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Ehrenamt – was bringt's? - Kreisjugendring München-Stadt

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12. Jahrgang • No. 5 • Juli 09
Schwerpunktthema
Ehrenamt – was bringt‘s?
www.kjr-m.de
Jugendarbeit ist
eine sichere Bank
3. Berufsorientierungstag
für Jungen
Delegierte wählen
neuen Vorstand
2
Inhalt
Aktuell
Frühjahrsvollversammlung im KJR München-Stadt
4
Delegierte wählen neuen Vorstand
AMYNA-Präventionspreis
5
Kreisjugendringe ausgezeichnet
6
Wasser, Wolken, Wetterfrosch
Nachhaltigkeitsprojekt zum Klimawandel im Kinderhaus Harthof
Workshop mit der Fakultät für Architektur im MKJZ
7
Urbane Identität
3. Berufsorientierungstag für Jungen
8
Zukünftige Männer fragen nach dem Weg
Pfingstferien mit Tchaka
9
Rafting-Aktionstage an der Isar
Das Intermezzo lädt Schüler und Schülerinnen zur Konfrontation
10 Rechte Gewalt gestern wie heute
Bewerbungstraining beim Marriott-Hotel
12 Fit für den Beruf
Aktionstag der Jugendarbeit
15 Wir sind die Zukunft
Angebote
Artikulationsformen Jugendlicher in der konvergenten Medienwelt
24 Mitmach-Internet Web 2.0
Fotografie zum Anfassen
26 3D am Lerchenauer See
Kalender
Open Air am Bavariapark
28 OBEN OHNE
Liebe Leserinnen und Leser,
wir wünschen Ihnen und uns viele sonnige Sommertage und schöne
Ferien!
Ihr Redaktionsteam
Schwerpunkt: Ehrenamt was bringt‘s?
Jugend und Ehrenamt
16 Engagement – Was nützt mir das?
Jugendliche, die sich freiwillig in Jugendorganisationen, Initiativen oder Interessensvertretungen engagieren, verbringen dort
nicht nur ihre freie Zeit mit Gleichaltrigen, sie lernen auch etwas. Dies stellt eine Studie der TU Dortmund und des Deutschen
Jugendinstituts fest, die 2008 veröffentlicht wurde.
Von Erich Sass
Corporate Social Responsibility
20 Der Gesellschaft etwas zurückgeben
Unter Corporate Social Responsibility, kurz CSR genannt, versteht man die soziale und ökologische Selbstverpflichtung von
Unternehmen in ihrer gesamten Unternehmenstätigkeit. Es ist
ein Konzept unternehmerischer Verantwortung, das die Idee der
Nachhaltigkeit aufnimmt und die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales mit konkretem unternehmerischem Handeln
verbindet. Von Frauke Gnadl
Ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen
18 Die spitzer-Kinderredaktion
Freiwilliges Engagement und Ehrenamt bei Jugendlichen
Die stadtweite Münchner Kinderzeitung „spitzer“ gibt es seit
zwei Jahren. Eine Redaktion aus Kindern und Jugendlichen
arbeitet mit journalistischen Profis zusammen an den vier
Ausgaben im Jahr. Fast alle Inhalte drehen sich irgendwie um
München und regen junge Münchner/innen an, mitzumachen
und die Stadt zu erkunden.
Von Rebecca Schreiber
21 Aktive Jugend
Ehrenamt und Hauptamtlichkeit in der Jugendverbandsarbeit
22 „Kein Wunschkonzert“
Freiwilliges Engagement und Ehrenamt haben in Deutschland
eine lange Tradition. Was meint nun aber „freiwilliges Engagement“ und „Ehrenamt“? Es gab und gibt eine Vielzahl von
Begriffen im Feld des freiwilligen Engagements.
Von Elly Geiger
Jugendrat im JT Au
19 Engagement im Spannungsfeld
Das Grundlegendste zuerst: „Sie“ existieren tatsächlich - die
Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich über viele Jahre
hinweg für ihren Jugendverband engagieren, die bereitwillig
ihren Jahresurlaub für Zeltlager und freie Abende für Sitzungen
opfern und die von einer „Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten“ noch nie etwas gehört haben.
Von Cornelia Haberstumpf
Partizipation ist gut und wichtig – nur wie wird sie sinnvoll gestaltet? Einen Jugendrat gibt es im Jugendtreff Au in der Nähe
des Mariahilfplatzes schon lange. Doch seit 2008 geht das Team
des JT Au einen neuen Weg für die Mitbestimmung der Jugendlichen im Haus. Von Gecko Wagner
Interview
22 Ein Swimmingpool wär’ endcool!
Die 16-jährigen Mädchen Franzi und Regina und der 18-jährige
Michi sind Jugendsprecher/innen im Jugendtreff Au. Gemeinsam
mit neun weiteren Jugendlichen bilden sie den Jugendrat des
Hauses. Gecko Wagner sprach mit ihnen über ihre Möglichkeiten
der Mitbestimmung, die Grenzen und offene Wünsche.
5|09
Aktuell
3
Hausaufgabenprojekt zwei weitere Jahre gesichert
Rotarier unterstützen den ABIX
Der Rotary Club München-Englischer Garten wird auch für die nächsten zwei Schuljahre, bis 2010/2011, die Kosten für die wöchentliche Hausaufgabenbetreuung
auf dem Abenteuerspielplatz Hasenbergl ABIX übernehmen.
Um das Hausaufgabenprojekt weiterhin
so großzügig unterstützen zu können,
organisierte der Rotary Club ein Benefizkonzert zugunsten des ABIX. Das Bayerische
Symphonieorchester und sein weltberühmter Dirigent Mariss Jansons spielten am 2.
April ohne Gage im Prinzregententheater
Symphonien von Mozart und Beethoven
sowie Haydns Sinfonia D-Dur. Ausverkauft
war das Benefizkonzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bereits
seit Mitte Dezember 2008. Elf ABIX-Kinder saßen im begeisterten Publikum und
lauschten der klassischen Musik. Elegant
gekleidet, mit weißen Blusen und schwarzen
Hosen, überreichten die Kinder des Hausaufgabenprojekts am Ende des Konzerts
dem Chefdirigenten je eine orange-gelbe
Rose und ein großes, buntbemaltes Schild
mit ausgesägten „Danke“-Lettern. Mariss
Jansons war ersichtlich gerührt.
Das Hausaufgabenprojekt
Seit 2005 gibt es auf dem ABIX eine Hausaufgabengruppe, die zu Beginn tageweise
von Ehrenamtlichen durchgeführt wurde. Um
eine feste Gruppe von Kindern gezielt und
nachhaltig zu fördern, hat der Rotary Club
München-Englischer Garten ein kontinuierliches Angebot der pädagogisch betreuten
Hausaufgabenhilfe für 12 Kinder initiiert und
gemeinsam mit dem ABIX-Team das Konzept
dafür entwickelt. Der Rotary Club finanziert
seit 1. September 2008 eine halbe Stelle für
eine Sozialpädagogin, die sich intensiv um
diese Kinder kümmert.
Die Mädchen und Jungen dieser Gruppe
sind im Alter von 7 bis 13 Jahren. Bei den
meisten von ihnen wird zuhause in der Familie nicht deutsch gesprochen: sie kommen
aus dem Kosovo, aus Kasachstan oder aus
dem Irak. Für ihren schulischen Erfolg ist es
für sie deshalb besonders wichtig, dass sie
eine deutschsprachige Bezugsperson haben,
an die sie sich mit ihren Wissenslücken und
Fragen zum Schulstoff wenden können. Die
Kinder werden dazu in drei Gruppen betreut:
Für je vier Kinder nimmt sich die Pädagogin
1,5 Stunden pro Schultag Zeit. Darüber hinaus bekommen sie in einer gemeinsamen
Mittagspause ein warmes Essen und haben
die Möglichkeit, in entspannter, familiärer
Atmosphäre von ihren Erlebnissen in der
Schule zu erzählen und über Themen zu
sprechen, die sie beschäftigen.
Die Förderung durch das Hausaufgabenprojekt auf dem ABIX geht weiter als bei vielen
anderen Lernhilfeprojekten: Jedes einzelne
Kind soll so lange unterstützt und begleitet
werden, bis es den individuell höchstmög-
Die Pädagogin sucht aber auch den Kontakt zu den Eltern, die sie im Rahmen von
Elterngesprächen einbindet und mit Elternbriefen über die Fortschritte ihrer Kinder
unterrichtet.
Die Kinder selbst haben in der Hausaufgabengruppe so viel Freude am gemeinsamen
Lernen, dass sie jeden Tag gerne kommen
- und keine Stunde verpassen möchten!
Response-Projekt
Früh übt sich ...
lichen Schulabschluss erreicht hat und den
bestmöglichen Übergang in den Beruf findet.
So hat beispielsweise ein Mädchen bereits
von der Haupt- auf die Realschule gewechselt
und wird nun in ihrem Lerneifer durch die
Hausaufgabengruppe weiter bestärkt und
unterstützt.
Dem „Förderprojekt ABIX“ des Rotary Clubs
München-Englischer Garten ist neben der
schulischen Förderung die Hinführung zur
Musik ein ganz besonderes Anliegen.
Eine gute Vorbereitung auf das Benefizkonzert war das ebenfalls vom Rotary Club
initiierte Response-Projekt. Die drei Musiker/innen des Bayerischen Rundfunks Marije
Gervink, Bettina Foiss und Frank Reinecke
hatten den Kindern bereits im Februar die
Musik näher gebracht. Die Musiker/innen
vertonten zusammen mit den Kindern und
dem ABIX-Team an drei Tagen zwei Streiche
von Till Eulenspiegel mit verschiedenen Instrumenten, Stimmen und Geräuschen. Das
Projekt kam bei den Teilnehmenden sehr gut
an und die Musiker/innen waren beeindruckt:
„Die Kinder haben einen wahnsinnig hohe
emotionale Intelligenz und sind sehr sensibel. In ihnen steckt so viel drin, das muss
man fördern!“, erklärte Violinistin Gervink.
Die Hausaufgabengruppe
Auch die erfreuten Rückmeldungen von
Lehrerinnen und Lehrern bestätigen, dass
sich die Lernhilfe deutlich verbessernd
auf die schulischen Leistungen der Kinder auswirkt. Der regelmäßige Austausch
mit den Lehrkräften ermöglicht es der
Sozialpädagogin, die Kinder gezielt auf
bevorstehende Proben und Schulaufgaben
vorzubereiten.
Einer der Gründe warum die Musiker/innen
dieses einzigartige Projekt mit den Kindern
des ABIX weiterführen möchten.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals
ganz herzlich beim Rotary Club MünchenEnglischer Garten für die Unterstützung
bedanken.
Sylvia Schreiber, ABIX, KJR
5|09
4
Aktuell
Frühjahrsvollversammlung im KJR München-Stadt
Delegierte wählen neuen Vorstand
Bei der Frühjahrsvollversammlung am
23. Juni 2009 wählten die Delegierten
der Münchner Jugendverbände erneut
die 34-jährige Sozialpädagogin Karin
Ruckdäschel vom Bund der Deutschen
Katholischen Jugend zur Vorsitzenden.
Zum stellvertretenden Vorsitzenden
wurde der Diakon Tom Rausch (38) von
der Evangelischen Jugend München
gewählt.
Wiedergewählt wurden auch die 30-jährige
Politologin Simône Burger von der DGB-Jugend München, der Sport-Ökonom Hans Radspieler (48) von der Münchner Sportjugend
und der 28-jährige Jurist Markus Schön vom
Bund der Deutschen Katholischen Jugend.
Neu im Vorstand sind die 29-jährige Postbank-Betriebsrätin Hatun Aytan vom Jugendverband „Elvan“, der 24-jährige ITSystemelektroniker Sebastian Frietinger
von „diversity“ und der 26-jährige Student
Michael Turobin-Ort von der Jugend des
Deutschen Alpenvereins.
Auf der Tagesordnung standen neben den
Neuwahlen auch ein Antrag auf nachhaltige
Planung und Durchführung der Olympischen
Spiele 2018 sowie ein Positionspapier zum
Thema „Schule in der Diskussion“. Beide
wurden von der Vollversammlung ohne
Gegenstimmen angenommen. Die Anträge
Der neue KJR-Vorstand (v.l.n.r): Sebastian Frietinger, Michael Turobin-Ort, Karin Ruckdäschel, Tom Rausch, Simône Burger, Hans Radspieler, Hatun Aytan, Markus Schön
sind im Internet hinterlegt (Rubrik Über
uns/Vorstand).
Außerdem beantragten zwei neue Jugendorganisationen die Mitgliedschaft im KJR: der
Ungarische Auslandspfadfinderbund Stamm
München und die Jugendinitiative „All
Inclusive“. Beide sollen laut Beschluss der
Vollversammlung aufgenommen werden.
Verabschiedet wurden Charlotte Bamberger
vom Verband Christlicher Pfadfinder/innen,
Sarah Schottlaender von der Sozialistischen
Jugend Deutschland – Die Falken und Florian Bischof von der Jugend des Deutschen
Alpenvereins.
Bilder sind unter http://galerie.kjrmuenchen-stadt.de/fvv09 zu sehen.
Kletterwand für die Kindervilla Theresia
Engagierte Eltern
Sechs Meter hoch, drei Meter breit und
über 4000 Euro schwer – das sind die
Maße der nagelneuen Indoor-Kletterwand in der Kindervilla Theresia. Sie
ist das Ergebnis vieler Stunden ehrenamtlichen Engagements der Eltern
unserer Einrichtung, die das gute Stück
durch zahlreiche Kinderflohmärkte hart
erarbeitet haben.
Dass eine Kletterwand in der nicht sonderlichen großen, aber beeindruckend hohen
Turnhalle unseres Hauses ein großartiges
Bewegungsangebot für die Kinder sein würde, davon hatte das Team bereits im ersten
Betriebsjahr geträumt. Aber ohne den Einsatz der Eltern, die selbst die Idee und das
System eines zweimal jährlich stattfindenden Flohmarktes entwickelt haben und mit
unglaublicher Hartnäckigkeit und hohem
Einsatz diesen Flohmarkt als feste Größe im
Stadtviertel installiert haben, hätten wir
wohl kaum die Mittel dafür aufgebracht.
Tausend Dank!
Engagierte Elternmitarbeit ist für unsere
Einrichtung von großer Bedeutung – ob im
Elternbeirat, im Flohmarktteam oder einfach
5|09
staunlich ist immer wieder, dass viele Eltern
diese Unterstützungsleistung gar nicht als
„Ehrenamt“ begreifen; irgendwie „gehört
es doch dazu, wenn man Kinder hat“, „das
macht man doch gern“, „das ist doch nicht
der Rede wert“. Nein! Das ist der Rede wert
und zwar der Lobrede!
Claudia Mayer
Kindervilla Theresia, KJR
Namensänderung
SSZ Neuperlach wird
Jugendtreff RamPe
Die Kinder sind begeistert!
mal so, wenn das Team von einer Krankheitswelle arg dezimiert ist und sich jemand aus
dem Kreis der Elternschaft bereitwillig in die
Küche zum Spülen stellt. Deshalb pflegen
wir guten Kontakt zu diesen unverzichtbaren Unterstützern und Helfer-Danke-Feste
gehören fest zum Jahresablauf der Kita. Er-
Das Selbstverwaltete Stadtteilzentrum
Neuperlach heißt seit 1. Juni Jugendtreff
RamPe. Da das Konzept der Selbstverwaltung vor einigen Jahren geändert wurde,
und die Einrichtung nun ein „klassisches“
Jugendzentrum ist, wurde ein neuer Name
gesucht. In einem breiten Beteiligungsprozess mit den Jugendlichen wurde der Name
ausgewählt, der die Verortung im Stadtbezirk
Ramersdorf – Perlach signalisieren soll.
Aktuell
5
AMYNA-Präventionspreis
Kreisjugendringe ausgezeichnet
Am 19. Mai wurden der Kreisjugendring
München-Stadt für den Bereich der
Offenen Kinder- und Jugendarbeit und
der Kreisjugendring München-Land für
den Gesamtbereich mit dem AMYNAPräventionspreis ausgezeichnet. Der
Preis ist eine öffentliche Anerkennung
für effiziente Prävention von sexueller
Gewalt.
Er wird regelmäßig an eine Person oder
Einrichtung verliehen, die sich in vorbildlicher Weise für die Prävention von sexuellem
Missbrauch im Raum München verdient
gemacht hat. Erstmalig war die Preisvergabe
mit einem Scheck in Höhe von jeweils 1500
Euro Preisgeld verbunden, das von der Firma
Betz-Chrom aus Gräfelfing zur Verfügung
gestellt wurde.
Besonders hervorgehoben wurde von Christine Rudolf-Jilg (AMYNA) beim Festakt anlässlich der Preisverleihung, dass Prävention
bei so großen Trägern wie den beiden Kreisjugendringen ein kontinuierlicher Prozess
sei, in den vor allem die verantwortlichen
Erwachsenen in der Institution eingebunden
werden müssten. Um Missbrauch von Kindern
und Jugendlichen durch Mitarbeiter/innen
vorzubeugen, müsse jeder Träger der Kinder- und Jugendhilfe, ähnlich den beiden
Kreisjugendringen, umfassende Maßnahmen
ergreifen. Als Beispiele nannte Rudolf-Jilg
gezielte Maßnahmen bei der Auswahl und
Einstellung von Mitarbeiter/innen, aber auch
einen Verhaltenskodex für alle Beschäftigten
sowie klare Meldeverfahren des Trägers für
Verdachtsfälle. Auch ein Beschwerdemanagement für Kinder, Jugendliche und Eltern sei
hilfreich und sinnvoll, um Tätern innerhalb
Bücherspende von Intel
Schecküberreichung anlässlich des AMYNA-Präventionspreises (v.l.n.r. Sandra Piduch
(KJR M-Land), Christine Rudolf-Jilg (AMYNA), Miriam Adolf-Betz (Betz-Chrom), Tom
Rausch (KJR M-Stadt)
des Trägers schnell das Handwerk legen zu
können. Lobend wurde die Bereitschaft der
beiden Kreisjugendringe hervorgehoben,
sich diesem Thema verantwortungsbewusst
und dauerhaft zu stellen und es so differenziert und umfassend zu bearbeiten. Dies sei
bundesweit für Kreisjugendringe neu und
daher besonders beispielhaft als Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit zu
erwähnen.
Tom Rausch, stellvertretender Vorsitzender des KJR München-Stadt, machte in
seiner Dankesrede deutlich, dass Kinder
Lesestoff fürs Hasenbergl
Intel war wieder im Einsatz beim
KJR – dieses Mal ließen sie aber
nicht die Muskeln spielen, um Gärten neu anzulegen oder Wände zu
streichen. Nein, sie bugsierten eine
große Kiste voller Bücher in unsere Kooperationseinrichtung in der
Riemerschmidstraße. Beschäftigte
von Intel hatten gut erhaltene Kinderbücher, ob Bilderbuch oder zum
Vorlesen gedacht, gesammelt und
spendeten diese für die geplante und
im Wachsen begriffene Bibliothek der
Einrichtung. Beim ersten Sichten des
Bücherschatzes waren die Kinder mit
Feuereifer dabei und man merkte:
sie freuen sich schon auf die erste
Lesestunde!
