close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Arbeitsblatt 1 Was vor dem Einsatz einer Befragung geklärt sein sollte!

EinbettenHerunterladen
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 2
Arbeitsblatt 1
Was vor dem Einsatz einer Befragung geklärt sein sollte!
Wenn im Rahmen der Konzeptentwicklung eine Befragung von Menschen oder Gruppen erwogen
wird, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Klärung des Auftrages zur Konzeptentwicklung.
Zunächst muss eine Verständigung über die Perspektive 2014 und den vom Erzbischof erteilten
Auftrag erfolgen. In dieser Klärung und Vergewisserung muss deutlich werden, was die
Konzeptentwicklung leisten soll und wie ein mögliches Ergebnis aussehen kann. Hierbei sollte
deutlich werden, das die Pastoralverbünde die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft ehrlich
und nüchtern in den Blick nehmen müssen, dass sie aufgerufen sind, im Sinne einer
missionarischen Pastoral die Zeichen der Zeit zu erschließen und die drei Zielfelder der
Perspektive mit Leben zu füllen. Deutlich werden sollte auch, dass die einzelnen Gemeinden nicht
mehr alle Dienste und Angebote aufrechterhalten können. Notwendig wird vielmehr eine
kooperierende und einander ergänzende Pastoral mit profilierten Gemeinden an unterschiedlichen
pastoralen Orten. Deutlich werden muss auch, dass der Erzbischof in der Perspektive 2014 dazu
aufruft, trotz der Veränderungen und Einbrüche im kirchlichen Leben eine Pastoral für die Zukunft
zu entwerfen ist, die die Herausforderungen annimmt und neu auf die Menschen zugehen kann.
Herausforderungen und leitende Fragen für diesen Suchprozess.
Damit die Konzeptentwicklung für die Gemeinden und ihre Akteure eine zukunftsweisende
Relevanz erhält, müssen die Herausforderungen für den Prozess beschrieben werden. Diese
Herausforderungen können sich aus folgenden Bereichen ergeben: hauptamtliches Personal,
Katechese, Gottesdienste, Angebote der Lebenshilfe und der Verbände, ehrenamtliche
Mitarbeiter, Finanzen, Immobilien, Strukturen, Einrichtungen, Image und Kultur.
Neben diesen Herausforderungen können folgende Fragen den Suchprozess anregen. Sie können
die Richtung weisen, Hoffnung geben und Energie freisetzen.





Was will Gott von uns hier in „XY“?
Wonach sucht die Kirche hier am Ort?
Welchen Menschen wollen wir uns mehr öffnen?
Welche Themen und Fragen sind wichtig für eine zukunftweisende Pastoral?
Welche Hoffnungen und welcher Glaubensgrund tragen uns in den
Veränderungsprozessen?

Einflussfaktoren für die Entwicklung eines Pastoralkonzeptes
Damit die Arbeit am Pastoralkonzept auch fruchtbare Ergebnisse bringt, ist es wichtig und
entscheidend, die Entwicklungen in den Blick zu nehmen, die das Leben in den Gemeinden und
das Leben der Menschen so entscheidend verändern haben.
Hierbei sollten folgend 2 bzw. 3 Blickrichtungen herangezogen werden:
1. Entwicklungen im sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhang (Kontext),
2. Entwicklungen im gesamten kirchlichen Kontext,
3. Entwicklungen im Kontext der Gemeinden und des Pastoralverbundes.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 2 von 2
Erste Planung der Schritte im Prozess der Konzeptentwicklung.
Damit der begonnene Prozess der Konzeptentwicklung gezielt und gesteuert ablaufen kann, ist es
wichtig, die Schritte und Etappen zu fixieren, die gegangen werden sollen. Grundgerüst kann
hierbei der Dreischritt sein:
SEHEN – URTEILEN – HANDELN
Zum ersten Schritt der Analyse (SEHEN) liegen vielfältige Informationen1 zu den Entwicklungen im
gesellschaftlichen und gesamtkirchlichen Kontext vor, die vor einer Befragung systematisch
genutzt und ausgewertet werden sollten. Die so gewonnen Einsichten grenzen den
Befragungsgegenstand ein und fokussieren auf die relevanten Themen der Pastoralen Planung
vor Ort.
Auch in anderen Phasen der Konzeptentwicklung und pastoralen Planung kann der Einsatz einer
Befragung hilfreich und wirkungsvoll sein. (z.B. bei der Planung von Maßnahmen und Projekten).
Wichtig ist, dass die Befragung in einen offenen Veränderungsprozess eingebettet ist, der
Antworten auf drängenden Fragen und Probleme sucht.
Eine klare Einbindung in den Prozess der Konzeptentwicklung verhindert, dass möglicherweise
Gruppen und Meinungsträger die Befragung nutzen für Verhinderungen von Veränderungen sowie
die Wahrung von einseitigen Besitzstandsinteressen.
1
Bertelsmannstiftung www.wegweiserdemografie.de, kirchliche Statistiken des Bistums, Statistiken der
Bischofskonferenz, Ergebnisse der SINUS – Milieustudie, Daten kommunalerP Statistiken und Sozialberichte,
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 1
Arbeitsblatt 2
Anlässe und Ziele der Befragung
Im Rahmen einer Konzeptentwicklung kann es unterschiedliche Anlässe und Interessen
geben, eine Befragung durchzuführen. z.B.:

den IST – Stand im Pastoralverbund erheben, mit dem Ziel die Profile der Gemeinden zu
entwickeln und Kooperation zu fördern,

die Nutzung von Angeboten, Produkten und Programmen zu erheben, um deren Quantität
und Qualität zu überprüfen und verbessern,

die Analyse von Wünschen und Bedürfnissen und die Erwartungen an Kirchengemeinde
erfragen mit dem Ziel, Zufriedenheit zu erhöhen und veränderte und neue Angebote zu
entwickeln,

die Erwartungen und Anforderungen an hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger
transparent werden lassen,

die Zufriedenheit von ehrenamtlichen Mitarbeitern zu ermitteln, um Konsequenzen daraus
abzuleiten,

die Wirkung der Gemeinden und ihrer Institutionen im Sozialraum zu erkunden mit dem
Ziel, Handlungsbedarfe zu erkennen und das Image zu verbessern,

die eigene Marktposition zu ermitteln, mit dem Ziel Angebote abzugleichen, Synergien zu
entwickeln, Kooperationen einzugehen, Schwerpunkte neu zu entwickeln oder einzustellen,

die Bedeutung des Glaubens im Alltag (Gottesbilder, Schöpfungsauftrag, …) zu erfragen,
die religiöse Praxis (Besinnung, Rituale, Gebetsformen, …), die Relevanz existentieller
Fragestellungen, sowie Fragen zum gegenwärtigen und zukünftigen Auftrag der Kirche zu
ermitteln.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 1
Arbeitsblatt 3
Zielgruppen in der Befragung
Blickrichtungen:
1. Nach innen die Gemeinden, Gruppen und Projekte im Pastoralverbund






alle Mitglieder
Nutzer von Angeboten und Produkten
Gottesdienstbesucher
Ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen
besondere Zielgruppen (z.B. Alleinerziehende, Senioren, Jugendliche, …)
2. Nach außen in den Lebensraum:





Journalisten, Politiker
Multiplikatoren
in die Sinus- Milieus
in besondere Wohngebiete und Stadtteile
Konkrete Auswahl der Zielgruppen:
Zielgruppe


