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Mein Beispiel zeigt, was möglich ist - Der Gesundheitstreffpunkt

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Selbsthilfe+
Geschichten aus der Selbsthilfe
Aktuelles aus Mannheim
Winter 13/14
Darf ich mich vorstellen:
Ich bin die erste Ausgabe von Selbsthilfe+.
Ich heiße so, weil ich über Selbsthilfe
berichte, aber zusätzlich über den
Tellerrand blicke. Außerdem bin ich das
„Plus“ zum Magazin gesundheitspress.
So bringe ich Ihnen auch zwischendurch
aktuelle Informationen aus Mannheim.
Mein Herausgeber ist der Gesundheitstreffpunkt Mannheim, das ist das Zentrum
für Selbsthilfe in Mannheim. Dass ich
entstehen konnte, hat auch die BKK Pfalz
ermöglicht.
Ich freue mich, wenn Sie nachher sagen:
War schön, Sie kennen zu lernen!
Lebendig
und lebensfroh
wie seine Enkelin:
Hans Berg.
Foto: privat
Mein Beispiel zeigt, was möglich ist
Vor 15 Jahren sah die Welt noch anders
aus: Hans Berg, Mitte 30, arbeitet auf
Hochtouren im eigenen Restaurant. Der
Laden läuft gut, der Lebenstraum ist der
Wirklichkeit nahe. Die anfänglichen
Bauchschmerzen schiebt der Heppenheimer Wirt und Küchenmeister erst
mal beiseite. Dann, nach langen Untersuchungen und der ersten Operation, die
Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs.
„Da ging es nicht mehr um die nächsten
Jahre. Da hatte der Tod den Fuß in der
Tür.“
zwei Reanimationen. „Erst im Nachhinein wurde mir klar, wie eng es doch
tatsächlich war.“
Und heute? Quicklebendig sitzt Hannes
Berg in der Selbsthilfe-Sprechstunde im
Uniklinikum. Er hat den Bauchspeicheldrüsenkrebs besiegt und vieles hat sich
verändert: Das Restaurant ist längst
verkauft, die damalige Freundin wurde
zur Ehefrau, und über seiner Krankheit
wuchsen sie, Bergs Kinder und seine
ehemalige Frau samt neuem Partner
zu einer großen Patchworkfamilie zuAm Wochenende vor der entscheiden- sammen.
den Operation in Bruchsal macht er
reinen Tisch: Er klärt private und ge- Nicht das geliebte Kochen, sondern
schäftliche Anliegen, stellt sich seiner Selbsthilfe-Unterstützung ist nun die
Angst vor dem Tod. Was dann folgt, zentrale Aufgabe im Leben: Er initiliegt für ihn im Dunkeln: „Ich habe 10 iert Treffen für Betroffene und Ärzte
Jahre gebraucht, bis ich die Zeit bis zur in Kliniken, ist Ansprechpartner für
Reha wieder einigermaßen beisammen Erkrankte. Für eine Erwerbstätigkeit
hatte, manches habe ich aus Erzäh- reichen die Kräfte nicht: „Eine Geburtslungen rekonstruiert.“ Zu den blinden tagstorte schaffe ich gerade so, dann
Flecken im Gedächtnis gehören auch geht mir die Kraft aus.“ Ihm fehlen die
komplette Bauchspeicheldrüse, Galle,
Milz, Zwölffingerdarm und ein Großteil
des Magens. Medikamente, Enzyme und
eine Insulinpumpe gleichen vieles aus.
„Mein Beispiel zeigt, was möglich ist –
den Ärzten, aber auch den Betroffenen.“
Bergs Engagement in der Selbsthilfe ist
vielfältig. Für Pankreas-Patientinnen
und -Patienten sei die Selbsthilfe vor
allem für den konstruktiven Umgang
mit der Diagnose so wichtig, die einen oft
mit voller Wucht treffe. Wer im Internet
Infos über die Bauchspeicheldrüse sucht,
stößt auf die Selbsthilfegruppe AdP e.V.
