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Freispruch zweiter Klasse Es gibt Hilfe - Kirchenzeitung Köln

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47/13
22. November
1,70 Euro
Freispruch
zweiter Klasse
Kommentar
S. 2
Es gibt Hilfe –
also auch Hoffnung
Solidarität mit den
Menschen auf
den Philippinen
S. 4
Menschenskinder,
was für eine Nacht!
Wenn die Kleinen
die Großen nicht
schlafen lassen
S. 52
www.kirchenzeitung-koeln.de
Facelifting
Seite 10
INHALT/MEINUNG
In dieser Woche
vom 22. 11. bis 28. 11. 2013
Vom Sorgenkind
zum Showtalent
Gäste aus Sibirien bei der CaritasSterne-Aktion in Langenfeld
Seite 7
Katholikinnen auf dem
II. Vatikanischen Konzil
Vom Ausschluss von der
Konzilsmesse bis zur Erfüllung
aller Konzilseingaben
Seite 16
Impressum/Leserbriefe
Seite 17
Regionale Berichte
Seiten 33-43
„Sprechen Sie
Kirchisch“?
Barmherzigkeit
Seite 53
Titelbild: Eine der schönsten Frauen
Kölns, die Mailänder Madonna in der
Marienkapelle des Kölner Doms, wird
seit Wochen gründlich vom Schmutz
befreit, der sich im Laufe der letzten 20
Jahre auf die Skulptur und die Insignien gelegt hat. Auf unserem Foto sieht
man die Restauratorin Uta Rieke bei
der Arbeit an der Figur, die zwischen
1280 und 1290 entstand. Mehr auf den
Seiten 10 und 11.
(Foto: Boecker)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Freispruch zweiter Klasse
Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland habe es einen vorbestraften
katholischen Bischof gegeben. Dieser Satz
war oft zu hören und zu lesen, als am 10.
Oktober bekannt wurde, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst beantragt hatte. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert
Zollitsch, sprach damals vor der Presse in
Berlin von einem noch nie dagewesenen Ereignis und von einer „sehr ernsten Lage“.
Nun aber ist es anders gekommen. Das
Hamburger Amtsgericht war bezüglich der
mutmaßlichen eidesstattlichen Falschaussage
vergleichsweise gnädig mit dem unglücklich
agierenden Limburger Bischof. Tebartz kann
darüber nachsinnen, warum das Limburger
Domkapitel dem eigenen Bischof gegenüber
weniger Barmherzigkeit und Kompromissbereitschaft zeigt als die ruhig und gelassen abwägenden Richter im fernen Hamburg.
Denn nichts anderes als ein gnädiger
Kompromiss ist der jetzt gewählte Weg der
Einstellung gegen Zahlung einer Geldauflage. Indirekt stellen Richter und Anklage fest,
dass es sich um ein minderschweres Vergehen handelt (denn andernfalls erlaubt die
Strafprozessordnung einen solchen „Deal“
gar nicht). Den Makel, dass der Bischof über
einen Indienflug die Unwahrheit gesagt und
diese Unwahrheit wiederum mit einer Lüge
aus der Welt zu schaffen versuchte, tilgt dieser Deal nicht.
Dennoch ist die Hamburger Entscheidung
weiser und umsichtiger als manches, was in
diesen Wochen aus Kirchenkreisen verlautete. Dem Beschuldigten bleibt die öffentliche Zurschaustellung vor Gericht erspart.
Die Medien bekommen nicht die begehrte
bischöfliche Beute. Die Richter stellen in einem durch Medienhype und innerkirchlichen
Zoff angeheizten Klima ganz kühl die Frage
nach der Verhältnismäßigkeit. Und sie beantworten sie so, dass der ohnehin schon öffentlich beschädigte Bischof in diesem Fall nicht
noch tiefer durch den Schlamm waten muss.
LUDWIG RING-EIFEL
Glauben hat man nicht – man lebt ihn
An diesem Christkönigssonntag endet das „Jahr
des Glaubens“. Bitte, welches Jahr?, werden
manche fragen. Das „Jahr des Glaubens“, das
Papst Benedikt XVI. am 11. Oktober 2011 ankündigte und am 11. Oktober 2012, 50 Jahre
nach der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen
Konzils, begann.
Es ist ein Verdienst von Papst emeritus Benedikt XVI., dass er während seines Pontifikats die Gottesfrage stellte, die christlicherseits
im Bekenntnis zum dreifaltigen Gott mündet:
„Den Glauben an die Trinität – den Vater, den
Sohn und den Heiligen Geist – zu bekennen
entspricht, an einen einzigen Gott, der die Liebe ist, zu glauben“, schreibt Benedikt XVI. in
seiner Einladung zum Jahr des Glaubens. Daher war es für ihn selbstverständlich, dass die
Betrachtung der Gottesfrage auch zu einer Reflexion über den Glauben an sich führen muss.
Wie wird das „Jahr des Glaubens“ in Erinnerung bleiben? Zunächst als das Jahr der zwei
Päpste. Noch zu Beginn des Glaubensjahres trat
Papst Benedikt XVI. von seinem Amt zurück,
was die Wahl von Papst Franziskus ermöglichte. Dieser griff die Initiative seines Vorgängers
ohne Einschränkungen auf. Er setzte die Glaubens-Katechesen zu den Generalaudienzen fort,
er füllte die geplanten Feiern und Zusammenkünfte mit Leben und setzte mit der ihm eigenen Menschenfreundlichkeit und -nähe Zeichen. Vor allem aber veröffentlichte er seine erste Enzyklika „Lumen fidei“ über den Glauben.
Was aber bleibt von diesem Jahr, das tatsächlich etwas mehr als 13 Monate dauerte? Vielleicht sind es Impulse und Aktionen, wie sie
während des Weltjugendtags in Rio de Janeiro entstanden. Oder es ist die Aktion „Vorhof
der Völker“, die in diesen Tagen auch in Berlin stattfindet, und mit der Papst Benedikt XVI.
Glaubensferne zum Nachdenken über Gott einladen möchte. Dem emeritierten Papst kam es
aber nie auf „reinen“ Aktionismus an. Denn
dieser ist dem Glauben fremd.
Die Frage nach einem „Erfolg“ des Glaubensjahres ist falsch gestellt. „Erfolg ist“, so
heißt es beim jüdischen Religionsphilosophen
Martin Buber, „keiner der Namen Gottes.“
Benedikt XVI. weiß, dass „Glauben“ eine Lebensentscheidung und -haltung ist. Wer sich
zu Christus als dem Sohn Gottes bekennt, tritt
durch die „Tür des Glaubens“ zu einem Weg
an, der die ganze Lebensspanne umfasst. Er beginnt mit der Taufe und endet „mit dem Übergang durch den Tod hindurch in das Ewige
Leben, das Frucht der Auferstehung Jesu ist“.
Darauf hat Benedikt XVI. immer wieder hingewiesen. An diese dauernde Lebensdynamik
des Glaubens will der emeritierte Papst erinnern. Zu ihr will er ermutigen. Denn Glauben
hat man nicht wie ein Ding, sondern man lebt
ihn jeden Tag seines Lebens – mit seinen Gebeten, seiner Teilnahme am Gottesdienst und seinen Taten der Nächstenliebe.
BERNHARD RASPELS
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
KIRCHE UND WELT
Tebartz-van Elst: Verfahren eingestellt
Limburger Diözesanversammlung schließt Rückkehr aus
HAMBURG/LIMBURG. Das Strafverfahren
gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist vorläufig eingestellt. Wie das
zuständige Hamburger Amtsgericht mitteilte, erfolgte dieser Schritt mit Zustimmung der
Staatsanwaltschaft. Deren Sprecherin Nana
Frombach sagte auf Anfrage, Tebartz-van Elst
habe gegenüber dem Amtsgericht die Vorwürfe eingeräumt. Dieses Geständnis senke den
Schuldvorwurf und habe die Behörde zu einer
Neubewertung des Falls veranlasst.
Die Einstellung wird rechtskräftig, sobald
der Bischof 20 000 Euro zahlt. Damit ist Tebartz-van Elst nach Informationen des Gerichts nicht vorbestraft, weil die Strafzahlung
unter der Summe von 90 Tagessätzen liegt.
Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte beim Amtsgericht
einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst beantragt, weil er im Zusammenhang mit einem
Erste-Klasse-Flug nach Indien eine falsche eidesstattliche Erklärung abgegeben haben soll.
Die Diözesanversammlung des Bistums
Limburg sieht derweil keine Chance für einen
Neubeginn mit Tebartz-van Elst. Das Vertrauensverhältnis zwischen Bischof und Diözese
sei so nachhaltig gestört, dass „ein Neubeginn
mit ihm nicht möglich erscheint“, teilte die gewählte Vertretung der Katholiken des Bistums
mit. Tebartz-van Elst hat in den vergangenen
Wochen mehrfach signalisiert, er würde gerne
in sein Bistum zurückkommen. KNA/TMG
Kolumba ist Museum des Jahres
Hervorragende Architektur und qualitätvolle Sammlung
KÖLN. Die deutsche Sektion des internationalen Verbandes der Kunstkritiker (AICA) hat
Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums
Köln, zum „Museum des Jahres 2013“ gekürt.
In der Begründung heißt es, das Museum zeichne sich durch eine „hervorragende Architektur“ und eine „qualitätvolle Sammlung aus, die
den Bogen zwischen alter und zeitgenössischer
Kunst spannt“. Außerdem gebe Kolumba auch
Künstlern eine Öffentlichkeit, „die gemeinhin
wenig Medieninteresse gewinnen“.
Ästhetik und Atmosphäre
stehen im Mittelpunkt
„Mit allen am Projekt Beteiligten freuen wir
uns sehr über diese unerwartete Auszeichnung“,
sagte Kolumba-Direktor Dr. Stefan Kraus. Sie
würde das individuelle Museumskonzept bestätigen, das seit Anfang der 90er-Jahre unter dem
Titel „Museum der Nachdenklichkeit“ vom
Kuratorenteam entwickelt wurde. Dieses Konzept lieferte ab 1997 die Grundlage für die Planung des Neubaus, der im September 2007 „als
Dreiklang von Ort, Architektur und Sammlung
eingeweiht werden konnte“, sagte Kraus. Mit
dem Architektenteam sei eine Detailarbeit gelungen, die bei allen Fragestellungen das ästhetische Erlebnis des Kunstwerkes und die Atmosphäre des Museums in den Mittelpunkt stelle.
„Wir freuen uns, dass die Begründung auch
den bislang weniger beachteten Sammlungsaufbau würdigt, der sich seit 1990 weitgehend
unabhängig vom Kunstmarkt vollzogen hat“,
so Kraus weiter. Die hierin erreichte Qualität gelang dank zahlreicher Schenkungen und
der finanziellen Förderung durch private und
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Kolumba.
(Foto: Boecker)
öffentliche Hände. „Durch die Auszeichnung
sehen wir eine Museumsarbeit gewürdigt, die
durch die Konzentration auf den Ort und auf
die Werke der eigenen Sammlung Wege kultureller Nachhaltigkeit aufzeigt.“ Schließlich gelte die Auszeichnung dem Erzbistum Köln, das
bei der Planung seines Kunstmuseums nicht auf
den schnellen Erfolg gesetzt, sondern die Vision der Kuratoren und Architekten mitgetragen
habe, hebt Kraus hervor. Die Auszeichnung sei
Motivation, „Kolumba in jedem Jahr neu zu
erfinden, als selbstverständlichen Ort für die
Menschen und die Kunst“.
EB/TMG
AUS DER REDAKTION
Muss die Adventszeit schon am Wochenende des Volkstrauertages beginnen? Im Rheinland eindeutig: „Ja.“
Am letzten Samstag waren auf dem
Roncalliplatz im Schatten des Kölner
Doms bereits die Weihnachtsmarktbuden
aufgebaut. Selbst der Weihnachtsbaum
erstrahlte am Abend in vollem Lichterglanz. Wahrscheinlich Probebetrieb zwei
Wochen vor dem Ersten Advent und eine
Woche vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes.
„Warum ist das
so?“, habe ich mich
schon oft gefragt.
Jetzt habe ich die
Antwort gefunden:
Der Rheinländer feiert gerne. Ob
Schützenfest, Karneval oder Martinsumzug. Hauptsache, es gibt etwas zu
feiern. Dazu gehören immer ein Gläschen Bier oder Wein und in Wintertagen
ein Glühwein. Unverzichtbar ist auch die
Musik, bei der der Rheinländer mitsingen können muss. Beispielsweise das beliebte Lied „Viva Colonia“ der Höhner.
Dort heißt es im Refrain: „Wir lieben das
Leben, die Liebe und die Lust, wir glauben an den lieben Gott und haben auch
immer Durst.“ Diesen Refrain kann jeder
rechts und links des Rheins um Köln mitsingen. Denn treffender lässt sich rheinische Lebensart nicht zusammenfassen.
Und irgendwie ist Kirche immer dabei.
Und was hat das mit dem vorgezogenen Advent zu tun? Sehr viel. Das höchste Fest, das der Rheinländer neben Weihnachten (und Ostern) kennt, ist der Karneval. Der ist unverrückbar, egal was da
kommt. Die tollen Tage um den Rosenmontag sind fest gebucht sowie der 11.11.
An diesem Tag beginnt das närrische Treiben, das mit dem Aschermittwoch endet.
Doch am 11. November müsste Sankt
Martin gefeiert werden. Das geht aber
nicht wegen des Karnevals. Wie gesagt,
das höchste Fest nach Weihnachten. Also
zieht man das Martinsfest und die zugehörenden Umzüge vor. Der Rheinländer
ist klug, so gewinnt er insgesamt mehr
Tage zum Feiern. Damit dadurch der gefühlte Abstand zum Advent nicht größer wird, wird dieser an der Kirche vorbei auch vorgezogen. „Es kann ja nicht
schaden, die Vorbereitungszeit auf Jesu
Geburt zu intensivieren“, denkt sich der
Rheinländer einfallsreich, wie er ist.
SIEGBERT KLEIN
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 3
IM BLICKPUNKT
S
pendenaktionen, Hilfsgütertransporte, Benefizkonzerte, Gebete und Gottesdienste: Die Solidarität mit den
Opfern des Taifuns Haiyan auf den
Philippinen ist groß – auch unter den Mitgliedern der philippinischen Gemeinden im Erzbistum Köln. Um die eigenen Hilfsmaßnahmen für ihre Landsleute zu koordinieren, haben sich die Gemeindeleiter am vergangenen
Samstag in Bonn getroffen. Nach dem ersten
Schock über die vielen Todesopfer, die unzähligen Obdachlosen und die schweren Verwüstungen, die der Taifun angerichtet hat,
geht es jetzt darum, den Menschen in den betroffenen Regionen schnellstmöglich zu helfen: „Die Hilfe ist in zwei Phasen gegliedert“,
erklärt Edison Espiritu, Koordinator der Gemeindeleiter: „Da ist zunächst die Soforthilfe
durch Spenden für Trinkwasser, Decken, Lebensmittel und Kleidung. Anschließend geht
es um die langfristige Hilfe für den Wiederaufbau.“
„Es gibt Hilfe – also auch H
Solidarität mit
Angehörigen und Freunden
Viele in Deutschland lebende Philippiner
haben Angehörige und Freunde in den vom
Taifun verwüsteten Regionen – so wie Ofelia
Wiesel aus Hennef. Durch den Taifun wurde
auch das Haus ihrer Mutter in Bogo-City, im
Norden der Insel Cebu, zerstört. „Viel Hilfe
ist schon dort angekommen“, berichtet Ofelia
Wiesel, die mittlerweile Kontakt zu ihrer auf
den Philippinen lebenden Schwester aufnehmen konnte. „Die Straße ist noch ganz, aber
es gibt kein Wasser und keinen Strom.“ Bis es
wieder Strom gibt, sollen zwei bis drei Monate vergehen. Ofelia Wiesels Tochter Marie hat
zusammen mit ihrer Kusine Sheila Bierend
einen Spendenaufruf über Facebook gestartet, um den Verwandten und deren Nachbarn
zu helfen.
Eine Frau aus Wachtberg sammelt Medizin, Konserven, Schlafsäcke und Decken für
einen Hilfsgütertransport. Andere weisen auf
Kuchenbasare, eine Tombola und Chorkonzerte hin, bei denen Spenden für die Opfer
des Taifuns gesammelt werden. Viele Philippiner haben eine großen Spendenbereitschaft
und Solidarität in ihren Gemeinden erfahren.
Mit in der Runde sitzt auch Pater Rudolf
Holzgartner, Beauftragter des Erzbistums
Köln für die philippinischen Gemeinden. Er
hat 36 Jahre lang als Pfarrer auf den Philippinen gelebt und ist erst kürzlich zurück nach
Deutschland gekommen. „Nachdem wir tagelang keine Verbindung hatten, haben wir
jetzt per E-Mail aus Cebu erfahren, dass viele
Angehörige der sechs Ordensmänner in der
Region ums Leben gekommen sind.“ Das
Krankenhaus der Steyler Missionare in Tacloban sei zurzeit das einzige funktionierende Krankenhaus in der Region, sagt der Pater.
Inzwischen fehle es aber an Medizin, Strom
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Die Menschen in den zerstörten Regionen warten auf Hilfe, die jetzt nach und nach eintrifft.
und sonstigem Material. Die Radiostation,
die der Orden betreibe, sei komplett zerstört.
Die Mitarbeiter der Sozialstationen seien unterwegs und leisteten Hilfe. „Sie sind ein eingespieltes Team. Sie kennen die Gegend und
können gezielt eingesetzt werden.“
„Die Zahl der Obdachlosen
ist erschreckend“
Die Regierung der Philippinen sprach am
Montag von fast 4000 Toten und mehr als
18 000 Verletzten; mindestens 1600 Menschen werden noch vermisst. Die Zahl der
Obdachlosen wird mittlerweile mit rund vier
Millionen angegeben. „Wir waren darauf eingestellt, dass der Hilfebedarf steigt“, sagt
Oliver Müller, Leiter von Caritas international. „Die absolute Zahl der Obdachlosen ist
jedoch erschreckend.“ Im Fokus steht der-
zeit unter anderem die Versorgung der Taifun-Opfer mit Notbehausungen. Diese seien
für drei bis zwölf Monate ausgerichtet, danach müsse der Wiederaufbau beginnen, der
laut Müller mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Eine herausragende Rolle bei den
Hilfsmaßnahmen spielen auch die Partner am
Ort. „Wir sind sehr froh, auf die bestehenden
Strukturen unserer Partner auf den Philippinen bauen zu können, damit die Hilfe organisiert werden kann und schnellstmöglich den
Weg zu den betroffenen Menschen findet“,
sagte Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des
Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.
Die philippinischen Gemeinden im Erzbistum Köln hoffen auf schnelle Hilfe und beten
für ihre Landsleute. „Es gibt Hilfe – also auch
Hoffnung. Wir müssen zusammenstehen. Das
Wichtigste ist, dass die Hilfe jetzt schnell dort
ankommt, wo sie gebraucht wird.“
ALMUD SCHRICKE
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
(Fo
IM BLICKPUNKT
Bis zu 95 Prozent der Häuser zerstört
h Hoffnung“
Solidarität mit den
Menschen auf den
Philippinen
Die Malteser helfen im Katastrophengebiet
Z
u den Hilfsorganisationen, die zurzeit
in den Krisengebieten auf den Philippinen im Einsatz sind, gehören auch die Malteser. Die Pressesprecherin der Malteser in
Deutschland, Dr. Claudia Kaminski, erklärt
im Interview mit Almud Schricke, welche
Hilfsmaßnahmen in den zerstörten Regionen
getroffen werden.
Wie sieht der Einsatz der Malteser auf
den Philippinen aus?
(Foto: Kenly Monteagudo / Malteser International)
KAMINSKI: Unsere Erkundungsteams haben drei Orte ausgemacht, wo wir helfen werden und auch schon helfen: zum einen die beiden
Orte San Antonio und
Amandayehan nördlich
von Tacloban. Dort leben
circa 7000 Einwohner,
die auf Hilfe angewiesen sind und auch keine
Möglichkeit hatten, zu
Verwandten in weniger
betroffenen Gebieten zu
ziehen. Die Leiterin un- Dr. Claudia Kaseres Erkundungsteams minski.
hat berichtet, dass 90 bis (Foto: Malteser)
95 Prozent der Häuser
zerstört sind. Ein anderes Erkundungsteam war auf der Insel Bantuyan nordwestlich von Cebu, wo ebenfalls 90
bis 95 Prozent der Häuser zerstört sind. Auch
dort fangen wir diese Woche an, 900 Familien mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln zu
versorgen.
Wie können Sie den Menschen konkret
helfen?
KAMINISKI: Nach San Antonio und Amandayehan werden wir Großraumzelte schicken,
zum einen für die medizinische Versorgung,
zum anderen für die Kinder, die traumatisiert
sind und Hilfe brauchen. Sie sollen dort einen
Ort zum Spielen haben. Wir prüfen zurzeit, ob
wir auch Bälle dorthin schicken können. Die
Menschen werden in dieser Woche außerdem
mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Seife,
Desinfektionsmitteln, Handtüchern, Gefäßen,
Kochgeschirr, Besteck versorgt. Sie haben alles verloren.
Wie koordinieren Sie die Hilfe? Gibt es
Partner auf den Philippinen?
KAMINSKI: Die philippinischen Malteser
und Malteser international sind sowieso schon
auf den Philippinen tätig. Auf der Insel Bohol südlich von Cebu hat es am 15. Oktober
ein Erdbeben gegeben. Dort bekommen 250
Familien Gutscheine für Bauutensilien wie
Zement, Steine, Nägel, Werkzeug und Wellblech, damit sie ihre Häuser wieder aufbauen können. Sie hatten bereits alles wieder aufgebaut und fangen jetzt wieder von vorne an.
Der Malteserorden auf den Philippinen hat
ein Lager in Manila, und von dort aus haben
wir zu Beginn der Woche drei Tonnen Medikamente nach Tacloban geschickt. Die philippinischen Malteser arbeiten mit den Diözesen
zusammen, sodass die Verteilung an die Gesundheitsstationen gewährleistet war.
Erzbistum gibt 100 000 Euro für die Soforthilfe
Kontakte auf die Philippinen bestehen seit vielen Jahren
D
as Erzbistum Köln stellt 100 000 Euro
Soforthilfe für die vom Taifun verwüsteten Gebiete auf den Philippinen bereit. Damit soll die Akuthilfe für die Menschen in
den betroffenen Regionen unterstützt werden. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit
den Hilfswerken und Orden, um Nachricht
aus den betroffenen Ortschaften zu bekommen und gezielt Hilfe zukommen zu lassen“,
sagte Nadim Ammann von der Diözesanstelle Weltkirche/Weltmission im Erzbischöflichen Generalvikariat.
Im Katastrophengebiet unterhält das Erzbistum unter anderem Kontakte zu den Salesianern, die in Borongan ein Jugend- und
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Berufsbildungszentrum betreiben. Es ist
nach dem Taifun beschädigt und steht unter
Wasser. In der Erzdiözese Palo, zu der auch
Tacloban gehört, bestehen Kontakte zu den
„Religious Sisters of Mercy“. Das Erzbistum
hat dort unter anderem den Bau eines Hauses für den Ordensnachwuchs und für alte
Schwestern unterstützt.
Zu den Philippinen besteht seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft. 1969 wurde mit
Kölner Mitteln „Radio Veritas Asia“ in Manila gegründet. Den Grundstein legte der
damalige Kölner Kardinal Joseph Höffner.
Bis heute wird der Sender, der in 17 Sprachen Programme in ganz Asien ausstrahlt,
vom Erzbistum unterstützt. Im ganzen Land
bestehen Partnerschaften mit diversen Diözesen und Kongregationen. Das Erzbistum
Köln überweist jährlich zwischen 200 000
und 300 000 Euro für pastorale Projekte auf
den Philippinen.
PEK
INFO
Spendenkonto:
Caritas international, Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, Bankleitzahl 660 205 00.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
KIRCHE UND WELT
NEUER NUNTIUS TRITT AMT AN. Der neue Nuntius für Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic (63), hat sein Amt angetreten. Am Flughafen Berlin-Tegel begrüßte ihn Kardinal Rainer Maria Woelki. Er freue sich auf das neue Amt, das
für ihn eine Ehre sei, sagte der Botschafter des Papstes nach seiner Ankunft.
Seine Aufgabe als Nuntius sehe er darin,
die Beziehungen des Papstes zur Kirche
in Deutschland zu pflegen und zu verbessern sowie den Kontakt des Heiligen
Stuhls zur Bundesregierung herzustellen.
NEUER STAATSSEKRETÄR BEGINNT DIENST. Der
neue vatikanische Staatssekretär, Erzbischof Pietro Parolin (58), hat am Montagmorgen seinen Dienst im Vatikan angetreten. Die Bestätigung erfolgte – ein
Novum – über Twitter. „Das Staatssekretariat heißt den neuen Staatssekretär, Seine Exzellenz Msgr. Pietro Parolin, willkommen, der heute Morgen
im Büro angekommen ist“, lautete die
Kurznachricht, die die Vatikanbehörde
am Vormittag über ihren Account verbreitete.
LACKNER NEUER ERZBISCHOF VON SALZBURG. Franz
Lackner (57), bislang Weihbischof in
Graz, wird neuer Erzbischof von Salzburg. Er ist Nachfolger von Alois Kothgasser (76), der das Erzbistum seit 2003
leitete. Der neue Salzburger Erzbischof
gilt als ein „Multitalent“ der Österreichischen Bischofskonferenz: Zunächst
war er Referatsbischof für die Kinderund Jugendseelsorge. Seit 2008 leitet
er das Referat „Kirche und Sport“. Die
Amtseinführung ist am 12. Januar.
BAYERN LIEFERT ZUM ZWEITEN MAL CHRISTBAUM
FÜR DEN PAPST. Der Christbaum auf dem
Petersplatz in Rom kommt wieder aus
Bayern. Wie schon 1984 stammt er aus
der Oberpfalz. Anfang Dezember werden die „Schwarzen Panduren“ vom
Trenckverein aus Waldmünchen eine 25
Meter hohe Fichte fällen und dem Papst
schenken.
KÜNG WILL PAPST FRANZISKUS UNTERSTÜTZEN.
Der Tübinger Theologe Hans Küng will
Papst Franziskus „in allen Fällen“ unterstützen. Er habe die Hoffnung, dass der
Papst den Zölibat „offen diskutieren“
lässt und schließlich dann eine Entscheidung treffe, sagte Küng auf „Deutschlandradio Kultur“. Auch eine Revision der Enzyklika „Humanae vitae“, die
Katholiken die künstliche Empfängnisverhütung untersage, mahnte der Theologe an.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
„Jahr des Glaubens“ geht zu Ende
Festmesse und Apostolisches Schreiben zum Abschluss
VATIKANSTADT. Mit einer Festmesse auf
dem Petersplatz beendet Papst Franziskus am
Sonntagvormittag liturgisch das „Jahr des Glaubens“. Bei der Abschlussmesse werden die Reliquien des Apostels Petrus in einer Urne ausgestellt. Die Kollekte sei für die von der schweren
Naturkatastrophe betroffene Bevölkerung auf
den Philippinen bestimmt, teilte der Vatikan mit.
