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Deutschland — Meditatives Wandern im

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2 0 1 4
Pastorale
IMPULSE
Zusammengestellt vom Institut für Theologische und Pastorale Fortbildung FReising
Ein Projekt der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Hin zu den Menschen:
40 Tage Zeit?! … und ein
Stück Brot zum Kauen
2
Ein Bericht aus der
Pfarreien-Gemeinschaft
Borgloh /Wellendorf:
Gemeinschaftsunternehmen
Taufe 4
Werkzeuge für die Arbeit
an der Zukunft:
Die „Utopia Toolbox.1“ der
Künstlerin Juliane Stiegele 6
Keiner geht allein:
Begleitung „einsamer“
Beerdigungen 7
In der PG St. Christophorus
Sulzbach werden die Taufeltern
zum Frühstück eingeladen:
Der Kaffee ist fertig!
8
Ein Modellprojekt mit
muslimischen Familien
Begegnung verändert –
Integration gelingt! 9
Noch freie Plätze
Kursangebot 2014 10
Impressum
Institut für Theologische und
Pastorale Fortbildung
Domberg 27
D-85354 Freising
Telefon+ 49.8161.181-2222
Telefax+ 49.8161.181-2187
E-Mail: Institut@TheologischeFortbildung.de
www.TheologischeFortbildung.de
Sinnsucher 2014
Ein Abend mit guten Freunden, ein Glas
Wein oder eine Tasse Tee: Die besten
Voraussetzungen für einen gemeinsamen Abend. Wir treffen uns zwanglos
in kleinem Kreis. Wir führen angeregte
Gespräche. Ich öffne das Starterkit „Vom
Suchen und Finden“. Mein Fund: Moderationskarten, die mich an die Hand
nehmen und durch den Abend führen,
Sinnspruchkarten,
Erinnerungskarten
und ein Spiel. Das Material lädt ein, sich
spielend auf die Suche zu machen.
Wir lachen und scherzen, denken nach,
verweilen. Nicht alles muss bierernst
genommen werden, aber gleichzeitig
kann man das doch auch tun. Und dann
plötzlich … ist der erste Abend vorbei.
Es hat Spaß gemacht. Wir beschließen,
weiterzumachen!
So oder so ähnlich könnte ein Abend mit
„Sinnsucher“ aussehen. Was „Sinnsucher“
ist? „Sinnsucher“ ist ein Versuch, einen
neuen, anderen Zugang bei der Suche
nach dem Lebenssinn zu eröffnen.
Die Suche nach dem Sinn hinter unserem
Leben ist so alt wie die Menschheit und
aktueller denn je. Der Trend in unserer
Gesellschaft, dass früher Selbstverständliches immer mehr verschwindet, fordert
den Einzelnen heraus, sich immer neu
zurechtfinden zu müssen. Jeder sucht
für sich und versucht dabei, das für ihn
Passende zu finden. Doch hat er gefunden, was er suchte, wechselt auch schon
die Frage (Gabor Steingart), und alles
beginnt wieder von vorn. So findet der
Mensch sich selbst immer wieder neu auf
der Suche nach dem Weg – nach dem
Sinn – nach seinem „Ich“.
Wo aber suchen Menschen? Die SinusKirchenstudie zeigt auf, dass immer
weniger im kirchlichen Kontext gesucht
wird. Die Kirche ist nicht mehr alleiniger
Antwortgeber auf die zentralen Fragen
des Lebens. Der Mensch ist emanzipiert
genug, selbst nach Antworten zu suchen
– allein und im Gespräch mit anderen.
Auch eine Projektgruppe kann nach dem
Sinn des eigenen Handelns suchen, wie
wir im Frühjahr 2013 festgestellt haben.
Die Zeit war reif, ein neues Angebot zu
kreieren – eines, das genau zu dieser
gesellschaftlichen Entwicklung und zu
den Bedürfnissen der Menschen passt.
Die Beschäftigung mit der Sinnfrage ist
auch nach mehr als zweitausend Jahren
essentiell. Dies aber in aller Freiheit –
auch jenseits kirchlicher Angebote. Auf
diese Erkenntnisse folgte eine Zeit des
Denkens, Reifens, intensiven Diskutierens und konzentrierten Entwickelns.
Herausgekommen sind sechs „Sinnsucher“-Briefe (DIN A5) zu folgenden
Themen: „Vom Suchen und Finden“
(Brief 1, Starterkit), „Von Mir und Anderen“ (Brief 2), „Vom Hin und Her“ (Brief
3), „Von Mensch und Gott“ (Brief 4),
„Von Traum und Wirklichkeit“ (Brief 5),
„Von Gestern und Morgen“ (Brief 6).
Themen, die das Leben aller bewegen.
Die Briefe sollen Gesprächsanregungen
für kleine Gruppen bieten. Die Aktion
„Sinnsucher 2014“ setzt Impulse zu den
Themen Sinn, Suche, Leben, Gott und
Welt – gerade auch für interessiert
Suchende außerhalb der kirchlichen
Kontexte.
Das Starterkit sowie die Briefe 2 – 6 können
über die Website www.sinnsucher2014.de
bestellt werden. Der erste Brief ist
kostenlos. Die Idee ist, diesen als Einladung auch bewusst an Orten, die nicht
mit der Kirche im Zusammenhang stehen
(Bäckerei, Arztpraxis, Bibliothek, Kindergarten usw.) zum Mitnehmen auszulegen.
Dort kann er von jedem Interessierten
mitgenommen werden.
Fortsetzung auf Seite 2
PASTORALE IMPULSE 2014 | 1
Fortsetzung von Seite 1
Neue Wege an Fronleichnam
Das Material in jedem Brief ist so aufbereitet, dass der
Abend ohne besondere Vorkenntnisse und Vorbereitungen
begonnen werden kann. Einfach den Umschlag öffnen, und
schon kann es losgehen. Das Material lädt ein, damit zu
spielen. Jeder Umschlag enthält Material für bis zu sechs
Personen.
„Wir feiern an Fronleichnam einen Gott, der Gemeinschaft stiftet,
indem er Menschen zusammenführt, mit uns auf unserem Lebensweg wandelt und verwandelnd in unserer Mitte wirken möchte,
damit wir zu erfülltem Leben finden. Das zentrale Geheimnis
unseres Lebens und Glaubens ist von Wandlung geprägt. Mit diesen
Gedanken feiern wir Fronleichnam und machen uns auf den Weg.“
Die Texte sind kurz und öffnen den Raum für Gespräche.
Sie lassen jedoch offen, wie weit und tief sich die Gruppe
oder der Einzelne auf das jeweilige Thema einlassen will.
Die Gruppen bilden sich auf Zeit oder bestehende Gruppen
nutzen das Angebot. Die Bildung neuer Gruppen kann
unterschiedlich angestoßen werden: durch Auslegung der
Starterkits an günstigen Orten, durch offene Ausschreibung
im Gemeindebrief, oder es werden Termine für offene
Gesprächsrunden angeboten.
In der Pfarrei St. Josef in Kamp-Lintfort (Diözese Münster) wurde
auf diesem Hintergrund 2013 das Fronleichnamsfest in neuer
Weise „begangen“. Nach einem Zeltgottesdienst begann die
Prozession, die als Wandelweg konzipiert wurde. Im Flyer heißt es:
„Anders als bisher gehen wir einen neuen Weg von der ältesten
Kirche, „sozusagen der Keimzelle unserer Gemeinde“, über den
Wandelweg zu unserer Pfarrkirche St. Josef – mal betend, mal
singend, mal nachdenkend und auch im Austausch miteinander –
und ER geht mit.“
Die Aktion „Sinnsucher 2014“ ist eine Initiative von Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Diözese RottenburgStuttgart, die Menschen zu Gesprächen über den Sinn
des Lebens einladen wollen, ungeachtet ihrer Einstellung
zur Kirche. Die Projektgruppe besteht aus Christiane Bundschuh-Schramm, Elisabeth Dörrer-Bernhardt, Annegret
Hiekisch, Angelika Kamlage, Kirstin Kruger-Weiß, Thomas
Leopold, Eckhard Raabe, Maria Riedl, Michael Schindler,
Markus Vogt.

