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DOLMETSCHERDIENSTE ODER DEUTSCHK URSE : WAS TUN

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11 / 14
Basler
Schulblatt
DOLMETSCHERDIENSTE
ODE R D E UTSCHK U R SE :
WAS T U N, WENN ELTER N
EINE N N ICHT VE RS T E HEN ?
BALZ UND SCHULBLATT SPANNEN ZUSAMMEN
BEIM BAUEN AN DEN SCHULEN ÜBER LERNEN REDEN
Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
DIE K’WERK-BILDSCHULE
UND IHRE KOOPERATIONEN
K’WERK-LEITERIN SABINE GYSIN UND LEHRERIN SIBYLLE TSCHOPP
ZUM BEISPIEL EDUCOMM
Von Julia Kazis, SfG Basel
Das Schulblatt hat den Umzug des K’Werks von der
Schanzenstrasse an die SfG Basel zum Anlass genommen,
die Bildstrecke während zwei Monaten der Bildschule
zu widmen. Als Pendant zur musikalischen Förderung
an einer Musikschule vermittelt das K’Werk gestalterische
Bildung an Kinder und Jugendliche zwischen
6 und 16 Jahren.
Die Grundelemente ihrer Philosophie – Kontinuität, Qualität,
Sibylle Tschopp, Lehrerin einer 3. Primarklasse am Neubad-
Zugänglichkeit für ein breites Publikum – verfolgt die Bildschu-
Schulhaus, hat mit ihrer Klasse das educomm-Angebot des
le auch in den zahlreichen Kooperationen, innerhalb derer sie
K’Werks genutzt und schildert im folgenden Interview ihre Er-
ihre Kompetenzen unterschiedlichen Institutionen zur Verfü-
fahrungen damit.
gung stellt. Im zweiten Teil des Interviews mit K’Werk-Leiterin
Sabine Gysin steht eine dieser Kooperationen im Mittelpunkt :
Frau Tschopp, weshalb haben Sie das educomm-Projekt des
die beiden educomm-Angebote für die Vermittlung von Franzö- K’Werks ausgewählt ?
sisch und Englisch.
Sibylle Tschopp : Das Angebot « Le club des regards aiguisés »
hat mich schon lange interessiert. Nach Zirkus, Petite Ca-
Liebe Sabine, was genau muss ich mir unter den « educomm-Pro-
margue Alsacienne, Weihnachtsbasteln und Kamishibai woll-
jekten » vorstellen ?
te ich gerne etwas im Bereich Kunst machen.
Sabine Gysin : Diese Projekte fördern die Vermittlung von
Französisch in der 3. und 4. und von Englisch in der 5. und 6. Welche Erfahrungen haben Sie als Lehrerin mit dem educommKlasse. Unter der Anleitung eines muttersprachlich französi- Projekt gemacht ?
schen oder englischen « Gastgebers » verlassen die Schülerin-
Ich finde es wichtig, dass der Französischunterricht nicht nur
nen und Schüler das Schulhaus für eine Exkursion und vertie-
im Klassenzimmer stattfindet. Die Schülerinnen und Schüler
fen den Spracherwerb über Erlebnisse.
sind in Kontakt getreten mit einer französischsprachigen Malerin und haben von ihr viel Neues erfahren.
Das K’Werk vermittelt ja Bildkompetenz – wie zeichnet oder
malt man denn zum Beispiel auf Französisch ?
Das Konzept des « Club des regards aiguisés » ist, die sinnliche
Wahrnehmung zu beschreiben, in Worten und in Gestaltung.
Welches Feedback haben Sie von Ihrer Klasse erhalten ? Wie ist der
« Club des regards aiguisés » aufgenommen worden ?
Der Workshop ist bei den Kindern sehr gut angekommen. Ge-
Unser educomm-Französisch-Projekt findet an zwei Vormit-
neviève Morin hat das Programm sehr kindgerecht aufgebaut.
tagen statt, einmal im Botanischen Garten, einmal im K’Werk.
Als sie den Kindern auch ihr Zeichnungsheft gezeigt hat, ha-
Beim ersten Mal steht die Wahrnehmung im Zentrum – be-
ben sie sofort erkannt, dass sie wirklich eine Künstlerin ist.
obachten, schauen, Farben, aber auch Höreindrücke beschrei-
Die Kinder haben auch das tolle Material geschätzt. Ölkreiden
ben. Impressionen von Tieren und Pflanzen werden in einem
in so vielen verschiedenen Grüntönen haben wir im Klassen-
Skizzenheft festgehalten. Am zweiten Vormittag folgt die ge-
zimmer nicht. Auch haben sie gestaunt über den grossen Ate-
stalterische Ausarbeitung im K’Werk. Das englische Angebot
lierraum. Es war ein dichtes Programm, aber am Schluss woll-
« The comic scribble club » führt die Klassen am ersten Vormit-
ten die Kinder fast nicht mehr aufhören.
tag nach dem gleichen Prinzip in den Zolli.
Im Rahmen des educomm-Projekts von Erziehungsdepartement
Was schätzt du an diesen Angeboten ?
und GGG bietet das K’Werk zweisprachige Workshops (fran-
Ich finde den Aspekt des « Selbermachens » enorm wichtig. Die
zösisch/deutsch und englisch/deutsch) für Primarschulklassen an.
Kinder können ihre Eindrücke aktiv sprachlich verankern
Informationen unter http ://educomm.edubs.ch/zusatzangebote
und visuell verarbeiten.
oder als PDF-Datei auf der Website des K’Werks :
www.kwerk.ch/aktuell/educomm-angebot-der-kwerk-bildschule
2
GUTEN TAG
AKADEMISIERUNG MACHT
BERUFSBILDUNG ATTRAKTIVER
sich Schülerinnen und Schüler eher für eine Lehre, wenn sie wis-
Befund ändert das nichts. Auf der Sekundarstufe II entscheiden
demische) Fachkräfte aller Bereiche aus dem Ausland. Unsere
deenfächer » studiert haben. Zusätzlich rekrutieren wir (aka-
zusagt, jenseits von planwirtschaftlichen Kontingenten. Spezi-
sen, dass die Weiterentwicklung – auch in akademischer Rich- Jugendlichen sollen die Ausbildung wählen können, die ihnen
tung – eine Option bleibt. Das zu ermöglichen, ist schliesslich
Begeisterungsfähigkeit und Elan bleiben hingegen dauerhaf-
Es geht wieder das Gespenst der « Akademisierung » um im
te Innovationstreiber, kulturell, soziologisch und auch techno-
zu verwenden – unterliegen dem konjunkturellen Auf und Ab.
logisch. Eine Angleichung der Hochschultypen muss jedoch
fische Fähigkeiten – « Skills », um einen neudeutschen Begriff
quote mit der gymnasialen addiert, weist die Schweiz keinen
rufsbildung attraktiver. Auch wenn man die Berufsmaturitäts-
verhindert werden. Die akademische Identität der Fachhoch-
Die viel gescholtene Akademisierung macht also die Be-
heisst es – die Qualität der Berufsbildung im Besonderen und
rinnen und Akademikern. Die Akademisierung gefährde – so
das die jungen Leute in den vermeintlich « akademisierten »
furchterregenden Wert aus. Die Begabung und das Können,
schule ist eine andere als die der Universität. Das jedoch wäre
ein wesentlicher Gründungsauftrag an die Fachhochschulen.
die Bodenhaftung der Schweiz im Generellen. Besonders im
ein Thema für eine andere Kolumne.
merkt – einem Spitzenreiter im « Verbrauch » von Akademike-
Visier sind die Fachhochschulen, denen vorgehalten wird, den
markt gut absorbiert, entweder in der Herkunftsbranche oder
Fachhochschulen erhalten, werden jedenfalls vom Arbeits-
Land. Auf unserem hoch technisierten Wissensplatz wohlge-
Dabei geht vergessen, dass die Fachhochschulen inzwischen
4 Entscheidend sind klare Botschaften und Ehrlichkeit
AN BASLER SCHULEN
Peter Wittwer
6 Übersetzungen in über 20 Sprachen
Peter Wittwer
8 Die Steuererklärung fülle ich dann nicht auch noch aus
Simon Thiriet
10 BILDSTRECKE
EDIT
16 Aus drei mach zwei
Peter Wittwer
16 Ja, wir trauen uns !
Yvonne Reck Schöni
18 Recht schulisch
auf anderen Berufsfeldern.
Praxisbezug ihrer Vorgängerinstitutionen verloren zu haben.
DER UMGANG MIT FREMDSPRACHIGEN ELTERN
37 Lernen zwischen den Fächern – aber wie ?
Barbara Deubelbeiss
38 Neues aus der PZ.BS-Bibliothek
40 PZ.BS Aktuell
41 Nützliche Wolken am Datenhimmel
42 Gletscherschmelze und Südseetraum
Andreas Vogele
43 Schule & Theater
Alfred Schlienger
44 Museum & Kultur
46 Unterricht & Weiterbildung
47 IMPRESSUM
Das Gleiche gilt für die Universitätsabsolventinnen und -ab- Joakim Rüegger, Leiter Hochschulen, Erziehungsdepartement
Regina Kuratle
22 Masterstudiengang Sonderpädagogik
23 Ein Arbeitsbündnis von Schule und Elternhaus
24 Digitale Medien als Herausforderung für die Schule
Jürgen Lehmann und Jan Egger
25 Die wichtigsten Elemente der Schullaufbahnverordnung
25 Die Schulärztin empfiehlt …
27 Verhandlungsthemen für den Schulumbau
Martin Straumann
KANTONALE SCHULKONFERENZ
28 Von der Idee über das Modell zur Wirklichkeit
Andreas Hammon und Gaby Hintermann
32 Mitteilungen
FREIWILLIGE SCHULSYNODE
33 Fakten zum neuen Fremdsprachenunterricht gefordert
Jean-Michel Héritier
34 Mitteilungen
35 Bericht aus dem Grossen Rat
ANGEBOTE
Sibylle Benz
zu einem grösseren Teil aus Fachrichtungen bestehen, deren
SCHWERPUNKT
solventen, ob sie jetzt « nützliche » Ausbildungen oder « Orchi- Basel-Stadt
20 Jeder Lehrperson die richtige Weiterbildung
Studierende nicht oder nur teilweise die klassische duale Be-
Julia Kazis
rufsbildung durchlaufen haben. Man mag dies bedauern, am
2 Die K’Werk-Bildschule und ihre Kooperationen
EDit
Basler Schulblatt 2014 | 11
INHALT
3
3
EDit
Basler Schulblatt 2014 | 11
GUTEN TAG
AKADEMISIERUNG MACHT
BERUFSBILDUNG ATTRAKTIVER
Befund ändert das nichts. Auf der Sekundarstufe II entscheiden
deenfächer » studiert haben. Zusätzlich rekrutieren wir (aka-
sich Schülerinnen und Schüler eher für eine Lehre, wenn sie wis-
demische) Fachkräfte aller Bereiche aus dem Ausland. Unsere
sen, dass die Weiterentwicklung – auch in akademischer Rich- Jugendlichen sollen die Ausbildung wählen können, die ihnen
Es geht wieder das Gespenst der « Akademisierung » um im
tung – eine Option bleibt. Das zu ermöglichen, ist schliesslich
zusagt, jenseits von planwirtschaftlichen Kontingenten. Spezi-
Land. Auf unserem hoch technisierten Wissensplatz wohlge-
ein wesentlicher Gründungsauftrag an die Fachhochschulen.
fische Fähigkeiten – « Skills », um einen neudeutschen Begriff
merkt – einem Spitzenreiter im « Verbrauch » von Akademike-
Die viel gescholtene Akademisierung macht also die Be-
zu verwenden – unterliegen dem konjunkturellen Auf und Ab.
rinnen und Akademikern. Die Akademisierung gefährde – so
rufsbildung attraktiver. Auch wenn man die Berufsmaturitäts-
Begeisterungsfähigkeit und Elan bleiben hingegen dauerhaf-
heisst es – die Qualität der Berufsbildung im Besonderen und
quote mit der gymnasialen addiert, weist die Schweiz keinen
te Innovationstreiber, kulturell, soziologisch und auch techno-
die Bodenhaftung der Schweiz im Generellen. Besonders im
furchterregenden Wert aus. Die Begabung und das Können,
logisch. Eine Angleichung der Hochschultypen muss jedoch
Visier sind die Fachhochschulen, denen vorgehalten wird, den
das die jungen Leute in den vermeintlich « akademisierten »
verhindert werden. Die akademische Identität der Fachhoch-
Praxisbezug ihrer Vorgängerinstitutionen verloren zu haben.
Fachhochschulen erhalten, werden jedenfalls vom Arbeits-
schule ist eine andere als die der Universität. Das jedoch wäre
Dabei geht vergessen, dass die Fachhochschulen inzwischen
markt gut absorbiert, entweder in der Herkunftsbranche oder
ein Thema für eine andere Kolumne.
Das Gleiche gilt für die Universitätsabsolventinnen und -ab- Joakim Rüegger, Leiter Hochschulen, Erziehungsdepartement
47 IMPRESSUM
46 Unterricht & Weiterbildung
44 Museum & Kultur
Alfred Schlienger
43 Schule & Theater
Andreas Vogele
42 Gletscherschmelze und Südseetraum
41 Nützliche Wolken am Datenhimmel
40 PZ.BS Aktuell
38 Neues aus der PZ.BS-Bibliothek
Barbara Deubelbeiss
37 Lernen zwischen den Fächern – aber wie ?
Sibylle Benz
ANGEBOTE
35 Bericht aus dem Grossen Rat
34 Mitteilungen
Jean-Michel Héritier
33 Fakten zum neuen Fremdsprachenunterricht gefordert
FREIWILLIGE SCHULSYNODE
32 Mitteilungen
Andreas Hammon und Gaby Hintermann
28 Von der Idee über das Modell zur Wirklichkeit
KANTONALE SCHULKONFERENZ
Martin Straumann
27 Verhandlungsthemen für den Schulumbau
25 Die Schulärztin empfiehlt …
25 Die wichtigsten Elemente der Schullaufbahnverordnung
Jürgen Lehmann und Jan Egger
24 Digitale Medien als Herausforderung für die Schule
23 Ein Arbeitsbündnis von Schule und Elternhaus
solventen, ob sie jetzt « nützliche » Ausbildungen oder « Orchi- Basel-Stadt
22 Masterstudiengang Sonderpädagogik
18 Recht schulisch
Yvonne Reck Schöni
16 Ja, wir trauen uns !
Peter Wittwer
16 Aus drei mach zwei
EDIT
10 BILDSTRECKE
Simon Thiriet
8 Die Steuererklärung fülle ich dann nicht auch noch aus
Peter Wittwer
6 Übersetzungen in über 20 Sprachen
Peter Wittwer
AN BASLER SCHULEN
4 Entscheidend sind klare Botschaften und Ehrlichkeit
DER UMGANG MIT FREMDSPRACHIGEN ELTERN
SCHWERPUNKT
Julia Kazis
2 Die K’Werk-Bildschule und ihre Kooperationen
INHALT
rufsbildung durchlaufen haben. Man mag dies bedauern, am
auf anderen Berufsfeldern.
Regina Kuratle
Studierende nicht oder nur teilweise die klassische duale Be-
20 Jeder Lehrperson die richtige Weiterbildung
zu einem grösseren Teil aus Fachrichtungen bestehen, deren
Basler Schulblatt 2014 | 11
Schwerpunkt
EN TSCHEIDEND
KLAR E BOTSCHA
UND EH RLI CHKEI
DIE BASEL-STÄDTISCHEN SCHULEN INVESTIEREN VIEL,
DAMIT SICH FREMDSPRACHIGE ELTERN NICHT AUSGESCHLOSSEN FÜHLEN
Von Peter Wittwer
Rund die Hälfte der schulpflichtigen Kinder in Basel spricht zu Hause eine
andere Sprache als Deutsch. Der Umgang mit fremdsprachigen Eltern ist
deshalb vor allem in den Schulen, an denen dieser Anteil noch höher ist, ein
wichtiges Thema. Um Missverständnisse zu verhindern, stehen den Schulen
für Elterngespräche und Elternabende kostenlose Dolmetscherdienste zur
Verfügung. Die Praxis zeigt, dass es bei diesen rege genutzten Hilfsangeboten oft um viel mehr geht als nur um das wörtliche Übersetzen.
« Fördern und fordern » : Diese gern strapazierte Parole gilt nicht nur im Unterricht,
sondern auch für den Umgang mit fremdsprachigen Eltern an den Basler Schulen.
Immer wieder stellt sich die Frage : Wie weit soll man an den Schulen Eltern, die
der deutschen Sprache nicht mächtig sind, mit Übersetzungen entgegenkommen ?
Und wann ist der Punkt erreicht, an dem man von Eltern verlangen kann, dass
sie ihre Elternpflichten auch ohne Dolmetscher wahrnehmen können und sich –
falls nötig – das erforderliche Rüstzeug in Deutschkursen aneignen ?
DOLMETSCHERDIENSTE UND DEUTSCHKURSE
Im Vergleich zu anderen Kantonen mache der Kanton Basel-Stadt sehr viel, damit
fremdsprachige Eltern unser Schulsystem verstehen und ihre und die Interessen
ihrer Kinder wahrnehmen können, sagt Silvia Bollhalder, die als Fachexpertin Herkunftssprachen am Pädagogischen Zentrum (PZ.BS) täglich mit diesem Thema zu
tun hat. Falls eine Verständigung an sprachlichen Barrieren zu scheitern droht,
können alle öffentlichen Schulen von Basel-Stadt für Elterngespräche, Elternabende und andere Kontakte im schulischen Kontext kostenlos auf einen Pool von Dolmetscherinnen und Dolmetschern zurückgreifen (vgl. Seite 6ff). Gleichzeitig bietet
Basel-Stadt mit dem Kursprogramm « Ich lerne Deutsch fürs Kind » ein niederschwelliges Angebot für Eltern an, die ihre Deutschkenntnisse so weit verbessern
möchten, dass mit ihnen ein direkter Austausch möglich wird.
4
Basler Schulblatt 2014 | 11
Schwerpunkt
Im kantonalen Dolmetscherpool, auf den die Schulen über eine Adressliste im
Handbuch Bildung direkt zugreifen können, sind für einen Grossteil, aber natürlich nicht für alle Sprachen Übersetzerinnen und Übersetzer mit ihren Kontaktdaten aufgelistet. Mit den gegenwärtig rund 40 Personen auf dieser Liste hat die
Volksschulleitung Verträge abgeschlossen. Diese berechtigen sie, erbrachte Über-
S I ND
FTEN
T
setzungseinsätze mit einem Stundenansatz von 70 Franken in Rechnung zu stellen.
Ist niemand aus dem Pool für die gewünschte Sprache oder am gewünschten Termin verfügbar, können die Lehrpersonen zudem direkt auf die Übersetzungsangebote des Hilfswerks Evangelischer Kirchen zurückgreifen.
SPRACH- UND KULTURBRÜCKEN
Die Dolmetscherdienste sind ein wichtiges, aber bei weitem nicht das einzige Angebot, das den Schulen den Umgang mit fremdsprachigen Eltern (und natürlich
auch umgekehrt) erleichtern soll. Der Beizug von Übersetzerinnen und Übersetzern müsse in einem grösseren Kontext gesehen werden, betont Silvia Bollhalder,
die quasi als « Frau der ersten Stunde » am Aufbau und der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Angebote für fremdsprachige Eltern und Kinder mitgewirkt
hat. Ausgehend von der OS sind in den letzten 15 Jahren an einigen Schulen mit
hohem Fremdsprachen-Anteil so genannte Sprach- und Kulturbrücken aufgebaut
und fest installiert worden. Dieser Aufbau war und ist eng mit dem « Unterricht in
heimatlicher Sprache und Kultur » (kurz HSK) verknüpft.
Um eine Brücke zwischen Herkunfts- und Gastkultur zu schlagen, besuchen
fremdsprachigen Kinder dort, wo diese Brücken bestehen, den HSK-Unterricht in
ihrem Schulhaus bei einer Lehrperson, die fest in das Kollegium integriert ist. Diese festangestellten Lehrpersonen beherrschen sowohl ihre Muttersprache als auch
Deutsch, und sind mit der hiesigen Pädagogik und der Schulhauskultur vertraut.
Sie übernehmen so gegenüber den Schülerinnen und Schülern eine Vorbildfunktion für eine geglückte Integration und gesellschaftliche Anerkennung.