Der Papst zelebriert den Gottesdienst gemeinsam mit Kardinälen, Patriarchen und Großerzbischöfen der Ostkirchen sowie weiteren
Erzbischöfen und Bischöfen.
Mit dem Apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ (Freude des Evangeliums) will
Papst Franziskus das Glaubensjahr auch schriftlich beschließen. Das Schreiben soll am Diens-
tag veröffentlicht werden, wie der Präsident des
Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung,
Erzbischof Rino Fisichella, mitteilte.
Das Jahr des Glaubens hatte am 11. Oktober
2012 begonnen, dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962
bis 1965). In zahlreichen Initiativen und auf
vielen kirchlichen Ebenen wollte es nach Vatikanangaben das Erbe des Konzils neu beleben,
Glaubenswissen vertiefen und Freude am Glauben stärken. Zu den Veranstaltungen im Jahr
des Glaubens kamen mehr als 8,5 Millionen
Pilger nach Rom. Das noch von Papst Benedikt
XVI. eröffnete Glaubensjahr ende im Zeichen
der Kontinuität der Pontifikate Benedikts und
Franziskus‘, betonte Fisichella. KNA/TMG
Religionsverfolgung in über 100 Ländern
Kauder: Glaubensfreiheit ist bedeutendstes Freiheitsrecht
SCHWÄBISCH GMÜND. Der Vorsitzende
der Unions-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (CDU), sieht es als „traurige Wahrheit“ an,
dass in mehr als 100 Ländern weltweit Menschen wegen ihrer religiösen Überzeugungen verfolgt würden. Bei einer Veranstaltung
zum Thema Christenverfolgung in Schwäbisch Gmünd bezeichnete Kauder jetzt Glaubens- und Gewissensfreiheit als bedeutendstes
Freiheitsrecht. Wo es keine Glaubens- und Gewissensfreiheit gebe, existiere keine wirkliche
Freiheit. Religion sei nie nur eine reine Privatsache, sondern habe immer auch Konsequenzen für den öffentlichen Raum.
Nagelprobe für
Religionsfreiheit
Kauder kritisierte, dass es in Deutschland
immer wieder begründet werden müsse, wenn
sich Politiker für Religionsfreiheit einsetzten.
Dies sei nicht der Fall, wenn es beispielsweise
um die Gleichberechtigung von Frauen oder
um Rechte für Homosexuelle gehe. Der Fraktionschef kündigte an, sich auch auf internationaler Ebene weiter für die Situation religiös
Verfolgter einzusetzen. Kauder ermunterte die
beiden großen Kirchen in der Bundesrepublik,
sich ebenfalls offensiv für das Thema einzusetzen. Deutlich mehr Engagement als bislang
erwartet er dabei von evangelischer Seite.
Von grundlegender Bedeutung für die Religionsfreiheit sei die Möglichkeit einer Konversion, also eines Wechsels der Religion, betonte Kauder. Dies sei „die Nagelprobe für
Religionsfreiheit“. Wer Konversion nicht zulasse, „ist sich seiner Sache wohl nicht si-
Gefahr für Christen: Die Kirche in Ainkawa,
nahe der Hauptstadt der Region Kurdistans
im Irak, wird streng bewacht. (Foto: KNA)
cher“. Der CDU-Politiker kritisierte in diesem
Zusammenhang insbesondere die sunnitische
Ausformung des Islam.
Am schlimmsten ist aus Sicht Kauders die
Situation in Nordkorea. Das Land stelle „alles in den Schatten, was es an Grausamkeiten“
gebe. Fast genauso bedrückend sei die Lage in
Eritrea. Entschieden wandte sich Kauder gegen die Auffassung, mit Diktaturen nicht zu
reden: „Das Aussprechen der Wahrheit ist immer politisch korrekt.“
KNA
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
ERZBISTUM aktuell
Vom Sorgenkind zum Showtalent
Gäste aus Sibirien bei Aktion der Caritas in Langenfeld
LANGENFELD. Als Andrey Hokhlov vor 20
Jahren in Sibirien geboren wurde, erschraken
die Eltern: „Meine Mutter erzählt, dass ich mit
einem schiefen Gesicht zur Welt gekommen
bin“, sagt er. Der Vater verschwand, die Mutter konnte sich nicht um ihn kümmern. Erst
mit sechs Jahren fing Andrey zu sprechen an.
Derselbe Andrey wendet sich heute Tausende Kilometer entfernt in der Langenfelder
Fußgängerzone per Mikrofon an eine Menschenmenge. Er ist gemeinsam mit den Caritas-Sozialpädagoginnen Elena Sobolewa aus
dem sibirischen Jurga und Ewgenia Voronchagina aus dem süd-russischen Astrachan
Botschafter der Aktion „Eine Million Sterne“ von Caritas international. Aus dem Sorgenkind von einst ist ein ehrenamtlicher Caritas-Helfer geworden – dem Caritas-Kinderklub Novosibirsk sei Dank.
Der Caritasverband für den Kreis Mettmann nahm neben Langenfeld auch in Haan,
Velbert und Wülfrath an der bundesweit an
81 Stellen durchgeführten Sterne-Aktion
teil. 600 Kerzen leuchteten vor der Langenfelder Hauptkirche St. Josef. Sozial Engagierte aus der Gemeinde St. Josef und Martin gaben Informationen; Mädchen und Jungen aus den Kindertagesstätten tanzten. Der
Chor „el cielo“ sorgte für Musik. Pfarrer
Gerhard Trimborn und Bürgermeister Frank
Schneider führten durch das Programm.
Andreys Hokhlovs Geschichte macht das
Caritas-Jahresmotto „Familie schaffen wir
nur gemeinsam“ sichtbar: Vor fast 15 Jahren
hatte seine Oma die verzögerte Entwicklung
des Jungen bei einem Besuch bemerkt und
ihn nach Novosibirsk auf eine Sonderschule
mitgenommen. Glück im Unglück, denn in
Sibirien treiben Armut, Gewalt, Kriminalität
oder Alkoholismus der Eltern jährlich Zehntausende Kinder auf die Straße oder in den
Selbstmord.
„Da ich mich kaum ausdrücken konnte,
erklärten mich meine Lehrer für geistig behindert“, erinnert sich Andrey. 2009 gab es
Hoffnung: Im neuen Caritas-Kinderklub in
Novosibirsk wurde der damals 15-Jährige
als einer der ersten fünf Schüler aufgenommen. „Unsere Betreuerinnen und meine neuen
Freunde haben mir Selbstvertrauen gegeben“,
berichtet Andrey. Heute leitet er selber Kurse
im Kinderklub. Das Showtalent tanzt, singt
und studiert am Kunst- und Kultur-Kolleg.
Sogar die Mutter lebt wieder bei ihm. Und
von einem schiefen Gesicht ist keine Rede
mehr.
RONALD MORSCHHEUSER
Der Abend in Langenfeld, bei dem 600 Kerzen entzündet wurden, war Teil der bundesweiten
Aktion „Eine Million Sterne“.
(Foto: Morschheuser)
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Dass Weihnachten
Weihnachten werde
BAD HONNEF. Allzu oft fallen im
Advent Anspruch und Wirklichkeit
auseinander. Was eine Zeit der Ruhe,
der Besinnung und der aktiven Vorbereitung auf das Geheimnis der
Menschwerdung Gottes sein sollte,
artet nicht selten aus in eine stressige Mischung aus „Wir wollten noch
Plätzchen backen“, „Wir sollten noch
Weihnachtskarten schreiben“, „Wir
müssen noch Geschenke kaufen“, ...
Heiteres, Besinnliches und
Kreatives im Programm
Eine echte Alternative bieten die
Kirchenzeitung und das KatholischSoziale Institut in Bad Honnef mit
der fünftägigen Veranstaltung „Dass
Weihnachten Weihnachten werde“.
Vom Begrüßungskaffee mit „Siebengebirgswaffeln“ am Sonntagnachmittag, 15. Dezember, bis zum Abschluss-Mittagessen am Donnerstag,
19. Dezember, gibt es ein vielfältiges Programm, das Gelegenheit bietet, sich ganz entspannt auf Weihnachten vorzubereiten – zum Beispiel bei
einer Adventskunstwerkstatt, bei Bewegungsimpulsen, beim Bibelstudium
oder in einer Schreibwerkstatt.
Nachmittags gibt es mal Anekdotisches aus der Kirchengeschichte unter
der Überschrift „Einmal Canossa und
zurück“, mal plaudert Weihbischof
Ansgar Puff aus dem Nähkästchen
oder erzählt der Kölner Stadtdechant Monsignore Robert Kleine von
„Weihnacht im hilligen Köln“. Ebenso
entspannte wie unterhaltsame Abende
wird es geben, wenn eine literarische
Weinprobe mit Bernward Siemes, ein
Mit-Sing-Konzert mit Andreas Biertz
oder ein Heinz-Erhardt-Abend mit
Gerhard Piske auf dem Programm stehen.
Jeden Morgen besteht die Möglichkeit, um 7 Uhr an der Wassergymnastik teilzunehmen sowie um 7.30 Uhr
am Rorate Amt in der Kapelle des KSI.
Die Teilnahme an der Veranstaltung kostet einschließlich Übernachtung und Vollpension 350 Euro. Nähere Informationen und die Möglichkeit
zur Anmeldung gibt es bei Jutta Pieper
unter Telefon (0 22 24) 95 51 68 oder
per E-Mail an die Adresse pieper@
ksi.de.
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>> www.ksi.de
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ERZBISTUM aktuell
Distanz und Fremdheit abbauen
Neuer Direktor des Steyler Museums „Haus Völker und Kulturen“
SANKT AUGUSTIN. Pater Georg Skrabania
SVD übernahm am vergangenen Wochenende als Nachfolger von Bruder Gebhard Rahe
die Leitung des Steyler Museums „Haus Völker und Kulturen“. Der 56-jährige Oberschlesier ist seit 1979 Steyler Missionar. Die wichtigste Aufgabe des „Hauses Völker und Kulturen“
sieht er darin, den Besuchern zu zeigen, wie andere Völker wirklich leben und Fremdheit und
Distanzen abzubauen.
„Aus unserer Erfahrung als Missionare
wissen wir, dass es keine niedrigen oder wilden Kulturen gibt – viele Werte anderer Völker
stimmen auch mit unseren überein –, das Museum ist wichtig, weil wir genau das hier ver-
mitteln können“, sagt Pater Skrabania. Drei Jahre
wirkte er als Missionar auf
den Philippinen; seit 2004
ist er an der TheologischPhilosophischen Hochschule der Steyler in Sankt
Augustin tätig, seit 2010
als Professor für Kirchengeschichte. 2011 wurPater
Georg de er Mitglied des VorSkrabania SVD.
stands des Missionswissenschaftlichen Instituts.
Bei der Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen des Steyler Museums führte Pater Rek-
tor Martin Üffing SVD ihn als neuen Direktor
des Museums ein. Zum Festakt erschienen zahlreiche Freunde des Museums – auch Landrat
Frithjof Kühn und Bürgermeister Klaus Schumacher gratulierten zum Jubiläum und lobten
das „schönste Museum im Rhein-Sieg-Kreis“.
Das Haus in der Arnold-Janssen-Straße 26
zeigt auf 1410 Quadratmetern in 16 Räumen
Kunst- und Kultgegenstände außereuropäischer
Völker, vor allem aus Afrika, speziell Äthiopien, Papua-Neuguinea und Asien. An jedem ersten Sonntag im Monat ist das Museum von 14
bis 17 Uhr geöffnet; Gruppen und Schulklassen sind nach Absprache jederzeit willkommen.
CHRISTA GAST
Mit Realitätsbezug durch die Geschichte
Cellitinnen zur heiligen Maria feiern 185-jähriges Wirken in Köln
KÖLN. Ein doppelter Festtag wird am Dienstag, 26. November, im Seniorenhaus St. Maria in der Schwalbengasse gefeiert: Seit 185
Jahren wirken Ordensschwestern der Cellitinnen zur heiligen Maria in Köln – in der
Kupfergasse stand das erste Mutterhaus –
und seit 20 Jahren besteht die Seniorenhaus
GmbH als Trägerin der Senioreneinrichtungen der Stiftung der Cellitinnen zur heiligen
Maria. Dass ihre Wurzeln noch viel weiter
zurückreichen als ins Jahr 1828 wird Diakon Wolfgang Allhorn, Leiter der Stabsstelle
Kirchliche Unternehmenskultur der Stiftung,
an dem Festtag ab 15.30 Uhr in einem Vortrag erklären. Vorher wird um 10.45 Uhr die
Festmesse in der Hauskapelle gefeiert, nachher gibt es um 18 Uhr einen Evensong musikalisch gestaltet vom Kölner Domchor.
Befragt, was über die Jahrhunderte hinweg
der rote Faden im Wirken der Cellitinnen gewesen sei, verweist Allhorn auf ein Bild, das
die Konstituierung eines Beginenkonvents
im Jahre 1385 darstellt.
Frauen, die mit beiden
Beinen im Leben stehen
„Wenn ich mir die Gesichter dieser Frauen ansehe, dann sind das keine vergeistigten Nonnen, sondern Frauen, die mit beiden
Beinen im Leben stehen“, sagt er. „Das sind
realitätsorientierte Frauen, die die Nöte ihrer Zeit kennen und sich ihnen stellen.“ Und
das gelte für die Cellitinnen quer durch die
Geschichte. Heute gehört zu dieser Realität
auch das Schrumpfen der Gemeinschaft. Von
einstmals um die 600 Cellitinnen zur heiligen Maria sind noch 42 geblieben, von denen
viele schon über 80 Jahre alt sind. „Aber gerade wegen ihrer Realitätsorientierung haben
die Schwestern frühzeitig dafür gesorgt, dass
ihr Werk in ihrem Sinne weitergeführt wird“,
sagt Allhorn. Deshalb gebe es am Dienstag
eben auch das 20-Jährige der Seniorenhaus
GmbH zu feiern. „Für die Zukunft gilt es
die christliche Grundausrichtung in unseren
Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen
zu bewahren“, sagt Allhorn – und das mit
Zuversicht. So freut sich der Diakon, dass
zum zweiten Mal in einem einjährigen Kurs
Mitarbeiterinnen der Stiftungseinrichtungen
zu Begleiterinnen in der Seelsorge ausgebildet werden.
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Ausschnitt aus einem Gemälde, das die Konstituierung eines Beginenkonvents im Jahre 1385 darstellt. In den Gesichtern der Frauen kann Diakon Wolfgang Allhorn erknnen, dass sie mit beiden Beinen im Leben stehen.
(Foto: Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria)
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Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
ERZBISTUM aktuell
Nachhaltige Geldanlage, die Spaß macht
Ethische Geldanlage mit Pax Bank und Ordensinstituten
KÖLN. „FuN“ heißt das jüngste ethische Anlageprojekt der Steyler Bank in Sankt Augustin. „Fair und Nachhaltig“ sind die Aktien des
Ordensbanks-Fonds, der nach eigenen Angaben der erste seiner Art ist, der einen Solidaritätsbeitrag leistet, um ein nachhaltiges Projekt
zu fördern. Wie Ralf Kern von der Ordensbank
ausführte, wird mit den Mehrerträgen eine Solaranlage auf dem Dach eines Krankenhauses
im Südsudan finanziert. Die erfreuliche Entwickung des Fonds mache Spaß. So leiste dieser einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung einer Region, die von Bürgerkrieg zerrissen und von Hilfsorganisationen zwischenzeitlich aufgegeben wurde, so der
Fondsmanager auf der Messe Grünes Geld, die
am Samstag in Köln stattfand.
Auch für die Pax-Bank mit Sitz in Köln ist
es wichtig, dass sie das Geld ihrer Kunden nach
ethischen Kriterien anlegt. Wie bei der Steyler
Bank steht neben den klassischen Kriterien wie
Sicherheit, Rentabilität und Liquidität noch
gleichrangig Nachhaltigkeit. Den beiden Banken ist es nicht egal, wem sie ihr Geld geben
oder mit wem sie Geldgeschäfte abwickeln.
Gregor Kuhl führte vor den Messeteilnehmern
aus, dass sich eine nachhaltige und ethische
Geldanlage auch wirtschaftlich rechnet.
Ein gerechter Umgang mit Geld ist auch den
Franziskanern wichtig. David Reusch von der
Missionszentrale des Ordens in Bonn stellte die
Geldpolitik und Renten- und Aktienfonds der
Franziskaner vor. Der Orden habe schon sehr
früh die Gefahren eines zügellosen Finanzsystems erkannt. Auf franziskanische Initiativen
sei es zur Gründung öffentlicher Kreditvergabeanstalten und kommunaler Sparkassen gekommen. Die drei kirchlichen Finanzanbieter
machten deutlich, dass ihr Umgang mit Geld
dem Menschen dient und nicht der Gewinnmaximierung. Sie wollen wissen, wie ihr Geld
wirkt und geben Rechenschaft darüber ab. KL
Nebenberuflich
Kirchenmusiker werden
KÖLN. Wer nebenberuflich als Kirchenmusiker arbeiten möchte, kann sich im kommenden Jahr ausbilden lassen. Es besteht auch
die Möglichkeit, sich nur für einen der beiden Bereiche Orgel und Chorleitung zu entscheiden. Zu den Unterrichtsinhalten gehören unter anderem Liturgik, Gregorianischer
Choral, Chorleitung und Chorpraktisches
Klavierspiel, Liturgisches Orgelspiel, Orgelliteraturspiel, Singen und Sprechen, Tonsatz,
Gehörbildung und Musikgeschichte.
Die Dauer der Ausbildung beträgt zwei
Jahre. Gruppenunterricht findet samstags
statt, Einzelunterricht nach Absprache. Die
Kosten betragen monatlich 80 Euro (beziehungsweise 65 Euro ohne Gesangsunterricht). Anmeldeschluss ist der 1. Dezember.
Nähere Informationen gibt es bei der Stabsstelle Spiritualität und Gottesdienst – Kirchenmusik des Generalvikariats Köln unter
Telefon (02 21) 16 42 11 66.
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Das Bild vom Menschen bestimmt die Gestaltung des Rechts
Erster „Ordo Socialis Preis“ für Bundesverfassungsrichter a.D. Professor Dr. Paul Kirchhof
BAD HONNEF. „Die Gerechtigkeit setzt
die Menschenwürde voraus. An dieser Stelle verdankt der Verfassungsstaat den Kirchen
am meisten.“ Mit dieser Feststellung würdigte Bundesverfassungsrichter a.D. Professor
Dr. Paul Kirchhof anlässlich der ersten Preisverleihung des „Ordo Socialis Preises“ die
Gesellschaftsethik der christlichen Soziallehre. Bei der Verleihung im Katholisch-Sozialen Institut in Bad Honnef an den Staatsund Steuerrechtsgelehrten erinnerte er in seiner Dankesrede daran, dass der „freiheitliche
Staat nicht ohne die innere Bindung der Gesellschaft“ auskomme. Dazu trüge auch die
gesellschaftsformende Kraft der christlichen
Konfessionen bei.
Gemeinsamer Wille
zum Besseren
In seiner Dankesrede spannte er einen Bogen von den „Bürgern“ bis zu ihrem Reformwillen, weil „wir den gemeinsamen Willen
zum Besseren haben“, in den er seine Positionen zur Familien-, Renten- und Steuergerechtigkeit benannte. In der Laudatio würdigte Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard
Vogel den Preisträger als christlichen Juristen mit „gefestigter Lebenssicht“, der erkannt habe, dass „das Bild vom Menschen
die Gestaltung des Rechts“ bestimme.
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Professor Dr. Paul Kirchhof (Mitte), erhielt als erster Preisträger den „Ordo Socialis Preis“ aus der Hand von Professor Dr. Ralph
Bergold (links), Direktor des Katholisch-Sozialen Instituts. Die Laudatio sprach Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel (rechts).
(Foto: Raspels)
Die Vereinigung „Ordo Socialis“ zeichnet
mit ihrem neuen Preis Persönlichkeiten aus, die
sich durch ihr Wirken für die Verbreitung und
Verwirklichung wichtiger Themen der christlichen Gesellschaftslehre einsetzen. Sie geht
auf den Bund Katholischer Unternehmer zurück und sorgt sich als wissenschaftliche Ver-
einigung um die gesellschaftliche Grundordnung aus christlicher Sicht. Ihr Vorsitzender
ist Professor Dr. Ralph Bergold, Direktor des
Katholisch-Sozialen Instituts. Vorsitzender des
weltweit vernetzten wissenschaftlichen Beirats
ist der Münchner Sozialethiker Professor Dr.
Markus Vogt.
BERNHARD RASPELS
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BERICHT
Facelifting für eine der schönsten Fr
Mailänder Muttergottes wird wieder „frisch“ gemacht
I
m eigentlichen Sinne versteht man unter dem Begriff „Facelifting“ eine plastische Operation, bei der die Gesichtshaut
gestrafft wird. Im übertragenen Sinne wird
der Begriff gleichbedeutend mit „Auffrischung“, „Überarbeitung“ oder „Verschönerung“ verwendet. Der Mailänder Muttergottes aus dem Kölner Dom die Gesichtshaut
straffen zu wollen, hieße Eulen nach Athen
zu tragen. Auch mehr als 730 Jahre nach ihrer Entstehung sind die Gesichtszüge der fast
lebensgroßen, aus Nussbaumholz geschnitzten Figur so glatt wie eh und je. Und dennoch bedarf diese wunderschöne Frau, die
dem Schönheitsideal ihrer Entstehungszeit
zwischen 1280 und 1290 in geradezu perfekter Weise entspricht, im Abstand von zehn
bis 20 Jahren einer intensiven kosmetischen,
pardon, konservatorischen und restauratorischen Behandlung durch die Hände von Spezialisten.
Dombesucher bringen
Schmutz mit
Noch ohne Perlen, aber gesäubert: Die Krone der Madonna (oben). Das Zepter mit der
„Taube“ vor der Reinigung.
INFO
In diesen Tagen erscheint im Verlag Kölner Dom
anlässlich des 80. Geburtstags von Kardinal Joachim Meisner ein neues Buch mit dem Titel „Die
Schönste von allen“. Präsentiert werden in dem
Werk 16 der schönsten Mariendarstellungen, welche die Kathedrale zu bieten hat. Dem Buch beigelegt ist eine CD mit 25 der schönsten Marienlieder, die von den Chören des Kölner Doms gesungen wurden.
Das Buch hat 52 Seiten und 39 Farbabbildungen. Der Preis beträgt 18,90 Euro. Erhältlich ist
dies Neuerscheinung im Onlineshop des Verlags
Kölner Dom, in den Buchhandlungen rund um den
Dom sowie im Domshop. Die ISBN lautet 978-3922442-81-3.
„20 000 Menschen, die in der Hochsaison
durch den Dom gehen, hinterlassen ihre Spuren
nicht nur auf dem Boden“, weiß Cordula Baumsteiger aus langjähriger Erfahrung. Seit 17 Jahren arbeitet die Gold- und Silberschmiedemeisterin am Dom. Seit zwölf Jahren leitet sie die
Goldschmiedewerkstatt am Dom als Nachfolgerin von Peter Bolg, dem legendären Domgoldschmied, dem es gelang, die beim Domraub 1975 zerstörte Prunkmonstranz anhand
von Fotos neu zu erschaffen. In ihrer Werkstatt
widmet sich Baumsteiger momentan den Kronen von Maria und dem Jesuskind. Außerdem
liegen auf ihrem Arbeitstisch das Zepter, das die
Gottesmutter in der rechten Hand hält, und der
aus Sternen bestehende Strahlenkranz, der normalerweise das Haupt der Mailänder Muttergottes umgibt.
Eine dicke Sulfatschicht bedeckt die Insignien der Gottesmutter und die ihres Sohnes. „Der
durch die Dombesucher aufgewirbelte Staub,
der Schwefel in der Luft und die Feuchtigkeit
sorgen dafür, dass das Silber der Kronen und
des Zepters schwarz anläuft.“
Entstanden sind die silbernen Kostbarkeiten
Mitte des 19. Jahrhunderts wie eine Inschrift
auf dem Zepter vermerkt. Ein wenig spiegelt
sich der martialische Zeitgeist der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Gestaltung des
Zepters wider. Aus der Nähe betrachtet, ähnelt
die den Heiligen Geist symbolisierende Taube auf der Spitze des Zepters mit ihren ausgebreiteten Schwingen doch eher einem kriegeri-
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schen preußischen Adler. Eine Woche Arbeitszeit hatte Cordula Baumsteiger ursprünglich
für die Reinigung der silbernen Kostbarkeiten veranschlagt. Zu wenig, wie sich im Laufe der Arbeiten herausstellte. „Alleine die vielen Amethyste, Granate und Perlen, mit denen
die Kronen verziert sind, zu entfernen, hat viele Stunden gedauert. Um auch ja später wieder
jedes Schmuckstück an seinem angestammten
Platz anzubringen, hat die Goldschmiedin eine
Zeichnung der Krone im Maßstab 1:1 angefertigt, um jedes abgenommene Teil auf dem bemalten Karton an der Stelle abzulegen.
Während in der Goldschmiedewerkstatt
noch eifrig daran gearbeitet wird, das Silber
zum Glänzen zu bringen, hat Uta Rieke ihre
Arbeit bereits beendet. Viele Tage hat die Restauratorin das in der Marienkapelle des Doms
aufgebaute Gerüst erklommen und ist der Gottesmutter und ihrem Kind mit feuchten Wat-
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
BERICHT
n Frauen Kölns
testäbchen, hauchdünnen Pinseln und hin und
wieder mit einer Spritze
„zu Leibe gerückt“. Mit
größter Vorsicht und
Sorgfalt hat sie Millimeter für Millimeter die
kostbare Skulptur von
teilweise fingerdickem
Staub befreit. Hin und
wieder hat sie gelöste Farbstellen mit Hilfe
spezieller Injektionen
gefestigt. Die Hand der
jungen Frau scheint zurückzuzucken, wenn sie
sich den Wunden an der
gotischen Skulptur nähert. Immer schon hat
die Mailänder Muttergottes in der Marienkapelle unweit des Grabes von Rainald von
Dassel ihren Platz gehabt. Doch in den Jahrzehnten, in denen das
wertwolle Kunstwerk
im vorletzten und letzten Jahrhundert in Augenhöhe in der Sakramentskapelle hing,
scheuten sich Frevler
nicht, Perlen und Edelsteine aus dem hölzernen Gewand der Gottesmutter brutal herauszubrechen. Noch
heute zeugen die leeren
Löcher von dem rücksichtslosen Vorgehen der Diebe. Selbst vor der
Krone des Jesuskindes schreckten Diebe nicht
zurück. Im Juli 1966 war diese plötzlich verschwunden. Niemand hatte beobachtet, wie
und wann der Dieb zugeschlagen hatte. Doch
ganz geheuer schien es dem Gauner mit dem
„beklauen“ des Jesuskindes nicht gewesen zu
sein. Fünf Tage nach der Tat legte der reuige
Gauner die Krone, wohl verpackt, wieder im
Dom so ab, dass sie von den Domschweizern
gefunden wurde.
Wenn in den nächsten Tagen der Steinbildhauer Michael Oster aus der Dombauhütte die
bildhauerischen Ergänzungen an dem Baldachin über der Skulptur vorgenommen und
die fehlenden Krabben – aus Stein gemeißelte, faltig verbogene Blätter – ersetzt hat, wenn
Frau Baumsteiger Madonna und Jesuskind
wieder bekrönt, Maria das Zepter in die Hand
gegeben und den Strahlenkranz ums Haupt
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Die Perlen, Amethyste und Granate aus der Krone werden auf einer Zeichnung der Krone im
Maßstab 1:1 ausgelegt.