An fünf Stationen wurde der Weg für kurze Impulse und Gedanken unterbrochen. Die Prozession endete mit dem Abschlusssegen
in der Pfarrkirche. Anschließend erfolgte eine Einladung zu einem
Brotbuffet mit Heißwürstchen und Getränken. 
Mehr Informationen zur Aktion „Sinnsucher 2014“
finden sich auf www.sinnsucher2014.de
Hier werden auch die Fotos von Aktionen und Zuschriften
gepostet. Die Sinnsucherwelt ist vielfältig.
Quelle: Euangel 1/2014, Magazin für missionarische Pastoral
40 Tage Zeit?! …
und ein Stück Brot zum Kauen.
Mal weg vom Schreibtisch
und hin zu den Menschen vor Ort
Mit großen Körben unter den Armen machten sich der Pastoralassistent Alfons Meindl und der Pastoralpraktikant Johannes
Andreas van Kaick zu Beginn der Fastenzeit gemeinsam auf den
Weg in das Ortszentrum von Hard (Diözese Feldkirch).
Gut begleitet
durch geprägte Zeiten
Eine Gruppe engagierter Christen und Christinnen bildet im
Pfarrverband Fürstenfeld (Erzdiözese München und Freising) das
Redaktionsteam für einen professionell und mit viel Liebe zum
Detail erstellten Kalender für die Advents- und Weihnachtszeit,
der allen Haushalten zugestellt wird. Es ist ein Begleiter durch
die geprägte Zeit mit viel lokaler Verortung, mit Hinweisen auf
Heiligenfeste, Gottesdienste im Pfarrverband, Konzerte und
Begegnungsmöglichkeiten. Unter dem Leitwort „Machet die
Tore weit“ finden sich anregende Texte und photografisch hochwertige Ausschnitte aus den Kirchen des Pfarrverbandes.
Pfarrer Albert Bauernfeind schreibt im Geleitwort: „Wir alle,
jeder an seinem Platz, wollen heute und in Zukunft diesen Ort
und unser Zusammenleben gestalten. Wir Katholiken im Pfarrverband Fürstenfeld tun dies aus unserem Glauben an Jesus
Christus heraus. Ich freue mich deshalb besonders, dass in diesem
Jahr viele junge Menschen, Firmlinge, Ministrantinnen und
Ministranten, für diesen Kalender ihre Gedanken zu Advent und
Weihnachten formuliert haben.“

Nähere Informationen (und möglicherweise auch
Ansichtsexemplare) gibt es unter
st-magdalena.fuerstenfeldbruck@ebmuc.de
2 | PASTORALE IMPULSE 2014
Bepackt mit dutzenden frischer Scheiben Brot und mit Veranstaltungs-Flyern der Pfarre Hard für die bevorstehende Fastenzeit,
machten sich die Beiden in grünen Jacken mit der Aufschrift
„KirchTurmGespräche ... und was globscht du?“, eine Aktion der
Katholischen Kirche Vorarlberg, zu zweit auf den Weg.
Für einen halben Vormittag verließen sie am Aschermittwochmorgen ihren Schreibtisch im Pfarrbüro und begegneten
Menschen auf dem Harder Wochenmarkt, machten einen Besuch
im Lehrerzimmer der Volksschule und der Mittelschule, besuchten
das Rathaus sowie diverse Harder Geschäfte und begegneten auf
ihrem Weg unterschiedlichsten Menschen. So verschieden wie die
einzelnen Begegnungen, waren auch die Gespräche mit den
jeweiligen Personen.
Im Rahmen der Aktion „KirchTurmGespräche“ kamen sie mit den
Menschen ins Gespräch und luden ein zu fastenzeitlicher
Besinnung, zum Bußgottesdienst mit Aschenauflegung, zum Versöhnungsgottesdienst am Mittwoch vor Palmsonntag, sowie zur
sogenannten Frühschicht in der Karwoche.
Insgesamt verschenkten sie etwa 170 Scheiben Brot, die von
den Menschen mit Dankbarkeit und zum Teil mit überraschend
freudigem Erstaunen entgegengenommen wurden. Dabei
entstanden unzählige gute Gespräche über das Fasten und den
Glauben, aber auch über so manche persönlichen Sorgen und
Nöte. Aufgrund der positiven Resonanz ist bereits ein weiteres
temporäres Verlassen der Schreibtische geplant …

Joh. Andreas van Kaick
Quelle: Harder Pfarrblatt 2/2014
Nacht des Feuers
Firmvorbereitung für Jungs
und Paten
Der Fachbereich Männer der Diözese
Augsburg nimmt die Firmung zum
Anlass, für Jungs und Männer eine
„Nacht des Feuers“ anzubieten. 24 Stunden – von Samstag 14.00 Uhr bis Sonntag
14.00 Uhr – sind als erfahrungsreiche Vorbereitung auf die Firmfeier konzipiert.
Auf der Grundlage der alttestamtentlichen Josefsgeschichte werden die
Jugendlichen herausgefordert zusammen mit ihren Paten verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Sie sollen sich
dabei als Person wertgeschätzt und mit
ihren besonderen Begabungen als
gewürdigt erfahren. Höhepunkt dieser
gemeinsamen Unternehmung ist eine
Feier, in der die heranwachsenden Männer durch ihre Begleiter gesegnet werden.

Nähere Informationen beim
maennerbuero.augsburg@bistumaugsburg.de
Liebe Leserin, lieber Leser,
„Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer,
die Jesus begegnen.“ So lautet der erste Satz der oft als „Regierungserklärung“ bezeichneten Enzyklika „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus.
Selten hat in den vergangenen Jahrzehnten ein Apostolisches Lehrschreiben
mehr Resonanz gefunden als dieses Dokument, das alle Kirchenglieder ermuntert, die „ursprüngliche Frische der frohen Botschaft“ neu zu erschließen.
Papst Franziskus behandelt in der Enzyklika Themen, die ihm ein Herzensanliegen sind. Das Schreiben ist insgesamt ein Plädoyer für eine offene Kirche.
„Alle können in irgendeiner Weise am kirchlichen Leben teilnehmen, alle
können zur Gemeinschaft gehören, und auch die Türen der Sakramente
dürften nicht aus irgendeinem beliebigen Grund geschlossen werden.
Das gilt vor allem, wenn es sich um jenes Sakrament handelt, das ‚die Tür‘
ist: die Taufe.“ Menschen auf der Suche ertrügen nicht die „Kälte einer
verschlossenen Tür“, so Papst Franziskus.
„Evangelii gaudium“ ist ein bedeutender pastoraler Impuls. Einer, der
ankommt, und der in der Folge sicher auch Wirksamkeit zeigen wird. Er hilft,
die eingefahrenen Gleise gut in den Blick zu nehmen und neue Weichen zu
stellen.
Fürbittgottesdienst
für kranke Menschen
und ihre Begleiter
und Begleiterinnen
In St. Michael, in der Fußgängerzone der
Münchener Innenstadt, befindet sich ein
Reliquienschrein der heiligen Märtyrer
Kosmas und Damian. Sie gelten als Fürsprecher aller unheilbar Kranken und als
Schutzpatrone der Ärzte, Apotheker und
aller, die in Heilberufen tätig sind.
Jeden 3. Samstag im Monat, um 11.00
Uhr findet in der Kirche St. Michael ein
Fürbittgottesdienst für kranke Menschen
und diejenigen statt, die sie begleiten.
Anregungen für die konkrete Praxis in der Seelsorge sollen auch die Pastoralen
Impulse 2014 geben. Wir haben verschiedene Ideen von einfallsreichen Praktikern und Praktikerinnen gesammelt und zusammengestellt, um Ihnen
Anregungen zu geben, den Menschen in ihren unterschiedlichen Bezügen
die Freude am Evangelium wieder oder in neuer Weise zu erschließen.
Dass dies oft gelingen möge, wünschen wir Ihnen und freuen uns, wenn wir
Sie weiterhin oder wieder einmal bei uns in Freising begrüßen dürfen!
Dr. Anna Hennersperger
Dr. Rudolf Häselhoff
Dr. Barbara Haslbeck
Barbara Glassl
Jutta Messner
Bis eine Stunde vor dem Gottesdienst
können in ein Fürbittbuch vor dem Kosmas- und Damian-Schrein persönliche
Anliegen eingetragen werden. Dieses
Buch wird im Gottesdienst in einer
Prozession zum Altar geführt. Damit
bekommen die Anliegen Raum und
einen zentralen Platz.

