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Bauern sind Bodenprofis Hilfe, wir verlieren Boden! Wer hat was

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15
DAS JUGENDMAGAZIN DER SCHWEIZER LANDWIRT
Wer hat was gesagt ?
Seite 4
SCHAFT
Bauern sind Bodenprofis
Seite 10
Hilfe, wir verlieren Boden!
Seite 12
… am Boden
Schuhe putzen
Frust und Ärger! Ich bin wieder einmal zu spät und
nehme die Abkürzung auf dem Trampelpfad zwischen
den zwei Strassen. Ein andermal spaziere ich nur
kurz neben dem Weg, weil ich mit meinem Kollegen
quatschen will. Und dabei passiert es: Die Schuhe sind
voller Dreck. Wo ich hintrete, hinterlasse ich Spuren.
Wäre ja weiter nicht schlimm. Aber das Putzen der
Schuhe danach…das müsste echt nicht sein.
Alles klar also: Erdboden ist schmutzig und ärgerlich, mehr als unnütz, besonders an nassen Tagen.
Doch Boden ist nicht nur Grund für lästiges Schuheputzen, Boden ist auch die Grundlage unseres Lebens:
☛ Ohne Boden gäbe es keine Nahrung.
☛ Ohne Boden müssten wir schmutziges Wasser
trinken.
☛ Ohne Boden und seine Lebewesen müssten wir
durch eine dicke Schicht toter Blätter und Tiere
waten.
Fotos: LID/Jürg Rindlisbacher; BruWü/Anita Wüthrich; zVg
Woher ich das weiss? Ganz einfach, wir vom Pick upTeam haben mit Bodenprofis gesprochen, mit Bäuerinnen und Bauern, mit Bodenforschern und mit
einem Anwalt für den Boden. Logisch, dass wir alles
aufgeschrieben und fotografiert haben – wie immer.
Vielleicht geht es euch nach dem Lesen dieses Pick up
ähnlich wie mir. Seit ich weiss, dass Erdboden etwas
Spezielles ist, erscheint mir das Schuheputzen
irgendwie weniger stressig.
Impressum
Markus Wilhelm
2
Pick up
Pick up Magazin richtet sich an 13- bis 16-jährige Schülerinnen und Schüler.
Pick up Unterricht bietet auf www.lid.ch Unterrichtsideen
zu den Magazin-Themen für die Sekundarstufe I in der
Schweiz.
Erscheinung
Pick up erscheint zweimal im Jahr in deutscher und
französischer Sprache. Heft 16: Herbst 2005.
Herausgeber
AMS Agro-Marketing Suisse Bern, Verein zur Förderung des
Absatzes von schweizerischen Landwirtschaftsprodukten.
Redaktion
LID Landwirtschaftlicher Informationsdienst, Jürg Rindlisbacher, in Zusammenarbeit mit der Agence d‘Information
agricole romande (AGIR)
Texte:
Matthias Diener, Luzern
Markus Wilhelm, Horw
Grafik:
Atelier Bruckert/Wüthrich, Olten
Titelfoto: Jürg Rindisbacher (LID)
Litho:
Läderach Repro AG, Hindelbank
Druck:
Fischer Druck AG, Münsingen
Papier:
Chlorfrei gebleicht
Bezug
Für Lehrpersonen sowie Schülerinnen und
Schüler kostenlos bei:
LID Landwirtschaftlicher Informationsdienst, Weststrasse 10, 3000 Bern 6,
Tel. 031 359 59 77, Fax 031 359 59 79
E-Mail: info@lid.ch, www.lid.ch
Boden…
4 Wer hat was gesagt?
…pflügen
…umstechen
…umgraben
…grubbern
…eggen
…ansäen
…walzen
…bepflanzen
…bewässern
…hacken
…kaufen
…verkaufen
…handeln
…aufreissen
…abschälen
…baggern
…bewegen
…wegkarren
…forttransportieren
…überbauen
…versiegeln
…zubetonieren
…rekultivieren
Rätselspiel. Wer denkt wie
über den Boden?– Zwei Pick up
Leserinnen und drei Leser beantworten Fragen. Wie würdest du
antworten?
6 Bodenforschern
über die Schultern
schauen
Reportage. Der Untergrund
birgt Geheimnisse. Bodenforscher lüften sie mit Drucktests, Atemtests, Geruchtests,
Blicktests
und Langzeittests. Das
kannst du auch!
…betreten
…befahren
…entdecken
…urbar machen
…entwässern
…drainieren
…besiedeln
…analysieren
…zerstampfen
…verlassen
…abmessen
…vermessen
…in die Hand nehmen
…zerbröseln
…untersuchen
8 Der Bodenanwalt…
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12
Inhalt
Interview. Wir
müssen dem Boden
Sorge tragen. Werner Rohr sagt,
warum und wie man es macht.
Komm mit auf
die Grossbaustelle.
Die Bodenprofis…
Porträt. Bauern sind Bodenprofis, sie wissen ihre Maschinen
einzusetzen. Und damit es keine
Probleme gibt, wenden sie vielseitig-kluge Tricks an. Setz dich
mit auf den Traktor.
Hilfe – Hallo
Tipp. Wir verlieren Boden, mehr
und mehr! Es gibt Möglichkeiten ihn zu erhalten! Praktisch
im Alltag und politisch mit
einer Petition – eine Anleitung.
14
16
Mixed up
Kurzinfos Pflanzen, die ohne Boden wachsen. Boden als Surfziel,
als Leseidee und als Reisehinweis.
Lösungen. Moritz.
Blei & Boden
Bodenkrimi. Kommissar
M.ACKER löst seinen fünften
Fall. Wie löst du ihn?
3
Artan Hajdaraj,
17 Jahre, Reussbühl
LU, ist in Kosovo
geboren und lebt seit
dem zweiten Lebensjahr in der Schweiz.