Vielen Dank Intel!
und Heranwachsende, die Opfer sexueller
Gewalt werden, oft nicht wagen, offen über
den Missbrauch zu reden, aber sich über
verdeckte Hinweise dennoch mitteilen.
„Sie sind daher auf ein Umfeld angewiesen,
welches die Signale deuten kann und über
entsprechendes Wissen und Handlungsstrategien verfügt.“
Sandra Piduch, Vorstandsmitglied im KJR
München-Land und Fachausschussvorsitzende, betonte in ihrer Dankesrede, dass
„Prävention von sexualisierter Gewalt in
der Kinder und Jugendarbeit dann erfolgreich ist, wenn die Maßnahmen umfassend
und flächendeckend sind und nachhaltige
Strukturen geschaffen werden. Wirksamer
Schutz von Kindern und Jugendlichen ist
möglich, wenn der Schwerpunkt der Präventionsmaßnahmen bei den Erwachsenen liegt.
Mit unserem Maßnahmenpaket schaffen wir
gemeinsam mit unseren Mitgliedsverbänden
ein engmaschiges Netz der Sicherheit für die
Kinder und Jugendlichen im Landkreis München. Wir machen deutlich, dass Täter und
Täterinnen bei uns keinen Platz haben!“
Miriam Adolf-Betz, Geschäftsführerin der
Firma Betz-Chrom in Gräfelfing, die das Preisgeld in Höhe von jeweils 1500 Euro erstmalig
zur Verfügung stellte und die Ausrichtung
des Preises unterstützt, begründete ihr Engagement damit, dass „die Kinder von heute
schließlich die Erwachsenen von morgen
seien. Unser Engagement für AMYNA e.V.
und den AMYNA-Präventionspreis soll dazu
beitragen, ‚unverletzte Erwachsene’ zu bekommen, die wiederum selbst mit aufrichtiger Freude und gesundem Selbstbewusstsein
die Welt von morgen gut und erfolgreich
gestalten werden.“
5|09
6
Aktuell
Nachhaltigkeitsprojekt zum Klimawandel im Kinderhaus Harthof
Wasser, Wolken, Wetterfrosch
„Wie ist das Wetter heute?“ - Ausgerüstet mit Thermometer, Barometer
und Hygrometer messen Rene und
Sandra das Wetter, um anschließend zu
Beginn der gemeinsamen Essenspause
den aktuellen Wetterbericht „live aus
dem Kinderhaus-Wetterstudio“ wie im
Fernsehen vorzustellen.
Von 28. April bis 29. Mai fand das Kooperationsprojekt „Wasser, Wolken, Wetterfrosch
- Abenteuer Klima“ von Kinderhaus Harthof
(KJR) und Ökoprojekt – MobilSpiel e.V. statt,
das als „Lernpartnerschaft Zukunft“ als
offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung
für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet
ist. Rund 350 Kinder von 6 bis 12 Jahren
erfuhren während verschiedener Schulklassenprogramme und Nachmittagsangebote
im Kinderhaus Harthof Spannendes zum
Thema Klimawandel. Sie erlebten, wie jeder
einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz
leisten kann.
Im offenen Nachmittagsprogramm konnten
die Kinder aus einem vielfältigen Angebot
in Werkstatt, Küche und Garten wählen.
In der „Prima-Klima-Küche“ bereiteten sie
an jedem Aktionstag klimafreundliches
Essen für alle zu. Es gab viele Gerichte aus
regionalem Gemüse, z.B. selbst gemachten
Kartoffelbrei, Salat mit Kräutern oder selbst
gebackene Semmeln mit Butter und Radieschen. Beim Einkauf achteten die Kinder auf
das Bio-Siegel und darauf, dass die Zutaten
aus der Region kommen. Deshalb wurden
auch im Garten des Kinderhauses Kräuter,
Kresse, Radieschen, Salat und anderes Gemüse gepflanzt. In der Werkstatt bastelten die
Kinder einfache Wettermessgeräte wie eine
Wetterfahne, einen Niederschlagsmesser und
ein Barometer. Als großes Gemeinschaftswerk
wurde eine Wetterstation für das Kinderhaus
gebaut. Etwa 20 Kindern sägten, malten und
werkelten eifrig bis die Wetterstation, eine
große Spanplatte in Form eines Frosches vor
einer Wolke, mit Wettermessgeräten und
Beschriftung fertig gestellt und an der Wand
montiert war.
5|09
Die Klimaköchinnen
Im Schulklassenprogramm waren die Schülerinnen und Schüler der benachbarten HugoWolf-Grundschule als Wetterforscher tätig,
entwickelten ein kleines Theaterstück mit
klimafreundlichen Ideen und beschäftigten
sich mit dem Thema klimaschonende Ernährung. Am Ende jedes Projekttages stellten die
Kinder einander die erarbeiteten Ergebnisse
bei einer Präsentation vor.
Der Abschluss des Projekts wurde mit einem
großen Fest gefeiert. Rund 60 Kinder hatten
gramms waren kognitive Fähigkeiten gefragt,
da es komplexe Sachverhalte zu erfassen
galt. Dabei ging es neben Teamarbeit und
ergebnisorientiertem Arbeiten auch darum,
zukunftsorientiert zu denken und globale
Zusammenhänge zu erkennen. Während des
Nachmittagsprogramms stand es den Kindern frei, selbst zu entscheiden, ob und wie
sie gerne tätig werden wollten. So wurden
Selbstmotivation und Entscheidungskompetenz gefördert.
viel Spaß bei verschiedenen Spielaktionen
rund um das Thema Klimaschutz. Höhepunkt
war die feierliche Einweihung der Wetterstation durch die Stadträtin Gülseren Demirel (Die
Grünen). Abschließend ließen sich alle das von
den Kindern wunderschön mit Gurkendrachen
und Radieschenmäusen dekorierte klimafreundliche Festbuffet schmecken.
Auch über den Projektzeitraum hinaus wirken die Inhalte des Klimaprojekts im Kinderhaus Harthof weiter. Die Kräuter aus der Kräuterspirale und das angebaute Gemüse werden
gerne in der täglichen Teepause verwendet.
Den Kindern ist bewusst, dass sie schon beim
Einkauf klimafreundlich handeln können.
Sie kennen Gemüse, das bei uns wächst, und
wissen, was man daraus zubereiten kann. Die
Pädagog/innen des Kinderhauses konnten
erfahren, dass es wichtig ist, das komplexe
Thema Klimaschutz an ganz konkreten Beispielen erfahrbar zu machen. Kinder sind
dann begeistert bei der Sache und können an
Gestaltungskompetenz gewinnen.
Das Projekt
„Wasser, Wolken, Wetterfrosch – Abenteuer Klima“ ermöglichte den Teilnehmenden
ihre Gestaltungskompetenz zu stärken. Die
Kinder wurden stets gefordert, selbständig
zu denken und zu handeln. Ihre Kreativität
war gefragt und sie wurden gestaltend tätig.
Insbesondere während des Schulklassenpro-
Gabriele Hafner, Kinderhaus Harthof, KJR
Christine Gross, Ökoprojekt – MobilSpiel e.V.
7
Aktuell
Workshop mit der Fakultät für Architektur im MKJZ
Urbane Identität
Das MKJZ wandte sich deshalb an die
Hochschule München / Fakultät für Architektur, die sich bereit erklärte, im und mit
dem MKJZ einen Workshop zu dem Thema zu
veranstalten. Eine Gruppe von Student/innen unter der Leitung von Professor Dr.-Ing.
Franz Xaver Baier (Fachgebiet: Darstellen,
Gestalten) kam dann für einen ganzen Tag
ins Jugendzentrum, um das Projekt „Hausverschönerung“ zu begleiten.
Qualitätsstandards des MKJZ
Prof. Franz Xaver Baier: „Ausgangspunkt
für das Projekt ist meine Erfahrung, dass
Architekturstudenten eher wenig Kontakt zu
konkreten Menschen und ihren Bedürfnissen
haben. In der Regel lernen die Studenten,
ohne diesen Kontakt auszukommen und sich
an abstrakte Programme auf Papier zu halten.
Ich wollte das einmal anders machen und
da kam die Anfrage von Ismail Sahin gerade
recht. Nun ist unser Ziel, die Bedürfnisse und
Wünsche von Kindern und Jugendlichen vor
Ort kennenzulernen. Dazu veranstalteten wir
einen Workshop, in dem meine Studenten
vorbereitete Fragebögen ausfüllen ließen,
Farbkarten zur Auswahl zeigten, Bilder von
verschiedensten Raumsituationen zeigten
und diese bewerten ließen, Wunschlisten
erstellten, Gespräche führten, etc. Das
Material wird demnächst ausgewertet und
dann werden Vorschläge erarbeitet für eine
Verbesserung der vorhandenen und evtl.
zukünftigen Situation des MKJZ.“
Das MKJZ wurde auf diese Weise sowohl für
die Studierenden der Münchner Hochschule
als auch für die Kinder und Jugendlichen des
MKJZ ein Übungs- und Experimentierfeld. Die
auf konkretes Leben trifft“ war sein Seminar
angekündigt: „Urbane Identität, das ist kein
homogener Kuchen, denn im gelebten Alltag
entsteht eine Vielzahl unterschiedlicher, sich
meist widerstreitender Identitäten und Welten. Menschen leben in vielen verschiedenen
Mikro-, Meso- und Makrosituationen. Hinzu
kommen Phänomene wie: Subkulturalität,
Fotos: MKJZ
Seit zwei Jahren entwickeln die Kinder
und Jugendlichen des Multikulturellen
Jugendzentrums (MKJZ) im Westend
einen Traumhof. Jetzt wollen sie ein
Konzept für ein „Traumjugendzentrum“
entstehen lassen. Ismail Sahin, der
Leiter des MKJZ: „Der Kinder- und
Jugendrat des MKJZ möchte die Räume
des MKJZ einfach verschönern. Dieses
Vorhaben steht im Arbeitsprogramm
des neu gewählten Gremiums. Auch bei
einer Befragung kam der Wunsch auf,
dass die Räume des MKJZ neu gestaltet
werden sollten. Diesem Wunsch kommen wir entgegen und möchten, dass
die Kids sich bei uns wohl fühlen.“
Gemeinsam auf neue Ideen kommen
Studentinnen und Studenten entwickelten
gemeinsam mit den Kids in mehreren Arbeitsgruppen Ideen und diskutierten über das
Thema. Ismail Sahin: „Bei der Erstellung eines
Raumverschönerungs-Konzepts für das MKJZ
sind die Bedürfnisse und Wünsche der Kids
sehr wichtig. Denn als von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
zertifizierte ’Gut drauf’-Jugendeinrichtung
wollen wir die Qualitätsstandards beibehalten und sie nachhaltig sichern. Das MKJZ
soll ein Ort der Entspannung, der Bewegung,
der gesunden Ernährung sowie von sozialen
Kompetenzen bleiben.“
Architektur & konkretes Leben
Das ist auch das Interesse des nicht nur
in Fachkreisen hoch angesehenen Architektur-Professors Franz Xaver Baier. Als
„Urbane Identität – oder: Wenn Architektur
Wie soll das „Traumjugendzentrum“ aussehen?
Interkulturalität, Fragmentierung, Kampf
um Territorien, Kampf um Zeichen und
Bedeutungen, Kampf um Aufmerksamkeit,
etc. und schließlich Kampf um Selbstentfaltung, Anerkennung, humane Würde. Der
Anteil der Architektur an der Gestaltung von
humaner Identität ist enorm. Jedoch ist die
Architekturszene eher an imposanten Objekten interessiert als an den tatsächlichen,
offenen und verdeckten Bedürfnissen und
Wünschen konkreter Menschen und deren
Lebenswelten.
Genau darum geht es in diesem Seminar,
das die Bachelor-Arbeit begleiten und vertiefen soll: Eintauchen in konkrete Lebenswelten, konkrete Handlungsmuster, etc. und
Gestalten und Entwerfen von da heraus. Als
Übungsfeld kann das Multikulturelle Jugendzentrum im Münchner Westend dienen,
das zur Zeit eine neue Raumkonzeption für
mögliche Veränderungen in die Zukunft
sucht und an unsere Uni herangetreten ist
mit der Bitte, behilflich zu sein. Hier geht
es um die Bedürfnisse von Jugendlichen aus
25 verschiedenen Kulturen und um gestalterische architektonische Möglichkeiten zu
gesellschaftlicher Teilnahme und urbaner
Identität.“
Baier, der Architektur-Design unterrichtet: „Alle Dinge, die Teil der Realität sind,
ob Stein, Musik oder Geschmack, haben eine
räumliche Dimension. Dies ist ihr gemeinsames Vielfaches.“
Weitere Informationen im Internet unter
www.mkjz.de.
Helmar Klier
5|09
8
Aktuell
3. Berufsorientierungstag für Jungen
Auch in der dritten Auflage war die
Anziehung des Berufsorientierungstages für Jungen ungebrochen. Etwa 350
Jungen und ca. 120 Eltern und Pädagogen haben am 16. Mai das Angebot
wahrgenommen, welches in Kooperation von Kreisjugendring München-Stadt
und München-Land, Agentur für Arbeit
und Stadtjugendamt München geplant
und durchgeführt wurde. Den Jungen
standen über 40 Berufe-Männer Rede
und Antwort. Zusätzlich gab es ein
Rahmenprogramm, das dazu einlud
Spaß zu haben und sich vertieft mit
den Themen Berufswahl und Bewerbung
auseinanderzusetzen.
Samstagmorgen, 16. Mai, 9.30 Uhr. Eine
Gruppe von ca. 15 Jungen sitzt, lehnt und
steht vor den Türen des Berufsinformationszentrums in der Kapuzinerstraße. Der
dritte Berufsorientierungstag für Jungen,
kurz BOT, findet heute statt und sie wollen
die ersten sein. Ihnen werden im Laufe des
Tages hunderte anderer Jungen durch die
großen Doppelflügeltüren folgen und von
mehreren Pädagogen an langen Tischen
begrüßt werden.
An den Tischen im Eingangsbereich gibt
es viel zu erfahren. Hier werden die Neuankömmlinge und ihre Begleiter/innen über das
Angebot informiert: über 40 Berufe-Männer
aus verschiedenen Arbeitsbereichen, eine
ganze Bewerbungsstraße zum Vorbereiten
auf den Ernstfall der Ausbildungsplatzsuche,
ein Einstellungstest unter realen Bedingungen, Informationsstände über das Freiwillige
Soziale Jahr, die Kreisjugendringe und die
Arbeitsagentur, Beratungsangebote für Jungen mit Migrationshintergrund, Berufsberater, Elterngesprächsrunden, die Möglichkeit
kostenlose Bewerbungsfotos zu machen oder
lieber erst mal Fußball spielen, kreativ mit
Holz arbeiten, Geschicklichkeitsaufgaben
meistern oder im Cafébereich dem DJ lauschen
und den Laufzettel, den man mitbekommen
hat, studieren und das Gehörte verdauen.
Berufe-Männer
Ein Angebot nehmen alle Jungen war: die
Möglichkeit, sich bei den Berufe-Männern
Informationen über das Arbeitsleben aus
erster Hand zu holen. Das Gespräch mit den
Berufsvertretern bietet einen lebendigen
Blick in den Alltag und die Realität hinter
den oft abstrakten Berufsbezeichnungen
wie Zerspanungsmechaniker, Logopäde oder
Chemisch-Technischer-Assistent. „Was muss
man da eigentlich machen?“ „Was gefällt
Ihnen an dem Beruf am besten?“ „Haben
Sie ein Dienstauto und wie viel Geld kriegen
Sie?“ „Sind Sie da der Chef?“ „Muss man da
studieren?“ „Ist das nicht voll langweilig?“
„Das ist doch ein Frauenjob, oder?!“
5|09
Fotos: Heiko Neumann
Zukünftige Männer fragen nach dem Weg
Telefontraining gehört auch dazu
Der BOT bietet den Jungen die einmalige
Gelegenheit, auf Ansprechpartner für ihre
Fragen zu treffen. Darüber hinaus haben sie
durch das Zufallsprinzip, mit dem die Interviewpartner zugelost werden, die Chance,
Männer in Berufen zu erleben, die doch
angeblich Frauensache sind: Erzieher, Kosmetiker, Altenpfleger.
Manche werden durch dieses plötzliche
Zusammentreffen mit ihnen unbekannten und
unvorstellbaren Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten in ihrer „männlichen“ Sicht auf die Welt
irritiert - „Was, das machen auch Männer?“
- manche vermeintlich bestätigt - „Ist ja klar,
dass so einer wie du so was macht“ - und wieder andere auf neue Möglichkeiten aufmerksam - „Das könnte ich mir auch vorstellen“.
Sicher ist, dass am Ende ihres Besuches alle
Jungen gesehen haben, dass das Berufsleben
für Männer viel mehr zu bieten hat, als nur
eine Handvoll Auswahlmöglichkeiten. Denn
von den knapp 450 Ausbildungsberufen, die
es gibt, drängen ca. 80 Prozent der Jungen
in nur sieben Berufe. Die meisten davon in
technischen oder produzierenden Bereichen
wie Kraftfahrzeugmechatroniker oder Metallbauer. Gerade aber die Berufe in diesen Feldern
sind durch den Wandel von der Industrie- zur
Informations- und Dienstleistungsgesellschaft bedroht. Auch aktuelle Ereignisse wie
die Wirtschaftskrise zeigen, dass Bereiche
wie die Automobilherstellung, in der fast ausschließlich Männer tätig sind, vom massiven
Jetzt gibt‘s ein Los!
Stellenabbau betroffen sind, und dass die
noch bestehenden Anstellungsverhältnisse
kurzfristiger und unsicherer werden.
Männliche Rollenbilder
Studien wie „Männer in Bewegung“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend, 2008) und „Bildungs(miss)erfolge
von Jungen und Berufswahlverhalten bei
Jungen/ männlichen Jugendlichen“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung,
2008) zeigen, dass etwa ein Drittel der Männer nach eher traditionellen Rollenbildern
zu leben versucht und viele Jungen ebenfalls
einen solchen Lebensentwurf anstreben.
Zentraler Bestandteil dieser Lebensplanungen ist die Selbstdefinition über Arbeit und
zwar Arbeit in einem „männlichen“ Beruf, ein
Leben lang. Die Veränderungen der Gesellschaft zwingen die Männer, sich mit neuen
Lebensrealitäten auseinanderzusetzen. Nicht
wenige scheitern daran.
