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Ernährungsirrtümer – Was stimmt denn nun wirklich? - MDR

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I n f o r m a t i o n s m a t e r i a l
v o m
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Ernährungsirrtümer – Was stimmt denn nun wirklich?
Unser Essen ist ein Thema, über das man herrlich streiten kann. Wir wollten von Ihnen
wissen: über welche Ernährungsfragen wird bei Ihnen zu Hause diskutiert? Hier die
Antworten auf die häufigsten Fragen von Ernährungsmedizinerin Professor Dr. Sabine
Westphal vom Städtischen Klinikum Dessau.
Frisches oder gefrorenes Gemüse – was
enthält mehr Vitamine?
Prof. Westphal: „Anfangs ist der Vitamingehalt gleich. Die größten Feinde der Vitamine sind jedoch das Tageslicht und hohe
Temperaturen. Schon nach zwei Tagen Lagerung liegt der Vitamingehalt von frischem
Gemüse deutlich unter dem der Tiefkühlkost. Der Trick ist, dass tiefgefrorenes Gemüse gleich nach der Ernte schockgefroren
wird und der Vitaminabbau somit gestoppt
wird. Tiefkühlgemüse ist also eine gute Alternative, zumal man es auch gut für Singlehaushalte portionieren kann.“
Helle oder dunkle Brötchen – was ist
besser für den Darm?
Prof. Westphal: „Unser Darm kann mit vielen Sachen sehr gut umgehen, nur eines
mag er nicht so: wenig Ballaststoffe. Und
helle Brötchen haben weniger Ballaststoffe.
Wir brauchen sie aber für unsere Verdauung. Ballaststoffe saugen sich voll mit Wasser und dieser Ballaststoffbrei wirkt wie eine
gesunde Massage für unseren Darminnenraum. Gesunde Darmzellen wiederum sind
wichtig für die Infektabwehr. Gleichzeitig
binden Ballaststoffe Cholesterin und andere
Giftstoffe und transportieren sie nach außen. Vollkornbrötchen sind also definitiv
besser.“
Margarine oder Butter – was ist gesünder?
Prof. Westphal: „Der ewige Streit… Der
Herstellungsprozess der beiden Brotaufstriche unterscheidet sich. Butter entsteht
durch einen natürlichen Prozess, für Margarine muss pflanzliches Fett gehärtet werden.
Früher entstanden dabei viele Transfettsäuren, die gesundheitsschädlich waren. Mittlerweile ist das nicht mehr so. Beides enthält
Fett, daher: die Dosis macht das Gift. Wer
beides nicht in rauen Mengen isst, kann je
nach Geschmack frei entscheiden.“
Schokolade oder Gummibärchen – was
ist gesünder?
Prof. Westphal: „Beides sind wunderbare
Seelentröster. Aber leider sind beide weit
von einem gesunden Lebensmittel entfernt.
Gummibärchen sind auch nicht gesünder als
Schokolade. Wenn man nicht darauf verzichten kann und dem Körper was einigermaßen Gesundes zuführen möchte, sollte
man Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mehr als 70 Prozent essen. Da sind
Flavonoide drin, die sind gut für die Gefäße.
Und durch die Bitterstoffe kommt man auch
nicht in die Versuchung eine ganze Tafel zu
essen.“
Kaffee – gesund oder ungesund?
Prof. Westphal: „Vier bis sechs Tassen am
Tag zu trinken, ist vollkommen unbedenklich. Schwangere sollten ihren Kaffeekonsum jedoch reduzieren. Wer guten Kaffee
trinkt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Vorsichtig sein sollte man mit Fertigkaffeemischungen und Fertig-Cappuccino.
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Diese Mischungen enthalten viele Fette und
Kohlenhydrate. Ansonsten wird dem Kaffee
mittlerweile viel Gutes nachgesagt. Er senkt
das Diabetesrisiko, man soll weniger Gallensteine bekommen. Auch die Mär, dass er
dem Körper Wasser entzieht, ist widerlegt.“
Fruchtsaft – gesund oder ungesund?