(Fotos: Boecker)
Wo jetzt ein dunkles Loch im hölzernen, aufwändig gefassten Saum der Statue gähnt, war
einst ein Edelstein, den ein Dieb gestohlen hat.
gelegt hat, dann werden die Dombesucher
wieder einen freien Blick auf eine der schönsten Frauen Kölns haben.
Woher kommt der Name
„Mailänder Madonna“?
Bleibt nur noch die Frage offen, warum die
Mailänder Muttergottes so heißt, wie sie heißt.
Als Rainald von Dassel 1164 die Reliquien der
Heiligen Drei Könige von Mailand noch Köln
„überführte“, hatte er im Gepäck auch die Statue einer wundertätigen Gottesmutter. Diese Mailänder Madonna aber verbrannte 1248
beim missglückten Abriss des alten Doms, als
die Flammen außer Kontrolle gerieten und bis
auf das Gerokreuz und die Reliquien der Weisen aus dem Morgenland nahezu den gesamten alten Dom zerstörten. Doch in der Grabkapelle des Erzbischofs, der Köln seinen größten
Schatz verschaffte, sollte wieder eine Muttergottes stehen. Und deshalb wurde ein begnadeter Künstler, dessen Name leider nicht bekannt
ist, beauftragt, eine neue Mailänder Muttergottes zu schaffen.
ROBERT BOECKER
Bevor Cordula Baumsteiger sich an die Arbeit begibt, wird der Zustand geprüft.
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LITURGIE UND GLAUBE
LITURGIE
Lesungen der Woche
Lesejahr C
Wochentagslesungen Reihe I
Stundengebet: Zweite Woche
Sonntag, Christkönigssonntag, 34. und
letzter Sonntag im Jahreskreis: L 1: 2 Sam
5,1-3; L 2: Kol 1,12-20; Ev: Lk 23,35-43.
Montag, hl. Katharina von Alexandrien,
Jungfrau, Märtyrerin: L: Dan 1,1-6.8-20; Ev:
Lk 21,1-4.
Dienstag, hl. Konrad und hl. Gebhard, Bischöfe von Konstanz: L: Dan 2,31-45; Ev:
Lk 21,5-11.
Mittwoch: L: Dan 5,1-6.13-14.16-17.23-28;
Ev: Lk 21,12-19.
Donnerstag: L: Dan 6,12-28; Ev: Lk 21,2028.
Freitag: L: Dan 7,2-14; Ev: Lk 21,29-33.
Samstag, hl. Andreas, Apostel: L: Röm 10,918; Ev: Mt 4,18-22.
Gottesdienste
Kölner Dom
Samstag: 10 Uhr Pontifikalamt mit Weihe
der Ständigen Diakone durch Kardinal Joachim Meisner. 18.30 Uhr Vorabendmesse.
Sonntag: 7, 8, 9, 12, 17, 19 Uhr Messe. 10
Uhr Pontifikalamt in lateinischer Sprache. 18
Uhr Chorvesper.
Werktags: 6.30, 7.15, 8, 9, 18.30 Uhr Messe. 12 Uhr Mittagsgebet. 18 Uhr Andacht.
Beichte: werktags 7.45 bis 9 Uhr, Samstag
zusätzlich 14 bis 18 Uhr.
Wallfahrtskirche Neviges
Samstag: 18 Uhr Messe in polnischer Sprache.
Sonntag: 10, 11.30, 17 Uhr Messe. 18.15
Uhr Vesper. 19 Uhr Taizégebet.
Werktags: 6.45, 10 Uhr Messe. 7.30 Uhr
Laudes. 18 Uhr Vesper (außer Samstag).
Dienstag: 19.30 Uhr Gebetskreis.
Eucharistische Anbetung: täglich 11 bis 18
Uhr.
Beichte: täglich 9 bis 12, 15 bis 18 Uhr.
In der Kirche Hl. Kreuz in Bergheim-Ichendorf wird am Dienstag das Ewige Gebet gefeiert.
(Foto: Boecker)
Freitag: 7 Uhr Roratemesse. 17 Uhr Eucharistische Anbetung, Beichte, Rosenkranz. 18
Uhr Messe (außerordentliche Form).
Altenberger Dom
Samstag: 17.15 Uhr Beichte. 18 Uhr Vorabendmesse.
Sonntag: 7 Uhr Messe. 10.30 Uhr Hochamt.
17.15 Uhr Messe, Vesper.
Dienstag bis Donnerstag: 7 Uhr Laudes,
Messe.
Dienstag: 16 Uhr Vesper.
Mittwoch: 19 Uhr Messe.
Ewiges Gebet
Sonntag: Bonn-Kessenich (St. Nikolaus);
Bergheim-Kenten (St. Hubertus); Kerpen
(St. Martinus); Leverkusen-Opladen (St. Elisabeth); Bonn-Geislar (St. Joseph); BonnHolzlar (Christ König); Grevenbroich-Elfgen (St. Georg); Elsdorf-Niederembt (St.
12 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Martinus); Bornheim-Walberberg (St. Walburga); Asbach (St. Laurentius).
Montag: Düsseldorf-Rath (St. Joseph);
Hürth (St. Katharina).
Dienstag: Bergheim-Ahe (St. Michael);
Bergheim-Ichendorf (Hl. Kreuz).
Mittwoch: Bergheim-Quadrath (St. Laurentius).
Freitag: Dormagen-Hackenbroich (St. Katharina); Elsdorf-Berrendorf (St. Michael).
Samstag: Düsseldorf (St. Andreas); Bonn
(St. Marien); Hennef Happerschoß (St. Remigius).
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
SONNTAG
Christkönigssonntag
ERSTE LESUNG: In jenen Tagen kamen alle
Stämme Israels zu David nach Hebron und sagten: Wir sind doch dein Fleisch und Bein. Schon
früher, als noch Saul unser König war, bist du
es gewesen, der Israel in den Kampf und wieder nach Hause geführt hat. Der Herr hat zu dir
gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel
sein, du sollst Israels Fürst werden. Alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron; der
König David schloss mit ihnen in Hebron einen
Vertrag vor dem Herrn, und sie salbten David
zum König von Israel.
2 Sam 5,1-3
ZWEITE LESUNG: Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben
am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat
uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. Durch ihn haben wir die Erlösung, die Ver-
gebung der Sünden. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen
Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen
im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und
das Unsichtbare, Throne und Herrschaften,
Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und
auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist
die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm
wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles
im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus
führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch
sein Blut.
Kol 1,12-20
EVANGELIUM: In jener Zeit verlachten die
führenden Männer des Volkes ihn und sagten:
Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst
helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes
ist. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten:
Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir
selbst! Über ihm war eine Tafel angebracht; auf
ihr stand: Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen,
verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias?
Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere
aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal
du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche
Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat
nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus,
denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.
Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Lk 23,35-43
Wahrheit, Gnade, Gerechtigkeit und Liebe sind die Insignien
H
eute ist Christkönigsfest. Man fragt sich
sofort: Was für ein König ist dieser Christus? Jedenfalls kein Despot, kein prunkvoller
Herrscher und auch kein König zu Repräsentationszwecken wie in modernen Staaten. Jesus
Christus spricht als König vom Kreuz herab die
Sprache der Ohnmacht. In den Augen der Juden und Römer total machtlos, als ein Verbrecher gekreuzigt. Den Titel „König der Juden“
brauchte Pilatus, um die Anführer der Juden zu
reizen. Hatte Jesus ihm nicht gesagt, dass „sein
Reich nicht von dieser Welt ist“?
Die Kirche zeichnet den König in der Präfation ganz anders: „Wenn einst die ganze Schöpfung seiner Herrschaft unterworfen ist, wird er
dir, seinem Vater, das ewige, alles umfassende
Reich übergeben: das Reich der Wahrheit und
des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der
Gnaden, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.“ Aber wie soll das werden mit solch einem König, der am Kreuz stirbt
und nicht „triumphiert“? Hier gelten andere
Maßstäbe: In diesem Augenblick der scheinbaren totalen Niederlage beginnt der endgültige
Sieg des Reiches Gottes – ganz unbemerkt und
klein. Weder weltliche Macht noch Gewalt, weder Reichtum noch Technik, sondern Wahrheit,
Gnade, Gerechtigkeit, Liebe machen das Reich
und seinen König aus . . . Das sind die königlichen Insignien seines Reiches.
Das zeigt sich im Gespräch mit den beiden
Verbrechern, die neben ihm am Kreuz hängen. Der eine hält ihn für einen Scharlatan. Und
der andere? Bei ihm lohnt es sich, genau hinzusehen. Er anerkennt seine Schuld und bereut
sie. Und dann folgt die kolossale Bitte: „Jesus,
denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst!“. „Amen, ich sage dir. Heute noch
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Auf dem Schwedenkreuz am Mainausteg/Bodensee bereut der „gute“ Verbrecher seine Tat
und blickt zum Himmel.
(Foto: Ras)
wirst du mit mir im Paradies sein.“ Eine neue
„Macht“ ist in die Welt gekommen: Nicht Hass
und Untergang haben das letzte Wort, sondern
Barmherzigkeit und Vergebung. Am Ende siegt
nicht der Tod, sondern stehen Leben und Auferstehung.
„Das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat:
unser Glaube“, sagt später der Apostel Johannes. Der Verbrecher neben dem Herrn ist ein
Mensch des Glaubens. Das „Jahr des Glaubens“ geht heute zu Ende. Ist es für uns ein
Neubeginn? Der Glaube ist die feste Überzeugung, dass Gott sich nach dem Big-Bang nicht
zurückgezogen hat, sondern in der Geschichte
wirkt. Wer sich vertrauensvoll im Gebet an ihn
wendet, im Bußsakrament Vergebung erfährt,
in der Heiligen Eucharistie sich von ihm nährt,
der sieht, dass sich dieses „Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe“ in ihm und mit
ihm in den anderen ausbreitet. Auf Erden wird
es kein Paradies geben. Wir Menschen sind
„Gottes Utopia, aber eines im Werden!“ (Stefan Andres). Selbst die Kirche ist eine Kirche
der Sünder, aber das Reich Gottes wächst still in
ihr heran und wird vollendet. Das Reich Christi siegt immer dann, wenn wir zu ihm als König ehrlich beten und danach leben: Dein Reich
komme!
CHRISTOPH BOCKAMP
Unser Autor, Prälat Dr. Christoph Bockamp, ist Regionalvikar der Prälatur Opus Dei in
Deutschland und lebt in Köln.
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ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Was fällt, soll erstehen
Wir sind mitten im Leben
Wir gehören für immer
Wir sind mitten im Sterben
zum Sterben bestimmt
Dem Herrn, der uns liebt
Zum Leben bestimmt
was da steht, das wird fallen
Was auch soll geschehen
Was da fällt, soll erstehen
der Herr gibt und nimmt
Er nimmt und er gibt
Er gibt, wenn er nimmt
LOTHAR ZENETTI
Von Søren Kierkegaard, 1813 bis 1855, stammt folgender Satz: „Ich ziehe deshalb
den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr
aber die Erde sucht.“ Unser Bild: Herbstwald am Drachenfels.
(Foto: Raspels)
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Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Ehrfurcht – mehr als nur eine Ehrenbezeugung
Ein Zwischenruf zur Gottvergessenheit unserer Zeit
E
ines von den vielen Bildern, die im Umgang des Brixener Doms den Betrachter
zum Nachdenken anregen, ist das Fresko mit einer Szene aus der Mose-Geschichte des Alten
Testamentes. Wir sehen, wie Mose seine Sandalen auszieht, denn eine Stimme von oben hat
ihm befohlen: „Leg deine Schuhe ab, denn der
Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden“ (Ex 3,5).
In der Apostelgeschichte erinnert Stephanus in
seiner Rede, ehe die „Halsstarrigen“ ihn steinigen, wörtlich an diese Begebenheit mit der
Stimme aus dem brennenden Dornbusch. Wo
Gott dem Menschen nahe kommt, ist heiliger
Boden. Ohne Boden unter den Füßen kann der
Mensch nicht leben. In der Gottesbegegnung
wird solcher Boden und Raum zum Heiligen,
dem unsere Ehrfurcht und Verehrung gilt.
Wo Gott dem Menschen nahe kommt,
ist heiliger Boden
Halten sich Muslime vielleicht wörtlich daran, wenn sie die Moschee zum Beten betreten
und zuvor am Eingang ihre Schuhe ausziehen?
Wie steht es um unsere Ehrfurcht im heiligen
Raum? In der Kirche, im Haus der Gottesbegegnung? Nicht selten taucht in Gesprächen die
Sorge auf, die, auf den Nenner gebracht, lautet:
Es sei doch oft Ehrfurchtslosigkeit in der Kirche anzutreffen. Ich wage nicht, darüber ein Urteil abzugeben, obwohl ich mehr als einmal erlebt habe, dass es vor Hochzeiten in jeweiligen
Kirchen zuging wie in einer Bahnhofshalle mit
lärmendem Betrieb. Ehrfurcht vor dem Heiligen wächst aus innerer Einstellung. Besonders
die Eucharistie ehrfürchtig zu behandeln behält
seine Gültigkeit, bis der Herr wiederkommt.
Freilich bestimmt auch hier die Frage nach dem
Maß der Ehrfurcht unser Inneres. Ehrfurcht ist
Herzensangelegenheit, sonst helfen auch alle
liturgischen Vorschriften wenig. Ehrfurcht vor
dem Heiligen ist Ausdruck des Glaubens und
der Liebe. Sie hat ihre eigenen Gebärden und
Ausdrucksweisen, um zeichenhaft aufzuzeigen,
wie es um dieses Zeugnis steht. Das kann eine
ehrfürchtige Kniebeuge sein, das andächtige
Kreuzzeichen, das Falten der Hände, das anbetende Schweigen. Die Zeichen müssen nicht zu
allen Zeiten und in allen Kulturen gleich sein.
Aber ganz ohne Zeichen – einfach lässig, wie
auch sonst im Alltag eine Gottesbegegnung angehen? Besonders im Mitnehmen, im Empfangen und beim Aufbewahren der Eucharistie
geht es darum, die gebotenen Zeichen der Ehrfurcht nicht zu vergessen.
Die heilige Edith Stein berichtet aus der Zeit
ihrer Gottsuche und des Zweifels, wie sie eines
Tages um die Mittagszeit eine katholische Kir-
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
„Zieh die Schuhe aus; der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land.“ Das Fresko im Innenhof des
Brixener Doms zeigt die Szene aus der Berufung des Mose.
(Foto: Läufer)
che aufsucht, um etwas Ruhe zu finden. Eine
ältere Frau betritt das Gotteshaus, bepackt mit
schwerer Markttasche.
Behalten wir unsere Leidenschaft
für die Ehre des Herrn
In der für sie offensichtlich menschenleeren
Kirche stellt sie die Tasche ab und macht vor
dem Tabernakel eine tiefe, ehrfürchtige Kniebeuge zur Verehrung des Allerheiligsten. Edith
Stein fühlt sich davon tief berührt in der Gewissheit, dass die ehrfürchtige Begegnung mit
dem Allerheiligsten auch rückwirkende Kraft
auf das eigene Leben hat und auf ein ehrfürchtiges Verhalten gegenüber allem, was zur Schöpfung Gottes gehört.
In seinem Büchlein „Worte des Schweigens“
notiert Karl Rahner: „Ich weiß, dass all die kleinen Vorschriften und Befehle, Zeremonien und
Gebräuche . . . die mir befohlen oder wenigstens anempfohlen werden, die Leiblichkeit meiner Liebe sein können. Behalten wir unsere Leidenschaft für die Ehre des Herrn.“ Ehrfurcht ist
eben mehr als nur eine Art Ehrenbezeugung. In
ihr nimmt der Glaube Gestalt an und wird zur
stillen, aber eindrucksvollen Gebärde gegen die
Gottvergessenheit oder Gedankenlosigkeit unserer Zeit.
ERICH LÄUFER
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KIRCHE UND THEOLOGIE
Katholikinnen auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil
Vom Ausschluss von der Konzilsmesse bis zur Erfüllung aller Konzilseingaben
A
uch Frauen?“ Am Vorabend des Konzils
konnte eine solche Frage durchaus für Heiterkeit sorgen. In Rom stellte sie die Diplomtheologin Josefa Theresia Münch dem deutschen Pressebischof Walther Kampe, als er vor
Journalisten die mögliche Berufung von Laienauditoren ankündigte. 1962 allerdings war die
Teilnahme von Frauen definitiv nicht vorgesehen; Weihbischof Kampe vertröstete die Fragestellerin auf ein mögliches drittes Vatikanisches
Konzil, die anwesenden Journalisten waren
amüsiert und Ferdinand Oertel, der Chefredakteur des katholischen Magazins „Der Feuerreiter“, erklärte seiner Leserschaft: „Sehr viele Journalisten sind nicht katholisch und fragen
deshalb viele Dinge, die für Katholiken selbstverständlich sind.“
Katholikinnen allerdings waren schon im
Vorfeld des Konzils immer weniger bereit, das
vermeintlich Selbstverständliche hinzunehmen.
So wandten sich im Sommer 1961 die beiden
großen katholischen Frauenverbände – unterstützt durch ein Begleitschreiben des Kölner
Kardinals Josef Frings – mit Petitionen an die
Zentrale Vorbereitungskommission des Konzils. Für den „Zentralverband der katholischen
Frauen- und Müttergemeinschaften“ – heute
kfd – erstellten Marianne Dirks und Dr. Anneliese Lissner aus Zuschriften an „Frau und Mutter“ diese Eingabe. Bitten um liturgische Reformen, ein höheres Firmalter oder eine strengere
Fastenordnung für wohlhabende Völker repräsentieren die Sehnsucht nach einem intensiveren Glaubensleben. Andere Anliegen, bei denen
oft eine große emotionale Betroffenheit spürbar
ist, waren ein kirchliches Begräbnis für ungetauft verstorbene Kinder (1970 eingeführt) oder
kirchenrechtliche Erleichterungen für „Mischehen“ zwischen katholischen und evangelischen Partnern.
1963:
Heißer Herbst
Die Eingabe des „Katholischen Deutschen
Frauenbunds“ (KDFB) verantworteten die Vorstandsmitglieder Dr. Gertrud Ehrle und Dr. Helene Weber. Leitmotiv ist die „Personwürde“
der Frau, die unabhängig von der jeweiligen Lebensform – etwa als Gattin, Mutter oder alleinstehende Frau – zu achten sei. Zwischen den
Zeilen ist zu lesen, dass Diskriminierung von
oben wie von unten ausgehen kann. So fordern
die Autorinnen einerseits, dass die Personwürde
der Frau in der Priesterbildung aufgezeigt wird
und klagen andererseits, dass das „katholische
Volk“ jene Frauen geringschätzt, die um ihrer
Berufstätigkeit willen ehelos leben.
Im zweiten Konzilsjahr 1963 wurden erstmals die angekündigten Laienauditoren – Hö-
Dr. Gertrud Ehrle, KDFB-Vorstandsmitglied, spätere Präsidentin des Verbandes und Konzilsauditorin, mit Kardinal Josef Frings. (Foto: Archiv des Katholischen Deutschen Frauenbundes/KDFB)
rer ohne Rede und Stimmrecht – zum Konzil
berufen. Unter den zunächst dreizehn Laien war
allerdings noch keine Frau, obwohl einige ihr
Interesse signalisiert hatten. Dazu zählte auch
Dr. Alberta Lücker, die beim ZdK für internationale Beziehungen zuständig war. Ab November 1963 arbeitete sie im Konzilssekretariat der
Laienauditoren und musste bald desillusioniert
feststellen: „Man ist hier noch weit davon entfernt, Frauen irgendwie zum Konzil zuzulassen.
Seit vierzehn Tagen lässt man sie sogar nicht
einmal mehr der Konzilsmesse beiwohnen.“
Tatsächlich hatte sich die Situation unmittelbar vor ihrer Ankunft zugespitzt: Der belgische Kardinal Suenens hatte am 22. Oktober
1963 vorgeschlagen, auch Auditorinnen einzuladen, „da – wenn ich mich nicht irre – Frauen
die Hälfte der Menschheit ausmachen“. Dieser
Vorstoß weckte Hoffnungen bei Katholikinnen
und Ängste bei manchem Kirchenmann. Schon
eine Woche später kam es zu einem unerfreulichen Zwischenfall, als die amerikanische Journalistin Eva Fleischner, anders als ihre männlichen Kollegen, bei einer Konzilsmesse daran
gehindert wurde, zu kommunizieren. Aus dem
Einzelfall wurde ein Prinzip: das Konzilssekretariat schloss im weiteren Verlauf der zweiten
Sessio Frauen von den Konzilsmessen explizit
aus, weil man sich, so die kolportierte Begründung, vor dem „Ansturm“ der Ordensschwestern fürchtete.
Diese Regelung traf prominente Katholikinnen wie die Schwägerin von Papst Paul VI.
ebenso wie kirchenpolitisch aktive Romreisende. So konnten auch mehrere hochrangige Konzilsväter nichts für das Ehepaar Walter und Marianne Dirks ausrichten, das im November 1963
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
zu „einer Reihe von informierenden Gesprächen“ in Rom weilte.
Es ist engagierten Konzilsvätern und dem
beharrlichen Nachfragen zahlreicher Katholikinnen zu verdanken, dass es doch zu einem
Sinneswandel kam und zur dritten Sessio fünfzehn Auditorinnen eingeladen wurden. Sr. Juliana Thomas ADJC war die erste Deutsche; im
letzten Konzilsjahr sollte noch Dr. Gertrud Ehrle vom KDFB hinzukommen.
Wie sehr sich die Situation in den vier Konzilsjahren gewandelt hatte, lässt sich auch am
Erfolg der Konzilseingaben ablesen. Fast alle
Einzelforderungen der kfd wurden erfüllt und
die „Botschaft des Konzils an die Frauen“ kann
als Echo der KDFB-Petition gelesen werden:
sie spricht von der „grundsätzlichen Gleichheit“ der Geschlechter und beobachtet, dass
„die Frau in der Gesellschaft einen Einfluss erwirbt, den sie bis jetzt noch nie erreicht hat“.
REGINA HEYDER
Dr. Regina Heyder ist Mitarbeiterin am Lehrstuhl für
Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität
Bonn. Sie ist Mitautorin der Ausstellung „Katholikinnen
und Konzil“, die vom 4. 12. bis
10. 1. zu den Uni-Öffnungszeiten
in Bonn, Katholisch-Theologische
Fakultät Bonn, Gang im 2. Stock
des Hauptgebäudes der Universität Bonn, Am Hof 1, 53113 Bonn,
zu sehen ist.
>> www.katholikinnen-undkonzil.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
LESERBRIEFE
Mündige Menschen
Zu: „Braucht Kirche Quote?“ in Nr. 47/13,
Seite 2
Erich Läufer sieht in unserer in stetem Wertewandel befindlichen Gesellschaft eine Bedrohung für die Akzeptanz
der zeitlosen Botschaft der
Kirche. Hier ist meines Erachtens zu differenzieren:
Nicht der Inhalt der kirchlichen Lehre ist für viele ein
Ärgernis, sondern die Art,
wie die Kirche diese ihren
Gläubigen oftmals vermittelt. Die meisten von ihnen sind heute als mündige
Menschen aufgewachsen.
Sie wollen in aktuellen persönlichen Notlagen individuell angenommen und verstanden sein. Mit
dem Hinweis auf eherne Katechismussätze
und Sanktionen bei Verfehlungen ist dabei
keinem geholfen. In früheren Geschichtsepochen mag so etwas ja gebräuchlich und
wirksam gewesen sein. Ein anschauliches
Beispiel für diese Haltung bietet der Präfekt
der Römischen Glaubenskongregation Erzbischof Gerhard Ludwig Müller mit der Aufforderung an seinen Freiburger Amtsbruder
Robert Zollitsch zur Rücknahme der Handreichungen für wiederverheiratete Geschiedene. Was an Hoffnungen wurde da wieder
dem Prinzipiellen geopfert. Seelsorge nach
Franziskanischer Barmherzigkeit geht wohl
anders.
PROFESSOR DR. HANS-JOACHIM OEHM,
Wuppertal
Da leidet jeder Bücherfreund
Zu: „In deinem Buch war schon alles verzeichnet“ in Nr. 45/13, Seite 15
Jedem Bibliothekar(in) stehen die Haare zu
Berge, wenn er das sieht: Das Foto des Bücherregals auf S. 15 zeigt eine erschreckend
unsachgemäße und lieblose Behandlung von
Kirchenzeitung
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Herausgeber: Der Erzbischof von Köln
Chefredakteur: Robert Boecker
Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
Helmut Pathe, Bernhard Raspels, Almud Schricke
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22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Büchern, die zum Teil schon verbogen sind.
Oder soll es ein gewollter Hinweis auf das
unvollkommene „Lebensbuch“ eines jeden
Menschen sein, bezogen auf den nebenstehenden Text? Diese Anordnung der Bücher
lässt weniger auf einen Plan Gottes schließen als auf das Werk eines
„Durcheinanderwerfers“.
Da leidet jeder Bücherfreund mit. Zum Buchsonntag passt dieses Foto
wohl nicht. Wie wohltuend
ist dagegen der Anblick
der Bücher in der Stiftsbibliothek von St. Gallen
auf S. 46 und 47, wo die
Bücher geordnet und geschützt stehen.
WALTRAUD SCHNELL,
Kerpen-Buir
Inhaltliche Verkürzung
Brief von der Glaubenskongregation kommt,
sie hätten dies und jenes angeordnet. Macht
euch keine Sorgen. Erklärt ihnen, was ihr erklären müsst, aber geht weiter. Öffnet Türen.
Mir ist eine Kirche lieber, die mal einen falschen Schritt tut, als eine, die vor lauter Abgeschlossenheit krank wird.
Ich finde es sehr schade, dass die Kölner Kirchenzeitung im redaktionellen Teil
versucht, die notwendigen Erneuerungsprozesse, die Papst Franziskus zur Zeit anstößt,
mit einem deplazierten scheinbaren „Roma
locuta, causa finita“ zu konterkarieren. Sie
benutzt dabei eine autoritäre Sprache in der
Überschrift und einen verkürzten Inhalt. So
wird versucht, eine Diskussion und Auseinandersetzung zu unterbinden.
GÜNTHER HEES,
Köln
Pfarrer überfrachtet
Ich sehe, wie die Pfarrer – die primär als VerZu: „Rom: Erzbistum Freiburg muss pas- künder des Gotteswortes und als Seelsorger
torale Handreichung zurückziehen“ in Nr. für die Menschen ausgebildet wurden und
47/13, Seite 3
so auch wirken sollen – überfrachtet sind mit
Ich bin sehr enttäuscht, mit welcher Spra- Verwaltungsaufgaben der durch Zusammenche und inhaltlichen Verkürzung Sie versu- schlüsse immer größer werdenden Gemeinchen, auszudrücken, dass Rom
den. Es gibt sehr kompeten(gemeint sind Papst und Erzte Laien-MitarbeiterInnen in
bischof Müller) das Erzbistum
Kirchenvorstand und PfarrFreiburg anweist, die Pastorale
gemeinderat.
