close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Download - giniwe

EinbettenHerunterladen
Zwischenbilanzveranstaltung
Zwei Jahre Grundbildungs-Initiative Niederrhein und
Westmünsterland
Was war? Was ist? Was wird?
am Donnerstag, 28. August 2014, 10 - 12.30 Uhr
in der Akademie Klausenhof, SR 22
Programm
Begrüßung
Herr Dr. Hans Amendt (Direktor der Akademie Klausenhof)
Präsentation der bisherigen Ergebnisse
Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung
Markus Leimbach (Projekt GINIWE)
Vernetzung
1
Gabi Bücker (Kreis Borken, Bildungsbüro)
Schulung für Multiplikatoren
Gesprächsrunde mit Multiplikatoren/-innen aus Jobcenter, VHS
und der Akademie Klausenhof
Moderation: Verena Oellerich (Projekt GINIWE)
Produkte
Vorstellung des Grundbildungs-Atlas und erster Inhalte einer Tool-Box für
Betriebe, Verwaltungen und Bildungseinrichtungen
Klemens Naffin (Projekt GINIWE)
Teilnehmerwerbung und Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht der VHS
Andreas Brinkmann (VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck)
Nachhaltigkeit: Erhalt der Strukturen
Diskussion
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
„
Ein schwieriges aber wichtiges Thema“–so Herr Dr. Amendt in seinen einleitenden Worten über die Problematik funktionaler Analphabetismus. Über 25 Akteure –teils Kooperationspartner, teils Interessierte –nahmen an der Zwischenbilanzveranstaltung der Grundbildungs-Initiative Niederrhein und Westmünsterland (GINIWE) teil.
Präsentation der bisherigen Ergebnisse
Mit der Präsentation der bisherigen Aktivitäten der Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung nimmt Projektkoordinatorin Verena Oellerich zunächst die bisherige
Presseberichterstattung im Zeitraum Januar 2012 bis August 2014 in den Blick
und an dieser lässt sich ablesen: Es tut sich was in der Region. Dabei gehe es bei
den Berichten nicht mehr nur allein um die Bekanntmachung von „
GINIWE“und
die Vorstellung der Projektziele und –aktivitäten. So konnte auch aufgezeigt werden, dass das Thema in der Region vermehrt bearbeitet wird –z.B. durch die
Sensibilisierungsaktionen der VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck.
Alle Presseberichte und auch TV- und Radiobeiträge finden Sie auf der Projekthomepage www.giniwe.de/presse .
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
2
Mit den bisherigen Sensibilisierungs- und Informationsveranstaltungen konnten
unterschiedliche Zielgruppen auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.
Im Zeitraum Oktober 2012 bis August 2014 fanden, so Frau Oellerich, insgesamt neun Präsentationen bzw. Vorträge für Akteure aus Bildung, Verwaltung
und Wirtschaft statt.1 Obwohl sich die Anzahl der Betriebskontakte2 auf insgesamt ca. 50 beläuft, ist die die Gewinnung von Unternehmen nach wie vor ein
schwieriger und langwieriger Prozess. Umwege –z.B. wie bei der Siemens AG in
Bocholt über den Betriebsrat - seien am vielversprechendsten.
Durch die regelmäßige Teilnahme in relevanten Arbeitskreisen (Arbeitskreis Weiterbildung und AG Bildungsberatung –beides Kreis Borken) konnte die Problematik immer wieder thematisiert werden und Eingang in die beteiligten Einrichtungen finden.
Öffentlichkeitswirksame Aktionen wie beispielsweise die Auftaktveranstaltung
zum Projektstart (Januar 2013), ein Diskussionsabend zum Thema „
Chancen
3
und Grenzen von Symbolen und Bildsprache“
im Oktober 2013 oder die Ausstel-
lung der BMBF-Infotafeln „
Funktionaler Analphabetismus“an verschiedenen Stationen4, zielten neben der Sensibilisierung von Menschen im Umfeld von Multiplikatoren/-innen auch auf eine Enttabuisierung der Problematik.
1
2013: Inhouse-Veranstaltungen fanden in vier Geschäftsstellen des Jobcenters Kreis
Wesel (Januar/Februar) und in der Arbeitsagentur Coesfeld (Oktober) statt. Zweimal
konnte das Projekt auf Treffen des Lions Clubs (Februar/März) präsentiert werden.
Der Unternehmerverband ermöglichte im Juni eine Projektpräsentation im Rahmen
des „
Unternehmertreffens“
. Im Dezember konnte das Projekt auf einer regulären Sitzung des Integrationsrates der Stadt Bocholt vorgestellt werden.
2014: Projektpräsentationen im Januar auf der Vertrauensleutetagung der Siemens
AG Bocholt (IG-Metall Bocholt) in Oeding und im März auf der DGB Kreisverbandsitzung (Kreis Wesel) in Moers (unter Einbindung einer Lernendenexpertin)
2
Betriebskontakte sind hier Informierung und Sensibilisierung über Veranstaltungen,
Telefonate und persönliche Gespräche. Detaillierte Informationen hierzu können Sie
ab Januar 2015 dem Projektbericht entnehmen.