und auch die Telefonnummer von Hans
Berg. „Dann einfach Zuhören ist das Beste, was man tun kann. Der Anrufende
spürt: Da ist jemand, der weiß, wovon
man redet. Und gezieltes Nachfragen
öffnet auch den Raum, über wichtige
Themen wie Verdauung zu sprechen, die
man normalerweise meidet.“
Nicht immer fällt das Engagement leicht
– denn es gibt natürlich auch traurige
Schicksale. „Dann sitzen meine Frau und
ich auf unserem ‚Sorgensofa‘ zuhause –
das ist unser Ort für schlimme Momente
– und fragen uns, warum wir das alles
tun.“ Doch wenn der nächste Anruf eines Menschen kommt, der gerade mit einer niederschmetternden Diagnose die
Klinik verlassen hat, erinnert sich Hans
Berg, wie schwierig es war, die richtige
Richtung einzuschlagen und nicht zu
verzweifeln. „Wenn ich einem Menschen
helfen kann, hat sich die Arbeit gelohnt!“
Aus den Gruppen Leben mit Krebs –
Selbsthilfe redet mit
Sozialphobiker in luftiger
Höhe
Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Sozialphobie“
setzen sich den eigenen Grenzen im Seilgarten
aus. Foto: shg
Bereits zum dritten Mal wagten sich die
Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Sozialphobie“ in die Höhe: Der Besuch des
Seilgartens „just try it“ in Mannheim hat
sich so bewährt, dass er die Gruppenmitglieder trotz der Kosten von rund 500
Euro für die Miete und die Trainer immer
wieder reizt und sie diese Tagesaktion
auch anderen Selbsthilfegruppen ans
Herz legen. „Sie stärkt das Vertrauen
und hilft, dass die Gruppe zusammenwächst“, sagt eine Kontaktperson der
Selbsthilfegruppe „Sozialphobie“, deren
Mitglieder zwischen 20 und 50 Jahre
alt sind. „Es ist eine sportliche Angelegenheit, aber es sind keine besonderen
Fähigkeiten nötig.“ Es ginge auch darum,
die eigenen Grenzen zu erfahren und
sie zu respektieren: „Jeder geht so weit,
wie es für ihn richtig ist.“ Der Vormittag
findet am Boden statt, nachmittags geht
es dann nach oben. Wer dabei war, ist
begeistert: „Es war für alle eine super
Erfahrung!“ Der Seilgarten ist eine
Einrichtung der Evangelischen Kirche,
Kontaktdaten finden sich im Netz unter
www.ekjm.de.
Auch in diesem Jahr vernetzten sich
einige Selbsthilfegruppen auf dem
Patiententag „Leben mit Krebs“ der
Universitätsmedizin Mannheim (UMM),
der diesmal im Schloss stattfand, mit
weiteren Betroffenen. „Lebensqualität
bei Tumortherapie“ war das übergreifende Thema des Tages. Über 15 Selbsthilfegruppen gaben ihr Wissen und ihre
Erfahrungen an eigenen Ständen an andere weiter. Mit ihrem Erfahrungswissen
beteiligten sich außerdem an der Seite
der Ärzteschaft drei Vertreterinnen und
Vertreter aus Selbsthilfegruppen als Experten in den Gesprächsrunden, an die
die Besucher ihre Fragen richten konnten: Annette Hans von der Selbsthilfegruppe Lungenkrebs, Christa Knebel
von der Leukämie- und Lymphom-Hilfe
sowie Jan Fischer von der NierenkrebsPatientengruppe Rhein-Neckar. Eine Besucherin äußerte sich begeistert sowohl
über die Vorträge zu den aktuellen Krebstherapiemethoden, als auch über die
vielen Selbsthilfe-Aktiven: „Es braucht
zwar Mut, an die Stände zu gehen und
sich zu informieren. Aber wenn du eine
Frage hast – du findest hier die Antwort!“
AG Barrierefreiheit initiiert
Stammtisch
Seit kurzem gibt es einmal im Monat
einen offenen Stammtisch der AG Barrierefreiheit, zu dem alle eingeladen
sind, die als Betroffene, Angehörige
oder als anderweitig Aktive mit dem
Thema Barrierefreiheit zu tun haben. In
der (von Tagesordnungspunkten freien)
ungezwungenen Atmosphäre können
sich auch jene stärker ins Gespräch
einbringen, deren Ausdrucksmöglichkeiten aufgrund ihrer Behinderung eingeschränkt sind. Der Stammtisch trifft
sich jeden dritten Donnerstag im Monat
in der Gaststätte Azteca Mexicana. Sie
befindet sich im Parterre des Stadthauses
in N1, ist auch für Rollstuhlfahrende gut
erreichbar und verfügt über eine behindertengerechte Toilette. Informationen
unter 0621 - 3 36 74 99.
