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... und was sagt die - Hannes Androsch

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AUSTRIA INNOVATIV
issue
6a/2012
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21-26
ÖUALITATSSICHERUNG
und was sagt die
heimische Community?
...
MEINUNGEN. Das neue Qualitätssicherungsrahmengesetz wird von den Initiatoren als großer Wurf beschrieben und
auch vom Ausland mit Interesse beobachtet. Was aber sagen jene, die mit diesen Neuerungen zu arbeiten haben?
AUSTRIA INNOVATIV hat dazu einige Geschäftsführerinnen, Rektorinnen und Meinungsbildnerinnen befragt.
Heinrich Schmidinger, Rektor der
Universität Salzburg und Präsident der Universitätenkonferenz:
1
Die räumliche
und organisato-
rische Zusam-
menlegung
der drei
Agenturen bringt mit
Sicherheit Vereinfachungen bei den internen Arbeitsabläufen der Agentur.
Für die Universitäten ist von Vorteil,
dass wir für alle Themen und Bereiche der Qualitätssicherung jetzt ei-
nen einzigen Ansprechpartner haben.
2
Rankings und Qualitätssicherung kann man hier nicht auf
einer Ebene sehen. Rankings
erzeugen kurzfristige Aufmerksamkeits-Hochs in den Medien bezogen
auf ein paar sehr selektive Kriterien.
Internationale Vergleichbarkeit ist
aber viel mehr und die Ergebnisse
der Qualitätssicherung sind mit Si-
cherheit belastbarer als
jene
von
vorsichtig. Ich erachte es daher
auch als unbedingt notwendig, dass
die Pädagogischen Hochschulen in
dieses System hineingenommen
werden. Das ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit die
Kooperation zwischen Universitäten
und Pädagogischen Hochschulen,
wie sie derzeit für die Pädagoglnnenbildung NEU geplant ist, auch
umgesetzt werden kann. Ich hoffe,
da kommt noch Einsehen seitens
der zuständigen Unterrichtsministerin.
4
Die Kosten sind nicht das ausschlagegebende Argument,
da liegen die meisten Agenturen nicht so wesentlich auseinander.
Es geht vielmehr darum, wie weit
sich eine Agentur auf die spezifische Situation einer Universität einlässt und ein Gewinn für die Qualitätsentwicklung
der ganzen
Institution zu erwarten ist. So ein
Verfahren darf ja nicht zu "l'art pour
l'art" werden. Das heißt wenn sich
eine Uni so einem aufwendigen Pro-
zess unterzieht, dann muss das
Rankings.
zu-
,Zertifikat' auch noch
einen Mehrwert haben, Die Erfahrung einer Agentur und deren internationaler Ruf spielen natürlich bei
der Auswahl auch eine Rolle.
sätzlich zum
3
Ja, davon bin ich überzeugt.
Nur auf diese Weise kann es
mittelfristig zu einem sektorenübergreifenden Verständnis von
Qualität im Hochschulbereich kommen, wobei das nicht auf .Standardisierung' hinauslaufen darf, deshalb wäre ich bei der Verwendung
des Begriffs .einheitliche Standards'
5
Ja, das wäre aus meiner Sicht
dringend geboten. Gerade im
Bereich der Schulen könnte
Qualitätssicherung verbunden mit
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mehr Autonomie anstelle der bisherigen Dominanz starrer Verwaltungspraktiken einiges, längst Fälliges, in
Bewegung setzten.
DAS SIND DIE FRAGEN:
1
2
3
neuen Qualitätssicherungsrahmengesetzes soll neben dem Qualitätsaspekt vor allem eine Verwaltungsvereinfachung sein. Konnten Sie diese in Ihrem Bereich
bereits spüren?
Zentraler Eckpfeiler des
Das
Qualitätssicherungsrahmengesetz
zielt
auch auf internationaleVergleichbarkeit ab. Inwieweit wird sich das nun aus Ihrer Sicht etwa
in den globalen Rankings niederschlagen?
Die im März gegründete Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ) ist
nun (mit Ausnahme der Pädagogischen Hochschulen) für alle Hochschul-Bildungseinrichtungen
gemeinsam zuständig,für die jetzt einheitliche Standards gelten. Ist diese "One-Stop-Shop"-Philosophie
aus Ihrer Sicht der richtige Weg?
4AQ
Austria steht am Qualitätssicherungs-Sek-
tor im Wettbewerb mit internationalen Mitbewerbern. Was sind für Sie die maßgeblichen
Kriterien, die Agentur Ihres Vertrauens für die Zertifizierung Ihrer Hochschule zu betrauen? Geht es hier
auch um die Kosten derartiger Dienstleistungen?