Was wollen wir von der Zielgruppe wissen?
Was können wir von ihnen erfahren?
1.
2.
3.
4.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 2
Arbeitsblatt 4
Befragungsinstrumente
Bei der Auswahl von Befragungsinstrumenten ist es unerlässlich notwendig, die Möglichkeiten und
Grenzen der Zielgruppe(n) zu berücksichtigen. So eignen sich z.B. für Kinder eher Interviews und
kreative Befragungsinstrumente (Collagen, Bilder), als das Ausfüllen von Fragebögen. Senioren
sind vermutlich schwieriger für eine Onlinebefragung zu begeistern, als die Zielgruppe der
Firmlinge. Für Jugendgruppen und Cliquen eigenen sich auch besonders gut Gruppeninterviews.
1. Persönliche Befragung/ Qualitatives Interview
Bei der persönlichen Befragung besucht ein Interviewer den zu Befragenden und spricht mit ihm. Für dieses
Gespräch gibt es einen Leitfaden (siehe Arbeitsblatt 8: Leitfadeninterview). Das Gespräch wird mit einem
geeigneten Medium aufgezeichnet. (Kassettenrekorder, Video etc.). Aussagen müssen anschließend in
Kategorien gebracht (geclustert) werden.
Zeitaufwand: hoher Zeitaufwand für das Interview, noch höherer Zeitaufwand für die Auswertung.
Personaleinsatz: eher gering, da Stichproben genügen
Finanzen: Kosten für Ausbildung von Interviewern, ggf. Honorar für die Interviews u. Auswertung
Vorteile:
Nachteile:
Für die Befragung können Hilfsmittel (Leitfragen)
eingesetzt werden. Dabei sind
Interviewbeobachtungen möglich (auf dem
Fragebogen wird beispielsweise vermerkt, ob der
Befragte engagiert oder desinteressiert wirkt)
Die Führung und Anleitung der Interviewer ist
kompliziert und aufwändig.
Hoher Zeitaufwand.
Aufwendige und komplizierte Auswertung.
Gefahr der Fehlinterpretation von Antworten.
2. Telefonische Befragung
Ausgewählte Interviewpartner werden am Telefon anhand eines standardisierten Fragebogens befragt.
Die Antworten werden sofort vom Interviewer in eine Datenbank eingegeben (s. GrafStat)
Zeitaufwand: eher gering
Personaleinsatz: in Abhängigkeit der Stichprobe eher gering
Finanzen: mit ehrenamtlichem Einsatz eher gering (Telefonkosten), PC für Dateneingabe muss
vorhanden sein;
über professionelle Call-Center teuer.
Vorteile:
Nachteile:
Die telefonische Befragung mit ehrenamtlichem
Einsatz ist vergleichsweise schnell und kostengünstig
durch einfache Interviewführung.
Verglichen mit dem persönlichen Interview ist die
Anonymität größer.
Möglicherweise geringere Bereitschaft bei
Angerufenen am Telefoninterview teilzunehmen. Das
gilt jedoch nicht absolut, sondern hängt von den
Themen und Umständen der Befragung ab.
Das Interview muss kurz und prägnant sein und ist
deshalb auf wenige Fragen beschränkt.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 2 von 2
3. Schriftliche Befragung – Fragebögen
Schriftliche Befragungen finden in der Regel anonym mit einem standardisierten Fragebogen statt.
Zeitaufwand: hoher Zeitaufwand für Fragebogenerstellung, Verteilung und Auswertung
Personaleinsatz: ggf. für Verteilung und Einsammeln und Dateneingabe recht hoch. Für
computergestützte Auswertung PC-Kenntnisse erforderlich. (GrafStat)
Finanzen: Druckkosten, ggf. Porto od. Botendienste, Honorare für Dateneingabe und Auswertung
Vorteile:
Nachteile:
Schriftliche Befragungen sind verhältnismäßig
Postalische Befragungen haben eine geringe
kostengünstig, ermöglichen hohe Anonymität und eine Rücklaufquote (ca. 5%). Die Rücklaufquote kann
einfache, computergestützte Verwaltung
erhöht werden, wenn die Rückgabe an ehrenamtliche
Mitarbeiter oder in öffentlichen Institutionen möglich
ist.
4. Online-Befragung (WWW) ist mit GrafStat möglich
Fragebogen wird online gestellt und kann vom Besucher der Homepage direkt ausgefüllt werden. Die
Auswertung findet an einem zentralen Rechner statt.
Zeitaufwand: verhältnismäßig gering, nur für Fragebogenerstellung und Auswertung (Dateneingabe entfällt)
Personaleinsatz: gering
Finanzen: gering, da „GrafStat“ für nichtkommerzielle Nutzer kostenfrei ist.
Vorteile:
Nachteile:
Online-Umfragen sind kostengünstig.
Nur Internetnutzer können teilnehmen.
Computergestützte Benutzerführung vermeidet
Es muss sichergestellt werden, dass die Befragten an
Interviewerfehler. Die Auswertung gelingt durch
der Umfrage nicht mehrfach teilnehmen können.
Kombination der Umfrage-Software mit
Wegen inhomogener Verbreitung der Internetnutzung
Auswertungsprogrammen recht einfach
in der Bevölkerung sind derzeit keine allgemein
repräsentativen Stichproben möglich.
5. Gruppeninterviews
Spezielle Fragestelllungen können auch in Gruppen (Cliquen) von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
gemeinsam erhoben werden. Dabei sind viele Methoden aus der Gruppenarbeit und der Einsatz kreativer
Medien hilfreich, um einen Aktivierung zu erreichen und Antworten auf präzise gestellte Fragen zu bekommen.
Zeitaufwand: verhältnismäßig gering,
Personaleinsatz: gering, Moderatoren müssen gut vorbereitet werden
Finanzen: gering
Vorteile:
Nachteile:
Bereits vorhandene Gruppen können in kurzer Zeit mit Persönliche Antworten können nicht immer
der Beantwortung von gezielten Fragen oder offenen
differenziert werden, hier werden eher
Themenbereichen genutzt werden.
Gruppenmeinungen, Trends, oder die Summe von
Für diese Befragung können auch Personen nach
Antworten zu verwerten sein.
speziellen Kriterien ausgewählte und in einer Gruppe
Ergebnisse haben eher exemplarische Bedeutung.
befragt werden (z.B. Gruppeninterview mit Experten).
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 2
Arbeitsblatt 5
Einige Hinweise zur Repräsentativität von Befragungen
Wenn Sie in Ihrem Pastoralverbund eine Befragung planen, werden Sie sich mit den Fragen
auseinandersetzen:
 Was ist das Ziel unserer Befragung?
 Wer genau ist die Zielgruppe?
 Haben wir die nötigen Ressourcen (Mitarbeiter, Technik, Finanzen,
Zeit, etc. um die Befragung zu entwickeln, durchzuführen und
auszuwerten?
Aus finanziellen und organisatorischen Gründen ist es oft nicht möglich alle Personen der
Zielgruppe zu befragen. Oft macht das auch keinen Sinn, da der Aufwand in keinem Verhältnis
zum Ergebnis steht.1
Die sog. „Stichprobenbefragung“ bietet, wenn alle Faktoren bedacht werden, mit erheblich
geringerem Aufwand ein repräsentatives Ergebnis, das die Gesamtheit der Zielgruppe abbildet
(Grundgesamtheit).
Dabei unterscheidet man verschiedene Formen:

Zufallsstichproben, die dadurch gekennzeichnet sind, dass jede Person bzw. jedes
Element der Grundgesamtheit die gleiche Chance hat, in die Stichprobe aufgenommen zu
werden und bei denen der Interviewer keinen subjektiven Einfluss auf die Auswahl der
Befragten hat.

Geschichtete Stichproben, die die prozentuale Verteilung von Merkmalen der
Grundgesamtheit identisch d.h. proportional abbilden (z.B. x % Männer, X % Frauen, X %
im Alter von usw.).

Systematische Stichproben sind Auswahlverfahren, bei denen subjektive Erwägungen
die Auswahl der Zielpersonen bestimmen. Es werden Vorinformationen über die
auszuwählenden Fälle genutzt (z.B. alle Mandatsträger, alle, die bei der PGR/KV-Wahl zur
Wahl gegangen sind, alle in den letzten fünf Jahren aus der Kirche ausgetreten sind, ...).
Verallgemeinerungen im Hinblick auf die Grundgesamtheit (alle Mitglieder des
Pastoralverbundes) sind auf der Basis mathematisch-statistischer Modelle bei bewussten
Auswahlen nicht möglich.