50 Jahre aus der Sucht gelotst
Bereits ein halbes Jahrhundert gibt es
den Freundeskreis Mannheim „Die
Lotsen“ e.V. Die Selbsthilfegruppe für
Alkohol- und Medikamentenabhängige
und deren Angehörige ist nicht nur eine
der ältesten, sondern auch die größte
Suchtselbsthilfegruppe in der Stadt.
Sie besteht aus mehreren Gesprächsgruppen und ist auch gesellschaftlich
Bürgermeisterin Dr. Freundlieb (links)
überreicht zum Jubiläum ein Geschenk der
Stadt Mannheim an die Vorsitzenden Sheila
und Heiko Küffen. Foto: Die Lotsen
aktiv. „Wir arbeiten mit auf der kommunalen Ebene. Wir haben etwas zu sagen
und man hört uns zu. Wir sind präsent,
wenn es öffentlich um die Prävention
und Aufklärung über die Suchtgefahren geht, informieren über die Wege
der Selbsthilfe,“ schreiben die Vorsitzenden Heiko und Sheila Küffen in der
Festschrift zum Jubiläum. Sie betonen
gleichzeitig: „Wohl aber ist die Selbsthilfegruppenarbeit die unbedingte Basis
unserer Arbeit, ohne sie geht gar nichts.“
Viele Menschen fanden in den vergangenen 50 Jahren dank der Lotsen
zurück in ein abstinentes, „ein erfülltes,
sinnbehaftetes Leben“. Einen wichtigen
Beitrag leisteten dazu auch die heutigen
Ehrenvorsitzenden Fritz und Edeltraud
Dömming. Dass „Die Lotsen“ auch in
Zukunft gebraucht werden und es sie
weiter geben wird, daran bestand bei
der Jubiläumsfeier kein Zweifel. Weitere
Infos unter www.die-lotsen.de.
Mensch en begegnen. Gesu nd h eit stärken. Die Selbsthilfe.
Nachrichten
In der Kontaktstelle für Selbsthilfe, die das
Kernstück des Gesundheitstreffpunkts
Mannheim bildet, beraten wir jedes Jahr über
4.000 Menschen, die eine Selbsthilfegruppe
suchen oder die unsere Angebote zur
Unterstützung ihrer Selbsthilfegruppe in
Anspruch nehmen – telefonisch, persönlich oder über E-Mail. Wir informieren die
Öffentlichkeit und verankern die Selbsthilfe im
Gesundheitswesen und in der Gesellschaft.
Tel. 0621 - 3 39 18 18
E-Mail: gesundheitstreffpunkt-mannheim@
t-online.de
Telefonische Sprechzeiten:
montags und donnerstags 9-12 Uhr
mittwochs 16-19 Uhr
Persönliche Sprechzeiten:
dienstags 9-11 Uhr
donnerstags 16-18 Uhr
Kassen ändern Leitfaden:
Antragsformular neu
BKK Pfalz spendet
für Selbsthilfe
Die Regionale Arbeitsgemeinschaft
Selbsthilfegruppen (RAG SH) freut sich
über eine Spende von 14.000 Euro. Am 6.
November überreichte Waldemar Blösch
von der BKK Pfalz den symbolischen
Scheck. „Wir schätzen die Koordination und Verteilung der Mittel und die
Beratung der Gruppen durch den Gesundheitstreffpunkt sehr“, sagte Blösch,
„Sie unterstützen damit die Arbeit der
Selbsthilfegruppen als Berater, Helfer,
Vermittler und Lotsen in den regionalen
Netzwerken der Gesundheitsversorgung.“ Sheila Küffen bedankte sich im
Namen aller Gruppen für die verlässliche Förderung und Unterstützung durch
die BKK Pfalz.
Wenn Selbsthilfegruppen bei den Krankenkassen finanzielle Förderung beantragen, müssen sie seit Januar 2014
ein neues Formular verwenden. Der
überarbeitete „Leitfaden zur Selbsthilfeförderung“ der gesetzlichen Krankenkassen bringt weitere Änderungen.