3
Die Veranstaltung war angebunden an die Woche der Bildung
4
2013: 27.09. –12.10.2013: Foyer des Medienzentrums in Bocholt und in der Akademie Klausenhof in Rhede
2014: 24.06. –25.08.2014: Akademie Klausenhof in Dingden; Siemens AG Bocholt
(Mitarbeiterversammlung); Europahaus Bocholt (EWIBO); Kreishaus in Borken, Rathausfoyer in Bocholt.
(Kreis Borken).
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
3
Eine breit angelegte und medial begleitete Sensibilisierungsaktion fand Ende Mai
in Bocholt statt. Die BMBF-Kampagne mit ihrer multimedialen Ausstellung „
Lesen
5
& Schreiben –Mein Schlüssel zur Welt“
war mit ihrer Station in Bocholt erstmals
im ländlichen Raum zu Gast. Mit der Eröffnungsveranstaltung am 27. Mai 2014,
die durch Unterstützung der VHS Bocholt-Rhede-Isselburg, in den VHS Räumlichkeiten stattfand, bekam das Thema im Kreis Borken nun auch politische Unterstützung: Begrüßt wurden die etwa 50 Teilnehmenden von Bürgermeister Peter Nebelo, der die Relevanz arbeitsplatzorientierter Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener für die Stadt Bocholt betonte und für mehr Sensibilisierung
in der Gesellschaft plädierte.
Schlüsselübergabe
von links:
Heike Maschner (Ministerium
für Schule und Weiterbildung
NRW), Peter Nebelo (Bürgermeister der Stadt Bocholt),
Thomas Bartelt (BMBF)
Foto | Thilo Schmülgen für
BMBF: Lesen & Schreiben Mein Schlüssel zur Welt ©
2014
Unter http://www.giniwe.de/dokumentationen/ finden Sie die Dokumentation zur
Eröffnungsveranstaltung und zur begleitenden Aktionswoche.
5
Vom 27.05.2014 – 06.06.2014 informierte die multimediale Ausstellung „
Lesen &
Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“im Foyer der Stadtbibliothek in Bocholt über das
Thema „
funktionaler Analphabetismus“
. Die Online-Version der Ausstellung finden Sie
unter http://www.mein-schlüssel-zur-welt.de/de/676.php.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
4
Es war insbesondere die Aktionswoche6, die wichtige Hinweise für die Gestaltung
der Ansprache lieferte, Lernbedarfe und -wünsche von Betroffenen aufzeigte, und
neue Inputs für die Bewerbung von Angeboten brachte.
Als Beispiele guter Praxis führte Frau Oellerich das Lerncafé „
Umgang mit Geld“
und das Lesecafé, zu denen sich insgesamt neun Betroffene einfanden, an. Entweder hatten die Teilnehmenden „
von Freunden davon gehört“
, wurden durch
Familienmitglieder, die in der Zeitung davon gelesen hatten, oder durch das
ALFA-Mobil auf die Angebote aufmerksam gemacht.
Die Einbindung von Lernenden scheine nicht nur für eine erfolgreiche Sensibilisierung notwendig zu sein: Vor allem biete sie die für Betroffene wichtige Möglichkeit des Erfahrungsaustausches mit Menschen, die das gleiche erlebt haben.
Dies zeigten auch die vielen Gespräche, die Tim-Thilo Fellmer als ehemaliger
Lernender am ALFA-Mobil mit Betroffenen führte.
6
5
Aktionswoche
In der Aktionswoche wurden verschiedene zielgruppenspezifische Angebote –teilweise
in Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen –umgesetzt.
03.06.2014 Filmvorführung „
Unbelehrbar“mit anschließender Publikumsdiskussion, Kinocenter Borken
04.06.2014 Einführung in die computerbasierte Diagnostik von lea. - Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften“
, Akademie Klausenhof, Rhede (Ilka Koppel,
Universität Hamburg)
05.06.2014 Rundgang durch die Bibliothek (mit Solveig Klockmann, LernendenExpertin)
ALFA-Mobil mit Tim-Thilo Fellmer und Julia Kuhlmann, Rhede
06.06.2014 Workshop zum Onlinelernportal ich-will-lernen.de, Akademie Klausenhof,
Rhede (Bettina Lübs)
Lerncafé „
Umgang mit Geld“(mit Unterstützung von Bettina Lübs und Solveig Klockmann)
ALFA-Mobil mit Tim-Thilo Fellmer und Julia Kuhlmann, Borken
07.06.2014 Lesecafé –autobiografische Lesung mit Tim-Thilo Fellmer mit anschließendem Publikumsgespräch (in Kooperation mit Chance e.V., Glashaus in
Gronau)
ALFA-Mobil mit Tim-Thilo Fellmer und Julia Kuhlmann, Gronau
7
Für mehr Informationen zum ALFA-Mobil vom Bundesverband für Alphabetisierung und
Grundbildung e.V. siehe http://www.alphabetisierung.de/service/alfa-mobil.html
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
Alternative Lernformate –z.B. unter Einbindung von Lernportalen und Berücksichtigung alltagsweltlicher Themen –können, so die Schlussfolgerung, eine
Brücke zu „
traditionellen“Alphabetisierungskursen sein. Notwendig hierfür seien allerdings Lehrende und (Sozial-) Pädagogen/-innen, die über ein fundiertes
Zielgruppenwissen verfügen. Der Bedarf an entsprechender Weiterqualifizierung
ist allerdings groß: Das zeigen auch vielen Rückmeldungen im Rahmen der Multiplikatoren-Schulungen8, die im Rahmen des Projektes durchgeführt werden. In
zwei Workshops wurde deshalb einmal in eine computerbasierte und förderbasierte Diagnostik eingeführt, ein anderes Mal auf den Einsatz des Lernportals
ich-will-lernen.de vorbereitet.9 In einigen berufsvorbereitenden oder arbeitsmarktintegrierenden Maßnahmen ist die förderbasierte Diagnostik bereits integrativer Bestandteil der Akademie Klausenhof.
