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Alles Käse oder was? - Soziale Stadt Offenbach

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Bürger schreiben für Bürger: Berichte/Geschichten/Infos/Meinungen
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Stadtteilzeitung Östliche Innenstadt Offenbach
Alles Käse oder was?
Besuch einer Offenbacher Käserei
Fotos: Sabine Barth, Jürgen Schwarz
Die Käseherstellung begann mit dem Beginn der Viehzucht in der Mittelsteinzeit
Um 10.000 v. Chr.. Das Käsegeheimnis wurde allerdings
erst 5.000 v. Chr. endgültig gelüftet.Besonders im täglichen Leben der alten Griechen hatte Käse seinen festen
Platz. Allmählich wurde der Käse zur begehrten Handelsware. Dadurch, dass griechische Sklaven nach Rom und
in die von Rom besetzten Gebiete verkauft wurden, verbreitete sich die Käsekunst schnell in ganz Europa.
Besonders den europäischen Klöstern des Mittelalters verdanken wir unser heutiges Wissen um den Käse. Die
Mönche als gebildete Menschen, waren in der Lage, uns
alles in schriftlicher Form zu überliefern.
Erst die letzten hundert Jahre wurde die Käseherstellung
weiter technisch verfeinert. Im Labor wurde die Entwicklung von Reifung, Geschmack und Aroma erforscht. Doch
trotz all der technischen Fortschritte ist Käse ein Handwerk geblieben. Es ist der Kunst und der Liebe des Käse-
ÜBERBLICK
Interkulturelles
Be ge gnungscafe
Käse aus Offenbach
Gemeinsam statt Zweisam
Alphabetisierungskurs für Frauen
Konzerte Buchbesprechungen
Jugendkunstschule
Stadtteilbüro /
Quartiersmanagment
Kinderseite
Unterricht bei den Sikhs
Arbeit eines Migrationsberaters
Sprach- und Kulturreise der AWO
Kirchliche Nachrichten
Kolumne Fragen sie Doc Mo
Seniorenhilfe Offenbach
Migrationsprojekte
Microdarlehen des Ostpools
Inerkulturelles Mosaik
Brecht auf Deutsch und Türkisch
2
3
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Ein Migrationberater
berichtet von seiner
Arbeit
Siehe Artikel Seite 9
Foto: AWO
Herausgeber:
Quartiersmanagment
Nassauische Heimsätte,
HEGGIS-Soziale Stadt Offenbach östliche Innenstadt
meisters überlassen, welche schmackhaften Käsesorten
er uns kredenzt.
Bei unserer Suche nach einem wirklich guten Käseladen
in Offenbach mit liebevollem Sortiment sind wir auf die
Käsemanufaktur L´Abbate in der Bieberer Straße 23 gestoßen. Sie befindet sich nicht in einem Kloster, sondern,
wie es sich für Offenbach gehört, im Hinterhof. Man stolpert auch nicht einfach darüber, sondern man muss wirklich intensiv danach gesucht haben bevor man für seine
Beharrlichkeit belohnt wird. Wer die schmale Einfahrt in
der Bieberer Straße gefunden hat und nach hinten läuft,
wird wahrlich belohnt werden. Der Weg führt zu einem
kleinen Hof mit Käseladen und der dazu gehörigen Manufaktur. Den Ladenverkauf gibt es erst seit 3 Jahren, seit
das Käseangebot in anderen Läden immer mehr reduziert
wurde oder weggefallen ist. Vorher arbeitete die Manufaktur nur im Großhandelsbereich.
Fortsetzung Seite 2
Der „Ostpol Kredit“ –
ein Mikrokredit
für Unternehmen
und Gründer in der östlichen Innenstadt
Wer einen Kredit benötigt, geht zur
Bank. Richtig. Aber was ist, wenn
man auf Grund einer fehlenden
Kredithistorie oder wegen eines zu
geringen Kreditbedarfs einfach
keinen Kredit erhält?
Dann hilft der „Ostpol Kredit“.
Existenzgründer und Firmen aus der östlichen
Innenstadt können mit maximal 5000 Euro für
Fortsetzung Seite 11
Seite 2
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Fortsetzung von Seite 1:
E
D I T O R I A L
Wir von „Wir im Quartier“ sind immer bemüht, unser
Blatt besser zu machen und noch mehr Menschen
zum Mitmachen zu bewegen. So werden Sie, lieber
Leser, auch in der neunten Ausgabe wieder einige
Veränderungen feststellen.
Wir haben unsere Veranstaltungshinweise im Viertel
deutlich erhöht.
Gedichte von Brecht finden sie jetzt zweisprachig auf
Deutsch und auf Türkisch. Auch das Erscheinungsbild ist etwas anderes. Das Layout wird jetzt von Frau
Sonja Gummert, einer freien Grafikerin und Malerin
aus Offenbach, verantwortet. Nicht zuletzt sind eine
Menge neuer „Hobby-Journalisten“ zu uns gestoßen.
Lothar Sauer beschäftigt sich mit dem Umzug der
Alles Käse oder was?
Jugendmusikschule und Frau Giovanna Silvestro
stellt, nachdem sie eine kreative Pause eingelegt
hatte, mehrere Migrationsprojekte vor. Ergebnis dieser Projekte sind unter anderem das Gedicht von
Sabah Bangwi und der Bericht über den Religionsunterricht der Sikhs von Rubsy Grover. Daneben haben wir mit dem Migrationsberater Ali Karakale von
der AWO einen engagierten Kooperationspartner gewonnen. Natürlich kann ich nicht alle jetzt hier erwähnen, deshalb gilt mein Dank all jenen, die an dem
Zustandekommen mitgearbeitet haben. Ihnen, lieber
Leser, gefällt hoffentlich die neue Aufmachung und
der bunte Strauß an Themen.
Eine weitere Veränderung betrifft die Redaktion von
„Wir im Quartier“. Mit dieser Ausgabe möchte auch
ich mich von Ihnen verabschieden. Neun Ausgaben
sind bisher erschienen. Vier davon unter meiner redaktionellen Verantwortung. Ein Moment um innezuhalten und die letzten beiden Jahre noch einmal an
mir vorbeiziehen zu lassen.
Mein Ziel war immer: Jeden, ungeachtet seiner persönlichen Situation oder seines Schreibtalents, offen zu empfangen, ihn fachlich zu unterstützen und
dabei für sie, liebe Leser ein möglichst professionelles Blatt entstehen zu lassen. Viele der Menschen
sind mir dabei auch persönlich ans Herz gewachsen.
Auch wenn ich die Kommandobrücke nun verlasse,
bin ich nicht aus der Welt.
Ich werde sicher dem einen oder anderen noch mit
einem fachlichen Rat zur Seite stehen.
In diesem Sinne Ihr
Als ich den Käseladen betrat, hatte ich das Gefühl,
mir wird ganz warm ums Herz und das bei minus
ein Grad. Der Laden ist nicht beheizt. Dieses liebevolle Käsearrangement, das Gefühl, die Ware ist
ganz frisch, nur ein paar Stunden alt, ist einzigartig
hier in Offenbach. Die Frau des Käsemeisters
Andrea L´Abbate vermag die Kunden mit ihrer spritzigen Art und ihrem Fachwissen wirklich mitzureißen, denn Sie erlebt den Weg von der Herstellung
bis zum Endverbraucher. Sie hat eine Beziehung
zu Ihrem Produkt, welches sie verkauft und das kann
Sie Ihrer Kundschaft auch vermitteln. Man könnte
sagen, sie hat dem Käse ihr Herz geschenkt.
Doch wir wollten natürlich auch wissen, wie hier aus
Milch die schmackhaften Käsesorten entstehen und
hatten Gelegenheit dies sehen zu dürfen. Der Zugang zur Käsemanufaktur ist normalerweise nicht
öffentlich. Führungen sind aus hygienisch-technischen Gründen nicht erwünscht. Zunächst wurde
also nicht der Käse sondern wir verpackt, aus hygienischen Gründen eben. Wir schlüpften in Plastikschuhe, zogen einen Plastikmantel an und stülpten
uns ein Plastikhäubchen über unsere Haare, erst
jetzt durften wir die geheiligten Räume betreten.
In einem der Räume wird zuerst Mozarella hergestellt, um wiederum aus dessen Restmolke Ricotta
gewinnen zu können.
In einem riesigen Bottich wird Milch erhitzt (ca.
37°C), dann ein Enzym (Lab) zugeführt, welches
die Flüssigkeit bindet und die Masse in 20-30 Minuten zum verdicken bringt. Ein Rührwerk zerschneidet die Masse zum so genannten Käsebruch.
Der Bruch muss zerschnitten und in eine
Knetmaschine gefüllt werden. Dort wird er mit 80°C
heißem Wasser verknetet, um eine elastische Beschaffenheit zu erhalten. In der Formmaschine wird
der Käse mit 5 Grad kaltem Wasser abgeschreckt
und in die typische rundliche Mozarella-Form gepresst. Nun ist der Käse bereit zum Verpacken und
kann sofort gegessen werden.
In einem weiteren Raum wird Ricotta hergestellt.
Die übrig gebliebene Molke aus der
Mozarellaherstellung befindet sich hier in einem riesigen Bottich. Sie wird mit Wasserdampf auf ca.
70°C erhitzt. Hat die Molke die Temperatur erreicht,
so wird Zitronensäure zugeführt. Der Ricotta flockt
aus und kann abgeseiht werden. Er wird in runde
löchrige Plastikförmchen abgefüllt, damit die Restmolke ablaufen kann. Nach diesem Vorgang kann
der Käse verpackt und direkt ganz frisch verzehrt
werden.
Sabine Barth
Fotos: Jürgen Schwarz
L´ABBATE
Käsefabrik
Import feinster italienischer Spezialitäten
Biebererstr. 23
www.labbate.de
Fotos: Sabine Barth/Jürgen Schwarz
I M P R E S S U M
Herausgeber:
Quartiersmanagment Nassauische Heimsätte,
HEGGIS - Soziale Stadt,
Offenbach östliche Innenstadt
Hallo Ihr Leit,
Einiches wird sich an dieser Zeitung in Zukunft ännern: Sie wern Werbung finne un einiches andere werd ach anerss, aber
verrade wolle mer noch net zuviel. Awer ach in de Stadt is aniches aners worn. Die Offebach-Post am Aliceplatz is verschwunne.
Dort wird bis zum End fum nächste Jahr des Kaufhaus „Komm“ eröffnet wern.. Wenn mer so durch die Stadt geht, hawe viele
Geschäfte uffgegewe oder sich en annern Standplatz gesucht. De Tack is rausgegane un en Pfennichlade is jetzt drin. De
Bertelsmann is nach Frankfort un steht leer. Ich habs mal gezäht: inde Innestadt gibt’s verzeh Schnellbäckereie un aach
etliche Pfennichläde. Als „hochpreisiche“ Läde vielleicht noch den de Herrnaustatter Ansons in de Frankforder Stroß.
Hoffentlich wird das durch des „Komm“ im kommende Johr besser.
Die Abokonzertde von de „Neie Frankorder Philarmonie“ zieht
immer mehr „Kundschaft“ oh. Die Konzerde sin ausverkauft
un ich denk mol die misse sich bald die Stadthall suche um ihr
Konzertde abzuhalde. Schee werds widder beim Lichterfest un
beim Open Ähr Konzert im Büssing Palais. Ei, da frei ich misch
schon druff. Ich hab’ ja schon owe bemerkt, dass sich einiches
ännern wird. Ich habs ja eichentlich nie verade awer jetzt will ich
mich oute: Gerd Lindemann hat die Roll von de Mathilde,
der Landgräfin aus Damstadt, nach der ja aach de Mathildeplatz
benannt worde is, iwernomme. Deshalb wor es net so ganz
verkehrt, wenn, en Damstädter die Mathilde schreibt, der wie
en „Heiner“ schwätzt“ un net wie en Offebacher. Ich hoff
nor die Leser könne des entschuldiche. Ich bin je
tzt 73 Johr old un wer „den Griffel aus de Hand
leche.“ Die „Mathile“ war e Idee von mir un ich den
k es wor gut so. Es gibt aner in de Redagation,
der des gern weider mache will. Ich wer villeich
t noch ab un zu mol en Adiggel fer „Wir im Qaurtier“
schreiwe awwer verantworlich sei fer ebbes will ich
net mer sei. Ich bedank mich bei alle
un wünsch eich all a gud Zeit.
Damit verabschied sich fer heit
Ihne Ihr
Mathilde
(Gerd Lindemann)
Redaktionsanschrift „Wir im Quartier“
c / o Stadtteilbüro, Kraftstraße 29
63069 Offenbach am Main
Tel: 069 / 850936 – 23
Fax: 069 / 850936 – 24
E-mail: wirimquartier@gmx.de
Druck Druckhaus Gratzfeld, Butzbach
Auflage 5.000 Verteilung kostenlos
Redaktion:
Layout:
Schlussredaktion:
Sekretariat:
Peter Klein (V.i.S.d.P.)
Gerd Lindemann
Angelika
Amborn-Morgenstern
Sonja Gummert,
Grafikerin
Erich Hoen
Sabine Barth
Autoren:
Sabine Barth
Erich Hoen
Giovanna Silvestro
Sabah Bangwi
Gerd Lindemann
Lothar Sauer
Madita Morgenstern
Malin Kipke
Rubsy Grover
Ali Karakale
Selma Ceylan
Angelika Amborn-Morgenstern
Elisabeth Neumann (Projektmanagement Ostpool)
Fotos:
Sabine Barth
Jürgen Schwarz
Gerd Lindemann
Ali Karakale
Giovanna Silvestro
Lothar Sauer
Rubsy Grover
Angelika Amborn-Morgenstern
Nicht alle namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Beiträge sinngemäß
zu kürzen. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur
mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion oder
durch den Urheber gestattet. Leserbriefe, die uns
anonym oder ohne Absenderanschrift erreichen, werden nicht veröffentlicht. Ihr Name wird veröffentlicht,
nicht aber ihre Anschrift.
Seite 3
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Offenbacher Migrantinnen,
Deutschkurse und eine Hilfsaktion!
Dank der Zuwendung der Stiftung Aktion
Mensch und des Engagements des Kreises der „Freunde und Förderer der
Mathildenschule e.V.“ findet zur Zeit in der
Innenstadt ein Sprach- bzw.
Alphabethisierungskurs in Deutsch statt.
Das Lernen geschieht teils mit und teils
ohne Computer.
Die meisten Frauen können keine lateinische Buchstaben schreiben und lesen,
weil sie in anderen Sprachen alphabetisiert wurden (z. B. Arabisch oder Berberisch) oder sie hatten kaum Möglichkeit,
eine Schule zu besuchen. Beispielsweise
weil im Dorf keine vorhanden war oder weil
sie als Mädchen bei der Hausarbeit helfen mussten. Nun leben die Frauen aus
diesem Grund mit einem Handicap: sie
können unsere Schriften und Zeichen
nicht entziffern und somit wenig am gesellschaftlichem Leben teilhaben. Es ist
wie eine Art Autismus und man fühlt sich
ausgeschlossen.