Die Sommerferien
verbringt er bei Verwandten in Kosovo.
Yael Jenni,
13 Jahre, lebt im
Beaumont-Quartier
am Jurahang in
Biel BE. Das Haus
ihrer Eltern steht
in einem grossen
Garten.
Pierre-Adil Abdelmoula,
16 ans, habite Rolle et étudie
en 1ère année au Gymnase de
Morges.
BOD
W E R
H A T
W A S
Welche drei Aussagen gehören zu wem?
Je eine pro Kasten – Auflösung auf Seite 15
Spontan gesagt…
A. «Aller Boden ist überbaut. Und: Ohne Boden
können wir nicht leben.»
B. « Je pense à la spéléo, à la forêt, aux arbres,
aux pierres… ainsi qu’aux métaux et aux solides. »
C. «Die Landschaft. Ich sehe den Acker um unser
Haus, die Häuser, einen Hügel und Wald.»
D. « Du vert ! De l’herbe, de la terre aussi – surtout une image de la nature et de la campagne. »
E. «Zuerst die geteerte Strasse; dann der Boden,
auf dem ich stehe. Jetzt ein Parkettboden.»
4
Genauer nachgedacht…
F. « Je pense aux plantes et aux fleurs. Et aussi aux fourmis qui s’activent et
travaillent dans leur fourmilière, aux vers de terre, aux taupes… En général, j’associe le sol à la vie des animaux. »
G. «Boden ist die Grundlage für unsere Nahrung und die der Tiere. Mit dem
Boden sind wir verbunden, weil wir darauf leben. Das Kulturland der
Bauern lebt, mit all den Tieren darin, Regenwürmer, Mäuse usw. Der
Boden filtert auch das Wasser, es ist lebensnotwendig für uns Menschen.»
H. « Lors d’une visite que nous avions faite dans une école d’agriculture, il y
avait une coupe du sol qui montrait bien les différentes strates, c’est une
image qui m’est restée. Sinon je vois les mousses, les lichens, ainsi que
toutes les petites bestioles qui sont sur et dans le sol : insectes, fourmis,
vers de terre... »
I. «Es gibt verschiedene Böden: Erde, Gras, Teer. Es gibt Leute, die haben
Höhenangst; sie brauchen Boden unter den Füssen. Böden haben verschiedene Düfte: Eine Blumenwiese riecht nach Frühling, der Waldboden
David Dössegger,
15 Jahre, lebt auf
einem Bauernhof in
Lenzburg AG. Seine
Eltern bewirtschaften
25 Hektaren Land, je
die Hälfte Gras- und
Ackerland.
Fotos: Agir/Viviane Fenter; LID/Jürg Rindlisbacher
Lara Peretti,
14 ans, vit à Pully,
dans la banlieue
résidentielle de
Lausanne.
DEN
D A Z U
G E S A G T ?
Gründlich überlegt…
nach Blättern. Der Boden hat auch in
manchen Religionen eine Bedeutung.»
J. «Boden ist wie ein Teil des Menschen:
Unsere Nahrung kommt aus der Erde.
Aus dem Boden kommen auch die Rohstoffe – Erdöl, Erdgas, Kupfer und Mineralien. In der Schweiz ist der Boden sehr
zugedeckt mit Teerstrassen. In Kosovo
hat es fast nur Naturstrassen. Das ist
besser für die Umwelt, dafür kommt man
weniger schnell voran.»
K. «Es ist gut, dass man auf etwas stehen kann. Schön sind die verschiedenen Arten
von Boden. Ich habe es gerne, wenn der Boden weich ist, zum Beispiel im Gras,
wenn ich mit dem Hund hinausgehe.»
L. « Nous avons un petit bout de jardin où ma sœur s’amuse à chercher des trèfles
à quatre feuilles ! Pour ma part j’ai des contacts très directs avec le sol quand je
tombe de cheval ! Heureusement cela n’arrive pas trop souvent… »
M. «Boden ist wichtig, dass ich überhaupt existieren kann. Den Boden braucht es
eigentlich für alles: um Häuser zu bauen, um zu gehen und zu fahren…ausser
zum Schwimmen.»
N. «Ohne Boden könnten wir und alle Lebewesen nicht existieren. Wir als Familie
leben direkt vom Boden. Mein Vater produziert Zuckerrüben, Kartoffeln, Milch.
Ab und zu arbeite ich mit auf dem Betrieb, auf dem Traktor und im Stall.»
O. « Quand j’étais petit, j’adorais creuser des trous dans le jardin, j’essayais
d’aller le plus profond possible… Aujourd’hui c’est lors de mes sorties
spéléo, au fond des grottes, que je suis en contact avec le sol ! »
5
Fotos: LID/Jürg Rindlisbacher; Markus Wilhelm; Illustrationen: BruWü/Anita Wüthrich
Bodenforschern
übe r die
Schultern
schauen
An der Forschungsanstalt
Reckenholz wollen einige
Forscherinnen und Forscher genau wissen, wie
Boden funktioniert und
was darin lebt. Dazu greifen sie mal mit High-TechGeräten, mal mit der blossen Hand in die Erde.
Ist es nicht eklig, sich bei der Arbeit
dauernd die Hände schmutzig zu machen? «Keineswegs» sagen die zwei
Bodenforscher Peter Weisskopf, Agronom, und Hans-Rudolf Oberholzer,
Biologe.
Kein Dreck. «Wir Menschen sind
schlecht an den Boden angepasst.
