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Ich sehe was, was du nicht siehst - Hanfjournal

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#70
Ausgabe 05/07
Drei Tage Hanf Dampf in allen Gassen.
KIMO hat sich für Euch auf der Cannatrade 2007 in Bern umgeschaut. Auf Seite
sechs könnt Ihr lesen, was er zwischen
Hanflehrpfad und Canna Swiss Cup noch
alles entdeckt hat.
Du konsumierst und fährst gerne weg?
Wir stellen im Eckthema zehn Urlaubsorte
vor, in denen das Herz eines jeden Kiffers
höher schlagen darf (oder auch nicht)...
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news
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guerilla growing
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wirtschaft
8
11
cooltour
fun+action
Ich sehe was, was du nicht siehst
Bundesgesundheitsministerium
schaut weg
Text: Michael Knodt
Die Hanf Journal Redaktion warnt:
Der Konsum von gestrecktem
Gras kann zu schwerwiegenden
gesundheitlichen Folgen führen,
die unser Gesundheitsministerium allerdings nicht interessieren...
Mittlerweile versuchen wir seit über eineinhalb Jahren, Licht ins Dunkel zu bringen. Leider ist das immer noch
nicht möglich, da die Menschen, die uns bei der ganzen Sache helfen müssten, versuchen, die Problematik totzuschweigen. Eine kurze Chronologie der Ereignisse: Im Oktober 2005 berichten wir als erste Zeitung überhaupt
über das Phänomen von gestrecktem Gras.
Kurz darauf berichteten wir über Salz, Glas und BRIX, die ebenso als Streckmittel für Gras herhalten mussten. In der Folgezeit
wurden wir mit Leserbriefen, e-mails und sogar Proben des verseuchten Weeds bombardiert. Keiner unserer Mitarbeiter hätte
gedacht, dass das Problem solche Ausmaße angenommen hatte.
Der Deutsche Hanfverband (DHV) startete vor einiger Zeit einen Protestmailer an das Gesundheitsministerium, in dem unter
anderem die Möglichkeit des „Drug Checking“ für Cannabis gefordert wird, mit Blick auf die Gesundheit von Millionen HanfkonsumentInnen. Außerdem wurde die Behörde aufgefordert,
Proben testen zu lassen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.
Reaktion bisher: keine- mit Ausnahme der Antwort von Maria
Eichborn, Drogenbeauftragte der CSU. Sie meint, der Konsum
von Cannabis sei ohnehin schon schädlich genug. Deshalb würden solche Maßnahmen den Cannabiskonsum lediglich unterstützen. Auf Anfrage des DHV sieht das Gesundsheitsministerium auch keinerlei Handlungsbedarf, da das Bundeskriminalamt
dem Ministerium mitgeteilt habe „ gestrecktes Gras gäbe es in
der Praxis nicht“ Die Verantwortlichen in einigen unserer Nachbarländer sehen das etwas anders: Belgien, Luxemburg, Großbritannien haben allesamt Warnungen für KonsumentInnen herausgegeben, in denen zur Vorsicht gemahnt wird. Laut dem
luxemburgischen Gesundheitsministerium seien bei zwei Drogenkonsumenten in Frankreich ernsthafte Atemwegserkrankungen durch beigemischte Glassplitter ausgelöst worden. Das
Gesundheitsministerium ließ verlauten, es habe auch in Belgien
ein ähnlichen Fall gegeben. Daher sei nicht auszuschließen, dass
auch in Luxemburg mit Glassplittern gestreckte Cannabis-Produkte verkauft werden. Das Marihuana werde aus zwei Gründen mit 0,02 bis 0,03 Millimeter großen Glassplittern gestreckt,
zum Einen werde damit das Gewicht des Endproduktes erhöht,
um den Verkäufern eine höhere Gewinnspanne zu ermöglichen.
Auch versuche man, den Konsumenten irrezuführen, indem vorgetäuscht werde, dass das Produkt durch seinen kristallinen Aspekt, viel Cannabis-Harz und eine hohe Qualität aufweise. Die
Glassplitter seien mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Jedoch
fühle das Produkt sich körnig an und erzeuge ein knirschendes
Geräusch beim Zerdrücken, hieß es in der Pressemitteilung.
Personen die nach dem Konsum von Marihuana ungewöhnliche Symptome, wie Brennen im Mund, Atemproblem oder gar
Blutauswurf bei sich bemerken, sollten sich schnellstmöglich an
einen Arzt wenden. Das luxemburgische Gesundheitsministerium stehe gerne für weitere Informationen bereit. Das deutsche
nicht.
Klar, überall gibt es gestrecktes Gras, nur in Deutschland nicht.
Weil unsere Dealer so lieb sind. Wegschauen wäre eher bei
den kleinen SelbversorgerInnen angesagt, die seit einiger Zeit
im Focus polizeilicher Ermittlungen stehen, nicht wenn es um
eine ernstzunehmende Gesundheitsgefährdung der HanfkonsumentInnen hierzulande geht. Also Frau Bätzing, da sie die
KonsumentInnen nicht warnen, müssen wir eben die Warnung
ihrer luxemburgischen Kollegen veröffentlichen. Leider können
wir unseren LeserInnen nicht sagen, wohin sie sich im Falle von
Problemen wenden können, ihrer Behörde ist das Problem ja gar
nicht bekannt. Auf jeden Fall hat es sich jetzt hoffentlich ausgeschwiegen, die Beweislage ist eigentlich eindeutig. Entweder
müssten die Verantwortlichen sich der Warnung ihrer Ministerkollegen aus den oben genannten Ländern anschließen oder öffentlich zugeben, dass ihnen die Gesundheit von Deutschland‘s
HanfkonsumentInnen egal ist.
Diesmal im Interview: Tanya Stephens.
Die aktuelle Queen of Reggae überzeugte
mit ihrem neuen Album „Rebelution“ nicht
nur Reggae Fans, auf Seite zehn erzählt
sie mehr.
www.hanfjournal.de
Global Marijuana
March 2007
Seit vielen Jahrzehnten gibt es
weltweit
jährlich
unzählige
Veranstaltungen und Demonstrationen zur
Liberalisierung von
Hanf. Im Jahre 1998
veranstaltete die Organisation „Cures
Not Wars“ den ersten Million Marijuana March – unter dem Motto „Rally &
March Against Intolerance, Demanding: Stop All Cannabis
Arrests, Stop The Lies, Release The Medicine, Heal The Sick
and End The Prison State” – in New York City, der um die
ganze Welt gehen sollte. Inzwischen ist der „Cannabis Liberation Day“ jährlich weltweit in ca. 250 Städten stets am
ersten Maiwochenende fest eingeplant. Und so findet auch in
diesem Jahr der „Global Marijuana March“ (GMM) als Legalize Kampagne mit Demonstrationen, Smoke-Ins, Raves,
Konzerte, Festivals, Infoständen, Podiumsdiskussionen und
noch viel mehr statt. Autonome „direct action“ Gruppen haben sogar guerilla-growing als Aktionsform in öffentlichen
Parks angekündigt. Hier werden Cannabiskonsum und Kultur als individuelle und mündige Lifestyleentscheidungen
angesehen. Bei den weltweit vernetzten Aktionen rund um
den Hanf nehmen in diesem Jahr offiziell rekordverdächtige
218 Städte auf allen Kontinenten teil. Bei uns beteiligen sich
Berlin, Potsdam und Frankfurt. In Berlin wird es am Freitag,
den 4. Mai ab 16:00 Uhr ein Smoke-In auf dem Gras vor der
„Schneekoppe“ (Bundestag) geben. Am 5. Mai folgt ab 14:00
Uhr ein „direct action workshop“ in der OUBS (Offene Uni
BerlinS), Philippstrasse 13, HU Nordcampus, Haus 20. Und
schliesslich gibt’s am 6. Mai im Hanf Museum Berlin einen
Vortrag und eine Diskussionsrunde zu den Themen „Der
Krieg gegen Drogen“ und „Cannabis Social Clubs – Eingetragene Vereine zum Eigenbedarfsanbau“. Während in Frankfurt auf der Zeil 114 am 5. Mai ab 12:00 Uhr ein Infostand der
Grünen Hilfe und Hanf Initiative für die Menschen am Start
ist, soll die GMM-Aktion in Potsdam am 6.Mai stattfinden.
Kommt zusammen, um gemeinsam zu feiern, zu protestieren
und aufzuklären.
www.globalmarijuanamarch.org
www.liberationday.de
Sokratis Zacharopoulos
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#70
news
Das Eckthema
JAMAIKA
(alle Regionen)
Verfügbarkeit: hoch
Preis: niedrig
bis moderat
Risiko vor Ort: gering bis moderat
Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten (Hotel, Essen): moderat
impressum
Herausgeber:
Agentur Sowjet GmbH
Dunckerstraße 70
10437 Berlin
tel.: 030/44 67 59 01
fax.: 030/44 79 32 86
email: redaktion@hanfjournal.de
Geschäftsführer: Emanuel Kotzian (V.i.s.d.P.)
Sitz der Gesellschaft: Berlin AG Charlottenburg, HRB Nr. 89200
Steuer-Nr. 37 220 20818
Redaktion:
Roland Grieshammer, Michael Knodt, Mark Méritan.
Mitarbeiter an dieser Ausgabe:
Hans Cousto, Werner Graf, Martin Schwarzbeck, Dr. Franjo Grotenhermen, MaxAir, KIMO, Kerstin Koch, aXXL, Sokratis Zacharopoulos.
Layout:
mark marker.
Illustration:
Lukas Tkotz, mark marker.
Fotos:
Special Thanks to Turnvaterjan, privat, Im Auftrag des Hanf Journals.
Anzeigen:
Emanuel Kotzian
030/44 67 59 02
vertrieb@hanfjournal.de
Vertrieb:
Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt.
Gegen einen Betrag von 42 Euro (Inland) oder 84 Euro (Ausland) jährlich kann das Hanf Journal beim Herausgeber bezogen werden.
(Abonnement unter www.hanfjournal.de)
Druck:
Union Druckerei Weimar GmbH
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers. Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird
aber keine Haftung übernommen.
Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98
distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der
angegebenen Internetadressen und Links.
Achtung jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden dazu auffordern oder animieren Drogen zu konsumieren.
Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de
Feuer auf Sabine Bätzing
Cannabis –
Lösungen für ein europaweites Problem
Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft fand am 29. und 30. März 2007 das Treffen der nationalen Knotenpunkte der äischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht
(EBDD) statt.
Text: Hans Cousto
Mehr als 90 Teilnehmer aus allen EU-Mitgliedstaaten besuchten
die Reitox-Academy zum Thema “Wie wird in den EU-Mitgliedstaaten mit der Droge Cannabis umgegangen?”. Sie informierten
sich über die aktuelle epidemiologische Situation des Cannabiskonsums sowie des Cannabismissbrauchs und der Abhängigkeit
in Europa. Diskutiert wurden die unterschiedlichen Ansätze in
der Prävention und vor allem die aktuellen Behandlungs- und
Beratungsmöglichkeiten. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, hielt dort eine Rede, in der sie die wichtigsten Aspekte in Sachen Prävention – Drogenkompetenz, Drogenmündigkeit und Risikomanagement – aussparte.
Zur Tagung der Reitox-Academy wurden nur Regierungsbeamte und Vertreter von Projekten und Institution, die auf Bundesebene gefördert werden, eingeladen. Regional geförderte Projekte
und private Organisationen wurden nicht eingeladen und waren
von der Teilnahme ausgeschlossen. Man zog es vor, im eigenen
Saft zu schmoren und sich gegenseitig zu beweihräuchern. So
berichtete beispielsweise Peter Lang von der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über die Projekte “drugcom” und “quit the shit”, für die die BZgA in Szenenmedien wie
dem mushroom-magazine oder dem Hanf Journal nicht selten
ganzseitige Anzeigen schaltet. Sehr erfolgreich waren diese Projete im letzten Jahr deswegen trotzdem nicht. Die Website www.
drugcom.de verzeichnete mit 654.739 Besuchern im letzten Jahr
einen Besucherrückgang im Vergleich zum Vorjahr (-4%). Im
Vergleich dazu konnten beispielsweise die Drugscouts in Leipzig auf ihrer Website www.drugscouts.de im letzten Jahr mehr
als doppelt so viele Besucher registrieren (1.403.437, +39% im
Vergleich zum Vorjahr). Eve & Rave Schweiz zählte 1.008.062 Besucher (+65%) auf seiner Website www.eve-rave.ch. Eve & Rave
Berlin stellte auf www.eve-rave.net eine Verdoppelung (+110%)
und das Projekt Drogengenusskultur in Berlin stellte auf seiner
Website www.drogenkult.net sogar eine Verdreifachung (+212%)
der Besucherzahlen fest. Doch so erfolgreiche Projekte waren an
der Reitox-Academy nicht präsent. Das Wissen aus der Zivilgesellschaft ist anscheinend für Lösungen eines europaweiten
Problems nicht gefragt, dafür aber irreführende und von mangelhafter Kompetenz gekennzeichnete Ausführungen der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing.