Der BOT bietet den Jungen, die gerade erst
ihr Leben planen, die wichtige Möglichkeit,
auf interessante Art Arbeits- und Lebensformen jenseits von beengenden und nur
noch bedingt zukunftsfähigen Rollenbildern
kennenzulernen.
Dass das nicht nur alles theoretische und gut
gemeinte pädagogische Fantasien sind, zeigt
die Auswertung der Laufzettel. Die Jungen haben mit fast doppelt so vielen Berufe-Männern
gesprochen wie im Vorjahr und ein Blick in die
Gesichter aller beteiligten Pädagogen bei der
Abschlussrunde zeigt, dass es ein arbeitsreicher Tag war, an dem die Jungen viel gefordert
haben und nach Kräften ihren Wünschen
nachgekommen wurde. Der BOT war wieder
eine lebendige und lehrreiche Veranstaltung
auf der viele Jungen, ganz im Gegensatz zum
männlichen Klischee, nach möglichen Wegen
im Leben gefragt haben und viele gefunden
haben, die jenseits der von Männern bereits
ausgetretenen Pfade liegen.
Jochen Raidl
Jungenbeauftragter, KJR München-Stadt
Aktuell
9
Pfingstferien mit Tchaka
Rafting-Aktionstage an der Isar
„Kommando jubeln!“
Wir schreiben die zweite Pfingstferienwoche 2009 – die unendlichen Weiten
der Isar - Wetter heiter bis feucht und
stürmisch.
Liebes Tagebuch,
erstmals heißt es in diesem Jahr fürs
Tchaka, eine Woche am Stück Bootfahren mit
täglich 50 bis 60 Kids. Für mich als Zivi also
Stress, Aufregung, viel Arbeit und die Sorge
um das Wetter. Alles blöd und anstrengend?!
– Nein ganz bestimmt nicht!
Nachdem der Bootsschuppen komplett
leergeräumt und alles eingeladen war, ging
es am Mittwochmorgen los Richtung Lenggries.
Als die Boote klargemacht waren und die
Bekleidung für die Mannschaften vorbereitet war, kamen auch schon die ersten Kids
mit Betreuer/innen. Schließlich hieß es für
alle „ab in die Neos!“, was den einen oder
die andere vor gewisse Probleme stellte
- und dann ging es auch schon los mit der
Sicherheitseinweisung von Elias, inklusive
der wichtigsten Kommandos auf den Booten,
Ganz schön mutig!
z.B. „Kommando jubeln“ oder auch das allseits beliebte „Kommando winken“, welche
durchaus ansehnlich wiedergegeben wurden.
Highlight war jedoch immer die gefürchtete
Stromschnelle „Isarburg“, wo anschließend
Brotzeit gemacht wurde. Glücklich, den
ersten Tag über die Bühne gebracht zu haben, fiel ich nach ausgiebigem Neowaschen
erschöpft ins Bett.
Am Donnerstag hieß es von neuem die
Jungs und Mädels für die Neos zu begeistern.
Unerwartet, aber höchst belustigend für die
Bootsführer, ging während der Einweisung
ein Platzregen vom Himmel. Nichtsdestotrotz gab es Action en masse und Petrus hat
es im Laufe des Tages auch wieder gut mit
uns gemeint.
Liebes Tagebuch,
heute waren wieder viele Kinder da. Bombenstimmung schon zu Beginn, und als wir
dann auf dem Wasser waren, hat sich auch
das Wetter von seiner besten Seite gezeigt.
Es wurde auf den verschiedenen Booten
sowohl meditatives als auch lautes, lustiges
Bootfahren ausgeübt.
Die Anreise am Samstag war für die Jungs
und Mädels eine Geduldsprobe, da sie - bedingt durch einen Lokschaden - gefühlte 100
Stunden im Zug warten mussten. Doch auch
das knickte ihre gute Laune nicht. Endlich
auf dem Wasser konnten die Wasserschlachten mit den Booten von Lukas, Björn und
Elias beginnen.
Der Sonntag, den wir mit den Verbänden
des KJR verbringen durften, gestaltete sich
für uns nochmals spaßig und aufregend.
Nach 1000000 Paddlergrüßen und dem neu
eingeführten Kommando „Ja Hallooooooo“
war es vollbracht.
Doch für uns war es immer noch nicht
vorbei. Bei wieder schlechterem Wetter, aber
dennoch guter Stimmung waren wir an den
nächsten zwei Tagen mit dem JT Neuaubing
und dem MKJZ Westend im Rahmen einer
Schulkooperation voll eingespannt.
Nach sieben anstrengenden Tagen, 400
glücklichen Kindern und Jugendlichen hieß
es dann Abschied nehmen.
Wir hoffen, dass alle mindestens genauso
viel Spaß hatten wie wir und freuen uns auf
nächstes Jahr - am selben Ort zur selben
Zeit.
Mit dabei waren: ’s Dülfer, ABIX, FZT Freimann, Der Club, JT Neuhausen, aqu@rium,
Aubinger Tenne, FreiRaum, JT Lerchenauer,
Internationaler Jugendclub, IG-Jugend e.V.,
All Inclusive, StadtschülerInnenvertretung,
Kath. Jugendstelle Bogenhausen und Münchner Sportjugend.
Unser Dank geht an alle Bootsführer/innen,
u.a. Gerhard Wagner, Nici Endrich, Flo Sachs,
die Kamerafrau Sina Köstler, alle Betreuer/
innen und alle, die ich vergessen habe. Einen
kräftigen Paddlergruß und ahoi!
Moritz „Momo“ Fischbach,
Tchaka, KJR
5|09
10
Aktuell
Das Intermezzo lädt Schüler und Schülerinnen zur Konfrontation
Rechte Gewalt gestern wie heute
Wie akut der geschichtliche Schatten in
die Gegenwart reicht, zeigte nicht zuletzt
am 23. Mai die Demonstration der „Freien
Nationalisten München“ zum 60. Jahrestag des Inkrafttretens des Grundgesetzes
mit der Aufforderung zur Abschaffung des
§ 130 StGB.
Ursachen und Ausdrucksformen rechter
Gewalt im Spiegel tatsächlicher Ereignisse
hat sich das Theaterstück „Elly und Ingo“ des
ueTheater Regensburg gewidmet. Gefördert
vom Bundesprogramm „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“
und vorgestellt auf unterschiedlichsten
Schulbühnen rückt der Dialog die historische
Persönlichkeit der Lehrerin Elly Maldaque
in den Mittelpunkt. Verfolgt vom nationalsozialistischen Terror konfrontiert sich
die Bühnenfigur mit dem Paradenazi Ingo,
der für die von ihm propagierten Mittel der
Gewalt und Verachtung seine gescheiterte
Sozialisation ins Feld führt. So stehen sich
positive und negative Identifikationsfigur
in einem mitunter atemlosen Rededuell um
vermeintliches Recht und Unrecht direkt
gegenüber. Diese Spannung erreicht unmittelbar das Publikum der 60 Jugendlichen aus
der Hauptschule an der Walliser Straße, die
Foto: Heiko Neumann
Springerstiefel und Glatze symbolisieren für viele Jugendliche den
typischen Nazi. Bei Fragen nach dem
geschichtlichen Hintergrund und den
demokratischen Bürgerrechten während der Naziherrschaft steht man oft
erschreckender Unkenntnis gegenüber:
Klischees, Halbwahrheiten und ein
sehr bruchstückhaftes Verständnis von
rechter Gewalt.
„Nazi Ingo“ spielt seine Rolle gut
das Intermezzo auf Anfrage des Vorsitzenden im Bezirksausschuss 19, Hans Bauer, in
den Bürgersaal Fürstenried zur Aufführung
geladen hat. Gerade noch in körperlicher
Auseinandersetzung auf der Bühne, im
nächsten Augenblick schon voller Wut mitten
im Publikum – Ingo hinterlässt eine bedrückende Atmosphäre und viele Fragen in den
unsicheren Augen der Jugendlichen.
So war es wichtig, die Situation im Anschluss aufzulösen. „Elly und Ingo“ - sowie
der Autor und Regisseur Kurt Raster - stellten
sich freundlich und auskunftsfreudig den
unzähligen Nachfragen ihres Publikums
und brachten Licht ins Dunkel mancher Unkenntnis über Rechtsextremismus gestern
und heute. In diesem Sinne ein notwendiges
Abrunden eines durchaus aufrüttelnden
Vormittags. Nachbearbeitet wurde die Veranstaltung an der Hauptschule unter dem
Motto „Gewalt mit allen Sinnen“, in denen
Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen
von Gewaltanwendung bearbeitet wurden.
Angeleitet durch die Lehrerin Renata Libera
gestalteten Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität am 23. Juni diese methodische Herausforderung in diversen Workshops
mit Musik, Sport, bildender Kunst, Theater
und Literatur und stellten so die Nachhaltigkeit sicher.
Mehr Infos unter www.uetheater.de
Heiko Neumann
Intermezzo, KJR
Das Laimer wird saniert
Umzug in die Container
Seit Jahren stand im Laimer die Generalsanierung an: zuerst das Bangen, ob
wir auf die Prioritätenliste kommen,
dann das Bangen, ob in der Krise das
Geld reicht, um überhaupt zu sanieren,
dann die unzähligen Besprechungen
mit den zuständigen Referaten und
Unterbereichen. Dann die konkrete
Planung: wo wollt ihr welche Steckdose? Wo ein zusätzliches Fenster? Die
DJ-Kanzel? Welcher Baum darf weg,
wie viele müssen stattdessen gepflanzt
werden?
Das Verhandeln um die einzelnen Posten
erinnerte an einen orientalischen Bazar, wo
mancher Kollege sich als sehr beharrlich
erwies. Aber dann stand der Umzugstermin
fest und es hieß Abschied nehmen vom Haus.
5|09
Langsam fingen wir an: Ordner ausmisten, Fotos sortieren und dabei auch in Erinnerungen
an ehemalige Jugendliche und Kolleg/innen
und erlebte Situationen schwelgen. Und natürlich die großen Fragen: was muss mit in
die Container, auf was kann verzichtet und
was kann für etwa zehn Monate eingelagert
werden, wer nimmt unseren Billardtisch in
Obhut, wer unsere wunderschönen Pflanzen…? Denn unsere Übergangsbleibe hat
bescheidene 81 qm.
Je näher der Termin rückte, umso schwerer
fiel der Abschied. Eine Auszugs-Farewell-Party wurde organisiert, um allen Ehemaligen,
Ex-Kolleg/innen, Praktikant/innen u.a.
die Möglichkeit zu geben, sich vom Haus,
wie es 42 Jahre lang war, zu verabschieden:
dem Kollegen, der vor 15 Jahren die bis dato
noch genutzte Theke mit Jugendlichen ge-
baut hatte, dem Ex-Jugendbeamten, der in
unserem Haus ein und aus ging, ehemaligen
Kolleg/innen, die ihr Handwerkszeug im
Laimer gelernt haben etc.
Auch für mich wurde es sentimental, denn
vor 12 Jahren hatte ich im Laimer das AhaErlebnis. Direkt nach dem Studium kam ich zu
einem Kennenlern-Treffen abends ins Laimer,
um mir ein Bild von der Jugendarbeit zu
machen und mich eventuell um eine vakante
Stelle zu bewerben. Voller Unkenntnis - keine
Ahnung von der Vielfalt, die die Jugendarbeit
bietet, keine Berührungspunkte mit dem Klientel der Jugendzentren - betrat ich das Foyer
des Laimer. Und fühlte mich „atmosphärisch“ sofort wohl. Die Jugendlichen waren
zurückhaltend freundlich und die Kollegen
„verkauften“ mir sehr motiviert das Haus und
die Arbeit. Inspiriert und voller Tatendrang
Aktuell
bewarb ich mich, bekam - im zweiten Anlauf die Stelle und lernte die Jugendarbeit von der
Pike auf. Von Tiefpunkten, wo ich fast kündigen wollte, da ich mit der Verachtung einiger
männlicher Jugendlicher nicht zurechtkam.
Wo ich nicht verstehen konnte, warum junge
Frauen lieber eine Lehre machen sollten als
auf weiterführende Schulen zu gehen, nur
weil sie Mädchen sind. Wo gewalttätige Auseinandersetzungen an die Substanz gingen.
Und die Höhepunkte, wo Jugendliche sich
von deinem Rat inspirieren lassen, Kinder
die Schule bestehen, weil sie die Unterstützung bei uns bekommen, Jugendliche dich
zu ihrer Hochzeit einladen und ihre Kinder
stolz vorbeibringen. Hier lernte und verfestigte ich MEIN Handwerkszeug, mich mit
Jugendlichen konkret und manchmal auch
emotional auseinanderzusetzen, „meine
Frau zu stehen“. Hier konnte ich über die
vielen Fortbildungsmöglichkeiten Wissen
auffrischen, Neues lernen und in die Praxis
umsetzen. Ich lernte kompetente und engagierte Kolleginnen und Kollegen kennen,
die Spaß und das Know-how hatten und mit
denen mich bis heute noch freundschaftliche
Kontakte verbinden.
11
Alles muss raus!
Im Großen und Ganzem war es eine „verdammt“ gute Zeit im „alten“ Laimer, die
ich beruflich und persönlich nicht missen
möchte. Aber „auf zu neuen Ufern“, sagt
man doch so gerne… also auf ins „neue“
Laimer! Auf viele neue tolle Erfahrungen im
neuen Haus!
Alexandra Krohn
Das Laimer Jugendzentrum, KJR
Ferienspaß im Kinderhaus Wolkerweg
Afrikareise und Mädchenübernachtung
Wem in den vergangenen Pfingstferien
langweilig war, dem hatte das Kinderhaus viel zu bieten: Nach unserer „Zeitreise ins Land der Pharaonen“ in den
Osterferien mit 18 Kindern landeten
wir dieses Mal zwischen Buschtrommeln, heißer Steppe und wilden Tänzen
mitten in Afrika.
20 Kinder werkelten, tobten, trommelten
und tanzten vier Tage lang im und um das
Haus herum. Begleitet wurden sie dabei von
afrikanischen CD-Klängen, die ab dem zweiten Tag von sämtlichen Musikinstrumenten
im Haus untermalt wurden - Trommeln,
Rasseln, Kochlöffel, Flöten, Schellen und
vieles mehr…
Unterbrochen wurde die Reise allenfalls
von einer (nicht-afrikanischen) Brotzeit und
ausgiebigen Toberaum-Pausen. Am zweiten
Tag fand ein Besuch bei den (echten) wilden
Tieren im Afrika-Gebiet des Tierparks Hellabrunn statt. Vier Tierfamilien - Zebras, Giraffen, Fledermäuse und Affentiger - schlugen
sich tapfer durchs Pfingstferiengedränge und
drei Kinder gewannen am Ende beim Zoo-Quiz
die heiß ersehnten Preise. Am letzten Tag
verließen 20 zufrieden beglückte Kinder das
Kinderhaus - mit selbst gebauter Trommel,
Zauberfedermännchen und afrikanischem
Schmuck um den Hals.
Für einige ging es in der darauf folgenden
Woche weiter mit der Mädchenübernachtung!
Die Renner hierbei waren Pizza backen,
Freundschaftsbänder knüpfen und Haarbänder flechten sowie der Film „Die Rote
Zora“. Absoluter Höhepunkt war natürlich
das urgemütliche Schlaflager im Toberaum
- mit Ober- und Untergeschoss! Der Umgang
miteinander war auch hier sehr freundschaftlich, Streitereien und „Zickenterror“ blieben
aus, nur die Frage, wer in der Nacht mehr
Lärm verursacht hat - Ober- oder Untergeschoss - konnte nicht abschließend geklärt
werden…
Sowohl Kinder als auch Eltern äußerten
sich begeistert über die gelungene, von vielen
spontanen Aktionen und Ideen der Kinder
inspirierten Wochen.
Das Konzept der Ferienbetreuung mit
fester Anmeldung, Teilnahmegebühr und
Zeitrahmen hat sich nun bereits zum vierten
Mal bewährt. Die Idee der Themenwochen
wird sehr begrüßt - nach Mittelalter, Ägypten
und Afrika folgen im Sommer zwei Wochen
„Sommer, Sonne, Spaß“ und „Geheimnisvolle
Welt der Steine“ – ein großer Teil der „Ferienkids“ ist schon zu „Stamm-Ferienkindern“
geworden. Und auch unsere Kursangebote
bekommen mittlerweile Zulauf durch die
Ferienkinder.
Anne Brekle, KH Wolkerweg, KJR
5|09
12
Aktuell
Bewerbungstraining beim Marriott-Hotel
Fit für den Beruf
Was sind die Grundregeln bei einer Bewerbung für einen Ausbildungsplatz? Was ist das
Geheimnis, dass man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird? Welche Fragen
stellen normalerweise die Personalchefs?
Neun Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen an der Ridlerstraße, an der Weilerstraße sowie an der Wiesentfelser Straße, die an
einem realitätsnahen Vorstellungsgespräch
beim Marriott-Hotel teilgenommen hatten,
konnten am 29. Mai diese Fragen klären.
Es war ein Bewerbungstraining besonderer
Art: Denn der Personalchef des MarriottHotels, Holger Lackemann, nahm sich einen
Tag lang für die neun Schüler/innen Zeit und
führte mit ihnen Vorstellungsgespräche.
Die Schüler/innen hatten vor dem Vorstellungsgespräch ihre Bewerbungsmappen
mit sämtlichen Unterlagen vorbereitet: Anschreiben, Lebenslauf, Foto, Zeugnisse usw.
Vor dem Vorstellungsgespräch hatten sie im
Internet recherchiert und Informationen
über den Beruf Hotelfachfrau/-mann sowie
über das Marriott-Hotel gesammelt.
Verständlich, dass viele nun am Tag des
Vorstellungsgesprächs nervös und aufgeregt auf das Gespräch warteten. Denn der
Personalchef des Marriott-Hotels leitete die
Vorstellungsgespräche persönlich. Und er
holte alle Beweber/innen persönlich im Foyer
des Hotels zum Gespräch ab.
Nach den Vorstellungsgesprächen fand
eine gemeinsame Feedback- und Reflexionsrunde in einem Konferenzsaal des Hotels
statt, bei der alle Schüler/innen anwesend
waren. Dabei besprach Holger Lackemann
Der Personalchef holt die Berwerber/innen persönlich zum Vorstellungsgespräch ab.
mit den Jugendlichen, was sie beim Vorstellungsgespräch gut oder falsch gemacht
hatten. Zunächst einmal lobte er alle in
der Runde, da ihre Anschreiben gut und ordentlich waren. „Das Anschreiben für einen
Ausbildungsplatz ist der Schlüssel für ein
Vorstellungsgespräch“, betonte Lackemann.
Die zugesandten Unterlagen entscheiden
also, ob man zu einem Vorstellungsgespräch
eingeladen wird oder nicht.