Das ALFA-Mobil mit seiner „
Komm-Struktur“ fand im Plenum positive Resonanz.
Sowohl eine Regelmäßigkeit des Kontaktes - so dass man immer wieder auf die
Problematik aufmerksam gemacht werde - als auch eine Platzierung in Verwaltungsnähe seien wünschenswert. Herr Andreas Brinkman (Direktor der VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck) weist auf die große Angst vor Behörden hin, die
man für eine erfolgreiche Ansprache bedenken müsse. Des Weiteren nicht zu unterschätzen seien „
Mitmachsachen“(auch für Lesekundige), Spiel und Spaß. Einem einfachen Infostand fehle der Eventcharakter. Und schließlich benötige man
auch (jüngere) Betroffene, die mit der Arbeit in der Öffentlichkeit vertraut sind.
Im Vorfeld geschulte Auszubildende oder Studierende können zwar informieren,
aber das Gespräch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, nicht ersetzen.
8
Im Zeitraum Mai 2013 bis August 2014 fanden insgesamt 7 Schulungen für Mitarbeitende aus Jobcentern, Weiterbildungseinrichtungen, Maßnahmeträgern, Arbeitsagenturen und anderen Verwaltungen statt. Die Anzahl der Teilnehmenden beläuft sich bisher auf 64 Multiplikatoren/-innen.
9
Workshop "Einführung in die computerbasierte Diagnostik von lea. - Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften“
. Die Diagnostik ist im Projekt „
otu.lea - Online Testumgebung. zur Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften“entstanden. Mehr Informationen finden Sie im Flyer oder unter http://otulea.uni-bremen.de/
Mehr Informationen zum DVV-Lernportal www.ich-will-lernen.de finden Sie im Flyer
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
6
Auch finanzielle Hürden gebe es zu bedenken, so Herr Sven Wisberg (VHS
Bocholt-Rhede-Isselburg), und wirft die Überlegung in den Raum, eine ähnliche
Version –z.B. in Form eines kleinen Standes aufzubauen.
Mit dem Hinweis, dass alle öffentlichkeitswirksamen Sensibilisierungsaktivitäten
und eine Auswahl von Informationsveranstaltungen für und mit Unternehmen auf
der Projekthomepage dokumentiert sind, geht es mit dem Projektziel Vernetzung
weiter.
Eine flächendeckende und breite Sensibilisierung braucht Vernetzung. Auch hier
kann das Projektteam auf einige Erfolge zurückblicken, wie Frau Gabi Bücker
vom Bildungsbüro es für den Kreis Borken anhand der bisherigen Vernetzungsaktivitäten und Ergebnisse vorstellte.
Große und wichtige Aufgaben des Bildungsbüros, so Frau Bücker, seien es, zu
bündeln und zu vernetzen, für Bildung zu werben und schließlich zu sensibilisieren für die Problematik „
Funktionaler Analphabetismus“– auch den Kreis selber.
Seit mittlerweile einem Jahr gebe es den Runden Tisch Alphabetisierung Bocholt8,
der von September 2013 bis Mai 2014 vom Kreis moderiert wurde. Angefangen
habe alles bereits 2012 mit dem Wunsch des Arbeitskreises der Weiterbildungsträger nach einer höheren Bildungsbeteiligung. Schnell bildete sich eine Arbeitsgruppe „
Bildungsberatung“
, der Vorläufer des Runden Tisches, und zeitgleich die
Idee für das Projekt GINIWE, für das der Kreis Kooperationsbereitschaft signalisierte. Mittlerweile sei das Thema fester Bestandteil der Arbeit im Bildungsbüro,
dabei stehen –neben Sensibilisierung –die Qualifizierung von Dozenten/-innen
und die Entwicklung erfolgreicher Wege zur Erreichung der Zielgruppe im Fokus.
