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Ja zur Reform Der Zeitplan Die geplanten Neuerungen Was bringt

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Friedrich-Alexander-Universit−t
Erlangen-N rnberg
Nr. 15 • Febr.1997 • 4. Jahrgang
Ja zur Reform
Der Zeitplan
Die Bayerische Rektorenkonferenz (BRK) unter Vorsitz
von Prof. Dr. Gotthard Jasper
beurteilt die von der Staatsregierung initiierte Hochschulreform als notwendigen Schritt
zur Profilierung und Differenzierung der bayerischen Landesuniversitäten. Das Reformziel einer zeitgemäßen akademischen Ausbildung auf hohem Niveau, der Stärkung
der wissenschaftlichen Forschung, der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
und der verbesserten Internationalisierung (insbesondere
der Lehre), wie es in der Regierungserklärung vom 29. Januar 1997 formuliert ist, findet
die Unterstützung der BRK.
Januar 1997: Der Minister
präsentiert in seiner Regierungserklärung die Ziele der
Hochschulreform.
Februar - Mai '97: Erarbeitung des Gesetzesentwurfes.
Mai - Juni '97: Anhörung der
Hochschulen und der betroffenen Verbände.
Juli '97: Verabschiedung des
Entwurfes im bayer. Kabinett.
September '97: Anhörung des
Bayer. Senats, Einbringung in
den Landtag.
Oktober '97 - März '98: Beratung im Landtag mit Anhörung und Verabschiedung.
1. April '98: Frühest mögliches Inkrafttreten des Gesetzes
und Anpassung der Grundordnungen der Universitäten.
■ Fragen an Rektor Jasper zur geplanten Strukturreform
Was bringt die bayerische Hochschulreform für die FAU, Herr Rektor?
Mit seiner Regierungserklärung
vom 29. Januar (siehe dazu nebenstehenden Kasten) hat
Staatsminister Zehetmair in
Bayern die heiße Phase der
Hochschulstrukturreform eingeläutet. Die Ziele sind formuliert, die wichtigsten Reformmaßnahmen liegen - wenn auch
noch nicht im Detail festgelegt auf dem Tisch. Der UniKurier
aktuell sprach mit Rektor Prof.
Dr. Gotthard Jasper über die
kommenden Änderungen:
UniKurier aktuell: Die geplante
Hochschulstrukturreform wird
eine Fülle von Veränderungen
mit sich bringen. Was bedeutet
das für das Amt des Rektors?
Rektor Jasper: Die künftige
Hochschulleitung wird kollegial
organisiert sein: d.h. Rektor, Prorektoren und Kanzler bilden das
Rektoratskollegium, dem die
Kompetenz für die inneruniversitäre Verteilung der Sach- und
Personalmittel zukommt, die bislang beim Senat liegt. Für den Rektor als Vorsitzenden dieses Kollegiums bedeutet das eine erhöhte
Verantwortung, eine Pflicht zur Initiative - er kann sich nicht mehr so
leicht hinter Gremienbeschlüssen
verstecken - und eine vermehrte
Sorge um Konsenssicherung, ohne
die die gesteigerten Kompetenzen
kaum etwas bewirken.
Die Leitung der Hochschule soll
künftig von einem Hochschulrat
unterstützt werden? Wie wird das
aussehen, welche Aufgaben fallen diesem neuen Gremium zu?
Rektor: Fünf Vertreter aus dem
Bereich der Wirtschaft, der beruflichen Praxis und externe Wissenschaftler werden auf Vorschlag der
Hochschulleitung durch den Kultusminister bestellt. Dieser Hochschulrat soll von außen Anregungen und Empfehlungn zur Profilbildung, zur Entwicklungsplanung
oder etwa zu neuen Studienangeboten geben, den Technologieund Wissenstransfer unterstützen
und zugleich die Universität zwingen, für ihre Planungen auch die
Unterstützung eines kompetenten
auswärtigen Gremiums zu gewinnen .
seinen Fortschreibungen sowie
den Grundsätzen des Haushaltsvollzuges - also z. B. einer Schwerpunktbildung beim Mitteleinsatz zustimmen muß, ansonsten gibt er
Empfehlungen, mit denen sich die
Wie weit ist die Hochschulleitung Uni auseinanderzusetzen hat.
an die Empfehlungen gebunden?
Rektor: Liest man die Regie- Der Minister kündigte den Hochrungserklärung genau, so erkennt schulen mehr Autonomie, mehr
man, daß der Hochschulrat dem finanzielle ManövriermöglichHochschulentwicklungsplan und keiten bei der Haushaltsgestaltung an. Was heißt das konkret?
Rektor Jasper: Künftig werden
■ Minister Zehetmairs Eckpunkte zur Hochschulreform
nicht nur die Sachmittel für Lehre
und Forschung, sondern auch die
Personalmittel für Hilfskräfte,
Lehraufträge und Gastprofessoren
Unter den Titel „Aufbruch zu neuer Stärke - Signale für die
gegenseitig austauschbar und
Zukunft“ stellte Kultusminister Zehetmair seine Regierungsdeckungsfähig sein. Ein im Hauserklärung zur Hochschulreform, die er am 29. Januar im
haltsbereich revolutionärer Schritt.
Bayerischen Landtag hielt. Hier die wichtigsten Reformziele:
Zudem können Haushaltsreste in
(Wortlaut unter FAU-Online
http://www.uni-erlangen.de/docs/FAUWWW/Aktuelles/Aktuellesinhalt.html.)
das nächste Jahr übertragen werden. Damit kann die FAU länger• Verbesserung des Hochschulmanagements und damit die
fristiger und kostengünstiger plaStärkung der Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Hochnen. Außerdem kann das Stellenschulen.
gehalt vakanter Stellen sehr viel
• Stärkung der Hochschulleitung vor allem im Bereich der
besser als bisher genutzt werden.
Personal- und Sachmittelzuweisung, Einführung eines HochFerner sollen zahlreiche Genehmischulrates.
gungsvorbehalte des Ministeri• Erweiterung der Eigenverantwortung und Autonomie der
ums, so etwa bei der Gewährung
Hochschulen durch Deregulierung insbesondere im Hausvon Forschungssemestern, der
halts- und Personalbereich.
Verleihung der Lehrbefugnis oder
• Förderung der Leistung sowie des Wettbewerbs und der Proder Bezeichnung apl. Professor,
filbildung - zwischen den Hochschulen, aber auch innerhalb
und der übergangsweise Vertreder Hochschulen - durch Schwerpunktbildung und verbessertung einer Professorenstelle entfalte Fächerstruktur.
len. Die Universität bekommt dar• Reformmaßnahmen im Personalbereich.
über hinaus die Ernennungszu• Verbesserung von Lehre und Studium.
ständigkeit für alle Beamten der
• Internationalisierung der Hochschulen.
Besoldungsgruppe A - bis hin zum
• Nutzung der Möglichkeiten von Multimedia.
Akademischen Direktor. Das ist
• Intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
eine wesentliche Verwaltungsver• Stärkung der Forschung und Verbesserung der Zusammenareinfachung.
beit zwischen Hochschulen und Wirtschaft.
• Strukturreform der Universitätsklinika.
(Fortsetzung Seite 3)
Die geplanten Neuerungen
FAU UNIKURIER AKTUELL
1
Nr. 15/ Februar 1997
■ Bereits meßbare Erfolge bei der CO2- Reduzierung
Engagement in Sachen Umweltschutz mit Vorbildcharakter
Der Vorschlag des Ökologiereferats der Studierendenvertretung, ein Umweltmanagement
an der FAU einzuführen, wird
derzeit in der Hochschulleitung diskutiert. Einem weiteren Vorschlag der Studierendenverteter, die Hochschule
solle sich dazu verpflichten, die
CO2-Emission bis zum Jahre
2005 um mindestens 25 Prozent zu reduzieren, wird die
FAU allerdings nicht nachkommen. Denn die FAU betreibt mit einer ganzen Reihe
von Maßnahmen bereits seit
Jahren aktiv Klimaschutz.
Erste meßbare Erfolge zeigen
sich bei der CO2-Reduzierung.
So konnte im Heizwerk auf dem
Südgelände die CO2Emmission
je Quadratmeter Nutzfläche seit
1988 um rund 16 Prozent gesenkt werden, obwohl sich die
Nutzfläche, die vom Heizwerk
versorgt wird, um 20 Prozent
vergrößert hat. Zwar können sich
öffentliche
Behörden
und
Dienstleister vorläufig noch
nicht nach der Öko-Audit-Verordnung zertifizieren lassen,
doch ein Engagement der FAU
auf dem Gebiet des aktiven Umweltschutzes
könnte
Vorbildcharakter haben.
Bemißt man nämlich die FAU
nach der Anzahl ihrer Beschäftigten, Studierenden sowie
ihrem Energieumsatz, so kann
sie mit einem Wirtschaftsunternehmen verglichen werden. Die
Umsetzung eines Öko-Audits,
wie es derzeit an der Universität
Osnabrück durchgeführt wird,
ist jedoch bei der Größe und dezentralen Infrastruktur der FAU
nicht ohne weiteres möglich. Der
Aufwand bei der Erfassung der
Stoffströme aus den einzelnen
Instituten ist umfangreich und zu
aufwendig. Jedoch bietet sich die
Aufgleiderung des Umweltmanagements in einzelne Teilprojekte an.
Mitte Januar war es so weit: Alle Kopiergeräte der ZUV wurden durch Geräte der
Firma Rank Xerox ausgetauscht. Bei der Präsentation der Kopierer ließ sich
auch Kanzler Schöck (links) die neuen Geräte von Vertriebsleiter Ralf Blaszczok
erklären.
Foto: Sippel
Die grundsätzlich angestrebten
Ziele im Ökoprogramm der
FAU: Energieeinsparung, Einsatz von regenerativen Energiequellen und Kraft-WärmeKopplung sowie sparsamer Umgang mit Energie und Ressourcen (z.B. Wasser) durch Mitarbeiter und Studierende.
Obwohl technische und bauliche
Maßnahmen einen wesentlichen
Anteil an Energieeinsparungen
ausmachen, sind es doch die Mitarbeiter und die Studierenden der
Universität, die durch ihr um-
Das aktuelle Interview
Die FAU plant, ein Umweltmanagementsystem einzuführen. UniKurier aktuell
sprach mit Christoph Buyken , Leiter des Referates für
Umwelttechnik.
UniKurier aktuell: Was versteht man unter Umweltmanagement?
Christoph Buyken: Darunter
versteht man die Festlegung
von Zielen und Maßnahmen im
Bereich des Umweltschutzes
sowie Einsatz von qualifiziertem Personal, das alle umweltrelevanten Daten eines Betriebs
erhebt, bewertet und die Einhaltung der Umweltschutzmaßnahmen kontrolliert.
Nach welchen Kriterien wird
die FAU ihr Umweltmanagementsystem durchführen?
Hier gibt es noch keine Entscheidung. Aber die FAU wird
die Ergebnisse einer Forschungsarbeit prüfen, die derzeit
am Institut für Geographie in Zusammenarbeit mit dem Amt für
Umweltschutz der Stadt Erlangen läuft und in ein Modellprojekt münden soll. Dieses Projekt
orientiert sich an der europäischen Öko-Audit-Verordnung
und könnte auf die Universität
übertragen werden.