Irreführende Zahlenspiele
Die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing erklärt immer wieder
– ganz nach dem Vorbild ihrer Vorgängerin im Amt, Marion
Caspers-Merk – dass der Bedarf an Beratung und Therapie bezüglich Cannabiskonsum in den letzten Jahren massiv angestiegen sei, gibt dabei jedoch nicht bekannt – genauso wie ihre
Vorgängerin – wie groß der Anteil derjenigen ist, die aufgrund
von Maßnahmen seitens der Polizei und/oder Justiz eine Beratung aufsuchen, also primär aufgrund der Prohibition und nicht
aufgrund der Substanzwirkung. So sagte sie an der Reitox-Academy in Berlin:
“Die Zahl der abhängigen Cannabiskonsumenten in Deutschland wird auf etwa 240.000 Personen geschätzt. In den Suchtund Drogenberatungsstellen kommen zwar mehr und mehr Cannabiskonsumenten zur Beratung. Aber obwohl sich diese Zahl
von 2001 bis 2005 mehr als verdoppelt hat, sind es pro Jahr nur
knapp über 18.000 Personen. Was ist mit den anderen 220.000
Cannabisabhängigen? Wer sorgt für deren Gesundung? Wer kann
für deren Behandlung sorgen?”
Von den geschätzten 12,4 Millionen Personen mit Cannabiserfahrung (Lebenszeitprävalenz) in Deutschland werden weniger
als 2% (240.000) von der Drogenbeauftragten als “abhängig”
bezeichnet, von den geschätzten 3,8 Millionen aktuellen Konsumenten (12-Monats-Prävalenz) somit etwa 6%. Insgesamt begeben sich jährlich gemäß Sabine Bätzing etwa 18.000 Personen
wegen Cannabis zu einer Beratung, das sind 0,15% von allen
Personen mit Cannabiserfahrung respektive 0,47% der aktuellen
Konsumenten. Verschwiegen hat die Drogenbeauftragte dabei,
dass von den Personen, die eine Beratung aufsuchen, nur etwa
15% diese freiwillig aufsuchen und alle anderen auf Druck von
Justiz, Polizei, Schule oder Elternhaus (Evaluierung Landschaftsverband Westfalen-Lippe Januar bis Juni 2006). De facto begeben
sich in Deutschland somit weniger als 3.000 Personen (genauer
2.700 Personen) aufgrund eines originären Cannabisproblems
aus freien Stücken in eine Beratung, das sind 0,02% aller Personen mit Cannabiserfahrung respektive 0,07% aller aktuellen
Konsumenten. Der Bedarf an Beratung scheint somit nach wie
vor eher gering zu sein, auch wenn die Drogenbeauftragte stets
(unter Weglassung wesentlicher Kriterien) versucht, mit Zahlenverhältnissen die Notwendigkeit des Ausbaus regierungsamtlicher Aktivitäten im Beratungsbereich zu untermauern.
Kein Beitrag zur Schadensminderung
In den Bereichen, in denen es wirklich Informationsdefizite gibt
und Maßnahmen zur Schadensminderung braucht, hat die Drogenbeauftragte nichts anzubieten, obwohl ihr die Probleme bekannt sind. In ihren Ausführungen zum “Gesundbrunnen” sagte
die Drogenbeauftragte an der Reitox-Academy:
“Sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland scheint es
bei den Dealern von Cannabis vermehrt üblich zu sein, den Profit
zu erhöhen, indem allerei Mittel zum Strecken verwendet werden. Keineswegs nur unschädliche Mittel, anscheinend wird auch
feinstes Glas oder äußerst ungesundes Plastik verwendet.”
Streckmittel in Cannabisprodukten können mittels qualitativer
und quantitativer Analyse im Labor (Drug-Checking) erkannt
werden und potentielle Konsumenten können vor dem Konsum
besonders gesundheitsschädlicher Produkte gewarnt werden.
Drug-Checking ist eine effiziente Strategie zur Schadensminderung und somit zur Erhaltung von Gesundheit. Doch um den
“Gesundbrunnen” Drug-Checking macht die Drogenbeauftragte einen großen Bogen und übergeht das Thema “Streckmittel”
ohne Lösungsvorschläge anzubieten. Aufgrund dieser Tatsache
kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Drogenbeauftragte der Gesundheit von Cannabiskonsumenten keine
große Bedeutung beimisst respektive, dass sie in diesem Zusammenhang eine gesundheitliche Schädigung der Cannabiskonsumenten billigend in Kauf nimmt. Jedenfalls verweigert sie sich
hier einen konstruktiven Beitrag zur Schadensminderung respektive zum Risikomanagement zu leisten.
Zur Gefährlichkeit von Cannabis
Die neue Studie von David Nutt et. al. von der Universität Bristol
(UK) zur Gefährlichkeit von Drogen ist der Drogenbeauftragten
bekannt und sie zitierte Passagen aus derselben an der ReitoxAcademy:
“Wenn Sie den aktuellen, im März erschienenen LANCET-Artikel
über die neue Rangliste der gefährlichen Drogen gelesen haben,
dann wird man über die Bedeutung von Mischkonsum noch intensiver nachdenken müssen. Denn laut LANCET rangiert Alkohol auf Platz 5, Tabak auf Platz 9 und Cannabis auf Platz 11.”
Die Erkenntnis, dass Alkohol ein höheres Gefahrenpotential in
sich birgt als Cannabis, ist allerdings nicht neu. So hatte bereits
1998 Bernard Roques in seinem Bericht für die französische Regierung festgestellt, dass Opioide (wie Heroin), Alkohol und
Kokain eine sehr hohes, Ecstasy, Amphetamine, Benzodiazepine (wie Valium) und Tabak eine mittleres und Cannabis ein
geringes Gefahrenpotential aufweisen. Und schon vor drei Jahrzehnten stellten die Professoren A. Uchtenhagen, P. Kielholz und
D. Ladewig in ihrem Gutachten vom 29. Juni 1978 zur Frage der
Gefährlichkeit des Haschisch- und Heroinkonsums zuhanden
des Zürcher Obergerichts fest, dass der Konsum von Haschisch
weniger risikoreich sei als der Konsum von Alkohol. Wörtlich
heißt es in dem Gutachten:
“Der Konsum von Haschisch birgt weder bei akuter Intoxikation noch bei längerdauerdem mäßigem Konsum ein deutliches
Gesundheitsrisiko; erhebliche körperliche Schädigungen des Organismus sind selten, soweit das heute beurteilt werden kann.
Haschischkonsum kann zu Toleranz und mäßiger psychischer
Abhängigkeit führen, doch ist dieses Abhängigkeitspotential
und die Fähigkeit, soziale und psychische Folgen zu verursachen, deutlich schwächer im Vergleich zu anderen Drogen wie
Morphin/Heroin, Amphetamin/Kokain, Alkohol/Barbiturate.
(...) Eine auf die Droge zurückzuführende erhebliche Gefahr des
Umstiegs von Haschisch auf härtere Drogen ist nicht erwiesen.”
Auf die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die Drogenpolitik in
Deutschland gemäß Maßgabe des Bundesverfassungsgerichtes
ist die Drogenbeauftragte nicht eingegangen. Der Beschluß des
Bundesverfassungsgerichtes vom 9. März 1994, in welchem das
Gericht das Cannabisverbot für rechtens erklärte, basierte auf
der Annahme einer “potentiell gleich schädlichen” Wirkung
von Alkohol und Cannabis, wobei das Gericht den Gesetzgeber
verpflichtete, die Auswirkungen des geltenden Rechts unter Einschluss der ausländischen Erfahrungen zu beobachten und zu
überprüfen, um so die offene Diskussion über die vom Cannabiskonsum ausgehenden Gefahren zu klären. Das Bundesministerium für Gesundheit hat zwar in der Folge zwei Studien (Kleiber/Kovar, 1998; Kleiber/Soellner, 1998) in Auftrag gegeben, die
beide dem Cannabis eine geringere Gefährlichkeit attestierten als
dem Alkohol, doch wurden keine Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen. Wegen der Unterlassung der gesetzgeberischen
Nachbesserungspflicht, die immer dann gegeben ist, wenn die
Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes deutlich erkennbar wird,
ist der Gesetzgeber wegen seines Verhaltens zu rügen – und mit
ihm die Drogenbeauftragte, weil sie zu diesem wichtigen Thema
schweigt, ja, auch an der Reitox-Academy sagte sie kein Wort zu
diesem rechtlich so wichtigen Thema in ihrer Rede. Sie stellte zur
neuen Studie aus Bristol lediglich fest, dass gemäß deutschen
Studien 57% aller Cannabiskonsumenten auch einen schädlichen
Alkoholkonsum betreiben würden. Die Macher dieser Studien
haben sich wohl nie in Kifferszenen aufgehalten, sonst wüssten
sie, dass die meisten Kiffer deutlich weniger Alkohol trinken als
der durchschnittliche Normalverbraucher!
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news
LABYRINTH –
ANDERSWO/NORDFRIESLAND – Anklage
Text: aXXL
NIEDERLANDE
(überall)
Das Eckthema
Verfügbarkeit:
sehr hoch
Preis: moderat
bis hoch
Risiko vor Ort: niedrig
Das Leben schmerzt noch immer. Erbrechen, Depression und Appetitlosigkeit lassen unter klimaschockerprobtem Graskonsum strikt medizinischer Anwendung zwar nach, doch der Schmerz bleibt. Ebenso, wie der Rat des
Arztes oder Apothekers unterbleibt: Todsicher!
Niemand weiß nämlich nichts Genaues. Geschweige denn BfArM.
Ansonsten würden laut § 8 Betäubungsmittelsgesetz Antragsentscheidungen dieser Behörde wirklich innerhalb
von drei Monaten gefällt werden und nicht mehr als sieben Jahre brauchen, um noch immer nicht rechtsgültig
entschieden zu sein.
Inkompetente Bundesoberflaschen ohne Anspruch auf Leergut-Erstattung wg. Null Wert für zyklisches Recycling wollen erfahrenen Patienten also etwas über „Gesundproblematiken“ erzählen.
Finanziert wie instruiert von der Pharma-Lobby, die sich diesen superschweren Milliarden-Deal nicht entgehen lassen
will, denn immerhin kiffen vier Prozent der Weltbevölkerung.
Falls nur ein Viertel dieser Klientel krank sein sollte, reicht es
für die Pharma-Bonzen noch immer zu unglaublichen Umsätzen, so Cannabis verboten bleibt und stattdessen Valium,
Opiatderivate und weitere Hämmer unters darbende Globalvolk gebracht werden können.
Ähnlich schauderhaft klingt die Anklage, die ein OstA aus FL
– nennen wir ihn einfach „Herr Frosch“ - jüngst gegen aXXL
zu Papier gebracht hat.
Nicht allein, dass Herr Frosch schlichtweg die Mengen von
freiwillig abgegebenem Cannabis (Selbstanzeige) und dem
bei der Hausdurchsuchung gesicherten Gras vertauscht.
Nein, er negiert darüber hinaus auch schlichtweg die Existenz des Legalitätsprinzips. Dieses „Legalitätsprinzip“ besagt, dass der Staat eingreifen muss, wenn er Kenntnis über
eine stattgefundene, stattfindende oder bevorstehende Straftat erhält.
Über die Absicht der Begehung einer Tat hat aXXL aber laut
Anklageschrift per Anwalt das Gericht (Antrag auf vorbeugenden Rechtsschutz), die Polizei (Kunstpolitisches Event i.
d. Öffentlichkeit) und die Landespolizeibehörde (Abordnung
aXXL
von Beobachtern) informiert und eine Genehmigung des
Ordnungsamtes für seine Aktion erhalten.
Herr Frosch hingegen meint nun argumentieren zu müssen,
dem Anwalt sei daraus ein Strick zu drehen, dass dieser schon
im Vorwege öffentlich gemacht habe, was sein (Ex-) Mandant
Schuld, eigene
Ein Autofahrer aus Chemnitz begab sich am Freitag, den
13. April auf die örtliche Polizeistation und erzählte den Beamten, dass er mit seinem Auto aus den Niederlande kommend, auf der Autobahn von zivilen Personen zum Anhalten aufgefordert worden sei, es handelte sich wohl um
Zollbeamte. Diese hätten ihm zehn Gramm Cannabis abgenommen, er habe die Absicht, Anzeige gegen sie zu erstatten..
Die Ordnungshüter nahmen die Aussage zu Protokoll und
folgten dem Mann auf den Parkplatz, von dem aus er mit seinem Auto wegfahren wollte. Daraufhin stoppten ihn die Polizisten, ein Drogenschnelltest reagierte positiv auf Cannabis.
Nach einer Blutentnahme und Anzeige wegen Fahrens unter
Drogeneinfluss konnte der 35-Jährige seinen Weg zu Fuß fortsetzen.
Grüne Hilfe bleibt draußen
In einem Schreiben vom 13.April’07 bestätigt das hessische
Ministerium der Justiz die Besuchs-Verweigerung des Grüne
Hilfe-Aktivisten Jo Biermanski durch die JVA Kassel (Hanf
Journal berichtete). Der Betroffene betrachtet die geäußerten
„Sicherheits-Bedenken“ weiterhin als unbegründet und wertet die Einlass-Verweigerung als „Gesinnungs-Aussperrung“.
„Aber da stoßen wir wohl auf taube Ohren“, so Biermanski.
“Die Nichtzulassung zur Teilnahme an der Weihnachtsfeier am 13.12.06 vermag ich vor diesem Hintergrund nicht zu
beanstanden. Die Entscheidung des Anstaltsleiters der JVA
Kassel I beruht auf zutreffenden Feststellungen und Erwägungen.“, heißt es im Schreiben des zuständigen Ministerium.
Der Betroffene habe keine Verfehlungen im Bereich des Drogenhandels und auch keine weiteren Verfahren innerhalb kurzer Zeit zu verantworten, so werde ehrenamtliche GefangenenBetreuung be- und verhindert, erklärte der Pressesprecher der
GH, Jo Biermanski.