Das Anschreiben muss zunächst vollständig sein, also folgende Inhalte haben: eigene
Adresse, Adresse des Empfängers, Datum,
Betreff, Anrede, das Kernstück des Anschreibens, Gruß, Unterschrift sowie Anlagen. Und
das ist noch nicht alles: Das Anschreiben
muss mit sämtlichen Unterlagen, wie Zeugnisse, Lebenslauf und Foto dem Unternehmen
zugeschickt werden.
Was beim Anschreiben außerdem sehr
wichtig ist: Alles muss richtig geschrieben
sein! Ein Rechtschreibfehler könne hier für
die Bewerbung „fatal“ sein, so Lackemann.
Es sei möglich, dass man aufgrund eines
solchen Fehlers eine Absage erhalte. Daher
sollte man alle Unterlagen mehrmals selbst
kontrollieren und kontrollieren lassen.
Lackemann betonte auch, dass man sich
für ein Vorstellungsgespräch unbedingt
vorbereiten müsse. Um dieses erfolgreich zu
überstehen, solle man sich auf alle möglichen
Fragen, auch auf unangenehme, vorbereiten.
Man müsse glaubhaft den Eindruck vermitteln, dass man sich über das Unternehmen
gut informiert hat, sich dafür interessiert
und es bewusst ausgewählt hat. Lackemann
gab den Kids außerdem mit auf den Weg, dass
Motivation und Engagement der Bewerber/
innen eine große Rolle spielen.
Das Marriott-Hotel kooperiert seit drei
Jahren mit dem MKJZ.
Ismail Sahin, MKJZ Westend, KJR
Ausflug nach Poing
260 Kinderbeine erobern den Wildpark
Am Tag zuvor hatte es noch wie aus
Kübeln gegossen. Aber wenn sich 130
Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren ganz
doll darauf freuen, einen Ausflug zu
machen, hat auch Petrus ein Einsehen.
Und so konnte es am 19. Mai endlich
losgehen – die Kooperationseinrichtung in der Riemerschmidstraße fuhr
bei idealem Reisewetter in den Wildpark Poing.
Um 8.45 Uhr stieg die Rasselbande voller
Vorfreude in die 3 Busse – mitsamt Leiterwagen, Großkinderwagen für 6 Kinder, 20
begleitenden Erwachsenen und jeder Menge
Taschen mit dem, was man tagsüber für Schleckermäuler, triefende Nasen, aufgeschürfte
5|09
Knie etc. so braucht. An dieser Stelle ein
ganz großes Dankeschön an den Weißblauen
Bumerang und die Polo Moden GmbH, die uns
diesen schönen Ausflug komplett finanziert
haben!
Nach einer halben Stunde Busfahrt und ungezählten „Wann sind wir endlich da?“ hieß
uns der Wildpark Poing willkommen – schon
am Eingang begrüßten uns Meerschweinchen und Kaninchen. Beim Rundgang über
das 570.000 qm große Gelände bestaunten
wir Schwäne, Enten, Pfauen, Fische, Biber,
Wölfe, Esel, Ziegen – und auch die eigentlich
sehr scheuen Rehe ließen sich streicheln und
füttern. Was für ein Erlebnis!
Am großen Rastplatz angekommen, war es
Zeit zu verschnaufen und die mitgebrachte
Brotzeit zu verzehren. Aber dann gab es kein
Halten mehr, denn der riesige Spielplatz
lockte. Wer dazu keine Lust hatte, machte
sich auf, um den Bären und Wildschweinen
einen Besuch abzustatten.
Aber jeder Tag neigt sich einmal dem Ende
zu und es ging wieder zurück nach München
ins Hasenbergl. Auf der Rückfahrt wurde es
schnell still. Die meisten Kinder schliefen vor
Erschöpfung ein. Zuhause konnten sie dann
topfit von den Tieren in Poing erzählen.
Barbara Kulzer und Mareike Winter
Kooperationseinrichtung Riemerschmidstraße, KJR
Foto: Ismail Sahin
Das Multikulturelle Jugendzentrum
(MKJZ) Westend und der Jugendtreff
Neuaubing organisierten ein Bewerbungstraining beim Marriott-Hotel.
Aktuell
13
Wie Jugendliche den Gefahren des Konsums begegnen
Und Geld spielt doch eine Rolle!
Eine Kooperationsveranstaltung des
Laimer Jugendzentrum und CashlessMünchen, dem Schuldenpräventionsprojekt, an der Hauptschule an der
Fürstenrieder Straße beschäftigte sich
mit dem Thema Jugend und Schulden.
Schulden stellen auch ohne Wirtschaftskrise
ein Problem dar. Und das nicht nur für Banken,
sondern insbesondere auch für Kinder und Jugendliche, die immer mehr zu den potentiellen
Kunden des Marktgeschehens zählen. Ob es nun
Handys, „stylische“ Kleidung oder alles rund
um den Multimediabereich ist: das Verlangen,
Dinge zu besitzen und das zu jedem Preis, lässt
immer häufiger auch Kinder und Jugendliche
in die Schuldenfalle tappen. Diese Problematik
sollte am Aktionstag in der Hauptschule Fürstenrieder Straße, in Form eines Stationenlaufs
mit der 7. Klasse thematisiert und behandelt
werden, um den Jugendlichen ein Gespür zu
geben, welche Werbestrategien und Kaufreize
ihnen im Alltag begegnen, wie gefährlich der
unüberlegte Umgang mit einem Handy sein
Gruppenarbeit
auch mit eigenem Wissen und Erfahrungen
ein. Insbesondere dabei zeigte sich, dass
eigentlich viele Jugendliche über Gefahren
des Konsums Bescheid wissen, diese jedoch
im entscheidenden Moment oftmals nicht
erkennen. Hierin lag auch der Erfolg der
Veranstaltung, da wir den Jugendlichen diese
Momente deutlicher machen konnten, damit
sie diese in Zukunft erkennen. Nach zweieinhalb Stunden ging der Aktionstag mit einer
Vorstellung des in den Gruppen erarbeiteten
Materials und einer kurzen Feedbackrunde
zu Ende. Alle Beteiligten zeigten sich sehr
zufrieden und für die Zukunft sind weitere
Kooperationen zwischen der Fürstenrieder
Schule, Cashless und dem Laimer Jugendzentrum geplant.
Benedikt Kämmerling,
FH-Praktikant, Das Laimer, KJR
Vernissage in der Galerie 90
Kinder und Kunst
So viel Werbung!
kann, inwiefern es einen Unterschied zwischen
Bedürfnissen und Wünschen gibt und was denn
überhaupt ein „problematischer Konsum“ ist.
Zwei dieser Stationen übernahmen das Laimer
und zwei die Kolleginnen von Cashless. Der Tag
begann mit einer Begrüßungsrunde, bei der die
Mitarbeiter des Laimer auch einige Gesichter
aus dem offenen Treff wiedererkannten, was
den Einstieg wesentlich erleichterte.
Ein kurzes Aufwärmspiel brachte alle auf
die nötige „Betriebstemperatur“, bevor es
dann - im Rundlaufprinzip - an die Bewältigung der einzelnen Stationen ging. Die
Schüler/innen, in vier Gruppen aufgeteilt,
hatten bei jeder Station 30 Minuten Zeit,
alles Wissenswerte über den jeweiligen Themenbereich zu erfahren und dieses Wissen
anhand von Aufgaben - wie ein Werbeplakat
selbst zu erstellen oder bei speziell auf problematische Konsumarten ausgelegten Alltagsgeschichten herauszufinden, um welche
Art Konsum es sich handelt - zu überprüfen.
Die Gruppen zeigten großes Interesse an den
Inhalten des Aktionstages und brachten sich
Viele der jungen Künstlerinnen und
Künstler waren persönlich anwesend,
als am 18. Juni die Ausstellung „Kinder und Kunst“ in der Galerie 90
eröffnet wurde.
Die ausgestellten Bilder, Collagen und
großformatigen Bildskulpturen in unterschiedlichen Techniken sind in fünf Kindertageseinrichtungen des KJR entstanden:
Kinder von der Kooperationseinrichtung
in der Riemerschmidstraße, von Kindervilla Theresia, Kindervilla Drei Eichen, aus
dem Kindergarten Kunterbunt und von
den Clubmäusen haben mit viel Freude an
Farben und Formen und sehr kreativ verschiedene Themen gestalterisch umgesetzt.
Die Ausstellung ist noch bis 18. September
zu sehen. Fotos von der Vernissage gibt es
unter http://galerie.kjr-muenchen-stadt.
de/galerie_kinderkunst
5|09
14
Aktuell
JIZ-Filmreihe
Vorhang zu – Vorhang auf!
Die JIZ-Spielfilmreihe verabschiedet
sich - für 2009 und von der Paul-Heyse-Straße. Nach dem Erfolg in diesem
Jahr wird es am neuen JIZ-Standort im
kommenden Jahr eine vierte Staffel der
Reihe „Aus der Fremde – in die Fremde!?“ geben. Auch die IG Initiativgruppe ist als Partner und Veranstaltungsort
2010 wieder dabei.
Rund 30 (meist jugendliche) Besucher/innen amüsierten sich am 16. Juni beim Filmabend im JIZ, denn für die letzte Veranstaltung
für 2009 stand die turbulente Komödie „My
Big Fat Greek Wedding“ auf dem Programm.
Nicht turbulent, aber sehr intensiv und angeregt verlief wieder einmal die anschließende
Diskussion mit Cumali Naz (Ausländerbeirat),
dem Publikum und der geladenen Expertin.
Dieses Mal stand Isabell Riedling vom Verband binationaler Partnerschften (iaf) zum
Thema „multikulturelle Beziehungen“ Rede
und Antwort.
Für die diesjährige Veranstaltungsreihe
können wir eine sehr positive Bilanz ziehen.
Mit über 200 Besucher/innen an fünf Filmabenden sind wir nicht nur zahlenmäßig hoch
zufrieden, sondern mit einer Quote von über
80 % junger Gäste haben wir unser Hauptziel
erreicht. Dieses war und ist, durch Spielfilme mit jungen Leuten über die Themen
„Migration“ und „Integration“ ins Gespräch
zu kommen.
Die 2009 erstmalige Kooperation mit
„MIKADO – Jugendkultur und -bildung“ des
Vereins IG Initiativgruppe hat sich in jeder
Hinsicht bewährt. Der IG-Saal in der Karlstraße 48-50 ist hervorragend für Filmvorführungen geeignet und die guten Kontakte
dieses großen Vereins und das rege Interesse
Cumali Naz und Isabell Riedling diskutieren mit dem Publikum.
des Jugendverbandes „IG Jugend“ machten
auch die beiden Filmabende bei der IG zu
einem großen Erfolg!
Filme und Gäste 2009:
■ „Persepolis“ - mit Marina Khanide (Sozialpädagogin und Trainerin für interkulturelle Verständigung)
■ „Kebab Connection“ - mit Manfred Bosl
(Geschäftsführer der Initiativgruppe
e.V.)
■ „Lichter“ - mit Anna Mackowiak (Anwältin, Rechtshilfe für Ausländerinnen und
Ausländer München e.V.)
■ „Hoppet“ - mit Monika Steinhauser
(Münchner Flüchtlingsrat)
■ „My Big Fat Greek Wedding“ - mit Isabell
Riedling (Verband binationaler Familien
und Partnerschaften e.V. - iaf)
Für uns JIZ-Mitarbeiter/innen heißt es nun
langsam Abschied nehmen von der Paul-Heyse-Straße, denn im Herbst steht der Umzug
in die Herzogspitalstraße an. Aber eines ist
sicher, auch dort werden wir die Film- und
Diskussionsreihe „Aus der Fremde – in die
Fremde!?“ weiterführen.
Das Programm für Jahr 2010 sollte trotz
Umzug im November 2009 stehen und kann,
ebenso wie alle Infos zu den vergangenen
drei Staffeln, unter www.filmreihe.jiz-m.de
online abgerufen werden.
Stephan Hadrava,
Jugendinformationszentrum (JIZ)
50 Jahre 2Club
Der Kinder- und Jugendtreff 2Club
(ehemals JT am Pullacher Platz)
feierte am 15. Mai sein 50-jähriges
Bestehen.
Schon um 14 Uhr ging’s los mit
abwechslungsreichem Kinderprogramm, der offizielle Teil wurde
um 17.30 Uhr mit einem Sektempfang eröffnet. Stadtrat Christian
Müller überbrachte die Grußworte
der Landeshauptstadt München.
KJR-Vorsitzende Karin Ruckdäschel
dankte dem Einrichtungs-Team um
die langjährige Leiterin Thea Wolff
für ihr großes Engagement für Kinder
und Jugendliche. Diese begeisterten
anschließend die zahlreich erschienenen Gäste mit verschiedenen
Gesangs- und Tanzauftritten.
Bilder vom Jubiläum sind unter
http://galerie.kjr-muenchen-stadt.
de/2club zu sehen.
5|09
Aktuell
15
Aktionstag der Jugendarbeit
Wir sind die Zukunft
Unter dem Motto „Jugendarbeit ist
eine sichere Bank“ machten der Kreisjugendring München-Stadt (KJR), der
Münchener Trichter (MT) und das Fachforum Freizeitstätten am 19. Mai mit
einer beeindruckenden Aktion auf ihre
Arbeit aufmerksam. 80 Einrichtungen
der Kinder- und Jugendarbeit zogen mit
über 900 Teilnehmenden in einer bunten, phantasievollen Demonstration
vom Isartor zum Marienplatz.
Eine einfallsreichere Demo hat München
selten erlebt: Einradfahrer, Eisbären auf
Stelzen, bunte Bänke, einfarbige Bänke, Rasenbänke, Rollibänke, eine Goldeselbank. In
ausgelassener Partystimmung, bei schönstem
Wetter und grooviger Musik versammelten
sich die kleinen und auch die schon etwas
größeren Demonstrant/innen zum Abschlussevent auf dem Marienplatz. Die Stadträte
Jutta Koller und Christian Müller hatten dann
vor großem Publikum die Qual der Wahl: Sie
mussten von 80 originellen Bänken die originellste finden. Die Entscheidung war knapp
und fiel schließlich auf das Objekt der AG
Buhlstraße und der Freizeitstätte Neuland:
Eine Bank in Form einer Waage – die Seite
Jugendarbeit bewegt sich nach oben, sobald
auf der anderen Seite Geld eingesetzt wird.
Eine denkwürdige Kampagne – lehrreich,
beziehungsreich, anspielungsreich. Und für
das internationale Publikum auf dem Marienplatz auch staunenswert: Was, bitteschön,
ist von einer Bankpolonaise zu halten, einem
Radioballett auf dem Marienplatz
Radioballett gar? Zu Regieanweisungen über
Kopfhörer verrenkten sich die Kinder und Jugendlichen in einer geheimnisvollen, überraschenden Choreographie. Kids aller Nationen
verbreiteten auf diesem Event nicht nur gute
Laune - kostümiert, maskiert, geschminkt.
Sie leisteten vor allem Überzeugungsarbeit in
eigener Sache: Wir sind die Zukunft!
Die prämierte Bank hat einen Platz an prominenter Stelle im Rathaus gefunden. Dort
soll sie die Verantwortlichen erinnern: Jugendarbeit ist eine sichere Bank! Hier lohnt
jede Investition. Immer. Zinsen garantiert.
Bilder vom Aktionstag sind unter http://
galerie.kjr-muenchen-stadt.de/aktionstag09
zu sehen.
Joachim Berg,
Internationales Jugendzentrum Haidhausen
Klaus Köhler verabschiedet
40 Jahre Jugendtreff Cosimapark
Nach über 25-jähriger Tätigkeit beim KJR wurde Klaus Köhler
- einen Tag vor seinem 65. Geburtstag - mit einer kleinen Feier
im Jugendinformationszentrum in den Ruhestand verabschiedet. KJR-Geschäftsführer Franz Schnitzlbaumer dankte ihm für
sein großes Engagement als Supervisor und bei der Beratung
von Pädagog/innen sowie der Betreuung von Praktikant/innen
mit einem bunten Blumenstrauß. Auch Simone Schiller, Leiterin der Abteilung Personalmanagement, wünschte Klaus Köhler
alles Gute für die nun vor ihm liegende Zeit und gab ihm zur
Inspiration einen Reiseführer für „1000 Orte, die man gesehen
haben muss“ mit auf den Weg.
Abteilungsleiterin Mechthilde Heiler gratulierte Einrichtungsleiter Volker Jaentschi zum 40. Geburtstag des Jugendtreffs
mit einer entsprechenden Anzahl Überraschungseier. Gegen
einen Wunsch für die Einrichtung - laut verkündet von der
Bühne - wurden die Süßigkeiten an die Kinder verteilt. Team
und Besucher/innen warten jetzt sehnsüchtig auf die Fertigstellung des Neubaus, der direkt hinter dem Cosi, entsteht.
Bilder vom Jubiläum sind unter
http://galerie.kjr-muenchen-stadt.de/cosi40 zu sehen.
5|09
Ehrenamt – was bringt‘s?
Foto: sxc.hu
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Jugend und Ehrenamt
Engagement – Was nützt mir das?
Jugendliche, die sich freiwillig in Jugendorganisationen, Initiativen oder
Interessensvertretungen engagieren,
verbringen dort nicht nur ihre freie
Zeit mit Gleichaltrigen, sie lernen
auch etwas. Dies stellt eine Studie
der TU Dortmund und des Deutschen
Jugendinstituts fest, die 2008 veröffentlicht wurde*.
Wenn Jugendliche sich engagieren, dann
fragen sie in der Regel nicht nach dem
persönlichen Nutzen. Sie übernehmen Verantwortung, weil sie als Kinder selbst gute
Erfahrungen mit Organisationen gemacht
haben, weil Freunde oder Verwandte bereits
dort tätig sind oder aus konkretem Sachinteresse. In den Organisationen bewegen sie
sich zum einen in vorgegebenen Strukturen,
machen zum anderen aber immer wieder die
Erfahrung, improvisieren zu müssen und es
mit chaotischen Situationen zu tun zu haben.
Diese „pädagogisch organisierte Anarchie“,
wie Benedikt Sturzenhecker die Diffusität im
Bereich der Jugendarbeit einmal bezeichnet
hat, birgt besondere Lernchancen.
Lernförderliche
Rahmenbedingungen
Aus der Motivations- und Lernforschung
ist bekannt, dass Freiwilligkeit eine wichtige
Voraussetzung für die Motivation zum Lernen
ist. Freiwillig ist sowohl die Aufnahme eines
Engagements, als auch die Art, Intensität und
Dauer der ausgeübten Tätigkeit. Außerdem
spielt die Verantwortungsübernahme in
5|09
Ernstsituationen eine besondere Rolle. Heranwachsenden, die durch die lange Schulphase, den Aufschub von Erwerbstätigkeit und
ökonomischer Selbständigkeit weitgehend
von gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme ferngehalten werden, bietet das
freiwillige Engagement die Möglichkeit,
in einem geschützten Rahmen sukzessiv
Aufgaben und Verantwortung für andere zu
übernehmen.