Im Gespräch: Christoph Buyken,
Leiter des Referates für Umwelttechnik
Foto: Sippel
Die FAU wird also keinen externen Gutachter bestellen?
Zunächst werden bei der Universität die Bestrebungen dahin
gehen, die geplanten Maßnahmen etwa zur Energieeinsparung oder zur Abfallreduzierung mit Hochdruck voranzutreiben. Die Frage, ob die Universität einen Gutachter von
außen bestellt, wird davon abhängig sein, ob Öko-Audit-Verordnungen künftig für Universitäten Gültigkeit haben.
FAU UNIKURIER AKTUELL
Umweltmanagement kostet
Geld und erhöhten Personaleinsatzt. Lohnt sich das für die
Hochschule?
Die FAU betreibt seit Jahren in
Teilprojekten Umweltmanagement, auch wenn es nicht so tituliert wurde. Energieeinsparung bzw. die Reduzierung
des CO2-Ausstoßes sind bereits
schon jetzt meßbar.
2
Nr. 15/ Februar 1997
weltbewußtes Verhalten den
mitbeinflussen
CO2-Ausstoß
können. Denn die FAU erzeugt
nur einen geringen Teil ihres Energiebedarfs selbst; der überwiegende Teil wird duch Fremdbezug abgedeckt. Energieeinsparungen durch die Verbraucherseite sind also ein nicht zu
unterschätzender Faktor. Angesichts des weiteren Ausbaus der
FAU auf dem Nordgelände und
dem ehemaligen US-Terrain
wird der Verbrauch sogar absolut weiter steigen. Sanierungsmaßnahmen im alten Gebäudebestand wegen neuer Nutzungsanforderungen, z.B. PCArbeitsplätze, Wasseraufbereitungen,
Klima-/Lüftungsanlagen, Medizintechnik, Reinraumtechnik, ziehen einen hohen technischen Installationsgrad nach sich und treiben den
Energiebedarf in die Höhe.
Exemplarisch
für
technisch/bauliche Maßnahmen ist
das bis 1990 schwerölbefeuerte
Heizwerk im Südgelände. Die
Umstellung auf Gasbetrieb reduzierte die CO2-Emmission je erzeugter KWh Wärme um 13 Prozent. Jedoch ist langfristig geplant, das Südgelände ans Fernwärmenetz der Stadt Erlangen
anzuschließen. Dann wird die erforderliche
Heizungsenergie
über Kraft-Wärme-Kopplung
mit erheblich geringeren Energieverbrauch erzeugt.
Rektor informiert die Versammlung über Hochschulstrukturreform
Zur Liste der bisher durchgeführten
Energieeinsparungsmaßnahmen gehören - je nach
örtlicher/technischer Gegebenheit - auch: der Umbau von
Dampfheizungen in geregelte
Warmwasserheizungen,
das
Verbot, Elektroheizkörper und
Heizlüfter einzusetzen, die sogenannte Nachtabsenkung von
Heizungen mittels Gebäudeleittechnik, der Einsatz von Energiesparlampen und der Einbau
von Thermostatventilen sowie
die Reduzierung von Beleuchtungsanlagen, soweit es den Sicherheitsvorschriften nicht widerspricht.
Die Versammlung der FAU,
die als oberstes Organ der Universität für die Verabschiedung und Änderung der
Grundordnung sowie die
Wahl des Rektors und der Prorektoren zuständig ist und den
jährlichen Bericht des Rektors
entgegennimmt und der neben
72 Vertretern der Professoren
je 24 Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter und
der Studierenden sowie 12 der
sonstigen Mitarbeiter angehören, hat auf ihrer Sitzung
am 5. Februar 1997 mit großer
Mehrheit die Neuregelung der
Grundordnung verabschiedet.
Damit sind die Fachschaftsvertretungen der Studierenden ab sofort verpflichtet, einen Verwendungsplan vorzulegen, um Finanzmittel für
ihre Arbeit zu erhalten.
Den Energieverbrauch senken
und damit den CO2-Ausstoß reduzieren wird auch die geplante
Umstellung von Dampf auf
Heißwasser im Fernwärmenetz
der Hochschule, das derzeit saniert wird. Hierbei soll, wie im
Heizwerk auf dem Südgelände,
das Heißwasser mittels KraftWärme-Kopplung erzeugt werden.
Neue Wege:
Photovoltaik
Neue Wege zur Reduzierung des
CO2-Ausstosses geht die Universität bei der geplanten solarthermischen
Anlage
im
Sportzentrum, dem zukünftigen
Betrieb einer Photovoltaikanlage im Molekularbiologischen
Forschungszentrum in der
Glückstraße (siehe UniKurier
aktuell 14) und dem Bau eines
Blockheizkraftwerkes mit Kraftwärme/-kälte-Kopplung
im
Zuge des 1. Bauabschnitts der
Klinikneubauten auf dem Nordgelände.
Entscheidend für umweltbewußtes Verhalten der Mitarbeiter der
Universität wird auch sein, ob
die eingesparten Mittel an die
Betriebseinheiten oder Institute
zurückfließen, was derzeit noch
nicht der Fall ist und wenig zu
umweltbewußten Verhalten anregt.
Grundordnung mit großer Mehrheit verabschiedet
als einem Jahr
schwelender
Konflikt zwischen Studentenvertretung
und Hochschulleitung. Ende
1996 sah sich
die Hochschulleitung gezwungen, die Haushaltsmittel für
die Fachschaftsvertretungen zu
sperren, da sich Studentenprotest 1997: Eine Infoveranstaltung im Senatsdie Fachschafts- saal nutzte die Studierendenvertretung um ihre Position im
vertretungen
Streit um den Verwendungsnachweis der Finanzmittel zu
strickt gewei- erläutern.
Foto: Sippel
gert hatten, einen
Verwendungsplan für die Haushaltsmit- Versammlung wurde darüber
tel für das Jahr 1997 aufzustel- hinaus der Text der Regierungserklärung, die Staatsminister Zelen.
hetmair am 29.1.1997 abgegeIm Rahmen der Versammlung ben hatte, ausgehändigt. Der Segab Rektor Prof. Dr. Jasper nat der Hochschule wird sich auf
außerdem seinen Jahresbericht seiner nächsten Sitzung Ende Fefür das Jahr 1996 ab, wobei er bruar mit den Reformvorschläsich bewußt kurz faßte, um die gen des Kultusministers beVersammlung besonders inten- schäftigen. Der Gesetzentwurf
siv über die von der bayerischen der Ministeriums wird noch vor
Staatsregierung geplante Hoch- der Sommerpause erwartet und
schulstrukturreform zu infor- dann den Universitäten zur Stelmieren. Allen Mitgliedern der lungnahme zugeleitet.
Dem Wunsch der Studierenden,
einen entsprechenden Absatz in
der Grundordnung zu streichen,
erteilte die Versammlung nach
ausführlicher, lebhaft geführter
Diskussion eine klare Absage
und schloß sich damit einer
Empfehlung des Senats an. Vorausgegangen war ein seit mehr
■ Fortsetzung von Seite 1: Fragen an Rektor Jasper zur geplanten Hochschulstrukturreform
Was bringt das neue Gesetz für Studium und Lehre?
Was bringt das neue Hochschulgesetz für Studium und Lehre?
Rektor: Das Gesetz wird zwingend vorschreiben, daß in allen
Fakultäten Studiendekane eingeführt werden - ein Amt, das wir
in der Medizinischen und in der
Technischen Fakultät schon haben. Der Studiendekan ist zuständig für die Koordination der
Lehre, ist erster Ansprechpartner
für die Studierenden und wird
wohl die Hauptverantwortung
für die zukünftig verpflichtend
vorgeschriebenen Lehrberichte
zu tragen haben, in die auch die
Beurteilungen der Professoren
durch die Studierenden eingehen
sollen.
Bedeutung für den Alltag des
Lehrbetriebes?
Rektor: Ich gehe davon aus, daß
die Detailgestaltung der Lehrberichte in die Verantwortung der
Universität gelegt wird, daß im
Lehrbericht zwar gewisse quantitative Daten: zum Studienverlauf, zum Studiengangswechsel,
zur differenzierten Prüfungsstatistik - über die wir bis heute leider immer noch nicht verfügen erhoben werden, aber daß die
Schwerpunkte der Lehrberichte
eher qualitativ angelegt werden,
regelmäßige Studierendenbefragungen einbeziehen und so zu einem Instrument der selbstverantworteten Evaluation der Fächer
werden und damit dem Ziel der
Verbesserung des Lehrbetriebes
dienen.
Besteht bei diesen Lehrberichten nicht die Gefahr, daß nur ein
großer Haufen ungelesener Papierstöße produziert wird, bürokratisch abgearbeitet, aber ohne
FAU UNIKURIER AKTUELL
Der Minister fordert in seiner Regierungserklärung von den
3
Nr. 15/ Februar 1997
Hochschulen Schwerpunkt- und
Profilbildung: Heißt das für die
FAU Abschiednehmen von
ihrem breiten Fächerspektrum?
Rektor: Keineswegs, aber unser
Profil kann nicht in der Breite
des Fächerspektrums an sich liegen, sondern darin, wie wir diese Breite durch fächer- und fakultätsübergreifende Aktivitäten in Forschung und Lehre produktiv werden lassen oder innerhalb der Fakultäten und
Fächer ein Profil entwickeln, das
sich sinnvoll einfügt in die Angebotsstruktur des Faches an anderen bayerischen Universitäten
insbesondere in unserer Nachbarschaft; hier sollten wir sehr
viel intensiver die Chancen von
Absprachen und Kooperationen
nutzen. Mit den Kollegen in
Bamberg, Bayreuth und Würzburg habe ich da schon vorbereitende Gespräche geführt.
■ Wechsel in der Erfinderbetreuungsstelle
■ Ehrendoktor der Phil. Fak. I und II für polnischen Sprachforscher
Erfolgreiche Arbeit
Dr. h.c. Stanislaw Urbanczyk
Wechsel in der
Erfinderbetreuungsstelle
der FAU: Dr.
Gudrun Rumpf,
die im Februar
1995 ihre Arbeit an der FAU
aufnahm, verläßt die Hochschule, um eine
Aufgabe in der
internationalen Anstoß auf den Wechsel in der Patentstelle: Kanzler Schöck
Beratung
zu mit Susanne Schäck und Dr. Gudrun Rumpf (v.l.) F.: Sippel
übernehmen.
Nachfolgerin ist
Susanne gen angemeldet (1995: 3, 1996:
Schäck, diplomierte Verfah- 13). Davon wurden wiederum
renstechnikerin der FAU, die acht Diensterfindungen zum Paüber mehrjährige Erfahrung tentverfahren angenommen und
im Marketing technischer sechs freigegeben, zwei weitere
Dienstleistungen für die Auto- durchlaufen noch das Verfahren
der Beurteilung. Von den acht
mobilindustrie verfügt.