5
Ließe sich dieses Qualitätsmanagement-System Ihrer Meinung nach auch auf das gesamte
Bildungssystem umlegen? Hielten Sie dies für
sinnvoll?
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AUSTRIA INNOVATIV
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Christoph Badelt, Rektor der
Die WU ist seit
2007 Trägerin
des internatio-
t
;
-
X
e
a
:-
!
nalen EQUIS-Gütesiegels, das die Qualität
der Universität nach
außen sichtbar und
diese vor allem international vergleichbar macht. Für eine funktionierende Qualitätssicherung ist der Blick
von außen wichtig das hilft den Einrichtungen dabei, sich stetig zu verbessern und die Problemfelder aufzuzeigen. Kann eine Universität eine
international bekannte Akkreditierung
vorweisen, so kann sich dies auch in
globalen Rankings, in denen ähnliche
Kriterien bewertet werden, widerspiegeln. Manchmal ist die Akkreditierung
auch Voraussetzung dafür, um überhaupt in internationale Rankings aufgenommen zu werden. Um in Rankings gut abzuschneiden, bedarf es
3
-
5
DAS SIND DIE FRAGEN:
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Zentraler Eckpfeiler des neuen Qualitätssicherungsrahmengesetzes soll neben dem Qualitätsaspekt vor allem eine Verwaltungsvereinfachung sein. Konnten Sie diese in Ihrem Bereich
bereits spüren?
Das Qualitätssicherungsrahmengesetz zielt
auch auf internationale Vergleichbarkeit ab. Inwieweit wird sich das nun aus Ihrer Sicht etwa
in den globalen Rankings niederschlagen?
Die im März gegründete Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ) ist
nun (mit Ausnahme der Pädagogischen Hochschulen) für alle Hochschul-Bildungseinrichtungen
gemeinsam zuständig, für die jetzt einheitliche Standards gelten. Ist diese "One-Stop-Shop"-Philosophie
aus Ihrer Sicht der richtige Weg?
Ließe sich dieses Qualitätsmanagement-Sys-
tem Ihrer Meinung nach auch auf das gesamte
Bildungssystem umlegen? Hielten Sie dies für
sinnvoll?
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4AQ
Austria steht am Qualitätssicherungs-Sektor im Wettbewerb mit internationalen Mitbewerbern. Was sind für Sie die maßgeblichen
Kriterien, die Agentur Ihres Vertrauens für die Zertifizierung Ihrer Hochschule zu betrauen? Geht es hier
auch um die Kosten derartiger Dienstleistungen?
5
nur zum Teil. Es geht aber nicht um
eine Verwaltungsvereinfachung, sondern um die Wahrnehmung hochschulischer Aufgaben durch die
Hochschule selbst. Denkt man an die
interne Überarbeitung von Curricula,
so hat dies zu keiner Vereinfachung
geführt: denn eine an Qualität orienGenerell ist es zu begrüßen, tierte Fachhochschuie wird Aspekte
dass es für alle hochschuli- wie eine Prüfung von Bedarf und Akschen Bildungseinrichtungen
zeptanz oder eine outcome-orienin Österreich nun eine gemeinsame tierte Beschreibung der Lernziele jeAnlaufstelle gibt. Die unterschiedlidenfalls gewissenhaft umsetzen.
chen Qualitätssicherungssysteme Letztendlich wird aber die Verwalwurden zusammengefasst und in tungsvereinfachungvor allem davon
abhängen, wie die jetzt zu erlasseneine nachvollziehbare Struktur gebracht. Wie die Umsetzung dieser den Verordnungen der AQ Austria
Akkreditierungen für die einzelnen zur Programmakkreditierung,zu den
Audits und zum Berichtswesen aushochschulischen Bildungseinrichtungen aussehen und ob diese ohne Kri- sehen werden. Dort wird sich im Detik vonstattengehen wird, bleibt je- tail zeigen, ob der Fokus auf einer
selbstständigen Qualitätsentwickdoch noch abzuwarten.
lung durch die Hochschulen oder auf
Hochwertige, qualitätsvolle einer kleinteiligen Absicherung lieBildung in allen Bereichen gen wird.
sollte selbstverständlich das
oberste Ziel sein. Eine Umlegung auf
Für Fachhochschulen war Indas gesamte Bildungssystem, also
ternationalität immer schon
nicht nur den tertiären Bereich, sonein wichtiger Aspekt. Diese
dern auch auf Kindergärten und
gehtweiter über StudierendenmobiSchulen, ist vermutlich aber nicht lität hinaus, sondern berührt z. B.