PASTORALE IMPULSE 2014 | 3
Gemeinschaftsunternehmen Taufe
Ein Bericht aus der Pfarreien-Gemeinschaft Borgloh /Wellendorf
Die Feier der Kindertaufe steht oft in der
Spannung zwischen Anspruch und
Wirklichkeit: Taufe ist einerseits das erste
Sakrament und stellt den sichtbaren
Eintritt in die Gemeinschaft der Christen
dar. Taufe ist andererseits zu einer privaten Familienfeier geworden, bei der die
Taufe oft nur eine Gelegenheit für ein
schönes Beisammensein ist und das Kind
unter Gottes Segen gestellt wird. Mit
dem Ziel, Anspruch und Wirklichkeit
in besseren Einklang zu bringen, haben
wir uns in der Pfarreiengemeinschaft
Borgloh/Wellendorf (Diözese Osnabrück)
entschlossen, neue Wege in der Taufvorbereitung zu gehen.
Warum verändern?
Immer mehr Taufeltern konnten sich,
trotz vorangehender Gespräche, nicht
auf den tieferen Sinn der Taufe einlassen.
Häufig waren sie aufgrund ihrer Distanz
zur Kirche auch nicht mehr in der Lage,
die Feiern mitzugestalten. Den Anstoß zur
Entwicklung eines neuen Taufkonzepts
gab schließlich das neue Taufrituale im
Jahr 2007. Unser Ziel: Den Taufeltern soll
ein Zugang zur Bedeutung der Taufe
ermöglicht werden; sie sollen besser
verstehen, was es heißt, dass sie sich in
der Feier der Taufe dazu bereit erklären,
ihr Kind christlich zu erziehen.
Den Pfarrgemeinderäten der Pfarreiengemeinschaft wurde das neue Konzept
vorgestellt, das Akzeptanz fand.
Von der Idee zum Konzept
Wir Hauptamtlichen haben einen Seminartag zum neuen Taufrituale besucht.
Dort hat uns „Die Feier der Kindertaufe
in zwei Stufen“ im Anhang des Rituals
begeistert, da die anderen Sakramentenvorbereitungen (Erstkommunion- und
Firmvorbereitung)
ebenfalls
diesen
Wegcharakter verfolgen. Genau diesen
Aspekt wollten wir auch in der Taufkatechese deutlich machen. Besonders
die Segnungsfeier zu Beginn des Weges,
in der die Täuflinge mit Katechumenenöl
gesalbt werden, sollte einen besonderen
Stellenwert bekommen.
Zusammen mit einer Mitarbeiterin aus
dem Seelsorgeamt haben wir beiden
Gemeindereferentinnen
anschließend
die einzelnen Schritte der Ausbildung
von ehrenamtlichen Katecheten und
Katechetinnen überlegt und ausgearbeitet. Danach haben wir Katecheten
gesucht, indem wir Gemeindeglieder
persönlich angesprochen und durch
einen Aufruf im Pfarrbrief für unser
Anliegen geworben haben.
4 | PASTORALE IMPULSE 2014
Bei der Auswahl der Katecheten und
Katechetinnen waren uns folgende Kriterien wichtig: Sie sollten katholisch und
am kirchlichen Leben interessiert sein, selber Kinder haben und die Taufe ihrer Kinder erlebt haben; eine Altersbeschränkung gab es nicht.
Nach ca. drei Wochen lagen uns zwölf
positive Rückmeldungen vor, zehn davon
hatten wir persönlich angesprochen,
zwei hatten sich auf den Aufruf im Pfarrbrief gemeldet. Nach einem Informationstreffen hat sich eine Gruppe von
zehn Taufelternkatechet/innen gebildet.
In sechs Treffen, wovon eines ganztägig
war, haben wir, die Taufelternkatechet/
innen, die Gemeindereferentinnen und
die Mitarbeiterin aus dem Seelsorgeamt,
uns auf die neue Form der Taufelternkatechese vorbereitet. Grundlegend
war die Auseinandersetzung mit dem
eigenen Glaubensweg. Weitere Themen
waren: die veränderte Situation als
Familie nach der Geburt des Kindes, die
Taufsymbole, der Ablauf der Taufe und
die Bedeutung des Taufsakramentes.
Im Laufe dieses Prozesses entwickelten
die Katecheten und Katechetinnen ein
eigenes Konzept für unsere Pfarreiengemeinschaft.
In zwei weiteren Treffen wurde festgelegt, dass einmal im Monat ein fester
Vorbereitungs- und Tauftermin angeboten wird, monatlich örtlich wechselnd.
Dadurch
versuchen
wir,
mehrere
Familien, maximal vier Kinder pro Tauftermin, zusammenzuführen, um so
den gemeindlichen Aspekt der Feier und
den Gemeinschaftscharakter über die
Grenzen der einzelnen Familie hinaus
erfahrbar werden zu lassen. Die Taufen
selbst finden am Sonntagmorgen nach
dem Hochamt oder am Samstagnachmittag statt.
Die neue Form der Taufvorbereitung
wurde im Advent 2009 eingeführt und
startete durch die erste Anmeldung
eines Täuflings Anfang 2010.
Unser Konzept
Die Taufelternkatechese umfasst zwei
thematische Treffen mit den Eltern, die
Segnungsfeier für den Täufling und zum
Abschluss die Taufe.
Der Erstkontakt zwischen Tauffamilie
und Gemeinde läuft über die Pfarrbüros,
die die Termine für das Elterngespräch
mit dem Pfarrer vereinbaren. Es folgt ein
Hausbesuch des Pfarrers, bei dem auch
die Formalitäten erledigt werden.
Das erste Treffen mit den Taufelternkatechet/innen
findet
an
einem
Samstagnachmittag statt. Inhaltlich
stehen das gegenseitige Kennenlernen
der Tauffamilien, die Namensgebung
und die neue Familiensituation im
Mittelpunkt. Anschließend erwartet der
Pfarrer die Familien und Täuflinge in der
Kirche beim Taufbecken, um die Kinder
mit Katechumenenöl zu salben. Diese
Feier dauert ca. 30 Minuten und
beschließt den ersten Schritt des neuen
Weges. In der folgenden Woche werden
an einem Abend die Taufsymbole und
die Tauffeier thematisiert. Teile der
Tauffeier können dabei von den Eltern
gestaltet werden. Ein Wochenende
später findet die Tauffeier statt.
Begleitende Maßnahmen –
Rückmeldungen – Ausblick
Bekannt gemacht wurde das neue Konzept durch selbstgestaltete Flyer, die in
den Kindergärten, in einer Hebammenpraxis und einem Secondhand-Shop für
Babys/Kleinkinder ausgelegt wurden.
Außerdem hat der Pfarrer über die Taufe
gepredigt, und das Konzept wurde bei
verschiedenen gemeindlichen Veranstaltungen vorgestellt.
Zu Beginn haben erwartungsgemäß
viele Gemeindeglieder Skepsis und
Ablehnung geäußert. In einer Reflexionsrunde nach den ersten drei Treffen
meldeten die beteiligten Katechet/innen
zurück, dass die Eltern das Konzept nach
anfänglicher Skepsis sehr gut angenommen haben: Die Segnungsfeier wird als
Aufwertung der gesamten Taufe
empfunden, die Zusammenarbeit mit
den Taufkatechet/innen findet in einer
guten Atmosphäre statt und macht
Spaß. Erwachsene, die der Kirche eher
fern stehen, erfahren Sicherheit im
Ablauf der Taufe und können jetzt besser ihren Sinn verstehen. Insgesamt wird
die Einbindung in die Vorbereitung wie
auch in die Feier selbst als sehr positiv
beurteilt.
In Zukunft soll einmal im Jahr ein Treffen
der getauften Kinder und deren Familien
stattfinden, das mit einer Segensfeier
beginnen und mit einem gemütlichen
Beisammensein ausklingen soll. Damit
verbindet sich die Hoffnung, dass sich
dadurch evtl. neue (Familien-)Kreise
bilden, in denen sich die Familien gegenseitig stützen und zu einem lebendigen
Teil der Kirchengemeinde werden.

Mechthild Revermann,
Gemeindereferentin
Quelle: Gottesdienst 3/2012, 20-21.
„Heiteitei, tralala,
„Ein König hat Geburtstag“
Weihnachten ist wieder da!“
Kreativ-freche Töne zum „Fest aller Feste“
Bachs Weihnachtsoratorium für Kinder
Eine neue Generation von Kreativen denkt, lebt und arbeitet
noch stärker als früher grenzüberschreitend: nicht nur
stilistisch-ästhetisch, sondern auch inhaltlich-weltanschaulich.
Es lohnt sich daher, zu beobachten, wie heute christliche
Themen gesehen oder übersehen, gemixt, gesampelt oder neu
gerahmt werden.
Wenn Kinder in der Kirche immer nur „kindgerechte Lieder“
kennenlernen, kann leicht der Eindruck entstehen: „Religion –
das ist nur etwas für Kinder!“ Kein Wunder, dass spätestens mit
der Pubertät der Abschied von der Kirche vorprogrammiert ist!
Ein Beispiel: Seit Jahren sind in Nürnberg die adventlichen
„Engelesingen“-Konzerte restlos ausverkauft. Was als
experimentelles Insider-Projekt begann, hat längst Kultstatus:
Junge Profi-MusikerInnen des innovativen Vereins „Metropolmusik“ spielen selbstkomponierte schräge, ironische, tiefsinnige, skurrile, ernsthafte, freche oder doppelbödige Adventsund Weihnachtslieder – „garantiert kitschfrei und musikalisch
auf hohem Niveau zwischen allen Stühlen von Jazz, Rock, Pop
und der so genannten ‚ernsten’ Musik“ (so ein Kritiker). Beim
ersten Hören scheinen manche weit weg von der traditionellen
Weihnachtsbotschaft, manche bringen Facetten der Botschaft
ungeahnt neu zu Gehör, manche sind rabenschwarze Abrechnungen mit Weihnachtskitsch oder Konsumwahn. Spätestens
beim zweiten oder dritten Hören aber erweisen sich alle Lieder
als erstaunliche Zeugnisse einer intensiven, höchst kreativen
Suchbewegung zum Thema „Weihnachten heute“. Die Ergebnisse können sich hören lassen – und finden Resonanz.
Pastoral tätige Menschen können hier viel lernen!