Diensterfindungen sind inzwiIm Rahmen des Projektes „Stei- schen fünf zum Patent angemelgerung des Patentwissens und det worden, zwei weitere wer-bewußtseins sowie der Schutz- den z. Z. zum Patent angemelrechtsanmeldungen im Hoch- det. Erstmalig wurden damit
schulbereich“ hat Dr. Rumpf die hochschuleigene Patente von
Erfinderbetreuungsstelle an der der FAU angemeldet. Neben
FAU aufgebaut und die Fach- diesen hochschuleigenen Patenhochschule Nürnberg kontinu- ten wurden nach wie vor mehreierlich mit betreut. Trägerin des re Erfindungen von freien ErfinProjektes ist die Fraunhofer Pa- dern der FAU zum Patent angetentstelle für die Deutsche For- meldet.
schung. Die Finanzierung hat
das Bayerische Wirtschaftsmi- Daß die Wissenschaftler der
FAU nicht erst seit Einrichtung
nisterium übernommen.
der
Erfinderbetreuungsstelle
Die Arbeit der Erfinderbetreu- Leistungen zum Patent anmelungsstelle weist inzwischen eine den, belegt die erste umfassende
stattliche Bilanz auf. Wurden im Studie zum „Patentwesen an
ersten Jahr „nur“ 60 Beratungs- Hochschulen“, die das Technogespräche mit freien Erfindern logie-Lizenz-Büro und die
und sogenannten „Diensterfin- Fraunhofer Gesellschaft im Aufdern“ geführt, waren es 1996 trag des Bundesforschungsminidoppelt so viele. Bei etwa der steriums erstellt haben und die
Hälfte dieser Gespräche wurde im Januar in der Zeitschrift „Foeine konkrete Schutzrechtsan- cus“ veröffentlicht wurde: Dameldung oder eine Erfindungs- nach nimmt die FAU als erste
verwertung geplant und teilweise nicht rein technische Hochschuin die Wege geleitet. Die Wis- le im Jahr 1993 mit 36 Patentansenschaftler kamen aus allen meldungen einen fünften Platz
technischen Forschungsgebieten, hinter der RWTH Aachen (61
Schwerpunkt bildeten die Ingeni- Patentanmeldungen), der TU
eurwissenschaften, (Zahn-) Me- München (48), der Universität
dizin und Chemie. Ein eigens ent- Karlsruhe (42) und der TH Dreswickeltes Erfindungsmeldefor- den (38) ein. In der Untersumular erleichtert den Verfahrens- chung wird allerdings darauf
weg und hat sich bestens bewährt. hingewiesen, daß AnmeldungsDoch ist das Verfahren bis zur zahlen nur eine begrenzte AusVergabe eines Patentes nach wie sagekraft haben.
vor zeitraubend und aufwendig.
Die Erfinderbetreuungstelle der
Insgesamt wurden in den letzten FAU ist unter der Rufnummer
zwei Jahren 16 Diensterfindun- 09131/85 -9569 erreichbar.
Anläßlich des 10jährigen Bestehens der Zusammenarbeitder FAU mit der Universität
Krakau hatten die Philosophische Fakultäten beschlossen,
einen verdienten, international hoch geschätzen Wissenschaftler mit der Verleihung
der Ehrendoktorwürde auszuzeichnen. Im Dezember 1996
wurde die hohe Auszeichnung
in Krakau an den polnischen
Sprachforscher Prof. Dr. Stanislaw Urbanczyk verliehen.
FAU UNIKURIER AKTUELL
1909 in Südostpolen geboren,
war Stanislaw Urbanczyk nach
seinem Studium in Krakau dort
bis zu seiner Promotion 1939 als
Assistent tätig. Am 6. November
1939 wurde er mit dem übrigen
Lehrpersonal im Rahmen der
„Sonderaktion Krakau“ von den
Nazis verhaftet und ins KZ Sachsenhausen abtransportiert. Da er
zur jüngeren Generation gehörte, kam er nicht nach dem internationalen Protest frei, sondern
wurde im März 1940 nach Dachau überführt. Aufgrund zahlreicher Interventionen wurde er
schließlich im Dezember 1940
entlassen. Er wurde als Bibliothekar an der unter deutscher
Verwaltung stehenden Jagiellonen-Bibliothek in Krakau dienstverpflichtet. 1945 folgte seine
Habilitation mit einer Arbeit
über die Sophien-Bibel. Anschließend vertrat er eine Professur für Polonistik an der Universität Thorn, von 1948 bis
1956 lehrte er an der Univesität
in Posen.
1956 kehrte Stanislaw Urbanczyk an die Universität Krakau
zurück und übernahm den Lehrstuhl für Slavistische Philologie,
den er bis zu seiner Emeritierung
1979 innehatte. Zu seinen
Schülern gehören Karol Wojtyla, der heutige Papst Johannes
Paul II., sowie die Nobelpreisträgerin für Literatur, Wislawa Szymborska.
Die Verleihung der Ehrenpromotion fand im Collegium maius der Universität Krakau statt.
In seiner Laudatio dankte Prof.
Dr. Klaus Steinke von Institut für
Slavistik, daß sich Prof. Dr. Urbanczyk trotz seiner schlimmen
Erfahrungen während des Drit-
4
Nr. 15/ Februar 1997
Prof. Dr. Stanislaw Urbanczyk, Ehrendoktor der Philosophischen Fakultäten I und II.
Foto: privat
ten Reiches nicht von den deutschen Wissenschaftlern abwandte, sondern dazu beitrug,
daß die Kontakte trotz vieler
Schwierigkeiten wieder hergestellt wurden. Prof. Urbanczyk
habe sich als hervorragender, international anerkannter Wissenschaftler an verschiedenen Forschungsinstituten der Polnischen Akademie der Wissenschaften profiliert. Zentrale Stellung in seinem Lebenswerk
nimmt das elf Quartbände umfassende Altpolnische Wörterbuch ein, ein Jahrhundertwerk
der polnischen Lexikographie.
Enge Kontakte zur deutschen
Wissenschaft reichen bis in die
Vorkriegszeit zurück. Nach dem
Krieg nahm er diese Kontakte zu
deutschen Slavisten wieder auf
und sparte dabei, entgegen dem
Trend der offiziellen Politik im
kommunistischen Nachkriegspolen, die bundesdeutschen Kollegen nicht aus. Gemeinsam
wurden
Forschungsprojekte
durchgeführt, wiederholt hielt
sich Prof. Dr. Urbanczyk in der
Bundesrepublik zu Gastvorträgen auf, so auch 1979 in Erlangen.
Eine Ausstellung, die bis Ende
April im Schloß gezeigt wird,
würdigt Leben und Werk des
neuen Ehrendoktors Prof. Dr.
Urbanczyk. Die Ausstellung
wurde vom Institut für Slavistik
erarbeitet.
■ Ehrenpromotion der Phil. Fak. I und II für Hermann Süß
■ Besuch einer Delegation der Shandong-Universität
Spezialist für hebräische Literatur
Rahmenabkommen vereinbart
Spezialist ohne akademische Laufbahn: Hermann Süß (Mitte), Entdecker der
lange verschollenen Wagenseil-Sammlung, erhielt die Ehrendoktorwürde der
Philosophischen Fakultäten. Die Auszeichnung übereichte Dekan Prof. Dr.
Haussmann (r.), Prof. Dr. Hartmut Bobzin (l.) hielt die Laudatio.
Foto: Fuchs
Bei einem Gespräch mit den beiden Prorektoren Prof. Dr. Günther Kuhn (5.v.r.)
und Prof. Dr. Bernd Naumann (5.v.l.) informierten sich Vizepräsident Prof. Lu
Yu-Li (6.v.l) und seine Delegation über die FAU und stellten ihreHochschule vor.
An den Gesprächen nahmen von der FAU Prof. Dr. Herbert Stoyan (6.v.r.), Dekan der Technischen Fakultät, und Gerhard Mischel (3.v.l.), Leiter des Akademischen Auslandsamtes, sowie als Vertreter der Siemens AG, Dr. Manfred Gross
(4.v.r.) und Wolf-Erich Menzel (1.v.l.), Ehrenbürger der Stadt Jinan, teil.
Foto: Sippel
Hermann Süß, bis zu seinem
Ruhestand 1996 als Zugbegleiter bei der Deutschen Bundesbahn tätig, erhielt im Januar
die Ehrendoktorwürde der
Philosophischen Fakultäten I
und II. Hermann Süß hat sich
durch seine Entdeckung der
lange verschollen geglaubten
Bibliothek Wagenseil sowie
durch die Erschließung und
Katalogisierung hebräischer
und jiddischer Literatur in
deutschen Bibliotheken, darunter auch die Bestände der
Erlanger Universitätsbibliothek, große Verdienste erworben. Die hohe Auszeichnung
wurde im Rahmen einer Festveranstaltung in der Aula des
Schlosses überreicht. Die Laudatio hielt Dr. Hartmut Bobzin, Professor für semitische
Philologie und Islamwissenschaft am Institut für Außereuropäische Sprachen und
Kulturen.
Hermann Süß wurde 1932 in
Nürnberg geboren. Sein Abitur
legte er am Realgymnasium in
Nürnberg ab. Anschließend studierte er an der Pädagogischen
Hochschule in Nürnberg. Nach
der ersten Prüfung für das Lehramt an Volksschulen und einer
kurzen Zeit im Vorbereitungsdienst wechselte er 1961 an die
Verwaltung des European
Exchange System der amerikanischen Streitkräfte in Nürnberg,
wo er mit Unterbrechung bis
1978 tätig war. Von 1978 bis zu
seiner Versetzung in den Ruhe-
stand war er als Zugbegleiter bei
der Deutschen Bundesbahn in
München tätig.
Seit mehr als 20 Jahren hat Hermann Süß in seiner Freizeit Forschungen zur bibliographischen
Erfassung älterer hebräischer
und jiddischer Drucke betrieben.
Er hat dabei unter anderem die
Bestände mehrerer Bibliotheken, z.B. in Ansbach, Lindau, Erlangen und derzeit Rostock bearbeitet, das heißt katalogisiert
und beschrieben, und zum Teil
überhaupt erst erschlossen. Das
gilt vor allem für die lange Zeit
als verschollen betrachtete
Sammlung des früheren Altdorfer Gelehrten Wagenseil (gestorben 1705), die Hermann Süß in
der Erlanger Universitätsbibliothek wiederentdeckt und vollständig erschlossen hat.
Prof. Lu Yu-Li, Vizepräsident
der chinesischen ShandongUniversität in Jinan, und Prorektor Prof. Dr. Günther
Kuhn paraphierten Mitte Januar eine Vereinbarung über
die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden
Universitäten. Die Vereinbarung, die noch in diesem Jahr
vom Rektor der FAU sowie
vom Präsidenten der Shandong-Universität in Jinan unterzeichnet werden soll, sieht
eine verstärkte Zusammenarbeit in Forschung und Lehre,
den Austausch von Studierenden, Doktoranden, Habilitanden, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Dozenten und Professoren sowie gegenseitige Informationen über die Ergebnisse
in Forschung und Lehre vor.
Darüber hinaus hat er in den vergangenen Jahren an der Sicherung und Beschreibung schriftlicher Zeugnisse aus fränkischen
Landsynagogen mitgewirkt und
sein Wissen für die Gestaltung
mehrerer Ausstellungen zu diesem Thema uneigennützig zur
Verfügung gestellt.