Wichtig erscheint außerdem das Handeln
in Gruppen und Teams. Die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen und Erwachsenen bedeutet nicht nur das Erleben von
Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft,
sondern motiviert zusätzlich und fördert die
Fähigkeit zur Teamarbeit. In den Organisationen finden Jugendliche Möglichkeiten und
Anregungen, sich selbst zu erproben und zu
erfahren sowie sich mit unterschiedlichen
Lebensentwürfen, Werten und Anschauungen auseinanderzusetzen.
Die Settings des freiwilligen Engagements
bieten zudem Frei- und Gestaltungsspiel-
räume zum Ausprobieren, aber auch zum
Mitbestimmen und Selbst-Organisieren. Für
Lernprozesse besonders wichtig ist dabei,
dass ein enger Zusammenhang zwischen
Lernen und Handeln besteht. Im Sinne von
learning by doing fällt Üben und Handeln
im Ernstfall inhaltlich und zeitlich oft
eng zusammen, was von den Befragten
manchmal als „Sprung ins kalte Wasser“
beschrieben wird. Dies mag zu Turbulenzen
führen, gegenüber den schulischen Anforderungen, die sich ohne unmittelbaren
Handlungsdruck vorrangig auf die Bewältigung intellektuell-kognitiver Aufgaben
beziehen, bietet freiwilliges Engagement für
Heranwachsende aber häufig die erste Gelegenheit und Herausforderung, sich handelnd
zu erfahren und zu bewähren.
Lernförderlich wirken solche Situationen insbesondere dann, wenn sie von
erfahrenen Mitarbeiter/innen begleitet
und unterstützt werden. Es hat sich in den
Interviews gezeigt, dass es für die Bereitschaft Jugendlicher, Verantwortung zu
* Düx, Wiebken/Prein, Gerald/Sass, Erich/Tully, Claus J. (2008): Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement. Eine empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter, Wiesbaden
2008 veröffentlicht. Die Buchveröffentlichung enthält die Ergebnisse eines Forschungsprojekts,
welches von 2003 bis 2007 unter dem Titel „Informelle Lernprozesse im Jugendalter in Settings
des freiwilligen Engagements“ durchgeführt wurde. Dazu wurden im Rahmen einer allgemeinen
Bevölkerungsumfrage 1.500 ehemals ehrenamtlich engagierte Erwachsene zwischen 25 und
40 Jahren zu Umfang, Inhalt und Qualität ihrer Kompetenzen sowie zu den Orten des Kompetenzerwerbs telefonisch befragt. Als Kontrollgruppe dienten rund 550 Erwachsene im gleichen
Alter, die in ihrer Jugend nicht ehrenamtlich engagiert waren. Im Rahmen einer qualitativen
Erhebung wurden zudem 74 engagierte Jugendliche im Alter von 15 bis 22 Jahren sowie 13
ehemals engagierte Erwachsene zu ihren Lernerfahrungen in unterschiedlichen Settings des
freiwilligen Engagements interviewt. Dieser Beitrag beruht auf den Ergebnissen der Studie.
Ehrenamt – was bringt‘s?
Kompetenzerwerb und
Persönlichkeitsentwicklung
Fast 70 Prozent der befragten Erwachsenen
geben an, durch ihre freiwillige Tätigkeit „in
hohem“ oder „sehr hohem Umfang“ wichtige Fähigkeiten erworben zu haben. Über
80 Prozent gehen von einem „sehr hohen“
oder „hohen“ Einfluss auf ihr Leben aus.
Insbesondere ihre persönlichen und sozialen
Eigenschaften und Fähigkeiten sehen die
meisten Befragten durch das Engagement
gefördert. Dies trifft besonders stark auf die
Fähigkeit, auf andere Menschen zuzugehen
(71 %) und das eigene Selbstbewusstsein
(64 %) zu. Es folgen mit jeweils über 50
Prozent der Nennungen Toleranz gegenüber
Andersdenkenden, Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft, Empathie sowie Umgang
mit Unsicherheit.
Schaut man auf den Erwerb konkreter
Kompetenzen, dann zeigt sich, dass die
früher Engagierten in allen Bereichen über
ein breiteres Spektrum an Erfahrungen mit
den erfragten Tätigkeiten und auch über
mehr Kompetenzen als die Nicht-Engagierten
verfügen. Besonders ausgeprägt sind die
Differenzen zwischen den beiden Gruppen
in punkto Teamarbeit und Gremienerfahrung, Lehr- und Trainingstätigkeit und
Leitungskompetenz, aber auch in Sachen
Organisation und Management sowie Präsentation. So haben früher Engagierte verglichen
mit den früher nicht Engagierten mehr als
dreimal so häufig in Gremien und Ausschüssen mitgearbeitet oder Texte geschrieben,
die veröffentlicht wurden und geben etwa
doppelt so oft an, große Veranstaltungen
und Projekte organisiert oder eine Rede vor
vielen Menschen gehalten zu haben. Auch
haben sie signifikant häufiger als NichtEngagierte Leitungsaufgaben übernommen,
andere Personen ausgebildet, unterrichtet
oder trainiert sowie größere Aufgaben im
Team bearbeitet.
Auswirkungen des freiwilligen Engagements auf Lernerfahrungen und Kompetenzgewinne sind den Befunden zufolge aber
deutlich an den Typ der ausgeübten Tätigkeit
sowie an das Tätigkeitsfeld geknüpft und
unterscheiden sich entsprechend. Besonders große Kompetenzgewinne beschreiben
„Funktionäre“ und „Organisatoren“.
Berufliche Orientierung
Ein weiteres Ergebnis verweist auf die
wichtige berufliche Orientierungsfunktion
der Organisationen des Engagements für
Heranwachsende. So berichten in einer Reihe
von Interviews Jugendliche und Erwachsene
von einschneidenden Erfahrungen aus ihrer
freiwilligen Tätigkeit mit Einfluss auf ihre
berufliche Orientierung. Die standardisierte Erhebung lässt erkennen, dass in ihrer
Jugend engagierte Personen in größerem
Ausmaß Sozial-, Erziehungs- oder Gesundheitsberufe ergreifen als die Vergleichsgruppe der früher nicht Engagierten. So sind oder
waren 42 Prozent der ehemals Engagierten
gegenüber 28 Prozent der Nicht-Engagierten
im Gesundheitsbereich, im Bildungswesen
oder im sozialen Bereich tätig bzw. in einer
entsprechenden Ausbildung.
sind es weniger als 40 Prozent. Auch hinsichtlich konkreter Formen gesellschaftlicher
Aktivität zeigt sich eine durchgehende Tendenz zu mehr gesellschaftlicher Beteiligung
der ehemals Engagierten. So geben nur 0,3
Prozent der früher nicht Engagierten an,
ein politisches Amt übernommen zu haben;
bei den Engagierten sind es immerhin vier
Prozent. Mehr als doppelt soviel Engagierte
sind Mitglied in einer Partei oder haben
bereits Eingaben an Politik oder Verwaltung
gemacht. Die tiefere Analyse der Daten zeigt
aber auch, dass die Art des Engagements
einen erheblichen Einfluss auf die spätere
Aus den Interviewaussagen kann geschlossen werden, dass die Engagementerfahrungen
auch in Bewerbungsverfahren eine Rolle spielen. Fast alle Jugendlichen betonen, dass sie
diese in Bewerbungsgesprächen ansprechen
bzw. den Bewerbungsunterlagen in Form von
Nachweisen beilegen würden.
politische Aktivität hat. So sind es auch
hier in erster Linie frühere „Organisatoren“
und „Funktionäre“, die als Erwachsene gesellschaftlich und politisch partizipieren,
während die Engagierten ohne entsprechende
Erfahrung sich hier nicht bedeutend von den
Nicht-Engagierten unterscheiden.
Das Foto wurde der DVD „Blickwinkel“, die der Deutsche Bundesjugendring im Rahmen von
„Projekt P – misch dich ein“ produziert hat, entnommen. Foto: dieprojektoren agentur für
gestaltung und präsentation
übernehmen, wichtig ist, dass erwachsene
Bezugspersonen in den Organisationen sie
begleiten, unterstützen und ernst nehmen,
ihnen verantwortungsvolle Aufgaben und
Eigenständigkeit zutrauen und zumuten
sowie ihre Leistungen anerkennen. Etwa 70
Prozent der befragten Engagierten berichten, dass sie von erfahrenen erwachsenen
Ansprechpartnern unterstützt werden.
17
Gesellschaftliche und
politische Beteiligung
In der Studie finden sich einige deutliche Hinweise auf positive Zusammenhänge
zwischen dem freiwilligen Engagement im
Jugendalter und der späteren gesellschaftlichen und politischen Beteiligung im Erwachsenenalter. So verfügen früher engagierte
Erwachsene häufiger (33 %) über einen sehr
großen Freundes- und Bekanntenkreis als
früher nicht engagierte Personen (23 %).
Immerhin 54 Prozent der befragten 25- bis
40-Jährigen geben an, aktuell (noch oder
wieder) engagiert zu sein, während nur 15
Prozent der ehemals Nicht-Engagierten als
Erwachsene eine freiwillige Tätigkeit aufgenommen haben.
Personen, die in ihrer Jugend freiwillig
engagiert waren, zeigen auch ein stärkeres
Interesse an Politik als Nicht-Engagierte.
Über 50 Prozent dieser Gruppe bekunden ein
starkes Interesse; in der Vergleichsgruppe
Fazit
Freiwilliges Engagement ist ein wichtiges
gesellschaftliches Lernfeld, in dem sich
Kompetenzerwerb, Persönlichkeitsbildung,
biographische Orientierung und gesellschaftliche Solidarität verbinden. Hier können
vielfältige Kenntnisse, Einstellungen und
Fähigkeiten erworben werden, die für eine
eigenständige und sozial verantwortliche
Lebensführung sowie die Beteiligung an
demokratischen Verfahren, aber auch für die
Übernahme von Leitungs- und Managementaufgaben wichtig sind. Die lernförderlichen
Effekte und der Nutzen des Engagements
mögen den Jugendlichen vielleicht erst
im Erwachsenenalter klar werden; dass es
sich hier um ein gesellschaftlich relevantes
Lernfeld handelt, konnte mit der Studie
gezeigt werden.
Erich Sass, TU Dortmund
FK 12 Erziehungswissenschaft und Soziologie
5|09
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Ehrenamt – was bringt‘s?
Ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen
Die spitzer-Kinderredaktion
Die stadtweite Münchner Kinderzeitung
„spitzer“ gibt es seit zwei Jahren. Eine
Redaktion aus Kindern und Jugendlichen arbeitet mit journalistischen
Profis zusammen an den vier Ausgaben
im Jahr. Fast alle Inhalte drehen sich
irgendwie um München und regen junge
Münchner/innen an, mitzumachen und
die Stadt zu erkunden. Verteilt wird die
Zeitung über den städtischen Schulverteiler und gelangt auf diese Weise in
alle Klassenzimmer der 2. bis 6. Klassen
der Münchner Schulen.
Das Herzstück der „Zeitung für das junge
München“ ist die Kinderredaktion, die sich
jeden Freitagnachmittag in der Pasinger
Fabrik trifft. Momentan besteht sie aus 20
Mädchen und Jungen zwischen acht und
17 Jahren. Über die festen Termine hinaus
gibt es jedoch viele weitere Termine und
Veranstaltungen, bei denen sich die jungen
Redakteure und Redakteurinnen für ihre Zeitung engagieren und einsetzen. Interviewtermine, mobile Kinderredaktionseinsätze in
der Stadt, Testausflüge, Konzertbesuche etc.
stehen auf dem Programm. Was die Mädchen
und Jungen dazu bewegt, sich verbindlich
und langfristig ehrenamtlich für den „spitzer“ zu engagieren, berichten vier junge
Journalisten aus der Kinderredaktion.
Luca, 12 Jahre
„Ich finde es super in der Kinderredaktion.
Es ist toll Themen zu recherchieren, Artikel
zu schreiben und Sachen zu testen. Einen Test
machen wir in jeder Ausgabe, der heißt Isarinspektor. In der aktuellen Ausgabe haben wir
Picknickwiesen in München unter die Lupe
genommen. Wenn wir Interviews machen,
treffen wir schon auch mal Stars. Das finde
ich natürlich besonders aufregend.“
5|09
Melanie, 14 Jahre
„Vor zwei Jahren hatten wir in der Schule
ein Projekt, bei dem wir reinschnuppern
konnten, wie eigentlich eine Zeitung entsteht. Mir hat das ziemlich gut gefallen,
weil ich selber gern schreibe. Deswegen habe
ich mir die Redaktion mal angeschaut und
komme seitdem jeden Freitag in die Pasinger
Fabrik. Wir haben zwei Räume mit Computern
und großen Tischen, in denen wir uns treffen.
Wir Kinder diskutieren dort über Themen,
die gerade wichtig sind und über wichtige
Ereignisse, über die wir gerne schreiben
würden. Jeder bringt seine eigenen Ideen ein
– und so entsteht dann die nächste Ausgabe.
Natürlich interviewen wir auch Stars oder
andere wichtige Persönlichkeiten. Das finde
ich total toll, weil uns dann nicht mehr viel
von erwachsenen Reportern unterscheidet.
Hier in der Redaktion hilft jeder jedem und
eine super Leiterin haben wir auch. Die
ganzen Ausflüge und Termine, die wir mit
der Gruppe machen, sind immer saulustig,
weil wir uns wirklich gut verstehen. Wir sind
wirklich schon viele Kinder und Jugendliche
in der Redaktion, aber es könnten auch noch
mehr sein!
In der Schule wurde ich schon ein paar Mal
von Mitschülern angesprochen, die unsere
Zeitung lesen. Sie finden den spitzer ein
tolles Projekt!
Ich finde es gut, dass München eine richtige Kinder- und Jugendzeitung hat. Wir selber
wissen am besten, was andere in unserem
Alter interessiert. Hier haben wir endlich mal
das Sagen. Es ist mir sehr wichtig, dass ich
mitreden kann, dass ich meine Meinung sagen
darf und mir auch jemand zuhört! Später
möchte ich gerne Redakteurin werden. Die
Arbeit hier macht mir Spaß und ich will auch
später weiterhin mitreden können.“
Mario, 11 Jahre
„Ich bin erst seit kurzem in der spitzerKinderredaktion. Mir ist es wichtig, dass
Kinder und Jugendliche so informiert werden, dass sie wichtige Dinge erfahren und
verstehen. Außerdem will ich selber meine
Meinung sagen können und andere Leute
kennenlernen, denen es genauso geht. Bisher
konnte ich nichts Blödes an meiner Arbeit
hier entdecken. Ich komme gerne zu den
Redaktionstreffen! Am liebsten schreibe
ich Witze.“
Luis, 8 Jahre
„Warum ich in meiner Freizeit beim spitzer
bin? Ich schreibe unglaublich gerne und es
macht mir großen Spaß, mit anderen Kindern
zusammen für eine Zeitung zu schreiben!
Aber es macht nicht nur Spaß, sondern man
erfährt gleichzeitig viel, was in der Stadt los
ist. Mir gefällt es hier super.“
Die jungen Reporter nehmen ihre ehrenamtliche Arbeit sehr ernst und tragen durch
ihr Engagement einen unabdingbaren Teil
dazu bei, dass der „spitzer“ so ist, wie er
ist.
Die 8. Ausgabe der kostenlosen stadtweiten
Kinderzeitung ist Anfang Juni erschienen
und liegt in der Rathausinformation, den
Stadtbibliotheken und verschiedenen Museen aus.
Neue Redaktionsmitglieder sind immer
herzlich willkommen! Bei Interesse bitte
melden unter Tel. 82 111 00 oder www.spitzer-muenchen.info.
Rebecca Schreiber,
Betreuerin der spitzer-Kinderredaktion,
Kultur & Spielraum e. V.
Ehrenamt – was bringt‘s?
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Ehrenamt und Hauptamtlichkeit in der Jugendverbandsarbeit
Engagement im Spannungsfeld
Das Grundlegendste zuerst: „Sie“ existieren tatsächlich - die Jugendlichen
und jungen Erwachsenen, die sich über
viele Jahre hinweg für ihren Jugendverband engagieren, die bereitwillig
ihren Jahresurlaub für Zeltlager und
freie Abende für Sitzungen opfern und
die von einer „Aufwandsentschädigung
für ehrenamtliche Tätigkeiten“ noch
nie etwas gehört haben.
Auch Ehrenamtliche, die nur bei vereinzelten Aktionen mit dabei sind, kein Amt
innehaben oder nicht regelmäßig bei den
Treffen auftauchen, sind unverzichtbarer
Bestandteil einer gesunden Jugendverbandsstruktur. Vom viel zitierten Trend
die Verbände selbst: Während bei manchen
selbst örtliche Gruppen von pädagogischen
Mitarbeiter/innen betreut und nach außen
vertreten werden, bestehen bei anderen
sowohl Orts- als auch Kreisebene aus rein
ehrenamtlichen Strukturen und erst auf
übergeordneter Ebene kommen vereinzelt
Hauptamtliche ins Spiel. Insgesamt beschäftigen ca. 35 Prozent der Jugendverbände
und -initiativen im Stadtgebiet München
hauptamtliches Personal.
Die unterschiedlichen Strukturen machen
allgemeingültige Aussagen über die Rolle
der professionellen Mitarbeiter/innen in
Jugendverbänden zunächst schwierig. Es
ist daher notwendig, sich mit der Grundlage
der Jugendverbandsarbeit zu befassen, um
gemeinsames Handeln und Erleben sowie
gemeinsame kulturelle Normen und Regeln.
Wichtig ist die Erkenntnis, dass sich die auf
diese Weise entstehenden Milieus in ihrer
sozialen Zusammensetzung, ihren kulturellen Regeln und Inhalten nur selbst erzeugen
und bestimmen können1. In der Praxis der
Jugendverbände lassen sich die Elemente
dieser Definition leicht wiederfinden: „Die
aus Freunden bestehende Gruppe ist das
Zentrum des gemeinsamen Handelns. Die dort
erfahrene Gemeinschaft hat für die Nutzer
höchsten Stellenwert, noch vor den Inhalten.“ 2 Gerade durch den Milieucharakter
kann die Jugendverbandsarbeit erst Freiraum für Selbstorganisation und informelle
Bildung sein.
Das Foto wurde der DVD „Blickwinkel“, die der Deutsche Bundesjugendring im Rahmen von
„Projekt P – misch dich ein“ produziert hat, entnommen. Foto: dieprojektoren agentur für
gestaltung und präsentation
Freiräume für Ehhrenamtliche
hin zum zeitlich begrenzten freiwilligen
Engagement von Jugendlichen ist jedenfalls
bei beiden Gruppen wenig bis nichts zu bemerken: Kontinuierliches Engagement von
Jugendlichen und jungen Erwachsenen als
Gruppenleiter/in, im Vorstand oder Mitarbeiterkreis eines Jugendverbandes ist nach
wie vor die Regel.