Darum kriegen wir schmutzige Hände,
wenn wir in die feuchte Erde greifen. Der Regenwurm kommt immer
sauber aus dem Boden.» Boden ist
die oberste Schicht Erde, in der die
Pflanzen wachsen können. Er beginnt
(von unten geBoden ist die sehen) dort, wo
oberste Schicht Erde, der Fels oder das
in der Pflanzen wach- Sedimentgestein
sen können. (= abgelagertes
Gestein) aufhört. Zur Hälfte besteht
Boden
aus Sand,
Boden entsteht langSchluff, Ton sam – in tausend
und Humus, Jahren 3 bis 30 cm.
zur andern
Hälfte aus Hohlräumen. In den Hohlräumen hat es Luft und Wasser. Jeder
Boden hat einen speziellen Aufbau
und spezielle Eigenschaften. Boden
ist kein Dreck. (s. Drucktest ☛☛)
6
Langer Aufbau. Die meisten Böden
in der Schweiz sind erst nach der letzten Eiszeit entstanden, nachdem sich
die Gletscher zurückgezogen hatten.
Boden entsteht langsam, ausgesprochen langsam, er wächst in tausend
Jahren 3 bis 30 Zentimeter, je nach
Lage. Wenn wir in einem Wald graben,
endet der Boden nach 50 bis 200
Zentimetern. Dann kommt Fels oder
Sedimentgestein hervor.
☛ Drucktest. Testfrage: Wie gut erträgt ein Boden den Druck
Viel Leben. In einer Hand voll Waldboden leben mehr Lebewesen, als es
Menschen gibt auf der Erde: 10 Milliarden Bakterien, 100‘000 Pilze, unzählige
Milben,
In einer Hand voll WaldSpringboden leben mehr Leschwänze
bewesen, als es Menund
schen gibt auf der Erde.
Tausendfüssler, dazu die Würmer, Schnecken,
Laufkäfer. (s. Atemtest ☛☛)
Fleissige Arbeiter. Ohne Bakterien
und Pilze sähe unsere Welt anders aus.
Sobald ein Laubblatt oder ein totes Tier
auf dem Boden liegt, beginnen Bakterien und Pilze sie bis in ihre chemischen
Bestandteile zu zersetzen und zerlegen.
(s. Geruchstest ☛☛)
Gute Gemeinschaft. Andere Pilze,
darunter auch Waldpilze wie Eierschwamm und Fliegenpilz, leben an
den Wurzeln von Pflanzen und mit
ihnen in Symbiose. Das heisst, beide
profitieren voneinander: Die Pflanzen
geben den Pilzen Zucker ab. Die Pilze
versorgen die Pflanzen mit Wasser und
Bodennährstoffen und schützen sie vor
Krankheitserregern. So bestimmen die
Pilze im Boden wesentlich mit, was auf
dem Boden
Je mehr verschiedene
wächst:
Pilze in einem Boden leben,
Je mehr
verschie- desto mehr verschiedene
dene Pilze Pflanzen können dort
in einem gedeihen.
Boden leben, desto mehr verschiedene
Pflanzen können dort gedeihen.
(s. Blicktest ☛☛)
Wichtige Löcher. Ähnlich bedeutend
wie die Pilze sind die Regenwürmer. Sie
fressen Sand, Blattresten und Kothäufchen, verdauen die darin enthaltenen
Pilze, Bakterien und Pflanzenteile und
scheiden alles Übrige als Wurmhäufchen aus, wie man sie auf Rasen oft
sehen kann. Diese Wurmhäufchen sind
wichtig, dass der Boden krümelig wird.
In krümeligen Böden wachsen die
Pflanzen besser. Würmer können aber
noch mehr: Sie graben ein Röhrensystem in den Boden – je mehr Würmer
im Boden sind, desto dichter. Durch
diese Röhren gelangt Sauerstoff bis in
die unteren Bodenschichten, und nach
einem starken Regen fliesst das Wasser
dadurch gut ab. (s. Langzeittest ☛☛)
der Traktorräder? Bodenforscher spannen ein Stück
Boden in das Ödometer und setzen es zunehmend
unter Druck… bis es bricht.
Teste selbst: Nimm eine Hand voll Erde. Wenn du
sie nur mit Mühe auseinander brechen kannst, ist
der Boden befahrbar. Ist die Erde knetbar oder gar
breiig, ist der Boden nicht befahrbar.
☛ Atemtest. Testfrage: Wie viele Bakterien leben in einem
Boden? Bodenforscher messen die Menge Kohlendioxid (CO2), die die Bakterien ausatmen. Zuerst
lassen sie die Bakterien hungern, dann mischen sie
Zucker in den Boden. Bald beginnen die ausgehungerten Bakterien, den Zucker zu fressen und viel
CO2 auszuatmen. Ein Gerät misst das CO2 und gibt
die Daten an einen Computer weiter. Wenn viel CO2
gemessen wird, leben viele Bakterien im Boden.
Teste selbst: Fülle Apfelsaft in zwei 3 dl-Petflaschen. Gib in eine Flasche ganz wenig und in die
andere viel Backhefe (Hefepilze sind ähnlich kleine
Lebewesen wie Bakterien). Stülpe je einen Ballon
über die Flaschen.
☛ Geruchstest. Testfrage: Wie fleissig bauen Bakterien und
Pilze Laub ab? Bodenforscher können das riechen.
Der typische Erdgeruch eines Bodens kommt von
den Pilzen im Boden.
Teste selbst: Nimm eine Hand voll Erde und rieche
daran. Riecht die Erde faulig, dann haben die Pilze
und Bakterien zu wenig Luft. Riecht sie erdig, sind
die Bakterien aktiv – ein Zeichen, dass der Boden
gesund ist.
☛ Blicktest. Testfrage: Wie reich an Nährstoffen ist ein
Boden? Bodenforscher beobachten, wo welche
Pflanzen wachsen und wie gut sie wachsen. Auf
nährstoffreichen Böden wachsen andere Pflanzen
als auf nährstoffarmen.
Teste selbst: Brennnesseln und Löwenzahn wachsen
nur auf nährstoffreichen Böden, Wiesensalbei und
Hornklee nur auf nährstoffarmen.