Im Rahmen ihres zweiwöchigen
Informationsbesuches in Bayern
hatte eine Delegation der Shandong-Universität der Technischen und der WiSo-Fakultät der
FAU einen Besuch abgestattet,
um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sondieren. Zur Delegation gehörten außer Vizepräsident Prof. Lu Yu-Li die Professoren Lu Zong-Gong, Qu
Ming-Hai, Hu Zhen-Ming und
Tong Guang-Wu.
Hermann Süß ist auf seinem Gebiet inzwischen ein international
anerkannter Experte, obwohl er
all seine Fähigkeiten autodidaktisch erlernt hat. Er war zu Kongressen unter anderem in Oxford
und Jerusalem eingeladen und
hat in den USA auf Einladung eines Kollegen gelehrt.
FAU UNIKURIER AKTUELL
Seit April 1996 besteht zwischen
dem Freistaat Bayern und der
5
Nr. 15/ Februar 1997
bayerischen Industrie auf der einen Seite und der Provinz Shandong und der Shandong-Universität der Volksrepublik China auf
der anderen Seite eine Rahmenvereinbarung über die verstärkte
Zusammenarbeit in Wirtschaft,
Wissenschaft und Technik. Dadurch wurde festgelegt, mit der
Shandong-Universität im Bereich der angewandten Forschung der Natur- und Ingenieurwissenschaften zu kooperieren, Schulungen für chinesische
Führungskräfte für Joint-Ventures bayerischer Unternehmen in
China durchzuführen sowie ein
Informations- und Austauschprogramm für Professoren der
Natur-, Ingenieur- und Managementwissenschaft zu starten.
Die Shandong-Universität wurde 1901 gegründet und ist damit
eine der ältesten Universitäten
des Landes. In den 13 Fakultäten
mit insgesamt 45 Instituten sind
10.000 Studierende immatrikuliert. Jinan, die Hauptstadt der
Provinz Shandong, liegt 250 Kilometer südlich von Peking. Erste Kontakte zur Shandong-Universität bestehen auf Studentenebene seit Mai 1996: Damals besuchte die Elektrotechnische
Gruppe „Kurzschluß“ bei ihrer
Exkursion zu Siemens China
auch die Shandong-Universität.
Jetzt feierte man Wiedersehen
mit den damaligen Gastgebern.
■ Neuer Diplomstudiengang
■ FAU-Studierende der Fächer Pharmazie- und Lebensmittelchemie
Dipl. pol.
Schnell und erfolgreich zum Studienziel
Mit dem Sommersemesters
gibt es an der FAU die Möglichkeit, den Diplomstudiengang Politikwissenschaft aufzunehmen. Das Studium gliedert sich in ein Grund- und ein
Hauptstudium. Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich
der Zeit für die Abschlußprüfung und die Anfertigung der
Diplomarbeit neun Semester.
Kurze Studienzeiten und überdurchschnittlich gute Prüfungsergebnisse: Darauf können Studierende in den Pharmazeutisch-Chemischen Disziplinen an der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg besonders
stolz sein. Im Vergleich mit den
übrigen 23 bundesdeutschen
Universitäten, an denen ebenfalls Pharmazie gelehrt wird,
nimmt die FAU mit ihren kurzen Studienzeiten und Prüfungsergebnissen, die über dem
Durchschnitt liegen, eine Spitzenposition ein. Die Studienanfänger honorieren das. Bei der
ZVS wurden 3,5 Bewerber für
einen entsprechenden Studienplatz an der FAU registriert. Im
Vergleich dazu: Bundesweit
sind es nur 2,7 Kandidaten.
Die an verschiedenen deutschen
Universitäten angebotenen Diplomstudiengänge im Fach Politikwissenschaft unterscheiden
sich durch unterschiedliche Akzentsetzungen. Der Erlanger
Studiengang hebt sich durch seine Beschäftigung mit deutscher
Politik und der Betonung des
vergleichenden Aspekts der Politikwissenschaft, einschließlich
des Politikfeldvergleichs, sowie
der institutionellen und historisch-kulturellen Dimensionen
des Politischen besonders hervor.
Statt eines Wahlpflichtfaches
(z.B. Soziologie, Neuere und
Neueste Geschichte, Wirtschaftliche Staatswissenschaft, Kulturgeographie oder Philosophie)
kann ein sogenannter area-bezogener Studienschwerpunkt gewählt werden. Zur Wahl stehen
„Moderner Vorderer Orient“
und „Nordamerika“. Ebenfalls
eine Erlanger Besonderheit ist,
daß in das Grundstudium der Erwerb
eines
„Allgemeinen
Fremdsprachenzertifikats Englisch“ am Sprachenzentrum der
FAU integriert ist. Hiermit soll
nicht nur die wissenschaftliche
Arbeits- und Kommunikationsfähigkeit gesteigert werden. Die
Studierenden erwerben auch
eine zusätzliche Qualifikation,
die ihre Konkurrenzfähigkeit auf
dem Arbeitsmarkt verbessert.
Diplompolitologen können im
außerschulischen Bildungsbereich, im Presse- und Verbandswesen, in Firmen mit Auslandsabteilungen u.ä. arbeiten.
Aktuelle Informationen gibt´s
im Internet über UnivIS und auf
der Homepage des Instituts für
Politische
Wissenschaft
(http://www.phil.uni-erlangen
.de/~p1pol/home.html).
5,1 (Frühjahr) bzw. 4,7 (Herbst)
Semester. In Erlangen lag der
Vergleichswert dagegen jeweils
bei 4,4. Auch bei den Prüfungsleistungen liegen die Erlanger
Studierenden über dem bundesweiten Durchschnitt. In den Prüfungsfächern Allgemeine, Anorganische und Organische Chemie
erreichten die Erlanger Studierenden im Herbst 1994 sowie im
Frühjahr und Herbst 1995 bundesweit den ersten Platz. Im Fach
Pharmazeutische Analytik belegten sie im gleichen Zeitraum jeweils einen der ersten drei Plätze.
Ähnliches gibt es auch für die Erlanger Lebensmittelchemie zu
berichten. Nach einer Statistik der
Gesellschaft Deutscher Chemiker von 1995 ist die mittlere Studiendauer im Fach Lebensmittelchemie in Erlangen bundesweit
am niedrigsten. Prof. Dr. Peter
Gmeiner, Inhaber des Lehrstuhls
für Pharmazeutische Chemie
führt diese Ergebnisse auf mehrere Faktoren zurück: „Hier sind
sicherlich die hohe Motivation
der Studierenden sowie Engagement und wissenschaftliche
Laut einer bundesweiten Statistik
des Instituts für Medizinische und
Pharmazeutische Prüfungsfragen
in Mainz für das Jahr 1995
benötigten Studierende der Pharmazeutisch-Chemischen Studiengänge bis zum ersten Prüfungsabschnitt durchschnittlich
Kompetenz der Assistenten und
Dozenten zu nennen, aber auch
die soliden Rahmenbedingungen,
die durch wohlwollende Unterstützung der Universität und des
Staatsministeriums gewährleistet
wurden.“ Um die Lehre auf dem
bisher hohen Niveau zu halten
und mit höchster Effektivität
durchzuführen, bedarf es weiterhin der tatkräftigen Mithilfe aller
Beteiligten, betont Professor
Gmeiner. Die nahtlose Fortführung der Lehre sei nur dann sicherzustellen, wenn Assistenten,
die nach ihrer Promotion lukrative Angebote aus der Industrie angeboten bekommen, ihre Verträge kurzfristig kündigen und
schnell durch neue qualifizierte
Doktoranden ersetzt werden können. In diesem Jahr werden vermutlich 4 1/2 wissenschaftliche
Assistentenstellen neu besetzt.
Der Professor bedauert in diesem
Zusammenhang auch, daß Ende
1996 eine Assistentenstelle der
Pharmazie dem Stelleneinzug
nach Art. 6.a Haushaltsgesetz
zum Opfer fiel. Damit entsteht
eine bedauerliche Lücke bei der
Betreuung von Großpraktika.
■ Univerwaltung setzt neue EDV-Lösungen ein
FAU als Pilothochschule für Software
Die Studentenverwaltung der
FAU wurde Ende Januar auf
ein neues dezentrales EDV-System umgestellt. Die neue
Hard- und Software löst den
mittlerweile technisch und in
den Anwendungsmöglichkeiten veralteten Zentralrechner
der Univerwaltung ab.
nien und Vorgaben, wie sie aus
dem bisherigen Verfahren DIASTUD, das ebenfalls in Kooperation mit der HIS (an der FAU) entstanden war und hier seit 14 Jahren auf einem zentralen Verwaltungsrechner eingesetzt wurde.
Die FAU ist als Pilothochschule
in Bayern an der Entwicklung einer Client-Server-Lösung für die
Prüfungsverwaltung HISPOSGX - das Prüfungs-OperationsSystem mit graphischen Oberflächen und Unix-Server - beteiligt. Dieses System ist noch in
Entwicklung, wird aber bereits an
der WiSo-Fakultät im Studiengang BWL für das Grundstudium
eingesetzt, der Einsatz für das
Fach Informatik wird derzeit vorbereitet. Das System soll bis zum
Jahresende die Eigenentwicklung DIAPRUEF ablösen.
Gleichzeitig sollen die "klassischen" DV-Anwendungen mit
Standardbürofunktionen
wie
Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafik, elektronischer
Post u. a. integriert werden. Die
Kosten für die neue Hard- und
Software in Höhe von rund
526.000 Mark werden im Rahmen eines HBFG-Antrags zur
Ablösung des Verwaltungsrechners vom Land (mit einem Eigenanteil der Universität) und vom
Bund zu gleichen Teilen getragen.
Bei den neuen Softwarepaketen
handelt es sich um bayernweit abgestimmte Systeme. Die Vorteile
liegen in der zentralen Verwal-
Grundlage für dieses DV-Verfahren sind Entwicklungsrichtli-
FAU UNIKURIER AKTUELL
6
Nr. 15/ Februar 1997
tung und Speicherung der Daten
für die Studenten- und die Prüfungsverwaltung bei gleichzeitiger dezentralen Pflege des Datenmaterials durch Prüfungsamt
und Studentenkanzlei. Dazu werden die Standorte Nürnberg und
Erlangen vernetzt, so daß erstmals eine zentrale Datenhaltung
und dezentrale Bearbeitung möglich wird. Updates und Neueintragungen werden in Zukunft also
nur einmal vorgenommen.
Ein Beispiel: Im Studentensekretariat erfolgt die Einschreibung
bzw. Rückmeldung eines Studierenden. Das Prüfungsamt hat sofort die neuen Daten vorliegen
und kann sie ergänzen. Eine weitere Neuerung: Die Immatrikulationbescheinigungen
werden
künftig während der Rückmeldung gedruckt. Dadurch sind aktuelle Daten auf den Bescheinigungen ausgewiesen, außerdem
ist das wesentlich kostengünstiger
als das bisherige Verfahren.