Der Kurs ist ganz kostenfrei (nur ein Heft
und ein Buch sollen die Teilnehmerinnen
kaufen) und findet abwechselnd im
Stadtteilbüro am Mathildenplatz und bei
der italienischen Katholischen Gemeinde
statt. Am Computer üben können die fortgeschrittenen Frauen an der
Eichendorffschule im PC-Raum, wenn sie
ausreichende Schreib- und Lesekenntnisse mitbringen oder sie sich
schnell im Kurs aneignen.
Neben dem (neuen) Spaß an der Technik
wird das Erlebnis Schreiben ganz
besonders faszinierend. Ein Internetkurs
wird das Angebot abrunden.
Die meisten Teilnehmerinnen stammen
aus Marokko und aus der Türkei, sind im
Alter von 20 bis 70 Jahren und kommen
aus den verschiedensten Stadtteilen
Offenbachs. Sie freuen sich dabei zu sein,
und bringen jede Menge Eifer und Interesse mit. Die Euphorie der Frauen wird
allerdings vom bitteren Beigeschmack der
kurzen Dauer überschattet. Der Kurs
geht bis Ende Juni 2008 und eine neue
Förderung ist nicht in Sicht.
Giovanna Silvestro
Foto: Giovanna Silvestro
SScchhrreeiibbwweettttbbeewweerrbb „„MMiiggrraattiioonnsskkooffffeerr““
Mit dem Schreibwettbewerb möchten wir Menschen mit Migrationsgeschichte dazu einladen,
ihre Erfahrungen, Gedanken und Ideen in die lokale Öffentlichkeit einzubringen.
Anregen möchten wir ein Nachdenken über die eigene Biografie und über das Lebn in Offenbach.
Mit Lesungen und Verörffentlichungen möchten wir einen Raum schaffen, in dem kulturelle
Potenziale von Zuwanderen und Zuwanderinnen sichtbar werden.
Für Personen mit Migrationsgeschichte und für Einheimische entsteht eine Chance, sich und
andere besser kennen zu lernen und ein toleranteres Zusammenleben im Stadtteil zu fördern.
Ein erster Beitrag, der hier entstanden ist:
Gemeinsam statt Zweisam
Hallo Ihr Leut!
Das war ne interessante Zeit seit der letzten Ausgabe. Da hatte mer
erstemal des Offebacher Handwerkerdorf. Also, wenn in nem
Handwerkerdorf sooo geschafft wird, diss mer vom Handwerk nix
sieht außer so einem, der mit der Kreissäge e bissi an seinem Zeug
rumsägt, un die annern bloß rumstehn un ihr Zeug verkaufen wollen... Ei da ging doch garnix. Außer dene Würstcher vom Schwenkgrill. Awwer gefresse wird ja sowieso immer un üwwerall. Naja.
Un jetzt zum alljährlische Offebacher Winterhighlight: unserm dolle
Weihnachtsmarkt! Dank der stinkfaule Stadt Offebach, die die
Standvergabe in private Händ gegewwe hat, un die Herrn ... un ...
die Standmiede so in die Höh getriwwe hawwe, dass die kaaner mehr
bezahle kann, is de Weihnachtsmarkt um e Drittel geschrumpft! Zwei
Buden hawwe sogar während dem diesjährische Markt dichtgemacht!
Un habt ihr euch emal umgeguckt, wie weihnachtlich der Markt war?
Wie schon gehabt: gefresse un gesoffe wird immewr un üwwerall.
Awwer jetzt kommt des wirklich ernstgemeinte Allerbeste: die Eröffnung der Wahlkampanje von de NPD. Die Begrüßung von de Bullizei:
„Ihr seid hier net willkomme, geht woanners hie!“ war schon okay.
Des werklisch Erfrischende war awwer, meiner bescheidenen Meinung nach, dass da mehr Geschedemonstrante da warn als
Naziköpp.
Nur, so Provokanteköpp wie den ausländische Mitbürger, der sein
Bub uff die Schulter nimmt, un den Klaane e Fahn schwenke un
Schbrüch rufe lässt, die brauche mer hier aach net. Immer schön
friedlich bleiwe im multikulturelle Offebach.
Un wann mer schon emal dabei sind: die Kaiserstraße is zwische
Geleits- un Bismarckstraße widder in beide Richtunge zu befahrn.
Ei warum dann bloß?
E schö neu groß Baustell hammer auch in de Innestadt. Endlich wird
des aale hässlische Offebach-Post-Haus abgerisse.
Da kimmt en hochmoderne Komplex hie. Dann hat Offebach noch
en Komplex mehr.
Un, wie gehabt, immer schön friedlich im multikulturelle Offenbach.
In diesem Sinne wünsch ich Ihne un mir e friedlisch un stressfrei
Zeit.
Ihne Ihr
Mathildchen
Es ist mein Wille, mein Glaube,
doch gibt es stets Vorwürfe von Drang und Zwang
niemandem dem ich mit meinem Kopftuch die Freiheit raube!
Ich bin mit mir und der Freiheit im Einklang!
Ja, es ist die Moschee,
ein Ort der Seelenruh,
des ewigen Friedens,
in die ich Zuflucht such, beten geh!
Keine Predigten des Hasses gibt es, sondern des Liebens!
Mein Kopftuch ist keine Mauer vor dem Wissen,
Meine Religion ist eine Befürworterin der Integration.
Ich bin auch ein Teil der Gesellschaft und werde die deutsche Fahne hissen,
es mangelt nur an Kommunikation!
Seid offen, keine Scheu, wir reichen unsere Hand.
Beide müssen zeigen Verständnis und Toleranz,
alle Menschen zusammen, gemeinsam sind wir das Land!
Zusammen geben wir dem Leben Glanz.
Gemeinsam statt
Zweisam in Urdu
Gemeinsam statt Zweisam in Urdu, der
Muttersprache Sabah Bangwis.
Name: Sabah Bangwi
Adresse: Danzigerstraße 10,
63179 Obertshausen
Alter: 17 Jahre
Beruf: Schülerin (Jgst.12 der RKS)
Herkunft: Pakistan
Bild: Sabah Bangwi
Seite 4
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Götz Alsmann
Konzerte
VERANSTALTUNGSKALENDER
gastierte in Offenbach
fürs Quartier
Capitol
Er habe zwar erwartet, „Offenbach
würde den roten Teppich für ihn ausrollen, und der Offenbacher Oberbürgermeister würde ihn mit Handschlag
begrüßen“, aber er freue sich auch
so über ein voll besetztes Haus, sagte der Musiker mit der Tolle. Dann legten er und seine vierköpfige TourneeBand los, die aus Alfred Maria
Sicking, Michael Ottomar Müller,
Rudi Marhold und Markus Passlik bestand.
Götz Alsman nimmt im schwarzen Anzug und mit der schon legendären Haartolle am Flügel Platz. Es ist eine Freude, die alten Schlager im neuen Arrangement zu hören. Zwischendurch erzählt er Anekdoten von sich und seiner
wirklich tollen Band.
Ein Angsttraum muss es für ihn sein,
ein Konzert in der New Yorker Carnegie
Hall zu haben, wo alle Vorbereitungen
sehr gut laufen „ich gehe auf die Bühne
und bin nackt“. Nur notdürftig mit der
„Ukulele bekleidet“ gehe ich wieder ab,
„Da spiele ich dann doch lieber Kontrabass“.
Drei Songs singt und spielt er auf der
Ukulele.
„Die Klofrau“ und andere Schlager der
60er und 70er tauchen wieder auf. „Mein
Geheimnis“ heißt die Bühnenschau. Der
gleichnamige Tonträger hierzu ist auf
dem New Yorker Jazz Label „Blue Note“
erschienen, worauf Götz Alsmann
mächtig Stolz ist, da Größen wie Herbie
Hancock und Nora Jones dort auch erschienen sind. Es macht Spaß dem
Xylofonisten Rudi Marhold zuzuschau-
en, wie er immer wieder seine roten,
gelben und grünen Stöckchen wechselt.
Aber auch der Mann an den Bongos ist
gut. Markus Passlick brilliert mit einem
Wortbeitrag, bei dem sich Band und Publikum vor Lachen bald biegen. Aber
nicht nur die Akteure auf der Bühne sind
gut, ein kleines Tonstudio im Saal sorgt
für eine einwandfreie Übertragung.
Drei Zugaben muss Alsmann geben ehe
er nach fast zweieinhalb Stunden abtreten kann. Alles in allem ein sehr vergnüglicher und schöner Abend.
Gerd Lindemann
Seit rund zwei Jahren spielt die neue Philharmonie Frankfurt regelmäßig im
Capitol. Zwar liegt die Offenbacher
Konzerthalle nicht in unserem Viertel,
aber auch nicht allzu weit davon entfernt.
Das Weihnachtskonzert hat sich unser
Autor für Sie angehört. Doch wir wollen
nicht nur rückblickend darüber berichten.
Wir möchten Ihnen Lust und Mut machen,
auch einmal den Weg dorthin zu finden.
Ein Konzert- oder Comedyabend lenkt
wunderbar ab von dem Sperrmüll in den
Straßen und all den Problemen, mit denen unserer Viertel sonst konfrontiert ist.
Eine Auswahl von Veranstaltungen im
Capitol finden Sie auf nebenstehender
Ankündigung, und auch die Philharmoniker kommen wieder. Das nächste Programm erscheint im Sommer.
„Winterträume“
FOTO: Alzmann
Das fast zweistündige Konzert im ausverkauften Capitol begann mit dem Konzert für
Horn und Orchester von Kurt Attenberg. Sibylle Mahni, Solo-Hornistin im Frankfurter
Museumsorchester und Professorin an der
Mainzer Hochschule für Musik, zeigte eindrucksvoll die Klangfülle dieses Werkes.
Nach den romantischen Sätzen zu Anfang
war es im Abschluss lustig und pfiffig. Selten
aufgeführt ist es sicher wert, öfters gespielt
zu werden. Nicht nur als Sänger kam der vielseitige Bariton Peter Schüler zum Einsatz.
Nach Händels „Er weidet seine Herde“ trug
er die amerikanische Geschichte von den
Weihnachtsmännern vor.
Er konnte seine Stimme wunderbar dem
Objekt anpassen, ist doch eine Geschichte
von Robert Gernhard etwas ganz anderes
als eine barocke Hirtenweise. Peter Schüler
las dann noch von Barbera Robinson das
amerikanische Krippenspielepos von den
ach so schrecklichen Herdmanns vor.
Hier wurde im Auditorium viel gelacht und er
bekam viel Beifall.
Darauf folgte „Großer Herr und starker König“ aus Bachs Weihnachtsoratorium.
Besonders schön und auch „königlich“ war
hier das Solo einer leider ungenannten
Trompeterin.
Wer wusste eigentlich, dass Alexander
Friedrich Landgraf von Hessen (1863-1945)
ein bekannter Komponist war, der in
Rumpenheim beerdigt ist. Der künstlerische
Leiter der Neuen Philharmonie hat über den
Chef des Hauses Hessen-Kassel promoviert.
Alexander Friedrich Landgraf von Hessen war
von Geburt an blind. Er war ein begabter Geiger und studierte bei Joseph Joachim. In Paris ließ er sich noch zum Organisten ausbilden. In einer Orchesterfassung von Marco
Jovis sang Peter Schüler „Weihnachtslegende“ op. 34. Melodisch und von der Stimmung her passte sie sich gut in die Weihnachtstimmung ein.
Nach der Pause dirigierte Roland Bröger mit
der Neuen Frankfurter Philharmonie Peter
Tschaikowskys „Winterreise“ Besonders der
Walzer im Scherzando wies auf den späteren
Komponisten von Ballettmusik hin. Alles in allem ein Abend, der vielen zu noch mehr
Weihnachtstimmung verhalf.
Nach mehren Zugaben sang zum Abschluss
der ganze Saal noch mit Orchesterbegleitung
„Oh Du Fröhliche“.
08.05.
13.05.
25.05.
29.09.
11.10.
13.10.
08.11.
09.11.
15.11.
19:30
Russisches Theater „SLUCHI“
20:00
33,70 •
Einstürzende Neubauten
19:30
20,00 •
Casanova:
Liebesunterricht
Russisches Theater
26,40 •
Dr. E.V.Hirschhausen
“Glücksbringer“
20:00
26,00 •
Kurt Krömer „Kröm de la Kröm“
20:00
ASP - Unplugged
„Dunkelromantische
Herbstabende“
20:00
22,30 •
BADESALZ
22,30 •
BADESALZ
20:00
25,50 •
Jürgen Becker
“Ja, was glauben Sie denn?“
30.11.
Kindertheater
des Theaterclub Elmar
01.12.
Kindertheater
des Theaterclub Elmar
Gerd Lindemann
Karten gibt es im OF-Infocenter,
Tel.: +49 (0)69 - 80 65 20 52, bei Tickets per Post,
Tel.: +49 (0)69 - 944 36 60 und an allen öffentlichen Vorverkaufsstellen sowie in InternetTicketshops.Bitte beachten Sie, dass über das
Büro des Capitol Theaters keine
Tickets gekauft oder reserviert werden können.
Alle Angaben ohne Gewähr, vorbehaltlich Irrtümer oder Änderungen durch den jeweiligen Veranstalter.
Joschka Fischer erzählt
aus dem „Nähkästchen“
In den Jahren der rot-grünen Koalition begegnete Joschka Fischer allen wichtigen Persönlichkeit von Margret Albright bis Arafat und Kofi Annan.
Er schildert authentisch auch kleine Begebenheiten, die nicht in jeder Zeitung
standen. Es ist interessant zu hören, dass damals vieles durch Telefonkonferenzen direkt erledigt wurde. Die Spanne der sehr authentischen Lesung
von Joschkas Fischers Buch „Die rot-grünen Jahre reicht von 1998 bis 2001.
Es bezieht Wahlkampf und die Ablösung der Regierung Kohl genauso ein, wie
den Terroranschlag vom 11. September. Hintergründe von Entscheidungen, die
oft viel bewirkten, wurden deutlich gemacht.
Joschka Fischer liest selbst die Stimme kommt oftmals sehr eintönig rüber,
aber was er sagt ist wirklich der „Sound“ der rot-grünen Regierung von Joschka
Fischer und Gerhard Schröder.
Im Nachhinein wird jedem Zuhörer klar, wie hart und wie lange bei der Europäischen Union und in der Regierung verhandelt wurde.
Das Hörbuch „Die rot-grünen Jahre“ aus dem Hörbuchverlag 2007
ist auf 4 CD erschienen. ISBN Nr. 978-3-86707-134-2
Foto: Peter Klein
Foto: Stadt Offenbach
Buchkritik
Was geschah wirklich im Oktober 1944?
Im Buch von Jaume Gabré „Die Stimmen des Flusses“ versucht die Lehrerin Tina Bros das herauszufinden. Fast sechs Jahrzehnte später findet sie ein Tagebuch – versteckt hinter der Schultafel einer Dorfschule in den Pyrenäen. Man erfährt einiges über die
politischen Ereignisse jener Zeit, es geht um das Franco-Regime, die Falangisten und den Widerstand. Um Flüchtlinge, Schmuggler
und Kriegsgewinnler. Das gefundene Tagebuch rührt an Dinge, deren Verquickung aus Scham und Leidenschaft, aber auch aus
Schuld und Fanatismus, Liebe, Mord und Eifersucht Wunden geschlagen haben, die auch 60 Jahre später noch nicht verheilt sind.