☛ Langzeittest. Testfrage: Wie lange dauert es, bis Regenwürmer einen von schweren Maschinen verdichteten Boden wieder locker und krümelig machen?
Bodenforscher der Forschungsanstalt Reckenholz
sind daran, diese Fragen mit mehrjährigen Untersuchungen zu beantworten.
Teste selbst: Wenn du viele Kothäufchen auf der
Erdoberfläche findest, weisst du: Die Regenwürmer
sind aktiv, der Boden ist krümelig und enthält viele
Luftlöcher.
B schützen
DEN
Ein gutes Drittel der Schweizer Fläche sind Orientierungstafel für Passanten
Äcker, Wiesen
und Weiden. Seit wenigen Jahrzehnten
knabbern aber Baumaschinen zunehmend
an diesem Land… und damit an unserer
Lebensgrundlage. Es wird zunehmend
wichtig, dem Boden Sorge zu tragen.
Boden mit Bagger abtragen
Unterboden – Oberbo
Unterwegs zwischen Bern und Zürich, auf dem neuen Trassee der Bahn 2000. Der Zug saust an Wiesen,
Äckern und Wäldern vorbei, taucht immer wieder in
Tunnelröhren. Noch im Frühjahr 2002 war hier eine
Grossbaustelle, tiefe Schneisen in der Landschaft, der
Boden nackt bis auf den steinigen Untergrund.
Der Bode
Werner Rohr
(Firma Geotest) ist
Baubegleiter, er sorgt
bei Bahn 2000 auf der
Strecke Langenthal –
Herzogenbuchsee für
eine pflegliche
Behandlung des
Bodens.
sorgt für den wertvolle
Pick up: Der Boden braucht
Anwälte – warum?
Welche Erfahrungen machen
Sie als Baubegleiter?
Werner Rohr: Wasser, Luft
und Boden sind in der Schweiz
gesetzlich geschützt, der Boden
als letzter erst seit 1980, im Umweltschutzgesetz des Bundes.
Seit Beginn der 1990er-Jahre sind
wir Baubegleiter daran, den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz
des Bodens auf Grossbaustellen
durchzusetzen. Darum wurde ich
in einem Zeitungsbericht «Anwalt
des Bodens» genannt.
W.R. Anfangs wurde ich von den
Planern und Bauleitern als Störenfried behandelt. Ich habe dann
rasch die Sprache der Ingenieure
gelernt, rede über den Boden wie
die Bauleute über den Beton: Von
Festigkeit, Porenvolumen, chemischer Beschaffenheit, Trocknungszeit, Belastbarkeit… Heute sind
wir Baubegleiter auf den Baustellen recht akzeptiert. Die Bauherren – zum Beispiel die SBB bei
Bahn 2000 – haben gemerkt, dass
es sich lohnt, die Bodeninteressen
zu berücksichtigen. Wenn nicht,
machen die Bauern aus Sorge um
ihre Produktionsgrundlage Widerstand, das verzögert den Bau und
kostet mehr als der Aufwand für
eine sorgfältige Rekultivierung
des landwirtschaftlichen Bodens.
Welche Aufgaben haben Sie
als Anwalt des Bodens?
8
W.R. Ich sorge dafür, dass der
Boden nicht wie Dreck behandelt
wird. Bis Ende der 1980er-Jahre hat man in der Schweiz bei
Grossbaustellen, zum Beispiel für
Autobahnen, den Boden weggebaggert, abtransportiert und
irgendwo deponiert. Nach dem
Bau wurde dann irgendwelche
Erde hingekippt und mit einem
Schäumchen Humus überdeckt.
Ein solcher Boden aber bleibt
unfruchtbar, auch wenn Pflanzen
darauf grünen.
Warum lohnt es sich, dem
landwirtschaftlichen Boden
Sorge zu tragen?
W.R. Wir laufen in Zukunft nicht
nur in ein Jahrhundert des Hungers, sondern auch des Durstes.
Der gewachsene, von Bauern
bewirtschaftete Boden ist unsere
Nahrungsmittelgrundlage, er
ist aber auch zentral für unsere
Wasserversorgung: Er lässt die
Niederschläge langsam versickern,
filtert Schmutz und Staub daraus,
speist die Grundwasservorräte.
Überbaute Böden dagegen sind
weitgehend mit Beton- oder Teerbelägen versiegelt. Das Wasser,
man nennt es «Meteorwasser»,
fliesst über die Kanalisation direkt
in die Bäche und Flüsse und dann
in die Meere. Nach ausgiebigen
Regenfällen entstehen darum in
letzter Zeit viel mehr Hochwasser
und Überschwemmungen. Und im
Kleinen verändert sich das Klima:
Wo weniger Wasser im Boden
versickert und daraus wieder
verdunstet, wird es wärmer und
trockener.
Schütten von Unter- und Oberboden
Vor dem Bau der neuen Bahnlinie wurde das Kulturland in Schichten abgetragen, zuerst der Oberboden
(= Humus) und dann der Unterboden. Hunderttausende
von Kubikmetern Boden wurden während Jahren auf
anderem Land gelagert.
Boden mit Bagger einbauen
So tief reichen Luzernewurzeln
Nach dem Bau wurde das Erdreich zurückgebracht, Schicht
um Schicht mit dem Bagger eingebaut und sorgsam angesät.
«Rekultivieren» nennt man diese Arbeit. In acht Jahren erst wird
der Boden im Zustand sein, dass die Landwirte darauf wie vorher
Weizen, Mais, Kartoffeln und alles andere anbauen können.
