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Kulturpolitisch was weiterbringen Von der prekären Kultur zur - Kupf

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№
148
Dezembe
Februar
2014
—
Kulturplattform
Oberösterreich
Kulturpolitisch was
weiterbringen
Der KulturinitiativenBeirat
Von der prekären Kultur
zur Gestaltungskultur:
Standortpolitische
Überlegungen zur
­initiativen Kulturarbeit
Hinter der Leere die
Freiheit — Einkaufs­
zentren, Leerstände
und ­kulturelle (Zwischen-) Nutzungen
Shanghai ist keine
Stadt — warum China
eine europäische
Phantasie ist
Wer bin ich, wenn ich
­online bin ? Die Herausforderungen einer
­digitalen Gesellschaft
„… ,dass sie nicht zu
bürgerlich werden !“ —
Vier RadioaktivistInnen
über Wesen, Vergangenheit und Zukunft
der Freien Radios.
IT 2014: Ressource mit
Änderungspotential
—
—
Nummer 148
Dez – Feb 2014
kupf.at
Franz Prieler, die
Gruppe O2, die KUPF
und die Coolness.
TALEA
ein Film von
abdellatiF
KeChiChe
Gewinner
Goldene Palme
Festival de Cannes
ein film von KAthArinA mücKstein
ab
Premiere:
mo 16. 9., 20.00, moviemento
Fr 20. 12.
in Anwesenheit von ninA Proll, KAthArinA mücKenstein
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„Gewalt gegen Frauen ist alltäglich
und dennoch ein Tabuthema.
Das Frauenbüro der Stadt Linz setzt
mit einer Veranstaltungsreihe zu den
„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“
ein Zeichen!“
Nähere Informationen unter: www.linz.at/frauen
Mag.a Eva Schobesberger
Frauenstadträtin
Landeshauptstadt Linz
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E D I TO R I A L
Werte
Kulturtäterinnen !
Früher als die letzten Jahre, nämlich bereits Ende Warum China eine europäische Phantasie ist und
Oktober, hieß es heuer auf zur KUPF-Klausur. Im was den jüngst zum Leiter des Österreich-Zentrums
Salzkammergut wurden Pläne für das ­kommende Shanghai gewordenen Attnanger Andreas Kurz zu
Jahr geschmiedet. Einen Besuch beim Emseea – dem dieser Annahme bringt, lesen wir auf Seite 12.
Wirtshaus der Gegend – konnten wir uns nicht entgehen lassen. Dort trifft man nicht nur Jugendli- Zum Schluss noch einmal zurück ins Salzkammerche, die auf Heimatbesuch vom Studentinnenleben gut – wir erinnern uns an die Studentin: Wird sie
in Wien sind, sondern auch die derzeit karenzierte zurück nach Ebensee gehen? Wird es wegen dem
KUPFmitarbeiterin Riki Müllegger. Es hat uns recht Emseea sein, oder wegen dem Kino Ebensee? Unsegefreut!
re Büro-Untermieterinnen von LIquA wurden vom
Land Oö mit einer Studie zum Brain Drain beaufIns Jahr 2013 fallen zahlreiche runde ­G eburtstage tragt und wir haben Alex Staufer von LIquA um
unserer Mitglieder, bis zu dreißig Kerzen dürfen eine Interpretation gebeten. Wir haben Alex Staufer,
heuer ausgeblasen werden (S. 23)! In Lambach wird Mitautor der Studie, um eine Interpretation gebeten
sogar schon seit über vierzig Jahren Kulturarbeit be- (S. 8). Die Diskussion, welchen Stellenwert Kunst und
trieben (S. 22). Fixer Bestandteil der österreichischen Kultur in der Regionalentwicklung haben, wird uns
Medienlandschaft sind seit 15 Jahren die Freien Ra- weiter begleiten. Dass gut gemeinte Beiträge aus der
dios (S. 16). Vina Yun hebt in ihrer Kolumne die Not- Hirnforschung dazu auch an der Oberfläche stecken
wendigkeit alternativer Medien hervor (S. 9).
bleiben, lesen wir auf Seite 26.
dieKUPF – Kulturplattform Oö
Untere Donaulände 10 / 1, 4020 Linz
Tel. (0732) 79 42 88
kupf@kupf.at, www.kupf.at
Bürozeiten:
Mo — Do: 9.00 Uhr — 12.30 Uhr
Di zusätzlich: 15.00 Uhr — 17.00 Uhr
Die KUPF ist die Kulturplattform OÖ.
Sie ist die Interessensvertretung und
Anlaufstelle für über 130 freie Kunst- &
Kulturinitiativen in Oberösterreich. Die
KUPF ist eine kulturpolitische NGO mit
dem klaren Ziel, die Rahmenbedingungen
für freie, initiative Kulturarbeit in OÖ
gemeinsam mit deren ProtagonistInnen
abzusichern und beständig zu verbessern.
KUPFvorstand: David Guttner (Freies
Radio Salzkammergut, Bad Ischl),
Nicole Honeck (Radio FRO, Linz),
Johanna Klement (urbanfarm, Leonding),
Thomas Kreiseder (Radio FRO, Linz),
Auch die Bundeskulturpolitik kommt nicht zu kurz
in diesem Heft: Ein Interview mit Gitti Vasicek über
ihre Arbeit im Kulturinitiativen-Beirat (S. 6), eine
Gnackwatsch’n für Ministerin Schmied (S. 8) und ein
Leitartikel mit Anregungen für die künftige Kulturpolitik (S. 5).
Radio Kupf
Gerda Haunschmid wird ab sofort mit einer neuen Stay out of tune
Kolumne bei den Herausforderungen einer ­digitalen Tami Imlinger
Gesellschaft beiseite stehen und reflektiert zum für die Redaktion
Einstieg: Wer bin ich, wenn ich online bin? (S. 24) Mit
der Frage Was tun im Maschinenzeitalter? beschäf- PS: Es gibt Zuwachsbedarf in unserer Zeitungsretigt sich Christian Danys Buch Morgen werde ich Idi- daktion! Bei Interesse bitte einfach unverbindlich
ot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft (S. 25). Ums unter zeitung@kupf.at melden oder auf ein PlauTelefonieren und um Überwachung dreht sich dies- scherl im Büro vorbeikommen!
mal die Lifestyle-Kolumne (S. 23).
An dieser Stelle auch ein Dankeschön an Stephan
Roiss für seine redaktionelle Mitarbeit – als Autor
Der Innovationstopf steht an: Eine Annäherung ans bleibt er uns aber eh erhalten.
Thema Ressource und Infos zur Einreichung finden
wir auf Seite 20 und in der beigelegten Broschüre.
Julia Müllegger (KV Kino Ebensee),
Vicy Schuster (Open Air Ottensheim),
Sabine Stuller (IFEK, Linz),
Betty Wimmer (KAPU, Linz).
Büroteam:
Richard Schachinger (Geschäftsführung),
Klemens Pilsl (stv. Geschäftsführung),
Riki Müllegger (in Karenz), Tamara Imlinger
(Leitung KUPFzeitung & Bibliothek)
Wissenswertes und Kulturpolitisches
von der KUPF
Radio FRO: Di. 17.30 — 18.00; Wh: Mi. 8.00 — 8.30
Großraum Linz: 105,0 MHz; Liwest-Kabel 95,6 MHz
Freies Radio Freistadt: Mi. 16.30 — 17.00; Wh: Do. 14.00 — 14.30
Freistadt Nord: 107,1 MHz/Süd: 103,1 MHz
FRS – Freies Radio Salzkammergut: Mi. 13.00 — 13.30
Bad Ischl, Bad Goisern, Ebensee: 100,2 MHz;
Gmunden, Vöcklabruck: 107,3 MHz; Ausseerland: 104,2 MHz;
Gosau, Rußbach: 107,5 MHz; Hallstatt, Obertraun: 105,9 MHz
Wolfgangseeregion: 89,6 MHz
Radio B138: Do. 18.30 — 19.00 Region Kirchdorf: 102,3 MHz
03
Inhalt
—05 Kulturpolitisch was
weiterbringen
Elisabeth Mayerhofer
mit Anregungen für die
­Kulturpolitik des Bundes.
— 05 Wortspende
EF.K.K unterstützt Gemeinde: Kulturförderung
vs. Lustbarkeitsabgabe.
Kulturpolitik 04
—06 Der KulturinitiativenBeirat
Brigitte Vasicek im Gespräch über ihre Arbeit
als Beirätin der Abteilung
«Regionale Kulturinitiativen und -zentren» im
­Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.
— 08 Gnackwatsch’n
zum Abschied für
­Ministerin Schmied.
— 08Comic
von Stephan Gasser.
—09 Parallax Error
Vina Yun über
­alternative Medien.
—10 Von der prekären
Kultur zur Gestaltungskultur
Standortpolitische
­Ü berlegungen zur
­initiativen Kulturarbeit
von Alex Staufer.
—12 Shanghai ist
keine Stadt
Andreas Kurz beschreibt,
warum China eine europäische Phantasie ist.
— 14 Termine
Wissenswertes von
und für KUPF Mitgliedsinitiativen.
— 14 Ausschreibungen,
Preise und Splitter
Zusammengetragen
von Tami Imlinger
und Klemens Pilsl.
Kulturpraxis —16 „… ,dass sie nicht zu
bürgerlich werden !“
Vier RadioaktivistInnen
im Gespräch mit Daniela
Fürst über Wesen, Vergangenheit und Zukunft
der Freien Radios.
—18 Hinter der Leere
die Freiheit
Franz Koppelstätter über
Einkaufszentren, Leerstände und kulturelle
(Zwischen-)Nutzungen.
— 19 Comic
von Stephan Gasser.
Kulturplattform Kulturinitiativen —20 IT 2014:
Ressource mit
Änderungspotential
Der KUPF Innovations­
topf geht in eine neue
Runde.
— 22 Geschichten
aus Lambach
Franz Prieler, die
Gruppe O2, die KUPF
und die Coolness.
—23 Eyes only
Lifestyle-Report.
—23 Jede Menge
Geburtstage
Wir gratulieren herzlich!
facebook.com/kupfooe
Rezension —24 Das Geschäft mit
der Musik.
Ein Insiderbericht
Gelesen von Stephan
Roiss.
—24 Wer bin ich,
wenn ich online bin ?
Frau Tschörda weiß Rat –
Die Herausforderungen
einer digitalen Gesellschaft.
—25 « I would prefer not to»
Morgen werde ich Idiot,
gelesen von Pamela Neuwirth.
— 26 Kommunale
­Intelligenz
Gelesen von Christian
Diabl.
— 26 Luftzug
Anna Weidenholzer mit
Bildern aus Bulgarien.
twitter.com/kupfooe
Verlegerin & Herausgeberin dieKUPF – Kulturplattform Oö, Untere Donaulände 10 / 1, 4020 Linz; Tel. (0732) 79 42 88, kupf@kupf.at, www.kupf.at • Koordinierende Redakteurin, Inseratbetreuung & Aboverwaltung Tamara Imlinger, zeitung@kupf.at • Redaktion Tanja Brandmayr, Christian Diabl, Pamela Neuwirth, Klemens Pilsl, Richard Schachinger, Gerlinde Schmierer
Erscheinungsweise Min. 4 Mal /Jahr • Abo € 16,50 • Blattlinie Zeitschrift zur Verbreitung von Nachrichten und Meinungen im Bereich der alternativen Kultur, Kulturpolitik und verwandter
Themen. Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Für unverlangt eingesandte Artikel kann keine Haftung übernommen werden.
Die Offenlegung gemäß § 25 MedienG ist unter kupf.at/impressum ständig abrufbar • Die Beiträge der Redaktion sind in weiblicher Schreibweise verfasst. Externen Autorinnen empfehlen
wir diese, oder eine, in welcher Form auch immer, geschlechtergerechte Schreibweise zu verwenden • Lektorat Tanja Brandmayr • Gestaltung Michael Reindl (michaelreindl.com)
Druck BTS Druckkompetenz GmbH • Inseratformate und Preise unter kupf.at/medien/zeitung • Redaktions- und Anzeigenschluss 21. 02. 2014 • Erscheinungstermin 18. 03. 2014
Die KUPF Zeitung ist auf umweltfreundlichem Papier gedruckt.
L eitarti k el
Kulturpolitisch
was weiterbringen
Neues Spiel, neues Glück. Zumindest in der Kulturpolitik des Bundes. Die Möglichkeiten, sich politisch
zu profilieren, liegen wieder einmal auf der Straße,
da einige brennende Themen seit nun schon sehr
lan­ger Zeit auf eine Lösung warten.
für die Bundestheater, bis hin zu einer Änderung
des Stiftungsgesetzes hin zu gemeinnützigen Stiftungen, die in Österreich aufgrund des europaweit
einzigartigen Stiftungsgesetzes nur 6 % ausmachen
(im Gegensatz zu 95 % in Deutschland).
Elisabeth Mayerhofer
ist politischstrate­
gische Geschaftsführerin der IG Kultur
Österreich
Da wäre zuallererst einmal die Bezahlung von Dazu kämen administrative Vereinfachungen, die
künstlerischer und kultureller Arbeit. Es geht hier bislang gebundene Ressourcen freisetzen könnten,
noch nicht einmal um gute Bezahlung, es geht dar- damit wieder mehr Geld in Kunst und Kultur statt
um, dass die Arbeit von KünstlerInnen, die gut aus- in Buchhaltung fließen kann – wie zum Beispiel ein
gebildet sind, über Berufserfahrung verfügen und administrativer Aufwand, der in einem sinnvollen
mit einigem an peer recognition aufwarten kön- Verhältnis zur Fördersumme steht. Die Harmoninen, überhaupt entlohnt wird. Frei nach den letzten sierung von Abrechnungsmodalitäten würde überSPÖ-Plakaten: Kunst muss leistbar sein – vor allem dies schlagartig die Arbeitsfreude im Sektor heben.
für die Kunst- und Kulturschaffenden. Die vorherr- Auch eine Deckelung der Managements-Gehälter
schende, systematische Unterförderung kann jeder­ würde diesen Effekt erzielen, da es ja im Grunde
zeit zugunsten der Anerkennung von verbindlichen nicht zu rechtfertigen ist, dass ­Museumsdirektoren
Gehalts- und Honorarrichtlinien beendet werden. mehr verdienen als der Bundeskanzler dieser ReAuch Umgehungsverträge, die aus finanzieller Not publik. Es gibt also genügend Betätigungsfelder,
heraus abgeschlossen werden müssen, wären so- um die Krusten, die sich in den Jahrzehnten gebilmit Vergangenheit. Denn es stellt sich natürlich im- det haben aufzubrechen und die dringend nötigen
mer die Frage, ob und inwieweit geltendes (Arbeits-) Dynamisierungen einzuleiten. Wir warten also geRecht aus öffentlichen Mitteln gebrochen werden spannt auf die Umsetzungen.
soll. Daran schließt die Frage nach einer Wertanpassung von Förderungen: Viele Initiativen erhalten seit Jahren dieselben Förderbeträge, wobei die
Inflation an deren Wert frisst. Verträge wie die des
neuen Linzer Musiktheaters sollten ein Vorbild für
alle Förderungen sein.
Und um auch gleich auf die Gretchenfrage «Woher
soll’s denn kommen?» zu antworten: Wir haben
nach wie vor ein positives Wirtschaftswachstum.
Das heißt, Österreich wird am 31. Dezember r­ eicher
sein als es am 1. Jänner war. Warum soll dann die
Kultur ärmer werden? Das Geld dafür kann aus ver­­schiedenen Quellen stammen: Zum einen wäre es
hoch an der Zeit, für Kunst und Kultur andere Quellen als die der direkten staatlichen Förderung zu
erschließen: Das geht von der Absetzbarkeit von
Spenden für alle Kulturinstitutionen und nicht nur
05
Wortspende
« Eigentlich unterstützen wir die
Gemeinde. Wir bekommen fürs
Jahr 250 Euro Kulturförderung,
zahlen aber pro Veranstaltung
800, 900 Euro Lustbarkeitsabgabe an die Stadt. »
Valentin Schachinger,
EF.K.K – Eferdinger
Kultur Klub, in den
OÖN am 30. Oktober
K U LT U R P oliti k
Der KulturinitiativenBeirat
Ein Interview mit
Brigitte Vasicek über
ihre Arbeit als Beirätin
der Abteilung „Regio­
nale Kulturinitiativen
und -zentren“ im Ministerium für U
­ nterricht,
Kunst und Kultur.