sinnvoll. An einer Universität sind jeauch das Thema der Lehre auf eidoch auch Themen wie Forschung, nem international aktuellen StanInternationalisierung, nationale und
dard. Im internationalen CHE-Raninternationale Kooperationen, Wei- king beispielsweise belegten
terbildungen, Verbindungen ?ur
Österreichische Fachhochschulen
Wirtschaft oder Finanzierung releimmer wieder Spitzenplätze. Das
vant. Diese Aspekte lassen sich Abschneiden in internationalen Rannicht 1:1 auf jede Bildungseinrich- kings hat aber mehr mit der Stratetung umlegen. Sinnvoller wäre ganz
gie einer Hochschule zu tun; dass in
besonders ein themenspezifisches
einem Audit dies auch ein Prüfbeßenchmarking zwischen Universitäreich ist, mag als Unterstützungdieten; dieses findet gegenwärtig aus nen, aber für Fachhochschulen war
Eigeninitiative mehrerer Unis bereits
dies auch schon bisher im Rahmen
statt. So ist auch die WU in einem
der institutionellen Evaluierung ein
Benchmarking-Projektmit mehreren Thema.
Europäischen Wirtschaftsuniversitäten involviert.
Wenn man den Hochschulraum als einen von gleichwerErich Brugger, Geschäftsführer
tigen, aber funktionsdifferendes "Campus 02", FH der Wirt- zierten Partnern gestalteten Raum
schaft, Graz:
ansieht, dann ist auch eine Ausrichtung an einheitlichen Standards nur
S\ Wenn man die konsequent. Die Standards sind aber
Übertragung
auf die Verfahren bezogen und nicht
von Kompeten- auf die Inhalte. Unterschiedliche
zen an autonome
strategische Orientierungen (DomiHochschulen als Vernanz der Forschung, Dominanz der
waltungsvereinfaLehre, etc.) müssen dabei berückchung ansieht, dann sichtigt werden.
jedoch ebenfalls einer stetigen Verbesserung und Weiterentwicklung.
Die Vergangenheit hat außerdem gezeigt, dass Akkreditierungen Rankings
nicht ersetzen können. Es sollte daher
weiterhin Bestrebungen jeder Universität in beide Richtungen geben.
WirtschaftsuniversitätWien:
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Heinz W. Engl, Rektor der Universität Wien:
1
:=
b
Die
Verwaltungsvereinfachung ist an
den Universitäten
noch nicht angekommen. Neu ist das gesetzlich vorgeschriebene Audjt, damlt steigt der
Aufwand für die Universitäten. Die
Universität Wien will das Audit bestmöglich nutzen, um interne Kernprozesse die exzellente Forschung,
Lehre und Management unterstützen weiter zu verbessern.
1
3
Bei der neuen Agentur handelt
es sich um eine "österreichische" Lösung; das Qualitätssicherungsrahmengesetz hat trotz gemeinsamer Agentur unterschiedliche
Vorgaben für die einzelnen Hochschultypen. So ist z. B. nicht nachvollziehbar, warum die Pädagogischen Hochschulen gänzlich
ausgenommen sind.
4
Eine Agentur, die für die Universität Wien in Frage kommt,
muss vor allem Erfahrungen
mit Audits großer europäischer Universitäten haben, die sich durch eine
Disziplinenvielfalt auszeichnen, die
österreichischen Rahmenbedingungen kennen und natürlich die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Die Kosten
verschiedener von uns befragten
Agenturen sind vergleichbar und daher nicht entscheidend. Wir haben
uns letztendlich für eine Schweizer
Agentur entschieden.
5
Die Verpflichtung zum Aufbau
eines internen Qualitätsmanagementsystems und Audit
desselben ergibt sich aus der Autonomie der Universitäten und der damit einhergehenden Verantwortung
der Institution für hohe Qualität in
Lehre, Forschung und Management.
Österreichische Schulen und Pädagogische Hochschulen sollen also
zunächst einmal mehr Autonomie
erhalten. Beide Schritte, nämlich
mehr Gestaltungsautonomieund die
Etablierung eines Qualitätsmanagement-Systems, wären sehr zu begrüßen.
Qualitätsma-
nagement muss
immerauch Veri
besserungen in verschiedensten Bereich
0
s.
mit sich bringen, so
auch in administrativen Prozessen. Selbstverständlich
hat die Weiterentwicklung des QMSystems der BOKU zu Verbesserungen in Verwaltungsabläufen geführt.