9
nanwalt
n, bewirtschafteten Boden
Einen Boden in acht Jahren wieder aufbauen
Vorbereitungsphase
Jahr O
Grünlandphase
1./2./3. Jahr
Eingeschränkte Fruchtfolge
4./5./6./7. Jahr
8. Jahr
Ein Jahr
Rübsen
• Die wachsende Pflanze
Drei Jahre
Gras-, Klee-, Luzernewiese
• Ein Bauer bereitet maschinell ein
Vier Jahre
Getreide und Raps
• Mit den Getreide- und
entzieht dem Boden Wasser
und verdunstet es. Der Boden trocknet ab. Trocken ist
er viel tragfähiger als nass.
• Die Wurzeln durchdringen
Saatbeet und sät Gras an. Der
vorstabilisierte Boden wird dabei
erheblich gepresst.
• Es entwickelt sich ein dichtes
den Boden: Es entsteht ein
erstes Hohlraumsystem. Der
Boden wird stabiler.
Wurzelwerk und das Hohlraumsystem bildet sich weiter aus. Luft-,
Wasser- und Nährstoffhaushalt
stabilisieren sich.
• Blätter schützen den Boden
• Die Bodenlebewelt entwickelt sich.
vor Erosion!
Pflanzen werden in den
Boden eingearbeitet
Der Boden wird tragfähig und
widerstandsfähiger gegen die Beanspruchung.
• Das Befahren des Bodens mit
schweren Lasten oder bei Nässe
ist jedoch verboten.
Gras, Heu und Silagefutter
Rapskulturen bauen sich der
Boden und das Bodenleben
weiter auf.
• Schwerere Lasten sind zugelassen. Wegen der schweren
Maschinen und der meist
ungünstigen Erntezeitpunkts
dürfen Mais, Kartoffeln und
Zuckerrüben noch nicht angebaut werden.
• Gearbeitet wird bei günstigen
Witterungs- und Bodenbedingungen. Arbeiten bei nassem
Boden sind jedoch verboten.
Getreide und Raps
Ein Jahr
Gras-, Kleewiese
• Ruhejahr mit Wiese,
bevor der Boden endgültig für eine normale
Bewirtschaftung mit
den üblichen Belastungen freigegeben wird.
Gras
Fotos: Patrick Lüthy/www.imagopress.com; Geotest/Werner Rohr
den – Mutterboden
B DEN
nützen
Stefan Minder fährt mit seiner eigenhändig umgebauten Sämaschine über den ungepflügten Boden.
Er erledigt in einem Arbeitsgang, wozu es sonst drei braucht.
10
Die Boden
machen den Boden locker,
Damit Weizen, Mais, Zuckerrüben und alle die Ackerfrüchte
gut keimen und gedeihen, bereiten die Bauern mit Pflug und
Egge ein Saatbett vor. Stefan
Minder, 30 Jahre, Rohrbach BE,
macht es anders: Er sät, ohne
vorher zu pflügen.
Stefan ist ein Bodenprofi.
Sät Weizen, Gerste, Raps, Mais,
Gras auf die Felder anderer
Bauern, vom Emmental bis in
den Jura, mit Kollegen und vier
Maschinen, über 700 Hektaren
– das entspricht einem Flächenquadrat von gut 2,5 Kilometern Seitenlänge. Und er sät
anders als die meisten Bauern
hierzulande, direkt in den ungepflügten Boden. «Direktsaat»
nennt man das.
So erkennt Stefan Minder gesunde und kranke Böden
«Gesund ist ein Boden, der frisch und erdig riecht und immer mit Blattresten, Stroh
und Wurzelteilen durchsetzt ist, dem Futter für die Bodenlebewesen, und wo du
beim Graben viele Regenwürmer findest. Krank ist ein Boden, der bei Regen weggeschwemmt wird oder zusammensackt. Wenn der Boden verschlämmt und sich
bei Trockenheit Risse bilden, ist das ein Zeichen für eine zerstörte Bodenstruktur.
Und stehende Wasserlachen zeigen, dass der Boden wahrscheinlich verdichtet ist.
Verdichtete Stellen sieht man auch auf Feldern, wo die Pflanzen ungleich hoch
wachsen; die kurzen Pflanzen zeigen genau die Fahrspuren der Traktoren und Maschinen an.»
Im letzten Winter hat Stefan
eigenhändig eine Sämaschine
umgebaut. Vorne an der Maschine sind Metallscheiben
angebracht, die einen Schlitz
in den Boden schneiden. Durch
Schläuche fallen dahinter die
Pflanzensamen in den Schlitz.
Rollen am Hinterteil der Maschine schliessen dann den
Schlitz. Alles geschieht in einem
Arbeitsgang. Der Samen kann
keimen.
«Aus purer Neugier, obs
funktioniert, kam ich zur
Direktsaat», sagt Stefan. In
einem Arbeitsgang erledigt
man damit, was sonst zwei bis
drei Fahrten über den Acker
braucht. Weniger Arbeitsaufwand bei gleichem Ertrag, das
ist wirtschaftlich interessant.
Doch rasch kam Stefan ins
Staunen, wie der Boden nach
der Direktsaat auch voller Regenwürmer, Käfer, Asseln war,
wie die Erde mürbe in den Händen zerbröselte, wie sie waldig
duftete.
«Interessant ist Boden für
mich nur, wenn er fruchtbar
ist. Fruchtbar ist er, wenn man
ihn nicht stört». Stefan bewirtschaftet den Boden, ohne ihn
zu stören. Wo er sät, ist kein
Pflug darüber gegangen. Denn
der Pflug stört den Boden, wirft
das Untere des Bodens nach
«Wie halten
Sie im
Biolandbau
den Boden
fruchtbar?»
