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Da kommt noch was - Eurogreen

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Aus der Forschung für die Branche
Ausgabe: 1/2012
EDITORIAL
INHALT
Da kommt
noch was
EDITORIAL
In der Welt des Sportrasens bewegt
sich viel:
• Die Ausstattung der Rasendünger
mit Ureasehemmer steigert die
Düngereffektivität durch die Vermeidung von Stickstoffverlusten.
• Die Diskussionen um den Einsatz
von „Natur- oder Kunststoffrasen“
geht in die Lösungsrichtung des
Hybridrasens und somit pro Natur.
Beides sind neue Entwicklungen, die
durch einen deutlichen Kostenvorteil
für den Anwender und einen weiteren Schritt zu mehr Verantwortung
für die Umwelt überzeugen.
Thomas Peters
Geschäftsführer
EUROGREEN GmbH
Liebe Leserinnen und Leser,
seit April dieses Jahres rüstet EUROGREEN
exklusiv einen großen Teil seiner Rasendünger
mit Ureasehemmer aus. Wir vermeiden damit
die Entstehung von Ammoniakgas aus Harnstoff und den Stickstoffverlust nach der Ausbringung. Kein anderes Produkt auf dem europäischen Markt bietet diese Innovation, die
eine deutliche Verbesserung der Effektivität
und einen deutlichen Kostenvorteil für den
Anwender bedeutet und erneut unsere Verantwortung für die Welt, in der wir leben, zeigt. –
Dem versuchen wir auch in einem weiteren
Artikel in dieser Ausgabe Rechnung zu tragen:
Die Schonung der Ressource „Wasser“ bei
einer der wichtigsten Pflegemaßnahmen auf
Rasen, der Beregnung.
Doch wir arbeiten noch weiter an der Zukunft:
In den vergangenen Jahren wurden z.T. harte
Diskussionen um das Thema „Rasen oder
Kunststoffrasen“ geführt. Als Rasenspezialisten
haben wir dazu natürlich eine klare Meinung
vertreten, obwohl wir auch immer akzeptiert
haben, dass bei extremer Belastung der Kunststoffrasen durchaus seine Berechtigung hat.
Wir haben aber auch unsere Kunden verstanden. Das Schild „Sportrasen betreten verboten“ muss verschwinden. Um dieses Ziel weitestgehend zu erreichen, können wir heute
einen erfreulichen Zwischenstand vermelden:
Die nahezu abgeschlossene Entwicklung eines
echten Hybridrasens. Fest verwebte Kunstra-
senfäden, die eine fantastische Scherfestigkeit bieten und häufiger und hoher Belastung
standhalten. Naturrasen, der dem Fußballspieler seine gewohnten und nötigen Spielfeldeigenschaften bietet. Beides vereint in einem
leicht zu verlegenden, zu pflegendem und zu
tauschendem System – wie Teppichboden.
Den Abschluss unserer Entwicklung werden
wir bereits auf der Messe GaLa-Bau in Nürnberg und im nächsten Newsletter „Rasenwelten“ präsentieren.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihr
Thomas Peters
Beregnung von Sportflächen (Teil 1)
Die Beregnung von Sportplätzen ist spätestens
in jedem Sommer ein Thema. Immer wieder
stellen sich die Fragen: Wann wird beregnet,
wie viel Wasser ist wirklich notwendig, brauchen Tennen- und Kunststoffrasenplätze
überhaupt Wasser?
Die DIN 18035-2 – Bewässerung – trifft hierzu
klare Aussagen:
• Rasenflächen benötigen eine Beregnung zur
Vermeidung von Trockenschäden und zur
ausreichenden Narbenregeneration.
RASENPFLEGE
• Tennenflächen müssen feucht gehalten werden, damit Staub gebunden und die Scherfestigkeit gesichert wird. Dies gilt übrigens
auch für spielfreie Zeiten.