Tödliches Hasch
Der Konsum von Hasch hat noch niemanden umgebracht. Anders sieht es in einigen Ländern dieser Welt mit der Ein- oder
Ausfuhr aus. Vor allen dort, wo das mittelalterliche Rec htssystem der „Scharia“ herrscht hat der gemeine Kiffer nicht viel zu
lachen. „Ohne Kopf kein Kif“ scheint auch in Saudi Arabien die
Devise zu sein. In der Hauptstadt Riad sind im April drei Iraker
enthauptet worden, weil sie Haschisch in das islamische Königreich geschmuggelt haben sollen.Die drei seien in der Stadt
Arar nahe der irakischen Grenze festgenommen worden.
Aufklärung über Kosten
der Prohibition gefordert
DIE LINKE stellt eine Kleine Anfrage
Text: Steffen Geyer
Die Fraktion DIE LINKE hat im Deutschen Bundestag eine
Kleine Anfrage gestellt, durch die geklärt werden soll, welche
finanziellen Auswirkungen das Cannabisverbot hat. Besonde-
Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen): hoch
bis sehr hoch
zum Besten geben würde.
Frösche sind demnach ebenfalls nicht recyclingfähig, da Leergut-Hirne bloß zur Rückgabe an den Schöpfer taugen und
rein äußerlich kaum von den Bundesoberbehördenflaschen
in Bonn zu unterscheiden sind. Ihr Zeitdruck mit weit geöffnetem Ventil wirkt sich eher auf Karriere und unmoralische
Mehrung der Habe aus, denn Pression sich als Verlust an
existentieller Lebensqualität in eigenem, schmerzbedrohtem
Patientendasein manifestiert.
Flaschenfrösche sind nämlich bestens privat versichert und
erhalten bei entsprechender Diagnose DRONABINOL, das
etwa die AOK - Thüringen einer Ute Köhler noch immer
nicht erstattet, obgleich mehrere Atteste und Gutachten dies
für sinnvoll erachten.
Derart dreiste Lügen und ganz normales Frosch-FlaschenBusiness zur Fundamentierung wackeliger Anklagen gehören also ebenso notwendigerweise zum Behördengenre – wie
andererseits eine Muse und kesse Designerin zur Produktion
ergonomischer Umhängetaschen (www.steinfeld17.de) hilft,
dass aXXL alle Akten bequem zum Gericht tragen kann, ohne
sich an zuviel unrecyclebarem Müll die Hände schmutzig
machen - oder gar Fingerabdrücke darauf hinterlassen zu
müssen.
Womöglich könnte er deshalb mangels anderer Anklagevorwürfe wegen eventuellem Scheißhauspapier - Abusus belangt werden, da er entgegen der dreisten Froschbehauptung
eben doch kein reiner Genusscannabis-Missbraucher ist, sonder „nur“ krank.
res Augenmerk richten die Parlamentarier auf das Verhältnis
der Strafverfolgungskosten zu den Mitteln, die für Prävention und Behandlung von Suchtkranken aufgewendet werden.
Am 01.04.2007 hat die Bundestagsfraktion DIE LINKE auf einen Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen
und Drogensucht (EMCDDA) reagiert. Dieser verglich die in
den Ländern der EU für die Bekämpfung der Drogenkriminalität aufgewendeten Beträge und die Verteilung des Geldes auf
die verschiedenen Bereiche (Säulen) der Betäubungsmittelpolitik: Prävention, Beratung und Behandlung, Überlebenshilfen
und Schadensreduzierung, Angebotsreduzierung und repressive Maßnahmen.
Der Bericht der EMCDDA kommt zu dem Schluss, dass die
Bundesrepublik Deutschland europäischer Spitzenreiter bei
der Ungleichverteilung der Mittel ist. Rund 84 Prozent des
zur Verfügung stehenden Geldes würden in die Angebotsreduzierung (Strafverfolgung) investiert, während auf die offiziell gleichwertigen, drei anderen Säulen der deutschen Drogenpolitik zusammen gerade einmal 14% der Mittel entfallen.
Andere europäische Länder geben einen deutlich höheren Anteil für Prävention, Behandlung und Schadensreduzierung aus.
Die Linkspartei will darüber hinaus wissen, welche Steuereinnahmen erzielt werden könnten, wenn Hanfprodukte auf
einem legalen Markt ähnlich wie Tabak besteuert würden und
in welchem Umfang durch diesen Markt Arbeitsplätze entstehen würden. Die Kleine Anfrage stützt sich unter anderem auf
Zahlenmaterial, das der Deutsche Hanf Verband unter dem Titel „Finanzielle und wirtschaftliche Auswirkungen einer Cannabislegalisierung“ auf seiner Webseite anbietet.
Mehr unter: www.hanfverband.de
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news
Das Eckthema
Dr. med. Franjo Grotenhermen
ÄGYPTEN
(Region Dahab)
Verfügbarkeit: moderat bis hoch
Preis: niedrig
Risiko vor Ort: moderat bis hoch
Reisekosten: moderat
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen): niedrig
THC bei verzögerter Übelkeit
durch eine Krebschemotherapie
Zu einer Zeit, als noch keine wirksamen
Medikamente zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen zur Verfügung standen, zählten sie zu den
quälendsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie zur Krebsbehandlung. In Deutschland erkranken jährlich etwa 420.000
Menschen an Krebs – mit weiter steigender Tendenz. Davon
werden mehr als ein Drittel mit einer Chemotherapie behandelt.
Diese kann den Krebs mittlerweile häufig vollständig heilen oder
das Leben zumindest deutlich verlängern. Viele Medikamente,
die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden, verursachen neben anderen Nebenwirkungen auch Übelkeit und Erbrechen, die
so stark sein können, dass die betroffenen Patienten in früheren
Jahrzehnten nicht selten die lebensnotwendige
Behandlung abgebrochen haben.
Glücklicherweise stehen heute zur Vorbeugung und zur Behandlung der Übelkeit wirksame Medikamente zur Verfügung. Die wichtigsten sind die so genannten „Setrone“, die
Anfang der 90er Jahre in die Therapie eingeführt wurden. Allerdings sprechen leider nur
etwa drei Viertel der so behandelten Patienten
gut auf die Therapie an. Ein Teil der Betroffenen leidet weiterhin unter den bekannten
Nebenwirkungen einer Krebschemotherapie.
Zudem hat sich gezeigt, dass die Setrone, von
denen das bekannteste Mittel Ondansetron
heißt, zwar sehr gut die akute Übelkeit am 1.
Tag der Chemotherapie bekämpft, dass aber
die so genannte verzögerte Übelkeit und das
antizipatorische Erbrechen häufig nur unzureichend beeinflusst werden.
Tierversuche und auch Erfahrungen von Patienten mit der Anwendung von Cannabis
haben nahe gelegt, dass THC und andere
Cannabinoide bei diesen Formen der Übelkeit
hilfreich sein könnten. Als antizipatorisches Erbrechen wird ein
Erbrechen bereits vor Beginn der Chemotherapie bezeichnet,
beispielsweise beim Betreten der Arztpraxis, wenn dem Patienten klar wird, dass es jetzt wieder ernst wird mit der Therapie.
Antizipatorisches Erbrechen tritt im Allgemeinen nur auf, wenn
die Chemotherapie, die in mehreren Zyklen verabreicht wird, zu
einem früheren Zeitpunkt starke Übelkeit hervorgerufen hatte.
Antizipatorisches Erbrechen wird durch einen Schlüsselreiz ausgelöst, der die früheren Erfahrungen angstvoll wieder in Erinnerung ruft. Als verzögertes Erbrechen wird eine Nebenwirkung
bezeichnet, die erst am Tag nach der Chemotherapie oder noch
später auftritt.
Anfang diesen Jahres wurde eine erste klinische Studie veröffentlicht, die die Wirksamkeit von THC beim verzögerten Erbrechen an einem bekannten Krankenhaus in Florida im Vergleich
zu Ondansetron und im Vergleich zu einer Kombinationsthe-
rapie aus THC und Ondansetron untersucht hatte. Beide Medikamente waren etwa gleich wirksam, und ihre Kombination
war nicht wirksamer als die Einzelsubstanzen. Die Stärke der
Übelkeit und die Häufigkeit des verzögerten Erbrechens und
Würgens war allerdings in der Gruppe, die THC erhalten hatte,
am niedrigsten. Insgesamt waren 64 Patienten in die Studie aufgenommen worden, die mittelstark oder stark Übelkeit verursachende Medikamente zur Krebsbehandlung erhielten. Am Tag 1
der Studie erhielten die Teilnehmer vor Beginn der Chemotherapie eine übliche Dosis Ondansetron und entweder ein Plazebo
oder 2,5 mg THC. Auch nach der Chemotherapie wurde entweder ein Plazebo oder 2,5 mg THC verabreicht. An den Tagen 2 bis
5, also an den Tagen nach der Chemotherapie,
erhielten die Teilnehmer entweder ein Plazebo, THC (10-20 mg), Ondansetron oder eine
Kombination aus THC und Ondansetron.
Das Gesamtansprechen hinsichtlich der verzögerten Übelkeit an den Tagen 2 bis 5 (d.
h. nur geringe Übelkeit, kein Erbrechen und
kein Würgen) war bei THC ähnlich gut wie
für Ondansetron. In der THC-Gruppe waren
71 Prozent frei von Übelkeit, in der Ondansetron-Gruppe 64 Prozent und bei der Kombinationstherapie 53 Prozent. Patienten, die
ein Plazebo erhalten hatten, waren nur in 15
Prozent frei von Übelkeit. Alle Behandlungen
waren gut vertragen worden. Weiterhin fiel
auf, dass die zusätzliche Gabe von zweimal
2,5 mg THC am 1. Tag der Chemotherapie zu
einer besseren Kontrolle der akuten Übelkeit
und des Erbrechens führte.
Nachdem THC mit Einführung der Setrone
erheblich an Bedeutung für die Behandlung
von Übelkeit und Erbrechen bei der Krebschemotherapie verloren hatte, wird das Cannabinoid in jüngerer Zeit für diese Indikation wiederentdeckt.
Es zeigt sich, dass THC auch in vergleichsweise kleinen Dosen
messbare Wirkungen entfaltet. In zwei weiteren Studien aus dem
Jahre 2006 war bereits darüber berichtet worden, dass THC auch
sinnvoll zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen sowie zur Steigerung des Appetits und zur Hemmung
der Übelkeit bei Patienten mit Lebermetastasen beim Melanom
(schwarzer Hautkrebs) verwendet werden kann.
Dr. med. Franjo
Grotenhermen
ist Mitarbeiter des nova Institutes in Hürth bei Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemenischaft Cannabis als Medizin
(ACM).
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24.04.2007 14:59:07
#70
5
Homeboxing für Selbstversorger
Eigenbedarfsgärtner setzen verstärkt auf kleine und sehr kompakte Anbausysteme – primär um dem Hanf Schwarzmarkt und den damit verbundenen Verunreinigungen ihrer Rauchware sowie überzogene Preise zu
umgehen.
Text: Max Air
Schon sehr kleine Systeme - wie zum Beispiel die original Homebox XS (Hersteller: Eastside Impex), mit
einer Grundfläche von 60 x 60 cm bei einer Aufbauhöhe von 120 cm - aber auch jede andere Growbox mit
ähnlich kleinen Abmessungen reicht vollkommen aus,
um seinen Eigenbedarf zu decken. Zumindest dann,
wenn der Eigenbedarfsgärtner von Beginn an auf die
richtige technische Ausstattung und die Wahl einer
geeigneten Sorte achtet.
Eine komplett bestückte Homebox XS
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Hauptproblem in kleinen Systemen ist immer eher die geringe
Höhe als eine kleine Fläche. In Systemen deutlich kleiner als die
Homebox XS - ist erfolgreiches Pflanzen kaum und auf jeden
Fall nicht wirtschaftlich möglich. Die Pflanzen aus Samen können beispielsweise in der Homebox XS, kaum größer als 60 cm
werden - ohne dass die Pflanzenlänge zum Problem wird. Denn
hängt die Natrium Dampflampe ganz oben, nimmt ihr Reflektor
bereits ca. 20 - 30cm der Höhe ein. Werden 20 cm hohe Töpfe
verwendet und ein Lampenabstand zur Pflanzenspitze von nicht
weniger als 20 cm eingehalten, ist nur noch eine Pflanzenlänge
von 50 - 60 cm möglich.
Um den Lampenabstand zu den Pflanzen und die Wärmeentwicklung in der kleinen Box möglichst gering zu halten, sollten
keine Leuchtmittel, die stärker als 150W sind, in einem solch
kleinen Zelt verwendet werden!
Mehr Licht bedeutet bei solch geringen Abmessungen vor allem
mehr Wärme, zunehmend größere Probleme aufgrund von Längenwuchs der Pflanzen, verbunden mit schlechtem Klima im
System.
Den größten Fehler kann ein Eigenbedarfseinsteiger machen, indem er eine für sein vorhandenes kleines System ungeeignete
Sorte für den Anbau auswählt. Ungeeignet bedeutet in diesem
Zusammenhang vor allem zu groß/lang wachsend, lang blühend,
sehr buschig wachsend oder sehr weit ausladend wachsend.
Gesucht sollten also möglichst kleine, relativ kurz blühende, Indica dominante Pflanzen sein!