Wer mehr als 800 Euro bekommt, muss
zukünftig genauer als bisher belegen,
wofür das Geld ausgegeben wurde.
Bärbel Handlos, Geschäftsführerin
beim Gesundheitstreffpunkt, sagt: „Ich
hoffe, dass die Neuerungen nicht zu
einem Rückgang der Anträge führen.“ Der Gesundheitstreffpunkt bearbeitet
die Anträge im Auftrag der BARMER Türkische Diabetiker
GEK, die die federführende Kasse für die
Region ist, und hilft den Ehrenamtlichen bringen ihre Situation ein
aus den Gruppen bei der Antragstellung. Eine Gruppe von türkischen Diabetikern mit Begleiterkrankungen hat sich
auf Initiative der Patientenberatung
des Gesundheitstreffpunktes als eine
Fokusgruppe für das Projekt INFOPAT
getroffen. Die Gruppenmitglieder bringen ihre Bedürfnisse und Anregungen
zur Datenspeicherung in das Projekt ein.
INFOPAT ist ein vom Bundesministerium
für Wissenschaft und Forschung gefördertes Modellprojekt zur Verbesserung
der Patientenversorgung. Es entwickelt
unter anderem eine digitale Patientenakte, die sich am Patienten orientiert
und seiner Kontrolle unterliegt. Neben
wissenschaftlichen Einrichtungen und
Firmen beteiligt sich auch der Gesundheitstreffpunkt an INFOPAT.
Foto: Karin - pixelio.de
Radio Mama: Originalsound im Brutkasten
Normalerweise sind Eltern nicht sehr begeistert, wenn sich ihr Nachwuchs vom
MP3-Player berieseln lässt – schon gar
nicht in früher Jugend. Doch nun dürfen
sogar schon Frühgeborene ohne schlechtes Gewissen ran an die Audiotechnik:
Radio Mama ist ein Projekt, das die
aufgenommenen Stimmen von Mama,
Papa, Geschwistern und Großeltern zu
den Jüngsten in den Brutkasten bringt.
So wird über die Stimmen die Verbindung der Frühchen zu nahestehenden
Bezugspersonen auch während deren
Abwesenheit gefördert und bestärkt.
Auch die Eltern profitieren von diesem
neuen Angebot: Sie können während
der schweren Zeit des Getrenntseins via
Ton viel Liebe zu ihren Kindern schicken
und auf diesem Weg ihrem Nachwuchs
nahe sein. Im Oktober startete das Projekt, in dem der Gesundheitstreffpunkt
mit der Universitätsmedizin Mannheim
kooperiert und das sich auch der Technik
des Radio-RUMMS-Studios bedient. Die
ersten Eltern waren begeistert, ihre Aufnahmen eine beeindruckende Sammlung von liebevollen Texten und Gesang.
Zum Gesundheitstreffpunkt
Mannheim gehört
auch die neutrale
Patientenberatung
Rhein-Neckar.
Sie informiert zu medizinischen Fragen und
Sachverhalten, unterstützt bei Problemen
mit Kranken- und Pflegekassen oder dem
medizinischen Dienst und berät zur
Patientenverfügung.
Telefonische und persönliche Kurzberatung:
dienstags 9-11 Uhr, donnerstags 14-16 Uhr
Beratungstermine nach Vereinbarung
Tel. 0621 - 3 36 97 25
E-Mail: info@patientenberatung-rheinneckar.de
Kurznachrichten
Organe und Oldtimer
Die Leiterin der offenen Mannheimer Selbsthilfegruppe für Lebererkrankte und Wartepatienten, Gaby
Winter, nutzte die Oldtimer-Ralley
des Gewerbevereins Lindenhof, um
mit einem eigenen Stand für die
Organspende zu werben. Als selbst
Lebertransplantierte gewann sie 17
neue potentielle Spender, die einen
Organspendeausweis ausfüllten, und
führte viele Aufklärungsgespräche.
Fuchs fördert mit 5.000 Euro
Der Mannheimer Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub fördert
die Selbsthilfe auch in diesem Jahr
wieder mit einer Summe von 5000€.