Neben den ehrenamtlich Engagierten
haben ohne Frage auch professionelle Mitarbeiter/innen ihre Daseinsberechtigung in
der Jugendverbandsarbeit: Ob als Jugendpastor, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit,
Mitarbeiter beim Jugendring oder Bildungsreferentin – an vielen Schnittstellen sitzen
Hauptamtliche und schaffen durch ihre
Arbeit den Rahmen für ehrenamtliches Handeln. Sie beraten und informieren, fördern
die Kommunikation und vernetzen, kümmern
sich um Finanzen, Jugendleiter-Ausbildungen und vieles mehr.
Die Rollen von Hauptamtlichen in den Jugendorganisationen sind so verschieden wie
die Herausforderungen für dort beschäftigte
Hauptamtliche herauszuarbeiten.
In diesem Zusammenhang ist der Milieucharakter der Jugendverbandsarbeit
von großer Bedeutung: Ein „Milieu“ ist
gekennzeichnet durch einen gemeinsamen
sozialen Raum, gemeinsam verbrachte Zeit,
1 Nach: Sturzenhecker, Benedikt (2007). Zum
Milieucharakter von Jugendverbandsarbeit. Externe und interne Konsequenzen.
In: Deutsche Jugend – Zeitschrift für die
Jugendarbeit, Ausgabe 3/2007
2 Sturzenhecker, Benedikt (2007). Zum Milieucharakter von Jugendverbandsarbeit.
Externe und interne Konsequenzen. In:
Deutsche Jugend – Zeitschrift für die Jugendarbeit, Ausgabe 3/2007, S. 112
3 Sturzenhecker, Benedikt (2007). Zum Milieucharakter von Jugendverbandsarbeit.
Externe und interne Konsequenzen. In:
Deutsche Jugend – Zeitschrift für die Jugendarbeit, Ausgabe 3/2007, S. 114
Das vom Verband entwickelte System mit
Funktionären, Hauptamtlichen, Gremien etc.
steht dem jugendkulturellen Milieu per se
erst einmal entgegen. Allein anhand dieses
Gegensatzes lässt sich das Spannungsfeld
zwischen Haupt- und Ehrenamt verdeutlichen und es lassen sich Herausforderungen
und Grenzen für die professionelle Arbeit im
Jugendverband ableiten.
So ist es zum einen unbedingt erforderlich,
dass sich hauptamtliche Mitarbeiter/innen
selbst zurücknehmen, um die Übernahme
von Verantwortung durch Ehrenamtliche zu
ermöglichen. In einem Jugendverband, in
dem von der Abrechnung über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Vertretung nach
außen alle Aufgaben durch hauptamtliches
Personal übernommen werden, ist der erwähnte Freiraum für Selbstorganisation und
informelle Bildung nicht mehr vorhanden.
Dieser stellt jedoch erst einmal den Reiz der
Jugendverbandsarbeit dar: Im Gegensatz
zur Schule erleben sich die Jugendlichen als
Akteure statt als bloße Adressaten.
Um dies zu ermöglichen, ist auch das
ganzheitliche Erfahren und Miterleben von
Aktionen wichtig: Wer sich für eine Aktion
engagieren möchte, sich aber weder um deren
Ausschreibung, noch um konkrete Vorbereitungen oder die Abrechnung kümmern
muss/darf, dem entgeht einerseits die breite
Aufgabenfülle, andererseits aber auch die
Möglichkeit, selbst in größerem Maße Verantwortung zu übernehmen. Die Möglichkeit
der Partizipation macht hier nur wenig wett:
Wer nur „mitreden“ darf, hat noch lange
nichts selbst entschieden und gestaltet. Die
eigene Selbstwirksamkeit erleben zu können,
ist nach wie vor Existenzgrundlage für einen
gesunden Jugendverband. Die Herausforderung für die Hauptamtlichen liegt hierbei vor
allem darin, zwar unterstützend tätig zu sein,
die jungen Engagierten dabei jedoch nicht
gleichzeitig zu entmündigen oder in eine
pseudo-entscheidende Rolle zu drängen.
5|09
20
Ehrenamt – was bringt‘s?
Zum anderen muss es auch Aufgabe des
Hauptamtes sein, die Jugendmilieus vor
Eingriffen von außen so gut als möglich zu
bewahren. „So kann man weder die soziale Zusammensetzung fremdbestimmen noch ihre
sozialen Gesellungsweisen oder Inhalte von
außen vorgeben“, ohne durch diese Funktionalisierung die fragilen Milieus zu zerstören. Gerade die „selbstgewählten Freundeskreise und selbstbestimmten Themen“
eines Milieus machen die Attraktivität eines
Jugendverbandes aus. Wenn man versucht,
„den Jugendlichen (…) die Teilnehmenden,
Themen und Umgangsweisen vorzuschreiben
und diese ihnen aber nicht passen, entsteht
schnell die Gefahr, dass die Jugendlichen den
Verband verlassen, (…) [was ihn] in seiner
Existenz gefährden“ würde3.
Gegenüber Erwachsenenverband, Staat und
Politik ergibt sich aus dieser Beobachtung die
Forderung, auf Pädagogisierung zu verzichten,
die in ihrer Intention, auf inhaltlicher Ebene
in die Selbstorganisation der Jugendlichen
einzugreifen, äußert kritisch gesehen werden
muss: Jugendverbandsarbeit ist an sich wertvoll und erfüllt ihren Auftrag als außerschulische Bildungsinstitution - auch ohne zusätzlich mit Schulen zu kooperieren, Migranten
zu integrieren oder Präventionsprogramme
umzusetzen, wie es immer wieder von Politik
und Zuschussgebern gefordert wird.
Diesen Standpunkt immer wieder zu verdeutlichen, Anerkennung für die engagierten
Jugendlichen einzufordern und auch selbst
weiterzugeben, durch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit dafür Sorge zu tragen,
dass nach außen transportiert wird, was
innerhalb des Jugendverbandes geleistet
wird, ist Aufgabe der an den Schnittstellen
zu Politik, Erwachsenen- und Landesverbänden, Kirchen etc. sitzenden hauptamtlichen
Mitarbeiter/innen in Jugendverbänden und
Jugendringen.
Cornelia Haberstumpf
Abteilung Jugendarbeit, KJR
Corporate Social Responsibility
Der Gesellschaft etwas zurückgeben
Unter Corporate Social Responsibility,
kurz CSR genannt, versteht man die
soziale und ökologische Selbstverpflichtung von Unternehmen in ihrer
gesamten Unternehmenstätigkeit. Es
ist ein Konzept unternehmerischer
Verantwortung, das die Idee der Nachhaltigkeit aufnimmt und die drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales
mit konkretem unternehmerischem
Handeln verbindet. CSR-Aktivitäten gehen über gesetzliche Verpflichtungen
hinaus, d.h. sie sind freiwillig.
Die Säule „Soziales“ beinhaltet, „etwas für
die Gesellschaft tun – etwas zurückgeben
– Unterstützung von sozialen Einrichtungen
im Umfeld des Firmensitzes“. Das wird z.B.
umgesetzt, indem Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für soziale Aktionen
von der Arbeitszeit freistellen. Und das
brachte den KJR mit Intel zusammen.
Das Unternehmen Intel feierte im letzten
Jahr seinen 40. Geburtstag und nahm dies
zum Anlass, eine außergewöhnliche soziale
Aktion zu initiieren. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sollten weltweit an allen
Standorten des Unternehmens eine Million
Stunden ehrenamtlicher Arbeit leisten, davon entfielen auf Intel Deutschland 5.000
Stunden. Und da ein Standort in Deutschland
Feldkirchen bei München ist, kam der KJR
München-Stadt in den Genuss der fleißigen
sozialen Helferinnen und Helfer: 14 Einsätze
(von Gartenumgestaltungen über Streichaktionen bis hin zu Bewerbungstrainings)
in unseren Einrichtungen trugen mit dazu
bei, das Ziel 5.000 Stunden zu erreichen
und ergaben gleichzeitig eine Geldspende
für den KJR – denn die bei uns geleisteten
Arbeitsstunden wurden erfreulicherweise
auch noch versilbert!
Wir freuen uns sehr, dass Intel sich auch
in diesem Jahr weiter bei uns engagieren
möchte. Der erste Arbeitseinsatz fand bereits
statt – die Personalmanagement-Abteilung
(11 Frauen und 1 Mann) mit Frontfrau Claudia
Hansen zeigte am 23. Juni, dass auch äußerst
5|09
Großer Einsatz der der Intel-Mitarbeiter/innen
widrige Wetterumstände - der Himmel hatte
seine Schleusen weit geöffnet - der guten
Laune und dem sozialen Engagement nichts
anhaben können. Das Ergebnis: ein wieder
begehbares und gepflegtes Biotop sowie 22
gesäuberte, abgeschliffene und grundierte
Lamellenfensterläden (= eine Hausseite),
zum Farbanstrich reichte die Zeit nicht mehr.
Aber wir sind guter Dinge, dass weitere IntelTeams durch Claudia Hansen motiviert werden und die Arbeit zu Ende bringen möchten
– denn es gibt noch drei Seiten des Hauses
mit vielen Fenstern und Fensterläden!
Claudia Hansen erzählte, dass ihr Team sich
schon im letzten Jahr tatkräftig beim KJR
eingebracht hat. Bei Bewerbungstrainings
und Planspielen waren sie als Berater/innen
im Einsatz. Es war für alle eine interessante
Erfahrung, erstaunlich war bei vielen Jugendlichen die Selbsteinschätzung, d.h. die in
starkem Widerspruch zum angestrebten Beruf
mit den notwendigen Einstiegsqualifikationen stehenden nicht so guten Schulnoten.
Die Lehrkräfte, die den Intel-Berater/innen
diese Einschätzung auch bestätigten, versuchten dann im Anschluss an das Training,
den Teilnehmenden diese Eindrücke zu vermitteln und auf notwendige Veränderungen
hinzuweisen.
Die interne Kommunikation in Sachen CSR
läuft bei Intel über verschiedene Kanäle. Der
Koordinator Daniel Zitek versorgt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig per
Rundmail mit neuesten Informationen über
Einsatzmöglichkeiten und durchgeführte
Aktionen. Ausführliche Auskünfte zu diesem
Themenbereich gibt auch eine eigene Seite im
Intranet. Und ein in der Kantine installierter
großer Monitor berichtet kurz und knapp in
Bild und Ton über erfolgreiche Freiwilligeneinsätze, um neue Teams für Aktionen zu
motivieren und die im Einsatz Gewesenen
zu würdigen.
Claudia Hansen kennt das „Volounteering“
(= Freiwilligenarbeit) schon aus ihrer IntelZeit vor zwei Jahren in Amerika. Sie war
noch keine Woche dort, schon lief die erste
soziale Aktion. In Amerika ist „communitywork“ ein selbstverständlicher Bestandteil
der Unternehmenstätigkeit und wird sehr
gefördert. Claudia Hansen findet es gut, dass
CSR in Deutschland immer mehr Beachtung
findet und dass ihr Arbeitgeber ihr diese
Möglichkeit auch bietet. Sie und ihr Team
werden auf jeden Fall weiter auf sozialen
Pfaden wandeln! Herzlichen Dank!
Frauke Gnadl, Projektleitung Fundraising, KJR
Ehrenamt – was bringt‘s?
21
Freiwilliges Engagement und Ehrenamt bei Jugendlichen
Aktive Jugend
Beim 1. Freiwilligen-Survey, der ersten
deutschen repräsentativen Studie zum freiwilligen Engagement1), und der Nachfolgestudie von 20042), wurde nicht alles an freiwilliger Tätigkeit miteinbezogen, sondern nur
der Teil, der in der jeweiligen Gruppierung
nach eigener Angabe auch Aufgaben und
Arbeiten übernommen hat, die man freiwillig
oder ehrenamtlich (außerhalb der Erwerbsarbeit und außerhalb der Familie) ausübt.
Ein reines „Mitmachen“ ohne Engagement
fällt nicht unter den Begriff „freiwilliges
Engagement“. So übt. z.B. eine Person, die
im Verein Sport macht oder sich an einer
Freizeitgruppe beteiligt, eine „Gemeinschaftsaktivität“ aus und fällt erst dann
unter den Begriff „freiwilliges Engagement“,
wenn bspw. eine Trainerfunktion ausgeübt
wird. (Gensicke u.a., S. 41)
Wie hoch ist die EngagementQuote in Deutschland?
Insgesamt war 1999 jeder dritte Bundesbürger (34 %) nach eigenen Angaben „in
irgendeiner Form ehrenamtlich bzw. freiwillig engagiert – und zwar in dem Sinne, dass
man in Vereinen, Initiativen, Projekten,
Selbsthilfegruppen oder Einrichtungen aktiv
mitmacht und dort unbezahlt oder gegen
geringe Aufwandsentschädigung freiwillig
übernommene Aufgaben oder Arbeiten ausübt“ (BMFSFJ, 2000, S. 18).
Diese Engagement-Quote, also der Anteil
von freiwillig Engagierten an der Bevölkerung ab 14 Jahren, ist zwischen 1999 und
2004 um 2 Prozentpunkte von 34 % auf 36 %
gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist das Engagementpotenzial, also die Bereitschaft von
Nicht-Engagierten, sich künftig freiwillig zu
engagieren, um 6 Prozentpunkte von 26 %
auf 32 % gestiegen.
Freiwilliges Engagement von
Jugendlichen im Zeitvergleich
Das freiwillige Engagement von Jugendlichen ist u.a. insofern von Bedeutung, als
engagierte Erwachsene häufig schon als
Jugendliche aktiv waren. Und die Kinder und
Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen, die Gesellschaft und Politik
dann aktiv (mit-)gestalten.
Das Foto wurde der DVD „Blickwinkel“, die der Deutsche Bundesjugendring im Rahmen
von „Projekt P – misch dich ein“ produziert hat, entnommen. Foto: dieprojektoren
agentur für gestaltung und präsentation
Freiwilliges Engagement und Ehrenamt haben in Deutschland eine lange
Tradition. Was meint nun aber „freiwilliges Engagement“ und „Ehrenamt“? Es gab und gibt eine Vielzahl
von Begriffen im Feld des freiwilligen
Engagements: Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Selbsthilfe und vielfältige Formen bürgerschaftlichen Engagements
in Vereinen, Verbänden und diversen
Gruppen.
Über alle Altersgruppen ist das freiwillige
Engagement zwischen 1999 und 2004 von
34 % auf 36 % gestiegen; an einer Gemeinschaftsaktivität (ohne sich freiwillig zu engagieren, also ohne eine Arbeit oder Aufgabe
zu übernehmen) nahmen 1999 32 % teil; 2004
waren es 34 %.
Der Anteil der aktiven 14- bis 24-Jährigen
(also Gemeinschaftsaktivität mit und ohne
freiwilligem Engagement) ist zwischen 1999
und 2004 leicht gestiegen. Der Anteil der
freiwillig engagierten Jugendlichen lag
2004 bei 36 %; 1999 waren es 37 %, also ein
Rückgang um 1 %.
Deutlich zugenommen hat der Teil der
Jugendlichen, die im Rahmen ihres freiwilligen Engagements (nicht nur eine, sondern)
zwei Tätigkeiten ausüben. Relativ groß und
zwischen 1999 und 2004 gestiegen ist das
Engagementpotential, also die Bereitschaft
von Jugendlichen, sich künftig zu engagieren: dieses Potenzial ist zwischen 1999 und
2004 bei der Gruppe der 14- bis 24-Jährigen
von 40 % auf 43 % gestiegen. Entsprechend
ist der Teil der Jugendlichen, die sich weder
engagieren, noch sich engagieren wollen, von
23 % auf 21 % gesunken. (Zum Vergleich: der
Anteil der Senioren (60 Jahre und älter), die
sich nicht engagieren und das auch nicht wollen, lag 1999 bei 61 % und 2004 bei 51 %.
Insgesamt also bestätigt sich nach den
Daten der zweiten Freiwilligen-Surveys das
Bild einer aktiven Jugend mit stabil hoher
Neigung zum Engagement (Gensicke u.a.,
S. 185)
Nicht weiter überraschend zeigt sich in
beiden Studien (1999 und 2004) „Sport und
Bewegung“ als Bereich mit dem stärksten Engagement, gefolgt von Schule und an dritter
Stelle „Religion und Kirche“.
Der zentrale Erklärungsfaktor für das
Engagement von Jugendlichen ist der Bil-
dungshintergrund: je anspruchsvoller der
Bildungshintergrund, desto höher die Neigung zum Engagement. Dies konstituiert jene
Mittelschichts-Orientierung der Jugendverbände, über die schon oft diskutiert wurde. Es
bleibt eine Aufgabe für die Jugendverbände,
Modelle und Strategien zu entwickeln, auch
Jugendliche aus bildungsfernen Schichten
anzusprechen, für das Engagement zu interessieren und in den Verband einzubinden.
Die Lern- und Bildungsmöglichkeiten im
freiwilligen Engagement sind sehr ausgeprägt und deutlich anders als im formalen
Bildungsbereich 3 ). Es wäre schade, einen
großen Teil der Jugendlichen nicht dafür
zu gewinnen.
Elly Geiger
Referentin für Grundsatzfragen, KJR
1 Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend: Freiwilliges Engagement in Deutschland. Ergebnisse der
Repräsentativerhebung 1999 zu Ehrenamt,
Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem
Engagement. – Stuttgart-Berlin, Köln:
Kohlhammer 2000, Bände 1-3 sowie
2 die Anschlussstudie: Gensicke, Th./Picot, S./Geiss, S.: freiwilliges Engagement
in Deutschland 1999-2004. Ergebnisse
der repräsentativen Trenderhebung zu
Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement. Im Auftrag und
herausgegeben vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
VS-Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006.
3 Düx, W./Prein, G./Sass, E./Tully, C.J.: Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement.
Eine empirische Studie zum informellen
Lernen im Jugendalter. VS-Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008
5|09
22
Ehrenamt – was bringt‘s?
Partizipation in der offene Jugendarbeit
„Kein Wunschkonzert“
Partizipation ist gut und wichtig – nur
wie wird sie sinnvoll gestaltet? Einen Jugendrat gibt es im Jugendtreff
Au in der Nähe des Mariahilfplatzes
schon lange. Die Erfahrungen damit
waren zwiegespalten. Oft gestaltete
sich die Arbeit schwierig, das Engagement ließ zu wünschen übrig, für viele
Jugendliche war es eher Pflicht als
Begeisterung.
Seit 2008 geht das Team des JT Au einen
neuen Weg für die Mitbestimmung der Jugendlichen im Haus. Statt Vertreterinnen
und Vertreter für den Jugendrat in der
Hausversammlung zu wählen, können sich
die Jugendlichen nun freiwillig melden. „Das
war für uns ein Experiment“, sagt Nicole Syr,
und gegessen. „Wir wollen den Jugendrat für
alle attraktiv gestalten, es soll nicht eine
reine Pflichtaufgabe sein“, erklärt Syr.