Prof. Westphal: „Die Deutschen sind Weltmeister im Saft trinken. Pro Kopf kommen
wir im Jahr auf 37 Liter. Was an sich nicht
schlecht ist, denn ein Glas frisch gepresster
O-Saft ist gesund. Aber die Qualität von
Säften ist sehr unterschiedlich und man sollte Fruchtsaft nicht als Durstlöscher trinken,
weil der Zuckergehalt problematisch ist. In
einem Liter Fruchtsaft sind 450 bis 500 Kilokalorien enthalten, ähnlich wie in einer Cola. Und damit haben wir den Kaloriengehalt
von einer ganzen Mahlzeit. Deshalb: ein
Glas ist ok, aber nicht als Durstlöscher.“
Cola macht die Knochen kaputt – wahr
oder falsch?
Prof. Westphal: „Stimmt. Weil neben dem
oft zitierten Zucker und Koffein auch Phosphorsäure enthalten ist. Phosphorsäure bindet Calcium. Und Calcium ist wichtig für
unsere Knochen. Bei Kindern hat man festgestellt, dass bei exzessivem Cola-Genuss
die Knochenbrüchigkeit um das drei- bis
fünffache ansteigt.“
„Cola Light“ - gesünder als Cola?
Prof. Westphal: „Was die Phosphorsäure
anbelangt ist die Light-Variante nicht besser
als Cola. Was den Zuckergehalt angeht ja.
Cola Light enthält nicht so viele Kalorien.“
Einmal Aufgetautes darf man nicht
wieder einfrieden – wahr oder falsch?
Prof. Westphal: „Da gibt es sogar eine EURichtlinie, dass man das vermeiden sollte!
Hier spielen das Wachstum von Bakterien
und bakterielle Toxine eine Rolle. Zudem
leiden das Aussehen, der Geruch, der Geschmack und die Konsistenz. Ich würde davon abraten.“
Der grüne Stengelansatz bei Tomaten
ist giftig – wahr oder falsch?
Prof. Westphal: „Das ist kein Irrtum. Der
Stengelansatz der Tomaten enthält das
Pflanzengift Tomatidin. Man bekommt keine Vergiftung davon, aber manche Leute
reagieren empfindlich darauf, mit Übelkeit
oder Erbrechen. Besser also rausschneiden.“
Angeschimmeltes Brot – weg werfen
oder abschneiden?
Prof. Westphal: „Komplett entsorgen. Das
gilt für alle angeschimmelten Sachen. Das
Schimmelgeflecht durchzieht das ganze
Lebensmittel - schon bevor wir es sehen.
Am besten sollte man das Lebensmittel
komplett mit der ganzen Tüte entsorgen.
An den eingeatmeten Sporen vergiftet man
sich zwar nicht akut, aber sie können Allergien provozieren.“
Pilzgerichte darf man nicht wieder erwärmen – wahr oder falsch?
Prof. Westphal: „Falsch. Das stammt noch
aus einer Zeit, wo noch nicht in jedem
Haushalt ein Kühlschrank stand. Pilze sind
schon ein Nährboden für Bakterien, aber
wenn man sie richtig zubereitet, ist das kein
Problem. Wenn man die Pilzreste schnell
abkühlt, dann kann man sie auch am nächsten Tag wieder aufwärmen.“
Zu gut für die Tonne
Jedes achte Lebensmittel, das wir einkaufen, landet im Müll. Jeder von uns wirft pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg – das entspricht etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen. Doch es ist ein Irrtum, dass wir in erster Linie tatsächlich Verdorbenes entsorgen. Häufig
sind es nur Produkte, die uns nicht appetitlich genug erscheinen. Das betrifft vor allem Obst und
Gemüse, das macht fast die Hälfte des Lebensmittelabfalls aus. Aufs gesamte Jahr gesehen,
wandern pro Person Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro in die Tonne. Das Verbraucherschutzministerium hat vor einiger Zeit die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ gestartet. Mittlerweile finden sich auf deren Internetseite www.zugutfuerdietonne.de zahlreiche Rezepte für Essensreste. Smartphone-Benutzer können sich die Rezepte auch in Form einer App herunterladen.
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Rezept von „Hauptsache Gesund“-Koch
Andreas Goßler
Kohlrabiblättersuppe mit MöhrenkrautPesto
Zutaten für 4 Portionen
2
Kohlrabi und die Blätter davon (möglichst frische Bioware)
3
Kartoffeln, mehlig kochend
1 kl.
