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Achtung: Mobbing!* Was kann ich tun?! Umgang mit Mobbing in der

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Achtung: Mobbing!*
Was kann ich tun?!
Umgang mit Mobbing in der Schule
Referentin: Marion Werling-Barth, Gewaltpräventionsberaterin
marionwerling-barth@t-online.de
Opfer-Erfahrungen - Anzeichen für Mobbing
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sie werden mit abwertenden Blicke und Gesten bedacht
hinter ihrem Rücken wird schlecht gesprochen
sie werden gehänselt, schikaniert, beschimpft, lächerlich gemacht
sie werden nachgeäfft, für dumm erklärt, dürfen nicht mitreden
Gerüchte und Lügen werden verbreitet
sie werden von der Lehrperson „übersehen“ oder angeschrieen
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ihr persönlicher Besitz wird beschädigt
im Sportunterricht oder bei GA bleiben sie „übrig“
sie sind bei Unternehmungen nicht dabei
sie werden nicht eingeladen
ihre schulischen Leistungen sinken
sie werden stiller, zurückhaltender oder aggressiv
ihre psychosomatischen Beschwerden nehmen zu
sie kommen zu spät, nehmen Umwege in Kauf
HANDOUT
marionwerling-barth@t-online.de
„Wie funktioniert Mobbing“?
Die Mobbing-Dynamik
Phase 1- schlechte Konfliktbewältigung / ggf. mieses Klima:
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In Klassen geht es immer um Macht und Einfluss – es wird getestet, wer sich als „dankbares“ Opfer „eignet“.
Diese inszenierten oder unausgetragenen Konflikte, die mit der Zeit unterschwellig weiter wirken und das Klima vergiften, schaffen eine
aggressivere, gereizte Stimmung unter den SchülerInnen, es wird aber - aus Zeitmangel, aus Angst... - nichts dagegen unternommen.
Phase 2 – vereinzelte Feindseligkeiten / Attacken:
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Es entsteht ein Ungleichgewicht: Die Feindseligkeiten nehmen zu und richten sich gezielt gegen eine bestimmte Person oder Gruppe.
Der ursprüngliche Konflikt tritt dabei in den Hintergrund.
Es kommt zur Polarisierung in eine "Opfer- und eine "Täterrolle". Auch bilden sich "Mythen" über die betroffene Person.
Phase 3 - Rechts- und Machtübergriffe / systematische Angriffe / Verfestigung der Opferrolle:
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Mit der gemobbten Person will jetzt niemand mehr zusammenarbeiten. Sie wird nicht mehr akzeptiert und respektiert. Dadurch wird sie
zusehends unsicher, macht Fehler und fällt auf. Ihr schlechtes Befinden, das erst durch Mobbing entstanden ist, dient zur Rechtfertigung
weiter gehender Ausgrenzungs-Akte.
Der reguläre Unterricht wird gestört, sodass LehrerInnen und SchülerInnen die Gemobbten zunehmend als lästig empfinden. Der
Gesamtzustand des Mobbing-Opfers, hervorgerufen u. a. durch die soziale Isolation und die Zurückweisungen, verschlechtert sich weiter
bis hin zu schweren Erkrankungen.
Phase 4 - Pädagogische „Fehldiagnosen“:
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Leistungsversagen und psychosomatische Störungen werden wahlweise intellektueller Überforderung oder (prä-, hoch-, post-)
pubertären Schüben zugesprochen oder als „selbstverschuldet“ angesehen und nicht als Folgen der Mobbinghandlungen erkannt.
Fehlzeiten und Fehlleistungen nehmen überhand.
Phase 5 - Ausschluss aus der Klasse:
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Am Ende eines Mobbing-Prozesses steht der Ausschluss der Betroffenen aus der Klassen- oder Schulgemeinschaft.
Im Extremfall versuchen Opfer ihre scheinbar ausweglose Situation in der Schule mit (Waffen-) Gewalt oder Selbstmord zu „lösen“ , im
„Normalfall“ wechseln sie zumindest die Klasse oder Schule.
HANDOUT
marionwerling-barth@t-online.de
in Anlehnung an Leymann 1995, Kasper 1998
Was tun?
nicht
dem Opfer empfehlen,
Problem zu ignorieren / alleine zu lösen
sich endlich zu wehren
„vor der eigenen Tür zu kehren“
Schuld bei sich zu suchen
sollen Lehrende
Lösung auf Individualebene suchen
konkreten Fall mit der Klasse diskutieren
Opfer + Täter oder/und deren Eltern an einen
Tisch setzen (Eltern schützen ihre Kinder)
über Personen statt Verhalten sprechen
nach Besserung locker werden
Klassen- oder Schulwechsel des Opfers empfehlen
eindeutige Position beziehen
Denn:
Täter und Klasse lernen: Mobbing funktioniert.
Opfer lernt: „Ich muss bei Problemen weichen.“
Aber:
Opferschutz hat Priorität. Schulwechsel des Opfers nur im Notfall.