Metallscheiben schneiden einen Schlitz in den Boden, die Pflanzensamen fallen hinein,
Rollen schliessen den Schlitz wieder. Der Boden wird nur wenig gestört.
profis
Ursula Reinhard, Bolligen BE
« Ich behandle den Boden wie
ein Lebewesen, fahre wenig mit
Maschinen darauf und nur, wenn er
trocken ist. Im Biolandbau müssen
wir pflügen, weil wir kein Herbizid
spritzen dürfen, und bei Direktsaat
würde das Unkraut das Gemüse
und Getreide zudecken. Ich pflüge
möglichst flach und beeinflusse
die Fruchtbarkeit des Bodens mit
der Fruchtfolge: Nach zwei Jahren
Kunstwiese säe ich Weizen, dann
Hafer – er tut der Bodengesundheit besonders gut – dann
Roggen, dann Dinkel und wieder
Kunstwiese. Gemüse pflanzen wir
höchstens drei Jahre nacheinander
im gleichen Boden, sonst nehmen
Unkraut und Pflanzenkrankheiten
überhand.»
luftig und lebendig
Einen tief gepflügten
Boden muss man vor der
Saat mit schwerem Gerät
bearbeiten und ihn nachher
wieder maschinell lockern. Er
ist weniger belastbar, schwere
Erntemaschinen verdichten
ihn. 14 Tonnen Gewicht bringt
zum Beispiel ein Mähdrescher
auf den Boden. Ein lebendiger
Boden hält das aus. Er wird
nicht zusammengedrückt,
weil er kompakt und stabil
verstrebt ist. Trotzdem ist er
voller Hohlräume, porös wie ein
Schwamm. Wie das?
Wenn Pflanzen absterben
oder abgeerntet werden, bleiben die Wurzeln im Boden.
Sie werden von Würmern und
andern Bodentieren nach und
nach gefressen. So entstehen
im Boden Hohlräume und feine
Kanäle. Die Erdteilchen dazwischen sind mit einer feinen
Haut überzogen, die sich in
der Hand krümelig anfühlen.
Diese Krümel sind erstaunlich
druckfest. Ein derart poröser
Boden lässt das Wasser in die
Tiefe sickern und auch langsam
wieder aufsteigen. Bei starkem
Regen hält er zusammen, wird
nicht weggeschwemmt. Dazu
hält er die Nährstoffe zurück
und gibt sie den Pflanzen nach
und nach ab.
Trotz dieser Vorteile für den
Boden werden in der Schweiz
erst 12‘000 Hektaren (5 Prozent der offenen Ackerfläche)
direkt angesät; jedes Jahr 1000
Hektaren mehr. Stefan organisiert Feldbegehungen, demonstriert seinen Berufskollegen,
wie die Direktsaat aufgeht,
lässt sie die krümelige Erde in
die Hand nehmen, nennt die
Vorteile der neuen Saatmethode: 30 Liter weniger Diesel pro
Hektare, viel weniger Arbeitsstunden, tragfähigere Böden.
Dank der Direktsaat ist der
Boden zudem dauernd bedeckt.
Anders als vom gepflügten,
offenen Boden verdampft kein
CO2 in die Luft.
Einen Schönheitsfehler
allerdings hat die Direktsaat
– so wie jeder menschliche Eingriff in die Natur. Vor oder kurz
nach der Saat wird ein Herbizid
auf das Feld gesprüht. Es dringt
in die Blätter und Stängel der
grünen Pflanzen ein, lässt sie
rasch vergilben und verdorren.
Das ist nötig, weil sonst die
Kulturpflanzen wie Weizen,
Gerste, Mais nach dem Keimen
im Unkraut ersticken würden.
Was unnatürlich und giftig
erscheint, ist aus wissenschaftlicher Sicht ungiftig und sicher,
die geringen Mengen Herbizid
verflüchtigen sich rasch. Die
Regenwürmer jedenfalls beeindruckt es nicht: Sie vermehren
sich fröhlich und bleiben sichtbar gesund.
Fotos: LID/Jürg Rindlisbacher; zVg
oben und begräbt das Obere
unten, mit allen Pflanzenresten und den Tieren, die daran
fressen.
Ruedi Burkhalter, Rohrbach BE
«Damit die Bodenlebewesen gedeihen, pflüge ich oberflächlich und
hacke dann den Boden – dies mit
leichten Maschinen. Wichtig ist die
Düngung. Ich behandle Mist und
Gülle mit homöopathisch wirkenden Mitteln und lasse alles gut reifen und verrotten. So nehmen die
Pflanzen die Nährstoffe besser auf
und die Würmer werden geschont.
Auch mit bewusster Pflanzenwahl
fördere ich die Bodengesundheit.
Eine Wunderpflanze ist die Luzerne:
Sie bringt über die Knöllchenbakterien Stickstoff in den Boden,
wurzelt tief und lockert ihn. Ob
ein Boden gesund ist, sieht man
bei einer Wiese im Sommer an der
geschlossenen Grasnarbe.»
Hilfe Hallo
Wir verlieren den Boden!
So kannst du Boden erhalten!
Der Boden ist keine erneuerbare Ressource.
Einmal zerstört, ist er unwiederbringlich verloren. Trotzdem tun wir so, also könnten wir
Boden bei Bedarf wieder herstellen… oder
irgendwo bestellen.
Es ist unser Lebensstil, der den Boden gefährdet. Den Lebensstil kann man anpassen.
Musst du? Magst du? Willst du mehr tun?
Vergiftet
Jede Gemeinde der Schweiz, die etwas auf sich hält, hat einen
Schiessstand und gleichzeitig ein unlösbares Problem – die Wiesen
beim Kugelfang sind so stark mit Blei, Cadmium und Antimon
belastet, dass Kühe, Pferde und Schafe nicht mehr darauf weiden
dürfen. Manchenorts sieht man sogar kleine Bleiklumpen von blossem Auge.
Jeder Boden der Schweiz ist mit Schadstoffen wie Blei, Kupfer,
Cadmium, Zink belastet, selbst abgelegene Alpweiden und Blumenwiesen im Jura. Weshalb? Abgase von Industrie, Verkehr und
Kehrichtverbrennung verunreinigen die Luft. Der Regen wäscht die
Schadstoffe laufend aus der Luft auf den Boden.