„
Es macht Sinn unterschiedliche Sachen auszuprobieren, um an Leute zu kommen“fasst Frau Bücker zusammen und stößt damit eine Diskussion an: Wie kann
man denn nun die Zielgruppe erreichen, wenn nicht über die Zeitung und Flyer?
Ein möglicher sinniger und erfolgreicher Weg sei es beispielsweise Mitarbeitende
8
Unter http://www.giniwe.de/vernetzung/ sind die Vorhaben der Runden Tische (Stadt
Bocholt und Kreis Borken) dokumentiert.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
7
in Jobcentern und Arbeitsagenturen zu sensibilisieren, um an Betroffene heranzukommen, merkte Herr Dr. Amendt an. Diesen Ansatz, wie er schließlich auch
im Projekt angewandt wird, unterstützen auch die Jobcenter in Kreisen Wesel
und Borken. Denn: Wenn Lese- und Schreibschwierigkeiten überhaupt sichtbar
werden, dann oft erst in Behörden, merkt Herr Brinkmann an. Häufiges Vorgehen
im Jobcenter, erzählt Frau Fatma Boland (Jobcenter Bocholt), lassen Eltern die
Kinder schreiben. Deshalb ist es im Jobcenter Kreis Wesel auch mittlerweile gängige Praxis, Flyer dort auszulegen, wo die Probleme offensichtlich werden.
Im Jobcenter in Bocholt hat man mittlerweile „
schon eine Idee, warum einige
unzuverlässig sind“und Absprachen am Telefon hingegen besser funktionieren,
erklärt Frau Boland, und empfiehlt die GINIWE-Schulung für Multiplikatoren, in
der aufgezeigt wird, wie man funktionalen Analphabetismus erkennen und Betroffene ansprechen und fördern kann. Durch die Schulung sei man schon empfänglicher geworden und horche auf, wenn ein Kunde vergewissernd fragt:
„
Wenn ich mich um Drei auf den Weg mache, dann bin ich bei Ihnen ja pünkt9
lich.“
Schwierig sei es allerdings, so ergänzt sie, konkrete Angebote aufzuzeigen
–als nächster Schritt müsse man deshalb zeitnah Kurse anbieten können.
Fehlende Grundbildungs-Angebote - ein Problem, dass immer auch Thema in den
Schulungen für Multiplikatoren/-innen war. Deutlich wurde dies in der darauffolgenden Gesprächsrunde mit Frau Silvia Anlauf-Busch (Jobcenter Wesel), Frau
Verena Liman (VHS Dinslaken –Voerde –Hünxe) und Herrn Tim Kosmeyer
(Akademie Klausenhof, Rhede). Moderiert wurde die Runde von Frau Oellerich.
Herr Kosmeyer, der in der beruflichen Ersteingliederung mit lernbehinderten Jugendlichen arbeitet, kennt die Problematik unzureichender schriftsprachlicher
Kompetenzen. Viele der Teilnehmenden, die eine integrative Ausbildung machen,
seien ja irgendwie durch die Schule gekommen. Mit der onlinebasierten Diagnostik sei es nun zumindest möglich, die Lernbedarfe zu konkretisieren und
9
Mehr Erkennenshinweise, die auf das Vorliegen unzureichender Lese-und Schreibkompetenzen deuten, finden Sie in der Toolbox unter www.besser-lesen-und-schreiben.de
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
8
Schreib- und Lesefähigkeiten zu fördern. Negative Lernerfahrungen und fehlende
Anerkennung sind auch ein Thema für Frau Anlauf-Busch, Arbeitsvermittlerin für
die Gruppe Ü 25. Eine VHS sei für viele eben eine Schule, löse Angst aus und
führe zur oft ablehnenden Haltung.
9
von links: Verena Oellerich (Akademie Klausenhof, Projekt GINIWE), Verena
Liman (VHS Dinslaken-Voerde-Hünxe), Silvia Anlauf-Busch (Jobcenter Wesel),
Tim Kosmeyer (Akademie Klauenhof)
Mit der Frage, ob neue Lernformate, neue Lernorte und weniger stark strukturierte Angebote die VHS attraktiver machen könnten, spricht Frau Oellerich die
Forderung nach einer vermehrten Lebens- und Arbeitsweltorientierung an. Für
Frau Liman, die als Programmbereichsleitung unter anderem für Grundbildung
und Schulabschlüsse zuständig ist, ist dies vor allem eine Frage der Fördermöglichkeiten. Derzeit viel drängender sei die Herausforderung, überhaupt ausreichend Teilnehmer zu haben, damit die bereits bestehenden Angebote auch tatsächlich stattfinden können–und das obwohl die Kosten pro Unterrichtsstunde
nur 0,50€betragen. „
Die Leute haben schon den Weg in die VHS gefunden,
wenn Kurse dann abgesagt werden müssen, weil nicht genügend Anmeldungen
vorliegen, kommen interessierte Betroffene nicht so schnell wieder.“fasst Frau
Liman die Problematik zusammen. Auch viele Drop-Outs gebe es, dabei müsse
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
man schon regelmäßig daran arbeiten, um in einem Jahr besser lesen und
schreiben zu lernen. Gerade das Schreiben sei ein schwieriger Prozess und während der großen Sommerpause zwischen den Semestern bleibe häufig auch die
Motivation auf der Strecke. Ein zentraler Punkt, bei dem man was bewegen könne, seien sensibilisierende Plakate oder Postkarten mit der Nummer des ALFATelefons. „
Die sind sehr beliebt und werden häufig mitgenommen.“
, erzählt Frau
Anlauf-Busch.