Willkürliche Stichproben: Personen aus der Grundgesamtheit werden (etwa von einem
Interviewer) mehr oder weniger willkürlich in die Stichprobe aufgenommen, es liegt
ausschließlich im Ermessen des Interviewers oder auch der Untersuchungspersonen
selbst. Verallgemeinerungen im Hinblick auf die Grundgesamtheit sind auch hier nicht
möglich.
1
Eine Ausnahme kann sein, wenn mit der Befragung auch gleichzeitig eine „Gemeindeaktivierung“ angestrebt wird.
Wobei hier zu bedenken ist, dass mit einer solchen Befragung u.U. auch enorme Erwartungen geschürt werden.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 2 von 2
Deutsche Marktforschungsunternehmen arbeiten bei ihren Studien häufig mit einer mehrfach
geschichteten Zufallsauswahl nach dem ADM-Mastersample des Arbeitskreises Deutscher
Marktforschungsunternehmen. Die grobe Faustregel besagt hier: Um deutschlandweit
repräsentative Ergebnisse zu erhalten, müssen von den 82 Millionen Bundesbürgern mindestens
1000 Personen befragt werden, die nach der Grundgesamtheit ausgewählt werden.
Erfahrungswerte in anderen Bereichen zeigen, dass 10% der Grundgesamtheit ein guter Richtwert
für eine Zufallsstichprobe sind.
Repräsentative Befragungen können aber nie ganz genau die Realität widerspiegeln. Jede
Verallgemeinerung von einer Stichprobe, auf eine weitaus größere Personengruppe (z. B. auf alle
Gemeindemitglieder, alle Mitglieder des Pastoralverbundes) ist in gewisser Weise „unscharf“.
Diese Unschärfe errechnet der Statistiker mit einer mathematischen Formel, der den sog.
Fehlerquotienten ausweist. (Wenn der unter 5% liegt gilt die Befragung als repräsentativ.) Als
Faustregel nennen die Statistiker: Eine Vervierfachung der Befragten halbiert den Zufallsfehler.
Befragungen im Rahmen der Konzeptentwicklung können und müssen nicht immer
wissenschaftlichen Anforderungen nach Repräsentativität Stand halten. Das heißt
aber nicht, dass Sie grundsätzlich auf eine Befragung verzichten sollten. Sie werden
auf jeden Fall für ihren Planungsprozess zu wichtigen Erkenntnissen kommen, die
für die Menschen eine hohe Relevanz haben und das Spektrum pastoraler
Schwerpunkte erweitert.
Wichtig ist nur sich klar zu machen, dass die Ergebnisse der Befragung immer nur einen Teil der
Wirklichkeit und nie die ganze Wirklichkeit abbilden.
In der Konzeptentwicklung ist zudem die Qualität der Fragen, im Hinblick auf das Ziel
und die Auswertbarkeit, die Auswahl der Zielgruppe, im Hinblick auf Innovation und
Veränderung, wichtiger als die wissenschaftliche Repräsentativität.
Eine gute Hilfestellung für die Formulierung bzw. Auswertbarkeit von Fragen bietet Ihnen das
Programm GrafStat, das für den nicht kommerziellen Bereich von der Bundeszentrale für
politische Bildung kostenfrei zur Verfügung gestellt wird
(Download unter: www.grafstat.de),
und die Materialien zur Qualitätssicherung in der Kinder- und Jugendhilfe: QS,
herausgegeben vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Hier besonders das
QS Heft 29
(Download unter: www.qs-kompendium.de/hefte.html).
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 10
Arbeitsblatt 7
Entwicklung eines Fragebogen mit „G r a f S t a t“
Quelle: www.grafstat.de
GrafStat ist ein Programm für Befragungsprojekte und unterstützt alle Bereiche eines derartigen Projektes.
Das fängt mit der Erstellung eines Fragebogenformulars an, geht über den ausfüllfertigen Druck des
Formulars oder die Erzeugung eines Internet fertigen HTML-Formulars, verschiedene Methoden zur
Datenerfassung bis hin zu komplexen Auswertungs- und Dokumentationsmöglichkeiten.
Sie können Befragungsprojekte auch mit Office Programmen realisieren, müssen dann aber eine Vielzahl an
Applikationen beherrschen, die Textverarbeitung für die Formularerstellung, einen HTML-Editor für die
Erstellung von Internet Formularen, eine Tabellenkakulation oder Datenbank für die Datenerfassung und
Auswertung und weitere Programme für die Dokumentation der Arbeit. GrafStat bietet alle notwendigen
Funktionen unter einer Oberfläche und sonst zeitintensive Arbeitsschritte erledigen Sie praktisch mit einem
Mausklick.
So führt man eine Befragung durch
Eine Befragung wird hier als komplexes Projekt verstanden, das insgesamt 6 Arbeitsabschnitte umfassen
kann. Je nach Aufgabenstellung sind nicht unbedingt alle Schritte notwendig. Oft wird ein bereits
vorhandener Fragebogen verwendet und die ersten Schritte können wegfallen oder stark verkürzt werden.
Bei qualitativ hochwertigen neuen Umfragen kann es aber durchaus notwendig sein, einige Schritte
mehrmals zu durchlaufen, bis die Qualität des Ergebnisses den gesetzten Zielen entspricht.
Der erste Teil dieser Anleitung soll Ihnen einen Einblick in die Systematik von Befragungsaktionen geben.
Vorangestellt habe ich ein Kapitel zur Begründung von Befragungsprojekten mit GrafStat, daran
anschließend folgen die 6 Schritte eines Befragungsprojektes:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Thema finden
Fragebogen erstellen
Befragung vorbereiten und durchführen
Daten erfassen
Auswertung
Präsentation
1. Thema finden
In vielen Fällen entsteht ein Befragungsprojekt direkt aus der aktuellen Arbeit heraus. Die Themenfindung
beschränkt sich in diesem Fall wahrscheinlich auf die Präzisierung der Fragestellung. In allen anderen Fällen
können die folgenden Überlegungen hilfreich bei der Themenfindung sein.
Erprobte Themen ausbauen
Eine bequeme Themenquelle sind Befragungen, die bereits im Unterricht erprobt wurden. In der IKG wurden
bereits zahlreiche Befragungen mit der DOS-Version von GrafStat und der ersten Windows-Version
durchgeführt. Einige Beispiele werden zusammen mit der CD geliefert und können separat installiert werden.
Nehmen Sie die Beispiele als Anregung und Arbeitsbasis und entfalten Sie das Thema weiter.
Es ist geplant, durchgeführte Befragungen, Unterrichtsplanungen und Erfahrungsberichte über das Internet
allen interessierten Kollegen zugänglich zu machen.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 2 von 10
Wissenschaftliche Untersuchungen aufgreifen
Die Ergebnisse empirischer Untersuchungen, die fast jeden Tag in Zeitungen und Zeitschriften erscheinen,
können den Anstoß für eine eigene Untersuchung mit gleicher Thematik ergeben. Aus der Veröffentlichung
können bereits erste Fragestellungen abgeleitet werden. Oft kann man auch bei den Autoren der
Untersuchung anfragen und weitere Informationen einholen.
Interessen aufgreifen
Die Erfahrung zeigt, dass Jugendliche engagiert und kreativ an Befragungen arbeiten, wenn sich das Thema
aus ihren eigenen Erfahrungen ergibt und sich auf ihre Lebensumwelt bezieht. Legen Sie sich eine
Themensammlung an, auf die Sie dann bei Bedarf zurückgreifen können.
Aktuelle Anlässe
Bei aktuellen Anlässen bieten sich kleine Befragungen an. An einem Tag der offenen Tür kann durch einen
Fragebogen die Besucherschaft und die Interessen abgefragt werden. Zu wichtigen Enscheidungen der
Entwicklung des Betriebes kann eine Befragung Basisdaten liefern. Verkehrswege- oder Bauplanungen der
Kommune können durch Befragungen begleitet werden.
2. Fragebogen aufbauen
Die Erstellung eines Fragebogens läuft in 4 Schritten ab. Diese Schritte stellen einen kreativen Prozess dar,
der nur mit ausreichender Zeit und in einer offenen Arbeitsatmosphäre erfolgreich ablaufen kann.