Sheila Küffen nahm den Förderpreis als Sprecherin der Regionalen
Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (RAG SH) bei einer Festveranstaltung Ende Oktober entgegen. Insgesamt stellt die Firma in diesem Jahr erstmals eine erhöhte Fördersumme von 50.000€ für soziale
Projekte in Mannheim zur Verfügung.
Ziemlich bester Filmabend
„Den Menschen nicht auf seine Behinderung reduzieren, ihn als Ganzes
sehen – dazu verhilft dieser Film. Er
moralisiert nicht, verdeutlicht die
Vielfältigkeit und gibt viele Denkanstöße”, sagte der Behindertenbeauftragte der Stadt Mannheim, Klaus
Dollmann, auf dem vom Gesundheitstreffpunkt jährlich veranstalteten Filmabend. Nach der Vorführung
von “Ziemlich beste Freunde” im
November im Capitol nahm er mit
Betroffenen an der anschließenden
Podiumsdiskussion teil.
Anregend kommuniziert
„Die wertschätzende Art der Referentin und ihr fachliches Wissen
machten die Fortbildung zu einem besonderen Ereignis“, war eine der positiven Rückmeldungen zum jüngsten
Seminar des Gesundheitstreffpunkts
im Oktober. „Kommunikation in der
Selbsthilfegruppe anregend und
produktiv gestalten“ war das Thema;
Referentin Stefanie Theuer ging dabei
auf aktives Zuhören, das konstruktive
Ansprechen von Problemen sowie auf
Merkmale von Gruppenphasen ein.
Neue Gruppen
In Selbsthilfegruppen treffen sich Betroffene, um sich ohne therapeutische, medizinische
oder sonstige Anleitung auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
Kontakt und weitere Information: Gesundheitstreffpunkt Mannheim
Tel. 0621 - 3 39 18 18, E-Mail: gesundheitstreffpunkt-mannheim@t-online.de
Folgende Gruppen sind im Aufbau oder in Planung:
Angehörige von Messies
Das Sammeln von Gegenständen, die Verwahrlosung der Wohnung und Vernachlässigung von Hygiene bringt Angehörige an ihre Grenzen. Im Oktober haben
Angehörige von Messies eine Selbsthilfegruppe gegründet, um sich gegenseitig zu
unterstützen. Sie suchen noch weitere betroffene Angehörige.
Reizdarm und Reizmagen
Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen – neben dem körperlichen Leiden kann
die Tabuisierung solcher Symptome auch psychisch belasten. In einer neuen Selbsthilfegruppe tauschen sich Betroffene zu den Problemen Reizdarm und Reizmagen
aus. Weitere Interessenten sind willkommen.
Skoliose
Eine eingeschränkte Beweglichkeit, Schmerzen, Beeinträchtigungen innerer
Organe – die Symptome einer Skoliose sind vielfältig, die Ursachen bleiben oft
im Verborgenen. Im Rahmen einer neuen Selbsthilfegruppe sollen Betroffene die
Möglichkeit erhalten, sich über ihre Beeinträchtigung auszutauschen und sich
gegenseitig zu ermutigen.
Burnout
Finden Sie sich immer wieder in Situationen der Überforderung wieder und stellen
fest, dass Sie mehr von sich erwarten, als Sie leisten können? Möchten Sie sich mit
anderen Betroffenen austauschen, sich gegenseitig entlasten und Mut machen?
Dann nehmen Sie Kontakt mit dem Gesundheitstreffpunkt auf und stärken sie die
Mitgliederzahl der neu entstandenen Gruppe.
Lebererkrankungen
Vor kurzem hat sich eine offene Selbsthilfegruppe für alle Lebererkrankten,
-transplantierten und Wartepatienten und deren Angehörige sowie Interessierte
gegründet, die sich im Mannheimer Uniklinikum trifft. Weitere Interessierte sind
willkommen.
Eltern lesbischer und schwuler Kinder
Eltern homosexueller Kinder fällt es nicht immer leicht, deren sexuelle Orientierung
zu akzeptieren und ursprüngliche eigene Erwartungen loszulassen. Manchmal
entstehen Unsicherheit, Ängste oder Schuldgefühle. In Kooperation mit PLUS e.V.
soll eine Gruppe für Eltern lesbischer und schwuler Kinder entstehen, die sich mit
anderen Eltern austauschen wollen.