• Kunststoffrasenplätze werden durch die
Bewässerung an der Oberfläche gleitfähiger und die Feuchtigkeit hält die Verfüllung
stabil. Die Bewässerung erfolgt hier nur zur
Nutzung. Bei den beiden letztgenannten
Platzarten wird gleichzeitig auch der Verschleiß des Belages reduziert.
(Fortsetzung: Seite 2)
1/2
Beregnung von
Sportplätzen (Teil 1)
Vor allem freuen wir uns aber darüber, dass
wir damit einen weiteren, großen Beitrag zur
Umweltverantwortung leisten können. Ein
Sportplatz bleibt damit ein Sauerstoffproduzent, legt CO2 fest, bindet Staub und beeinflusst positiv die Luftfeuchtigkeit und die Oberflächentemperatur. Ein Sportplatz erhält damit
ein Stück Natur in unserer mehr und mehr
durch Verkünstlichung geprägten Welt. Ein
Sportplatz darf weiter nach Rasen riechen.
Und Fußball weiter seinen faszinierenden
Charakter behalten.
RASENPFLEGE
Dr. agr. Harald Nonn, Rasenforschung EUROGREEN
1
Da kommt noch was
Ob Rasen, Tenne oder Kunststoffrasen - ausreichende Bewässerung ist
notwendig. Gerade im Sommer ist
die Bewässerung ein heißes Thema.
Wer weiß, wie oft, wann und in welchen Mengen das Wasser den Sportflächen zugeführt werden muss, sorgt
nicht nur für deren Instandhaltung
sondern spart auch richtig Geld.
Der 1. Teil des Berichtes befasst
sich mit der Beregnung von RasenSportflächen.
,
RASENFORSCHNUNG
3/4
Vermeidung von Stickstoffverlusten auf Rasenflächen
Nicht alles was bei der Düngung
dem Rasen an Stickstoff zugeführt
wird, kommt auch den Gräsern zugute. Die Ursachen dafür heißen NAuswaschung und N-Verflüchtigung.
Gerade Sportflächen haben einen
hohen Stickstoffbedarf, denn ohne
ausreichenden Stickstoff lässt sich
keine belastbare Sportrasennarbe
erhalten. Stickstoffverluste sind hier
sowohl aus ökologischen als auch
ökonomischen Überlegungen nicht
vertretbar. – Erfahren Sie in diesem
Bericht wie durch die Auswahl geeigneter Dünger, Stickstoffverluste
reduziert werden können.
IMPRESSUM
EUROGREEN GmbH Ein Unternehmen der
Industriestraße 83 - 85
D-57518 Betzdorf
Tel.: + 49 2741 281 555
Fax: + 49 2741 281 344
eMail: info@eurogreen.de
Web: www.EUROGREEN.de
RASENPFLEGE
Fortsetzung von Seite 1:
Beregnung von Sportflächen
Beregnung von Rasensportplätzen
Rasengräser bestehen zu fast 90 % aus Wasser. Ohne ausreichende Wasserversorgung
brechen die Stoffwechselvorgänge zusammen
und das Gras vertrocknet. Bei der Ermittlung
des Wasserbedarfs spielen Bauweise, Witterung und Nutzung die Hauptrollen. Tabelle 1
zeigt die starke Abhängigkeit des Wasserverbrauchs von der Höhe der Temperatur.
1
Wasserverbrauch von Rasenflächen
(Quelle: DIN 18035-2)
Tageshöchsttemperatur
°C
a
Wasserverbrauch
mm/Tag
> 30
>5
25 bis 30
3 bis 4
20 bis 25
2 bis 3
15 bis 20
<2
a
Diese Verbrauchswerte beziehen sich auf mehrstündige
Tageshöchsttemperaturen. Sie werden relativiert durch
Luftfeuchte und Luftbewegung.