Fragen sammeln
Vermutungen, Behauptungen formulieren (Hypothesen bilden)
Fragen typisieren
Antworten sammeln und formulieren
Bei höherem Anspruch an die Qualität des Fragebogens muss der konstruierte Fragebogen in einem
Feldversuch geprüft und ein- oder mehrmals überarbeitet werden. Sie ersparen sich in diesem Fall viel
Arbeit, wenn Sie mit erprobten Fragebögen arbeiten.
Fragen sammeln
Einen neuen Fragebogen zusammenstellen
Dieser Arbeitsschritt nimmt bei jeder neu konzipierten Befragung einen breiten Raum ein. Die Techniken
reichen vom Brainstorming bis zur Analyse wissenschaftlicher Untersuchungen. Wenn Sie ein Thema
vollkommen neu aufarbeiten, sollten Sie darauf gefasst sein, dass der erste Einsatz des Fragebogens nur
selten die gewünschten Ergebnisse zeitigt. Eine Vorbefragung hilft die Fragen zu präzisieren.
Als Endergebnis dieses Prozesses sollen klar verständliche, möglichst kurze Fragen formuliert werden.
Außerdem müssen Sie die Menge der Fragen gewissenhaft abstimmen. Ein Fragebogen mit wenigen
Fragen wird eher akzeptiert und verstanden als ein seitenverschlingender, allumfassender Fragenkatalog.
Die Zeit für die Auswertung der Daten ist knapp, auch deshalb sollte man sich schon hier auf die zentralen
Aspekte konzentrieren.
Tipps:
möglichst kurze Fragetexte formulieren
klare, einfache Sprache verwenden
die Anzahl der Fragen gering halten
überflüssige und doppelte Fragen aussondern
ähnliche Fragestellungen zusammenfassen
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 3 von 10
Einen vorhandenen Fragebogen verwenden
Wenn Sie sich die Arbeit erleichtern wollen, dann sollten Sie eine bereits durchgeführte Befragung
verwenden. In diesem Falle brauchen Sie den vorhandenen Fragebogen nur für Ihre Zwecke überarbeiten
und es fallen eventuell folgende Tätigkeiten an:
Fragen präzisieren
Fragen umstrukturieren
zusätzliche Fragen formulieren
überflüssige Fragen streichen
Bedenken Sie:
Die Vergleichbarkeit von Daten ist nur bei gleichen Fragen (Items) gegeben.
Einen Fragebogen von Profis verwenden
In Fragebögen, die für wissenschaftliche Zwecke erstellt wurden, steckt viel Zeit und Erfahrung. Wenn es zu
Ihrem Thema einen solchen Fragebogen gibt, dann sollten Sie nach Möglichkeit diesen Fragebogen
verwenden.
Vermutungen, Behauptungen formulieren (Hypothesen bilden)
Falls Ihre Befragungsaktion die Zielrichtung einer beurteilenden Statisktik verfolgt, sollten Sie schon jetzt, bei
der Konzipierung der Befragung, Vermutungen oder Behauptungen formulieren, also Hypothesen zum
Befragungsgegenstand formulieren.
Fast immer sind Fragestellungen interessant, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder
Altersunterschiede herausarbeiten sollen. Stellen Sie hierzu Vermutungen auf und schreiben Sie diese
nieder. Entwickeln Sie dann aus diesen Vermutungen die passenden Fragen, mit denen Sie bei der
Auswertung der Befragung Ihre Hypothesen überprüfen können.
Fragen typisieren
Jede Frage kann einem der 4 elementaren Fragetypen zugeordnet werden:
Auswahl
Skala (Rangskala)
Maßzahl
freie Frage
Die Zuordnung zu einem Fragetyp ist allerdings nicht willkürlich, denn der Fragetyp hängt eng mit den
Antwortmöglichkeiten zusammen. (Merkmal, Merkmalsausprägungen)
Jeder Fragetyp muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die von Auswahl nach Maßzahl hin immer
strenger werden.
Bei einer Auswahl werden einfach die verschiedenen Antwortmöglichkeiten genannt, die klare Zuordnungen
schaffen, also trennscharf sein müssen. Die Auswahl gibt es in 2 Varianten:
Mehrfachwahl
Einfachwahl
Sind die Antworten geordnet, wie beispielsweise bei unserer Notenskala von 1 bis 6, so liegt eine Skala
(Rang- oder Ordinalskala) vor.
Maßzahlen stellen die höchsten Anforderungen. Hier müssen auch die Zwischenräume zwischen den
Werten gleich sein.
Freie Fragen (offeneFragen) nehmen eine Sonderstellung ein. Sie können nämlich nicht statistisch mit
GrafStat ausgewertet werden, erfüllen aber andere hilfreiche Aufgaben. So sind sie für die Konstruktion
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 4 von 10
eines Fragebogens in einer Vorbefragung sehr hilfreich. Auch können über die freie (offene) Frage
Informationen gewonnen werden, die vollkommen unbekannte Aspekte erschließen.
Auswahlen
Die Antwortvorgaben müssen klar verständlich und trennscharf sein. Die Reihenfolge der Nennungen ist
ohne Bedeutung. (Nominalskala)
Es kann eine der zwei Formen eingesetzt werden: Einfachwahl und Mehrfachwahl.
Bei einer Einfachwahl dürfen die Antworten keine Überschneidungen aufweisen, sie müssen eindeutige
Klassen bilden. Außerdem muss der gesamte Antwortraum abgedeckt werden, d.h. es muss in jedem Fall
eine Antwort angekreuzt werden können. In vielen Fällen sollte deshalb eine Antwort wie Sonstiges oder
Andere in der Antwortliste stehen.
Mehrfachwahl
Mehrfachwahlfragen sind eine Sonderform von Auswahlfragen, bei denen mehrere Antwortvorgaben
angekreuzt werden dürfen.
Beispiel:
Eigene Fahrzeuge:
A) Fahrrad
B) Mofa
C) Motorrad
D) Auto
E) sonstiges ____
GrafStat stellt den Antworten in diesem Fall Großbuchstaben voran. Es sind bis zu 26
Antwortvorgaben erlaubt.
Einfachwahl
Einfachwahlfragen sind eine Unterform von Auswahlfragen, bei denen nur eine Antwortvorgabe angekreuzt
werden darf.
Beispiel:
Geschlecht:
a) weiblich
b) männlich
GrafStat stellt den Antworten in diesem Fall Kleinbuchstaben voran. Es sind bis zu 26 Antworten
erlaubt.
Tipps
Entscheidungshilfe zu Mehrfachwahl
Entscheidungshilfe zu Einfachwahl
Skala
Bei Skalenfragen besitzen die Antworten eine innere Ordnung, eine vorgegebene Reihenfolge. Man
bezeichnet die Ordnung auch als Rangfolge. (Ordinalskala)
Zum besseren Verständnis werden die Einzelwerte mit Begriffen versehen. Oft werden nur die beiden
äußeren Extreme benannt. GrafStat stellt die Skala dann in einer einzigen Zeile dar, mit den Extrembegriffen
links und rechts neben der Skala.
Skalen können eine gerade Anzahl oder eine ungerade Anzahl an Werten besitzen. Gerade Skalen haben
keine Mitte und damit auch keinen neutralen Wert.
Es lassen sich auch symmetrische Skalen erzeugen, etwa von –2 bis +2. Solche Skalen eignen sich, wenn
die Frage eine negativ/positiv Zuordnung zulässt.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 5 von 10
Beispiele:
Wie gerne magst Du Schokolade?
sehr gerne 1 2 3 4 5 ganz ungern
Note im Fach Mathematik?
sehr gut 1 2 3 4 5 6 ungenügend
In der empirischen Sozialforschung werden große Anstrengungen unternommen, zu Merkmalen
aussagefähige Skalen zu konstruieren (z.B. Intensität des Interesses an Politik).
Tipps
Wann verwende ich eine Skala?
Wo soll der Skalenanfang liegen?
Wie viele Werte soll die Skala haben?
Welche Werte sollen beschriftet werden?
Skala als Intervallskala
Maßzahl
Maßzahlen müssen einen Nullpunkt und einen gleichen Abstand zwischen den möglichen Messwerten
besitzen. Viele physikalische Maßeinheiten erfüllen diese Bedingung (z.B. Länge in cm oder Gewicht in kg).
(Intervallskala)
GrafStat benötigt die Angabe der Maßeinheit. Zum Zweck der Eingabesicherheit werden zusätzlich Unterund Obergrenze und die Zahl der Nachkommastellen erfasst.
Bespiele:
Gewicht: _____ Kilogramm
Alter:
______Jahre
Tipps:
Wann verwende ich eine Maßzahl?
Welche Bedeutung haben Minimum und Maximum?