Brigitte „Gitti“ Vasicek:
Professorin für „Zeitbasierte Medien” am
Institut für Medien der
Kunstuniversität Linz.
Von 2008 bis 2013
06
­B eirätin für das BMUKK.
Klemens Pilsl:
Kulturfuzzi, KUPF-Mitarbeiter, Freizeitsoziologe.
Klemens Pilsl: Wie funktioniert die
konkrete Arbeit im Beirat ?
Gitti Vasicek: Der Bund übermittelt den Beiratsmitglieder die aufbereiteten Förderanträge der EinreicherInnen. Meist vierzig, fünfundvierzig Anträge.
Die Beiräte lesen diese Anträge sehr genau, denn in
der Regel gibt bei den folgenden Beiratssitzungen
immer rege Diskussionen zu jeder Förderempfehlung – im Beirat sind ja sieben Mitglieder mit ganz
unterschiedlichen Schwerpunkten.
JedeR im Beirat hat eine gewisse Haltung. Eine Kollegin etwa, die kommt vom Vorarlberger Frauen­
museum, studiert die Anträge bezüglich GenderProblematik – die liegt ja bei ganz vielen KulturverWo anderswo noch Beamte über die künstlerische einen noch sehr schief.
und inhaltliche Qualität von Förderansuchen ent- Die Diskussion ist meist aber nicht hitzig, sondern
scheiden, gibt es auf Bundesebene sogenannte Bei- man hört sich Meinungen an und wiegt ab. Und
räte, die diese Aufgabe übernehmen. Die Linzer manchmal bittet man eine Kulturinitiative, ihren
Künstlerin, Aktivistin und Universitätsprofessorin Antrag noch etwas nachzujustieren.
Brigitte Vasicek schied 2013 nach mehreren Jahren
aus dem sogenannten Kulturinitiativenbeirat aus Sagt dieser gar nicht so seltene Bedarf am „Nachund hat mit Klemens Pilsl über Chancen und Tü- justieren“ etwas über die inhaltliche Qualität der
Einreichungen aus ? Und lässt sich der Beirat auch
cken dieses Fördervariante geplaudert.
von formalen Dingen beeinflussen ?
Der Kulturinitiativen-Beirat
beim BMUKK
Der §9 des Kunstförderungsgesetzes von 1988 sieht die Möglichkeit vor, zur Vorbereitung und Vorberatung von Förderangelegenheiten sogenannte «Beiräte» einzusetzen. Diese Beiräte setzen
sich aus ExpertInnen der verschiedenen Kunstsparten zusammen. Ein Beiratsmitglied hat die Aufgabe, aufgrund seines Fachwissens sachverständige Empfehlungen abzugeben, es fungiert
als kulturpolitisches Beratungsgremium für das BMUKK.
Derzeit unterstützen 13 Fachbeiräte die Kunstsektion bei der
Vergabe von Fördermitteln: Es gibt z.B. einen Beirat für Bildende
Kunst, einen für Architektur & Design usw. Und natürlich gibt es
auch einen Beirat für die Abteilung «Regionale Kulturinitiativen.»
Diese Abteilung subventioniert auch einige KUPF-Initiativen, wie
etwa die KAPU in Linz, das Kino Ebensee und etliche andere.
Der Kulturinitiativenbeirat besteht aus sieben Beiratsmitgliedern, die aus sieben verschiedenen Bundesländern stammen.
Eine Funktionsperiode dauert drei Jahre – mit Verlängerungs­
möglichkeit bis maximal sechs Jahre – wobei bei jeder Neubestellung auch auf eine «ausgeglichene Bundesländerverteilung»
geachtet wird.
Formale Dinge beeinflussen immer, alles andere
wäre gelogen. Die inhaltliche Qualität ist sehr unterschiedlich. Das reicht von fokussierten Themen,
die inhaltlich gut recherchiert und aufbereitet sind,
bis zu Anträgen, die ein Gefühl von Copy & Paste
des Vorjahres vermitteln. Manche vergessen sogar,
die Jahreszahl zu ändern.
Fühlt man sich da verarscht ?
Manchmal ist es schon ärgerlich, weil man ja weiß,
dass diese oder jene Region dringend Unterstützung bräuchte. Aber verarscht bin ich mir nie vorgekommen – ich habe immer versucht mir vorzustellen, unter welchen Umständen und Bedingungen
die Leute arbeiten, welches Feedback sie von der
Region oder der Politik bekommen. Und dadurch
sehen manchmal Dinge so aus, wie sie aussehen.
Man entwickelt ein gewisses Verständnis, wenn man
erahnt, dass die EinreicherInnen sehr prekär, überehrenamtlich und unter großem Druck arbeiten ?
Dadurch, dass alle Beiratsmitglieder sehr viel mit
Kulturinitiativen zu tun haben, kennen sie diese
Hintergründe.
Bei Kulturförderungen geht es aber auch um ästhetische,
künstlerische, inhaltliche Qualitäten. Diese sind schwierig
zu bewerten, es gibt keine klassische Skala dafür.
Ihr wisst also nicht, ob das eine Abteilungsleiterin
bestimmt oder ob das von ganz oben kommt ?
Ich glaube, es kommt ganz oben aus dem Kunstministerium. Das
Kulturinitiativen werden meist aus einer Notwendigkeit heraus, po- Sekretariat bestimmt das nicht.
litische oder gesellschaftliche Themen aufzugreifen, gegründet. Sie
richten den Scheinwerfer auf Themen, die andere nicht abdecken Ist das frustrierend für den Beirat ?
können und bereiten neuen Boden auf. Dadurch wirken sie ja oft Sagen wir so: Es ist nicht ganz fesch für den Beirat. Aber ich kann
unbequem. Meine persönlichen Kriterien sind also gewesen: Kann nicht sagen, dass das sehr oft vorkommt. Aber wenn es passiert,
jemand etwas aufzeigen, Sachen auf den Kopf stellen, Vielschichtig- dann ist es natürlich nicht lustig.
keiten und differente Sichtweisen erzeugen?
Problematisch fand ich immer so reine «Buchungsgeschichten», Die Kupf fordert ja in den Zumutungen auch für Oö einen fixen
wenn wer berühmte Komiker oder Austropop-Sänger veranstaltet. Förderbeirat. Kannst du mit deinen Erfahrungen aus dem Bund
Natürlich muss das Haus einmal voll werden, aber wenn das Über- sagen: Ja, das Land Oberösterreich wäre gut beraten.
hand gewinnt, dann frage ich mich schon, ob man die Kulturgelder Absolut.
tatsächlich in diese Wirtschaft reinschmeißen soll?
Gibt es dazu gänzlich konträre Haltungen
im Beirat ? Dass jemand sehr touristisch
oder kreativwirtschaftlich denkt ?
„
Freie Kulturarbeit beinhaltet die Herausforderung, Freiräume ­aufzuzeigen
bzw. zu eröffnen und verfügbar zu machen. Sie ist eine Konfrontation
Der Kulturinitiativen-Beirat setzt sich tatsächlich
aus dem Kunst- und Kulturbetrieb zusammen. Es ist
ein Beirat, der sich ganz klar von Tourismusveranstaltungen und reiner Unterhaltung abgrenzt. Dazu
kommen die Leute viel zu sehr aus der Kunstszene.
usw. Sie ist durchaus ein Narrenschiff der Gefühle und Atmosphären. Nach
Hast du Tipps für die Antragstellung ?
die Kulturkonsum bieten, sondern setzt die Veranstaltungen selbst in einen
Ich persönlich mag diese typischen Kulturmanagement-Anträge nicht. Diese gewisse angelernte Wortwahl ... da frage ich mich nach der Kraft dahinter.
Dieses Leidenschaftslose mag ich nicht. Mich interessieren ganz andere Fragen in den Anträgen: Was
brennt euch unter den Fingernägeln? Was ist wirklich dringend in eurer Region? Was sind die Probleme, was sind die Geschichten? Und schreibt rein,
womit die Leute kämpfen! Das macht viel mehr her
als ein schön formulierter, aber pseudo-politischer
Antrag.
erweiterten und inspirierenden Rahmen, sodass sie zu künstlerischen und
mit Neuem, stellt differente Sichtweisen dar oder einfach gewohnte
­Verhältnisse auf den Kopf. Und das im Sinne von Initiative, ­Unabhängigkeit,
unbequem praktizierter Eigenverantwortung, programmiertem Chaos
­diesem Verständnis mündet Kulturarbeit nicht einfach in Veranstaltungen,
kulturellen Ereigniswerken werden. Regionale Kulturarbeit nimmt dabei
einen besonderen Stellenwert ein, weil sie die Möglichkeit der Gestaltung
Eine Idee hinter dem Beiratssystem ist ja, dass man
­„künstlerische“ Entscheidungen nicht einem Kulturbeamten überlassen möchte, sondern auf die
Schultern von ExpertInnen legt. Ist deiner Ansicht
nach das ­­Förderwesen dadurch besser geworden ?
Da habe ich keinen Vergleich. Der wichtigste Unterschied zum
Kulturbeamten ist, dass ein Beirat nicht weisungsgebunden ist. Er
muss kein politisches Programm berücksichtigen.
Ich weiß nicht, warum und mit welcher Motivation ein Kulturbeamter im Kulturamt sitzt ...
… ist er freiwillig dort, ist er gar strafversetzt worden ... ?
Genau. Das wissen wir nicht. Es gibt aber immer wieder auch Ent­scheidungen des Beirats, die beim BMUKK kein Gehör finden. Manch­mal lehnt das Ministerium eine Empfehlung ab oder manchmal geben wir keine Empfehlung und es fördert dennoch.
Hat das ideologische Gründe ? Oder fühlt man sich
im BMUKK manchmal verpflichtet ?
Der Beirat bekommt da keine Informationen.
des eigenen kulturellen Lebensraumes schafft.“
“
Gitti Vasicek ( Statement für www.bmukk.at )
Es wird regional wie kommunal argumentiert, dass erstens die
Kulturbeamten sehr hoch qualifiziert seien, eine Infrage-Stellung
ihrer Entscheidungsqualifikation also beleidigend sei. Zweitens,
dass ja allein durch die personelle Zusammensetzung einer Jury
schon Manipulation möglich sei. Und drittens, dass das eine
unglaubliche Hock’n ist.
Ich wäre nicht beleidigt, wenn ich eine zusätzliche Meinung und
Sichtweise bekomme. Es wäre komisch, würde man glauben, alle
Genres und Perspektiven selbst abdecken zu können.
Siehst du allgemein den Subjektivismus in der Kunst­förderung als problematisch ?
Subjektivität gibt es immer. Ich habe eine Haltung zu Politik oder
zu Kulturinitiativen, wie ich sie mir vorstelle, aus dieser Haltung
heraus argumentiere ich. Das Problem bei den Förderentscheidungen liegt ja anderswo: Es gibt einen gewissen Kuchen, und der ist
seit Jahren aufgeteilt. Da wird es schwierig für Neuzugänge.
Das nennen wir Senioritätsprinzip: Wer immer am Trog war, wird
nicht abgewiesen. Für die Jungen ist es hingegen schwierig.
Genau, es gibt sehr gute und wirklich spannende Junge. Der Beirat
versucht, innerhalb des kleinen Rahmens, diesen einen guten Start
zu ermöglichen, eben einen gewissen Impuls zu geben. Und dann
sieht man, ob sich das entwickelt.
07
Kolu m n e
Gnackwatsch’n
08
Zwei Legislaturperioden hat die SPÖ Zeit gehabt mit einer von
ihr eingesetzten Ministerin Kulturpolitik zu machen. Wir rufen
uns in Erinnerung, dass Faymann bei der nächtlichen Suche
nach der für ihn stimmigen Person für diesen Ministerposten in
den Chefetagen der kunstsinnigen Banken herumtelefonierte
und eine Frau mit starkem Bezug zu den Salzburger Festspielen
fand. Ob dieser Zugang auch die richtige Grundeinstellung für
sozial­demokratische Kulturpolitik liefert, war weder zu diesem
Zeitpunkt, noch später relevant.
Ministerin Claudia Schmied hat das bürgerliche Kunstestablishment gut bedient: Ein neues Barockmuseum für Agnes Husslein
(mit dem sich Maria Fekter als Kulturpolitikerin in Szene setzen
durfte), mehrere Millionen Euro für die Festspiele Erl (die ein Prestigeprojekt des Ex-Strabag-Chefs Haselsteiner sind) und Budgeterhöhung bei den Bundesinstitutionen. Öffentlichen Diskussionen
über Kulturpolitik hat sie sich entzogen und Gesprächstermine
wurden nur an DirektorInnen von Bundesinstitutionen vergeben.
Interessenvertretungen und Gewerkschaften waren notwendige
Übel, die frau versuchte zu umschiffen.
Zwei Reformen wurden durchgeführt: Gleich zu Beginn der ersten
Amtsperiode wurde die Forderung der IG Kultur nach mehrjährigen Förderverträgen umgesetzt (ganz ohne Zusatzkosten) und
im Laufe der zweiten Amtsperiode wurde der Gratiseintritt für
Jugendliche in Bundesmuseen eingeführt. Natürlich gegen eine
entsprechende Kostenübernahme der entgangenen Einnahmen
der Bundesmuseen.
Völlig vergessen hingegen sind die beiden Europäischen Jahre,
die vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
abzuwickeln waren. Das Jahr des interkulturellen Dialogs und das
Jahr für Innovation und Kreativität. In einer erbärmlichen Show
und in unprofessioneller Weise sind die von der EU angedachten
Ziele verfehlt worden. Eine kritische Nachbetrachtung war nicht
nur nicht vorgesehen, sie war in der Logik der Verantwortlichen
ein Sakrileg.
Eine von Ministerin Schmied in Auftrag gegebene Studie zur
sozialen Lage von KünstlerInnen brachte auf den Punkt, was
alle wussten: KünstlerInnen in Österreich leben an und unter
der Armutsgrenze. Von der Verantwortung für diesen Umstand
konnte sich die Ministerin nicht schnell genug verabschieden:
Sie richtete interministerielle Arbeitsgruppen ein (in denen sie
nie gesehen wurde, zu deren Berichten sie nie Stellung genommen
hat, deren Vorschläge für das eigenen Ressort sie nie in Erwägung
gezogen hat), um am Ende dieses Prozesse in einer medialen
Veranstaltung die weiteren Handlungsschritte auf Sozialminister
Hundstorfer abzuwälzen.
Aber das Parlament hatte eine weitere Studie zur sozialen Lage
der KulturarbeiterInnen von der Ministerin verlangt. Diese hat
sie dann vorsichtshalber erst 3 Jahre später und am Ende ihrer
Amtszeit in Auftrag gegeben. Soll sich doch wer anderer mit den
Ergebnissen g’fretten. Für Schmied liegen ja schon Angebote aus
Wirtschaft und Kultur vor.
Stephan Gasser
ist freischaffender
Künstler in Linz.
kO L U m n E
Parallax
Error
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Vor kurzem war ich zu Gast in einer TV-Talksendung zum Thema
«Frauen in den Medien». In einer – durchwegs feministisch
besetzten – Frauenrunde wurde darüber diskutiert, warum
Frauen weniger oft zu Fernseh- und Podiumsdiskussionen
eingeladen werden als Männer, und wie sich die unausgewogene
Geschlechterrepräsentation in den Medien auf deren Inhalte
auswirkt. Hinsichtlich der Gründe für diese Schieflage fiel bald
das Argument: Medien würden in erster Linie die politische
Wirklichkeit abbilden – und Tatsache sei eben, dass es in männerdominierten Bereichen weniger Entscheidungsträgerinnen gebe
und folglich Frauen weniger zum Zug kommen.
Die immer kürzer werdenden Tage und das unaufhaltsam kürzer werdende Jahr mahnen uns: Langsameres
Gehen ist angesagt! Und tatsächlich macht dieses
unscheinbare zwischendurch Innehalten etwas mit uns.
Was das genau das ist? Das lässt sich wohl am besten
an unseren Gesichtern ablesen. Zugegeben: Ein paar
mürbe Weihachtskekse unterstützen uns dabei auch...
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Zum einen beißt sich hier die Katze in den Schwanz: Wie soll man
es schaffen, mehr Frauen auf die mediale Bühne zu hieven, wenn
das Auswahlkriterium lediglich den bestehenden sozialen Hierarchien folgt? Zum anderen liegen jedoch auch unterschiedliche
Auffassungen über die Funktionsweise von Medien vor: Ich meine,
Medien spiegeln nicht einfach eine angeblich objektiv vorhandene
Realität wider – vielmehr konstruieren sie unsere Wirklichkeit mit.