Immer wieder gefesselt ist der Leser von den detailgenauen Schilderungen des Verfassers. Die Geschehnisse spielen in den Pyrenäen,
Barcelona und sogar im Vatikan.
Foto: Gerd Lindemann
Mit sehr viel Detailkenntnis der Gegend und der Situationen
schildert Gabré flüssig und eindrucksvoll auf 660 Seiten die
Geschichte. Ein großer dramatischer Roman, der auch
manchmal wegen seiner vielen verflochtenen Handlungsstränge das Lesen nicht unbedingt leichter macht.
Trotzdem ein Buch, das in jedem Bücherschrank stehen sollte.
Gerd Lindemann
Die berühmten Treter des ersten Turnschuhministers stehen heute in unserem Lederwarenmuseum.
Die Stimmen des Flusses ist erschienen im Insel Verlag
unter der ISBN Nr. 978-3-458-17363-2
Gerd Lindemann verabschiedet sich.
Seite 5 Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Fragen an:
Barbara Meyer, neue Leiterin der Jugendkunstschule Offenbach
Foto: Barbara Meyer
Fragen an Barbara Meyer,
neue Leiterin
Jugendkunstschule Offenbach.
Sie sind zum 1.Dezember 2007 als neue
Leiterin der Jugendkunstschule nach
Offenbach gekommen. Wie sah Ihr früheres Arbeitsgebiet aus?
In den letzten 11 Jahren war ich als
Museumspädagogin in Fulda angestellt. Hier
habe ich schwerpunktmäßig Ausstellungen in
künstlerischen, naturwissenschaftlichen und
kulturhistorischen Bereichen konzipiert.
Daneben habe ich Experimentierkurse vor allem für Vorschulkinder entwickelt.
Des weiteren gehörten zu meinem Aufgabenbereich einwöchige Ferienkurse für Kinder.
Diese Kurse beinhalteten unterschiedlichste
Themen wie Architektur, Mathematik, Mythologie, Biologie und Astronomie. Aber auch
organisatorische Aufgaben und die Personalplanung gehörten zu meinem Wirkungsbereich.
Was hat Sie bisher positiv
wie negativ beeindruckt in unserer Stadt?
Da ich täglich von Fulda nach Offenbach
pendle, erhalte ich im Moment nur einen sehr
begrenzten Einblick von der Stadt. Doch
scheint es hier ein sehr vielseitiges, kulturelles Angebot zu geben. Mich persönlich spricht
die bunt gemischte Bevölkerungsstruktur an.
Welche Ziele haben Sie sich gesetzt für die
beiden nächsten Jahre und welche Ihrer
Erwartungen wollen Sie unbedingt umsetzen bzw. erfüllt sehen?
In meiner Rede am 22. Februar zur offiziellen
Eröffnung unserer neuen Räume skizzierte ich
kurz meinen Traum von Jugendkunstschule.
Zum einen möchte ich mehr Kurse auch für
jüngere Kinder ab 5 Jahren anbieten.
Das Programm soll mit kunsthandwerklichen
Angeboten sowie neueren Richtungen wie
Digitalfotografie, Graffiti, etc. erweitert werden.
Wichtig ist mir zu zeigen, dass verschiedene
künstlerische Techniken in unseren Alltag hinein reichen und nicht abgetrennt von unserem Leben als gesonderte Form stehen.
Sie verfügen im Kulturkarree nun über
großzügige Räumlichkeiten in schönem,
altem Industrieambiente. Aber: In Offenbach und auch im Verbreitungsgebiet von
„Wir im Quartier“ ist das soziale Umfeld
oft nicht ganz einfach. Wie wollen Sie auch
Kinder aus nicht so bildungsnahen Schichten für Ihre vielfältigen Kurse begeistern
und dauerhaft gewinnen?
Zunächst einmal müssen wir als Jugendkunstschule vor Ort präsenter sein. Nur so können
wir noch bekannter werden. Auch möchte ich,
dass wir mehr mit anderen Kultureinrichtungen kooperieren. So fand z.B. in den
Osterferien ein Kooperationsprojekt mit dem
Jugendkulturbüro statt. Verschiedene Kultureinrichtungen hier im Kulturkaree wurden innerhalb einer Woche besucht. Innerhalb kürzester Zeit war das Angebot ausgebucht. Des
weiteren haben wir seit einigen Jahren
Kooperationsprojekte mit verschiedenen
Schulen, die vom hessischen Ministerium für
Wissenschaft und Kunst gefördert werden. In
diesen Projekten begleiten Künstler den
Kunstunterricht. So kommen viele Kinder und
Jugendliche erstmals mit der Kunst und „echten“ Künstlern in Berührung, und sie können
feststellen, dass man sich Themen auf unterFotos: Angelika Amborn-Morgenstern / Lothar Sauer
schiedliche Weise erschließen kann. In der
Schule geschieht das sehr kognitiv, also kopflastig, wir lassen auch den kreativen Ansatz
zu.
Sind Kurs-Kooperationen auch mit
Schulen der östlichen Innenstadt in
Planung und wird es z. B. in der Mathildenschule einen Kursort der Jugendkunstschule geben?
Die Mathildenschule war bisher nicht in
Kooperationsprojekten eingebunden. Dies
plane ich zu ändern (vorausgesetzt die Gelder werden wieder bewilligt). Speziell an der
Mathildenschule könnten wir bei Schulfesten
oder anderen Veranstaltungen mit kleinen
Aktionen präsent sein.
Seit ca. zehn Jahren dominieren im
Jugendfreizeitbereich die allseits bekannten elektronischen Medien mit ihren
portablen Spielzeugen. Leidet darunter die
kreative Entwicklung der Kinder? Wie wollen Sie dafür sorgen, dass auch in Zukunft
die Jugendkunstschule bei unseren Kids
als „cool“ und „hip“ wahrgenommen und
als attraktiver Treffpunkt geschätzt wird?
Die neuen Medien sind im Freizeitbereich
nicht mehr weg zu denken. Als Hilfsmittel für
den kreativ / künstlerischen Prozess sind sie
sicher auch sehr nützlich und sollten nicht
verteufelt werden. Viele Künstler haben diese Bereiche selber in ihrem Schaffensprozess
eingebunden. Unsere Aufgabe ist es, sie für
Kinder und Jugendliche in den entsprechenden Blickwinkel zu rücken.
Der Anteil von Heranwachsenden mit
Migrantenhintergrund ist besonders hoch,
bei der Teilnahme an außerschulischen
musischen und kreativen Aktivitäten, aber
sehr gering. Aus Integrations- und anderen Gründen ist es sehr wichtig, diese
„Zielgruppe“ auf Ihre Schule aufmerksam
zu machen und auch die Eltern verschiedenster Ethnien von Ihrem Kursangebot
zu überzeugen. Wie wollen Sie, über die
gedruckten Infos hinaus, die Kontakte
herstellen?
Wir wollen mit unseren möglichen Kursteilnehmern direkt in Kontakt treten. So werden wir z.B. auf dem Mathildenplatzfest mit
einem Stand vertreten sein und ein kleines
künstlerisches Programm anbieten. So erhalten die Besucher des Festes einen Einblick in die Arbeit der Jugendkunstschule. Wir
sind aber auch im Internet vertreten. Man findet uns unter www.juku-of.de. Hier findet sich
alles Neue.
Ihre meisten Kurse begannen im Februar.
Wo gibt es z. Zt. noch freie Plätze für Nachzügler?
Landespreisträger „Jugend malt 2004!“ v.l. Ann-Katrin
Stangel, Nora Eckrich, Melanie Scheidler (Kursleiter
Jürgen Eckert/Harald Morgenstern)
Im Mai gibt es noch ein Wochenendprojekt.
Hierzu sind Kinder und Eltern/Großeltern eingeladen. Zunächst werden im Kunstmuseum
„Städel“ in Frankfurt gemeinsam Bilder betrachtet und am nächsten Tag in der Jugendkunstschule das Gesehene künstlerisch umgesetzt. Sa 31.5. von 10-12 Uhr und So 1.6.
von 11-15 Uhr; Gebühr: 38 •
Platz haben wir aber auch noch in folgenden laufenden Kursen:
„Malen und Gestalten“ von 5-7 Jahren in der
Grundschule Buchhügel
(donnerstags jeweils 14-15.30 Uhr,
Gebühr: 83 •)
„Töpferwerkstatt“ von 6-11 Jahren in der
Leibnizschule dienstags 15-16.30 Uhr; 93 •
Oder „Töpferwerkstatt“ von 7-11 Jahren in der
Jugendkunstschule (samstags 10-11.30 Uhr;
Gebühr 93 •)
„Die Kunst des Jonglierens“ in der Schillerschule (montags 15-16.30 Uhr; 80 •)
Frau Meyer, wollen Sie unserer Leserschaft
und evtl. Interessierten noch etwas Besonderes mitteilen?
Die Förderung der musisch kreativen Kräfte
ist nicht nur eine „nette“ Beschäftigung. Es
zeigt sich immer wieder, dass die Ausbildung
besonderer Begabungen soziale Kompetenzen und die Lösungsfindung stärken.
Um ein möglichst breit gefächertes Programm
zu entwickeln, freue ich mich auch, wenn Kurswünsche an mich herangetragen werden oder
wenn jemand besondere Fertigkeiten besitzt
und diese mir vorstellt. Es gibt in der Jugendkunstschule viele bewährte Künstler und
Kulturschaffende, die ich nicht missen möchte, aber ich freue mich auch, neue hinzu gewinnen zu können.
Ich danke für Ihre Antworten. Ihnen,
Ihrem Team und der neuen Schule viel Erfolg!
Interview: Lothar Sauer.
Ferienprogramm der Jugendkunstschule (Juku) Offenbach:
In den Sommerferien bietet die Jugendkunstschule künstlerisch-kreative Kurse
für Kinder von 6-8 Jahren und parallel ab 9
Jahren an. Es ist möglich, ein Mittagessen
für 3,- • pro Person und Tag zu buchen.
Vorläufiges Programm
Kurse für 6-8 Jährige
Keramikwerkstatt: Leben in uralten Zeiten
Von Vulkanen, Flugdrachen, Pflanzen und
anderen Lebewesen in Vorzeiten. Nach einem
Besuch im Senckenbergmuseum entstehen
urzeitliche Welten aus Ton in der Juku.
(Glasiertermin nach Absprache)
Termin: Mo, 23.6. – Fr. 27.6.; jeweils 9-12 Uhr;
Gebühr: 49,- • Leitung: Ursula Wittkamp;
Experimente mit Farben
Farben einmal selbst herstellen aus Pigmenten, Erde, Gemüseschalen. Kann man damit
auch malen?
Termin: Mo, 21.7. – Fr, 25.07;
jeweils 13-16 Uhr; Gebühr: 49,- •
Leitung: Rachel Hirth, Stud. Visuelle Kommunikation; Barbara Meyer, Juku
Papier schöpfen
Aus alt mach neu! Altes Papier, Eierschachteln
etc. werden zu einem Papierbrei verarbeitet.
Daraus schöpfen wir unser eigenes Papier und
gestalten es zu wunderschönen Karten,
Schachteln, Einbänden.
Termin: Do, 31.7. – Fr, 1.8.; jeweils 9-12 Uhr ;
Gebühr: 20,- •; Leitung: Ute Middelstorb
Musikalische Geschichten
Eine Geschichte wird gelesen, gespielt, getanzt, Masken erstellt und am Tag der offenen
Tür (16. Aug.) aufgeführt.
Termin: Mo, 28.7. – Mi, 30.7.; jeweils 9-12 Uhr;
Gebühr: 30,- •
Leitung: Iris Rebaudo, Tanzpädagogin i.A
Keramikwerkstatt. Eine Reise um die Welt
– von Offenbach nach Australien
Länder sehen und auf Landkarten entdecken,
von fremden Sitten hören, über das Neue staunen und vieles in Ton gestalten. (Glasiertermin
nach Absprache)
Termin: Mo, 28.7. – Fr, 1.8.; jeweils 13 – 16
Uhr; Gebühr: 49,- • Leitung: Jutta Häfner
Kurse ab 9 Jahren
Farbenspiele
Aquarell- und Acrylfarben, Ölkreide, Bleistift,
...
Ein Markt der Möglichkeiten, bei dem viele
Materialien und Techniken ausprobiert werden. Entdecke mit uns die Welt der Farben!
Termin: Mo, 23.6. – Fr, 27.6.; jeweils 9-12
Uhr; Gebühr: 49,- •
Leitung: Jürgen Eckert, Maler und Designer
Traumzeit – Didgeridoo
Ein Didgeridoo ist ein Instrument der australischen Ureinwohner. Viele Mythen ranken sich
darum. Wir beschäftigen uns mit dem traditionellen Gebrauch und bauen selbstverständlich unser eigenes Instrument.
Termin: Mo, 23.6. – Fr, 27.6.; jeweils 13-16
Uhr; Gebühr: 49,- •
Leitung: Sonja Rosenow, Kunstpädagogin
Ein kulturelles
Highlight für Kinder
und Jugendliche
der Stadt
unddarüber hinaus
Jugendkunstschule mit
neuer Leitung und neuen
Räumen
Glasfusing:
Schöne Glasobjekte sind nicht nur faszinierend anzuschauen sondern auch herzustellen.
Im Glasfusing-Workshop können eigene Ideen
in Schalen und Schmuck umgesetzt werden.
Termin: Mo, 30.06.; 9 -12.30 Uhr und
Di, 01.07.; 9 - 12 Uhr
Gebühr: 20,- •; zzgl.8,- • Material;
Leitung: Chris Reinelt, Glasdesigner;
Ort: ACR Glasatelier (Rumpenheim)
Manga-Zeichnen für Anfänger und Fortgeschrittene
Neben dem traditionellen Comic hat der japanische Manga einen regelrechten Siegeszug
durch die westliche Welt geführt - angefangen bei Heidi oder Wickie bis zu Pokemon.
In diesem Kurs wollen wir uns mit einfachen
Zeichentechniken beschäftigen und den
Manga-Figuren Gestalt und Tiefe geben. Fortgeschrittene können darüber hinaus noch Einiges über Stylesheets, Panels und die Typographie in Comics lernen.
Termin: Mo, 21.7 – Fr, 25.7.; jeweils 9-12 Uhr;
Gebühr: 49,-• Leitung: Norbert Roth, Designer und Grafiker
Bildhauerei:
Wir lassen uns von den Naturformen des Steines - wie Tuff - oder Speckstein – inspirieren.
Du kannst gespannt sein, welche Formen sich
bei der weiteren Bearbeitungen noch zeigen.
Termin: Mo, 21.7. – Fr, 25.07;
jeweils 1316 Uhr; Gebühr: 49,- •
Leitung: Brigitte Gutwerk-Leicht, Bildhauerin
Glasfusing:
2-tägiger Workshop ab 9 Jahren
Im Glasfusing-Workshop können eigene Ideen
in Schalen und Schmuck umgesetzt werden.
Termin: Do, 31.7. ; 9-12.30 Uhr und
Fr, 01.8.; 9– 12 Uhr; Gebühr: 20,- •; zzgl.8,• Material; Leitung: Chris Reinelt,
Glasdesigner;
Ort: ACR Glasatelier (Rumpenheim)
Wer bin ich? Wer bist du?