Wozu dient die Angabe der Kommastellen?
Freie Frage
Was ist eine freie Frage?
Eine freie oder offene Frage ist eine Frage, bei der die Antwort frei formuliert werden kann. Auf dem
Fragebogen erscheinen keine vorformulierten Antworten und keine Ankreuzkästchen sondern nur
Schreiblinien. Im HTML-Formular der Befragung erscheint ein mehrzeiliges Textfeld zur Texterfassung.
Freie Fragen können nicht statistisch mit GrafStat ausgewertet werden.
Wann verwendet man eine freie Frage?
wenn Sie die möglichen Antworten nicht kennen, aber in Erfahrung bringen wollen
wenn Sie den Antwortenden nicht einschränken wollen
wenn Sie lebendige Kommentare oder Ähnliches haben wollen
Die freie Frage kann hilfreich sein, wenn Sie einen neuen Fragebogen konzipieren und in einer kleinen
Vorbefragung die Antwortmöglichkeiten für eine Einfach- oder Mehrfachwahl herausbekommen wollen.
Auswertung freier Fragen
Eine freie Frage muss in Handarbeit ausgewertet werden. Da die freie Frage keine quantitativen Daten
liefert, wird die Auswertung darin bestehen, die Antworten zu sammeln, zu ordnen und ggf. auszuzählen.
Mit GrafStat können die Texte der freien Fragen bei der Datenerhebung erfasst werden. Bei der Auswertung
werden alle Antworten zu einer Frage in einem Textdokument zusammengefasst dargestellt und können zur
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 6 von 10
weiteren Bearbeitung in eine Textverarbeitung oder ein anderes Programm übernommen übernommen
werden.
Wenn die freie Frage Bestandteil einer Vorerhebung ist, werden Sie anschließend
die Antworten gruppieren
zu Wahlantworten zusammenfassen
die Items ausformulieren.
In den Fragebogen der Haupterhebung setzen Sie dann statt der freien Frage eine Auswahlfrage (Einfachoder Mehrfachwahl) ein.
Antworten formulieren
Bei der Formulierung der Antworten sollten Sie genau die Hinweise befolgen, die auch für die Formulierung
der Fragen gelten. Auch hier sollte man sich nach Möglichkeit an guten Beispielen orientieren.
möglichst kurze Antworten
klare und treffende Begriffe suchen
doppelte und ähnliche Antworten ausmerzen
überflüssige Antworten aussondern
Für eine geringe Zahl sprechen folgende Überlegungen:
Der Befragte wird mit einer Vielzahl von Antworten schwerer zurechtkommen als mit einer kleineren
Anzahl.
Insbesondere bei kleineren Befragungen tendiert die Häufigkeit einzelner Nennungen schnell gegen Null,
wenn es zu viele Antwortmöglichkeiten gibt. Statistische Auswertungen werden dann recht problematisch.
3. Befragung vorbereiten und durchführen
Die Befragung kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden. Jede Variante hat Vor- und Nachteile und
erfordert spezielle Vorbereitungen. Stichprobengrösse und Art der Stichprobe sind von besonderer
Bedeutung, wenn es um Repräsentativität geht.
Fragebogenaktion mit Rücklauf
Fragebogenaktion mit Interview
Telefoninterview
Bildschirminterview
Internetbefragung
Fragebogenaktion mit Rücklauf
Der Fragebogen wird mit Hilfe des PC einmal ausgedruckt und dann vervielfältigt. Die Fragebögen kann
man anschließend auslegen, verteilen oder verschicken. Nach dem Ausfüllen werden sie eingesammelt oder
zurückgeschickt.
Mit dieser Durchführungsvariante kann man große Stichprobenumfänge realisieren.
Zu berücksichtigende Probleme:
Rücklauf ist nicht gesichert
Stichprobenplan ist schwierig einzuhalten
Verständnisfragen können nicht gestellt werden
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 7 von 10
Fragebogenaktion mit Interview
Der Fragebogen wird einmal mit Hilfe des PC ausgedruckt und dann vervielfältigt.
Die Befragung wird anschließend als Interview durchgeführt, d.h. der Interviewer befragt den Probanden und
kreuzt die Antworten auf der Vorlage an. (pro Interview ein Fragebogen)
Diese Durchführungsvariante ist personalintensiv. Diese Eigenschaft ist für den Unterricht aber eher von
Vorteil, denn die Jugendlichen können als Interviewer tätig werden und bei der Aktion interessante
persönliche Erfahrungen sammeln.
Nur mit sehr vielen Interviewern und bei guter Planung der Erhebung können größere Befragungen realisiert
werden. Als Mittelwert kann man 10 bis 20 Interviews pro Interviewer einplanen.
Zu berücksichtigende Probleme:
Beeinflussung durch den Interviewer
Ermüdungserscheinungen beim Interviewer
Frustration durch Verweigerer
Tipp:
Die Interviewer können in einem Rollenspiel auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.
Telefoninterview
Der Fragebogen wird einmal mit Hilfe des PC ausgedruckt und dann vervielfältigt
Das Telefoninterview kann dann eingesetzt werden, wenn es auf gute zufällige Verteilung der Stichprobe
ankommt, denn die Telefonnummern werden zufällig ausgesucht. Größere Stichproben erfordern einen
hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand.
Zu berücksichtigenden Probleme:
Beeinflussung durch den Interviewer
Ermüdungserscheinungen beim Interviewer
Frustration durch Verweigerer
hohe Kosten
Jeder Interviewer sollte in einem Rollenspiel die Interviewtechnik einüben. Außerdem ist eine sehr
sorgfältige Formulierung des Anredeteils im Fragebogen notwendig. Erfahrungsgemäß entscheiden die
ersten Sätze, ob der/die Angerufene sich interviewen lässt oder nicht.
Bildschirminterview
Das Bildschirminterview benötigt keinen Ausdruck in Papierform. Statt dessen müssen Computer für die
Eingabe der Daten zur Verfügung stehen. Wenn beispielsweise Teilnehmer/Teilnehmerinnen einer
Veranstaltung (Podiumsdiskussion, Ausstellung, Tag der offenen Tür etc.) ihren Eindruck wiedergeben
sollen, so ist das Bildschirminterview sehr praktisch. Das nachträgliche Erfassen der Daten ist nicht mehr
notwendig, da diese direkt elektronisch erfasst und gespeichert werden. Auf einem Schulfest kann auf diese
Weise das Urteil der Besucher erfragt oder am Ende einer Fortbildungsveranstaltung ein Meinungsbild
erstellt werden.
Die Eingabecomputer sollten während der Durchführung Aktion immer von Personen beobachtet werden.
Zu berücksichtigende Probleme:
Bereitstellung geeigneter Computer
Schutz der technischen Anlagen
Beaufsichtigung der Computer
Vereitelung von absichtlichen Falsch- oder Mehrfacheingaben
Das Bildschirminterview ist gut geeignet für Stimmungsbilder und Meinungsumfragen.
Eine Standalone-Version des Bildschirminterviews mit abgesicherter Umgebung ist in Planung. Bei Interesse
fragen Sie bitte beim Autor nach.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 8 von 10
Internetbefragung
Für eine Internetbefragung wird der Fragebogen als HTML-Formular aufbereitet und beispielsweise auf der
Homepage veröffentlicht. Außerdem müssen Sie die Befragung auf einem Datensammelpunkt anmelden.
Anschließend können die Fragen weltweit beantwortet werden, die Daten laufen auf dem
Datensammelpunkt auf. Von dort können Sie die gesammelten Daten jederzeit über das Internet abrufen
und in die Auswertung einbeziehen.
Die Internetbefragung bietet den Vorteil, dass der Fragebogen weltweit rund um die Uhr zur Beantwortung
bereit steht. Sie eignet sich für Befragungen bei denen Antworten von räumlich weit entfernten Gruppen
eingeholt werden sollen. Für repräsentative Untersuchungen müssen Sie zusätzliche Vorkehrungen zur
Sicherung Repräsentativität treffen. Dazu gehören eine ausgefeilte Planung und spezielle organisatorische
Maßnahmen.
Zu berücksichtigende Probleme:
