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Gesundheitlicher Ratseber j Sttttfa» Sttfoefei { Was schenken . . . ?

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er gestohlen hätte, und zögerte mit der Antwort. Endlich sagte er: „Da Sie. Hochwürden, es gesehen haben, so glaube ich, muß ich
I h n e n wohl eine Erklärung geben. Das Geld,
welches ich in die Armenbüchse geworfen, w a r
für mein Frühstück. Früher habe ich zuviel
in den Wirtshäusern verschwendet und Aergernis gegeben, wie Sie wissen. Als Butze
faste ich hie und da ein wenig; und damit ich
für diese kleine Sühne keinen zeitlichen Profit erhalte, so lege ich das Geld, fo viel mein
Frühstück kosten würde, in die Armenbüchse."
Wir allen können von diesem Lumpensammler lernen.
A
m d e n A r i e d e n .
O J e unsriedlicher die Zeiten werden, je we-
Niger sich Volk und Völker verstehen, desto
schwerer liegt gerade auf uns Katholiken die
Pflicht, durch die Pflege wahren Friedensgeistes die Gegensätze zu versöhnen. Gerade angesichts des Scheiterns mancher internationalen Bemühungen um die Befriedung- der Welt
bleibt es unsere Christenpflicht, die Hoffnung
nicht aufzugeben. Mögen Politiker und Diplomaten die Menschen im Zeichen des Völ­
kerbundes einstweilen noch nicht zum Frieden
und zu d e r so sehr wünschenswerten Abrüstung
führen können, uns bleibt die ewige Adventsaufgabe, Berge abzutragen und Täler auszufüllen, d. h. das Friedensreich des Völkerfürsten zu bereiten. Diesen Geist atmet eine AbHandlung, die von einem Bischöflichen Friedensfreund im Dezemberheft der Zeitschrift
„Caritas" (Caritasverlag Freiburg i. Br.) veröffentlicht wird.
Tie moralischen Grundlagen des Friedens
Wer in wenigen Worten die Tätigkeit des
jetzt regierenden Oberhauptes der Kirche zufammensassen wollte, könnte sagen, alle seine
Handlungen und alle seine Hirtenworte seien
einzig darauf gerichtet, die moralischen Grundlagen des Friedens im weitesten Sinne des
Wortes aufzuzeigen. Dasselbe gilt für die
Vorgänge des Papstes P i u s XI.
„Die Sicherheit, der friedliche Bestand der
Nationen beruhen viel mehr auf dem gegenseitigen guten Willen, auf der Achtung vor den
Rechten und der Würde des anderen, als auf
der Zahl der waffenfähigen Männer u. furchtbaren Befestigungen".
S o lautet ein Ausspruch Benedikt XV. mitten im Weltkrieg und P i u s XI. schloß sich ihm
an, als er im April 1922 das seitdem so oft zittierte Wort in die Welt hinausrief:
„Die beste Sicherung des Friedens ist nicht
ein Wald von Bajonetten, sondern gegenseitiges Vertrauen und Verbundensein".
Der Friede Christi im Reiche Christi.
Wahre geistige Abrüstung kann jedoch außerhalli der christlichen Grundsätze nicht erreicht werden. Welches auch die Bemühungen
sein mögen, die der Gemeinschaftsgeist u n s
nahelegt, n u r eine tiefempfundene Gottesliebe kann uns auf die Dauer den M u t geben,
die für eine geistige Abrüstung notwendigen
Opfer zu bringen.
Man muh sein Vaterland lieben um Gottes
willen.
Man muß alle Vaterländer lieben um Gottes willen. M a n muß das Menschengeschlecht
lieben um Gottes willen . S o wird in dem
Maße die geistige Abrüstung unter uns verwirklicht, in dem das Reich Christi verwirklicht wird, welches das Reich Gottes auf Erden ist. Diesen Gedanken hat P i u s XI. in
die Worte gekleidet: Der Friede Christi im
Reiche Christi.
