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20 Jahre Noodelöhr Unser Zunftwappen und was dahinter steht Zu

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20 Jahre Noodelöhr
Unser Zunftwappen und was dahinter steht
Zu Gast beim letzten Abt
20/2012
2
Zunft zun Schneidern
Inhalt
Impressum
Redaktion
Robert Spichiger (spi)
Gestaltung
Alfred Ulmer (fu)
Umschlag
P.G. Ulmer
robert.spichiger@bluewin.ch
fredy@family-ulmer.org
FotosDiverse
Druck
FO Print & Media AG
8132 Egg/ZH
Mitarbeiter
Hans Ulmer (hu)
Andreas Deggeller (ad)
Peter R. Jezler (prj)
Ernst A. Rubli (ear)
hans.ulmer@centralnet.ch
deggeller@gmx.ch
Alexander E. Rubli (aer)
lx-23@hotmail.com
peter.jezler@stsh.ch
Willy Ulmer (wu)
Impressum................................................. 2
Manfred Motte zur Reformation............... 2
Editorial..................................................... 3
Jahresbericht 2012.................................... 4
Zur 20. Ausgabe des Noodelöhrs.............. 6
Kultureller Anlass 2012............................ 7
Karlstag 2012............................................ 8
Aschermittwoch........................................ 8
Schnitzelbank 2012................................. 10
Zunftbott der Zunft zun Rebleuten......... 12
Familienanlass 2012................................ 14
Vorprogramm: zu Gast beim letzten Abt.15
Bot und Mahl 2012................................. 16
Ein zünftiges Jubiläum............................ 18
Milde Rüge.............................................. 20
Dank an Stubenmeister Martin Jezler..... 21
Besuch bei den Mohren in Bern.............. 22
Kalendersplitter....................................... 24
Unser Zunftwappen................................. 26
Zunftgeschichte und Handwerk.............. 28
Abschluss der Sanierung des Museums.. 29
Spezielle Geburtstage 2013..................... 30
Das Rebjahr 2012.................................... 30
Im Gedenken an Thomas Classen........... 31
Wo sind die Nähterinnen?....................... 32
Munot-Ball 2013..................................... 33
Manfred Motte und die Dichter ............. 33
Jahresprogramm 2012............................. 34
Vorstand.................................................. 34
Zum Schluss............................................ 35
Manfred Motte zur Reformation
L
etzthin besuchte mein Tschopenträger - der geneigte regelmässige Noodelöhr-Leser weiss
ja mittlerweile, dass ich als Motte
ein beschauliches Leben im Anzug eines Zünfters friste, und ihn
liebevoll als «meinen Tschopenträger» betitle - eine Führung durch
die Klosteranlage in Schaffhausen.
Mich interessierte das Gefasel um
die Geschichte des Benediktinerklosters natürlich nur wenig.
Spannender fand ich die Kutte des
Abtes, in der ich tatsächlich einen
echten noch lebenden Nachkom-
men des stadtbekannten Johann
Nepomuk von Mott kennenlernte.
Johann Nepomuk gehörte zu dem
Kreis der Motten, die damals zur
Zeit der Reformation in Schaffhausen am militantesten gegen die
neue Modeerscheinung der Kirche
ankämpfte. Das Motiv der Motten
zum Kampf gegen die Reformatoren war simpel: in der katholischen
Kirche gehörten wallende Gewänder der Würdenträger zur Standardausrüstung, für die Motten ein
Eldorado. Die schlichten Kleider
der Reformierten hingegen boten
Zunft zun Schneidern
Z
wanzigste Ausgabe des Noodelöhrs. Willi Ulmer besinnt
sich auf die Anfänge und lässt
seine dichterische Ader aufblitzen. Und ich stehe vor einem
Dilemma. Feiert man die zwanzigste Ausgabe oder feiert man
nächstes Jahr 20 Jahre Noodelöhr. Ich werde mich bei Manfred
Motte erkundigen.
Nach dem Jubeljahr mit vielen gemeinsamen Anlässen aller Gesellschaften und Zünfte
von Schaffhausen mussten die
Schneider ihre Anlässe wieder
selber organisieren. Und, offenbar hatte der Virus noch nachhaltige Wirkung, fand der erste
Anlass bereits am 8. Januar 2012
statt. Eine spezielle Dernière unter Führung von Peter R. Jezler
führte uns als kultureller Anlass
nochmals in die Ausstellung der
Zünfte ins Museum Allerheiligen. Bereits sechs Tage später fand wieder der traditionelle
Karlstag in der Wirtschaft zum
alten Schützenhaus statt. Darüber
nur wenig Schutz und Nahrung.
Darin ist «sBättle versumet», wie
sich Johann Nepomuk auszudrücken pflegte. Interessant, was ich
im Gespräch alles aus der Kutte
des Abtes erfuhr.
Einmal mehr aber zeigte sich, dass
das wahre Leben die besten Geschichten schreibt. Abt Michael,
der natürlich nichts von seinem
kleinen Kuttenbewohner und seiner Familiengeschichte ahnte,
wusste viel aus der Zeit der Reformation in Schaffhausen zu berich-
3
Editorial
und über das Aschermittwochsmahl im Restaurant Frieden wird
in dieser Ausgabe berichtet.
Johnny Forrer organisiert nicht
nur den Aschermittwochabend,
sondern auch den gelungenen
Familienanlass, von dem unser
Zunftmeister begeistert berichtet. Wieder ins Zeug gelegt hat
sich Hans Ulmer, der präzis über
Vorprogramm, Bot, Abendgesellschaft und Rügertätigkeit geschrieben hat. Wir berichten über
die Einladung zu den Rebleuten,
Schaffhausen und zu den Mohren in Bern. Und immer wieder
ist das Museum Allerheiligen
Schauplatz und Gastgeber.
Leider mussten wir uns dieses
Jahr von einem Geschlecht verabschieden. Mit dem Tod von
Thomas Classen ist diese Familie nicht mehr in unserer Zunft
vertreten. Dafür freuen wir uns
über die Aufnahme von zwei
neuen Zünftern: Fabio Deggeller,
Enkel von Hanns Deggeller und
ten. Er erwähnte im Laufe seiner
Ausführungen, dass auch heute
noch Nachkommen von einem der
verschiedenen Reformatoren in
Schaffhausen leben würden.
Was allerdings Abt Michael nicht
wissen konnte: Zwei dieser Nachkommen, ihres Zeichens Zünfter
bei den Schneidern, waren bei der
Führung durch die Klosteranlage
als interessierte Gäste dabei.
Ausgerechnet im Tschopen eines
dieser Nachkommens lebte die
Motte Manfred, die während der
Benjamin Jezler, Sohn von Peter
W. Jezler. So brachte auch dieses
Jahr Schönes, Lustiges, Interessantes und Neues. Trauriges und
Vergangenes steht neben Freude
und Neuem. Vertiefen Sie sich
mit Lust in die neue Ausgabe,
dem 20. Noodelöhr. Frohe und
besinnliche Weihnachten und ein
gutes neues Jahr. (spi)
Führung der Kutte des Abtes einen
Besuch abstatte, und da ihre eigene Version der Reformationsgeschichte von Schaffhausen erzählt
bekam...
4
Zunft zun Schneidern
Jahresbericht 2012
Erstattet am Rechnungsbot
3. November 2011
L
iebe Mitzünfter, Nähterinnen
und Zunftfreunde
Das Jahr 2012, ein schon fast
„normales Jahr“, verglichen mit
den Festivitäten die wir im 2011
erleben und geniessen durften. Es
bleiben viele schöne Erinnerungen, verbunden mit Teilnahmen
an verschiedenen Anlässen in
diesem Festjahr. Neben den Erinnerungen bleibt uns auch ein neues Buch „Schaffhauser Beiträge
zur Geschichte“ das speziell dem
Thema „Schaffhauser Zünfte“
gewidmet ist und ein wertvolles
und nachhaltiges Nachschlagewerk für uns sein wird. Wir haben
eine gewisse Anzahl dieser Bücher für interessierte Zünfter ans
Lager genommen und können so
auch wieder einmal etwas Aktuelles als Geschenk für auswärtige
Besuche mitbringen.
Gerne werde ich ihnen die Aktivitäten des Zunftjahres 2011/2012
präsentieren.
Zunftbot 2011
Auch im 2011 konnten wir unser
Bot im Restaurant Frieden durchführen, wir durften uns von Heidi
Bischoff und ihrem freundlichen
Team kulinarisch „zünftig“ verwöhnen lassen.
Wir hatten glücklicherweise die
Gelegenheit, als Vorprogramm
dem Schloss Charlottenfels einen
Besuch zu erstatten. Wir wurden
von Nicholas Balsiger zum Apéro
im „Salon Charlotte“ empfangen.
Er, der Urenkel von Heinrich Moser, konnte uns viel Interessantes
über seine Familie, der Uhrenmanufaktur Moser, der Schaffhauser Industriegeschichte und beim
Rundgang durchs Familienmuseum persönliche Episoden seiner
Vorfahren erzählen. Herzlichen
Dank an Herr Balsiger für die ausserordentlich interessanten Ausführungen, er war selbstverständlich am Abend auch unser Gast.
Programmgemäss um 17.00 Uhr
konnten wir mit dem geschäftlichen Teil beginnen. Die Geschäfte konnten den Traktanden entsprechend speditiv abgewickelt
werden. Martin Jezler gab bekannt, dass er seine fast 20 jährige Tätigkeit, per Bot 2012, abgeben möchte. Auch ihm sprach ich
unseren herzlichen Dank für die
grosse Leistung, die er für unsere
Zunft erbrachte, aus.
Nach dem geschäftlichen Teil
genossen wir den Apéro und das
traditionelle Zunftmahl, unterbrochen von Grussbotschaften
unserer Gäste und Voten unserer
Zünfter.
Unsere Gäste waren: Robert Hauser (ZM Gerbern) mit Beat Schelling (1. Zunftvorsteher); Dr. Alex
Landolt (Schreiber Schneider
ZH) mit Dr. Werner Schmid (Archivar); Fr. Dr. Margreth SteigerWhite (Präsidentin, Mohren BE)
mit Trevor White (Ehemann), Nicholas Balsiger (Schmiden) und
Mitglied der Heinrich und Henry Moser Stiftung sowie als persönlichen Gast von Hans Ulmer
Frank Romano.
10. Januar 2012
Kultureller Anlass im Museum
Allerheiligen
Einen grossartigen Start ins neue
Zunftjahr bescherte uns Peter
Jezler (Direktor Allerheiligen
Schaffhausen), indem er uns exklusiv, am letzten Tag der Ausstellung, zu sich ins Museum zu
einer Führung einlud. Die Sonderausstellung „Leben in der
Zunft“, die mit vielen hochinteressanten Zunftgegenständen von
damals bis heute unser Schaff-
hauser Zünfte darstellte. Peter sei
herzlich gedankt, wir sind stolz
einen solchen Mitzünfter zu haben und freuen uns natürlich immer wieder auf Neues.
Zum Abschluss trafen wir uns
noch zu einem feinen Imbiss im
Hotel Kronenhof.
Karlstag 14. Januar 2012
Im Restaurant Schützenhaus fand
nach einem Jahr Pause der Karlstag statt. Der neue Obmann This
Fehrlin führte uns sehr gut durch
diesen Abend. Schneider waren
leider nicht sehr zahlreich erschienen, was doch bedauerlich ist.
So sollten wir diese Gelegenheit
nutzen unser Zunft durch starke
Präsenz zu vertreten. Interessenten für den Karlstag melden sich
einfach über den ZM an. Dieser
Anlass gibt immer wieder gute
Kontakte über die Zunftgrenzen
hinaus zu pflegen. Sehr erfreulich
war hingegen, dass unser Zunftschreiber Alexander Rubli auch
als Schreiber der Gesellschaften
und Zünfte gewählt und bereits
am Karlstag im Einsatz war, danke Alexander.
Vorstandsitzungen
Unsere zwei Vorstandssitzungen fanden am 26. Januar in Bülach und eine zweite in Uster am
25. September statt. Wir konnten
die Jahresplanung und die bevorstehenden Zunftanlässe besprechen. Ebenso wurden auch die
anstehenden personellen Veränderungen im Vorstand besprochen.
22. Februar 2012
Aschermittwoch, im Frieden
Der Aschermittwoch fand im Restaurant Frieden statt. Johnny Forrer organisierte und führte durch
diesen Abend. Bei guter Beteiligung und sehr gutem Essen fand
Zunft zun Schneidern
5
Stiftungsratssitzungen, Zunftmeistertreffen
Am 14. September fand eine Stiftungsratssitzung der Schaffhauser
Gesellschaften und Zünfte statt.
Der Zunftmeister inmitten seiner Vorstandkollegen am Bot 2012
dieser Anlass statt. Als besonderen Höhepunkt präsentierte Ernst
Alexander Rubli, in gekonnter
Art, seine neueste Schnitzelbank.
Selber wäre ich gerne dabei gewesen, jedoch weilte ich zur selben Zeit in China. Dank neuer
Technik konnte ich die Darbietung von Balz übers Internet am
Handy mithören! Ich denke es
war ein gelungener Abend und
allen Mitwirkenden besten Dank.
19. Mai 2012
Helferfest in der Trotte
Flurlingen
Alle die sich bei den Jubiläumsanlässen als Helfer beteiligten durften einen schönen Abend
mit feinen Grilladen, gutem Wein
mit bester Stimmung geniessen.
Das Wetter war super!
24. Juni 2012
Familienanlass
Dieser Tag wurde für jung und alt
zum Erlebnis der besonderen Art.
Einmal ausspannen in der herrlichen Umgebung des Pfäffikersees
auf dem Erlebnishof der Familie
Jucker in Seegräben. Nach Bezug
der extra für uns am Schatten reservierten Sitzplätze, wurde für
uns eine „Bauernhofolympiade“
organisiert. So wurden wir über
Disziplinen wie Hufeisenwerfen,
Armbrustschiessen, Nüsse Hämmern bis hin zum Wettmelken.
Nach diesen Herausforderungen
genossen wir allerfeinste Landprodukte, Most vom Fass und das
Essen vom Buffet. Das Wetter
war traumhaft, so dass wir den
Tag draussen geniessen konnten.