Im Regelfall bin ich ein bekennender wie ausgemachter Gegner
von feminisiertem (nicht 100 Prozent weiblichem, aber weitgehend „verweiblichtem“) Saatgut. Wenn es jedoch darum geht,
sich als Eigenbedarfsgärtner mit einem kleinen Growsystem
selbst zu versorgen, ohne dass Mutterpflanzen gehalten und
Klone aufgezogen werden sollen, kann der Einsatz von eben
solchem Saatgut eines Markenanbieters durchaus sehr sinnvoll
sein.
Eine Homebox XS mit einem 150W ND Leuchtmittel und 175m3h
Aktivkohle gefilterter Abluft eignet sich zum Beispiel ausgezeichnet, um vier weibliche Pflanzen darin unter sehr guten
Bedingungen auszublühen. Feminisiertes Saatgut ermöglicht es
dem Eigenbedarfsdecker ohne Mutterpflanzen und Stecklinge,
mit der Aufzucht von nur wenigen (sechs bis acht) „weiblichen“
Samen eines Markenanbieters, mit Sicherheit vier vitale und
robuste verweiblichte Pflanzen auszublühen und abzuernten,
ohne den Zeit-, Platz- und Energie raubenden Aufwand der Geschlechtsbestimmung und Selektion der Pflanzen.
Von der Keimung der Samen über die Wuchsphase und die Blüte
der Pflanzen hinweg kann ohne Weiteres ein 150W ND Leuchtmittel verwendet werden. Idealerweise kann der Gärtner sich
dazu entscheiden, für die frühe Aufzucht- und Wuchsphase
eine weitere NDL mit 50, 70, oder 100W einzusetzen. Entsprechende Leuchtkörper (auch speziell für die Wuchsphase), aber
auch geeignete Leuchtstoffröhren oder CFL`s hält der Fachhandel bereit.
guerilla growing
Das Eckthema
MAROKKO
(Region Ketama)
Verfügbarkeit:
sehr hoch
Preis: niedrig
Risiko vor Ort: gering
Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen): niedrig
Die Ergebnisse sprechen für sich
Auch das Trocknen der Ernte kann sehr gut und fast vollkommen geruchsneutral in der wie oben beschriebenen Homebox XS
Variante erfolgen. Nach erfolgreicher Trocknung der Rauchware
kann die Homebox binnen weniger Minuten demontiert werden. Im Bedarfsfall ist sie fast ebenso zügig wieder aufgestellt,
um eine neue Generation von Selbstversorgerpflanzen zu beherbergen.
Kein kommerzieller Grower kann so auf die Qualitäts bestimmenden Faktoren eingehen - wie ein Eigenbedarfsgärtner in
einem Land in dem der Anbau von Hanf legal ist!
Max Air - Hb Berlin und mehr...
Fotos: Turnvaterjan
Mehr Infos unter: the-homebox.net
6
#70
guerilla growing
Das Eckthema
THAILAND
(Süden)
Verfügbarkeit: moderat bis hoch
Preis: niedrig
Risiko vor Ort: hoch
Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen): niedrig
A
uf dem 7000 Quadratmeter großen Expo Gelände
hatten nicht nur Grow- Headshops und Großhändler
die Möglichkeit, ihre Produkte anzupreisen, ein guter
Teil der Ausstellungsfläche standen LegalisierungsaktivistInnen, dem Thema Medizinalhanf und den (Hanf-)Medien zur Verfügung. Auch dem Themenbereich Nutzhanf wurde
größte Aufmerksamkeit gewidmet, leider mussten die ausgestellten Nutzhanfpflanzen des Hanflehrpfades auf Geheiß der
Polizei mit Lackfarbe angesprüht werden, um einem eventuellen
Missbrauch vorzubeugen. Beim Deutschen Hanfverband, PRO
HANF (Schweiz) oder ENCOD konnten sich interessierte Besucher erst einmal zum Thema informieren, bevor der Rundgang
in Richtung Grow- und Rauchzubehör führte. Im Paraphenalien
Bereich fallen sofort die mittlerweile zahlreich vertretenen Hersteller der durchsichtigen Zellulose Papers ins Auge, allen voran
Aleda. Sieht auch cool aus und schmeckt ordentlich, ob jedoch
drei Euro für ein Paket Papers auf Dauer zum Umsteigen reizen,
sei dahingestellt. Zum Glück war der erste Tag ausschließlich
Händlern und Journalisten vorbehalten. Ab dem zweiten Ausstellungstag wäre es schwierig geworden einen Überblick zu gewinnen, da der Besucherandrang riesig war, vor der Halle und
an den Ständen bildeten sich lange Schlangen.
Cannatrade 2007 in Bern
Schweizer Hanfszene blüht trotz wachsender Repression
Madrid, Amsterdam, Barcelona, Bern: Angesichts der vielen Messen kommt der gemeine Hanfaktivist
kaum noch zum Arbeiten. Wobei angemerkt werden muss, dass die Cannatrade in Bern auch dieses
Jahr ein abschließendes Highlight am Hanfmessenhimmel darstellte.
Text + Fotos: KIMO
Ebenfalls vor der Halle fand eine großartige Aktion besorgter
Eltern statt: Bepackt mit Kreuzen und Plakaten wie „ Hanf tötet“, versuchte eine handvoll Fehlgeleiteter und Desinformierter
Wartende vom Fernbleiben zu überzeugen, jedoch ohne Erfolg.
Leider hielt es keiner der Demonstrierenden für nötig, mit einem
der AktivistInnen eine sachliche Diskussion zu führen oder sich
gar mit dem Infomaterial der zahlreichen Stände zu beschäftigen. Immerhin wurde ihr Anliegen im Vorfeld der Messe, nämlich diese einfach zu verbieten, von der Stadt Bern abgelehnt.
Im Focus des Fachpublikums drinnen stand unter anderem die
Weed Queen, ein vollautomatischer Mini Growkessel aus Bayern (!), bei dem neun Pflanzen unter einer 125 Watt Energiesparleuchte Platz finden. Das Gerät macht einen viel versprechenden
Eindruck, in wie weit es praxistauglich ist, wird unser Freund
Henk in einer der nächsten Ausgaben berichten. Auch die Sagen umwobenen Plasma Lampen präsentierten sich zum ersten
Mal dem Publikum. Auf den ersten Blick erkennt man nur ein
grelles, blaues Licht. Laut Herstellerangaben kann man mit einer
700 Watt Variante bis zu vier Quadratmetern beleuchten, angeblich werden alle Lichtspektren durch eine Lampe abgedeckt. Das
benötigte Rotlicht für die Blüte sei für das Auge nicht erkennbar.
Schaut man sich aber ein wenig genauer auf der Herstellerseite
um, so findet man eine Grafik, die besagt, dass Plasmalampen einen Bereich von 3500k bis 6400k abdecken. Also durchaus nicht
den optimalen Bereich für blühende Pflanzen. Da der Produzent
noch keine konkreten Ergebnisse bei der Pflanzenzucht mit den
Plasma Lampen vorzeigen konnte, wird die Frage von Effektivität wohl erst in Zukunft bei ersten Feldversuchen geklärt. Beim
Anschaffungspreis von über 3000 Euro für eine Lampe muss
man auf zuverlässige Erfahrungswerte zurückgreifen können.
GrowerInnen sollten nicht als Versuchskaninchen für Lampenhersteller herhalten müssen.
Plasma Lampen!
Auch die Filterspezialisten von Carbonactive.ch, früher unter
Le Filtre bekannt, bieten Interessantes: mittlerweile gibt es die
superleichten, kompakten Filter in allen gängigen Größen, von
200- 3000 m³. Wiegt ein herkömmlicher Filter bei einer Leistung
von 3000m³ ungefähr 55 Kilogramm so ist der Carbonaktive mit
schlappen 18 Kilos dabei- bei gleicher Lebensdauer, auch wird
die Lüfterleistung bei den Leichtgewichten weniger als bei herkömmlichen Filtern beeinträchtigt. Unser Freund Henk in Amsterdam hat übrigens schon einen kleinen 400m³ Filter dieses
Typs in seine Homebox eingebaut- bisher funktioniert das gute
Stück einwandfrei.
Das Rahmenprogramm der diesjährigen Cannatrade hatte auch
einiges zu bieten: Bei der Hanf Modeschau konnte sich das Publikum überzeugen, dass Hanfmode das Kartoffelsack-HippieImage endgültig abgelegt hat, es gab etliche Diskussionsrunden,
Lesungen und Filmvorführungen zum Thema Hanf. Leider
fiel die angekündigte Uraufführung des Films „The last white
Hope“ aus, abgesehen davon arbeiteten Organisatoren perfekt.
Inspiriert von so viel Detailverliebtheit nahm es die Polizei am
ersten Tag leider sehr genau mit der Schweizer Drogengesetzgebung und versuchte das offizielle Kifferverbot tatsächlich durchzusetzen. Es gab ein paar Anzeigen und Strafzettel, tags drauf
hatten die Ordnungshüter ein Einsehen und ließen Besucher und
Aussteller in Ruhe kiffen.
Leider konnte aufgrund der allzu fleißigen Gesetzeshüter der
„Canna Swiss Cup“ nur als „Underground“ Wettbewerb durchgeführt werden: Einige Mutige verteilten heimlich Proben besten
Schweizer Outdoor Grases und baten die Beschenkten im Gegenzug um eine Bewertung.
Bewertungskriterien waren Geschmack, Aussehen und Wirkung,
leider fand sich niemand, die/der die Preise für die Gewinner
abholen wollte. Ähnlich erging es dem Jointrollwettbewerb, an
einem ansonsten leeren Stand konnte das Publikum seine selbst
gerollten Kreationen abgeben. Diese wurden am letzten Messetag von einer Jury bewertet, auch hier musste der Sieger anonym
bleiben.
Joint Roll Wettbewerb: Die Kreationen
Repression erzeugt Kreativität, das kann man vor allen in der
Schweizer Hanfszene beobachten. Ein großes BigUp! an die Organisatoren der Cannatrade und alle eidgenössischen HanfaktivisInnen.
In Deutschland, einem Land, das mehr Kiffer als die Schweiz
Einwohner hat, ist seit Jahren keine Hanfmesse mehr möglich,
schade.
Die Cannatrade ist lebendiger als je zuvor - wir freuen uns schon
auf nächstes Jahr.
Emi (r.) besucht die Samenbank
#69
7
wirtschaft
Inside Cut-
AUSTRALIEN
(Region Byron Bay)
Qualität trifft Geschmack
Das Eckthema
Verfügbarkeit: hoch
Preis: moderat bis hoch
Mittlerweile legendär: Unsere Bong Tests. Diesmal hat
uns die Firma Smile Bongs aus Bingen am Rhein eines
ihrer edelsten Modelle zur Verfügung gestellt: die 55
Zentimeter hohe „Inside Cut“, gefertigt aus fünf mm
dickem Laborglas- echte Handarbeit von erfahrenen
Glasbläsern.
Risiko vor Ort: gering
Reisekosten:
sehr hoch
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen):
moderat bis hoch
Fuß und Kopf der meisten Smile Bongs sind in verschiedenen
Farbvarianten erhältlich, auch individuelle Sonderanfertigungen
sind auf Anfrage möglich. Die Diffusor Kupplungen sind wahlweise mit großen oder kleinen Löchern zu haben, alle Pfeifen
und Kupplungen sind mit einem besonders stabilem Schliff,
dem „Extrem Schliff“, ausgestattet. Bei der „Inside Cut“ wurde die empfindlichste Stelle, der Schliffansatz, so überarbeitet,
dass er bei Unfällen nie mehr abbrechen kann. Somit ist die Sollbruchstelle an der Kupplung oder am Kopf. Diese neue Technik
der Firma Smile Bong nennt man „Inside Cut“. Geht trotz aller
Vorsicht doch mal etwas zu Bruch: Smile bietet einen Reperaturservice an- nicht nur für die eigenen Pfeifen. Die „Inside Cut“
und auch alle anderen Modelle werden ohne Aufpreis dreiteilig
(Kopf, Kupplung und Pfeife) ausgeliefert. Wir durften die große
„Inside Cut“ mit 18,8er Schliff und großlöchrigem Diffusor testen (und behalten ;-)) und waren im wahrsten Sinne des Wortes
platt. Nicht nur Geschmack und Rauchverhalten konnten zu 100
Prozent überzeugen, auch optisch hat die Smile Blubber einiges
zu bieten. Durch die in unserem Falle orange Farbgebung des
Kopfes entsteht beim Abrennen ein cooler Effekt, der den Rauchgenuss auch optisch abrundet.
Wer nun denkt, eine Smile Bong sei aufgrund der hohen Qualität
unerschwinglich, sollte schleunigst mal unter www.smile-bongs.
de schauen und sich eines Besseren belehren lassen.