VORBILDFUNKTION UND HOHE GLAUBWÜRDIGKEIT
Bei Bedarf können Lehrpersonen wie Nuran Kahyaoglu (vgl. Porträt Seite 9) von
den Klassenlehrpersonen auch für die Elternarbeit beigezogen werden. Weil sie aus
dem gleichen Kulturkreis stammen wie die fremdsprachigen Eltern, geniessen sie
bei diesen eine hohe Glaubwürdigkeit, die es ihnen erlaubt, nicht nur beim Überwinden von sprachlichen Barrieren zu helfen.
Beim Aufbau dieser Sprach- und Kulturbrücke nimmt die ehemalige OS und
heutige PS Dreirosen bis heute eine Pionierrolle ein, sagt Silvia Bollhalder, die als
ehemalige Fremdsprachenklassenlehrerin und langjährige Konrektorin für Interkulturelles an der OS diese Entwicklung aktiv mitgeprägt hat. Das Elternratsmodell der PS Dreirosen, in das Vertreterinnen und Vertreter aller im Schulhaus vertretenen Nationen und Sprachen eingebunden sind, ist nach wie vor einzigartig in
Basel-Stadt. Mit der Auflösung der Fremdsprachenklassen haben aber nach und
nach auch andere Schulen mit hohem Anteil fremdsprachiger Kinder beim Aufbau
von Sprach- und Kulturbrücken nachgezogen, meist aber nur mit der jeweils im
Schulhaus vorherrschenden Sprachgruppe.
MISSVERSTÄNDNISSE WEGEN FEHLENDEM VORWISSEN
Diese Art der Vermittlungsarbeit ist sehr wichtig, denn nach den Erfahrungen von
Silvia Bollhalder sind es oft nicht nur sprachliche Defizite, die einer gelungenen
Verständigung im Weg stehen. Viele fremdsprachige Eltern fühlen sich an Elternabenden nicht nur deshalb überfordert, weil ihr Wortschatz zu klein ist, um das
Gesagte zu verstehen. Oft haben die Eltern nicht das Vorwissen, um ihre eigenen,
oft sehr anderen Schulerfahrungen mit dem in Einklang zu bringen, was beim
schweizerischen Schulsystem als selbstverständlich vorausgesetzt wird.
5
Basler Schulblatt 2014 | 11
Schwerpunkt
So ist es schon vorgekommen, dass sich eine tamilische Mutter empört bei der
Volksschulleitung gemeldet hat, als sie erfuhr, dass ihr Kind in der Klasse 1c eingeteilt worden ist. Dabei stellte sich heraus, dass sie fälschlicherweise davon ausgegangen ist, dass die besten Kinder in der 1a zusammengefasst worden sind und ihr
Kind trotz guter Leistungen zu Unrecht zurückgestuft worden ist.
ZURÜCKHALTUNG BEI SCHRIFTLICHEN ÜBERSETZUNGEN
Gerade, aber nicht nur bei fremdsprachigen Eltern sei es sehr wichtig, dass bei
Elternabenden und anderen mündlichen Orientierungen klare, einfache Botschaf-
Ganz wie später in der Schule :
ten übermittelt werden, sagt Silvia Bollhalder. Klar und einfach müssen auch die
Silvia Bollhalder (ganz rechts) zeigt
Botschaften sein, wenn sie auf schriftlichem Weg via Broschüren und Brief bei
fremdsprachigen Müttern, wie
fremdsprachigen Eltern ankommen sollen. Komplexe Informationen zum Beispiel
sie sich mit Lehrpersonen in Eltern-
über all die Neuerungen in der Schullaufbahnverordnung lassen sich auf schrift-
gesprächen verständigen können.
lichem Weg nur sehr schwer an fremdsprachige Eltern vermitteln. Da nützt es auch
wenig, wenn ein komplexer deutscher Text mit viel Aufwand in x Sprachen übersetzt wird.
Silvia Bollhalder selbst lässt deshalb nur ganz wenig schriftliche Informationen,
die Basisinformationen enthalten oder sich wie etwa ein HSK-Flyer speziell an ein
fremdsprachiges Zielpublikum richten, mehrsprachig drucken. Sie empfiehlt auch
den Schulen, hier Zurückhaltung zu üben, da die damit verbundenen Kosten oft in
keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, der damit erzielt werden kann.
Nicht nur bei schriftlicher Information, auch im direkten Kontakt mit Eltern
müssen die Lehrpersonen darauf achten, dass sie nicht zu viel Vorwissen voraussetzen und in gut schweizerischer Höflichkeit nicht nur zwischen den Zeilen andeuten,
wenn es mit einem Kind Schwierigkeiten gibt. Wenn ein Kind beispielsweise nicht
die Leistungen erbringt, die für einen Übertritt in eine anspruchsvollere Anschlusslösung notwendig sind, sei es sehr wichtig, dass man dies Eltern frühzeitig und ehr-
Ü B E R S E T ZUNG E N
ÜBE R 20 SPRACH
FÜR DOLMETSCHERDIENSTE HABEN DIE VOLKSSCHULEN
180 000 FRANKEN IN IHREM BUDGET
Von Peter Wittwer
6
Basler Schulblatt 2014 | 11
Schwerpunkt
lich kommuniziert, rät Silvia Bollhalder. Wenn eine lächelnde Lehrperson in nettem
Ton sagt, ein Kind störe zwar nicht den Unterricht, gehöre aber nicht zu den Besten,
wird das je nach kulturellem Kontext nicht als Warnung verstanden, das Kind
habe wenig Chancen, die von den Eltern angestrebte akademische Laufbahn einzuschlagen.
« ICH LERNE DEUTSCH FÜRS KIND »
Ehrlichkeit und Direktheit ist von den Lehrpersonen gefragt, wenn Eltern auch
nach mehreren Jahren noch kaum Deutsch verstehen und auch beim zweiten oder
dritten Kind kein Informationsaustausch ohne den Beizug des Dolmetscherdienstes möglich ist. Dann sollten die Klassenlehrpersonen die Eltern darauf ansprechen,
dass es im Interesse ihres Kindes gut wäre, wenn sie von Angeboten wie « Ich lerne
Deutsch fürs Kind » Gebrauch machen würden.
Vor allem bei Müttern zeigen diese Appelle häufig Wirkung : Gemäss Silvia Bollhalder, die auch dieses Angebot aufgebaut hat und betreut, besuchen gegenwärtig
rund 400 ausländische Mütter einen der Sprachkurse, die an zwei Stunden pro Woche angeboten werden. Väter nutzen die Kurse nur sehr vereinzelt, doch entgegen
anderslautender Gerüchte kommt es auch nur sehr selten vor, dass ein Mann seiner
Frau den Besuch eines Kurses verbietet, wenn sie dies möchte.
Erfahrungsgemäss lernen auch Frauen mit wenig Vorbildung innert zwei bis
drei Jahren (manche auch viel schneller) so gut Deutsch, dass in einem Elterngespräch eine Verständigung auch ohne Dolmetscher möglich ist. Kürzlich hat eine
portugiesische Mutter zu Silvia Bollhalder gesagt, sie könne nicht in ihren Deutschkurs kommen, weil sie an einen Elternabend gehen müsse, auf den sie sich im Gegensatz zu früher freue. Das war für sie eine Bestätigung, dass es richtig ist, fremdsprachigen Eltern nicht nur Hilfen anzubieten, sondern von ihnen auch eine aktive Mitwirkung bei der Überwindung von sprachlichen Barrieren einzufordern.
IN
EN
Seit die Bildungskoordination Anfang 2014 aufgelöst worden ist, betreuen
die Dienste der Volksschulen den Dolmetscherpool des Erziehungsdepartements. Für Einsätze in unmittelbarem schulischem Zusammenhang
können Lehrpersonen der öffentlichen Schulen via eine Adressliste im
Handbuch Bildung kostenlos eine Übersetzerin oder einen Übersetzer in der
gewünschten Sprache engagieren. Bei Heike Butzlaff und Katharina Stäheli,
die für den Dolmetscherdienst und die administrative Abwicklung dieser
Einsätze zuständig sind, wurden 2014 bis zu den Sommerferien bereits über
1 500 Einsatzstunden in Rechnung gestellt.
Wer eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher für ein Elterngespräch, einen
Elternabend oder einen anderen Einsatz in unmittelbarem schulischen Zusammenhang braucht, nimmt selbst über eine Adressliste im Handbuch Bildung Kontakt mit der gewünschten Person auf und organisiert mit dieser auch deren Einsatz.
Der Dolmetscherdienst ist also keine Vermittlungsstelle im engeren Sinn, steht für
Auskünfte aber gerne zur Verfügung. Um die Abrechnung müssen sich die Lehrpersonen nicht kümmern, denn die Übersetzerinnen und Übersetzer stellen dafür
direkt mit einer von der Lehrperson signierten Bestätigung Rechnung beim Dolmetscherdienst. Der Dolmetscherdienst ist dafür besorgt, dass genügend Dolmetscherinnen und Dolmetscher in den gängigsten Sprachen zur Verfügung stehen
und ist verantwortlich für das Auswahlverfahren.
7
Basler Schulblatt 2014 | 11
Schwerpunkt
KOSTENLOS FÜR SCHULEN UND ELTERN
Heike Butzlaff sorgt dafür, dass die Handbuch-Liste mit den Adressen der Dolmetscherinnen und Dolmetscher à jour gehalten wird und die gegenwärtig rund
40 Personen, mit denen das ED auf der Basis von Stundenlöhnen eine Zusammenarbeitsvereinbarung abgeschlossen hat, für ihre Einsätze in der Elternarbeit der
Schulen entschädigt werden. Die Dolmetschereinsätze, für die von den Eltern keine Kostenbeteiligung verlangt wird, werden von den einzelnen Standorten sehr
unterschiedlich in Anspruch genommen. Wie stark das Angebot beansprucht wird,
hängt natürlich zunächst einmal davon ab, wie gross der Anteil von fremdsprachigen Kindern ist, deren Eltern gar nicht oder kaum einem Gespräch in deutscher
Sprache folgen können. (Schriftliche Übersetzungen – beispielsweise von Briefen –
kommen selten vor.) Starken Einfluss hat aber auch, ob es an einer Schule interne
Alternativen zum Dolmetscherdienst wie die Sprach- und Kulturbrücke gibt.
Kontingentzuweisungen an die einzelnen Schulen gibt es keine, doch der Dolmetscherdienst kann nur Einsätze vergüten, die in direktem schulischen Zusammenhang stehen und von Personen aus dem Pool erbracht worden sind. Fremdsprachige Eltern dürfen also nicht von sich aus einfach Landsleute oder Verwandte zum Übersetzen beiziehen und dafür Rechnung stellen. Externe Dolmetscher
dürfen von den Schulen nur in absoluten Ausnahmefällen und nach vorheriger
Rücksprache mit dem Dolmetscherdienst beauftragt werden. Ebenso können keine nichtschulischen Übersetzungs-Einsätze, zum Beispiel für einen privaten Arztbesuch oder den Gang auf eine Beratungsstelle, beim Dolmetscherdienst in Rechnung gestellt werden.
ENGPÄSSE IN EINIGEN SPRACHEN
DI E
STEUERE
FÜLLE IC
DA N N N I
N OC H A
NURAN KAHYAOGLU ARBEITET
ALS TÜRKISCH-LEHRERIN UND
-ÜBERSETZERIN GERNE UND VIEL,
DOCH IHRE HILFSBEREITSCHAFT
KENNT AUCH GRENZEN.
Engpässe kann es geben, wenn niemand auf der Adressliste im Pool die Sprache
beherrscht, die für ein Elterngespräch benötigt wird. Das kommt gegenwärtig vor
allem bei Flüchtlingseltern aus Eritrea oder Syrien und zum Teil auch aus einigen
osteuropäischen Ländern vor. Wenn eine Übersetzung in Tigrinya, Kurmanci oder
Rumänisch zur Verständigung notwendig erscheint, oder in einer anderen Sprache niemand aus dem Pool für einen Termin verfügbar ist, können Lehrpersonen
sich direkt beim Hilfswerk Evangelischer Kirchen (HEKS) melden, das unter dem
Namen Linguadukt einen ausgebauten Dolmetscherdienst unterhält. Diese Einsätze sind für den Dolmetscherdienst allerdings mit Mehrkosten verbunden.
ES WIRD KNAPP MIT DEM BUDGET
Alles in allem sind im ED-Budget für dieses Jahr 180 000 Franken für Übersetzungsdienstleistungen an den Schulen reserviert. Wie schon in früheren Jahren
dürfte dies wohl kaum ausreichen. Bereits bis zu den Sommerferien wurden nämlich insgesamt über 1500 Übersetzungsstunden ordnungsgemäss von Übersetzerinnen und Übersetzern aus dem Pool in Rechnung gestellt. Bei einem Stundenansatz von 70 Franken (nach 20 Uhr : 90 Franken) ergibt dies Ausgaben von gut
100 000 Franken. Für weitere rund 200 Stunden wurde bis Ende letztes Schuljahr
der Übersetzungsdienst des HEKS von den Schulen beansprucht, was nochmals
mit rund 20 000 Franken zu Buche schlägt.
Zum Dolmetscherdienst gibt es ein Merkblatt, das wie die Adressliste des Pools
und die Informationen zum Kursprogramm « Ich lerne Deutsch fürs Kind »
im Handbuch Bildung (Kapitel Schulen, 7. Eltern) zu finden ist. Rückfragen
zum Dolmetscherdienst unter der Woche von 8.30 bis 12.15 Uhr an Heike Butzlaff,
Tel. 061 267 54 52 oder heike.butzlaff@bs.ch bzw. katharina.staeheli@bs.ch.
Kontakt Linguadukt, HEKS-Regionalstelle beider Basel, Doris Herter,
061 367 94 14 oder linguadukt.basel@heks.ch
8
Von Simon Thiriet
Basler Schulblatt 2014 | 11
Schwerpunkt
R KL Ä R U N G
H
C HT AUCH
US.
« D u musst bleiben ! » Die Botschaft der Schulleitung
Nuran Kayhaoglu ist es wichtig, dass türkische Eltern nicht nur
in der Schule auch Eigeninitiative zeigen. Foto wit
ZIELPUBLIKUM : TÜRKISCH SPRECHENDE MÜTTER
Gundeli war anno 1998 unmissverständlich. Nuran Kahyaoglu
Ein anderer Bereich im Arbeitsalltag der Übersetzerin entstand
glaubte ihren Arbeitsaufenthalt als Übersetzerin und
während Kahyaoglus Anfangszeit in Basel. Die Elternabende in
Lehrerin im Auftrag der Türkischen Botschaft bereits been-
Klassen mit fremdsprachigen Kindern waren lausig besucht,
det, doch dann wurde sie vom Kanton Basel-Stadt ange-
erinnert sie sich. Dann habe die Schulleitung entschieden, den
stellt. Und hier arbeitet sie noch heute, mittlerweile an drei
Elternabend auch auf Türkisch anzubieten. « 35 Eltern kamen –
Schulen (Gundeli/PS-Margarethen und Dreirosen), mit
ein Grosserfolg. » So erfuhr Nuran Kayhaoglu auch vom Wunsch
derselben Motivation wie am ersten Tag.
der Mütter, besser Deutsch zu lernen. Flugs organisierte die umtriebige Türkin ein entsprechendes Angebot. Heute sind es fünf
Zwei bis sieben Türkisch sprechende Schülerinnen und Schüler
« Deutschkurse für Mütter », die sie betreut. Erfolgserlebnisse in-
pro Klasse – Alltag in so manchem Basler Schulhaus. In diesem
begriffen : « Eine der Teilnehmerinnen arbeitete als Hilfsperson
Umfeld bewegt sich Nuran Kahyaoglu. « Wenn jemand frisch aus
in einem Geschäft, ohne Vertrag. Nachdem ihr Chef bemerkt hat,
der Türkei nach Basel gekommen ist und im Unterricht kein
dass sie einen Deutschkurs besucht, durfte sie an der Kasse aus-
Wort über die Lippen bringt, ist dies kein Zeichen von Dumm-
helfen. Heute ist sie Abteilungsleiterin », berichtet Kahyaoglu
heit », erklärt die 59-jährige Türkin und Schweizerin, die seit 1993
und das Vergnügen an solchen Erfolgsgeschichten ist ihr deut-
in der Schweiz tätig ist. « In ihrer Muttersprache können sich die
lich anzuhören.
türkischen Kinder oftmals hervorragend ausdrücken, aber in
Deutsch gibt es grosse Schwierigkeiten. » Im HSK-Unterricht,
RÜCKSCHLÄGE INBEGRIFFEN
aber auch direkt in den Schulstunden als Ergänzung zur Klas-
Obwohl Nuran Kayhaoglu nie Kritik aus den jeweiligen Kolle-
senlehrperson versucht die Lehrerin Sprachbarrieren abzubauen.
gien hörte, gab und gibt es auch bei ihrer Arbeit immer wieder
Rückschläge. Eltern, die sich nicht um die Aufgaben ihrer Kinder
GROSSER EINSATZBEREICH BRINGT ABWECHSLUNG
kümmern. Kinder, die sich nicht integrieren lassen. Mütter, die
Nuran Kahyaoglus Einsatzgebiet endet aber nicht etwa mit dem
vor ihren Männern ins Frauenhaus flüchten. Abgrenzung sei hier
Läuten der Pausenglocke. Sie wird von den Schulleitungen auch
besonders wichtig, betont die 59-jährige. « Ich helfe gerne, über-
beigezogen, wenn zum Beispiel Elterngespräche mit zu erwar-
setze auch einmal einen Brief, den die Müttern nicht verstehen.
tenden Sprachschwierigkeiten anstehen. Und hier zeigen sich die
Oder dann schreibe ich einen Brief an eine Lehrperson, an eine
kulturellen Unterschiede manchmal stark : « Türkische Eltern re- Firma oder an den Hausbesitzer. Aber die Steuererklärung fülle
spektieren die Schule. Sie merken, dass die Kinder hier vorwärts-
ich dann nicht auch noch aus. » Eigeninitiative ist Nuran Kayha-
kommen. » Gleichzeitig werden die eigenen Kinder jedoch häufig
oglu wichtig. « Wir sind nicht aus der Türkei hierhergekommen,
überschätzt. « A lle wollen aufs Gymnasium. » In solchen Situati-
um die Sprache nicht zu lernen. » Nur wer Deutsch könne, sei
onen sei es an ihr, deutliche Worte zu wählen. « Ich erlaube mir,
wirklich unabhängig, integriert und frei. So steige die Lebens-
den Eltern deutlich zu sagen, was Sache ist. Dabei kann ich viel
qualität.
direkter sein als meine Schweizer Kolleginnen und Kollegen. »
Bei diesem Thema wird die ansonsten leise und zurückhaltend
auftretende Nuran Kahyaoglu für einmal äusserst bestimmt.
9
16
32
Basler Schulblatt 2014 | 11
AUS
MACH
ABSTRICHE BEI DER AKTUALITÄT
Bei der Produktion der bisher 20 neuen Schulblatt-Nummern hat
es sich allerdings gezeigt, dass bei dieser aufwendigen Art der
Gestaltung noch grössere Abstriche bei der Aktualität gemacht
werden müssen als früher. Eine gemeinsam mit Schülerinnen
und Schülern produzierte Ausgabe kann nicht in wenigen Tagen
aus dem Boden gestampft werden. Erfahrungsgemäss braucht es
vom Layouten bis zum Versand einer Schulblatt-Nummer eine
Vorlaufzeit von mindestens drei Wochen. Für eine Monatszeitschrift wie das Schulblatt bedeutet dies : Kaum finden die Leserinnen und Leser eine Ausgabe in ihrem Briefkasten, ist schon
wieder Redaktionsschluss für die nächste Nummer. Alles was
SCHULBLATT UND BALZ FUSIONIEREN – danach passiert, kann frühestens in der übernächsten Ausgabe
NEWSLETTER WIRD AUSGEBAUT
abgehandelt werden.
Von Peter Wittwer
NEWSLETTER ALS ORIENTIERUNGSHILFE
Das Schulblatt kann so nur noch sehr beschränkt den Anspruch
Um rascher auf die Informations-Bedürfnisse der Lehr- und
erheben, seine Leserinnen und Leser mit News zu versorgen, die
Fachpersonen an den Schulen eingehen zu können,
sonst noch nirgends zu lesen waren. Als zusätzliche Orientie-
wird der bestehende Newsletter Bildung ab neuem Jahr in
rungshilfe für die Lehrpersonen hat das Kommunikationsteam
überarbeiteter Form rund alle zwei Wochen per E-Mail
der damaligen Bildungskoordination deshalb schon vor einigen
versandt. Im Gegenzug verschmelzen das Basler Schulblatt
Jahren damit begonnen, regelmässig einen elektronischen News-
und das Volksschulmagazin Balz zu einem einzigen
letter zu verschicken. Dieser mit weiterführenden Links gekop-
Magazin für alle Schulstufen, das sieben Mal jährlich praxis-
pelte Newsletter Bildung wurde bisher 59 Mal an die Mailadres-
nah Themen aus dem Alltag der Basler Schulen aufgreift
sen von rund 4000 ED-Mitarbeitenden und anderen Interessier-
und vertieft.
ten verschickt.