„Die allererste Aufgabe", sagt unser großer
Papst, „die uns obliegt, ist die Befriedung der
Geister. Dieser äußerliche und oberflächliche
Friede wird keinen großen Nutzen bringen,
der nach Art eines Protokolls der Höflichkeit
die Beziehungen der Menschen unter sich herstellen und regeln will. Es bedarf eines Friedens, der die Geister durchdringt und befriedet, sie geneigt macht und umbildet für eine
brüderliche Liebe. Ein solcher Friede kann
nur der Friede Christi sein".
Das Röich Christi ist die Caritas. Eine geistige Abrüstung aber ist unmöglich ohne die
Caritas, diese wesentliche christliche Tugend,
die nicht n u r den einzelnen, sondern darüber
hinaus die Nationen und Regierenden verpflichtet.
Wir sind keine Christen, wenn wir nicht alle
Menschen lieben. Zweifellos gibt es verfchiedene Grade in der Liebe. Man muß sein Vaterland mehr als die andern lieben. Es gibt
Solche Wucherpreise sind aus die Dauer
selbst für die gewiß bedürfnislosen russischen
Arbeiter nicht erträglich. Die Erregung über
das Hundedasein macht sich täglich i n vielen
Teilen des Sowjetreiches bemerkbar. S i e
führt zu offenen Hungerrevolten, wie vor Kurzem im Textilgebiet von Iwanow - Wofchnesensk. Dort haben die zur Verzweiflung getriebenen Arbeiter die Lagerhäuser gestürmt,
sie ausgeraubt und niedergebrannt. Die Elitepolizei. die sogenannte GPU, wurde alarmiert urtd schoß rücksichtslos auf die Plünderer. Wie lange die Sowjets in der Lage sind,
mit brutaler Gewalt die Arbeiter in Schach zu
hatten, muß sich bald erweisen.
Unterschiede, aber es gibt keine Ausschließichkeit. Außerdem unterliegt das Leben der
Nationen wie das der Einzelmenschen den Ge»
etzen der Moral, deren Grundgesetz die Liebe
st. Benedikt XV. weist in seiner Enzyklika
„Pacem Dei" darauf hin: Das Evangelium
iennt nicht ein Gesetz der Caritas für die einzelnen und ein anderes für die Staaten und
Völker, die letzten Endes wieder a u s den gleichen Einzelmenschen bestehen. Aus diesem
Grunde und da serner nach den Worten des hl.
Thomas der Friede eine Wirkung der Caritas
ist, so muß alles, was sich im Leben der Völker wie im Leben der einfachen Privatpersonen mittelbar oder unmittelbar der. Caritas
entgegenstemmt — Haß, Gewalttätigkeit und
Lüge — Sünde sein. Haß, Gewalttätigkeit u.
Lüge sind jedoch gerade, wenn m a n so sagen
darf, das Gegenteil von geistiger Abrüstung.
S o folgt unweigerlich aus dem Gesetz v e r Caritas die geistige Abrüstung als eine Gewissenspflicht.
Unsere Alltagspflicht.
Jeden Tag und jede Stunde gibtsich für uns
die Gelegenheit, die Gewissenspflicht zu erfüllen, die uns die geistige Abrüstung zur sittlichen Ausgabe macht. Ich spreche jetzt nicht allein vom politischen Bereich, sondern auch vom
religiösen, sozialen und allen Bereichen. Unsere ganze Haltung gegenüber denen, „die
nicht denken wie wir", liegt aus der Waagschale. Die Forderungen der Caritas bleiben
unverändert, ob es sich um Bürger anderer
Länder, Mitglieder anderer religiöser Gemeinschaften wie auch um andere Gesellschaftsklas­
sen handelt. Die geistige Abrüstung würde
erreicht, wenn wir unter Beobachtung der unveränderlichen Gesetze Gottes, der Gerechtigkeit, Wahrheit und Vaterlandsliebe „die andern" so behandelten, wie es Pflicht ist, d. h.
nach dem Worte des Evangeliums: Alles, was
ihr wollt, d a s euch die Menschen tun, das tuet
ihnen auch.
