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Demenzerkrankung – was tun?! - LWL - Universitätsklinikum Bochum

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Demenzerkrankung – was tun?!
Dr. Ute Brüne-Cohrs
Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
-Geriatrie-, -PalliativmedizinLWL-Universitätsklinikum Bochum
Psychiatrie, Psychotherapie, Präventivmedizin
Ambulanz für psychische Erkrankungen des höheren Lebensalters
Was Sie erwartet …:
 Damit es gar nicht soweit kommt… !?
Prävention !
 Wenn es zu spät für Vorbeugung ist … !?
Medikamentöse Therapie
Nicht-medikamentöse Therapiemethoden
 … ist es Zeit Hilfe anzunehmen….!
Hilfsangebote in Bochum
und darüber hinaus
θεραπεία von Demenzerkrankungen
Therapie (griech) = das Dienen, die Bedienung,
die Dienstleistung, die Pflege der Kranken
• Sorgsame körperliche Pflege und Überwachung der Kranken
• Medikamentöse Therapie: Symptomorientiert.
• Schlafstörungen:
• Vermeiden zu später schwerer Mahlzeiten,
• Gabe von warmer Milch, einem abendlichen Bier oder
• „Hot Toddy“ (Whisky, Rum o. Brandy + Zucker und heißes Wasser)
• Kaliumbromid (2-3g), Veronal, Paraldehyd (4-6g), Trional, Sulfonal
• Morphium oder Opium gegen Angst und wahnhafte Depression
• Zur Sedierung Hyoscin (Anticholinergikum), oder Brom mit Morphium
θεραπεία von Demenzerkrankungen
• Bei motorischer Unruhe und psychotischen Erregungszuständen:
Lange warme Bäder (bis 2 Std., 36-37 °C) oder
Eispackungen auf die Stirn
• Behandlung der Hirn-Arteriensklerose
incl. Alkohol-, Kaffee- und Nikotinabstinenz,
• Krankengymnastische, elektrotherapeutische Maßnahmen
• Psychotherapie: Suggestiver Optimismus,
Vermeiden pessimistischer Äußerungen über den
Krankheitsverlauf
θεραπεία von Demenzerkrankungen
• Sorgsame körperliche Pflege und Überwachung der Kranken
• Medikamentöse Therapie: Symptomorientiert.
• Schlafstörungen: Vermeiden zu später schwerer Mahlzeiten,
Gabe von warmer Milch, einem abendlichen Bier oder
„Hot Toddy“ (Whisky, Rum o. Brandy + Zucker und heißes Wasser)
Kaliumbromid (2-3g), Veronal, Paraldehyd (4-6g), Trional, Sulfonal
Emil Kraepelin (1899)
• Morphium oder Opium gegen Angst und wahnhafte Depression
Max Lewandowsky (1912)
• Bei motorischer Unruhe und psychotischen Erregungszuständen:
Lange warme Bäder (bis 2 Std., 36-37 °C) oder
Eispackungen auf die Stirn
• Zur Sedierung Hyoscin (Anticholinergikum), oder Brom mit Morphium
AM Barrett (1913)
• Behandlung der Hirn-Arteriensklerose incl. Alkohol-, Kaffee- und Nikotinabstinenz,
• Balneologische, krankengymnastische, elektrotherapeutische Maßnahmen
• Medikation: Jod, Nitrate, schwache Hypnotika wie Bromural.
• Psychotherapie: Suggestiver Optimismus,
Vermeiden pessimistischer Äußerungen über den Krankheitsverlauf
Demenz-Psychopharmakotherapie
(Alzheimer-)
Demenz
Antidementiva
+ Depression
+ modernes Antidepressivum
Acetylcholinesterase
+ modernes Antipsychotikum
-Hemmer
Memantine
+ Psychose
Antidementiva
Stabilisierung des Gedächtnisses und u.U.
sog. nicht-kognitiver Smptome:
• Acetylcholinesterase-Hemmer:
Leichte und mittelgradige Alzheimer-Demenz
Donepezil - Rivastigmin - Galantamin
• Memantine :
Mittel- und schwergradige Alzheimer-Demenz
Wirkmechanismus der
Acetylcholinesterase - Hemmer
Acetylcholinersterase
Acetylcholin
Stahl SM (2000)
Acetylcholinersterase
Memantine
NMDA-Rezeptormodulator, Glutamat
Priscus-Liste
Substanzen
wesentl. Bedenken mögl. Alternativen
Holt, Schmiedl et al. 2010
Priscus-Liste
Substanzen
wesentl. Bedenken mögl. Alternativen
Holt, Schmiedl et al. 2010
Richard von Krafft-Ebbing (1890), dt. Psychiater (1840-1902):
„Therapeutisch sind wir gegen den der
Krankheit zu Grunde liegenden
Degenerationsprozess machtlos.“
Prävention der Demenzen
primär
Verhinderung von
Neuerkrankungen
bei Gesunden;
Ausschalten von
Risikofaktoren
(AllgemeinBevölkerung)
sekundär
Früherkennung
mit dem Ziel, der
Intervention, um
die Manifestation
des klinischen
Vollbildes
zu verzögern
(Risikopopulation)
tertiär
Therapeutische
Intervention
zur Verhinderung
eines
Fortschreitens
(manifest
Erkrankte)
Prävention und Therapie
Gefäßrisikofaktoren und Demenz
Cholesterin:

Hohe Cholesterinwerte im mittleren Lebensalter
erhöhen Risiko für Demenz im höheren Alter

Hohe Cholesterinwerte im hohen Lebensalter
erhöhen nicht das Risiko für Demenz im höheren Alter

Cholesterin senkende Medikamente (Statine) im
mittleren Alter reduzieren Risiko einer Demenz (AD
oder vaskulär) jedoch nicht in hohem Alter

Hoher Anteil gesättigter Fettsäuren korreliert mit schlechterer
Gedächtnisfunktion und geringerem Hirnvolumen im MRT
Alzheimer-Demenz = Diabetes mellitus Typ 3 ?!
Diabetes mellitus
Verdoppelt das Risiko für Alzheimer-Demenz
 Führt zu mitochondrialer Dysfunktion („Energiekraftwerk“)
 Gefäßveränderungen bewirken chronische Entzündung
und cerebralen Sauerstoffmangel
 Insulin behindert Abbau von β-Amyloid
(Fatke, Förstl, 2013)

Diese Prozesse fördern die β-Amyloid-Bildung und τHyperphosphorylierung

Gestörte Glucosetoleranz ist bei gesunden älteren
Probanden mit schlechterer Gedächtnisleistung assoziiert
im Vergleich zu Gesunden

Kalorienrestriktion verbessert Gedächtnisleistung
älterer Probanden
Diabetes mellitus Typ 2
♂
Diabetes mellitus Typ 3 ?!
Alzheimer-Demenz
50
Prävalenz
in
♀
%
38,6
40
30
20,8
20
10
0
2,8
0,5 1,4
5,6
10,5
60 - 65 - 70 - 75 - 80 - 85 - 90 64
69
74
79
84
Alter in Jahren
75% der Diabetiker sind
über 65 Jahre alt
89
94
Systolischer Blutdruck von 1968 – 2006
Mittleres Alter
Joas E et al. 2012
Demenz

Keine Demenz 2000-2006
Blutdruckerhöhungen => Arteriosklerose
(T. Hughes, 2013)
=> Amyloidablagerung
<=> Durchblutungsstörungen,
Schlaganfall
Demenztherapie heute
Nicht-medikamentöse Therapien
z. B. Gedächtnistraining
Internistische
Basistherapie Training der Alltagskompetenzen
Psychopharmakologische Therapie
Körperliche Aktivität
(Bewegungstherapie)
Soziale Aktivität
Vermittlung
psycho-sozialer
Hilfen
Psychotherapeutische
Unterstützung
(nach Stuhlmann)
Nicht-medikamentöse Therapie
• Gedächtnistraining
• Krankengymnastik
• Ergotherapie
• Logopädie
• Psycho-, Verhaltenstherapie
• Selbsterhaltungstherapie (SET)
• (Realitätsorientierungstraining)
• Soziale und körperliche Aktivität
• Angehörigenberatung und -schulung
• Bindungstheoretische Ansätze
• Kunsttherapie
• Musiktherapie
• Tanztherapie
• Tiergestützte Therapie
• Milieutherapie
• Reminiszenztherapie
• Validation
• Snoezelen
• Aromatherapie
Nicht-medikamentöse Therapie
• Gedächtnistraining
• Krankengymnastik
• Ergotherapie
Erhalt und Förderung
•kognitiver
Logopädieund körperlicher
• Psycho-,
Verhaltenstherapie
Kompetenzen
und Ressourcen (SET)
• Selbsterhaltungstherapie
• (Realitätsorientierungstraining)
• Soziale und körperliche Aktivität
Erhalt und Gestaltung
• Angehörigenberatung und -schulung
des
sozialen und Lebensumfeldes
• Bindungstheoretische Ansätze
• Kunsttherapie
• Musiktherapie
• Tanztherapie
• Tiergestützte
EmotionaleTherapie
• Milieutherapie
Stimulation/
Ressourcennutzung
• Reminiszenztherapie
• Validation
• Snoezelen
• Aromatherapie
Musiktherapie
Pilotstudie bei fortgeschritten Demenzerkrankten mit deutlich
eingeschränkter verbaler Kommunikationsfähigkeit:
Einmal wöchtl. 45-60 min. über 6 Monate
 Musikalische Anamnese
 Ritualisierter Rahmen (Begrüßungs-, Verabschiedungslied)
 Aktive und konsumierende Elemente