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#70
cooltour
Das Eckthema
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Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten (Hotel, Essen): niedrig
>> Drum&Bass
Goldie presents Rufige
Kru: Malice In Wonderland (metalheadz)
„Rufige Cru“ war sein erstes Pseudonym, unter dem er Anfang der 90er erst
auf Reinforced, später auf Metalheadz
veröffentlichte. Mit seinem ersten Album
„Timeless“ hat Clifford Price Drum&Bass
salonfähig gemacht und einen absoluten
Meilenstein geschaffen. Seitdem ist der
einzigartige, von Goldie geprägte, Metalheadz Sound rund um
den Globus immer wieder wegweisend, immer wieder ein bisschen anders, vor allem aber deep und absolut clubtauglich. Wenn
Goldie gerade nicht mit dem Veröffentlichen von Platten oder
dem Auflegen beschäftigt ist, schlägt er auf Parties Leute zusammen oder mimt mal eben den Bösewicht in einem James Bond
Streifen. So ist der umtriebige Mann wohl eine der bekanntesten und schillernsten Figuren der Drum&Bass Welt mit einzigartigem Celebrity Appeal. Gemeinsam mit seinen jeweiligen
Sound-Engineers steht Goldie für die legendäre Rufige Kru. Mit
Marcus Rutherford schuf er „Terminator“, und die Kollaborationen mit Marc Mac / Dego (4 Hero), Rob Playford (Moving Shadow) und Danny J (Beachdrifta/Stormtrooper VIP) dürften auch
bekannt sein. Zusammen mit dem jungen, noch hungrigen Jim
Heist präsentiert das Mastermind der rohen Beats nun sein neues Album „Malice In Wonderland” – laut Goldie ein Dank an die
Drum&Bass-Szene. Im Gegensatz zu Clipz werden hier die 8Bit/
Bleep Sounds dezenter eingesetzt und mit wundervollen Vocal
Samples und superdicken Beats zu einer Mixtur gestaltet, wie
ich sie über alles liebe. Ja, „Metalheadz“ und „Rufige“ standen
schon immer für sinnvolle Musik, und Goldie für Top-Konzepte
hinter der Musik. Unter dem Pseudonym „Rufige Kru“ produziert er Musik für die Szene auf eine andere Art – auf eine einfachere Weise, für alle leichter zu akzeptieren. Der Titel bedeutet
genau das, was man denkt: Malice („Boshaftigkeit“) ist ein Synonym für „Rufige“, „Wonderland“ ist die Szene, die immer wieder mal daherkommt wie ein großes Wunderland. Goldie kehrt
damit zurück zu den Wurzeln und der Essenz dieser Musik. Das
Album ist eine Melange aus Sounds der early days und dem
aktuellen technischen Sound. Und wie man es von Metalheadz
gewohnt ist: Deep, dark, kompromisslos. Die massivsten Tunes
sind wohl eindeutig „Vanilla“, „Special Request“, „Monkey Boy“,
„Scar“, „Infamous“ und vor allem „Malice in Wonderland“. „Es
geht nicht darum, komplizierte Musik zu machen, sondern im
zweiten Gang zu bleiben. Würde ich im fünften Gang fahren
wollen, würde ich da rausgehen und wieder konzeptionelle Musik machen. Und ich werfe auch keinem 18-jährigen Rave-Kid
vor, dass er meine konzeptionelle Musik nicht versteht – aber
ich erwarte sehr wohl, dass er Malice in Wonderland versteht“,
so Goldie. Ich meine das nachvollziehen zu können und ziehe
meine Schlumpfmütze vor dem Meister und seiner langjährigen
und wieder mal exzellenten, vorbildlichen Arbeit.
www.metalheadz.co.uk
www.grooveattack.com
>> Hip Hop / Soul
Boundzound: Louder
(island / universal)
1989 beginnt Demba Nabé bereits Theaterstücke zu schreiben und dank Berliner Senatsgeldern auch zu realisieren.
Wie die unterschiedlichen Dörfer, aus
denen sich die Stadt Berlin entwickelt
hat, entstehen seine Arbeiten aus eigenen Geschichten, aus seiner Musik und
unter seiner Regie. Er spielt im Zan Pollo
Theater, landet aber schließlich immer öfter in den Armen der
besten Freundin, der Musik, die sich schon bald den Nachnamen Boundzound zulegt. Die Klarinette wird genauso sein Partner wie der Gesang, der Tanz und das Schreiben von Liedern.
Er unterrichtet Tanz für Sänger an der Hans Eisler Universität
in Berlin und als das Jahrtausend seinen Schwanengesang anstimmt, gründet er mit ein paar Freunden eine Band. Seeed beinhaltet mehr Musiker als man Finger an beiden Händen hat und
schließlich begeistern sie im Laufe der Jahre mehr Menschen als
in eine mittelgroße Stadt passen. Atempausen gehören nicht zu
den wesentlichen Merkmalen in Dembas Leben in dieser Zeit.
Ihr werdet uns nennen lernen, denkt er, und meint damit nicht
nur die bereits als Tatsache anwesende Bekanntheit von Seeed. Die Worte und Töne in Dembas Liedern fliegen inzwischen
wie jonglierte Kegel über seinem Kopf, jederzeit bereit in neuen
Konstellationen, in neuen Formen zu kreisen. Nun steht der erste SpinOff aus der Seeed-Elf an: Boundzound, bekannt als Ear,
liefert schweißtreibende Vibro-Beats und flimmernden Bass garniert auf dicke Grooves. Seine erste Single „Louder“ schlackert
jetzt schon durch alle Speaker. Im Titelsong der Platte beschreibt
er einen Pokerspieler im Casino, der zu gewinnen weiß, den Gewinn aber nicht als Seins betrachten kann. Spiel, Spaß und Sommerfeeling – der Wettergott scheint es ihm zu danken und lässt
die Sonne auf den kahlen Schädel brennen. In „Airport Love“
geht es um kurze intensive Begegnungen auf Tour, wenig Zeit,
wenig Platz, aber Augenblicke, die schnell eine Sehnsucht nach
Verlängerung entwickeln. Mit seiner charakteristischen Kehle
überfliegt Dembas Musik genau die Grenzen, die er im Laufe
der Jahre als Beobachter kennen gelernt hat. Ob Soul, Hip Hop
oder Dancehall – hier geht’s um Bilder, Farben, Formen und Frequenzen. Und während ich gerade den „Marathon Mann“ auf
repeat geniesse, sorgt Boundzound hier insgesamt mit einer
abgefahrenen Mischung aus zurückgelehnten Reggae-Sounds,
HipHop-Beats, Songwriting und dem Blues-Gefühl im Gepäck
zugleich für gechillte Stimmung und Tanzvergnügen! Übrigens
tourt er ab Ende April mit seinem Soloprojekt durch die Rapublik
und versehrt euch mit sommerlichen Vibes. Mit besten Grüssen
in den Wellnessclub ;-)
www.boundzound.de
www.myspace.com/boundzound
>> Phuture Jazz
Dephazz: Days Of Twang
(phazz-a-delic / edel)
Was 1997 als lockerer Pool von Musikern
um den „akustischen Cutter“ Pit Baumgartner begann, ist inzwischen trotz der
anerkannten Sampelwut und Schnipselarbeit zum Bandprojekt ausgeartet.
Nach dem Vorgängeralbum „Natural
Fake“ haben sie nicht nur den Bindestrich im Namen hinter sich gelassen,
sondern auch das Label. Auf
Phazz-A-Delic, ihrem eigenen
kleinen Reich, veröffentlichen
die Easy-Listening-Jazz-SoulLatin-Dub-Bossa-Fürsten und
ihre Teilzeit-Königin Pat App-
leton das Album „Days Of Twang“. Und ich muss es gleich sagen: Dephazz ist eine meiner lange gehegten Liebschaften. Wie
bereits Pit Baumgartner aus Heidelberg mitgeteilt, diente mir im
Jahre 1999 das Album „Godsdog“ (mole listening pearls) ein Jahr
lang zum Liebemachen – und Langeweile geht anders. Auch die
zeitlos begehrenswerten 44 Musikminuten des neuen Werkes beglücken tagelang, die Nächte durch und ab sofort. Das „Twang“,
also die hohen Töne, bezieht sich auf die Aufnahmequalität
von Songs aus den 50ern und 60ern, die diesmal vermehrt in
die Samplings von Dephazz einflossen. Die lehrreiche „Boogie
Philosophy“ kann auf jedem Tanzflur umgesetzt werden, und
in perfekter Imperfektion machen die schmutzigen Details hier
immer Sinn, erschließen sich aber erst nach wiederholtem Zuhören. Das Motiv ist dabei weder Mainstream noch Underground,
sondern die Liebe zum Experiment. Die Mitstreiter sind loyale
Legenden. Barbara Lahr, schon mit der SpaceRock-Legende GuruGuru unterwegs, verkörpert sehr sinnlich auf dem „Nonsensical Things“ und „Dancing With My Hands“ die Dephazz-Wurzeln in der deutschen Jazz/Rock-Musik der 70er. Pat Appleton
bereichert das Album mit ihrem erfrischenden Zynismus auf
dem Doo-Bop-Rivera-Bossa „Hell Alright“ und blättert nebenbei
in einem staubigen Photoband über das London der späten 60er
mit „My Society“, einem Nancy-Sinatra-kompatiblen SixtiesSchnurrer. Paul St. Hilaire vermischt klassische Jazzguitar-Licks
mit Riddim Grooves auf „Better World“, der totalen Entspannung. Direkt aus einem Beatclub auf Jamaika gibt’s „Le Petit Bastard“, und Karl Frierson liefert das typisch herzerweichende „It
Will Turn Out Right“ und das untypisch countrybluesrockende
„What’s The Use Of ...?“. Höllisch herrlich kommen der Elviseske Bossa-Mambo-Chacha „Devil’s Music“ und der rockabillige
„Rock’n’Roll Dude“. Warum es in Gedanken und Gewerken der
Rock’n’Roll der Vormütter war, der hier mit Bässen, Beats und
Samples der Neuzeit auf die Reise geht, erklärt der Meister am
besten selbst: „Dieses Mal musste der Rock’n’Roll zeigen, wie
weit er sich biegen lässt bis er bricht. Dieser Rock’n’Roll, diese
Ansammlung von „twangs“ im oberen Frequenzspektrum aus
meinem Transistorradio, war für mich der Einstieg in die Welt
der Musik. Und da war jedenfalls noch eine Rechnung offen.
Außerdem hatten die Jungs damals auf meinen Lautsprechern
keine Bässe. Das musste mal geändert werden.“
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>> Reggae / Dancehall
Nosliw:
Mehr
Davon
(rootdown records)
Schon im Mutterbauch mit Reggae von
Peter Tosh, Jimmy Cliff und Konsorten
beschallt, hat er als Deutscher einen besonderen Bezug zur ursprünglich jamaikanischen Musik. Jedoch bleibt Rap in
den ersten 15 Lebensjahren immer die
Hauptsache für den gebürtigen Bonner.
Seit 1992 mit Hip Hop verschworen, rockt
Nosliw zu dieser Zeit mit Scheiben wie Public Enemys „Fear Of
A Black Planet“ und „Live In Concert“ von der 2 Live Crew ab.
Seinen Künstlernamen bastelt er sich aus seinem bürgerlichen
Namen Eric Wilson. Rückwärts gelesen und im Stil des Sportartikelherstellers Wilson gedruckt, gibt sein Nachname ein erstklassiges Etikett ab. Doch er übernimmt bei seinen Reggae-Stücken
keine typisch jamaikanische Themen. Immer schon sozial engagiert, bringen seine deutschsprachigen Lyrics Missstände, die im
eigenen Land vorliegen, zur Sprache. Die Reggaeszene wächst
und gedeiht – und mit ihr die Soundsystemkultur. Mit seiner ersten Singleauskopplung „Immer Wieder Hören“ verneigt er sich
respektvoll vor ihr. „Yau Reggae Massive, hier spricht Nosliw,
Rootdown represent, jetzt hat’s sich ausgepennt! (…) das wird
’ne gute Zeit und Gutes bleibt!“ Ganze drei Jahre hat sich der
gelernte Sanitärinstallateur (inkl. Logopädie-Ausbildung) nach
seinem Debut-Album „Mittendrin“ Zeit gelassen, um nun den
#70
9
cooltour
Rolys Silberscheiben des Monats Mai
Roland Grieshammer
SPANIEN
(Barcelona)
Das Eckthema
Verfügbarkeit: hoch
Preis: moderat
nächsten Longplayer vorzulegen, und das Warten hat sich gelohnt! Der inzwischen nach Berlin übergesiedelte Nosliw und
zur Zeit der bedeutendste Reggaeinterpret im Land gibt „Mehr
davon“. Kaum ein Festival ohne ihn und wahrscheinlich gibt es
kaum noch weiße Flecken auf der Landkarte, wenn man sich
ankuckt, wo der gute Mann so alles als Gast bei Soundsystem
Showcases war. Nosliw gehört seit Jahren fest dazu, wie gesagt,
auf den Bühnen und in den Clubs. Insgesamt zeugen beim neuen Album 13 Tunes auf der Basis von modernem Rootsreggaesound von Nosliws Können, ob es nun inhaltlich um die Liebe
oder gesellschaftskritische Themen geht. Mein Lieblingssong ist
natürlich „Bitte schickt mir Hilfe“. Die Rhythmen wurden fast
durchweg vom alten Weggefährten Teka produziert, aber auch
das Hamburger Silly Walks Movement und der Berliner Soundschmied Guiseppe Copolla steuerten Beats bei. Eingängigkeit ist
ein wesentliches Markenzeichen des Künstlers, neben Charme
und Präsenz. Dabei singt er nach wie vor durchgängig auf
Deutsch. Nur Gentleman, als einziger Gastvokalist am Mikro,
steuert bei „Liebe“ seine Patois-Englisch-Melange bei. Ansonsten bestreitet Nosliw seinen Zweitling im Alleingang und bietet ausnahmslos fantastische Musik. Mehr Style, mehr Stimme,
mehr Flow, mehr Inhalt, mehr Reggae, kurz: Mehr Davon!