ZUM CHEFREDAKTEUR
Handreichung für Menschen in
Aber die Laien-mitglieder
Trennung, Scheidung und nach
dieser Gremien sind Ehrenziviler Wiederverheiratung zuamtler und bei bestem Wolrückzuziehen. Dabei stellen Sie
len und Können durch Beruf
nicht den Diskussionsstand als
und Familie naturgemäß oft
Ganzes dar. Bischof Marx hat
nur eingeschränkt in dringsich schon kritisch abwartend
lichen Tagesgeschäften einDONNERSTAGS VON
geäußert, als er sagte, Müller
setzbar. Ich plädiere längst
9.30 BIS 10.30 UHR
könne die Diskussion nicht bedafür, dass die Pfarrer Ver(02 21) 16 19-131
enden. Der Sprecher von Biwaltungsaufgaben verstärkt
schof Zollitsch verweist mit
delegieren und die PfarrgeRecht auf Äußerungen von Papst Franziskus meinden hauptamtliche (durchaus weltliche)
zu Briefen der Glaubenskongregation. Ich zi- Verwaltungschefs und -chefinnen bekomtiere aus dieser Äußerung von Papst Franzis- men. MARIE-LUISE ESSER-PETERSEN,
kus: Macht euch keine Gedanken, wenn ein
DÜSSELDORF
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
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Kreis Altenkirchen (Dekanat Wissen) siehe unten.
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Störung des Arbeitsfriedens besteht kein Anspruch auf Lieferung,
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Bücher
Unterwegs durchs Jahr
Menu d‘amour
Gartenlust
Da hat eine Mutter von vier Kindern ihre Gedanken und Empfindungen niedergeschrieben, an Tagen, „wo sie die ganze Welt hätte
umarmen können“, weil sie sich an der erwachenden Natur
erfreut, oder sich
auf den wohlverdienten Urlaub
freut oder auf ein
Fest mit ihren
Lieben. Aber sie
verschweigt auch
nicht, wie ihr zumute war, wenn
sie mit der Welt
und mit sich unzufrieden war und es draußen
und im Inneren grau in grau aussah. Es sind
einfache, unkomplizierte Texte, die mit den
begleitenden Fotos durchweg zum Nachdenken anregen.
Ein angenehmes Mitbringsel und Geschenk für so manchen alltäglichen Anlass
im Laufe des Jahres. EL
Nicolas Barreau, der mit seinem Roman
„Das Lächeln der Frauen“ einen großen Erfolg in Deutschland erzielen konnte, hat
nun eine kleine, nur 81 Seite starke Liebesgeschichte veröffentlicht. Man liest die Erzählung mit einem Lächeln, fühlt sich vielleicht in seine Jugend
nach Paris versetzt oder
kann sich gut als junger
Mensch einen Aufenthalt in der Stadt vorstellen, die so viel von der
Liebe und von gutem Essen weiß. Nach der Liebesgeschichte verrät der
Autor zehn Menus; er
beschreibt die nötigen Zutaten, gibt genaue
Anweisungen für die Zubereitung und spart
auch nicht mit einem persönlichen Kommentar. Da findet man zum Beispiel ein „Frühlings-Menu“ oder ein „Menu des Meeres“.
Ein hübsches Mitbringsel! DT
Seit Jahrhunderten ist die Kunst der GartenGestaltung ein bedeutender Teil der englischen Kultur. 4000 Gärten kann man in England wenigstens einmal im Jahr besichtigen.
Die britische Garten-Fachfrau Helene Attlee hat 20 bemerkenswerte Anlagen in England,
Schottland, Wales
und Nordirland
ausgewählt und
ihre Entstehung
und Entwicklung
beschrieben. Die
ausgezeichneten
Fotos von Alex
Ramsay machen die Besonderheiten sichtbar. Und der Gartenfreund wird die stimmungsvollen Bilder mit Freuden ansehen.
DT
Eva Maria Petrick, Unterwegs durchs Jahr.
Kunstverlag Josef Fink. ISBN 978-3-89870839-5. 88 Seiten mit zahlreichen Farbfotos,
9,80 Euro.
Nicolas Barreau, Menu d‘amour. Eine Liebesgeschichte. Deutsch von Sophia Scherrer. Thiele. ISBN 978-3-85179-262-1. 157 Seiten, 14
Euro.
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Helene Attlee, Gartenlust. Traditionelle und
moderne Gärten in Großbritannien. Fotografien von Alex Ramsay. Aus dem Englischen von Birgit Fricke. Gerstenberg Verlag.
ISBN 978-3-8369-2659-2. 144 Seiten mit
Adressen und Internet-Angaben und vielen
Farbfotos, 24,95 Euro.
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
KULTUR
Einmalig
Bildband zeigt Kölns große
Romanische Kirchen
KÖLN. „Wir haben einen weltweit einzigartigen Kranz Romanischer Kirchen in Köln“, sagt
Helmut Haumann. „Das ist wirklich eine Einmaligkeit auf dieser Erde.“ Der Vorsitzende des
Fördervereins Romanische Kirchen Köln ist
deshalb zuversichtlich, dass es die zwölf Sakralbauten auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes schaffen können. „Dieses Buch dient
gleichsam als Bewerbungsunterlage dafür“,
sagte er vergangene Woche bei der Präsentation
des im Greven Verlag erschienenen Bildbandes
„Die großen Romanischen Kirchen in Köln“.
Auf 176 Seiten mit 177 teils wirklich famosen Farbfotos führen einem Autor Jürgen Kaiser und Fotograf Florian Monheim vor Augen,
was Verlagsleiter Dr. Damian van Melis so formuliert: „Die Schönheit und Kraft dieser Kirchen ist eine Wucht.“ Wie Kaiser erklärte, kam
es ihm darauf an, die Einmaligkeit jeder einzelnen Kirche darzustellen – und das in einer allgemein verständlichen Sparche.
„Die Romanischen Kirchen, das ist geronnener Glaube“, sagte Kardinal Joachim Meisner bei der Buchvorstellung. „Hier sind wir auf
den Spuren Europas; das ist europäische Zivilisation.“ Wenn er im Ruhestand sei, so versprach
der Kardinal, werde er mit diesem Buch unter
dem Arm von Romanischer Kirche zu Romanischer Kirche ziehen. „Und immer, wenn ich
in einer der Kirchen bin, denke ich: Das ist die
schönste!“
KATHRIN BECKER
Jürgen Kaiser/Florian Monheim: Die Großen Romanischen Kirchen in Köln, 176 Seiten mit 177 farbigen Abbildungen, ISBN 978-3-7743-06158, Greven Verlag, 38 Euro
In St. Gereon resultiert die einzigartige Baugestalt daraus, dass der spätantike Ovalbau teilweise beibehalten wurde. Moderne Meistermann-Fenster lassen den Kuppelbau in allen Farben leuchten.
(Foto: Florian Monheim)
Gut gelaunt präsentierten die Neuerscheinung (von links) Kardinal Joachim Meisner, Helmut Haumann,Vorsitzender des Fördervereins Romanische Kirchen Köln, Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln, und Dr. Damian van Melis, Verlagsleiter des Greven Verlag. (Foto: KB)
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
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MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Adolph Kolping
Aus Anlass des 200. Geburtstags des
„Gesellenvaters“ Adolph Kolping zeigt
das Bayerische Fernsehen den Film „Der
Handwerkerpriester Adolph Kolping und
die Folgen“ über die Spuren, die sein Leben und Wirken hinterlassen haben. Dazu
gehören die Arbeit der verschiedenen
Einrichtungen des Kolpingwerks und Impulse für die Soziallehre.
Bayerisches Fernsehen, Mi., 27. 11.,
19 bis 19.45 Uhr
und Do., 28. 11., 13.30 bis 14.15 Uhr
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de:
Samstag Unsere Woche. Betrachtung zum Sonntag. Sonntag Aktenzeichen. Dienstag Radioakademie. Ignatianisch: Die Exerzitien des Ignatius (4).
Mittwoch Die Woche in Rom. Donnerstag Kreuz
des Südens. Freitag Prisma-Magazin. Täglich
auch: 7.30 Lateinische Messe. 16.00 Nachrichten.
17.00 Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe.
Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Werktags zwischen 6.00 und
8.00 Augenblick mal.
WDR 2
Sonntag 7.45 Hör mal – Kirche in WDR 2. Werktags 5.55 Kirche in WDR 2.
WDR 3
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. Rückzug aus der Welt. Zwei Päpste verlangen nach Ent-Weltlichung der katholischen Kirche.
9.05 Geistliche Musik. Werktags 7.50 Kirche in
WDR 3. Choral und Ansprache. Dienstag 17.45
Zeitzeichen. 26. November 1648: Papst Innozenz
X. protestiert gegen den Westfälischen Frieden.
Werktags
8 bis 9 Uhr, Center TV Köln und EWTN (Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 23. November
10 bis 12.30 Uhr, EWTN: Weihe der Ständigen Diakone im Kölner Dom.
12.30 bis 13 Uhr, Bayerisches Fernsehen (BR):
Pfarrer Schießler – Gäste und Geschichten.
13.25 bis 13.30 Uhr, BR: Glockenläuten. Aus
der Wallfahrtskirche Maria Limbach in Unterfranken.
16.30 bis 18 Uhr, EWTN: Ritus zur Zulassung
zum Katechumenat mit Papst Franziskus, Rom.
18.30 bis 19.30 Uhr, EWTN: Gottesdienst.
Aus der Marienbasilika in Kevelaer.
21 bis 21.45 Uhr, Phoenix: Mathilde von
Quedlinburg. Vom Mädchen zur Machtfrau.
23.05 bis 23.10 Uhr, ARD: Wort zum Sonntag.
Sonntag, 24. November
8.50 bis 10 Uhr, SWR FS: Missa Solemnis von
Sixt Bachmann.
9.02 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Stiftskirche in Michaelbeuern bei
Salzburg mit Abt Johannes Perkmann.
10 bis 11.30 Uhr, Center TV Köln: Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
10 bis 11 Uhr, BR: Evangelischer Gottesdienst.
10.30 bis 12 Uhr, EWTN: Messe mit Papst
Franziskus zum Abschluss des Jahres des Glaubens auf dem Petersplatz.
10.30 bis 11 Uhr, SWR FS: Menschen unter
uns. Eine Woche in der Stille.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
WDR 5
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. 9.20 Diesseits
von Eden. Die Welt der Religionen. 10.00 Katholischer Gottesdienst aus der Liebfrauenkirche in
Bochum. Es predigt Pfarrer Bernd Wolham. 22.05
Lebenszeichen. Werktags 6.55 Kirche in WDR 5.
Dienstag 9.05 Zeitzeichen. 26. November 1648:
Papst Innozenz X. protestiert gegen den Westfälischen Frieden.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Pater Norbert
Cuypers SVD, St. Augustin. Sonntag 6.10 Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. „Schenke
am Ende auch die Vollendung“. Christliche Auferstehungshoffnung. Montag bis Freitag 9.35 Tag
für Tag. Mittwoch 20.10 Aus Religion und Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Wort zum Sonntag. 8.03 Kantate. 12.05 Glauben.
Für immer und ewig. Geheimnis, Sehnsucht, Trost
– das Leben nach dem Tod. Werktags 7.57 Wort
zum Tag.
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
domradio.de
Gottesdienste
Am Samstag, 23. November, von 10 bis
12.30 Uhr, wird die Weihe der Ständigen
Diakone im Kölner Dom gezeigt.
Am Sonntag, 24. November, um 10
Uhr, wird das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom unter www.domradio.de übertragen. Im Radio ist ab 10 Uhr das Hochamt aus dem Trierer Dom zu hören.
Werktags um 8 Uhr wird der Gottesdienst aus dem Kölner Dom live unter
www.domradio.de übertragen.
12.25 bis 12.30 Uhr, WDR FS: West ART
Meisterwerke: „Bruder-Klaus-Kapelle“ von Peter Zumthor, Wachendorf/Mechernich.
16.30 bis 17 Uhr, WDR FS: Trauern heißt lieben. Verstorbenen-Fotograf Martin Kreuels.
17 bis 18.25 Uhr, ARTE: Die Geheimnisse der
Meisterwerke. Raffael (17 Uhr) und Nicolas
Poussin (17.45 Uhr).
17.30 bis 18 Uhr, ARD: Gott und die Welt. Liebeskummer.
20.15 bis 21.45 Uhr, Phoenix: Giganten der
Gotik. Wie die Kathedralen in den Himmel
wuchsen.
Dienstag, 26. November
20.15 bis 21.45 Uhr, Phoenix: Imperium der
Päpste. Teile 1 und 2: „Duell zwischen Kreuz
und Krone“ sowie „Verschwörung im Vatikan“.
23.10 bis 23.15 Uhr, WDR FS: West ART
Meisterwerke: Tragaltar, Diözesanmuseum Paderborn.
Mittwoch, 27. November
10.30 bis 12 Uhr, EWTN und K-TV: Mittwochs-Audienz des Papstes.
Donnerstag, 28. November
16.45 bis 17 Uhr, ARD: Auf das Leben! Ein
Tag im Leben des Majer Szanckower. Ein jüdischer Friedhofsverwalter in Frankfurt.
23.15 bis 0.15 Uhr, BR: Die Nacht der Zeitzeugen. Überlebende der Shoa.
Freitag, 29. November
12 bis 12.25 Uhr, 3sat: Der Showman von Gottes Gnaden. Eine Annäherung an Pfarrer Sieber.
12.25 bis 13 Uhr, 3sat: Acht Sprachen und
ein Halleluja. Migrationskirche als Heimat für
Menschen unterwegs.
angestoßen wurde. Unter dem Leitwort
„Freiheitserfahrungen mit und ohne Gott“
begegnen Katholiken, Atheisten und Agnostiker einander. domradio überträgt dazu
live unter www.domradio.de (Di., 26. 11.,
15 Uhr und Mi., 27. 11., 10 und 15 Uhr).
Tagesevangelium
Sr. Kerstin Ruh
ISSM.
Von Montag, 25., bis
Samstag, 30. November, um 8 Uhr spricht
Schwester Kerstin Ruh
ISSM, Schönstatt-Bewegung,
Gedanken
zum Tagesevangelium.
Vorhof der Völker
Reisen
Vom 26. bis 28. November ist Berlin Gastgeber der Veranstaltungsreihe „Vorhof der
Völker“, die von Papst Benedikt XVI.
„Allüberall – der Advent beginnt“ lautet
der Titel von domradio-Reisen (Fr., 29.
11., 10 bis 12 Uhr).
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
MEDIEN
Winzerträume an der Mosel
Allegra! – Freue Dich!
In unzähligen Schleifen windet sich die Mosel
durch eine der reizvollsten Flusslandschaften
Europas, die geprägt ist von jahrtausendealter
Besiedlung und doch viel von ihrer Ursprünglichkeit behalten hat. Tamina Kallert fährt in
„Wunderschön! Römererbe und Winzerträume entlang der Mosel“ von Saarburg an der
Saar, dem größten Nebenfluss, über Trier bis
nach Koblenz, wo die Mosel in den Rhein
mündet. Dabei stößt sie überall auf Spuren
der Römer. Sie entdeckt die unbekannten Seiten von Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach
und Cochem und schlendert durch schmucke
Fachwerkdörfer
WDR FS, So., 24. 11., 20.15 bis 21.45 Uhr
Wenn man vom Engadin kommend über den
Ofenpass fährt, öffnet sich ein weites, lang gezogenes Tal Richtung Vinschgau: das Val Müstair. Umgeben von steilen Bergen und Pässen
reihen sich kleine Weiler aneinander bis kurz
vor der italienischen Grenze der Hauptort Müstair mit dem Frauenkloster St. Johann erscheint.
Allegra! – Freue Dich! So begrüßen sich die
Menschen hier. Sie sprechen Jauer, einen bündnerromanischen Dialekt. Der Film „Im Val
Müstair“ in der Reihe „Unter unserem Himmel“ porträtiert Menschen und Landschaft, besonders aber das Kloster St. Johann.
Bayerisches Fernsehen, So., 24. 11.,
19 bis 19.45 Uhr
Moderatorin Tamina Kallert mit „Weinbotschafterin“ Kirsten Pfitzer (links) auf dem Weinwanderhöhenweg. (Foto: WDR/Richard Hofer)
Heldinnen der Geschichte – Jeanne d‘Arc und Sophie Scholl
Zeittunnel – Kölner Untergrund
Unter dem Titel „Frauen, die Geschichte machen“ werden Kleopatra, Jeanne d‘Arc, Elisabeth I., Katharina die Große, Luise von Preußen und Sophie Scholl porträtiert. ARTE beginnt am 23. November um 20.15 Uhr mit der
Ausstrahlung. Das ZDF zeigt das Programm ab
1. Dezember, allerdings in einer anderen Reihenfolge.
Der deutsch-französische Kulturkanal startet mit der Folge über die französische Natio-
Von 2003 bis 2012 hat der Bau einer neuen UBahn-Trasse in Köln gedauert. Parallel zum
Bauvorhaben hat man archäologische Grabungen durchgeführt. Die spektakulären Funde reichen von der Römerzeit bis in die jüngste Vergangenheit. Die Sendung „Zeittunnel – Schatzsuche im Kölner Untergrund“ stellt die Ergebnisse vor.
WDR FS, Mo., 25. 11., 15 bis 16 Uhr
SWR FS, Di., 26. 11., 13.15 bis 14.15 Uhr
nalheldin und Heilige Jeanne d‘Arc. Am gleichen Abend wird auch die Widerstandskämpferin Sophie Scholl (ab 21.55 Uhr) vorgestellt.
Anders als bei Doku-Reihen normalerweise üblich, bestehen die sechs Folgen aus reinen
Spielszenen. Es gibt keine erläuternden sachlichen Kommentare oder Interviews mit Historikern. Die jeweilige Heldin erzählt das Geschehen in Ich-Form.
ARTE, Sa., 23. 11., 20.15 bis 22.50 Uhr
Anders heiraten – zwischen den Kulturen
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Wenn Bayern heiraten, erwartet man Traditionen wie den Hochzeitslader, einen stimmungsvollen Gottesdienst, farbenfrohe Trachten, eine ordentliche
Blaskapelle oder zumindest ein zünftiges Weißwurstfrühstück im Elternhaus
der Braut. Wenn jedoch zwei Kulturen „aufeinanderprallen“ und zu einer
Kultur verschmelzen, dann bekommen die Feierlichkeiten oftmals ein neues
Gesicht und werden durch neue Sitten und Gebräuche reicher. Der Fünfteiler
„Wir trauen uns anders!“ beobachtet Paare und deren internationale Feiern.
Bayerisches Fernsehen, Mo. bis Fr., 25. bis 29. 11., je 17 bis 17.30 Uhr
Sterben ist teuer
Der Tod ist umsonst – jedoch nicht für die Angehörigen. Am Tod wollen viele mitverdienen. Vertrauensvoll wenden sich Angehörige oft an den nächstbesten Bestatter. Am Ende steht nicht selten eine sehr hohe Rechnung. In der
Reihe „Könnes kämpft“ fragt der Service-Moderator nach dem „Geschäft
mit den Bestattungen“. Nutzen Bestatter die emotionale Ausnahmesituation
von Hinterbliebenen aus?
WDR FS, Mo., 25. 11., 20.15 bis 21 Uhr
Es kommt, wie es kommen muss
Der Tod als unausweichliches Erlebnis beschäftigt alle von uns eines Tages. Manche früher, manche später. Doch die Fragen, die sich jede und jeder
von uns einmal stellt: „Wann wird es sein?“ oder „Wie wird es sein?“, bleiben offen und führen zu den unterschiedlichsten emotionalen Reaktionen.
Der Film „Es kommt, wie es kommen muss“ begleitet drei unterschiedliche
Menschen – darunter den inzwischen verstorbenen Bestatter Fritz Roth aus
Bergisch Gladbach –, die sich den genannten elementaren Fragen stellen.
Bayerisches Fernsehen, So., 24. 11., 15.30 bis 16.15 Uhr
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
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KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
Erzählung
Vor einer Hütte in Ulucanlar
Yusuf steht vor der primitiven Hütte am
Rande des Dorfes, in der er seit Kurzem mit sei‑
nen Eltern wohnt, und schaut mit großen Au‑
gen um sich. Er sucht jemanden zum Spielen,
aber niemand lässt sich sehen. Endlich, nach
einer halben Stunde geduldigen Wartens, tau‑
chen zwei Jungen auf. Sie machen Anstalten,
an Yusuf vorbeizulaufen. Der winkt ihnen zu.
„Wollen wir Fußball spielen?“
Doch die beiden Älteren schneiden ihm eine
Fratze. „Spiel mit dir selber!“, ruft der eine.
Viele Male ist ihm dieses passiert, trotzdem
schießen ihm die Tränen auch jetzt wieder in die
Augen. Keiner will etwas mit ihm zu tun haben,
weder in der Schule, noch an irgend einem an‑
deren Platz im Dorf. Alle sehen an ihm vorbei.
Meistens machen die Leute einen großen Bo‑
gen um ihn. Den Eltern kann er sein Leid nicht
klagen, denen geht es genauso.
Wieder kommen zwei Kinder daher. Es sind
Aisha und ihr kleiner Bruder Mehmed. Die bei‑
den leben jetzt in der großen Stadt, besuchen
aber hin und wieder ihre Verwandten im Dorf.
Yusuf hat schon mal mit den beiden gespielt,
denn sie sind anders als die Dörfler hier. Ob‑
wohl ihr Vater wohlhabend ist, sind sie gar nicht
eingebildet und gehen nie an dem ärmlich ge‑
kleideten Jungen vorüber, ohne ihn freundlich
zu grüßen.
Heute bleiben sie sogar vor ihm stehen. „Ich
weiß jetzt, warum du immer so allein bist.“ Das
Mädchen mit den dünnen schwarzen Zöpfchen
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
gibt ihm sogar die Hand. „Ich habe davon ge‑
hört, was dir passiert ist.“ ‑ „Ja, schrecklich so
was“, ergänzt Mehmed, „du kannst doch nichts
dafür, dass man dir in der Klinik bei einer Blut‑
übertragung HIV-Viren gespritzt hat.“
„Die Leute hier sehen das leider anders“,
Yusuf putzt sein tränenverschmiertes Gesicht
mit einem Zipfel seiner Jacke trocken, „die ha‑
ben alle Vorurteile und denken, HIV-infizierte
Menschen sind böse. Mein Vater hat deshalb
sogar seinen Beruf als Ingenieur aufgeben müs‑
sen. Aber nun hat er endlich eine Anstellung als
Putzmann im Krankenhaus bekommen, sonst
sähe es schlimm für uns aus.“
„Weißt du was, du kommst einfach mit uns“,
fordert ihn Aisha auf, „wir fahren morgen wie‑
der in die Stadt zurück. Dort gehen wir drei mal
richtig schön Eis essen. Ich habe schon gefragt,
meine Eltern haben es erlaubt.“
Der Junge weiß gar nicht, was er sagen soll.
So lange war er allein. „Aber wie komme ich
wieder nach Hause?“
„Natürlich bringt dich mein Vater zurück“,
ruft Mehmed. Yusuf stürzt in die Hütte, wo sei‑
ne Mutter gerade in dampfenden Töpfen rührt,
und seine Worte überstürzen sich: „Darf ich mit
Aisha und Mehmed in die Stadt? Und auch über
Nacht bleiben?“ Ehe sich Yusufs Mutter von ih‑
rem Erstaunen erholt hat, ertönt die helle Stim‑
me Aishas, die im Türrahmen steht: „Bitte, Frau
Coban, erlauben Sie es Ihrem Sohn! Mehmeds
Spielauto ist kaputt, und Yusuf meint, er könne
es reparieren.“ – „Aber“, stammelt Frau Coban,
„Yusuf hat doch ...“
„Aids - ich weiß! Na und? Spielt das etwa
eine Rolle?“ – „Aber die Krankheit ist doch
schon ausgebrochen!“
Yusufs Mutter hat jetzt Tränen in den Augen.
Aisha zuckt mit den Schultern. „Ist Yusuf nicht
quicklebendig? - Na also!“
Sie nimmt den Jungen bei der Hand.
Und Yusuf platzt beinahe vor lauter Freude. GABRIELE LINS
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AUS DEM ERZBISTUM
ZUR PERSON
aus dem Amtsblatt des Erzbistums Köln
KLERIKER
Es starben im Herrn:
Pater Dr. Hermann-Josef Burbach MSF, 78
Jahre.
Pfarrer i. R. Helmut Powalla, 72 Jahre.
LAIEN IN DER SEELSORGE
Es wurden beauftragt:
Sophie Bunse als Gemeindereferentin im
Erzbistum Köln sowie als Gemeindereferentin an den Pfarreien St. Johann Baptist in
Wuppertal-Barmen, St. Marien in Wuppertal-Barmen, St. Konrad in Wuppertal-Hatzfeld und St. Mariä Himmelfahrt in Wuppertal-Nächstebreck im Seelsorgebereich Barmen-Nordost des Dekanates Wuppertal.
Stefan Drießen als Gemeindereferent im
Erzbistum Köln sowie als Gemeindereferent
an der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Düsseldorf im Dekanat Düsseldorf-Mitte/Heerdt.
Benjamin Floer als Pastoralreferent im Erzbistum Köln sowie als Pastoralreferent an
der Pfarrei St. Josef und Martin in Langenfeld-Immigrath im Dekanat Langenfeld/
Monheim.
Monika Floss als Pastoralreferentin im Erzbistum Köln sowie als Pastoralreferentin an
den Pfarreien St. Katharina in Hürth-AltHürth, St. Wendelinus in Hürth-Berrenrath,
St. Martinus in Hürth-Fischenich und St. Johannes Baptist in Hürth-Kendenich im Seel-
KLEINANZEIGEN
sorgebereich Hürther Ville des Dekanates
Hürth.
Anne-Kristin Graumann als Gemeindereferentin im Erzbistum Köln sowie als Gemeindereferentin an der Pfarrei St. Pankratius in Köln-Junkersdorf im Dekanat KölnLindenthal.
Anita Königsmann als Gemeindereferentin
im Erzbistum Köln sowie als Gemeindereferentin an den Pfarreien St. Elisabeth und
Vinzenz in Düsseldorf, St. Mariä Himmelfahrt (Liebfrauen) in Düsseldorf und St. Paulus in Düsseldorf im Seelsorgebereich Flingern/Düsseltal des Dekanates Düsseldorf
Ost.
Maike Kütter als Pastoralreferentin im Erzbistum Köln sowie als Pastoralreferentin an
den Pfarreien St. Mariä Himmelfahrt in Frechen-Grefrath, St. Audomar in Frechen, St.
Maria Königin in Frechen, St. Severin in Frechen, Heilig Geist in Frechen-Bachem, St.
Ulrich in Frechen-Buschbell, St. Sebastianus in Frechen-Königsdorf und St. Antonius
in Frechen-Habbelrath im Seelsorgebereich
Frechen des Dekanates Frechen.
Helmut Zarges – unter Beibehaltung seiner bisherigen Aufgaben – bis zum 31. August 2014 als Pastoralreferent an den Pfarreien St. Laurentius in Lindlar-Hohkeppel,
St. Apollinaris in Lindlar-Frielingsdorf, St.
Agatha in Lindlar-Kapellensüng, St. Joseph
in Lindlar-Linde und St. Severin in Lindlar
im Seelsorgebereich Lindlar des Dekanates
Wipperfürth.