Die Diskussion macht auch deutlich, dass es allein mit Sensibilisierung nicht getan ist: Es fehle derzeit an ausreichenden Möglichkeiten der Vermittlung. Weil
das Jobcenter selber keine Sprachkurse anbieten darf, schlägt Herr Dr. Amendt
vor, ein Angebot speziell für Jobcenter anzubieten. Intensive Angebote, die sowohl Anteile von Grundbildung als auch berufsrelevante Anteile vereinen, seien
sicherlich –z.B. für die Teilnehmenden von Herrn Kosmeyer eine vielversprechende Lösung. Frau Anlauf-Busch wendet ein, man müsse aber auch berücksichtigen, dass zu einer Teilnahme an VHS-Kursen nicht verpflichtet werden
kann. Auch vor dem Hintergrund, dass Betroffene in Kurssituationen und auch
bereits bei der Anmeldung zwangsläufig viel von sich Preis geben, zeigt auf, wie
wichtig das Prinzip der Freiwilligkeit ist, ergänzt Frau Liman. Die Entscheidung
zur Kursteilnahme könne aber durch die Sensibilität und das Wissen über laufende Kurse in Beratungssituationen in Jobcentern und Arbeitsagenturen unterstützt
werden. Auch hier, so betont Frau Anlauf-Busch, sei es wichtig nicht zu drängen
und die Entscheidung den Kunden/-innen zu überlassen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Verbesserung der Schnittstelle zur
VHS und damit mehr Austausch zwischen Multiplikatoren/-innen und Verantwortlichen verschiedener Institutionen kann dazu beitragen, die Vermittlungsmöglichkeiten zu erhöhen. Neue Lernformate jedoch erfordern ausreichend Teilnehmende, aber auch speziell qualifizierte Pädagogen und Lehrende. Darüber hinaus ist
es gerade in ländlichen Regionen weitaus schwieriger, der heterogenen Zielgruppe, ihrer Lernbedarfe, Motivationslagen und unterschiedlichen Kompetenzlevels
mit adäquaten Angeboten gerecht zu werden.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
10
Die verschiedenen Sichtweisen der VHS, des Jobcenters und der Akademie Klauenhof spiegeln nicht nur Handlungsbedarfe - bezogen auf bildungspolitische und
institutionsbedingte Rahmenbedingungen –wieder, sondern weisen auch auf
Möglichkeiten der Professionalisierung im Bereich der mikrodidaktischen Ebene
hin. Eine anschließende systematische Förderung der schriftsprachlichen Kompetenzen, wie sie aus einer förderbasierten Diagnostik folgen müsste, kann nicht
nebenbei von sozialpädagogisch Tätigen geleistet werden. Optimal, so Herr Kosmeyer, wäre entsprechendes Lernmaterial und Schulungsmöglichkeiten für Lehrkräfte. Für die Arbeit als Fallmanager oder Arbeitsvermittler im Jobcenter ist die
Möglichkeit, auf bestehende Lern- und Beratungsangebote hinweisen zu können,
ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Abbau von Vermittlungshindernissen. Arbeitsweltorientierte „
Kombi-Maßnahmen“ werden von allen befürwortet - für die Konzeption einer solchen größeren Maßnahme fehlen gegenwärtig jedoch jegliche
Fördermöglichkeiten.
11
Produkte
Vorstellung des Grundbildungs-Atlas und erster Inhalte einer Tool-Box für
Betriebe, Verwaltungen und Bildungseinrichtungen
Mit einer kurzen Vorstellung des Grundbildungs-Atlasses, der in einer OnlineVersion unter www.besser-lesen-und-schreiben.de zu finden ist, stellt Projektmitarbeiter Herr Klemens Naffin ein Produkt vor, das unter anderem die Möglichkeiten der Vermittlung für Fallmanager/-innen, Arbeitsvermittler/-innen und
andere Multiplikatoren/-innen vereinfachen soll. Auf der Website sollen alle Angebote im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung gebündelt und zielgruppenspezifisch aufbereitet werden.
Mit dem Ziel, die regionale Bildungslandschaft im Bereich Alphabetisierung und
Grundbildung für die Betroffenen und Multiplikatoren/-innen transparenter zu
machen, solle im Januar 2015 sowohl eine Printversion als auch eine CD-Rom
verfügbar sein, erklärt Herr Naffin.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
Die Idee zur Website sei aus dem Runden Tisch Alphabetisierung in Bocholt heraus entstanden und wurde darauf aufbauend, unter Einbezug konkreter Veränderungsvorschläge, stetig weiterentwickelt.