Das im Boden verfügbare Wasserreservoir
hängt entscheidend von Bodenaufbau und
Wurzeltiefgang ab. Je sandiger der Boden und
je flacher die Wurzeln desto weniger Wasser
steht den Gräsern zur Verfügung. Somit kann
es bei hohen Temperaturen schon nach 1 bis
2 Tagen zu Trockenschäden kommen. Mehr
Wasser speichern Böden mit höheren Schluffund Tonanteilen, wobei auf diesen Böden die
Wasserdurchlässigkeit meist nicht ausreichend
ist. Tiefer wurzelnde Gräser wie z.B. Lolium
perenne und Poa pratensis können Trockenheit länger schadlos überstehen als die Flachwurzler Poa annua und Poa trivialis. Die richtigen Gräser sowie eine tiefe und intensive
Durchwurzelung bieten daher gute Voraussetzungen für eine ressourcenschonende Wasserversorgung.
Der optimale Zeitpunkt
Er liegt bei Rasenflächen kurz vor Welkebeginn der Gräser. Bis zu diesem Zeitpunkt haben
die Wurzeln den Wasservorrat im Boden ausgeschöpft und bleiben in der Tiefe. Der Pflanzenbestand zeigt erste Welkesymptome (schlaffes Blatt, leichte Blau-Graufärbung). Jetzt ist
der richtige Zeitpunkt zum Beregnen. Grundsätzlich wird während der Nacht oder in den
frühen Morgenstunden beregnet. Verdunstungsverluste und Windabdrift sind dann gering. Die Beregnung ist bei Rasensportplätzen
und Tennenflächen spätestens 4 h vor Benutzung zu beenden, um die Tragfähigkeit des
Spielbelags nicht einzuschränken.
2
Die regelmäßige Kontrolle der Regner vermeidet Trockenschäden.
Häufigkeit und Menge
Grundsätzlich gilt für die Beregnung: Lieber
selten mit ausreichenden Wassergaben als oft
mit geringen Mengen. Die Häufigkeit hängt
von der Bodenart und dem Pflanzenbestand
ab. Bei sandigen Böden und bei flach wurzelnden Gräsern muss in kürzeren Abständen beregnet werden als bei lehmigen Böden und
tiefer Durchwurzelung. Wichtig ist, dass die
Wassermenge zur wurzeltiefen Befeuchtung
ausreicht. Nur dann bleiben die Wurzeln in
tieferen Bodenschichten und die Gräser ausreichend scherfest. Bei Beregnung mit zu
wenig Wasser verflacht das Wurzelwerk. Diese
Zusammenhänge werden in der Beispielrechnung verdeutlicht.
Da die natürlichen Niederschläge in Deutschland unterschiedlich verteilt sind, sind auch
die Jahresmengen an Beregnungswasser regional verschieden. Tabelle 2 zeigt den Zu2
Jährlicher Bedarf an Beregnungswasser
auf Rasenflächen in Abhängigkeit von
den natürlichen Niederschlägen
(Quelle: DIN 18035-2)
Niederschlagsvorkommen
reich
mittel
gering
sehr gering
Niederschlags- Beregnungswassermenge in mm/Jahr bedarf in mm/Jahr
über 900
700 bis 900
500 bis 700
unter 500
0 bis 75
75 bis 150
150 bis 250
über 250
sammenhang zwischen Niederschlags- und
Beregnungsmengen.
Kontrolle und Tipps zum Wassersparen
Eine einfache, aber wirksame Kontrolle der erforderlichen Beregnungsdauer und der richtigen Wassermenge erfolgt durch die Spatenprobe. Mit ihr wird die Eindringtiefe des Wassers festgestellt. Natürlich hilft auch eine
Wasseruhr bei der Überprüfung der ausgebrachten Wassermenge. Die Überprüfung der
Wasserverteilung auf dem Platz kann mit
mehreren Regenmessern erfolgen. Wer diese
nicht zur Hand hat, dem helfen auch flache
Schalen, die das Wasser auffangen. Jeder mm
Wasser in der Schale entspricht dabei 1 Liter
pro m2. Wasser sparen kann man durch einen
Regenwächter, der im Falle von Regen bei
zeitgesteuerten Beregnungsanlagen den Beregnungsgang unterbricht. Eine zusätzliche
Kaliumdüngung vor dem Sommer lässt die
Gräser sparsamer mit Wasser umgehen und
das Anheben der Schnitthöhe im Sommer
um 1 bis 2 cm spart ebenfalls Wasser.