■ Neuer Forschungsverbund
■ DFG fördert Studie der Abteilung für Medizinische Psychologie
FORSOFT
Familiäre Pflegekräfte brauchen dringend Entlastung
Unter dem Namen FORSOFT
hat die Bayer. Forschungsstiftung einen Forschungsverbund für Software-Engineering zunächst für drei Jahre
genehmigt und hierfür sieben
Millionen Mark zur Verfügung gestellt. In ihm arbeiten
Hochschulen und Industrie zusammen, um Verfahren zum
verstärkten Einsatz standardisierter Softwarebausteine zu
entwickeln. Von der FAU ist
der Lehrstuhl für Programmiersprachen von Prof. Dr.
Hans J. Schneider beteiligt.
57 Prozent aller Bundesbürger, die zu Hause einen Angehörigen regelmäßig pflegen,
haben einen dringenden Bedarf an Entlastung. Das ergab
eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
unterstützte Studie, die unter
Leitung von Dr. med. Elmar
Gräßel in der Abteilung für
Medizinische Psychologie und
Psychopathometrie im Laufe
der letzten drei Jahre erarbeitet wurde.
Auf dem Gebiet der SoftwareEntwicklung, das heute bei vielen Produkten bereits die beherrschende Kostenkomponente ist,
haben sich zwei recht unterschiedliche Kulturen entwickelt:
In der Anwendung gibt es viele
pragmatische Resultate, die zu
punktuellen Verbesserungen der
Vorgehensweisen geführt haben, während die Fortschritte im
wissenschaftlichen
Bereich
mehr in der mathematischen
Fundierung der Software-Entwicklung liegen.
Ziel des Forschungsverbundes
ist es, diese Kulturen zusammenzuführen. Das bedeutet einerseits, daß theoretische Vorgehensweisen in nutzer- und
anwendungsorientierter Weise
aufbereitet werden müssen, andererseits aber auch, daß praxiserprobte Vorgehensweisen im
Hinblick auf eine mögliche wissenschaftliche Fundierung und
Vereinheitlichung untersucht
werden. Aus diesem Grund ist
der Forschungsverbund, dessen
Sprecher Prof. Dr. Manfred Broy
(TU München) ist, interdisziplinär angelegt.
In ihm arbeiten Lehrstühle aus
Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Betriebswirtschaft mit einer Reihe bayerischer Industrieunternehmen zusammmen. In fünf Projektbereichen sollen Grundlagen, Methodik der Softwareentwicklung,
Management der Softwareentwicklung sowie Anwendungen
für Realzeit- und Kommunikationssysteme und Anwendungen
im Bereich der Produktionstechnik gesucht werden.
Damit eine mögliche Entlastung
auch wirklich als solche empfunden wird, müssen die individuellen Wünsche der Pflegeperson unbedingt berücksichtigt
werden. Die Hilfe sollte sich dabei nicht auf Pflegeschulung und
finanzielle Unterstützung beschränken. Anerkennung, Hilfe
bzw. mehr Hilfe durch Familienmitglieder und insbesondere
auch Rat und Information durch
den Arzt sind genauso wichtig,
so das Ergebnis der Studie mit
dem Titel „Belastung und gesundheitliche Situation der Pflegenden.
Querschnittuntersuchung zur häuslichen Pflege bei
chronischem Hilfs- oder Pflegebedarf im Alter.“
Wer regelmäßig Angehörige zu Hause pflegt, hat oft einen dringendes Bedürfnis
nach Entlastung. Pflegepersonen wünschen sich Schulungen und finanzielle Hilfe, aber auch Anerkennung, Unterstützung durch Familienangehörige und Informationen durch den Arzt.
Foto: Sippel
Derzeit gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 1,2 Millionen Menschen mit regelmäßigem Pflegebedarf, die zu Hause
versorgt werden. Dem steht eine
Aufnahmekapazität von rund
350.000 Plätzen zur Langzeitbetreuung Pflegebedürftiger gegenüber. Hilfe und Pflege für ältere Menschen wird also größtenteils von nichtprofessionellen, familiären Pflegepersonen
■ Medizinische Klinik IV und Frauenklinik
Bluthochdruck bei Schwangeren
Das Phänomen ist Frauenärzten und werdenden Müttern
bestens bekannt: Nach dem
die Schwangerschaft sechs
Monate lang völlig problemlos
verlief, steigt im 7. Monat der
Blutdruck plötzlich an, im
Urin der Schwangeren wird
Eiweiß festgestellt. Das Risiko
einer Frühgeburt ist dadurch
erhöht, in schweren Fällen
kann die Mutter sogar lebensbedrohlich erkranken. Wissenschaftler der FAU haben
jetzt eine erhöhte Aktivität des
Nervensystems als Ursachen
für Präeklampsie oder Gestose, so der Fachausdruck, herausgefunden.
Unifrauenklinik
(Vorstand:
Prof. Dr. Norbert Lang) Untersuchungen durchgeführt, um den
Einfluß der Aktivität des Nervensystems auf den Bluthochdruck dieser Patientinnen zu bestimmen. Es stellte sich heraus,
daß bei präeklamptischen Patientinnen die Nervenentladungsrate in Ruhe dreimal so hoch ist
wie bei den drei Vergleichsgruppen, die sich selbst nur wenig voneinander unterschieden.
Nach der Entbindung hatten sich
Blutdruck und Nervenentladungsrate der Patientinnen wieder normalisiert.
Zur Therapie empfehlen sich
blutdrucksenkende Substanzen,
vor allem Betablocker, die speziell die Nervenaktivität dämpfen und für Mutter und Kind gefahrlos eingesetzt werden können.
PD Dr. Hans Schobel von der
Medizinischen Klinik IV (Vorstand: Prof. Dr. Ralf Bernd Sterzel) hat in Zusammenarbeit mit
Dr. Thorsten Fischer von der
FAU UNIKURIER AKTUELL
7
Nr. 15/ Februar 1997
geleistet. Die Situation der häuslichen Pflege wird sich in Zukunft zuspitzen, da die Anzahl
pflegebedürftiger Menschen zunehmen wird, die nachfolgenden
Generationen zahlenmäßig jedoch abnehmen werden.
Die DFG förderte deshalb das
Projekt der Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychopathometrie, um einerseits
die Variablen herausfinden zu
können, die die häusliche Pflege
fördern und andererseits die
„Prädiktoren“ zu ermitteln, die
zum Abbruch der häuslichen
Pflegesituation und zur Pflege
im Heim führen. Befragt wurden
1.000 pflegende Angehörige mit
Hilfe eines standardisierten Fragebogens ein und zwei Jahre
nach der Erstbefragung. Die Ergebnisse werden dazu beitragen,
häusliche Pflege gezielter und
effizienter fördern zu können.
Ziel der Untersuchung war es,
verallgemeinerbare Aussagen
über die gesundheitliche Situation der Hauptpflegepersonen im
Vergleich zur Allgemeinbevölkerung und über ihre Belastung
zu erhalten. (Hauptpflegeperson
ist die nicht professionelle Pflegeperson, die den gesamten Umfang bzw. den größten Anteil an
der häuslichen Pflege leistet).
Zusätzlich wurde unter anderem
ermittelt, wie häufig bestimmte
Arten von Wünschen nach Hilfe
und Entlastung vorkommen.
■ WiSo-Fakultätsbund stiftet Ehrenmedaille
■ Neue Senatskommission
Ehrung für Altpräsident und Altkanzler
Mittelverteilung
Mit der vom WiSo-Fakultätsbund gestifteten Ehrenmedaille der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
wurden im Januar 1997 Prof.
Dr. Nikolaus Fiebiger, Altpräsident der FAU, und Dr. h.c.
Kurt Köhler, Altkanzler der
FAU, geehrt. Die Laudationes
hielt Prof. Dr. Peter Mertens
vom Betriebswirtschaftlichen
Institut der WiSo-Fakultät.
Die Ehrenmedaillen überreichte im Auditorium maximum der WiSo-Fakultät Dekan Prof. Dr. Hermann Diller.
Noch vor Weihnachten hat der
Senat der Universität die
Überlegungen zur Hochschulreform aufgegriffen und eine
Kommission zur indikatorgesteuerten Mittelverwaltung
eingesetzt. Unter Vorsitz von
Kanzler Thomas A.H. Schöck
sollen in der Gremienarbeit erfahrene Mitglieder der FAU
Modelle zur Verteilung der
laufenden Mittel (Sachausgaben, Literatur, Hilfskräfte) erHohe Ehrung für Altpräsident Prof. Dr. Nikolaus Fiebiger (links) und Altkanzler
arbeiten, die den Forderungen
Dr. h.c. Kurt Köhler (Mitte): Dekan Prof. Dr. Hermann Diller überreicht die Menach mehr Transparenz sowie
daillen des WiSo-Fakultätsbundes.
Foto: Fuchs Leistungs- beziehungsweise Belastungsorientierung genügen.
Prof. Dr. Nikolaus Fiebiger, von sonderer Weise der Probleme der In gleicher Weise hat sich Dr.
1969 bis 1970 Rektor und von Wirtschafts- und Sozialwissen- h.c. Kurt Köhler, von 1966 bis Damit sollen Vorarbeiten gelei1975 bis 1990 Präsident der schaftlichen Fakultät angenom- 1988 Kanzler der FAU und stet werden, um bei Inkrafttreten
FAU, erhielt die erstmals verge- men und sich um Forschung und langjähriger Vorstandsvorsit- der jetzt in der Regierungserbene Auszeichnung für seine Lehre in den Wirtschaftswissen- zender der Hans-Frisch-Stif- klärung von Staatsminister Dr.
Verdienste um die Hochschule. schaften und um den Wis- tung, der Probleme der WiSo- h.c. Hans Zehetmair angekünAls Rektor und Präsident habe er senstransfer in die Praxis ver- Fakultät angenommen und um digten einschneidenden Ändedie Fakultät verdient gemacht.
sich - so die Würdigung - in be- dient gemacht.
rungen des Hochschulrechts die
neu gewonnene Autonomie verantwortungsbewußt wahrneh■ WE-Heraeus-Stiftung stellte großzügige Spende zur Verfügung
men zu können. Ein weiteres Ziel
ist es, die Universität wettbewerbsfähig und flexibel zu gestalten.
Im Rahmen eines Festkolloquiums überreichte Prof. Dr.
Der Senat der Universität beDieter Röss, Vorsitzender des
grüßt die Überlegungen zur BeVorstandes der WE-Heraeusstimmung möglichst objektiver
Stiftung, einen Scheck in Höhe
indikatorbezogener Grundsätze
von 100.000 Mark an Prof. Dr.
für die Verteilung der HausMax Schulz vom Fachbereich
haltsmittel. Er sieht darin eine
Physik der FAU. Die Spende
„wichtige Vorbereitung für die
soll für die dringend notwenden Universitäten von der
dige Erneuerung und ErgänBayerischen Staatsregierung in
zung der Bücherbestände verAussicht gestellte größere Unabwendet werden. Staatssehängigkeit bei der Verwaltung
kretär Rudolf Klinger vom
der ihnen zugewiesenen Mittel“.