Monika Ziegelmeier als Gemeindereferentin im Erzbistum Köln sowie als Gemeindereferentin an den Pfarreien St. Katharina in
Hürth-Alt-Hürth, St. Wendelinus in HürthBerrenrath, St. Martinus in Hürth-Fischenich
und St. Johannes Baptist in Hürth-Kendenich
im Seelsorgebereich
Hürther Ville des
Dekanates Hürth.
Es wurde entpflichtet:
Boris Kassebeer als
Pastoralreferent im
Erzbistum Köln sowie als Pastoralreferent an den Pfarreien St. Lambertus
in Erftstadt-Bliesheim, St. Martinus
in
Erftstadt-Kierdorf, St. Joseph in
Erftstadt-Köttingen,
St. Michael in Erftstadt-Blessem, St.
Barbara in ErftstadtLiblar und St. Alban
in Erftstadt-Liblar
im Seelsorgebereich
Erftstadt-Ville des
Dekanates Erftstadt.
24 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
KLERIKER
Vom Erzbischof wurde zum Stadt- bzw.
Kreisdechanten ernannt:
Stadtdechant Monsignore Heinz-Peter Teller
für weitere sechs Jahre zum Stadtdechanten
für das Stadtdekanat Leverkusen und zum
Dechanten für das Dekanat Leverkusen.
Vom Erzbischof wurden zum Dechanten
bzw. Definitor ernannt:
Dechant Joachim Decker für weitere sechs
Jahre zum Dechanten für das Dekanat Düsseldorf-Benrath.
Monsignore Dr. Thomas Vollmer für weitere
sechs Jahre zum Definitor im Dekanat Düsseldorf-Benrath.
Pfarrer Ulrich Sander – unter Beibehaltung
seiner bisherigen Aufgaben – für die Dauer
von sechs Jahren zum Definitor im Dekanat
Leverkusen.
Vom Erzbischof wurden ernannt:
Kaplan Pater Dr. Rockson Chullickal Vakkachan OCD – unter Beibehaltung seiner
bisherigen Aufgaben und im Einvernehmen
mit seinem Ordensoberen sowie dem Nationaldirektor für Ausländerseelsorge – zum
Seelsorger der indischen Katholiken (Lateiner) im Erzbistum Köln.
Pater Varghese George OIC – im Einvernehmen mit seinem Ordensoberen – zum Kaplan
zur Aushilfe an den Pfarreien Christus König
in Kerpen-Horrem, St. Cyriakus in KerpenGötzenkirchen, Heilig Geist in Kerpen-NeuBottenbroich und St. Maria Königin in Kerpen-Sindorf im Seelsorgebereich Horrem/
Sindorf des Dekanates Kerpen.
Pater Rudolf Holzgartner SVD – im Einvernehmen mit seinem Ordensoberen sowie
dem Nationaldirektor für Ausländerseelsorge – zum Leiter der Philippinischen Seelsorge im Erzbistum Köln.
Pfarrer Ji Su Kim – im Einvernehmen mit
seinem Heimatbischof sowie dem Nationaldirektor für Ausländerseelsorge – zum Leiter der Koreanischen Seelsorge im Erzbistum
Köln.
Pater Roy George Madamana CMI – im
Einvernehmen mit seinem Ordensoberen –
zum Kaplan zur Aushilfe an der Pfarrei St.
Nikolaus in Wipperfürth im Dekanat Wipperfürth.
Kaplan Francisco Javier Martin-Delgado
Sanchez – im Einvernehmen mit seinem
Heimatbischof sowie dem Nationaldirektor für Ausländerseelsorge – zum Leiter der
Mission cum cura animarum der spanischsprachigen Katholiken in Remscheid im Erzbistum Köln.
Pater Marco Mohr SJ – im Einvernehmen
mit seinem Ordensoberen – zum Schulseelsorger am Aloisiuskolleg in Bonn.
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Sterndeuter – Weise – Könige
Neuss, Dormagen und Grevenbroich:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Ausstellung mit privaten Leihgaben im Alten Küsterhaus
BÜDERICH. Nach Krippen, Engeln, Christbaumkugeln, Adventskalendern und Figuren
aus dem Erzgebirge geht es jetzt bei der sechsten Advents- und Weihnachtsausstellung im Alten Küsterhaus St. Mauritius um die Heiligen
Drei Könige: „Sie folgten einem hellen Stern:
Sterndeuter – Weise – Könige“, heißt die Präsentation, die am Sonntag, 24. November, um
12 Uhr im Büdericher Kultur- und Begegnungszentrum eröffnet wird. Zur Einführung
spricht Joachim Braun, der Geschäftsführer des
Neusser Bildungswerks „Familienforum Edith
Stein“. Küsterhaus-Leiterin Inge Sternemann
hat zahlreiche private Sammler aus dem Rheinland erfolgreich um Leihgaben zum Thema gebeten. Außerdem haben die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte „Marienheim“ und
der St.-Mauritius-Schule in Büderich sowie der
Pastor-Jacobs-Schule in Lank Darstellungen
der Drei Könige und ihrer Geschenke gebastelt.
Ein Rundgang, der an einer alten Kirchenkrippe
endet, leitet die Besucher vorbei an Exponaten
aus Textil, Holz, Metall
und Keramik, aus Porzellan, Gips oder Kunststoff.
Professor Dr. Manfred
Becker-Huberti, Theologe und Brauchtumsexperte aus Langwaden, hält am Mittwoch, 4.
Dezember, ab 19 Uhr einen Vortrag über die Drei
Könige in der benachbarten Kirche. Die Ausstellung ist bis zum 12.
Januar zu sehen. Information und Anmeldung
„Sterndeuter – Weise – Könige“: Inge Sternemann im Alten Küs- unter Telefon (0 21 32)
terhaus St. Mauritius.
(Foto: ZIM) 7 64 71.
ZIM
Froh über ehrenamtliche Hilfe
Kaarster Marienheim-Hospiz zieht Bilanz
KAARST. Insgesamt 145 Frauen und Män- ner mit ihren physischen, psychischen, sozianer hat das Marienheim-Hospiz im vergange- len und spirituellen Bedürfnissen zu begleiten
nen Jahr auf dem letzten Stück ihres Lebens- und zu pflegen. Damit der Rahmen dazu noch
wegs betreut. Die meisten von ihnen kamen aus ansprechender wird, hat der Trägerverein mit
Neuss, Kaarst und Meerbusch sowie anderen dem Bau eines Wintergartens begonnen.
Teilen des Rhein-Kreises Neuss. Diese Bilanz
ZIM
hat der Trägerverein um den Vorstandsvorsit- >> www.marienheim-hospiz.de
zenden Günther Kolvenbach veröffentlicht. „Alle
bei uns Tätigen bringen
sich auf unterschiedliche
Art und Weise vielfältig
und mit großem Engagement ein. So sind wir
stolz und dankbar, dass
wir heute zusätzlich zu
unseren hauptamtlichen
Mitarbeitern von insgesamt 35 ehrenamtlichen
Hospizhelfern
unterstützt werden“, so Kolvenbach.
Das Hauptanliegen Günther Kolvenbach ist Vorstandsvorsitzender des Trägervereins,
(Foto: ZIM)
aller sei es, die Bewoh- der das Marienheim-Hospiz betreibt.
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
NEUSS. Ihr 100-jähriges Bestehen
begeht die Frauengemeinschaft (kfd)
Heilige Drei Könige am Samstag, 23.
November, mit einer Festmesse ab 19
Uhr in der Kirche. Die weltliche Feier
wird auf das Jahr 2014 verlegt, wenn
das neue Pfarrheim fertig ist. Die Mitgliederzahl der kfd beträgt 230, Vorstandsteamsprecherin ist Agnes Gohlke. Die Gruppe feiert jeden Donnerstag ab 9 Uhr eine Frauenmesse. Sie
ist am Mittwoch, 4. Dezember, auch
bei der gemeinsamen Adventsfeier der
Frauengemeinschaften im Seelsorgebereich „Neuss-Mitte“ dabei und fährt
am Donnerstag, 12. Dezember, zum
Blotschenmarkt nach Mettmann. Nähere Informationen und Anmeldungen
unter Telefon (0 21 31) 4 25 50.
LANGWADEN. Ein „Treffen zum Advent“ bietet der Förderverein „Freunde
des Klosters Langwaden“ am Samstag,
30. November, ab 14.30 Uhr im Kloster
der Zisterzienser an. Matthias Kopp,
Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, referiert über das Thema „Papst
Franziskus und die Kirche in Deutschland – Perspektiven und Erwartungen“.
Schriftliche Anmeldung unter der Faxnummer (0 21 82) 88 02 22.
NEUSS. Wischtücher für einen guten Zweck verkaufen die Frauengemeinschaften (kfd) am Samstag, 23.
November, und Sonntag, 24. November, vor und nach den Gottesdiensten
im Dekanat „Neuss/Kaarst“. Der Erlös ist für das Burundi-Komitee bestimmt, das die von den Augustinerinnen gegründeten Missions- und
Gesundheitszentren Gihanga und Gitaramuka in dem afrikanischen Land
unterstützt.
STRABERG. Ein Benefizkonzert zu
Gunsten der Sanierung der Fassade der
Straberger Kirche ist am Donnerstag,
28. November, um 19.30 Uhr in der
Kirche St. Agatha. Es musizieren die
Vereinigte Jägerkapelle um Willi Winkels sowie die Chorgemeinschaft St.
Agatha/St. Josef und der Del-hovener
Chor „InTakt“. Die musikalische Leitung hat Susanne Becker.
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AUS DEM ERZBISTUM
Düsseldorf:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
DÜSSELDORF. Stadtdechant Monsignore Rolf Steinhäuser und der Vorsitzende des Katholikenrates Düsseldorf, Günther Fuchs, haben kurzfristig zu einem
„Konvent der Verantwortlichen“ eingeladen. Dafür angesprochen worden sind
rund 160 Frauen und Männer aus dem katholischen Düsseldorf: Dazu gehören alle
Leitenden Pfarrer, die Vorsitzenden der
Pfarrgemeinderäte und viele weitere Verantwortliche aus den unterschiedlichen
Arbeitsfeldern der katholischen Kirche
in der Landeshauptstadt. Anlass für den
Konvent ist die von Papst Franziskus einberufene außerordentliche Bischofssynode zum Thema Familie. Zur Vorbereitung
hat der Vatikan unter anderem einen Fragenkatalog verfasst, an dessen Beantwortung der Konvent arbeiten wird. Kardinal
Joachim Meisner hat den Fragebogen an
die Stadtdechanten und Katholikenräte
im Erzbistum mit der Bitte um Rückmeldungen weitergegeben.
FLINGERN. „Legenden der Heiligen
Elisabeth“ werden in einer zwölfteiligen Bilderserie von Dmitrij Schurbin bis
zum 10. Dezember in der Kirche St. Elisabeth am Vinzenzplatz gezeigt. Geöffnet
ist die Ausstellung im Anschluss an die
9.45-Uhr-Sonntagsmessen (bis 12 Uhr)
und dienstags nach der 8.15-Uhr-Messe, ebenfalls bis 12 Uhr. Besondere Termine für Gruppen können unter Telefon
(02 11) 3 55 93 1-0 vereinbart werden.
Der göttliche Klang
Konzert auf einem der ältesten Celli der Welt
DÜSSELDORF/GERRESHEIM. Eines der
ältesten erhaltenen Celli der Welt – es heißt
„King Charles IX.“ und wurde 1566 in der
Werkstatt von Andrea Amati gebaut – gespielt von einem weltbekannten deutschen
Cellisten in einer der eindrucksvollsten und
bedeutendsten Kirchen der Landeshauptstadt: Da wirkt der Titel „Der göttliche Klang
– Die Kraft der Musik“ nicht übertrieben. Im
Rahmen der TOP-Veranstaltungen des ASGBildungsforums und in Kooperation mit der
Bürgerstiftung Gerricus sowie dem Förderkreis für Musik an der Basilika St. Margareta Gerresheim spielt Professor Julius Berger
am Mittwoch, 27. November, um 19 Uhr eine
musikalische Soirée in dem Gotteshaus am
Gerricusplatz.
Der Künstler gilt als Wiederentdecker
der ältesten Musik, die für Cello geschrieben wurde, der „Ricercari“ von Pietro degli
Zukunftsweisend eingesetztes Geld
Erzbischöfliches Suitbertus-Gymnasium erhält Anbau
KAISERSWERTH. Mittagessen für 120
Schüler, die Nutzung als Aula mit Bühne und
Veranstaltungstechnik für bis zu 200 Personen sowie ein Arbeits-, Kreativitäts- und Aufenthaltsraum im ersten Stock für Schüler und
LINKSRHEINISCHES DÜSSELDORF.
Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands der Gemeinde St. Antonius, Professor Dr. Jochen Lüdicke, spricht
am Dienstag, 26. November, zum Thema „Kirchenfinanzen – wie finanziert
sich eine Pfarrei?“. Beginn ist um 19 Uhr
im Canisiushaus an der Friesenstraße in
Oberkassel.
ALTSTADT. Werke von Veracini, Rheinberger, Massenet und anderen spielen die
Violinistin Rebecca Martin und Professor Dr. Bernd Scherers an der Orgel am
Sonntag, 24. November, in der ehemaligen Hofkirche St. Andreas. Das Konzert
im Rahmen der „SonntagsOrgel“-Reihe
in der Dominikanerkirche an der Andreasstraße beginnt um 16 Uhr.
Antoni und Domenico Gabrielli. Schon mit
28 Jahren wurde Julius Berger an die Musikhochschule Würzburg berufen und damit einer der jüngsten Professoren Deutschlands.
Heute lehrt er in seiner Geburtsstadt Augsburg, wo er 1954 zur Welt kam, und fördert
als Juror internationaler Wettbewerbe sowie
in zahlreichen Meisterkursen den internationalen Spitzennachwuchs am Cello.
Seit 1989 ist er Mitglied des Fachbereichs Musik der Guardini-Stiftung Berlin,
seit 1997 frei gewähltes Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Außerdem ist Berger Autor und Mitherausgeber von Büchern und Artikeln zu philosophischen und religiösen Fragen.
Kostenpflichtige Karten für das Konzert
gibt es im Pfarrbüro von St. Margareta, beim
ASG-Bildungsforum in der Gerresheimer
Straße 90 sowie an der Abendkasse.
RM
Schulleiterin Claudia Haupt und Hausmeister Richard Dahlke vor dem Neubau. Die
Mensa soll im Frühjahr 2014 in Betrieb gehen. Jetzt wurde das Richtfest gefeiert.
(Foto: Privat)
34 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Lehrer samt Dachterrasse: Das alles bietet der
hofseitige Anbau des Erzbischöflichen Suitbertus-Gymnasiums, der derzeit erstellt wird
– mit Blick auf das Herz der Schule, das alte
Kapuziner-Kloster.
Jetzt stand das Richtfest auf dem Programm. Damit bei dem Projekt alles rund
läuft, hat Hausmeister Richard Dahlke ein besonderes Auge auf den Bau und seinen Fortschritt: Er wohnt auf dem Schulgelände und
unterstützt die Erzbischöfliche Bauabteilung
durch enge Zusammenarbeit mit den Gewerken. „Auch bei den vergangenen Herbststürmen war es gut, ihn in der Nähe der Baustelle zu wissen“, betont Schulleiterin Claudia Haupt. Im Frühjahr 2014 soll die Mensa
in Betrieb gehen. „Raum zu schaffen für Begegnung, sei es beim gemeinsamen Mahl, sei
es bei der kreativen Betätigung unserer Schüler, war der diesem Konzept zugrunde liegende Ansatz“, so die Schulleiterin. Das MensaKonzept biete viele Variationen: Oberstufenschüler mit bis weit in den Nachmittag dauerndem Unterricht könnten hier ein warmes
Essen erhalten. Mittelstufenschüler haben
an langen Schultagen ebenfalls eine Verpflegungsmöglichkeit. Auch Unterstufenschülern
stehe die Mensa im Rahmen der Übermittagsbetreuung zur Verfügung. Vier Millionen Euro investiert das Erzbistum Köln
in die Maßnahme. „Sinnvoll und zukunftsweisend für Bildung eingesetztes Geld“, so
Haupt.
RM
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Zukunft ist ungewiss
Leiterrunde „JuKatuS“ sucht dringend Unterstützer
HOCHDAHL. Seit fünf Jahren macht die Leiterrunde „JuKatuS“ – steht für „Jung, Katholisch und Spaß dabei“ – Armut im Bereich der
Gemeinde St. Franziskus von Assisi sichtbar.
Und leistet aktive Hilfe. Das einstige Jahresthema aus 2008 wurde so zum Dauerbrenner, der
zum Beispiel regelmäßig bei den 72-StundenAktionen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in konkrete Projekte umgesetzt wurde. Jetzt, ausgerechnet zum kleinen
Jubiläum, steht nicht genau fest, wie es weiter-
gehen soll. „Aufgrund der geschrumpften Leiterrunde und des fehlenden Nachwuchses fällt
es schwer, neben Familie, Arbeit und Privatleben weiterhin solche Aktionen zu realisieren“,
sagen Rebecca Tenter und Christoph Hill für das
JuKatuS-Team. Sie rufen dazu auf, dass sich Interessierte melden, um auch weiterhin tatkräftig Not „vor der eigenen Haustür“ lindern zu
können. „Dabei geht es nicht um Finanzielles,
wir wollen schließlich keine Schecks überreichen“, betonen sie – auch wenn natürlich stets
Geld benötigt wird, um
etwa Baumaterialien zu
kaufen. Dabei hat JuKatuS „immer wieder die
volle Unterstützung der
Gemeinde gespürt, die
uns dabei half, das nötige Kleingeld mit Trödeln, Plätzchen backen,
Kellnern beim Pfarrkarneval oder bei Spendensammlungen
zusammenzubekommen“.
Wer sich engagieren
möchte, kann sich über
die Internetseite der
Bei der jüngsten Aktion bauten die JuKatuSler einen neuen Fahr- Gruppe melden. RM
radschuppen am Familienwohnhaus „Mogli“.
(Foto: RM) >> www.kjhochdahl.de
Sicher – sorglos – herzlich
2014 bietet Caritasverband 20 Reisen für Senioren an
KREIS METTMANN. Seit über 30 Jahren
veranstaltet der Caritasverband im Kreis Mettmann Reisen, die auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten sind. Unter dem Motto „sicher-sorglos-herzlich“ finden auch 2014 wieder
20 Reisen statt. „In der Regel sind zwei Drittel
der Reisenden bekannte Gesichter“, freut sich
Matthias Katzenmeier vom Fachteam „Offene
soziale Altenarbeit“ über die Stammgäste. So
habe im vergangenen Jahr eine Dame bereits
ihre 20. Reise angetreten. Aber auch neue Gesichter „sind herzlich willkommen“, so Katzenmeier. Ziele der Seniorenreisen sind 2014 unter
anderem Rügen, Mallorca oder Bad Pyrmont.
Aktive Senioren können im Mai die Halbinsel
Walcheren mit dem Fahrrad entdecken. Eine
Reise für Trauernde mit einer Trauerbegleiterin
führt Ende Juli auf die Insel Norderney. Begleitet werden die Reisen von geschulten Ehrenamtlichen. Der Reiseprospekt ist in allen Caritas-Dienststellen erhältlich. Informationsnachmittage finden unter anderem am Dienstag, 26.
November, in St. Suitbertus, Schützenstraße 58
in Ratingen, und am Mittwoch, 27. November,
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
im Seniorentreff St. Jakobus in der Mühlenstraße in Hilden, jeweils um 15 Uhr, statt. Anmeldung unter Telefon (0 20 51) 95 25 10.
MM
Hilden, Langenfeld und Monheim:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
Mettmann und Ratingen:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
HILDEN/LANGENFELD. Nach der
Neuerrichtung des Dekanates Hilden/
Langenfeld hat Kardinal Joachim Meisner Dr. Jürgen Rentrop aus Langenfeld
zum Dechanten und Pfarrer Monsignore
Christoph Biskupek aus Hochdahl zum
Definitor ernannt.
ERKRATH/UNTERBACH. „Zeit für
neue Lieder“ heißt es in der Gemeinde
St. Johannes der Täufer und Mariä Himmelfahrt am Freitag, 29. November, ab
20 Uhr im Pfarrsaal an der Kreuzstraße in Alt-Erkrath. Dann werden moderne christliche Lieder auf Deutsch und
Englisch gesungen. Gesangserfahrungen
oder Notenkenntnisse sind nicht nötig.
Begleitet wird der Abend von der Band
„Feel Go(o)d“.
HAAN/GRUITEN. Rechtzeitig Weihnachtsgeschenke basteln – dazu lädt die
Pfarrjugend Haan-Gruiten am Samstag, 23. November, von 11 bis 14 Uhr ins
Pfarrheim Gruiten an der Pastor-VömelStraße ein. Alle Mädchen und Jungen ab
sechs Jahren können teilnehmen.
HILDEN. Zum 75-jährigen Bestehen
des Kirchenchors St. Konrad singt er am
Samstag, 23. November, ab 18 Uhr in der
Abendmesse in St. Konrad eine Messe
von Gounod.
ESSEN-KETTWIG. Pater Jose Adalberto aus Cedros/Honduras besucht am Donnerstag, 28. November, die Pfarrgemeinde St. Peter und Laurentius. Nach der
Messe um 19 Uhr in St. Joseph besteht
die Möglichkeit zur Begegnung.
LINTORF. Ein Konzert für Orgel und
Gesang findet am Samstag, 23. November, um 18 Uhr in St. Johannes statt. Es
musizieren Katja Verano (Sopran) und
Elina Semenova (Orgel).
Der Katalog der Caritas-Seniorenreisen bietet ein vielfältiges Programm. (Foto: Privat)
VELBERT. Zur traditionellen „Barbarafeier“ lädt die Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien in Velbert
ein. Gefeiert wird am Samstag, 30. November, ab 19 Uhr im Pfarrsaal St. Paulus, Ecke Poststraße/Heidestraße. Unter
anderem tritt die Jugendtrachtengruppe
„Silesia“ auf.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
Remscheid und Solingen:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
Wuppertal: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
OBERBARMEN. Auf Anregung von
Kardinal Joachim Meisner, verstärkt die
Möglichkeiten zur eucharistischen Anbetung zu nutzen, macht Pfarrer Ulrich
Lemke auf entsprechende Anbetungszeiten in St. Johann Baptist aufmerksam. So
besteht jeden Samstag dort von 17 Uhr
bis 17.40 Uhr eine Möglichkeit zur stillen Eucharistischen Anbetung. Außerdem wird jeden ersten Freitag im Monat
um 17.30 Uhr die Möglichkeit zur Eucharistischen Anbetung in St. Johann Baptist,
St. Marien und St. Mariä Himmelfahrt
angeboten.
BARMEN. „Zeitfenster“ ist eine Ausstellung mit Werken von W. Paul Papenberg
im Pfarrzentrum von St. Antonius überschrieben. Der gebürtige Wuppertaler
zeigt vorwiegend abstrakte Bilder in Acryl, Öl und Aquarell sowie Plastiken. Die
Ausstellung ist bis zum 19. Januar sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.
REMSCHEID. Das vierte Benefizkonzert zugunsten obdachloser Menschen
in Remscheid findet am Donnerstag, 28.
November, um 19.30 Uhr in St. Bonaventura, Lennep, mit dem Cellisten Thomas
Beckmann statt. Karten im Vorverkauf
gibt es beim Caritasverband Remscheid,
Blumenstraße 9, sowie bei der Beratungsstelle Wohnungslosenhilfe, Grunerstraße 7, oder im Pfarrbüro St. Bonaventura,
Hackenberger Straße 1a.
MERSCHEID. Damit auch andere Menschen einen gedeckten Tisch haben, findet in St. Mariä Empfängnis derzeit die
Sammlung für die Tafel statt. Noch bis
zum 29. November können haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Zucker und
Konserven sowie vieles mehr in der Kirche und im Pfarrbüro abgegeben werden.
SOLINGEN. Der Peru-Kreis St. Clemens
hat einen ganzen Keller voller Rotweine
geerbt. Ein Solinger Fabrikant hat dem
Kreis seinen wohlsortierten Weinkeller
hinterlassen. Dort lagern Rotweine aus
Frankreich und Italien. Zur Feier des
Patroziniums in St. Clemens am Sonntag, 24. November, werden die Weine
gegen eine Spende am Stand des PeruKreises im Clemenssaal abgegeben.
Berufsberater Sascha Halscheid (rechts) ließ sich von den Remscheider Paten über ihre Arbeit informieren und gab selber Tipps zur Berufsorientierung.
(Foto: MÖ)
Wegbegleiter in Schule und Beruf
Patenprojekt sucht weitere Mitstreiter
REMSCHEID. Für etliche Jugendliche sind
Schule, Berufswahl und das Bewerben wie der
Weg durch einen undurchdringlichen Dschungel. Mit dem Patenprojekt „Jugend aktiv in Arbeit“ der Katholischen Jugendagentur konnten
die „beruflichen und schulischen Pfadfinder“
in Remscheid schon einigen Jugendlichen helfen. Ob Hilfen in der Schule oder Beratung in
Richtung Beruf – sechs Paten haben bislang
als Wegweiser gedient. Berufsberater Sascha
Halscheid von der Bundesagentur für Arbeit
diskutierte jetzt mit den Paten und Marion
Voppe, Koordinatorin des Projekts in Remscheid, über die Beratungs- wie Hilfsmöglichkeiten. Neue Paten sind willkommen. Je
mehr Ehrenamtliche in dem Projekt mitarbeiten, desto mehr Jugendliche können unterstützt werden. Mehr Informationen unter
Telefon (0 21 91) 6 96 27 92 oder marion.
voppe@patenprojekt-remscheid.de
MÖ
Thema nicht ausgeblendet
Kinder mit dem Tod vertraut gemacht
LICHTSCHEID. Für die 24 Kinder im Alter
zwischen drei und sechs Jahren, die in den Kindergarten St. Christophorus gehen, ist das Sterben kein Tabuthema. „Schuld“ daran ist nicht
nur Christine Bensch, Leiterin der Einrichtung,
sondern auch Barbara Neusel-Munkenbeck
vom Bestattungsinstitut Neusel. Sie war für die
Beerdigung von Pfarrer Paul Meisenberg, dem
Seelsorger für St. Christophorus, 2011 zuständig. Darüber entstand der Kontakt zum Kindergarten, der Meisenberg immer sehr am Herzen
gelegen hatte.
„Wir möchten unseren Kindern die Sicherheit vermitteln, dass es nach dem Tod weitergeht“, so Christine Bensch, „deshalb klammern wir das Thema nicht aus.“ Und so gab
es einen besonderen Elternabend mit der Bestatterin und die Idee, die
Kinder Bilder zum Thema „Friedhof an Allerheiligen“ malen zu lassen. Das Thema Tod sei
ein Bestandteil der religionspädagogischen Arbeit des Kindergartens.
Die entstandenen kleinen Kunstwerke stellte Barbara Neusel-Munkenbeck anlässlich des
200-jährigen Bestehen
des Bestattungsinstitutes aus. Sie sind noch bis
zum Jahresende in der
Dieses Bild malte Moritz (5) zum Thema „Friedhof an Allerheili- Berliner Straße 49 zu segen“.
(Foto: PA) hen.