Im nächsten Newsletter werden die Anforderungen an die Qualität des Beregnungswassers und die Beregnung von Tennen- und
Kunststoffrasenplätzen vorgestellt.
Quellen und Literatur: www.eurogreen.de
Beispielrechnung für eine fachgerechte Beregnung
Ein Rasensportplatz hat eine Fläche von 7.500 m2. Die Durchwurzelungstiefe liegt bei 10 cm
Tiefe. Das für die Gräser verfügbare Wasserspeichervermögen der Rasentragschicht beträgt pro m2 bis in 10 cm Tiefe etwa 12 Liter (= mm). Diese Größe kann näherungsweise aus
der Bodenart abgeleitet werden. Der tägliche Wasserbedarf der Gräser liegt im Mittel bei
etwa 4 l pro m2 (= mm) täglich.
Bei dem angenommenen Wasserverbrauch reicht das in der Rasentragschicht für die Gräser erreichbare Wasser für etwa 3 Tage. Wenn in dieser Zeit der natürliche Niederschlag
ausbleibt, muss der Rasen beregnet werden, damit keine Trockenschäden entstehen.
Wird nach 3 Tagen beregnet, muss der gesamte durchwurzelte Horizont durchfeuchtet
werden. Hierfür ist bei 7.500 m2 rein rechnerisch eine Wassermenge von 90 m3 erforderlich. Unter Berücksichtigung von Verlusten (Windabdrift, Verdunstung während der Beregnung, Rasenfilz etc.) kann man von 100 m3 ausgehen.
Bei 10 Beregnungsgängen im Jahr werden somit 1.000 m3 Wasser verbraucht. Je nach
Wasserpreis bedeutet dies zum Teil mehrere Tausend Euro im Jahr. Auch aus diesem
Grund ist es wichtig, richtig zu beregnen und sparsam mit Wasser umzugehen.
Aus der Forschung für die Branche
RASENFORSCHUNG
Vermeidung von Stickstoffverlusten auf Rasenflächen
Dr. agr. Rainer Albracht, Rasenforschung EUROGREEN
Je nach Nutzungsintensität und Bauweise
haben Rasensportplätze mit ca. 20-30 g N/m2
und Jahr einen relativ hohen Stickstoffbedarf,
ohne eine ausreichende Stickstoffdüngung
lässt sich keine belastbare und funktionsfähige
Sportrasennarbe erhalten. Auch wenn der für
die Produktion von mineralischen Stickstoffdüngern erforderliche Luftstickstoff in nahezu
unbegrenzter Menge vorhanden ist, werden
für die Produktion, den Transport und die Ausbringung von Stickstoffdüngern erhebliche
Energiemengen und damit begrenzte fossile
Rohstoffe benötigt. Zusätzlich ist eine Belastung der Umwelt durch Stickstoff, der aus dem
Sportrasen in die Luft oder in das Grundwasser ausgetragen wird, zu vermeiden. Neben
den ökologischen zwingen auch ökonomische
Gründe den Sportplatzbetreiber zu einem möglichst effizienten Umgang mit Stickstoffdüngern. Der folgende Beitrag stellt die wesentlichen Stickstoffverluste bei der Rasendüngung dar (Abb. 1) und zeigt auf, wie durch die
Auswahl geeigneter Dünger, die Stickstoffverluste reduziert werden können.