-
-
Sonja Hammerschmid, Rektorin der Vetmeduni Vienna:
Martin Gerzabek, Rektor der Universität für BodenkulturWien:
2
1
Gut eingeführte
Kernprozesse,
c
die laufend wei;
terentwickelt werden
und definierte VerO
antwortlichkeiten helfen enorm die Aufgaben jeder Organisation zu
bewältigen. Das gilt für Unis wie für
Unternehmen. Qualitätssicherung
ist kein Selbstzweck. Wir sind stets
bemüht, unsere Prozesse und Verwaltung so schlank und so einfach
wie möglich zu halten. Aber das ist
keine Frage des neuen Qualitätssicherungsrahmengesetzes.
Die internationalen Rankings
werden vor allem durch Leistungen der Universitäten in
der Forschung und durch Betreuungsverhältnisse bei den Studien beeinflusst. Hier sehe ich nur eine indiGroße Bereiche der veterinärrekte Beeinflussung durch die
medizinischen Ausbildung erQualitätssicherung, bzw. einen länfolgt in Kleingruppen und am
gerfristigen positiven Effekt. Zum Tierpatienten. Diese klinischen AnBeispiel kann die Studierendenzu- forderungen unterscheiden uns von
friedenheit durch Berücksichtigung
anderen Universitäten. Eine externe
der Lehrveranstaltungsruckmeldun- Agentur muss daher mit den fachligen verbessert werden.
chen Besonderheiten einer (klinischen) Disziplin vertraut sein. TechPrinzipiell sehe ich da Syner- niker, Künstler und Mediziner können
giepotenziale. Allerdings ist es
nicht in einen Topf geworfen werden.
dass
schon
bei
verschiedeHier
muss nach den Besonderheiten
so,
nen Universitäten zwar gleiche Stan- differenziert werden. Gibt es dafür
dards angewendet werden müssen, kein Bewusstsein, sind Missveraber das bestehende QM-System
ständnisse und die Verschwendung
und dessen Weiterentwicklung zu von Ressourcen vorprogrammiert.
berücksichtigen ist. Bei Universitäten
Für uns ist die internationale Evaluiestehen die sogenannten Qua!ity-Au- rung durch die EAEVE, die uns mit
dits, also die Überprüfung des QM- den besten Veterinärmedizinischen
Systems, im Vordergrund, bei den Fakultäten und Universitäten in EuFHs mehr die Studienakkreditierung.
ropa vergleicht, wesentlich wichtiger.
3
3
4
Der internationale Wettbewerb Maria-Regina Kecht, Academic
ist in der Zwischenzeit sehr in- Director Webster Univers ity:
tensiv. Ganz wesentlich ist das
Vertrauen, das eine Universität in die
Nein, dieser
"One-StopProfessionalität der Agentur haben
Shop"
mag
kann. Mit Sicherheit ist der Grad der
7war
Unterstützung und Begleitung durch
zwar in den Händen
die Agentur bei der Vorbereitung des 3
der gleichen Einrich0
tung liegen, wird aber
Audits von großer Bedeutung.
sicherlich nicht zu
Die generellen Aspekte eines einheitlichen Standards für all die BilQM-Systems sind sicherlich dungseinrichtungen führen, die unübertragbar. Allerdings ist zu ter diese Agentur fallen. Die Kriteberücksichtigen, dass bei Universitärien, die z. B. in der Beurteilung von
ten im Gegensatz zu anderen Bil- Privateinrichtungen zum Einsatz
dungseinrichtungen der Aspekt der
kommen, werden auch weiterhin
Qualitätssicherung im Kernprozess NICHT auf die öffentlichen Unis überForschung sehr große Bedeutung hat. tragen. Gleichzeitig werden diverse
I
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Aspekte der öffentlichen Unis als
Maßstab für Privatunis verwendet,
die aus unterschiedlichen und substanziellen Gründen einfach nicht
übertragen werden sollten. Es ist zu
bezweifeln, dass die ungeheure und
vielschichtige Verwaltung von staatlichen Unis leicht oder effizient den
Maßnahmen von Qualitätssicherung
entsprechen kann. Positiv an der
neuen Einrichtung ist, dass theoretisch ein Forum für Dialog zwischen
den diversen Bildungseinrichtungen
entstehen könnte, was für alle Beteiligten von Vorteil wäre.