Nicht nur an den Schulen ist momentan vieles im Fluss. Auch
reichs Kommunikation, das neben dem Schulblatt auch für den
Auf das neue Jahr hin wird das Team des neugebildeten Bebeim Basler Schulblatt steht nächstes Frühjahr, also knapp zwei
Newsletter zuständig ist, dieses Angebot ausbauen und verdich-
Jahre nach dem letzten Ausbauschritt, bereits wieder eine An-
ten : Geplant ist ein auch vom Erscheinungsbild her stärker mit
passung am redaktionellen Konzept an. Das Schulblatt wird in-
dem Schulblatt gekoppelter Newsletter alle 14 Tage.
JA, WIR
TRAUEN UNS !
WAS BEDEUTET DIE FUSION VON
BALZ UND SCHULBLATT ?
Von Yvonne Reck Schöni
EDit
nerhalb der verschiedenen Kommunikationskanäle, die im Kan-
HINTERGRÜNDIGE BERICHTE UND REPORTAGEN
Balz ? Wer oder was war Balz ? Das Volksschulmagazin
ton Basel-Stadt der internen Information des Personals dienen,
Mit dem Ausbau dieser elektronischen Informationsschiene und
Balz kannten nur die Lehrpersonen der Volksschul-
eine etwas andere Funktion bekommen. Auf den Punkt gebracht
der Neuausrichtung des Schulblatts stellte sich unweigerlich die
stufen und ein paar « zugewandte Orte ». Das Magazin
könnte man sagen : Das Schulblatt fokussiert noch stärker auf die
Frage, ob es unter diesen Vorzeichen nicht Sinn macht, das
erschien während drei Jahren alle drei Monate mit
vertiefte Hintergrundberichterstattung zu Themen, die Lehrper-
Schulblatt mit dem zweiten Periodikum für Lehrpersonen, dem
dem Ziel, sich in turbulenten Zeiten ganz auf die Themen
sonen an den Basler Schulen in ihrem Berufsalltag bewegen und
Volksschulmagazin Balz zusammenzulegen. Von ihrer Stossrich-
der Volksschulstufen zu konzentrieren, und zwar
überlässt es dafür besser geeigneten elektronischen Informati-
tung her sind diese beiden Publikationen in den letzten beiden
möglichst praxisnah, niederschwellig und zuweilen mit
onskanälen, die Lehrpersonen möglichst rasch aus erster Hand
Jahren ohnehin immer näher zueinandergerückt. Was Balz mit
einer Prise Humor. Das Redaktionsteam bestand
seinen stark auf den Berufsalltag der Lehrpersonen ausgerichte-
mehrheitlich aus Lehrpersonen sowie einer Schulleiterin.
über Aktuelles zu informieren.
ten Berichten für die Volksschule geleistet hat, möchte das SchulEXPERIMENT HAT SICH ETABLIERT
blatt künftig für alle Schulen von Basel-Stadt leisten. Von daher
Sie wussten, welche Themen an den Schulen aktuell brisant
Die Redaktion und die Herausgeberschaft des Schulblattes (ne-
lag es auf der Hand zu prüfen, wie die besten Elemente aus bei-
sind und – ganz wichtig – sie kannten die richtigen Ansprech-
ben dem neugeschaffenen Bereich Kommunikation im ED ist
den Publikationen zu einem (hoffentlich noch besseren) Print-
personen und genossen deren Vertrauen. So erreichten sie, dass
dies nach wie vor auch die Kantonale Schulkonferenz KSBS) sind
produkt verschmolzen werden können.
Lehrerinnen und Lehrer auch selber Texte schrieben, manch-
überzeugt, dass der vor zwei Jahren mit dem Schulblatt einge-
mal sehr persönliche. Die Nähe zum Schulalltag und die Chan-
schlagene Weg grundsätzlich richtig ist. Nun ist es aber an der
NEUES MAGAZIN MIT SIEBEN AUSGABEN PRO JAHR
ce, auch über kleinere Projekte oder sehr volksschulinterne
Zeit, ein paar Schritte weiter zu gehen und die Kommunikations-
Ab nächstem Frühjahr werden das Volksschulmagazin Balz, das
Themen zu berichten, grenzten Balz vom Schulblatt ab. Anders
Ressourcen im Bildungsbereich besser zu bündeln.
bisher vierteljährlich an allen Volksschulen verteilt wird, und
als das Schulblatt hatte Balz keine Informationspflicht und ge-
Wegweisend für den Aufbruch im April 2013 war das Bestre-
das monatlich erscheinende Basler Schulblatt nicht mehr paral-
noss auch gestalterisch alle Freiheiten. Die übersichtliche Glie-
ben, dem altehrwürdigen Schulblatt in Zusammenarbeit mit
lel, sondern gemeinsam weitergeführt. Das neue Magazin wird
derung des Hefts in Schwerpunktthema, Stufenseiten und Se-
Schülerinnen und Schülern der Schule für Gestaltung ein fri-
ab 2015 sieben Mal pro Jahr in etwa gleichem Umfang wie die
rien respektive Rubriken sowie das frische Layout des Grafik-
sches Erscheinungsbild zu verpassen. Mit dem äusserlichen
bisherigen Schulblattnummern erscheinen. Eine dieser sieben
büros Dillier kamen gut an. Um trockenen Pflichtstoff musste
Wandel im Erscheinungsbild verband die Redaktion das Ziel,
Ausgaben, mit denen ein neues Kapitel in der 75-jährigen Schul-
Balz sich nicht kümmern – ein Privileg.
auch bei der Auswahl und journalistischen Aufarbeitung der In-
blatt-Tradition aufgeschlagen wird, ist weiterhin schwerpunkt-
halte näher an ihr Zielpublikum in den Schulen heranzurücken.
mässig den Traktanden der Jahresversammlung der Kantonalen
WENIGER WIRD MEHR
Schulkonferenz (KSBS) gewidmet.
Allerdings trug das Heft nicht dazu bei, die Papierflut im ED
Anfänglich hat das Experiment, das Layout einer jeden Nummer im Rahmen eines Ausbildungsprojektes angehenden Grafi-
Der sinnige Name Balz wird zwar mit dem Zusammenschluss
zu reduzieren. Balz war aber auch nicht für die Ewigkeit ge-
kerinnen und Grafikern zu übertragen, für einige Irritationen
verschwinden, doch viel von dem, was die Qualität des Volks-
dacht, sondern wollte der neuen verlängerten Volksschule mit
gesorgt. Mittlerweile sind die Klagen über das in jeder Nummer
schulmagazins ausgemacht hat, soll im Fusionsprodukt weiter-
den jetzt teilautonomen Schulen und zusammengerückten Stu-
wieder etwas neue Erscheinungsbild des Schulblattes in den Hin-
leben. Beliebte Balz-Rubriken wie das Klassenzimmer-Raten,
tergrund gerückt : Zur Freude der Redaktion rückt statt der Kri-
das Porträt von Basler Schulstandorten oder das Prominenten-
Ein bunter Regenbogen: Alle drei Monate warf Balz in
tik am – nur noch moderat eingesetzten – Drehen der Seiten zu-
Interview zu deren persönlichen Schulerinnerungen werden
den letzten drei Jahren ein Schlaglicht auf die Volksschule
nehmend die Auseinandersetzung mit den präsentierten Inhal-
auch im neuen Magazin ihren festen Platz haben. Fast noch
Basel-Stadt. Foto: fif
ten ins Zentrum des Interesses.
wichtiger ist aber, dass die starke Orientierung an der Praxis in
den Schulen auch im Fusionsprodukt weiterlebt.
17
18
Basler Schulblatt 2014 | 11
§
fen eine Plattform bieten, ihre Identität stärken. Aber auch von
RECHT SCHULISCH
Nutzen sein für den Unterricht. Info-Boxen mit Tipps, Links
KEIN SORGERECHT HEISST NICHT KEIN AUSKUNFTSRECHT
für journalistische Vielfalt. In den vergangenen drei Jahren hat
und weiterführender Literatur ergänzten darum die Schwerpunktthemen. Reportagen, Interviews und Porträts sorgten
sich das Basler Schulblatt zunehmend in eine ähnliche Rich-
Die Eltern der zehnjährigen Schülerin X sind seit einem Jahr geschieden. Der Mutter steht das alleinige Sorgerecht
tung entwickelt und ist auch grafisch mutiger geworden (für
für ihre Tochter zu. Der Vater von X hat ein Besuchsrecht. Er möchte von der Klassenlehrerin Auskunft über die
manche zu mutig, aber das ist und bleibt Ansichtssache). Je-
schulische Entwicklung seiner Tochter. Ausserdem wünscht er, von der Klassenlehrerin über organisierte Eltern-
denfalls wurde es für die beiden Redaktionen zunehmend
abende informiert zu werden. Die Mutter von X hat der Klassenlehrerin anlässlich eines Elterngesprächs jegliche
schwierig abzugrenzen, ob dieses oder jenes nun ein Thema
Auskunft an den Vater untersagt. Die Klassenlehrerin weiss nun nicht, wie sie sich korrekt verhalten muss.
fürs Schulblatt oder doch eher für Balz ist.
Das Zivilrecht gesteht dem Elternteil ohne elterliche Sorge das Recht zu, von Drittpersonen, die an der Betreuung des Kindes beteiligt sind, Auskünfte zu bekommen Zu diesen Drittpersonen zählen insbesondere die Lehr- und
EIN MAGAZIN FÜR ALLE
Fachpersonen. Auskünfte an den Elternteil ohne elterliche Sorge haben sich auf den Zustand und die Entwicklung
Et voilà. Wenn in Zukunft der Newsletter mit aktuellen Mel-
des Kindes im schulischen Bereich zu beschränken. Es ist somit über den Leistungsstand, über Absenzen, das all-
dungen alle zwei Wochen erscheint, das Schulblatt hingegen
gemeine Betragen des Kindes sowie seine Interessen zu informieren. Merkt die Lehrperson, dass mit den Fragen
in längeren Abständen, dafür mit vertieften Hintergrundthe-
des nicht sorgeberechtigten Elternteils geklärt werden soll, wo die Familie die Ferien verbringt oder ob der andere
men, mehr Praxisnähe und unterhaltsamen Elementen, dann
Elternteil einen neuen Partner hat, sind die Antworten zu verweigern.
ist die Zusammenlegung der beiden Organe Balz und BSB der
Der Elternteil ohne elterliche Sorge hat die Auskunft bei den Lehr- oder Fachpersonen selber einzuholen. Aller-
logische Schritt. Und anders als bei der Fusionsprüfung, über
dings genügt ein einmaliges Begehren, um durch die Klassenlehrperson regelmässig über organisierte Elternsprech-
die wir kürzlich abgestimmt haben, sind sich Braut und Bräu-
termine informiert zu werden. Die Verordnung über die Kooperation zwischen der Schule und den Erziehungsbe-
tigam in diesem Falle hold.
rechtigen (Kooperationsverordnung) gewährt dem nicht sorgeberechtigten Elternteil mit Verweis auf die zivilrecht-
Balz bringt als Mitgift die bewährten Serien in die Ehe, wird
lichen Bestimmungen ausdrücklich die Möglichkeit, am Standortgespräch und an anderen für die Entwicklung der
sich weiterhin im Besonderen um die Themen der Volksschu-
Schülerinnen und Schüler wichtigen Gesprächen an der Schule teilzunehmen. Wenn sich der erziehungsberechtig-
le kümmern – und freut sich über eine grössere Leserschaft.
te Elternteil gegen die Teilnahme des nicht sorgeberechtigten Elternteils an einem solchen Gespräch wehrt – wovon
Eines wird sich nicht ändern : Die Nähe zur Schule kann nur
im oben geschilderten Fall wohl auszugehen wäre –, hat die Lehr- oder Fachperson mit dem nicht sorgeberechtigten
funktionieren, wenn angefragte Schulleitungen und Lehrper-
Elternteil ein separates Gespräch zu führen.
Das Auskunftsrecht des nicht sorgeberechtigten Elternteils kann durch Anordnungen des Gerichts oder der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) eingeschränkt werden. In einem solchen Fall ist es Sache des sorge-
sonen entsprechend offen und gesprächsbereit bereit sind und/
oder der Redaktion Tipps und Hinweise liefern für spannende
Themen, interessante Aktionen, wichtige Fragen.
berechtigten Elternteils, die Klassenlehrperson über allfällige behördliche Anordnungen beziehungsweise über ein
entsprechendes bei der KESB oder einem Gericht hängiges Verfahren zu informieren.
Für den nicht sorgeberechtigten Elternteil besteht dagegen kein Anspruch auf die Teilnahme an Elternabenden,
RELAUNCH IM FRÜHJAHR
Und weil, wie man weiss, Reformen Zeit brauchen, wird es
weil an diesen in der Regel Themen behandelt werden, die vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Erziehungs-
noch ein paar Monate dauern, bis der Relaunch vollzogen ist.
berechtigten und den Lehrpersonen betreffen und es nicht um die schulische Entwicklung der einzelnen Kinder geht.
Ideen für lohnende Themen oder gar (Fremd-)Bewerbungen
für die Klassenzimmer-Serie nimmt die Redaktion schon jetzt,
Von Nathalie Stadelmann, Juristische Mitarbeiterin Abteilung Recht ED
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19
Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
JEDER LEHRPERSON
DIE RICHTIGE WEITERBILDUNG
DIE WEITERBILDUNGSANGEBOTE ZUR SICHERUNG
DER UNTERRICHTSQUALITÄT IN DEN ÜBERGANGSJAHREN IM ÜBERBLICK
Von Regina Kuratle, Projektleiterin Lehrplan und Evaluation
Die Erwartungen an die Lehrpersonen sind in den Über-
professionell und lernwirksam unterrichten können, indem sie
gangsjahren von 2014 bis 2018 hoch : Zum einen stellen sie
beispielsweise den Unterricht zusammen mit anderen Kollegin-
auf die neue Schulstruktur um und sind vielerorts invol-
nen und Kollegen vorbereiten, durchführen und reflektieren.
viert in Umbauprojekte, zum anderen sollen sie im Zuge der
Oder indem sie sich à jour halten mit Fachliteratur, aktuellen
Einführung der integrativen Schule, der Schullaufbahn-
Lehrmitteln und Umsetzungshilfen und Instrumente zur Qua-
verordnung und des Lehrplans 21 einen qualitativ hochste-
litätssicherung, wie das Individualfeedback und das kollegiale
henden Unterricht erteilen. Geht das ?
Feedback einsetzen. Lehrpersonen können in der Übergangszeit
auch ohne Weiterbildung fachfremd unterrichten, sofern die
Ja, das geht, aber nicht überall gleich und gleich gut − genau wie
Schulleitung sie so einsetzt.
heute. Eine hohe Unterrichtsqualität und die Umsetzung von
Das Erziehungsdepartement stellt für die Lehrpersonen ein
Reformen stehen nicht im Widerspruch zueinander. Oftmals be-
breites, zeitlich begrenztes Weiterbildungsangebot bereit, das
wirken Erneuerungen sogar einen Schub in der Unterrichtsent-
ihnen ermöglicht, sich auf die neuen Herausforderungen vorzu-
wicklung. Eine grosse Mehrheit der rund 1000 Lehrpersonen, die
bereiten. Die Weiterbildungen werden auf die spezifischen Be-
in der neuen Primarschule und Sekundarschule unterrichten
dürfnisse ausgerichtet. Deshalb macht oft eine individuelle Ab-
(werden), verfügen über eine lange Unterrichtserfahrung. Auf
klärung und/oder Beratung Sinn. Weiterbildungen und Beratun-
diese Basis können sie sich bei der Umstellung abstützen und
gen sind für die Lehrpersonen freiwillig und kostenlos. Sie
darauf aufbauen.
werden von zwei Weiterbildungsinstitutionen angeboten, dem
PZ.BS und dem IWB PH FHNW (Institut für Weiterbildung an
WELCHES SIND DIE HERAUSFORDERUNGEN ?
der Pädagogischen Hochschule).
Viele Lehrpersonen unterrichten in den neuen Schulstufen etwas
ältere oder jüngere Kinder. Einige Lehrpersonen unterrichten
WEITERBILDUNG IM JETZIGEN FACH
mehr Fächer als bisher. Und in der Sekundarschule besteht die
Bezogen auf den stufenspezifischen und fachlichen Unterricht
Erwartung, dass der Unterricht in den leistungsstärkeren Zügen
kann sich eine Lehrperson in den Fächern, die sie bereits unter-
E und P von Anfang an auch fachlich hochstehend ist. Die inte-
richtet, wie folgt weiterbilden :
grative Schule sowie der Lehrplan 21 und die Schullaufbahnver- ◆ Regulärer fachdidaktischer Kurs am PZ.BS
ordnung verlangen nach einer differenzierten und anwendungs- ◆ Fachdidaktischer Kurs im Rahmen der Einführung der
orientierten Förderung und Beurteilung. Eine Mehrheit der
Schullaufbahnverordnung am IWB PH FHNW
Lehrpersonen arbeitet mit neuen Kolleginnen und Kollegen zu- ◆ Fachdidaktischer Kurs im Rahmen der Einführung des Lehrsammen − und generell ist eine engere Zusammenarbeit gefor-
plans 21 am PZ.BS
dert. Praktisch alle Lehrpersonen der bisherigen Primarschule, ◆ Nachqualifikation am IWB PH FHNW für eine neue SchulOrientierungsschule und Weiterbildungsschule werden sich also
die Frage stellen müssen, was an ihrem Unterricht zu verändern
ist und was beibehalten werden soll.
stufe (z.B. von der OS zur Sek oder von der OS zur PS)
◆ Zusatzqualifikation mit CAS-Abschluss für ausgewählte
Fächer und Themen gemäss Liste der Volksschulleitung am
IWB PH FHNW oder an einer anderen Hochschule
WIE BEREITE ICH MICH AUF KÜNFTIGE AUFGABEN VOR ?
So verschieden schon heute unterrichtet wird, so unterschiedlich
◆ Reguläres (aufwendiges) Ergänzungsstudium zur Stufenerweiterung am IWB PH FHNW oder an einer anderen Hochschule
ist auch der Unterrichtsentwicklungsbedarf. So verschiedene
Stärken und Schwächen die Lehrpersonen beim Unterrichten
WEITERBILDUNG IN NEUEN FÄCHERN
haben, so unterschiedlich sind die Aufgaben ihrer Weiterent-
In einem Fach, das die Lehrperson künftig neu unterrichten will,
wicklung. Und so verschieden die Wünsche und Präferenzen der
kann sie diese Weiterbildungen besuchen :
Lehrpersonen sind, so unterschiedlich ist der Weiterbildungsbe- ◆ Nachqualifikation für alle Fächer in der PS und Sek ausser den
darf. Die Weiterentwicklung des Unterrichts und die Sicherung
Fremdsprachen und Musik und Bewegung in der PS (nach Ab-
der Unterrichtsqualität sind keine Einheitsaufgaben und werden
sprache mit der Schulleitung), am IWB PH FHNW
deshalb am besten vor Ort ausgehandelt. Grundsätzlich ist da- ◆ Nachqualifikation im Hinblick auf die neuen Fachbereiche des
von auszugehen, dass Lehrpersonen auch ohne Weiterbildung
20
Lehrplans 21 in der Sek : Natur und Technik, Wirtschaft-
Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
Arbeit-Haushalt, Räume-Zeiten-Gesellschaft, Ethik-ReligionGemeinschaft, ab 2016 auch MINT, Lingua mit Latein, Lingua
mit Italienisch, am IWB PH FHNW
◆ CAS für die neuen Fachbereiche des Lehrplans 21 in der Sek :
N&T, WAH, RZG, ERG (ab 2016) am IWB PH FHNW oder an
einer anderen Hochschule
◆ Reguläres (aufwendiges) Ergänzungsstudium zur Facherweiterung am IWB PH FHNW oder an einer anderen Hochschule
WAS TRAGEN SCHULLEITUNGEN
ZUR UNTERRICHTSQUALITÄT BEI ?