Abb. 1: Stickstoffverluste bei der Düngung
von Rasenflächen
Auswaschverluste
Stickstoff wird hauptsächlich als Nitrat ausgewaschen, da Nitrat nur in geringem Maße an
den Bodenaustauschern sorbiert wird (ANDRE
1986). Besonders auf sandigen Rasentragschichten mit hoher Wasserdurchlässigkeit
wird der im Bodenwasser gelöste Nitratstickstoff mit dem Sickerwasser in Schichten unterhalb des Wurzelhorizontes bzw. in die Drainschicht verlagert. Aus diesen Bereichen kann
er nicht mittels kapillarem Aufstieg zurück in
den Wurzelraum gelangen und von den Gräsern aufgenommen werden. Abgesehen von
dem Stickstoffverlust ist auch die Belastung
des Grundwassers mit Nitrat ein weiterer negativer Aspekt.
Auf wassergesättigten Böden wurden nach
Regenfällen von 15-20 mm (= Liter pro m2) bis
zu 90 % eines schnelllöslichen Düngers in
Form von Nitrat aus dem durchwurzelten Bodenhorizont in tiefere Bodenschichten verlagert
(MEHNERT 1986). In seinem Überblick über
den Verbleib von Stickstoffdüngern auf Rasenflächen berichtet PETROVIC (1990) von Auswaschungsverlusten von bis zu 84 % der gedüngten Stickstoffmenge. Diese extrem hohen Verluste treten jedoch nur bei der Verwendung von
schnelllöslichen Stickstoffformen und nach
starken Niederschlägen z. B. in der Etablierungsphase bei Neuansaaten, bei lückiger
Rasennarbe, außerhalb der Vegetationsperiode
und bei überhöhter N-Düngung auf. In einem
Langzeitversuch von 1998-2009 wurden bei
Stickstoffmengen von 24,4 g N/m2 und Jahr
Nitratgehalte von bis zu 50 mg im Sickerwasser gefunden (NUS 2012). Unter Praxisbedingungen werden beim Einsatz von schnelllöslichen Stickstoffdüngern Auswaschungsverluste zwischen 10-23 % der gedüngten NMenge als realistisch angesehen (BROWN et
al. 1982, JOHNSTON et al. 2003). Im Gegensatz zu Nitrat werden Ammonium und Harnstoff nur in geringem Maße mit dem Sickerwasser verlagert (CZERATZKI 1973, JOHNSTON et al. 2003), allerdings werden diese
Stickstoffformen im Boden zu Nitrat umgewandelt, so dass zu hohe Gaben dieser Formen vermieden werden sollten. Zahlreiche
Untersuchungen haben gezeigt, dass durch
den Einsatz von Düngern mit Langzeitstickstoff die Nitratauswaschung wirksam reduziert
werden kann (HOCHMUTH et al. 2009).
Die EUROGREEN Rasenlangzeitdünger enthalten keinen auswaschungsgefährdeten Nitratstickstoff und durch die spezielle Umhüllung des Harnstoffs wird der Stickstoff über
einen längeren Zeitraum gleichmäßig und bedarfsgerecht an die Gräser abgegeben. Somit
kommt es nicht zu übermäßigen Nitratanreicherungen im Boden, die mit dem Sickerwasser ausgewaschen werden könnten. Dies zeigen auch mehrjährige Auswaschungsversuche
an der Lehr- und Versuchsanstalt für Grünlandwirtschaft und Futterbau in Paulinenaue.
Der Parallelversuch erfolgte auf unseren Versuchsflächen am Standort Betzdorf. Die Bodenproben wurden getrennt nach Rasentragschicht (0-15 cm) und Unterbau (15-40 cm)
auf Nmin-Stickstoff untersucht. Die Untersuchungsergebnisse wiesen an allen Terminen
sehr geringe und für die Praxis nicht relevante
Nmin-Gehaltswerte aus. Auch in diesem Versuch hatte die ungedüngte Variante zeitweise
die höchsten Nitratgehalte in der Rasentragschicht. Sie war jedoch aufgrund der hohen
Narbendichte nicht kritisch einzustufen und
nicht auswaschungsgefährdet.