Hörtipp: CD Engelesingen. Edition Metropolmusik Nr. 4.
Zu beziehen über www.metropol-musik.de
Max-Josef Schuster
Einen anderen Weg geht die Osnabrücker evangelischlutherische Kirchengemeinde St. Marien und ihr Kirchenmusikdirektor Carsten Zündorf: Unter dem Motto „Ein König hat
Geburtstag“ wird für Kinder und ihre Eltern eine kluge Kurzfassung des Weihnachtsoratoriums geboten – in nicht einmal
40 Minuten und mit Original-Auszügen für Chor, Solisten und
Orchester. Ein Sprecher verbindet die Teile, erklärt Bachs
musikalisch-theologische Absichten, stellt einzelne Instrumentalstimmen vor und erzählt wesentliche Stationen der Geburts-,
Hirten- und Magiergeschichte – immer (der Intention des
Oratoriums folgend) behutsam bezogen auf das Hier und
Heute der versammelten „Gemeinde“, die allerdings nicht
mehr nur aus „Christgläubigen“ besteht. Auch darauf nimmt
der Sprechtext Rücksicht.
Das Projekt scheint am Puls der Zeit zu sein: die Uraufführung war
innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Ein Live-Mitschnitt ist auf
CD erschienen und kann nicht nur als Geschenk, sondern auch als
pastorale Anregung dienen, selbst ähnliche Projekte zu wagen,
wenn die musikalischen Möglichkeiten dazu gegeben sind. 
Die CD (mit komplettem Text im Booklet) ist unter dem Titel
„Ein König hat Geburtstag“ im Label „Kaleidos Musikeditionen“
erschienen: www.musikeditionen.de
Weitere Informationen: www.musikanmarien.de
Max-Josef Schuster
Lesung der Leidensgeschichten am Karfreitagvormittag
Kirche unterwegs
im Stadtteil
Geboren wurde die Idee, um die Johanneskirche auf dem Freisinger Domberg mit mehr Leben zu erfüllen. Daraus entwickelte
sich eine eigenständige Veranstaltung am Karfreitagvormittag.
Zu Dritt lesen wir die Leidensgeschichten nach Matthäus
(26,1-27,66), Markus (14,1-15,47) und Lukas (22,1-23,56); Johannes wird ja bei der Karfreitagsliturgie am Nachmittag gelesen.
Wir sind keine professionellen Sprecher, aber das Sprechen vor
Zuhörenden gewohnt (Lektoren usw.). Die Übersetzung von
Fridolin Stier finden wir besonders geeignet, da sie sich – nahe
am Urtext – von der allzu geläufigen Einheitsübersetzung
abhebt. Beginn ist um 10:30 Uhr und Ende etwa um 12:00 Uhr.
Jeder liest einige Kapitel, etwa eine gute Seite, dann übernimmt
der nächste. Wir sitzen auf Stühlen im Chor der kleinen Kirche,
ausgerichtet auf das (leere) Kirchenschiff, in dem wir in lockerer
Anordnung etwa 12 Stühle aufgestellt haben. Ein Plakat vor der
Kirche lädt ein: „Karfreitag – 10:30 Uhr – Die Leidensgeschichte
– Offene Kirchentür – Treten Sie ein!“
Das ist so gewollt. Wir denken, dass die zufälligen Dombergbesucher einfach hereinschauen, vielleicht ein wenig zuhören
und dann wieder gehen. So geschieht es dann auch. Außerdem
werben wir mit einer Notiz in der lokalen Presse. Daher sind
auch Gäste da, die mehrere Leidensgeschichten hören. Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Vor allem auch das Vergleichen der
Texte regt zum Nachdenken an. Für uns selbst ist diese Lesung
inzwischen zu einem persönlichen Erlebnis geworden, auf das
wir nicht mehr verzichten möchten. 
Hans-Christoph Bartscherer,
Arbeitskreis Johanneskirche, Freising
Die Idee
Das mobile Café ist ein Angebot der Evangelischen Brückenschlag-Gemeinde (Köln-Flittard und Köln-Stammheim) in
Kooperation mit der ökumenischen Begegnungsstätte Lichtblick
Café + mehr. Ziel des Projektes ist es, als Gemeinde dorthin zu
gehen, wo die Menschen des Veedels (Stadtteils) sich aufhalten.
Dabei kommt man miteinander über „Gott und die Welt“ ins
Gespräch und auch Nachbarn lernen einander besser kennen.
Geringer Aufwand – große Wirkung
Der Aufwand ist gering: Ein oder zwei Mitarbeitende gehen
einmal pro Woche mit einem Bollerwagen an einen Spielplatz
oder anderen Treffpunkt im Stadtteil. Dort werden ein
Sonnenschirm bzw. Pavillon und Stühle aufgebaut und den
Passanten Getränke angeboten. Die Mitarbeitenden stehen für
Gespräche zur Verfügung. Für die Getränke (Kaffee und Wasser)
wird kein Geld genommen.

Für Nachahmer sind eine Packliste für das mobile Café und
weitere Informationen einsehbar unter:
www.brueckenschlag-gemeinde.de
PASTORALE IMPULSE 2014 | 5
Das Evangelium in einfachen
Worten bedenken
Wöchentlich liegen in der Stadtpfarre Gmunden
(Diözese Linz) Meditationen zum Sonntagsevangelium auf. Der geistliche Impuls erfreut
sich seit sechs Jahren großer Beliebtheit.
Weil die Stadtpfarre Gmunden für einen großen Beitrag zur
Landesausstellung 2008 keine Möglichkeiten hatte, entschied
sie sich für einen bescheidenen Impuls. Dieser aber war dafür
nachhaltig und er besteht bis heute. „Wir wollten während
des Ausstellungsjahres den Mitfeiernden nach den Sonntagsgottesdiensten ein Blatt mit dem Evangelium und einem kurzen Kommentar in die Hand drücken“, erzählt Pastoralassistentin Maria-Anna Kolmbauer vom Beginn der Aktion. Am
Ende der Überlegungen stand die Entscheidung, auf kurze
Texte zeitgenössischer Autoren und Autorinnen zurückzugreifen. So fand sich auf der einen Seite der Bibeltext des Sonntags, auf der anderen z.B. Gedanken von Pierre Stutz, Andrea
Schwarz oder Anselm Grün. Von Anfang an gingen die Zettel
weg wie die warmen Semmeln. So beschloss die Pfarre, über
die Ausstellungsdauer hinaus weiterzumachen – bis sich
niemand mehr einen Text nimmt. Das ist aber nicht der Fall.
Doch inzwischen hat sich das Konzept geändert. Da die Pastoralassistentin, die für die Textsuche verantwortlich war, in ihrem
Bücherstapel nicht immer fündig wurde, begann sie, selbst ab
und zu einen Impuls zu verfassen. Inzwischen macht sie das –
mit großer Freude – wöchentlich: „Ich bemühe mich abseits
der theologischen Fachsprache Gedanken zu formulieren, die
den Menschen helfen, das Evangelium mit dem Leben in Verbindung zu bringen.“ Bis zu 40 kopierte Blätter werden
wöchentlich schon ab Mittwoch im Kirchenvorraum aufgelegt.
Manche benutzen die Texte als Vorbereitung auf die Sonntagsmesse, andere zur Nachlese und wieder andere nehmen sie für
die „Jungen“ mit nach Hause, die nicht in den Gottesdienst
gehen. Maria-Anna Kolmbauer freut sich, dass ihre Gedanken
ankommen, auch wenn sie nicht immer gleich gut gelingen.
„Da muss man sich auch in Demut üben. So ist das Leben.“ Das
schönste Lob aber hat sie von einem Rechtsanwalt erhalten,
der ihr sagte: „Im Büro muss ich Juristendeutsch reden, bei der
Messe höre ich Kirchendeutsch, du schreibst, wie wir zu Hause
reden. Das tut gut.“

Quelle: KirchenZeitung Diözese Linz, 6. März 2014
Für Literaturinteressierte –
Internetportal zu
Theologie und Literatur
Auf http://www.theologie-und-literatur.de sind Informationen, aktuelle Hinweise und gut recherchierte
Literaturtipps zu finden. Diese Seite ist ein InternetAngebot der Deutschen Bibelgesellschaft in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Georg Langenhorst, Lehrstuhl
für Religionspädagogik und Religionsdidaktik an der
Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität
Augsburg.