Zwiebel
1
Knoblauchzehe
40 ml
Weißwein
1l
Gemüsebrühe
½
Zitrone
50ml
Sahne oder fettreduzierte
Sahne
Muskat, Salz, Pfeffer
20 ml
Olivenöl
Die Blätter von den Stängeln befreien, waschen und grob hacken. Kurz in reichlich
Salzwasser garen, dann in Eiswasser abschrecken, zur Seite legen. Kartoffeln und
Zwiebel schälen und würfeln. Die Zwiebelwürfel in Olivenöl glasig dünsten. Die Kartoffelwürfel hinzufügen und mit Gemüsebrühe ablöschen. Circa 20 Minuten weichkochen. Die Kohlrabiblätter in die Suppe
geben, mit Sahne verfeinern und gut pürieren. Mit Weißwein, Muskat, Salz und Pfeffer
abschmecken.
Möhrenkraut-Pesto
Zutaten für 4 Personen
½ Bund
frisches Möhrenkraut (Bioware)
3 EL
Sonnenblumenkerne
2 Zehen
Knoblauch
100 ml
Olivenöl
50 g
Hartkäse, frisch gerieben
Meersalz, Pfeffer
Sonnenblumenkerne in einer trockenen
Pfanne anrösten. Das Möhrengrün und den
Knoblauch klein schneiden, in einen Mixbecher geben. Das Olivenöl auffüllen und alles
fein mixen. Anschließend die gerösteten
Sonnenblumenkerne und den geriebenen
Hartkäse dazugeben und noch mal kurz mit
dem Mixer pürieren. Mit schwarzem Pfeffer
und Salz würzen.
Irreführende
Lebensmittelkennzeichnung
Rund 30.000 verschiedene Produkte haben
große Supermärkte im Sortiment. Eine Riesenauswahl, die alles bietet, was das Herz
der Kunden begehrt. Doch so manche
Kennzeichnung auf der Verpackung führt
die Verbraucher in die Irre.
„Laktosefrei“, „ohne Zucker“ und „ohne
zusätzliche Geschmacksverstärker“: Nicht
immer steckt hinter diesen Botschaften auch
das, was sich viele Kunden erhoffen. Ernährungsexpertin Dr. Birgit Brendel kennt sich
mit den Versprechungen bestens aus. Sie ist
Ernährungsspezialistin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Für Hauptsache Gesund
ist sie den Mogelpackungen im Supermarkt
auf der Spur. Der erste Stopp am MüsliRegal: „Auf dieser Verpackung steht ‚ohne
Zuckerzusatz‘. Da könnte man denken, es
sei kein Zucker drin. Und wenn wir in die
Nährwertinformation schauen, sehen wir: es
sind trotzdem 24 Gramm Zucker enthalten.“ 24 Gramm, also fast ein Viertel des
Müslis, besteht aus Zucker – versteckt in
Rosinen und anderen Trockenfrüchten.
Für Verblüffung sorgen die Produkte im
nächsten Regal. Hier wird Zucker durch verschiedene Süßstoffe ersetzt. Dr. Brendel:
„Dieser Cappuccino und der Instantkakao
sind Zucker reduziert. Aber dafür sind andere Süßstoffe wie Maltodextrin zugesetzt, so
dass die Produkte im Endeffekt den gleichen
Energiegehalt haben.“
Nächste Station: das Brotregal. „Hier ist
wieder etwas Spannendes: Auf dem Brot
steht ‚Balance aktiv‘. Da könnte man meinen, das ist besonders gesund. Wenn man
aber das Kleingedruckte liest, sieht man: nur
14 Prozent Vollkornanteil und die dunklere
Farbe stammt aus einem färbenden Zusatz.“
Auch bei Milchprodukten lohnt es sich, genauer hinzuschauen. „Auf diesem Käse
steht zum Beispiel laktosefrei, was für Leute
mit Laktoseunverträglichkeit wichtig ist.
Aber hier ist der Witz: Das ist ein Hartkäse,
der sowieso kaum Laktose hat.“ Der Käse
birgt noch eine weitere Überraschung: „Der
Hinweis glutenfrei auf einem Käse, der offenkundig keine Getreidebestandteile enthält, ist völlig sinnlos, weil Käse kein Gluten
enthält.“
Bei den Herstellern gilt die Devise: Was nicht
verboten ist, ist erlaubt. Und das zu durch3
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schauen, ist für Verbraucher nicht immer
einfach. „Wem gesundheitliche Aspekte
wichtig sind, der sollte wirklich die Packung
in die Hand nehmen, umdrehen und sich
auf der Rückseite die Zutatenliste anschauen
und nicht den vollmundigen Versprechungen glauben.“
Über
das
Internetportal
www.lebensmittelklarheit.de können Verbraucher übrigens unklare Kennzeichnungen von Lebensmitteln melden. Die Ver-
braucherzentrale Hessen, die die Seite betreibt, prüft die Beschwerden und bittet den
Hersteller gegebenenfalls um eine Stellungnahme.