Auch wird zu jedem Treffen vorher schriftlich eingeladen, damit es niemand vergisst.
Zudem gibt es jedes Mal ein Hauptthema, das
den Leitfaden bildet.
Die Ergebnisse helfen den Jugendlichen
wie den Pädagoginnen und Pädagogen gleichermaßen. Die Anregungen, Verbesserungstipps und Ideen des Jugendrats haben das
Haus schon jetzt verändert. So haben die
Jugendlichen die jetzige Regelung für die
Internetnutzung – kostenlos, aber nach Anmeldung und auf eine halbe Stunde begrenzt
– selbst vorgeschlagen. Das Wichtigste an
dieser neuen Regelung: sie funktioniert. Und
die Jugendlichen gehen sorgsamer mit den
Seit wann seid ihr Jugendsprecher/innen?
Regina: Seit letztem Jahr.
Michi: Ich bin’s seit etwa einem dreiviertel Jahr.
Wie lange macht man so was?
(Alle drei zucken mit den Schultern) Keine Ahnung?!
Meinst du, wie oft wir uns treffen?
Ich meine, wie lange ist die Amtszeit, für die ihr
gewählt wurdet? Ihr wurdet doch gewählt, oder?
Regina: Nein, wir haben uns selber dazu entschieden.
Franzi: Man meldet sich einfach. Und wir wollten’s
halt machen.
Das Foto wurde der DVD „Blickwinkel“, die der Deutsche Bundesjugendring im Rahmen von „Projekt P – misch
dich ein“ produziert hat, entnommen. Foto: dieprojektoren agentur für gestaltung und präsentation
Ihr seid also ganz freiwillig Jugendsprecher
geworden?
Alle: Ja klar!
Und warum?
Regina: Damit wir mehr mitbestimmen können bei
den Ausflügen und Aktionen und was hier im Haus
gemacht wird.
Franzi: Wir sind öfters hier und es macht uns einfach
Spaß hier.
Was heißt „öfters“?
Regina: Wir sind fast täglich hier!
Sind die anderen Jugendsprecher auch Leute, die
sehr häufig hier sind?
Alle: Ja, fast alle.
Michi, warum bist du dabei?
Michi: Um Verbesserungsvorschläge einzubringen und
zur Verbesserung im Haus beizutragen.
Hattest du einen bestimmten Vorschlag, als du
Jugendsprecher wurdest?
Michi: Ja, ich wollte, dass wir fürs Internet nicht mehr
bezahlen müssen. Früher hat das was gekostet.
Erzieherin und eine von drei pädagogischen
Mitarbeiter/innen in der Au. Heute, nach
mehr als einem Jahr, steht der Erfolg des
Konzepts außer Frage. „Wir wurden selbst
positiv überrascht.“
Positiv war zunächst schon, dass sich
viele Besucherinnen und Besucher freiwillig
meldeten. Es durfte jede und jeder Jugendsprecher/in werden, das Team achtete jedoch
darauf, dass alle Altersgruppen und beide
Geschlechter angemessen vertreten sind.
Inzwischen gibt es noch weitere Interessenten, die jedoch erst im nächsten Turnus
berücksichtigt werden können.
Alle drei Monate trifft sich der Jugendrat
zu einer Sitzung, wobei das Team des JT Au
großen Wert auf einen angenehmen Rahmen
legt. Dazu gehört, sich außerhalb der Öffnungszeit zu treffen, um in Ruhe arbeiten zu
können. Davor wird meist gemeinsam gekocht
5|09
Die 16-jährigen Mädchen Franzi und Regina
und der 18-jährige Michi sind Jugendsprecher/innen im Jugendtreff Au. Gemeinsam mit
neun weiteren Jugendlichen bilden sie den
Jugendrat des Hauses. Gecko Wagner sprach mit
ihnen über ihre Möglichkeiten der Mitbestimmung, die Grenzen und offene Wünsche.
Geräten um. Seit der letzten Sitzung im März
wurden auch schon andere Vorschläge umgesetzt, so wurde eine neue Wii-Spielkonsole
angeschafft, es gibt mehr Essensangebote
und die Jungs haben auf der Toilette nun
auch wieder einen Spiegel. Was seit dem
letzten Treffen verändert werden konnte
und was nicht, wird stets am Anfang jeder
Sitzung berichtet.
Dennoch ist der Jugendrat kein Wunschkonzert, sagt Syr. Denn nicht nur das Budget
des Hauses setzt dem Ideenreichtum der Jugendlichen Grenzen. Auch die Arbeitszeiten
des Teams sind begrenzt. „So schön es für
unsere Jugendlichen wäre, auch sonntags
zu öffnen – das können wir nur einmal im
Monat leisten.“
Gecko Wagner
Und wie habt ihr es dann geregelt?
Michi: Jetzt kostet es nichts mehr, aber wir müssen
uns anmelden, also unseren Namen auf eine Liste
eintragen. Damit aber niemand den ganzen Tag dran
sitzt, ist die Zeit auf eine halbe Stunde begrenzt.
Was für Vorschläge hattet ihr außerdem?
Regina: Die Couchen im Fernsehzimmer. Die waren
schon mehr oder weniger kaputt und wir wollten neue
haben. Das haben wir auch durchsetzen können.
Michi: Auch die Computer waren immer wieder
kaputt…
Warum?
Regina: Weil einige Leute nicht so darauf aufgepasst
haben.
Michi: Jetzt, wo man seinen Namen in die Liste
eintragen muss, achtet man auch mehr darauf, dass
alles ganz bleibt.
Ehrenamt – was bringt‘s?
23
Interview
Ein Swimmingpool wär’ endcool!
Kennt ihr die anderen Jugendsprecher/innen schon länger?
Michi: Ja.
Franzi: Wir sind meist ohnehin zusammen,
wenn wir hier im Haus sind.
Sind das eure Freunde?
Alle: Ja, schon.
Wenn ihr euch zum Jugendrat trefft – sind
dann auch alle da?
Regina: Meistens ja, da kommen alle.
Regina (li.) und Franzi sind Jugendsprecherinnen im JT Au
Wie oft trefft ihr euch im Jugendrat?
Regina: Alle zwei bis drei Monate …
Ist das eine richtige Sitzung? Was passiert
dabei?
Regina: Wir treffen uns nach den normalen
Öffnungszeiten, wenn das Haus eigentlich
schon zu hat. Dann besprechen wir, was es zu
besprechen gibt.
Wann war das letzte Treffen?
Regina: Im März, das nächste Treffen steht
jetzt im Juni an.
Was waren dabei die Themen?
Regina: Wir wollten mehr Ausflüge machen,
zum Beispiel mal zum Go-Cart-Fahren.
Franzi: Außerdem wollten wir eine neue Wii
und neue Sofas.
Franzi: Und neue Stühle im Computerraum
– was wir auch durchsetzen konnten.
Wo müsst ihr diese Wünsche durchsetzen?
Franzi: Bei den Betreuern hier. Das hängt auch
davon ab, ob genug Geld da ist.
Wie stellt man’s an, um bei denen was
durchzusetzen?
Regina: Wir machen Vorschläge und dann
schauen sie, ob sie’s verwirklichen können.
Ihr habt eine neue Internetregelung, neue
Sofas und neue Stühle – machen die Pädagog/innen also alles, was ihr wollt?
Regina: Das meiste schon.
Michi: Wenn es nicht zu kostspielig ist.
Die Grenze wird durch das Geld festgesetzt?
Franzi: Ja, genau.
Hattet ihr Wünsche, die nicht erfüllbar
waren?
Regina: Der große neue Fernseher fürs Fernsehzimmer war leider nicht drin.
Steht er noch auf der Wunschliste?
Michi: Ja, sowieso!
Habt ihr schon Ideen für euer nächstes
Treffen?
Regina: Auf jeden Fall wieder Ausflüge, die wir
machen wollen.
Franzi: Und die Übernachtungsaktion, die wir
vorhaben. Also dass die Jugendlichen hier im
Haus übernachten.
Warum? Ihr habt doch alle ein Bett zu
Hause …
Regina: Aber zusammen ist es viel lustiger!
Franzi: Dann gibt’s keine Zeit, wann man nach
Hause muss. Oft muss man ja gehen, wenn’s
gerade Spaß macht.
Regina: Zu Hause können außerdem nicht alle
Freunde übernachten!
Habt ihr das schon mal gemacht?
Regina: Es wurde früher schon mal gemacht,
aber seit wir hier sind noch nicht.
Und welche Ausflüge wünscht ihr euch?
Regina: In den Ferien machen wir immer Ausflüge, zum Beispiel zum Go-Cart-Fahren.
Franzi: Oder nächsten Samstag, da sind wir
beim Rafting.
Michi: Beim Snowboarden waren wir auch
schon einmal.
Regina: Ich würde gerne mal schwimmen
gehen…
Franzi: … am See wär’s echt cool!
Foto: Gecko Wagner
Wollt ihr als Jugendsprecher/innen weitermachen oder habt ihr schon genug davon?
Alle: Wir machen weiter, auf jeden Fall.
Gibt es etwas, was euch im Jugendrat mal
richtig genervt hat?
(Alle überlegen)
Franzi: Nee, bis jetzt noch nix.
Ihr habt gesagt, ihr seid fast jeden Tag
da – ist der Jugendtreff so was wie euer
Hobby?
Regina: Es ist Freunde treffen und Freizeit
haben.
Franzi: Hier kann man viel machen.
Regina: Und hier wird einem nie langweilig.
Wisst ihr noch, wie ihr hierhergekommen
seid?
Michi: Ich bin für ein Quali-Training zum ersten
Mal hier gewesen.
Franzi: Ich war erst in einem anderen Jugendtreff und hab darüber das hier kennengelernt.
Regina: Und ich bin durch Franzi hergekommen.
Was gefällt euch hier?
Franzi: Hier ist viel Platz, man hat viel Auswahl, zum Beispiel Kicker, Tennis, Billard oder
das Tac-Spiel, ein Brettspiel.
Regina: Das ist super.
Franzi: Eine Aktion hier ist auch das gemeinsame Kochen am Freitag.
Michi: Es ist in der Nähe von mir und die Erzieher sind cool drauf.
Franzi: Ich find die Leute hier auch klasse.
Habt ihr irgendeinen großen, offenen
Wunsch?
Michi: Ein Schwimmbad!
Regina: Ein Swimmingpool im Garten wäre
endcool!
Also, es fehlt nur noch ein Pool, dann ist
hier alles perfekt?
Alle: Genau.
Michi: Und der große Fernseher…
Und was wäre wichtiger?
Alle: Swimmingpool!
5|09
24
Angebote
Artikulationsformen Jugendlicher in der konvergenten Medienwelt
Mitmach-Internet Web 2.0
Im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale
für neue Medien (BLM) hat das JFF – Institut
für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
in einem umfassenden Forschungs-PraxisProjekt untersucht, wie Heranwachsende
das Internet als Rezeptions- und Präsentationsplattform nutzen. Die Ergebnisse der
Untersuchung mit dem Titel „Web 2.0 als
Rahmen für Selbstdarstellung und Vernetzung Jugendlicher“ wurden am 14. Mai in der
BLM präsentiert. Der Ergebnisbericht steht
als Download unter www.blm.de und www.
jff.de zur Verfügung.
Analysiert wurden insgesamt 97 Plattformen und daraus 26 Selbstdarstellungen von
14- bis 20-Jährigen. Dabei gelang es, das
Feld jugendnaher Internetplattformen zu
strukturieren und die Ausdrucksformen der
Jugendlichen zu systematisieren.
In ihren Profilen drücken die Jugendlichen
vielfältige Themen und Interessen aus und
wenden sich dabei an eine breite Öffentlichkeit: „Mit vielen bekannt sein“ ist zu einer
Art neuem Wert geworden.
Jugendkulturelle Themen wie Musik sind
weitere wichtige Inhalte, über die sich die
Heranwachsenden darstellen und über die sie
mit anderen ins Gespräch kommen.
In ihren Beiträgen setzen die Heranwachsende persönliche Akzente, z.B. indem sie
über den Musikplayer auf myspace.com den
eigenen Musikgeschmack demonstrieren.
Mit Fotos oder Videos machen sie deutlich,
Ihrem Wunsch nach sozialer Einbettung
können sie im Internet nur nachkommen,
wenn sie auch Informationen von sich preisgeben. Damit laufen sie Gefahr, identifizierbar zu werden und setzen sich diversen
Risiken aus. Wie viel sie von sich preisgeben,
Foto: iphoto@fotolia.com
Das „Mitmach-Internet“ wartet mit neuen Möglichkeiten auf: Jugendliche können
in Web 2.0-Angeboten eigene Werke produzieren, sich selbst präsentieren und
sich mit anderen austauschen. „Wie zeige ich mich selbst und was kann ich?“ ist
in der heutigen Jugendgeneration eine wichtige Frage geworden. Eine besondere
Auffälligkeit: In ihren Selbstdarstellungen beziehen sich die Heranwachsenden
häufig auf massenmediale Inhalte und stellen diese in neue Zusammenhänge.
wofür sie sich interessieren und was ihnen
wichtig ist. Das Spektrum ist deutlich geprägt
durch die Verwendung von Bildern, Tönen
und Symbolen.
Zwischen subjektiven Freiheiten
und unklaren Regeln
Die Jugendliche stehen mit ihrem Handeln
im „Mitmach-Internet“ in neuen Spannungsfeldern:
haben sie nicht allein in der Hand: Auch
andere stricken mit ihren Beiträgen an den
individuellen Selbstdarstellungen mit und
verbreiten sie weiter.
Damit Heranwachsende sich über die Konsequenzen ihres Handelns klar werden können, ist die Pädagogik gefordert. Die Studie
hat mit den integrierten Web-2.0-Werkstätten erste Wege gezeigt, die fortgeführt
werden können.
Leserbrief zum Artikel „Jugend im Dilemma“ im K3 vom Juni 2009
„Je weniger verständlich Politik für Jugendliche ist, desto weniger Heranwachsende
interessieren sich für sie. Mit zunehmendem
Bildungsniveau steigt das Zutrauen in die eigene Fähigkeit, Politik zu verstehen (...)“
Diese Feststellungen aus einer Studie laden
zum Weiterdenken und Schlüsseziehen ein.
Politik, wie sie in Zeitungen und im Fernsehen vermittelt wird, hat ihre eigene Sprache
und ihre eigenen Rituale, wie z.B. Talkshows.
Sie ist abstrakt, hat also nichts mit den direkten Erfahrungen von Jugendlichen zu tun.
Es überrascht nicht, dass sich vor allem diejenigen Heranwachsenden, die das Gymnasium
besuchen oder studieren, im Politikbetrieb
engagieren. Sie sind nämlich darin ausgebildet, abstrakt zu denken und sich in fremden
Sprachen auszudrücken. Jugendliche, die von
der Förderschule oder Hauptschule kommen,
haben das nicht gelernt.
Es entsteht ein Kreislauf. Es sind fast nur
5|09
Menschen mit höherer Bildung, die in die Politik gehen. Sie bestimmen die Umgangsweise
und schließen dadurch andere mit geringerer
Bildung aus. Diese werden dadurch zu Objekten,
über die andere bestimmen, statt zu Subjekten,
die Politik gestalten.1
Das deutsche, insbesondere das bayerische
Bildungswesen ist sehr ungerecht; das haben
die PISA-Studien gezeigt. Kinder aus Arbeiter1 Dass man auch mit Haupt- und Förderschülerinnen Politik machen kann, zeigen die
Kolleginnen, die die Kinder- und Jugendforen
organisieren. Auch die „SJD - Die Falken“ sind
damit erfolgreich.
2 Früher hat die Arbeiterbewegung deswegen
mit eigenen Angeboten versucht, Arbeiterjugendliche umfassend zu bilden. Mit dem Sieg
des Faschismus wurden diese Bemühungen
zerschlagen und nach 1945 nicht wieder aufgenommen.
familien machen selten Abitur und sind kaum
auf den Universitäten vertreten. Kinder aus
den oberen sozialen Schichten erreichen fast
durchweg hohe Bildungsabschlüsse. In den
letzten 80 Jahren hat sich das nicht grundlegend geändert.2
Daraus folgt: Kinder aus Arbeiterfamilien,
aus Familien mit niedrigem Einkommen, haben
praktisch keine Chance, in der Politik mitzubestimmen, weil sie die dort herrschenden
Umgangsformen nicht lernen. Die Zügel haben
Menschen aus wohlhabenden Familien in der
Hand. Diese sorgen dafür, dass die unteren
sozialen Schichten von der Politik weiter ausgeschlossen bleiben und ihre Interessen nicht
einbringen können.
Ist das Absicht?
Boris Kuhn
Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken
Angebote
Plakataktion
Du und das Internet
Die Klassen G2A, G2B und G2C der
städtischen Berufsfachschule für Kommunikationsdesign haben Plakate entworfen, mit denen an Schulen sowie in
Kinder- und Jugendeinrichtungen die
Medienkompetenz von jungen Menschen gestärkt werden soll. Die Plakatentwürfe weisen auf die Gefahren
des Internet hin und fordern zum
verantwortungsvollen Umgang mit dem
Medium auf.
Die genauen Themenfelder sind dabei
Persönlichkeitsschutz, Urheberrecht, „Das
richtige Maß“ und Betrug/Kostenfallen im
Internet.
Die Auswahl der besten Entwürfe erfolgt
im Rahmen der Veranstaltung iiZ KMax und
durch eine Experten-Jury, zusätzlich gibt es
die Möglichkeit eines Online-Votings unter
www.muc.kobis.de/du-und-das-internet
Auch Sie sind herzlich eingeladen, sich an
der Online-Abstimmung zu beteiligen und Jugendliche darauf aufmerksam zu machen.
Die Plakataktion „Du und das Internet“
ist ein Kooperationsprojekt der städtischen
Berufsschule für Kommunikationsdesign,
des Pädagogischen Instituts der Landeshauptstadt München und der AG Inter@ktiv/
Organisationsstelle SIN – Studio im Netz.
Handyclip-Wettbewerb
„Ohrenblick mal!“
Handys dienen schon lange nicht mehr
nur zum Telefonieren, sondern sind
Statussymbol und wichtigstes Medium Jugendlicher für verschiedene
Anlässe.
Daraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten des pädagogischen Einsatzes, aber auch
neue Probleme und Aufgabenstellungen.
Deshalb veranstaltet das JFF –Institut für
Medienpädagogik in Forschung und Praxis
gemeinsam mit LizzyNet und jugendonline in diesem Jahr zum fünften Mal den
deutschlandweiten Handyclip-Wettbewerb
„Ohrenblick mal!“.