Porträts, also Zeichnungen bzw. Abbildungen
von Gesichtern, sagen viel über Personen aus.
Ausgehend von Anton Würths Druckwerken
im Klingspormuseum frönen wir der Lust am
Zeichnen und deren vielfältigen Möglichkeiten.
Termin: Mo, 28.7. – Fr, 01.8; jeweils 13-16 Uhr;
Gebühr: 49,- •
Leitung: Jürgen Eckert, Maler und Grafiker
Kurs ab 14 Jahren
Manga-Zeichnen für Anfänger und Fortgeschrittene
Neben dem traditionellen Comic hat der japanische Manga einen regelrechten Siegeszug
durch die westliche Welt geführt. In diesem
Kurs wollen wir uns mit einfachen Zeichentechniken beschäftigen und den Manga-Figuren Gestalt und Tiefe geben. Fortgeschrittene können darüber hinaus noch Einiges über
Stylesheets, Panels und die Typographie in
Comics lernen.
Termin: Mo, 21.7 – Fr, 25.7.;
jeweils 14-16 Uhr; Gebühr: 39,- •; Leitung:
Norbert Roth, Designer und Grafiker
Anfragen und Anmeldungen an:
Jugendkunstschule Offenbach, Herrnstr.
61, 63065 Offenbach ;
Tel: 069/ 81 23 97; Fax: 069 / 82 68 41;
e-mail: info@juku-of.de
Foto: Lothar Sauer
Nun ist es also soweit. Die seit den 80er Jahren in der Friedrichstraße beheimatete Offenbacher Jugendkunstschule ist umgezogen. Sie
hat nun neue, großzügige Räumlichkeiten in
der Herrnstraße 61. Grund genug für uns, über
Geschichtliches und Aktuelles dieser Institution zu informieren, denn gerade für die Bewohner der direkt benachbarten östlichen Innenstadt komplettiert sich damit ein äußerst attraktives Angebot an kulturellen Einrichtungen. Das
hat nicht jede Stadt zu bieten.
Klingspor-Museum, Stadtbücherei mit
Mediathek, Museum für Stadtgeschichte, das
Büsingpalais mit seinen Veranstaltungen:
Wenn man von der Berliner Straße in die Fußgängerzone Herrnstraße Richtung Main flaniert, trifft man vor dem Lilipark auf einen attraktives Gebäudeensemble – das Kulturkarree. Als vorerst letzter Stein in diesem schönen Mosaik hat sich nun die Jugendkunstschule im Bernardbau etabliert, einem behutsam restaurierten Gebäudekomplex mit Innenhof in ehrwürdigem Industrieambiente. Damit
befinden sich alle Künste unter einem Dach.
Die Offenbacher Kinder und Jugendlichen können direkt Freude an eigenem sinnlichem Tun
erfahren und sich spielerisch mit verschiedensten kreativen Gestaltungsprozessen vertraut
machen.
1981 wurde die älteste Jugendkunstschule
Hessens unter der Federführung von Stadtrat
Ferdi Walther, dem „Vater der Schule“, gegründet. Kräftig unterstützt wurde die Schule unter
anderem von Ludo Kaiser und Lydia Gesenhus
vom Kulturamt. Der erste und langjährig engagierte Schul- und Projektleiter war der Ethnologe Dr. Bernd Spahn. Alles begann in der
Kaiserstraße beim Bund Offenbacher Künstler
mit Mal- und Zeichenkursen. Das Programm
wurde aber peu à peu und kontinuierlich auf
jetzt weit über 50 Kurse bis hin zu Darstellendem Spiel und Plastischem Gestalten erweitert.
Die Aktivitätenliste ist lang und kaum zu beschreiben: Es gab diverse Mal- und Schreibwettbewerbe, außergewöhnliche Exkursionen,
mehrere erfolgreiche Teilnahmen beim hessenweiten Landeswettbewerb „Jugend malt“ und
viele Matinees im Büsingpalais, Ledermuseum
und Mariensaal. Von den Kursleitern der „Ersten Stunde“ sind heute noch dabei: Bettina
Harwerth-Häußler, der damalige Schüler und
jetzige Dozent und „Zaubermeister“ Jens Borg
sowie die Lehrerin Angelika Morgenstern. Dazu
geben weitere 15 als Kursleiter tätige freischaffende Künstler und Künstlerinnen ihr Können
und ihre Erfahrung an interessierte junge Kreative weiter.
Die nun über 300 qm große Schule beinhaltet
neben hellen Werkräumen übrigens auch eine
Töpferei und Goldschmiede. Alles weitere –
auch über einen Wettbewerb zu einem neuen
Schul-Logo - erfahren interessierte Eltern und
angehende kleine Comiczeichner und
Marionettenbauerinnen im Programmheft, auf
der Homepage www.juku-of.de sowie im Interview mit der Schulleiterin Barbara Meyer. Und
natürlich auch bei einem Besuch in der Schule
selbst.
Text: Lothar Sauer
Seite 6
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
„Wilder Puma“
mit seinem Stamm im Stadtteilbüro
Fotos : Gerd Lindemann / Stadtteilbüro östliche Innenstadt
Eine Woche lang haben
vierzehn Kinder zusammen
mit Betreuern von der HfG
im Rahmen der Aktion
„besser leben in Offenbach“
und dem
Qartiersmanagement an
dem Projekt KiKuMa
teilgenommen. KiKuMa
steht für Kinder, Kunst am
Mathildenplatz.
Indianer im Stadtteilbüro
„Wilder Puma“ mit Kindern
Unter dem Stichwort „Indianer“ wurde gebastelt
und gemalt. Die Kinder und die Betreuer hatten
sich, damit es richtig wie im wilden Westen war,
indianische Namen zugelegt.
So hießen die Betreuer etwa „Helles Licht“ oder
„Stürmischer Adler“. Die Namen waren originell
und passten zu ihren Trägern. Das Hinterzimmer des Stadtteilbüros wurde in ein Indianertipi
verwandelt. Die Kinder bastelten „Indianerpferde“
und einen Papagaeienstock, der von Kind zu
Kind wanderte. „Wilder Puma“, der normal Adrian
heißt, gab auf einer Trommel den Takt vor, und
so sah man einen Stammestanz.
Auf Pappwänden konnten sich die „Indianer“ mit
Stift und Pinsel ausdrücken. Die Eltern zahlten
50 • für eine Woche. In diesem Preis war sogar
das Essen eingeschlossen. Die sechs- bis zehnjährigen fühlten sich sichtlich wohl.
„Wir werden das in den Oster- und Sommerferien wiederholen“, sagte Marcus Schenk, der Verantwortliche für dieses Quartiersmanagementprojekt. Wegen des großen Erfolges ist sogar
eine Erweiterung auf 20 Kinder geplant.
Man könne sich sogar vorstellen, dies zu einer
ständigen Einrichtung werden zu lassen.
Gerd Lindemann
Indianer im Stadtheilbüro: Ein Teil der Kinder im Stadtteilbüro
Indianer im Stadtteilbüro
„Wilder Puma“ mit Kindern
Marc Simons magische Lichtwelten
In seinen Bildern sammelt Marc Simon Epiphanien, also die zartesten und flüchtigsten Momente unserer Existenz. Würde sich der Betrachter
der Bilder seine Blicke als das Tasten eines geistigen Auges vorstellen, er würde die erste Eigenschaft der Schönheit dieser Welt erkennen:
Die (Licht-)strahlen, die jedem Sein innewohnen
und zu leuchten beginnen, wo sich die Pforten
der Wahrnehmung öffnen. Die Bilder von Marc
Simon sind dabei weniger surreal als ein Durchschreiten der „verabredeten Grenzen“ zu einem
Sinn, zu einer Bestimmtheit, die allein über den
Weg eines Erkennens in den Kategorien von
Ursache und Wirkung nicht zu erreichen sind.
Ähnlich wie ein Mantra zieht ein winziges Detail
die ganze Konzentration auf sich, wird zum Senf-
korn, aus dem sich ein immer wieder „neues“ Bild
ergibt, das aufmerken lässt. Es sind diese Augenblicke, in denen „die Seele eines Dinges aus
dem Kleid seiner äußeren Erscheinung“ auf uns
zukommt, wie Joyce sagt. Damit dies geschehen kann, sich die Welt „unverkleidet“ bzw.
unverstellt zu offenbaren vermag, bedarf es einer ganz bestimmten Herangehensweise. Für
Marc Simon liegt sie in der Überzeugung, dass
es die Schwingungen des Lichts sind, die alles
mit Liebe und Leben erfüllen.
Marc Simon, geboren 1960, zeigte seine Bilder
bisher unter anderem in London, New York, Florenz, Mödling bei Wien, Frankfurt und natürlich
auch schon in Offenbach. Er gibt als Arttrainer
Workshops und Seminare, leitet Kurse bei der
VHS in der künstlerischen Erwachsenenbildung,
unterrichtet an Schulen und Kindergärten, gestaltet Decken, Wände und Fassaden in/an Firmen
und Privathäuser.
Leben und Werk bilden für Marc Simon eine Einheit: Unsere Lebenswirklichkeit in einer
computerperfektionierten, durch die Vibrationen
des Geldes entmagnifizierten Welt erscheint mir
oft emotionsbehindert, in ihrer Entzauberung oft
irrational. Aufgabe des Künstlers kann es nicht
sein, diese Realität zu verdoppeln. In meiner
Kunst geht es mir darum, uns wieder mit den
geheimnisvollen und magischen Aspekten des
Lebens in Berührung zu bringen.
Am Freitag den 14.03.2008 wurde die Ausstel-
lung dann feierlich eröffnet. Vor über 30 Interessierten eröffnete der Leiter des HEGISS-Projektes Dr. Mathias Schulze-Böing die Bilderreise und
erklärte den Zusammenhang eine göttlicher Erscheinung (Epiphanie) zu den surrealen Bildern
von Marc Simon. Es wurde noch bis in den späten Abend diskutiert und die gelungene Ausstellung gefeiert.
Marcus H. Schenk
Seite 7 Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Besser leben in
Offenbach:
Kinder - Kunst am Mathildenplatz
Seit November 2007 haben Eltern die Möglichkeit,
Kinder in Ferien und an speziellen Tagen sinnvoll betreuen zu lassen. Und die Kinder, ja die
Kinder erleben zusammen mit Studenten der
Hochschule für Gestaltung, kurz HfG, wie man
Kunst selber zum Leben erweckt. So haben sie
an allen Adventssamstagen, in den Weihnachtsferien und den Osterferien nach verschiedenen
Themen gemalt, gebastelt oder Aktionen durchgeführt. Und in allem bleibt natürlich Spiel und
Spaß nicht auf der Strecke.
Im Herbst 2007 kamen Sabine Süßmann von der
Aktion Besser Leben in Offenbach und Marcus H.
Schenk vom Quartiersmanagement der NhProjektstadt auf die Idee, den Standort Offenbach
durch eine inhaltlich geprägte Kinderferienbetreuung
zu stärken.
Schnell kamen die Protagonisten auf die Studenten
der HfG als Partner und genau so schnell war der
Kontakt zu Brigitte Holtermann geknüpft.
Frau Holtermann hatte sich auch schon Gedanken
über die Nutzung des Stadtteilbüros gemacht.
Nach kurzen Vorgesprächen wurden gemeinsam die
Adventssamstage und die Weihnachtsferien geplant
und durchgeführt.
Pädagogisch angeleitet vom Sozialpädagogen
Schenk entwickelten die Studenten die Themen „Indianer“ und „Natur“ für die beiden Ferienbetreuungen.
Die Kinder bastelten ihre eigenen (Stecken-)Pferde,
ließen Bäume wachsen oder erlebten Indianerkultur
live im Ledermuseum.
Und nachdem es anfangs mit nur zwei Kindern am
ersten Adventssamstag schwerlich losging, waren für
die Ferienbetreuung die 15 Plätze schnell ausgebucht.
Auch im Sommer ist wieder eine Aktion geplant.
Zwischen dem 14. Juli und dem 1. August können
die Kinder unter dem Thema „Zirkus“ an der Betreuung teilnehmen.
Die Anmeldung finden sie auf dieser Seite.
Marcus Schenk
Haben sie Fragen zu KiKuMa,
dann melden sie sich einfach im Stadtteilbüro
unter 069/85093623.
Magische Lichtwelten
Sprechstunden
Hobby-Künstler zur
Mitarbeit gesucht
Schon seit einigen Monaten laufen eine Reihe von
neuen Maßnahmen innerhalb des stadtweiten Projektes „Besser leben in Offenbach“, das von der
Stadt Offenbach sowie der Stadtwerke Offenbach
Holding (SOH) initiiert und durchgeführt wird.
Aktuell findet die Mehrzahl der Aktionen für ein
lebenswerteres Stadtbild auf dem Gebiet zwischen Berliner Straße und dem Bahndamm sowie der Kaiserstraße und der Bieberer Straße
statt.
Wie in dem vorangegangenen Quartier werden
weiterhin Schaltkästen gereinigt und gestrichen.
Darüber hinaus werden Laternenmasten, Pfosten und
andere öffentliche Einrichtungen von illegalen
Plakatierungen und Aufklebern befreit.
Für zwei der voraussichtlich im Mai startenden gemeinsamen Aktionen mit dem Quartiersmanagement
der sozialen Stadt Offenbach werden noch künstlerisch begabte Bewohner des Bereiches gesucht, die
Lust haben, bei der Gestaltung der beiden Bahnunterführungen Tempelseestraße und Wilhelmstraße zu
helfen. Zunächst werden die Untergänge gereinigt
und grundiert; dann sollen sie mit verschiedenen,
farbigen Motiven bemalt werden.
Nach ähnlichem Modell wird auch die Bahnunterführung Kurze Straße umgestaltet. Hier haben sich Schüler der Wilhelmschule bereit erklärt, eine monumentale, bunte Unterwasserwelt auf die vorbereiteten
Wände zu malen. Wer Lust hat, bei der Gestaltung
der Unterführungen Tempelseestraße und
Wilhelmstraße mitzuwirken, wird gebeten, sich bei
Sabine Süßmann, der Projektkoordinatorin der SOH,
telefonisch zu melden. Sie erteilt auch nähere Auskünfte unter 069 / 84 00 04 – 156.
Marcus Schenk
Foto: Stadtteilbüro
Hier kleben keine Kaugummis mehr
im
Stadtteilbüro:
Montags 16.00 bis 18.00 Uhr mit Wohnungsbörse
Ansprechpartnerin ist für Sie
Frau Silke Dillenberger Tel. 069 / 6069 1457
Silke Dillenberger
Donnerstags 10.00 bis 12.00 Uhr
Ansprechpartner ist für Sie
Herr Marcus H. Schenk Tel. 0177 / 52 12345
Marcus Schenk
Info und Kontakt: Marc Simon unter www.marcsimon.net.Die Ausstellung ist jeweils montags bis
donnerstags zwischen 9.00 und 15 Uhr geöffnet und freitags zwischen 9.00 und 13 Uhr. Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Mai 2008.
Seite 8
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
DIE KINDERSEITE
DIE KINDERSEITE
Leben mit der deutschen
und der eigenen Kultur
Buchbesprechung
ICH, PRINZESSIN AUS DEM HAUSE AL SAUD
EIN LEBEN HINTER TAUSEND SCHLEIERN
Heute möchte ich euch wieder ein ganz besonderes Buch vorstellen,
es trägt den Titel:
ICH, PRINZESSIN AUS DEM HAUSE AL SAUD.