Bayerischen Kultusministerium und Rektor Jasper dankDie Zusammensetzung der achtten für die großzügige Spende Für Staatssekretär Rudolf Klinger und Rektor Prof. Gotthard Jasper ein Anlaß
köpfigen Kommission unter der
und wiesen auf die Bedeutung zur Freude: Prof. Max Schulz vom Fachbereich Physik erhält von Prof. Dieter
Leitung von Kanzler Schöck reprivater Stifter für die For- Röss, Vorsitzender des Vorstandes der WE-Heraeus-Stiftung, den Spendenpräsentiert sowohl die Fakultäten
scheck in Höhe von 100.000 Mark (von rechts).
Foto: Sippel
schungsförderung hin.
als auch die Ständigen Kommissionen für Hochschulplanung soDie Dr. Wilhelm Heinrich Mit dem Ableben der Stifter fiel 100.000 Mark für die dringend wie Haushalts-, Raum- und BauHeraeus und Else Heraeus-Stif- deren Privatvermögen an die benötigte Erneuerung und Er- angelegenheiten. Ihr gehören an
tung fördert satzungsgemäß die Stiftung. Aus den Erträgen des gänzung ihrer Bücherbestände die Professoren Blomeyer, Rölnaturwissenschaftliche Grund- Stiftungsvermögens
werden zur Verfügung gestellt wird. linghoff, Munske, Sellmann, Geilagenforschung, insbesondere Forschung und Lehre in der Phy- Durch die Spende werden die ger, M. Meyer, aus dem Kreis der
auf dem Gebiet der Physik. Die sik gezielt unterstützt.
Studienbedingungen der Stu- wissenschaftlichen Mitarbeiter
Stiftung wurde 1963 von den
denten signifikant verbessert. Friedrich Pschenitzka und als
Eheleuten Heraeus gegründet. Seit 1996 führt die WE-Heraeus- Seither sind 24 bundesdeutsche Studentenvertreter Roland HolDr. Wilhelm Heinrich Heraeus Stiftung ein neues Förderpro- Hochschulen in den Genuß die- der.
war Enkel des Gründers der gramm durch, innerhalb dessen ser Förderung gekommen. Zu den
W.C. Heraeus GmbH in Hanau den Fachbereichen Physik an geförderten Hochschulen gehört Ein erster Bericht der Kommissowie langjähriger Geschäfts- den deutschen Universitäten mit nun auch die FAU, an der im lau- sion über ihre Tätigkeit wird zum
führer des Unternehmens, das besonders großen Physikstuden- fenden Wintersemester 1996/97 Ende des Wintersemesters im
hochspezialisierte HighTech- tenzahlen (über 800 Studieren- im Fachbereich Physik 951 Stu- April erwartet.
Produkte herstellt. Er starb 1985. de) ein Betrag von jeweils dierende immatrikuliert sind.
Fachbereich Physik erhielt 100.000 Mark für Bücher
FAU UNIKURIER AKTUELL
8
Nr. 15/ Februar 1997
■ Kurz und bündig
■ Abkommen mit der ESC Lyon unterzeichnet
Der Notizzettel
Doppeldiplom für WiSo-Absolventen Studium mit Kind
• Tage der Forschung 97: Alle
Fakultäten, Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen, Graduiertenkollegs
und
Forschungsverbünde sind aufgerufen, sich aktiv an den Tagen der
Forschung zu beteiligen, die in
diesem Jahr in der Woche vom
9. bis 14. Juni stattfinden werden. Ob Vorträge, Demonstrationsversuche im Hörsaal oder Labor, ob Besichtigung oder
Führung, alles ist möglich. Ziel
der Veranstaltung ist es, Forschung für breite Schichten
transparent zu machen und die an
der Uni geleistete Arbeit besser
ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken.Wer sich beteiligen möchte, setzt sich mit Prorektor Prof. Dr. Günther Kuhn,
Tel: 8501 in Verbindung.
*
• International: In Fürth wird
zum Herbst 1997 die Franconian
International School ihren Betrieb aufnehmen. Unterrichtssprache ist Englisch, Zweitsprache Deutsch. Die Schule führt
nach 12 Jahren zum Internationale Baccalaureat. In der Bundesrepublik gibt es derzeit 13 internationale Schulen dieser Art.
In Fürth soll außerdem bei ausreichender Nachfrage am Schulstandort ein internationaler Kindergarten mit Englischunterricht
für Drei- bis Sechsjährige eingerichtet werden. Für Stipendiaten
und Gastprofessoren mit kleinen
Kindern ein sicherlich interessantes Angebot. Nähere Auskünfte erteilt das Amerika Haus
in Nürnberg (Telefon: 0911/
230690) oder die IHK Nürnberg
(Telefon: 0911/1335254).
*
• Patientendank: Bei der Endausscheidung zur RTL-Sendung
„Traumhochzeit“ erinnerte sich
ein Teilnehmer an seine wiederholt am Klinikum der FAU erfahrenen endoskopischen Behandlungen. Der an chronischer
Bauchspeicheldrüsen-Entzündung erkrankte Patient bedankte
sich spontan mit einem Scheck
über 2.500 Mark bei Dr. Jürgen
Hochberger, Leiter der Endoskopie-Abteilung. Der Scheck
kommt der Forschung im Bereich der Endoskopie des Verdauungstraktes zugute.
■ Neue Broschüre
Die Frauenbeauftragte der
FAU, PD Dr. Silvia Mergenthal, hat jetzt in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk
Erlangen-Nürnberg eine völlig
überarbeitete Neuauflage der
Broschüre „Studieren mit
Kind“ herausgegeben.
Die WiSo macht Ernst mit der Internationalisierung des Studiums. Ab dem Wintersemester 1997/98 können Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät gleichzeitig einen Diplom-Abschluß, ein sogenanntes Doppeldiplom in Nürnberg und an der renommierten französischen Wirtschaftshochschule ESC Lyon erwerben. Der Dekan der WiSo-Fakultät, Prof. Dr. Hermann Diller (links), und der Direktor der ESC-Lyon, Prof. Dr. Fred Seidel, unterzeichneten hierzu im Dezember 1996 im Sitzungssaal des Dekanates ein
Abkommen, das die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen regelt.
Ein vor zwei Jahren mit dem IEP in Straßburg geschlossenes gleiches Abkommen hat bereits gezeigt, wie erfolgreich sich ein ausländischer Diplomabschluß
ohne Studienzeitverlängerung in das Nürnberger Studium integrieren läßt. Ein
solches Doppeldiplom kann nur an vier weiteren Universitäten in Deutschland
erworben werden.
Foto: Fakultät
Damit erhalten betroffene Mütter und Väter gezielte Informationen zu den einzelnen Regelungen und Einrichtungen an den
Hochschulen in Erlangen und
Nürnberg, über Beratungsmöglichkeiten bei Schwangerschaft
und Geburt sowie über mögliche
finanzielle Hilfen. Außerdem
werden den jungen Eltern Tips
zur Erwerbstätigkeit neben dem
Studium gegeben. Über verschiedene Möglichkeiten zur
Kinderbetreuung wird ausführlich informiert. Die Broschüre ist
kostenlos beim Büro der Universitätsfrauenbeauftragten in Erlangen, Bismarckstraße 6, Telefon: 85 -2951, montags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr erhältlich.
■ Zahlreiche Förderprogramme von Bund und Land
Zum Forschungs- und Studienaufenthalt ins Ausland
Mehrere Förderprogramme aufgelegt von Bund und Land sollen in den nächsten Jahren
die Beziehungen zwischen
deutschen und ausländischen
Hochschulen intensivieren.
Ein
Doktorandenprogramm
wurde vom DAAD für weiterqualifizierende Studien- und
Forschungsaufenthalte im Ausland eingerichtet. Kurzstipendien bis zu sechs Monaten Dauer
oder längere Auslandsaufenthalte sind zu verschiedenen Bewerbungsterminen möglich. Für
kürzlich promovierte Nachwuchswissenschaftler gibt es ein
Postdoc-Programm, das Auslandsaufenthalte bis zu zwei Jahren ermöglicht.
Das finanzstärkste Programm
wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)
im Rahmen des Hochschulsonderprogramms III (HSP III) unter dem Titel: Förderung ausländischer Gastdozenten zu Lehrtätigkeiten an deutschen Hochschulen vorgelegt. Hier stehen
bis ins Jahr 2000 jährlich 6,5 Millionen Mark zur Verfügung.
Mehrere Aktionsprogramme des
DAAD fördern das Studium von
Ausländern an Deutschen Hochschulen. So soll ausländischen
Studierenden mit einem Abschluß auf Bachelor-Niveau mit
einem „Bachelor-Master-ProAus Mitteln des Bildungsmini- gramm“ ein flexibler Einstieg ins
steriums (BMBF) wird das Pi- deutsche Hochschulsystem erlotprogramm „Auslandsorien- möglicht werden. Antragsfrist
tierte
Studiengänge“
vom für 1997 ist der 14. April.
DAAD angeboten. Hochschulen
können pro Modellstudiengang Auskünfte zu diesen und zahlmit einem jährlichen Förderbe- reichen weiteren Förderprotrag von 750.000 Mark rechnen. grammen erteilt der Vorsitzende
Das Programm zielt vorrangig des Ausschusses für das Akadeauf Studienangebote in den mische Auslandsamt, Prorektor
Fächern Wirtschafts-, Natur- Prof. Dr. Bernd Naumann (Teleund Ingenieurwissenschaften ab. fon: 09131/85 -6601) sowie das
Voraussetzungen sind: Die Hälf- Akademische Auslandsamt (Tete der Studierenden soll aus Aus- lefon: 09131/85 -4801).
Mehr als 90 Prozent aller deutschen Studierenden absolvieren
keinen Studienaufenthalt an einer ausländischen Hochschule.
Ihnen sollen durch ausländische
Gastwissenschaftler
vergleichende Fachkenntnisse und fähigkeiten mit internationaler
Perspektive verstärkt vermittelt
werden.
FAU UNIKURIER AKTUELL
ländern bestehen, eine Fremdsprache soll als Lehr- und Arbeitssprache mindestens dasselbe Gewicht wie Deutsch haben,
ein Ausbildungsabschnitt soll an
einer ausländischen Hochschule
absolviert werden.
9
Nr. 15/ Februar 1997
■ Das Hochschulsonderprogramm III
■ Pilotprojekt im Wohnheim an der Hartmannstraße
Stipendien zur Frauenförderung
Studenten erhalten Netzanschluß
Zur Förderung von Frauen in
der Wissenschaft werden 1997
zu mehreren Terminen Stipendien aus dem Hochschulsonderprogramm III vergeben. Gefördert werden Doktorandinnen, die mit ihrer Promotion in der Abschlußphase
sind,
Postdoktorandinnen
beim Wiedereinstieg oder zur
Habilitationsvorbereitung sowie in Ausnahmefällen auch in
der Abschlußphase ihrer Habilitation.
Die Wohnanlage an der Hartmannstraße im Erlanger Süden ist seit Anfang Februar die
erste von 13 Wohnanlagen des
Studentenwerks
ErlangenNürnberg, in der jedem der
181 Bewohner (ab Oktober
1997 360 Bewohner) ein Internetanschluß zur Verfügung
steht. Die Benutzer zahlen lediglich 25 Mark Miete pro Monat für ein spezielles Modem.
Die komplette Netzanschlußgebühr in Höhe von 20.000
Mark übernahm das Regionale Rechenzentrum Erlangen
(RRZE), die Kosten für die
Vernetzung innerhalb der Gebäude trägt das Studentenwerk.