Zum Führungsauftrag der Schulleitungen gehört, dass sie die
Lehrpersonen so weit als möglich bei der Unterrichtstätigkeit
unterstützen. In der Regel setzt sie primär Lehrpersonen mit entsprechenden fachlichen Qualifikationen und entsprechender
Stufenausbildung ein. Sie initiiert und führt den Prozess zur Unterrichtsentwicklung vor Ort. Sie führt Unterrichtsbesuche
durch und beurteilt die Unterrichtsqualität der Lehrpersonen
am Mitarbeitendengespräch. Sie organisiert an ihrer Schule die
Zusammenarbeit der Lehrpersonen und fördert Massnahmen
zur Entwicklung und Qualitätssicherung des Unterrichts. Und
sie plant mit den Lehrpersonen zusammen die individuelle und
Von Jugendlichen,
für Jugendliche
Präventionsveranstaltungen für Schulklassen
Sexuelle Gesundheit
Alles rund um das Thema Liebe,
Sex und Verhütung
schulinterne Weiterbildung.
Dass diese Massnahmen in den nächsten Jahren nicht zu 100
Prozent umgesetzt werden können, ist klar. Um die Unterrichtsqualität muss man sich dennoch keine Sorgen machen. Der Beruf
Lehrperson verändert sich wegen eines Schulumbaus, einer neuen Schullaufbahnverordnung oder eines neuen Lehrplans nicht
grundsätzlich. Der Unterricht lebt zudem stark von der Beziehungsqualität zwischen Lehrpersonen und Schülerinnen und
Schülern. Im Schulzimmer geschieht vieles, was nichts mit Reformen zu tun hat.
Neu ab 2014:
medienkompetenz
@jugendliche
Digitale Welt: Chancen nutzen
und mögliche Gefahren realistisch einschätzen.
Persönliche Beratung zu den Nach- und Zusatzqualifikationen :
Urs Oberthaler, urs.oberthaler@fhnw.ch ; Tel. +41 32 628 66 06 ;
www.fhnw.ch/ph/iwb > Entwicklungsschwerpunkte >
Schulharmonisierung BS > Nach- und Zusatzqualifikationen
WAS IST GUTER UNTERRICHT ?
In der Broschüre « Unterricht und Zusammenarbeit » (November 2012) ist beschrieben, welche
Faktoren einen guten Unterricht ausmachen. Neu
gibt es auch den Entwurf einer Umsetzungshilfe
« Was heisst kompetenzorientiert fördern und beurteilen ? ». Sie wird bis im nächsten Sommer von
einigen Teams auf Praxistauglichkeit geprüft und
erprobt.
Beide Dokumente können heruntergeladen
werden unter www.schulharmonisierung-bs.ch >
Do
Dokumente
Diese aktuellen Themen werden
von «Peer-Educators» vermittelt,
die vom InTeam ausgebildet wurden.
Weitere Informationen und Anmeldung auf www.inteam-basel.ch
InTeam
Dornacherstrasse 101 | 4053 Basel
Telefon: 061 361 88 77
www.inteam-basel.ch
21
Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
MASTERSTUDIENGANG
SONDERPÄDAGOGIK
EINE INTERESSANTE
WEITERBILDUNGSPERSPEKTIVE
FÜR LEHRPERSONEN
Masterstudiengang
Sonderpädagogik
Vertiefungsrichtungen
Heilpädagogische Früherziehung und Schulische
Heilpädagogik
Der nächste Studienstart ist
im September 2015.
– Berufsbegleitend und
flexibel studieren
– Individuelle, kompetenzorientierte Vertiefungsmöglichkeiten
– EDK-anerkannter Studienabschluss
– Studienort in Gehdistanz
zu Basel SBB
bsb. Das Master-Studium in Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule FHNW qualifiziert Lehrpersonen und pädagogische Fachpersonen mit einer anderen Vorbildung dazu, in
unterschiedlichen Kontexten von Erziehung und Bildung fördernd, diagnostisch und beratend tätig zu sein sowie Entwicklungsprojekte anzuregen und durchzuführen. Das Studium ist
eine interessante Weiterqualifikation für Lehrpersonen. Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen unterstützen Kinder und
Jugendliche mit besonderem Bildungsbedarf und schaffen Rahmenbedingungen für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten.
Das Studium an der Pädagogischen Hochschule FHNW zeichnet
sich dadurch aus, dass Studierende von einem interdisziplinären
Team von Dozierenden profitieren können. Das Studium ist erwachsenenbildnerisch konzipiert und berücksichtigt in seiner
Struktur die berufliche und familiäre Situation der Studierenden.
Nächster Studienstart an der PH FHNW ist im September 2015.
Das Anmeldefenster ist noch bis zum 9. Januar 2015 offen
Weitere Informationen
und Anmeldung
Anmeldeschluss
9. Januar 2015
Institut Spezielle Pädagogik
und Psychologie
www.fhnw.ch/ph/isp
22
(frühzeitige Anmeldung empfohlen).
Weitere Informationen : www.fhnw.ch/ph/isp
Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
EIN ARBEITSBÜNDNIS
VON SCHULE UND ELTERNHAUS
EIN TEAM DER PH FHNW HAT VERSCHIEDENE MODELLE DER KOOPERATION
UNTER DIE LUPE GENOMMEN
Von Jürgen Lehmann und Jan Egger, Mitarbeitende der PH FHNW
Lange Zeit galten Schule und Elternhaus als zwei getrennte
VERTRAUENSBASIS AUFBAUEN
Welten. Zunehmend setzt sich die Vorstellung durch,
Bei einer weiteren Gruppe von Lehrpersonen zeigt sich eine part-
dass es eine Kooperation zwischen Schule und den Erzie-
nerschaftliche Praxis mit Eltern. Diese Lehrpersonen interessie-
hungsberechtigten braucht, um den Bildungs- und
ren sich sowohl für die schulische wie auch für die familiäre
Erziehungserfolg der Schülerinnen und Schüler zu sichern.
Lebenswelt ihrer Schüler und Schülerinnen. In regelmässigen
Ein Forscherteam der PH FHNW hat sich vertieft mit
Kontakten mit den Eltern wird eine Vertrauensbasis als Grund-
der Frage befasst, wie Lehrpersonen diese Kooperation
lage für ein Arbeitsbündnis aufgebaut. Die Ausgestaltung der
gestalten.
Kooperation geht dabei über die standardisierten Kontakte hin-
An zehn Schulen in den Kantonen Basel Stadt und Solothurn
Einzelfall ergeben.
aus und richtet sich nach den Erfordernissen, die sich aus dem
wurden insgesamt 39 Primarlehrpersonen und Schulleitungen
Es ist auffällig, dass die Praxis dieser Lehrpersonen mit einer
befragt, von welchen Überzeugungen sie sich in der Kooperation
kritisch-reflexiven Distanz zum eigenen Handeln, zum Lehrbe-
mit Eltern leiten lassen. Dabei zeigte sich, dass Lehrpersonen
ruf und zur Schule als formaler Organisation einhergeht. Den
zum Teil auch innerhalb desselben Schulhauses oder Klassen- Anliegen von Eltern stehen diese Lehrpersonen offen gegenüber.
teams den vorhandenen Handlungsspielraum sehr unterschied- Sie drängen sich mit ihren pädagogischen Vorstellungen nicht
lich interpretieren und nutzen. Dabei lassen sich gewisse Muster
auf, stehen aber, wenn Eltern danach fragen, ihnen auch in er-
aufzeigen.
zieherischen Fragen beratend zur Seite. Sie sind engagiert für den
Bildungserfolg der Kinder und bringen hierfür durchaus auch
BEZIEHUNGEN MEIDEN
einen Zusatzeffort. Einzelne Lehrpersonen geben z.B. ihren
Bei einer ersten Gruppe ist das Denken dieser Lehrpersonen von
Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, vor oder nach dem
der traditionellen Trennung von Erziehung und Bildung, (und
Unterricht die Hausaufgaben im Klassenzimmer zu erledigen.
damit von Familie und Schule, geprägt). Die Beziehung wird als
So werden unnötige Auseinandersetzungen im Elternhaus ver-
ein Verhältnis verstanden, in dem die Schule bzw. die Lehrper- mieden.
son das Sagen hat und die Eltern sich anpassen müssen. Die
Die Ergebnisse zeigen, dass die Kooperation von Lehrperso-
Lehrpersonen sprechen insbesondere Eltern aus so genannt bil- nen mit Eltern ein anspruchsvolles Thema ist, mit dem Schulen
dungsfernen Milieus die Fähigkeit ab, ihre Kinder adäquat zu
sich im Rahmen der Schulentwicklung auseinandersetzen müs-
unterstützen. In der Praxis vermeiden solche Lehrpersonen ten- sen. Es braucht schulintern Schritte, die die Lehrpersonen darin
denziell eine Beziehung und intensivere Kontakte zu Eltern, da
unterstützen, ein partnerschaftliches Arbeitsbündnis aufzubau-
es aus ihrer Sicht keine Abstimmung der pädagogischen Bemü- en, das in der Praxis funktioniert. Dafür braucht es Zeitgefässe
hungen braucht.
und Strukturen wie Intervisionsanlässe, innerhalb derer Lehr-
KINDER SCHÜTZEN
reflektieren können.
personen ihre Elternarbeit und ihre Haltungen gegenüber Eltern
Eine zweite Gruppe von Lehrpersonen strebt dagegen eine aktive Beziehung zu den Eltern an. Dabei wollen manche dieser
Der Bericht « Die Kooperation von Schule und Elternhaus –
Lehrpersonen eine Verhaltensänderung der Eltern herbeiführen.
eine Analyse der Praxis von Lehrpersonen »
Die einen wollen auf die Eltern so einwirken, dass diese eine bil- von Martin Straumann, Jürgen Lehmann und Jan Egger
dungsfreundlichere Atmosphäre im Elternhaus gestalten. Ande- kann auf der Website der PH FHNW (www.fhnw.ch/ph >
re möchten Kinder vor den angeblich überhöhten Bildungsam- Institut Vorschule und Unterstufe > Professuren > Theorie der
bitionen der Eltern schützen. Diese Lehrpersonen verfolgen eine
Schule > Forschungsprojekte) heruntergeladen werden.
Elternpädagogik und begründen dies mit dem Wohle des Kindes.
23
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EDit
DIGITALE MEDIEN
ALS HERAUSFORDERUNG
FÜR DIE SCHULE
NEUER RATGEBER HILFT BEI DER VERMITTLUNG VON
« MEDIENKOMPETENZ IM SCHULALLTAG »
Welche Bedeutung haben die digitalen Medien im Leben
nutzen und sie in den Unterricht einbeziehen. Schliesslich sollen
von Kindern und Jugendlichen ? Welchen Mehrwert
die Jugendlichen befähigt werden, mit der Informationsflut und
können Lehrpersonen bei der Mediennutzung für ihren
dem technischen Wandel zurechtzukommen.
Die Dauerpräsenz digitaler Medien im Klassenzimmer, auf
Unterricht erzielen ? Antworten auf solche Fragen
gibt die Broschüre « Medienkompetenz im Schulalltag »,
dem Pausenhof und in der Freizeit eröffnet also ein weites Feld
die im Rahmen der der Kampagne « Jugend und
von Fragen und Herausforderungen. Wie kann die Medienkom-
Medien » des Bundesamtes für Sozialversicherungen
petenz von Schülerinnen und Schülern gezielt gefördert und un-
erarbeitet worden ist.
terstützt werden ? Welche Risiken und Gefahren birgt die Nutzung der digitalen Medien für die Schülerinnen und Schüler und
BSV. Für Lehrkräfte aller Schulstufen gehört die Nutzung digi- wie lassen sich diese vermeiden ? Und welchen Mehrwert können
taler Medien heute als Unterrichtsmittel, aber auch als Arbeits- Lehrpersonen bei der Mediennutzung für ihren Unterricht erinstrument für administrative und schulorganisatorische Abläu-
zielen ? Praxisnahe Antworten und Tipps zur Nutzung digitaler
fe zum Berufsalltag. Notebook, Tablet und Smartphone sind aber
Medien im Schulalltag gibt die druckfrische Broschüre « Me-
auch längst zum festen Bestandteil des Sozialraums der Schüle-
dienkompetenz im Schulalltag », die sich in erster Linie an
rinnen und Schüler geworden. Befragungen haben ergeben, dass
Lehrpersonen und Schulleitungen richtet. Der Ratgeber ist eine
Jugendliche ab zwölf Jahren an einem Wochentag im Durch- Publikation des Nationalen Programms « Jugend und Medien »
schnitt rund 45 Minuten am Computer verbringen, um etwas für
zur Förderung von Medienkompetenzen des Bundesamtes für
die Schule zu tun. Mit zunehmendem Alter steigt diese Zeit noch
Sozialversicherungen BSV. Das Programm verfolgt das Ziel, dass
an und rund 80 Prozent der jugendlichen Schülerinnen und
Kinder und Jugendliche sicher und verantwortungsvoll mit di-
Schüler geben an, dass es wichtig oder sogar sehr wichtig für
gitalen Medien umgehen. Eltern, Lehr- und Fachpersonen bietet
ihren Schulerfolg sei, zu Hause einen Computer und Internet-
das Programm Informationen, Unterstützung und Tipps für
zugang zu haben.
eine sinnvolle Begleitung von Kindern und Jugendlichen
Aus der zunehmenden Bedeutung der digitalen Medien ergeben sich auch für die Schule neue Aufgaben. So soll sie die Schü- « Medienkompetenz im Schulalltag » : 44 Seiten, Redaktion
lerinnen und Schüler zu einer vertieften Reflexion über den Um- Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht
gang mit Medien anregen. Die Schule soll aber auch die Erfah- (imedias) an der PH FHNW. Weitere Informationen zur
rungen, die Jugendliche in ihrem ausserschulischen Sozialraum
Kampagne und Bestellung via www.jugendundmedien.ch.
mit der Dauerpräsenz digitaler Medien machen, als Ressource
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Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
DIE WICHTIGSTEN
ELEMENTE DER
SCHULLAUFBAHNVERORDNUNG
EINE BREITE PALETTE VON WEITERBILDUNGSANGEBOTEN FÜR LEHRPERSONEN
Die Weiterbildungsangebote zur Schullaufbahnverordnung
Schule, Leistungserhebung als Prozess, Prädikate und Noten,
(SLV) von 2015 bis 2018 gelten für Schulen und Lehrpersonen der
Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten, Lernbericht, Förderziele,
Sekundarschule des Kantons Basel-Stadt (Primarstufe 2013 bis
Nachteilsausgleich und anderes mehr. In der schulinternen Wei-
2015). In verschiedenen Formaten wie Einführungsveranstaltun-
terbildung wird auf die Bedürfnisse der Schulen zur SLV und
gen, schulinternen Weiterbildungsangeboten sowie in kursori-
deren Umsetzung eingegangen.
schen berufsbegleitenden Weiterbildungsangeboten erhalten die
Schulen und Lehrpersonen Informationen zu den Eckwerten
Detaillierte Informationen zu den einzelnen Angeboten
und zu den wichtigsten Instrumenten der Schullaufbahnverord- (alle Formate) und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung unter
nung und insbesondere zur Umsetzung der kompetenzorientier- www.fhnw.ch/ph/iwb/entwicklungsschwerpunkte/schulharmoten Förderung und Beurteilung. Einige Stichworte : Klärung des
nisierung-bs. Anmeldung und Auskunft : Bernadette Schneider,
Kompetenzbegriffs, kompetenzorientierter Unterricht, Gütekri-
bernadette.schneider@fhnw.ch. oder 056 202 81 29.
terien der Beurteilung, Förder- und Beurteilungskultur einer
DIE SCHULÄRZTIN
EMPFIEHLT
HLT …
HL
IRRE NORMAL – EIN INTERAKTIVES SCHULPROJEKT
Depressionen, Angststörungen, Psychosen : Ungefähr jeder fünfte
f fte Jugendliche erkrankt einmal in
fün
of sionelle Hilfe. Gerade
ofes
seiner Entwicklung an einer psychischen Erkrankung und benötigt profes
professionelle
die Zeit der Pubertät meistern nicht alle Jugendlichen problemlos. Entsteht ein Ungleichgewicht
zwischen äusseren Anforderungen und inneren Ressourcen, füh
fführt
rt dies zu Stress und kann das Risiko der Entwicklung einer psychischen Erkrankung steigern. Oft werden diese Erkrankungen
nicht als solche erkannt oder sie werden tabuisiert.
Deshalb ist es wichtig, Kinder und Jugendliche für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren. Sie sollen dazu befähigt werden, sich und ihre Gefüh
ef le wahrzunehmen, Stress frühefüh
Gefühle
zeitig zu erkennen und sich im richtigen Moment Hilfe zu holen. Dies soll einerseits über die Vermittlung von Wissen, aber auch anhand der Förderung des Verständnisses gegenüber Menschen
mit einer psychischen Erkrankung geschehen.
Das Schulprojekt « Irre normal» ermöglicht Schülerinnen und Schüler in vier Lektionen den
d
Austausch mit betroffenen Menschen mit psychischen Erkrankungen und mit Fachpersonen und
Schizo
overmittelt Informationen zu einem gewünschten Krankheitsbild (Depression, Borderline, Schizophrenie, Angststörungen/Zwang/Panikattacken).
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ugendgesundheitsdienst
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Basler Schulblatt 2014 | 11
EDit
VERHANDLUNGSTHEMEN FÜR
DEN SCHULUMBAU
BROSCHÜRE DER PH FHNW ZUR PLANUNG VON UMBAUTEN AN DEN SCHULEN
Von Martin Straumann, Professor Institut Vorschul-/Unterstufe der Pädagogischen Hochschule FHNW
Eine Gruppe von Architektinnen, Psychologen und
Pädagoginnen der FHNW haben auf Basis einer qualitativen Untersuchung von Schulhäusern in der Nordwestschweiz eine Broschüre für Planungsgremien entwickelt.
Die Broschüre benennt aufgrund des aktuellen Standes
der Forschung in diesen drei Fachbereichen fünf Verhandlungsthemen, die am Runden Tisch diskutiert werden
können : « Lernorte », « Einbindung Kindergarten », « Integration », « Tagesstrukturen » und « Schulhaustypen umbauen ».
In der Nordwestschweiz werden erhebliche Summen in den Neu-,
Aus- und Umbau von Schulen investiert. Das hat nicht nur mit
der Schulharmonisierung, sondern auch mit steigenden Schülerzahlen oder dem Sanierungsbedarf alter Schulgebäude zu tun.
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat die vier häufigsten
Konfliktzone Gang : Auf den Korridoren der Schulhäuser
Schultypen in der Nordwestschweiz auf deren Raumbedürfnisse
müssen oft widersprüchliche Nutzungsbedürfnisse unter einen
und Raumnutzung untersucht. Gefragt wurde nach den neuen
Hut gebracht werden.
pädagogischen Anforderungen an die verschiedenen Schulräumlichkeiten und wie bestehende Schulbauten den neuen Anforde- PRAXISNAHE FALLBEISPIELE
rungen angepasst werden könnten. Neben der Aufnahme der
Die Analysen und Erhebungen wurden zu fünf zentralen Ver-
Pläne und bautechnischen Fakten wurden Interviews mit der
handlungsthemen verdichtet : Lernorte, Einbindung Kindergar-
Schulleitung und Lehrpersonen gemacht und das Raumverhal- ten, Integration, Tagesstrukturen sowie Schulhaustypen umbauten der Schülerinnen und Schüler beobachtet.
en. In Kurztexten werden die Verhandlungsthemen erklärt und
GEGENSEITIGE STÖRUNGEN VERMEIDEN
werden die Themen dann interdisziplinär dargestellt und mit
Die Gegenüberstellung von pädagogischem Konzept, Aussagen
Umbauskizzen ergänzt. Sinn der Faltblätter ist, die Diskussion
mit Skizzen aus den Fallbeispielen illustriert. Auf Faltblättern
der Lehrpersonen und tatsächlichem Raumverhalten der Akteu- dieser Themen in der Planungsbehörde zwischen Gemeindebere wies auf einige Widersprüche und Unzulänglichkeiten in den
hörden, Planern und Schulvertretenden zu führen, bevor der
bestehenden Schulbauten hin. Beispielsweise sind Korridore in
ganze Architekturwettbewerb beginnt. An einer gut besuchten
heutigen Schulen nicht allein Verkehrsflächen, sondern werden
Tagung in Basel haben Planende, Vertretungen der Schulen und
auch als Arbeits-, Spiel-, Begegnungsflächen sowie als Warte- der Gemeindebehörden diese Faltblätter in gemischten Gruppen
raum, Garderobe, Ausstellungsfläche oder als Stauraum genutzt. diskutiert und für die Praxis für gut befunden.