Foto: Rubsy Grover
Die sechsjährige Ishika Grover (vorne) und andere Kinder beim Punjabi-Unterricht.
Wir, Rupsy und Amardip Singh, sind Sikhs. Wir leben hier in Offenbach und haben eine sechsjährige
Tochter. Sie heißt Ishika und bekommt Unterricht zusammen mit anderen Kindern zwischen vier und zehn
Jahren, um Punjabi, unsere Kultur und Religion zu
lernen. Der Unterricht findet immer sonntags während des Gottesdienstes im Gurdwara der Sikhs in
Frankfurt Höchst statt. Ishika geht hier in den Kindergarten und spricht sehr gut Deutsch. Uns ist es aber
auch sehr wichtig, dass unsere Tochter die eigene
Sprache lernt, dass sie über die eigene Religion und
unsere Sitten Bescheid weiß und sich mit den Verwandten und Freunden in der eigenen Sprache austauschen kann. Kurz gesagt, dass sie über die eigenen Wurzeln Bescheid weiß. Denn egal wo sie einmal
hingeht, sie bleibt immer eine Sikh.
Allerdings weiß hier in Deutschland kaum jemand
etwas über unseren Glauben. Wir glauben an den
Guru Granth Sahib. Die Schrift stammt von unseren
zehn Propheten und anderen Weisen, sie ist die
Quelle unserer spirituellen Inspiration. Der Guru
Granth Sahib enthält zeitlose Weisheiten, die einer
ganzheitlichen und aufgeklärten Lebensweise dienen.
Der Guru Granth Sahib betont die Einheit des Menschengeschlechts, sowie ein soziales Leben voller
Gottvertrauen, geistiger Entwicklung und Nächstenliebe. Die Verinnerlichung und das Leben göttlicher
Tugenden im Alltag stehen dabei im Mittelpunkt. Sie
sind die Grundwerte unseres Seins.
Der Sikhismus ist nicht viel älter als 500 Jahre und
damit eine der jüngsten Religionen der Welt. Guru
Nanak Devji ist der Begründer und der erste Guru
W
der Sikhs. Er wurde 1469 in einem Dorf in der Nähe
der heute in Pakistan gelegenen Stadt Lahore geboren. Am Beginn des neuen Glaubens vernahm er eine
göttliche Stimme, die ihn anwies, im Glauben an einen einzigen Gott in Barmherzigkeit, Reinheit und
Andacht zu dienen, zu leben und zu predigen. Guru
Nanak Devji verkündete die Lehre, dass der eine Gott
nur in vollständiger Frömmigkeit und nur im Innern,
im Herzen zu erfahren sei. Damit wandte er sich
insbesondere an das religiöse Leben im Alltag. Der
eigentliche Name Gottes der Sikhs ist jedoch
Waheguru, Großer Guru, wunderbarer Lehrer. Die
Lehren Guru Nanaks wurden später im Guru Granth
Sahib , dem heiligen Buch der Sikhs aufgezeichnet.
Auf Nanak Devji folgten zehn weitere Gurus. Am Beginn stand daher immer eine vorbildhafte Persönlichkeit im Mittelpunkt der Gemeinschaft. Die Schrift
wurde Gurmukhi genannt, was bedeutet: „Aus dem
Munde des Guru“. Damit wurde der Grundstein für
das spätere heilige Buch der Sikhs gelegt.
Zu unserer Religion gehört es, unseren Körper zu
pflegen und uns die Haare wachsen zu lassen. Wir
sitzen beim Langar Essen im Gudwara in Höchst
immer auf dem Boden. Da wird kein Unterschied
zwischen den Personen gemacht. Die religiöse Unterrichtung ist uns sehr wichtig. Das gilt auch für unsere Kinder. Während wir Erwachsenen am Gottesdienst teilnehmen, werden unsere Kinder unterrichtet. Den Unterricht gibt ein Mädchen und zwei Frauen der Sikhs. Die Kinder lernen dabei zunächst
Punjabi zu lesen und zu schreiben, sowie die Aussprache.
Rubsy Grover
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„In einem Land, in dem noch immer Könige herrschen, bin ich eine Prinzessin. Aber was sich für euch wie ein Märchen
von TausendundeinerNacht anhört, ist in Wirklichkeit ein Alptraum, sage ich euch.“
Die Erzählerin des Buches stammt aus dem saudi-arabischen Königshaus. In diesem Wüstenstaat zählen Frauen nicht
viel, auch nicht, wenn sie Prinzessinnen sind. Ihnen wird von klein auf beigebracht, dass sie sich ihren Vätern und
Brüdern, ja allen Männern überhaupt, bedingungslos unterzuordnen haben. Sie werden gegen ihren Willen eingesperrt,
geschlagen und sogar verheiratet. Sie leben zwar in goldenen Palästen, aber dort zählen sie nicht viel mehr, als ihre
eigenen Sklavinnen. Eine arabische Prinzessin, welche ihren Namen nicht preisgeben kann und sich deshalb Sultana
nennt, hat diese Demütigungen nicht länger ertragen. Sie beschloss, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Sie
erzählt von ihrem Vater, der neben ihrer Mutter (seiner Hauptfrau) drei weitere Frauen hatte. Sie erzählt auch von ihrer
Mutter, ihren neun Schwestern und ihrem Bruder, durch den sie am eigenen Leib täglich erfährt, dass Mädchen nichts
wert sind:
„Ali stieß mich zu Boden, aber ich weigerte mich beharrlich, ihm den rotbackigen glänzenden Apfel zu geben, den mir der
Koch geschenkt hatte. Ali lief vor Zorn dunkelrot an. Ich schützte die Beute mit meinem Körper, biss hastig große Stücke
ab und schlang sie unzerkaut hinunter. Dass ich ihm sein männliches Privileg verweigerte, war ein schweres Vergehen,
und ich wusste, dass ich bald die Folgen würde tragen müssen. Ali versetzte mir noch rasch zwei Fußtritte und rannte
dann zu Omar, unserem ägyptischen Chauffeur, vor dem meine Schwestern fast ebensoviel Angst hatten wie vor Ali
oder meinem Vater. Ali und Omar verschwanden in der Villa. Ich blieb alleine zurück und wusste, dass ich mich dem
geballten Zorn der Männer des Hauses würde stellen müssen......“
Zwar lehnte sie sich gegen die Demütigungen auf, doch ihr Widerstand wurde mehrfach gebrochen. Sultana wird früh an
einen fremden Mann verheiratet und muss machtlos mit ansehen, wie sich ihr trauriges Schicksal bei ihren eigenen
Töchtern wiederholt.
„Wie viele Jahre würde es noch dauern, bis wir Frauen nicht mehr als Eigentum betrachtet und verschachert werden
würden? Mein Leben, das ich in der Jugend so gut geplant hatte, war nicht wie erhofft verlaufen. Meine Tage verflossen
eintönig wie die meiner Schwestern und anderer Prinzessinnen, mit denen ich befreundet war.“
Als sie die Schriftstellerin Jean Sasson kennen lernt, beschließt Sultana schließlich mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Neben der Geschichte von Sultana werden auch die Schicksale von weitern arabischen Frauen erzählt. Das Buch beruht auf wahren Begebenheiten.
Ich persönlich finde, dass es sich auf jeden Fall lohnt dieses Buch zu lesen.
RÄTSEL:
BILDERRÄTSEL
Sultana und ihre Schwestern müssen
einen Schador tragen.
Was ist das?
Wenn ihr die Richtige Lösung wisst,
dann schickt sie zu uns ins Stadteilbüro
Stadtteilbüro Offenbach östliche Innenstadt
Krafftstr. 29
63065 Offenbach
oder per E-Mail an : wirimquartier@gmx.de
Name, Alter und Adresse nicht vergessen!
Als Preis gibt es das Buch: Ich, Prinzessin aus dem Hause
Al Saud zu gewinnen.
Also haltet euch ran!
Wir wünschen viel Glück!
Madita Morgenstern
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In diesem Wortsalat sind senkrecht und waagrecht 6 Begriffe versteckt.
Finde sie!
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Von Madita Morgenstern
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Seite 9 Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Die Probleme in der neuen
Heimat sind vielfältig
Foto: AWO
Tag der offenen Tür beim interkulturellen Begegnungscafe der AWO
Ein Bericht von Ali Karakale,
Migrationsberater der Arbeiterwohlfahrt
Frau Alou, eine junge algerische Mutter von zwei Kindern
(2 und 4 Jahre), wird von Herrn Abdel Kader Rafoud, dem
Ausländerbeirat der Stadt, zur Beratungsstelle der
Migrationserstberatung der AWO (Arbeiterwohlfahrt) in der
Arthur-Zitscher-Straße 20 begleitet. Die junge Frau lebt
seit rund zweieinhalb Jahren in Offenbach und kann auch
etwas Deutsch. Das Gespräch wird mit ihr überwiegend
auf Deutsch geführt, wobei Herr Rafoud sprachliche und
informelle Hilfestellung gibt. Frau Alou hat sich als erstes
an ihn gewandt, da sie ihn aus dem Deutsch-Marokkanischem Kulturverein kennt. Daher weiß er bereits über einen Teil ihrer Migrationgeschichte bescheid, was für diese Erstberatung sehr wichtig und effektiv ist. Als jemand,
der im Rahmen der Familienzusammenführung vor weniger als drei Jahren nach Deutschland kam, zählt sie als
Neuzuwanderin, also zur Zielgruppe der Migrationserstberatung.
Der Ehemann der Frau ist seit zwei Monaten verschieden, und Bekannte und Freunde der Familie haben ihr
bislang geholfen. Da aber keine weiteren Familienangehörigen im Rhein-Main-Gebiet vorhanden sind und die
Hilfsangebote des deutsch-marokkanischen Kulturvereins
sehr begrenzt sind, wurde sie zur Migrationserstberatung
gebracht. Sie und ihre beiden Kinder hatten seit Tagen
nicht gegessen. Das jüngere Kind lief seit Tagen mit den
gleichen Windeln herum. Durch einen Anruf bei der Yavuz
Selim Moschee konnte der jungen Witwe schnell und unbürokratisch geholfen werden. Sie bekam noch am gleichen Tag eine Geldspende über 40,00 •. Es wurde, da es
Freitagmittag war, ein Gesprächstermin bei der Mainarbeit
für Montag vereinbart. Dort stellte sich heraus, dass Frau
Alou durch ihre nicht ausreichenden Deutschkenntnisse
und vor allem ihren Trauerfall und durch die dadurch entstandene Überforderung die Termine des Amtes nicht
wahrnehmen bzw. absagen konnte. Aus diesem Grund
hatte sie eine Zahlungskürzung bekommen und das erhaltene Geld hatte bis Monatsende nicht gereicht.
Durch die persönliche Vorsprache Frau Alous und die Begleitung durch Ali Karakale wird die Sachlage geklärt. Frau
Alou bekommt Essensmarken als Darlehen, um bis zum
Zahltag der ALG II-Leistung die Lebenshaltungskosten zu
bestreiten. Danach werden Beratungsmaßnahmen eingeleitet um die Kinder unterzubringen und Frau Alou zu einem Integrationskurs anzumelden. Frau Alou hat die Möglichkeit entweder die Sprechzeiten, die montags und dienstags von 9.00 -13.00 und Dienstagnachmittag von 15.00 18.00 Uhr, in der Arthur-Zitscher-Straße, im AWO-MEB
stattfinden wahrzunehmen oder auch donnerstags
von 10.00 – 13.00 ins Bürgerbüro kommen. Es können
auch nach telefonischer Absprache individuelle Beratungstermine mit ihr vereinbart werden.
Im Bürgerbüro haben wir in Kooperation mit der Stadt
Offenbach seit über einem Jahr ein Beratungsangebot für
Neuzuwanderer eingerichtet, das von der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Diakonie und dem Internationalen
Bund getragen wird. Hier arbeiten die Migrationserstberatungsstellen und der Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes sehr eng zusammen. Auch wenn
dieses Angebot für die Neuzuwanderer gedacht ist, sind
rund 90 Prozent der Hilfesuchenden Migranten, die länger als drei Jahre in Deutschland leben. Die Gründe für
diese geringe Zahl der Neuzuwanderer sind vielschichtig.
Sie sind zum Teil politischer Natur und liegen zum Teil in
der Kultur der Menschen.
Zu den politischen Faktoren zählen: Die Extreme Erschwerung der Einreisebedingungen durch das Ausländerecht.
Die Kürzung der Beratungsstellen für Migranten. Allein
durch Kochs politisches Projekt „Sichere Zukunft“ mussten bei der AWO zwei Stellen gestrichen werden. Die
Landesmittel für diese Stellen wurden von heute auf morgen gekürzt. Hessenweit wurden mehr als 20 solcher Be-
ratungsstellen zur Sicherung einer besseren Zukunft kalt
gestellt. Die Zusammenarbeit zwischen der Migrationserstberatung, der Stadt Offenbach, der MainArbeit und anderen Trägern sind trotz mehrjähriger Bemühung unsrerseits
nicht stark ausgeprägt
Zu den persönlichen Gründen zählen, dass viele Migranten
zunächst Hilfe in ihren Kulturvereinen suchen, weil die
sprachlichen und kulturellen Zugangsbarrieren für Neuankömmlinge nicht so hoch sind. Die meisten Neuzuwanderer werden überwiegend von ihren Familienangehörigen betreut. Diese übernehmen auch die sozialadministrativen Arbeiten der Migranten. Bei den meisten
dieser Menschen entsteht der Beratungsbedarf von Seiten professioneller Beratungsstellen erst nach drei Jahren durch Probleme wie Ehekrisen, Scheidung, Arbeitslosigkeit,
Schulund
Erziehungsprobleme,
Wohnungslosigkeit oder familiäre Tragödien wie bei Frau
Alou.
Aus diesem Grund versuchen wir auch im Rahmen der
interkulturellen Arbeit diesen Menschen die Arbeit der
Migrationserstberatung der Arbeiterwohlfahrt näher zu
bringen und den Kontakt zu anderen deutschen und ausländischen Bevölkerungsgruppen herzustellen. Seit zwei
Jahren organisiert die AWO Migrationserstberatung im
Rahmen des Migrantentreffs einen Tee- und
Cafénachmittag, einen Deutschkurs, einige Tagesfahrten
und sonstige interkulturelle Angebote. Da die Anfrage in
der letzten Zeit stark gestiegen ist, und eine dem entsprechende Finanzierungsgrundlage fehlt, haben wir eine
Möglichkeit gefunden, diese Aktivitäten im Rahmen des
„Interkulturellen Begegnungs- und Lerncafés“ bis
30.06.2008 weiter zu führen. Diese Angebote finden alle
in der Arthur-Zitscher-Straße 22 (Sozialstation der AWO)
statt. Dieses Projekt wird durch das Bundessprogramm
„Lokales Kapital für soziale Zwecke„ gefördert. Besonderheit des Projektes ist, dass die Teilnehmer während den
Workshops auch die Beratungsleistungen der MEB wahrnehmen können. Im Laufe der Woche treffen sich
Migranten verschiedenen Alters und nehmen an folgenden interkulturellen Angeboten teil:
Die Frühstücksgruppe findet montags 10.00 – 12.00 Uhr
statt. Diese wird von Frau Bahar Suvakci geleitet. Hier
treffen sich Frauen zum Frühstück und unterhalten sich
über Themen aus ihrem Alltag. Dabei geht es um Erziehung, Gesundheit, Beruf, Nachbarschaft und Allgemeines.