PA
36 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Gottesdienst verherrlichen
Oberbergischer Kreis: Heike Cosler,
Telefon (0 21 92) 8 37 07
Altenkirchen: N.N.
Telefon
Kirchenchor Frielingsdorf 150 Jahre jung
LINDLAR. Der Kirchenchor „Cäcilia“
Frielingsdorf feierte sein 150-jähriges Bestehen in der Kirche St. Apollinaris in Frielingsdorf mit einer Festmesse. Der Chor sang unter der Leitung von Jochen Malzkorn die
„Missa Katharina“ von Jacob de Haan, begleitet an der Orgel von Sebastian Zink.
Die Messe wurde zelebriert von Monsignore Professor Dr. Wolfgang Bretschneider und Dechant Stephan Pörtner. Mit seinen 150 Jahren ist der Kirchenchor „Cäcilia“
Frielingsdorf einer der ältesten Kirchenchöre im Oberbergischen Kreis. Im Jahr 1863
rief Johannes Mundt den „St.-Josephs-Gesellen-Verein“ zusammen und gründete mit
30 Männern den Kirchenchor. In der ersten
Satzung hieß es: „Der Gesangschor bestrebt
sich, durch Hebung des Kirchengesangs den
Gottesdienst zu verherrlichen.“ Monsignore
Bretschneider dankte dem Chor für sein großes Engagement und betonte, dass die Musik
wesentlich zu den Liturgiefeiern dazugehöre
und Teil habe an der Verkündigung der Botschaft Jesu. Im Rahmen des Jubiläums findet
am 12. Oktober 2014 noch ein Konzert in St.
Apollinaris statt.
HC
Der Kirchenchor „Cäcilia“ bei seinem ersten Jubiläumskonzert in der Kirche St. Apollinaris.
Er blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück.
(Foto: HC)
Riesenauswahl beim Spielenachmittag
Angebot im „Haus der Familie“ sehr beliebt
WIPPERFÜRTH. Nach Herzenslust spielen – das Angebot machte das „Haus der Familie“ bei seinem siebten Spielenachmittag.
„Die Familien haben hier die Möglichkeit,
aus 250 verschiedenen Spielen auszuwählen. Sie werden dabei von ‚Spieleerklärern‘
beraten und betreut“, so Einrichtungsleiter
Thomas Dörmbach. Aufgrund der großen
Resonanz gibt es das Angebot mittlerweile zweimal jährlich. „Es kommen im Laufe
des Nachmittags immer zwischen 150 und
200 Teilnehmer. Wir haben viele Stammkunden, aber es kommen auch immer neue Familien dazu“, so Dörmbach. Spielen fördere
die Kommunikation. Es gebe genügend Gelegenheit, die verschiedenen Spiele ohne Zeitnot auszuprobieren. Damit das Spiel rasch gespielt werden kann, helfen die „Spieleerklärer“ und erklären die Spielregeln. Neben dem
Angebot gibt es monatlich einen Spieletreff.
Der nächste findet am Freitag, 6. Dezember,
um 19 Uhr im „Haus der Familie“ statt. HC
ENGELSKIRCHEN. Zehn Wochen war
Krankenhausseelsorger Pfarrer Christoph
Schierbaum zu Fuß auf dem Weg nach
Assisi und hat unterwegs etwa 1000 Fotos gemacht. Eine kleine Auswahl davon,
kombiniert mit Anekdoten vom Weg, präsentiert er unter dem Motto „Pilgertour
von Reichshof nach Assisi – 1472 Kilometer per pedes” am Donnerstag, 28. November, um 16 Uhr, in der Personalcafeteria des St.-Josef-Krankenhauses.
GUMMERSBACH. Die jüngsten Pfadfinder des Stammes St. Felicitas, die
Wölflinge, unterstützen die Aktion
„Weihnachtsmannfreie Zone“. Am 24.
November und am 1. Dezember können
fair gehandelte Schokoladennikoläuse
mit Mitra und Bischofsstab vor und nach
der 10.30-Uhr-Messe in St. Franziskus
gekauft werden. Mit dem Erlös soll ein
Ausflug ermöglicht werden.
OBERBERGISCHER KREIS. In Gummersbach findet erstmals ein großer Jahresempfang zum Beginn des neuen Kirchenjahres statt. Er findet statt am Samstag, 30. November, in der Aula des Moltkegymnasiums, Moltkestraße 41. Die
Veranstaltung steht ganz im Zeichen der
Familie. Nach einem Morgengebet um 10
Uhr wird ein Festvortrag von der Freiburger Professorin Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer gehalten, die über die Herausforderungen für Familien in der heutigen Zeit
spricht. Ab 13 Uhr erwartet die Familien
mit ihren Kindern ein buntes Programm.
Eine Festmesse mit dem Projektchor Engelskirchen um 17 Uhr in St. Franziskus
am Lindenplatz beendet den Empfang.
ENGELSKIRCHEN. 30 Sängerinnen
und Sänger im Alter von 16 bis 56 Jahren haben sich zu einem Projektchor zusammengefunden und die Rockmesse
von Alan Wilson eingeübt. Aufgeführt
wird die Messe am Samstag, 23. November, um 18.15 Uhr in der Kirche Heilige Familie in Hardt und am Samstag, 30.
November, um 17 Uhr in der Kirche St.
Franziskus, Gummersbach, jeweils im
Rahmen eines Gottesdienstes. Die Gesamtleitung hat Seelsorgebereichsmusikerin Christiane Hoffmann.
Julian Krause (rechts) und Lukas Becker helfen bei den Spielenachmittagen als Spieleerklärer, damit die Familien rasch die Regeln lernen und „loslegen“ können.
(Foto: HC)
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 37
AUS DEM ERZBISTUM
Rheinisch-Bergischer Kreis:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
Leverkusen: Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
BERGISCH GLADBACH. „Der heilige Franziskus – ein filmreiches Leben“
heißt es am Sonntag, 24. November, in
der Sonntagsakademie, die um 11 Uhr
im Seminarraum des Marien-Krankenhauses stattfindet.
STEINENBRÜCK. 2013 wäre Altpfarrer Josef Langen 100 Jahre alt geworden.
Ihm zu Ehren wird am Mittwoch, 4. Dezember, eine Festmesse um 19 Uhr in St.
Barbara in Overath-Steinenbrück gefeiert. Anschließend wird ein Platz nach ihm
benannt. Es predigt Prälat Erich Läufer.
BECHEN. „Eine Million Sterne - Lass
Hoffnung leuchten“ heißt es am Samstag, 23. November, um 17 Uhr in Kürten-Bechen. Bis 18 Uhr soll im Rahmen der Aktion von Caritas-International ein Meer von Kerzen zwischen der
Seniorenwohn- und Betreuungsanlage
der Caritas RheinBerg erstrahlen. Das
Lichtermeer soll ein sichtbares Zeichen für die Würde aller Kinder dieser
Erde sein, so der Veranstalter.
LEVERKUSEN. „Große Geschichte“
ist ab sofort in Leverkusen zu sehen.
Vor den Kirchen Herz Jesu in Wiesdorf
und St. Remigius in Opladen stehen bis
29. November je vier Stelen der Wanderausstellung, mit der das Erzbistum
Köln anlässlich seines 1700-jährigen
Jubiläums Einblicke vermittelt in die
Bistumsgeschichte.
WIESDORF. Poetische Musik verbindet sich mit den Wortschöpfungen der
großen Dichterin Else Lasker-Schüler, wenn das Else-Ensemble Leverkusen am Donnerstag, 28. November, um
18.30 Uhr im Katholischen Jugendzentrum, Breidenbachstraße 11, auftritt.
OPLADEN. Eine gemeinsame Musikalische Andacht der Gemeinde St. Remigius
und der Opladener Gemeinde der Neuapostolischen Kirche findet am Samstag,
23. November, um 17 Uhr in der Neuapostolischen Kirche in der Fürstenbergstraße statt. Es musizieren der Familiensingkreis Bergisch Neukirchen, der gemischte Chor der Neuapostolischen Gemeinde und ein Instrumentalensemble.
Könige in Bechen
Ausstellung zum Mitmachen in St. Antonius Einsiedler
BECHEN. Noch erkennt man an den Holzbrettern nur eine goldene Krone. Über 40 dieser Stelen bereiten Kinder der Katholischen
Grundschule in Kürten-Bechen vor, um sie
bei der Eröffnung der Könige-Ausstellung in
der Kirche St. Antonius Einsiedler neben den
Arbeiten von Götz Sambale zu zeigen. Der
Kölner Künstler stellt seine Könige aus Holz
und Bronze vom 23. November bis zum 18.
Dezember in der Bechener Kirche aus. „Die
Könige symbolisieren die Einzigartigkeit eines jeden Menschen und seine Würde“, so Gemeindereferent Wilhelm Broich, der sich mit
Elisabeth Rehbach um die Ausstellung kümmert. Ihr Ziel ist es, dass sich viele Gruppen,
besonders von Kindern, religionspädagogisch
mit der Ausstellung befassen. Eröffnet wird
die Präsentation am Samstag, 23. November,
um 18.30 Uhr mit einer Messe. Die Festpredigt hält Prälat Josef Sauerborn, Künstlerseelsorger des Erzbistums Köln.
Zur Ausstellung gibt es besondere Führungen, eine offene am Sonntag, 24. November,
von 16 bis 17.30 Uhr, eine für Familien am
Samstag, 30. November, von 14.30 bis 16 Uhr
und eine am Abend am Dienstag, 3. Dezem-
ber, von 19.30 bis 21 Uhr. Der Künstler steht
zum Gespräch bereit am Sonntag, 1. Dezember, von 18 bis 19.30 Uhr.
KL
Elisabeth Rehbach und Gemeindereferent
Wilhelm Broich kümmern sich um die KönigeAusstellung. Gespannt sind sie, wie die Königsstelen (Mitte) der Grundschulkinder endgültig aussehen werden.
(Foto: KL)
Sind Glaubensbiotope die Lösung?
Pater Eberhard von Gemmingen SJ beim Katholikenrat
LEVERKUSEN. Der Martinsempfang des
Katholikenrates im Stadtdekanat Leverkusen
fand großen Zuspruch. Vorsitzender Norbert
Hölzer und Stadtdechant Monsignore HeinzPeter Teller begrüßten Vertreter aus Wirtschaft
und Stadtverwaltung, Pfarrgemeinderäten
und Verbänden zum traditionellen Treffen.
Vielleicht trugen auch das Thema der Veranstaltung und der Referent zu der großen Aufmerksamkeit bei: Jesuitenpater Eberhard von
Gemmingen stellte sich der Frage „Christentumskrise in Europa – Kann Papst Franziskus
sie meistern?“.
Über viele Jahre war der Jesuit Leiter der
deutschsprachigen Sendungen von Radio Vatikan; Rom- und Vatikankenner ohne Zweifel. Mancher mag überrascht gewesen sein,
dass er keinen Königsweg aus der Krise aufzeigte. Vor dem Hintergrund der offenen Frage, ob in Europa überhaupt noch „der Herr
gesucht werde“ und ob die Frage nach dem
Jenseits hierzulande noch Menschen berühre – dabei fiel das Stichwort vom hedonistischen Alltagspragmatiker – sieht er Hoffnung für die Bewältigung der Krise im Weitergeben des Christentums in Biotopen des
Glaubens. Praktisch: Gläubige Familien, in
38 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
denen Eltern mit Kindern beten, sollten sich
zusammentun und auf diese Weise Gott und
dem Glauben neue Räume eröffnen. Zu dem,
was die Grundlagen europäischer Kultur ausmache, gehöre eben eine Mindestahnung von
Gott und der Bergpredigt. Ob und wie Papst
Franziskus sich zu den Lieblingsthemen im
deutschsprachigen Raum wie Zölibat, Frauenordination und wiederverheirateten Geschiedenen äußern wird, blieb zurückhaltend
offen.
EL
Prominenter Referent beim Martinsempfang:
Pater Eberhard von Gemmingen. (Foto: KB)
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Hilfe für die ganze Familie
Eitorf, Hennef, Königswinter,
Neunkirchen, Siegburg,
Sankt Augustin und Troisdorf:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
Segen für die neugestalteten Räume des SkF
TROISDORF. Auch Väter brauchen Unter- gestaltung der Außenstelle notwendig. In einer
stützung. Deshalb hat die Außenstelle des So- Feierstunde mit Segnung der neu gestalteten
zialdienstes katholischer Frauen (SkF), der seit Räume dankte SkF-Geschäftsführerin Elisa43 Jahren Frauen, Familien, Jugendlichen und beth Schmitz auch langjährigen ehrenamtlichen
Kindern in Notsituationen zur Seite steht, mitt- Helfern wie Irmgard Heiming, die vor 30 Jahlerweile gleich drei Angebote: Im Rahmen der ren die „Aktion Babykorb“ ins Leben rief: In
„esperanza“-Schwangerenberatung gibt es für den Pfarrgemeinden werden gebrauchte Babywerdende Väter im St.-Josef-Krankenhaus in und Kinderausstattungen gesammelt und an
Sieglar monatliche Sprechzeiten auf der ge- bedürftige Familien weitergegeben.
CG
burtshilflichen Station.
Die kostenlose Sozialberatung, etwa bei Wohnungs- oder Finanzproblemen, Behördenangelegenheiten oder anderen
Sorgen, findet außerdem
regelmäßig in der SkFAußenstelle am Pfarrer-Kenntemich-Platz 27
statt. Bei Erziehungsproblemen bietet die Sozialpädagogische Familienhilfe dort ebenfalls vielfältige Unterstützung an.
Alle Beratungsange- SkF-Geschäftsführerin Elisabeth Schmitz (rechts) dankte Irmgard Heibote sind sehr gefragt, ming, die den „Babykorb“ ins Leben rief, und Olga Daun (links), die
(Foto: CG)
und so wurde eine Um- ihn seit zehn Jahren betreut.
Mit Herz dabei
CURA-Krankenhaus kooperiert mit Herzstiftung
BAD HONNEF. Immer noch wird die Ge- nef. Dr. Harald Schmidt, Kardiologe und Cheffahr einer Herzerkrankung unterschätzt. „In arzt der Abteilung Innere Medizin, zeigte sich
Deutschland wird die Zahl der Patienten mit erfreut über die neue Verbindung: „Die HerzHerzschwäche auf zwei bis drei Millionen ge- stiftung leistet vorbildliche Arbeit.“ Doch auch
schätzt“, erklärt der ehrenamtliche Regional- das CURA-Krankenhaus hat einiges zu biebeauftragte der Deutschen Herzstiftung für ten. Dank modernster Techniken kann hier eine
den Rhein-Sieg-Kreis, Rainer Walterscheid. Vielzahl von kardiologischen Krankheitsbil„300 000 kommen jährlich hinzu. Circa 50 000 dern schonend diagnostiziert und entsprechend
sterben jedes Jahr an einer Herzerkrankung.“ behandelt werden.
CG
Daher betreibt die deutsche Herzstiftung seit
Jahren intensive Aufklärungsarbeit mit vielfältigem Informationsmaterial, Herzsprechstunden
und –seminaren und der
jährlich im November
stattfindenden Herz-Woche. Dabei arbeitet sie
mit vielen Kliniken in
Deutschland zusammen.
Neues Kooperationsmitglied der Stiftung ist seit
diesem Monat das ka- CURA-Geschäftsführer Manfred Müller (von links), Dr. Harald
tholische CURA-Kran- Schmidt und Rainer Walterscheid zeigen als äußeres Zeichen der Ko(Foto: CG)
kenhaus in Bad Hon- operation ein Foto mit allen Klinikmitarbeitern.
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
RHEINISCHER WESTERWALD. Zu
Gebet, Bibel- und Lebenteilen sind alle
Interessierten eingeladen, die die Sehnsucht nach mehr in ihrem Leben spüren und sich mit Anderen austauschen
möchten. Das nächste Treffen ist am
Donnerstag, 28. November, von 19.30
bis 21.30 Uhr im Pfarrheim Neustadt/
Wied. Das erste Treffen im neuen Jahr
findet am 13. Februar 2014 statt. Ansprechpartner bei weiteren Fragen ist
Melanie Mühle unter Telefon (01 79)
7 14 59 44.
NIEDERKASSEL. Zum Benefiz-Adventsabend im Roncallihaus lädt das
„Schäl Sick Orchestra“ am Freitag,
29. November, und Samstag, 30. November, jeweils um 19 Uhr ein. Karten
sind im Pfarrbüro St. Matthäus erhältlich. Alle Einnahmen werden der Don
Bosco Mission „Für die Jugend der
Welt“ gespendet.
HEISTERBACHERROTT. Da die
bisherigen Pilgermessen in St. Judas
Thaddäus an jedem ersten und zweiten
Mittwoch eines Monats nur noch von
wenigen Pilgern und Gemeindemitgliedern besucht werden, wird ab Januar 2014 nur noch am ersten Mittwoch
des Monats eine Pilgermesse gefeiert.
EITORF. Die Evensongs im Advent
mit dem Cäcilien-Pfarrchor finden an
den beiden Dienstagen, 3. und 10. Dezember, jeweils um 21 Uhr in St. Patricius statt.
STIELDORF. Der Jugendchor St. Margareta will die lange Tradition der Passionsspiele wieder in zeitgemäßer
Form aufleben lassen. Für die Mitgestaltung, inhaltlich als auch musikalisch, wird noch Unterstützung gesucht. Die jungen Sänger von zwölf
bis über 20 Jahren treffen sich zu regelmäßigen Proben donnerstags um 19.30
Uhr im Pfarrheim. Die erste Aufführung wird im Frühjahr 2014 sein. Nähere Informationen gibt es für Interessierte unter Telefon (0 22 44) 76 66
oder per Mail an die Adresse jugendchor_stieldorf@gmx.de
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AUS DEM ERZBISTUM
Bad Münstereifel, Euskirchen und
Zülpich: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
Bornheim, Meckenheim und
Rheinbach: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
KOMMERN. Zu „Sternstunden“ laden
Familienkreis und Familienzentrum ein.
In St. Severinus werden die adventlichen
halben Stunden für Kinder, Eltern und
Großeltern mit Geschichten, Liedern und
Gebeten gefüllt. Die Sternstunden jeweils
freitags am 29. November, 6. Dezember,
13. Dezember und 20. Dezember beginnen um 17 Uhr.
BAD MÜNSTEREIFEL. Unter dem
Thema „Vom Dunkel zum Licht“ steht
das Chor- und Orchesterkonzert des
Vokalensembles Bad Münstereifel am
Samstag, 30. November. Chor, Solisten
und Orchester führen unter anderem die
Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“ von Georg Philipp Telemann, eine
Uraufführung der Kantate „Veni Emmanuel“ von Sebastian Ostmeyer sowie das
Weihnachtsoratorium von Camille SaintSaens auf. Beginn ist um 20 Uhr in der
Stiftskirche.
SINZENICH. Zu einem Benefizkonzert
in St. Kunibert zugunsten des ambulanten
Hospizdienstes der Caritas Euskirchen
lädt die Kirchengemeinde St. Kunibert
am Sonntag, 1. Dezember, um 14.30 Uhr
ein. Unter der Leitung von Lothar Zeller werden Werke von Johann Sebastian
Bach, Robert Jones, Brian Lewis und anderen aufgeführt. Es wirken der Chor „InTakt“, der Männerchor „PasstPartout“,
Anna Jansen (Querflöte), Margret Frings
(Trompete) und Hans-Georg Eversheim
(Continuo) mit. Die Zuhörer sind eingeladen, in die Gemeindegesänge bekannter
Adventslieder einzustimmen.
Mit guten Ideen das Ziel vor Augen
Orgelumbau in St. Chrysanthus und Daria geplant
BAD MÜNSTEREIFEL. Wenn Kirchenmusi- Orgel. Zusätzlich zur Bistumsbeteiligung muss
ker Andreas Schramek in St. Chrysanthus und ein sechsstelliger Betrag von der Gemeinde
Daria auf der Schorn-Orgel von 1883 spielt, aufgebracht werden – Kirchenmusiker und der
kann er weder Zelebrant noch Gemeinde se- Verein der Freunde und Förderer der Kirchenhen, auch deren Gesang kann er nicht hören. musik an St. Chrysanthus und Daria sind sehr
Seit Anfang der 70er-Jahre ist die Orgel in der aktiv. Es werden Pfeifenpatenschaften, ein JahTurmkapelle untergebracht, die das Gehäuse reskalender sowie eine Publikation zum Vater
bildet. Der Spieltisch steht hinter einem steiner- Unser angeboten. Weitere Aktionen sind in Planen Torbogen, unmittelbar im Rücken des Or- nung. Der Spendenstand wird wöchentlich auf
ganisten schließen eine hölzerne Wand mit Ja- einer Stellwand in der Kirche aktualisiert. AK
lousie-Schweller, die die
Lautstärke des Orgelspiels regelt, und die Orgelpfeifen an. Der Schall
fängt sich im Turm statt
im Kirchenschiff. Um
die
konzeptionellen
Mängel zu beseitigen,
hatte der Kirchenvorstand zum Jahresbeginn
einen Orgelumbau mit
Restaurierung und Erweiterung beschlossen.
Geplant sind das Umsetzen des Spieltisches vor
das Emporengeländer,
der Ersatz der Holzjalousien durch Gitter und Andreas Schramek ist an der Orgel derzeit vom liturgischen Ge(Foto: AK)
eine Neuintonation der schehen völlig abgeschnitten.
Ergreifende Schicksale
Missio-Truck zum Thema „Menschen auf der Flucht“
MECKENHEIM. Albert Peter und Vadim
Medwedew sind sichtlich beeindruckt. Die
beiden 15-jährigen Schüler der GeschwisterScholl-Schule haben gerade im Missio-Truck
SATZVEY. Der Männergesangverein
(MGV) Satzvey-Firmenich veranstaltet
am Sonntag, 1. Dezember, um 16 Uhr
in der Pfarrkirche St. Pantaleon ein Adventskonzert. Mitwirkende sind neben
dem MGV der Kirchenchor Cäcilia Satzvey sowie das Zitherensemble.
MECKENHEIM. Im Zeichen des 200.
Geburtstages von Adolf Kolping steht
der Gottesdienst der Kolpingsfamilie am
Samstag, 7. Dezember, um 18 Uhr in der
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Anschließend findet im Pfarrsaal ein Beisammensein statt.
Ann-Christin Verholen begleitet die Schüler
im Missio-Truck zum Thema „Menschen auf
der Flucht“.
(Foto: ES)
40 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
die Schicksale der kongolesischen Flüchtlinge
Eric und Samuel kennengelernt. „Schrecklich,
was die alles erdulden mussten“, sagt Albert im
anschließenden Gespräch mit Constanze Klitzke vom Fachdienst für Integration und Migration der Caritas und Flüchtlingsberaterin MarieElisabeth Vieten. Wie Albert und Vadim geht
es allen Schülerinnen und Schülern der achten Klassen, die sich in dem Missio-Truck über
Menschen auf der Flucht informieren. Begleitet von der Pädagogin Ann-Christin Verholen
durchliefen sie in Zweiergruppen die sechs Stationen in dem LKW. Die Ausstellung stellt auch
beispielhafte Dienste der Kirchen in den von
Flucht betroffenen Gebieten Afrikas dar, wie
etwa Soforthilfen nach Naturkatastrophen oder
Trauma-Arbeit bei Bürgerkriegen. Die Besucher sehen ebenso, wie es trotz widrigster Umstände den Menschen auf der Flucht gelingen
kann, ihre Würde zu behalten. Im Anschluss
an die Besuche in dem Lastwagen behandelten
die Schüler das Thema Flucht im Unterricht.
Weitere Informationen im Internet.
ES
>> www.missio-truck.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Berührend und begeisternd
Bonn: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
Bornheim, Meckenheim und
Rheinbach: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
Liedermacher Albert Frey zu Gast in der KHG
BONN. Lieder zum Zuhören und zum Mitsingen, von sanft bis rockig-kraftvoll – das
alles bot der erfolgreiche christliche Liedermacher Albert Frey mit seiner Band beim
Konzert in St. Remigius. Auf Einladung der
Katholischen Hochschulgemeinde (KHG)
war der Songwriter und Musikproduzent im
Rahmen seiner Herbsttour nach Bonn gekommen, wo ihn Hochschulpfarrer Pater Gerold Jäger von der Gemeinschaft Chemin
Neuf vor einem großen Publikum begrüßte.
Seine Lieder, die mittlerweile die neue Musikkultur vieler Gemeinden prägen, erzählen
in anspruchsvollen, aber verständlichen Texten von vielfältigen Lebens- und Glaubenserfahrungen und dienen dem Lobpreis Gottes. In Bonn präsentierte Frey Lieder aus seiner neuen CD „tiefer sehen“, aber auch bekannte Songs.
„Wir sind super zufrieden mit dem
Abend“, resümierte Schwester Paulina von
der KHG. „Es war eine wunderbare Atmosphäre. Die meditativen Lieder haben die
Gäste tief berührt, und zuletzt hat die Kirche
zu rockiger Musik gebebt.“ Auch sehr viele Menschen, die sonst keinen Kontakt zur
KHG haben, haben sich von der Ankündi-
BONN. „Die zehn Gebote – Anleitung
zum Glücklichsein“ heißt ein Tagesseminar, zu dem das Katholische Bildungswerk am Montag, 25. November, von
9.30 bis 17 Uhr in die Kasernenstraße 60
einlädt. Anmeldungen sind erforderlich
unter Telefon (02 28) 42 97 90.
BONN-BAD GODESBERG. Eine Führung durch die Kirche St. Marien in der
Burgstraße beginnt am Sonntag, 24. November, um 16 Uhr.
Auf Einladung der KHG war der christliche
Liedermacher Albert Frey zu Gast in St. Remigius.
(Foto: BBW)
gung einladen lassen und waren begeistert.
Zwischenzeitlich kam sogar der Besitzer eines benachbarten spanischen Restaurants
vorbei, um zu sehen, „was hier denn Tolles
los ist“.
BBW
BONN-SCHWARZRHEINDORF. Die
Doppelkirche Schwarzrheindorf in der
Dixstraße ist am Sonntag, 24. November,
um 15.30 Uhr unter fachkundiger Führung zu besichtigen.
Durch den Sarg gehen
Ausstellung in der Pfarrkirche St. Walburga
WALBERBERG. Es ist schon ein besonderer
Schritt, durch einen aufgestellten Sarg auf den
Altar zuzugehen. In der Ausstellung „Sterben,
Tod, Auferstehung – und dann“ können die Besucher dies tun – und dabei viel über Leben und
Tod nachdenken. Die Erlebnisausstellung in der
romanischen Pfarrkirche St. Walburga ist noch
bis Donnerstag, 28. November, zu sehen. An
verschiedenen Stationen gibt es Informationen
zum Thema „Tod“ und auch ganz praktischen
Facetten wie etwa der Beisetzung und dem
Grabschmuck. Andrea von Schmude, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst Alfter
und Bornheim, hofft, dass viele Besucher sich
der nicht ganz einfachen Ausstellung stellen
werden. Bornheims Bürgermeister Wolfgang
Henseler (SPD) gratulierte den Initiatoren, dem
Pfarrverband Bornheim-Vorgebirge, dem Hospizverein und der Jugendagentur Bonn, zu dem
Mut, das „Tabuthema“ Tod so ins Bewusstsein zu rücken. Begleitend zu der Ausstellung
gibt es einen Gesprächsabend mit Jugendreferenten am Montag, 25. November, um 19 Uhr
im Pfarrzentrum St. Walburga, einen Filmabend am Dienstag, 26. November, um 19 Uhr
im Pfarrheim St. Gervasius und Protasius in
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
BONN. Zu einer „Sternstunde im Advent“ lädt die Familienbildungsstätte
Bonn Eltern und Kinder am Mittwoch,
27. November, von 16 bis 17.30 Uhr in die
Lennéstraße 5, ein. Unter der Überschrift
„In der Familie Advent und Weihnachten
feiern“ soll dabei überlegt, erzählt, gebastelt und gesungen werden. Anmeldung
unter Telefon (02 28) 94 49 00.