6 | PASTORALE IMPULSE 2014
4 Elements on fire
Outdoor-Erlebnisnacht
für Gefirmte & deren Paten
Zu einem besonderen Outdoor-Event für Patinnen/Paten
und gefirmten Jugendlichen lud die KJ Salzburg an den
Prebersee bei Tamsweg im Lungau ein. Es sollte Erlebnisraum geschaffen werden, Zeit miteinander zu verbringen, sich besser kennenzulernen, über Gott und die Welt
zu reden und gemeinsam Spannendes zu erleben.
Geplant war überdies – so die Einladung im Flyer – ein
cooler Jugendgottesdienst im Freien.
Nähere Informationen unter
www.kj-salzburg.at/4elements
Kontaktperson: Lukas Födermair-Lagaard
Lukas.foedermair@jugend.kirchen.net
Werkzeuge für die Arbeit an der Zukunft:
Die „Utopia Toolbox.1“ der
Künstlerin Juliane Stiegele
Für alle, die Veränderungen und Zukunftsorientierung nicht als
technokratisch machbare Projekte empfinden, gibt es eine aufregende „Anstiftung zur radikalen Kreativität“: Die Utopia Toolbox.1 der international tätigen Künstlerin Juliane Stiegele, die
2007 auch in kirchlichen Kreisen Aufsehen erregte mit ihrem
Projekt „void_“ : der zeitweisen Freiräumung der Moritzkirche
in Augsburg (vgl. Pastorale Impulse 2007: Geheimnis-voller LeerRaum).
„Welche offene Frage bewegt Sie am meisten?“
Juliane Stiegele ist davon überzeugt: Kreativität ist eine der
wichtigsten Ressourcen, um auf Situationen der Gegenwart und
Herausforderungen der Zukunft wirkungsvoll eingehen zu
können. Ihr 455 Seiten dickes, künstlerisch ansprechend gestaltetes Buch versteht sie als „Feuerwerk an Texten, Bildwerken,
Gesprächen, Zitaten und Do-it-yourself-Aktionen“, als Praxisbuch mit leeren Seiten für eigene Ideen. Gerade weil hier keine
neuen pastoralen Konzepte oder theologischen Grundsatzfragen dargeboten werden, sondern unzählige scheinbar
fachfremde Stimmen zu Wort kommen – von Dante Alighieri
und Joseph Beuys über Hans-Peter Dürr und Gert Heidenreich,
John Maynard Keynes und Anais Nin bis zu Rainer Maria Rilke,
Albert Schweitzer und Götz W. Werner – kann die Lektüre den
Kopf frei räumen, die Sinne schärfen, eingefahrene Wahrnehmungsmuster in Frage stellen, neue Perspektiven aufreißen –
und die Lust wecken, neugieriger und mutiger als bisher auch
pastoral zu denken und zu forschen, zu planen und zu handeln.
„nowhere – now here“
Auch wenn nicht alle Beiträge das insgesamt hohe Niveau erreichen, kann das Buch doch uneingeschränkt empfohlen werden
als (theologisch gesprochen) „prophetische Werkzeugkiste“: es
enthält ermutigende prophetische Zeugnisse und Aktionen, stiftet aber vor allem dazu an, selbst prophetisch tätig zu werden.
Genau das dürfte ganz im Sinne unseres Herrn und Meisters
sein! 
Nähere Informationen:
www.utopiatoolbox.org und www.juliane-stiegele.de
Max-Josef Schuster
Keiner geht allein
Begleitung „einsamer“ Beerdigungen
Immer mehr Menschen verbringen die
letzten Jahre ihres Lebens alleine. Diese
Einsamkeit setzt sich bis ans Grab fort. Die
Seelsorger in der Pfarrei St. Severin in der
Kölner Südstadt (Erzdiözese Köln) – einer
Gemeinde mit zahlreichen Altenheimen –
machen die Erfahrung, dass sie immer
häufiger den Sarg oder die Urne alleine
auf dem letzten Gang begleiten.
Die Gründe für diese Entwicklung liegen
auf der Hand: Familien mit weniger Kindern, kinderlose Ehen, Leben als Single,
die steigende Lebenserwartung. Der Lebenspartner stirbt. Sehr hohes Alter führt
häufig dazu, dass die letzten Jahre in einem Seniorenheim und/oder auf einer
Pflegestation gelebt werden müssen, insbesondere dann, wenn man alleinstehend
ist. Der Umzug ins Altenheim lässt bestehende nachbarschaftliche Beziehungen
schnell verkümmern, die Nachricht vom
Tode erreicht die ehemaligen Nachbarn
nur selten. Das Pflegepersonal hat dank
der Leistungsvorgaben nicht mehr die
Zeit, an einem Begräbnis teilzunehmen.
Da häufig die vorhandenen Ersparnisse
und die eigenen Rücklagen für die Bestattung zur Pflege genutzt werden müssen,
steht am Ende oft eine Sozialbeerdigung:
Einäscherung, wenn nicht anders ausdrücklich festgelegt, anonyme Bestattung,
keine Begleitung, kein Gebet, keine
Blume, von Kerzen ganz zu schweigen.
Ein christliches Begräbnis drückt zeichenhaft aus, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist, wertvoll und damit in den Augen
Gottes unersetzbar. Als „sein Kind“ verdient jeder Verstorbene hohen Respekt.
Um dem gerecht zu werden, schrieb eine
Kirchenordnung aus den Anfängen unserer Kirche vor, dass ein Diakon jeden Morgen am Strand entlang zu gehen hatte,
um die angeschwemmten Leichen Ertrunkener würdig zu bestatten. Die gleiche
Überzeugung lag den Beerdigungsbruderschaften und speziellen Orden zugrunde,
die im Mittelalter auch in Köln existierten,
und deren alleinige Aufgabe es war, für
jeden Menschen eine würdige Bestattung
sicherzustellen.
Eine solche Begräbnisbruder/schwesternschaft hat sich im Jahr 2009 in der Pfarrei
St. Severin auf Initiative des Diakons und
der Pfarrcaritas-Verantwortlichen konstituiert. Der Caritas-Kreis lädt seither Gemeindemitglieder ein, unter dem Leitwort
„Keiner geht allein“ einsame Beerdigungen zu begleiten. Nach sehr kurzer Zeit
fanden sich zehn Personen bereit dazu,
inzwischen ist der Kreis auf annähernd
zwanzig Frauen und Männer angewachsen. Es sind Menschen mit unterschiedlich
starker Kirchenbindung, und es sind Menschen unterschiedlichen Alters, vornehmlich ältere. Allen gemeinsam ist der
Wunsch, ein Zeichen der Verbundenheit
und der Wertschätzung für die unbekannte verstorbene Person zu setzen.
Wichtig ist einigen auch die Gelegenheit,
sich bei dieser Begleitung mit dem eigenen Sterben und Tod auseinanderzusetzen.
Eine koordinierende Person aus dem Caritaskreis informiert über Email oder Telefon-Stafette, wenn eine entsprechende
Bestattung ansteht. In der Anlaufphase
nahmen vier oder fünf Personen an einer
Beerdigung teil, inzwischen folgen zehn
bis fünfzehn Personen dieser „Begräbnisbruder/schwesternschaft“ in unterschiedlicher Zusammensetzung der Einladung –
unabhängig von Jahreszeit und Wetter.
Alle Anwesenden bringen eine Rose mit
als Zeichen dafür, dass die Gemeinde die
Verstorbene/den Verstorbenen nicht vergessen hat und wird. Mehr als 40 Beerdigungen wurden bisher in dieser Weise begleitet, im Durchschnitt etwa eine im
Monat. Nicht selten trinkt man nach der
Beerdigung noch miteinander einen Kaffee und tauscht sich über die Erfahrungen
aus.
Der Gang zum Grab beginnt mit einem
Gebet an der Trauerhalle. Als Zeichen unseres Glaubens und unserer Hoffnung
trägt ein Mitglied der Begleitergruppe ein
Kreuz mit auf dem Weg zum Grab. Das ist
in unseren Tagen nicht mehr selbstverständlich. Bislang gibt es (noch) eine Scheu,
die Urne selbst zu tragen; sie wird auf einem Wagen gefahren, und die Begleiter/
innen legen ihre Rose um die Urne, die
sonst sehr einsam und schmucklos bleibt.
Der Weg zum Grab ist schweigend.
Am Grab findet die gleiche Trauerfeier
statt, wie sie auch in der Trauerhalle stattgefunden hätte. Allen Seelsorgern ist es
wichtig, im Vorfeld etwas herauszufinden
über das Leben und die Persönlichkeit des
verstorbenen Menschen. Das ist nicht selten mit großem Aufwand verbunden,
aber es erweist sich als ungemein wichtig.
Nur mit dem Erzählen und Benennen sei
es noch so kleiner Begebenheiten und Informationen gewinnt der/die Tote ein
menschliches Antlitz und erschöpft sich
nicht in einem Namen. Nach der Liturgie
am Grab wird eine 24-Stunden-Kerze angezündet, in der Dunkelheit ein Zeichen
des Nicht-Vergessen-Seins. Die mitgebrachten Rosen bilden einen kleinen
Kranz um die Urne herum...
Mit dieser Begleitung zum Grab durch
Mitglieder der Gemeinde unter dem Kreuz
wird die Vorstellung durchkreuzt, am
Ende menschlichen Lebens stehe die Verendung, und wird die Hoffnung auf Vollendung sichtbar gemacht. Es wird auch die
Vorstellung durchkreuzt, ein Leben könne
ohne Bedeutung und Wert sein, und die
Überzeugung, dass jeder Mensch für Gott
unersetzbar ist, zum Ausdruck gebracht.
Es wird auch die Vorstellung durchkreuzt,
jeder sei für seine Einsamkeit selbst verantwortlich, und nach Jesu Beispiel wird der
Verzicht auf Urteil und Verurteilung angemahnt. Damit wird nicht zuletzt auch die
Vorstellung durchkreuzt, Sinnlosigkeit
und Zufall bestimme das menschliche Leben, und es wird der Glaube an einen liebenden Gott verkündet, der jeden von uns
zu einem guten Ende führen wird.

