne Vorhofflimmern
LinksLinks-atriale Turbulenzen
VorhofseptumVorhofseptum-Aneurysma
Offenes Foramen ovale
Vorhofflattern, isoliertes Vorhofflimmern
Bioprothese
Segmentale linkslinks-ventrikuläre Hypokinesie
NichtNicht-bakterielle thrombotische Endokarditis
Herzinsuffizienz
Myokardinfarkt > 4 Wo < 6 Mo
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Hart RG, Lancet 1992;339:5891992;339:589-594.
Hämophilie-Diagnostik
PTT, INR, TZ, Thrombozyten
aPTT,
aPTT, Fibrinogen,
Fibrinogen, AT III
Protein C, Protein S
AntiphospholipidAntiphospholipid-Antikörper
– ACA, LA, antianti-ß2ß2-GP I - AK
APCAPC-Resistenz, ggf. Faktor V Leiden
ProthrombinProthrombin-Mutation
Homocystein
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
17
Vaskulitis-Diagnostik
CRP
ANA
dsds-DNA
Lupusantikoagulanz
Zirkulierende Immunkomplexe
p- und cc-ANCA
Kryoglobuline
Komplement C3 und C4
DEUTSCHE
SCHLAGANFALL-GESELLSCHAFT
Risikofaktoren
18
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
7
Dateigröße
6 618 KB
Tags
1/--Seiten
melden