Man brauche nur an «heiße» Themen wie Migration zu denken,
ein Beispiel, das deutlich macht, wie tiefgreifend die öffentliche
Wahrnehmung von Zuwanderer_innen schon allein von der (meist
rassistischen) Begriffswahl geformt wird.
In diesem Sinne stellen alternative Medien – vor
allem feministische – schon seit längerem die viel
beschworene Objektivität des bürgerlichen Journalismus kritisch infrage. Ob Mainstream oder alternativ: Hier wie da stellen Medien Öffentlichkeiten
her, in denen verhandelt wird, was relevant ist für
die Gesellschaft , wie sie gestaltet sein soll und vor
allem, wer dazu etwas zu sagen hat. Wäre es also
nicht wünschenswert, in einer von Rassismus, Sexismus, Klassismus, Homo- und Transphobie und
Ableismus strukturierten Gesellschaft genau jene
Stimmen in Medien zu hören, die sonst immer wieder zum Schweigen gebracht werden?
Vina Yun ist
u.a. Redakteurin
bei migrazine.at,
dem feministisch-antirassistischen OnlineMagazin
von Migrantinnen für alle.
→ migrazine.at
Ich hören schon Protestler_innen rufen: Minderheitenprogramm,
Nischenpolitik, Partikularinteressen! Hinter der «objektiven
Realität», die sie so leidenschaft lich verteidigen, steckt nichts
anderes als das Interesse, die bestehende Ordnung aufrecht zu
erhalten. Auch darum brauchen wir, als kritische Medienmacher_
innen und -konsument_innen, alternative Medien: Sie sind der
Ort, an dem wir emanzipatorische Gesellschaftsentwürfe denken,
formulieren, nach vorne bringen – kurzum eine Wirklichkeit, wie
wir sie uns wünschen.
09
K U LT U R P oliti k
Von der prekären Kultur
zur Gestaltungskultur
Standortpolitische Überlegungen zur ­initiativen Kulturarbeit
Die Zukunftsakademie ist eine Einrichtung der oö Landesverwaltung, die sich als Think-Tank
und Impulsgeber des Landes Oö versteht. Anlässlich des zunehmenden Brain Drains — jedes
Jahr verlassen 2000 junge Menschen Oberösterreich Richtung Wien — hat die Zukunfts­
akademie eine Studie zu dieser Abwanderung beim sozialwissenschaftlichen Institut LIquA
in Auftrag gegeben. Diese wurde im Oktober 2013 von LH Pühringer präsentiert. Aufgrund
der kulturpolitischen Implikationen hat die KUPFzeitung den jungen Sozialwissenschafter
Alexander Staufer, Mitautor der Studie, um seine Interpretation der für den Kulturbetrieb
­relevanten Studienergebnisse gebeten.
10
Alexander Staufer:
Blitzlicht aus der Studie:
Gründer Translation
Wien ist mit 70.000 Oberösterreichern die «zweitgrößte Vor-Stadt» von Oberösterreich.
Die Gründe warum viele junge OberösterreicherInnen zwischen 18 und 25 Jahren nach Wien gehen, sind
vielfältig, jedoch ist der Studienbeginn der Haupt­faktor für den Ortswechsel. 68 % der Befragten gaben dies an. Danach kommen die Perspektiven für
Beruf und Einkommen und bereits an dritter Stelle
das kulturelle Angebot.
Research & Strategy Lab
und wissenschaftlicher
Mitarbeiter bei LIquA.
Ist aktiv in der Kultur­
initiative Aurach sowie
im Otelo Vöcklabruck.
Studie im Überblick
zum Download:
http://www.liqua.net/
trlab/wp-content/­
uploads/BW_Blick.pdf
Beginn des Studiums
68 %
Weiterführende
Bessere Perspektiven für
Beruf und Einkommen
38 %
Kulturelles Angebot
33 %
Besondere Ausbildungsmöglichkeit
32 %
Offenheit Toleranz Verwirklichung der
eigenen Werte und Vorstellungen
28 %
Verkehrsanbindung
Verkehrsinfrastruktur
20 %
Die Verbesserung meiner Beziehung
zu Familie und Freunden
13 %
Gastronomieangebot
12 %
Wohnsituation
11 %
Sport- und Freizeitmöglichkeiten
10 %
Mehr gesellschaftliche Anerkennung
und höherer Status
4 %
Schul- und Kinderbetreuungs­
angebot für eigene Kinder
1 %
Literatur:
www.liqua.net/trlab
Mistra Urban Futures:
Enabling City
Disrupting Business:
Art and activism in
times of financial crisis
Gründe für den Wohnortwechsel: OÖ → Wien, LIquA
64 % der Befragten gaben an, dass sie auch dauerhaft in Wien bleiben wollen. Gründe für den Verbleib sind vor allem die bessere Berufssituation bzw.
Berufsperspektiven und das soziale Umfeld. Von
den 17 % der StudienteilnehmerInnen, w
­ elche nach
Oö zurück kommen wollen, geben 39 % als Grund
die Verbundenheit mit der Region an, 30 % die Familiengründung, 19 % den Hausbau oder Wohnungskauf: «Dahoam is dahoam».
Was lässt sich für den Kulturbereich ableiten ?
Perspektiven für Ausbildung und Beruf sind entscheidend, ob man in einer Region verbleibt oder
wieder zurückkommt. Wenn dies nicht der Fall ist,
dann hilft auch das kulturelle Angebot wenig. Kulturelles Angebot im klassischen Sinne der Unterhaltung ist erst wichtig, wenn man beruflich und privat
etabliert ist. Immer wichtiger werden jedoch kulturelle Entfaltungs- und Entwicklungsräume, und gerade im ländlichen Raum ermöglichen diese zunehmend frische Impulse (Stichwort: Enabling Culture).
Deshalb ist es für die Altersgruppe der 16 – 25 Jährigen notwendig, genau diese Angebote und Räume
der kulturellen Betätigung, um Perspektiven vor Ort
zu entwickeln.
:LWKWKHEDFNGURSRIWKHIDLOXUHVRIJOREDO¿QDQFLDOFDSLWDOLVPDQGDXVWHULW\
vom guten, schönen Leben in Oberösterreich sind
gefragt und damit Orte, an denen das spürbar ist.
Das neue Musiktheater erreicht Jugendliche SHUYHUVHZD\ZHDVNZKHWKHUWKLVSUHVHQWVQHZRSSRUWXQLWLHVIRUDUWLVWV
und Genau hier spielen die zahlreichen KulturinitiatiDQGFXOWXUDOSURGXFHUVWRDFKLHYHPRUHDXWRQRP\DQGFRQWURORYHUWKHLU
junge Erwachsene etwa in Vöcklabruck nicht. Hier
ven in Oö eine tragende Rolle, dazu benötigt es aber
SURGXFWLRQ SURFHVV DQG VSHFXODWH RQ WKH DOWHUQDWLYH EXVLQHVV PRGHOV
können Kulturinitiativen und eine lebendigeWKDWDULVH&DQZHKRSHIRUDQDOWHUQDWLYHFRQFHSWLRQRIEXVLQHVVDEOHWR
Ju- ein neues Selbstverständnis: weg von der präkeren
GLVUXSWWKHFDSLWDOLVWORJLFIURPZLWKLQLWVFRQ¿QHV"2ULVDQ\GLVUXSWLRQ
gendkultur viel dazu beitragen, dass sich junge
Kultur zur Gestaltungskultur.
QHFHVVDULO\UHFXSHUDWHGWRDFKLHYHWKHUHQHZDORIFDSLWDODQGJHQHUDWLRQRI
Menschen mit neuen Lebensmodellen entfalten
QHZEXVLQHVVRSSRUWXQLWLHV"
können und sich einen Lebensmittelpunkt vor Ort
sehen und schaffen.
Einzementierte kulturstrukturelle
Maßnahmen helfen hier wenig ...
PHDVXUHVWKHPRWLYDWLRQIRUWKLVERRNLVWRUHVSRQGWRWKHFXOWXUDODQG
DUWLVWLF VWUDWHJLHV WKDW HPHUJH LQ UHODWLRQ WR D EURNHQ HFRQRP\1 ,Q D
Tatiana Bazzichelli’s
Desiruptive Loop
Gerade auch im Kulturbereich haben sich an der
Schnittstelle von Kunst, Entfaltung, Experiment,
Technik und Arbeit neue Modelle entwickelt. Als
Best Practice kann man hier die Otelos nennen, wel­che diese neuen Lebensentwürfe schon zum Arbeitsprogramm gemacht haben. Neue Tätigkeiten
und Entrepreneurships ermöglichen es, einer Re- 7DWLDQD%D]]LFKHOOL¶V'LVUXSWLYH/RRS'LDJUDP
7
gion neues Flair und Selbstverständnis zu geben.
Diese entstehenden und entstandenen lebendigen Wollen Kultuarbeiterinnen die Gesellschaft nachGruppen machen das regelmäßige Zurückkehren haltig mitgestalten oder verbleiben sie in einer
auch von in Wien lebenden Freundeskreisen wieder vertrauten Jammerhaltung ?
interessanter. Sie stärken die Bindungen und füh- Wirtschaft und Politik sind auf der Suche nach Kulren so auch wieder zum dauerhaften Niederlassen turarbeiterinnen, die fähig sind, Neues hervorzuin der Region, also zu einem Brain Gain. Kultur ist bringen oder Bestehendes neu zu interpretieren.
demnach nicht nur ein weicher Standortfaktor, son- Die gegenwärtige Wirtschaft hat sich in einen Export- und Optimierungswahn verlaufen. Genau
dern eine harte Standortentwicklerin.
hier sind Personen gefragt, neue tragfähige LöKultur als Wertschöpfungsfaktor
sungen mit zu entwickeln. Die Nachfrage nach ErWas heute unter Creative Communities läuft, findet neuerungsprozessen, Kreativität und ­I nnovation,
sich meist sehr nahe am Kunst- und Kulturbereich wie sie in Kunst und Kultur täglich gelebt werden,
und einem neuen kreativen, sozialen oder nachhal- nimmt exponential zu. Da können andere Akteutigen Entrepreneurship. Was Otelo und andere Kul- rinnen viel lernen und dazu muss sich Kulturarbeit
turinitiativen im ländlichen Bereich ­praktizieren, als Wertschöpfungsfaktor begreifen. Dies zwingt
kann die Tabakfabrik in Linz für den urbanen Raum dazu, neues Denken abseits ausgetretener Pfade zu
werden. Es sind Räume, wo Neues probiert, experi- kultiviert und die Grenzen in diesem Spiel auszulomentiert und gelebt werden kann; wo eine gesunde ten. Diskurse wie «Enabling City» und «Disrupting
Vielfalt an Zukunftsentwürfen erprobt und in Wert Business», die gerade im Gange sind, können dabei
gesetzt wird. Junger Lebensstil trifft Freizeit, Kultur, helfen. Kulturarbeiterinnen sind in diesem Sinne
Technologie und Arbeit. Genau diese neuen Bilder StandortentwicklerInnen.
Diagram (2011)
Kupf Organisations Handbuch
Das unentbehrliche Nachschlagewerk
für Kulturarbeiterinnen
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Band 1: Initiative Kulturarbeit in der Praxis
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ihrer Öffentlichkeit
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11
K U LT U R P oliti k – Ü b er de n T ellerra n d
Shanghai
ist keine
Stadt
Der westliche Zugang zu ­China hat sich trotz
­Informationstechnik und Wirtschaftsbeziehungen
kaum verändert. Immer noch ist es der exotische
Riese, von dessen Kultur man träumen und an
dessen Schätzen man reich werden kann.
12
Andreas Kurz (Autor,
Filmemacher), geb.
1980 in AttnangPuchheim / Oö, leitet
seit August 2013
das ÖsterreichZentrum Shanghai.
Demnächst erscheint: Des Kaisers
neues Wort. Essay.
In: FREIräume.
Publikation des
Bundesnetzwerks
Offene Jugendarbeit,
2013.
Foto:
Andreas Kurz
Atemlos kam ich, nach meinem zweiten Arbeitstag, denn je stärker ein bestimmtes Produkt vertreten
aus der U-Bahnstation Zhongshan Bei Lu. Schon war, desto mehr Verkäufer versuchten ihr Glück mit
beim Rolltreppefahren hatten mir Rauch und Kohle- genau derselben Ware. Da fielen zuerst die Preise,
staub die Luft genommen, nun stand ich, direkt dann die Qualität und das so lang, bis sich die Veram Ausgang, einer Verkäuferin gegenüber, die eine käufer das Verkaufen nicht mehr leisten konnten.
kleine Maronibraterei betrieb: Eine Halbschale voll Als meine dritte Arbeitswoche begann, waren sie
schwarzer Steinchen, in denen, von einem Kohle­ alle weg, auch der Rauch war fort und der Vorplatz
ofen unterfeuert, Kastanien rösteten. Ich beobach- leer.
tete die Verkäuferin, wie sie Steinchen und Ma- Die Maronibrater-Episode war einer meiner ersten
ronen mit einer langstieligen Kelle umwand, die Eindrücke von Shanghai und schien das Klischee
verbrannten Maronen herausgriff und in ­e inen von der Imitationskultur Chinas zu bestätigen: Wo
Plastikkübel warf. Der war schon zur Hälfte mit ver- viele Leute sind, muss es gut sein, sonst wären dort
kohltem Abfall gefüllt; die arme Frau schien mehr nicht so viele Leute; was viele Leute tun und haben,
wegzuwerfen als zu verkaufen. Auch am nächsten muss richtig sein, sonst täten und hätten es nicht
Tag stand sie da, schaufelte in ihrer Bratschale he- so viele.
rum und schmiss verbrannte Kastanien weg. Ich Tatsache ist, dass die Städte Chinas in unkontrolkaufte ein Stanizel, es kostete acht Yuan. Am drit- lierbarem Ausmaß wachsen und heute niemand saten Tag hatte sich ein weiterer Maronibrater dane- gen kann, wie hoch beispielsweise die Einwohnerbengestellt, auch er machte kaum Geschäft, übers zahl Shanghais tatsächlich ist. Offiziell spricht man
Wochenende kam ein dritter hinzu, und bald waren von 23 Millionen Menschen, Schätzungen aber besie zu fünft. Ich ging täglich an ihnen vorbei, sah, laufen sich, Wander- und Saisonarbeiter mit eingedass sich mehr und mehr Kunden fanden, kaufte rechnet, auf 25, manche auf 30 Millionen. Europäinochmals eine Portion, diesmal kostete sie sechs sche Wirtschaftsberater empfehlen ihren Klienten
Yuan, Konkurrenz drückt eben auf den Preis. Die längst von Shanghai abzusehen und Firmennieder­
Käufer wurden zahlreicher, ebenso aber die Ver- lassungen besser in Shenzhen, Guangzhou oder
käufer, bald gab es Würstchengriller, Nudelkocher, Chongqing anzusiedeln, Agglomerationen, die auch
Spießchenbrater, die Maronen kosteten nur noch schon 13, 16 und 28 Millionen Einwohner haben, in
drei Yuan, und in meinem Stanizel fanden sich nun denen der Zyklus von Zuwachs, Konkurrenzdruck
auch die verkohlten. So ging es weiter, ein kleiner und Absterben aber erst beim dritten Maronibrater
Markt entstand und ruinierte sich umgehend selbst, angelangt zu sein scheint.