Auch Untersuchungen an der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt
(LUFA) in Bonn haben bei Versuchen in Mitscherlichgefäßen im Freiland gezeigt, dass es
nach einer Düngung mit Kalkammonsalpeter
bei Regengüssen zu Auswaschungen in bedenklicher Höhe kommen kann. Bei den mit
umhüllten Langzeitdüngern gedüngten Gefäßen kam es in keinem Fall zu einer nennenswerten N-Auswaschung. Hier lagen die Nitratgehalte in Summe sogar unterhalb der ungedüngten Variante, die mit unbewirtschafteter
Natur zu vergleichen ist (s. Abb. 2).
Abb. 2: Nitratgehalte (mg/l) im Sickerwasser bei unterschiedlicher Düngung (LUFA Bonn)
Gasförmige Stickstoffverluste
Bei der Düngung von Rasenflächen mit Harnstoff kann es zu erheblichen Stickstoffverlusten
in Form von Ammoniakverflüchtigung kommen,
auf Rasen wurden in Versuchen gasförmige
Stickstoffverluste von bis zu 60 % gemessen.
TITKO et al. (1987) und WISSEMEIER et al.
(2009) haben in Gefäßversuchen ohne Pflanzenbestand sogar Stickstoffverluste von bis zu
80 % gemessen. Unter Freilandbedingungen
werden Verluste zwischen 10-35 % als realistisch angesehen (TORELLO et al. 1983,
KNIGHT et al. 2007).
Der Harnstoff wird im Boden durch das Enzym
Urease in Ammoniak und Kohlendioxid aufgespalten. Dabei kommt es zu einem Anstieg des
pH-Wertes in dem Bereich um das Harnstoffkorn, so dass sich verstärkt Ammoniak bildet.
(Fortsetzung: Seite 4)
3
Aus der Forschung für die Branche
Fortsetzung von Seite 3:
Vermeidung von Stickstoffverlusten
auf Rasenflächen
Dieses entweicht in die Luft und steht der
Pflanze nicht mehr für die Ernährung zur Verfügung. Hohe Temperaturen, Luftfeuchte und
fehlende natürliche Niederschläge bzw. Beregnung nach der Düngung fördern diese Ammoniakverluste.
Durch den Einsatz von Harnstoff mit Ureasehemmern können diese Stickstoffverluste wirksam verhindert werden (WANG et al. 1991,
GIOACCHINI et al. 2002). Durch Hemmung
des Enzyms Urease wird die Umwandlung des
Harnstoffs zu Ammonium verlangsamt und erstreckt sich dann über einen Zeitraum von 1-2
Wochen. Es werden dann nur geringe Mengen
Ammoniak gebildet, die von den Pflanzen aufgenommen oder im Boden sorbiert werden.
So werden ein starker Anstieg des pH-Wertes
um das Harnstoffkorn und die Ammoniakbildung und -verflüchtigung verhindert. Abbildung 3 zeigt die Entwicklung des pH-Wertes
und die sich daraus ergebenden Ammoniakverluste bei Harnstoff und bei Harnstoff mit
Ureasehemmer (=Novurea®).
Die Abbildung 4 zeigt eine bessere Narbenqualität bei der Variante Düngung mit Novurea® im Vergleich mit der Harnstoffdüngung.
Hieraus lässt sich ableiten, dass durch den
Einsatz von Ureasehemmern Ammoniakverluste reduziert und die Düngereffizienz gesteigert werden kann.
Durch den Einsatz von Düngern mit Novurea®
konnten im Vergleich zu den Varianten mit
freiem Harnstoff die Ammoniakverluste verringert und so die Effizienz der Stickstoffdüngung verbessert werden, was sich in einer
verbesserten Rasennarbe zeigt (Abb. 5).
Abb. 4: Vergleich Düngung mit Harnstoff und
Harnstoff mit Ureasehemmer
Abb. 5: Vergleich Düngung mit NPK-Düngern mit
und ohne Ureasehemmer
pH (H2O)
TORELLO et al. (1983) und KNIGHT et al.