Eltern sollen nicht mit Täter / dessen Eltern sprechen - sich diese/n „zur
Brust nehmen“- das Problem auf dem Elternabend zum
Thema machen – das Opfer zu Lehrergesprächen mitnehmen
marionwerling-barth@t-online.de
.
HANDOUT
Den Fall schriftlich dokumentieren.
Fragebögen bei KASPER (SMOB) oder unter
www.eis-bw.de
Lehrer/in fortlaufend informieren.
Das Kind dazu anhalten, sofort der Lehrkraft Bescheid zu geben und sich von
Mitschüler/in Unterstützung holen (wenn noch vorhanden).
Bei Schutzgelderpressung muss Anzeige bei der Polizei erstattet werden. (Strafdelikt)
Auch üble Beschimpfungen / Verunglimpfungen sind Strafdelikte.
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marionwerling-barth@t-online.de
nach Korn/Geschwind/Schäfer, Arbeitsgruppe S.A.M.S
Exkurs: das Opfer ermutigen / unterstützen,
Folgendes zu tun:
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sich klar zu machen, dass das Verhalten der Bullys falsch ist
Unterstützung bei einer erwachsenen Vertrauensperson zu suchen
Mobbing-Vorfälle bei Klassen-, Verbindungs-, BeratungslehrerIn oder Schulleitung zu
melden
offen über das Geschehen zu reden: auszusprechen, wie schlimm die Situation
tatsächlich ist
moralischen und menschlichen Rückhalt bei Verbündeten in der Klasse (in anderen
Klassen) zu suchen
jeden Übergriff zu protokollieren (Mobbing-Tagebuch)
unsichere Orte zu meiden
Dinge zu unternehmen, die Spaß machen
MitschülerInnen (oder LehrerInnen) schriftlich aufzufordern, das unerwünschte
Verhalten zu unterlassen
ggf. die Schulaufsichtsbehörde einzuschalten
ggf. selbst professionelle Hilfe zu suchen
(Internet, Beratungsstellen.)
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marionwerling-barth@t-online.de
nach Mettauer, Szaday u.a.
Maßnahmen zur Verbesserung von Schule und Unterricht
Schulebene
Schul -„Klimaarbeit“ aller Gremien
- Schulethos (Fortbildung, Trainings, Info -Veranstaltung en
Elternabende, Klassentage …)
Regelvereinbarungen / Handlungs -Konzepte
kooperative Unterrichts -Strukturen / demokratische Unterrichtsformen
Schulhofgestaltung
Pausengestaltung und Pausenaufsicht
verstärkte Kontrollen
Registrieren von Vorkommnissen
Einrichtung von „Anlaufstellen“ / Kontakttelefon
Rückmeldungen: Erfolge /Misserfolge von Maßn ahmen
nach OLWEUS / NOLTING
marionwerling-barth@t-online.de
ggf. Handlungsaufschub /
Erweiterung der Informationsbasis
Planung / Realisierung von Maßnahmen
Unterbinden der Aggressionshandlungen
Ersthilfe Opfer
Verlaufs- / Erfolgskontrolle
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marionwerling-barth@t-online.de
Literatur+Tipps zum Thema Mobbing
Hanewinkel, R. u. Knack, R,. Mobbing. Gewaltprävention in Schulen in Schleswig-Holstein. 1997,
Landesinstitut Schleswig-Holstein für Praxis und Theorie der Schule
Kasper, Horst: Mobbing in der Schule. Probleme annehmen, Konflikte lösen. Lichtenau, AOL-Verlag, 1998
Robinson, G. & Maines, B. (1997). Crying for help: the No Blame Approach to Bullying. Bristol: Lucky
Duck Publishing
Besonders praxisnah:
„Mobbing – Modewort oder Realität“ (S.151), bei konkreten Fällen in der Klasse „Stopp Mobbing“
(S.121); zu finden in Sich fetzen – aber richtig, erhältlich unter www.ajs-bw.de
KINDLER, Wolfgang, Gegen Mobbing und Gewalt! Ein Arbeitsbuch für Lehrer, Schüler und Peergruppen,
Seelze-Velber 2002, Kallmeyer
Rees, Celia, Klassenspiel, ars edition, 2002
ProPK, Abseits. Medienpaket
Anlaufstellen:
Deutscher Kinderschutzbund LB, www.kinderschtzbund-lb.de, Kinderschutzbund-lb@t-online.de,
Mobbingberatungsstelle Stuttgart: 0711/6406117
Mobbingtelefon der Region Stuttgart (DGB & Betriebsseelsorge )Stuttgart: 0711/2028360
Schulpsychologische Beratungsstelle SPsB-LB@web.de
Flyer über www.gewaltprävention-bw.de
www.kidsmobbing.de
www.schulberatung.bayern.de/vpmob.htm
http://mobbingzirkel.emp.paed.uni-muenchen.de (einloggen, nicht anmelden)
www.no-blame-approach.de
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