Zum Schluss durfte ich als Olympiasieger vom Platz gehen, gefolgt von Johnny, der wiederum
alles organisierte, von der Idee
bis hin zur Ausführung, vielen
Dank Johnny.
Weitere Einladungen
Am 23.3.2012 wurde ich mit unserem Stubenmeister Martin Jezler am Bot der Zunft zun Webern
eingeladen. Als Vorprogramm
mit Apéro wurde der Jubiläumsfilm in einer speziellen „Weberfassung“ im Haus der Wirtschaft
präsentiert.
Am 14. April 2012 folgte ich mit
Robert Spichiger einer Einladung
zum Bot der Rebleute im Restaurant Sittich, Vorprogramm mit
Abt Michael im Münster.
Ich spreche allen, die mithalfen
dieses Zunftjahr positiv mitzugestalten, nochmals meinen grossen
Dank aus, im Besonderen auch
meinen Vorstandskollegen mit ihren Familien und meiner Ehefrau
Regula, die mir stets zur Seite
stand.
Dörflingen, 27.Oktober 2012
Zunft zun Schneidern Schaffhausen
Zunftmeister: Andreas Deggeller
Beim Familienanlass
6
Zunft zun Schneidern
Zur 20. Ausgabe des Noodelöhrs
Da gab‘s drei Männer in Schaffhausen,
die liessen ihre Griffel sausen.
Sie wollten Zünftern gern beschreiben,
was Zunft und Stadt Schaffhausen treiben.
Die Schrift wurd‘ «Noodelöhr» benannt
Und war bei Zünftern bald bekannt.
Gar zwanzig Nummern sind es schon.
Wir hoffen auf noch mehr davon.
„Eigentlich ist ein Noodelöhr ein widersprüchliches Ding. Es begrenzt
die Sicht, und nicht immer gelingt es, den Faden im ersten Anlauf durch
die enge Öffnung zu bringen. Ist aber der Durchstich einmal geschafft,
oder nehmen wir das Öhr näher an unser Auge, dann weitet sich der
Blickwinkel und wir gewinnen vielleicht die Übersicht. Auch mit dem
Noodelöhr, das Sie als Leser nun in den Händen halten, verhält es sich
so. Zwar werden auf den ersten Blick eng begrenzte Aspekte heraus
gegriffen. Doch bei näherem Zusehen eröffnen sich ganz neue Einsichten und es lassen sich Zusammenhänge erkennen. Dabei darf man
aber nicht vergessen, dass sich am anderen Ende des Werkzeugs mit
dem Noodelöhr eine scharfe Spitze befindet. Darum lässt es sich nicht
vermeiden, dass diese auch etwa zusticht“.
S
o begann das Editorial in
der Ausgabe Nr. 11 der Zeitschrift «Noodelöhr» im Jahre
2003. Heute hat der Leser bereits
die zwanzigste Ausgabe in den
Händen, ein Blatt, das in Zünfterkreisen von Schaffhausen unterdessen bestens bekannt ist. Es
soll die heute grösstenteils nicht
mehr in Schaffhausen wohnenden Mitzünfter orientieren über
das Geschehen in unserer Zunft
und in der Stadt Schaffhausen.
Auf diese Weise bleibt der Kontakt mit der Zunft und der Heimatstadt lebendig.
Die Idee stammte 1993 von
Zunftschreiber E.A. Rubli, vulgo
«Balz», der dann zusammen mit
dem damaligen Zunftmeister und
dem Schreibenden die Redaktion bildete. Da es keinen offiziellen Auftrag der Zunft gab, und
wir die Zunftkasse nicht belasten
wollten, wurde die Zeitschrift im
Kopierverfahren im Anwaltsbüro
des Zunftmeisters hergestellt. Bereits in der dritten Ausgabe fanden wir dann Sponsoren, welche
als Gegenleistung für ein Inserat im Noodelöhr uns halfen die
Kosten zu decken. So konnten
wir die Herstellung mit der Zeit
etwas professionalisieren, ohne
der Zunft Kosten zu verursachen.
Unsere Arbeit stiess offenbar auf
ein positives Echo, die Anzahl
der Beiträge wuchs, und bald genügten die 24 Seiten der ersten
Ausgaben nicht mehr. Im Fotokopier-Verfahren konnten wir auch
jeweils eine oder zwei Seiten mit
farbigen Aufnahmen von besonderen Anlässen oder bestimmten
Personen beifügen. Nebst den
üblichen Jahresberichten und der
Beschreibung von Anlässen der
Zunft oder in der Stadt, brachten
wir auch immer wieder Beiträge
über einzelne Personen, sei es
über ihren Beruf oder in einem
Interview über aktuelle Themen.
Willy Ulmer blickt zurück
Gerade diese Berichte dürften
den Kontakt zur Zunft und zur
Heimatstadt verstärkt haben. Bei
der Durchsicht der verschiedenen
Ausgaben fiel mir unter anderem
auf, dass wir 1994 am Aschermittwoch-Anlass zwei Teenager
über ihre Beziehung zur Zunft
befragten. Unser Noodelöhr sah
offenbar schon damals auch in
die Zukunft, denn beide sind heute im Vorstand und auch bestens
ausgewiesene Männer in ihrem
Beruf. Unsere Redaktion wurde
seinerzeit auch beigezogen für
die Herausgabe der ErinnerungsSchrift über das Stadtfest «950
Jahre Stadt Schaffhausen» vom
10./11. Juni 1995. Dass auch der
Humor im Noodelöhr nicht zu
kurz kam, dafür sorgten früher
manchmal die Karikaturen eines
Jungzünfters und später die tiefsinnigen Bemerkungen von Manfred Motte.
Im Laufe der Jahre hat sich das
Aussehen unserer Zeitschrift verändert, die Herstellung ist technisch den modernen Möglichkeiten angepasst worden, und die
Redaktion ist mittlerweile auch
nicht mehr dieselbe. Aber das
Noodelöhr ist seiner ursprünglichen Aufgabe treu geblieben und
findet nach wie vor grossen Anklang, und dies nicht nur bei den
Schneiderzünftern. Noch immer
sind wir auch die einzige Zunft in
Schaffhausen, die über eine eigene Zeitung verfügt. Dass auch die
heutige Redaktion ihre Aufgabe
Zunft zun Schneidern - Anlässe
7
Kultureller Anlass 2012
Führung durch die Ausstellung:
600 Jahre Schaffhauser Zunfverfassung
D
as Jubiläumsjahr 2011 hat
viele Highlights umfasst. Es
waren viele unvergessliche Anlässe, die wir im Rahmen der Zunft
im 2011 erleben durften: Dreikönigsumzug, Eröffnung der Ausstellung im Museum „Allerheiligen“,
Festakt mit anschliessendem Ball
und den Mittelaltermarkt.
2011 ins „Allerheiligen“ eingeladen und selbst durch die Ausstellung geführt.
Eine erfreuliche Zahl an Zünftern
und Nähterinnen hat an diesem
stimmungsvollen Neujahrsauftakt
am 8. Januar 2012 teilgenommen.
Auf den kulturellen Exkurs im
Museum, welcher unseren ZünfterHorizont bereichert hatte, folgte
anschliessend auch noch eine kulinarische „Weiterbildung“, ein feines Nachtessen und ein gutes Glas
Wein im Hotel Kronenhof.
An dieser Stelle sei Dr. Peter Jezler noch einmal für den Einsatz für
die Zünfte mit seiner Ausstellung,
die Gastfreundschaft und die Führung im Museum ganz herzlich gedankt! (aer)
Um der Bevölkerung die Schaffhauser Zünfte und deren Geschichte etwas näher zu bringen, hatte
unser Mitzünfter Dr. Peter Jezler,
Direktor des Museums „Allerheiligen“ Schaffhausen und sein Team
eine Ausstellung zum Thema: „600
Jahre Schaffhauser Zunftverfassung“ im Museum „Allerheiligen“
eingerichtet.
Der Museumsdirektor hat, um das
Jubiläumsjahr noch etwas abzurunden, freundlicherweise die ganze Zunft zun Schneidern am Bot
Was Peter. R. Jezler diesmal wohl spannendes erzählt? Man lauscht interessiert.
Fortsetzung von Seite 6
mehr als gut erfüllt, beweist nur
schon die Tatsache, dass die Vereinigung der Schaffhauser Zünfte unseren Leuten mittlerweile
auch die Betreuung des «Schaff-
hauser Zunft-Couriers» anvertraut hat. So können wir denn
getrost in die Zukunft blicken,
für und durch das Noodelöhr,
umso mehr als es ja mit der Zeit
geht und auch im Internet unter
«www.zunft-zun-schneidern.ch»
abrufbar ist.
(wu)
8
Zunft zun Schneidern - Anlässe
Karlstag 2012
D
er am 14. Januar durchgeführte Karlstag fand das erste Mal unter neuer Führung statt.
Der neu gewählte Obmann der
Schaffhauser Gesellschaften und
Zünfte, This Fehrlin stellt zu Beginn die neuen Vorstandsmitglieder vor. Neuer Stubenmeister ist
Ch. Schärrer Zunft zun Becken,
neuer Zunftschreiber ist Alexander
E. Rubli Zunft zun Schneidern und
neuer Revisor ist Alban Schmid
Zunft zun Schneidern. Alexander
wurde mit einem eigenen Becher
beschert.
Alban Schmid, Alexander E. Rubli
Wieder einmal wurde über den
28. Januar und über Karl der Grosse referiert und This Fehrlin endete seine Einstiegsrede mit den
schönen Worten: „Ohne Tradition
kein Jetzt und kein Morgen!“
Danach kam der Blick zurück ins
Jubiläumsjahr, und er dankte allen
Mitwirkenden ganz herzlich. Ein
Aschermittwoch
spezieller Kartengruss wurde für
den im Spital weilenden Bernhard Seiler, alt Obmann verfasst
und von allen Teilnehmern unterzeichnet.
Wie gewohnt wurden zwei Ehrengäste eingeladen. David Bell,
Beringen und Daniel Grütter, Kurator seit 2002 im Museum Allerheiligen. Beide mussten sich
traditionsgemäss mit einer Rede
vorstellen, denn eingeladen wird
nur, wer sich für die Zünfte oder
die Stadt verdient gemacht hat.
David Bell hat die Vermarktungsrechte für das 1911 geschriebene
Lied „Munotglöggli“ ersteigert.
Es soll in verschiedene Sprachen übersetzt werden. Englisch,
Französisch und Italienisch sind
schon vorhanden. Auch Apps
fürs i-Phone sind vorgesehen.
Daniel Grütter hat die Ausstellung „Leben in der Zunft“
nebst drei Ausstellungsblöcken
„Schaffhausen im Fluss“ gestaltet. Aus dem Buch „Sag es treffender“ hat er zum Thema Zunft
drei Begriffe herausgepickt, die
er ausführlich erläuterte: Gemeinschaft, handwerklich und
Stolz. Als gerne gesehener Gast
bei den Schaffhauser Zünften bedankt er sich für die Einladung
zum „Karlstag“ und hofft auf
weitere Einladungen zu „zünftigen“ Anlässen.
Mit dem traditionellen Dank ans
Servicepersonal und dem Hinweis auf die nächste Stiftungsratssitzung ist auch dieser Anlass
Geschichte. (spi)
Am Helferfest: Dank an die Mitwirkenden
Z
um vom Johnny Forrer organisierten Aschermittwochtreff im Restaurant Frieden auf
dem Herrenacker trafen sich 12
Zünfter, sechs davon mit ihren
Partnerinnen. Überraschungsgast
war Werner Winzeler mit Gattin
aus Barzheim, die wir schon länger nicht mehr bei uns begrüssen
durften.
Gleich zu Beginn führte uns im
ersten Wettbewerb Philipp Carl
Deggeller die Trinkfestigkeit der
Jugend vor, indem er das Weinglas als schnellster leerte und dadurch mit einem schönen Nähset
beschenkt wurde.
Heidi Bischoff hatte eine Auswahl von Vorspeisen und Hauptgerichten vorbereitet, von denen
jeder sich sein Menü zusammenstellen durfte. Das Essen war
reichlich und die Teilnehmenden
sehr davon angetan.
In einem zweiten Spiel musste erraten werden, welche phantasievollen Namen für unsere Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte
sich die Schüler von Buchthalen
einfallen liessen (Siehe auch Noodelöhr 19/2011). Hier winkte
Ragusa-Schokolade als Preis.
Balz Rubli hat wieder grosse
Arbeit geleistet und neben dem
Erinnerungsbogen, den alle unterschrieben haben, acht Verse
zur Schnitzelbank 2012 gedichtet
und entsprechend phantasievoll
illustriert.
Herzlichen Dank den Organisatoren, Helfern und dem hervorragenden Küchenteam. (spi)
Zunft zun Schneidern - Anlässe
9
Schaffhauser Zünfte - oder eine phantasievolle Namenssammlung
Schaffhauser Zünfte oder eine phantasievolle Namenssammlung
Kaufmannszunft
Handwerkszunft
Burgzunft
Nähzunft
Handelszunft
Fürstenzunft
Turmzunft
Schusterzunft
Rebbauernzunft
Zunft des Löwen
Metzgerzunft
Feuerwehrzunft
Druidenzunft
Weinzunft
Adligenzunft
Fürstenzunft
Bauernzunft
Söldnerzunft
Tierzunft
Löwenzunft
Erntezunft
Schreinerzunft
Jägerzunft
Rebezunft
Wirtschaftszunft
Arztzunft
Gerberzunft
Fleischerzunft
Weinzunft
Adligenzunft
Schäferzunft
Schreinerzunft
Ritterzunft
Bauernzunft
Handwerkerzunft
Zugerzunft
Scheerezunft
Heilzunft
Kriegszunft
Züchterzunft
Gerberzunft
Wollzunft
Viehzunft
10
Zunft zun Schneidern - Anlässe
Schnitzelbank 2012
SPORT CH
Didier Cuche: Für sich
e Klass!
Federer isch e grosses
Ass.
Cologna uf de schmale
Brätter
stupft und stoosst bi jed
em Wätter.
Kamer, Gut und Aufden
blatten
sind Königinnen auf de
n Latten.
De Simon Ammann – so
la la,
zeiget nid ganz wan’ er
cha.
Auf den Kufen Sarah M
eier
sorgt für eine grosse Fe
ier!
Und die Lüüt vum Bob
mached au en guete Jo
b.