(2007) zeigen, dass durch die Verwendung von
umhülltem Harnstoff und von Harnstoffkondensaten die Ammoniakverluste um bis zu 35 %
im Vergleich zur Düngung mit Harnstoff reduziert werden können. Um eine
gleichmäßige Düngewirkung
über 8-12 Wochen zu erreichen, enthalten die auf Rasenflächen eingesetzten Dünger
drei verschiedene Stickstoffformen: sofort, mittel- und langfristig pflanzenverfügbaren Stickstoff. Als mittelfristig verfügbarer Stickstoff wird häufig Harnstoff eingesetzt, bei dem die
Gefahr von Ammoniakverlusten
besteht. WISSEMEIER et al.
(2009) haben in Gefäßversuchen mit Langzeitrasendüngern
mit freiem und umhülltem HarnAbb. 3: Entwicklung des pH-Wertes bei Harnstoff und Novurea®
stoff beim Auftreten von AmmoWISSEMEIER et al. (2009) haben in Gefäßverniakverlusten Ertragsminderungen von 11-23 %
suchen im Gewächshaus gezeigt, dass gasgefunden.
förmige Stickstoffverluste und Trockenmasseerträge signifikant korreliert sind. Da der als
Wir konnten in Freilandversuchen nachweiAmmoniak entwichene Stickstoff den Pflansen, dass bei dem Einsatz von Rasenlangzeitzen nicht mehr zur Verfügung steht, sind das
düngern, bei denen der freie Harnstoff durch
Pflanzenwachstum und damit der Ertrag geden Ureasehemmer NBPT vor Ammoniakverringer. Daraus kann abgeleitet werden, dass
lusten geschützt war, den Gräsern mehr Stickder Ertrag und auch die Qualität einer Rasenstoff zur Verfügung stand und so die Narbennarbe als indirekter Maßstab für Ammoniakqualität verbessert werden konnte. In dem
verluste herangezogen werden können.
Versuch auf Sportrasen wurden LangzeitraGeringeres Wachstum und eine schlechtere
sendünger verglichen, die freien Harnstoff
Rasennarbe durch Ammoniakverluste konnbzw. mit Ureasehemmer behandelten Harnten auch in einem Freilandversuch in Betzdorf
stoff enthielten:
gezeigt werden: In diesem Versuch wurde ein
Sportrasen mit den Hauptbestandsbildnern
Dünger
Analyse
NH4-N
Lolium perenne (= Ausdauerndes Weidelgras)
Rasenplus
28-5-10-2
7,1
und Poa pratensis (= Wiesenrispe) und einem
Schichtaufbau gem. DIN 18035 Teil 4 mit HarnRasenplus UH
28-5-10-2
7,1
stoff und mit Harnstoff mit dem UreasehemPolysport
33-5-7
5,8
mer NBPT (= Produkt Novurea®) gedüngt, die
Polysport
UH
33-5-7
5,8
Narbenqualität wurde wöchentlich bonitiert.
4
Fazit:
• Stickstoffverluste durch Auswaschung und
Ammoniakbildung beeinträchtigen die Effizienz der Stickstoffdüngung und belasten
die Umwelt.
• Die Verwendung von umhülltem Stickstoff
reduziert sowohl die Auswaschungs- als
auch gasförmige Verluste und sichert eine
bedarfsgerechte Ernährung der Gräser über
einen längeren Zeitraum.
• Durch die Verwendung von Harnstoff mit
Ureasehemmern in Rasenlangzeitdüngern
werden die gasförmigen Verluste zusätzlich
reduziert.
• Die Kombination von umhülltem Harnstoff
und Novurea® in den EUROGREEN-Rasenlangzeitdüngern schont die Umwelt und das
Budget.
+
Umhüllter Harnstoff
schützt vor N-Auswaschung
2 facher Schutz
Harnstoff mit Ureasehemmer
schützt vor N-Verflüchtigung
➠ erhöhte N-Effizienz
Quellen und Literatur: www.eurogreen.de
Harnstoff
Novurea®
52,9
Langzeit-N
40,0
52,9
34,2
40,0
60,0
34,2
60,0
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Seele and Geist
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