Das Beispiel zeigt : Diese Flächen müssen für unterschiedliche
Zeiten mit unterschiedlichen Regeln genutzt werden, damit sich
Die Broschüre « SchulUmbau diskutieren » kann an der
lernende Personen oder lernende Gruppen nicht gegenseitig
Pädagogischen Hochschule FHNW in Windisch bezogen werden :
stören.
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Bahnhofstrasse 6,
Ein weiteres zentrales Thema in der Untersuchung war die
5210 Windisch. Elektronische Bestellung unter
Akustik. Mit der Nutzung der Räumlichkeiten sollte eine Aussa- www.fhnw.ch/ph/schulumbau
ge gemacht werden, welche pädagogischen Tätigkeiten an welchen Lernorten mit welcher Lautstärke stattfinden können. Generell bietet sich an, das Klassenzimmer als stillen Arbeitsraum
zu definieren und angrenzende Gruppenräume und oder Verkehrsflächen für die Kommunikation und bewegungsintensivere Tätigkeiten zu nutzen. Vielfach könnte die Akustik durch
Massnahmen des Innenausbaus erheblich verbessert werden.
27
Basler Schulblatt 2014 | 11 Kantonale Schulkonferenz
VON DER IDEE
ÜBER DAS MODELL
ZUR WIRKLICHKEIT
ZWEI BEISPIELE, WIE KINDER BEIM UMBAU VON SCHULBAUTEN
MITEINBEZOGEN WERDEN KÖNNEN
Von Andreas Hammon und Gaby Hintermann
Die zahlreichen Umbauprojekte im Zuge der Schulharmonisierung bieten die Chance für eine verstärkte Nutzerpartizipation. Diese wirklich zu leben, ist selten bloss ein Quell
von Freude, sondern auch ein anspruchsvolles Unterfangen
ST
STIMMEN
ZUM PROJEKT
IM BRUDERHOLZSCHULHAUS
mit viel Frustpotenzial. Und immer wieder auch ein SichWiederfinden auf dem Boden von Tatsachen und Sachzwängen. Partizipation bedeutet nicht, dass der Weihnachts-
« Ich hätte nicht gedacht, dass man unsere Ideen
nachher wirklich brauchen kann ! »
mann grosszügig Wünsche erfüllt. Dass sich der Weg aber
trotzdem lohnt und im Kleinen viel Tolles gelingen kann,
zeigen die Erfahrungen der beiden Primarschulstandorte
« Wir haben noch einen Stifthalter geplant, damit
Bläsi und Bruderholz.
man nicht immer die Etuis mitschleppen muss,
denn in unserer Klasse gibt es sehr oft Kinder, die
Die Primarschulen Bläsi und Bruderholz wurden über ein Jahr
etwas vergessen. »
vom Architekten, Pädagogen und Schulentwickler Andreas
Hammon bei folgenden Themenstellungen begleitet :
« Ich habe das 1 :1 und das 1 :10 gelernt. »
◆ Wie kann die räumliche Lernumgebung den erweiterten pädagogisch-didaktischen Anforderungen angepasst werden ?
« Das hat bei mir als Lehrperson viel ausgelöst.
◆ Welche Möglichkeiten zur Partizipation gibt es dabei ?
Ich habe daraufhin mein Zimmer umgestellt,
◆ Wie können Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung
weil ich bemerkt habe, dass ich sehr viel herum-nd
laufe und so sehr viel Unruhe hineinbringe und
so die Kinder bei ihrer Arbeit störe. »
28
ihrer räumlichen Lernsettings eingebunden werden ?
◆ Wie kommuniziert man die Ergebnisse den Architektinnen
und Architekten und entwickelt diese gemeinsam weiter ?
Basler Schulblatt 2014 | 11
Kantonale Schulkonferenz
AUFBAU EINER NEUEN SCHULKULTUR IM BLÄSI
Für die PS Bläsi konkretisierte sich das alles in der Frage, wie mit
dem Umbau und der Renovierung des denkmalgeschützten
Schulhauses zugleich eine neue Lernkultur in den alten Gemäuern unterstützt werden kann.
Bevor die Planung mit den beauftragten Architekten begann,
waren in einem engen Zeitrahmen grundlegende Fragestellungen zu klären. Nach einer intensiven Evaluationsphase zu den
räumlichen Bedürfnissen wurden verschiedene Arbeitsphasen
und Workshops mit Kollegium, delegierten Arbeitsgruppen,
Raumverantwortlichen, Schulleitung sowie Schülerinnen und
Schülern eingeleitet.
NEUNUTZUNG DER GÄNGE IN DER PS BRUDERHOLZ
Mit der Individualisierung des Unterrichts ist auch eine er-
Auf dem Bruderholz standen die Fragen im Zentrum, wie die
höhte Differenzierung von teilweise parallelen Lernprozessen
Schulhausgänge für neue Lehr- und Lernformen eingerichtet
verbunden. Es sollten Ideen entwickelt werden, wie dies in einem
werden können und wie Kollegium sowie Schülerinnen und
historischen Schulhaus mit traditionellen Grundrissen möglich
Schüler aktiv an diesem Prozess mitwirken können.
ist und was nötig ist, dass die Räume auch als Lebens- und Ge-
Nach einem Einstiegsworkshop mit dem Kollegium machten
staltungsräume wahrgenommen und genutzt werden. Da die
sich zwei vierte Klassen in einem zweitägigen Workshop an die
bauliche Struktur vorgegeben war, mussten Gestaltungsspielräu-
Arbeit. Bisherige Erfahrungen wurden analysiert, indem die
men auf der Einrichtungsebene erkundet werden.
Kinder Orte kennzeichneten, an denen sie sich ungern oder selten aufhalten und solche, die gerne aufgesucht werden. In den
In der Primarschule Bläsi
nächsten Schritten entwickelten die Schülerinnen und Schüler
wurden zusammen
mittels Zeichnungen eigene Ideen zur Problemlösung, die dann
mit den Kindern diese
über Pläne zu Modellen im Massstab 1 :10 führten. Zu Beginn der
Rollwagen entwickelt. Die
5. Klasse wurde der Workshop mit den beiden Klassen an zwei
Prototypen der Mobilos
weiteren Tagen fortgesetzt, die Ideen wurden nun als 1 :1-Model-
kommen wie hier im
le gebaut und einem Praxistest unterzogen. Es ist noch offen,
SWISE-Unterricht bereits
was von den erprobten Ideen und Modellen schliesslich reali-
zum Einsatz.
siert wird.
MOBILOS UND NISCHENKISSEN
Im Rahmen des angeleiteten Mitwirkungsprozesses, der vom Erziehungs- und Baudepartement unterstützt worden ist, haben
zwei « tolle Ideen » über Gespräche, Skizzen, Modelle und Mockups konkret Gestalt angenommen : zum einen die « Mobilos » als
flexibes und mobiles Lehrmitteldepot und zum anderen die « Nischenkissen » für die – im multifunktionalen Stauraumsystem
integrierte – Rückzugszone.
Die mit den Lehrpersonen entwickelten und vom Schulmöbelhersteller Novex gebauten Prototypen der « Mobilos » haben
das erste Testjahr erfolgreich bestanden. Die Rollwagen unterstützen die Fach- und Förderlehrpersonen bei der Planung und
Durchführung des individualisierten Unterrichts. Gruppenarbeit, Stationenlernen und Ähnliches sind damit einfacher zu organisieren und zu strukturieren, da einzelne Schülerinnen und
Schüler mit dem Mobilo situativ und unkompliziert zu verschiedenen Lernorten wechseln können. In der bekannten Ordnung
So liesse sich der Gang im Bruderholzschulhaus besser nutzen :
finden sie dort beispielsweise auf dem Mathe-Mobilo Arbeits- Aufgrund von Ideenzeichnungen der Kinder wurde
blätter und alle weiteren nötigen Materialien, um selbstständig
die Einrichtung von Arbeitsplätzen im Gang 1 :1 getestet.
arbeiten zu können.
Fotos : Andreas Hammon
29
Basler Schulblatt 2014 | 11 Kantonale Schulkonferenz
« BEIM BAUEN
ÜBER LERNEN REDEN »
ANDREAS HAMMON ZU DEN SCHNITTPUNKTEN ZWISCHEN LEHRPLAN 21
UND DEN MITGESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN BEI SCHULUMBAUTEN
Interview : Gaby Hintermann
Andreas Hammon arbeitet im interdisziplinären Feld der
kooperativen Schulraum-Entwicklung als Architekt und
Pädagoge an den Schnittstellen zwischen Pädagogik und
Architektur. Er ist Vorstand im Netzwerk Bildung & Architektur. Bei einer Analyse der pädagogisch-räumlichen
Fragestellungen, die der Lehrplan 21 aufwirft, stellte er
überrascht fest, dass es viele Schnittpunkte zu zwei bereits
durchgeführten Projekten in Basel gibt : Der LP21 wird in
vielen Bereichen bereits gelebt. Diese Entdeckung war
Grundlage für dieses Gespräch. Seinen Antworten im untenstehenden Interview gegenübergestellt sind dazu passende Aussagen im Entwurf zum Lehrplan 21.
Gaby Hintermann : Andreas Hammon, was spricht Sie als Architekt am LP21 besonders an ? Gibt es zentrale Punkte ?
Auszug LP21 : Bildung ist ein offener, lebenslanger und
aktiv gestalteter Entwicklungsprozess des Menschen und
befähigt zu selbstständiger Teilhabe und Mitwirkung
im gesellschaftlichen Leben. Das soziale Zusammenleben,
die Gemeinschaft und der Unterricht werden von allen
Beteiligten mitgestaltet.
Andreas Hammon : Schule nicht nur als Lern-, sondern auch als
Lebensraum zu verstehen, ist inzwischen weitgehend etabliert.
Mit der erweiterten Beschreibung, Schule auch als « Gestaltungsraum » zu verstehen, setzt der LP21 neue Massstäbe im gesamten deutschen Sprachraum. Schule auch als GestaltungsWie wärs, wenn wir bei
raum zu begreifen, eröffnet neue pädagogisch-didaktische Spiel-
uns beim Schulhaus-
räume im Sinn von « Beim Bauen über Lernen reden ». Die
Umbau ein Lesenest ein-
partizipative Einbindung von Schülerinnen und Schülern und
bauen würden ? Beim
ihren Lehrpersonen bei der Gestaltung schulischer Räume bietet
Bauen über das Lernen
eine Fülle von realen Erfahrungs- und Lerngelegenheiten zum
zu reden, lohnt sich.
Lernen selbst sowie zur selbstständigen Teilhabe und Mitwirkung in der Gemeinschaft.
30
Basler Schulblatt 2014 | 11
Kantonale Schulkonferenz
Sie haben sich Gedanken gemacht, wie Schule als Gestaltungsraum die Entwicklung von Kompetenzen fördern und so zu einem
umfassenden Lernraum werden kann. Welche Voraussetzungen
sind Ihrer Meinung nach dafür von besonderer Bedeutung ?
Theoretisches Wissen wandelt sich zur Kompetenz über die
praktische Anwendung in realen Situationen. Die Gestaltung
der räumlichen Lernumgebung und ihre tägliche Nutzung ist
ein hoch komplexes Feld, in dem fachliches und überfachliches
Wissen vernetzt erprobt werden kann. Die Freude beim Tun und
der Stolz auf das Ergebnis generieren positive emotionale Verbindungen zur Gemeinschaft, zur Schule, aber auch zu fachlichen Inhalten. Rückmeldungen aus den Partizipationsprojekten
Was können Raum und Möblierung leisten und was nicht ? Wo se-
unterstreichen das. Wenn Kinder beispielsweise sehen, für was
hen Sie die grössten Zusammenhänge zwischen Lernprozessen
sie die Masse umrechnen von 1 :1 auf 1 :10, macht es plötzlich ei-
und einer räumlich-strukturellen Rahmung ?
nen Sinn, warum sie das gelernt haben. Die Projekte zeigen es
Vereinfacht kann man Lernen als Interaktion mit Subjekten
immer wieder : Es ist wesentlich, sich auf einen offenen Prozess
oder Objekten beschreiben. Hierbei bin ich immer räumlich ver-
einzulassen und im gemeinsamen Tun die schlummernden Res-
ortet. Der mich umgebende Raum und seine Strukturierung mit
sourcen zu entdecken.
Möbeln kann den Interaktionsprozess unterstützen oder stören.
Wir erleben dies, wenn wir das Gegenüber schlecht verstehen,
Schülerinnen und Schüler verbringen viel Lebenszeit in der Schu-
wenn es zu heiss oder zu kalt ist, die Luft verbraucht ist oder
le. Sie ist ein prägender Teil ihres Alltags. Finden sich im LP21 Ori-
man Dinge schlecht sehen kann. Dann lässt die Konzentration
entierungspunkte, die den Anspruch der Mitgestaltung dieses Le-
schneller nach. Ähnlich Effekte sind zu beobachten, wenn die
bensraums konkretisieren ?
Interaktionsformen nicht zu Raum und Einrichtung oder zum
Ja – ich habe ein paar Textstellen aus dem LP21 zum Leitmotiv
kulturellen Kontext und der Altersstufe passen. Auch ästheti-
« Schule als Gestaltungs-, Lern- und Lebensraum » etwas kom-
sche Faktoren spielen eine Rolle : Ein schöner Raum wirkt sich
primiert. Daraus lässt sich viel für die pädagogische Arbeit wie
meist positiv auf unsere Stimmung und Interaktionen aus.
auch für die Konzeption von Schulhäusern ableiten. Einer de-
Wichtig ist auch die emotionale Verbindung zu einem Raum,
mokratischen Schulkultur bieten sich so praktische Erprobungs-
die grösser ist, wenn man diesen persönlich mitgestalten konnte.
felder für Gestaltungs- und Teilhabebedürfnisse.
Lehrpersonen arbeiten auf all diesen Ebenen – tendenziell jedoch eher unbewusst. Raum als pädagogisch-didaktisches Ins-
Auszüge LP21 : Die Schülerinnen und Schüler erfahren sich
trument individualisiert und proaktiv zu nutzen, wird als The-
selber als kompetent und zunehmend handlungs- und
ma an den Hochschulen gerade erst entdeckt.
selbstbestimmt in einem kooperativ geprägten und positiv
unterstützenden Lernrahmen. Sie können das eigene
Welche Kompetenzen brauchen Lehrpersonen, um Räume im Sin-
Lernen organisieren und sich einen geeigneten Arbeits-
ne des LP21 zu gestalten und zu nutzen ?
platz einrichten. Sie können verschiedene Formen der Grup-
Bei dieser Frage muss ich etwas ausholen. Der LP21 ist auch ei-
penarbeit anwenden. […] Die Schule als Ort des sozialen
ne Reaktion auf sich verändernde gesellschaftliche Rahmenbe-
Lernens fördert die Beziehungsfähigkeit und befähigt,
dingungen. Traditionelle, standardisierte Muster und Rollen
an der gestalteten Umwelt teilzuhaben und diese im Sinne
verlieren an Tragfähigkeit und wir erleben vermehrt die Not-
einer nachhaltigen Gestaltung der Zukunft mitzugestalten.
wendigkeit, diese nun individuell und aktiv zu ergreifen. Das ist
auch für die Schulen als Ganzes zu beobachten – neue Steuerungs- und Entscheidungsformen sowie ein individuelles Schulprofil sind zu entwickeln und im Alltag umzusetzen.
Die Notwendigkeit, die Dinge aktiv und individuell zu ergreifen,
ist auch in Bezug auf den Raum zu beobachten. Es besteht ganz
allgemein ein vermehrter Bedarf an unterschiedlichsten Parti31
Basler Schulblatt 2014 | 11 Kantonale Schulkonferenz
Andreas Hammon hat an
Basler Schulhäusern
getestet, wie Kinder in die
Planung von Schulräumen
zipationsformen. Hier befinden wir uns mitten in einem brei-
einbezogen werden können.
ten gesellschaftlichen Lernprozess. Neue Schnittstellen zur Partizipation werden zum Beispiel im Schulbau, bei Wettbewerben
und Planungsprozessen gesucht und erprobt.
Wie werden Lehrpersonen nun all diesen Anforderungen gerecht ?
Die Auszüge aus dem Lehrplan 21 zeigen, dass sich das Anforderungsprofil an Schule und die einzelne Lehrperson erweitert
hat. Die individuelle Stärkung der räumlichen Nutzungs- und
Gestaltungskompetenz sehe ich dabei als wichtigen Entlas-
Das Beispiel Bruderholz zeigt, dass bereits Viertklässlerinnen
tungsfaktor. Suboptimale Rahmenbedingungen und eine feh-
und Viertklässler aktiv eingebunden werden können. Sie beob-
lende Passung erfordern mehr Disziplinierung – dies belastet
achten scharf, erkennen Probleme, entwickeln Lösungsansätze,
die Beziehungsebene und damit auch die Lernleistung. Das
finden eine gestalterische Lösung, setzen diese praktisch um und
Wissen und die Möglichkeiten zur räumlichen Gliederung er-
integrieren diese in ihren schulischen Alltag. Diese Kompeten-
leichtern es, die geforderte Individualisierung von Lehr- und
zen können sie später auch für die optimierte Nutzung einer
Lernprozessen umzusetzen.
komplexen Arbeitsumgebung mit unterschiedlichen Arbeitssettings nutzen. Wenn man in die detaillierten Fachbereichslehr-
Welche Kompetenzen können Schülerinnen und Schüler an einem
pläne eintaucht, findet man diese Kompetenzen beispielsweise
Partizipationsprojekt zum Schul- und Lernraum entwickeln ?
auch wieder bei den didaktischen Hinweisen für das Textile und
Technische Gestalten (Gestaltungs- bzw. Designprozess). Es geht
Auszug LP21 : Lehrperson variieren passend zu den
ums Sammeln und Ordnen, Experimentieren und Entwickeln,
Unterrichtszielen die Inszenierungsmuster, die Lehr- und
Planen und Realisieren, Begutachten und Weiterentwickeln,
Lernformen, den Unterrichtsverlauf sowie die Lernorte.
Dokumentieren und Präsentieren. Alles auch Bestandteile der
Variable Unterrichtsarrangements machen eine Differenzie-
durchgeführten Partizipationsprojekte – « Beim Bauen über
rung vor allem über die Sozialform und das Ausmass an
Lernen reden ».
Fremd- bzw. Selbststeuerung möglich.
MITTEILUNGEN
VERORDNUNG TAGESSTRUKTUREN
An seiner Sitzung vom 22. September hat der Vorstand der KSBS
den, die eigentlich nicht mit der laut Verordnung gültigen Defi-
seine Stellungnahme zur neu überarbeiteten Tagesstrukturver- nition als « ergänzendes, freiwilliges Angebot » korrespondieren.
ordnung formuliert und verabschiedet. Diskutiert wurden dabei
Zudem hat sich der KSBS-Vorstand mit der Grundsatzfrage aus-
unter anderem die aktuellen Arbeitsbedingungen für das Tages- einandergesetzt, ob die Ausweitung der flächendeckenden Tastrukturpersonal sowie die Tatsache, dass dieser noch jungen
gesstrukturen auf die neue Sekundarschule tatsächlich einem
schulischen Einrichtung zunehmend Aufgaben zugewiesen wer- Bedürfnis entspricht.
Die detaillierte Stellungnahme ist unter www.ks-bs.ch
veröffentlicht.