Durchschnittlich 15 Frauen kommen regelmäßig hierher.
Der handwerkliche Workshop findet ebenfalls Montag
von 15.00 – 17.00 Uhr statt. Dieser wird von Frau Sonja
Mlyanarska geleitet. Das Ziel dieses Workshops ist es,
dass die Teilnehmer ihre eigenen handwerklichen Fähigkeiten vorstellen und diese den anderen Teilnehmern in
Schnupperworkshops zeigen und vermitteln. Hier haben
die Workshopteilnehmer Töpferarbeiten gemacht und
Postkarten für den Bayram (das Opferfest) selbst hergestellt. Da der Kurs erst Anfang Oktober begonnen hat,
nehmen zur Zeit ungefähr fünf Personen daran teil. Es
scheint sich die Tendenz abzuzeichnen, dass Mütter mit
Kindern sich für diesen Kurs vermehrt interessieren und
auch daran teilnehmen. Es ist demnächst mit einer höheren Teilnehmerzahl zu rechnen.
Die Lernwerkstatt Türkisch ist donnerstags 18.00 – 20.00
Uhr. Diese wird von Frau Selma Bugazcioglu geleitet. Hier
werden die Grundkenntnisse Türkisch, landeskundlicher
Unterricht und kulturelle Themen behandelt. Es geht in
diesem Schnupperkurs darum, dass die Teilnehmer einen
groben Eindruck der Türkei, deren Bewohner und deren
kulturelle Vielfalt bekommen. Dieser Kurs dient auch als
Vorbereitungskurs für die Sprach- Kultur- und Bildungsreise in die Türkei. (Siehe hierzu bitte auch die Reisebeschreibung). Für diesen Kurs wird generell noch nach interessierten Teilnehmern gesucht.
Der Kaffee- und Teenachmittag findet jeden Mittwoch
15.00 - 17.00 Uhr statt. Dieser wird ebenfalls von Frau
Suvaci geleitet. Dieser Treff ist das Kernstück oder die
Schnittstelle des Gesamtprojektes. Hier treffen sich die
Teilnehmer der Workshops, Ratsuchende der Migrationsberatung und andere Interessierte aus Offenbach zum regelmäßigen Austausch. Es werden gemeinsame Tagesfahrten unternommen oder Feste geplant und durchgeführt.
Durchschnittlich nehmen an diesem Mittwochstreff rund
15 – 20 Personen teil.
Die Lernwerkstatt Deutsch findet jeden Donnerstag von
15.00 – 17.00 Uhr statt. Diese wird von Frau Hayriye Gürler
geleitet. In dieser Lernwerkstatt festigen die Teilnehmer ihre
Schreib-, Lese- und Kommunikationsfähigkeiten und bauen diese auch aus. Diese werden in Form von Collagen,
Interviews, Hörspielen, Kurzerzählungen usw. trainiert.
Die Lernwerkstatt Alpha findet jeden Donnerstag von
10.00 – 12.00 Uhr statt.
Tage der Reise verbringen, Zeit für persönliche
Erkundungen haben und das gesehene reflektieren können.
urlaub anerkannt werden kann. Außerdem werden noch Sponsoren gesucht, da das Kulturprogramm sehr aufwändig ist. So hoffen wir die
doch sehr hohen Reisekosten noch senken zu
können und auch Personen mit nicht sehr hohem Einkommen die Reise ermöglichen zu können. Insofern suchen wir auch noch Teilnehmer,
die daran interessiert sind, die Türkei einmal
abseits der Antalya-Ballermann-Klischees kennen zu lernen.
Am Ende soll eine Radiosendung aufgezeichnet werden.
Es sind ca.14 Personen angemeldet und nehmen regelmäßig daran teil. Ferner ist ein Fotoworkshop mit dem
Themenschwerpunkt Lebensbiografie geplant.
Die Interessenten werden die Grundlagen des Fotografierens kennen lernen und zu dem Thema Lebensbiographie
eigene Fotos machen. Diese werden anschließend ausgestellt. Der Ort und die Uhrzeit folgen nach der Anmeldung in Absprache mit den Teilnehmern.
Da das LOS-Projekt leider nur bis Ende Juni finanziert wird,
ist diese Finanzierungsgrundlage leider bald nicht mehr vorhanden und es bricht wieder ein sehr sinnvolles Projekt
weg, das gerade für die Integration von Migranten im städtischen Osten mit bis zu 60% Ausländeranteil mehr als wichtig ist. Ferner würden wir uns wünschen, wenn Frau Bahar
Suvakci, die ein Praktikum bei uns ableistet, übernommen
werden könnte. Denn neben der Gruppenleitung unterstützt
sie uns bei den sozialadministativen Tätigkeiten der
Migrantenerstberatung.
Für den handwerklichen Workshop, die Lernwerkstatt Türkisch und den Fotoworkshop benötigen wir noch Teilnehmer, vor allem auch welche ohne Migrationshintergrund.
Voranmeldung bitte bei Ali Karakale, Tel.: 98 19 40 10 (-11,
fax) od. Alikarakale@web.de
Ali Karakale
Foto: Peter Klein
Ali Karakale im Beratungsgespräch
Ab in den Urlaub
Sprach-, Bildungs- und Kultur -reise der
AWO in die Türkei mit interkulturellen
und inter-religiösen Schwerpunkten
vom 09.07.-23.07.2008
Zielgruppe
Deutsche und nicht deutsche Interessierte,
Kulturliebhaber und neugierige Personen,
die eine Schwarzmeerreise als Gruppenreise,
fernab der touristischen Metropolen der Türkei
unternehmen möchten
Teilnehmerzahl
30 Personen aus Offenbach
Reisinhalte
Die Reise beginnt am 9. Juli in Istanbul. Hier
lernen wir die ersten Tage die kulturelle Vielfalt
der Stadt kennen. Der Schwerpunkt dieser
Stadtreise liegt darin, das interreligiöse und interkulturelle Leben der drei Weltreligionen (Islam, Christentum und Judentum) näher zu beobachten. Es werden die religiösen und histori-
schen Kulturstätten, aber auch das Alltagsleben
dieser kosmopolitischen Stadt durch Besuch der
Stadtteile und Plätze kennen gelernt.
Die Reise geht mit dem Bus weiter durch die
Küstenstädte der Region. Die ganze Schwarzmeerküste ist Naturschutzgebiet. Hier werden die
alten Kulturstätten der verschiedenen Religionen
kennen gelernt (alte Kirchen und Synagogen, die
in den Höhlen eingemeißelt wurden.) Vor allem
wird auch die Landschaft der Region aktiv erkundet. Im Rahmen der Schwarzmeerküstenfahrt
sind Übernachtungen in den jeweiligen Orten mit
eingeplant. Wir werden auch von mehreren professionellen Reiseführern begleitet.
Die Kreisverwaltung „Bayburts“, eine Stadt in
Nordostanatolien an der Schwarzmeerküste,
möchte diesen Ort für den In- und Auslandstourismus attraktiver machen. Aus diesem Grund
werden jährlich Märchen- und Sommerkulturveranstaltungen durchgeführt. Wir wurden hierzu
von der Stadtverwaltung eingeladen. Der Besuch dieses Festivals beginnt am 14. 07.2008.
Hier bleiben wir vier Tage. Mit dem Bus geht es
dann zurück nach Istanbul, wo wir die letzten drei
Vorbereitung
Zur Vorbereitungen auf diese Reise, gibt es die
Möglichkeit, die „Lernwerkstatt Türkisch“ der
AWO zu besuchen. Sie findet immer donnerstags 18.00 – 20.00 Uhr in der Arthur-ZitscherStraße 22 statt. Hier wird neben den Sprachkenntnissen auch eine Einführung in die kulturelle Vielfalt der Reisetour vermittelt. Die Teilnahme am wöchentlich zweistündigen Kurs, ist kostenlos. Ferner findet ein Vorbereitungstreffen am
16.04.2008 um 15.00 Uh in der unten aufgeführten Adresse statt.
Kosten
Die Reise kostet inklusive Flug, Transfer, Busfahrt, Unterkunft, Hotel, Übernachtung Frühstück
und Abendessen 1050,00 • pro Person
Sonstiges
Es wird z. Z. überprüft, ob die Reise als Bildungs-
Anmeldung
Arbeiterwohlfahrt Offenbach Stadt e.V.
Migrationserstberatungsstelle (MEB) ,
Ali Karakale Arthur-Zitscher-Straße 20-22,
63065 Offenbach am Main
Telefon: 98 19 40 10 , Fax: 98 19 40 11, Mail:
Alikarakale@web.de
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Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
RELIGION & GLAUBE
Kaffeenachmittag der Frauenhilfe
Mittwochs 15-17 Uhr im Gemeindesaal
Evangelische
Schlosskirchengemeinde
Arthur-Zitscher-Straße 11-13,
63065 Offenbach am Main
ev.schlosskirchengemeinde.offenbach@
ekhn-net.de
20. April 10 Uhr Kantate
Musikgottedient in der Schlosskirche
mit Kirsten Müller und Elke Gand
17. Mai 17 Uhr Pfingsten
Ökumenischer Gottesdienst in St. Marien
Mit Pfarrer Blamm und Pfarrerin Pascalis
Gemeindebüro Renate Lehmann
Mi. & Fr. 09.00-11.00 Uhr
Tel: 881 833
Fax 823 75 479
Pfarrerin Patrizia Pascalis
83 83 00 85
Mobil 01726691904
patriziapascalis@web.de
Organistin Kirsten Müller
erreichbar über Gemeindebüro
Küster Hansjürgen Hamm
0175-8307658
Kita Gaby Schima
82 36 00 71
Kirchenvorstand Rolf-Harald Burghardt
829 770 12
Gemeinde-Konto
Sparkasse Offenbach,
Kto.Nr. 8060, BLZ 50550020
7. Juni 15-18 Uhr
Sommerfest auf der Wiese
Mit Tombola, Fußballturnier, Kinderprogramm und ökumenischem Gottesdienst
Kindergottesdienst (0-12 jährige):
Letzter Samstag im Monat 15-17 Uhr
in der Stadtkirche
Treff der Konfirmierten 2007
2. & 4. Dienstag im Monat 17.30 Uhr
im Katharina-von-Bora-Haus,
Kirchgasse 17
Pfadfinderstamm Wild Cats
Freitags im Alten Pfarrhaus:
Meutenstunde (6-10jährige)
16.00-17.30 Uhr
Sippenstunde (14-17jährige)
17.30-19.00 Uhr
Jugendgruppe der Nordgemeinden
(ab 14 Jahre)
Montags 17.00-20.00 Uhr in den
Jugendräumen
Flohmarkt
Im Monat Mai wird die Kindertagesstätte
von St. Marien einen Flohmarkt abhalten.
Der genaue Termin wird mit Plakaten und
im „Wort zum Sonntag“ noch bekannt gegeben. Familien- und Freundeskreis von St.
Marien im Mariensaalkolleg, Krafftstr. 21
16. April Vortrag um 20.00 Uhr
von Frau Margot Klug zum Thema:
„Land, Leute und Tempel in Ägypten“
14. Mai Vortrag um 20.00 Uhr
von Physiotherapeut Bernhard Wenzel zum
Thema: „Seelische Gesundheit –
Wahnvorstellungen“
Nähere Informationen erteilt
Frau V. Krause, Tel. 86 777 210
Regelmäßige Veranstaltungen:
Gottesdienste
1. Sonntag im Monat 10.00 Uhr mit Abendmahl
anschließend Kirchenschoppen
Konzert
Am Sonntag, den 4. Mai um 17.00 Uhr
bringt die Offenbacher Kantorei unter Leitung von Tobias Koriath, Marienlieder,
Vertonungen aus verschiedenen Jahrhunderten, in St. Marien zu Gehör.
Termine St. Marien
Besondere Gottesdienste
1. Mai – Christi Himmelfahrt
um 11.00 Uhr Hochamt im
Pfarreienverbund (St. Marien, St. Paul und
St. Peter) mit anschließendem Fest im
Mariensaal, bei dem Mittagessen, Kaffee
und Kuchen angeboten werden
10./11. Mai – Pfingsten
am 10. Mai um 20.00 Uhr
Pfingstvigil in der Marienkirche,
am 11. Mai um 11.00 Uhr
Hochamt mit Gedenken an den 70. Todestag von Pfr. Bernhard Grein, den Erbauer
der Marienkirche. Anschließend Fest vor der
Marien-kirche.
Um 17.00 Uhr ökumenische Vesper
mit der Evangelischen Schlosskirchegemeinde
18. Mai – Großes Gebet
um 11.00 Uhr Hochamt,
ab 14.00 Uhr gestaltete Gebetsstunden und
Abschluss mit der Vesper um 17.00 Uhr
Frauenkreis von St. Marien
im Mariensaalkolleg, Krafftstr. 21
7. April um 19.30 Uhr
Gesprächskreis:
„Balladen- Lyrik und noch mehr“
18. bis Sonntag, den 20. April
Wochenende auf der Elsenburg in Kaub
5. Mai um 19.30 Uhr
„Den Rücken stärken“
Referentin Birgit Jäger
Wer sich den Kreisen anschließen oder als
Gast zu den Veranstaltungen kommen
möchte, ist immer herzlich willkommen.
Ebenso würde sich der Frauenchor von St.
Marien über Verstärkung freuen. Wer Spaß
am Singen hat und mitsingen möchte, kann
sich dienstags um 20.00 Uhr im
Marienheim, Krafftstr.19 im I. Stock, einfinden. Näheres erfahren Sie auch unter
Tel. 8 008 43 10 oder 81 19 68.
Der Bastelkreis fertigt jeweils Mittwochs
um 20.00 Uhr im Marienheim
26. März – Frühlingsfensterbilder aus Tonpapier
9. April – Tontöpfe mit Frühlingsdekoration
23. April – Windowcolor-Bilder
17.05.2008
Muttertag Religiöse Feier
25.05.2008
Frühlingsfest, Gemeinsames Mitgliedertreffen außerhalb der Moschee.
Ort und Zeit kann sich je nach Wetter ändern.
11.06.2008
Pressekonferenz Bekanntmachung der Projekt
‘’ Weist du wer ich bin ‘’ in der Schlosskirchen Gemeinde Arthur Zitscher Str.11-13
Offenbach
14. und 15. 06.2008
Juni Teilnahme an der Mainuferfest
Vorankündigung
In den Monaten Mai bis Oktober werden
wieder 4 Tagesfahrten geplant.
Genaue Daten werden in den Schaukästen, als Aushang in Geschäften, sowie im
„Wort zum Sonntag“ bekannt gegeben.
Die Grillparty mit der Stadtmission wurde
auf 09.August 2008 verschoben.
Am Sonntag, den 24. August, wird zusätzlich eine Fahrt zu den Passionsspielen nach
Sömmersdorf angeboten. Abfahrt wird ca.