Über China
konsequenzloser ist, als für sich selbst. China war
Man sollte jedem, der etwas über China erklärt, und ist eine Projektionsfläche eigener Hoffnungen
misstrauen. Auch mir. Was ich zu Shanghai äußern und Ängste und eine Metapher für das Fremde, Myskann, sind Vermutungen. Was ich über China sage, tische, Geheimnisvolle.
ist Phantasie. Und ich befinde mich damit in bester
Gesellschaft, oder in schlechtester, jedenfalls aber Westliche Bilder
in größter. Kaum jemand weiß wirklich etwas über Geheimnisvoll ist es ja auch zweifellos, wenn man
dieses Land, das als solches überhaupt nicht erfasst frühmorgens oder spätabends in Shanghai unterwerden kann und dessen Gesellschaft keine ist. Die wegs ist und auf Plätzen, Gehsteigen oder in kleinen
Bevölkerung wird durch ein gemeinsames Territori- Parks all die Baumstreichler, Rückwärtsgeher und
algebiet zusammengehalten, durch eine gemeinsa- Schriftzeichenschreiber sieht, die Qi-Gong-, Taime Währung und – bedingt – durch Regierungsge- Chi- oder Schwertkampf-Meditierer und die vielen
walt, durch sonst nichts. Es gibt die Familie, darüber ­Frauengruppen, die in strenger Quadratformation
hinaus fühlt sich der Chinese für niemanden verant- zu Britney Spears oder Beyoncé gymnastikartige
wortlich. Es gibt die Uiguren im Westen: turkstäm- Tänze aufführen. Geheimnisvoll auch die Ordnung
mige Muslime, die Mandarin (Hochchinesisch) nicht im chaotischen Straßenverkehr, fremd die Nähe
beherrschen und arabische Schrift verwenden. Es zum Boden, auf dem gehockt, gearbeitet, gespielt,
gibt die Mongolen im Norden und die Tibeter im Sü- telefoniert, Geld gezählt wird, fremd und ­g roßartig
den, insgesamt besteht die Bevölkerung Chinas aus vor allem das Essen, unbekannt die Hälfte des Ge90 verschiedenen ethnischen Gruppen. In China ist müses am Markt, der Reichtum an Zubereitungsalles anders als in Europa, habe ich oft sagen hören. arten und Geschmäckern, befremdlich die ­völlige
Aber ich glaube, in China ist auch immer alles an- Respektlosigkeit vor Menschen aus niedrigerem
sozialen Stand, die Geringschätzung von Untergeders ist als in China.
Wie groß die innere Heterogenität des Landes auch benen, Tieren und – sowieso – von Gegenständen:
sein mag, sie ist harmlos im Vergleich zur Tran- Wartung oder Instandhaltung gibt es nicht. Einem
chierung von außen. Wenn wir Europäer von China Europäer (genauso wie einem Amerikaner, Austrasprechen, meinen wir den südwestlichen Landesteil lier, Westasiaten etc.) kommen hier die Maßstäbe
und damit kaum zwanzig Prozent des Staates. Wenn abhanden und schnell ist man mit Urteilen und Kain Wien, Berlin oder sonstwo für die Freiheit Tibets tegorisierungen zur Hand, auch aus der Notwendigprotestiert wird, dürfte wenigen ­Demonstrierenden keit heraus, sich zu alldem irgendwie ins Verhältnis
bewusst sein, dass das Tibetische Hochland ein zu setzen.
Drittel des Landes ausmacht, alle großen Flüsse Chi- Eines der ersten Urteile, die ich über meine neue Arnas dort entspringen und eine Freigabe dieses ge- beitsumgebung gefällt habe, war: Shanghai ist keiwaltigen Landstrichs den Ruin des Landes bedeuten ne Stadt. Denn für mich definiert sich eine Stadt,
würde. Und wenn man mit Politikern (Hobby- oder gut alt europäisch, über Begriffe wie Bürgertum,
Berufs-) über China spricht, begegnet man über- Intellektualität, Handel oder Geschichte. Shanghaupt den allerabenteuerlichsten Phantasien und hai aber – hauptsächlich bevölkert von migrierten
Argumenten, die schon auf den zweiten Blick nichts Bauern, einfachen Handwerkern, Wanderarbeitern
und Analphabeten, dominiert von Schnellreichgemehr mit China und seiner Politik zu tun haben.
Seit Franz Grillparzer 1839 seinen satirischen Bericht wordenen, erbaut in kostenreduzierten GewaltakNeueste Nachrichten aus Cochin-China geschrieben ten – handelt nicht, sondern rafft, pulsiert nicht,
hat (in dem es um die österreich-ungarische Verwal- sondern wird von außen zwangsstimuliert, und ein
tung geht), seit Franz Kafka seine China-Texte ver- Shanghaier Bürgertum ist, auch aus geschichtlifasste, seit Hermann Knackfuß sein Lithografie Völ- chen Gründen, inexistent. Ich bekomme diese Stadt
ker Europas, wahrt eure heiligsten Güter vollendete nicht anders zu fassen als durch Bilder und Verglei(besser bekannt als Die gelbe Gefahr), hat sich, wie che, beispielsweise durch die Vorstellung, man habe
mir scheint, nicht allzuviel am europäischen Um- hier dreieinhalbtausend Mal meinen Heimatort
gang mit China verändert: Europäisches und ame- Attnang-Puchheim übereinandergestapelt: Auch
rikanisches Wirtschaften in China basiert auf ural- daraus würde noch lang keine Stadt resultieren,
ten Macht-, Eroberungs- und Reichtumsphantasien, wohl aber hochverdichtetes Nebenleben ausgeund wenn darüber gesprochen wird, dass China den machter Nichtstädter, ein behelfsmäßiges SichorWesten bald überholen könnte, müsste man eigent- ganisieren und ein Irgendwiezurechtkommen ohne
lich sagen, dass sich der Westen in China bald selbst kulturelle Eigenständigkeit, ohne Intellektualität,
überholt. Auch der Protest europäischer Liberaler ist ohne Gewachsenheit; die kleinstädtische Gemächeine Art Exterritorialisierung, im Zuge derer China lichkeit Attnang-Puchheims wäre dahin, ein städals Theaterbühne verwendet wird, um eigene Stü- tisches Leben, wie man es aus London, Berlin oder
cke zu spielen, und ich habe den Eindruck, es geht Paris kennt, trotzdem unmöglich. Und obwohl diepraktisch nie um Tibet, oder um Menschenrechte, ses Bild völlig schief, weil völlig europäisch ist, bin
sondern um das diffuse Gefühl des eigenen Benach- ich überzeugt, dass es nicht schiefer und europäiteiligt- und Unterdrücktwerdens, nur dass für ande- scher sein kann als andere Erklärungsmodelle, die
re, 11.000 km Entfernte zu sprechen einfacher und man gemeinhin zu China präsentiert bekommt.
13
SozialMarie 2014
Seit 10.11.13 kann man sich um die SozialMarie 2014 bewerben, und zwar bereits zum zehnten Mal! Auch dieses Jahr
sind ProjektbetreiberInnen gesucht, die
mit innovativen Lösungen auf geänderte
→ www.vaginamuseum.at
Vaginamuseum
Österreichs erstes virtuelles Museum für
das weibliche Geschlecht – eine kulturelle sowie wissenschaftliche Bildungsplattform für Menschen jeglichen Alters,
Geschlechts und unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft. Für die
virtuelle Eröffnungsausstellung VAGINA
2.0 sind KünstlerInnen und Interessierte
aufgerufen, [net]adäquate Beiträge aus
den unterschiedlichsten Disziplinen der
Kunst einzureichen. Von besonderem Interesse sind die Zusammenhänge von
körperlicher Geschlechtlichkeit, ihrer
symbolischen Repräsentation und ihren
gesellschaftspolitischen Implikationen mit Kommunikationstechnologien
und -netzwerken, transkulturellem Austausch und Migration, gesellschaftlichen
Positionen der Frau in unterschiedlichen Kulturen sowie queeren Lebensformen und neuen Familienstrukturen.
Mögliche Technologien für die Umsetzung der künstlerischen Beiträge sind
HTML, HTML 5, jQuery, JavaScript oder
auch Flash. Für jeden ausgewählten Beitrag stehen 450,00 € für die Umsetzung
zur Verfügung.
Einreichschluss: 20. Dezember 2013
Ausschreibungen
und Preise
Radiosendung:
Pappen auf, du Fetzenschädel
17:00 | Radio FRO 105,0 MHz, Linz
Weitere Termine: Mi, 25. Dez
→ www.fro.at
Konzert, Lesung: Xenia Rubinos
20:00 | Altes Amtshaus Ottensheim
KV KOMA Ottensheim
→ koma.ottensheim.at
18th Guinness Irish Christmas Festival
Kabarett: Alf Poier – Backstage
20:30 | Kulturzentrum Bräuhaus Eferding
EF.K.K. Eferdinger Kulturklub
→ www.efkk.at
Eltern-Kind-Spielgruppe
9:30 | Arcobaleno – Verein Begegnung
Weitere Termine: Fr, 13. und Fr, 20. Dez
→ www.arcobaleno.info
Gymnastik für Frauen
9:30 | Arcobaleno – Verein Begegnung
Weitere Termine: Fr, 13. Dez – 09:30
→ www.arcobaleno.info
Freitag, 06. Dezember Konzert / Lesung: Franzobel /
Maxi Blaha / Klaus Dickbauer
– WeihnachtsfEIER
20:00 | Landesmusikschule Vöcklabruck
4840 Kulturakzente
→ www.kulturakzente4840.org
Nikolausfest
16:00 | Arcobaleno – Verein Begegnung
→ www.arcobaleno.info
Freitag, 27. Dezember Hangover X-Mas!
Geschenke Tauschbörse
19:00 | RÖDA Steyr
Konzert: Childrenplanet presents
­Jamaran, Souldja & many more
21:00 | RÖDA Steyr
Live Electronic: 26 – die Weihnachtssause im RÖDA feat. Motsa u.a.
21:00 | RÖDA Steyr
→ www.roeda.at
Donnerstag, 26. Dezember Konzert: Diana Jirkuff Xmas Special
20:00 | AKKU Steyr
→ www.akku-steyr.com
Montag, 23. Dezember Konzert: Rock’n’Rose feat. Four Roses
& Conclave
21:00 | RÖDA Steyr
→ www.roeda.at
Konzert: Stefan Dettl
21:00 | KIK Kunst im Keller, Ried
→ www.kik-ried.com
Konzert: Lalá «Keks»
20:00 | AKKU Steyr
→ www.akku-steyr.com
Kinderkino: Das Pferd auf dem Balkon
Film von Hüseyin Tabak, A 2012
14:00 | Jazzatelier Ulrichsberg
→ www.jazzatelier.at
Familienfrühstück
15:00 | Arcobaleno – Verein Begegnung
→ www.arcobaleno.info
Samstag, 21. Dezember Macht doch alle was ihr wollt! ...
eine Viertelstunde auf der Bühne ...
20:00 | Zuckerfabrik Enns
Zeit-Kult-Ur-Raum Enns
→ www.d-zuckerfabrik.at
Kabarett / Konzert: Die Niederträchtigen
«In den Besten Jahren» oder 40 Mio.
­Kalorien in 20 Jahren
20:00 | KIK Kunst im Keller, Ried
→ www.kik-ried.com
Projekt: «Ich bin Linz»
Fotoshooting & Schreibwerkstatt
15:00 | Pangea Linz
Weitere Termine: 10., 17. und 24. Jän;
7. und 14. Feb
→ www.pangea.at
Freitag, 13. Dezember Workshop: Get to know your Camera
18:00 | Otelo Vorchdorf
→ www.otelo.or.at
Donnerstag, 12. Dezember Sprachcafé Deutsch
16:00 | Arcobaleno – Verein Begegnung
Weitere Termine: Mi, 18. Dez
→ www.arcobaleno.info
Kindertheater: Oh wie schön ist Panama
10:45 | Musikschule Neumarkt i. M.
Kulturverein Ramlwirt Neumarkt i. M.
→ www.ramlwirt.at
Donnerstag, 05. Dezember Mittwoch, 11. Dezember Sonntag, 01. Dezember Termine
Dez — Jan
Barrierefreiheit der
einzelnen Häuser
angezeigt.
Veranstaltungskalender mit
allen Terminen der
Konzert: Talking Mallets & BE 3
Eröffnungsfest 2014 mit Robert Wintersberger (Text), Quintettum Mobile
(Musik) und Birgit Stoiber (Fotografie)
19:00 | Fa. Multikraft
KulturCafé Pichl
→ www.kulturcafe.at
Freitag, 17. Jänner Symposion:
Feministische Perspektiven – Standortbestimmungen und Zukunftsvisionen
19:00 | Posthof Linz
FIFTITU %
Weitere Termine: Fr, 17. Jän
→ www.fiftitu.at
Donnerstag, 16. Jänner DenkBAR: Kost Nix Laden in Vorchdorf
19:00 | Otelo Vorchdorf
→ www.otelo.or.at
Montag, 13. Jänner Lesebühne: «Volksdroge Alkohol»
mit Gast Berni Wagner
20:00 | Roter Krebs Linz
Original Linzer Worte
→ linzerworte.blogspot.co.at
Freitag, 10. Jänner Diskussion / Film: The Living City
19:00 | Kino Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Sonntag, 05. Jänner initiativen finden
wir unter → kupf.at
KUPF-Mitglieds-
Hier wird auch die
Einen aktuellen
→ www.wels.at
Hallenfußballturnier
09:00 | Arcobaleno – Verein Begegnung
→ www.arcobaleno.info
Welser StadtschreiberIn
Im Zuge der Welser Innenstadtagenda 21
wird für 2014 erstmalig einE StadtschreiberIn für Wels gesucht. Das 2-monatige
Stipendium richtet sich an LiteratInnen
ohne Altersbeschränkung.
Unterkunft + Euro 1.100,– pro Monat.Ziel:
Literatinnen und Literaten zu fördern, die
in ihrer Arbeit über einen großen Gegenwartsbezug verfügen und künstlerische
Eigenständigkeit aufweisen.
Ausschreibungskriterien: Bereitschaft
zum Dialog in Wels und Austausch mit
der Welser Kulturszene. Die exakten Ausschreibungskriterien sind online
zu finden.
Einreichschluss: 13. Dezember 2013
Tandem-Lesung: Helga Hofer / Franz
Xaver Hofer & Friedrich Hirschl
20:00 | KIK Kunst im Keller, Ried
→ www.kik-ried.com
Dienstag, 10. Dezember Konzert: Diana Jirkuff Xmas Special
20:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Sonntag, 08. Dezember Konzert: Sofa Surfers Soundsystem
feat. Saedi & Radio Diffusion
21:00 | RÖDA Steyr
→ www.roeda.at
Konzert:
Blassportgruppe – Back in Blech
20:00 | GUGG Kulturhaus Braunau
→ www.gugg.at
Konzert: Avant Rag Duo
20:00 | Altes Amtshaus Ottensheim
KV KOMA Ottensheim
→ koma.ottensheim.at
Kabarett: Die Echten
20:00 | Musikhaus Walding
KUIWA Kulturinitiative Walding
→ www.kuiwa.at
Sadika – Frühstück für Frauen
10:00 | Arcobaleno – Verein Begegnung
→ www.arcobaleno.info
Samstag, 07. Dezember Kabarett: Max Uthoff – Oben bleiben
20:00 | GUGG Kulturhaus Braunau
→ www.gugg.at
Live: Dervish, The Henry Girls
20:00 | KIK Kunst im Keller, Ried
→ www.kik-ried.com
→ w ww.land-oberoesterreich.gv.at
Preis für Umwelt & Nachhaltigkeit
Das Land OÖ schreibt den «Oberösterreichischen Landespreis für Umwelt und
Nachhaltigkeit 2014» aus und lädt alle
Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden, Betriebe, Vereine, Schulen sowie sonstige
Bildungseinrichtungen ein, sich zu bewerben. Dieser Preis ist die offizielle Auszeichnung des Landes für Menschen
und Einrichtungen, die sich um eine zukunftsfähige Entwicklung im Bereich
Umwelt und Nachhaltigkeit verdient gemacht haben. In jeder der insgesamt fünf
Kategorien werden die jeweils drei besten Einreichungen ausgezeichnet und
Preisgelder in einer Gesamthöhe von bis
zu 30.000 Euro vergeben.
Einreichschluss: 28. Februar 2014
→ www.sozialmarie.org
gesellschaftspolitische Bedingungen reagieren. Ziel der SozialMarie ist es, innovative soziale Ideen und deren Umsetzung in der Öffentlichkeit bekannt zu
machen und die Vernetzung von sozialinnovativen Projekten zu fördern. Die ausgezeichneten Projekte sollen zur Nachahmung oder Weiterführung der neuen
Ideen inspirieren. Die besten 15 Projekte
werden mit einem Preisgeld im Gesamtwert von € 42.000 ausgezeichnet. Detaillierte Infos zur Ausschreibung sowie ein
Einreichformular finden sich online.
Einreichschluss: 21.Jänner 2014
Konzert: Ana Lains & Carlos Leitao
20:00 | KIK Kunst im Keller, Ried
→ www.kik-ried.com
Kabarett:
Schlussmachen. Ein Anfang!?
19:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Sonntag, 05. Jänner The Sound of Music – Jazz im Film.