5
Die Differenzierung des sekundären und post-sekundären Bildungssystems, welches über
Jahrhunderte gewachsen ist und daher ganz unterschiedliche Strukturen
und Praktiken aufweist, kann wohl
kaum von einem einheitlichen Qualitätsmanagement-Systemper Gesetz
geregelt werden. Die Regelungen von
"top down" führen unweigerlich zu
wachsender Bürokratisierung im Bildungssystem, was Innovation und
Flexibilität unterminiert und eigentlich dürften diese Aspekte gerade im
Hinblick auf die sich rapid verändernde Arbeits- und Wissenswelt
nicht leiden, wenn es uns darum gehen sollte, junge Menschen für die
Welt von Morgen auszubilden.
-
Christoph Kratky, Präsident
des Wissenschaftsfonds FWF:
5
.-
:
2
Kurzfristig gar
nicht, langfris-
tig wird es sicher einen Effekt haben
man weiß
allerdings noch nicht,
ob es die österreichischen Unis in den globalen Rankings
verbessern oder verschlechtern
wird.
-
31m
Gegensatz zu den Akkreditierungspraktiken der meisten
anderen Länder adressiert das
neue Gesetz auch den Bereich der
Forschung. Hier treffen sich die Aktivitäten von AQA und FWF. Wir kennen die Tücken von Qualitätsfeststellung und Qualitätssicherung in der
Forschung seit mehreren Jahrzehnten. Ob man diese Tücken erfolgreich
umschifft hängt kaum davon ab, ob
Ulrike Prommer, Geschäftsfüh-
man unterschiedliche Hochschulty-
rerin
pen von der selben oder von
IMC FH Krems:
ver-
1
In Bezug auf die
schiedenen Einrichtungen "qualitätsAkkreditierung
sichem" lässt. Die angesprochenen ":
Standards"
stehen
neuer Studien"einheitlichen
T.
gänge
in
der
Forschung)
im
WiU
ist aus unserer
(zumindest
derspruch zum unterschiedlichen
Sicht keine Vereinfachung festzustellen,
Forschungsauftrag der verschiede- 0
nen Hochschultypen, was sowieso
im Gegenteil: Mit der
unterschiedliche Herangehenswei- Implementierung eines Vor-Ort-Besen erfordern wird. Insofern ist die suches von Peers wird diese zukünfFrage nach der "One-Stop-Shop"- tig sowohl aufwendigerals auch kosPhilosophie nebensächlich.
tenintensiver. Bei der Durchführung
von Studienplananderungen ist eine
Christa Neuper, Rektorin der Vereinfachung festzustellen. Nicht
Karl-Franzens-UniversitätGraz: abgeschätzt werden kann zurzeit die
gesetzlich implementierte jährliche
Das Gesetz ist Berichtslegung, da diese bis dato
seit rund einem
nicht im Detail festgelegt ist.
z
Jahr in Kraft, da
braucht es sicher
Das Bestreben einheitlicher
mehr
noch
ErfahStandards für den gesamten
c
0
rungswerte, um einen
Hochschulbereich wurde letztfairen Vergleich zu
endlich nicht vollinhaltlich im Detail
ziehen. Zu begrüßen ist, dass die
umgesetzt. Resultierend daraus ergeWahl einer Agentur auf jeden Fall ben sich spezifisch definierte Ausprägungen für die einzelnen Hochschulvereinfacht wurde.
bereiche. Unter Berücksichtigung der
Internationalisierung ist we- jeweiligen Spezifika der einzelnen
sentlicher Aspekt des Gesetzes Sektoren (Hochschulbereich,Sekundund trägt zur Erhöhung des arbereich, etc.) und ohne Exklusion
Standings und der Reputation bei. einzelner Akteure wäre unserer MeiDas kommt auch den Aktivitäten der nung nach diese Philosophie ein sinnUni Graz sehr entgegen. So hat sich voller Weg.
die Uni Graz zu einem Audit-VerfahMaßgebliche Kriterien für uns
ren mit einer finnischen Agentur entschlossen.
sind eine hohe Verfahrensgüte
der ausgewählten und eingeTransparenz beim Verfahren
setzten Agentur verbunden mit inund beim Bewertungssystem
ternationaler Anerkennung. Natürsind meiner Meinung nach
lich ist es auch unabdingbar, dass
wichtige Auswahlkriterien. Ebenso
die Verfahrensgüte und die entstewie Audit-Erfahrungen und die Prahenden Kosten in einer sinnvollen
xis einer Agentur. Prinzipiell sollte
Relation zueinander stehen.
ein "Gesamtaudit" möglich sein,
das sowohl die Lehre, die Forschung
Raimund Ribitsch u. Doris Walter,
als auch die Dienstleistungen ab- GeschäftsführerFH Salzburg:
deckt
S\ Es sind zwar
Qualitätsmanagement sollte i
nun die bestein allen Bildungseinrichtungen
henden Studials Verantwortungsbereich J
engänge dauerhaft
wahrgenommen werden. Eine entakkreditiert, was die
sprechende Begleitung mit externer
Institutionelle AutoBegutachtung halte ich daher auf jenomie der FHs stärkt,
den Fall für sinnvoll unter der Voraber keine wirkliche Verwaltungsveraussetzung, dass diese fach- bzw.
einfachung bedeutet. Dies, weil nun
einrichtungsspezifisch ausgerichtet jährlich an die AQ Austria über die
ist.