Wer kennt nicht die beklagenswerten Folgen unkluger Worte, übereilter Verallgemeinerungen, voreiliger Urteile? Alles, w a s die
Caritas und oft auch die Gerechtigkeit in dieser Hinsicht verbieten, das fordern sie auch
vom Volk zu Volk, von Gemeinschaft zu Gemeinschaft, von Klasse zu Klasse. Jeder von
u n s hat die Pflicht, über sich zu wachen, daß
er nicht beitrage zur Vergiftung der öffenttlchen Meinung in seinem Lande.
Denken wir beispielsweise a n die Verantwortung mancher Schriftsteller, die Haß und
Zwiespalt säen, die sich nicht bemühen, daß
ihr eigenes Land geliebt werde, sondern dara n arbeiten, daß man die andern verachte.
S t a t t dessen müßte man vielmehr unablässig
sich bemühen, sein eigenes Land bei den andern Nationen beliebt zu machen, indem man
die anderen Nationen im eigenen Lande^veliebtmacht.
Schlußfolgerungen.
Die Lehre der Päpste und die katholische
Theologie machen es uns zur strengen Pflicht,
a n der geistigen Abrüstung zu arbeiten, für
die Verbreitung des Geistes christlicher Caritas uns einzusetzen. Trotz der Hemmungen
unserer Ichsucht, unseres Stolzes, unserer
Vorurteile besteht die Gewissenspflicht, und
niemand kann sich ihr entziehen. S i e muß erfüllt werden. Arbeiten wir alle daran, die
Vaterländer auf Erden einander näher zu
bringen, damit w i r allen Menschen den Weg
ins himmlische Vaterland erleichtern!
i
A u s
ött
Stichs
|
Weihnachtsgebäck.
N u ß r i n g e (billig, aber vorzüglich). 50
Gr. Nußbutter weich rühren, dazu 75 Gr. Zukker, ein ganzes Ei, das in einer großen Tasse
Milch verquirlt wurde, 60 Gr. geriebene Haselnüsse, 125 Gr. kernlose ungebleichte Sultaninen und ca. 350 Gr. Vollmehl, das mit einem
halben Backpulver vermischt wurde. Der gut
verarbeitete Teig wird in drei Teile geteilt,
jeder zu einem langen» etwa zweifingerbreiten Bande auseinandergerollt und die Enden
übereinandergelegt, sodaß Ringe entstehen.
Sie werden mit geriebenen Nüssen und etwas
Zucker bestreut und bei nicht zu starker Hitze
gebacken.
H o n i g k u c h e n . Ein halbes Pfund Rllbenfyrup oder Bienenhonig, 200 Gr. brauner
Rohrzucker, 4 Eßlöffel gutes Olivenöl, eine
Tasse Malzkasfee oder Wasser, 1 großer Teelöffel Aenis, geriebene Schale und S a f t einer
Zitrone, eine kleine Messerspitze Ingwer, eine
Prise Salz, nach Belieben Zitronat, % Kilo
Vollweizenmehl, ein Päckchen Backpulver. D e r
Teig muß ganz dickflüssig sein. Dann gibt man
ihn in eine Form und bäckt, bis a n einem
hineingesteckten Hölzchen kein Teig haften
bleibt.
P u n s ch t o r t e. M a n rührt 400 Gramm
Butter oder beste Margarine zu Sahne, gibt
400 Gramm feinen Zucker und 10 Eidotter
hinzu und rührt das Ganze mit einem flachen
Holzlöffel mindestens eine halbe Stunde yach
derselben Richtung. Die Masse, die schaumig
aussehen muß, würzt man mit dem Abgeriedenen einer halben Zitrone und dem S a f t einer ganzen und mit einem Weinglas voll Ärrak oder Punfchefsenz. Dann fügt man unter
fleißigem Rühren 400 Gramm Maizena und
zuletzt den festgeschlagenen Schnee der 10 Eier
hinzu. Die Masse bäckt man in einer Tortenform, die sehr gut gebuttert sein muß, bei
Mittelhitze etwa eine Stunde und bestreicht sie
mit einer Punschglasur. Diese bereitet man
a u s einem großen Eiweiß, einem halben Pfd.