Mir Schwiizer sind wie
eh und jeh:
“E Volk vu Sunne, Iis un
d Schnee“!
MODERN TIMES
Miis Mami isch de Dieter, min Pappi dä heisst Rolf.
Mir händ kei Gält und spiled Golf.
Im Winter gömmer uf d’Kanare –
Wa wotsch im Schnee doo umefahre!?
I de Schuel do chani nüüt mir sind halt nid wie andri Lüüt!
Sex-Kund scho im Chindegarte,
mosch numme bis vierzeni warte.
Weisch früener scho wie’s goot
und häsch bereits en grosse Troot!
Ich ha en Fährnseh i mim Zimmer
und lueg döt nid nu Glanz und Glimmer.
Doch uf de Gass bini no lieber –
wänn’s a d’Arbet goht, do hani Fieber.
Wänn’s mer stinkt, dänn nim ich s’Händy
und schriib en Seich - doch da isch trendy.
ZU GUTTENBERG
Chriegsminischter, Tokte
rhuet –
da macht sich würklich
cheibe guet!
E sonen Huet isch öppis
Schöös –
wer keine hät, isch au nid
böös!
Wer eine hät wo ihm nid
ghört,
merkt bald emol, dass
er nu stöört.
De Fall vum hoche Ross
isch härt –
da Hüetli isch es doch
nid wärt.
Grad wännd’ Freiherr bis
ch am meischte:
„Kannscht Dir so was do
ch it leischte!“
VELO
dli
Kanarievögel uf zwei Rä
ächi Wädli
ch
en schigge Helm und
uge blind,
En chrumme Rugge, d’A
de Grind.
tüüf am Länker händ’s
nd um d’Uhr:
Und unne tramplet’s ru
ur!
Es Velo, di modärni Hu
h schwächer,
isc
Wer z’Fuess goht, dä
ärcher!
de Velofahrer isch de St
mel,
I de Statt kei Autogwim
de Schimmel.
nei, d’Radler riited jetzt
:
Vu de Siite und vu hinne
fangsch aa spinne.
e
Uf Schueschter’s Rapp
üüge,
Es isch en Terror ohni z’l
dänn aa flüüge.
ich glaub, ich fang jetzt
Zunft zun Schneidern - Anlässe
WÄTTER-FRÖSCH
Wa wämmer au vum Buchli säge?
Öb Sunneschii und au öb Räge:
Er isch de Wätterfrosch per se
und quaakt vu Wulche, Räge, Schnee.
Doch jede gseht da uf de Charte
und mue nid uf die Gschichtli warte.
Au sini Määrlitantefrösch
lueged ganz tumm us de Wösch,
dänn ussert Charme und Duft,
bliibt am Schluss nu warmi Luft!
Und frooget’s mi: „Wa wotsch dänn wärde?“,
lauf ich mit de grosse Härde!
Ich wär jo suscht en schööne Lappi,
dänn miis Mami und min Pappi
finded mich als Chind de Hit und für d’Zuekumpft bini fit!
Wer d’Arbet schüücht und nid wott schaffe,
passt nid zu allne andre Affe!!
600 JAHRE SCHAFFHAUSER ZÜNFTE 2011
Mit Lämpli goot’s stattuf im Räge.
Es isch nass, s’isch nid zum säge!
Bim Froonwagplatz do isch dänn Schluss
und alles haut’s i d’Beiz im Schuss.
Dänn giit’s e Buech und au e Schau:
Es freut üüs Zümfter, Chind und Frau.
Z’erscht goot’s i d’Chirche, dänn as Suuffe,
a Gäscht fählt’s nid, es hät en Huuffe:
Vu Züri, Basel, Bärn –
Me hät halt die Schaffhuuser gärn!
Bi frische Bröötli, chüelem Wii,
do loot sich’s gmüetlich zäme sii.
Am Oobed dänn, im grosse Rahme,
bi Jazz-Musig und schööne Dame:
E Galadiné exquisit –
Wer macht do nid au sehr gärn mit?
En grosse Märkt zum guete Schluss,
so bliibed d’Zümfter dänn im Schuss
di nöchschte sechs mol hundert Johr:
Mir händ kei Angscht, do isch kei Gfohr!
11
POLITIK SH
akat verschmiere
Z`Schaffhuuse tönds Pl
r ziere.
und sich dänn als Opfe
h’s gscheh
Am hälle, lichte Tag isc
üt gseh.
und d’Polizei, die hät nü
alli blind,
Noch linggs, do sind sie
iled Chind.
au wänn Erwachsni sp
raisoniert,
Doch wer vu rächts dänn
iert
würt i de Ziitig umegschm
:
nd
als Nazi und als Völkerfi
im Grind?
Fählt’s däne ächt e chli
ATOM-STOP POLITIK
SH
Ausstieg! – nu no Wind
und Sunne,
vor em Huus vilicht en
Brunne.
Stauwehr und Propäller
,
serviert uf grüenem „O
ekotäller“ –
wänn möglich geschter
, nid erscht hüt:
Da meined nu beschrän
kti Lüüt!
Motore wo mit Henniez
laufed,
Mänsche wo nu „BIO“ ch
aufed.
„Es klappert die Mühle
am rauschenden Bach
!“
würt i de Ziitig umegschm
iert
Und alles isch wie früen
er:
Da glaubed würklich nu
no d’Hüener.
(ear)
12
Zunft zun Schneidern - Zu Gast bei Schwesterzünften
Zu Besuch am Zunftbott der Zunft zun Rebleuten
A
m Samstag 15. April 2012
sind unser Zunftmeister Andreas Deggeller und Robert Spichiger als Redaktor des Zunftcouriers zum Vorprogramm und zum
„Zunftbott“ der löblichen Zunft
zun Rebleuten eingeladen worden.
«In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Amen! Salvete hospites
in Domo sancti Salvatoris et omnium sanctorum. Intelligitis Latine?
Verstehen Sie überhaupt Latein?
Ich bin Michael Eggenstorfer von
Konstanz, der letzte Abt des Klosters Allerheiligen. So begrüsste der
Abt die rund zwanzig anwesenden
zum Vorprogramm des Bots der
Zunft zun Rebleuten Schaffhausen.
Der Schaffhauser Walter Rüegg
führt seit 2007 als Abt Michael
Eggenstorfer die Besucher durch
das ehemalige Benediktinerkloster
Allerheiligen. Im Dienst der Geschichte auferstanden, führte uns
Abt Michael Eggenstorfer durch
das Münster, die Annakappelle
und den Kreuzgang. Er versetzte
uns zurück ins 16. Jahrhundert, in
die Zeit, als er der letzte Abt des
Klosters Allerheiligen war. Während des fast zweistündigen Rundgangs durften wir das Schaffhauser
Zu Tisch bei den Rebleuten
Klosterleben aus «erster Hand»
erfahren.
1045 erhielt Graf Eberhard von
Nelleburg von Kaiser Heinrich
III. das Münzrecht für Schaffhausen. Fünf Jahre später 1049 stiftete Graf Eberhard von Nellenburg
das Kloster Allerheiligen. Kirche
und Kloster waren ursprünglich
dem Erretter und allen Heiligen
geweiht. 1049 weihte der durchreisende Papst Leo IX., ein verwandter Eberhards und des Kaisers, den
Bauplatz und einen Altar für dieses
erste Kloster. Das erste Münster
wurde nach 15-jähriger Bauzeit
1064 geweiht.
Auf die Annakapelle ist der Abt
Michael noch heute besonders
stolz, denn die habe er in wesentlichen Teilen neu gebaut und über
dem Türsturz sieht man sein Familienwappen. Diese Kapelle bildete
das Haupt des Kreuzhofes des ersten Münsters. Am 29. September
1529 hat der Schaffhauser Grosse
Rat beschlossen, das Stift ganz
aufzugeben. Abt Michael musste sein Amt niederlegen und zum
neuen Glauben übertreten. Die
Liebe führte ihn zu Agnes Keller,
einer ehemaligen Dominikanerin
aus dem Kloster Töss. Sie heirateten und bekamen zwei Söhne: Johannes und Michael.
Heute steht im Kreuzgang eine der
grössten Glocken, die damals gegossen wurden. Sie wiegt rund 4.5
Tonnen und trägt die Inschrift: «Vivos voco, mortuos plango, fulgura
frango», was zu Deutsch heisst:
«Die Lebenden rufe ich, die Toten
beklage ich, die Blitze breche ich».
Friedrich Schiller hat später diesen
Sinnspruch seinem berühmten Gedicht «Das Lied von der Glocke»
vorangestellt. Die Glocke trägt
deshalb seinen Namen, obwohl er
zeitlebens nie hier gewesen ist.
In der Zwischenzeit ist es empfindlich kalt geworden und bei fortgeschrittener Zeit, verursacht durch
einen geschichtlichen Abstecher
zum Rebleutenaufstand von 1525,
kehrten die Teilnehmer über den
Kreuzgang zurück zum Ausgangspunkt, der metallenen Pforte mit
der Dornenkrone des Schaffhauser
Münsters.
Um 18 Uhr, nach einem kurzen
Trunk in der Bar trafen sich Zünfter und Gäste zum „Zunftbott“ im
Hotel Restaurant zum Sittich in
der Vordergasse. Fast alle Traktanden wurden einstimmig gutgeheissen, auch die Entschädigung des
(einzigen) weiblichen Verwalters,
welche(r) auch dieses Jahr nicht
durch einen Zünfter ersetzt werden konnte. Zu reden gaben lediglich das Jahresprogramm und der
Weinlieferant. Doch schlussendlich bleibt beim Wein alles beim
Alten und das Jahresprogramm
kann Zunftmeister Matthias Bürgin
mit seiner Vorsteherschaft selber
gestalten. Mit zwei Jungzünftern
und einem älteren Semester wurde
die Zunft um drei Mitglieder verstärkt. Übriges, hier gab es bereits
Zunft zun Schneidern - Zu Gast bei Schwesterzünften
Riesling und nicht nur Wasser als
Begleiter im offiziellen Teil.
Im geselligen Teil ab 19 Uhr, die
sind so was von pünktlich, wurde das köstliche Mahl mit einem
Blattsalat mit Kalbsleberli eröffnet, gefolgt von einer hervorragen-
den, traditionellen Rieslingsuppe.
Als Hauptgericht folgten Rindsgeschnetzeltes Winzer Art mit
Spätzli im Butter und buntem Gemüse. Zum Abschluss Apfelküchli
mit Vanillesauce. Blauburgunder
Zunftwein gehörte dazu und wurde
speziell von den Jungzünftern mit
13
reichlich Schnaps „verdünnt“.
In seiner Rede befasste sich unser
Zunftmeister mit der Geschichte
der Rebleute, dem ersten Zunftmeister Hans Ulrich Oening Jünteller und speziell mit den Ereignissen um 1449, als die Schaffhauser
die Burg Balm schleiften. (spi)
Balmer Burg
Die Balmer Burg als Festung über Rhein und Wolfsgraben existierte bis 1449.
Im Lottstetter Rathaus hängt das Bild der Balmer Burg, die auf einem Geländevorsprung über Rhein und
Wolfsgraben thronte aber wohl nie so ausgesehen hat.
Einst kontrollierten die Ritter von Balm von hier aus den Warenverkehr auf dem Fluss und auf der nahe gelegenen Handelsstrasse Schaffhausen-Zürich. Und wenn man sich heute mit den Balmer Einwohnern unterhält,
bekommt man den Eindruck, die Burg stünde immer noch.
Doch mehr als ein 40 Meter langer und zwölf Meter breiter Graben mit einem davor liegenden Plateau ist
nicht mehr zu finden. 1449 wurde die Burg geschleift und die Steine dienten anschliessend als Baumaterial
für die Lottstetter Kirche und Bauernhäuser der Umgebung.
Wie kam es zu der Zerstörung der Burg? Hierzu gibt es verschiedene Theorien. Tatsache ist, dass Rudolf von
Sulz die Erbtochter des letzten Grafen von Habsburg-Laufenburg geheiratet und dadurch die Landgrafschaft
Klettgau geerbt hat. Eine andere Tatsache ist, dass die Bürger der Stadt Schaffhausen die Burg geschleift
haben.
Lottstetter Chronisten behaupten, dass Graf Alwig von Sulz im Streit mit dem Abt von Rheinau lebte und die
Stadt samt Kloster besetzte. Nach langem hin und her habe der Abt die Schaffhauser Einwohner dazu ermutigt, gegen die Burg Balm vorzugehen.
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die grosse Politik ihre Hände im Spiel hatte. Die Stadt Schaffhausen erlitt in
ihren Bemühungen, der Eidgenossenschaft beizutreten, einige Rückschläge und wandte sich nach dem Alten
Zürichkrieg wieder dem Deutschen Reich zu. 1445 schloss sich Schaffhausen dem Schwäbischen Städtebund
an. Herzog Albrecht von Österreich, Bruder des deutschen Kaisers Friedrich III, verhängte eine Blockade
gegen die Eidgenossen und beauftragte den Grafen Alwig von Sulz, diese im Klettgau zu überwachen.
1449 eskalierte dieser Streit. Die Südwestdeutschen Städte hatten unter der Blockade besonders zu leiden.
Die Beschlagnahme wertvoller Textilien aus Ulm durch die Sulzer brachte das Fass zum Überlaufen. Der
Schwäbische Städtebund forderte
Schaffhausen auf, gegen die Blockade vorzugehen, was zur Zerstörung der Burg Balm am 23.
September 1449 führte. Die Burgglocke aus dem Jahre 1414 brachten die Schaffhauser als Beute weg.
Noch heute hängt sie in Schaffhausen auf dem Fronwagturm. Der erste Zunftmeister der Rebleuten und
Bürgermeister von Schaffhausen
soll die Balmer aus eigenem Sack
entschädigt haben.
Quelle Südkurier (rig) 12.11.2010
Das Bild der Balmer Burg
14
Zunft zun Schneidern - Anlässe
Familienanlass 2012
E
in herrlicher Sonntagmorgen
im Juni, das ideale Wetter für
unseren Zunft Familienanlass.