Jazzabend mit Helmut Weihsmann
17:00 | Kino Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Konzert:
Catch-Pop-String-Strong (Ser / Kos)
20:30 | Musikschule Raab
Kunst & Kultur Raab
→ www.kkraab.com
KleinstadtEcho:
Elektronischer Charityevent
20:00 | Kulturzentrum Bräuhaus Eferding
EF.K.K. Eferdinger Kulturklub
→ www.efkk.at
Samstag, 04. Jänner Donnerstag, 30. Jänner Freitag, 03. Jänner Konzert: Ana Lains & Carlos Leitao
19:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Freitag, 31. Jänner Konzert:
David Helbock’s Random / Control
20:00 | YOUZ Bad Ischl
Jazzfreunde Bad Ischl
→ www.jazzfreunde.at
Das Mädchen Wadjda. Film von Haifaa
Al-Mansour. Saudi Arabien / D 2012
20:00 | Jazzatelier Ulrichsberg
→ www.jazzatelier.at
Konzert: Balkanska Dusa (MK/AT)
20:00 | GH Post
KV KOMA Ottensheim
→ koma.ottensheim.at
Kabarett: Ludwig Müller – Herr Müller
und die Dönermonarchie
19:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Workshop: Cyanotypie
18:00 | Otelo Vorchdorf
→ www.otelo.or.at
Kindertheater: Wurliz – der kleine Troll
15:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Freitag, 24. Jänner 19:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
röda Silvester Wahnsinn feat.
DJ Voodoo Jürgens, DJ Thomsn u.a.
21:00 | RÖDA Steyr
→ www.roeda.at
Dienstag, 31. Dezember Jahres-Abschlusskonzert: Urban 5
20:00 | Gasthaus Ochsenwirt, Neumarkt
Kulturverein Ramlwirt Neumarkt i. M.
→ www.ramlwirt.at
Montag, 30. Dezember Konzert: Paddy and the Rats
20:30 | Zuckerfabrik Enns
Zeit-Kult-Ur-Raum Enns
→ www.d-zuckerfabrik.at
Winternomaden.
Film von Manuel von Stürler, CH 2012
20:00 | Jazzatelier Ulrichsberg
→ www.jazzatelier.at
Konzert: Harry Ahamer Acoustic Duo
20:00 | Schloss Mühlgrub «Red Rooster»
→ www.kultur-schloss.at
Konzert: Lalá «Keks»
20:00 | AKKU Steyr
→ www.akku-steyr.com
Weihnachtsfest
15:00 | Arcobaleno – Verein Begegnung
→ www.arcobaleno.info
Freitag, 20. Dezember Workshop: Stitch & Bitch X-Mas Special
19:00 | RÖDA Steyr
→ www.roeda.at
Donnerstag, 19. Dezember David Wagner – Klavier & Stummfilm.
100 Jahre Kino Freistadt
19:00 | Kino Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Sonntag, 15. Dezember Konzert: Schlippenbach Trio
«Winterreise»
20:00 | Jazzatelier Ulrichsberg
→ www.jazzatelier.at
Christoph & Lollo.
Local-Bühne Abschlussfest 2013
19:00 | Kino Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
Samstag, 28. Dezember Samstag, 14. Dezember Kabarett / Konzert: Die Niederträchtigen
«In den Besten Jahren» oder 40 Mio.
­Kalorien in 20 Jahren
19:00 | Salzhof Freistadt
Local Bühne Freistadt
→ www.local-buehne.at
→ www.roeda.at
→ www.roeda.at
K U LT U R P R A X I S
…, dass sie nicht zu
bürgerlich werden !
Seit 15 Jahren sind die Freien Radios ein fixer Bestandteil in der österreichischen Medienlandschaft. ­
15 Jahre, in denen sie sich vermehrt, entwickelt und
vielen Widerständen zum Trotz etabliert haben. Vier
RadioaktivistInnen im Gespräch über Wesen, Vergangenheit und Zukunft der Freien Radios.
Daniela Fürst ist
freie Journalistin und
Mediensoziologin.
Sie war 6 Jahre in
diversen Funktionen bei Radio FRO
105,0 MHz tätig.
Seit 2004 ist sie
­R edaktionsmitglied
16
bei literadio.
Mehr zur Geschichte
der Freien Radios in
der aktuellen Sende­
reihe:
FREIE WELLEN
– 15 Jahre freie
Radios in Österreich:
­G eschichte, Gegenwart und Zukunft.
→ cba.fro.at/?s=freie+wellen
­F otos:
freies radio salzkammergut
15 Jahre aktive Radioarbeit, 24 Stunden täglich, Helga Schager: Meinung mitgestalten zu können,
7 Ta­ge die Woche, in 25 verschiedenen Sprachen, was für mich eine demokratische Medienlandschaft
von mittlerweile 14 Freien Radiostationen in ganz ausmacht. Nicht vorgegebenen (Hör-)Mustern folÖsterreich, gestaltet von über 2.500 Radioaktivis- gen zu müssen und jegliches ­K reativitätspotential
tInnen für über 4 Millionen potentielle ZuhörerIn- in diesem Medium ausschöpfen zu können. Beinen. Das sind die Zahlen. Ich habe vier Radioma- spielsweise keine Zeiteinschränkungen zu haben.
chende getroffen und mit ihnen über Freie Radios, Sofern ich das Mediengesetz einhalte, gibt es auch
wesentliche Veränderungen und Entwicklungen, keine Zensur. Außerdem bildungsfördernd und
Potentiale und Wünsche gesprochen:
nicht bildungshemmend arbeiten zu können und
Herbert Gnauer, Barbara Huber, Helga Schager und vor allem als feministische Redaktion die MöglichMichaela Schoissengeier.
keit zu haben, Frauen eine Stimme zu geben, Frauenräume eröffnen und jegliche Frauenthemen beDaniela Fürst: In der Charta der Freien Radios ist
leuchten zu können.
von einem gemeinnützigen, nicht-kommerziellen
Michaela Schoissengeier: Der freie Zugang, die freie
und ­kommunikativen Mehrwert, einem allgemeinen
Meinungsäußerung und die Pluralität.
und freien Zugang zu Sendeflächen und von
freier Meinungsäußerung die Rede.
Was ist für euch das wichtigste ?
Nach dem Fall des Rundfunkmonopols des ORF
in Österreich 1997 konnten sich die nichtkommerziellen Radios endlich legal um Radiolizenzen
bewerben. Seitdem sind 15 Jahre vergangen.
Was hat sich in dieser Zeit verändert ?
Herbert Gnauer: Der berühmte Programmauftrag,
allen jenen eine niederschwellige Bühne zu bieten,
die in den Mainstreammedien nicht oder unterrepräsentiert sind. Für mich persönlich als Radioma- Michaela Schoissengeier: Es gab eine massive und
chender ist der Freiraum am wichtigsten, den ich rasche technische Entwicklung, die die Produktion
tatsächlich habe. Ich kann mein Format definieren, wesentlich beeinflusst und vereinfacht hat. Auch,
dass es einen Zusammenschluss aller Freien Radios
meine Inhalte festlegen und selbst gestalten.
Barbara Huber: Das Wesentlichste ist für mich der gab, mit gemeinsamer Lobbyarbeit und Stärkung
Communityaspekt, dass man mit mehr Leuten zu- der gemeinsamen Anliegen. Freie Radios sind insammenarbeitet und eingebettet ist in ein großes zwischen eine selbstverständliche, akzeptierte InsGanzes. Wesentlich ist auch der Ausbildungsbe- tanz in der österreichischen Medienlandschaft.
reich, dass man Leute befähigt, Radio zu machen, Herbert Gnauer: Der Radiobetrieb hat sich stark proaber nicht nur im Sinne von Podcast, sondern tat- fessionalisiert. Am Anfang war alles sehr impro­
sächlich in einem Live-Studio. Auch, dass es nicht- visiert. Es gab streng genommen nur einen Live-Bekommerziell ist, finde ich nach wie vor sehr wich- trieb. Zudem gab es zwar viele Services wie Chat etc.
tig. Interessant fand ich da die Erkenntnis, dass bereits, aber sie wurden erst im Laufe der Zeit als
Orange in Wien mehr MigrantInnen bekannt ist als nützlich oder nutzbar begriffen. Heute fürchtet sich
etwa Ärzten. Also wenn ich einen Arzt frage, ob er kein Radiomachender mehr vor einer Mailadresse.
Orange kennt, bekommt ich meist eine negative Ant­- Auch war vielen zu Beginn die Bedeutung von Onwort, bei Putzfrauen oder Taxifahrern ist das meis- linearchivierung unklar. Die Vorteile der Haltbarmachung wurden so ab 2005 wirklich erkannt.
tens anders.
Barbara Huber: Zu Beginn war viel «Trial and Error» Radiomachenden ja prinzipiell ehrenamtlich arbeidabei, also viel Ausprobieren und Herumspielen, ten. Wir können keine 400 Leute bezahlen. Darum
auch im Ausbildungsbereich. Wie unterrichtet man wollen wir uns einsetzten dafür, dass Leute auch
journalistische Formen und wie ­unterscheiden sich für ehrenamtliche Tätigkeiten über ein Grundeindie von anderen Radios? Wesentlich ist auch der Zu- kommen bezahlt werden.
sammenschluss über den Verband, also dass wir
auch auf nationaler und auf EU-Ebene Interessen Welche Erlebnisse oder Erfahrungen sind euch
durchsetzen und politisch aktiv sind. Zu Beginn besonders in Erinnerung geblieben ?
konnten sich die Freien rühmen «Wir haben das Helga Schager: Da gibt es immer wieder wunder­
Monopol zu Fall gebracht!». Nach 15 Jahren ist das, bare. Etwa höchst politische Menschen kennen lervor allem für die junge Generation, die mit Privat- nen. Das FRO-Team leistet professionelle Arbeit, was
und Internetradios aufgewachsen ist, aber kein den notwendigen Austausch für SendungsabwickThema mehr. Jetzt müssen wir die Leistung auf was lung easy und angenehm macht. Wütend machen
anderes stützen – sprich die Selbstdefinition hat mich Rückmeldungen wie «SPACEfemFM behandelt
ja nur Frauenthemen!»
sich geändert.
Herbert Gnauer: Am Anfang gab es ja nur den An- Herbert Gnauer: Während der ­Donnerstagsdemos
spruch, überhaupt legal Radio machen zu können. 2000 gab es eine Demonstration, bei der die Be­ adiogeräte
Das war natürlich ein politischer Anspruch, für man­- teiligten aufgerufen wurden, tragbare R
che sogar ein anarchistischer. Das war zu Beginn mitzubringen. Die Idee war, dass Orange den
sicher auch schwieriger, weil man behördlich noch Soundtrack zur Demo liefert. Es gab natürlich auch
viel kritischer beäugt wurde. Die wussten ja nicht, ein etwas fetteres Soundsystem auf Lastwagen. Da
wer da Radio macht und was, Stichwort ­subversive gab es so lustige Situationen, dass Leute aus der
Demo im Studio angerufen haben und berichteten.
Codes.
Über die Radiogeräte wurde das unmittelbar wieder
Wo seht ihr bei den Freien Radios kaum
in die Demo zurückgetragen. So wurde etwa den Pooder gar ungenutztes Potential ?
lizisten mitgeteilt, was ihre Kollegen zwei HäuserHerbert Gnauer: Die Stärke liegt in ihrer Freiheit, blöcke weiter machen.
sich die Inhalte aussuchen zu können, auch sper- Barbara Huber: Das Radio ist ein Ort für Charaktere,
rige Formate machen zu können und Sachen, die viele unterschiedliche und interessante Charaktere
nicht quotentauglich sind. Wobei ich nicht aus- über die ganze Bandbreite (lacht!). Da gibt es viele
schließen möchte, dass es auch solches gibt, auch Geschichten, die man nicht vergisst.
für eine breite HörerInnenschaft.
Michaela Schoissengeier: Die Sendegebiete sollen er- Was wünscht ihr den Freien Radios
weitert und alle Bundesländer mit Freien Radio ver- zu ihrem 15. Geburtstag ?
Herbert Gnauer: Ich wünsche Ihnen ­gesicherte Fisorgt werden.
Barbara Huber: Auf politischer Ebene ist das Copy­ nanzierungen, das ist ja nicht bei allen Freien Raright im Moment ein extrem brisantes Thema, vor diostationen so angenehm. Ich wünsche mir, dass
allem in Bezug auf die Archivierung von Sendun- das interessante Menschen mit interessanten Sengen, die Musik beinhalten. Ich denke, die Freien dungsideen ihren Weg zu den Freien Radios finRadios können da durchaus einen eigenen Stand- den, die natürlich dann auch zum Teil ihr Publikum
punkt dazu haben, der aufzeigt, wie absurd das teil- mitbringen. Auch dass nach 20 Jahren die Verwerweise ist. Entwicklungspotential sehe ich auch in tungsgesellschaften es endlich schaffen, ein Modell
der Wiederstärkung des Communityaspekts. Der zu entwickeln, das eine nachhaltige Onlinearchiist für mich ein wenig verloren gegangen. Die Identi­- vierung von Sendungen ermöglicht, so dass Senfikation der Leute damit, dass sie in diesem spezi­ dungen mit Musikzuspielungen für die Archivieellen Medium nicht nur Radio machen können, son- rung nicht grausam verstümmelt werden müssen.
dern auch die Räume nutzen, sich treffen und aus- Michaela Schoissengeier: Auch mein Wunsch ist
tauschen können, am Medium selbst mitgestalten eine sichere und ausreichende Finanzierung für
können. Das ist zu wenig vorhanden und wird kaum Freie Radios generell, aber auch für freie Radiogenutzt. Auch dass wieder mehr mit Formaten ge- gruppen.
spielt wird, dass die Inhalte flexibler gestaltbar wer- Helga Schager: Ein zahlreiches Publikum, sprich
HörerInnenschaft und viele SendungsmacherInnen,
den und Raum für Experimente da ist.
Helga Schager: Meine Vision als Künstlerin wäre, die ein humanitäres, fremdenfreundliches Weltbild
dass die Freien Radios eine Art Labor als künstle- in sich tragen und den Äther damit bereichern.
risches Experimentierfeld haben, als kreative Spiel- Barbara Huber: Der Mut zu Veränderung. Ich wünwiese für Wort und Ton. Und die KünstlerInnen sche mir, dass sie nicht zu bürgerlich werden und
experimentieren im Radiokunstlabor gegen Bezah- sich zu sehr einbetten in der doch finanziell halbwegs gesicherten Gegenwart. Sie sollen nicht einlung…
Barbara Huber: Bei Orange machen wir uns auch schlafen, sich nicht zu wohl fühlen, so dass ein bissGedanken zum Thema Grundeinkommen, weil die chen Radikalität weitergetragen wird.
Herbert Gnauer arbeitet
seit den 90er Jahren
„einschlägig“ und seit
2004 bei Orange 94,0
als „IT-Maschinist“ und
Radiomachender. Er
ist auch Mitglied der
literadio-Redaktion.
Barbara Huber begann
2001 bei Radio FRO
105,0 MHz in diversen
Funktionen und arbeitet
nun nach einem längeren Auslandsaufenthalt
als Ausbildungskoordinatorin bei Orange
94,0.
Helga Schager ist
Künstlerin und Gründungsmitglied wie auch
aktive Redakteurin
des SPACEfemFM
FRAUEN ­R ADIO auf
Radio FRO 105,0 MHz,
das seit 2000 on Air ist.
Michaela Schoissengeier ist Psychotherapeutin, Hörspielgestalterin und ebenfalls
von Beginn an Teil
der SPACEfemFM
FRAUEN­R ADIORedaktion.
17
K U LT U R P R A X I S
Hinter der Leere
die Freiheit
In Pettenbach wurden diesen Oktober die BürgerInnen befragt, ob sie
gerne ein Einkaufszentrum am Ortsrand haben möchten oder nicht. Wie
sich solche Einkaufszentren manifestieren, kann man sich fast überall
im Land ansehen: ein Kreisverkehr an der Umfahrungsstraße, ein
­riesiger Parkplatz und ein paar unförmige Kästen mit bekannten Marken­
namen auf dem Dach.
18
Franz Koppelstätter ist Architekt,
Uni-Assistent für Sustainable
Architecture + Spatial Tactics und
ein Teil von Fruchtgenuss – Verein für
Leerstandsangelegenheiten. Dieser
Verein hat sich zum Ziel gesetzt,
EigentümmerInnen von Leerständen
und potentielle NutzerInnen einander
näher zu bringen.