Für die Beantwortung muss ein Internetzugang zur Verfügung stehen.
Es muss eine Möglichkeit für das Hochladen des HTML-Formulars vorhanden sein (z.B.
Homepage).
Eine zufällige Stichprobe ist schwierig zu realisieren.
falsche Antworten
mehrfache Beantwortung (kann über Transaktionsnummern ausgeschlossen werden)
4. Daten erfassen
Erhebung
In den meisten Fällen liegen die Befragungsergebnisse auf Fragebögen in Papierform vor. Die Daten
müssen mit dem Computer erfasst werden. Nur das vor Ort durchgeführte Bildschirminterview und die
Internetbefragung kommen ohne zusätzliche Datenerfassung aus, denn die Antworten wurden schon bei der
Dateneingabe durch den Befragten elektronisch gespeichert.
Korrektheit
Das Hauptaugenmerk bei der Datenerfassung muss auf der korrekten Eingabe der Daten liegen. Obwohl
GrafStat diese Zielsetzung durch beschränkte Eingabemöglichkeiten und Variation der Eingabezeichen bei
den verschiedenen Fragetypen unterstützt, sollten zusätzliche Kontrollmechanismen eingeplant werden.
Arbeitsteilige Erfassung
Außerdem sollten Sie die Möglichkeiten zur verteilten (arbeitsteiligen) Datenerfassung nutzen. Bei dieser
Technik werden mehrere Computer zur Datenerfassung benutzt und an jedem Arbeitsplatz nur ein Teil der
Fragebögen eingegeben. Die Teilmengen können Sie anschließend zur Gesamtbefragung
zusammenfassen.
Tipps zur Datenerfassung
zu zweit arbeiten (eine Person diktiert und kontrolliert, die andere gibt ein)
abwechseln (bei den beiden Tätigkeiten)
Zeit beschränken (ca. 30 Minuten)
Daten kontrollieren (in einem zweiten Durchlauf)
Arbeitsteilige Datenerfassung,
Bei dieser Form der Arbeitsorganisation werden die Fragebögen der Befragung als Teildatensätze auf
mehreren Computern gleichzeitig erfasst. Dazu wird der Stapel der Fragebögen auf die Computer aufgeteilt
und an jedem Arbeitsplatz nur die Daten der zugeteilten Fragebögen eingegeben. Für eine problemlose
Datenübernahme müssen alle Schüler mit dem selben Fragebogen arbeiten! Das häufigste Problem bei der
arbeitsteiligen Datenerfassung sind Fragebögen mit unterschiedlichen Strukturen.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 9 von 10
Je nachdem, ob die Computer vernetzt oder mit Diskettenlaufwerken arbeiten, sind Vor- und Nacharbeit
unterschiedlich.
Die arbeitsteilige Erfassung läuft prinzipiell in 4 Schritten ab:
1. Vorbereitung:
Leere Befragung (keine Antworten) kopieren
2. Datenerfassung: Daten arbeitsteilig erfassen
3. Zusammenführung:
4. Verteilung:
Daten zusammenführen
Die komplette Befragung allen Computern zugänglich machen (kopieren)
Je nach Ausstattung des Computerraumes können die 4 Schritte mit Disketten oder im lokalen Netzwerk
durchgeführt werden. GrafStat unterstützt beide Varianten mit Verwaltungsfunktionen oder entsprechenden
Assistenten.
5. Auswertung
Sie können die Auswertung der Befragung unter verschiedenen Zielsetzungen angehen, selbstverständlich
auch in Kombination verschiedener Zielsetzungen.
Darstellende Statistik (Präsentationsgrafik)
Manipulationen mit Statistik (verfälschende Darstellung)
Messende Statistik
Beurteilende Statistik
Prognostizierende Statistik
Erste quantitative Datensichtung
Empfehlenswert ist es, zunächst eine Häufigkeitsauszählung über alle Fragen (absolut, relativ) zu erstellen.
Die Häufigkeiten sollten die Jugendlichen in ein leeres Fragebogenformular eintragen. Diese
Grundauszählung steht dann für die weiteren Auswertungsschritte als Orientierung zur Verfügung.
Für jedes Merkmal sollte zumindest eine einfache quantitative Auswertung in einer passenden grafischen
Form angefertigt werden.
Qualitative Datensichtung
Die Untersuchung des Datenmaterials nach qualitativen Gesichtspunkten gestaltet sich schon etwas
aufwändiger. Kreuztabellen und daraus abgeleitete Grafiken schaffen beispielsweise Einblicke in
geschlechtsspezifische, altersbezogene oder sonstige sozialstatische Unterschiede. Kopplungen machen
Tendenzen vergleichbar, Filter beschränken die Sicht auf Teilmengen.
Um in der Fülle der Daten, Kreuztabellen und Grafiken nicht die Orientierung zu verlieren, empfiehlt es sich,
auf vorformulierte Behauptungen (oder Hypothesen) zurückzugreifen. Diese wurden entweder schon bei der
Konstruktion des Fragebogens entworfen oder spätestens vor der Auswertung.
Absolute oder relative Häufigkeiten lassen sich leichter interpretieren, wenn Vergleichswerte aus anderen
Untersuchungen vorliegen, ein entscheidender Vorteil wenn Sie sich für die Arbeit mit einem erprobten
Fragebogen entschieden haben.
Dokumentation
Die einzelnen Auswertungen müssen dokumentiert werden, damit sie für die Präsentation zur Verfügung
stehen. Je nachdem, welche Präsentationsform Sie vorgesehen haben, werden Sie die Ergebnisse
entweder in gedruckter Form, als HTML-Dokumentation oder als einfache Abspeicherung der Auswertungen
ablegen.
Darstellende Statistik (Präsentationsgrafik)
Im Schulbereich wird man sich häufig auf eine quantitative Auswertung der Daten mit Schwerpunkt auf der
grafischen Gestaltung konzentrieren. Bei dieser Zielsetzung entstehen Diagramme in unterschiedlichen
Formen, die die ermittelten Häufigkeiten als absolute oder relative Werte darstellen.
Die Grafiken können mit der Hand koloriert oder farbig ausgedruckt werden. Zur Steigerung der
Aussagekraft werden Kommentare formuliert.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 10 von 10
Manipulationen mit Statistik (verfälschende Darstellung)
Bei dieser Zielrichtung erfährt man ganz praktisch, auf welche Weise mit optischen Tricks gearbeitet wird.
Durch geschickte Wahl grafischer Eigenschaften wird eine gewünschte Aussage erzielt oder zumindest
hervorgehoben.
schlanke Säulendiagramme wirken höher als breite
ein hochgelegter Skalenanfang hebt Unterschiede hervor (Achsenschnitt)
Auf der anderen Seite trägt schlechte Wahl der grafischen Eigenschaften zur Verwischung von Aussagen
bei oder macht eine Grafik trotz bestechender Optik fast unlesbar. An dreidimensionalen Darstellungen kann
dieser Effekt sehr gut veranschaulicht werden.
Beschreibende Statistik
Hier geht es eher um mathematische Begriffe aus der Statistik. Absolute und relative Häufigkeiten,
Mittelwert, Median und mittlere Abweichung können thematisiert werden. Vergleiche der statistischen
Kennwerte am realen Datenmaterial ermöglichen interessante Gespräche und das Erarbeiten wichtiger
Erkenntnisse über die Bedeutung dieser Werte für den konkreten Fall.
Beurteilende Statistik
Bei dieser Zielrichtung werden Sie versuchen, Zusammenhänge aufzudecken. Eine unabdingbare
Voraussetzung hierzu sind Hypothesen (auf niedrigerem Niveau Vermutungen oder Behauptungen über
Zusammenhänge), die im Idealfall schon bei der Konzeption des Fragebogens aufgestellt werden sollen.
Prognostizierende Statistik
Diese Zielsetzung erfordert die meiste Planung bei der Anlage der Stichprobe. Da die erhobenen Daten
repräsentativ sein sollen, ist es wichtig, anhand ausgewählter Merkmale (z.B. Alter, Geschlecht) die
Übereinstimmung mit der amtlichen Sozialstatistik zu überprüfen. Eine nachträgliche Gewichtung der
erhobenen Daten kann die Abstimmung mit der amtlichen Statistik verbessern. GrafStat stellt besondere
Funktionen für diesen Zweck bereit.
Erfahrungen mit dieser Zielrichtung wurden im Projekt "Wahlen" an der Universität Münster gesammelt und