Mit grosser Vorfreude folgten wir
der Einladung, die uns Johnny
Forrer, Organisator dieses Anlasses, zukommen liess. Geplant war
ursprünglich ein frohes Spargelste-
chen in Flaach mit anschliessendem Verzehr auf dem Bauernhof
der Familie Jucker (Farm Art Jucker) in Seegräben. Nun, entweder
Familienanlass Juckerfarm in Seegräben am 24. Juni 2012
Bauernolympiade
Bilder Regula Deggeller
Zunft zun Schneidern - Anlässe
W
15
Vorprogramm 2012: Zu Gast beim letzten Abt im Allerheiligen
ie üblich ging dem ordentlichen Rechnungsbot noch
ein Vorprogramm voran. Pünktlich
um 15 Uhr des 3.November wurden die angemeldeten Zünfter und
Gäste am Hauptportal des Münsters empfangen, und zwar vom
letzten Abt des Klosters Allerheiligen, Abt Michael und einem Novizen, beide ordentlich in Kutten
gewandet. So kamen wir zu einer
sehr kompetenten Führung durch
Münster und Klosterbauten. Beim
Mahl war dann der „Abt“ zivil zu
Gast und entpuppte sich als Walter
Rüegg, Berufsschullehrer im Ruhestand, der als Hobby eindrückliche Führungen durch Allerheiligen
betreut. Besagter Abt Michael war
in Konstanz aufgewachsen, legte 1493 sein Gelübde ab (Profess)
und wurde 1501 zum Abt gewählt.
Nachdem der Schaffhauser Rat
1529 offiziell die Reformation deklariert hatte, wurde das Kloster in
ein Chorherrenstift umgewandelt
und ging in Stadt-Besitz über. Abt
Michael trat auch zum neuen Glauben über und ehelichte noch eine
Ordensfrau.
Nach einer kurzen Einführung am
Münsterportal führte uns der Abt
in den beeindruckenden, schlichten Kirchenraum und erläuterte uns
die Grundzüge der romanischen
Baukunst, die nur noch in wenigen
kirchlichen Bauten erhalten ist.
Die Dimensionen des Baus sind
erstaunlich, wenn man bedenkt,
dass Schaffhausen dann zumal 600
Einwohner zählte. Dass die Gründerfamilie deren von Nellenburg
einflussreich war, ist schon aus der
Tatsache ersichtlich, dass Papst
Leo IX am 22. November 1049
„selb mit sinen hailigen handen“
die Kapelle weihte. Der Rundgang
führte uns nach einem Blick auf die
Aussenfassade in die Marienkappelle und vorbei an der gesprungenen Glocke in den Kreuzgang,
wobei wir überall auf Einzelheiten
hingewiesen wurden, die das klösterliche Leben illustrierten. Wir
Zünfter waren wohl alle schon im
Münster, doch die reichhaltigen
und lebendigen Schilderungen
schufen eine neue Beziehung zu
diesen würdigen Räumen. (hu)
(Bilder vom Vorprogramm finden
Sie auf der hinteren Umschlagseite
dieses Heftes.)
Fortsetzung von Seite 14
wuchs der Spargel zu schnell, oder
wir waren zu langsam mit unserer
Planung. Auf jeden Fall gab es in
Flaach keinen Spargel mehr zu
stechen, da schon vorher alles geerntet wurde. Nichts desto trotz,
für Johnny kein Problem, wurde
umdisponiert und das Direktziel
Seegräben, westlich des Pfäffikersees, direkt anvisiert. Eine gute
Entscheidung, denn diese Farm bot
uns, wie wir im Laufe des Tages
erfuhren, viel Spass und Erholung.
Meine Frau Regula und ich trafen
zuerst am Zielort in Seegräben ein.
Das Gehöft eingebettet in Obstkulturen und der bezaubernden Landschaft hoch über dem Pfäffikersee
begeisterte uns sofort. Schon nach
kurzer Zeit sichteten wir unseren
Organisator Johnny. Mit einem
Becher kühlen, frisch gepressten
Most in der Hand konnten wir die
weiteren eintreffenden Schneider
Zunftfamilien begrüssen. Immerhin ein Dutzend unserer Gilde fanden den Weg hierher.
Nun komplett versammelt, wurden wir vom Juckerteam zur Bauernhofolympiade empfangen. Auf
dem oberen Boden eines Ökonomiegebäudes, losten wir 2er Teams
aus, die dann zusammen den Wettkampf bestreiten durften. Ein Riesenspass erwartete uns beim Hufeisenwerfen, Armbrustschiessen,
Wettnageln, Baumnussknacken,
Bauernkegeln und schliesslich
dem Wettmelken. Trotz der gemütlichen Atmosphäre gab jeder das
Beste, so wurden der künstlichen
Kuh, unter „grösstem körperlichen
Einsatz“ bis zu 7 Liter Milch abgemolken! Alles wurde korrekt
protokolliert und vom Juckerteam
ausgewertet.
Im Anschluss an diesen sehr lustigen Wettkampf durften wir uns im
Freien unter einem schattenspendenden Obstbaum mit Landprodukten der Familie Jucker erholen
und verwöhnen lassen.
Vor Kaffee und Dessert zeigte uns
der Küchenchef wie frisch gekochte Erdbeerkonfitüre hergestellt
wird. Als Krönung dieser süssen,
klebrigen, aber interessanten Vorführung, durfte jeder zwei Gläser
frisch abgefüllte Erdbeerkonfitüre
nach Hause mitnehmen.
So erlebten wir einen frohen geselligen und lustigen Sonntagnachmittag, der zum Schluss mit einer
Rangliste endete. Herzlichen Dank
unserem Organisator Johnny und
den teilnehmenden Mitzünftern für
den gelungenen Anlass. (ad)
16
Zunft zun Schneidern - Anlässe
Bot und Mahl 2012
R
echt pünktlich konnte Zunftmeister Andreas Deggeller
im zünftig geschmückten Raum
des Gasthofs zum Frieden den
Bot eröffnen. Nach der Wahl der
Stimmenzähler wurden 32 Stimmberechtigte gezählt. Die Stimmenzähler wurden allerdings nicht
überfordert an diesem Abend,
gab es doch zu keinem Geschäft
Opposition. Das vom Vorstand
genehmigte Protokoll wurde ungelesen durchgewinkt. Silberherr
Alban Schmid präsentierte eine
Rechnung, bei der zeitgemäss die
Kapitalerträge schwinden, dank
dem Sparwillen des Vorstandes
aber doch die Defizite gering sind.
Auch für das kommende Jahr wird
im Budget mit einem Defizit gerechnet. Unterhaltsam war eine
rätselhafte Überweisung von 950
Franken, gebucht unter „Fremdeinzahlung“ – ob es sich da um
Fluchtgeld handelt? Trotz roter
Zahlen bleiben die Gebührenansätze unverändert.
Erst das Wahlgeschäft gab zu reden. Nach zwanzig Jahren treuen
Diensten tritt unser Stubenmeister
Martin Jezler aus dem Vorstand
zurück. Zudem hatte sich der Vorstand laut Artikel 14 der Statuten
2012 einer Wieder- oder Neuwahl
zu stellen. Trotz Kandidatensuche
konnte der Vorstand am Bot noch
keinen Vorschlag zur Ergänzung
stellen, und die Umfrage des Zunftmeisters nach spontanen Nominierungen blieb ergebnislos. Hingegen
kann die Funktion des Stubenmeisters neu besetzt werden: Johnny
Sid Forrer, bisher im Vorstand als
Beisitzer und Event Manager deklariert, ist bereit, Martins Erbe
anzutreten. Der Zunftmeister liess
nun nicht nur über die sechs bisherigen Vorstandsmitglieder sondern
auch gerade noch über den Rüger
gesamthaft abstimmen, was zwar
ZM Diego Faccani, Zunft zun Schuhmachern Schaffhausen
Gastgeber ZM Andreas Deggeller, Zunft zun Schneidern Schaffhausen
ZM Jürg Zulauf, Zunft zur Schneidern Zürich
formal nicht korrekt war, aber von
der Versammlung einstimmig gebilligt wurde. Dass dann allerdings
die Wiederwahl des Zunftmeisters
ausblieb, die laut Artikel 18 der
Statuten separat zu erfolgen hat,
schafft ein Problem. Wohl konstituiert sich der Vorstand mit der
Verteilung der Chargen selbst (Art.
17), aber der Zunftmeister muss
direkt gewählt werden. Haben wir
also jetzt nur einen Zunftmeister ad
interim?
Wiederum wurde den Mitgliedern am Bot der Jahresbericht
des Zunftmeisters vorenthalten, er
wurde im Lauf des Mahls erstattet.
Zum Abschluss der ordentlichen
Versammlung wies Andreas Deggeller darauf hin, dass am 15. Juni
2013 wieder ein Munotball der
Zünfte stattfindet. Er möchte die
Schneiderzunft mit einer stattlichen Zahl vertreten wissen, weshalb der Vorstand erwägt, begleitende Damen und Zünfter unter 25
Jahren zu subventionieren.
Der besondere Dank an das Herausgeberteam des Noodelöhrs, Robert
Spichiger und Alfred Ulmer, fand
breiten Beifall, umso mehr berech-
tigt, als sie auch den Zunftkurier
der Schaffhauser Zünfte betreuen,
wofür unsere Zunft viel Lob erntet.
Mit dem Hinweis auf das Datum
des nächsten Bots, 2. November
2013, schloss der Zunftmeister den
Bot im Zeitplan und bat zum Apéro.
Als Gäste konnten beim Mahl drei
Zunftvertretungen und ein persönlicher Gast begrüsst werden.
Letzterer war der Referent des
Vorprogramms, Walter Rüegg, nun
im zivilen Kleid, nicht mehr in
der Kutte des Abtes Michael. Von
der Zunft zun Schneidern Zürich
schaffte es endlich der amtierende Zunftmeister Jörg Zulauf, nach
Schaffhausen zu kommen, begleitet von Jürg Niderhauser. Die
Schaffhauser Schuhmacher waren
präsent mit Zunftmeister Diego
Faccani und Michael Schatzmann.
Von Stein am Rhein kamen Roger
W. Fuog, Zunftmeister der Zunft
zum Kleeblatt, und Felix Graf.
Zulauf überbrachte die Zürcher
Grüsse vor dem Hauptgang, was
ihn zu einem Vergleich mit einem
Pop-Konzert anregte – er spiele also hier gleichsam die Rolle
Zunft zun Schneidern - Anlässe
der „Vorband“. Sein Votum war
gespickt mit launigen Sprüchen,
mit dem Gebrauch des „Fingerhut“ war er aber noch nicht vertraut. Der Gastgeber verdankte in
der Antwort den prächtigen Silberbecher, den uns die Zürcher
anlässlich der Feier „600 Jahre
Zunftverfassung“ geschenkt hatten. Der Oberschuhmacher Faccani versuchte, Gemeinsamkeiten zwischen Schuhmachern und
Schneidern herauszufinden, fand
jedoch keine, meinte aber, dass es
bei den Schneidern bei der Hygiene gemangelt habe, wenn man mit
einem Schlag 7 Fliegen erwischen
konnte.
Roger Fuog berichtete über die
Bemühungen seiner Zunft um die
Verschönerung des 1978 gekauften Zunfthauses zum Kleeblatt.
Und schliesslich schilderte Wal-
17
ter Rüegg Erfahrungen bei seinen
Auftritten als Abt Michael, für die
eine grosse Nachfrage besteht. Der
Jahresbericht des Zunftmeisters
der Schaffhauser Schneider ist wie
immer Teil des aktuellen Noodelöhrs. Einen erfreulichen Auftritt
bot die Aufnahme zweier neuer
Zünfter: Fabio Deggeller, 37jährig,
ist ein Enkel unseres verstorbenen
Ehrenzunftmeisters Hanns Deggeller und will nach dem Hinschied
seines Vaters die Familientradition
weiterführen. Auch Benjamin Jezler, Polizist, 29jährig, Sohn von Peter W. Jezler, findet noch den Weg
in die Zunft. Beide entledigten sich
der Pflicht einer „Jungfernrede“
mit Bravour.
Vater und Söhne Rubli kommen
heuer zusammen auf 30 Jahre Mitgliedschaft bei der Zunft.
Dies nahm Vater Ernst Alexan-
Die beiden neu aufgenommenen Zünfter: Fabio Deggeller und Benjamin Jezler
der Rubli, geboren 1948, genannt
Balz, gewesener Zunftschreiber,
zum Anlass, der Zunft ein Präsent zu überreichen, nämlich eine
Schneiderschere, um die 150 Jahre
alt, zum Tischständer verarbeitet.
Zunftmeister Andreas Deggeller
verdankte dieses Geschenk herzlich.
Während des Essens war auch die
Bestellliste für den Zunftwein zirkuliert. Der Zunftmeister konnte
Bedenken wegen der Qualität des
Jahrgangs zerstreuen, nach einigen
Sorgen im Lauf des Jahres rettete
ein Schlussspurt des Wetters den
Jahrgang mit 93 Öchslegraden.
Den Abschluss der Voten bot der
traditionelle Rückblick des wieder
gewählten Rügers, der dieses Jahr
eher mild ausfiel. (hu)
Hans Ulmer
Die zwölf SchaffhauSer GeSellSchaften unD zünfte
Ein zünftiges Jubiläum
Ein tag vollEr fEstivitätEn
Die Feierlichkeiten beginnen bereits am Nachmittag
mit dem offiziellen Jubiläumsanlass und Apéro im St. Johann.
Geniessen Sie danach in der festlich geschmückten Eventhalle
Buechbrunnen ein stilvolles Galadinner.
Im Jahr 2011 feierten die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte das 600-Jahr-Jubiläum
ihrer Zunftverfassung. Unter der Leitung des Gesamtprojektleiters Hans Schärrer,
ZM zun Becken, ist das Erscheinungsbild des Grossanlasses mit dem OK koordiniert
worden. Verantwortlich für die Koordination der Kommunikation war Nina Schmid,
B.A. ZFH in Kommunikation, Zunft zun Metzgern, in Zusammenarbeit mit BBF Schaffhausen,
Communication + Design, www.bbf.ch mit, Sara Tissi, Tessy Ruppert, Sascha Fijan
und Team, Fotos Andrin Winteler. So entstand eine einheitliche Gestaltung von Logo,
Plakaten, Inseraten, Flyern, Einladungen und Webauftritt. Im OK verantwortlich für
diese Aufgaben war Peter G. Ulmer SGV/SWB, Zunft zun Schneidern. Auf dieser Doppelseite sind einige Beispiele abgebildet.