Angehörige von Transsexuellen und Transgender
Ebenfalls in Kooperation mit der Beratungsstelle PLUS und der Selbsthilfegruppe
Transsexuelle in Heidelberg unterstützt der Gesundheitstreffpunkt die Gründung
einer Selbsthilfegruppe von Angehörigen von Transsexuellen und Transgender zur
gegenseitigen Vernetzung und zum Austauschen.
Der Gesundheitstreffpunkt trägt und unterstützt auch Projekte wie Radio RUMMS, INFOPAT
sowie Veranstaltungen, die in Zusammenhang mit Selbsthilfe, gesundheitsbezogenen Eigeninitiativen oder Patientenorientierung stehen.
Der Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V. wird gefördert durch die Stadt Mannheim, das
Sozialministerium Baden-Württemberg, gesetzliche Krankenkassen und Sponsoren.
Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V., Alphornstr. 2a, 68169 Mannheim
Tel. 0621 - 3 39 18 18, www.gesundheitstreffpunkt-mannheim.de
Anfahrt: Straßenbahn Linie 2, Haltestelle Neumarkt
Bushaltestelle Linie 53, Haltestelle Lortzingstraße
A-Z Selbsthilfegruppen in Mannheim
ADHS für erwachsene Betroffene und deren Angehörige + Adipositas / Übergewicht + Adipositaschirurgie + Adoptivfamilien +
AIDS / HIV + Alkoholabhängigkeit + Alleinerziehende + Alte Menschen / Senioren + Amputation + Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) + Angeborene Immundefekte + Angehörige Alkoholkranker + Angehörige Demenzkranker / Alzheimer-Erkrankter +
Angehörige Depressionskranker + Angehörige Drogenabhängiger + Angehörige von Messies + Angehörige psychisch Kranker
+ Angehörige Suchtkranker + Angststörungen / Agoraphobie / Panik + Aphasiker + Arbeitslosigkeit + Arthritis + Arthrose +
Ataxie / Heredo-Ataxie + Atemstillstand + Autismus
Barrierefreiheit + Bauchspeicheldrüsenerkrankte + Behinderung + Beziehungsabhängigkeit / Gesunde Beziehungen + Binationale Familien + Bipolare Erkrankung für Betroffene und Angehörige + Blindheit / Sehbehinderung + Borderline + Borderline,
Angehörige + Brustkrebs + Brustkrebs bei Männern + Bulimie + Burnout
Cerebral- / Hirngeschädigte + Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS) + Cluster-Kopfschmerz + Cochlear Implant + Colitis
ulcerosa + Colostomie + Contergan-Geschädigte
Darmkrebs / Darmerkrankungen + Depressionen + Desmoid + Diabetes + Dialyse-Patienten + Drogenabhängigkeit + Dystonische Erkrankungen
Eltern anfallskranker Kinder + Eltern drogenabhängiger Kinder + Eltern entwicklungsverzögerter / behinderter Kinder+ Eltern
herzkranker Kinder + Eltern von frühgeborenen Kindern + Eltern von Kindern mit Pankreatitis + Emotionale Gesundheit + Epilepsie / Anfallskranke + Erwachsene Kinder suchtkranker Eltern und Erzieher + Esssucht + Essstörungen
Fibromyalgie + Frauen, selbstständige
Gehörlosigkeit + Geh- und Gefäßkrankheiten + Gesichtsschmerz + Gesichtsversehrte (TULPE) + Glaukom (Grüner Star)+ Grauer
Star + Guillain Barré-Syndrom (GBS)
Hausfrauen / Familienfrauen + Herztransplantierte + Hirntumor + Hochsensibilität + Homocystinurie + Homosexuelle + Homosexuelle und Kirche + Hörgeschädigte Menschen + Hypophyseerkrankte
Ileostomie + Internetabhängigkeit + Interstitielle Cystitis (IC) + Inzestüberlebende (SIA)
Kaufsucht + Kehlkopflose Menschen / Halsatmer + Kollagenosen + Körperbehinderte + Krebs
Lange Menschen + Lebertransplantierte / Lebererkrankte und Wartepatienten + Legasthenie + Lesben und Schwule mit Kinderwunsch + Lesbische Frauen mit Depressionen + Leukämie + Liebes- und Sexsucht + Lippen- / Kiefer- / Gaumenfehlbildungen +