Programmhinweis
Theorie im Keller #8 mit Kerstin
Faber: Raumpioniere in ländlichen
Regionen
am 26.3.2014 um 19:00 im afo
architekturforum oberösterreich
www.afo.at
→ www.fruchtgenuss.org
→ www.schaufenster-kernland.at
→ www.perspektiven-attersee.at
Fotos:
Lukas Maul
Am Eingang zum Almtal gelegen, fahren an Petten­ Budget für marktübliche Mieten ist dabei selten vorbach eine Menge potentieller EinkäuferInnen mit handen. Hier wäre es an der Zeit, die Erwartungsihren Autos vorbei, was das Argument der Befür- haltung der EigentümerInnen zu hinterfragen.
worterInnen stützt, das Einkaufszentrum ziehe
Kauf­kraft an und damit auch Kommunaleinnahmen. Wie realistisch ist es, bei schrumpfenden StruktuMindestens genauso richtig liegen jedoch auch die ren und sinkender Nachfrage gleichbleibende RenGegnerInnen: Solche Kfz-gebundenen Strukturen dite aus einer Immobilie zu erwirtschaften? Unschwächen die Ortsmitte und treiben dort kleine Ge­- wahrscheinlich – it’s the economy, stupid!
werbetreibende in den Ruin.
Ergeben aber kulturelle (Zwischen-)Nutzungen
vielleicht nichtmonetäre Gewinne, die auch den EiIn weiterer Folge bleiben erfahrungsgemäß in den gentümerInnen nutzen? Durchaus möglich. Auch
Ortskernen Leerstände übrig. Geschäftslokale ste- wenn es selten die Absicht von Kunst- und Kulturhen leer, Schaufenster werden mit Sperrholzplatten schaffenden ist, eine Straße oder eine Liegenschaft
verschlossen und an den Eingängen macht sich ste- aufzuwerten, passiert das oft ganz nebenbei. Im
chender Geruch nach Urin breit. Insgesamt ist eine Fachdiskurs wird dieses Phänomen (GentrifizieAnsammlung solcher Leerstände nicht besonders rung) gerne mal zum Schreckgespenst stilisiert. Zu
ansehnlich. Es gibt sie aber in zunehmendem Aus- oft schon wurden heruntergekommene ­Q uartiere
maß – gerade auch in den Dörfern und Kleinstädten durch gezielte Maßnahmen «aufgewertet», ­wodurch
am Land. Was kann man tun? Im Mühlviertel wer- sich in weiterer Folge die angestammte Bevölkerung
den unter dem Projekttitel «Schaufenster Kernland» die steigenden Mieten nicht mehr leisten konnte.
seit 2011 ungenutzte Auslagen für KünstlerInnen Bekannt sind diese Fallstricke allerdings nur aus
zur Verfügung gestellt und mit wechselnden Instal- Großstädten wie London oder New York und viellationen ausgestattet. Die Absicht dahinter ist klar: leicht noch Wien. Freistadt, Pettenbach und Co sind
Der Öffentlichkeit sollen sich beim Spazieren in der allein schon durch ihre begrenzte Größe und fehFreistädter Altstadt oder beim Wandern durch die lende Nachfrage gefeit.
Dörfer des Thurytals nicht Spinnweben und Lurch
einprägen, sondern das Bild einer lebensfrohen und Die Zustimmung der EigentümerInnen, vormals
aktiven Gesellschaft. Augenauswischerei, könnte ge­w innbringende Räume für weniger zahlungsbe­hauptet werden, durch solche Initiativen würde kräftige Akteure, etwa für Pioniernutzungen besich an der faktischen Situation nichts Wesentli- reitzustellen, scheitert oft an der vermeintlichen
ches ändern. Egal was getan wird, es ist auf jeden Rechtsunsicherheit. Abgesehen vom klassischen
Fall besser als fatalistisch zu sein und nichts zu tun. Mietvertrag gibt es zwei bewährte Konzepte. EinerDenn hinter leeren Schaufenstern verstecken sich seits bieten sich Staffelmieten für Nutzungen, weloft Möglichkeitsräume: Platz für Nutzungen, die che auf Wachstum und Entwicklung ausgelegt sind,
keinen monetären Gewinn bringen und deren wirt- an. In Gründerzentren gerne angewandt setzt dieschaftliche Bedeutung (noch) nicht erkennbar ist, ses Werkzeug darauf, potentiell langfristigen Miedie aber trotzdem oder vielleicht auch gerade des- terInnen mit geringem Startbudget den Einstieg zu
wegen wichtig sind. Der Knackpunkt, an dem sol- erleichtern. Für Zwischennutzungen empfiehlt sich
che Nutzungen oft scheitern, ist das Geld, denn ein hingegen die Form des Präkariatsvertrags.
Zurück nach Pettenbach. Bei der Befragung sprachen sich beinahe 79 Prozent der Wählenden
«für die Errichtung einer Lagerhausfiliale mit
­Tankstelle, eines Lebensmittel- und Drogeriemarktes sowie anderer Fachmärkte an der Umfahrung»
aus. Eine überwältigende Mehrheit, die sich wohl
auch ­e iner schlagkräftigen Koalition aus Politik
(Bürgermeister) und Wirtschaft (Lagerhaus-Raiffeisen) verdankt. Welche realen Auswirkungen dieses
Votum für die notwendige Änderung im Flächenwidmungsplan hat, liegt nun beim Gemeinderat
und in Folge bei der zuständigen Landesbehörde.
In der Gemeinde Attersee am Attersee fand und findet eine Diskussion über Strukturwandel statt, aber
unter anderen Voraussetzungen. Die Frage lautet
hier nicht, ob Attersee ein Einkaufszentrum am
Orts­rand braucht oder nicht, sondern unter anderem
wie der Ort damit umgehen soll, dass wegen der
Konkurrenz an den Zubringerstraßen kaum mehr
ein Geschäft im Zentrum wirtschaftlich zu führen
ist. Mit der Folge, dass das öffentliche Leben verödet. Die «Initiative Attersee» beschäftigt sich seit
einigen Jahren mit solchen Problemen und agiert
mit unterschiedlichen Formaten von Konzerten
über Kunstausstellungen in Schaufenstern bis zu
öffentlichen Diskussionsveranstaltungen. Im Jahr
2011 beispielsweise nahm Viktor Sigl, mittlerweile
Präsident des Oberösterreichischen Landtags, an einer Podiumsdiskussion unter dem Titel «Ortszentren und ihre Bedeutung für die Gesellschaft» teil. Es
herrschte Einigkeit darüber, dass Fehler vergangener Jahre (wie die Flächenwidmung zugunsten von
Einkaufszentren am Ortsrand oder an Autobahnabfahrten) nicht wiederholt werden dürfen, weil dadurch die Schwächen von Landgemeinden nur noch
verstärkt würden. Vielleicht dringt diese Botschaft
über den Landtagspräsidenten ja zu den zuständigen VerantwortungsträgerInnen durch, vielleicht
Stephan Gasser
ist freischaffender
Künstler in Linz.
wäre es für die Pettenbacher Bevölkerung auch interessant gewesen, einmal in Attersee am Attersee
nachzufragen. Weit liegen diese beiden Gemeinden
ja nicht auseinander – eine halbe Autostunde; mit
öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man allerdings
mindestens 2,5 Stunden einrechnen.
Struktureller Wandel in ländlichen Regionen hat
viele Einflussgrößen und zahlreiche, zumeist negative Gesichter. Geschäftslokale im Ortskern stehen leer, der Greißler sperrt zu, weil das Wirtshaus
als wichtigster Kunde keinen neuen Pächter findet, der Schulbus in die Nachbargemeinde wird zur
einzigen öffentlichen Verkehrsverbindung und der
neue Kreisverkehr stellt sich schlussendlich doch
nicht als Wunderheilmittel heraus. Ökonomische
Schlagwörter wie Wachstum, Frequenz und Kaufkraft dominieren diese Debatte und vielleicht liegt
hier auch der Kern des Problems. Verhungern muss
nämlich nie­mand, nur weil das nächste Lebensmittelgeschäft zu Fuß nicht mehr erreichbar ist, aber
kulturelles Kapital, das am Kirchenplatz und im
letzten Kaffeehaus verloren geht, wird nicht wie die
Kaufkraft an den Parkplatz vor dem Einkaufszentrum abfließen. Das öffentliche Leben wird einfach
versickern und nicht wieder auftauchen.
Gentrifizierung: (gezielte) Aufwertung von räumlichen Entitäten
(Straßenzüge, Wohnviertel, …) durch
gezielte künstlerische und kulturelle
Maßnahmen mit dem Ergebnis
gesteigerter Wertschöpfung für die
EigentümerInnen. Gentrifizierung
kann aber auch durch Infrastrukturmaßnahmen wie etwa den Bau einer
U-Bahnstation oder eines Theaters
ausgelöst werden.
Zwischennutzungen: zeitlich be­
grenzte Nutzung (z.B. Ausstellungen,
nomadisierende NutzerInnen)
Pioniernutzungen: oft experimentelle
Nutzungen mit hohem kreativen und
integrativem Potential sowie ungewisser Entwicklung
Staffelmiete: über einen festgelegten
Zeitraum (z.B. 3 Jahre) wird periodisch (z.B. jährlich) die Miete bis auf
marktübliches Niveau gesteigert
Präkariatsvertrag: auch Bitt-LeihVertrag genannt, ausserhalb des
Mietrechtes dürfen keine Mieten verrechnet werden, sondern nur laufende Betriebskosten. Die Vergebührung
entfällt und die Haftung kann auf die
NutzerInnen übertragen werden. Kündigungsfristen und Laufdauer können
frei festgelegt werden. Leerstandskosten werden dadurch gedämpft.
Vertrags-Vorlage auf Anfrage unter:
office@fruchtgenuss.org
19
K U LT U R platt f or m & Kulturi n itiati v e n
IT 2014: Ressource mit
Änderungspotential
Einmal ist nicht die Rede von Erdöl, wenn es um den Begriff ­Ressource
geht. Der KUPF Innovationstopf 2014 befördert die künstlerische und
­kulturarbeiterische Auseinandersetzung mit ganz anderen Kapazitäten:
Beleuchtet werden die Fähigkeiten und Grenzen des Kollektivs und neue
Zusammenschlüsse von Menschen, die aus gemeinsamen Bedürfnissen
heraus agieren, Ideen produzieren und Organisationen und Strukturen
­gemeinschaftlich entwickeln.
Johanna Klement
ist freie Künstlerin,
Kulturaktivistin,
KUPFvorständin
und Mitbetreiberin
des Gemeinschafts­
gartens Garten
Labor in Leonding.
20
Es gibt so einiges, das wir immer schon gern ändern menfinden, reagieren auf fehlende Möglichkeiten,
würden. Wir haben Ideen, die wir für klug halten um diese für ihre eigenen Bedürfnisse selbst zu orund Ideologien, an die wir glauben. Darüber können ganisieren.
wir diskutieren. Wir können uns beklagen, raunzen
und Schönmalerei betreiben.
Verwirklichen diese Menschen in
ihren Initiativen ein Stück autonomer
Etwas anderes ist es da, abseits der theoretischen
Freiheit? Hält das Versprechen von
Ebene tatsächlich aktiv zu werden und sich für ein
Selbstbestimmung, Kreativität und
konkretes Anliegen zu engagieren. Trauen wir uns
Interaktion das, was es verspricht?
das zu?
Was kann entstehen, wenn wir im Bestreben, etwas
real zu verändern, nicht mehr allein dastehen, son- Viele offene Interessensgruppen möchten als mögdern es plötzlich gleich eine ganze Handvoll Men- lichst barrierefreie Plattformen für alle zugänglich
schen (oder noch mehr) gibt, die bereit sind, mit der sein. Umrühren und Aufkochen ist nicht nur gestatgleichen Überzeugung an der Umsetzung von Ideen tet, sondern auch höchst erwünscht. Das Versprezu arbeiten? Wenn sich dann die jeweiligen Moti- chen der Zusammenschlüsse liegt darin,
vationen der Menschen kraftvoll addieren und eine nicht von EntscheidungsträgerInnen in Wirtschaft
oder Politik abhängig, zu sein, sondern vom Willen
Vision in greifbare Nähe rückt?
und Engagement einzelner Menschen, die sich orgaVom gemeinsamen Netzwerkln
nisieren. Mitsprache und Freiheit für eigene AnlieMenschen, die Fremdsprachen lernen, die Torten gen wird Realität, ohne erst Ansuchen und Anträge
dekorieren, die Bienen züchten, die einen gemein- stellen zu müssen.
samen Sport betreiben, die sich nachbarschaftlich
Hilfe leisten, die Ausstellungsprojekte organisieren Frischer Wind in die alten Getriebe !
oder die gemeinsam eine Musikcrew gründen – sie Menschen, die sich aus großer Überzeugung zufinden sich mehr denn je über offene und einfach zu- sammenschließen, um mit eigenem Einsatz Neugängliche Plattformen zusammen. Besonders Inter­ es voranzutreiben, machen auf sich aufmerksam
netforen und zahlreiche «Soziale Netzwerke» errei- und beeindrucken nachhaltig. Diese Fähigkeit, auf
chen mehr und mehr Menschen und ermöglichen einfachem Weg miteinander in Kontakt zu komeinen vergleichsweise einfachen Einstieg in diverse men, um gemeinsam reale Veränderungen in unseInteressensgruppen. Ständig entstehen neue For- rem Umfeld zu bewirken, beginnt erst eben, an den
men und Nischen im Bereich des Noch-nicht-Vor- Rahmen altbekannter Strukturen und Systeme zu
handenen; aus neuen Situationen und Bedürfnis- rütteln.
sen heraus entwickeln sich Ideen und Ansätze, die
Wo liegen die Grenzen gemeinschaftihre Realisierung etwa in offenen Ateliers und Lalichen Agierens? Wie tragfähig sind die
boren, in Denkwerkstätten oder Creative Communineuen Modelle der Kooperation?
ties finden. Kollektive, die sich im Netzwerk zusam-
Kunst und Kultur: Initiative ergreifen
Was für eine Gelegenheit, im Rahmen des Innovationstopf 2014 mit den Mitteln der Kunst oder Kulturarbeit diese Ressource freudig oder kritisch zu
untersuchen, sie zu vermessen oder sie gar zu nutzen – die Ressource des Kollektivs, mit einem Gemeinsamdenken und -arbeiten, mit Kommunikation
und Austausch!
Es gilt, den Blick für das Umfeld zu schärfen, für
Menschen rund um uns, für bestehende Gruppen,
Räume, Welten ... Was hat eine physische oder virtuelle Umgebung zu bieten, wie funktioniert sie, wo
gibt es Schwachstellen, was sollte ganz anders laufen und was können Kunst und Kultur dabei leisten?
Gesellschaftliche Entwicklung kann hier mit den
Mitteln der Kunst und Kulturarbeit entscheidend gemeinsam beeinflusst und gestaltet werden. Für uns
bieten sich hier Möglichkeiten, unbequem zu werden
für abgenützte Strukturen und Mechanismen sowie
wirkungsvoll auf Neues aufmerksam zu machen und
freien Meinungsaustausch zu betreiben.
Der Innovationstopf 2014 lädt dazu ein, Initiative zu
ergreifen, sich auf vernetztes Denken und Tun einzulassen und aus der Dynamik des Gemeinsamen
neue Erfahrungen zu ziehen. Weiterraunzen können
wir immer, aber es ist durchaus einen Versuch wert,
gemeinsam in unserem Umfeld etwas zu verändern!
Der KUPF-Innovationstopf
Der KUPF-Innovationstopf wurde 1995 von der Kulturplatt form
ins Leben gerufen. Ziel dieses Fördertopfes war und ist es, oberösterreichischen Kulturinitiativen sowie Kultur- und Kunst schaffenden die Möglichkeit zu geben, neue kritische Impulse zu setzen. Die themenbezogenen Ausschreibungen sollen sowohl
Kunst-/Kulturschaff ende als auch den Finanzier, das Land Oö,
herausfordern und inhaltliche Neuerungen anregen.
Die organisatorische Abwicklung des IT liegt zur Gänze bei der
KUPF, die Auswahl der Projekte trifft eine unabhängige Jury in
einer öff entlichen (!) Sitzung. Die Jury, welche sich aus ExpertInnen des Kunst- & Kulturbetriebs zusammensetzt, ist angehalten, alle ihre Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Mit
diesem transparenten und nachhaltigen Modell der Subventionsvergabe setzt die KUPF neue Standards in der hiesigen Förderpolitik und bietet ein Best-Practice-Beispiel für fortschrittliche
Kulturpolitik.