können im begleitenden Unterrichtsmaterial nachgelesen werden. Zu den Wahlterminen finden regelmäßig
groß angelegte Projekte statt.
6. Präsentation
Die Präsentation der Ergebnisse stellt den Schluss- und Höhepunkt einer Befragungsaktion dar.
Hier einige Formen der Präsentation:
Ausstellung auf Postern, Stellwänden, Wandtafeln
Artikel für eine Zeitung
Informationsheft
Bildschirmpräsentation
Internetpräsentation (auch im Intranet)
Bei allen Präsentationsformen sollten Sie genügend Zeit einplanen, um Grafiken ansprechend zu gestalten
und in einem passenden Rahmen zu arrangieren. Gut formulierte Kommentare und zusammenfassende
Erläuterungen sollten die Grafiken verbal ergänzen und die wesentlichen Erkenntnisse der Befragung
deutlich herausstellen.
Öffentlichkeitsarbeit
Bei aufwändigeren Vorhaben sollten Sie auch an eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit denken. Terminieren
Sie zu den Meilensteinen der Aktion (Start der Befragung, Präsentation der Ergebnisse)
Presseinformationen. Eine Pressekonferenz kann Ihrem Vorhaben noch bessere Wirkung in der
Öffentlichkeit verschaffen. Auch bei einer Internet-Befragung oder einer Dokumentation der Ergebnisse im
Internet sollten Sie die interessierte Öffentlichkeit in geeigneter Form informieren.
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt// Analyse/ Befragung
Seite 1 von 4
Arbeitsblatt 9
Leitfadeninterview - für einzelne, ausgewählte Personen (Experten)
Im Rahmen der Analysephase ist es sehr aufschlussreich mit Menschen aus dem Lebensraum zu
sprechen, die als Experten in einer bestimmten Fragestellung tätig sind. Sie liefern die nötige
Außenperspektive und Außenanforderung für die Gemeinde, die oft aus dem Binnenraum der
Gemeinden nicht gesehen werden kann. Diese Gesprächspartner können auch aus ihrer Sicht
etwas zu dem Image und der Außenwahrnehmung der Gemeinde und der Angebote wichtige
Rückmeldungen geben. Experten können Sozialarbeiter, Bürgermeister, Schulleiter, Vertreter von
Sportverbänden, politischen Parteien, etc. sein.
Beispiel für ein Leitfadeninterview:
Name des Interviewers/ Interviewerin:
Bezugsort :
Geschlecht der des Befragten
m/w
geschätztes Alter:
Funktion/Tätigkeit des Befragten:
Einrichtung/Arbeitsstelle etc.:
Datum des Interviews:
Vorbemerkungen der Interviewerin/ des Interviewers
 Name des Interviewers/ Interviewerin und Institution
 Darlegung der Ziele der Befragung
 Voraussichtliche Dauer des Interviews
A: Zum Umfeld
Frage 1
Eine Frage zu Beginn – leben Sie auch in (Name des Stadtteils, der Gemeinde nennen) oder
arbeiten Sie hier nur?
Frage 2:
Unsere Nachforschungen haben ergeben, dass hier in (Name des Stadtteils, der Gemeinde
nennen) … (besondere Auffälligkeiten / evtl. eine entsprechende Liste mit Ergebnissen vorlegen zur
Orientierung ).
Sehen sie das auch so?
Wie wirkt sich das aus?
Was nehmen Sie stattdessen wahr?
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 2 von 4
Frage 3:
Was würden Sie sagen – fühlen sich die Menschen, die hier leben, mit denen Sie es hier zu
tun haben, im Großen und Ganzen wohl – leben die gerne hier?
Mögliche Nachfragen: Haben die Menschen hier Freunde oder Bekannte in der Umgebung, sind sie in
ansässigen Vereinen aktiv? Was ist für sie hier besonders wichtig? Was muss auf jeden Fall erhalten
bleiben? Was würde das Gefühl, dass sie sich heimisch fühlen, verbessern?)
Wie schätzen Sie insgesamt deren Stimmungslage ein?
Frage 4:
Womit verbringen die Menschen hier Ihre Freizeit?
Mögliche Nachfragen z. B. nach Vereinen, Organisationen, Clubs, Freizeiteinrichtungen. Wie sieht es mit
Möglichkeiten aus, Natur zu erleben, mal was anderes zu sehen, kulturellen Angeboten?
Welche Möglichkeiten gibt es hier?
Was fehlt?
Frage 5:
Was freut die Menschen hier vor Ort besonders?
Frage 6:
Welche Dinge sind es, die eine Mehrzahl von Menschen hier bedrücken oder über die sie
sich immer wieder ärgern?
Mögliche Nachfragen sind z.B.: Was macht den Menschen hier das Leben schwer, mit was müssen sie sich
herumschlagen, was macht ihnen Sorge?
Frage 7:
Wie immer die Schwierigkeiten und Probleme der Menschen hier aussehen mögen, neben
den Nachbarn und Bekannten gibt es ja oft auch Einrichtungen, Organisationen, die helfen
und ihre Unterstützung anbieten.
Welche gibt es?
Auf welchen Gebieten fehlt hier organisierte Hilfe?
Mögliche Nachfragen sind z.B.: Organisationen, an die Sie weiter verweisen und die Sie
weiterempfehlen können?
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 3 von 4
B: Zur Kirchengemeinde, zum Pastoralverbund im Umfeld
Frage 8:
Wenn Sie an die Kirchengemeinden hier in (Name des Stadtteils, der Gemeinde nennen) denken,
welche Rolle spielen diese ihrer Meinung nach für die Menschen, die hier leben?
Fragen 9:
Mit welchen Angeboten erreicht die Kirchengemeinde ihrer Ansicht nach die Menschen?
Mögliche Nachfragen: Welche Personengruppen haben eher Interesse an kirchlichen Angeboten, welche
weniger? Gibt es Gruppen, welche die Kirche gar nicht (mehr) erreicht?
Welche fehlen?
Frage 10:
Was glauben Sie, an welchen Punkten bzw. in welchen Situationen ihres Lebens ist den
Menschen der Kontakt zur Kirchengemeinde wichtig?
Frage 11:
Würden Sie sagen, dass die Kirchengemeinden hier vor Ort für die Menschen mit ihren
Lebensfragen offen sind?
Mögliche Nachfragen: Was spricht an, was schreckt ab? Personen, Räumlichkeiten, Öffnungszeiten,
Außendarstellung etc.?
Frage 12
In welchen Situationen wünschen die Menschen sich seelsorgliche Begleitung?
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 4 von 4
C: Zum Auftrag der Kirchengemeinde /Pastoralverbund
Frage 13:
Wir haben jetzt sehr ausführlich über die Situation der Menschen hier vor Ort gesprochen.
Wenn Sie einmal die verschiedenen zur Sprache gekommenen Aspekte berücksichtigen:
Wo muss in Zukunft unbedingt etwas passieren, damit die Menschen hier gerne leben bzw.
die Lebensqualität steigt?
Frage 14:
Was könnten die Kirchengemeinden in diesem Zusammenhang beitragen?
Frage 15:
Halten Sie es für möglich, dass sich bald mehr Menschen für ein Engagement im Stadtteil
begeistern ließen?
Was wäre das im Besonderen?
Frage 16:
Arbeiten Sie mit den Kirchengemeinden hier in (Name des Stadtteils, der Gemeinde nennen)
zusammen?
Worin könnte eine Unterstützung von Seiten der Kirchengemeinden für Ihre Arbeit
bestehen?
Mögliche Nachfragen: Gibt es eine Zusammenarbeit mit den Pfarrgemeinden, mit Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern bzw. anderen Vertreterinnen/ Vertretern der Kirche?
Frage 17:
Eine letzte Frage – sind Sie an den Ergebnissen dieser Befragung interessiert? Wie können
wir Sie benachrichtigen?
Raum für weitere Anmerkungen:
Vielen Dank für die Mitarbeit!
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege/// Schritt für
Schritt//Analyse / Befragung
Seite 1 von 2
Arbeitsblatt 10
Interviewleitfaden: Kirche im Dorf / Landjugend und Religion
Der KLJB Diözesanverband Paderborn hat in den Jahren 1993 – 1995 die Jugendstudie
„Zündstoff“ unter wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt.
Dabei wurden mit beiliegendem Interviewleitfaden Jugendgruppen zu dem o.g. Themenkreis
befragt. Die nach wie vor lesenswerte Studie ist im BDKJ Verlag erschienen, ISBN: 3-924680-07-8
1. Landjugend und religiöses Gemeindeleben