Versiegelt
Eine Sekunde. 6.4 % der Fläche der Schweiz sind mit Häusern
und Strassen überbaut oder asphaltiert. Das entspricht etwa der
Fläche des Kantons Tessin. Und wir machen ungebremst weiter:
Pro Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter Boden versiegelt.
Wie entsorgen?
Keinen Abfall wild verbrennen. Elektronikschrott,
Batterien und Farben nicht in den Kehricht werfen.
Gegenstände aus heiklen Stoffen (z. B. PVC, Cadmium,
Blei) gar nicht erst verwenden.
Ein Kilo Abfall, am Waldrand oder im Cheminée verbrannt, belastet
den Boden so stark mit Schadstoffen wie eine Tonne Kehricht in einer modernen Verbrennungsanlage. Einmal im Boden, schädigen die
Gifte während Jahrhunderten die im Boden lebenden Bakterien und
Pilze, und damit auch uns Menschen.
Wie leben?
Weniger Motorrad, Roller und Auto fahren. Läden und
Einrichtungen im Dorf und in der Stadt nutzen, nicht die
Konsumtempel ausserhalb.
1. Jedes neue Auto, jeder neue Roller benötigt Platz auf den Strassen. Darum werden laufend neue Strassen gebaut – das verbraucht
Boden.
Tausend Jahre. Boden, mit dem Bagger abgetragen und wahllos
abgelagert, ist für immer verloren. Es würde Tausende von Jahren
dauern, bis sich ein Boden zu seiner bisherigen Form neu bildet.
2. Neue Einkaufszentren, Fachmärkte und Freizeitanlagen werden
am Rand der Dörfer und Städte, auf der grünen Wiese gebaut. Weil
die meisten Leute mit dem Auto hinfahren, braucht es Zufahrtsstrassen und grosse Parkplätze. Auch dafür wird guter Boden verbaut.
Abgetragen
Wie einkaufen?
Weg vom Acker. Wind und Wasser können Boden mit sich tragen
und an anderen Orten ablagern. Weniger als ein Zehntel Millimeter
pro Jahr ist natürlich und problemlos; das ist soviel wie der Boden
zuwächst. Wenn mehr wegtransportiert wird als zuwächst, redet
man von Erosion. Wie entsteht Erosion? Natürlicher, gesunder Boden enthält Krümel. Krümeliger Boden erodiert nicht. Wenn aber
Ackermaschinen die Krümel zerschneiden, zerbröseln die darin
eingeschlossenen Mineral- und Humusteilchen und können leicht
wegtragen werden.
Weg von der Erde. Dramatisch ist die Bodenerosion in Ländern
ausserhalb der Schweiz. Wir Menschen haben weltweit bereits
zwei Milliarden Hektaren Acker- und Weideland unfruchtbar gemacht und verwüstet – das entspricht der Fläche Mexikos und der USA! Jedes Jahr erodieren weitere fünf
bis sieben Millionen Hektaren Boden – eineinhalb
Mal die Fläche der Schweiz!
12
Dort einkaufen, wo faire Preise bezahlt und Schweizer
Landwirtschaftsprodukte angeboten werden. Auf Fleisch
und Früchte aus den Tropen verzichten. Keine Gegenstände aus Tropenholz kaufen.
1. Auch in Europa sind 10 Prozent der Böden von Wüstenbildung
bedroht. Warum das? – Discounter zahlen den Bauern immer
weniger für Gemüse, Milch und Fleisch. Um zu überleben, müssen
die Bauern Europas mehr aus dem Boden holen; sie wirtschaften
intensiver und einseitiger, mit Monokulturen. Viele Böden verdichten und erodieren – eine Vorstufe der Wüstenbildung.
2. Böden der tropischen Regenwälder enthalten nur sehr wenige
Nährstoffe. Wenn sie landwirtschaftlich genutzt werden, sinken die
Erträge bereits nach zwei Jahren. Innert weniger Jahre wird das
Land zur Wüste. Trotzdem: Pro Jahr werden 18 bis 25 Millionen Hektar Tropenwald abgeholzt – 5 Mal die Fläche der Schweiz.
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13
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Tomaten stammen oft aus so
genannten Hors-sol-Kulturen.
Diese wachsen nicht in der Erde
– deshalb der Begriff «hors sol»
– sondern auf einem Substrat,
zum Beispiel auf Steinwolle,
Kokos- oder Holzspänen. Über
ein ausgeklügeltes Leitungssystem wird das Gemüse mit Wasser und Nährstoffen versorgt.
Überflüssige Nährstoffe werden
zurückgeführt und wieder verwendet.
Gute Ernten. Hors-sol-Kulturen haben den Vorteil, dass die
Pflanzen im Gewächshaus bei
optimalen Bedingungen gedeihen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht, und die Menge der
Nährstoffe sind genau auf ihre
Bedürfnisse abgestimmt. Unter
derart kontrollierten Bedingungen kann man auch Schädlinge mit natürlichen Feinden
bekämpfen. Gute Ernten sind
folglich die Regel.
Fotos: LID; BruWü/Anita Wüthrich
Haltbarkeit. Ein weiterer
Vorteil der Hors-sol-Methode:
Das Gemüse ist im Vergleich zu
Erdkulturen in der Regel besser
haltbar.
Diese
Pflanzen
wachsen ausserhalb
des Bodens
14
Geschmack. Der Geschmack
der Tomaten wird durch die
Produktionsweise nicht beeinflusst. Neutrale Tester konnten
keinen geschmacklichen Unterschied zwischen Hors-sol-Tomaten und Erdkultur-Tomaten
feststellen. Entscheidend sind
die Sortenunterschiede und der
Reifezustand bei der Ernte.