11.30 Uhr vor der Marienkirche sein.
Die Vorstellung beginnt um 14.30 Uhr, die
Spieldauer beträgt ca. 3 ½ Std.
Der Eintritt kostet 11,00 •, der Fahrpreis
richtet sich nach der Teilnehmerzahl. Genaueres wird bei Zeiten veröffentlicht.
01.09.2008
Ramazan Anfang
Jeden Tag Fastenbrechen in der Gemeinde gemeinsames Essen nach der Abendsgebet.
www.bistum-mainz.de/st-marien-of
12.10.2008
Gottesdienste in St. Marien entnehmen
Sie bitte auch dem Schaukasten vor der
Kirche am Mathildenplatz und am Eingang Krafftstr. 19
Zusammentreffen der Religionsgemeinden
in unsere Moschee
Erste Woche im Juli
Tag der Offenen Türen
Regelmäßige Veranstaltungen
Jeden Freitag ab 19:30 Uhr Frauen Versammlung in der Moschee.
Jeden zweiten Samstag Versammlung
der Jugendlichen mit dem Religionsbeauftragten.
Nähere Informationen erhalten Sie bei
DÝTÝB Türkisch Ýslamische Kultur
Gemeinde zu Offenbach
Bleich Str. 56
63065 Offenbach
Tel:
069/818885 oder 812722
Fax: 069/817015
Termine und Veranstaltungen
DÝTÝB
Türkisch Ýslamische Kultur Gemeinde
zu Offenbach
16. und 17. 08.2008
Teilnahme an der ‘’ Kulturfest der Nation ‘’
Wilhelmsplatz.
30.09.2008
Ende der Ramazan und erste Tag der
Ramazan Fest.
Hand in Hand
ein sinnerfülltes Rentnerleben
Was geht da im Körper vor sich?
Die Nase läuft, der Kopf ist dick und
dann auch noch das ständige Niesen!
Keine Frage, Sie haben sich einen ordentlichen Schnupfen zugezogen!
Kaum einer von uns wird in dieser
nasskalten Zeit von ihm verschont.
Und natürlich trifft es einen immer
genau im ungünstigsten Moment. Aber
vielleicht haben Sie sich auch schon
mal gefragt:
Nähere Informationen erteilt
Frau Blank-Torbeck, Tel. 82 37 67 62
16. Juni um 19.30 Uhr
Vortrag von Frau Maria Rink zum Thema:
„Wir können nichts mitnehmen – in der letzten Tasche, aber vorausschicken“
Nähere Informationen erteilt Hedi van
Baaijen, Tel. 88 04 84
FRAG DOC MO
Was genau ist
eigentlich
Schnupfen?
7. und 21. Mai – Holzarbeiten für Dekoration fürs Sommerfest in Haus und Garten
4. Juni – Serviettentechnik
Die kalte Jahreszeit schlägt jetzt von gleich
zwei Seiten zu: einerseits werden die empfindlichen Schleimhäute der Nase weniger
durchblutet, weil sich in der Kälte das Blut
eher in die körpernahen Regionen zurückzieht (daher auch die kalten Füße und Hände!). Im Blut schwimmen unter anderem auch
Abwehr- und Fresszellen, die jeder Zeit auf
der Suche nach Krankheitserregern sind, um
diese zu zerstören. Erreicht nun durch die
kalte Außentemperatur ein schwächerer Blutfluss das Naseninnere, kommen so auch weniger Abwehr- und Fresszellen in die Nasenschleimhaut.
Praktisch, denken Sie jetzt vielleicht, dann
nichts wie ins warme Haus! Aber so einfach
ist das leider nicht, denn auch die trockene
Heizungsluft setzt unserer Nase zu. Im
Naseninneren nämlich befindet sich ein weiterer Schutz gegen Krankheitserreger: die so
genannten Flimmerhärchen.
Diese sind kleine Ausstülpungen, die durch
ihre Eigenbewegung Fremdkörper wie
Schmutz und Staub, aber auch Erreger mit
von kleinen Drüsen gebildetem Schleim umhüllen (das Nasensekret, umgangssprachlich
Rotze genannt) und wieder aus der Nase hinaus schaffen. Leider kann zu trockene Luft
die Flimmerhärchen beinah lahm legen und
die Drüsenzellen „austrocknen“.
Jetzt haben wir also das Problem: eine weniger durchblutete, trockene Nasenschleimhaut
die den Attacken der Schnupfenerreger nicht
länger standhalten kann! Und schon geht es
richtig zur Sache: das Sekret der Drüsenzellen gemischt mit Abwehrzellen (also der
Schnupfen!) fließt und versucht die Erreger
fernzuhalten, doch ist die Abwehr zu
schwach, setzen sich die Erreger fest, die
Nase schwillt an, der Schnupfen wird zäher
und verstopft die Nasengänge und im
schlimmsten Fall entzünden sich auch noch
die Nasennebenhöhlen.
Was kann ich tun?
Sorgen Sie für eine gute Raumluft! Mehrmals
täglich kurz Stoßlüften und ein Schälchen mit
Wasser auf der Heizung kann der trockenen
Luft entgegenwirken. Und selbst wenn die
Nase läuft und der Kopf dröhnt, solange Sie
kein hohes Fieber haben: Trotzen Sie dem
kalten Wetter und gehen Sie ins Freie!
Ein bisschen Bewegung bringt den Kreislauf
in Schwung, fördert die gesamte Durchblutungssituation im Körper und stimuliert die
Abwehr! Ohne gleich die chemische Keule
zu schwingen, können Sie sich Meersalzspülungen für die Nase aus der Apotheke besorgen. Diese befeuchten und durchbluten
die Schleimhaut. Warum das gegen Schnupfen wirkt, dürfte Ihnen jetzt klar sein!
Übrigens, auch wenn es jetzt schon wieder
warm wird, der nächste Winter – nächste
Schnupfen kommt bestimmt, also nicht vergessen bis dahin.
Die Seniorenhilfe Offenbach stellt sich vor
Im September 1995 gründete die damals
erst 36jährige Farnusch Zenner die
„Seniorengenossenschaft Offenbach“.
Sie ließ sich dabei von dem Modell der
Seniorengenossenschaft Dietzenbach
leiten. Dabei hatte sie eine Vision: Sie
dachte an die Zusammenführung von
Jung und Alt im Rahmen einer Genossenschaft. Eine „große Familie“ wollte sie,
die ein „Füreinander – Miteinander“ über
die Generationen, also unabhängig vom
Lebensalter, pflegt.
Diese Art der Selbsthilfe wurde in BadenFoto: Jürgen Schwarz
wünscht Doc Mo
Doc Mo ist Offenbacherin und wird in wenigen Monaten ihr Medizinstudium abschließen. Sie arbeitet zurzeit in einem Krankenhaus in der Nähe von Offenbach. Gerne beantwortet sie Ihre Fragen zu Themen aus
Gesundheit und Medizin.
Schreiben Sie einfach an:
wirimquartier@gmx.net
Sigrid Isser, die neue Vorsitzende der Seniorenhilfe
Foto: Jürgen
Schwarz
Franusch
Zenner-Helm,
die Gründerin der Senoirenhilfe Offenbach
Württemberg in den 90er Jahren gestartet. Erst später wurde die „Genossenschaft“ in „Seniorenhilfe“ umbenannt. Diese arbeitet mit einem Punktesystem. Der
Helfende erhält für seine Dienstleistung
Punkte, die er selbst wieder für Dienstleistungen, die er benötigt, einsetzen
kann.
Was bietet die Seniorenhilfe an? Nun, fast
alles. Ob es sich darum dreht einen Senior oder eine Seniorin zum Arzt zu begleiten oder jemanden etwas vorzulesen
oder mit ihm spazieren zu gehen. Auch
die Begleitung zu Ämtern wird übernommen. Veranstaltungen werden organisiert.
So zeigen zum Beispiel Schülerinnen und
Fortsetzung nächste Seite
Seite 11 Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
Projekt „FATIMA“
ESF Integrationsprojekt für Migrantinnen der Innenstadt
Foto: Giovanna Silvestro
Das Projekt FATIMA steht für:
„Frau und Ausländerin für Teilhabe,
Integration mittels Arbeit“.
Es konnte dank der Unterstützung
des Europäischen Sozial Fond im
Juni 2007 starten. FATIMA wandte
sich an ausländische Frauen, die
sich auf den Zugang zum Arbeitsmarkt vorbereiten. Es beinhaltete
neben einem Sprachkurs, ein allererstes Basistraining in EDV, um die
Computerwelt zu verstehen und zu
nutzen. Frauen haben schnell gelernt den PC zu steuern und damit
zu arbeiten, vor allem um Deutsch
unermüdlich zu üben. Internet
schreckt nicht mehr ab, und man
kennt jetzt den Nutzen der schnellen Suchmaschinen. Flüge in die
Heimatländer werden jetzt selber
gebucht.
Das Projekt FATIMA fand gleich eine
gute Resonanz bei vielen Migrantinnen
die sich im Sekretariat der Mathildenund Eichendorffschulen angemeldet
hatten. Ganze Frauengruppen aus
dem (Schul) ElternKaffee (Eichendorffschule) haben sich anfangs ange-
schlossen. Die meisten Frauen sind in
der deutschen Sprache Anfängerinnen, obwohl sie schon seit mehreren Jahren in Deutschland leben.
Hauptgrund bzw. Haupthindernis für
den Besuch eines Sprachkurses war
und ist der geringe finanzielle Spielraum der Migranten-Familien und die
völlig fehlende Einnahme der Frau. Die
meisten Frauen möchten sich auch
aus diesem Grund qualifizieren und
genießen einen großen Rückhalt bei
den Ehepartnern und den weiteren Familienangehörigen bei ihrer Projektteilnahme.
Vorwiegend besteht die Gruppe der
Teilnehmerinnen aus marokkanischen
und türkischen Frauen, vereinzelt gibt
es russische, italienische und pakistanische Frauen.
Für das Projekt hat es in der Mathildenund Eichendorffschule je einen Schulraum gegeben und zusätzlich ein
Nutzungsrecht des Kinderbetreuungsraums. In der Schulferienzeit haben die
Kurse im Stadtteilbüro (am
Mathildenplatz) stattgefunden. Die
Sozialisierungssprache
unter
Migrantinnen ist Deutsch sowie die
Sprache der Kinder, die ihre Mamas
immer begleitet haben und, obwohl
nicht immer leicht zu organisieren, eine
liebevolle und sinnvolle Betreuungszeit
gefunden haben.
Neben Sprach- und Computertraining
wurde Nähen geübt. Auch dieser Unterricht in den Räume der Italienischen
Katholischen Gemeinde hat viel Spaß
gemacht und handfeste Erzeugnisse
geliefert wie Taschen, Kissen, Röcke,
Tischdecken und schöne orientalische
Kleider.
Grundbegriffe aus dem Wortschatz des
Nähens und des Textilbereichs wurden
erklärt und geübt. Auch die Geschichte der Entstehung der meistgenutzten
Stoffe bis hin zu synthetischen Fasern
stand auf dem Lehrplan.
Gemeinsam wurden leckere Spezialitäten gebacken und das Fastenbrechen wurde zusammen gefeiert.
Ein gemeinsamer unvergesslicher
Ausflug ins Ledermuseum hat die Besonderheiten der neuen Heimatstadt
Offenbach offenbart.
Bei einem Rundgang in der Innenstadt
sind dann alle Frauen bewusste Zeugen der Stadtgeschichte geworden
und fühlen sich jetzt selbst hier zuhause.
Selbst wenn der Kurs zu Ende geht,
bleibt FATIMA eine interkulturelle
Gruppe von Frauen, die sich in der
neuen Heimat kennen gelernt haben
und sich nie wieder missen wollen.
Herzlichen Dank an die Mathildenund Eichendorffschule,
an die Italienische Gemeinde
und an die MainArbeit GmbH für die
Hilfe bei der Organisation
der Kinderbetreuung.
Giovanna Silvestro
(Projektleiterin)
Fortsetzung von Seite 10:
Hand in Hand ein sinnerfülltes Rentnerleben
Schüler der Schillerschule, wie man mit
einem Computer umgeht. Es gibt Tanzkreise, Stammtische. Aber auch Malkreise
und Handarbeitskreise haben regen Zuspruch. Ausflüge und gemeinsame Besuche von Veranstaltungen runden das Angebot ab.
Es erscheint vierteljährlich eine Seniorenzeitung, die Farnusch Zenner mit einem
kleinen Redaktionsteam liebevoll mit guten Texten und vielen Bildern gestaltet.
Die Vermittlung der Dienstleistungen übernimmt das Büro, welches sich im Hessenring 55 (Städtisches Altenheim) befindet.
Das ist das „Herzstück“ der Organisation.
Hier arbeiten drei bis vier ehrenamtliche
Helferinnen, die am Telefon die Vermittlung der Hilfe übernehmen.
Aus ganz kleinen Anfängen heraus startete dieses Projekt. Schon 1997, also zwei
Jahre nach der Gründung waren es 200
Mitglieder. Heute sind es etwas über 1000
aktive und fördernde Mitglieder. Die fördernden Mitglieder und solche, die nicht
an der Punkteverteilung teilnehmen, zahlen einen Jahresbeitrag von zurzeit 6 Euro.
Die Seniorenhilfe Offenbach nimmt sehr
viele Termine für ihre Öffentlichkeitsarbeit
wahr. Sie ist immer beim Mainuferfest mit
einem attraktiven Stand vertreten. Ein paar
Tage später findet man sie beim „Tag der
Selbsthilfegruppen“ in der Frankfurter
Straße. Im August letzten Jahres fuhr man
mit einer kleinen Delegation zum ersten
Seniorenkongress nach Wiesbaden, wo
auch Angela Merkel, die Bundeskanzlerin,
sprach.Farnusch Zenner, die die Seniorenhilfe aufgebaut hat, erhielt am 7. Februar.2006 die Bürgermedaille in Bronze.
Sie hat am 27. Februar 2008 ihr Amt abgegeben. Inzwischen hat sie auch wieder
geheiratet und heißt nun Helm.
Kontakt: Seniorenhilfe Offenbach
Hessenring 55
Telefon 069/87 87 64 43
Fotos: Gerd Lindemann
Der Vorstand der Seniorenhilfe Offenbach
Gerd Lindemann
Der „OstpolKredit“
Fortsetzung Seite 1: Ostpolo
für 10 Prozent Zinsen ihre unternehmerischen Träume realisieren.Mit
diesem „Ostpol Kredit“ geht Offenbach
einen ganz neuen Weg in der
Quartiersförderung.
Ein regional starkes Netzwerk – bestehend aus der Stadt Offenbach, der KIZ
AG, der Sparkasse Offenbach, der IHK
Offenbach, der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach mbH (GBO),
der Stadtwerke Offenbach Holding
(SOH) sowie der Hochschule für Gestaltung (HfG) – hat sich gebildet und
diesen speziellen Mikrokredit entwickelt.
Der Name „Ostpol Kredit“ ist Programm: Den Kleinkredit erhalten z. B.