Das Motto des Wettbewerbs 2009 lautet
„nah dran“, denn mit dem Handy sind Jugend-
liche immer nah am Geschehen und werden
deshalb aufgefordert, Clips zu produzieren,
die speziell für das Handydisplay gemacht
sind. Dabei sind dem Erfindungsreichtum der
Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren keine Grenzen gesetzt. Weitere Voraussetzungen
sind, dass die eingereichten Clips nicht länger
als zwei Minuten sind, die Produzent/innen
die Rechte an allen verwendeten Bildern und
Tönen besitzen und die Clips natürlich mit
dem Handy aufgenommen wurden. Weitere
Informationen sowie die Möglichkeit, die
fertigen Clips zum Wettbewerb hochzuladen
gibt es auf www.ohrenblick.de.
Einsenderschluss ist der 15. Oktober 2009
und die Preisverleihung findet am 20. November im Ampere in München statt.
25
Für die Ferien
Filmkoffer
zum Nulltarif
Zehn Filme kostenlos gibt es auch heuer
wieder im „Filmkoffer“ der Landesmediendienste Bayern e.V. Enthalten sind
lehrreiche, unterhaltsame und wichtige
Filme, mit denen Jugendverbände und
Freizeitstätten die Ferienzeit gestalten
können. Denn gemeinsames Filmeschauen
macht einfach viel mehr Spaß!
Die Inhalte des Koffers kann man selbst
bestimmen (Auswahlliste) oder man kann
den Überraschungskoffer wählen. Die
Aktion gilt ab dem 6. August bis Ferienende.
Bestellung unter Tel. 38 16 09-15 oder
per E.Mail: info@landesmediendienstebayern.de. Weitere Infos unter www.
mediendienste.info
Kreativwettbewerb
Rein. Und Sauber
Beim Kreativwettbewerb „Rein. Und
Sauber“ im Rahmen der Sauberkeitskampagne der Stadt München können Kinder
und Jugendliche im Alter zwischen sechs
und 18 Jahren noch bis zum 10. August
ihre Beiträge zum Thema „Sauberes München“ einreichen. Eine qualifizierte Jury
prämiert die beste Zeichnung, das beste
Bild, den besten Text sowie die beste
Bildgeschichte, jeweils in drei Alterskategorien. Die Preisverleihung findet
am 22. September statt. Zu gewinnen gibt
es neun Geldpreise im Gesamtwert von
3000 Euro. Außerdem werden verschiedene Eintrittskarten an die übrigen Teilnehmenden verlost. Weitere Infos unter
www.muenchen.de/reinundsauber
Neues Internetangebot
Jugendschutz online
Das neue Internetportal „Jugendschutz
aktiv“ des Bundesfamilienministeriums informiert rund um das Thema
Jugendschutz und geht damit auf die
wichtigsten Fragen der Bürgerinnen
und Bürger sowie der Angestellten im
Handel ein.
Die Internetseite www.jugendschutzaktiv.
de fasst Antworten auf zentrale jugendschutzrechliche Fragen zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei das Jugendschutzgesetz
und seine Anwendung in alltäglichen Situationen von Kindern und Jugendlichen, um
diese vor Gefahren zu schützen.
Die Informationen für Eltern und Erziehende helfen diesen dabei, sich mit ihren Kindern
über die Gefahren von Medien, Alkohol und
Zigaretten auseinanderzusetzen. So zeigt der
Jugendschutz-Rechner, was für Kinder und
Jugendliche in welchem Alter erlaubt ist.
Wer darf wie lange in der Diskothek bleiben? Welche Verbote gibt es bei Tabakwaren und Alkohol? Wie verhält es sich mit
Jugendgefährdungen bei Kinofilmen und
Computerspielen?
Praxisnahe Handlungsanleitungen für
Handel und Veranstalter bietet der Film „Die
Wette“. Außerdem werden alle Regelungen
des Jugendschutzes erläutert, die für Beschäftigte in Einzelhandel, Gaststätten,
Diskotheken, Tankstellen und anderen Einrichtungen relevant sind.
Kontakt: Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
E-Mail: poststelle@bmfsfj.bund.de
Servicetelefon: 01801 90 70 50, montags
bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr
open.med – kostenlos und anonym
Kinderärztliche
Sprechstunde
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat
findet von 15.30 bis 16.30 Uhr in der
Augsburger Str. 13 eine kostenlose und
anonyme kinderärztliche Sprechstunde
für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
statt.
Ärzte der Welt e.V. betreibt in München
das Projekt open.med, eine medizinische
Anlaufstelle für Menschen, die nicht
krankenversichert sind. Um speziell die
Versorgung von Kindern zu gewährleisten
gibt es die kinderärztliche Sprechstunde.
Mehr Infos unter www.aerztederwelt.org
5|09
26
Angebote
Fotografie zum Anfassen
3D am Lerchenauer See
Eine Fotoausstellung der ganz besonderen Art zeigt der Freizeittreff
Lerchenauer im Rahmen der Stadtteilwoche Feldmoching-Hasenbergl,
Nordheide-Hart.
Unter dem Motto „Döner meets Leberkäs“
stand ein Fotoworkshop, den der Freizeittreff
Lerchenauer gemeinsam mit der Fotografin
Silvia Beres für Teenager und Jugendliche
anbot. Mit 3D-Kameras ausgestattet zogen
die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an
vier Samstagen durch ihr Stadtviertel, um
sowohl Neues als auch Typisches zu entdecken und die multikulturelle Vielfalt ihres
Lebensumfeldes zu zeigen. Sie nahmen ungewohnte Perspektiven ein, entdeckten das
Schöne im Hässlichen, das Ungewöhnliche
im Alltäglichen, fanden den Balkan neben
Bayern, das Ghetto neben dem Geranien-Idyll
und inszenierten sich selbst im Raum.
Die 12- bis 19-jährigen Protagonisten
erlebten mit wachsender Begeisterung die
Fotografie als Möglichkeit des kreativen Ausdrucks und fühlten sich sowohl vor als auch
hinter der Kamera sehr wohl. Dass es sich bei
der gewählten 3D-Variante um analoge Fotografie handelte, verlangte den Jugendlichen
ein Planen und Abwägen ab und erhöhte die
Spannung auf das Ergebnis.
Die Highlights der rund 800 entstandenen
Bilder gab es auf der Vernissage am 3. Juli
im Freizeittreff Lerchenauer zu sehen. Jede
Besucherin und jeder Besucher erhielt eine
3D-Brille, um den Motiven zum Greifen nahe
zu sein. Die besten Fotografien wurden von
einer Fachjury ausgewählt und im Rahmen der
Vernissage prämiert. Kulinarische Schman-
kerl aus verschiedenen Ländern sorgten
schließlich dafür, dass die Veranstaltung ein
Genuss für alle Sinne wurde.
Ausgewählte Exponate aus der Ausstellung wurden darüber hinaus auf der Insel
„Münchner Freiheiten“ beim Kinderkultur-
sommer (KiKS) auf dem Platz bei der Alten
Messe gezeigt.
Ausstellung bis 31.7. im Freizeitreff Lerchenauer, Lassallestraße 111, Di-Fr: 15.0017.30 Uhr/ 18.00-21.00 Uhr, Samstag: 13.3017.30 Uhr
Publikation
Angebote für Kinder und Jugendliche
136 Einrichtungen, Jugendverbände,
Projekte und Fachstellen informieren
kompakt, prägnant und aktuell in der
Broschüre „Angebote für Kinder und
Jugendliche im Kreisjugendring München-Stadt“ was sie zu bieten haben.
In einer Einsteckhülle auf der letzten
Seite gibt es außerdem den KJR-Geschäftsbericht 2008 mit dem Bericht
des Vorstands, Haushaltszahlen und
weiteren wichtigen Informationen.
Der KJR München-Stadt ist die Arbeitsgemeinschaft der fast 70 Münchner Jugendverbände sowie Träger von sechs Kindertageseinrichtungen und 49 städtischen Freizeitstätten. Mit großem Engagement, Freude
und Ideenreichtum sind hier Ehren- und
Hauptamtliche für seit mehr als 60 Jahren
für junge Menschen in München da.
5|09
Die Broschüre lädt ein, sich über verbandliche und offene Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen in München zu informieren und
unterschiedliche Projekte kennenzulernen.
Die Broschüre ist kostenlos im Jugendinformationszentrum, Paul-Heyse-Str. 22,
erhältlich und steht unter www.kjr-m.de in
der Rubrik „Publikationen“ auch zum Download zur Verfügung.
Gegen einen frankierten und adressierten
A4 Rückumschlag (85 Cent) kann die Broschüre zugeschickt werden. Bestellungen
bitte an den KJR München-Stadt, Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 15 12 23, 80047
München.
Angebote
Neuerscheinung
Von den Computerfreaks
zur Mediengeneration
Die Sammlung medienpädagogischer
Essays „Von den Computerfreaks zur
Mediengeneration“ entstand im Zuge
des zehnten Gautinger Internettreffens, einer jährlichen Fachtagung zum
Thema Medienpädagogik, Internet und
Jugendliche.
Zum 10-jährigen Jubiläum im Jahr 2009
haben sich die Veranstalter der Tagung etwas
Besonderes einfallen lassen: Alle Referent/
innen der vergangenen neun Internet-Treffen und viele weitere Medienpädagog/innen
wurden bundesweit für ein Textgeschenk
angefragt. Zahlreiche Einsendungen kamen
zurück und daraus entstand diese Sammlung
mit Texten von Theoretikern und Praktikern
aus der Szene. Einige schauen zurück in die
Vergangenheit, während andere Perspektiven für die Zukunft entwerfen. Es werden
Entwicklungslinien aufgezeigt, wobei so
manches auch ironisch beleuchtet wird. Die
Vielfalt der kurzen, aber doch prägnanten
Artikel bietet eine unterhaltsame und bildungsreiche Lesezeit.
Medienpädagogische Essays. 10 Jahre
Gautinger Internet-Treffen, Hans-Jürgen
Palme, Eva Deibele, Albert Fußmann (Hrsg.),
Schriftenreihe Reihe Multimedia, Band 12,
München, 2009, 134 S. ISBN-10 3-86736-0731 ISBN-13 978-3-86736-073-9, 9,50 Euro
Website des Monats im SIN-Kindernewsletter
www.ferien-muenchen.de
Die Kinder des SIN-Kinderredaktionsteams sind ganz begeistert von der
Website www.ferien-muenchen.de und
haben sie zur Seite des Monats Juni in
ihrem Kindernewsletter gekürt.
Der SIN-Kindernewsletter wird gemeinsam
mit und für Kinder im Alter von 8 bis 12
Jahren realisiert, erscheint monatlich, ist
kostenlos und werbefrei. Inhaltlich liegt der
Schwerpunkt einerseits auf kindgerechten
zeitgemäßen Themen mit lokalem Bezug.
Andererseits werden in festgelegten Rubriken
allgemeine Neuigkeiten weitergegeben. Ins-
gesamt erreicht der Kindernewsletter jeden
Monat um die 1000 Kinder.
Stephan Hadrava vom JIZ München, der
den Internetauftritt betreut, freute sich
„Wenn Kindern die Seite gefällt und sie sich
gut zurechtfinden, dann steht einer attraktiven Ferienplanung nichts mehr im Wege“.
Das Onlineangebot www.ferien-muenchen.
de ist ein Service der Landeshauptstadt
München und wird vom Jugendinformationszentrum München betreut.
Den SIN-Kindernewsletter gibt es unter:
www.xtrakt.de
„General-Überholung“
für die Juleica
Seit April läuft in Berlin und Niedersachsen die Pilotphase, nun wollen die anderen
Bundesländer folgen. Die Vorteile des neuen
Verfahrens sind, dass die Juleica in Zukunft
sehr viel schneller beim jeweiligen Jugendleiter ankommen wird, viele bisherigen
Fehlerquellen beseitigt werden und der Verwaltungsaufwand und die Kosten reduziert
werden.
Förderpreis
Münchner
Lichtblicke 2009
Mit dem Förderpreis „Münchner Lichtblicke“ werden Initiativen, Projekte,
Schulen und Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich Fremdenfeindlichkeit und
Rassismus entgegen stellen und sich
für ein friedliches Zusammenleben von
Deutschen und Ausländerinnen und Ausländern einsetzen. Im Vordergrund stehen
dabei Personen bzw. Vereine die noch
wenig bekannt sind und für ihre Arbeit
Beachtung und Unterstützung verdienen.
Der Förderpreis wird in vier Kategorien
verliehen, für die insgesamt 12.000 Euro
zur Verfügung stehen. Vorschläge bzw.
Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober an
den Ausländerbeirat (Burgstr. 4, 80331
München) oder Lichterkette e.V. (Karlstr.
44, 80333 München) einzureichen. E-MailBewerbungen werden nicht akzeptiert.
Weitere Informationen über den Preis
finden sich unter www.lichterkette.de und
www.auslaenderbeirat-muenchen.de
Impressum
Ausgabe 5/2009
erschienen am 17.7.2009
Verleger
Kreisjugendring München-Stadt
im Bayerischen Jugendring,
Paul-Heyse-Str. 22,
80336 München
Telefon 089 / 51 41 06-10,
Fax 089 / 51 41 06-45
E-Mail: info@kjr-m.de
Internet: www.kjr-m.de
Verantwortlich
Karin Ruckdäschel, Vorsitzende
Online-Antragsverfahren und neues Layout
Im Rahmen des Projekts „Weiterentwicklung“ des Deutschen Bundesjugendrings wurde unter anderem das
jetzige Juleica-Antragsverfahren auf
ein Online-Verfahren umgestellt.
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Neben der Umstellung des Verfahrens gibt
es weitere Neuerungen: Die Juleica erhält
eine ganz neue Optik. Das neue Design hat
eine ansprechende Gestaltung und entspricht
auch dem Wunsch der Jugendleiter/innen
nach einem offiziellen Charakter. Die Website
www.juleica.de erstrahlt seit Ende Januar in
neuem Glanz, dort gibt es detaillierte Informationen zum neuen Verfahren.
Conny Haberstumpf,
Abteilung Jugendarbeit, KJR
Redaktion
Angelika Baumgart-Jena (verantwortlich),
Elly Geiger, Michael Graber, Conny Haberstumpf, Mechthilde Heiler, Erika Hennig,
Ingrid Zorn
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben
nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.
Verwaltung
Christine Härtel
Layout
F A -R O M ARKETING , München
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Nächste Ausgabe
Erscheinungsdatum: 28.09.2009
Redaktionsschluss: 07.09.2009
Schwerpunktthema: Offene Arbeit im
Spannungsfeld
Gefördert aus Mitteln der
Landeshauptstadt München
Titel: KJR
5|09
28
Kalender
KJR München-Stadt - Postfach 151 223 - 80047 München
PVSt - Deutsche Post AG - Entgelt bezahlt - 13074
Open Air am Bavariapark
OBEN OHNE
Das OBEN OHNE Open Air des KJR findet in diesem Jahr zum 10. Mal statt – zum
2. Mal am Bavariapark direkt an der U-Bahn-Haltestelle Schwanthalerhöhe, mit
8 Bands und einem Rahmenprogramm von Graffiti bis Klettern.
Am Samstag, den 25. Juli, von 13 bis 22 Uhr
treten folgende Bands auf: Den Anfang macht
die Münchner Band Octopussies, die das Mikro
an die Donkeyshots weiter reichen wird. Als
dritte Band wird Marteria begrüßt. Danach
sind die OBEN-OHNE-Veteranen Capones an
der Reihe, bis sie Lax Alex die Bühne überlassen. Anschließend tritt die Brass-Band
Moop Mama auf.
Gegen Abend ist Zion I aus Kalifornien dran
– bis Mono & Nikitaman für das furiose Finale
sorgen: kontrastreich, deutschsprachig und
authentisch. Das deutschösterreichische Duo
liefert nicht nur Partysound, Mono & Nikitaman transportieren auch Politisches, setzen
sich vehement gegen Rassismus und Gewalt
ein und kämpfen gegen die Überwachung
durch den Staat.
Alle weiteren Infos stehen auf www.obenair.de
Mono & Nikitaman
Termine
5|09
wann
was
wo
weitere Infos
bis 31.07.
Ausstellung und Begleitprogramm:
Endstation Vernichtung - Diensteifer und
Pflichterfüllung bei der Reichsbahn in
München 1933-1945
an der Hackerbrücke und
im Haus des DGB,
Schwanthalerstr. 64
www.endstationvernichtung.de
bis 31.07.
Fotoausstellung: 3D am Lerchenauer See
Freizeittreff Lerchenauer,
Lassallestraße 111
www.kjr-m.de
bis 18.09.
Ausstellung: Kinder und Kunst
Galerie 90,
Paul-Heyse-Str. 22
www.kjr-m.de
10.-19.07.
KiKS-Festival
Altes Messegelände
www.kiks-muenchen.de
18.07., ab 14 Uhr
30 Jahre JT Mooskito
Leipziger Str. 2
www.kjr-m.de
23.07., 18 Uhr
Vernissage: zuagroast - Fotografien und Videos
(bis 06.08.)
Färberei,
Claude-Lorrain-Str. 25 RG
www.diefarberei.de
24.07., 10-17 Uhr
Fortbildungstag für Fachkräfte, die mit Jugendlichen
arbeiten: Liebe, Sex... und sonst noch was?
Münchner Aids-Hilfe e.V.,
Konferenzraum 2/1,
Lindwurmstraße 71
Teilnahme kostenfrei,
Anmeldung bis 14.7., Tel.
1291195, www.fgz-muc.de
24.-30.07.
1st HipHop-Summer-Camp
Girlz4Girlz-Workshops
JT am Biederstein,
Gohrenstr. 6
Tel. 34 37 76,
www.girlz4girlz.de
25.07., 13-22 Uhr
OBEN OHNE Open Air 8 Bands und buntes Rahmenprogramm
Platz bei der Alten Messe
am Bavariapark
www.oben-air.de
26.+27.09.,
9-17 Uhr
Zusatzqualifikation Sozialarbeit: Störenfriede in
der Jugendgruppe – verstehen und integrieren
Städt. Sportschule
an der Memeler Straße 53,
81927 München
Anmeldung: Münchner Sportjugend, Tel. 15702-229,
Fax: 15702-204, E-Mail:
k.oczenascheck@msj.de
06.08., 18 Uhr
Sommerfest im Jugendübernachtungscamp
THE TENT
In den Kirschen 30
www.the-tent.com
08.08.
Abschlussgala: Zirkus Nordini Ferienprojekt
Zirkuswiese an der
Weitlstraße 125
www.kjr-m.de
04.09., 15 Uhr
Abschlussgala: Komm doch mit nach Indien Ferienprojekt
BWZ Neuperlach,
Kurt-Eisner-Str. 28
www.kjr-m.de
18.09.
30 Jahre ASP Neuhausen
Hanebergstr. 14
www.kjr-m.de
26.09., 9.30 Uhr
Fortbildung: LernBAR – spielend lernen
Spielhaus Westkreuz,
Aubinger Str. 57
fortbildung@
spiellandschaftstadt.de,
Rückfragen: Tel.18 33 35
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Seele and Geist
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