 Barthel Schröder/Ingrid Rasch
Quelle: Pastoralblatt 12/2013, S. 375-376.
Bibelclouds – Die Bibel anders sehen
Die Bibel, einmal überraschend anders dargestellt: Bibelclouds schaffen einen
Zugang zur Bibel, der auch Jugendliche und junge Erwachsene anspricht.
Wer die Bibel von vorne bis hinten lesen will, muss ausdauernd sein. Sogenannte
Tagclouds, eine aus dem Internet stammende Darstellungsform, bieten eine
Alternative. Tagclouds sind Grafiken, die verblüffend einfach den wesentlichen
Gehalt eines Textes auf den Punkt bringen. Begriffe werden entsprechend der
Häufigkeit ihres Vorkommens im Text unterschiedlich groß dargestellt.
Martin Wolters nutzt diese Methode und stellt jedes biblische Buch in einer
„Bibelcloud“ dar. Das erlaubt eine Begegnung mit biblischen Texten, wie sie
bisher nicht möglich war: visuell ansprechend, modern und überraschend
anders.
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PASTORALE IMPULSE 2014 | 7
Der Kaffee ist fertig!
In der PG St. Christophorus Sulzbach
werden die Taufeltern zum Frühstück eingeladen.
Sonntagmorgen. Der zarte Duft von
Kaffee und Brötchen liegt in der Luft.
Mehrere junge Eltern mit Kindern
genießen um einen schön gedeckten
Tisch die entspannte Atmosphäre und
das leckere Frühstück. Die älteren Kinder schauen schon einmal neugierig in
den Nebenraum, wo die Kinderbetreuung auf sie wartet.
Seit diesem Jahr laden Frauen und
Männer der Pfarreiengemeinschaft
St. Christophorus Sulzbach (Diözese
Würzburg) Eltern mit ihren Säuglingen
als Vorbereitung auf die Taufe zu einem
gemeinsamen Frühstück ein. Als über
eine neue Form der Taufvorbereitung
nachgedacht wurde, war für Pfarrgemeinderäte von Anfang an klar, dass
die Situation junger Eltern ernst
genommen werden sollte. Sie wollten
ein Angebot konzipieren, dass Eltern
mit einem Säugling nicht als zusätzliche
Belastung empfänden, sondern als
Bereicherung.
Dabei waren eigene Erfahrungen
genauso richtungsweisend wie die
Angebotsgestaltung von Hebammenpraxen, Krabbelgruppen und familienfreundlichen Restaurants.
Eine Gruppe junger Eltern verfolgte das
Konzept weiter und einigte sich am
Ende auf das gemeinsame Frühstück am
Sonntagmorgen als Beginn der Taufvorbereitung. Die Taufvorbereitung
sollte dabei als Kontaktplattform
dienen, auf der sich junge Eltern kennen lernen und miteinander in den
Austausch kommen über das, was
ihnen gemeinsam ist: Die Geburt eines
Kindes und der Wunsch, es taufen zu
lassen. Die Betreuung der älteren
Geschwisterkinder, säuglingsgerechte
Einrichtung
des
Pfarrheims
mit
genügend Platz für Kinderwägen, ein
ansprechend gedeckter Tisch und gutes
Frühstück wurden dabei ebenso als
grundlegend
betrachtet
wie
die
Haltung der Offenheit und Gastfreundschaft gegenüber allen, die ihr Kind zur
Taufe angemeldet hatten.
Als Katecheten fanden sich sechs
„Tandems“, jeweils zwei Frauen oder
Männer, die bei einem gemeinsamen
Tag von Diözesanreferent Klaus Becker
inhaltlich wie methodisch auf ihre
Aufgabe vorbereitet wurden.
8 | PASTORALE IMPULSE 2014
Diese Sonntagmorgen – sechs in einem
Jahr – gliedern sich in zwei Teile:
Nach einem ausgiebigen Frühstück
laden die beiden Taufkatecheten die
Eltern und Paten in den Stuhlkreis ein.
Anschaulich erschließen sie im Gespräch
die Zeichen und Symbole der Taufe,
deuten das Leben und bringen es in seiner Vielfalt mit Botschaft und Leben
Jesu in Verbindung. Dabei eröffnen sie
sensibel einen Raum für all das, was
Eltern im Blick auf ihr Kind beschäftigt.
Am Ende des Vormittags wird es ganz
praktisch: Die Eltern erhalten einen
Materialkoffer zur Gestaltung der Tauffeier mit Liedheften, Gebetsvorschlägen
und weiteren Ideen. Jetzt sind sie
gefragt, sich zu organisieren, sich
abzusprechen und Kontaktdaten auszutauschen. Zehn Tage später folgt ein
zweites Treffen mit dem Pfarrer, bei
dem es um den Ablauf der Tauffeier
geht und die konkrete Gestaltung der
Liturgie vereinbart wird.
Die Rückmeldungen auf die beiden
ersten
Taufelternfrühstücke
waren
durchweg positiv, vor allem die offene
Gesprächsatmosphäre, die anschauliche
Erarbeitung der Zeichen und Symbole
der Taufe sowie das leckere Frühstück
wurden gelobt. Als Zwischenbilanz ist
ein kleiner Trend für Katecheten wie
Hauptamtliche interessant: Entgegen so
mancher Befürchtung lassen sich die
Eltern nicht nur auf die beiden Vortreffen ein, sondern auch auf den
gemeinsamen Tauftermin, selbst wenn
er nicht in der Heimatkirche ist oder ein
anderer eigentlich günstiger wäre.
Auch die Alternative und bisherige Praxis, das Kind im Sonntagsgottesdienst
taufen zu lassen, erschien den bisherigen Eltern weniger attraktiv als das
gemeinsame Fest am Ende dieses
kleinen gemeinsamen Weges. Wahrscheinlich stimmt es doch, was der
Exeget Franz Mussner knapp und
präzise formuliert hat: „Christ sein
heißt, miteinander essen”.

KONTAKT:
Andreas Bergmann, Pastoralreferent
Andreas.Bergmann@Bistum-Wuerzburg.de
Quelle:
Themenheft der Hauptabteilung Seelsorge
Bistum Würzburg, Heft 3/April 2013, S. 42-43.
Sonntagsevangelien
in „Leichter Sprache“
„Leichte Sprache“ ist ein Fachbegriff
in der Arbeit mit Lernbehinderten
und Demenzkranken sowie mit
Menschen, die Sprach- oder Leseschwierigkeiten haben. Texte in
„Leichter Sprache“ sind kurz und
entwickeln Sinnzusammenhänge in
kleinen Schritten, sie sind möglichst verbal (nicht substantvisch)
formuliert, sie beschränken sich auf
einen Grundwortschatz und vermeiden Fremdwörter und Abkürzungen.
Texte in „Leichte Sprache“ zu formulieren ist nicht einfach. Noch
schwieriger ist es, fremdsprachige
Texte ins Deutsche in „Leichte
Sprache“ zu übertragen.
Das Katholische Bibelwerk Stuttgart
bietet seit Advent 2013 unter
www.bibelwerk.de die Sonntagsevangelien in „Leichter Sprache“
an.
Nach dem Text des Evangeliums in
„Leichter Sprache“ findet man
jeweils allgemeine Hinweise für diese
besondere Art der Übersetzung
sowie Erläuterungen speziell zur
jeweiligen Perikope. Darauf folgen
Links
zu
fachexegetischen
Erschließungen.

Quelle: Gottesdienst 4/2014, S. 38
Begegnung verändert – Integration gelingt!
Ein Modellprojekt mit muslimischen Familien
Es lohnt sich, das Ungewöhnliche zu wagen; es lohnt sich, Partei zu ergreifen und sich zu
engagieren! Pastoralreferentin Brigitte Hofstätter berichtet von einem gelungenen Modellprojekt zur Integration muslimischer Familien in einer Würzburger Pfarrgemeinde.
In Würzburg leben etwa 3.500 Muslime;
ein größerer Teil davon im Stadtteil Lindleinsmühle. Viele muslimische Frauen
leben zurückgezogen; sie sprechen zu
schlecht Deutsch, um sich um ihre Angelegenheiten in Kindergärten, Schulen oder
Behörden oder auch bei Ärzten kümmern
zu können. Angesichts dieser Ausgangssituation wurde ein Projekt im Lebensraum muslimischer Familien initiiert.
Von der Idee zur Konkretion
Kinder zu fördern, ist ein weiteres Tor zur
Integration. Deshalb wurde außerschulische Hausaufgabenhilfe für Grund-,
Haupt- und Realschüler in Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen
organisiert. Die Projektleiterin moderierte
Lehrer-Eltern-Schüler-Gespräche
an Schulen, Horten und Kindergärten
und bahnte Wege für Einzelfallbetreuungen.
Inzwischen wurde das Integrationsprojekt sogar um mehrere Angebote
erweitert: Neben dem Sprachkurs gibt es
Frauenschwimmen,
eine
WalkingGruppe, Nachhilfeangebote, kulturelle
Programme und vieles mehr. Selbst ein
Besuch im Bayerischen Landtag mit einer
Begegnung mit der Landtagspräsidentin
Barbara Stamm stand schon auf dem
Programm. Mit Tränen in den Augen
sagte eine muslimische Frau: „Vor
einigen Jahren lebte ich noch in der
Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Heute stehe ich neben der Landtagspräsidentin!“
Durch das Modellprojekt wurde auch
Vertrauen zur Erziehungsberaterin aufDie Idee ging von einer Mitarbeiterin der
gebaut, so dass muslimische Familien zur
städtischen Erziehungsberatungsstelle
kommunalen Erziehungsberatungsstelle
und der damaligen Pfarrbeauftragten
Kontakte aufnahmen, die dieses Unteraus. Beide boten zusammen ein Mütterstützungsangebot bisher nie in Anspruch
cafe im Kinderhaus St. Albert, einer
Rückenwind für das Projekt
genommen hatten. Neben Vorträgen
Kindertagesstätte in Trägerschaft der
Wichtig war, dass in der Startphase eine
Pfarrei, an. Dort lernten sie
Person gefunden wurde, die
eine muslimische Frau mit
sowohl in der muslimischen als
einem abgeschlossenen Gerauch in der deutschen Kultur
manistikstudium
kennen.
zu Hause war. So konnte sehr
„Diese
Frau
ist
schnell sowohl das Vertrauen
bestens geeignet als Brückender muslimischen Frauen und
bauerin zwischen der musliFamilien als auch der deutmischen und der deutschen
schen
Kooperationspartner
Kultur!“, dachten die zwei
gewonnen werden. Dieses
Frauen. Gegenseitig bestärkVertrauen wurde auf alle
ten sie sich, um ein Modellanderen
Bezugspersonen
projekt
zur
Integration
übertragen, so dass eine sehr
muslimischer Familien zu entkonstruktive Zusammenarbeit
wickeln – unter Federführung
entstanden ist. Mehrmals
genau dieser muslimischen
wurde die Projektleiterin in
Frau, die als Projektleiterin
die Pfarrversammlung der
gewonnen werden konnte.
Gemeinde eingeladen, um
Als Bündnispartner zur Finanüber die Entwicklung zu
zierung holte man die
berichten. Dadurch wurde das
Caritasstiftung
ins
Boot.
Modellprojekt zu einem AnlieAußerdem wurde das Projekt
gen der gesamten Pfarrei, die
mit dem Sozialreferat der
stolz darauf war, diesen ungeStadt Würzburg vernetzt. Frauen aus dem Würzburger Modellprojekt zu Gast bei Barbara Stamm wöhnlichen Weg zu gehen.
So konnte das Schlagwort (Mitte) im Bayerischen Landtag.
„Integration“, das politisch
Die Kirche ist gesandt, Salz
und sozial Verantwortliche seit 2005 im
der Erde und Licht der Welt zu sein. Wo
einer Mitarbeiterin der ErziehungsMunde führen, mit Leben erfüllt und in
ein wenig mehr Hoffnung bei ausgeberatungsstelle
zu
psychosozialen,
die Tat umgesetzt werden: zum Wohl
grenzten Menschen wächst, dort breitet
gesundheitlichen
und
schulischen
der muslimischen Kinder und ihrer Famisich das Reich Jesu Christi aus - das Reich
Themen wurden Einzelberatungen zu
lien im Würzburger Norden.
Jesu Christi als Tor zum Leben für alle
Erziehungs- und Entwicklungsfragen von
Menschen. Deshalb lohnt es sich, das zu
Kindern durchgeführt. Ein Elterntraining
tun, was Papst Franziskus den Priestern
fand in Kooperation mit dem KinderSprache, Information und
und der gesamten Kirche ins Stammbuch
schutzbund
statt.
Behördengänge,
Begegnung: Tore zur Integration
schreibt: Herauszugehen aus der bürobeispielsweise zur SchwangerenberaEin Deutsch-Sprachkurs für muslimische
kratischen Mentalität, aus der „Komforttungsstelle oder zum Arbeitsamt, waren
Frauen fand zweimal in der Woche statt.
zone“, in der alles Routine, altbekannt
fester Bestandteil des Trainings.
Kinder unter drei Jahren wurden in der
und ungefährlich ist. Herauszugehen an
benachbarten Krabbelstube betreut. Die
die „Ränder“ – und dort etwas zu riskieKursteilnehmerinnen lernten über die
Das Wunder geschieht
ren. Es lohnt sich!