Zum Weiterlesen:
Birgit Klein, Janina Löbel, Andrea Schauff,
Claudia Weiß: Lebensmittel-Lügen. Wie die
Food-Branche trickst und tarnt. Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen 2013,
223 Seiten, 9,90 Euro
Die zehn häufigsten Erkältungsmythen
Von Husten, Schnupfen, Heiserkeit bleibt in der kalten Jahreszeit kaum jemand verschont. Jeder kann also mitreden, doch genau deswegen entpuppen sich viele Weisheiten rund um Erkältungen als falsch.
1. Kälte verursacht Erkältungen.
Falsch! Nur durch Kälte wird man nicht
krank. Eine Erkältung ist eine Vireninfektion
der Schleimhäute in Hals, Nase und Lunge.
Ob es 3 Grad sind oder 30, das ist den Viren
völlig egal! Aber: Kälte kann unsere Abwehrkräfte schwächen.
2. Eine Erkältung kommt drei Tage,
bleibt drei Tage und geht drei
Tage.
Irrtum. Jede Erkältung ist anders. Wie krank
man sich wirklich fühlt, hängt von vielen
Faktoren ab. Die Erreger spielen eine Rolle,
aber auch wie gut das Immunsystem arbeitet oder wie gestresst man ist.
3. Ich habe eine Grippe!
Häufig wird für eine Erkältung der falsche
Begriff benutzt. Eine Erkältung (grippaler
Infekt) und eine Grippe werden von verschiedenen Viren hervorgerufen. Die echte
Grippe wird von Influenzaviren ausgelöst,
gegen die man impfen kann und gegen die
es auch ein Medikament gibt. Beim grippalen Infekt ist das nicht der Fall. Er dauert
aber in der Regel auch nicht so lange und
führt auch nicht so häufig zu Komplikationen wie eine echte Grippe.
4. Mit Medikamenten geht die Erkältung schneller vorbei.
Stimmt nur bedingt. Nur gegen eine echte
Grippe gibt es Medikamente, die die Viren
eindämmen. Bei einer normalen Erkältung
kann man mit Tabletten, Hustensaft oder
Nasenspray die Beschwerden zwar lindern,
die Dauer der Erkältung verkürzt sich aber
leider nicht!
5. Nase hochziehen ist besser als
Nase schnäuzen.
Klingt nicht sehr angenehm, aber es stimmt!
Durch zu kräftiges Naseputzen können die
Krankheitserreger durch den hohen Druck
bis in die Nasennebenhöhlen gelangen und
die Erkältung sogar noch verschlimmern.
Also: Nase lieber hochziehen!
6. Hühnersuppe lindert Erkältungsbeschwerden.
Absolut richtig! Amerikanische Forscher
konnten beweisen, dass Hühnersuppe entzündungshemmend wirkt. Außerdem enthält sie viele gesunde Vitamine, Eisen und
Zink. Das hilft dem Körper, schneller wieder
fit zu werden! Allerdings gilt das nicht für
die Hühnersuppe aus der Dose, sondern nur
für frische, selbst gemachte.
7. Warmes Bier hilft gegen Erkältungen.
Die Männer werden sich freuen: Es gibt
Studien, die das bestätigen. Der Hopfen im
Bier enthält ätherische Öle und Bitterstoffe,
die antibakteriell wirken und Krankheitserreger bekämpfen. Allerdings sollte das Bier
auf höchstens 40 Grad erhitzt werden, damit sich die wertvollen Inhaltsstoffe nicht
verflüchtigen. Und Vorsicht: Zu viel Alkohol
schwächt das Immunsystem.
8. Vitamin C hilft bei Erkältungen.
Stimmt nicht. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass das Vitamin wenig
Einfluss auf die Dauer und den Verlauf einer
Erkältung hat. Lediglich einen kleinen vorbeugenden Effekt von vitaminreichen Obst
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und Gemüse konnten die Forscher ausmachen.
9. Mit Bettruhe wird man schneller
wieder gesund.
Absolut richtig! Das beste Heilmittel bei
einer Erkältung ist viel Ruhe. Dann kann sich
der Körper von ganz allein heilen!