Entwicklung des QS der Hochschule
-.
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j
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zu berichten ist, weil die Erstakkredi- Wolfgang Schütz, Rektor der
tierung von neuen Studiengängen Medizinischen Universität Wien:
aufwendiger und teurer wird und
weil die Verantwortung für Evaluie- c
Für die meisten
rung und Sicherstellung der Quali- >
internationalen
tätsentwicklung der bestehenden
Rankings ist
Studiengänge aus der externen Qua- :
wahrscheinlich auch
litätssicherung in die der Fachhoch- 2
aufgrund der Heteroschuien übertragen wurde. Insgegenität der QM-Ansamt ist die Vereinheitlichung der
satze der einzelnen
externen Qualitätssicherung trotz- Universitäten der Punkt "Qualitätsdem ein wesentlicher Schritt zur
sicherung" kein Thema. Somit ist
Stärkung der Leistungs- und Wettbe- nicht zu erwarten, dass dies in absehwerbsfähigkeit der Österreichischen
barer Zeit in globalen Rankings beHochschulen
handelt wird.
2
4
5
Das im Bologna-Prozess beschworene Konzept des lebenslangen Lernens bringt mit
sich, dass verschiedene Formen von
Bildung und Ausbildung untereinander kompatibel sein müssen und
auch gegenseitig von verschiedenensten Bildungseinrichtungen und
Institutionen national und international anerkannt werden. Um dies zu
gewährleisten, hat dies auch für alle
Formen von Bildung und Ausbildung
durch verbindliche Standards zu gelten, die letztendlich nur ein Qualitätsmanagementsystemgarantieren
kann. Inwieweit eine totale Vereinheitlichung zu einem QM-System für
den ganzen Bildungssektor Sinn
macht, ist jedoch fraglich.
3
Überspitzt formuliert manifes-
tiert sich die "One Stop Shop
Qualität" der neuen AQ zumal die bis dato für die Universitäten
zuständige AQA noch bis 2013 existiert primär darin, dass den bestehenden Einrichtungen eine Verwaltungsebene vorgelagert wird. Die
Verfahren orientieren sich in ihrer
Konzeption stark an den etablierten
Verfahren der "AQA alt". So gesehen
lässt sich ein Paradigmenwechsel,
der durch die AQ Austria neu erzielt
werden sollte, zum jetzigen Zeitpunkt
noch nicht unmittelbar feststellen.
-
-
4
Als Kriterien für die Auswahl
einer Agentur müssen sicherlich Renommee der Agentur,
Verfahrenssicherheit, positive Erfahrungen anderer Universitäten
und natürlich auch die Adaptierbarkeit der Vorgaben der Agentur auf
bereits an der Hochschule etablierte
Qualitätssicherungsprozesse, genanntwerden.
5
Die im
QSRG festgehaltenen
Rahmenbedinggn bilden eine
Möglichkeit, um externe Qualitätssicherung im Bildungsbereich
zu etablieren. Darüber hinaus existieren weitere QM-Ansätze (wie
etwa EFQM), die auf alle Bildungsbereiche übertragen werden können.
Auch die DIN ISO 29990 für "Lerndienstleistungen für die Aus- und
Weiterbildung Grundlegende Anforderungen an Dienstleister" kann
hier angeführt werden. In Hinblick
auf den Wunsch nach internationaler Vergleichbarkeit ist letztere sicherlich als optimales Instrumentarium anzusehen.
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ei
c
N
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-
Die FH Salzburg muss sich
2017 dem ersten Audit nach
dem neuen Gesetz unterziehen, da unser freiwillig durchgeführtes Institutional Audit erst 2011
durchgeführt wurde. Für uns wird daher die Erfahrung anderer Fachhochschulen ein wesentlicher Faktor für
die Auswahl der Agentur sein. Natürlich werden auch die Verfahrenskosten eine Rolle im Auswahlverfahren
spielen. Die Leistung einer Agentur
besteht aus unsererSicht in dem Zusammenhang darin, dass das Verfahren nicht nur positiv abgeschlossen wird. Bedeutsam ist, dass die
Form des Verfahrens in praktikable
und konkrete Maßnahmen führt, die
die Weiterentwicklung des hochschu [internen Qualitätsrnanagementsystems effektiv fördern. Eine
derart ausgewählte Agentur hat sich
auch bereits nationale und internationale Reputation erworben.