Verbesserung von
nonverbaler Kommunikationsfähigkeit
des Wohlbefindens
des emotionalen Ausdrucks

Musik als Gemeinsamkeit mit Angehörigen
(J. Pantel, Uni Frankfurt, Arbeitskreis Altersmedizin 2013)
♫♪
Tanz- und Theatertherapien
• Non-verbale Ausdrucksmöglichkeiten
Ermöglicht:
Körperwahrnehmung,
 In Beziehung zu anderen zu treten,
 Eigene Lebendigkeit spüren,
 Eigene Kompetenzen zu erleben
 Ressourcen zu fördern
 Positive Stimmungen zu fördern,
 Selbstwertgefühl zu steigern,
BVST
 Nonverbal zu kommunizieren,
 Gefühle auszudrücken,
 Gemeinschaft und Zugehörigkeit zur Gesellschaft zu erleben,
 Soziale Kompetenz zu verbessern.

Tiergestützte Therapie
z. B. Therapiehunde (bedingungslose Akzeptanz, non-verbal)
In Akutklinik, Seniorenheim, ambulant,
Verbessert
 Nicht-kognitive Symptome (Stimmung, Unruhe, Antrieb z.B.)
 Lebensqualität
 Kommunikationsverhalten (intensiver ggüber Tier als ggüber Mensch)
 Nicht primär Gedächtnisleistung

Stärkung des Selbstbewusstseins
soweit beurteilbar
nicht
Grundsätzliches in der Demenzfürsorge:
Fordern – Fördern – Nicht überfordern
Demenzerkrankte
Förderung/Erhalt der Fertigkeiten: Reha, Gedächtnistraining,
KG, Ergotherapie, Logopädie, etc.
soziale Kontaktpflege, emotionale Ressourcen
Pflege-, Krankenvers.:
Leistungen, Pflegeberatung
Apotheke
Sanitätshaus etc.
Patient
Arzt
Amb. (HA, FA, interdisziplinär),
stationär, tagesklinisch
Amb. Pflegedienst: Med.gabe,
Körperpflege, häusl. Hilfen
Stationäre Pflege: Wohngruppen,
Heime
Angehörigenschulung:
Lehrgänge, gemeinsame
stationäre Behandlung,
Selbsthilfegruppen
Angehörige/
Bezugspersonen
Beratung + Begleitung v Angehörigen
und Pat.: Alzh.-Ges., DRK, Altenhilfe,
Pflegekassen, Patientenbegleiter
Betreuung des Pat/
Entlastung der Angehörigen:
Betreuungsgruppen, Tages-, Nachtpflege,
häusl. Besuchsdienst
Ambulante Angebote
z.B. der Bochumer Alzheimer-Beratungsstelle,
Alzheimer-Gesellschaft Bochum
• Beratung
• Betreuungsgruppen
• Cafe Domino
• Angehörigentreffen
• Gedächtnistraining
• Reisen
• Nachwuchsförderung
• Bildungsangebot
• Angehörigenschulung
• Alzheimerambulanz
• Demenz-Servicezentrum Ruhr
• Villa Moritz
Demenzbehandlung
Hilfreiche Internet-/Adressen:



alzheimer-bochum.de: Bochumer Alzheimer-Gesellschaft
drkcms.de/drkbo/alzheimerhilfe.html: DRK-Alzheimerhilfe Bochum
bochum.de: der Demenz-Wegweiser für Bochum
demenz-service-nrw.de: Landesinitiative Demenz-Service NRW
 vz-nrw.de/demenz-Alzheimer-Krankheit: Verbraucherzentrale
 deutsche-alzheimer.de: Deutsche Alzheimer-Gesellschaft
 wegweiser-demenz.de: BMFSFJ
 weisse-liste.pflegeheim-checkliste.zqp.de: zur Pflegeheimauswahl
 demenz-leitlinie.de
 kda.de: Kuratorium Deutsche Altershilfe
 publikationen.paritaet-nrw.org
 patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html: Uni Herdecke
 degam.de: Dt Gesellschaft für Allgemeinmedizin


blickwechseldemenz.de/content/e2615/e3426/: Notfallmappe
AFI-kids.de: für Kinder, Alzheimer Forschung Initiative
 alzheimerandyou.de: für Jugendliche

Exemplarische Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Dr. Ute Brüne-Cohrs, LWL-Universitätsklinikum Bochum,
Psychiatrie, Psychotherapie, Präventivmedizin, Ambulanz für psychische Erkrankungen des höheren Lebensalters)
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