Frauen sind noch immer auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriere erheblich unterrepräsentiert. Daher wollen Bund
und Länder im Hochschulsonderprogramm (HSP) III deutliche Signale setzten, um den Anteil von Frauen in Forschung und
Lehre spürbar zu steigern. Frauen sollen daher bei allen personenbezogenen Maßnahmen des
neuen Sonderprogramms gezielt
berücksichtigt werden. Bund
und Länder gehen davon aus,
daß im Rahmen des neuen Sonderprogramms 720 Millionen,
das sind 20 Prozent der Gesamtsumme zur Förderung von Frauen ausgegeben werden.
Die Stipendien sind unterschiedlich dotiert und differieren in der
Laufzeit. So werden Doktorandinnen für zwölf bis maximal 18
Monate während der Abschlußphase ihrer Promotion mit monatlich 1.300 Mark unterstützt.
Postdoktorandinnen
können
zum Wiedereinstieg oder zur Habilitationsvorbereitung für ein
bis maximal drei Jahre monatlich
mit einem Stipendium in Höhe
von 1.800 Mark rechnen. In Ausnahmefällen werden Postdoktorandinnen in der Abschlußphase
ihrer Habilitation monatlich mit
3.500 Mark unterstützt. Die Förderdauer ist allerdings auf ein
Jahr beschränkt. Bei allen Stipendien werden zusätzlich Kinderbetreuungszuschläge
für
Kinder unter 12 Jahren gezahlt.
Die Initiative für die Vernetzung
ging von einer Gruppe von
Heimbewohnern aus. Thomas
A.H. Schöck, Kanzler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
unterstüzte
nachdrücklich zusammen mit
dem RRZE das Vorhaben des
Studentenwerks. Die Vernetzung diene, so der Kanzler, letzlich der Vermittlung auch berufsrelevanter DV-Kompetenz.
Der Inbetriebnahme war ein
Der nächste Bewerbungstermin
ist der 10. März 1997, der Förderbeginn frühestens am 1.
April. Antragsunterlagen und
nähere Auskünfte über Voraussetzungen und Rahmenbedingungen erhalten Interessentinnen im Büro der Frauenbeauftragten, Bismarckstraße 6, und in
der Stipendienstelle in der Halbmondstraße.
■ Dienstvereinbarung zur betrieblichen Suchtberatung
Vorbeugen und konkrete Hilfen bei Problemen
Das Problem der Gefährdung
durch regelmäßigen Konsum
von Alkohol und anderen Drogen wird der Gesellschaft zunehmend bewußter. Universitätsleitung und Gesamtpersonalrat sind sich darin einig,
daß die Bekämpfung des Medikamenten-, Drogen- und Alkoholmißbrauchs ein wichtiges Anliegen für die Beschäftigten, den Betriebsarzt, den
Personalrat und die Personalabteilung ist. Zwischen Rektor, Kanzler und Gesamtpersonalrat der FAU wurde deshalb eine Dienstvereinbarung
abgeschlossen. Die DV-Sucht
gilt seit 1. Januar 1997 für alle
Beschäftigten.
Ziel der Vereinbarung ist es, vorbeugend auf die von Alkoholkonsum ausgehenden Gefahren
mit einer systematischen Information hinzuweisen und zur Erhaltung der Gesundheit der Be-
schäftigten beizutragen. Zweites
Ziel ist es, Suchtgefährdeten und
Suchtkranken möglichst frühzeitig ein Hilfsangebot zu unterbreiten, den Medikamenten-,
Drogen- und Alkoholmißbrauch
zu bekämpfen und die Arbeitssicherheit zu erhöhen.
Erster Schritt: Die FAU wirkt
darauf hin, daß Verkauf und Ausschank von Spirituosen in Kantinen, Cafeterien und Mensen der
FAU unterbleibt. Mindestens
drei alkoholfreie Getränke werden bei gleicher Menge günstiger
als Bier angeboten.
Im Rahmen dieser Dienstvereinbarung werden Betreuungs-,
Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen durchgeführt. Dazu
wird bei der Betriebsärztlichen
Dienststelle ein betriebspsychologischer Beratungsdienst eingerichtet (siehe UK aktuell 14) und
an der FAU eine Arbeitsgruppe
FAU UNIKURIER AKTUELL
10
„Suchtprobleme am Arbeitsplatz“ gebildet.
Wird ein Mitarbeiter der FAU
wegen akuter Suchtprobleme
auffällig, so greift ein mehrteiliger Stufenplan, der darauf abzielt, Hilfe anzubieten. Führen
erste Hilfestellungen nicht zu positiven Veränderungen, können
arbeits- beziehungsweise dienstrechtliche Konsequenzen folgen.
Hauptziel ist es jedoch, dem
suchtkranken Mitarbeiter Wege
zu einer abstinenten Lebensweise zu zeigen.
Als Ansprechpartner in allen
Suchtfragen steht Peter Raum
montags von 13 bis 17 Uhr in der
Halbmondstraße 3, Zimmer
0.042 zur Verfügung. Telefonische Terminvereinbarungen sind
unter 09131/85-4049 möglich.
Alle Gespräche unterliegen
selbstverständlich der absoluten
Schweigepflicht.
Nr. 15/ Februar 1997
mehrmonatiger Testbetrieb vorangegangen. Technisch wurde
eine sowohl einfache als auch
kostengünstige Lösung gewählt:
Intern funktionierte man die bestehende TV-Kabelanlage teilweise zur Datenautobahn um.
Hierzu mußten lediglich zwei
Frequenzbereiche gesperrt werden, die fortan für die Datenkommunikation reserviert sind.
Der Anschluß ans Internet erfolgt also nicht, wie in den meisten Privathaushalten, über die
Telefonleitung. Die Nutzung des
TV- und Radioanschlusses wird
davon nicht beeinträchtigt. Allerdings hat dieses „interne
Netz“ nur eine Bandbreite von 4
MBit. Der Netzanschluß „nach
außen“, in diesem Fall zum
RRZE, entspricht technisch dem
Standard des Universitätsnetzes
mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von 10 MBit. Der
Datensicherheit im Netz widmete die Initiative der Heimbewohner höchste Priorität. Ein durchdachtes System soll im internen
Netz des Wohnheimes jegliche
Form der Computerkriminalität
verhindern.
Das Studentenwerk plant, möglichst noch in diesem Jahr weitere Wohnanlagen zu vernetzen:
zunächst die Wohnanlagen an
der Erwin-Rommel-Straße, an
der Ratiborerstraße, das Alexandrinum und die Julius Wrede
Heime. Ab 1998 sollen dann die
weiteren Wohnanlagen des Studentenwerks vernetzt werden.
Die Baukosten für alle Studentenwohnanlagen werden vom
RRZE auf rund 1 Million Mark
geschätzt. Otto de Ponte vom
Studentenwerk Erlangen-Nürnberg ist optimistisch, daß man in
seinem Hause die Finanzierungsfragen lösen werde. Langfristiges Ziel ist es, allen 3000 Bewohnern der Wohnanlagen des
Studentenwerks Erlangen-Nürnberg einen direkten Anschluß ans
Internet zu ermöglichen, soweit
dies technisch machbar ist und
von den Bewohnern gewünscht
wird. Bundesweit sind 30 nichtprivate Wohnheime - verteilt
über 11 Hochschulen - mit einer
festen Verkabelung ausgestattet,
so eine Auflistung des Arbeitskreises Wohnheime am Netz (ngstudis-l@dfn.de).
■ Seit 25 Jahren im Öffentlichen Dienst
■ Für Nichtwissenschaftler
Zur Ehrung gab's Kaffee und Kuchen Fortbildung
Erstmals hat die Zentrale Universitätsverwaltung ein Weiterbildungsprogramm
für
nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
herausgegeben. Ob DV-Kurs
oder Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeiter, in
der Broschüre werden Fortbildungsangebote verschiedener Bereiche vorgestellt.
Der FAU stehen für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter nur begrenzt Mittel zur Verfügung. Sie
greift deshalb verstärkt auf eigene Ressourcen zurück. Das vorliegende Angebot hilft in verschiedenen Bereichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern,
berufliche Qualifikationen zu
verbessern und sich mit den
Strukturen der FAU vertraut zu
machen.
Für ihre Treue zum Öffentlichen Dienst wurden Mitte Dezember Doris Rahn,
Irmgard Biburger, Hermann Hauke, Erika Isberner, Ingeborg Reich, Anna Elisabeth Stumpf, Konrad Roth, Gertrud Schreiber, Albert Zöschg, Angelique Tybusz,
Karin Krebs, Manfred Lindner, Rosemarie Klinner, Erika Grembler und Brigitte
Grosse von Rektor Jasper und Kanzler Schöck im Dienstzimmer des Rektors
empfangen. Sie alle können auf 25 Dienstjahre zurückblicken und wurden dafür
mit einer Urkunde geehrt. An der Feierstunde nahm auch Klaus Peter Hirschmann als Vertreter des Personalrats teil. Bei Kaffee und Kuchen hatten die
Dienstjubilare anschließend Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen.
Foto: Sippel
So wurden Mitte Januar erstmals
in einer halbtägigen Einführungsveranstaltung den neuen Mitarbeitern Struktur, Geschichte und Aufgabenverteilung der Zentralen Verwaltung
vorgestellt. Auskünfte gibt es telefonisch unter 85-2531.
■ Fachschaft der Theologischen Fakultät edierte Kochbuch
Linsentopf à la Kochstraße
Nach dem Motto „Nomen est
omen“ nahmen Daniel Lischewski, Daniela Heinlein,
Knut Meinel, Matthias Raidel
und Dirk Jährig die Adresse
„Kochstraße“ der Theologischen Fakultät wörtlich und
edierten rechtzeitig zur Weihnachtszeit das 140 Seiten starke „Koch(straßen)buch“ mit
54 Rezepten von Artischocken im Schinkenmantel
bis Zickla in Schlotterbrüh.
mehr retten. Innerhalb kürzester
Zeit waren die 333 Erstdrucke
zum Liebhaberpreis von 9,70
Mark ausverkauft und eine zweite Auflage in Höhe von 70 Exemplaren in Auftrag gegeben.
In ihm veröffentlichten alle
kochfreudigen
KochstraßenMitarbeiterinnen und Mitarbeiter - vom Hausmeister über die
Bibliothekarin bis zum Lehrstuhlinhaber - ihre persönlichen
Leib- und Magenrezepte. Das
Büchlein wurde unverhofft zum
Renner und ist mittlerweile auch
in der zweiten Auflage restlos
vergriffen.
Als Zugpferd der Rezeptsammlung hatte sich Jakobs berühmter „Linsentopf“ entpuppt, der
bekanntlich so köstlich duftete,
daß sein Bruder Esau ihm dafür
das Erstgeburtsrecht verkaufte.
Doch nicht nur biblisch inspirierte Köstlichkeiten sammelten
die Theologiestudenten, im
„Koch(straßen)buch“
stehen
fränkische und internationale
Rezepte einmütig beieinander.
Bei der Umschlaggestaltung war
das Institut für Kirchenmusik
mit der Partitur von Willi Maertens „Klingender Speisekarte Ein
Quodlibet
für
Geschmäcker“ behilflich.