(Kern-OK siehe SCHAFFHAUSER ZUNFTCOURIER 2012, Seite 32/33) PGU. dez.2012
Hauptsponsoren:
Programm 2. Juli 2011
15.00 Uhr
Jubiläumsanlass in der Kirche St. Johann
16.15 Uhr
Apéro
Ab 17.00 Uhr Shuttlebus zur Eventhalle Buechbrunnen
17.15 Uhr
18.00 Uhr
Türöffnung Galaabend
Begrüssung, anschliessend Galadinner
Spannende musikalische Zeitreise
24.00 Uhr
Zapfenstreich
01.00 Uhr
Ende Galaabend
Ab 23.00 Uhr Shuttlebus zum Bahnhof Schaffhausen
Weitere Veranstaltungen
im Jubiläumsjahr
Co-Sponsoren:
Bartholomäusmarkt
26. bis 28. August 2011
Rund ums Münster
Sonderausstellung
15. Mai 2011 bis 6. Januar 2012
Museum zu Allerheiligen
Medienpartner:
Plakate der einzelnen Anlässe
2. Juli 2011, 15.00 uhr, St. Johann
6. Januar 2011, 18.00 uHr
Grosser Mittelaltermarkt im Herzen Schaffhausens
Jubiläumsanlass
Graphic BBF
Graphic BBF
Dreikönigsumzug
Graphic BBF
26. bis 28. August 2011, rund ums münster
Bartholomäusmarkt
Jeder Interessierte ist herzlich willkommen!
Schaffhauser Altstadt
Türöffnung: 14.30 Uhr
mit originalgetreuem
rittermahl als Höhepunkt!
Vorverkauf für Markt und Rittermahl:
Schaffhauserland Tourismus
Tel. 052 632 40 20
www.schaffhauserland.ch
Hauptsponsoren
Medienpartner
Co-Sponsoren
Partner
ZVSH_Plakat_Bartholomaeusmarkt_F4_K7.indd 1
Hauptsponsoren
Co-Sponsoren
Hauptsponsoren
Medienpartner
05.08.11 10:06 5. August
Co-Sponsoren
Medienpartner
ZVSH_Plakat_Jubilaeumsanlass_F4_K4.indd 1
ZVSH_Plakat_3Koenig_F4_K2.indd 1
27.06.11 09:30
06.12.10 14:04 6. Dezember
Flyer zum Jubiläumsjahr
600 Jahre –
Feiern sie mit uns!
ProGramm 2011
Zünftiges Jubiläum
2011 feiern die Schaffhauser
Gesellschaften und Zünfte das
600-Jahr-Jubiläum ihrer Zunftverfassung.
Feiern Sie mit uns!
Während 400 Jahren regierten die Gesellschaften und
Zünfte die Stadt Schaffhausen und schützten sie auch vor
feindlichen Angriffen. Trotzdem sind Leben und Aktivitäten
der zwei Gesellschaften und zehn Zünfte heute nur noch
wenigen Schaffhausern bekannt. Im Jahr 2011 soll dies
geändert werden.
dreiköniGsumzuG
Galaabend
Jubiläumsanlass
bartholomäusmarkt
Eröffnung des Jubiläumsjahres
6. Januar 2011, 18.00 Uhr, Freier Platz bis Fronwagplatz
Seien Sie dabei! Gemeinsam mit Schaffhauser
Primarschulklassen ziehen die Gesellschafter und
Zünfter durch die dunklen Altstadtgassen.
Begleitet werden sie von Tambouren und Pfeiffern.
Ein Fest für alle
2. Juli 2011, 15.00 Uhr, St. Johann
Stossen Sie mit uns an! Programmpunkte sind
nebst anderen Grussbotschaften der Regierung
und ein Referat von Staatsarchivar Dr. Roland Hofer.
Dazu, sowie zum anschliessenden Apéro, sind Sie
herzlich eingeladen!
Dinner in edlem Rahmen
2. Juli 2011, ab 17.30 Uhr, Eventhalle Buechbrunnen
Geniessen Sie! Nach dem Jubiläumsanlass
lädt die festlich geschmückte Eventhalle
Buechbrunnen ein zu einem stilvollen Galadinner.
Dieser Anlass ist nur für Zünfter und geladene
Gäste!
ProGramm 2011
Zünftiges Ju
Vergangenes neu erleben
26. bis 28. August 2011, rund ums Münster
Erleben Sie das mittelalterliche Schaffhausen hautnah!
Begegnungen mit Gauklern und Zauberern, tafeln
wie Ritter – All das ist möglich am grossen Mittelaltermarkt!
Hauptsponsoren:
Die Zunftverfassung
von 1411.
Grosse bedeutunG Für die
stadt schaFFhausen
Die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte wollen das
Jubiläumsjahr ihrer Verfassung feiern – gemeinsam mit der
Bevölkerung Schaffhausens! Dieser Flyer gibt Ihnen einen
kurzen Überblick der geplanten Feierlichkeiten. Speziell für
das Jubiläumsjahr schrieb Martin Harzenmoser ein Zunftlehrmittel, Dieter Amsler erstellt einen Dokumentarfilm
und der Historische Verein widmet seinen Jahresband 2011
den Gesellschaften und Zünften. Immer auf dem Laufenden
sind Sie unter www.zunftverfassung.sh.
Die Herrschaft der Gesellschaften und Zünfte hat
Spuren hinterlassen, die noch heute das Bild der Stadt
bestimmen. Beispielsweise stammen die Fassadenmalereien und Erker der Schaffhauser Altstadt aus
dieser Zeit, genauso wie das Wahrzeichen
Schaffhausens – der Munot.
Wir freuen uns auf Ihre Besuche im Jubiläumsjahr!
bernhard.seiler@zunftverfassung.sh
Schirmherr, 600 Jahre Zunftverfassung
www.zunftverfassung.sh
28.02.11 10:54
_ZV600_Flyer_315x210_K9.indd 1-3
Konzept und Gestaltung: BBF.ch
Co-Sponsoren:
Im Jahre 1411 gewährte Friedrich von Österreich
den Schaffhauser Handwerkern und Händlern das Recht,
Zünfte zu bilden. Dies wurde festgehalten in der Zunftverfassung. Dieser Akt hatte grosse Bedeutung für die
wirtschaftliche und politische Entwicklung Schaffhausens,
denn die Gesellschaften und Zünfte bestimmten
daraufhin fast 400 Jahre lang das Geschick der Stadt.
28.02.11 10:53
_ZV600_Flyer_315x210_K9.indd 4-6
Medienpartner:
Feiern Sie mit uns!
Einladung zum Galaabend
Einladung
Galaabend
Dinner in edlem Rahmen
Wir ladEn Ein
fEiErn in EdlEm rahmEn
Liebe Gesellschafter und Zünfter, sehr verehrte Gäste
2011 feiern die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte das
600-Jahr-Jubiläum ihrer Zunftverfassung. Am Galaabend
vom 2. Juli 2011 wollen wir dieses geschichtsträchtige Jubiläum
gemeinsam mit Ihnen feiern.
Im Vorfeld des Galaabends findet nachmittags im St. Johann in Schaffhausen der offizielle
Jubiläumsanlass statt. Wir würden uns freuen, Sie bereits dazu begrüssen zu dürfen.
Die Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte laden Angehörige und Gäste herzlich zum Galaabend
sowie zum Jubiläumsanlass ein und teilen mit ihnen die Vorfreude auf einen zünftig-geselligen
Abend in unserer Vaterstadt.
Mit den besten Zunftgrüssen
martin sulzer, Projektleiter Galaabend
600 Jahre Zunftverfassung.sh
Webseite zum Jubiläumsjahr
ubiläum
28.02.11 10:54
Alle Angehörigen der Schaffhauser Gesellschaften
und Zünfte mit ihren Familien und geladenen Gästen,
sowie Mitglieder der Zünfte zum Kleeblatt und
zur Rose, Stein am Rhein, der Zunft zum Grimmen
Löwen, Diessenhofen, der Schmiedezunft Eligius,
Paradies und Mitglieder befreundeter Gesellschaften
und Zünfte sind herzlich eingeladen.
Eintritt
Zur Teilnahme am Galaabend (nasses Gedeck) berechtigt
die Ballkarte, die beim Obherrn, bzw. Zunftmeister
zu Fr. 180.– pro Person mit beiliegender Anmeldekarte
bestellt werden kann. Bei Abmeldung vor dem 13. Juni
werden Fr. 100.– zurückerstattet.
Die Gesellschaften und Zünfte bestimmen ihre
Anmeldeabläufe selbst.
Tenue, Dekoration
Erwünscht ist festliches Tenue. Wir freuen uns sehr
über historische Kostüme und Trachten. Gesellschafter
und Zünfter tragen selbstverständlich ihr Zunftabzeichen.
Der Silberherr wird nach Absprache mit den Obherren
und Zunftmeistern je Gesellschaft und Zunft mindestens
ein Trinkgeschirr mitbringen.
Anreise
Bei der Eventhalle Buechbrunnen stehen genügend
Parkplätze zur Verfügung. Zwischen der Eventhalle
und dem St. Johann verkehrt ein Shuttlebus.
Genauere Angaben finden Sie in der Ballkarte.
Hotelreservation
Auswärtigen Gästen und Zünftern empfehlen wir,
bei dieser Gelegenheit Schaffhausen und seine
Umgebung kennenzulernen.
Für die Reservation von Hotels und Stadtbesichtigungen nehmen Sie Kontakt auf mit:
Schaffhauserland Tourismus
Tel. +41 52 632 40 20
Fax +41 52 632 40 30
info@schaffhauserland.ch
www.schaffhauserland.ch
20
Zunft zun Schneidern - Anlässe
Milde Rüge
D
er Rüger eröffnete sein Votum
mit einem Bekenntnis, fehlte
doch an seiner Kleidung das obligatorische Zunftabzeichen. Als
nächstes folgte ein Lob für das
Vorprogramm, gerichtet sowohl
an den Vorstand wie auch an den
anwesenden Abt-Darsteller. Dass
die aktuelle Teilnehmerliste des
Bot das Datum 5. November 2013
trägt, lässt auf prospektives Denken des Vorstandes schliessen, allerdings findet der nächste Bot am
2. November 2013 statt. Dass die
Einladung zum Bot keine Traktandenliste aufweist, kann zwar damit
begründet werden, dass ohnehin
die statutarischen Geschäfte zu
behandeln seien. Doch kennen wir
die Statuten? Zumindest der Vorstand tut sich in einzelnen Punkten
schwer, wie die Behandlung des
Wahlgeschäfts zeigte. Die Amtszeit aller gewählten Organe beträgt
4 Jahre (Art. 14), darnach müssen
die Amtsträger ersetzt oder bestä-
tigt werden. 2012 lief eine Amtszeit ab. Sechs Vorstandsmitglieder
stellten sich einer Wiederwahl. Die
Revisoren und der Rüger wurden
gar nicht gefragt, ob sie amtsmüde
seien, waren aber laut Aussage am
Wahltag mit einer Wiederwahl einverstanden. Man konnte nun wohl
mit dem Einverständnis der Versammlung die verbleibenden sechs
Vorstandsmitglieder gesamthaft
wählen, dass dann aber der Rüger
auch gleich noch mit eingepackt
wurde, ist schon eher fragwürdig.
Doch dabei wurde offensichtlich
vergessen, dass laut Art. 15 f der
Zunftmeister direkt zu wählen ist.
Doch die Aufforderung des Rügers
kurz vor Mitternacht, die Wahl
noch nachzuholen, fand kein Gehör. Haben wir nun einen Zunftmeister ad interim?
Ein Lob hatte der Rüger jedoch
dafür, dass man sich an diesem
Bot zu einem korrekten Umgang
mit unserem würdigen Fingerhut
fand. Die mehrfachen Mahnungen
des Silberherrn zur Bedienung der
Spendenlade waren zwar gerechtfertigt anbetracht der Finanzlage
der Zunft, könnten aber in eleganterer Form vorgebracht werden.
Interessant ist, dass die diesjährige
Delegation der Zürcher Schneider keine Kenntnis davon hatte,
dass wir unsere Spenden in einem
würdigen Geschenk eines früheren
Zunftmeisters aus Zürich verwahren, und dies seit 1957!
Das schneidergerechte Meckern
des Rügers fiel also dieses Jahr
eher milde aus. Wohl die Milde des
Alters. Ob der Vorstand vorausahnend deshalb den Rüger ungefragt
in eine neue Amtszeit gleiten liess?
Er sei gemahnt, früh genug sich
nach einem neuen Giftzahn umzusehen. (hu)
• Sigrid Damm-Rüger geb. Rüger (* 1939; † 1995 in Berlin) war eine deutsche
Aktivistin und Feministin
• Christoph Bernhard Rüger (* 3. Juli 1937 in Liegnitz) ist ein deutscher
Provinzialrömischer Archäologe
• Christoph Rueger (* 3. Oktober 1942 in Rabenau b. Dresden) ist ein
deutscher Buch- und Rundfunkautor, Musikwissenschaftler und Professor für
Musiktheorie
• Eberhard Rüger ist ein ehemaliger deutscher Eiskunstläufer, der im Eistanz
für die DDR startete
• Bruno Rüger (* 14. Juli 1886 in Radebeul; † 24. September 1972 in Dresden)
war ein Go-Lehrer
• Hans Rüger; Senioren-Homepage, PC-Ausbildung für jedermann
• Gebr. Rüger AG, Innertkirchen, Heizungen-Wärmepumpen
• Yanna Rüger, 1986 in Tübingen geboren, studiert seit Herbst 2011 Schauspiel im Masterstudiengang an der ZHdK
• Zunft zun Schneidern Schaffhausen - Amt des Rügers. Der Rüger rügt unabhängig von der Stellung des zu Rügenden in möglichst humorvoller, nicht
verletzender Weise Un-korrektheiten. Ihm obliegt insbesondere die Aufsicht
über die Einhaltung der Statuten.