liefert hier das an rhythmischer Originalität kaum zu überbietende Juwel „Toute ressemblance“. Ludo Pin dagegen gelang das
Kunststück, schon mit seiner Debüt-Single „3 Secondes“ auch
außerhalb Frankreichs Airplay zu bekommen. Sein eigenwilliger
Stil mit HipHop-Einschlag ist dank einem feinen Händchen für
Hooklines eingängig und markant. Mit „Le Naturel“ schlägt Pascal Parisot, der Meister der außergewöhnlichen Arrangements,
eine Brücke zwischen Exotica und Chanson. Der geniale Einfall,
eine Posaune als Elefantendouble einzusetzen, ist wohl einzigartig in der Popgeschichte. Nicolas Haas überzeugt mit der IndieHymne „Si Un Jour Tu Hésites“ und nichts für Nichtrauchercafés ist Mélanie Pain’s romantisches „La Cigarette“, das auf Le
Pop 4 seine Weltpremiere feiert. Dominique A, der Urvater der
Nouvelle Scène, belegt seinen Status mit dem Stück „Dans Un
Camion“ eindrucksvoll, und auch Thierry Stremler demonstriert
mit seinem fast croonerhaften Ohrwurm „Idéal Modèle“ alte
Stärke. Nicht nur für Frankophile durchgängig hörbar, unterhaltsam und auf elegante Art verführerisch. Wer Gefallen daran
findet, freut sich auch über das dritte Album „Chevrotine“ von
Holden, bei dem die neuen Lieblinge der Pariser Szene mit Atom
Heart einen innovativen, experimentierfreudigen, futuristischen
Entwurf des Chanson formulieren.
www.nosliw.de
www.rootdown-records.com
www.lepop.de
www.grooveattack.com
>> Nouvelle Chanson
Le Pop 4:
Les Chansons De La
Nouvelle Scène Française (le pop musik / groove
>> Drum&Bass
V.A.: HiVitality – vital
styles of drumnbass
(beatalistics)
attack)
Seit den frühen 90ern arbeitete die Sängerin und Songwriterin an einer Vielzahl unterschiedlicher Projekte. In Zusammenarbeit mit den Produzenten
Swag schrieb sie 2002 den Song „Miracles Just Might“. Die Reaktionen waren
euphorisch, und innerhalb eines Monats folgte auf dem Label
Cottage die Single „Sunshine“, die die Idjut Boys 2005 für ihre
„Press Play“ Compilation auf Tirk Records lizenzierten. Nach
dem großen Erfolg ihrer beiden 12“-Veröffentlichungen „All
Woman“ und „Over“ gibt’s nun endlich ihr mit Spannung erwartetes Albumdebüt „Miss Diamond To You“, an dem in den
letzten zwei Jahren mit Hochdruck gearbeitet wurde. Und Mister Fultons musikalisch unverkennbare Handschrift ist definitiv
die Grundlage, um Kathys tolle Stimme so zur Geltung kommen
zu lassen. Maurice Fulton sorgte nicht nur als Mitglied des amerikanischen Produzenten-Kollektivs Basement Boys für Furore,
er produzierte ebenfalls schon Ultra Naté („It’s Over Now“) oder
Crystal Waters („Gypsy Woman“). Darüber hinaus erschienen
seine Produktionen auf Labels wie Warp, SSR, Output oder Sähkö Recordings. Die musikalischen Koordinaten und Inspirationen sind Prelude und Westend Records, G.I. Clubs der frühen
Achtziger Jahre im Rhein-Main-Delta, NYC, Paradise Garage,
und der benebelte Tüftler und seine fragile Muse lösen damit
den Post-Disco-Konflikt. Hier ist nichts mit nostalgischem Retro-Geheule – straight nach vorne schauend und neue Standards
setzend, hat dieses Album in meinen Ohren das Zeug zu einem
wahren Future Classic. Typisch Maurice Fulton – ob in Form von
Produktion, DJ-Sets oder Radioshow Mixtapes. Und mit Kathy
Diamond hat er eine perfekte Stimme für seine musikalischen
Visionen gefunden. Im gegenseitigen Einvernehmen scheint vor
allem die Dosierung so schlüssig wie seit Urzeiten nicht mehr
gehört. Nicht zu viel Boogieismus, zu viel tragisches Epos, zu
viel Track, zu viel Song, zu viel Effektgarnitur, zu viel Referenzschläue, zu viel Spacetroopertum, zu viel Divenhand, zu viel
Traditionsgewissen, aber eben auch nicht zu wenig, und vor
allem so viel überlegene Komprimierung. Ich liebe die Zitate:
Beim Überhit „All Woman“ sind es die Bassline von Lucy Pearl
und der trockene Beat von „Billy Jean“, „Another Life“ ist vom
Aufbau her ein „Peanut Butter“ für 2007 und „I Need You“ bedient sich der Beats von Adamskis „Killer“. Nie werden all diese
Einflüsse gesampelt oder als maßgebliches Element verwendet,
sondern immer mit Fultonschem Sound tricky eingespielt und
dann eingebunden. Ein supergrooviges Disco-Album für die
Fetischisten von High Heels, Lipgloss, Handclaps, Augenglitzer
und Gin Tonic. On & On!
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>> Disco / Powerpop
Kathy Diamond: Miss
Diamond To You
(permanent vacation)
Eine stilistische Umorientierung bekannter Sänger zeichnet die erlesenen „Nouvelles Chansons“ aus. Ich mag’s französisch und freu’ mich nach anderthalb
Jahren, den vierten Teil der Le Pop Compilation-Reihe zu hören. Pierre Lapointe bietet zur Eröffnung sein Blue-EyedSoul-Stück „Qu’en est-il de la chance?“ dar. Die neuentdeckte
Sängerin Austine tritt mit einer klassischen Chanson-Stimme
gemischt mit leichten Popklängen auf, während Vincent Delerm
mit „Sépia plein les doigts“ eine Wiederbelebung der Rive-Gauche-Tradition präsentiert. Einer der ungewöhnlichsten Acts auf
der französischen Musiklandkarte ist mit Sicherheit Holden, die
mit ihrem Lied „Madrid“, einem Sound zwischen elektronischer
Avantgarde, englischem Pop und französischen Wurzeln, ihre
autonome Entwicklung von den Trends im Neo-Chanson vorstellen. Dank seines unverschämten Hits „L’amour et l’eau
fraîche“, der ironisch den von >M<, Parisot und Albin de la Simone entwickelten Hauptstadt-Sound an die Ardèche entführt,
sollte Eddy (la) Gooyatsh nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben. Mathieu Boogaerts bestätigt mit „Les Tchèques“ seine Ausnahmestellung als stilbildender Künstler. Auch Jeanne Cherhal
brach mit der eher traditionellen Ausrichtung ihres Debuts und
hat mit der vielschichtig arrangierten Single „Voilà“ einen beeindruckenden Schritt Richtung Pop gemacht. Pascal Colomb
arbeitete bisher vor allem als Studio-Musiker und Arrangeur mit
Größen wie >M<, Stremler, de la Simone und Mickey 3D und
Das Genre Drum’n’Bass krankt nicht
selten daran, dass es auf den Tanzböden heimischer Diskotheken zwar zu
den zündendsten Auswüchsen der
elektronischen Clubkultur gehört, auf
Longplayer gebannt entbehren viele
Acts jedoch an Vielseitigkeit: Die oft schwer verbreakten und
aggressiven Tracks machen es schwer, die Begeisterung für diesen Sound auch im eigenen Wohnzimmer nachvollziehbar zu
machen. Genau hier möchte „Hivitality - Vital Styles Of D&B“
anknüpfen. Nachdem MTC Yaw & Dub Tao bereits ihre feinen
Tunes auf Vinyl releasten, folgt nun die zweite CD-Compilation
aus der HiVitality soulful Drum’n’Bass Reihe (beatalistics002).
Das Bremer Label für Clubmusik, gegründet und betrieben von
den Musikproduzenten und DJs Stadler&Waldorf, liefert auf
CD, Vinyl oder MP3 zugleich Tanz-Tools für den Club-DJ und
übersprudelnde Klangquellen für die heimische Stereoanlage.
Anstatt mit maschineller Kälte zu verstören, bestechen die 19
Tracks mit lebendigem Klang und widmen sich vorwiegend den
etwas poppigeren Ausprägungen dieses Genres. Und tatsächlich
klingen die von Stadler&Waldorf sorgfältig kompilierten und
gemixten Beiträge mehr funky, sonniger und vor allem melodischer als vieles, was sonst den Banner Drum’n’Bass trägt – ohne
dabei seine Dancefloor-Kompatibilität zu verlieren! „HiVitality“
ist facettenreich und zeigt, dass die Produzenten ihre eigenen
musikalischen Wege gefunden haben. So stellen die Tracks eine
perfekte Synergie aus kraftvollen Oldskool-Drum’n’Bass-Beats
mit modernen klaren Melodielinien dar, mal tanzbar, mal zum
Zuhören. HiVitality bricht das Genre nach allen erdenklichen
Seiten auf, sei es Jazz, Pop oder World Music. So entstehen neue
Formen, die die enorme Wandlungsfähigkeit von Drum’n’Bass
zeigen. Neben bereits etablierten deutschen und englischen Artists wie Loxy & Amaning, Syncopix, Young Ax, Social Security
presents Crisis Loan, Henree oder den Giana Brotherz sind auch
up-and-coming Producer der nächsten Generation vertreten. Es
fällt schwer, einzelne Tracks hervorzuheben, da hier wirklich
alle Künstler vortreffliche Arbeiten abgeliefert haben. Allerdings
höre ich am häufigsten das swingende „Dirty Diamond“, die
schön treibenden Tracks „Toasty“ und „Creeping In My Ear“
sowie das völlig fertige „Sommerlied“ und das hypnotisierende Top-MP3-Release „U Do It Right“ des Kölner Drum’n’Bass
Produzenten und DJs Henree. Heimlicher Favorit für den besten Track ist für mich „Feeling Good Rewind“ (Hanuman Tribe).
Risiko vor Ort: gering
Reisekosten: niedrig
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen):
moderat bis hoch
Organische Sounds wärmen die Seele und bändigen die Beats.
Doch die bewahren ihre mitreißende Wirkung und sorgen für
euphorische Reaktionen der Clubbesucher auf der Tanzfläche
– vital styles of urban grooves!
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Der Fluch – The
Grudge 2
„Man sagt, wenn jemand in einem
Zustand unbändigen Grolls zu Tode
kommt, lastet fortan ein Fluch auf dem
Ort des Sterbens“, lautet ein japanisches
Sprichwort. Und am Ende des ersten Teils
zeichnete es sich bereits ab: Der Fluch ist
noch nicht beendet. Ganz im Gegenteil,
er kommt zurück und verfolgt in Tokio
wieder unschuldige Seelen, die auf den ersten Blick nichts verbindet. Für die spannende Fortsetzung des erfolgreichen Horrorschockers von Starregisseur Sam Raimi (Spiderman) zeichnet
sich auch wieder Japans Kultregisseur Takashi Shimizu (Ju-On
- The Grudge) verantwortlich, der wieder eine verflucht gute
Schauspielerriege engagierte: In der Hauptrolle brilliert USSchauspielerin Amber Tamblyn (Die Himmlische Joan), die bereits in The Ring erste Genre-Erfahrungen sammeln konnte, und
auch die Fans von Sarah Michelle Gellar (Buffy - Im Bann der
Dämonen) werden hier wieder auf ihre Kosten kommen. In einer weiteren Rolle: Jennifer Beals (Flashdance). Während sich im
ersten Teil das Grauen noch bevorzugt durch lange, schwarze
Haare ankündigte, so sind es nun vermehrt die bläulich schimmernden Körper und Körperteile der Verstorbenen, die plötzlich
auftauchen und das Gruseln lehren sollen. Aubrey Davis (Amber Tamblyn) erfährt von ihrer Mutter (Joanna Cassidy), dass
ihre Schwester Karen (Sarah Michelle Gellar) in ein japanisches
Krankenhaus gebracht wurde. Niemand im Krankenhaus glaubt
Karen, dass sie ein Haus in Brand gesteckt hat, um ihrem Freund
das Leben zu retten. Seit dem Feuer wird sie von einer geisterhaften Frauengestalt in weißem Kimono und mit schwarzen
Haaren verfolgt. Aubrey macht sich auf den Weg nach Tokio,
um die schrecklichen Vorkommnisse aufzuklären. Doch je mehr
Licht sie in das mysteriöse Dunkel zu bringen versucht, umso
präsenter wird die lauernde Gefahr, die bald ihre schlimmsten
Alpträume übertrifft. Nach und nach geraten immer mehr Personen in den Bann der geheimnisvollen Frauengestalt aus dem
ausgebrannten Haus. Der Fluch scheint sich auszubreiten und
nach scheinbar Unbeteiligten zu greifen, die doch durch ein
Schicksal miteinander verbunden sind. Die DVD-Extras liefern
die Entwicklung der Geschichte, die Arbeit mit Takashi Shimizu, die Darstellung der „Grudge“-Wesen sowie Soundeffekte,
Deleted Scenes und Darstellerinfos. Für Liebhaber des Gruselgenres könnte „The Grudge 2“ trotz seiner inhaltlichen Schwächen interessant sein, denn nur selten wurde man in solch einer
regelmäßigen Frequenz erschreckt und erfolgreich zum Gruseln
gebracht.
Verlosung: Drei DVDs wurden freundlicherweise von
Constantin Film freigegeben. Einfach bis zum 30.Mai
eine Mail mit dem Betreff „The Grudge 2“ an gewinnen@hanfjournal.de schicken. Viel Glück!