Jean-Michel Héritier
32
Basler Schulblatt 2014 | 11
Freiwillige Schulsynode
FAKTEN ZUM NEUEN
FREMDSPRACHENUNTERRICHT
GEFORDERT
DAS PROJEKT « PASSEPARTOUT »
AUS SICHT DER FREIWILLIGEN SCHULSYNODE
Von Jean-Michel Héritier
Das vorletzte Basler Schulblatt war dem Hauptthema
weile über drei Jahren währenden Fremdsprachen-Reformpro-
« Frühfremdsprachen-Unterricht » gewidmet. Die kantonale
zesses. Eine Evaluation ist vonseiten der sechskantonalen « Steu-
Projektleitung berichtete vom aktuellen Stand der Um-
ergruppe Passepartout » auch fester Bestandteil der Projektpla-
setzung, betroffene Lehrpersonen schilderten ihre dabei
nung. Erste Resultate sind laut jüngsten Informationen wohl ab
gemachten Erfahrungen und die Kantonale Schulkonferenz
2018 zu erwarten, wenn die mit dem EDK-Bildungsmonitoring
veröffentlichte die Ergebnisse ihrer « Passepartout-
zur Erreichung der nationalen Bildungsstandards verknüpfte
Umfrage ». Fehlt noch die Sichtweise mit gewerkschaftlicher
Wirkungsstudie erstmals durchgeführt worden ist. Zuvor waren
Brille, die von FSS-Seite hiermit nachgeliefert sei.
die « Passepartout »-Evaluationsergebnisse erst aufs Jahr 2022 in
Aussicht gestellt worden. Bleibt zu hoffen, dass die dabei zu er-
In ihrer Umfrage vom Frühjahr 2014 konzentrierte sich die Kan- wartenden Ergebnisse nicht bloss die heutige Glaubensdebatte
tonale Schulkonferenz (KSBS) auf die Frage, wie die Umsetzung
zusätzlich anheizen, sondern einen substanziellen Beitrag zur
des Projekts « Passepartout » von den betroffenen Lehrpersonen
Klärung des bisher erst vermuteten Lernerfolgs durch den vor-
konkret erlebt wird. Explizit nicht zur Sprache kam somit die
gezogenen Fremdsprachenunterricht leisten werden.
Grundsatzfrage, ob sich der zu erwartende Mehrwert beim Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler infolge der Vorverlegung
DIVERSITÄT STATT HARMONISIERUNG IN DEN KANTONEN
des Fremdsprachenunterrichts tatsächlich einstellt. Ging es der
Ob das Projekt « Passepartout » in seiner jetzigen Form die
KSBS also primär um die Optimierung der aktuellen Form des
nächsten Jahre unversehrt überstehen wird, darf mit Blick auf
Frühfremdsprachenunterrichts, die notabene einem vom Gros-
die schweizerische Landkarte des Fremdsprachenunterrichts zu-
sen Rat beschlossenen Auftrag entspricht, so darf von FSS-Seite
mindest bezweifelt werden. Während die beiden Basel ihre ge-
ohne Scheuklappen über den baselstädtischen Tellerrand hin-
meinsame neue Stundentafel bisher tapfer aufrechterhalten,
ausgeblickt und « Passepartout » durchaus grundsätzlich über-
scheinen andernorts die Lektionenzahlen für den Fremdspra-
dacht werden.
chenunterricht trotz HarmoS unterschiedlicher denn je verteilt
STREIT DER « WISSENSCHAFTLER »
orts bevorstehenden Sparübungen auch in näherer Zukunft wohl
Neulich kreuzten an einer Delegiertenversammlung in einem
kaum einheitlicher gestalten. Eine weitere HarmoS-Baustelle be-
unserer Nachbarkantone die Befürworterinnen und die Kritiker
steht zudem in der Uneinigkeit der Kantone, mit welcher Fremd-
zu sein. Dieser Sachverhalt dürfte sich angesichts der mancher-
des Frühfremdsprachenunterrichts die Klingen. Wie kaum an-
sprache in der Primarschule zuerst begonnen werden soll. Der
ders zu erwarten, gingen die jeweiligen Argumente und Über-
Sprachgraben « Englisch oder Französisch » zieht sich noch im-
zeugungen dabei stark auseinander. Jede Partei unterlegte ihre
mer von der Ergolz bis zum Furkapass wie eine linguistische De-
Vorstellungen mit denjenigen wissenschaftlichen Studien, von
markationslinie durchs Land, was beispielsweise die Gymnasi-
denen sie sich gerade Unterstützung erhoffte. Für den « neutra-
astinnen und Gymnasiasten aus dem Fricktal beim Übertritt an
len » Beobachter war dadurch vor allem ein Sachverhalt rasch
die Basler Maturitätsschulen weiterhin vor kaum zumutbare An-
geklärt.
forderungen stellt.
Anscheinend gibt es bislang keine Evidenz dafür, dass die
Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts tatsächlich ent-
ERSTE KANTONE SCHEREN BEREITS AUS
scheidende Vorteile bringt. Die diesbezüglich vorliegenden wis- Ausgerechnet in Schaffhausen, also im Heimatkanton des
senschaftlichen Untersuchungen sind derart widersprüchlich,
Deutsch-EDK-Präsidenten, geschah es im Februar 2014, dass das
dass die « Passepartout-Diskussion » vorläufig eine Debatte von
Kantonsparlament nach knapp sechs Jahren Erfahrung mit dem
Treu und Glauben bleibt.
Frühfremdsprachenunterricht mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit
verlangte, dass die Primarschulkinder künftig nur noch zu einer
DIE LANGERWARTETE WIRKUNGSANALYSE KOMMT
Fremdsprache verpflichtet werden sollen. Dies war offensichtlich
Umso mehr braucht es aus Sicht der FSS alsbald konkrete Fakten
ein Fanal für andere Politikerinnen und Politiker, sich demsel-
zum Erfolg respektive Nichterfolg des hierzulande seit mittler-
ben Ansinnen anzuschliessen.
33
Basler Schulblatt 2014 | 11
Freiwillige Schulsynode
Auch in den Parlamenten der Kantone Zug, Thurgau, Aargau
und – last but not least – Basel-Landschaft wurden in der Folge
Vorstösse eingereicht, die künftig nur noch eine obligatorische
MITTEILUNGEN
Fremdsprache während der Primarschule fordern. Zudem wur-
SYSTEMPFLEGE
den in den Kantonen Luzern, Graubünden und Nidwalden
In der FSS-Vorstandssitzung Ende September stellte die Ge-
Volksinitiativen mit derselben Zielsetzung lanciert. Was in der
schäftsleitung allen Anwesenden die provisorischen Zwischen-
Westschweiz teilweise als Angriff auf das Frühfranzösisch und
ergebnisse im Projekt « Systempflege » vor. Dabei wurden die vo-
zugleich auf die eidgenössische Identität verstanden wurde, lös-
raussichtlichen zukünftigen Lohneinreihungen mit den von der
te im Kanton Basel-Stadt bisher noch keine breitere Diskussion
FSS ursprünglich formulierten Vorstellungen abgeglichen und
aus. Auch die Freiwillige Schulsynode hat sich diesbezüglich vor-
der Prozess des Projektes bis hin zum aktuellen Entwurf noch-
erst zurückgehalten und wartet die landesweite Entwicklung un-
mals erörtert. Der Vorstand benannte darauf diejenigen neuen
ter der Koordination des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer
Zuordnungen, die aus Sicht der FSS noch nicht zufriedenstellend
Schweiz (LCH) ab.
erscheinen. Die FSS wird diese « Brennpunkte » nun in die Stellungnahme der AGSt (Arbeitsgemeinschaft der Personalverbän-
LCH BEVORZUGT FRANZÖSISCH
de BS und Gewerkschaften) zuhanden des Regierungsrates ein-
An seiner Delegiertenversammlung vom Juni 2013 hatte der LCH
fliessen lassen. Die definitive neue Lohneinreihung wird allen
seine Gelingensbedingungen für den Fremdsprachenunterricht
baselstädtischen Staatsangestellten voraussichtlich im Januar
bei der Umsetzung des HarmoS-Konkordats mit überwältigen- 2015 persönlich kommuniziert.
dem Mehr verabschiedet. Markante Eckpunkte dieses Positions- Jean-Michel Héritier
papiers waren unter anderem die Beschränkung der Lerngruppengrösse in der Primarschule auf maximal 16 Schülerinnen und
FSS-PENSIONIERTE
Schüler, attraktive Bedingungen für die Weiterbildung von Klassenlehrpersonen sowie eine koordinierte Abfolge des Beginns
Freitag, 14. November 2014
der beiden Fremdsprachen in der ganzen Deutschschweiz. Der
LAG DER GARTEN EDEN IN DER SAHARA ?
LCH hat angekündigt, dass er 2015 im Hinblick auf diese Forde-
FELSBILDER IM TASSILI-NATIONALPARK IN SÜDALGERIEN
rungen Bilanz ziehen und dabei allenfalls die zweite obligatori-
(VORTRAG VON INGE DIETHELM MIT BILDERN
sche Fremdsprache in der Primarschule prinzipiell hinterfragen
VON HEINZ DIETHELM)
wird. Allenfalls könnte dabei auch die Lancierung einer eidge- PZ.BS, Raum 3, Claragraben 121, 4057 Basel, 15–17 Uhr,
nössischen Volksinitiative ins Auge gefasst werden.
keine Kosten, Kontakt : Inge Diethelm, Kilchgrundstrasse 28,
Die Freiwillige Schulsynode unterstützt die Gelingensbedin- 4125 Riehen, 061 641 50 07, hidiethelm@bluewin.ch
gungen des LCH voll und ganz. Mit einiger Erleichterung konnte die FSS-Geschäftsleitung zudem unlängst das Ergebnis einer
Mittwoch, 10. Dezember 2014
LCH-Konsultationsabstimmung im Rahmen der Präsidenten-
GV UND JAHRESABSCHLUSSESSEN
konferenz zur Kenntnis nehmen, bei der sich die Dachverbände
Ort : Restaurant L’Esprit, Laufenstrasse 44, 4053 Basel
der deutschen und der welschen Schweiz für eine Landessprache
Beginn : 17 Uhr mit Apéro im Restaurant L`Esprit
als erste zu erlernende Fremdsprache auf der Primarstufe aus- Traktanden :
sprachen.
◆ Jahresrückblick und Vorschau auf 2015 durch den Präsidenten
◆ Kassabericht
« CONCLUSION »
◆ Revisorenbericht
Den betroffenen Schülerinnen und Schülern zuliebe begrüsst es
◆ Wahlen
die FSS, wenn im Kanton Basel-Stadt einstweilen Französisch als
◆ Vorschläge für die Gestaltung der Winter- und
erste zu erteilende Fremdsprache gesetzt ist. Für die von « Passe-
Sommersemester 2014/2015
partout » betroffenen Lehrpersonen vermögen die aktuellen Be- ◆ Varia
dingungen beim Fremdsprachenunterricht jedoch noch nicht zu
D Lälleforälle : Basler Mundartlieder und Värs –
befriedigen. Darum wird sich die Freiwillige Schulsynode in Zu-
gsunge und verzellt vo dr Lälleforälle
sammenarbeit mit dem LCH mit aller Kraft für deren kontinu- Nachtessen : ab circa 19 Uhr
ierliche Verbesserung einsetzen.
Kosten : CHF 50 pauschal für Apéro, Essen, Dessert,
Mineralwasser und Kaffee. Alkoholische Getränke gehen auf
eigene Rechnung.
Anmeldung : Bis Mittwoch, 3. Dezember 2014 schriftlich,
telefonisch oder per E-Mail an : Elly Gersbach, Furkastrasse 77,
4054 Basel, Telefon 061 302 31 96, elly.gersbach@gersbach.com
Mehr Informationen unter www.fss-bs.ch/pensionierte
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Freiwillige Schulsynode
BERICHT
AUS DEM GROSSEN RAT
In der Septembersitzung standen folgende Geschäfte auf der
Folgende Geschäfte sind für die Oktobersitzungen traktandiert,
Tagesordnung :
weil der Grosse Rat trotz zweieinhalb Sitzungstagen mit einer
Nachtsitzung am zweiten Sitzungstag nicht annähernd alle trak-
Fachhochschule Nordwestschweiz : Die Jahresrechnung der
tandierten Geschäfte bearbeiten konnte. Dies vor allem deshalb,
FHNW für das Jahr 2013 wurde vom Grossen Rat zur Kenntnis
weil viele nicht im Bildungsbereich angesiedelten Geschäfte sehr
genommen (eine weitergehende Kompetenz hat der Rat hier
viel mehr Zeit als vorgesehen in Anspruch genommen hatten.
nicht) und der Bericht der interparlamentarischen Kommission
der FHNW wurde genehmigt. Dies erfolgte ohne Gegenstimme.
Bericht der Bildungskommission zum Ratschlag Änderung des
Zur Sprache kamen die Frage, wie gross der Anteil der Forschung
Schulgesetzes vom 4. April 1929 betreffend Nachvollzug der Re-
im Vergleich zur Lehre sein soll und ganz grundsätzlich die Fra-
organisation im Erziehungsdepartement, personalrechtliche An-
ge, wie gut die pädagogische Hochschule aufgestellt sei. Vom Re-
passungen, Fachgruppen und Fachkonferenzen, Privatschulen,
gierungsrat wurde versichert, Letzteres sei in hohem Ausmass
HSK-Unterricht und Privatunterricht, Unterstützungsangebote
gegeben. Die Beschlüsse haben, wie immer bei einem partner-
sowie weitere Anpassungen
schaftlichen Geschäft, nur dann Gültigkeit, wenn auch die Parlamente der Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn
Ratschlag betreffend Ausgabenbewilligung für die Erweiterung
im gleichen Sinne entscheiden.
und Anpassungen Tagesschule SpA (Spezialangebote) Bachgraben (HarmoS-Projekt)
Die Französisch- und Englischunterrichtsvereinbarung (FEUV)
wurde um den nachgesuchten Zeitraum verlängert, da eine wei- Anzug Daniel Goepfert und Konsorten betreffend regionale
tere Zusammenarbeit zwischen den in diesem Projekt zusam-
grenzüberschreitende Berufsbildung
menarbeitenden Kantonen Sinn mache. Neuer Zeitpunkt zur
Überprüfung, ob das Projekt als abgeschlossen betrachtet wer- Ratschlag betreffend Leistungsauftrag an die Fachhochschule
den kann, ist der Sommer 2018. In der Diskussion im Rat wurde
Nordwestschweiz (FHNW) für die Jahre 2015–2017
die FEU-Vereinbarung mit der Frage verknüpft, ob zuerst Englisch oder zuerst Französisch zu erlernen sei. Diese Problematik
Bericht der Petitionskommission « Für einen sicheren Schulweg
hat allerdings keinen direkten Zusammenhang mit der Verein-
über die Rosentalstrasse »
barung, die sich mit den Fachfragen der Fremdsprachendidaktik
beschäftigt. Die Weiterführung der FEUV wurde mit 73 Stim- Beantwortung der Interpellation Mark Eichner betreffend Vermen bei drei Enthaltungen klar genehmigt.
ankerung des Staatskundeunterrichts im Lehrplan 21
Der Anzug von Kerstin Wenk (SP) betreffend die bilinguale För- Beantwortung der Interpellation Salome Hofer betreffend Bilderung von gehörlosen und hörbehinderten Kindern im Rah-
dungslandschaften in Basel-Stadt
men der Volksschule sowie der Anzug von Georg Mattmüller
(SP) betreffend die bilinguale Förderung (Lautsprache und Ge-
Stellungnahme des Regierungsrates zur Motion Kerstin Wenk
bärdensprache) von gehörlosen und hörbehinderten Kindern im
und Konsorten betreffend die Beibehaltung von Einführungs-
Frühförderungsbereich wurden beide ohne Diskussion dem Re-
klassen und Fremdsprachenklassen auf der Primarstufe
gierungsrat zur Stellungnahme überwiesen. Wie immer für Anzüge gilt, dass der Regierungsrat nun für seine Stellungnahme
Schreiben des Regierungsrates zum Anzug Maria Berger-Coe-
zu diesen Themen zwei Jahre Zeit hat.
nen und Konsorten betreffend Sport als Promotionsfach in den
Basler Schulen.
Berichte zum Verlauf dieser Geschäfte folgen im nächsten Schulblatt.
Sibylle Benz
35
Energie zum Anfassen
Mit unseren Workshops wollen wir das Interesse und die Neugierde
für Energiefragen bei Kindern und Jugendlichen wecken.
Workshop
«Licht»
Die Kinder bauen eine selbst gestaltete
Lampe mit LED und erfahren, was es alles
braucht, damit die Lampe leuchtet.
Für 4. bis 8. Schulklassen bietet die EBM
einen spannenden und kostenlosen Workshop
an. Das Angebot besteht aus einer Führung
durch das EBM-Elektrizitätsmuseum und
dem Bau einer LED-Lampe.
Workshop
«Solarmobil»
Im Workshop werden die Kinder spielerisch
an das Thema Solarenergie herangeführt.
Bauen, sägen, schleifen, malen und lachen.
Kostenlos verschiedene Solarmobile bauen –
das Highlight ist garantiert. Die aufmontierten Miniatursolarmodule wandeln das Licht
der Sonne direkt in Strom um. Der Workshop
wird das ganze Jahr für 1. bis 6. Schulklassen
angeboten.
Anmeldung telefonisch unter 061 415 43 90
Weitere Infos unter: www.lernwelt-energie.ch
EBM, Weidenstrasse 27, CH-4142 Münchenstein 1
Tel. +41 61 415 41 41, Fax +41 61 415 46 46, info@ebm.ch, www.ebm.ch
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
LERNEN ZWISCHEN
DEN FÄCHERN – ABER WIE ?
DIE PÄDAGOGISCHE TAGUNG 2014 DES PZ.BS WIDMETE SICH
ÜBERFACHLICHEN KOMPETENZEN
Von Barbara Deubelbeiss, PZ.BS
Eigenständigkeit, Kooperation, Informationskompetenz,
Konfliktfähigkeit – der Lehrplan 21 fordert auch
die Vermittlung so genannt überfachlicher Kompetenzen.
Doch wo finden diese Lerninhalte Platz und wie
können sie verankert werden ?
Der Lehrplan 21 formuliert deutlich : « Überfachliche Kompetenzen sind für die erfolgreiche Lebensgestaltung zentral. » Und :
« Die Bearbeitung und Förderung der überfachlichen Kompetenzen gehört zum verbindlichen Auftrag der Lehrpersonen. » Gemeint sind damit Fähigkeiten wie Selbstständigkeit in den Lernprozessen, Informationen sammeln, bewerten und nutzen können, zusammenarbeiten lernen, Selbsteinschätzung oder
Einer der Workshops an der Tagung zeigte ganz praktisch,
konstruktive Konfliktbewältigung. All diesen Lerninhalten ist
wie Sportunterricht die Kompetenz der Selbsteinschätzung
gemeinsam, dass sie nicht einem Fach zugeordnet werden kön-
trainieren kann. Foto : Daniele Agnolazza
nen, sondern dass sie übergreifend – zwischen den Fächern – erworben werden müssen. Aber wie ?
schwerlich alles gleichzeitig lehren. Aber sie kann Schwerpunkte setzen und diese Kompetenzen tagtäglich vorleben.
« KOMPETENZ IST INTELLIGENTES WISSEN,
Auch im Workshop zum Thema Methodenkompetenzen fie-
DAMIT IST EIGENTLICH ALLES GESAGT »
len deutliche Worte. Die Vermittlung überfachlicher Kompeten-
Lernen wir nun Inhalte oder Kompetenzen ? Das eine gehe nicht
zen könne nicht Aufgabe der einzelnen Lehrperson sein, sondern
ohne das andere, so argumentierte Elsbeth Stern, Professorin für
müsse als Aufgabe kooperativer Unterrichtsentwicklung ver-
Lehr- und Lernforschung an der ETH Zürich, in ihrem Inputre-
standen werden. Dies bedeutet zuallererst Teamentwicklung
ferat. Lernen finde immer an Inhalten statt. Was wir uns merken
durch schulinterne Weiterbildungsmodule, die dann in einer
können, hänge nicht von der allgemeinen Gedächtnisleistung ab,
Praxisphase konkrete Materialien wie Methodenvereinbarungen
sondern davon, ob wir Neues sinnvoll mit unserem Vorwissen
oder Lernwerkstätten hervorbringen. Erst in einem dritten
verknüpfen können.
Schritt werden die überfachlichen Kompetenzen im Schulpro-
Auch Kompetenzen basierten auf Vorwissen, einerseits auf
gramm verankert, zum Beispiel mittels eines Lernkompetenzen-
Faktenwissen, zum grösseren Teil aber auf « prozeduralem Wis- Curriculums. Der Weg führe also von der Praxis zur Theorie und
sen », dem Wissen, wie man eine Aufgabe lösen kann. Durch
zurück in die Praxis, also von der Erfahrung zur Vereinbarung.
Wiederholung automatisiert, beschleunige dieses prozedurale
Ein praktisches Beispiel für höchste Sprachkompetenz bot der
Wissen die Informationsverarbeitung und setze damit Ressour- Abschluss der Tagung mit Slam Poetry. Laut, vielschichtig, kricen frei. Kompetenzen werden also an Inhalten ausgebildet und
tisch und fantasievoll setzten Marco Gurtner und Valerio Moser
erleichtern ihrerseits das Erfassen neuer Inhalte – ein sich selbst
ganz eigene Akzente und folgerten : « Kompetenzen verbergen
verstärkender Regelkreis.
sich tief im Menschen, du erkennst sie erst, wenn sie aktiv werden. Aber hey, künftig reicht ja ein Blick ins Zeugnis ! »
WIE KOMMEN DIE KOMPETENZEN IN DEN UNTERRICHT ?