Zunft zun Schneidern - Portrait
21
Dank an Stubenmeister Martin Jezler
A
m 7. November 1992 wählten wir nicht nur einen neuen
Zunftmeister, Richard Jezler löste
Günther Schwyn ab, sondern auch
einen neuen Stubenmeister: für
den zurücktretenden Peter W. Jezler trat der 1959 geborene Martin
Jezler in den Vorstand ein. Bald
merkte man, dass das ein Glücksgriff war. Nach einer Lehre als
„uniformierter Postbeamter“ (so
hiess das damals) wechselte Martin nach 5 Jahren PTT-Arbeit in
den Chauffeur-Beruf, ab 1991 als
Selbständigerwerbender, darnach
ab 2010 wieder als Angestellter.
Zugriffig, leistungswillig und mit
organisatorischem Geschick hatte
er die Aufgaben eines Stubenmeisters bald im Griff. Wenn wir uns
jeweils am Bot bequem zu Tische
setzten, hatte Martin voraus schon
viel gearbeitet. Auch wenn ihm
ab und zu die Sitzordnung wegen
der mangelnden Disziplin der Mitglieder Sorgen machte: am Abend
klappte immer alles, es sei denn,
der Gasthof tat sich schwer! Trinkgeschirre, Wandschmuck, Spendenlade, Wein, Rügerkette – alles
musste ins Lokal gebracht und unter dem Jahr sorgsam aufbewahrt
werden. Nach 20 Jahren tadelloser
Mitarbeit freut es Martin schon,
sich am Bot 2013 wieder als „gewöhnlicher“ Gast zu Tische setzen
zu können. Zwei Zunftmeistern
hat er gedient, Richard Jezler und
Andreas Deggeller, als Lokale die
Schneider-Stube, den Kronenhof,
Schützenhaus und „Rüden“ erlebt,
bis die Zunft wieder im „Frieden“
landete.
Über die kollegiale Zusammenarbeit im Vorstand freute er sich immer, aber auch an der Teilnahme
in Delegationen des Vorstandes zu
Besuchen bei andern Zünften. Dies
besonders beim Sechseläuten oder
bei den Mohren in Bern. Noch beim
Bot 2011 konnte er die Aufnahme
seines Sohnes Robin mitorganisieren. In seine 20jährige Amtszeit
Zum Rücktritt von Martin Jezler
Da gibt’s einen Jezler in Opfikon
der besorgte unsere Stube lange schon.
Nun sind es fürwahr
schon bald zwanzig Jahr,
doch nun marschiert er uns davon.
Sorgsam verwahrt er unsere Habe,
vom Geschirr bis zur Spendenlade,
richtet alles zum Bot,
gerät kaum je in Not.
Doch nun weicht er in fremde Gestade.
Unsern Dank hast Du mehr als verdient,
getreulich hast Du lange gedient.
Auf Brettern und Rädern geniessen
statt sich um säumige Zünfter verdriessen
sei Dir vergönnt – doch bleib ungeschient !
(hu)
Martin Jezler beim Bot 2012
fielen auch die beiden Grossanlässe 2001 (500 Jahre Schaffhausen in
der Eidgenossenschaft) und 2011
(600 Jahre Schaffhauser Zünfte), bei denen der Zunftvorstand
besonders belastet war, die Martin aber trotzdem als Höhepunkte
empfand.
Gut vorbereitet und mit bestem Gewissen kann Martin nun sein Amt
in jüngere Hände geben. Langweilig wird es ihm trotzdem nicht.
Windsurfen, Motorradfahren und
Skifahren sind Hobbies, die nicht
nur schön, sondern auch zeitaufwändig sind, besonders wenn man
in Adelboden über eine Maiensäss
verfügt.
Die Zunft zun Schneidern Schaffhausen dankt seinem Stubenmeister für zwei Jahrzehnte engagierter
Arbeit, an der es kaum etwas zu
mäkeln gab. (hu)
22
Zunft zun Schneidern - Zu Gast bei Schwesterzünften
Besuch bei den Mohren in Bern
A
uf den Tag genau vor drei
Monaten haben wir, Martin
und Brigitte Jezler, eine E-Mail
erhalten, dass wir unseren ZunftMeister Andreas Deggeller und
seine Frau Regula an das „Grosse Bot“ der Mohren, unserer
Schwester-Zunft nach Bern begleiten dürfen. Endlich sitzen wir vier
am 25. November 2012 im Zug.
Wir sind früh genug unterwegs.
Weil wir im Speisewagen keinen
Platz finden, suchen wir in der
Stadt Bern ein gemütliches Café
zum Frühstücken. Schöne Restaurants finden wir am Marktplatz,
welcher heute sehr belebt ist und
mit seinen bunten Ständen zum
„krömerle“ einlädt. Nach einem
kleinen „Zmorge“ verabschieden
sich die Männer; sie dürfen am
Bot teilnehmen. Das „Grosse Bot“
der Mohren findet im Zunftsaal an
der Kramgasse statt. Das historische Gebäude steht mitten in der
Altstadt. Der schöne Zunftsaal im
zweiten Stock ist geziert mit den
Familienwappen aller Zünfter.
Heute stehen viele interessante
Geschäfte auf der Traktandenliste.
Neben Neuaufnahmen fasziniert
speziell die Rechnung. Die Zunft
zum Mohren ist eine Burgergemeinde, was bedeutet, dass sie Verantwortung gegenüber ihren Burgern haben und zur Unterstützung
im Sozialbereich verpflichtet sind.
Auch Ländereien und Immobilien
gehören zu ihrem Eigentum, welche für hohe Beträge im Soll und
Haben sorgen. So gestaltet sich
ihre Rechnung viel umfangreicher
als unsere. Ein weiterer Höhepunkt
des Bots ist die Wahl des neuen
Zunftmeisters. Martin hat schon
Der neue Zunftpräsident Rolf Henzi, zwischen Martin Jezler und Andreas und Regula Deggeller
die Wahl der bisherigen Zunft-Präsidentin Frau Margret Steiger White miterleben dürfen und nun darf
er, 10 Jahre später an der nächsten
Neuwahl teilnehmen. Rolf Henzi wird einstimmig zum neuen
Zunft-Präsident gewählt. Das Bot
kann im angegebenen Zeitrahmen
durchgeführt werden und so finden
sich alle pünktlich um 12 Uhr zum
Aperitif im Hotel Bellevue ein.
Die Frauen flanieren während der
Sitzungszeit unter den Lauben. Es
ist eine wunderbare Zeit zum „lädele“. Eine Woche vor dem ersten
Advent sind die Schaufenster bunt
und glitzern, und es fällt schwer,
nichts zu kaufen! Schnell sind die
zwei Stunden um.
Freudiges Wiedersehen beim Apéro. Wir werden ganz herzlich von
Zunft zun Schneidern - Zu Gast bei Schwesterzünften
23
Margret Steiger White im Gespräch mit Andreas Deggeller
Margret und ihrem Mann Trevor
begrüsst, wie auch von Christoph
Sievers, dem Säckelmeister der
Mohren-Zunft und seiner Frau Silvia, welche wir bei der 600 Jahre
Feier der Schaffhauser Zünfte im
2011 begleiten durften. Hocherfreut sind wir auch über das Wiedersehen mit den Vorstandsmitgliedern der Schwesterzünfte aus
Basel, Chur, Zug und Zürich. Fast
alle haben sie auch an unserer 600
Jahre Feier teilgenommen. Margret erwähnt mehrmals während
ihrer diversen Reden die wertvolle
Freundschaft unter den Schwesterzünften. Wir sind ganz ihrer Meinung.
Im Festsaal dürfen wir am Vorstands-Tisch Platz nehmen, zwischen der noch Zunft-Präsidentin
und dem neuen Zunft-Präsident,
was für uns eine grosse Ehre ist.
Wir geniessen eine wunderbare
Festtafel. Die Pausen zwischen den
Gängen werden mit Ansprachen
der Zunftmeister der Schwesterzünfte bereichert. Die Zunft-Präsidentin der Mohren Zunft hat ihre
Gäste gebeten, die jeweilige Zunftgeschichte zu dokumentieren,
was von manchen mehr und von
anderen weniger berücksichtigt
wird. Der Zunftmeister von Basel
beeindruckt durch seine Laudatio
in Vers-Form. Der Zürcher Zunftmeister darf, weil er mit Z am Ende
des Alphabets steht, den Schluss
bestreitet. Diese Rede wird mit der
grössten Spannung erwartet. Wie
immer geben sich alle Mühe, die
anderen in punkto Witz und Originalität zu übertreffen. Es wird viel
gelacht, auch über Anspielungen
aller Art.
Wir freuen uns über viele, interessante Tisch-Gespräche. Nach ei-
nem reichhaltigen Menu löst sich
die Tafel langsam auf. So begeben
auch wir uns am späteren Nachmittag auf den Heimweg.
Wunderschön war es, alle diese
netten Leute zu treffen. Auch die
Gesellschaft mit Regula und Andreas haben wir, Martin und Brigitte, sehr genossen. Es war ein wunderbares Erlebnis, einmal mehr!
Ganz herzlichen Dank, dass wir
dabei sein durften!
In Zürich begaben sich Regula und
Andreas Deggeller zum Zürcher
Weihnachtsmarkt im Hauptbahnhof, welcher vor allem mit seinem
grossen, glitzernden Weihnachtsbaum zum Besuch einlud.
Martin + Brigitte Jezler
24
Zunft zun Schneidern - Aus Stadt und Kanton Schaffhausen
Kalendersplitter
ihre Zelte auf und liess das Leben
in der römischen Legion lebendig
werden.
13. Januar 2012
Rund 300 Lehrpersonen demonstrierten auf dem Herrenacker und
führten einen halbtägigen Warnstreik durch. Knapp ein Drittel der
rund 1000 Lehrkräfte demonstrierten für die Einführung einer weiteren Klassenlehrerstunde und für
marktgerechte und konkurrenzfähige Einsteigerlöhne. Regierungsrat Christian Amsler verurteilte die
Aktion als ungeeignetes Mittel um
diese Anliegen durchzubringen.
Trotzdem wurden sie im Laufe des
Jahres teilweise umgesetzt.
Da lohnte es sich doch für die
Schule zu frieren und einen Lohnabzug in Kauf zu nehmen.
9. März 2012
Von der Steinzeit zu den Römern
(Archäologie der Region). Mit der
Vernissage der neuen Dauerausstellung wurde die letzte Etappe
der seit 2006 laufenden Erneuerung des Museums Allerheiligen
feierlich abgeschlossen. Prunkstück bleibt das populäre gut 70
Jahre alte Diorama des Exilrussen
Juri Richter, das nach sanfter Renovation wieder bestaunt werden
kann. Das Museum veranstaltete
ein Eröffnungswochenende für die
ganze Familie. Im Innenhof schlug
eine zehnköpfige Legionärstruppe
17. Juni 2012
Die Rhybadi-Vorlage hatte an der
Urne keine Chance. Dreiviertel
der Stimmenden konnten sich mit
der Aufwertung nicht anfreunden.
Eine teilweise Umnutzung der
Rhybadi ist nicht erwünscht. Die
bereits beschlossene Sanierung mit
kleineren Anpassungen bei den sanitären Anlagen und im Eingangsbereich sollen nun zügig in Angriff
genommen werden.
21. Juni 2012
Die Sturzenegger-Stiftung eröffnet ihre Jubiläumsausstellung zu
ihrem 25-jährigen Bestehen im
Museum Allerheiligen mit 500
Gästen. Damit blieb kein Platz
mehr frei im Schaffhauser Münster. Stadtpräsident Thomas Feurer
eröffnete die grosse und spektakuläre Jubiläumsausstellung und
bedankte sich für das langjährige
und grosszügige Engagement der
Stiftung. Hans Konrad Peyer und
Corinna Bohrer-Peyer, Präsidentin
der Stiftung bedankten sich bei der
Stadt und erinnerten sich dankbar
an das Stifterehepaar und speziell
an Claire Sturzenegger- Jeanfavre.
30. Juni 2012
Das waghalsige Experiment, den
Rheinfall mit Bildern und Klängen
herauszufordern, war ein Reinfall. Rund 800 Zuschauer wollten
das vom Schweizer Künstler und
Musiker Dieter Meier organisierte
Rezital „Der Rheinfall singt“ miterleben.
Mit einem rauschenden Fest feierten die Osterfinger in der Bergtrotte ihr 1100-jähriges Bestehen. Die
gesamte Geschichte der Gemeinde
lässt sich im Buch des verstorbenen
Ehrebürgers von Osterfingen, Kurt
Bächtold auf 400 Seiten nachlesen:
„Osterfingen – Die Geschichte eines Weinbaudorfes“.
Seit 1999 gibt es in Schaffhausen
263 Strassenparkplätze weniger.
Dafür gibt es sieben Parkhäuser
mit 725 Parkplätzen. Allerdings
ist das Preisniveau mit 1.50 bis 2
Franken pro Stunde bald so hoch
wie in der Zürcher Innenstadt.
9. Oktober 2012
Kulinarisch hat die Region Schaffhausen einiges zu bieten. Der Gault
Millau 2013 hat 10 Schaffhauser
Restaurants mit Punkten bewertet.
Mit 19 von 20 Punkten für wegweisende, überragende Kochleistung gehört André Jäger von der
Fischerzunft zu den sechs besten
Küchenchefs der ganzen Schweiz.
15 Punkte erkochten sich mit hohem Grad an Kochkunst und Qualität Rudolf Koch vom Gemeindehaus Neunkirch und Rolf Böhi vom
Schaffhauserhof in Schaffhausen.
Mit 14 Punkten bewertet wurde die
Wirtschaft zum Frieden Schaffhausen, unserem bewährten Zunftlokal, geführt von Heidi und Fabrice
Bischoff. Gleich bewertet, als sehr
gute Küche, die mehr als Alltägliches bietet, wurden der Chlosterhof in Stein am Rhein und das
Schlössli Wörth.
Mit 13 Punkten gehören das Bad
Osterfingen in Osterfingen, Da Angelo und Rheingold in Neuhausen
und Sommerlust in Schaffhausen
dazu. (spi)
Zunft zun Schneidern - Aus Stadt und Kanton Schaffhausen
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Zunft zun Schneidern - Historisches
Unser Zunftwappen und was dahinter steht
Teil 2: die Kürschner
I
m vergangenen Jahr haben wir
uns im Nodelöhr mit der Tuchschere im Zunftwappen und dem
zugehörigen Beruf auseinandergesetzt. Diesmal gilt die Aufmerksamkeit den Kürschnern, dem
pelzverarbeitenden Gewerbe. Unser dreiteiliges Zunftwappen zeigt
als Sinnbild dafür ein stilisiertes
Pelzmuster aus zusammengenähten Fellen (Abb. 1).