Sechtem und einen Vortrag über die Patientenverfügung am Mittwoch, 27. November, um 19
Uhr in der Thomas-von-Quentel-Grundschule.
Informationen und Anmeldung von Gruppen
unter Telefon (0 22 22) 9 95 94 49.
ES
BONN. Die Bonner Arbeitsgemeinschaft
der Freien Wohlfahrtspflege hat sich mit
einem Brief an den Oberbürgermeister
sowie den Kämmerer der Stadt gewandt.
Mit Blick auf die aktuelle Haushaltssituation appellierten Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider und Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher an die Verantwortlichen, nicht bei den sozialen Aufgaben zu sparen: „Nur eine solidarische
Zukunft ist eine gute Zukunft für Bonn!“
HEIMERZHEIM. Das Literaturfest der
Frauengemeinschaft (kfd) St. Kunibert
findet am Sonntag, 24. November, um 17
Uhr im Pfarrheim statt. Nähere Informationen bei Elisabeth Koch unter Telefon
(0 22 54) 74 69 oder (01 76) 99 56 89 03.
Der Sarg ist nicht das Ende. Andrea von
Schmude lädt zur Ausstellung ein. (Foto: ES)
HEIMERZHEIM. Professor Dr. Lukas
Radbruch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, spricht am
Mittwoch, 27. November, um 19.30 Uhr
im Pfarrzentrum, Bornheimer Straße,
zum Thema „Palliativmedizin und Patientenverfügung“.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
Bedburg, Bergheim, Kerpen,
Pulheim, Brühl, Erftstadt,
Frechen, Hürth und Wesseling:
Michael Kasiske,
Telefon (0 22 32) 3 56 70
BRAUWEILER. Werke von Kurt Estermann, Volker Bräutigam, Johann Sebastian Bach und Zsolt Gárdonyi spielt Klaus
Kuchling aus Klagenfurt an der neuen
Weimbs-Orgel in Pulheim-Brauweiler.
Das Konzert im Rahmen der Orgelkonzertreihe in der Abteikirche St. Nikolaus
beginnt am Samstag, 21. November, um
20 Uhr. Kostenpflichtige Karten gibt es
an der Abendkasse.
BERGHEIM. „Spiritualität durch geistlichen Tanz“ ist die Überschrift eines
Kurses am Samstag, 23. November, ab
10 Uhr im Anton-Heinen-Haus in Bergheim. Die Pädagogin Susanne Steinkuhl
lädt dazu ein, sich in ganz anderer Form
auf die Begegnung mit Glaubenserfahrungen und Sinnfragen einzulassen. Zum
geistlichen Tanz gibt es Impulse aus den
Worten der Bibel. Weitere Informationen
gibt es unter Telefon (0 22 71) 47 90 25
und im Internet.
>> www.geistlichestanzen.de
KENTEN. Zum ersten Mal wurde einem
Mitglied der Pfarrgemeinde St. Hubertus
die päpstliche Auszeichnung „Pro Ecclesia et Pontifice“ verliehen. Engelbert Inderdühnen erhielt sie für sein 60-jähriges Engagement in der Pfarrgemeinde.
Unter anderem ist Inderdühnen seit 1972
ununterbrochen als Lektor tätig, gehörte
von 1961 bis 1983 dem Pfarrgemeinderat
an und war Initiator für den Aufbau des
Archivs der Pfarrgemeinde und bei der
Gründung des Fördervereins Pfarrzentrum St. Hubertus.
BRÜHL. Kosmetikseminare für Krebspatientinnen in Therapie bietet das Marienhospital Brühl in Kooperation mit der
DKMS LIFE Gesellschaft an. Durch die
Kurse wird die Lebensqualität der Patienten gestützt. Das nächste kostenlose Seminar mit dem Titel „Freude am Leben“
findet am Donnerstag, 21. November, um
14 Uhr statt. Eine speziell geschulte, professionelle Kosmetikexpertin gibt den
Teilnehmerinnen Tipps. Koordinatorin
des Seminars im Marienhospital ist die
Leitende Oberärztin der Abteilung für
Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Petra Stüßer. Anmeldung unter Telefon
(0 22 32) 7 42 80.
Ausgezeichneter Schutz vor Erregern
Krankenhäuser im Kreis mit Qualitätssiegel
RHEIN-ERFT-KREIS. Das MRE-Netz Regio Rhein-Ahr hat alle Krankenhäuser im
Rhein-Erft-Kreis mit seinem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Dieses bestätigt dem Krankenhaus den Schutz vor multiresistenten Erregern (MRE). Ausgezeichnet wurden die sechs
katholischen Krankenhäuser DreifaltigkeitsKrankenhaus Wesseling, Maria-Hilf-Krankenhaus Bergheim, Marienhospital Brühl, MarienHospital Erftstadt, St. Hubertus-Stift Bedburg
und das St.-Katharinen-Hospital Frechen sowie
das private Sana-Krankenhaus Hürth. Professor Martin Exner vom Institut für Hygiene und
Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn
und der Leiter des Gesundheitsamtes RheinErft-Kreis, Dr. Franz-Josef Schuba, übergaben
die Urkunden jetzt an die Verantwortlichen der
Krankenhäuser. „Für alle Krankenhäuser ist
es wichtig, dem Erreger vorzubeugen“, sagt
die Hygienefachkraft Andrea Frommer vom
Marienhospital Brühl. „Die Verleihung des
MRE-Siegels würdigt die umfangreichen
Maßnahmen des Marienhospitals zur Verhü-
Marienhospital-Geschäftsführer
Stephen
Ziegler (links), Andrea Frommer und Dr.
Christoph Kalka freuen sich über das MRESiegel.
(Foto: KAS)
tung von Krankenhausinfektionen.“ Sie ist
mit ständigen Kontrollen des Hygienestandards verbunden.
KAS
Alles dreht sich um das Wort
Katholisches Netzwerk organisiert „LitStommeln“
STOMMELN. Ein ungewöhnliches Ergebnis brachte das Treffen der Kooperationspartner des Netzwerkes des Katholischen Familienzentrums Mariengarten. Denn die Vertreter der
Organisationen von der Katholischen Öffentlichen Bücherei über das Bildungswerk bis hin
zur Europaschule hatten die Idee, bei einer Veranstaltung das Wort in den Mittelpunkt zu stellen – und so wird die erste „LitStommeln“ vom
25. November bis zum 1. Dezember stattfinden.
Am Montag, 25. November, beginnt die Veranstaltungsreihe mit einer Verbeugung vor Hanns
Dieter Hüsch unter dem Titel „Sach mal nix…“
im Martinus-Haus Stommeln. „Die Bergpredigt“ nach Jörg Zink ist das Thema am Diens-
tag, 26. November, ab 20 Uhr in der Kirche St.
Bruno, Stommelerbusch. Ihre Texte präsentieren am Mittwoch, 27. November, ab 19.30 Uhr
Frauen aus der Schreibwerkstatt Pulheim. Am
Freitag, 29. November, beginnt um 18 Uhr die
„Große Stommelner Lesenacht“. Bei der können Kinder von vier bis 15 Jahren lesen, Theater spielen und malen. Veranstaltungsorte sind
Schulen, Kitas und eine Praxis für Sprach- und
Lerntherapie. Den Abschluss bildet am Sonntag, 1. Dezember, um 12.30 Uhr eine Matinee
für die ganze Familie unter dem Titel „Die
goldene Gans“. Informationen gibt es im Internet.
KAS
>> www.buecherei.stommeln.de
Die „LitStommeln“ planen Anette Göhler (von links), Sabine Jürgens, Anna Carina Keil, Angelika Scharrer, Maria Rach, Astrid Rempel und Christian Klann.
(Foto: KAS)
42 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Geißbock Hennes an der Säule
Köln: Felicitas Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
Pfarrer Cziba schwärmt seit Kindertagen vom FC
FLITTARD. Vom Altar und vom Ambo aus hat
er ihn fest im Blick, auch die Messdiener werfen ab und zu einen verstohlenen Blick nach
oben. Den Gottesdienstbesuchern jedoch bleibt
er verborgen. Vor zwei Jahren wurde die denkmalgeschützte Kirche St. Hubertus renoviert,
und Pfarrer Michael Cziba hatte mit seinen
Messdienern die Idee, den Geißbock Hennes,
das Maskottchen des 1. FC Köln, ganz oben an
einer Säule im Gotteshaus anbringen zu lassen.
Ein Fachmann in Sachen Altbausanierung malte ein kleines, fürs geschulte Auge gut sichtbares Geißbock-Emblem an die vorderste Säule.
Der gebürtige Rheinbacher trägt den FC seit
Kindertagen im Herzen – Overath, Schumacher, Schuster waren die Idole seiner Kindheit.
Pfarrer Cziba hält in guten wie in schlechten Tagen zur „rheinischen Diva“, wie der Club immer wieder spöttisch genannt wurde. „Seine Familie und den Verein kann man sich nicht aussuchen, bei mir ist es für immer der FC“, berichtet der 47-jährige Geistliche.
Per Liveticker im Internet oder über die App
auf seinem Handy hält er sich an jedem Spieltag
des FC auf dem Laufenden – auch noch kurz
vor dem Gottesdienst. Über sein Smartphone,
das er auch in der heiligen Messe benutzt – dort
hat er seine Predigttexte gespeichert – bezieht
er seine Informationen. Mit der aktuellen Ent-
ZOLLSTOCK. Die Regimentsmesse der
Altstädter findet am ersten Adventssonntag, 1. Dezember, um 9.30 Uhr in St. Pius,
Gottesweg, statt. Die Eucharistiefeier in
kölscher Sprache wird von Monsignore Rochus Witton, dem „Generalfeldhillijen“ der Altstädter, zelebriert. Musikalisch gestaltet wird die Feier vom Chor
der Kölner Bäcker-Innung.
Oben an der Säule hat Pfarrer Cziba das FCMaskottchen anbringen lassen. (Foto: RUM)
wicklung seines Vereins zeigt Pfarrer Cziba
sich sehr zufrieden. Er freut sich, dass dort
nicht mehr gegeneinander gelebt wird, sondern sich allmählich ein Miteinander einfindet.
RUM
Begeisterung fürs Lesen wecken
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
OSTHEIM. Am Gedenktag für Adolph
Kolping am Samstag, 7. Dezember, feiert
die Kolpingsfamilie Ostheim um 16.30
Uhr in St. Servatius eine Messe. Anschließend werden im Pfarrheim Mitglieder geehrt und neue aufgenommen.
KÖLN. Internationale Krippenkunst auf
höchstem Niveau zeigt der 18. Kölner
Krippenweg, der am Montag, 25. November, eröffnet wird. An über 110 Standorten präsentiert der Veranstalter Rheinstil
Kulturmanagement in Kooperation mit
den Krippenfreunden Köln bis zum 6.
Januar Weihnachtskrippen aus verschiedenen Kulturen, Materialien und historischen Epochen. Zu dem Krippenweg gibt
es ein vielfältiges Führungsangebot wie
zum Beispiel spezielle Familien-Krippenführungen. Information und Anmeldung
unter Telefon (02 21) 67 78 72 70.
>> www.koelner-krippenweg.de
Vorleser bei 1000 Kindern in Grundschulen und Kitas
HOLWEIDE. 1000 Kindern wurde von 52
ehrenamtlichen Helfern in vier Grundschulen, neun Kindergärten, einer Gesamtschule
und im Altenheim St. Anno gleichzeitig vorgelesen. Einen wahren Lese-Marathon veranstaltete die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) „Bücherwurm“ am bundesweiten Vorlesetag. Zahlreiche Prominente
und Bücherfreunde lasen den Kindern aus
ihren Lieblingsbüchern vor.
An der Abschlussveranstaltung in den
Räumen der Bücherei im Altenheim St. Anno
nahm auch RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel teil, der Kindern einer Grundschule aus
dem Buch „Der Wunschpunsch“ vorlas.
Unter der Federführung von Büchereileiterin Jutta Hetfleisch-Brandt und Mitarbeiterin Martina Volkmann wurden Holweider
Bürger und Einrichtungen angesprochen, ob
sie sich als Vorleser in den Aktionstag einbinden lassen wollten. Zu den Lesern gehörte unter anderem Pfarrer Bernd Michael
Fasel und Carolin Evers von der Fachstelle
KÖB, die bei den Kindern Begeisterung für
KÖLN. „24 Stunden vor Gott“ heißt die
Aktion der Gemeinde St. Severin. Am
Samstag, 23. November, bis Sonntag, 24.
November, von 18 Uhr bis 18 Uhr – rund
um die Uhr – betet jeweils ein Angehöriger der Gemeinde 15 Minuten lang, wo
immer er ist: zu Hause, am Arbeitsplatz
oder unterwegs. Die Gebetszeit findet
zum dritten Mal statt.
Jutta Hetfleisch-Brandt konnte RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel als Vorleser in der
Bücherei begrüßen.
(Foto: RUM)
das Lesen und Zuhören wecken und gleichzeitig auf das Medienangebot der Bücherei
aufmerksam machen wollten.
RUM
KÖLN. Ab sofort bieten die Schwestern
und Brüder der Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem in Groß Sankt
Martin eine Kinderbetreuung während
der Messe am Sonntag sowie zu Hochfesten an. Kinder jeden Alters, für die der
Gottesdienst zu lang ist, können in einem
Nebenraum der Sakristei kindgerecht das
Tagesevangelium oder eine andere biblische Geschichte entdecken. Wie gewohnt
nehmen die Kinder dann wieder an der
Gabenprozession teil.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 43
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Im Juli 2014 startet die nächste Ausgrabungssaison in „Tel Hazor“.
Licht bringen ins Dunkel der Geschichte
Ausgrabungen in „Tel Hazor“ im Norden Israels
I
st die Bibel ein Märchenbuch oder werden in ihr reale geschichtliche Abläufe dargestellt? Während vor einigen Jahrzehnten
Werner Kellers Buch „Und die Bibel hat doch
recht“ ein Bestseller war, sind heute reißerische Bücher Verkaufsschlager, die behaup-
ten, dass die Geschichten in der Bibel kein jener Zeit. Die Vergrößerung der Stadt durch
Körnchen historische Wahrheit enthalten. die Könige von Israel sowie die Zerstörung
Dabei wird die Auswahl, welches Kapitel der durch die Assyrer sind durch steinerne ZeugBibel reale Ereignisse beschreibt, sehr oft nisse nachzuweisen.
von tagespolitischen Präferenzen bestimmt.
Bedeutende Funde wurden in den letzEine der bedeutendsten Ausgrabungen, bei ten Jahren gemacht, zum Beispiel das Fragder versucht wird Licht ins Dunkel der Ge- ment eines Gesetzeskodex, den Teil einer
schichte zu bringen, fand in den Jahren 1955- ägyptischen Sphinx, eine Opferstätte aus
1958, 1968-1969 und 1991-2013 jährlich im der mittleren Bronzezeit, eine große Anzahl
Sommer im Nationalpark „Tel Hazor“ im von Schrifttafeln und Götterstatuen. DerNorden Israels statt. Hazor gehört seit 2005 zeit läuft die Planung für die nächste Auszum UNESCO Weltkulturerbe. Das Buch grabungssaison, die vom 22. Juli bis 31. Juli
Josua beschreibt Hazor als „das Haupt aller 2014 stattfindet. Die international bunt geKönigreiche“ im Norden Kanaans. Nachge- mischten Teilnehmer werden im Kibbutz Gowiesen ist, dass Hazor in der Bronzezeit die nen untergebracht. Vorkenntnisse sind nicht
größte und bevölkerungsreichste Stadt im erforderlich, nur Freude und Begeisterung an
Lande war. Bis zu 25 000 Einwohner lebten neuen Erfahrungen sind gefragt. Wer Interesin ihren Mauern.
se hat, einen Beitrag zur Lösung dieser spanDer König von Hazor stand in Korrespon- nenden Frage zu leisten, kann sich im Interdenz mit den bedeutendsten Städten Meso- net informieren oder eine E-Mail schreiben
potamiens und mit Ägypten. Mehrfach wurde an WolfgangHengstle@t-online.de.
die Stadt, wie im Buch Josua berichtet, durch >> http://hazor.huji.ac.il/
ein vernichtendes
Feuer zerstört. Ob
die Eroberung und
Zerstörung durch
die Israeliten oder
durch
Aufstände
der verarmten Unterschicht erfolgte,
wird diskutiert. Zur
Zeit von König Salomon wurde die
Stadt wieder aufgebaut. Ein mächtiges Stadttor mit
Kasemattenmauern
bezeugen die im
Buch der Könige
beschriebenen bau- Dieser Teil einer ägyptischen Sphinx zählt zu den bedeutenden Funlichen Aktivitäten den, die in den letzten Jahren gemacht wurden.
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Von Moskau bis Teneriffa – vom Nordkap bis nach Marrakesch
Auf Entdeckungsreise mit dem *****Luxus-Class-Reisebus von Blitz-Reisen
P
lus für Bus: Viele Argumente sprechen
für eine Busreise: Der Bus ist sicher,
flexibel, umweltfreundlich und die klassifizierten *****Luxus-Class-Reisebusse
der Blitz-Reisen GmbH sind zudem äußerst
komfortabel. Das von der Gütegemeinschaft Buskomfort verliehene RAL-Gütezeichen bietet eine objektive und überprüfbare Qualität, unter anderem einen sehr großen Sitzabstand und eine Mehrkanaltonanlage an jedem Sitzplatz.
Land und Leute
hautnah kennenlernen
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ganz auf das Erleben konzentrieren, werden alle organisatorischen Aufgaben von
Ihrem renommierten Veranstalter übernommen. Blitz-Reisen zeigt Ihnen Sehenswürdigkeiten, die für Individualreisende häufig
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
schwer zugänglich sind und ihnen teilweise
sogar verborgen bleiben.
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Rund- und Standortreisen, die in fast alle
Länder Europas und nach Nordafrika sowie
in die Türkei führen. Ein Fuhrpark mit acht
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einzigartige Routen sowie ein Team von 25
motivierten Mitarbeitern schaffen die Voraussetzung für eine unvergleichliche Erlebnisreise.
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zum Beispiel auf die Kanarischen Inseln,
nach Mallorca, Neapel oder Sizilien, Portugal, Skandinavien oder Marokko reisen, wo
sie dann am Flughafen von einem der LuxusClass-Reisebusse erwartet werden.
Eine qualifizierte Reiseleitung trägt wesentlich zum Gelingen der Reise bei, weil sie
viel über Geografie, Geschichte, Natur, Kul-
tur und Wirtschaft sowie soziale Verhältnisse
des bereisten Landes vermittelt.
Abholung an
der Haustür
Überhaupt gilt bei Blitz-Reisen: Klasse
statt Masse. So kommen zum Beispiel bei
den meisten Reisen Personenführungsanlagen zum Einsatz, die alkoholfreien Getränke (auch Kaffee und Tee) im Bus sind bereits im Reisepreis enthalten, ebenso wie
Eintrittsgelder vor Ort. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass die Gäste in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zu Hause abgeholt und zum Flughafen gebracht werden.
Auch dieser Service ist im Reisepreis inbegriffen.
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www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
BERICHT
Diese Münze zeigt die stehende heilige Walburga mit Äbtissinnenstab.
Auf dem Altar liegt aufgeschlagen die Bibel.
„Inextinctum“ (unauslöschbar) steht darüber.
In Flammen steht hier die heilige Afra mit
Palmzweig und Pinienzapfen. (Repros: EL)
Christus und seine Zeugen auf Münzen
Von der Völkerwanderung zum Ende des Römischen Reiches Deutscher Nation
W
as auf Münzen zu sehen und zu lesen
ist, sagt etwas aus über den jeweiligen
Zeitgeist. Christusdarstellungen und Bilder
der Gottesmutter Maria auf Gold- und Silbermünzen des späten Roms und von Byzanz gehörten zum damaligen Standard. Heilige der katholischen Kirche hätten auf Münzen der heutigen Europäischen Union wohl
nichts mehr zu suchen. Umso interessanter
ist es für Neugierige und Fachleute in einer
reich bebilderten Zusammenstellung von
Wolfgang Drösser zu sehen, wie die Darstellungen von Heiligen und ihre Ausrichtung
auf Christus hin das Münzbild europäischer
Territorien bestimmt haben.
Nach der Reformation treten sie in den
katholisch gebliebenen Gebieten noch stärker im Rahmen der barocken Frömmigkeit in
den Vordergrund als zuvor, während bei den
Territorien, die sich den Reformatoren anschlossen, biblische Worte sowie auf Christus bezogene Hymnen auf Münzen im Mit-
telpunkt stehen. Damit geben sie zugleich
Zeugnis vom religiösen Selbstverständnis
der jeweiligen Herrscher. Mehr als 500 Münzen sind in dem Band abgebildet. Hilfreich
ist der Anhang mit Erläuterung der verwendeten numismatischen Begriffe.
EL
Wolfgang Drösser: Christus und seine Zeugen in Zeichen, Worten und Bildern auf Münzen, 512 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen,
ISBN 978-3-00-043261-3.
Laien unterstützen Priesterseminar in Bonn
Kölner gründen Förderverein für Redemptoris Mater
BONN. „Wir kommen aus der ganzen Welt,
sind motiviert und wollen Gott, der Kirche und
den Menschen dienen“, sagt Jason Ramierez
Cubillo. Der junge Priester kommt aus Costa Rica und gehört dem Neokatechumenat an.
Dass er heute als Kaplan in Bergheim/Erft arbeitet, dass er überhaupt in Deutschland seinen
priesterlichen Dienst versieht, dafür ist das Los verantwortlich. Wer
sich für den Neokatechumenalen
Weg entschieden habe, der gebe
sich, was seinen Ausbildungs- und
Einsatzort angeht, ganz in Gottes
Hand. Weltweit verfüge das Neokatechumenat über 100 Priesterseminare. Wer wo hingeschickt wird,
das bestimme das Los. Jason Ramierez hat das
Los ins Bonner Priesterseminar Redemptoris
Mater geschickt. Dort werden seit einigen Jahren junge Männer aus der ganzen Welt für ihren
seelsorglichen Dienst ausgebildet. Zwar unterstützt das Erzbistum Köln das Seminar in Endenich finanziell, doch werde der laufende Betrieb
mit 30 Priesteramtskandidaten aus 17 Nationen
46 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
im Wesentlichen durch Spenden finanziert. Für
viele Dinge des täglichen Bedarfs reichten nicht
die Mittel, haben die Kölner Unternehmerpersönlichkeiten Heinz M. Breidenbach, Joachim
Tüchter und Lothar Dörmbach festgestellt. Die
drei Männer, zwei „rheinisch-katholische Christen“ und ein Calvinist, waren von der Lebensund Glaubensfreude, von der Einsatzbereitschaft der jungen Männer so beeindruckt, dass sie kürzlich einen „Verein zur Förderung
des Priesterseminars Redemptoris
Mater in Köln e.V.“ gründeten. Eines der Vereinsziele ist die Unterstützung der Ausbildung von jungen Priesteranwärtern, die aus der
ganzen Welt ins Erzbischöfliche Missionarische
Priesterseminar Redemptoris Mater gekommen
sind. Wer den Verein kennenlernen möchte, hat
dazu am 14. Dezember bei einem Konzert im
Seminar, Kapellenstraße 44, 53115 Bonn, Gelegenheit. Wegen begrenzter Plätze wird um Anmeldung (Telefon 0163 4 77 03 12) gebeten.
>> www.foerderverein-redemptorismater.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
AUS DEM ERZBISTUM
Papstreliquie kommt in den Dom
Pontifikalamt mit feierlicher Übergabe am 9. Dezember
KÖLN. Eine Reliquie des seligen und demnächst heiligen Papst Johannes Paul II. wird ab
Montag, dem 9. Dezember, dem Fest der ohne
Erbsünde empfangenen Gottesmutter, im Dom
zur Verehrung ausgestellt sein. Bei der Reliquie,
die Kardinal Joachim Meisner in Rom als Geschenk bekommen hat, handelt es sich um einen
Stofflappen mit einem Blutstropfen des seligen
Papstes. Das silberne, etwa 40 Zentimeter hohe
Reliquiar hat der Düsseldorfer Künstler Bert
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
Gerresheim gefertigt. Es zeigt den Papst, gestützt auf die Ferula, den Kreuzstab, vor einem
Portal des Doms. Damit wird auch an den Besuch des Papstes im Dom im November 1980
erinnert. Seinen Platz wird das Reliquiar im
nördlichen Querhaus unweit der Schmuckmadonna an der Wand erhalten. Am Ende des Gottesdienstes wird Kardinal Meisner die Reliquie
der Öffentlichkeit übergeben. Das Pontifikalamt
beginnt um 18.30 Uhr.
RB
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 47
AUS DEM ERZBISTUM
Briefmarken für Kinder in Not
4.11. Jürgen Gluske, Wesseling. St. Thomas Morus, Mettmann. Maria Lukowski, Düsseldorf. U. Mager, Langenfeld.
Marit u. Lea May, Dormagen. Annelie
Klünsch, Leverkusen. Maria Adenäuer, Wachtberg. Peter u. Rosemarie Pick,
Euskirchen. Ursula Maria Müller, Düsseldorf. Dorothee Grützner, Velbert.
5.11. Fingerhuth, Bornheim. Marlene Bremer, Königswinter. Wolfgang L.
Geiberger, Haan. Dr. Wigbert Herting,
Wuppertal. Haus St. Elisabeth, Mettmann. Irmgard Herzig, Radevormwald.
6.11. Henrike Grässel, Oestrich. Carina Reinecke, Leverkusen. 7.11. Helene
Schmidt, Overath. Hans Rampe, Solingen. Elisabeth Jüssen, Bornheim. Helene Gesell, Köln. Josef Schöber, Düsseldorf. CAZ Kardinal-Frings-Haus, Köln.
M. u. H. Schiffelholz, Solingen. Marga Müller, Radevormwald. Merle, Felix
u. Leonie Boving, Köln. Monika Rieve, Windeck. Gertrud Tups, Düsseldorf.
8.11. Barbara und Hans Jürgen Fassbender, Wesseling. Hermann Josef Billen, Troisdorf. Gertrud Zahrer, Köln. H.
Wasserfuhr, Wipperfürth. 11.11. Anneliese Frings, Meckenheim. Jacob, Solingen. Elvina Barkmann, Bergheim.