Grundsätzlich orientiere sich der Aufbau der Website an Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Neben Kursen, die inhaltlich den drei Schwerpunkte Lesen & Schreiben, Computer & Medien und Rechnen & Wirtschaft untergeordnet seien, werden unter Lernen zu Hause (Lernportale) Möglichkeiten des
Online-Lernens aufgeführt. So könnten Betroffene sich zunächst ohne „
pädagogische Belehrung“dem Thema nähern.
Herr Naffin wies auf die verschiedene Angebote für Akteure, Fachleute und die
allgemeine Öffentlichkeit hin: Unter weitere Informationen und Angebote seien
Möglichkeiten der Fortbildung, Hinweise auf (regionale) Veranstaltungen (z.B.
Sensibilisierungsaktionen, Informationsveranstaltungen, Fachtage…) und Informationen zu den bestehenden Runden Tischen in den Kreisen Wesel und Borken
aufgeführt.
An der Toolbox, in der Handlungsempfehlungen, Good-Practice Beispiele, Leitfäden und Materialien aus anderen Projektenzielgruppenspezifisch (für Betriebe,
Bildungsmanager, Lehrende, Sozialpädagogen/-innen) zur Verfügung stehen sollen, werde derzeit gearbeitet. Auch die Materialien wieder, die in den Multiplikatoren-Schulungen zum Einsatz kamen, werden eingepflegt. Eine erste Einteilung
der der Inhalte erfolge in drei Modulen:
•
Erkennen und Ansprechen, z.B. Arbeitsplatzanalysen, Diagnostik und ihres
Einsatzmöglichkeiten, Möglichkeiten der Ansprache
•
Vermitteln und Fördern, z.B. Konkrete Ansprechpartner/-innen für Grundbildungs-Angebote, Möglichkeiten der Förderung der Motivation und Lernbereitschaft –auch durch Beratung, neue Lernformate und Lernorte
•
Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung, z.B. Einbindung von LernendenExperten/-innen, Bewerbung von Kursen, Strategien zur Ansprache von
Betroffenen, Aktionen für und in der Öffentlichkeit
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
12
Auch der Projektbericht werde auf der Website ab Ende Januar 2015 veröffentlicht. Neben Begriffsklärungen, einer Beschreibung der Ausgangslage in der Region, einer Dokumentation der Erfahrungen und Ergebnisse, werde der Bericht
auch eine Auswahl relevanter Literatur enthalten. Abschließend weist Herr Naffin
darauf hin, dass eine Vorlesefunktion geplant ist.
Teilnehmerwerbung und Öffentlichkeitsarbeit aus Sicht der VHS
Einführend gab Herr Andreas Brinkmann, der lange bei Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. in Münster tätig war und seit Januar 2014 Direktor der VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck ist, einen kurzen Überblick über die
Kurse der VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck. „
Relativ gut“liefe es bezüglich
der Anmeldungen für Kurse für Muttersprachler und Migranten mit Deutschkenntnissen. Davon abzugrenzen seien die Integrationskurse mit Alphabetisierung. Eine Differenzierung der Kurse nach Kompetenzniveaus sei aufgrund der zu
kleinen Teilnehmerzahl dennoch nicht machbar. Gegenwärtig sei nur eine Binnendifferenzierung über die Kursleitenden möglich.
Als Experte für Alphabetisierung und Grundbildung lieferte Herr Brinkmann Tipps
und Anregungen für öffentlichkeitswirksame Aktionen: Erfolgsversprechende
Komponenten seien vor allem die Einbindung durch Betroffene, z.B. als Gesprächspartner bei Veranstaltungen. Als gutes Beispiel nennt er die Veranstaltung „
Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben“
, in der zwei ehemalige Betroffene von ihren Erfahrungen berichten.10
10
In der Informationsveranstaltung „
Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben?“
(28. August 2014, 20 Uhr in der VHS in Wesel) berichteten Solveig Klockmann und
Uwe Boldt, zwei ehemalige Betroffene aus Hamburg und aktuell Lernende aus VHSKursen, über ihre Lebensgeschichten und über die Bedeutung von Schrift im Alltag
und am Arbeitsplatz. Sie gaben Einblicke in ihren Alltag und beantworteten Besucherfragen wie z. B. Welche Rolle spielten Verheimlichen und Tricksen? Welche Chancen
haben sie genutzt, um den Alltag zu meistern? Wie hat die Schrift ihr Leben verändert?. Auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Stadtbücherei-Teamleiter Wolfgang
F. Berg waren mit dabei, lasen Gedichte und Geschichten von Betroffenen vor und
diskutierten zunftweisende Ideen und Projekte. Komplementiert wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung der Angebote zur Leseförderung seitens der VHS und der
Stadtbücherei.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
13
Herr Brinkmann blickt auf viele positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit
lokalen Akteuren zurück: Nicht nur Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (Wesel)
engagiert sich mittlerweile für die Problematik, auch in Hamminkeln, Schermbeck
und Voerde konnte mit der Ausstellung „
Wie lebt es sich in einer Welt ohne
11
Buchstaben“
in den jeweiligen Rathäusern für das Thema sensibilisiert werden.