Der KUPF-Innovationstopf wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.
2014 wird er von der Landeskulturdirektion mit voraussichtlich
75.000 Euro Projektgeld ausgest attet. Zusätzlich unterstützt die
Abteilung Soziales des Landes Oö den IT mit 15.000 Euro.
Aktuell lädt der IT ein, sich künstlerisch oder mit den Mitteln der
Kulturarbeit der «Ressource» anzunähern – inhaltliche Details
sind in der beigelegten Auschreibung zu finden sowie unter:
→ www.innovationstopf.at
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K U LT U R platt f or m & Kulturi n itiati v e n
Geschichten
aus Lambach
22
Wenn man den
Franz ­Prieler
sucht, dann
­findet man ihn
anscheinend
überall.
Und überall, wo
man ihn findet,
zahlt es sich
auch aus, nachzuschauen.
Gabriel Floß
ist Dichter und
Krankenpfleger
und heißt nicht
mehr Penninger.
Er würde dem Andi
Wahl gerne eine
eigene Kreissäge
schenken, ist
aber selbst immer
pleite und wär
wahrscheinlich
eh schon zu spät
dran.
Foto:
Karl Vesely
Franz Prieler in Lambach
Am 14. 11. war der Franz Prieler im Rossstall in Lam­bach und brachte einen Packen Geschichten mit. Er
hat auch so einiges zu erzählen, denn Franz ­P rieler
ackert sich schon seit über 40 Jahren durch die oberösterreichische Kulturlandschaft. Mit der Gruppe
O2 hat er schon so manchen großen Namen nach
Lambach gelotst, wie Dave Brubeck oder Konstantin
Wecker oder H.C. Artmann, und mit denen scheint’s
recht lustig gewesen zu sein. Und das teilte Franz
Prieler mit dem Publikum. Damit es das Publikum
auch mal wieder lustig hat.
Franz Prieler und die Gruppe O2
Der Kulturverein Gruppe O2 wurde 1970 in Lambach gegründet, unter anderem aus dem schönen
egoistischen Beweggrund, die Musik zu sich nach
Hause zu holen, die man eben selber gerne hört –
oder wie es Franz Prieler ausdrückt: «Wir wollten da
Veranstaltungen machen, damit wir nicht fortfahren müssen.» Aber es war natürlich auch ein Gegenpart zu den sonstigen Kulturvereinen der damaligen
Zeit, sprich Goldhaubengruppen und Musikkapellen, die man an (oder in?) jeder Ecke finden ­konnte
wie Schimmel in einem feuchten Wohnzimmer.
Und jetzt gibt es die Gruppe O2 also schon gute 40
Jahre und man bringt’s auf 40 Veranstaltungen im
Jahr und wenn man da nicht von Urgestein reden
kann, dann braucht man überhaupt nie von Urgestein reden.
Franz Prieler und die KUPF
Begonnen hat das mit der KUPF 1983 mit einem Briefwechsel zwischen Franz Prieler und dem damaligen Landeshauptmann Dr. Ratzenböck, in welchem
sich Prieler über die Kulturlandschaft mokierte und
dann auf Ratzenböcks Antwortbrief prophetisch
vermerkte: «KUPF – Ausgangspunkt für die Gründung». 1984 gehörten dann schon 35 Kulturinitiativen zur Kulturplattform. Und als 1986 der Verein
KUPF gegründet wurde, war es Franz Prieler, der den
Posten des Vorsitzes bekleidete und sich ab dann gemeinsam mit seinen Vereinskollegen erfolgreich abmühte, ein möglichst großes Stück des Landesmittelkuchens abzugreifen, um diesen an die, unter der
KUPF zusammengeschlossenen, ­Kulturinitiativen
weiter zu verteilen.
Und dann gibt es noch eine Geschichte, in der Franz
Prieler und die KUPF – und außerdem die FPÖ – mitspielen. Als nämlich 1994 die FPÖ die Schmähschrift
KUPF Furz rausbrachte und darin im Prinzip die gesamte alternative Kulturszene, vor allem aber die
KUPF und am allermeisten den Franz Prieler durch
den Dreck zog, da rissen dem Franz Prieler sämtliche Geduldsfäden. Zu einem Rundumschlag ausholend, verglich er die Angriffe der FPÖ in einem Brief
an den Landeskulturrat mit Deutschland & Österreich um 1933 und drohte in einem weiteren Brief
dem KUPF-Vorstand, der sich seiner Meinung nach
viel zu dialogbereit und passiv verhielt, mit dem
Schädel zusammenschlagen. Zurückbrunzen nennt
er das. Kann man sich noch was abschauen.
Franz Prieler und die Coolness
Der Schluss gehört noch einer Geschichte, bei der
ich schon ein bisschen abgebrochen bin beim Lachen. Der Franz Prieler schrieb nämlich in den Anfangsjahren der Gruppe O2 einmal einen Brief an
den Lambacher Bürgermeister, in dem er sich erkundigte, wie denn das so sei mit den S­ ubventionen,
ob da das Programm, das ein Verein anbietet, auch
ausschlaggebend sei, um gefördert zu werden. Der
Bürgermeister, der diese Annahme bestätigte, bekam kurz darauf das Subventionsansuchen für das
folgende Jahr eingereicht, in dem Franz Prieler einen Haufen frei erfundener Künstler aufscheinen
ließ, die nach Lambach zu kommen gedachten. Die
Gemeinde war recht begeistert. Nur der Kurier ist irgendwann draufgekommen und dann war’s schon
ein bisschen ein Skandal.
Subventionen einheimsen im Stile eines Herrn Prielers. Dankeschön.
LIFEST YLE
Eyes only
Jede Menge Initiativen aus dem
KUPF-Netzwerk feiern heuer
runde Geburtstage
30 Jahre | Filmclub Schwanenstadt & Gegenlicht Haibach
25 Jahre | Musik-Kulturclub Lembach & Spielraum Gaspoltshofen
20 Jahre |Altes Kino St. Florian, d’Zuckerfabrik Enns,
Insel – Mädchen- und Frauenzentrum Scharnstein,
Noise Art & Werkstatt Frieden und Solidarität
15 Jahre |A kzente Altenberg, fiftitu%, Infoladen Wels,
Freie Radios, Textile Kultur Haslach & Woast
10 Jahre |4 Frauen fahren fort, justasirisdid, KUBA Eferding,
KULTAS Schwertberg & MIRIAM
Zum einen zeigen diese runden Anlässe, dass freie Kulturarbeit
in Oö ein nachhaltiger, nicht zu leugnender Teil des hiesigen
­Kulturlebens geworden ist und eine fixe Sparte im heimischen
Kulturbetrieb darstellt – wir sind also tatsächlich gekommen,
um zu bleiben. Und zum anderen gratulieren wir natürlich den
oben genannten ganz herzlich: party on!
Mehr Wert
durch Oberösterreich.
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Es liegt in der Natur des Telefonierens,
Bobo Parkinson, er
vertelefoniert sich
dass es eine halböffentliche Handlung
immer!
ist. Schon in den frühen Telefonzellen
befindet sich der Telefonierende in einer exponierten und fixierten Lage:
Halte dich kurz! Es gab die Beobachter und die An-die-ScheibeKlopfer. In der Ära Viertelanschluss half ein Sabotageakt und zwar
Nadel-rein-ins-Telefonkabel, um Nachbarn den Sprech-Stop aufzuzwingen. Wenn Kinder den Einstich einmal kannten, konnten sie
das Telefonat der Anderen immer wieder «verkürzen». Heute stört
niemand. Die tausend Freiminuten werden den Kundinnen nachgeworfen. Wer mithört, ist ein Rätsel. Die strafrechtliche Anzeige
geht an Unbekannt.
Detroit. Man geht in diesen Zeiten mindestens einen Kilometer bis
zum nächsten Supermarkt.
In österreichischen Städten verhält es sich so mit den Telefonzellen. Das wird aber nur noch einige wenige betreffen. Wer braucht
sie schon: die Telefonzelle. Neuerdings sollen sie mit MultimediaTools ausgestattet werden und die im Land versprengten Telefonzellen-Menschen werden ihre Freude haben: die fremden Matrosen,
die am Linzer Hafen anlegen, die Mittellosen ohne Handyvertrag,
die Mobiltelefonverweigerer, die das Wischen nicht gelernt haben.
Berlin. Angela Merkel wird belauscht. In Wien: Eva Glawischnig
ist Betroffene. Werner Faymann nicht.
Das teure iPhone wird unter Bedingungen produziert, die Arbeiterinnen in den Selbstmord treiben. Das will niemand hören. Eine
grässliche Geschichte. Dass Schnittstellen in Mobiltelefonen implementiert werden, was ETSI zwischen Polizei, Justiz und Politik
vermittelt, kann man nicht wissen. Eine unglaubliche Geschichte.
Dass man gegen die Überwachung wenig tun kann, ist eine alte Geschichte. Was macht das mit uns?
Previously on Homeland: Zum Reden stellen sich die Doppelagenten auf den Balkon.
Barack Obama taucht für sichere Kommunikation in ein AntiSpy-Zelt ab; es wird für ihn in jedem Hotelzimmer aufgebaut. Ein
Sprechraum im Raum, defacto das neue abhörsichere Telefonzellen-Zelt.
Vier Augen auf dem Balkon.
Wir werden wie die Spione.
Das Mobiltelefon aus. Was Schönes flüstern.
Nur nicht fragen: Wo bist du grade?
Wir schaffen mehr Wert.
18.11.13 08:56
23
Frau ts c h ö rda w ei S S R at
24
REZENSIONEN
D ie Heraus f orderu n g e n ei n er di g itale n Gesells c h a f t
Das Geschäft mit der Musik.
Ein Insiderbericht
Wer bin ich, wenn ich online bin ?*
Berthold Seliger ist Verfechter einer höchst skurrilen, weil
unzeitgemäßen Idee. Der Idee nämlich, dass es im Musikbetrieb in erster Linie um Musik gehen sollte – und nicht um
den Betrieb. Und diese Idee verficht er als einer, der selbst
(noch) Teil des Betriebes ist: Der Konzertagent und Tourveranstalter hat in den letzten 25 Jahren u.a. mit Acts wie
Patti Smith, Calexico oder Lambchop gearbeitet.
Mit seiner eigenen Zunft, aber auch mit den übrigen Playern (z.B. Plattenfirmen, Ticketing-Konzernen, Verwertungsgesellschaften, Sponsor*Innen, der Journaille und der
Kultur­politik) geht Seliger hart ins Gericht. Erstens verstellen deren monströse Kapitalismen den kulturellen Gehalt,
der immer schon über bloße Verwertungslogik hinausweist.
Musik bereichert schlicht und einfach – auch und zuerst
jenseits des Blingblings. Normiertes Massenfutter ausgenommen. Zweitens wird der generierte Profit ungerecht
verteilt – fast immer zu Ungunsten von Künstler*Innen
und Hörer*Innen. Seliger setzt sich für faire Zirkulationen,
das Aufbrechen von Monopolen und die Bekämpfung von
Kartellwesen ein. Das aktuelle Urheberrecht ist theoretisch
überholt, blockiert die künstlerische Praxis und dient auch
finanziell nicht den Schaffenden, sondern bloß den Verwertenden. Außerdem fordert Seliger Mindestgagen, eine
funktionierende Künstlersozialkasse und ­b efürwortet
das bedingungslose Grundeinkommen. Vor allem junge
Musiker*Innen und solche, die progressive Nischenklänge
ins Werk setzen, sollen besser abgesichert werden.
Doch nebst der umfassenden Systemkritik, wendet sich
Seliger auch an die Künstler*Innen selbst und legt diesen
Selbstermächtigung nahe. Im digitalen Zeitalter sind z.B.
viele Business-Strukturen obsolet geworden, abschröpfende Mittelsmenschen können leichter umgangen werden.
In erster Linie beeindrucken an diesem Buch die entlarvenden Insiderkenntnisse, harte Fakten und erschreckende
Zahlen. Doch Seliger flankiert seine Ausführungen zudem
mit theoretischen Positionen, von Montaigne über Foucault
bis Byung-Chul Han. Die Frankfurter Schule wird da freilich auch nicht geschwänzt: «Fun ist ein Stahlbad.» Immer
noch. Berthold Seliger ist Verfechter einer höchst skurrilen, weil unzeitgemäßen Idee. Aber wer gemäß unserer Zeit
denkt, erklärt sich mit ihr einverstanden. Und das hat unsere Zeit nun wirklich nicht verdient.
Berthold Seliger stellt sein Buch Anfang 2014
auch in Österreich vor:
24.1. Kino Ebensee / 25.1. Schl8thof Wels / 26.1. Rhiz Wien
NEU !
← Berthold
Seliger
Das Geschäft
mit der Musik.
Ein Insiderbericht
Edition Tiamat
Reihe Critica
Diabolis
Berlin 2013
ISBN: 978-389320-180-8
Gelesen von
Stephan Roiss
Gerda→
Haunschmid ist
in unterschiedlicher Form seit
1998 im Netz
unterwegs, auch
als tschörda und
­gschaftlhuawar­in.
Sie will nur
­s pielen.
Jeder einzelne Klick, jedes Like trägt dazu bei, dass das virtuelle Bild von tschörda, gschaftlhuawarin und nörda ein
Stück schärfer wird, dass sich Puzzlestücke zusammenfügen und sich Informationen über den eigentlichen Menschen hinter all diesen Profilen verdichten.
Was bedeutet das? Spätestens jetzt, wo die NSA sogar weiß,
was in Angela Merkels bulletproof Telefon so geht, muss
klar sein, dass die Spuren, die wir hinterlassen, aufgezeichnet, gesammelt, analysiert und im Zweifelsfall GEGEN uns
verwendet werden. Fortschreitende Digitalisierung macht
das Datensammeln einfacher, scheinbar machen uns clevere Marketingstrategien diverser Social Media Plattformen
auch wesentlich sorgloser im Umgang mit dem Medium.
Wissen wir nicht, wie wir uns schützen können oder ist es
uns egal?
Das Internet ist Neuland, sagt Angela Merkel. In gewisser
Weise gebe ich ihr recht. Das Medium «Internet» stellt eine
vergleichsweise neue Kulturpraktik dar, im Umgang mit ihr
sind wir unerfahren. Wir gehen extrem menschlich, spielerisch und neugierig auf das Medium zu, ein Umstand, den
sich Kontrollorgane und Regierungen längst zu Nutzen machen. Die militärische Forschung ist der zivilen um 5 Jahre
voraus, sagt man. Think about it. Die vielzitierte breite Masse ist sich der umfangreichen Möglichkeiten zur Auswertung personenbezogener Daten wohl nicht bewusst. Welche unmittelbaren Auswirkungen hat es für den Menschen,
sich die dunklen Seite des Netzes und die allgegenwärtige
Digitalisierung nicht vor Augen zu führen? Jaja, wer nichts
zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten – man hört
es als Argument FÜR die möglichst lückenlose Datensammlung über Individuen immer wieder. Gegen dieses Argument wehre ich mich vehement. Ich bin eine ehrliche Haut,
ich hab mein Herz auf der Zunge – vielleicht ein feiner Charakterzug für einen Menschen aus Fleisch und Blut. Im digitalen Leben kann das ein verherendes Minus sein und ein
sperrangelweit offenes Tor darstellen, das mich angreifbar
macht. Aber für wen und wofür? Es scheint, als ob es längst
wieder normal ist, kritische Menschen mundtot machen zu
wollen.
Ich bin mir meiner Onlineaktivitäten bewusst, ich verhalte mich dennoch sehr offensiv und bin netz- und sozialpolitisch aktiv. Ich bilde mir ein, die Werkzeuge, die mir das
Netz zur Verfügung stellt, kann ich geschickt nutzen und
deshalb will ich kein Schaf in der Herde sein, sondern halte mich für ein kritisches und aktives Mitglied unserer Gesellschaft.
Trotz täglich neuer Hiobsbotschaften über gläserne Menschen bin ich dennoch optimistisch. Für mich ist klar: ich
bin mehr als die Summe der einzelnen Teile.
Passiv sein ist für mich keine Option.
Wir dürfen uns nicht mundtot machen lassen.