Sabine Seidler, Rektorin der
TU Wien:
c
-
0
1
Die Verwaltungsvereinfachung
soll durch die
Zusammenführung
der drei vormals separat arbeitenden Einrichtungen in eine
Qualitätssicherungsagentur geschehen und betrifft damit die nunmehr
gebündelten, internen Verwaltungsabläufe dieser neu gegründeten
Agentur. Auf die betroffenen Hochschulen, für die das neue Qualitätssicherungsrahmengesetz Geltung hat,
hat diese Verwaltungsökonomie keinen unmittelbaren Einfluss.
3
Die Prüfbereiche der einzelnen
Bildungseinrichtungen wurden
harmonisiert. Das ist begrüßenswert. Im Detail betrachtet gibt es
aber immer noch unterschiedliche
Anforderungen. Problematisch ist
DAS SIND DIE FRAGEN:
1
2
3
Zentraler Eckpfeiler des neuen Qualitätssicherungsrahmengesetzes soll neben dem Quatitatsaspekt vor allem eine Verwaltungsvereinfachung sein. Konnten Sie diese in Ihrem Bereich
bereits spüren?
Das Qualitätssicherungsrahmengesetzzielt
auch auf internationaleVergleichbarkeit ab. Inwieweit wird sich das nun aus Ehrer Sicht etwa
in den globalen Rankings niederschlagen?
Die im März gegründete Agenturfür Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ) ist
nun (mit Ausnahme der Pädagogischen Hochschulen) für alle Hochschul-Bildungseinrichtungen
gemeinsam zuständig, für die jetzt einheitliche Standards gelten. Ist diese "One-Stop-Shop"-Philosophie
aus Ihrer Sicht der richtige Weg?
4AQ
Austria steht am Qualitätssicherungs-Sektor im Wettbewerb mit internationalen Mitbewerbern. Was sind für Sie die maßgeblichen
Kriterien, die Agentur Ihres Vertrauens für die Zertifizierung Ihrer Hochschule zu betrauen? Geht es hier
auch um die Kosten derartiger Dienstleistungen?
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Ließe sich dieses Qualitätsmanagement-System Ihrer Meinung nach auch auf das gesamte
Bildungssystem umlegen? Hielten Sie dies für
sinnvoll?
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etwa, dass für die Universitäten auf
der eine Seite durch eine zentrale
Stelle die Beratung in Form eines Audits und gleichzeitig auf der anderen
Seite die Zertifizierung vorgenommen
wird. Das entspricht nicht internationalen Standards. Mit diesem Spannungsverhältnis zwischen Audit und
Zertifizierung beschäftigt sich aktuell
auch eine Arbeitsgruppe der "uniko".
4
Ein wesentlicher Aspekt für die
Universität ist, dass die Unabhängigkeit der Agentur gegeben sein muss. Für die TU Wien ist es
wichtig, dass die Agentur einen Fokus
auf den Entwicklungs- und nicht auf
den Kontrollaspekt legt. Der Qualitätsgedanke der kontinuierlichen Entwicklung soll sich auch im Audit zeigen. Natürlich spielen unter den
gegebenen budgetaren Bedingungen
auch die Kosten eine Rolle.
Karl Wöber, Rektor der MODUL
University Vienna und Vorsitzender der Privatuni-Konferenz:
1
Derzeit spüren
wir noch gar
keine Verwaltungsvereinfachungen;
Fairerweise
muss man aber der
neuen Einrichtung
j
I
Durch die verbesserte Kommunikation zwischen Universitäten, Privatuniversitäten und Fachhochschulen kann ein Lernprozess
initiiert werden, der letztlich für alle
Vorteile bringt.
bedingt nachvollziehbar ist. Bewertungen der Hochschulen durch eine
öffentliche Einrichtung wie die AQ
Austria reflektieren stärker die Einordnung der heimischen Institutionen
in den globalen Rahmen.
4
Der Zusammenschluss der davor drei tätigen Räte (AQA, Akkreditierungsrat, Fachhochschulrat) zur AQ-Austria punktet
einerseits durch die Vereinfachung in
der Verwaltung und andererseits
durch die Bündelung des in den Organisationen vorhandenen Know-hows.