Auch mit dem Projekt GINIWE bzw. der Akademie Klausenhof, arbeitete die VHS
gut zusammen. Für die Stadt Wesel führt Herr Brinkmann die sensibilisierende
Arbeit mit den Fallmanager/-innen und Arbeitsvermittler/-innen fort
Herr Brinkmann stellte verschiedene Poster und Plakate vor, die zur Sensibilisierung in Jobcentern, Supermärkten, Bildungseinrichtungen und anderen öffentlichen Plätzen ausgelegt werden können. Die Materialien und auch zwei PlakatAusstellungen sind im Rahmen der BMBF-Projekte RAUS bzw iCHANCE entstanden und können über den Bundesverband für Alphabetisierung und Grundbildung e.V. bestellt werden.
12
14
11
Die Plakat-Ausstellung „
Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben“kann bei der
Akademie Klausenhof für einen begrenzten Zeitraum entliehen werden. Bei Interesse
melden sich bitte per E-Mail an giniwe@akademie-klausenhof.de oder telefonisch unter
02852/89-1337. Mehr zur Ausstellung unter www.besser-lesen-und –schreiben.de
12
Unter http://www.raus-blick.de/ bzw. http://profi.ichance.de/index.php?id=16 können
Sie kostenlos Printmotive (Plakate und Postkarten) bestellen. Die Materialien eignen
sich, um für Ihre Lernangebote zuwerben, Multiplikatoren/-innen zu sensibilisieren und
die zu Öffentlichkeit informieren.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
Schreibbeispiel von funktionalen Analphabeten/-innen
Neben dem vielen Material zur Sensibilisierung, seien auch Schreibbeispiele13,
wie sie auf der Website der Kampagne iCHANCE zu finden sind, wichtig, damit
man eine Vorstellung davon bekomme, was eigentlich unter funktionalem Anal14
phabetismus zu verstehen ist. Mit dem „
Diagnose-Schnelltest“
lasse sich inner-
halb von 5-10 Min. feststellen, ob Lese- und Schreibschwierigkeiten vorliegen.
Der Schnelltest eigne sich, so Brinkmann, besonders gut für den Einsatz im Jobcenter, da für eine differenzierte Diagnostik (wie beispielsweise die förderbasierte
Diagnostik aus dem Projekt lea.) weder entsprechende fachliche noch zeitliche
Kapazitäten vorhanden seien.13 „
Besonders wichtig für die Sensibilisierung der
allgemeinen Öffentlichkeit und für eine Enttabuisierung ist die Einbindung lokaler
Medien“betont Brinkmann und wendet sich dem Thema Vernetzung zu. Durch
Mitarbeit in der Kommission Alphabetisierung NRW und durch Anbindung an das
Alpha-Netz NRW14 fördert er sowohl die Sensibilisierung als auch die Entwicklung
regionaler Bündnisse im Kreis Wesel.
13
Mehr Schreibbeispiele finden Sie unter http://profi.ichance.de/index.php?id=59
Den Diagnose-Schnelltest finden Sie im Materialienpool [Stand: 7.10.2014]auf der
Homepage des Raus-Projektes.
14
Das Alpha-Netzwerk, das vom Landesverband der Volkshochschulen getragen wird,
bündelt regionale Initiativen, aktiviert relevante gesellschaftliche Akteure und erarbeitet auf Landesebene neue Konzepte für Lernangebote im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung. Die Nachfragen aus dem Plenum nach den Schulungen, die das AlphaNetz für Lehrende plant, spiegeln die unzureichende Professionalisierung im Bereich
Grundbildung und Alphabetisierung wieder.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
15
Mit einer Einladung zu der Veranstaltung „
Wie lebt es sich in einer Welt ohne
Buchstaben“beendet Herr Brinkmann das Gespräch mit dem Publikum.
Nachhaltigkeit: Erhalt der Strukturen
Mit der Frage nach den Erwartungen, möchte das Projekt-Team mehr über die
Interessen und Möglichkeiten der einzelnen Akteure erfahren. Die Inputs sollen
helfen, bisherige Ansätze anzupassen, zu modifizieren, weiterzuentwickeln oder
aber zumindest zu sichern.
Im Laufe der Veranstaltung wurde deutlich, dass es für das Jobcenter besonders
wichtig ist, dass bei allen Sensibilisierungsaktivitäten auch der Bereich Internet
und z.B. auch Facebook einbezogen werden. Es wurde vorgeschlagen zur Enttabuisierung das Radio und Fernsehen miteinzubeziehen, weil sie schließlich ohne
Schriftsprache auskommen. Herr Dr. Amendt hält fest, dass der Unternehmensbereich nach wie vor der schwierigste Bereich ist. Gegenwärtig gebe es keine
Programme wie beispielsweise WeGebAU15, die ein betriebliches Engagement im
Bereich arbeitsplatzorientierter Grundbildung fördern könnte, so Frau Dr. Schöpper-Grabe vom Institut der deutschen Wirtschaft und fordert ein Nachdenken
über die aktuelle Fördersituation. Notwendig sei schließlich eine arbeitsmarktpolitische Verankerung, mit der das Thema öffentlich werde und sich programmatisch bearbeiten lasse.