Pelze schützen nicht nur vor Kälte, sondern verleihen der damit
bekleideten Person auch einen
Status. Der Nerz für den Theaterabend ist uns noch ein Begriff. Der
Hermelin für die Könige (Abb. 4)
oder das Feh für den Adel und die
noblen Chorherren (Abb. 2 und 3)
fallen ins Auge, sobald man sich
mit älterer Geschichte befasst.
Bei den Tieren, die für Feh und
Königsmantel ihre Haut hergeben
mussten, handelt es sich um das
sibirische Eichhörnchen und das
Wiesel. Beide haben in unserem
Zunftwappen ihren Niederschlag
gefunden. Man staunt, welcher
Reichtum an Kulturgeschichte dahinter steckt.
Feh – das Winterfell des sibirischen Eichhörnchens
Eichhörnchen gliedern sich aufgrund ihres Felles in mehr als
zwanzig Unterarten. Kulturgeschichtlich ist das sibirische Eichhörnchen das bedeutendste. Sein
Winterfell besteht aus dem blaugrauen Rücken und dem schneeweissen Bauch, der sogenannten
Wamme. Wenn beides zusammen zu einem graublau-weiss gemusterten Pelz verarbeitet wird,
spricht man von «Schönfech» oder
«Buntwerk». Beschränkt man
sich hingegen auf die graublauen
Abb. 1
Wappen der Zunft zur Schneidern, Zürich.
Wappen der Zunft zun Schneidern, Schaffhausen.
Links die Gelenkschere der Schneider; – in der
Mitte das Feh (Fell des sibirischen Eichhörnchens) der Kürschner; – rechts die Bügelschere der Tuchscherer.
Ein Zunftwappen ohne Rätsel.
Oben die Gelenkschere der Schneider; – unten
links das Pelzwerk der Kürschner; – unten
rechts die Bügelschere der Tuchscherer.
Rätselhaft: warum sind im Schild der Kürschner die schwarzen Schwanzspitzen des
Hermelins rot?
Rückenteile, so nennt man den
Pelz «Grauwerk» oder «Kürsch».
Ob buntes Feh oder graues Kürsch
– bis die Eichhörnchenfelle aus
Westsibirien bei uns ankamen,
hatten Transport und Zölle die Ladung um ein Vielfaches verteuert.
Man muss sich den Weg im Mittelalter vor Augen halten! Über den
Ural gelangten die Felle als Tri-
Abb. 2
Ein frühes Bildzeugnis für die Produktion von Buntfeh: Glasfenster der Kürschnerzunft in der
Kathedrale von Chartres (um 1220). – Ein Kürschner entnimmt seiner Truhe ein Mantelfutter und
zeigt es den beiden Kunden. Das Pelzfutter ist aus Dutzenden von Winterfellen des sibirischen
Eichhörnchens gefertigt. Deutlich erkennt man die abwechselnd vernähten grauen Fellrücken und
die weissen Bauchteile (Wammen).
Zunft zun Schneidern - Historisches
27
weil Feh das prestigeträchtigste Pelzprodukt
war, erkürten es viele
Kürschnerzünfte zu ihrem Wappenbild.
Wappen der Zunft zun Schneidern
bestand aus schwarz beschwänztem Hermelin auf grauem Grund
(vgl. die bemalten Deckenbalken
im «Gotischen Stübchen» neben
dem Kreuzsaal im Museum zu Allerheiligen). Irgendwann vor 1900
hat die Darstellung geändert. Es
entstand eine Mischung aus dem
schildartig gezeichneten Fech und
aus den dunklen Schweifspitzen
des Hermelins. Allerdings erscheinen diese nun nicht schwarz sondern (etwas absonderlich) in Rot.
Wie und warum der Wandel von
statten ging, bliebe noch zu klären.
Hermelin – der weisse
Königspelz mit den
dunklen Schweifspitzen
Das meiste von dem, was
für das Feh – das Eichhörnchenfell – gilt, gilt
auch für das Hermelin,
das weisse Winterkleid
des Wiesels. Die beste Pelzqualität mit dem
strahlendsten Weiss liefern Tiere aus Sibirien. Peter Roland und Elke Jezler
Der Transportweg zu
uns ist derselbe wie beim
Feh. Doch der Gebrauch
Abb. 3
Üppig mit Feh bekleidet und aus unserer Gegend: Herr Burdes Hermelins ist noch
kart von Hohenfels am Überlingersee mit seiner Dame. Aus
exklusiver.
Hermelin
der Manessischen Liederhandschrift, Zürich um 1300. – Die
Illustration ist ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des Min- ist der Pelz der Könige
nesängers entstanden. Sie zeigt Burkart, wie er seine Dame
(Abb. 4). Herumwirbt. Er und sie tragen einen Mantel mit Futter aus Buntfeh. Burkarts Kopfbedeckung ist aus gleichem Stoff und Fell
melin gehörte
hergestellt wie sein Mantel. Auch der Kopfreif ist mit Buntfeh
in vielen Länverbrämt. Hinzu kommt noch der kurze Schultermantel, auf
dem das Feh nicht als Futter, sondern nach aussen gekehrt
dern zum Kröist. Wer um 1300 so daher kommt, führe heute im Ferrari vor.
nungsornat bis
hin zu Elisabut an die mächtige Stadtrepublik beth II. von England. Als
Novgorod, ein Weg von gut 2000 verbrämte Mozetta trägt
km. Dann mit Schiffen der Hanse der Papst heute noch das
durch die Ostsee bis in die Nieder- Hermelin.
für
lande und auf dem Rhein hinauf in Charakteristisch
unsere Gegend; das waren noch- das Hermelin sind die
mals gut 3000 km. Kommt hinzu, schwarzen Schweifspitdass für ein Mantelfutter achtzig zen. Wenn sie als Aufund mehr der kleinen Felle nötig putz in den weissen Pelz
eingenäht werden, verwerden.
Feh und Kürsch sind im Mittelal- leihen sie dem Werk die
ter denn auch häufig dargestellte charakteristischen feiStandessymbole des Adels. Die nen, schwarzen Tupfen.
um 1300 in Zürich entstandene
Manessische Liederhandschrift Was zeigt unser ZunftAbb. 4
enthält über hundert Illustrationen wappen (Abb. 1)
Pompös: – Hyazinthe Rigaud: Porträt von Louis XIV., König
von Minnesängern und Damen, Im 17. Jahrhundert wäre von Frankreich im Krönungsornat, 1701. – Bravourös gemalt
zeigt das Bild bis in die letzten Ecken, wer der Herr im Staat
die ihre Mäntel mit Feh füttern die Frage noch einfach ist. Für das Futter des Mantels, der mit grosser Geste über
oder ihre Kopfbedeckung damit zu beantworten gewesen. die Schulter geworfen liegt, war nur das Beste gut genug:
blendend weisses Hermelin, schwarz beschwänzt.
verbrämen (Abb. 3). Offenbar Der Kürschnerschild im
28
Zunft zun Schneidern - Historisches
Zunftgeschichte und Handwerk in Schaffhausen
D
er Historische Verein des
Kantons Schaffhausen erfreut immer wieder mit gehaltvollen Veranstaltungen. Auch der
600-Jahr-Jubel der Zünfte wurde
thematisiert. Am 22. Februar 2011
füllte ein aufmerksames Publikum
den Saal des Museums Allerheiligen, so dass der neue Hausherr Peter R. Jezler sich selbst einen Stuhl
holen musste. Dr. Eduard Joos
umriss eingangs kurz die Zunftgeschichte, dann gab Dr. Hans-Ulrich
Wipf Einblick in das komplexe
Verhältnis zwischen den städtischen Zünften und dem Handwerk
in der Landschaft.
Joos umschrieb seine Ausführungen mit der Überschrift „Von der
Allmacht zur Ohnmacht“. Mit der
Zunftverfassung von 1411 wurden die zwei Gesellschaften und
zehn Handwerkszünfte zur bestimmenden politischen Macht in
der Stadt, um dann diese erst mit
dem Umsturz von 1798 zu verlieren. Schaffhauser Zünfte werden
zwar schon 1332 erwähnt, doch
der Schritt zur Macht erfolgte erst
1411 (in Zürich schon 1336). Herzog Friedrich IV von Österreich
liess sich das Zunftrecht mit 3000
Gulden vergüten. Die Zünfte beherrschten nun den Grossen wie
den Kleinen Rat. 1412 wurde da
Rathaus erstellt. Die Zünfte wurden zu politischen Institutionen,
neben denen die enger berufsbezogenen Organisationen parallel als
Innungen entstanden. Diese Dualität wurde 1589 klarer geregelt. Die
Zünfte trugen auch das Wehrwesen
und die Feuerwehr. Nach der Reformation kamen im 16. Jahrhundert die Ländereien der Klöster in
den Besitz der Stadt, womit das
städtische Regime auch das Wirtschaftsleben in der Landschaft
weitgehend prägte. Die Zünfte
führten dabei ein hartes Regime,
das Wirtschaftsleben wurde bis ins
Detail geregelt, Ausbildung und
Handel reglementiert. Man konnte
von einem „Kastenwesen“ sprechen, angelegt auf Abgrenzung
nach aussen und untereinander,
anderseits aber auch auf eine soziale Absicherung der Dazugehörigen. Das zeigte sich auch, als im
17. Jahrhundert die aus Frankreich
vertriebenen Hugenotten-Flüchtlinge auftauchten: sie wurden nicht
aufgenommen, nur weitergereicht.
Die Entwicklungsfähigkeit dieses
Systems war somit beschränkt,
auch personell, wurde doch die Rekrutierungsbasis immer enger.
Es ist somit nicht verwunderlich,
dass der revolutionäre Ansturm
1798 aus Frankreich vor allem in
der Landschaft auch Befürworter
fand. Am 13. April 1798 traten die
Räte zurück; doch mit der zentralistischen Helvetischen Verfassung wurde man nicht glücklich.
Die Zünfte blieben noch bis zur
Mediationsverfassung von 1803
als Wahlkörperschaften bestehen,
dann wurde die Landschaft durch
die Schaffung des Kantons aufgewertet. Die erste Hälfte des 19.
Jahrhunderts war durch Unruhen
geprägt, erst die Kantonsverfassung von 1834 schuf wieder eine
dauerhafte Ordnung – doch ohne
die Zünfte.
Die Zünfte hatten zwar ihre politische Macht verloren, doch wurde ihr Besitztum nicht angetastet.
Doch ihre sozialen Verpflichtungen zwangen sie, schrittweise
ihre Liegenschaften und Prunkgeschirre zu veräussern. Dass sie als
gesellschaftliche Organisationen
bis heute überlebten – ohne politischen Hauptzweck – ist erstaunlich
und noch wenig erforscht.
Wipf hat, ausgehend von der Geschichte seines Wohnorts Lohn, die
Entwicklung des Handwerks in der
Landschaft näher erforscht. Sie ist
geprägt vom Widerstreit zwischen
Eigenständigkeit und Abhängigkeit von der Stadt. Ging es nur
um die dörfliche Selbstversorgung
oder war auch ein Wirken über den
Gemeindebann hinaus möglich?
Wipf sieht zu dieser Fragestellung
reiches Quellenmaterial, das allerdings noch weitgehend ungenutzt
ist. Natürlich versuchten die städtischen Zünfte ihre Regelungen auch
auf der Landschaft durchzusetzen.
Der Ratsbeschluss von 1459, dass
die Zughörigkeit zu einer Zunft
erblich sei unabhängig von der
Berufszugehörigkeit einer Person
bewirkte, dass die Zünfte noch
mehr primär politische Funktionen hatten; die engeren beruflichen
Fragen aber eher in Innungen behandelt wurden, oft mit dörflichen
Strukturen. Doch die enge zünftische Reglementierung beherrschte auch die Landschaft: Werbung
war verboten, die Betriebsgrösse
begrenzt, die Abgrenzung unter
den Berufsgruppen strikte (bis zur
Skurrilität). Ein wichtiger Unterschied zwischen städtischem und
landschaftlichem Handwerk war,
dass der Handwerker auf dem
Land meist auch noch – mindestens zur Selbstversorgung – auf
ein bäuerliches Einkommen zählen
konnte. Doch Gleichheit zwischen
Stadt und Land schaffte im Handwerk erst die kantonale Gewerbeordnung vom 1. Juli 1855.
Die beiden interessanten Referate
sind in Publikationen des Historischen Vereins zugänglich. (hu)
Zunft zun Schneidern - Aus Stadt und Kanton Schaffhausen
A
29
Abschluss der Sanierung des Museums zu Allerheiligen
m 9. März wurde der Abschluss der sechsjährigen
Sanierung des Museums zu Allerheiligen mit einem Festakt im
Münster würdig gefeiert. Ein,
wie die Schaffhauser Nachrichten
schrieben „ geradezu sensationellen Klangensemble“ – Carnyx aus
Basel, eröffneten die Feier. Moderiert von unserem Zünfter Peter Jezler, Direktor des Museums,
wurden Grussworte von Regierungsrat Reto Dubach und Stadtpräsident Thomas Feurer an die
gegen dreihundert Gäste gerichtet.
Der Kantonsarchäologe und verantwortliche Projektleiter führte in
die letzte Sanierungsetappe ein, die
nach zweijähriger Umbauzeit mit
der Archäologie der Region ihren
Abschluss findet.
Abt Michael und sein Novize in voller Aktion
Unter dem Titel „von der Steinzeit
zu den Römern“ zeigt die Dauerausstellung rund 1000 Fundstücke
verteilt über 600 Generationen aus
unserer Region. In der chronologisch aufgebauten Ausstellung
wird man durch die Geschichte
der Besiedelung unserer Gegend
geführt. Von den Rentierjägern an
ihren Lagerplätzen im Kesslerloch
mit dem aufgefrischten Diorama
und dem Modell in den Felsen
vom Schweizersbild, zum Modell
der Seeufersiedlung ThayngenWeier. Weiter zu den Innovationen
der Bronze- und Eisenzeit führt der
Weg zu den Funden der Römerherrschaft.