LOT – Langzeit-Sauerstoff-Therapie + Lungenemphysem und COPD + Lungenkrebs + Lupus erythematodes + Lymphom
Makuladegeneration + Marfan-Syndrom + Medikamentenabhängigkeit + Messies + Migräne + Mobbing + Morbus Bechterew
+ Morbus Crohn + Morbus Waldenstroem + Mukoviszidose / Cystische Fibrose + Multiple Sklerose + Multiples Myelom / Plasmozytom + Muskelkranke + Myasthenie
Nagel-Patella-Syndrom (NPS) + Narkolepsie + Nebennierenerkrankungen + Nierenkrebs / Nierenkranke
Pankreatektomierte + Parkinson-Erkrankte + Pflegefamilien + Pflegende Angehörige + Poliomyelitis + Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) + Prader-Willi-Syndrom + Prostatakrebs + Psoriasis / Schuppenflechte + Psychiatrieerfahrene + Psychische
Probleme
Regenbogenfamilien + Reizdarm / Reizmagen + Retinitis pigmentosa + Rheuma + Risikogeburten
Sarkoidose + Schädel-Hirn-Verletzte + Schilddrüsenkrebs + Schlafapnoe + Schlaganfall + Schnarchen + Schwangerschaft
(glücklose) / Fehlgeburten + Schwule Manager und Führungskräfte + Schwule mit Alkoholproblemen + Schwule mit sex. Missbrauchserfahrung + Schwule Studierende + Seltene Erkrankungen + Sexsüchtige + Sex- und Liebessüchtige + Sicca-Syndrom +
Sjögren-Syndrom + Sklerodermie + Skoliose + Soziale Phobie + Spastiker + Spielsucht + Stotterer
Tauschring + Technikimplantierte Herzpatienten + Tinnitus / Morbus Menière + Tourette-Syndrom + Transsexualität und Angehörige + Trauernde + Trauernde jüngere Verwitwete + Trauernde nach Partnerverlust + Trennung und Scheidung
Undine-Syndrom + Unfallopfer + Urostomie + Usher-Syndrom
Vasculitis
Wohnen im Alter
Zöliakie und Sprue (Getreideunverträglichkeit) + Zwangserkrankungen
Termine
Winterpause des Gesundheitstreffpunkts
In dieser Zeit keine telefonische oder persönliche
Beratung
23.12.13 – 06.01.2014
Regionale Arbeitsgemeinschaft
Selbsthilfegruppen (RAG SH)
Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfegruppen treffen sich unter der Geschäftsführung des
Gesundheitstreffpunkts zum Informations- und
Erfahrungsaustausch und zur Organisation gemeinsamer Vorhaben.
19.02., 23.04. und 09.07.
Qualitätszirkel
Selbsthilfefreundliches Krankenhaus UMM
Die Mitglieder kommen aus Selbsthilfegruppen,
der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und
vom Gesundheitstreffpunkt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Klinikum und Selbsthilfe
systematisch zu verbessern.
10.04., 15 Uhr
Qualitätszirkel Selbsthilfefreundlichkeit ZI
Das Gremium aus Aktiven von Selbsthilfegruppen,
des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit
(ZI) und des Gesundheitstreffpunkts fördert das
Zusammenwirken von Selbsthilfe und ärztlicher
Hilfe im ZI.
27.01., 15 Uhr
Selbsthilfesprechstunde
in der Universitätsmedizin
In der für alle offenen Sprechstunde informiert
ein Mitglied aus einer Selbsthilfegruppe zur jeweiligen Krankheit und Arbeit der Gruppe sowie
eine Beraterin des Gesundheitstreffpunkts zum
Thema Selbsthilfe. Genaue Termine und Themen
im Flyer oder der Tagespresse
montags (40 Mal im Jahr) 15-17 Uhr, UMM
(Haus 6, Ebene 2, Raum 29 – hinter der InfoPforte)
Infostände im ZI
Alle Selbsthilfe-Interessierten können sich am
Infostand im ZI bei Mitgliedern von je zwei Selbsthilfegruppen über deren Arbeit und Erfahrung
informieren.