Nachdem eine Nachrichtenagentur eine Meldung über die
kochbegeisterten Erlanger Theologen durch den bundesdeutschen Blätterwald geschickt hatte, konnte sich die Kochbuchredaktion vor Anfragen kaum
Eine weitere Auflage dieses Buches wird es nicht geben. Doch
plant die Fachschaft schon etwas
Neues für Weihnachten ‘97.
Mehr wird derzeit allerdings
nicht verraten. Vorbestellungen
sind ab sofort möglich.
FAU UNIKURIER AKTUELL
■ Kontaktstelle
Wechsel bei wtt
Dr. Ulrich Grau, seit Januar
1995 Leiter der Kontaktstelle
für Wissens- und Technologietransfer, verläßt zum 1. April
die FAU, um eine Aufgabe in
der Industrie zu übernehmen.
Sein Nachfolger wird Dipl.Kaufmann Jürgen Klein, der bereits seit Februar 1996 bei der
Kontaktstelle beschäftigt ist und
vielen Mitarbeitern der FAU als
Herausgeber der wtt-Info bekannt ist. Die Kontaktstelle kann
auf ein sehr erfolgreiches Jahr
1996 zurückblicken. In dieser
Zeit konnte die Zahl der Projekte und das abgewickelte Volumen noch einmal deutlich gesteigert werden. Insgesamt wurden 110 Projekte mit einem Umsatz von 2,5 Millionen Mark betreut. Am transferfreudigsten
waren die Wissenschaftler der
TechFak, der WiSo und die Physiker der Naturwissenschaftlichen Fakultät.
11
Nr. 15/ Februar 1997
■ Auszeichnungen
Prof. Dr. Horst Steinmann,
Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung am Betriebswirtschaftlichen Institut, wurde
von der Universität Bern der Titel eines Ehrendoktors verleihen.
Durch die Ehrenpromotion wurde sein Verdienst um die konzeptionnelle Grundlegung der
Managementlehre und der Unternehmensethik im deutschsprachigen Raum sowie die Förderung der wissenschaftstheoretischen Fundierung betreibswirtschaftlicher Aussagensysteme
gewürdigt.
*
Dr. Hartmut Heller, Erziehungswissenschaftliche Fakultät - Landes- und Volkskunde -,
wurde von der Deutschen Akademie für Landeskunde zum
Korrespondierenden Mitglied
gewählt.
*
Dr. Johannes Toepffer hat für
seine herausragende Dissertation den mit 3.000 Mark dotierten
Preis der Weißenburger Hermann Gutmann-Stiftung erhalten. Die Dissertation, die am
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Wirtschaftstheorie
(Prof. Dr. Manfred Neumann),
entstand, untersucht am Beispiel
der USA die Konsequenzen eines marktwirtschaftlichen Wettbewerbs im Markt für Krankenversicherung. Die aus den Erfahrungen der USA abgeleitete
Empfehlung, im deutschen Krankenversicherungssystem mehr
marktwirtschaftliche Elemente
zuzulassen, geht deutlich über
die bisher eingeleiteten Schritte
hin zu mehr Wettbewerb in der
gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland hinaus und
packt insofern ein „heißes Eisen“ in der gesundheitspolitischen Diskussion an.
*
Prof. Dr. Alfred Wendehorst,
em. Ordinarius des Lehrstuhls
für Bayerische und Fränkische
Landesgeschichte, Archivar der
FAU, wurde für seine grundlegenden Forschungen zur spätmittelalterlichen
Ordensgeschichte eine sehr seltene Auszeichnung zu teil: Er wurde zum
Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie ernannt.
*
Prof. Dr. Rolf Bernd Sterzel,
Vorstand der Medizinischen Klinik IV mit Poliklinik, wurde von
der Universität Edinburgh zum
Fellow des Royal College of
Physicians ernannt.
*
Prof. Dr. Freimut Bodendorf,
Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik II, wurde zum
Mitglied der Internationalen
Akademie für Informatisierung
(Assoziierte UNO-Organisation) ernannt.
*
Prof. Hermann Stefan, Leitender Oberarzt an der Neurologischen Klinik mit Poliklinik (Direktor: Prof. Dr. Bernhard Neundörfer), ist von der West China
University of Medical Sciences
in Chengdu/China zum Ehrenprofessor ernannt worden. Die
Auszeichnung würdigt die Zusammenarbeit zwischen den Medizinern aus Erlangen und
Chengdu, die ein deutsch-chinesisches Epilepsiezentrum an der
Universität Chengdu gegründet
haben. Die Zusammenarbeit soll
weiter intensiviert werden.
■ Funktionen
Regierungsinspektorin Petra
Mytzka-Riedler, Referat III/2
der Zentralen Universitätsverwaltung, wurde zur Gleichstellungsbeauftragten der FAU, zunächst für die Zeit vom
1.12.1996 bis 30.11.1999, bestellt.
*
Prof. Dr. Manfred Hessenberger, Direktor im Hause Mercedes
Benz, Stuttgart, seit 1983 Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für
Fertigungstechnologie von Prof.
Dr. Manfred Geiger und seit 1988
Honorarprofessor, wurde 1995
zum Visiting Professor an der
Harvard University and Business
School Boston, USA, ernannt. Zu
seinen Fachgebieten zählen internationale Logistik, strategisches
Management und Globalisierungsfragen. Ein Lehrauftag an
der East London University, verbunden mit der Ernennung zum
Visiting Professor, schloß sich
1996 an. Schwerpunkt hierbei ist
die Mitgestaltung des MBA-Programmes mit Prüfungspflicht
und Prüfungsrecht in Zusammenarbeit mit zwei research fellows. Das Forschungsgebiet erstreckt sich auf die Zusammenhänge von Logistik, Wirtschaftspolitik und Umweltbedingungen.
■ Rufe
Einen Ruf von ausw−rts haben Philosophische Fakultät I
Verstorben ist
erhalten und abgelehnt:
Einen Ruf von ausw−rts haben
erhalten:
Juristische Fakultät
• Prof. Dr. Harald Siems, Ordinarius am Lehrstuhl Deutsche
und Bayerische Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht, auf
eine C 4-Professur für Zivilrecht,
Handelsrecht und Deutsche
Rechtsgeschichte an die Universität Bonn und auf eine C 4-Professur für Bürgerliches Recht
und Deutsche Rechtsgeschichte
an die Universität Köln.
Juristische Fakultät
• Prof. Dr. Gerhard Ries, Ordinarius für Antike Rechtsgeschichte, Römisches Recht und
Deutsches Bürgerliches Recht,
auf eine C 4-Professur für Antike Rechtsgeschichte und Bürgerliches Recht an die LudwigMaximilians-Universität München.
Philosophische Fakultät I
• Prof. Dr. Helmut Neuhaus,
Ordinarius am Lehrstuhl für
Neuere Geschichte (Frühe Neuzeit) auf eine C 4-Professur für
Geschichte der Frühen Neuzeit
an die Universität Leipzig.
Medizinische Fakultät
• PD Dr. Ute Pröschel, Klinik
und Poliklinik für Hals-, Nasenund Ohrenkranke, auf die C 3Professur für Phoniatrie und
Pädaudiologie am Universitätskrankenhaus Eppendorf der Universität Hamburg.
• Prof. Dr. Werner Solbach,
Extraordinarius am Institut für
Medizinische
Mikrobiologie
und Immunologie, auf die C 4Professur für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der
Universität Lübeck und auf die
C 4-Professur für Medizinische
Mikrobiologie an die PhillipsUniversität Marburg.
Naturwissenschaftliche
Fakultät II
• Prof. Dr. Georg Fey, Ordinarius am Lehrstuhl für Genetik, an
die Universität Texas/Houston
als Leiter einer Abteilung für
„Molekulare Krebsforschung“.
■ Neu an der FAU
Medizinische Fakultät
• PD Dr. Ulrich Kunzendorf,
bisher wiss. Angestellter an der
Freien Universität Berlin, wurde
zum Extraordinarius für Innere
Medizin (Nachfolge Prof. Dr. M.
Weber) an der Medizinischen
Klinik IV mit Poliklinik ernannt.
Einen Ruf von ausw−rts haben
erhalten und angenommen:
Juristische Fakultät
• Prof. Dr. Burkhard Heß, Extraordinarius für Bürgerliches
Recht, Zivilprozeßrecht und
Freiwillige Gerichtsbarkeit, zum
C 4-Professor an die Universität
Tübingen.
■ Weiteres aus den Fakultäten
Medizinische Fakultät
Die Lehrbefugnis verbunden mit
dem Recht zur Führung der Bezeichnung „Privatdozent“ hat erhalten:
• Dr. Dieter Felix Heuß, Neurologische Klinik mit Poliklinik,
für das Fachgebiet „Neurologie“.
Medizinische Fakultät
• PD Dr. Walter Helmut Geiger, 4. Medizinische Klinik am
Klinikum Nürnberg-Süd, zum
C 3-Professor für Innere Medizin an die Johann Wolfgang
Goethe-Universität Frankfurt.
Philosophische Fakultät I
• Prof. Dr. Hans Julius Schneider, Interdisziplinäres Institut
für Wissenschaftstheorie und
Wissenschaftsgeschichte, zum
C 4-Professor für Systematische
Philosophie/Erkenntnistheorie
an die Universität Potsdam.
Empfänger
Naturwissenschaftliche
Fakultät I
• PD Dr. Karl-Heinz Brenner,
auf den Lehrstuhl für Optoelektronik an die Universität Mannheim.
FAU UNIKURIER AKTUELL
12
Nr. 15/ Februar 1997
• Prof. Dr. Karl-Heinz Ruffmann (em.), Ordinarius für Osteuropäische Geschichte und
Zeitgeschichte, am 17.12.1996.
Naturwissenschaftliche
Fakultät I
Die Lehrbefugnis verbunden mit
dem Recht zur Führung der Bezeichnung „Privatdozent“ hat erhalten:
• Dr. Klaus Ritter, wiss. Assistent am Mathematischen Institut, für das Fachgebiet „Mathematik“.
Erziehungswissenschaftliche
Fakultät
Verstorben ist
Prof. Dr. Helmuth Fuckner
(em.), Ordinarius für Didaktik
der Geographie, am 2.2.1997
IMPRESSUM
Herausgeber:
Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen Nürnberg
Schloßplatz 4, 91054 Erlangen
Internet: http://www.uni-erlangen.de
Verantwortlich:
SG Öffentlichkeitsarbeit der FAU
Dr. Ragnwolf H. Knorr
Tel.: 09131/85-4036, -37, -38
Fax: 09131/85-4806
E-mail: pressestelle@zuv.unierlangen.de
Redaktion:
Ute Missel-Sack M.A.
Gertraud Pickel M.A.
Thomas Decker M.A.
DTP (System Apple):
Dorit Ihde
Heidi Kurth
Druckerei:
Druck- u. Verlagshaus K. Müller,
Erlangen.
Gedruckt auf umweltfreundlichem
Recyclingpapier.
Auflage:
6000
Die nächste Ausgabe erscheint
Ende April 1997.
Alle Beiträge sind bei Quellenangabe frei zur Veröffentlichung
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Seele and Geist
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