Im Bereich Personale Kompetenzen des Lehrplans 21 findet sich
ein bunter Strauss von Kompetenzbeschreibungen, etwa : « Die
Schülerinnen und Schüler können eigene Gefühle wahrnehmen
und der Situation angemessen ausdrücken. » Gar nicht so einfach,
auch nicht für die pädagogisch geschulten Erwachsenen, die in
einem Workshop genau diese Kompetenz demonstrieren und
anschliessend beurteilen sollten. Blickt man auf die lange Liste
von personalen Kompetenzen, wird klar : Eine Lehrperson kann
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
NEUES AUS DER PZ.BS-BIBLIOTHEK
PLÄDOYER FÜR KLARE STRUKTUREN
Dieses Buch ist ein Highlight für Lehrpersonen, die neugierig
TIPPS ZUR TEAMARBEIT
Das Buch ist ein Plädoyer für klare Strukturen, für die
Der vorliegende Band fokussiert auf die Zusammenarbeit von
sind, wie sie ihren Unterricht durch einzelne Massnahmen
Gleichberechtigung aller Lernenden und eine tiefe Verneigung
Lehrpersonen, die in der gleichen Klasse unterrichten. Sehr oft
wirksamer gestalten können, als sie es bereits tun. Es ist für
vor der hochkomplexen Aufgabe von Lehrpersonen, die Lern-
sind dies Regel- und heilpädagogische Lehrpersonen. In inklu-
solche, die ihren Unterricht dahingehend weiterentwickeln
prozesse verstehen, richtig interpretieren, initiieren, wirksam
siven Schulen gilt die Devise « So viel innere Differenzierung
wollen, dass er nicht nur gut, sondern auch lernwirksam ist.
lenken und immer wieder evaluieren können sollten.
wie möglich, so wenig äussere Differenzierung wie nötig ». Da-
Und es ist für solche, die sich dabei nicht auf ihr Bauchgefühl
Mit einem Umfang von 150 Seiten ist der Text bewältigbar
rum arbeiten die beteiligten Lehrpersonen oft in der Form des
verlassen wollen, sondern dafür die wesentlichen Erkenntnisse
und bleibt trotz vieler Studienverweise gut lesbar. Wer « Visi- Teamteachings. Die Autorinnen gehen davon aus, dass Zusam-
aus neueren Meta-Analysen nutzen möchten.
ble Learning » von Hattie bisher noch nicht als Ganzes lesen
menarbeit nicht einfach Sache der beteiligten Lehrpersonen ist,
Etwas provokativ konfrontiert die Autorin die Lesenden mit
mochte, findet hier einen spannenden und praxisorientierten
sondern zur Schulentwicklung gehört. Im ersten Teil des Bu-
der Aussage, dass man nach der Lektüre selber entscheiden soll,
Einstieg ins Thema evidenzbasierter Unterrichtsentwick-
ches finden sich konkrete Hinweise, wie dies geschehen könn-
ob man auch dann noch an lieb gewonnenen Gewohnheiten
lung.« Lernwirksamer Unterricht » ist – trotz eines etwas ner-
te. Der zweite Teil bietet Anregungen zur Gestaltung des Klas-
festhalten wolle, wenn es nachweislich bessere, gut belegte Al- vigen Rahmenstücklis (in Form einer Schatzsuche !) – ein klei-
senraumes und der Lernräume. Anschliessend geht es um
ternativen gibt. Inez De Florio-Hansen knüpft an Hatties For-
nes Juwel.
differenzierten Unterricht in der Grundschule und der Sekun-
schungsergebnisse an, stellt diese in einen Kontext mit anderen
Gaby Hintermann
darstufe. Zu jedem Aspekt des Themas werden konkrete Hin-
bedeutenden aktuellen Meta-Analysen und gibt dann praxist- De Florio-Hansen, Inez : Lernwirksamer Unterricht :
weise und Tipps gegeben. Im Text werden Unterlagen erwähnt,
augliche Hinweise, wie Lehrpersonen diesen Fundus von Er- Eine praxisorientierte Anleitung. Darmstadt, WBG, 2014,
die vom Internet heruntergeladen werden können. Darüber
gebnissen durch entsprechende Adaption konkret für ihren
168 S., CHF 40.90, ISBN 978-3-534-26379-0 ; PZB P 2.1 59
hinaus wird auf hilfreiche Materialien per Linktipps und auf
Alltag nutzen können. Dabei beschränkt sie sich auf Massnah-
Bücher zum Thema hingewiesen.
men, die ganz ohne zusätzliche Ressourcen umgesetzt werden
Brigit Ulmann Stohler
können. Ausserdem erörtert sie sorgfältig die Kritik an offenen
Krämer-Kiliç, Inge (Hrsg.) : Gemeinsam besser unterrichten :
Unterrichtsformen und führt aus, was unter « direkter Instruk-
Teamteaching im inklusiven Klassenzimmer.
tion » wirklich zu verstehen ist.
Mühlheim an der Ruhr, Verlag an der Ruhr, 2014, 124 S.,
CHF 26.30, ISBN 978-3-8346-2510-6 ; PZB P 2.2.1 46
DIAGNOSE UND FÖRDERUNG
UMGANG MIT RECHENSCHWÄCHE
UMGANG MIT SPRACHEN
In sechs Kapiteln geht der Autor der Frage nach, wie Rechen- Dieses Lehrmittel eignet sich hervorragend für die gezielte För- Die Autorinnen und Autoren sehen die Mehrsprachigkeit als
schwierigkeiten besser zu erkennen und vor allem zu bewälti-
derung leistungsschwacher Kinder ab dem 4. Schuljahr. Das
schlummernden Schatz, der vielleicht gehoben werden könnte –
gen sind. Nach theoretischen Grundlagen werden allgemeine
verstehensorientierte Aufarbeiten von fehlenden Kenntnis- Mehrsprachigkeit im Sinne vom Beherrschen zusätzlicher
klassische Testverfahren bis hin zur Thematik der Passung
sen im mathematischen Basisstoff der ersten vier Schuljahre
Sprachen. Sie stellen Hintergrundinformationen bereit für den
kurz und informativ bearbeitet. Danach folgen konkrete Bei- ist zentral für den Aufbau weiterer mathematischer Lernin-
offenen und kreativen Umgang mit Mehrsprachigkeit in der
spiele zu allgemeinen mathematischen Themen wie Dekadi-
halte. Der Handreichungsband enthält kurze Standortbestim-
Schule. Anfangs geht es um gesellschaftliche Entwicklungen.
scher Aufbau von Zahlen, Multiplikation und Division. Beim
mungen mit Diagnoseaufgaben zu 16 Basiskompetenzen aus
Die folgenden Kapitel sind jeweils einer oder zwei Sprachen
nachfolgenden Kapitel werden die 5. und 6. Klasse in den Fokus
den Bereichen Zahlverständnis, Operationsverständnis und
gerückt, zentrale Inhalte sind das Bruchrechnen und das Rech- Rechenverfahren der vier Grundoperationen wie auch didakti-
gewidmet. Insgesamt 26 Sprachen werden auf interessante Art
beschrieben.
nen mit Dezimalzahlen. Der Autor schliesst das Buch mit Leit-
sche Hinweise zu den Förderaufgaben. Falls das benötigte Ma- Eine Sammlung von Argumenten für Mehrsprachigkeit, mit
linien für die schulische und ausserschulische Förderung und
terial nicht bereits vorhanden ist, ergänzt ein passender Mate-
darin enthaltenen allgemeinen und inhaltlichen Leitlinien.
rialkoffer das Lehrmittel. Die Förderbausteine entsprechen den
ohne gute Deutschkenntnisse kaum genommen werden kön-
Das Buch richtet sich an Lehrpersonen, Eltern und Lehramts-
neusten didaktischen Erkenntnissen im Umgang mit Rechen-
nen. Eine Ergänzung zu DaZ-Lehrmitteln, in der man gern
dem klaren Statement, dass die Hürden einer Schullaufbahn
studierende, die sich Fragen nach der Förderung von Kindern
schwäche wie auch den Ansprüchen an einen kompetenzorien-
blättert, die konzipiert ist für Lehrerinnen und Lehrer und für
mit Rechenschwierigkeiten stellen. Es ist ein Praxisbuch mit
tierten Mathematikunterricht. Im PZ.BS findet im September
Fachleute, die an Sprachen interessiert sind.
didaktischen Hinweisen, das sowohl theoretische Grundlagen
2015 ein Referat mit vertiefendem Workshop von Susanne Pre- Silvia Bollhalder
wie auch Hinweise und Tipps für die 1. bis 6. Primarklasse
diger (TU Dortmund, Mitherausgeberin dieses Lehrmittels)
Krifka, Manfred et al. (Hrsg.) : Das mehrsprachige
liefert.
statt. Ausschreibung ab November 2014 unter www.pz.bs.ch
Klassenzimmer : Über die Muttersprachen unserer Schüler.
Patrick Meier
Renate Pfendsack
Berlin, Springer VS, 2014, 482 S., CHF. 40.90,
Zimmermann, Klaus R. : Rechenschwierigkeiten erkennen
Selter, Christoph et al. (Hrsg.) : Mathe sicher können :
ISBN 978-3-642-34314-8 ; PZB DaZ 13 67
und bewältigen : Den Erwerb mathematischer Kompetenz
Natürliche Zahlen. Handreichungen für ein Diagnose- und
erleichtern. Weinheim, Beltz, 2014, 180 S., CHF 34.60,
Förderkonzept zur Sicherung mathematischer Basis-
ISBN 978-3-407-62919-7 ; PZB Ps 87.1 28
kompetenzen. Berlin, Cornelsen, 2014, Handreichungen 184 S.,
BIBLIOTHEK DES PÄDAGOGISCHEN
EN
ZENTRUMS PZ.BS
CHF. 33.90, ISBN 978-3-06-004901-1 ; PZB Mat 53.2 59b ;
Binningerstrasse 6, 4051 Basel (an der Heuwaage) ;
Förderbausteine, 96 S., CHF 11.40, ISBN 978-3-06-004897-7 ;
Öffnungszeiten : Montag bis Freitag, 10 bis 17.30 Uhr ;
PZB Mat 53.2 59a ; Materialsammlung EAN 2251165786454,
Weitere Rezensionen sowie Filmbeschreibungen unter
CHF 364.50 ; PZB Medienkiste 75, Natürliche Zahlen
www.pz.bs.ch/bibliothek
39
Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
PZ.BS AKTUELL
JAHRESTAGUNG
NETZWERK SCHULENTWICKLUNG :
LEADERSHIP AN SCHULEN –
FÜHREN ALS
BEZIEHUNGSGESTALTUNG
Erfolgreiche Gestaltung von Schule erfordert das Mit-Tun aller
KUNST BEGEGNEN IM PZ.BS :
PLAKATE AUS DEM VORKURS
Beteiligten und damit eine wirksame Beziehungsgestaltung zwi-
Die Ausstellung im PZ.BS zeigt, wie im Vorkurs Gestaltung und
im System und thematisiert, welche Mittel Schulleitende und
Kunst der Schule für Gestaltung an praxisbezogenen Aufgaben
Lehrpersonen für erfolgreiches Leadership einsetzen können.
schen ihnen. Die Netzwerktagung 2015 fokussiert den Menschen
gearbeitet wird. Für die alljährliche Abschlussausstellung (Schul-
Referat von Michael Schratz, Dekan der School of Education,
jahr 2013/2014) mit dem Titel « Résumé » wurden sämtliche
Universität Innsbruck, acht praxisorientierte Workshops.
Drucksachen in der Vorkursklasse von Marianne Diethelm in
Für Schulleitungen und Lehrpersonen mit Schulentwicklungs-
den Fächern Konzept sowie Schrift und Bild realisiert. Es ent-
aufgaben im Netzwerk Schulentwicklung Basel-Stadt, Mittwoch,
standen 15 druckfertige Entwürfe für Einladungskarten und Pla- 11. Februar 2015.
kate. Neun Plakate wurden durch eine klasseninterne Jury aus-
Plakate sowie eine Dokumentation zur Entstehung ausgewählter
EVALUATIONSBERICHT
DER SCHULLEITUNGSAUSBILDUNG
BEIDER BASEL (SLBB)
Arbeiten zu sehen.
Welche beruflichen Wege gehen Lehrerinnen und Lehrer, die ei-
gewählt und gedruckt, die Entwürfe für die Einladungskarten
wurden alle realisiert. In der Ausstellung im PZ.BS sind die neun
Kunst begegnen im PZ.BS : « Résumé »
ne Schulleitungsausbildung absolviert haben ? Wie beurteilen sie
Vorkurs Gestaltung und Kunst, Schule für Gestaltung Basel,
rückwirkend ihre Ausbildung, wie haben sie sich anschliessend
10. November 2014 bis Anfang April 2015
weitergebildet und wie zufrieden sind sie mit ihrer beruflichen
Montag bis Freitag, 8 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr
Situation ? Diese Fragen beantwortet die soeben veröffentlichte
Evaluation der Schulleitungsausbildung beider Basel (SLBB). Die
SLBB wurde zwischen 2003 und 2011 für alle amtierenden oder
designierten Schulleitungen der Kantone Basel-Stadt und BaselLandschaft angeboten und nach Ende des letzten Durchgangs
evaluiert.
Der Evaluationsbericht kann unter www.pz.bs.ch/aktuell
heruntergeladen werden.
40
Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Pädagogisches Zentrum PZ.BS
NÜTZLICHE WOLKEN
AM DATENHIMMEL
DATEN TEILEN MIT DER NEUEN EDUBS-CLOUD ERLEICHTERT DIE TEAM-ARBEIT
Von Andreas Vogele, PZ.BS ICT Medien, eduBS-Moderator
Will man Daten über das Internet teilen, bieten sich
EINE CLOUD FÜR DIE BASLER SCHULEN
Clouddienste an. Diese sind zwar praktisch, aber aus Sicht
Vor allem die Überlegungen in Bezug auf den Persönlichkeits-
des Datenschutzes höchst problematisch. Die neue
und Datenschutz haben die Abteilung ICT Medien des Pädago-
eduBS-Cloud will Basler Lehrpersonen in der täglichen
gischen Zentrums PZ.BS dazu bewogen, eine eigene Cloud-Lö-
Arbeit unterstützen und gleichzeitig den Anforderungen des
sung für die Basler Schulen anzubieten. Technische Grundlage
Daten- und Persönlichkeitsschutzes genügen.
dafür bildet die Open-Source-Anwendung « OwnCloud ». Die
Server, auf denen die eduBS-Cloud installiert ist, stehen in den
Pädagogische Teams, Stufenteams, Klassenteams, Fachgruppen,
Räumen von ICT Medien an der Andreas Heusler-Strasse in
temporäre Arbeitsgruppen – Zusammenarbeit in Teams ist aus
Basel.
der heutigen Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. Häufig
Die ICT-Moderatorinnen und -Moderatoren der Basler Schu-
ist es nötig, Dokumente untereinander auszutauschen oder ge-
len testen derzeit intensiv die eduBS-Cloud und äussern sich po-
meinsam zu bearbeiten. Will man dies nicht nur an Sitzungen
sitiv. Der Zugang für alle Basler Lehrpersonen sollte im Verlauf
tun, sondern auch zeitlich und örtlich unabhängig voneinander,
des Kalenderjahres 2015 freigeschaltet werden können.
drängt sich eine Lösung auf, bei der die Dokumente in digitaler
Form ausgetauscht und bearbeitet werden können.
Weitere Informationen zum Start der eduBS-Cloud folgen per
Mail und auf www.edubs.ch.
WER WEISS, WO DIE DATEN LANDEN ?
Im Internet findet man zahlreiche solcher Austauschplattformen,
etwa Dropbox, OneDrive, Google Drive oder Wuala. Allen diesen Plattformen ist eines gemeinsam : Die Dokumente werden in
eine Cloud hochgeladen und können von den anderen Teammitgliedern von der Cloud wieder heruntergeladen werden. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten zum Teil bereits mit einem der genannten Dienste, denn eine Cloud ist ein ungemein praktisches
Werkzeug.
Die Cloud ist aber keine scharf gezeichnete Wolke, kein klar
definierter Ort. Vielmehr landen die Daten irgendwo im weiten
Datenhimmel, werden auf einem oder mehreren Servern abgespeichert. In welchem Land diese Server stehen und wer welche
Zugriffsrechte auf die Dokumente hat, weiss man als Cloud-Be-
WAS KANN DIE EDUBS-CLOUD ?
◆ Von jedem Computer mit Internetzugang
können Dateien hoch- und heruntergeladen
werden.
◆ Das Login erfolgt mit dem persönlichen
eduBS-Account.
nutzer normalerweise nicht. Dies mag im privaten Bereich keine
◆ Der Datentransfer ist verschlüsselt.
Rolle spielen, denn hier kann jeder und jede frei entscheiden,
◆ Die Dateien in der Cloud können mit
welche Risiken er oder sie eingehen möchte. Im beruflichen Be-
dem privaten Computer synchronisiert werden.
reich gelten jedoch andere Regeln : Bei vertraulichen Dokumen-
◆ Der Zugriff ist per Webbrowser möglich oder
ten muss der Datenschutz berücksichtigt werden. Dabei geht es
mit einer Clientsoftware, die für Windows,
nicht nur um den Schutz der eigentlichen Daten, sondern um
Mac, Linux und Tablets verfügbar ist.
den Schutz der Persönlichkeit vor Missbrauch der Daten durch
Dritte.
◆ Dateien und Ordner können mit beliebigen
anderen eduBS-Accounts geteilt werden.
◆ Für jeden Ordner und jede Datei kann
eingestellt werden, welche Berechtigungen die
anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
haben sollen (nur lesen, bearbeiten) und es
kann ein Ablaufdatum eingestellt werden.
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote
GLETSCHERSCHMELZE UND
SÜDSEETRAUM
DER BASLER FILMER MATTHIAS VON GUNTEN AUF DEN SPUREN
DER ERDERWÄRMUNG
Von Alfred Schlienger
Der Dokumentarfilm « ThuleTuvalu » zeigt den Klimawandel
hen Norden und in der Südsee. Er zeigt sie uns in ihrem Alltag,
höchst anschaulich und eindrücklich von den Rändern
beim Arbeiten, Essen, in der Familie, bei Festen und religiösen
der Welt her. Der Basler Filmer Matthias von Gunten führt
Riten. Der 71-jährige Vevea Tepou berichtet voll Stolz und Schalk
mit starken Bildern vor Augen, was schmelzende Gletscher
von den 21 Kindern, die er mit verschiedenen Frauen gezeugt hat,
und steigende Meeresspiegel für die Direktbetroffenen
und einige von ihnen lernen wir im Film auch kennen.
in ihrem Alltag bedeuten.
Hautnah erlebt man, wie das notwendige Wissen der Jäger
von Thule, der Fischer in Tuvalu von Generation zu Generation
Gibt es ein komplexeres Thema, das uns zugleich alle einschnei- weitergegeben wird. Aber bald wird es an beiden Rändern der
dend betrifft, als die Erforschung der Erderwärmung ? Während
Welt zu einem Bruch kommen. Noch weiss der Grönländer Ras-
weltweit Hunderte von Experten um Erkenntnisse und Interpre-
mus Avike (46) nicht, wie er seine sechsköpfige Familie ernähren
tationen ringen, verschliesst der Laie vor Überforderung und
wird, wenn er wegen des sichtbar schmelzenden Eises in abseh-
Verwirrung gerne die Augen. Der Dokumentarfilm « ThuleTuva-
barer Zeit nicht mehr jagen kann. Auf Tuvalu versalzt der stei-
lu » macht, ganz ohne Datenhuberei, das Gegenteil, er öffnet sie
gende Meeresspiegel zusehends das Grundwasser, was den Ge-
uns wieder – auf genial anschauliche und eindringliche Weise.
müseanbau verunmöglicht.