Das Problem. Auch wenn
Hors-sol-Tomaten ohne Erde
auskommen, ohne Boden
kommen sie nicht aus. Hors-solTomaten brauchen – wie alle
Pflanzen – viel Sonnenlicht um
zu wachsen und zu reifen. Sie
benötigen deshalb die gleiche
Standfläche wie eine FreilandTomaten-Kultur. Hier ist auch
das grosse Problem: Für Horssol-Kulturen wird guter Landwirtschaftsboden versiegelt.
Denn Hors-sol-Anbau wird in
der Regel auf Beton betrieben.
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Surfziele
Bodenrätsel
In Pick up 15 hast du vermutlich viele neue Begriffe zum
Boden kennen gelernt. Teste
dein erworbenes Wissen mit
einem Kreuzworträtsel, das du
am Bildschirm ausfüllst.
Auflösung von
Seite 4 und 5:
www.people.freenet.de/boden/
bodenraetsel2.htm
BODEN – Wer hat was
dazu gesagt:
www.bodenwelten.de
Auf dieser Internetseite findest
du virtuelle Einblicke in und
auf den Boden, Infos zum
Bodenwert, zum bewussten
Umgang mit Boden, zu Kunst
und Boden. Die Website bietet weiter «Spiel und Spass
rund um den Boden» sowie
Diskussionsforen zum Thema
«Bodenschutz».
www.regenwurm.ch
Die virtuelle Ausstellung Regenwurm bietet locker und
witzig Wissen zu Lebensraum,
Leistungen, Biologie, Ernährung der «regen Würmer».
Dazu die Rubriken Quiz, Unterhaltung, Download.
Wie unser
Lebensraum sich
verändert
Eine Broschüre der Schweizer
Arealstatistik informiert
spannend und farbig über die
drastischen Änderungen der
Bodennutzung in der Schweiz.
Sprechende Bilder, verständlich
geschriebene Fakten und Kommentare, informative Grafiken,
nüchterne Ausblicke – ein super
Informationspaket. «Bodennutzung im Wandel», 30 Seiten,
2001. Gratis erhältlich in d,f,i,e
Sprache beim Bundesamt für
Statistik, 2010 Neuchâtel,
order@bfs.admin.ch, Bestellnummer 429-0100. Download als pdf-Dokument unter
www.bfs.admin.ch/bfs/
portal/de/index/themen/
raum_und_umwelt.htm
«Bodenschatz
– Bodenschutz»
Unter diesem Titel hat das Bundeamt für Umwelt, Wald und
Landschaft, BUWAL das Heft
2/2004 seiner Reihe «Umwelt»
zum Schwerpunktthema
«Boden» herausgegeben.
Detailansicht, Download
und Bestellung unter
www.buwalshop.ch
Artan A-D-M
Yael E-I-K
Pierre-Adil B-H-O
David C-G-N
Lara D-F-L
«Erlebnis Boden»
Die Ausstellung «Erlebnis
Boden» bietet Kindern und
Erwachsenen spannende Einblicke in die Welt unter unseren
Füssen, in den Lebensraum
Boden, seine vielfältige Nutzung und Verletzlichkeit. «Erlebnis Boden» ist eine Wanderausstellung, die zwei bis drei
Wochen an einem gut besuchten Ort steht. In der Regel wird
die Ausstellung mit lokalen
kulturellen Anlässen, Aktionen
und Führungen kombiniert.
Die aktuellen Ausstellungsorte
stehen unter
www.erlebnisboden.ch
Kommissar
M.Acker
15
Lösung von Pick up 14, Seite 16, «Käse & Knoblauch»
Der Strichcode auf der
leeren Verpackung gibt
Auskunft. Er beginnt mir
der Zahl 21. In der Packung
muss folglich Emmentaler
gewesen sein. Der Täter hat
also doch Käse gegessen.
Blei & Boden
Vergiftung – Kommissar M.ACKER löst seinen fünften Fall
Erfolgreiche Männer
haben nie schmutzige
Schuhe. Igitt! Doch gerade
die kriege ich dauernd in
meinem Beruf.
In der der Nacht auf Montag ist
Berta gestorben. Berta war die
beste Milchkuh im Stall von Niklaus Amsler. Seit Tagen schon
kränkelte Berta – und nicht
nur sie. Auch die anderen Kühe
sind schwach. Werden auch sie
sterben?
Niklaus A. will endlich
Klarheit. Er bittet Kommissar M.ACKER in den
Stall und auf die Weiden.
Auf dem Hofrundgang erfährt
M.ACKER von
Bauer Niklaus A.
die Hintergründe
des Falls.
Ella erblickt die
Schmutzspuren auf dem
Parkett ihrer Wohnung.
Klar ist: Kuh Berta ist an
einer Vergiftung gestorben.
Das hat mir der Tierarzt
bestätigt.
Unklar ist, ob Ella,
die neue Nachbarin
von Bauer Niklaus A.,
die Kühe systematisch
vergiftet.
M.ACKER
fragt bei
Ella nach.
Sie haben schmutzige
Schuhe, Herr Acker! Sind Sie
nebenbei Altmetallhändler,
oder woher kommen Sie?
Wo viel Blei ist,
werden auch andere Schwermetalle vorhanden sein.
Ja, mich nervt das Geläut
der Kuhglocken. Ich kann kaum
schlafen. Aber Kühe töten, das
würde ich nie!
Danke für den Tipp.
Sie sind wirklich
unschuldig.
M.ACKER nimmt eine
Hand voll Erde von seinen Schuhen. Auch er
erkennt nun die kleinen
Bleiklumpen.
Antwort finden. Woher könnten das Blei und Cadmium stammen, das
M.ACKER zusammen mit der Erde an den Schuhen klebte und die Kühe
vergiftete? Nach der Lektüre der Seiten 12 und 13 wisst ihr die Antwort.
Illustration: Propulsion/Yvan Gindroz
Ein Fall für Kommissar M.Acker
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Seele and Geist
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