Zucker, ein wenig Zitronensaft und einem
Gläschen Punschessenz.
Gesundheitlicher Ratseber
O. diese Frostbeulen!
Gegen die Frostbeulen, die durch ihr ständiges heftiges Jucken zu einer bösen Quälerei
werden können, soll man nicht erst zu Felde
ziehen, wenn man es vor unerträglicher P e i n
nicht mehr aushalten kann. Am vernünftigsten ist es, wenn m a n Vorsorge trifft, daß
man diese Quälgeister erst gar nicht bekommt.
Frostbeschwerden, die erst einmal verzettelt
werden, bilden sich gewöhnlich als eine Dauererscheinung heraus, so daß m a n sie das ganze
Leben lang kaum noch recht los wird. Es ist
bei derartiger Vernachlässigung aber auch noch
eine andere Gefahr im Spiele: sind Frostbeulen erst einmal zu stark entwickelt und beginnen sie aufzubrechen, dann werden bösartige Geschwüre daraus und die Schmerzen nehmen um ein vielfaches zu.
Ob ein Mittel gegen die Frostbeschwerden
wirksam ist oder nicht, das hängt zum wesentlichen von der Frage ab, ob durch sie die BlutZirkulation genügend angeregt wird. Nicht zu
Unrecht hat der Volksgebrauch für diesen
Zweck besonders Zwiebeln, Terpentinöl und
Sellerie bevorzugt. Sehr gute Dienste leisten auch Wechselbäder. Allerdings muß damit schon sehr zeitig der Anfang gemacht werden. Man stellt sich zwei kleine Wannen zurecht, und zwar die eine mit heißem Wasser
(ungefähr 34 Grad Celsius) und die andere mit
kaltem Wasser (etwa 14 Grad Celsius). E s
empfiehlt sich, dem heißen Wasser eine P o r tion Kamillen und möglichst auch eine kleine
Menge Chlorkalk zuzusetzen. M a n steckt die
Füße, etwa zwei Minuten lang, abwechselnd
in jede dieser beiden Wannen. Das Wechselbad wird jedesmal etwa dreißig bis vierzig
Minuten lang angewandt. Nach Beendigung
des Wechselbades bürstet man die Füße mit
kaltem Wasser in Richtung der Schenkel, und
zwar solange, bis sich eine wohlige Wärme zu
zeigen beginnt. S i n d die Füße trocken gerieben, dann trägt man eine bewährte Frostsalbe auf, übersehe aber nicht, daß die Salbe gut
in die Haut eingerieben werden muß. Frostsalben mit J o d und Ichtyol verdienen den
Vorzug. Außerdem sind als wirksame Mittel
gegen Frost seit langem Eichenrinde und Eichenblätter bekannt. S i e werden in unserer
Zeit um so begehrter fein, als man sie völlig
unentgeltlich haben kann.
j Sttttfa» Sttfoefei {
Die Hygiene in früherer Zeit.
Kaiser Friedrich II. wollte einst Tuttlingen
besuchen. E r mußte aber davon absehen, weil
die S t a d t zu schmutzig war. Als er 1485 in
Reutlingen einzog, wäre er um ein Haar samt
seinem Pferde im Straßenschmutz versunken.
Es w a r damals allgemeine Sitte, in den Städten die Schweine frei herumlaufen zu lassen.
I h r e Stallungen waren auch immer gegen die
Straße gebaut. S e i t 1671 mußte jeder Bauer,
der nach Berlin kam. eine Fuhre Unrat mit
aus der Stadt nehmen.