Dadurch wird eine übergreifende
Sicht auf Fragen, wie zum Beispiel der
Akkreditierung eines neuen FH-Lehrganges, erst möglich. Die AQ-Austria
kann darüber hinaus ihr Know-how
durch internatonale Tätigkeiten ständig ausbauen, was wiederum für nationale Audits Vorteile birgt. Eine "OneStop-Shop"-Philosophie hat den
Vorteil, dass eine umfassende und
kompetente Beratung an einer Institution möglich wird. Nachteilig wäre es,
wenn die AQ-Austria die einzig mögliche Wahl für Universitäten wäre, z. B.
Audits durchzuführen. Diese sind
aber nicht verpflichtet, die AQ-Austria
für ihre Audits zu engagieren, sondern können entsprechende Agenturen anderer Länder wählen.
Als Privatuniversität haben
wir, im Unterschied zu den öffentlich-rechtlichen Universitäten, keine Wahlmöglichkeit. Wir
müssen uns bei Akkreditierungsvorhaben an die AQ Austria wenden.
Insofern kann man nicht wirklich
von Wettbewerb sprechen. Ich halte
persönlich sehr wenig von kostenpflichtigen Zertifizierungen, die nur
vorhandene Reputationswerte reproduzieren. Nur so läßt sich erklären, warum einige österreichische
Universitäten mit offensichtlich
schlechten Studienbedingungen
Zertifizierungen erhalten. Eine Betrachtung von außen kann hilfreich
sein, aber die Qualitätssicherung
muß primär innerhalb der Universität entwickelt werden.
5
Das ist
interessante Frage.
Wenn nicht die Evaluierung,
sondern der Dialog im Vordergrund steht, würde ich so eine Initative unterstützen.
Hannes Androsch, Vorsitzenerst Zeit zur Einarbeitung geben. Ein der des Rates für Forschung
Prozess zur Entwicklung von Verbes- und Technologieentwicklung:
serungsmaßnahmen wurde meines
Wissens nach bereits eingeleitet, mit z
Das QSRQ biekonkreten Ergebnissen rechne ich
tet die Basis,
aber erst nächsten Sommer.
vergleichbare
7
Standards für alle
Die Größe Österreichs recht- 2:
Hochschulen einzufertigt kaum das Bestehen 0
ziehen. Die öffentlivon drei Qualitätssicherungschen Universitäten
agenturen bzw. Akkreditierungseinund Fachhochschulen sind dadurch
richtungen. Ich sehe den Vorteil verpflichtet, ihre internen Qualitätsaber nicht vordergründig in der sicherungssysteme in regelmäßigen
Entwicklung einheitlicher StanAbständen durch externe Audits
dards, sondern in dem Dialog, der überprüfen zu lassen. Damit wird
zwischen den drei Sektoren öffenteine internationale Vergleichbarkeit
lich-rechtliche Universitäten, Pri- sicherlich verbessert. Ob Parameter
va tun iversi täten und Fachhoch- von globalen Rankings darauf reschulen nun möglich ist. Die drei
agieren, bleibt abzuwarten. Die BeSektoren haben aufgrund ihrer deutung von globalen Rankings
sehr verschiedenen Rahmenbedinsollte dabei auch nicht überbewertet
gungen unterschiedliche Ziele, werden. Immer öfter wird kritisiert,
Strategien und Methoden entwidass eine objektive Bewertung der
ckelt, um sich nationale und inter- Universitäten durch die Verwendung
national behaupten zu können.
von intransparenten Parametern nur
3
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3
5
Qualitätsmanagement
und
Qualitätssicherung sind Erfolgsfaktoren jeder gesunden
Betriebsführung. Natürlich gilt das
auch für das gesamte Bildungssystem, beginnend bei den Kindergärten bis zu den Universitäten. Im Bereich des Schulsystems finden wir
dafür internationale Instrumente wie
PISA oder PIRLS. Auf nationaler
Ebene wurden schon 2009 die Bildungsstandards gesetzlich verankert. Diese stellen ein geeignetes Instrument für eine langfristige
pädagogische Quatitätsentwicklung
und Qualitätssicherung im Schulsystem dar. Allerdings nur, wenn die darin verankerten Ziele auch erreicht
und die Prozesse dazu eingehalten
werden können. Für das Bildungssystem bedeutet dies, dass jeder Beteiligte Verantwortung dafür trägt,
dass unser Kapital für die Zukunft,
diejungen Menschen, die bestmögliche Ausbildung erhalten.
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