letzter Mittwoch im Monat (bei Feiertagen
eine Woche früher) 15-17 Uhr, ZI, im Foyer des
Haupthauses
Patient Melvin interviewt den Olymiasieger und Weltmeister Matthias Steiner bei Radio RUMMS in
der Kinderklinik. Foto: UMM
Matthias Steiner zu Gast bei Radio RUMMS
„Das Wichtigste ist, die Dinge zu tun, die
einem Spaß machen“, meinte Matthias
Steiner während seines Besuchs bei Radio RUMMS in der Mannheimer Kinderklinik. Bei ihm sei es das Gewichtheben
gewesen. Dafür hat er so gebrannt, dass
er es irgendwann bis zum Olympiasieger
gebracht hat.
Aber Matthias Steiner hat auch klar
gemacht, dass das Leben nicht nur aus
solchen Höhepunkten besteht und dass
auch der stärkste Mann der Welt immer
wieder in Situationen kommt, wo er
neue, andere Kräfte mobilisieren muss.
Zum Beispiel, als er als junger Leistungssportler erfuhr, dass er Diabetes hat, und
kurz glaubte, nun sei alles vorbei. Aber
er schaffte es doch.
Die 10-jährige Laura, die ins RUMMSStudio zum Zuhören gekommen war,
bekam ganz große Augen: Bei ihr war
erst vor kurzem Diabetes diagnostiziert
worden, und sie ist Leistungsturnerin.
Matthias Steiner riet ihr, immer ganz
Radio Mama
offen mit ihrer Krankheit umzugehen. Er
Kontaktmöglichkeit für betroffene Eltern – Audio- sagte ihr auch, dass es nicht immer leicht
aufnahmen für Frühgeborene
sein werde, weil viele Menschen erst
freitags (außer Ferienzeiten) 9-11 Uhr, Studio
mal nicht mit der Krankheit umzugehen
Radio RUMMS, Kinderzentrum UMM, Tel. 0621
wüssten. „Aber die müssen das lernen,
- 3 83 37 87
das darfst und musst du einfordern!"
Mensch en begegnen. Gesu ndh eit stärken. Die Selbsthilfe.
Impressum
Herausgeber: Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V., Alphornstraße 2a, 68169
Mannheim V.i.S.d.P.: Raymond Fojkar Redaktion: Bernadett Groß (gesundheitspress@gesundheitstreffpunkt-mannheim.de), Bärbel Handlos, Birgit Dold Mitarbeit: Linda Bielfeld, Corinna Perner Layout: Gisela Koch, KL Druck: BB Druck LU Wir
danken: Dr. Bender von der Ritter-Apotheke und der Kassenärztlichen Vereinigung
für den Versand von selbsthilfe+ an Arztpraxen und Apotheken in Mannheim.
Dass er körperlich so stark ist, hat alle
sehr beeindruckt, aber richtig überzeugend war Steiner wegen seiner offenen
und zugewandten Art.
Vor einem halben Jahr stieg Matthias
Steiner übrigens aus dem Profisport aus.
Er sprach offen darüber, dass er sich jetzt
wieder einen Beruf suchen, wieder von
neuem anfangen müsse.
Wie es in den nächsten Jahren genau
aussieht, weiß er nicht. Auch der stärkste
Mann der Welt kann also unsicher sein.
Für das Maskottchen RUMMS ist nach
diesem Besuch klar: Matthias Steiner
ist auf der ganzen Linie ein starker Typ.
Foto: Patient Melvin interviewt den Olymiasieger und Weltmeister Matthias Steiner bei Radio
Radio RUMMS ist ein Projekt des GesundRUMMS in der Kinderklinik. Foto: gtp
heitstreffpunkts Mannheim in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Mannheim
und der Schule für Kranke.
Betreut von Profis machen hier Kinder
und Jugendliche selbst Radio und sprechen
dabei abseits des Klinikalltags an, was sie
bewegt. Dabei lernen sie eigeninitiativ und
im Team mit der eigenen Krankheit
umzugehen - auch das ist Anbahnung
und Unterstützung von Selbsthilfe.
Radio RUMMS finanziert sich ausschließlich
durch Spenden und Sponsoren. Die Sendungen sind live über Klinikkanäle zu hören und
später übers Internet: www.radio-rumms.de
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Seele and Geist
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