Neben archäologischen Funden
aus dem Boden und den anschau-
lichen Siedlungsmodellen geben
interaktive Touchscreenstationen,
dreidimensionale Filmsequenzen
und ein fantastisches Zauberbuch
Einblick in die Ur- und Frühgeschichte vor unserer Haustür.
Catalina Vicens, Nataniel Wood
und Josue Melendez umrahmten
mit schauerlichen Tönen aus den
Kriegstrompeten der Kelten und
Römer mit Perkussionsbegleitung,
sowie eher schmeichelnden Melodien aus Tierhörnern den festlichen
Einstieg in den Abend, der mit
einem von Neugier getriebenen
Rundgang durch die Ausstellung
und einem Glas Wein ausklang.
(spi)
30
Zunft zun Schneidern
Spezielle Geburtstage 2013
80 Jahre
Ulmer Hans
Kleindorfstrasse 15
8707 Üetikon
01.06.1933
Nr. 177
75 Jahre
Kressler Heidi
Langgartenstrasse 47
4105 Biel-Benken/BL
05.03.1938
Nr. 73
65 Jahre
Rubli Ernst Alexander
Zum Anker 8262
Ramsen
01.10.1948
Nr. 223
60 Jahre
Ulmer Carl Pekka Tapio
Schönmaiengässchen 1
8200 Schaffhausen
14.10.1953
Nr. 213
55 Jahre
Ulmer Markus Peter
Vieristrasse 8
8603 Schwerzenbach
30.10.1958
Nr. 217
Ulmer Andreas
Wydenweg 5
5606 Dintikon
09.11.1953
Ulmer Alfred
Zimikerstrasse 10
8610 Uster
13.11.1958
Nr. 218
50 Jahre
Sticher Peter
Stauffacherstrasse 20
8200 Schaffhausen
04.02.1963
Nr. 253
Jezler Marcel
Hauptstrasse 13
4466 Ormalingen
03.04.1963
Nr. 228
Blanz Martin
Gennersbrunn 2
8207 Schaffhausen
10.11.1953
Nr. 212
Nr. 208
Brütsch Martin Robert
Haldenstrasse 4
8200 Schaffhausen
27.11.1953
Nr. 209
Das Rebjahr 2012
B
ereits in den ersten Februartagen erreichten die frostigen
Temperaturen Tiefstwerte, die seit
1987 nicht mehr erreicht wurden.
Der Austrieb war dadurch schon
unregelmässig.
Der feuchtwarme Frühling trieb
das Rebenwachstum zügig voran.
An Auffahrt ein erneuter Schock
für die jungen Triebe: Spätfrost.
In unsern guten Lagen floss die
Kaltluft ab, die Reben erlitten keinen Schaden.
Das Rebjahr 2012 zeichnet sich
aus durch viel Niederschlag, kühle, dann wieder tropische Temperaturen.
Der extreme Druck vom falschen
Mehltau machte allen Winzern zu
schaffen. Dank sehr guter Beobachtung der Reben und gezielter
Behandlung im richtigen Moment,
konnten wir Ende Oktober unsere
Trauben mit erstaunlichen Öchslegraden ernten.
Wir freuen uns auf diesen gelungenen Jahrgang und stossen heute
an auf unsere prämierten Weine am
Grand prix du vin suisse:
Heerenberger Pinot gris 2011 Gold
Heerenberger Pinot noir 2009 Silber
Heerenberger Vin mousseux 2010 Silber
Dörflinger Blanc de Noir 2011 Silber
Wir freuen uns auf Eure Bestellung!
Marlies Keller + Beat Schindler
Zunft zun Schneidern - In Ehren
A
31
Im Gedenken an Thomas Classen
m 24.September 2012 verstarb Thomas Classen im Alter von gut 68 Jahren.
Am Zunftbot 2012 verlas der
Zunftmeister Andreas Deggeller
den folgenden Abschiedsbrief von
Marc Deggeller:
Lieber Thomy
Du warst ein lieber sensibler Freund, eine schrille Persönlichkeit und und ein
pointierter kritischer Geist auch als Mitzünfter.
Wir freuten uns immer wieder auf Dein Kommen, mit Deiner Dich begleitenden
individuellen Zürcher Großstadtaura.
Du warst mir seit unserer Kindheit und dies insbesondere für meinen im letzen
Jahr verstorbenen Bruder Christian, ein enger Freund und Artgenosse. Für ihn
warst Du ein vertrauter und treuer Wegbegleiter.
Deine Biographie war poetisch und kämpferisch über alle Hürden hinaus! Du
hattest auch das Glück mit deinem charismatischen Vater Usch, der uns latent
in heiterster Erinnerung lebendig ist.
Dass Du nebst all Deinem literarischen Reichtum, der in unterschiedlichste
Weltanschauungen Einblick versprach, auch immer wieder Dein musikalisches
Blut hast pulsieren lassen, hat mich besonders beeindruckt.
Dein Jazz beflügelte nebst Deinem herausfordernden Intellekt, unser Gemüt.
Dein intensiver Soul, den Du schlussendlich tapfer getragen, bleibt uns erhalten.
Wir nehmen nun auch als Zünfter schmerzhaft Abschied von Dir und stehen
in Gedanken an der Seite Deiner trauernden Familie.
Die Classsen‘s fehlen uns!
Herzlich Marc
32
Zunft zun Schneidern
Wo sind die Nähterinnen und Jungfrauen?
U
nsere Zunft gehört in Schaffhausen zu denjenigen, die
auch in den letzten Jahren laufend
neue Mitglieder aufgenommen hat.
Das Durchschnittsalter ist erfreulicherweise verhältnismässig tief,
insbesondere auch im Vorstand.
Die Altersstruktur, aber auch aktive Teilnahme vieler Angehöriger an Familien- und anderen Anlässen zeigen, dass das Bild der
Zunft als „Altherren-Club“ längst
nicht mehr zutrifft. Viele dieser
Anlässe hätten ohne die sehr aktive Mitarbeit unserer Ehefrauen,
Lebenspartnerinnen und Töchtern
nicht durchgeführt werden können.
Unsere Tradition – rechtlich ab-
gestützt in den Statuten – gebietet
uns, unsere Ehefrauen als Nähterinnen, und unsere unverheirateten Töchter als rentenberechtigte
Jungfrauen im Rodel der Zunft zu
führen. Leider aber ist unsere Liste der Nähterinnen und Jungfrauen nicht demselben Verjüngungsprozess unterworfen wie diejenige
der Zünfter. Wir gehen davon aus,
dass vielen Zünftern nicht bewusst
ist, dass sie Nähterinnen und Jungfrauen an-melden und einkaufen
können.
summe ist nach Alter abgestuft, die
Höhe der einfachen Einkaufsssumme wird jeweils am Bot festgelegt,
sie beträgt derzeit Fr. 250.-.
Wir möchten hiermit alle Zünfter
dazu aufrufen, ihre Ehefrauen und
unverheirateten Töchter zu melden, und sie in die Rentenberechtigung einzukaufen. Die Einkaufs-
Wir freuen uns auf zahlreiche Anmeldungen!
Vorgehen:
Nehmen Sie Kontakt auf mit dem
Zunftmeister oder dem Zunftschreiber. Die Aufnahme von Nähterinnen und Jungfrauen in die
Rentenberechtigung ist ein reiner
Verwaltungsakt und bedarf keiner
Abstimmung des Vorstandes oder
des Bots.
Der Vorstand InsNervensyste_ZT_190_142 16.05.2011 10:38 Uhr Seite 1
WERBUNG
Beratung und Verkauf im
sasag Kundenzentrum · Vordergasse 38 · 8200 Schaffhausen · Tel. 052 633 01 11 · Fax 052 633 01 10 · www.sasag.ch
Probedruck
Zunft zun Schneidern
D
33
Munot-Ball der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte 2013
er nächste Munot-Abend
findet am Samstag, 15. Juni
2013 statt.
Zur Teilnahme sind alle Angehörigen der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte mit ihren Familien,
Gästen und Freunden auswärtiger
Zünfte und Gesellschaften, sowie
Mitglieder der Zünfte zur Rose und
zum Kleeblatt von Stein am Rhein,
der Zunft zum Grimmen Löwen
Diessenhofen und der Schmiedezunft Eligius vom Paradies herzlich eingeladen.
D
as Jahr 2012 scheint Dichter
zu beflügeln.
Ein Gedicht zur zwanzigsten Ausgabe des Noodelöhr. Ein Limerick
als Laudatio für die Verdienste von
Martin Jezler als Stubenmeister.
Schnitzelbänke zum Aschermittwoch
Fast inflationär, was ich dieses Jahr
bei meinen Ausflügen in die Jacken der schreibenden Zünfter an
Versen in Manuskripten gefunden
habe. Da wird den Noodelöhr-Lesern wieder einiges zugemutet!
Mani Matter bezeichnete sich
als Verseschmied, und zeigte mit
dieser sicher bewusst gewählten
Beschreibung, dass das Erfinden
von Versen harte Arbeit ist, vergleichbar mit dem anstrengenden
Handwerk des Schmiedes. Worte müssen in die richtige Form
Vorprogramm
Zwei geführte Besichtigungen des
Munots mit den unterirdischen
Gängen und der Waffenkammer
von ca. ¾ Stunden Dauer starten
um 16.00 oder 17.00 Uhr.
Programm
Der Abend beginnt ab 17.30 Uhr
mit einem Apéro auf der Munotzinne. Das Eröffnungskonzert beginnt um 18.15 Uhr, gefolgt vom
Nachtessen um 19.00 Uhr.
Eine Grussadresse des Obmanns
der Schaffhauser Gesellschaften
und Zünfte, This Fehrlin, ist für 20
Uhr vorgesehen. Um 21.00 läutet
das Munotglöggli die traditionelle
Quadrille ein.
Um Mitternacht ist offizieller
Schluss des Abends mit dem Zapfenstreich.
Die Einladung erfolgt über den
Zunftmeister. (spi)
Manfred Motte und die Dichter
zurechtgehämmert werden. Der
Schlag des Hammers muss im
Takt erfolgen, sonst funktioniert
die Schmiedetechnik nicht richtig.
Nicht jeder, der einmal einer Hammer von Nahem gesehen hat, darf
sich deswegen Schmied nennen.
«Das Kleinkind trinkt - die braune
Sosse - die furchtbar stinkt - läuft
gottseidank - nicht aus den Pampers.» Das reimt zwar nicht, aber
es dichtet. So funktioniert das Versen nicht.
«Ich sitze hier - bei Wein und Bier
- so fern von Dir - oh leck‘ du mir.»
Das reimt, stimmt auch im Takt,
aber verfehlt bei der Angebetenen
die Wirkung.
Für ein gutes Gedicht sind, liebe ehemaligen Schulmeister, drei
Dinge von Nöten: Guter Inhalt,
Worte die reimen, und ein richtiges
Versmass.
Da will einer unbedingt dichten
Mit reimenden Worten berichten
Das ist nicht sehr leicht
Und drum, wenn´s nicht reicht
Dann soll er auf´s Dichten verzichten!
34
Zunft zun Schneidern
Jahresprogramm 2013
Karlstag 2013
18.01.2013
Zünfterstamm16.08.2013
Aschermittwoch13.02.2013
Familienanlass
September 2013
Zünfterstamm08.03.2013
Zünfterstamm08.11.2013
Zünfterstamm07.06.2013
Bot 2013
02.12.2013
Zunftmunot15.06.2013
Kultureller Anlass
2014
Zunft zun Schneidern, Schaffhausen
Zunftmeister
Andreas Deggeller
P 052 657 44 64
M 079 216 24 50
deggeller@gmx.ch
Stubenmeister
Johnny Forrer
Beisitzer
Martin Ulmer
Beisitzer
vakant
P 044 341 60 82
M 076 564 66 93
johnny.forrer@gmail.com
Vize-Zunftmeister Alfred Ulmer
P 044 940 59 01
M 076 340 59 01
fredy@family-ulmer.org
(Sekretär)
P 056 631 31 03
M 079 423 41 02
martin-ulmer@sunrise.ch
Zunftschreiber
Alexander E. Rubli
Silberherr
Alban Schmid
1. Revisor
Marco Dalla Valle
Stellvertretender
Revisor
Nick Ulmer
2. Revisor
Alois Balthasar Vontobel
Rüger
Hans Ulmer
P 043 321 60 24
M 079 452 92 64
lx-23@hotmail.com
P 052 620 05 53
M 079 449 37 09
alban.schmid@green.ch
marco.dalla.valle@bluewin.ch
alois_vontobel@hotmail.com
Redaktor Noodelöhr
nick@family-ulmer.org
hans.ulmer@centralnet.ch
Robert Spichiger
robert.spichiger@bluewin.ch
Sie finden uns täglich im Internet unter
www.zunft-zun-schneidern.ch
Zunft zun Schneidern
35
...zum Schluss
Tischsitten unserer Vorfahren
In einer Handschrift des Klosters Bursfelde
hat ein geistiger Vorfahr derer von Knigge
oder Pappritz die Tischsitten des 15. Jahrhunderts festgehalten.
Darin heisst es unter anderem:
1. Wenn du zu einer Herrentafel kommst, so sollen deine Hände rein und
die Nägel sauber geschnitten sein.
2. Wenn Du trinkst, so heben deinen Becher mit beiden Händen von der
Tafel und stelle ihn so wieder hin. Du sollst nicht trinken, während dein
Nachbar trinkt. Du sollst nicht in den Becher husten, nicht trinken, solange du Speisen im Munde hast, wie ein Rind, nicht mit Getöse trinken
wie ein Ochse, nicht gurgeln wie ein Pferd, nicht die Nase in den Becher
senken wie ein Schwein. Du sollst Nase und Mund abwischen, wenn du
getrunken hast.
3. Wenn du an eines Herren Tafel bist, so merke auf, wenn er trinkt, dann
darfst du nicht essen.
4. Was vor dir liegt in der Schüssel, das darfst du nehmen und nicht das,
was vor deinem Kumpan liegt.
5. Du sollst den Knochen nicht abnagen wie ein Hund, das Mark nicht aussaugen.
6. Butter streiche nie mit dem Daumen auf dein Brot.
7. Die Suppe schlürfe nie vom Teller, sondern iss sie mit dem Löffel und
nicht laut wie ein Kalb schlabbert, sondern leise wie eine Jungfrau.
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Seele and Geist
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