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10
#70
cooltour
Das Eckthema
fünf
NEPAL
(Katmandu)
Fragen
an:
Verfügbarkeit: hoch
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Risiko vor Ort: niedrig
Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten (Hotel,
Essen): niedrig
SoundPiraten - Die Termine:
Reggae - Dancehall - Dub
09.05.07 BERLIN
Cassiopeia > Bass Station: Collecta Mr.Glue ls Natty Irie
Cassiopeia: Revalerstr.99, 10245 Berlin. Start > 23:00h
12.05.07 WARSZAWA
M25 > Global Marijuana March Party:
SoundPiraten, Sel Himol, East West Soundsystem,
Natural Dread Killaz, LobbyTHC, Sel Etam, Love SenC Music, Sound Of Freedom Soundsystem and much
much more. M25: Minska 25, Warszawa. Start > 15:00h
18.05.07 BERLIN
Yaam > Sternstunden: SoundPiraten, Redemption
Sound, Iberator Sound. Yaam: Stralauer Platz 35, 10243
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Tanya Stephens ist momentan wohl die bekannteste
und erfolgreichste weibliche Stimme im internationalen
Reggae. Mit ihrem Album „Rebelution“ hat sie 2006 nicht
nur Reggae Fans überzeugen können, momentan stellt
sie das Album auf ihrer Tournee in ganz Europa vor. Mit
ihren oft direkten, selbstbewussten Texten ist Tanya der
musikalisch und textlich ausgereiftere Gegenpol zu ihren männlichen, oft hirnlosen „ich fass mir in den Schritt“
Kollegen.
Berlin, Kulturbrauerei: Nach einem großartigen Konzert,
bei dem die Halle förmlich gekocht hat, hatten wir die
Möglichkeit, Tanya Stephens ein paar Fragen zu ihrer
Musik, Ganja und Homophobie auf Jamaika zu stellen.
Hanf Journal: Hi Tanya
Tanya: Hi there.
Ha Jo: Erst einmal vielen Dank für das tolle Konzert eben. Wie
unterscheiden sich das hiesige Publikum und die Stimmung
von einem Konzert auf Jamaika?
Tanya: Im großen Ganzen ist das überall gleich. Ob Jamaika oder
Deutschland, die Vibez sind großartig.(lacht). Nur die Sache
mit der Sprache ist halt ein wenig anders und die Mädels sind
Tanya Stephens
nicht ganz so gestylt. Aber auf der Bühne ist es schon dasselbe
Gefühl.
Ha Jo: Was hältst du von der Hanfprohibition?
Tanya: Nichts. Ich halte von Verboten generell nichts. Alles,
wozu ich mich aus freien Stücken entscheide, möchte ich tun
dürfen. Selbst wenn irgendjemand meint, es sei schlecht für
mich - es ist meine Sache. Sollte Ganja wirklich in irgendeiner Weise gefährlich sein, dann gibt es sicherlich eine Menge
anderer Sachen, die viel gefährlicher sind. Und die sind dann
legal. Für mich macht das Hanfverbot keinen Sinn. Aber eigentlich ist es mir egal, denn: ich rauche, so oder so.
Ha Jo: Ich habe in einem Artikel über Dich den Begriff „female
Slackness“ (entlehnt von „slack“ - sexuell aufgeladener und
vor allem sehr direkter Text, hier von weiblichen Interpreten)
aufgeschnappt. Was hältst du davon?
Tanya: Ich habe kein Problem mit Slackness. Ich nenn‘ es nur
nicht so. Was kann daran schlecht, über Sex zu sprechen? Immerhin ist das der Grund unseres Daseins. Für mich gibt es
eine Grenze: Ich würde mich nie nackt in der Öffentlichkeit
zeigen- nicht weil ich Nacktheit anstößig fände, einfach weil
ich das für mich nicht mag. Aber wer so etwas will, soll bitte schön auch das tun dürfen. Wie gesagt: Das ist nicht mein
Buisness.
Ha Jo: Wie stehst du als Jamaikanerin zu Battyman Tunes,
also schwulenfeindlichen Texten, die meist aus deiner Heimat
stammen?
Tanya: Ein paar wenige Künstler machen solche Texte. Und
das ist traurig. Das bringt den Reggae weltweit in Misskredit. Die repräsentieren unsere Musik nicht. Die allermeisten
Reggae Künstler haben solche Worte noch nie in den Mund
genommen und würden es nie machen. Die große Mehrheit
singt über Liebe und Einheit aller Menschen. Niemand soll
sterben, kein Feuer soll irgend jemanden verbrennen. Das
Bild, das hier in der Öffentlichkeit von Jamaika vermittelt
wird ist falsch. Es wäre zwar falsch zu sagen, es gäbe dieses
Problem nicht. Die große Mehrheit der Jamaikaner jedoch ist
anders. Diese Typen sollten einfach ihr Maul halten, aufhören
ihre Texte zu verbreiten. Wir können es uns gar nicht leisten,
jemanden zu diskrimnieren (lacht laut).
Ha Jo: Wie ist Jamaika wirklich?
Tanya: Jamaika ist groß und seine Bewohner sind sehr facettenreich. Ich kann hier auch nur meine persönlichen Erfahrungen wiedergeben. Und die sind ganz anders als es oft dargestellt wird: Ich habe dort an vielen Orten gelebt, eigentlich
ist es genau wie überall. Die meisten [Orte] sind fast schon
langweilig, die Leute arbeiten, Kinder gehen zur Schule, das
Leben plätschert so vor sich hin. Auch in Jamaika. Das Bild
einer Insel übersät mit Alltagsgewalt ist sicher falsch. Ich lebe
auf dem Land, die Leute dort sind sehr großzügig. Jeder, der
vorbeikommt und nach Essen fragt, bekommt ein paar Auckees (jamaikanische Baumfrucht) oder Bananen geschenkt, es
herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre.
Ha Jo: Vielen Dank für das Interview, Respect Tanya.
Tanya: Ich danke, take care. Bye.
Interview und Übersetzung: Michael Knodt
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Kerstin Koch, Christian von Baumbach
Japan: Die Halle, Die Spieler
B
isher gab es auf dieser Seite meist Spiele satt.
In dieser Ausgabe will ich weniger über Spiele
sprechen als euch einen kleinen Einblick in die
japanische Spieleszene geben. Also, wen es im Frühling mal nach Japan verschlägt, der sollte einen Abstecher nach Asakusa Tokyo machen und den „Game
Market“ besuchen. Nicht, dass ihr denkt, ich selbst
wäre vor Ort gewesen, das nicht. Bilder und Informationen stammen von einem nicht nur spielebesessenen
sondern auch japanliebenden Freund, der derzeit das
Land der aufgehenden Sonne auf Herz und Nieren
überprüft. Daher hat es auch nur ein Spiel in diese
Ausgabe geschafft und zwar „Glanz und Gloria“, die
Erweiterung zu „Thurn und Taxis“. Denn Poststrecken
werden auch in Japan sehr gerne gebaut.
Während sich in Essen die Massen durch mehrere Hallen schieben, um hier und da ein Schnäppchen zu schlagen oder das
Neueste vom Neuen zu ergattern, kommen zum „Game Market“ gerade mal 1000 Menschen. Dafür gibt es diese Spielemesse
auch erst seit dem Jahr 2000. Den Veranstaltern sei es eine Herzensangelegenheit Karten-, Brett- und Gesellschaftsspiele in Japan zu verbreiten, denn noch immer zocken die Japaner lieber
Video- und Computerspiele. Dabei ist und bleibt Deutschland
das große Vorbild. Und wer weiß, vielleicht schaffen es ja auch
mal ein paar deutsche Spieleerfinder oder Verlage an der Messe
teilzunehmen, die ehrenamtlichen Organisatoren würden sich
außerordentlich freuen. Bei der diesjährigen Messe konnten an
gut 60 großen und 15 kleinen Ständen Spiele begutachtet, getestet und gekauft werden. Dabei stellen an den meisten der kleinen Stände Privatpersonen und Spiele-Clubs eigene Spiele und
Ideen vor. Und wer weiß, vielleicht findet der eine oder andere Schnäppchenjäger ja sogar ein Spiel, auf das er schon lange
scharf ist, denn es gibt auch einen Basar und dort wird bekanntermaßen gefeilscht. Außergewöhnlich dürfte die Auktion sein,
wo mehr als 20 Spiele versteigert werden. Ein paar Yen sollte
man also einstecken haben.
Natürlich wurde in Japan auch schon vor Video und Computer gespielt, haben die japanischen Klassiker wie Go, Shogi und
Majong doch ihre Liebhaber in aller Welt gefunden. In diesem
Jahr wurde „Unsunkarta“ – ein japanisches Kartenspiel – vorgestellt, dessen Ursprung in Portugal liegt. Im 16. Jahrhundert
brachten es portugiesische Seefahrer nach Japan. Dort wurde es
erst weiterentwickelt, geriet aber fast in Vergessenheit, als das
Kartenblatt mit 52 Karten von Europa nach Japan kam. Nur in
einem kleinen Dorf auf Kuyushu überlebte das Spiel und kann
jetzt in der Neuauflage an frühe Zeiten anknüpfen, als es unter
den Japanern sehr beliebt war. Vor zwei Jahren wurde ein anderes sehr schönes urjapanisches Spiel namens „Tosenkyo“ gezeigt.
Dabei versucht man mit einem Papierfächer ein Ziel auf einem
kleinen Podest zu treffen. Allerdings kommt es nicht nur darauf
an, das Ziel zu treffen, sondern auch wie der Fächer liegt. In Essen habe ich einigen Menschen dabei zugesehen und es gehört
viel Geschick dazu, den Fächer auch nur in die Nähe des Ziels zu
werfen. Die bekanntesten Brett-Spiele in Japan sind „Monopoly“, „Spiel des Lebens“, „Acquire“ und „Siedler von Catan“.
Japon Brand
Wer sich noch an die vergangene Novemberausgabe erinnert,
dem dürfte „Japon Brand“ ein Begriff sein. Ebenfalls von den Veranstaltern der Messe ins Leben gerufen, ist es eine Vereinigung
japanischer Verlage und Spieleenthusiasten. Sie haben es sich
zur Aufgabe gemacht, traditionelle japanische Spiele und neue
Spiele japanischer Autoren in aller Welt bekannt zu machen. Im
vergangenen Jahr hatten sie ein paar kleine aber feine Spiele im
Gepäck, die ich bisher nur angetestet habe und auf keinen Fall
schlecht finde. So geht es in Gra-Gra-Company – einem „aktionsgeladenen Wirtschaftsspiel“ ums erfolgreiche Investieren und
dem rechtzeitigen Umlagern seiner Anlagen. „Gra-Gra-Company“ ist ein Würfelspiel, wobei sowohl gewürfelt wird aber die
Würfel auch angelegt werden, sprich: Würfel stapeln. Sobald ein
Würfelturm umfällt, müssen die Investoren an die Bank zahlen
und haben sozusagen Pech gehabt. Ansonsten werfen die Stapel
früher oder später Gewinne ab. Sobald keine Würfel mehr da
sind, weil sie entweder alle verbaut oder aus dem Spiel genommen wurden, endet die Runde, nach drei Runden ist das Spiel
vorbei. Während der Messe in Essen habe ich einige japanische
Spiele ausprobiert und ich muss sagen, dass sie meist sehr kommunikativ, lustig und einfach sind und vor allem in sehr kleinen Verpackungen stecken. Mehr davon in einer der nächsten
Ausgaben. Wer schneller, was drüber wissen möchte, kann mal
auf diese Seite schauen: http://japonbrand.gamers-jp.com/index.
htm. Man darf gespannt sein, was sie im Oktober in Essen vorstellen werden.
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen): hoch
Thurn und Taxis Glanz und Gloria
Strategie
Während in Japan „Thurn
und Taxis“ zum besten
Spiel gekürt wurde, ist
hierzulande schon die
Erweiterung „Glanz und
Gloria“ erschienen. Aber
was heißt Erweiterung?
Es ist ein neues Spiel,
denn „Thurn und Taxis“
eignet sich nicht wirklich
für eine Erweiterung. Es
gibt einen neuen Spielplan, der jedoch nicht an
den Grundplan angelegt
wird. Vom Original werden nur die Poststationen und die Grundregel
benötigt.
Weiterhin müssen die Spieler Strecken bauen, allerdings in einer
Gegend, die den Süddeutschen unter uns nicht so geläufig ist,
liegen die Städte doch fast alle nördlich des Weißwurst-Äquators
– dem Main. Wieder gewinnt derjenige, der die meisten Siegpunktplättchen ergattert. Und es sollten möglichst alle Häuschen
verbaut sein, sonst gibt es Punktabzug. Nicht mehr dabei ist der
Wagner, der hat inzwischen ausgedient, stattdessen haben die
Stadtkarten eine Doppelfunktion: Entweder werden sie, wie gewohnt, als Streckenkarte ausgelegt oder aber vor die Postkutsche
gespannt. Denn eine Strecke abschließen darf nur, dessen Postkutsche über genügend Zugpferde verfügt. Ein paar freie Reichsstädte bringen weitere Siegpunkte und wer gerne lange Strecken
baut, dürfte sich über die Achter-Strecken-Siegpunktplättchen
freuen. Statt ganz Bayern zu besetzen, heißt es jetzt in allen preußischen Städten eine Poststation zu errichten. Wem „Thurn und
Taxis“ großen Spaß macht, dem wird auch „Glanz und Gloria“
gefallen. Wer „Thurn und Taxis“ nicht kennt, aber „Glanz und
Gloria“ spielen will, muss sich Grundregel und Poststationen
besorgen und kann es eben auch ohne das Original spielen. Das
dürfte zwar nicht im Sinne des Verlags sein, ist aber auf alle Fälle
möglich. Anscheinend verlangt ja ein
Thurn und Taxis – Glanz und Gloria
„Spiel des Jahres“
Autor: Karen und Andreas Seyfahrt
eine Fortsetzung,
Verlag: Hans im Glück
selbst wenn daraus
Spieler: 2–4
ein eigenständiges
Alter: ab 10
Spiel wird.