10. Eine kalte Dusche stärkt die
Abwehrkräfte.
Stimmt. Das kalte Wasser kurbelt die
Durchblutung an, trainiert den Kreislauf und
das Immunsystem. Durch regelmäßige Kältereize bilden sich im Blut ganz besondere
Killerzellen. Sie wehren Krankheitskeime ab
und schützen vor Infekten. Wer allerdings
schon erkältet ist, sollte auf solche KneippWasseranwendungen verzichten.
Meerrettichauflage gegen Schnupfen
Tipp von Anke Wißgott, Ärztin für Naturheilverfahren, Bad Elster
Schnupfen und verstopfte Nase? Eine Meerrettichauflage fördert die Durchblutung der
Nasennebenhöhlen und den Schleimabbau
in der Nase.
Das brauchen Sie:
Meerrettichwurzel oder Meerrettich (pur)
aus dem Glas
Zwei Kompressen oder Taschentücher
Vaseline
So wird’s gemacht: Reiben Sie den Meerrettich mit einer Küchenreibe klein oder verwenden Sie geraspelten Meerrettich aus
dem Glas, jedoch keinen Sahnemeerrettich.
Tragen Sie etwa einen Teelöffel Meerrettich
auf eine Kompresse oder ein Taschentuch
auf. Cremen Sie Ihre Wangenknochen unbedingt vorher mit etwas Vaseline oder einer fettigen Hautcreme ein. Legen Sie dann
die Meerrettichauflage links und rechts der
Nase auf. Lassen Sie die Auflage etwa ein
bis zwei Minuten auf den Wangenknochen
liegen.
Wenn Sie die Auflage gut vertragen, können Sie diese auch bis zu zehn Minuten auf
dem Gesicht lassen. Waschen Sie den Meerrettich danach gründlich ab. Verträgt Ihre
Gesichtshaut die Auflage nicht, können sie
auch im Nacken auflegen. Dann wirkt sie
indirekt.
Herzschwäche
Herzpatienten sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gut versorgt. Mitteldeutsche Kliniken und Herzzentren belegen in verschiedenen Rankings Spitzenplätze.
Sie zählen zu den besten Einrichtungen in Deutschland. Wir wollten wissen, welche
Hilfe die Ärzte konkret bei Herzschwäche geben können und starten unsere NovemberReihe in der Klinik für Innere Medizin 1 am Uniklinikum Jena. Ein Schwerpunkt hier: der
Einsatz und die Entwicklung von Herzklappen.
OP-Vorbereitungen für eine 88-Jährige Patientin. Sie hatte zwei Schwächeanfälle, eine
Herzklappe arbeitet kaum noch. Eine Erkrankung, die im höheren Alter häufiger
auftritt. „Das ist wie beim Auto. Bei manchen geht das Auslassventil kaputt, nach
drei Millionen Kilometern - oder nach 88
Jahren. Wenn es zu eng wird, kann das Blut
nicht mehr aus der Herzkammer heraus.
Diese Verengung in der Ausflussbahn, also
da wo das Ventil sitzt, führt dazu, dass die
Herzkammer immer mehr Druck aufbauen
muss, um den Blutdruck im Körper aufrecht
zu erhalten“, erläutert Herzspezialist Professor Dr. Hans-Reiner Figulla vom Uniklinikum
Jena.
Und dieser hohe Druck in der Herzkammer
schadet dem Herzen. Langfristig führt er zu
Herzschwäche und Schmerzen. Bewusstlo-
sigkeit kann jederzeit, bei jeder Belastung
auftreten. Ein lebensgefährlicher Zustand
also. Deswegen soll die 88-Jährige jetzt eine
neue Herzklappe erhalten. Künstliche Herzklappen werden zwar schon seit etwa 50
Jahren eingesetzt, doch Operationen am
offenen Herzen sind für ältere und schwache Patienten kaum geeignet. „Früher hätte
man ja den Brustkorb aufgeschnitten, das
hätte ich nicht machen lassen“, erzählt uns
die Patientin kurz vor der OP. „Aber jetzt ist
es einfacher und ich will doch noch hoffentlich ein bisschen leben, nicht?“
Für Ältere kommen sogenannte Kathetergeführte Operationen in Frage. „Das heißt:
Man kann die Herzklappe zusammenfalten,
in einen Katheter stecken und über einen
minimalen Schnitt bis zum Herzen schieben“, erklärt Professor Figulla. Eingriffe die5
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ser Art haben sich in den letzten Jahren
etabliert. Professor Figulla ist in Deutschland
führend an dieser Entwicklung beteiligt.