1490 verordnete der Magistrat von Nürnberg, daß täglich ein Knecht die toten Schweine. Katzen, Hühner und Ratten auf der S t r a ße zu sammeln und vor d a s T or zu bringen
hatte. Das veranlaßt ein poetisches Gemüt zu
einem Iubelhymnus.
I m J a h r e 1666 wurde in P a r i s die S t r a ßenreinigung angeordnet.
Zum Andenken
daran wurden zwei Erinnerungsmedaillen geschlagen. Aber noch 1697 stellte die Polizei
fest, daß die Bewohner Tag und Nacht aus ihren Fenstern schmutziges Wasser, Urin und
Unrat aller A r t auf die Straße warfen. D a s
war im glänzenden P a r i s Ludwig XIV.! S i cher vor Güssen war man nur, wenn man sich
in der Mitte der S t r a ß e hielt. Jeden Augenblick öffnete sich ein Fenster und w e r den Warnungsruf „garde l'eau" überhörte, über den
ergoß sich erbarmungslos der I n h a l t eines
Nachttopss oder eines Putzeimers. Noch 1780
mußte dies Leeren aus die S t r a ß e verboten
werden, was einen Protest der Bürger hervorrief.
Während sich die Bevölkerung gegen die Abschaffung dieser Verhältnisse wehrte, verlangte
sie Abhilfe in den Spitälern. 1738 mußte der
Chirurg Tenon auf königlichen Befehl über
das Hospital Hotel^Dieu einen Bericht absassen. Darin findet sich folgende Darstellung:
Ein einziges der Gebäude des Spitals barg
2672 Kranke, darunter Fieberkranke, Wöchnerinnen, Blatternkranke usw. Die Wetten,
etwa 1,10 Meter breite waren für je zwei P a tienten bestimmt, wurden aber sogar mit 6
belegt, drei am Kopsende, drei an der Fußstatt
Vielen Patienten war es so unmöglich, zu
schlafen.
I n der Kleiderkammer hingen die Kleider
der mit Krätze oder Blattern behafteten Pa«
tienten neben denen der andern. Wer also
„gesund" das Spital verließ, erhielt seine
Kleider infisziert mit Bazillen und bevölkert
mit Läusen zurück. Auch die Gewandstücke
der Verstorbenen wurden hier aufbewahrt, um
— sieben bis acht Tausend pro J a h r — verkauft zu werden.
I n Gegenwart des zu Operierenden wurden
die Instrumente bereit gemacht, ja man operierte in Gegenwart der übrigen Patienten.
Ist es zu verwundern, daß aus diesem Pfuhle
nur ein Ausweg führte: die Leichenhalle.
Der kritische Dichter Voltaire spottete darüber: „Sie haben in P a r i s ein Hotel-Dieu, wo
ewige Ansteckung herrscht, wo sich die KranKen, der eine auf den andern gehäuft, gegenseitig Pest und Tod anhängen. S i e haben in
den kleinen Sackgassen Schlächtereien, die im
Sommer einen Kadavergeruch verbreiten, der
imstande ist, ein ganzes Stadtviertel zu vergiften. Die Ausdünstungen der Toten töten
in ihren Kirchen die Lebendigen und die BeinHäuser des Friedhofes „Innocents" sind noch
ein Zeugnis von Barbarei, die uns weit unter
Hottentotten und Neger stellt".
| Humoristische Ecke )
Die Grabschrift eines Metzgers. Auf dem
Währinger Friedhofe bei Wien findet m a n
folgende Grabschrift: „Hier ruht Herr Kaspar
Vogel, Vater und Metzger von 24 Kindern."
Frech. Der Einbrecher wird von der F r a u
des Hauses bei seiner Arbeit ertappt. S i e
ruft verzweifelt: „Hilfe, Hilfe!" — Was
schreien S i e, Inädije — sagt hierauf der Einbrecher, — ick brauch j a r keene Hilfe.