Dauer: ca. 60 Minuten
Preis: ca. 15 Euro
Christians Fazit der Messe: Klein aber fein!
Was fehlt? Natürlich ein eigener Spielepreis, der in Japan
von den Besuchern der Messe vergeben wird. Dabei konkurrieren japanische und internationale Spiele miteinander. Der diesjährige Sieger: „Thurn und Taxis“. Richtig das
Spiel, das im vergangenen Jahr „Spiel des Jahres“ wurde.
Auch in Japan gilt die Liebe zum Detail...
Sommersurvivor
Schon als kleines Kind wird einem beigebracht: Bei
schönem Wetter geht man raus! Aber seien wir mal
ehrlich: In Wahrheit ging es nur darum, die kleinen
Plagen außer Haus zu haben, denn draußen ist bescheuert! Es blendet einen nicht nur die Sonne, auch
die Bong ist meterweit entfernt! Und vergessen wir
nicht die Gefahren des Draußenseins! 100% aller Terroranschläge haben sich außerhalb deiner Wohnung
ereignet. Das Ozonloch wirkt ausschließlich auf Leute
ein, die draußen waren. Und was einem draußen alles
begegnen kann, von der Vogelgrippe über Neuwahlen
bis hin zu Alf! Ein Horror. Es gibt keinen Grund außer
Haus zu gehen ... essen beim Pizzaservice, einkaufen
bei ebay und zahlen mit HartzIV – ein Leben ohne Risiken!
Denken wir an früher, da galt Blässe und Bauch noch als schick
und nur der arbeitende Pöbel wurde braun und sportlich. Heutzutage wird man durch sozialen Druck nach draußen getrieben!
Ein Skandal! Damit ihr nicht ganz unvorbereitet und wehrlos
draußen landet, haben eure grossstadtsurvivor mal draußen sein
für euch getestet und können euch hier und jetzt die lebenswichtigen gss-draußen-sein-und-surviven-Tips präsentieren:
Findet ihr nicht auch dass es im Sommer überall nach Hippies
stinkt? Rot, grün, gelb wohin man sieht. Die ganze Welt, zumindest ihre Köpfe, Schambeine und zum Teil BEINE werden von
Testen, testen, testen...
Dreadlocks überwuchert. Wohin man die Nase wendet, überall
schmutzige, nackige Füße. AAAAAAHHHH! Doch Hilfe naht:
Gegen Dreadlocks nützt das gezielte Aussetzen von Filzläusen.
Züchten kann man die prima in den Eigenen. Und gegen provozierend zur Schau gestellte Stinkefüße hilft Glas. Nein, nicht
Gas, das auch, aber Konzept A sollte doch lieber Glas sein. Flaschen, Scheiben, Vasen, niedliche kleine (Glas-)Tiere. Wenn man
die geschickt positioniert kann man sogar Hippiebefreite Zonen
schaffen.
Sommer heißt immer auch: grillen! Lecker Steak, Würstchen,
Bauch oder mal Fisch ... lecker. Und so abwechslungsreich ... am
besten frisch geschlachtet, neben dem Grill, mit den eigenen Händen. Ein Gedicht. Hier kann Mann wieder Mann, Feuer wieder
Feuer und Tier wieder Tier sein. Aber auch diese einzige Freude
des Draußenseins wird uns verdorben. Besserwissende Vegetarier beanspruchen ein Stück des Grills für Tomaten, Kartoffeln
oder Käse! Als ob man sowas nicht in der Pfanne machen könnte.
Aber natürlich könnt ihr euch auch dagegen wehren! Wickelt
einfach frischen Schinken oder euer Steak um den Fremdkörper,
schmort es gut zusammen und überbringt es den Vegetariern
mit dem freundlichen Gruß: „Ichs habs ein wenig aufgepeppt ...
sah so fad aus.“
Sommer, nachts im Park. Nur du und ein wunderschöner
Mensch des bevorzugten Geschlechts. Die Grille grillt, der Mond
mohnt und ihr seid fast am Knutschen, als … bis eine Klampfe
am Lagerfeuer ertönt. Sind die nicht seit den 70ern verboten?
Bei soviel Klischee hat sogar die romantischste Situation keine
grossstadtsurvivor
Überlebenschance mehr. Hoffentlich habt ihr eine Autobatterie
dabei! Die nehmt ihr, schließt sie an 1-50kW Boxen und
Verstärker an und blast das Weichei weg. Wenn ihr weder Boxen
noch Verstärker habt stellt ihr die Batterie einfach ins Feuer und
rennt weg. Weit weg.
Sommer, das heißt leider immer auch: Überfüllte Seen, Freibäder, Tümpel, Bäche, Badewannen, Waschbecken. Überall wo
Wasser drin ist, legt sich einer davor. Ach was Einer, Tausende.
Wer von euch gerne zwischen schwitzenden Familienvätern und
Plattenbaubewohnern voller Kokosöl liegt, der kaufe die erste
Zehnerkarte. Ne, ne, so geht es nicht, deswegen gibt es jetzt „einsame Insel“ den polytoxischen Gewässer-Reiniger. Die Handhabung ist Kinderleicht. Ein Tropfen „einsame Insel“ ins Gewässer
der Wahl, 24 Stunden abwarten und alle potentiellen Belagerer
treiben Gesicht nach unten im Wasser. Wer sich ästhetisch gestört fühlt, und seinen Kindern einen unvergesslichen Urlaubsspaß bereiten möchte, kann die leblosen Körper zu einem Floß
zusammenbinden. Für Humanisten gibt es auch die Alternativlösung ein Sonnenstudio direkt am Strand zu eröffnen. Solang es
schneller bräunt als die Sonne ist der Strand leer.
So, wir hoffen das reicht an Tips um für diesen Sommer gerüstet
zu sein! Und immer dran denken: Im Zweifelsfall lieber daheim
bleiben. Vornehme Blässe und Bierbauch sind Zeichen evolutionärer Überlegenheit.
Eure grossstadtsurvivor
Gratissex und Glück vom Fass gibt’s auf grossstadtsurvivor.de
12
#70
fun+action
Das Eckthema
KANADA
(Vancouver)
Verfügbarkeit: hoch
Preis: moderat
bis hoch
Risiko vor Ort:
niedrig bis moderat
Reisekosten: hoch
Sonstige Kosten
(Hotel, Essen):
moderat bis hoch
Die Hanfberatung im HanfJournal
Micha (24) aus Berlin fragt:
„Hallo Kascha,
letztens habe ich gehört, dass man wegen gelegentlichem Cannabiskonsum nicht gleich den
Führerschein verliert, wenn man dazu Alkohol
trinkt aber schon. Ist damit nur gemeint, wenn
man Auto fährt? Und wo steht das?“
Kascha erklärt:
„Hallo Micha,
erschreckenderweise gilt diese Regelung auch,
wenn man nicht selbst Auto fährt. Fangen wir
mal ganz von vorne an. In Anlage 4 der Fahrerlaubnisverordnung (FEV) wird festgelegt, welche
Art von Drogenkonsum zur Nicht-Eignung zum
Führen von Kraftfahrzeugen führt. Man unterscheidet nämlich zwischen der Fahrtauglichkeit,
die sich z.B. nach der Alkohol- oder THC-Konzentration im Blut bemisst, und der Fahreignung
die eher auf charakterliche und körperliche Eigenschaften aufbaut. Nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist man, wenn man illegale
Drogen konsumiert. Für Cannabis gilt allerdings
die Ausnahme, dass gelegentlicher Konsum die
Fahreignung nicht beeinträchtigt. Allerdings
wird schon bei täglicher Einnahme (also dem
„Feierabendjoint“) von einer „schweren Form
der Betäubungsmitteleinnahme“ gesprochen,
wobei der Drang steige, unter Drogeneinfluss ein
Kraftfahrzeug zu führen. Aus einer ähnlich wirren Idee heraus seien Gelegenheitskonsumenten
fahrgeeignet, wenn sie in der Lage sind, Konsum
und Fahren zu trennen (was ja richtig ist) und
„wenn kein zusätzlicher Gebrauch von Alkohol
oder anderen psychoaktiv wirkenden Stoffen“
vorliegt. Zugespitzt kann man also seinen Führerschein verlieren, wenn man selbst ohne Auto
zu fahren auf einer Party mit Bier in der Hand
von einem Joint probiert. Dies wird jedoch in den
einzelnen Ländern unterschiedlich gehandhabt.
Aus Baden-Württemberg liegen entsprechende
Urteile bereits vor, während in Berlin oft davon
ausgegangen wird, dass Cannabiskonsum und
Straßenverkehr getrennt werden wenn man noch
nicht durch bekifftes Fahren auffällig geworden
ist.
Nachlesen kannst du das ganze in der Fahrerlaubnisverordnung, insbesondere die §§ 11, 13,
14, 46 und die Anlage 4. Die FEV findet man an
verschiedenen Stellen im Internet als Volltext.“
Franka (18) aus Hamburg fragt:
„Hi Kascha,
ich hab mal eine blöde Frage. Wie viel Tabak und
wie viele Kräuter macht man eigentlich in einen
Spliff? Ich habe hier 1g und das sieht mir recht
viel aus? Ich möchte den aber auch nicht alleine rauchen, sondern mit einer Freundin.“
Kascha antwortet:
„Hey Franka,
die Frage kann ich dir nicht eindeutig beantworten. Das hängt von der Qualität deiner Kräuter und
deiner Erfahrung mit Kräuterzigaretten ab. In den USA wird meist gar nicht mit Tabak gemischt.
Erste Hilfe für Kiffer
In Deutschland findet man eine große Bandbreite. Üblich sind wohl zwischen 0,3 und 0,8g, wobei 0,8g für einen allein schon ziemlich viel sind.
Tabak wird dann nach Geschmack beigemischt:
Wenn man sehr wenig Tabak verwendet kann es
gerade bei ungeübten Rauchern schnell zu unangenehmem Husten kommen, außerdem brennt die
Kräuterzigarette dann nicht so gut. Dafür inhaliert
man weniger giftiges Nikotin und der Geschmack
der Kräuter ist deutlicher. Wenn man mehr Tabak
verwendet wird die Zigarette größer und brennt
länger, was sich anbietet wenn sie in einer großen Runde herumgereicht wird. Die „perfekte Mischung“ kann jeder nur für sich selbst finden, sie
hängt auch von den Wirkungserwartungen ab.“
Stefan (20) aus Stuttgart fragt:
„High Kascha,
Ich habe jetzt schon ein paar mal Marihuana ausprobiert und es hat mir auch gut geschmeckt, aber
wenn meine Freunde schon breit in der Ecke liegen
und entspannen, dann sitze ich rum und merke
nix oder bin nur ne bisschen triselig im Kopf. Ein
Freund hat mir erzählt, man kann gegen THC immun sein, stimmt das und wie kann ich auch mal
was merken vom Marihuana!“
Kascha antwortet:
„Hey Stefan,
das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Da THC,
der Wirkstoff im Gras, nicht wie Alkohol oder
Nikotin als Gift, sondern mit einem etwas komplizierteren chemischen Prozess auf bestimmte
Rezeptoren wirkt, kann die Wirkung bei jedem
unterschiedlich ausfallen. Eine genaue neuroendokrinologische Erklärung kann ich dir dazu leider
nicht liefern. Normalerweise wirkt der Hauptwirkstoff, das THC, auf Rezeptoren die ansonsten
für ein körpereigenes Hormon namens Anandamid zuständig sind. Diese Rezeptoren sind eigentlich bei allen Säugetieren vorhanden. Dass jemand
gar keine Wirkung spürt ist mir bisher auch nicht
bekannt. Gerade bei Leuten, die zum ersten Mal
kiffen oder an Alkohol oder andere „härtere“ Drogen gewöhnt sind hört man häufig, dass sie „nichts
merken“ oder „nur Kopfschmerzen bekommen“.
Dies hängt meiner Meinung nach vorwiegend
mit falschen Erwartungen an das Cannabis-High
zusammen, das sich von einem Alkoholrausch ja
doch etwas unterscheidet. Und dann gibt es tatsächlich eine Reihe von Leuten, die berichten, die
ersten Male, bis hin zu einem Jahr, überhaupt nicht
breit geworden zu sein. Bei vielen ging es dann
aber plötzlich los und ich kann auch nicht sagen,
woran es gelegen hat.
Da Cannabis in Deutschland zu den illegalen
Drogen zählt, kann ich dir höchstens raten, es mit
einem hochwertigeren Gras in einem z.B. Niederländischen Coffeeshop zu probieren. Möglicherweise ist für dich auch eine andere Konsumform besser geeignet, z.B. im Kakao trinken oder als
Spacecookies essen. Auch andere Umstände wie Müdigkeit, Stress oder selbst Erkältungskrankheiten können die Wahrnehmung der Wirkung verändern. Und natürlich die Art wie du inhalierst:
Vom Paffen wird man nicht breit.“
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Seele and Geist
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