Wie ist das Verhältnis eurer Gruppe

zum Gemeindepfarrer?

zu anderen Einzelpersonen aus dem Bereich der Pfarrgemeinde?

zu anderen Gemeindegruppen?

zu anderen kirchlichen Jugendgruppen der Gemeinde?

Beteiligt ihr euch am Leben der kirchlichen Gemeinde?

Fühlt ihr euch dazugehörig oder nicht?

Wie findet ihr euren Gemeindegottesdienst am Sonntag?

Welche kirchlichen Feste fallen euch ein, die in eurer Gemeinde gefeiert werden?

Nehmt ihr daran teil?

Wenn ja, in welcher Rolle/ Funktion? - Mit welchen Aufgaben?

Was bedeuten solche kirchlichen Feste und Bräuche für euch?

Gibt es eurer Meinung nach so etwas wie eine „Dorfreligion"/ ein bestimmtes Bild von
Kirche im Dorf?
Wenn ja:
o
o
Wie würdet ihr es beschreiben?
Woher kommt es?
2. Religiösität - Sinn des Lebens – Lebenswerte
 Hat das Stichwort Religiösität eine Bedeutung für euch in eurer derzeitigen
Lebenssituation?
 Wie habt ihr Religiösität zu Hause erfahren?
 Waren/ sind dort für euch Orientierungspunkte zu finden?
 Was macht für euch ein sinnvolles Leben aus?
 Was sind die fünf wichtigsten Werte in eurem Leben?
 Was ist euch „heilig"?
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Seite 2 von 2
 Was wäret ihr bereit, dafür einzusetzen?
 Welche Personen würdet ihr bei wichtigen persönlichen Entscheidungen um Rat fragen?
 Habt ihr im Bereich der Kirche eine Möglichkeit, Antworten auf für euer Leben wichtige
Fragen zu erhalten?
3. Einstellung zur Kirche
 War die Kirche für euch schon einmal eine Hilfe?
 Wann und wo habt ihr die letzten positiven Erfahrungen mit der Kirche gemacht?
 Was ärgert euch an der Kirche?
4. Bedeutung der Mitarbeit in der KLJB für die Einstellung zu Glaube und Kirche

Hat die KLJB bzw. die Beteiligung an Angeboten der KLJB eine Bedeutung für eure
Einstellung zum Glauben?
o

…. zur Kirche?
Hat es eine Bedeutung für euch, in einem kirchlichen Jugendverband mitzumachen?
5. Kirchenvisionen

Was wäre eurer Meinung nach die wichtigste Aufgabe der Kirche im ländlichen Raum?

Was leistet sie dazu?

Was versäumt sie?

Warum?

Kirche im Dorf/ auf dem Land in zehn Jahren ...?

Wie sähe die Kirche aus, in der ihr euch mit eurem Leben, euren Fragen, Sehnsüchten und
Träumen wieder finden könnt?

Was müsste sich dazu in der Kirche ändern?
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Bewährte Wege /// Schritt für Schritt // Analyse / Befragung
Seite 1 von 2
Projektmanagement der Befragung
1. Vorbereitung der Befragung
Befragungs- Finanzplan
instrument
erstellen
auswählen
Siehe
Arbeitshilfe
Kosten
ermitteln für
- Druck
- Personal
(Befragung
und
Auswertung)
- Öffentlichkeitsarbeit
Öffentlichkeitsarbeit
Probelauf
Pressearbeit,
Pfarrnachrichten,
Predigt, …
Ausgewählte
Probanden der
Zielgruppe
füllen den
Fragebogen
aus und geben
Rückmeldung.
(Akzeptanz,
Zeitumfang,
Verständlichkeit
etc.)
Überprüfung
der
Auswertbarkeit
ggf.
Fragebogen verbessern
Fragebogen
drucken
Mitarbeiter
gewinnung
Vorbereitung/ EinsatzSchulung der plan
Mitarbeiter
erstellen
Welche/wie viele
Mitarbeiter
benötigen wir für
die Befragung?
Ausbildung von
Interviewern und
Mitarbeitern in
der Auswertung
Welche
Vorraussetzungen
müssen sie
mitbringen?
Welches
Zeitbudget
müssen sie zur
Verfügung
stellen?
Wer kann die
Mitarbeiter
ausbilden?
Bis wann
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Einsatzplan
für die
Befragung
erstellen
und mit
den Mitarbeitern
absprechen.
Seite 2 von 2
2. Durchführung der Befragung
3. Auswertung der Befragung
Öffentlichkeitsarbeit
Daten
eingeben
und
auswerten
Austeilen/
Einsammeln
der
Fragebögen
Parallele prozessunterstützende
Maßnahmen
Ergebnis/ Erkenntnissicherung
Öffentlichkeitsarbeit
Ergebnisse/Erkenntnisse
formulieren
Interne und externe
Präsentation
Interviews
durchführen
etc.
Pressearbeit,
Pfarrnachrichten,
Begleitende
Öffentlichkeitsarbeit in der
Gemeinde und der Kommune
(Presse),
Predigt, …
Gottesdienste
Transfer in den
vorbereiten und
Konzeptentwicklungsprozess
leisten
durchführen
Internetseite des PV
Gemeindeversammlung,
Hearing,
Bildungsangebote zu den
aufgeworfenen Themen
Bis wann
Konzeptentwicklung der Pastoralverbünde – Baustein der Perspektive 2014
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
6
Dateigröße
526 KB
Tags
1/--Seiten
melden