Aber Fritzchen! D e r kleine Fritz (zum
Onkel): „Ach lieber Onkel, wi r haben morgen Kindermaskenball. S e i so gut und leih
mir deine rote Nase!"
Was schenken . . . ?
Schenken ist immer eine beglückende Sache.
Es macht einem leicht und wohl ums Herz. E s
verbannt aus dem I n n e r n schwere Stimmung
und belastende Unruhe. E s schafft eine selige
Atmosphäre, eine sreudersüllte Luft.
Das spüren wir jetzt in der weihnachtlichen
Rüstungszeit. Wenn auch das Kaltlüftchen
der Krise da und dort etwas zwischenhinein
weht, so ist die Seligkeit doch da. Die läßt
sich nicht verscheuchen, wo von Weihnachten die
Rede geht. Ein warmer Zauber umweht das
große Thema. Kleine und große Kinder zieht
es in seinen Bann.
Bescheren — schenken — spenden —. S a g e
man, wie immer man will, es kommt auf
eins heraus: Zweck und Ziel ist Freudebereiten. Wie herzinnig in seiner Absicht, wie sein
in seiner Art ist der alte Brauch der Weihnachtsbescherung! Nichts Aehnliches kennt
das ganze Jahr ! Eine herrliche Intimität
durchströmt wie erfrischender Duft das Gabenstüblein.
J a , spendet, macht Freude —!
Aber w a s sollen w i r spenden?
Diese Frage läßt sich nicht leichthin beantworten. Geschenke wollen in ganz individueller Weise besorgt sein. S i e müssen möglichst
aus die Person des Empfängers — es kann
sich auch um ein Persönlein handeln! — ab­
gestimmt sein. S i e müssen, wie wir uns auszudrücken pflegen, „paffen".
I n diesem Stück ist das Herz der beste Erfinder. Die Liebe, die Zuneigung sagt mit
ziemlich unfehlbarer Sicherheit, welche Art,
welcher „Güte", welchen Preises das Bescherungsobjektlein sein sollte. D a s Portemonnaie
spricht natürlich mit. E s soll mitsprechen. —
Sonst kann das Spenden leicht eine zu schwulstige oder auch zu schmale Dimension annehmen.
Was sollen w i r spenden?
Das weniger begüterte Christkind lein wird
in erster Linie sein Augenmerk richten auf
Bedarfsartikel, auf notwendige Dings dieser
oder jener Beschaffenheit. Nur nicht oben
hinaus wollen! Wir zählen MM einmal nicht
alle zur Kategorie der schwerreichen „Könige
aus dem Morgenland", die mit Händen voll
Gold zur Krippe kommen können. Das Bestreben, es jenen, „die's haben und vermögen",
hier gleichtun zu wollen, ist eitler Art und daher verwerflich. Es ist n u n einmal der Welt
Lau fund liegt im Plane Gottes, daß die E r denpilgerlein nicht geistig und materiell uniformiert sind. Unterschiede sind da. Künstlich
lassen sie sich nicht verkleistern und hinwegtäuschen. Vergesset nie: Schein ist nicht Sein!
Ein gutes, braves, haushälterisches Christkindlein operiert nicht mit — Schein, sondern es
streckt sich nach der I t t e .
Die Sachlichkeit, die M besitzen und zu üben
unser Geschlecht sich so gvrn rühmt, darf da
schon etwas mitspielen. W a s ist praktisch? —
Was ist nützlich? Was ist zweckentsprechend
und vorteilhaft? Sachliches—fast hätte ich geschrieben: nüchternes —Empfinden vermag
hier richtig und am treffendstett zu antworten.
Ein bißchen Spürsinn, ein bißchen LebensKenntnis, ein bißchen auch werktägliches Verständnis mag schon genügen, unr beim Wählen, beim Planmachen, beim „ChristKindli->
Stäuben" mit verblüffender Sicherheit vorgehen zu können.
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