Lerninhalte auch die deutsche Kultur und
Unklar war, ob und wie das Projekt
Brigitte Hofstätter
Tradition kennen. Die Begegnung der
weitergeführt werden konnte, weil die
Kontaktadresse:
Kulturen fiel leicht bei Koch- und BackProjektleiterin aus beruflichen Gründen
Katholisches Pfarramt St. Albert
projekten mit ehrenamtlich engagierten
wegging. Es gelang, weil die Kommune,
Frankenstr. 21
Frauen aus der Pfarrei.
die dieses Projekt sehr aufmerksam
97078 Würzburg
verfolgte, als Kooperationspartner und
Unterstützer gewonnen werden konnte.
Email: brigitte.hofstaetter@bistum-wuerzburg.de
PASTORALE IMPULSE 2014 | 9
PASTORALE IMPULSE 2014
me h rtei l i g er K urs :
Kursleitung:
Peter Ammann
Thomas Kammerer
Einführungskurs
mit Praxisfeld:
Mo 13.10.2014, 10 Uhr bis
Fr 17.10.2014, 15 Uhr
Praxisreflexion und
Vertiefung:
Mo 16.03.2015, 10 Uhr bis
Fr 20.03.2015, 17 Uhr
Anmeldung bis 30.08.2014
Kursgebühr:
€ 1300,–
(o. Üb./Verpfl.)
Teilnehmer:
max. 12
Veranstaltungsort:
Klinikum der TU München
Kursangebot ab Herbst 2014
In den folgenden Kursen sind derzeit noch Plätze frei. Bei manchen Kursen gibt
es noch eine ausführlichere Kursausschreibung, die Sie bei uns anfordern oder auf
unserer Homepage www.TheologischeFortbildung.de abrufen können. Dort finden
Sie auch Angaben zu den ReferentenInnen.
Traumland Intensivstation
Als Seelsorger(in) zwischen den Welten
Zweiteiliger Kurs in Kooperation mit dem Fachbereich
Krankenhausseelsorge der Erzdiözese München und Freising
Auf den Intensivstationen befinden sich Menschen in vitalen Grenzsituationen,
Menschen, die ohne diesen (vom Menschen geschaffenen) Raum nicht (mehr) leben
würden. Unsicherheit, Angst, Sorge und Hoffnung sind wohl die primären Gefühle,
die Patienten und Angehörige, aber auch das Personal in diesen Räumen in je eigener
Weise bestimmen.
Welche Rolle haben Seelsorgerinnen und Seelsorger in diesen Prozessen? Wie nähern
wir uns Menschen, deren Kommunikation nicht über die Sprache erfolgt, um sie in
dieser Zeit geistlich zu unterstützen? Wie finden wir eine Orientierung?
Der Kurs ist für Krankenhausseelsorger(innen) gedacht, die in einer Klinik mit
Intensivstation oder einer vergleichbaren Einrichtung mit Patienten in Koma und
veränderten Bewusstseinszuständen arbeiten.
Ein sechswöchiger KSA-Kurs (oder Äquivalent) ist Voraussetzung zur Teilnahme.
Die weiteren Details des Kurses sowie zur Anmeldung entnehmen Sie der Ausschreibung, die Sie bei unsanfordern oder auf unserer Homepage oder unter
www.traumland-intensivstation.de als PDF-Datei abrufen können.
E i n z elkurse
Kursleitung:
Matthias Holzbauer
Dr. Andreas Müller-Cyran M.A.
Seelsorge für Einsatzkräfte
Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen
in Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr.
Mo 20.10.2014, 14 Uhr bis
Fr 24.10.2014, 13 Uhr
Seelsorger und Seelsorgerinnen werden immer wieder von Einsatzkräften aus Feuerwehr,
Rettungsdienst und Polizei um seelsorgliche Begleitung nach extremen Erfahrungen
gebeten.
Der Kurs vermittelt Fähigkeiten und Kenntnisse, um sowohl einzelne Einsatzkräfte zu begleiten
als auch strukturierte Gruppeninterventionen (‚Debriefing‘, Einsatznachbesprechung) durchzuführen. Die dazu hilfreichen humanwissenschaftlichen Grundlagen (Psychotraumatologie)
werden erarbeitet. Ebenso werden die Chancen und Möglichkeiten der Betreuung aufgezeigt
und spezifische Gefahren und Grenzen einschätzen gelernt. Vorschläge, wie der/die Seelsorger/
in im Unterricht vor Einsatzkräften das Thema aufgreifen kann, werden in den Blick genommen.
Schließlich soll im Kurs nicht nur über Einsatzkräfte gesprochen werden, sondern es wird die
Möglichkeit zum Gespräch und Austausch mit Einsatzkräften geben.
Arbeitsformen: Inputs, Gruppenarbeit, Rollenspiele zur Einübung von Einzel- wie Gruppeninterventionen.
Der Kurs wird anerkannt als SbE-Kurs I und II (nach SbE-Bundesvereinigung e.V.) und als BasisCISM-Kurs der International Critical Incident Stress Foundation (identisch mit Critical Incident
Stress Management Basis-Kurs).
Anmeldung bis 20.09.2014
Kursgebühr und
Anzahlung: € 130,–
Pensionskosten: € 216,–
10 | PASTORALE IMPULSE 2014
PASTORALE IMPULSE 2014
E i n z elkurse
Referent:
P. Dr. Martin Maier SJ
Eine arme Kirche für die Armen
Impulse aus Lateinamerika
Di 04.11.2014, 14 Uhr bis
Do 06.11.2014, 13 Uhr
Wenige Tage nach seiner Wahl brachte Papst Franziskus zum Ausdruck, wie sehr er
sich eine arme Kirche für die Armen wünsche. Schon als Erzbischof von Buenos Aires
nannte man ihn den Kardinal der Armen. Damit machte er sich zum Anliegen, was
sich die Kirche in Lateinamerika im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil zum
Programm gemacht hatte: die vorrangige Option für die Armen.
P. Martin Maier SJ, der seit 25 Jahren in einem intensiven Austausch mit der Kirche
und Theologie Lateinamerikas steht, wird in dieser Fortbildung den spirituellen und
theologischen Wurzeln der Option für die Armen nachgehen und nach deren Bedeutung für uns fragen.
Besondere Aufmerksamkeit wird dabei Erzbischof Oscar Romero aus El Salvador
geschenkt, der 1980 wegen seines Kampfes für Glaube und Gerechtigkeit am Altar
ermordet wurde.
Anmeldung bis 04.10.2014
Kursgebühr und
Anzahlung: € 120,–
Pensionskosten: € 108,–
Referentin:
Prof. Dr. Barbara Schmitz
Judit – fromme Frau oder femme fatale?
Ein Modell für die Gottesrede im 21. Jahrhundert
Mi 22.10.2014, 14 Uhr bis
Fr 24.10.2014, 13 Uhr
Ein brisanter Stoff, in Kunst und Literatur von der Renaissance bis zur Gegenwart
höchst unterschiedlich bearbeitet: Judit ermordet im gegnerischen Lager den trunkenen General Holofernes auf seinem eigenen Bett. Judit – eine fromme Frau oder
eine femme fatale?
In der biblischen Erzählung geht es allerdings nur vordergründig um eine reißerische
Story. Die Geschichte fragt tiefgründig nach Gott. Judit zeigt, was es bedeutet,
in einer aussichtslosen Situation an den Gott Israels zu glauben, der den Kriegen ein
Ende setzt: Sie handelt – und rettet dadurch ihr Volk aus größter Not.
Die Fortbildung erweist die Aktualität dieser antiken Geschichte und ihr fast modern
anmutendes Gottes- und Weltverständnis. So kommt Gott im Buch Judit als handelnde Person nicht vor. In gemeinsamer Lektüre der Judit-Erzählung entdecken Sie
modellhaft, wo und wie in der heutigen scheinbar gottfernen Welt Gott „ins Spiel“