Denkmal Landschaft Eifel
Besonderer Kalender / Erlös kommt Denkmalschutz zugute
KÖLN. Es gibt viele Menschen in unserer
Region, die die Eifel lieben. Jene manchmal
raue Landschaft, die zu jeder Jahreszeit ihre
besonderen Reize entfaltet und die besonders jetzt in den sonnigen Tagen des Herbstes mit ihrer Farbenpracht die Bewohner und
Besucher erfreut. Dank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, genauer gesagt, des
Ortskuratoriums Kreis Euskirchen/Eifel der
Stiftung, ist es jetzt möglich, sich besonders stimmungsvolle Eindrücke dieser alten
Kulturlandschaft nach Hause zu holen. Zum
zweiten Mal haben die ehrenamtlich tätigen
Allen Sammlern sei herzlich gedankt.
Bitte schicken Sie Ihre Briefmarken an
die Kirchenzeitung für das Erzbistum
Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln.
Mitglieder des Ortskuratoriums einen Eifelkalender mit dem Titel „Denkmal Landschaft Eifel“ herausgegeben. Das Jahr über
hat der Fotograf Axel Thünker, der selber
Eifler ist und aus Bad Münstereifel stammt,
Stimmungen in seiner Heimatregion beobachtet und in ausdrucksstarken Fotos festgehalten. Alle Fotos stellen Denkmäler der Eifel, sowohl Naturdenkmäler als auch historische Bauwerke, in den Bildmittelpunkt. Aber
immer so, dass die Einbettung in die sie umgebende Landschaft gegeben ist. Dies macht
den Kalender so besonders. Empfehlenswert
ist „Denkmal Landschaft
Eifel“ auch deswegen, weil
der Verkaufserlös komplett
dem Denkmalschutz in der
Region zugutekommt.
Der einzige Nachteil:
Wer diesen Kalender erwerben möchte, der muss sich
auf den Weg in die Eifel
machen, denn das Werk ist
nur in ausgewählten Buchhandlungen in der Eifel erhältlich. Unter anderem
bekommt man den Kalender im Format von 50 mal
59 Zentimetern zum Preis
von 24 Euro im Klosterladen in Steinfeld, im Forum
Vogelsang sowie im Museumsshop in Zülpich. RB
KLEINANZEIGEN
48 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
22. November 2013 | Ausgabe 47/13
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 49
SCHÖNES ZUHAUSE
Das Material für diesen Adventskalender dürfte jeder im Haus haben: weißes Papier, buntes Nähgarn und eine Frischhaltedose – mehr
braucht es nicht, damit der Beschenkte 24 Mal „das große Los ziehen“ kann.
(Foto: Christophorus Verlag GmbH/Freiburg 2013)
24 Tage Vorfreude schenken
Das Buch „Adventskalender für Kurzentschlossene“ liefert wertvolle Tipps
A
dventskalender steigern die Vorfreude
auf Weihnachten und helfen ganz nebenbei, die Tage im Blick zu halten, die es
bis zum Fest noch sind. Wer aber hilft einem,
die Tage im Blick zu behalten, die es bis
zum 1. Dezember noch sind? Erfahrungsgemäß kommt einem der Gedanke „Ich wollte
meinem Freund (beliebig zu ersetzen durch:
meiner Freundin, meinem Mann, meiner
Mutter, meinem Sohn, meiner Tochter, ...)
doch einen Adventskalender basteln“ kurz
vor knapp. In dieser Situation kann einem
das Buch „Adventskalender für Kurzentschlossene“ weiterhelfen.
Gutscheine in Walnüssen,
Geschenke in Haushaltsrolle
Bei manchen der darin vorgestellten Basteltipps sind die Materialien wirklich auf ein
Minimum reduziert: Mal werden kleine Geschenke in Papier von der Haushaltsrolle eingepackt und mit buntem Nähgarn verschnürt,
mal werden Gutscheine in Walnüssen versteckt. Andere Adventskalender-Varianten
sind doch ein bisschen aufwändiger, etwa
wenn die Verpackungen noch lackiert werden müssen oder es 24 Streichholzschachteln bedarf, die einzeln mit farbigem Papier
beklebt und auf einen durchgehenden Draht
aufgefädelt werden.
„Viele meiner Kalender spiegeln mein Anliegen wider, schonend mit der Umwelt umzugehen“, schreibt Autorin Silke Decker in ihrem Vorwort. „Es ist mir wichtig, für die Kalenderherstellung möglichst wenig neue Materialien zu verwenden, sondern vor allem
bereits in meinem Umfeld Vorhandenes einzusetzen, Materialien zu recyceln oder, falls
unumgänglich, sie preiswert zu beschaffen.“
So lässt sie kleine Päckchen von einer alten
Fahrradfelge baumeln oder von einem Kleiderbügel, verstecken sich Überraschungen in
einer Schale voller Reis oder in Pappbechern.
„In jedem Fall stellen die Kalender eine moderne und dennoch verspielte Raumdekoration für die Vorweihnachtszeit dar, die gerade den Menschen gefallen wird, die eher minimalistischen Advents- und Weihnachtsschmuck bevorzugen“, schreibt Decker.
Besonders wertvoll sind neben den Bastelideen auch die Tipps, womit man den Kalender
füllen kann. Auf einer Doppelseite hinten im
Buch findet sich zum einen eine Liste mit Ideen
für Gutscheine – zum Beispiel für das Vorlesen
einer Gute-Nacht-Geschichte, für einmal morgens das Auto von Schnee und Eis befreien oder
einen Fernsehabend lang Herrscher(in) über die
Fernbedienung sein. Eine zweite Liste versammelt Ideen für kleine Geschenke.
Hilfreich dabei auch der Hinweis: „Sollte ein Geschenk zu groß sein, um es direkt in
den Adventskalender zu integrieren, so kön-
50 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
nen Sie es natürlich auch woanders verstecken
und einen Zettel als Statthalter in den Kalender geben.“ Auf dem Zettel könnte beispielsweise stehen: „Du wirst etwas in Deiner Jackentasche finden“, „Sei vorsichtig, welchen
Schuh Du heute anziehst“ oder „Ich würde
heute Morgen noch den Briefkasten leeren“.
Bastel-Vorlagen und
Inspirationsquellen
Bei einigen der in dem Buch vorgestellten
Adventskalender hat Decker auf die Nummerierung der Päckchen verzichtet – manchmal
mit dem Hinweis, dass es dem Bastler selbst
überlassen ist, die Zahlen nach eigenem Gusto
zu ergänzen. Überhaupt steht es jedem frei, die
Bastelideen abzuändern oder weiterzuentwickeln. So gesehen bietet „Adventskalender für
Kurzentschlossene“ nicht nur Bastel-Vorlagen,
sondern auch Inspirationsquellen.
KB
Silke Decker:
Adventskalender für
Kurzentschlossene,
Christophorus-Verlag,
ISBN 978-3-8388-3499-3,
12,99 Euro.
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Häuschen fürs Teelicht
Basteln mit Fotokarton und Transparentpapier
D
amit es in der dunklen Jahreszeit so richtig gemütlich wird, stellen wir drinnen
Kerzen und Teelichter auf. Ulli erklärt Dir,
wie Du ein kleines buntes Häuschen für ein
Teelicht basteln kannst.
Du brauchst dafür:
• schwarzen Fotokarton in
DIN A4
• buntes Transparentpapier
• eine Schere
• ein Lineal
• einen Bleistift
• Klebstoff
Du legst den Fotokarton quer und zeichnest mit dem Bleistift von links nach rechts
alle 7 Zentimeter eine 10 Zentimeter lange
Linie von oben nach unten. An einem Stück
lässt Du nach unten hin weitere 7 Zentimeter Karton stehen, an den drei anderen Teilen
jeweils etwa 2 Zentimeter. Das wird später
der Boden.
In die Mitte der vier Felder zeichnest Du
an jeder Seite mit etwas Abstand ein Fenster
ein, das Du anschließend ausschneidest. Dahinter klebst Du ein Stück buntes Transparentpapier. Jetzt knickst Du den Karton entlang der Bleistiftlinien. Dabei bleibt ein kleines Stück übrig, auf das Du etwas Klebstoff
gibst. Dann drückst Du es unter der gegenüberliegenden Seite des Häuschens fest. Auf
die gleiche Weise klebst Du die Laschen unter das Bodenstück.
Wenn der Klebstoff trocken ist, kannst Du
das Häuschen aufstellen und – am besten mit
Hilfe eines Erwachsenen – ein brennendes
Teelicht hineinstellen.
ALS
Sternsinger
helfen auf
den Philippinen
Pakete für Familien
Gemütliches Licht für die Fensterbank: das
Teelicht-Häuschen.
(Foto: Schricke)
Aus den Nachrichten hast Du sicher mitbekommen, dass auf den Philippinen ein schwerer Wirbelsturm gewütet hat. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ aus Aachen
hilft den betroffenen Familien in den zerstörten Gebieten und stellt dafür 100 000 Euro
zur Verfügung. Viele Kinder und Erwachsene sind verletzt und haben kein Dach mehr
über dem Kopf, weil der Sturm ihre Häuser
zerstört hat. Sie brauchen dringend Lebensmittel, Wasser und Medikamente. 30 000
Hilfspakete sind bereits in die betroffenen
Gebiete transportiert worden. In den nächsten Tagen folgen noch einmal 30 000 Pakete. Jedes Hilfspaket besteht aus Reis, Dosenfisch, Nudeln und Wasser für eine fünfköpfige Familie. In den nächsten Wochen sollen
180 000 solcher Lebensmittelpakete zu den
notleidenden Familien gelangen.
ALS
Vorräte für den Winter
Hilf Irmi, der Rätselbiene, beim Rechnen
Lösung: Das dritte Eichhörnchen hat 17 Tannenzapfen. 7+14=21, 21-4=17.
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FAMILIE
Menschenskinder, was für eine Nacht!
Wenn die Kleinen die Großen nicht schlafen lassen
U
nser zweijähriger Sohn Sebastian
schläft erst um 22 Uhr ein. Wir können nicht mehr durchschlafen, weil er jede
Nacht mehrmals aufwacht. Wir sind total erschöpft und wissen nicht mehr weiter. Warum schläft unser Kind denn so schlecht, ist
das normal?“
Mit solchen oder ähnlichen Fragen stehen
gestresste junge Eltern heute häufig allein
da. Gab es früher die Großmutter, die Tante oder auch Nachbarn, die mit Rat und Tat
nahezu jederzeit zur Verfügung stehen konnten, sind die heutigen jungen Eltern häufig
auf sich allein gestellt. Dass Babys schreien und kleine Kinder Schlafprobleme haben,
ist grundsätzlich normal. Dass kleine Kinder nicht durchschlafen ist auch viel häufiger der Fall, als viele Eltern denken und dies
heute von ihren Kindern erwarten.
Wenn Ihr Kind von Ihnen allerdings ab
dem Alter von etwa sechs Monaten wesentliche Unterstützung braucht, um einschlafen zu können, das Einschlafen länger als
30 Minuten dauert, Ihr Kind mehr als vier
Mal in der Nacht aufwacht und nicht mehr
wieder einschlafen kann und auch insgesamt
deutlich weniger schläft als die Altersgenossen, wird es zum Problem – vor allem, wenn
Sie früh aufstehen und arbeiten müssen.
Den Kindern gelingt es nicht, sich
selbst angemessen zu regulieren
Wie lassen sich die Schlafprobleme erklären? In der Fachliteratur spricht man von
einer so genannten Regulationsstörung, das
heißt, den Kindern gelingt es nicht, sich in
bestimmten Situationen selbst angemessen
zu regulieren. Ihr Sohn ist aber nicht gestört oder psychisch krank. Die Gründe liegen meist im Miteinander, das sich im Lauf
der Zeit hochgeschaukelt hat. Vielleicht war
Sebastian ja schon seit der Geburt ein temperamentvolles Baby, das Sie noch heute
übermäßig beansprucht. Verständlicherweise werden Sie durch das schlechte Schlafen
Dr. Thomas Köhler-Saretzki ist
Diplom-Psychologe und Leiter
der Ehe-, Lebens- und Familienberatungsstelle der Christlichen Sozialhilfe (CSH) Köln.
Kontakt unter Telefon (02 21)
6 47 09 31 oder E-Mail: familienberatung@csh-koeln.de.
Bis ein Kind schläft, kann manchmal einige Zeit vergehen.
zunehmend gereizter und gestresster und reagieren vielleicht nicht mehr mit der nötigen
Ruhe und Gelassenheit. Das wiederum spürt
er und reagiert auch dementsprechend. Ein
Teufelskreis beginnt, den es zu unterbrechen
gilt.
Was kann man tun? Grundsätzlich empfehle ich Ihnen, bei Sebastian auf einen
möglichst strukturierten Tagesablauf zu achten (zum Beispiel gleiche Mahl- und Bettgehzeiten), zum Abend hin ruhigere Spiele
zu machen, Kuscheltiere mit ins Bett zu geben, bei Bedarf den Schnuller einzusetzen
und natürlich viel zu schmusen.
Eine Möglichkeit ist es dann, dass Sie die
Einschlafhilfen langsam abbauen. Ziel ist es
hierbei, dass Ihr Sohn die Fähigkeit erlernt,
selbständig in den Schlaf zu finden. Konkret
sähe das so aus:
1. Machen Sie das Einschlafritual außerhalb des Betts (zum Beispiel beim Fläschchen trinken).
2. Legen Sie Sebastian wach ins Bett und
sagen „Gute Nacht“.
3. Bleiben Sie neben dem Bett sitzen,
aber reduzieren Sie die Einschlafhilfen (zum
Beispiel Streicheln, Hand halten).
4. Schieben Sie den Stuhl jeden Tag etwas
weiter vom Bett weg.
5. Vermitteln Sie ihm Sicherheit und Zutrauen („Du bist nicht allein“), aber auch
klare Regeln („Jetzt ist Schlafenszeit“).
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(Foto: Schricke)
Unter bestimmten Bedingungen empfiehlt sich auch die folgende Methode: Sie
gehen nach dem Gute-Nacht-Sagen auch
bei Protest oder lautstarkem Schreien Ihres
Kindes aus dem Zimmer und warten ab. Erst
nach ein paar Minuten sollten Sie dann wieder hineingehen und Ihrem Kind versichern,
dass Sie da sind. Dann sollten Sie aber sofort wieder das Zimmer verlassen und das
ganze wiederholen, bis das Kind einschläft.
Haben Sie ein
wenig Geduld
Als Vater von zwei Kindern weiß ich
selbst, wie schwer es auszuhalten ist, das
eigene Kind verzweifelt schreien zu hören.
Trotzdem ist diese Methode sehr wirkungsvoll und hat keinerlei negative Auswirkungen auf die seelische Entwicklung Ihres
Kindes.
Als letzten Tipp möchte ich Ihnen noch
mitgeben: Achten Sie vor allem auf Ihr
Bauchgefühl, was das Richtige für Sie und
Sebastian ist. Das ist in den allermeisten
Fällen besser als alle (Erziehungs-)Ratgeber. Und haben Sie ein wenig Geduld, auch
wenn dies schwer fällt. Schlafprobleme können zwar momentan unglaublich belastend
sein, allerdings verschwinden Sie auch wieder ohne nachhaltige Folgen.
THOMAS KÖHLER-SARETZKI
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LESERFORUM
Ein Herz für die Menschen, weil Gott eines für mich hat
„Sprechen Sie Kirchisch?“ – Barmherzigkeit (Folge 15)
V
om Alten Testament her ist Barmherzigkeit überraschenderweise ein „Bauchgefühl“. Das hebräische Wort, das im Deutschen
(Barm-HERZ-igkeit) und bereits im Lateinischen (miseri-COR-dias) mit dem Herzen in
Verbindung steht, ist von dem Wort für Mutterschoß (rächäm) abgeleitet. Sie ist Zuwendung zum Nächsten, die so selbstlos und vom
Interesse am Leben des Anderen bestimmt ist,
wie es – zumindest unter glücklichen Umständen – bei einer werdenden Mutter im Blick
auf das Kind in ihrem Leib der Fall ist.
Diese Barmherzigkeit wird biblisch als einer der Hauptwesenszüge Gottes festgehalten: „Gott ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte“ (Ex 34,6 ist die erste von zahlreichen Belegstellen). Sie erweist
sich in der Rettung seines Volkes aus Ägypten, die keinen anderen Grund kennt als voraussetzungslose Liebe. Sie erweist sich vor allem in der Bereitschaft, es neu mit den Seinen
zu versuchen, auch wenn sie sich noch so widerspenstig erweisen. Vergebung ist eine markante Außenseite der Barmherzigkeit, wie außerdem die Zuwendung zu den Armen und am
Rande Stehenden. Letztere hat Eingang ge-
Im Wort „Barmherzigkeit“ steckt das Wort
„Herz“. Der Barmherzige verschenkt sein Herz
– durch seine Tat oder als Symbol. (Foto: Ras)
funden in den lateinischen Begriff für Barmherzigkeit, „misericordia“: „ein Herz für die
Armen haben“. Diese Haltung gilt als Stärke
(vgl. Weish 11,23)!
Voraussetzungslos heißt nicht folgenlos.
Gottes Barmherzigkeit will ermutigen und
befähigen zu menschlicher Barmherzigkeit,
das heißt entgegen Hartherzigkeit und erbsenzählerischer Vorschriftentreue großzügig ein
Herz für Andere zu haben. Die Kirche hat dies
in den leiblichen und geistlichen Werken der
Barmherzigkeit in sehr konkrete Handlungsoptionen umgesetzt: Sie reichen von der Sicherung der Grundbedürfnisse – Essen, Trinken – bis hin zur Stillung des Bildungshungers – Unwissende belehren – und einer Befriedung der Gesellschaft – Beleidigungen
verzeihen.
Die Silbe „Herz“ in „Barm-HERZ-igkeit“
darf also nicht täuschen, als ginge es ums bloße Gefühl. Am Ende zählt die Tat. Nur sie hilft
wirklich weiter. Das wird nirgends deutlicher
als in der berühmtesten biblischen Erzählung
zum Thema Barmherzigkeit, nämlich im
Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk
10,25-37), das auf die Frage eines Schriftgelehrten antwortet: „Meister, was muss ich tun
. . .?“ „Ein Herz für die Menschen haben, weil
Gott ein Herz für mich hat!“
Vielleicht finden Sie, liebe Leserin und Leser, eine treffendere Übertragung ins Heute.
Sie sind herzlich dazu eingeladen. Schreiben
Sie an Redaktion, Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln oder
E-Mail redaktion@kirchenzeitung-koeln.de.
GUNTHER FLEISCHER
Kennen Sie … Matthias Röttger?
Es ist kein Ritual, erst recht kein Aberglaube, sondern einfach nur eine praktische Notwendigkeit. Wenn sich Matthias Röttger, geboren 1962 in Stadtlohn, an „seine“ Orgel in
St. Lambertus in der Innenstadt von Mettmann setzt, wechselt er die Schuhe. Nicht in
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normalen Straßenschuhen, sondern in Tanzsportschuhen bedient er dann die Pedale.
Mit Straßenschuhen sei für ihn die Königin
der Instrumente nicht zu bespielen. Seit 25
Jahren ist Röttger jetzt hauptamtlicher Kirchenmusiker – und das immer noch mit Begeisterung wie er sagt.
Begonnen hat er als „Hilfsküster“ in seiner Heimatgemeinde St. Josef. Damit war
ihm die Orgelbühne zugänglich, und sie
wurde seine Bühne. Natürlich habe er wie
viele Kinder im Kindergarten Blockflöte gelernt. Aber schon bald begann er unter Anleitung auf der Orgel zu spielen, das Instrument zu lernen. Schon mit zwölf Jahren
konnte er Orgelspielvertretungen übernehmen. Aber auch auf dem Akkordeon und
mit der Gitarre musizierte er früh.
Von 1983 an studierte Röttger dann erst
Instrumentalpädagogik in Münster, später Katholische Kirchenmusik in Köln und
lernte das Dirigieren. Der 1. Juli 1987 war
dann der erste Arbeitstag als teilzeitbeschäftigter Kirchenmusiker im Erzbistum Köln.
Die erste Stelle war in St. Mariä Empfängnis in Köln-Raderberg. Dort lernte Rött-
ger auch seine Frau kennen. Sie half in der
Gemeinde als Küsterin, und das Aufgabenfeld kannte er ja aus seinen Anfängen. 1994
kam die Familie, dazu zählen heute auch
drei Söhne, nach Mettmann. War zunächst
nur diese Gemeinde musikalisch zu betreuen, ist es heute das Dekanat. Denn längst ist
Röttger in die Position des Regionalkantors
aufgestiegen. Mettmann sei schön, und vor
allem könne man hier etwas bewegen, meint
er zu seiner jetzt langjährigen Verwurzelung
im Niederbergischen. Dazu zählt er gerne
die Musikereignisse auf, die auf seine Initiative zurückgehen: die Marktkonzerte, die
Kinderchormusicals, das Familiensingen,
die verschiedenen Chor- und Musikfestivals, bei denen er mit seinen Sängerinnen
und Sängern auftritt. 513 Aktive würde seine Datenbank inzwischen verzeichnen.
Wenn ihm aber einmal nicht danach ist,
Musik zu machen, stellt sich Röttger an den
heimischen Herd und kocht oder wirft sein
Motorrad an. Allerdings trägt er beim Fahren einen besonderen Fingerschutz. Schließlich wartet am Ende jeder Tour die Orgel auf
ihn.
HELMUT PATHE
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RÄTSEL
Die Buchstaben 1 bis 14 ergeben eine Pralinensorte.
Die Lösung zeigen wir nächste Ausgabe. Die Lösung aus Nr. 46 sehen Sie in der Rätselmitte.
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BUNTE SEITE
„Max, ich finde, dein Zeugnis lässt zu wünschen übrig“, sagt der Vater. Max: „Danke,
Papa! Dann wünsche ich mir einen neuen
Computer.“
Beim Arzt. „Sie sollten nicht so viel rauchen.
Rauchen schadet der Gesundheit und verkürzt das Leben. Wie alt sind Sie?“ – „72.“ –
„Na sehen Sie. Wenn Sie nicht rauchen würden, wären Sie jetzt vielleicht erst 65...“
Der ungeduldige Ehemann zu seiner Frau:
„Wenn das Essen nicht bald fertig ist, gehe
ich in ein Restaurant!“ Darauf sie: „Warte
noch zehn Minuten.“ Er: „Ist das Essen dann
fertig?“ Sie: „Nein, aber dann komme ich
mit ins Restaurant.“
Mathelehrer: „Ich habe einen Schrank, in
dem 20 Tassen sind. Sieben nehme ich he-
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„Das war das letzte Mal, dass ich dich mit zum Einkaufen genommen habe!“
(Cartoon: Jakoby)
raus. Was habe ich dann?“ Robin: „Nicht
mehr alle Tassen im Schrank!“
– „Nein, mein Sohn probiert gerade, ob Ihr
Handy auch unter Wasser funktioniert.“
An der Ostsee. „Ist das Ihr Junge, der da
Sand in meinen Picknickkorb schaufelt?“
„Warum versteckst du deine Zeugnisse?“ –
„Zur Vorsicht. Meine Tochter lernt lesen...“
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BERICHT
Priester auf Talentsuche
Manchester United wurde einst von fußballbegeisterten Geistlichen unterstützt
M
anchester United – das bedeutet millionenschwere Fußballspieler und europäische Spitzenklasse. In der europäischen
Champions League trifft das Starensemble
von der Insel am nächsten Mittwoch auf Bayer Leverkusen. Kaum zu glauben, dass der
englische Rekordmeister Manchester United
in seinen Anfängen ein Arbeiterclub war, der
von katholischen Pfarrern unterstützt wurde.
Ein Spiel im Old-Trafford-Stadion des
Vereins zu erleben ist ein Traum vieler Fußballfans weltweit. Die Heimstätte der „Red
Devils“ (Rote Teufel) fasst 76 000 Zuschauer. Die Ursprünge des Vereins sehen nicht so
glamourös aus. Katholische Einwanderer aus
Irland jagten in Stretford, einem Arbeitervorort von Manchester, dem Ball nach. Die Iren
waren billige Arbeitskräfte in den Fabriken
der englischen Industriestädte. Die Fußballkonkurrenz der einstigen „Underdogs“ (sozial Schwache) von United ist der Verein Manchester City, seit jeher der Club der „Etablierten“. Konfessionell bedeutete dies: Die Mitglieder von City gehörten der „Church of
England“ an, der anglikanischen Staatskirche.
Um ihre Konfession auf dem Fußballplatz zu stärken, betätigten sich katholische
Priester in der Region Manchester als Talentsucher für United in der eigenen Pfarrjugend. Der Club dankte es den Kirchenvertretern. „Früher erhielten wir Pfarrer Freikarten für die Spiele von Manchester United
im Stadion Old Trafford“, erklärt Father Ian
Farrell, Seelsorger in der mittelenglischen
Metropole. Dies sei aber lange her. Die Wurzeln in der irischen Gemeinschaft in Manchester sind auch ein Grund, weshalb der Club bis
heute eine große Fangemeinde in Irland hat.
In irischen Arbeitervierteln stand auch
die Wiege der Mannschaft von Celtic Glasgow. Der Club in der schottischen Metropole Glasgow wurde von einem Maristenbruder
gegründet, der aus Irland stammte. Die Ver-
INFO
In der Champions League treffen am nächsten
Mittwoch, 27. November, in der BayArena Bayer
Leverkusen und Manchester United aufeinander.
Das Spiel beginnt um 20.45 Uhr und wird im ZDF
gezeigt. Das Hinspiel gewann Manchester mit 4:2.
„Theater der Träume“: das Stadion Old Trafford in Manchester. (Foto: Hans-Joachim Stoehr)
einsfarben grün und weiß erinnern an diese
irischen Ursprünge. Der katholische Geistliche kümmerte sich um Jugendliche in den
Straßenzügen des Glasgower Arbeiterviertels
Eastend, die im ausgehenden 19. Jahrhundert
von Armut gekennzeichnet waren.
Von der Pfarrjugend
zum Milliardengeschäft
Die Bevölkerungsmehrheit der schottischen Industriestadt gehört den protestantischen Presbyterianern an. Ihr Fußballclub ist
Glasgow Rangers. Der schottische Rekordmeister beschäftigte bis Ende der 1980erJahre nur protestantische Fußballer. Zu ihnen
zählte zwei Jahre lang ein gewisser Alex Ferguson, ein gebürtiger Glasgower. Ferguson
war von 1986 bis 2013 Trainer von Manchester United. In dieser Zeit holte der Schotte 13
Meistertitel und gewann zwei Mal die Champions League. Dass Ferguson bei den Rangers
nicht glücklich wurde, erklärt ein United-Fan
auf einer Internetseite so: „Er hat damals eine
katholische Frau geheiratet. Das kam bei den
protestantischen Rangers nicht so gut an.“
Heute spielt die religiöse Überzeugung eines Spielers bei den Spitzenclubs kaum noch
56 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Das Emblem der Mannschaft. (Foto: Boecker)
eine Rolle. Da zählt nur noch die Leistung auf
dem Spielfeld. Damit die stimmt, kaufen milliardenschwere Besitzer von Clubs das entsprechende Personal ein. Manchester United
ist im Besitz eines Amerikaners, der FC Chelsea gehört einem Russen. Bei Manchester
City leistet sich ein Wüstenscheich aus Abu
Dhabi eine Fußballmannschaft. Ein fußballbegeisterter Pfarrer und seine talentierten Kicker aus der Pfarrjugend sind bei diesem Milliardenspiel nicht mehr gefragt.
HANS-JOACHIM STOEHR
Ausgabe 47/13 | 22. November 2013
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