Herr Dr. Amendt bedankt sich für das Interesse, die konstruktiven Gespräche
und die vielen Einblicke, die gezeigt haben welche Relevanz das Thema für die
unterschiedlichen Akteure hat und welche Handlungsfelder zu bearbeiten sind.
Anhang
verwendete Links
Teilnehmerliste
15
Die Bundesagentur für Arbeit fördert bereits seit dem Jahr 2002 mit dem WeGebAU
Programm die berufliche Weiterbildung von älteren und geringqualifizierten Beschäftigten. KMU können eine Förderung bis zu 100% erhalten.
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
16
Links [Stand: 08.10.2014)
www.giniwe.de/presse
Presseberichte, TV- und Radiobeiträge zum Projekt und zu Aktivitäten im Bereich
Grundbildung und Alphabetisierung in der Region
http://www.giniwe.de/vernetzung/
Dokumentation der Runden Tische
Stadt Bocholt und den Kreis Borken
Alphabetisierung und Grundbildung für die
http://www.giniwe.de/dokumentationen/
Dokumentation zur Eröffnungsveranstaltung der BMBF Kampagne „
Lesen &
Schreiben –Mein Schlüssel zur Welt“am 27. Mai in Bocholt und zur begleitenden
Aktionswoche
http://www.mein-schlüssel-zur-welt.de/de/676.php
Online-Version der multimedialen Ausstellung „
Lesen & Schreiben –Mein Schlüssel zur Welt“
http://www.alphabetisierung.de/service/alfa-mobil.html
Informationen zum ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und
Grundbildung e.V., Münster
http://otulea.uni-bremen.de/
Informationen zum Projekt „Online Testumgebung. zur Literalitätsentwicklung
von Arbeitskräften“(otu.lea), z.B. Ablauf der Diagnostik, Anwendungsmöglichkeiten
http://www.giniwe.de/app/download/8819839993/otu.lea_flyer_32014.pdf?t=1406188197
Flyer zum Projekt „
Online Testumgebung. zur Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften“(otu.lea)
www.ich-will-lernen.de
Online Lernportal des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV)
http://www.grundbildung.de/fileadmin/redaktion/pdf/Neue_Medien/Flyer_iwl_20
10_DEUTSCH.pdf
Flyer zum Lernportal ich-will-lernen.de
www.besser-lesen-und-schreiben.de
Grundbildungs-Atlas und Toolbox
http://www.raus-blick.de/ und http://profi.ichance.de/index.php?id=16
Informationen zu den Projekten iChance und RAUS: u.a. Beispielen für sensibili
sierende Materialien und kostenlose Bestellmöglichkeiten für die Printmotive
http://profi.ichance.de/index.php?id=59
Schreibbeispiele funktionaler Analphabeten/-innen
http://www.raus-blick.de/materialienpool/diagnostik.html
Diagnose-Schnelltest
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
17
Teilnehmende
Amendt, Dr. Hans
Akademie Klausenhof
Anlauf-Busch, Silvia
Jobcenter Kreis Wesel
Blomen, Carolin
VAN CLEWE SUN PROTECTION GmbH
Boland, Fatma
Stadt Bocholt - Jobcenter
Brinkmann, Andreas
VHS-Zweckverband Wesel-Hamminkeln-Schermbeck
Bruckmann, Hans-Georg
DRK Kreisverband Borken
Bücker, Gabi
Kreis Borken, Bildungsbüro
Ciesielski, Bert
Kreis Wesel
Dieker, Norbert
BBS Bocholt
Dunkel, Anna
Kreis Wesel, Kommunales Intergrationszentrum
Jansen, Gerd
Ibena Textilwerke
Jonetko, Martin
Unternehmerverbandsgruppe e.V.
Kosmeyer, Tim
Akademie Klausenhof
Kreyerhoff, Udo
DRK Familienzentrum Stöberland
Liman, Verena
VHS Dinslaken-Voerde-Hünxe
Naffin, Klemens
Akademie Klausenhof
Oellerich, Verena
Akademie Klausenhof
Rademacher, Mechthild
Jobcenter Kreis Wesel
Schoo, Heike
Stadt Bocholt
Schöpper-Grabe, Dr.
Sigrid
Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Sommer, Dr. Michael
Akademie Klausenhof
van Kronenberg, Michael
Siemens AG
Wisberg, Sven
VHS Bocholt-Rhede-Isselburg
Zekorn, Helmut
Agentur für Arbeit Geldern/Wesel/Kleve
Projektteam GINIWE
Verena Oellerich
Klemens Naffin
Markus Leimbach (Projektleitung)
Dingden, September 2014
www.giniwe.de
Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12010 gefördert.
Die Verantwortung dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
18
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
4
Dateigröße
1 393 KB
Tags
1/--Seiten
melden