* «Wer bin ich, wenn ich online bin?» ist der Titel des 2010 in der deutschen Übersetzung erschienenen Buches, in dem Nicholas Carr den Einfluss des Internets
auf unser Verhalten analysiert und ein eher düsteres Bild der gesellschaftlichen
Veränderungen skizziert, die mit fortschreitender Digitalisierung einhergehen. Das
trifft zwar nicht ganz den Punkt des nörda-Gastkommentars, ist aber im Hinblick
auf den umfassenden Eingriff des Netzes in unser Leben aufschlussreiche Lektüre.
REZENSIONEN
„I would prefer not to“
Dany. Morgen
werde ich Idiot.
Kybernetik und
Kontrollgesellschaft.
Nautilus Flugschrift, 2013.
Gelesen von
Pamela Neuwirth
Idiot, idios, bedeutet ursprünglich «Privatmann» und ist eine
Referenz des Autors ziemlich am Ende des Buchs – und eine
Art Anleitung, was dem Unbehagen in der Gesellschaft entgegengesetzt werden kann. Die Anleitung zur Frage: Was tun im
Maschinenzeitalter, gelingt Dany mit dem Text selbst. Er erklärt
die Kybernetik der Kybernetik und bedient sich einer poetischen
Sprache, die, auf was sie behandelt – das Denken in Regelkreisläufen und Feedback – gewissermaßen scheißt. Auch andere
Bücher schlagen in diese Kerbe: Holm Friebe will im Buch «Die
Stein-Strategie» (welche die NSA-überwachte A. Merkel anwenden
soll) den Kapitalismus fit halten für seine Zukunft. Slavoj Zizek
verweigert, wie Dany, ein Mitmachen.
Wie kam es, dass wir in einer Zeit des Psycho-Panotikums leben,
in dem wir uns gegenseitig kontrollieren und das bis zum moralischen Burn-out an uns selbst anwenden? Das Feedback kreist in
der Kleingruppe bis der Konsens erreicht ist. Selbstermächtigung?
Nicht ohne Moderation! Warum vieler Orts kein Unbehagen
herrscht? Weil das Leben Spaß macht und Performance Erfolg
verspricht, wenn man mittut und seine «Bewertung» abgibt.
Aufmerksamkeit! Jede kleine Idee wird irgendwann verwertbar
sein. Schilder mit Sprechblasen fragen die Vorbeigehenden, ob
sie sich nicht etwas anderes vorstellen können als Büros in ihrer
Stadt. Wem etwas einfällt und seinen Wunsch oder eine FeedbackKarte in den schwarzen Kasten wirft, dem klopfen die Vertreter
der weichen Kontrolle auf die Schulter, und manchmal nehmen sie
einen sogar in den Arm.
†I
Im Endeffekt ist das kybernetische Problem, dass möglichst viele
Menschen Daten empfangen und senden. Wir haben «nichts zu
verbergen»? Richtig heißt es: Wir können nichts verbergen und
organisieren Arbeit, Miteinander, Verbrauch und Information
als Teil des Supercomputers. Es geht hier konkret um die eigenen
Daten, die Clowd und den Trugschluss des Caring-is-sharing als
Verwertungsinteresse. Eine horizontale Hierarchie tut sich auf.
Nur die Kybernetik ist immun. An dieser kybernetischen Welt
perlt das demokratische Begehren ab, weil es einverleibt wird und
neutralisiert. Leider ist ihr und uns passiert, was sich immer als
problematisch erwiesen hat: Das Transportieren einer theoretischen Idee in andere «Disziplinen». Die Pseudo-Selbstorganisation
wird zur Selbst-Disziplinierung. Heute findet sich das kyberbetische Paradigma in der Psychologie, Soziologie, in der Kunst, der
Informatik sowieso und in der Unternehmensführung: «Schreib
ein Manifest, gründe eine Initiative, besetze ein Haus, mach einen
Vorschlag, präsentiere dein Konzept, mach deine Methode transparent, sei dabei (…) Ein Gesicht soll kein Buch sein, der Umschlag
ist vollkommen ausreichend.» Liberalismus und Kybernetik
heißt: Egal ob Drogennutzung, sexuelle Vorlieben, politischer
Radikalismus, … fast alles wird informell geduldet; Hauptsache die
Inhalte bleiben evident = einsichtig.
Wäre der Text nicht poetisch, erinnerte er teilweise an das Manifesto der Liberation Front (T. Kaczynski). Mit dem Unterschied,
dass anstelle von Fatalismus und Technikverweigerung schiefe
Bilderwelten aufgeworfen und überzeugend als Unbehagen
formuliert werden. In der Ausgleichsmaschine, die jede Abweichung, jede kritische Regung unschädlich macht und absaugt, sie
kontrolliert und normalisiert, alles erfasst: Bist du gut genug?
Sorgst du vor? Optimierst du dich? Bist du ausreichend glücklich?
– empfiehlt sich eine asoziale Haltung: «I would prefer not to».
Bartleby bleibt sitzen und sagt nicht, wie er lebt. Kritikerinnen
werfen Bartleby einen Reformunwillen vor, doch dem Panoptikum
und der Selbstvermarktung ist mit Reformen nicht beizukommen.
Unerhört das Ende: In einem furioren Rausch wird der Kybernetiker von Förster in einen blutig-mythischen Abgesang geschickt.
Der Held freilich, bleibt allein. Was ihm bleibt, ist sein Geheimnis.
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13. Dez. 2013 bis 2. Feb. 2014
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von Johanna Domke, Kurt Krenn, Johann Lurf, Jan Machacek,
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25
REZENSIONEN
KO L U MN E
Luftzug
Kommunale Intelligenz. Potenzial­entfaltung in Städten und Gemeinden
Bilder aus
Bulgarien
Anna Weidenholzer ist Autorin,
lebt und arbeitet
in Wien und Linz.
26
Eines gleich vorweg: Der Titel des Buches verspricht mehr als
es hält und ich bin nicht ganz sicher, was der «Hirnforscher»
Gerald Hüther eigentlich sagen will. Aber ich versuche mal, es zu
beschreiben: Für Hüther sind Kommunen heute das, was früher
einmal die Großfamilien waren, nämlich Erfahrungsräume, in
denen Kinder, aber auch Erwachsene, die wichtigsten sozialen
Kompetenzen erwerben, um gemeinsam Probleme zu bewältigen,
kreative Potenziale auszuschöpfen und ihr Lebensumfeld aktiv
mitzugestalten. Nur hier können sie ihre Begabungen entdecken,
sich einbringen und ein wertgeschätzter Teil der Gemeinschaft
werden. Und davon hätten alle was: mehr Produktivität, glücklichere Menschen und innovativere Problemlösungen. Eine
Kommune, die das ermöglicht, verfügt über kommunale Intelligenz, sie bleibt ein attraktiver Lebensraum und auch langfristig
überlebensfähig. Die Realität sieht freilich anders aus: Viele
Gemeinden sind heute reine Verwaltungseinheiten, die von einer
Ansammlung egozentrischer Besitzstandswahrerinnen bewohnt
werden und leiden deshalb unter Abwanderung, struktureller
Ausdünnung und chronischer Unterfinanzierung. Soweit die
Diagnose des Bestseller-Autors. Bei der Therapie bleibt Hüther
aber vage, denn über Allgemeinplätze und einige Denkanstöße
kommt das Buch leider nicht hinaus. Wiewohl der Autor dick
aufträgt, denn er fordert nichts weniger als einen umfassenden
Kultur- und Beziehungswandel, der die Menschen wieder dazu
bringt, sich für ihren gemeinsamen Lebensraum zu interessieren
und ihn aktiv mitzugestalten. Wie das genau passieren soll, lässt
Hüther offen, sieht man von einigen Verweisen auf «CommunityEducation» und Appellen an die Leserinnen ab, am besten noch
heute damit zu beginnen, sich für den Nachbarn zu interessieren.
Man bekommt schnell das Gefühl, es hätte keine 125 Seiten
gebraucht, um uns das mitzuteilen. Warum Hüther mit seinen
Büchern derart erfolgreich ist, liegt wohl vor allem am Nimbus des
Hirnforschers, der seinen Thesen zwangsläufig Gewicht verleiht –
zu Unrecht, wie Kritiker meinen, denn Hüther habe schon lange
nicht mehr wissenschaftlich publiziert und eigentlich auch nicht
wirklich zu diesen Themen geforscht. Es reicht aber anscheinend,
hin und wieder neurobiologische Fachbegriffe einzustreuen
und Parallelen zwischen der Funktionsweise des Gehirns und
einer Kommune zu ziehen, um den Anschein einer empirischen
Grundlage zu erwecken. Mit dieser Methode ist Hüther ein
Medienstar geworden und tingelt als Aushängeschild einer
Gruppe von «Bildungsgurus» durch die deutschen Talk-Shows. Die
Welt retten wird auch er nicht, aber wer auf Gurus und einfache
Antworten steht, wird mit dem Buch durchaus Freude haben.
← Gerald
Hüther:
Kommunale
Intelligenz.
Potenzialent­
faltung in
Städten und
­G emeinden,
edition KörberStiftung, 2013
Gelesen von
Christian Diabl
In Ruse an der Donau lief ein Straßenhund die Promenade entlang, warteten die Angler auf einen
Fang, saß ich auf einer Parkbank über Herbstlaub
und konnte mich nicht von der Donau lösen. Zwei
Bänke weiter starrte ein Mann im Jogginganzug
abwechselnd auf den Fluss und die wenigen Leute,
die an ihm vorüber spazierten. Er streckte sich und
steuerte meine Bank an, er wandte sich ab, als ich zu
ihm aufblickte. Ein anderer ging nahe am Wasser,
schaute und hielt alle paar Sekunden sein Telefon
in die Luft, um zu fotografieren. Drüben, auf der anderen Seite, lag Rumänien, die Grenze verläuft quer
durch den Fluss. Wir konnten hinüberschauen, die
Donau hielt keine Blicke auf.
Es war ein wolkenverhangener Herbsttag, eintausendsechshundertvierzig Kilometer stromabwärts
von Linz, Kinder waren von dem nahegelegenen
Spielplatz zu hören, Regen lag in der Luft. Gestern
noch habe es über zwanzig Grad gehabt, hatten die
freundlichen Frauen von der Elias Canetti Gesellschaft erzählt. Ich schaute auf die Donau und überlegte, wie kalt das Wasser sein dürfte, als ich einen
älteren Angler sah, der nur mit einer weißen Unterhose und einem Wollpullover bekleidet eine Boje
einholte. Die Boje war rot, sie leuchtete im Wasser,
das ihm bis zum Bauch reichte und den Stoff seiner
Unterhose durchsichtig werden ließ. Ich setze meinen Weg fort und bemerkte eine Gruppe Radfahrer,
die sich gegenseitig vor der Donau fotografierten.
Ihre Helme nahmen sie dazu nicht ab, sie setzten
ein Lächeln auf.
Auf meinem Rückweg begegnete ich wieder dem
Angler, der mittlerweile mit einer Hose bekleidet
war. Er kniete am Ufer und wusch seine Unterhose,
er wrang sie aus und steckte sie in die Hosentasche.
Beim aufgelassenen Bahnhof überquerte ich die
Gleise. Ich traf auf ein Pärchen, der Mann hielt einen dunkelblauen Regenschirm in der Hand, er hob
ihn, um der Frau zu zeigen, in welcher Richtung der
Fluss lag, er hielt ihn lange hoch, wie einen Speer
zum Angriff gezückt. Vielleicht erzählte er auch
von der Grenze zu Rumänien. Vielleicht schauten
in Wirklichkeit alle gespannt nach Rumänien und
die Donau war lediglich ein graues Band, das dazwischen lag, ich weiß es nicht. Jedenfalls liefen die
Katzenkinder wie Tauben herum.
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derbe richt Wer bin ich,
ch online bin ? «I would
08/16 Gmunden | 4840 Kulturakzente Vöcklabruck | AKKU Steyr | Akzent Altenberg | Alte Schule Gutau | Altes Kino St. Florian | Arge Granit
Ottensheim | Autonomes Frauenzentrum Linz | Backwood Association
Weitersfelden | Backlab Linz | bb15 Raum für Kunst und Kultur Linz
Bongo Flavour Vöcklamarkt | CharismART Freistadt | Contrust Linz
Countdown Prabachkirchen | Der Keller Bad Ischl | Die Hupfauer Mönchdorf | EF.K.K – Eferdinger Kultur Klub Eferding | Elements of Style Linz
FIFTITU% Linz Filmclub Schwanenstadt | FM5 Bad Kreuzen | Frauenforum Salzkammergut Ebensee | Frauentreffpunkt Rohrbach | Freies
Radio B138 Kirchdorf | Freies Radio Salzkammergut Bad Ischl | Frikulum
Weyer | Gallnsteine Gallneukirchen | Gruppe O2 Lambach | GUK Ungenach | Guten Morgen Vorchdorf | HOFIS Hofkirchen i.Mkr | HOSI Linz
IFEK Linz | Infoladen Wels | INOK Kirchdorf | Insel Scharnstein | Interstellar Records Linz | Jazzatelier Ulrichsberg | Jazzfreunde Bad Ischl
Jugendbewegung Mischwald St. Thomas | junQ Linz | justasirisdid
Unterweitersdorf | Juz Bauhof Pettenbach | K 565 Alberndorf | KAPU Linz
KaV Vöcklamarkt | KEK – Krenglbach erlebt Kultur Krenglbach | Ketani
Linz | KIA – Kulturinitiative Aurach Aurach | KIK – Kunst im Keller Ried i.
Innkreis | KIKAS Aigen Schlägl | KIM – Kultur im Mittelpunkt Marchtrenk
KINO Ebensee | KIPFAL – Kultur im Ipftal Niederneukirchen | Kipf’l Steinerkirchen | Klärwerk Schlierbach | KOMA Ottensheim | Kraut & Ruam
Zell a. d. Pram | KUBA Eferding | KUIWA Walding | Kulimu Frankenburg
:kult: Freistadt | Kultur im Gugg Braunau | Kultur- und Musikverein
Titanic Bad Leonfelden | Kulturbüro Wels | KulturCafe Pichl | Kulturella
Ottnang | Kulturforum Frankenmarkt | Kulturgut Höribachhof St. Lorenz a. Mondsee | Kulturinitiative Bad Zell | Kulturinstitut an der Uni
Linz Linz | Kulturkreis Pettenbach | Kulturprojekt Sauwald Schärding
Kulturquartier Tabakwerke Linz | Kultur Verein Schloss Mühlgrub
Pfarrkirchen | Kum-pam Linz | Kunst & Kultur Raab | Kunst- & Kulturgruppe des Diakoniewerkes Gallneukirchen | Kunst-Dünger Gampern
Kunterbunt-Kulturbunt Hallstatt | KV Dezibel Vorchdorf | KV Willy Linz
Landstrich Brunnenthal | Linzer Frühling Linz | Local-Bühne Freistadt
Maiz Linz | m-Arts Andorf | Medio2 Kronstorf | Medien Kultur Haus
Wels | Miriam Linz | Musentempel Linz | Musik-Kulturclub Lembach
NH10 Linz | Noise Art Wels | Offenes Kunst- und Kulturhaus Vöcklabruck | Openair Ottensheim | Original Linzer Worte Linz | Otelo Gmunden | Otelo Ottensheim | Otelo Vöcklabruck | Otelo Vorchdorf | PA Events
Enns | Palette Kunstforum OÖ Marchtrenk | Pangea Linz | Papiermachermuseum Laakirchen Steyrermühl | Programmkino Wels | QujOchÖ
Linz | Radio FRO Linz | Radio SPACEfemFM Linz | Ramlwirt Neumarkt
REDSapata Linz | Reizend! Wels | RÖDA Steyr | Saum Langenstein
Schräge Vögel Linz | Silk-Fluegge Linz | Social Impact Aktionsgemeinschaft Linz | S.O.U.L. Flavour Linz | Sozialforum Freiwerk Timelkam
Spielraum Gaspoltshofen | Sunnseitn Feldkirchen | Textile Kultur Haslach | TKV Regau | Treffpunkt Georgia St. Georgen i. Innkreis | Tribüne
St. Georgen a. d. Gusen | urbanfarm Leonding | Verein Begegnung Linz
Waschaecht Wels | Werkstatt Frieden & Solidarität Linz | Woast Wartberg o. d. Aist | Young & Culture Vöcklabruck | Zach Records Linz | Zeitkultur-raum Enns
die KUPF Zeitung
Nummer 148
Dez – Feb 2014
Kulturplattform Oö
Untere Donaulände 10
4020 Linz
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GZ 02Z030447 S;
Verlagspostamt 4020
Linz; DVR: 0808041
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