Der Basler Filmer Matthias von Gunten findet dafür eine klu- AUFRUF ZUM HANDELN
ge Klammer, indem er zwei Enden der Welt sinnig zusammen- « ThuleTuvalu » gelingt eine eindrückliche Balance zwischen ethführt. Er lockt uns zuerst in den nördlichsten bewohnten Teil der
nographischer Studie und universeller Klimathematik. Etwas
Erde, nach Thule in Grönland, und wir gleiten mit den einhei- Besseres und Lehrreicheres kann man sich für unsere Jugend, die
mischen Jägern durch die Eiswüsten, wo die Gletscher schmel- von der aufgezeigten Problematik vor allem betroffen sein wird,
zen. Und mit einem sanften Schnitt landen wir auf dem 20 000
gar nicht wünschen. Der sorgfältig gestaltete Film macht uns be-
Kilometer entfernten Südseeatoll Tuvalu, wo der steigende Mee- wusst, wie untrennbar wir mit der grossen und kleinen Welt verresspiegel die Ufer unterspült und die Kokospalmen, wichtigster
bunden sind. Man verlässt das Kino nicht mit schlechtem Ge-
Naturrohstoff für die Insulaner, in den Pazifik sinken lässt. Die- wissen, sondern berührt von der Schönheit – und mit dem Beses filmische Konzept erzählt in hinreissend schönen, schlichten
dürfnis zu handeln.
Bildern mehr als tausend Tabellen.
Der Film läuft ab 30. Oktober in einem der Kultkinos.
NACHHALTIGE NÄHE
Klassenbesuch nachmittags CHF 10 (ab 10 Personen), ab 18 Uhr
Thule und Tuvalu werden so zu Seismographen für eine weltwei- CHF 12. Ab 50 Personen kann ein klassenweiser Besuch
te Entwicklung. Wenn die tolerierte Klimaerwärmung von zwei
auch vormittags organisiert werden :
Grad bestehen bleibt, werden der Südsee-Inselstaat und mit ihm
Kontakt suzanne.schweizer@kultkino.ch oder 061 681 46 33.
viele weitere Küstengebiete in wenigen Jahrzehnten überflutet
Didaktisches Material zum Film ist abrufbar unter
sein. Dennoch, und das ist wichtig, verbreitet dieser Film keine
www.achaos.ch
lähmende Katastrophenstimmung. Er schafft vielmehr eine
nachhaltige Nähe zu diesen direkt betroffenen Menschen im ho42
Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Schule & Theater
WIE WÜRDE HAMLET HEUTE HANDELN ?
DAS JUNGE SCHAUSPIEL BRINGT DEN SHAKESPEARE-KLASSIKER NEU AUF DIE BÜHNE
Das Regieduo Goetz/Gusset, das bereits mit « Othello-Who’s The Nigger » viele Jugendliche in Begeisterung für Shakespeare zu versetzen wusste, nimmt sich mit Hamlet eines weiteren grossen
Stoffes des Meisters an. Der junge Hamlet sieht sich von der Frage, wie er die Herausforderungen
seines Schicksals bewältigen könnte, zum Handeln gedrängt. Soll er den mutmasslichen Mord am
Vater rächen ? Welches Mass verleiht er seinen Taten ? Die Inszenierung belässt es nicht dabei, den
Strudel von Intrigen und Gewalt, die sich am dänischen Hof abspielen, darzustellen. Sie fragt aus
der Perspektive heutiger, vernünftiger Jugendlicher nach alternativen Spielmöglichkeiten für das
emotional motivierte Drama. Würde ein heutiger Hamlet sich immer noch von Rachegefühlen
leiten lassen ? Das von Bewegungs- und Spiellust sprühende junge Ensemble konfrontiert den
Hamlet-Stoff mit moralischen Haltungen unserer Zeit.
Vorstellungen des Junges Schauspiels am Theater Basel am Mi, 12.11. ; Do, 13.11. ; Fr, 28.11 ;
Mi, 3.12. ; Mi, 10.12. ; Mo, 15.12. ; Mo, 22.12. jeweils 20 Uhr. Schulvorstellung am Do, 13.11., 10 Uhr,
Anmeldung unter 061 295 11 33
PSSST ! THEATER (FAST) OHNE WORTE
« POPEYE’S GODDA BLUES » IM VORSTADTTHEATER.
Von Januar bis März zeigt das Vorstadttheater eine Veranstaltungsreihe « Theater ohne Worte ».
Den Auftakt macht das Stück « Popeye’s Godda Blues » der Theatergruppe Club 111 der Berner Regisseurin Meret Matter. Das Stück dreht sich um die Comic-Figur des Popeye, die Elzie Segar 1929
während der ersten Weltwirtschaftskrise in die Welt gezeichnet hat. Somit ist Popeye der älteste
Superheld, sein Zaubertrank ist Spinat aus der Büchse und seine Manieren sind schlecht, sehr
schlecht. Er ist der Looser mit dem guten Herz. Der Abend kommt ganz ohne Text aus, bietet aber
alles, was Comic eben ausmacht : derbe Witze, Schlägereien, Liebe und Eifersucht. Mit virtuoser
Körpersprache, Mimik und den live produzierten Geräuschen geben die Darsteller und ein Musiker alles. Daneben spielt noch ein Hellraumprojektor eine Hauptrolle.
Ab 10 Jahren ; Schulvorstellung : Mo, 19.1.,10.30 Uhr ; Kosten CHF 5 pro Person.
Reservation & Infos : 061 272 23 43 oder www.vorstadttheaterbasel.ch
GESICHT UND IDENTITÄT
UNIVERSITÄT BASEL LÄDT ZUR VIERTEN « WELTENREISE »
Mit der zunehmenden Fokussierung aufs Äussere gerät auch das Gesicht vermehrt in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit – und damit unter Druck. Das Gesicht ist heute eines der wichtigsten
Körperteile und trägt entscheidend dazu bei, wie wir wahrgenommen werden und wie – als Reaktion darauf – wir uns selber empfinden und sehen. Bei der vierten « Weltenreise », zu der Forschende der Universität Basel wieder einladen, dreht sich alles um das Gesicht und seine Bedeutung für
die eigene Identität. Ein Ethnologe, ein Kunst- und ein Bildwissenschaftler, ein Chirurg, eine Psychologin und ein Informatiker berichten in kurzen und verständlichen Vorträgen über ihre neusten Forschungsergebnisse und beleuchten aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven das
Thema. « Weltenreise » ist Wissenschaft – fundiert, interdisziplinär, spannend und unterhaltsam.
Folgende Dozierende machen mit : Andreas Beyer, Till Förster, Michael Renner, Lisa Schäfer-Fauth,
Thomas Vetter und Hans-Florian Zeilhofer. Moderation : Michael Kessler.
Weltenreise, 5.12. im Schauspielhaus Basel und 8.12. im Hotel Engel, Liestal, jeweils 19.30 Uhr,
Eintritt : CHF 15/10, weitere Infos unter www.weltenreise.unibas.ch
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Museum & Kultur
BUNTES JENSEITS IN ÄGYPTEN
SCHULWORKSHOP « BLUMEN FÜR DIE EWIGKEIT » IM ANTIKENMUSEUM BASEL
In der Ausstellung « Blumenreich. Wiedergeburt in Pharaonengräbern » präsentiert das Antikenmuseum Basel ein neues, farbiges Bild des Jenseits im alten Ägypten. Das ewige Leben nach dem
Tod war für die Ägypter das Wichtigste überhaupt. Deshalb sorgten sie dafür, dass die Körper der
Verstorbenen nicht verfielen, indem sie diese mumifizierten. Zudem gaben sie ihren Toten vieles
mit ins Grab für den Neuanfang im Jenseits. Pflanzen, Blumen und Früchte spielten dabei eine
zentrale Rolle. Im Workshop « Blumen für die Ewigkeit » werden die Bedeutung sowie die heilende Wirkung der Blumen und Pflanzen erläutert. Nach einem Rundgang durch die Sonderausstellung gestalten die Schülerinnen und Schüler einen Paradiesgarten auf Papier.
Die Ausstellung « Blumenreich. Wiedergeburt in Pharaonengräbern » läuft bis zum 1. Februar 2015.
Termine für Workshops (ab 3. Schuljahr, max. 20 Teilnehmende, für Basler Schulklassen gratis,
Materialkosten : CHF 4 pro Person) auf Anfrage via mitmachen@antikenmuseumbasel.ch,
061 201 12 40.
« PETER DOIG » IN DER FONDATION BEYELER
KUNSTAUSSTELLUNG VOM 23. NOVEMBER BIS 22. MÄRZ
Den grossformatigen Bildern des britischen Malers Peter Doig, die meist Menschen in namenlosen Landschaften zeigen, liegt oft privates oder gefundenes Bildmaterial zugrunde. Fotos, Zeitungsausschnitte, Bilder der Popkultur wie Albencover und Filmplakate nützt er als Ausgangspunkt und integriert sie mit einer Art « Sampling »-Verfahren in seine Gemälde. Diese faszinieren
durch ihre Farbigkeit, Leuchtkraft und Rätselhaftigkeit und stehen damit in der Tradition grosser
Meister wie Gauguin, Bonnard und Matisse. Die Fondation Beyeler widmet dem Maler eine Ausstellung, zu der es ein spezielles Angebot für Schülerinnen und Schüler sowie eine Einführung für
Lehrpersonen geben wird.
Einführung für Lehrpersonen : Di, 2.12., 16.15–17.45 Uhr, und Mi, 3.12., 18–19.30 Uhr.
Führungen und Workshops für alle Klassen bis zum 12. Schuljahr.
Führungen : Mo–Do 11–12 oder 13.30–14.30 Uhr. Workshop : Mo–Do 10–12.30 Uhr.
Kostenloser Eintritt für Schüler/innen bis 19 Jahren. Weitere Infos und Anmeldungen
unter www.fondationbeyeler.ch (Ausstellungen > Kunstvermittlung > Schulen)
WESHALB SCHMÜCKEN WIR EINEN WEIHNACHTSBAUM ?
EINE BILDUNGSANGEBOT DES HISTORISCHEN MUSEUMS FÜR PRIMARSCHULEN
Weihnachtsstimmung während der Adventszeit : In den Räumen des Museums für Wohnkultur
an der Elisabethenstrasse werden mit altem Weihnachtsbaumschmuck dekorierte Tannen aufgestellt. Die dekorierten Bäume zeigen den Wandel des Baumschmückens. In den Anfangszeiten
wurden die Bäume nicht wie heute mit Lämpchen, Glaskugeln oder Lametta geschmückt, sondern
es hingen neben Kerzen, Nüssen, Äpfeln auch kleine Geschenke an den Zweigen. Die beliebte Veranstaltung « Weshalb schmücken wir einen Weihnachtsbaum ? Geschichten zum Weihnachtsfest »
bietet das Historische Museum auch in diesem Jahr wieder an. Die Kinder beschäftigen sich mit
Geschichten rund um unsere Weihnachtsbräuche. Zudem stellen sie selber Baumschmuck her und
hören eine Weihnachtsgeschichte.
Kostenlose Bildungsangebote im Museum für Wohnkultur für 1. bis 4. Klassen der
Primarschule , 2. bis 23. Dezember jeweils von 9 bis 11 Uhr. Auskunft und Anmeldung :
Bildung & Vermittlung Historisches Museum Basel, 061 205 86 70 oder
annina.banderet2@bs.ch ; dominique.behounek@bs.ch, weiter Informationen : www.hmb.ch
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Museum & Kultur
EINTAUCHEN IN DIE WELT DES COMICS
JOOST SWARTE IM CARTOONMUSEUM BASEL
Der niederländische Zeichner und Gestalter Joost Swarte (*1947) ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Comic-Künstler der Gegenwart. Sein Schaffen umfasst neben Comics auch grafische
Arbeiten wie Illustrationen, Plakate, Briefmarken und Schriften sowie Glasfenster, Objekte, Möbel
oder Architektur. Das Cartoonmuseum Basel widmet ihm eine Ausstellung, zu der es auch ein
Angebot für Schulklassen geben wird. In einer Führung und in Workshops lernen Schülerinnen
und Schüler die Entwicklung des Comics und seine wichtigsten aktuellen Strömungen kennen. In
den Workshops werden zudem Traumzimmer, Fantasiestädte und neue Orte mit Zeichenstift,
Aquarellfarben oder Papierschnitt erschaffen.
« Joost Swarte. Zeichner und Gestalter », Cartoonmuseum Basel, Einführung für Lehrpersonen :
Di, 18. November, 18 Uhr, Anmeldung : 061 226 33 60 oder info@cartoonmuseum.ch,
weitere Infos unter www.cartoonmuseum.ch
EIN KREATIVER KULTURMIX
SCHULANGEBOTE DES MUSEUMS FÜR KULTUREN
Ideen, Dinge, Techniken wandern seit Jahrhunderten zwischen Kontinenten hin und her. Die neue
Dauerausstellung « StrohGold – Kulturelle Transformationen sichtbar gemacht » im Museum der
Kulturen widmet sich dem Kulturaustausch. Dieser führt zu kreativen Umwandlungen : Alte Konservendosen wandeln sich zu Spielzeugen, Heidi macht als Comicfilm-Heldin international Karriere und afrikanische Stoffe motzen das traditionelle österreichische Dirndl auf. Zur Dauerausstellung wurden drei neue Angebote ausgearbeitet : Workshop und Führung für die Primarstufe
fokussieren auf die magische Verwandlung von Dingen auf ihrer Reise durch die Kulturen. Klassen ab dem 7. Schuljahr setzen sich mit den kritischen Aspekten der Kulturbegegnung auseinander und thematisieren Kolonialisierung, Missionierung und Sklavenhandel. Ein weiterer Workshop widmet sich dem Thema Lebensstufen und innere Veränderungen. Diese Angebote eignen
sich besonders für den Ethik- und Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II.
Besichtigung der Ausstellung « StrohGold » für Lehrpersonen am Mi, 3.12., 16.30 bis 17.30 Uhr.
Kontakt : michelle.huwiler@bs.ch oder 061 266 56 42. Weitere Informationen www.mkb.ch
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– eine bejahende Beziehung zu Schülerinnen und Schülern,
Eltern, Kolleginnen und Kollegen und zur Schulleitung pflegen
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Manchmal braucht es einen kleinen Anstoss . . .
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Angebote: Unterricht & Weiterbildung
WIE WEITER AN DER PH FHNW ?
EINLADUNG ZUR GV DER DOZIERENDEN IN OLTEN
An der GV des Verbands der Dozierenden der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz
(VDNW) werden die Reaktionen im Zentrum stehen, die durch die viel beachtete Zufriedenheitsumfrage des Verbandes ausgelöst wurden. Eingeladen sind alle Personen, die für eine gute Lehrerinnen- und Lehrerbildung einstehen. Gerade für Praxislehrpersonen bietet die Veranstaltung
eine gute Gelegenheit, sich über die Entwicklungen an der PH FHNW aus erster Hand zu informieren und eigene Bedürfnisse einzubringen, in welche Richtung weitergearbeitet werden muss.
Als Schwerpunktthema der GV werden in einem Podiumsgespräch Vertreterinnen und Vertreter
der Dozierenden, der Praxislehrpersonen und der Studierenden zu Wort kommen und die Entwicklung aus ihrer Sicht darlegen.
Die GV des VDNW findet am Mittwoch, 26. November, um 18.30 Uhr im Bahnhofbuffet Olten
(1. Stock) statt.
VON DER SCHULREISE ZUM AUSTAUSCHTAG
« SCHULREISEPLUS » REGT BEGEGNUNGEN ÜBER DIE SPRACHGRENZE AN
Die « ch Stiftung » hat auf dieses Schuljahr hin mit « SchulreisePLUS » ein neues Angebot lanciert,
das im Rahmen von Schulreisen den Austausch zwischen den Sprachregionen von der siebten bis
zur zehnten Klasse der Volksschule (Zählung inklusive Kindergarten) fördern will. Gesucht werden interessierte Lehrpersonen, die in die Rolle der Gastgeber schlüpfen möchten oder die selbst
mit ihren Klassen eine Begegnung mit Schülerinnen und Schülern einer anderen Sprachregion
wagen wollen. Die Idee von « SchulreisePLUS » ist bestechend einfach : Im Rahmen einer Schulreise findet ein Austauschtag zwischen zwei Klassen aus unterschiedlichen Sprachregionen statt. Das
« Plus » einer solchen Reise ist somit nicht der Besuch von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen,
sondern das Treffen mit einer Schulklasse vor Ort. Die Gastschule wird zum Gastgeber und Reiseführer.
Die « ch stiftung » bietet interessierten Lehrpersonen eine Online-Vermittlungsplattform sowie
kostenlose Hilfsmittel für die gastgebenden Schulen zur Vorbereitung an. Für die reisenden
Klassen sind SBB-Gutscheine im Wert bis CHF 300 erhältlich (solange Vorrat),
weitere Infos : www.ch-go.ch/schulreiseplus
JUNGE KÜNSTLER FÜR DEN STADTLAUF GESUCHT
BASLER STADTLAUF SCHREIBT MALWETTBEWERB AUS
Kindergärten und erste Primarschulklassen haben die Gelegenheit, gemeinsam ihrer Fantasie
beim Malwettbewerb freien Lauf zu lassen und dabei tolle Preise zu gewinnen. Aufgabe ist es, ein
Plakat zum Thema Basler Stadtlauf zu gestalten. Aus allen Einsendungen werden zwölf Plakate
ausgewählt. Am Mittwoch, 7. Januar 2015 erhalten alle zwölf Gewinnerklassen im Stadthaus der
Bürgergemeinde einen Überraschungspreis. Zudem werden die zwölf Gewinner-Plakate in der
Eingangshalle des Stadthauses ausgestellt.
Anmeldeformular unter : www.buergergemeindebasel.ch. Anmeldeschluss : Mo, 1. 12. 2014.
Einsendeschluss Plakat : Fr, 5. 12. 2014 an folgende Adresse : Bürgergemeinde der Stadt Basel,
Remo Antonini, Stadthausgasse 13, 4001 Basel.
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Basler Schulblatt 2014 | 11
Impressum
IMPRESSUM
HERAUSGEBER
LESERINNEN- UND LESERBRIEFE
Das Basler Schulblatt (BSB) ist eine Fachzeitung für die
bsb@bs.ch oder Redaktion Basler Schulblatt,
Lehrerinnen und Lehrer, Fachpersonen und Schulleitenden
Leimenstrasse 1, 4001 Basel
der Schulen von Basel-Stadt und wird gemeinsam vom
DRUCK UND INSERATEVERWALTUNG
Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt und der
Schwabe AG, Steinentorstrasse 13, Postfach, 4010 Basel
Kantonalen Schulkonferenz Basel-Stadt herausgegeben.
Inserate an : Matteo Domeniconi
Lernende der Schule für Gestaltung Basel layouten das Basler
061 467 86 08, Fax 061 467 85 56
Schulblatt und gestalten die Umschlags- sowie die sechs
anzeigenverkauf@schwabe.ch
Bildseiten. 75. Jahrgang.
REDAKTIONELLE VERANTWORTUNG
EDit und Angebote
Felizitas Fischer (fif), bsb@bs.ch
Yvonne Reck Schöni (yrs), yvonne.reck@bs.ch
Valérie Rhein (vr), valerie.rhein@bs.ch
Peter Wittwer (wit), peter.wittwer@bs.ch
Redaktion Basler Schulblatt
Leimenstrasse 1, 4001 Basel
061 267 44 89, bsb@bs.ch, www.ed.bs.ch
Kantonale Schulkonferenz (KSBS)
Leitender Ausschuss
Claramattweg 8, 4005 Basel
sekretariat@ks-bs.ch
www.ks-bs.ch
Freiwillige Schulsynode (FSS)
Geschäftsleitung
Claramattweg 8, 4005 Basel
sekretariat@schulsynode-bs.ch
www.fss-bs.ch
Die FSS kommt für die Kosten ihrer im Basler Schulblatt
veröffentlichten Publikationen auf.
GESTALTUNG
Layout : Sandra Hersberger, Lernende SfG Basel,
7. Semester der Fachklasse für Grafik
Titelbild und Bildstrecke : K’Werk Bildschule bis 16
Koordination : Lukas Zürcher, SfG Basel
ADMINISTRATION
Das Schulblatt erscheint jährlich elf Mal als Magazin
und als E-Paper im Internet : bsb.edubs.ch
ISSN 0258-9869
REDAKTIONSSCHLUSS
Nr. 12, Dezember : 11. November 2014
Erscheinungsdatum : 8. Dezember 2014
Themenschwerpunkt : Weihnachten feiern in der Schule
Nr. 1/76. Jahrgang : 2. Dezember 2014
Erscheinungsdatum : 5. Januar 2015
ABONNEMENTSBESTELLUNGEN UND
ADRESSÄNDERUNGEN
Bestellungen von Jahresabonnementen (CHF 40)
nimmt entgegen:
Kantonale Schulkonferenz BS, Postfach, 4005 Basel
061 267 63 71, sekretariat@ks-bs.ch
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