Der Katheter kann über vier verschiedene
Wege zum Herzen gelangen. Zugänge sind
die Armbeuge und die Blutgefäße des Halses. Über einen kleinen Schnitt kann ein
Katheter auch direkt in die Herzspitze geführt werden. Der am häufigsten genutzte
Zugang zum Herz ist der Eintritt über die
Leiste des Patienten. Professor Figulla: „Wir
bringen den Katheter durch die verengte
Klappe hindurch, dann entfaltet sich die
neue Klappe im Bereich der alten und
drückt sie an die Wand. Dann funktioniert
das alles wieder.“ Entscheidend für den
Erfolg ist die genaue Positionierung der
Klappe. Das erfordert ein perfektes Zusammenspiel zwischen ausgeklügelter Mechanik
und Fingerspitzengefühl. Auch bei der älteren Dame hat die OP gut geklappt, nach
wenigen Tagen ist sie wieder auf den Beinen. Verschiedene Klappen-Modelle erfüllen
inzwischen unterschiedliche medizinische
Anforderungen. Eines dieser Modelle wurde
in Jena entwickelt. „Wir haben in Jena
schon sehr frühzeitig diese perkutanen
Herzklappen (A.d.R.: perkutan = durch die
Haut) entwickelt. So sind wir in die Lage
versetzt worden auch tatsächlich eine solche
Klappe auf den Markt zu bringen. Natürlich
mit einer Firma, die jetzt Jenaklappe oder
Jenavalve heißt. Und die wird jetzt in großen
Teilen der Welt schon angewandt und da-
rauf sind wir sehr stolz. Denn es ist das erste
Mal, dass in Deutschland so was überhaupt
gelungen ist.“
Herzschwäche: Spezielles Tagebuch für
Betroffene
Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als
370.000 Patienten mit Herzschwäche in
eine Klinik eingewiesen. Damit zählt die
Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen
für einen stationären Aufenthalt. Ein spezielles Herztagebuch soll helfen, solche Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
Menschen mit einer Herzschwäche sollten
täglich ihr Körpergewicht kontrollieren. Auf
diese Weise lassen sich Wassereinlagerungen frühzeitig erkennen. Sie deuten auf
eine Verschlechterung der Herzschwäche
hin und erfordern ein rechtzeitiges Gegensteuern. Um die Selbstkontrolle bei einer
Herzschwäche zu erleichtern, empfiehlt die
Deutsche Herzstiftung Betroffenen ein spezielles Herztagebuch zu führen, in das neben dem Körpergewicht auch der Blutdruck
und der Puls eingetragen werden. Die Aufzeichnungen im Herztagebuch sollten dabei
immer Bestandteil des nächsten Arztgespräches sein.
Das Herztagebuch ist gegen Einsendung des
Rückportos (1,45 Euro in Briefmarken)
erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e. V.,
Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt a. M. oder
unter
www.herzstiftung.de/Herztagebuch.html
Gäste im Studio
Prof. Dr. med. Sabine Westphal, Städtisches Klinikum Dessau-Roßlau, Ernährungsmedizinerin,
Städtisches Klinikum Dessau, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik
Anke Wißgott, Ärztin für Naturheilkunde, Celenus Deutschen Klinik für Integrative Medizin
und Naturheilverfahren (DEKIMED), Bad Elster
Andreas Goßler, Koch
Buchtipp
Wertvolle Tipps, wie Sie dank einfacher Hausmittel Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren und Ihren
Körper wieder ins Gleichgewicht bringen können, finden Sie auch im neuen Hauptsache Gesund-Buch "Meine besten Hausmittel". ISBN: 978-3-89883-272-4; 19,95 Euro
Erhältlich im Buchhandel und im MDR-Shop.
Anschrift/ Thema der nächsten Sendung
MDR FERNSEHEN, Redaktion Wirtschaft und Ratgeber „Hauptsache Gesund“
in 04360 Leipzig, Faxabruf: 01803/151534, Internet:
www.mdr.de/hauptsache-gesund,
E-Mail:
hauptsache-gesund@mdr.de
Thema der Sendung vom 14.11.2013: "Diabetes – Kampf gegen den stillen Killer“
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