Mieter und Existenzgründer des
Gründerzentrums Ostpol, Absolventen
der HfG Offenbach, genauso wie Firmen, die einen Laden haben oder auch
Handwerks- bzw. Dienstleistungsunternehmen der östlichen Innenstadt. Nur Unternehmen, bei denen
eine Eidesstattliche Versicherung vorliegt oder deren finanzielle Altlasten
ungeregelt sind, können wir keinen
Kredit gewähren. Finanziert werden
kann vom Wareneinkauf über Arbeitsgeräte bis hin zu kleineren Investitionsgütern alles. Ziel ist, mit kleinen Kreditsummen erfolgreiche Unternehmensideen in der östlichen Innenstadt umzusetzen.
Wir benötigen ein überzeugendes
Kurzkonzept, eine Planung, wie der
Kredit eingesetzt und abgezahlt werden soll, eine Selbstauskunft sowie
eine aktuelle Schufa-Auskunft.
Der Antragsteller überzeugt den
Vergabeausschuss im persönlichen
Gespräch von seiner Geschäftsidee
und erhält sofort eine Kreditzusage
oder -absage.
Zahlt der Kreditnehmer seinen Kredit
pünktlich zurück, kann bei Bedarf erneut ein Folgekredit in Anspruch genommen werden.
Das ist in einem vereinfachten
Vergabeverfahren möglich und der
Kreditrahmen kann im zweiten Schritt
um 50% höher sein - in unserem Beispiel also statt 4000 Euro 6000 Euro.
Interessiert?
Dann nehmen Sie
mit uns Kontakt auf.
info@ostpolkredit.de,
www.ostpolkredit.de
Elisabeth Neumann
Der „Ostpol Kredit“ ist transparent, einfach und schnell in der Abwicklung. Ein
leichter Zugang erfolgt übers Internet
(www.ostpolkredit.de) oder persönlich
im Gründercampus Ostpol.
Getreu nach dem Motto „Glauben andere an Sie, tun wir das auch!“ verdoppeln wir beim „Ostpol Kredit“ die Bürgschaften des Antragstellers. Wenn Familienmitglieder oder Freunde
beispielsweise für 2000 Euro bürgen,
können wir einen Kredit in Höhe von
4000 Euro ausgeben.
Was ist
GANAMI?
Der Name steht für
„Ganzheitlicher Nachhilfeunterricht für
Migrantenkinder“.
Ganami ist 2005 ins Leben gerufen worden als SOS Aktion für Schüler, die sehr
stark gefährdet sind und Gefahr laufen, in
die Sonderschule gehen zu müssen.
Durch ganzheitliche Förderung von
Migrantenkindern wollen wir erreichen,
dass diese besser in der Schule sind, besser im Alltag zurecht kommen und ihre Talente gefördert werden. Dadurch wird die
Integration der Kinder erleichtert.
Wichtig ist nicht nur, dass sie mit dem momentan relevanten Schulstoff zurecht
kommen, sondern dass sie auch andere
Fähigkeiten wie Konzentration, Motorik,
Gedächtnis, Logik usw. trainieren und fehlenden Stoff zur Erreichung höherer Ziele
(z.B. Besuch eines Gymnasiums) erlernen.
All das soll in einer entspannten Atmos-
phäre stattfinden, in der die Neugier der
Kinder angeregt wird, so dass Sie einen
festen Bezugspunkt haben, auf den sie
bauen können. Bildung ist das wichtigste
Kapital der Kinder für ihre eigene Zukunft.
Die Kinder sollen einerseits durch das
Deutsch lernen einen besseren sozialen
Anschluss finden, andererseits durch Muttersprache und Kulturunterricht sowie Veranstaltungen eine Chance bekommen, die
eigenen Wurzeln näher zu erkunden, um
so nicht in Identitätskrisen zu gelangen.
Unterstützung bei all dem sollen die Kinder von den Eltern und von der Schule bekommen. Damit das passiert, werden auch
die Eltern „geschult“ und die Lehrer mit
einbezogen.
Was bieten wir an?
Nachhilfeunterricht für Schüler der Klassen 1 bis 10
Einzelunterricht
Seminare zu den Themen: Bildung, Erziehung, Kultur und Sprache
Wir suchen noch Menschen, die sich dafür
engagieren wollen/können!
Ganami findet in den Räumen der Italienischen Katholischen Gemeinde in der
Rathenaustrasse 36 statt. Mehr Informationen erteilen:
Frau Giovanna Silvestro oder Frau
Barbara Surmanowicz
Ansprechpersonen
für die Hausaufgabenhilfe sind:
Barbara Surmanowicz Tel. 0163/4256506
Giovanna Silvestro Tel. 0163/8363135
Jan Jaffery 0176/28823328
Seite12
Ausgabe 9 / Frühjahr 2008
GEDICHT
Love-Breets Elefant trifft den Dämonenkönig
Love-Breets Elefant, trifft den Dämonenkönig (unten), in Gestalt der asiatischen Schattenspielfigur im
Lederwarenmuseum
Bollywood –Filme, bunte Tücher, BuddhaFiguren im Yogasitz, geschmückte Elefanten, das ist Indien. Und was ist Ägypten?
Das Land der Pyramiden und Pharaonen
natürlich, Wüste, Nil und Tauchen im Roten Meer. Darauf jedenfalls baut die Tourismus-Werbung. Für Love-Breet und
Dina, die beiden Teenies aus der östlichen
Innenstadt, bedeuten diese Länder mehr
als Klischees im Reiseprospekt. Indien
und Ägypten sind die Heimat ihrer Eltern.
Sie gehörten vor dreißig Jahren zu den
mutigen Pionieren, die von den anderen
Kontinenten kamen. Sie hatten sich
damals in den 80er Jahren schon bei uns
eine Existenz aufgebaut, als die deutsche
Wirtschaft auf der Suche nach Arbeitskräften ihre Anwerbekampagne in Afrika und
Asien startete.
Die Mädchen fahren gerne in die Heimat
ihrer Eltern. Aber über die Urlaubszeit hinaus dort zu bleiben – das können sie sich
nicht vorstellen. „Wenn ich später nach
Indien gehen würde“, meint Love-Breet,
„würde ich dort keinen Job finden. Ich kann
sagen, dass ich mich hier wohl fühle.“
Auch Dina ist sich sicher: „Ich habe nicht
vor, wieder in mein Herkunftsland zu gehen. Wir hatten hier keine negativen Erlebnisse und fühlen uns hier sehr wohl.“
Die Teenies sind beide hier geboren und
Dina hat von Anfang an einen deutschen
Pass. Beide sind in der Schule gut integriert und mit Deutschen befreundet. Ihre
Eltern leben es ihnen schließlich vor. LoveBreets Vater hatte damals die ersten
Freundschaften am Arbeitsplatz geschlossen. „In unser Restaurant“ erinnert sich
das Mädchen „kamen viele Deutsche und
wurden regelmäßige Kunden. Mit vielen
haben wir uns angefreundet.“ Auch Dinas
Familie ist mit Deutschen befreundet. „Da
mein Vater vorher eine deutsche Ehefrau
hatte“ erzählt sie, „hatten wir schon viele
Kontakte zu anderen deutschen Familien.“
Trotzdem haben die Mädchen ihre Kultur
GEDICHT
GEDICHT
Nazim Hikmet
WILLKOMMEN
Ohne dich
waren wir wie ohne Hände….
lang währte die Trennung, Freund….
Sie ist zu Ende – und du
bist uns wiedergekommen!
Willkommen!
Willkommen!
Wir sind die gleichen geblieben,
die wir waren,
als sie sich fortgetrieben,
wir beherrschen die Kunst,
Steine zu brechen,
die Feinde zu hassen,
die Freunde zu lieben.
Willkommen!
Immer bereit – für dich
ist dein Platz im Streit.
Willkommen!
Gewiß –
wir haben Gesprächsstoff zu Hauf,
Gespräch…..
Auf!
Anzeigen
HOS GELDÝN
Hos geldin!
Kesilmis bir kol gibi
omuz baþýmýzdaydý boþlugun….
Hos geldin!
Aynlýk uzun sürdü.
Özledik.
Gözledik…
Hos geldin!
Biz
býraktýgin gibiyiz.
Yalnýz ustalaþtýk biraz daha
taþý kýrmakta,
dostu düþmandan ayýrmakta…
Hos geldin,
Yerin hazýr.
Hos geldin.
Dinleyip diyecek cok.
Fakar uzun söze vaktimiz yok.
Übersetzung Selma Ceylan
nicht vergessen. Beide sprechen in der
Familie neben Deutsch auch ihre Muttersprache. „ Wir haben viele kulturelle Bilder bei uns zu Hause, die uns an unsere
zweite Heimat erinnern“ erzählt Dina.
Love-Breet schwärmt von den Puris , die
ihre Mutter backt. Manchmal kommt sie
auch in einer schicken indischen Bluse in
die Schule. Beide sind stolz auf ihre Herkunft. Ihre Kulturen sind uns nicht fremd.
Wir begegnen ihnen hier bei uns nicht nur
in Reisebüros, Restaurants und
Lebensmittelgeschäften. Auch im Ledermuseum in der Frankfurter Straße haben
Indien und Ägypten ihren festen Platz –
im Kabinett der Schattenspielfiguren.
150 Gäste sind ins Ledermuseum gekommen, um sich dort die verschiedenen
Integrationsprojekte anzuschauen, die zur
Eröffnung der 10. Interkulturellen Wochen
präsentiert wurden. Gestärkt durch leckere Snacks vom interkulturellen Büffet, mit
Rap in den Ohren und einer Sonnenblume in der Hand, die jeder Gast bekommen hat, strömt das Publikum nach oben.
Als Dina mit ihrer Familie den
Schattenspielraum betritt, ist es dämmrig,
gruselig. Die gespenstischen Figuren hier
sind lichtscheu wie alle Wesen aus einer
anderen Welt und einer anderen Zeit. Ihre
zarte Haut aus farbigem Pergament, aus
Tierhaut, ist hoch empfindlich. Jetzt entdeckt Dina auch ihre Holztafel auf dem
Boden. Die goldenen Pflanzenmuster, die
sie darauf gemalt hat, schimmern und setzen sich in den Mustern der Schattenspielfiguren hinter der Glasscheibe fort. Auch
ihre Mutter freut sich. Sie hat Dina damals
mit einem hauchdünnen Pinsel beim Vergolden geholfen. Die Mühe hat sich gelohnt. Jetzt kann Dina auch die Infotafel
erkennen. „Anlässlich der 10. Interkulturellen Wochen“ ist hier zu lesen „stellt das
Ledermuseum einen Ausschnitt aus dem
Interkulturellen Mosaik aus, einem Projekt
des Jugendbildungswerks und der RudolfKoch-Schule. Auf zwölf Holztafeln haben
Schülerinnen aus Asien und Afrika ihre
Gedanken zu ihrem Leben zwischen zwei
Kulturen in Text und Bild ausgedrückt. Ihre
Bilder sollen hier einen Dialog zu den
Schattenspielfiguren aus ihren Herkunftsländern aufnehmen.“ An der Wand gegenüber freut sich gerade ein kleines Mädchen über den geschmückten Elefanten,
den Love-Brett auf ihre Tafel gemalt hat.
„Das ist mein Lieblingsbild“, ruft sie, „der
gefällt mir besser als der gruselige Typ
darüber, aber irgendwie passen die zusammen.“ Ihr Blick wandert zwischen dem
Tier und Ravava, dem Dämonenkönig mit
den vielen Armen, hin und her. In ihrer Fantasie setzt sie vielleicht gerade Ravana auf
Love-Breets Elefanten oder lässt den Elefant zu ihm spazieren. Zumindest stellt sie
einen Kontakt zwischen den beiden her.
Und so ist es auch gemeint mit dem Dialog. Hier im Raum hat man das Gefühl,
die Zeit wäre stehen geblieben. Hier spürt
man, dass Dinas und Love-Breets Kulturen ein paar tausend Jahre älter sind als
unsere. Hochkulturen eben, auf die man
stolz sein darf. Dinas und Love-Breets
Tafeln sind heute die beiden Renner hier
im Raum. Die Erwachsenen sind eher vom
ägyptischen Bild begeistert, die Kinder
ohne Ausnahme von der indischen Elefan-
GEDICHT
Bertold Brecht
ERINNERUNG AN
MARIA A.
1.
An jenem Tag im blauen Mond
September
Still unter einem jungen
Pflaumenbaum
Da hielt ich sie,
die Stille bleiche Liebe
In meinem Arm
wie einen holden Traum.
Und über uns
im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß
und ungeheuer oben
Und als ich aufsah,
war sie nimmer da.
2.
Seit jenem Tag sind viele,
viele Monde
Geschwommen still hinunter
und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl
abgehauen Und fragst du mich,
was mit der Liebe sei?
Und doch, gewiß,
ich weiß schon was du meinst.
Doch ihr Gesicht
das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr:
ich küsste es dereinst.
3.
Und auch den Kuss,
ich hätte ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke
da gewesen wär
Die weiß ich noch
und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß
und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch
immer
Und jene Frau hat vielleicht
das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah,
schwand sie schon im Wind.
MARIEA´YI ANIS
1.
O gün, maviliginde Eylülün,
durgun, genc bir erik agacý altýnda
usulcana sardýydým onu,
kollarýmýn arasýnda solgundu,
sanki icindeydi tatlý bir düþün.
Bir bulut vardý üstümüzde,
p güzel yaz gügünde görürdüm,
kar gibi aktý, ta yukarlarda,
baþýmý kaldýrdým baktým
yerinde yok.
2.
O günden bu yana sessiz sedasýz,
gökyüzünden nice aylar gecti.
Erik agaclari birer birer kesildiler.
Sorarsan: << Sevdigin ne oldu?>>
Derim:<< Bilmemki..>>
Ama iyi bilirim aklýndan geceni,
unutmuþum gercekten
cýkaramam yüzünü.
Tek þey var aklýmda kalan:
Bir zamanlar öpmüstüm onu.
3.
Olmasaydý orda o bulut,
unuturdum öptügümü de!
Görürüm hâlâ onu, iste durur orda.
Gecerdu yukarlardan,
unutmadim, kar gibi aktý.
Bekli cicek acýþtýr gene erik agaclarý,
yedi cocugu olmuþtur sevdigimin.
Göz acip kapayana dek görünmüþ meger
o bulut,
baþimý kladýrdým baktým,
rüzgârla ucmuþ gitmiþ…
Übersetzung Selma Ceylan
ten-Tafel. Sechs Wochen durften die
neuen Bilder einen Dialog eingehen mit
den alten Zeugnissen dieser Kuluren, den
Schattenspielfiguren.„Teil haben- Teil werden“ war das Motto der Veranstaltung.
Dina und Love-Breet sind längst Teil geworden. Aber sie haben über ihr „Teil sein“
ihre alte Kultur nicht vergessen, sie präsentierten sie uns hier im Museum. Ägypten ist mehr als Tauchen im Roten Meer
und Indien mehr als Bollywood.
Wer neugierig geworden ist auf die Auseinandersetzung der Schülerinnen mit der Kultur
ihrer Herkunftsländer kann die Bilder, Gedanken und Gedichte auch als Buch erwerben.
Für 7 Euro ist das Buch exclusiv bei den Buchhandlungen BaM, Ketteler und Steinmetz erhältlich. Der Erlös geht als Spende in neue
interkultrelle Projekte.
Angelika
Amborn-Morgenstern
Illustration Ledermuseum
Auflösung Kreuzwortlösung Seite 8
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Seele and Geist
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