kommt – in Verkündigung und entschiedener Praxis. Außerdem erscheint Judit
nicht als niedergedrückte Witwe, sondern als eine völlig souveräne, unabhängig
handelnde Frau in einer gewalttätigen Männerwelt. Welche Zumutungen ergeben
sich daraus für Rollenzuschreibungen von Frauen und Männern?
Anmeldung bis 22.09.2014
Kursgebühr und
Anzahlung: € 150,–
Pensionskosten: € 108,–
Referent:
Dr. Hubert Klingenberger
Strukturierte Offenheit –
Nähe und Distanz in der Seelsorge
Mo 17.11.2014, 14 Uhr bis
Mi 19.11.2014, 13 Uhr
Nah am Menschen, aber nicht zu nah! So lässt sich die Haltung vieler Seelsorger/innen
beschreiben, mit der sie den Gemeindemitgliedern und Begleitung Suchenden
begegnen sollen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Menschen (zu) nahe zu kommen:
sozial, spirituell, körperlich…
Und umgekehrt machen Seelsorger/-innen immer wieder die Erfahrung, dass
Gemeindemitglieder ihnen zu sehr „auf die Pelle rücken“ und die notwendige
Distanz vermissen lassen. Abgrenzung ist nötig – wenn da nicht die Sorge wäre,
andere „vor den Kopf zu stoßen“.
In diesem Seminar geht es neben der sachlichen Auseinandersetzung mit Themen wie
Macht und Achtsamkeit auch um die Reflexion der eigenen Bedürfnisse nach Nähe
und/oder Distanz. Weiterhin wird gefragt, wie asymmetrische Beziehungen (zwischen
Seelsorger/-in und Gemeindemitglied) verantwortungsbewusst gestaltet werden
können. Die Teilnehmenden gewinnen so Sicherheit im alltäglichen Umgang mit
Gemeindemitgliedern oder Unterstützungsuchenden und schützen ihre eigenen
Bedürfnisse und Werte.
Anmeldung bis 17.10.2014
Kursgebühr und
Anzahlung: € 155,–
Pensionskosten:
€ 108,–
PASTORALE IMPULSE 2014 | 11
E i n z elkurse
Referentin:
Dr. Annemarie Bauer
Kursleitung:
Anne Kurlemann
Mi 19.11.2014, 10.30 Uhr bis
Fr 21.11.2014, 13 Uhr
Anmeldung bis
19.10.2014
Kursgebühr und
Anzahlung: € 140,–
Pensionskosten: € 120,–
Referentinnen:
Ulrike Gerdiken
Anneliese Kunz-Danhauser
Kursleitung:
Anne Kurlemann
Di 02.12.2014, 14.00 Uhr bis
Do 04.12.2014, 13.00 Uhr
Anmeldung bis
02.11.2014
Kursgebühr und
Anzahlung: € 110,–
Pensionskosten: € 108,–
Was meinem Leben Richtung gibt
Eine persönliche Standortbestimmung
Kirchliche MitarbeiterInnen arbeiten viel und mit hohem persönlichen Engagement.
Nicht selten werden ihnen Aufgaben gegeben, die sie sich nicht ausgesucht haben:
die Arbeit in großen pastoralen Räumen – ein Arbeitsfeld, das unbedingt abgedeckt
werden muss – die personelle oder organisatorische Verantwortung für komplexe
Arbeitsstrukturen.
In diesem Kurs können Sie Ihren Blick wenden: weg von der Menge pastoraler Anforderungen hin zu Ihren persönlichen spirituellen Quellen. Die eigenen Grundwerte,
Fähigkeiten und Stärken kommen wieder neu in den Blick. Das sind Orientierungspunkte für Ihre Lebensgeschichte und Ihre berufliche Laufbahn. Aus tiefer persönlicher
Überzeugung getroffenen Lebens- und Berufs-Entscheidungen sind wichtige Wegmarken, gerade wenn es ansteht, sich neu zu orientieren. Mit Hilfe gestalttherapeutischer
Methoden stellen Sie sich den Fragen: Womit bin ich zufrieden? Was möchte ich noch
erreichen? Ziel ist es, dass Ihre persönliche und berufliche Biographie nicht nur wächst,
sondern sich zu einer neuen, stimmigen Identität zusammenfügt.
Frauenvielfalt ist Frauenstärke –
Ermutigung durch die „Philosophie“ des „affidamento“
Eine Philosophie von Frauen für Frauen? Ist so etwas denn alltagstauglich?
In Mailand und Verona haben sich in den 70er- und 80er Jahren Philosophinnen mit der
Frage auseinandergesetzt, welche Bedeutung weibliche und sexuelle Differenz für das
Leben von Frauen untereinander und für die Gesellschaft hat. Aus dieser Auseinandersetzung entstand ein Denken, das bei uns unter dem Namen „affidamento“ bekannt
geworden ist.
Im Zentrum des affidamento steht die Gestaltung von Frauenbeziehungen durch das
„Wachsen am Mehr der Anderen“ (Dorothee Markert). Gemeint ist damit das gegenseitige und wechselseitige Zugestehen von Autorität und Unterschiedlichkeit.
In diesem Kurs werden wir zunächst versuchen, uns die Grundidee des affidamento zu
erschließen und sie ins Verhältnis zu unserer eigenen Haltung zu setzen: Was bedeuten
weibliche Vielfalt, Stärke und Autorität für mich? Wie wirken sie sich aus auf die
Gestaltung von Beziehungen? In einem zweiten Schritt soll es darum gehen, ob und wie
die Idee des affidamento in der Gestaltung der pastoralen Arbeit eine Rolle spielen kann.
Der dritte Teil des Kurses lenkt den Blick auf die Frauen in der Bibel: Wie haben sie
Beziehungen gestaltet? Welche Rolle spielten bei ihnen Vielfalt, Stärke und Autorität?
Und was können wir heute von diesen Frauen lernen?
Vorschau 2015
Referentin:
Theres Spirig-Huber
Referent:
Thomas Berger-Holzknecht
Mo 02.03.2015, 10.30 Uhr bis
Mi 04.03.2015, 16 Uhr
Anmeldung bis
02.02.2015
Kursgebühr und
Anzahlung: € 195,–
Pensionskosten: € 125,–
12 | PASTORALE IMPULSE 2014
Aufgrund des großen Interesses am Kurs „Wo taucht Gott im Pastoralplan auf?
Gemeindeentwicklung als geistliche Aufgabe“ mit Theres Spirig-Huber und Thomas
Berger-Holzknecht wird das Angebot wiederholt:
Wo taucht Gott im Pastoralplan auf?
Gemeindeentwicklung als geistliche Aufgabe
Bei der Begleitung von Pfarrgemeinden in kirchlichen Wandlungs-Prozessen stellt sich
immer wieder die Frage, wie solche Prozesse gleichzeitig spirituell fundiert und fachlich
kompetent gestaltet werden können. Die spirituelle Beheimatung der Beteiligten anzusprechen und geistliche Kraftquellen erfahrbar werden zu lassen, sind eine wichtige
Hilfe, um auf organisatorischer Ebene die angemessenen Weichen zu stellen. Diese
Fortbildung wendet sich an diözesane MitarbeiterInnen in Gemeinde-Entwicklung und
Gemeinde-Beratung und an SeelsorgerInnen in größeren Pfarreien-Gemeinschaften,
die ein Pastoralkonzept erarbeiten wollen. Sie vermittelt methodische Kompetenz,
Gemeindeentwicklungs-Projekte geistlich fundiert zu leiten und zu begleiten. Die Teilnehmenden üben Schritte hin zu einer Haltung innerer Aufmerksamkeit und Freiheit
ein. Es werden Traditionen und Kriterien spiritueller Entscheidungsfindung, sowie
Instrumente und Anregungen aus Organisationsberatung und Supervision vermittelt.
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Seele and Geist
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